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EXPLIZIT RAP #*$%@!*

Deutschrap zwischen Kunst und Diskriminierung

PROGRAMM 19.02.–21.02.20


INHALT

Einleitung S. 05

S. 06 S. 18-19 Tickets S. 32-33 Impressum S. 34-35 Moderation: Machiavelli Timetable

Mittwoch, 19.02.2020 Intro S. 07 Schacht + Wasabi S. 08 Rap! Rot Weiss S. 09 Pöbel MC + Presslufthanna & Sotah

S. 10-11


EXPLIZIT RAP Donnerstag, 20.02.2020 Runder Tisch: Clubs S. 12 Runder Tisch: Schulische und außerschulische Politische Bildung Antisemitismus im Rap

S. 12 S. 13

Runder Tisch: Soziale Arbeit und Hip-Hop S. 14

S. 14 S. 14 Sexismus im Deutschrap S. 15 Haiyti + Argonautiks S. 16-17 Runder Tisch: Journalismus und Presse Von Rechts-Rap bis NS-Rap

Freitag, 21.02.2020 Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens S. 20 Hip-Hop als pädagogisches Tool im Unterricht und in der Jugendarbeit S. 21

S. 21 S. 21 Workshop für Schülerinnen: Lena Stoehrfaktor Hip-Hop & Empowerment S. 22 Runder Tisch: Festivals S. 23 S. 23 Runder Tisch: Explizite Sprache als Safe Space Moment? Workshop für Schüler*innen: Schlakks

Boss Bitches, Casanovas und andere Motherfucker – Geschlechtermodelle im Rap verstehen Codes & Sprache im Rap

S. 24

S. 25

Leider geil und irgendwo dazwischen:

Nürnberger Prognosen

S. 26

Workshop: Safe Space S. 27 3Plusss + Ebow

S. 28-29

Aftershowparty S. 30-31

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Probleme

sind etwas Positives. Natürlich denkt man zuerst an die negativen Aspekte: Etwas funktioniert nicht, läuft anders als geplant, Fehler, Chaos, Untergang … Aber immer sind Probleme ein Anzeichen für Aufmerksamkeit und Sensibilität. Schließlich bemerkt man etwas als Problem, nimmt es wahr und benennt es als solches. Schlimmer sind Missstände, die einem nicht auffallen und dadurch kaum zu ändern sind. Wir haben ein Problem mit Deutschrap. Das ist positiv.

Explizit Rap ist dazu da, um sich mit diesem Problem mal wirklich intensiv, wirklich explizit auseinanderzusetzen. Ergebnisoffen und richtig deep. Wir haben nicht die MasterLösung parat und werden sie auch nach diesen drei Tagen und Nächten wohl nicht gefunden haben. Aber das ist kein Problem. Wir werden gemeinsam diskutieren, streiten, lachen, tanzen… Dabei begleiten uns einige der klügsten Köpfe und spannendsten Artists des Landes. Kommt mit uns auf die Reise!

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* !# $ # $ % ! *! * Moderation: Machiavelli Und hier sind Ihre Gastgeber!

Wir freuen uns, dass Jan Kawelke und Vassili Golod

uns durch drei intensive Tage Explizit Rap führen und begleiten. Wenn sie nicht im provinziellen Nürnberg

verweilen, machen sie normalerweise Machiavelli – den Podcast über Rap & Politik für den WDR.

Hip-Hop ist politisch geboren und Hip-Hop ist politisch geblieben. Egal, ob international oder in der Bundesrepublik:

Von N.W.A. bis K.I.Z. von Advanced Chemistry bis Kendrick

Lamar. Rap liebt Politik. Politik liebt Rap – manchmal

offensiv aus jeder Zeile, manchmal versteckt zwischen den Reimen. Vassili

Golod und Jan Kawelke sprechen

und streiten über diese Liebesgeschichte. Diskutieren

etwa mit Gregor Gysi und Maxim K.I.Z. über Gerechtigkeit,

klären, warum Kanye West mit Donald Trump flirtet und

reisen nach London, um die Brit*innen zu verstehen – musikalisch und politisch.

Dabei geht es immer um Menschen mit einer Stimme.

Menschen mit Macht – egal, ob sie Klunkerketten oder

Krawatten tragen. Es geht bei Machiavelli um große Reden und unbeachtete Reime. Um alles zwischen den Zeilen.

Jan Kawelke, Grubenenkel, 1992 aus einer Bleistift-Miene gespitzt, spricht im Radio – am liebsten über Rap. Wenn er nicht gerade schreibt: Für die JUICE, für die ZEIT, für Geld und für immer. Er hat Bachelor of Rap-Booklets und einen verifizierten Genius. com-Account. Lieblingsgericht: „Moms Spaghetti“. Jan hat ein Foto mit Gregor Gysi.

Vassili Golod wurde 1993 in der Ukraine mutmaßlich per Dekret erlassen und isst

Politik-Artikel zum Frühstück wie Russisch Brot. Hintergrundgespräche stehen im Vor-

dergrund seiner Freizeitgestaltung. Sein Weihnachten ist der Wahlsonntag und weder die politische noch die tatsächliche Kälte konnten ihn aufhalten, in Moskau als Journalist zu arbeiten. Vassili kennt einen Eminem-Song.

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? *!? *$ ! # !$ * !$ ?% @ * Saal Mi, 19.02.20 Beginn: 18 Uhr

(Akkreditierung ab 16 Uhr)

Dauer: 60 Minuten

INTRO

Einführung, Programmvorstellung + Gespräch mit den Organisator*innen

Wir stellen euch den Ablauf vor, das vielfältige Programm,

die Gäste und die Künstler*innen. Außerdem wird hier (und nur hier) erklärt, wo sich die WCs befinden und wann die

letzte Runde am Tresen läuft. Es lohnt sich also! Nebenbei wird auch darüber gesprochen wie es zu Explizit Rap kam,

was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben und wasihre Ziele sind. Sicherlich wird sich auch bei der ein oder anderen Institution oder Person bedankt werden –

das gehört sich ja auch – aber wir langweilen hoffentlich niemanden mit ewigen Reden und kommen lieber gleich zur Sache. Häppchen gibt‘s übrigens auch – gewissermaßen Prolog im Himmel.

Moderation: Vassili Golod & Jan Kawelke (Machiavelli)

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Schacht+Wasabi Deutschrap-Podcast live

Der Deutschrap-Podcast Schacht & Wasabi ist ein Wochenrückblick, der sich intensiv mit den Befindlichkeiten der Deutschrap-Kultur auseinandersetzt. Dabei gilt es einzuordnen, was im Deutsch-Rap passiert und gesagt wird, sei es philosophisch oder auch politisch. Dabei halten Falk und Jule auch mit ihrer persönlichen Meinung nicht hinter dem Berg.

Jule Wasabi ist 26 und Redakteurin beim Neo Magazin Royal. Sie liebt Rap vor allem wegen der Texte und der Poesie darin und begann vor Jahren damit Rapper*innen zu interviewen.

Falk Schacht

ist 45, Journalist und seit 25 Jahren

Berater in Sachen Hip-Hop. Er hat so ziemlich alles und jede*n interviewt: Von Eminem über Jay Z bis Bushido. Zudem schreibt er seit einigen Jahren Kolumnen über Hip-Hop und wird oft als Experte konsultiert.

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Saal Mi, 19.02.20 Beginn: 19:00 Uhr Dauer: 60 Minuten


Seminarraum 1 Mi, 19.02.20 Beginn: 20:00 Uhr Dauer: 60 Minuten

Rap! Rot Weiss ist ganz den lokalen Künstler*innen gewidmet, deren Herzen für Rap und Hip-Hop brennen. Ob ihr selbst auf der Bühne steht, das in der Zukunft mal vorhabt oder einfach auf jedes Konzert gehen müsst, wo ordentlich mit den Köpfen genickt wird: Wir suchen euch. Zusammen mit unserem Moderator Karsten

Barnett möchten wir mit

euch den hiesigen Hip-Hop erkunden. Mittelfrankens Rapper*innen, ihr seid gefragt: Wie können wir uns vernetzen? Wie können wir unsere Subkultur gestalten? Was geht eigentlich bei uns in der Szene ab? Und was ist uns wichtig? Geht es um Competition? Oder um die Community? Ist es uns egal, wenn ein*e Kolleg*in frauenfeindliche, rassistische oder antisemitische Texte schreibt? Sagt man da was? Wo sind die Grenzen? In einer offenen Gesprächsrunde wollen wir mehr über Hip-Hop lernen, uns vernetzen und uns gegenseitig unterstützen. Moderation: Karsten Barnett (DJ, Vinyl-Liebhaber, Rap-Experte)

Rap! Rot Weiss Offenes Netzwerktreffen für Local Rap-Heads 9


PObel MC Presslufthanna +SOTAH Presslufthanna + SotaH Presslufthanna & Sotah stehen für scheppernden Hip-Hop auf der Bühne. Ihre Sicht auf die Welt bringt PLH mal aggressiv, mal nachdenklich auf den Punkt. Unterstrichen werden diese Momentaufnahmen von stimmigen, melancholischen und treibenden Beats sowie Sotahs scharfsinnigen Cuts. PLH und Sotah geht es um Liebe zur Musik, Struggle in dieser Welt und Bewegung im Nacken.

Galerie Mi, 19.02.20 EINLASS: 20:00 Uhr BEGINN: 21:00 Uhr 10


Pöbel MC Es ist Pöblos Rhetorico Erotica der Erste formally known as Pöbel MC ! Seine strammen  !!

Waden werden wohl lediglich von seinen noch strammeren Flows übertroffen und so ist es nur stringent, dass sein neues Pöbel Sports Tape auf sportlich-groovigen Trapbrettern daherkommt! Das 8-Track-starke Tape liefert einen genauso innovativen wie unterhaltsamen Mix aus energetischen Beats und filigraner Wortgewalt, durch die der gebürtige Rostocker schon auf der Kollaboplatte Soli-Inkasso mit Abrissbruder Milli

Dance von Waving The Guns und Releases wie Backpfeife auf Dauerschleife oder Personality Trainer brillierte. Thematisch gehen seine Texte dabei weit über bloße Selbstgenüsslichkeiten hinaus. Fast beiläufig verschmelzen saftige Battleschellen mit mal lässig-heiteren mal scharfsinnigen Analysen szeniger Spießigkeit, politischer Verwirrtheit oder sozialer Ungleichheit, stets eingebettet in eine progressive aber nicht moralisierende Geisteshaltung. Live kann das Pöbel Sports Tape nur eines bedeuten: Abriss! Durch über 60 Liveshows, inklusive Moshpits und Bierduschen, in allen Ecken des Landes (und darüber hinaus) allein im vergangenen Jahr, hat sich der MC Dienstleister in

Sachen geistiger Versorgung und rhetorischer Ermordung als einer der besten Liverapper Deutschlands einen Namen gemacht. Die Ergänzung seines Sets um wummernde 808Bässe und knusprige Breakdowns wird daran mit Sicherheit nichts ändern – im Gegenteil!

Der erste Konzertabend verspricht richtig derben Wumms – wir haben Bock! 11


Runder Tisch: Clubs Was passiert auf unseren Bühnen und davor?

Rap ist Kunst. Im Hip-Hop-Game wird seit den Anfängen mit Kunstfiguren gespielt, die der Gesellschaft ungeschminkt den Spiegel vorhalten und auf Missstände in Reimform hinweisen. Aber ist es so einfach? Gerade wenn wir über Kunst sprechen, die teilweise massiv diskriminiert. Wo hört Kunstfreiheit auf und wo beginnt Diskriminierung? Inwieweit muss sich ein*e Booker*in mit dem auseinandersetzen, was er/sie sich auf die Bühne holt? Haben Clubs durch ihre Programmauswahl eine besondere soziale Verantwortung? Besteht das vorwiegend junge Publikum aus kritischen Rezipient*innen, die auch mit expliziten Inhalten umgehen können oder werden einfach nur Idole gefeiert? Im Fachkreis wollen wir diese und andere Fragen diskutieren sowie eine selbstkritische Reflexion unserer Arbeit vornehmen.

Seminarraum 1 Do, 20.02.20 Beginn: 14:00 Uhr Dauer: 50 Minuten

Moderation: Axel Ballreich (1. Vorsitzender LiveKomm / Concertbüro Franken) Maximilian Schneider-Ludorff (Gründer Tapefabrik Festival)

Runder Tisch: Schulische und ausserschulische Politische Bildung Deutschrap in der Bildungsarbeit

Soll ich in der politischen Bildung Kollegah inhaltlich zerlegen – oder wirkt das bei der Zielgruppe eher kontraproduktiv? Wie begegne ich den Formen von Ausgrenzungen im Rap? Und wie nutze ich seine Sprache und seinen Empowerment-Ansatz in einem positiven Sinne? Brauchen wir mehr Rap-Workshops oder weniger? Und muss ich jede Deutsch-Rap-Platte kennen, um mitreden zu können? Also in aller Kürze: Wie soll man mit Deutschrap im Bildungsbereich umgehen? Der runde Tisch lädt zu einem Gedanken- und Ideenaustausch ein.

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Seminarraum 2 Do, 20.02.20 Beginn: 14:00 Uhr Dauer: 50 Minuten


Antisemitismus im Rap Hat die Szene ein Antisemitismus-Problem?

Nicht erst seit der Echo Verleihung an Kollegah und

Farid Bang ist Antisemitismus im (Deutsch-)Rap ein Thema, immer wieder wird auch hier mit antisemitischen Stereotypen kokettiert. Oft werden entsprechende Passagen dann mit genretypischen Provokationen von den Künstler*innen abgetan – aber lässt sich das so einfach abhandeln oder hat die Szene ein Antisemitismus-Problem? Dr. Annette Seidel-Arpaci steigt hier zunächst mit einem Vortrag über antisemitische Verschwörungstheorien im Rap ein, anschließend wird Ben

Salomo von seinen Erfahrungen als Künstler und Veranstalter des Battle-Rap-Formats Rap am Mittwoch berichten.

Saal Do, 20.02.20 Beginn: 15:00 Uhr Dauer: 90 Minuten

Ben Salomo gehört zu den bekannten und zugleich außergewöhnlichsten Vertretern des Deutschrap. Denn der in Israel geborene Musiker ist bekennender Jude und verarbeitet seine jüdische Identität offensiv in seinen Texten – eine Ausnahme in der deutschen Hip-Hop-Szene. Mit seinem klaren Bekenntnis zum Judentum tritt Ben Salomo nicht nur antisemitischen Tendenzen im Deutschrap entgegen, sondern macht auch auf den wachsenden Antisemitismus in der Gesellschaft aufmerksam.

Annette Seidel-Arpaci, Dr. phil., hat an der University of Bradford und der University of Leeds studiert und promovierte in Jewish Studies mit einer Arbeit zu Shoah-Erinnerung, Rassismus und Antisemitismus im renationalisierten Deutschland. Auch aus Leidenschaft forscht sie zu Rap und Hip-Hop und leitet zudem seit Januar 2019 die Recherche-

und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern.

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Runder Tisch: Soziale Arbeit und Hip-Hop Austausch und Input für Jugendsozialarbeiter*innen Dieser Runde Tisch ist den Leuten gewidmet, die regelmäßig Rap-Veranstaltungen durchführen und dabei auch jüngeres Publikum ansprechen. Ihr arbeitet bei einem Jugendzentrum, kümmert euch um Jugendkultur und interessiert euch für die sich rasant verändernde Rap-Szene? Mit euch wollen wir Erfahrungen austauschen, über Trends sprechen, Zugänge diskutieren und den sozialen Aspekt von Hip-Hop betrachten. Die Bindung von Kids und Rap ist stark und oft identitätsstiftend. Unsere Verantwortung liegt in der Begleitung solcher Prozesse.

Seminarraum 1 Do, 20.02.20 Beginn: 17:00 Uhr Dauer: 50 Minuten

Runder Tisch: Journalismus + Presse Der Deutsch Leistungskurs bei Explizit Rap Magazine, Webseiten, Podcasts – die Landschaft der Berichterstattung über Deutschrap ist beinahe so unterschiedlich und unübersichtlich wie das Themenfeld selbst, die journalistische Qualität ebenfalls. Herkömmliche Ansätze scheinen dabei der Komplexität von Deutschrap oft nicht angemessen zu sein. Eine Textpassage aus dem Zusammenhang gerissen wird dem Gesamtwerk meist nicht gerecht. Wir wollen uns darüber unterhalten, wie wir uns dem Phänomen Deutschrap adäquat annähern können, sodass seine faszinierende Ambivalenz transportiert wird. Selbstkritisch diskutieren wir außerdem inwieweit unser Reden und Schreiben über Deutschrap diskriminierende Strukturen reproduziert.

Seminarraum 2 Do, 20.02.20 Beginn: 17:00 Uhr Dauer: 50 Minuten

Moderation: Vassili Golod & Jan Kawelke (Machiavelli)

Von Rechts-Rap bis NS-Rap Sprechgesang der extremen Rechten Die extreme Rechte hat sich besonders seit dem Auftreten der neonazistischen Strömung Autonome Nationalisten vieler Jugendkulturen bedient. Auch Rap blieb davon nicht verschont und nach einer langen internen Debatte, mehreren Anläufen und einem Weg aus unterschied-

Saal Do, 20.02.20 Beginn: 18:00 Uhr Dauer: 50 Minuten

lichen Projekten hat sich diese Musikrichtung – wenn auch als Nischenprodukt – in der extremen Rechten etablieren können. Darüber hinaus konnte extrem rechter Rap vor allem auf YouTube eine gewisse Breitenwirkung entfalten. Aber auch auf anderen Plattformen wie Amazon oder

Spotify werden Lieder der rechten Rapper*innen tausendfach gehört. Vortrag von Markus Schwarz (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Bayern)

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Sexismus im Deutschrap Podiumsdiskussion mit Andrea Rothaug, B-Tight, Axel Ballreich & Salwa Benz Eine der häufigsten Formen von Diskriminierung im Deutschrap,

Saal Do, 20.02.20 Beginn: 19:00 Uhr Dauer: 90 Minuten

wenn nicht die meist verbreitete, ist Sexismus. Die Gründe für diese „Popularität“ mögen in der gesamtgesellschaftlich hohen Verbreitung dieses Phänomens liegen, doch ist Deutschrap auch im Jahr 2020 auf allen Ebenen männlich dominiert und scheint daher noch offener für Sexismus zu sein als andere Subkulturen. Hinzukommt die besondere Disziplin des Battleraps, in der verbal möglichst krass gegen alle und jede*n geschossen wird – eine scheinbar faire Verteilung von Beleidigungen. Dabei bleibt zu klären, inwieweit bestehende Privilegien einer wirklichen Gleichbehandlung im Weg stehen, wo Kunstfreiheit ihre Grenzen hat und ob man alles ernst nehmen muss.

Salwa Benz Als Journalistin nimmt Salwa Houmsi die Stars der Hip-Hop-Welt unter die Lupe, nachts bugsiert sie als Salwa Benz ihren Swag und Sachverstand auf die Tanzflächen der Clubs.

B-Tight Bobby ist alte Schule und hat mit Aggro Berlin die besten Zeiten erlebt sowie MTV überlebt. Wo andere in der Vergangenheit schwelgen hat er sich weiterentwickelt, ist Familienvater geworden und sich dabei immer treu geblieben.

Andrea Rothaug Geschäftsführerin von RockCity Hamburg, Mitbegründerin und Präsidentin des Bundesverband Popularmu-

sik Deutschland e.V., Gründerin der Music Women Germany und Mitbegründerin des Clubkombinat Hamburg.

Axel Ballreich Seit 1982 Konzert- und Festivalveranstalter, Geschäftsführer des Concertbüro Franken, seit 25 Jahren Clubbetreiber in Nürnberg, seit 2012 Gründungsmitglied und im geschäftsführenden Vorstand der LiveKomm und seit 2019 deren 1. Vorsitzender. Moderation: Vassili Golod & Jan Kawelke (Machiavell

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Da bleibt kein Auge trocken: Mighty Queen Haiyti und die stabilen Boom-Bap-Battlerapper Argonautiks krönen das Ende des 2. Tages!

Haiyti Die alten Gewissheiten, sie gelten nicht mehr, die vermeintlichen Grenzen zwischen Straße und Avantgarde, Gangsta und Kunst, Untergrund und Pop. Haiyti hat sie eingerissen, als Einzelkämpferin im Über-Macho-Geschäft Deutschrap. Mit DIY-Releases im gefühlten Wochentakt katapultierte sich die Rapperin und Sängerin aus Hamburg-St. Pauli an die Spitze einer neuen Generation, der Regeln nichts bedeuten, Freiheit dafür umso mehr. Das brachte ihr Liebe quer durch alle Lager. Dendemann,

Haftbefehl, Deichkind: alle Fans. Von finsteren TrapHöhlen bis zu Rock am Ring : alle am Durchdrehen. Das

HAIYTI

Hip-Hop-Magazin JUICE nahm Haiyti aufs Cover, die

ZEIT erkannte in ihr “Falco, der klingt wie Nina Hagen” und befand knapp: “Eine Pop-Revolution bahnt sich an.” In dieser Musik vermischen sich radikaler PartyNihilismus und die Kälte des Milieus mit beispielloser emotionaler Tiefe und absurd eingängigen Hooks; Einflüsse von Trap bis Dancehall und Deutsche Welle mit Haiytis ureigener Sprache und Stimme.

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Argonautiks Aufgewachsen in einer Stadt, die durch Charmelosigkeit und einen S-Bahnhof besticht, kommen die Argonautiks mit einem Boom-Bap-verwurzelten, aus Samples und synthetischen Elementen bestehenden Soundbild um die Ecke, das wie eine Antwort auf die angeblich alternative Szene wirkt. „Posen vor dem Spiegel, Pumpen, Fitness, große Liebe, Muskeln riesig, doch den Mini-Schwanz dann wiederum

Galerie Do, 20.02.20 Einlass: 20:00 Uhr Beginn: 21:00 Uhr

verschwiegen.“ Thematisch kommen die Argonautiks aus dem klassischen Battlerap, treffen aber inhaltlich oft einen wunden Punkt der Gesellschaft; Doppelmoral, Materialismus und Scheinwelten. Keineswegs verbittert, viel mehr ignorant, bodenständig und irgendwie auch ganz normal.

ARGONAUTIKS 17


Mittwoch

UHR

Saal

Galerie Seminar 1

16 Akkredetierung

17

7

18 19

Intro

7

Schacht + Wasabi

8

Konzert Pöbel MC + Presslufthanna & Sotah

20 BIS

23

Rap! Rot Weiss

9

10-11

Donnerstag UHR

Saal

Galerie Seminar 1 Runder TiscH

14 15 16

Clubs

19 20 BIS

23

Runder Tisch

Schulische + außerschul. politische Bildung

12

Antisemitismus im Rap

13

Runder Tisch

17 18

12

Seminar 2

Soziale Arbeit & Hip-Hop

Vortrag: Von Rechts-Rap bis NS-Rap

14

Podium

Sexismus im Deutschrap

15

Konzert Haiyti + Argonautiks

16-17

Runder Tisch 14

Journalismus & Presse

14


Freitag UHR 10 11

Saal

Galerie SemInar 1 Workshop

Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens

20

für Schülerinnen: Lena Stoehrfaktor

Hip-Hop als Fortbildung pädagogisches Tool Lehrer* und im Unterricht in derinnen Jugendarbeit

21

Seminar 2 Workshop für Schüler*innen: Schlakks

21

*

21

12 13 14 15 16 17 18 19

Runder Tisch Festivals

Hip-Hop & Empowerment

Runder Tisch

Explizite Sprache als Safe Space Moment?

22

22 23

23

Boss Bitches, Casanovas & andere Motherfucker – Geschlechtermodelle im Rap verstehen

24

Codes & Sprache im Rap 25

Podium

Leider geil und irgendwo dazwischen: Nürnberger Prognosen

26

Workshop

20 21

23

Safe Space

27

Konzert 3Plusss + Ebow

28-29

Party 30-31

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Each One Teach One Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens Workshop für Schüler*innen mit Ben Salomo

In seinem Buch spricht Ben Salomo über sein Leben als Jude in Deutschland. Aufgewachsen in den Hinterhöfen Schönebergs, wurde er bereits als Jugendlicher wegen seiner Wurzeln diskriminiert. Aber auch aus der Deutschrap-Szene schlägt ihm immer wieder Feindseligkeit entgegen, die bis hin zu persönlichen Bedrohungen reicht. Um sich von den gewaltverherrlichenden und antisemitischen Aussagen seiner Musikerkolleg*innen zu distanzieren, gab er im Mai 2018 seine erfolgreiche Konzertreihe Rap am Mittwoch auf, mit der er monatlich bis zu zwei Millionen Views auf YouTube erreichte. Den Deutschrap hält er mittlerweile für eine gefährliche Musikrichtung, dessen Einfluss vollkommen unterschätzt

Saal Fr, 21.02.20 Beginn: 10:00 Uhr Dauer: 120 Minuten

wird. In seinem Buch ruft er zur Mäßigung auf und verweist auf seinen Künstlernamen: Denn Ben Salomo bedeutet „Sohn des Friedens“. Ben Salomo liest hier Passagen aus seinem Buch und diskutiert mit Schüler*innen. Der in Israel geborene Musiker Ben

Salomo ist bekennender

Jude und verarbeitet seine jüdische Identität offensiv in seinen Texten - eine Ausnahme in der deutschen Hip-Hop-Szene. Für sein Engagement gegen antisemitische Tendenzen im Rap hat er u.a. den Goldmann-Preis für Zivilcourage erhalten.

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Hip-Hop als pädagogisches Tool im Unterricht und in der Jugendarbeit Fortbildung für Pädagog*innen mit Boshi San

Im Rahmen des Workshops werden die soziopolitischen Hintergründe, kulturellen Voraussetzungen und künstlerischen Techniken von Hip-Hop beleuchtet und reflektiert. Dabei werden Chancen und Möglichkeiten für den Gebrauch von Hip-Hop-Praktiken im schulischen und pädagogischen

Seminarraum 1 Fr, 21.02.20 Beginn: 10:00 Uhr Dauer: 90 Minuten

Kontext anhand historischer Beispiele und den praktischen Workshoperfahrungen Boshi Sans erläutert. Beim Schreiben eines eigenen Raps werden die künstlerischen Potenziale von Hip-Hop abschließend erfahrbar gemacht.

Workshop für Schüler*innen: Schlakks Ihr liebt Rap und eigentlich juckt es Euch in den Fingern

Seminarraum 2 Fr, 21.02.20 Beginn: 10:00 Uhr Dauer: 120 Minuten

auch selbst mal loszulegen? Mit professioneller Unterstützung des Rappers Schlakks habt Ihr die Möglichkeit, Eure eigenen Texte zu schreiben und zu rappen. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Altersempfehlung: ab 14 Jahren.

Workshop für Schülerinnen: Lena Stoehrfaktor Im Workshop bekommt Ihr einen Einblick in die Geschichte der Hip-Hop Kultur und darüber hinaus lernt ihr wie ein Rapsong entsteht. Wir werden in entspannter Atmosphäre Texte auf Beats schreiben, am eigenen Flow feilen und arbeiten an

Galerie Fr, 21.02.20 Beginn: 10:00 Uhr Dauer: 120 Minuten

Ausdruck und Präsentation. Dabei orientieren wir uns am Grundgedanken von Hip-Hop: wir hören einander zu, zeigen gegenseitigen Respekt und wählen Themen aus, die aus dem Alltag stammen. Der Workshop ist exklusiv für Schülerinnen. Altersempfehlung: ab 14 Jahren.

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Hip-Hop& Empowerment Was kann die Szene hier heute noch leisten? Diskussion + Talk mit Lena Stoehrfaktor und Schlakks

Hip-Hop, das war doch mal das Ding, in dem sich alle wiederfinden sollten. Rap wollte dabei allen eine gleichberechtigte Stimme geben, auch den vorher nicht Gehörten. Und heute? Was ist davon übriggeblieben, wie nehmen Jugendliche heute Rap und Hip-Hop wahr – lebt der EmpowermentGedanke noch? Oder ist es für Jugendliche heute nicht mehr relevant, eine Stimme zu finden und Geld der einzige Antrieb, Rapper*in zu werden? Lena Stoehrfaktor (Berlin)

Saal Fr, 21.02.20 Beginn: 13:00 Uhr Dauer: 60 Minuten

und Schlakks (Dortmund) rappen und leben selbst in einem rauen Umfeld. In Workshops arbeiten sie immer wieder mit Jugendlichen: hier diskutieren sie, ob aus ihrer Sicht der Empowerment-Gedanke im Rap noch vorhanden ist oder ob der Kommerz endgültig die Oberhand gewonnen hat.

Lena Stoehrfaktor, rappende Underground-Größe aus Berlin, bringt sich seit 2004 mit rotzigen Styles in die karge Hip-Hop-Welt ein. Bis heute brachte Lena drei SoloAlben heraus. Die Themen ihrer Texte werden aus dem realen Leben gegriffen und in feinster Art und Weise auf Beats gelegt.

Schlakks aus Dortmund bahnt sich bereits seit einigen Jahren seinen Weg durch die musikalische Landschaft der Republik und ist dabei vor allem als Live-MC bekannt. Gemeinsam mit seinen Kompanions OPEK und Razzmatazz hat er in den letzten Jahren unzählige Festivalbühnen und Clubs abgerissen.

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Runder Tisch: Festivals Welche Verantwortung und Möglichkeiten haben Festivals?

Sexismus auf Festivals: Laut einer Untersuchung der Bloggerin

Nadia Shehadeh im Sommer 2019 finden auf Musikfestivals, die stärker inhaltlich den Mainstream bedienen, häufiger sexuelle Übergriffe statt. Nun ist Deutschrap auch im Mainstream angekommen und Künstler wie Capital Bra oder SSIO setzen sich an die Spitze der Charts, obwohl sie in ihren Texten sexistische Inhalte verbreiten. Begünstigt die Musik also solche Übergriffe? „Sexismus sells“ betitelte die Autorin

Seminarraum 1 Fr, 21.02.20 Beginn: 14:00 Uhr Dauer: 60 Minuten

Charlotte Borges ihren Kommentar in der taz im April 2019. Ihre Empfehlung war: „Diskutieren, aufklären, oder gleich was anderes hören.“ Deutschrap wollen wir weiterhin hören und veranstalten. Daher lasst uns diskutieren, welchen Einfluss Festivals hier haben können und wie Aufklärung überhaupt möglich ist, wenn das Publikum doch nach diesen Acts verlangt. Moderation: Jonas Seetge (Sprecher AK Festival-Kombinat der LiveKomm / HÖME)

Runder Tisch: Explizite SprAche als Safe Space Moment? Talk mit Babsi Tollwut

„Für ‚ne Frau rappt sie ganz okay und natürlich nervt sie rum mit ihrem Feminismus-Scheiß.“ Bedrückend und kühl, aber auch schamlos und provokativ sagt sie die Dinge ungefiltert, wie sie in ihren Kopf kommen: „Und ich spreche sie perfekt eure Gewaltsprache und ficke dann dich indem ich deine zu meiner Gewalt mache“ (Babsi Tollwut - Fischfänger). Der VPBy spricht mit Babsi Tollwut über das emanzipatorische Moment der Aneignung expliziter Sprache und wie

Seminarraum 2 Fr, 21.02.20 Beginn: 14:00 Uhr Dauer: 60 Minuten

sich daraus ein Safe Space für den Augenblick entwickeln kann. Dabei wird auch das Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit und Verantwortung thematisiert – schließlich sind nicht wenige Rezipient*innen des Deutschrap Jugendliche.

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Boss Bitches, Casanovas und andere Motherfucker Geschlechtermodelle im Rap verstehen Vortrag und Diskussion

Geschlechter-, v.a. Männlichkeitsmodelle kommen im Rap meist sehr traditionell und teilweise auch überzeichnet daher. Es geht um Dominanz und Selbstüberhöhung auf der einen und um die Abwertung alles vermeintlich Schwächeren auf der anderen Seite. Wieso das so ist, was das mit Jay Z  zu tun hat und welche alternativen Geschlechtermodelle Rap sonst noch zu bieten hat, das kann man in diesem Vortrag hören, sehen und am Ende vielleicht auch besser verstehen.

Dr. des. Heidi SüSS hat Sprach-, Politik- und Medienwissenschaften an der Universität Hildesheim studiert. Die letzten Jahre hat sie intensiv über Männlichkeiten im deutschsprachigen Rap nachgedacht und darüber ihre Doktorarbeit geschrieben.

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Saal Fr, 21.02.20 Beginn: 15:00 Uhr Dauer: 90 Minuten


Codes & Sprache im Rap mit David P., Babsi Tollwut + Boshi San

In Zeiten, in denen verschiedenste Gesellschaftsakteure bisweilen gefährlich damit experimentieren und provozieren, was sagbar ist und was nicht, ist Sprache politischer denn je. Auch im Hip-Hop ist das Spiel mit sprachlichen Grenzen und Tabus, sei es im Battlerap oder auch in der Umdeutung negativ konnotierter Begriffe, seit Anbeginn ein relevantes und brisantes Thema. Sowohl szeneintern als auch extern wird immer wieder heftig diskutiert, was sprachlich erlaubt ist und was nicht. In

Saal Fr, 21.02.20 Beginn: 17:00 Uhr Dauer: 50 Minuten

dieser Diskussionsrunde beschäftigen sich unsere Panelgäste mit dem Ursprung und der Zukunft sprachlicher Praktiken im Hip-Hop und der Frage: Was darf künstlerische Sprache eigentlich?

Mit seiner Band Main Concept zählt

David P. seit 1990 zu

den maßgeblichen Pionieren des Deutschrap. Zahlreiche Tourneen, u.a. mit den Beginnern und Blumentopf haben David P. in den letzten Jahrzehnten durch ganz Deutschland, Österreich und Schweiz geführt. Auch wenn er sich irgendwann für den Arztberuf entschied, ist der für seine Freestyle-Skills bekannte Rapper weiterhin live unterwegs, zuletzt zusammen mit

Samy Deluxe, Roger Rekless und Tribez of Jizu. Mit Base in Berlin pöbelt Babsi

Tollwut gegen Sexismus

und Patriarchat. Auf zusammengeschnorrte Beats rotzt sie auf alles, wofür Hip-Hop heute steht. Sie rappt an gegen die Beschissenheit der Welt. Manchmal nachdenklich, manchmal verliebt oder verzweifelt, aber auch bissig oder sich in Sarkasmus flüchtend, erzählt sie ihre Geschichte und beschreibt ihre Sicht auf die Dinge, doch ist dabei niemals resigniert. Der Münchner Boshi

San ist bereits seit vielen Jahren als

Rapper, Sänger und Songwriter aktiv. Er hat diverse Solo-, Band- und Gastprojekte veröffentlicht, unter anderem mit

Glam, Main Concept, Roger Rekless, Kool DJ GQ, David Seinz, Provo Beatz, Ziggy Brown, EINSHOCH6, Rapkid uvm. Zudem arbeitet er als Workshopleiter, Dozent und Autor mit verschiedenen Bildungseinrichtungen und Schulen zusammen.

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Leider geil Nürnberger Prognosen und irgendwo dazwischen:

Podiumsdiskussion mit Josi Miller + Jan Wehn

In seinen Teenager-Zeiten war Deutschrap noch recht sprunghaft, wild, mit einem Hang zu Kiffen und zum Kriminellen, hochgradig pubertär und oft auch ziemlich peinlich. Teile aus dieser frühen Phase sind tief in seiner Persönlichkeit verankert. Mittlerweile verdient er gutes Geld, ist viel unterwegs und ist auch diverser geworden. Sowohl das intellektuelle Feuilleton feiert ihn, als auch der Mainstream. Klingt nach einer Erfolgsstory sondergleichen, wäre da nicht dieser moralische Makel, der ihm nachgesagt wird. Wie wird die Tragödie weitergehen? Fühlt sich an wie eine moderne Version von Faust, in der Deutschrap seine Seele verkauft hat. Wird Deutschrap also gerichtet oder ist er bereits gerettet? Zwei musterhafte Sprösslinge des Fachs teilen zum Abschluss ihre Weisheit mit uns und wagen den Blick in die Kristallkugel.

Josi Miller kommt aus Leipzig und ist gemeinsam mit Helen Fares für den Podcast Deine Homegirls verantwortlich, in dem sie die großen Namen und Themen des Hip-Hop behandeln. Außerdem ist sie viel als DJ unterwegs und hat als solche Trettmann auf Tour begleitet.

Jan Wehn Geboren 1986 in Hagen, Studium der Literaturund Kulturwissenschaften sowie des Kulturjournalismus in Bonn und Berlin. Ehemaliger Redakteur bei Spex und

De:Bug, Kolumnist für JUICE, Mitgründer des Hip-HopMagazins ALL GOOD und Moderator des gleichnamigen Podcasts. Im Februar 2019 ist der SPIEGEL-Bestseller „Könnt ihr uns hören? Eine Oral History des deutschen Rap“ erschienen. Moderation: Vassili Golod & Jan Kawelke (Machiavelli)

Saal Freitag, 21.02.20 Beginn: 18:00 Uhr Dauer: 90 Minuten 26


Workshop: Safe Space Veranstaltung als Safe(r) Space? Workshop: SafeMeine BeSpace aware. Meine Veranstaltung als Safe(r) Space? Be aware.

Übergriffe und Diskriminierung sind bei vielen Events leider Übergriffe und Diskriminierung sind bei vielen Events leider an der Tagesordnung – an der Tagesordnung – Zeit dies zu ändern! Carmen WesterZeit dies zu ändern! Carmen Westermeier und Mirca Lotz zeigen euch verschiedene meier und Mirca Lotz zeigen euch verschiedene Wege und Wege und Handlungsstrategien auf, die vor, während und nach eurer Veranstaltung Handlungsstrategien auf, die vor, während und nach eurer zu einem Safer Space für alle Anwesenden führen können. Wir behandeln Fragen wie: Veranstaltung zu einem Safer Space für alle Anwesenden Wie ist ein Safe Space definiert? Auf was ist hinter, auf und vor der Bühne zu achten? führen können. Wir behandeln Fragen wie: Wie ist ein Safe Wie geht man mit Vorfällen um als Veranstalter*in – aber auch im und als Publikum? Space definiert? Auf was ist hinter, auf und vor der Bühne Wir gehen auch gerne auf eure Fragen und Probleme ein und versuchen gemeinsam zu achten? Wie geht man mit Vorfällen um als VeranstalLösungen zu finden. ter*in – aber auch im und als

Carmen Westermeier

Publikum? Wir gehen auch Seit 2014 arbeitet Carmen im gerne auf eure Fragen und ProbKollektiv und alleine an einer leme ein und versuchen weiblichen* Utopie in der Clubgemeinsam Lösungen zu finden. bing Szene. Außerdem ist sie

Seminarraum 1 Fr, 21.02.20 Beginn: 20:00 Uhr Dauer: 60 Minuten

Künstlerin, DJ und war 2016 Mitherausgeberin des PrintMagazins Trouble in Paradise – Girl* Gang Riot Mag.

Mirca Lotz ist Kuratorin und Eventmanagerin u.a. für das Filmfest München, den Virtual Worlds sowie innen.aussen.raum und ist Konferenz-Kuratorin beim Münchner Showcase-Festival

Manic Street Parade. Seit 2017 spielt sie eine herausgehobene Rolle in der Arbeit für Gender-Equality in der Musik - u.a. als “music innovator” des PRS Keychange-Projekts, als Mitgründerin des Netzwerks musicBYwomen und der Music Women

Germany und ist damit eine in aller Welt gefragte Referentin zum Thema.

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Diese Kombi, so übertrieben gut wie Beyoncé und Jay Z!!

3Plusss 3PlussS Mit dicken Eiern und einem Eimer voll Hass begegnet 3Plusss der Welt – mal mehr, mal weniger. Die JUICE bezeichnet das als gesunde Scheißegal-Attitüde, aber das ist ihm scheißegal. Kindskopf vs. Knowlegde, und das alles jetzt Auf der Stelle.

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Galerie Fr, 21.02.20 Einlass: 20:00 Uhr Beginn: 21:00 Uhr


EBOW EBOW Ebows textliche Palette ist breit gefächert zwischen Tagebuch und politischem Pamphlet. Ebow spielt mit unseren Erwartungen und verweigert sich jeder (nicht nur musikalischen) Kategorisierung. „Ist es das was ihr Almans wollt / Einen Brudi der die Felgen rollt / Haare schwarz & am Nacken Gold / Ist es das was ihr Almans wollt?“ Erstmals Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte Ebow durch Guerilla-Auftritte in Waschsalons, Supermärkten oder der Straßenbahn. Heute tritt die in Wien und Berlin lebende und arbeitende Künstlerin zwar auf konventionelleren Bühnen auf, ihre Message aber bleibt provokant und politisch. Solo, aber auch als Mitglied der Gaddafi Gals, rappt sie u.a. gegen Sexismus, Rassismus und Homophobie, für eine offene, solidarische und gleichgestellte Gesellschaft.

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Aftershowparty

w/ Josi Miller, Salwa Benz, Alba + Prizesin Haralt

The one and only Josi Miller an den Decks mit unserem Homegirl Alba und visuell schicken uns Prizesin Haralt. Diskussion ist gut, Disco ist besser!

Josi Miller

In einer Zeit vor Laptops und USB-Sticks

entdeckte die Leipzigerin Josi Miller ihr Faible für Vinyl und kann mittlerweile guten Gewissens behaupten, das DJ-Game in all seinen Facetten erfolgreich durchexerziert zu haben. Der Fokus liegt auf Genregrenzen-übergreifenden Sets, deren Kurs durch die Verschmelzung von Rap, Soundcloud-Edits und elektronischer Bassmusik in kaum vorgefertigte Schubladen einzuordnen ist.

Galerie FR, 21.02.20 Beginn: 24:00 Uhr Abendkasse: 8,- €

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Alba Tagsüber ist Alba mehr oder weniger seriöse Musikjournalistin beim Zündfunk. Nachts stellt sie ihr musikalisches Knowledge auch immer wieder hinter dem DJ-Pult unter Beweis. Kraftvoller (Female-)Hip-Hop trifft bei ihr auf bouncy Baile und auch die ein oder andere Prise Klassiker und Deutschrap-Hits ist stets am Start. Turn Up!

Prizesin Haralt ist ein VJ-Team, das sich 2016 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg zusammenschloss. Als Designerinnen und Medienkünstlerinnen vereinen Karin Kolb, Lilly Urbat, Sabrina Zeltner und Rusa

Morke ihre fotografischen Visionen in Live Visuals und konzeptuellen Installationen. Sie kreieren sowohl eigene Animationen und Videos als auch Displays und Projektionsflächen. Bisher arbeiteten sie zusammen mit Theatern, Musiker*innen, DJs und Orchestern, wie z.B. dem Haus der Kunst München,

Bird Berlin oder dem After School Club (HFG Offenbach). Weiterhin sind sie Bestandteil des feministischen Veranstaltungs-Kollektivs Trouble in Paradise.

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EXPLIZIT RAP TICKETS Festivalticket + Konferenz 19.–21.02.20

VVK:60€

Ticket nur im Vorverkauf erhältlich - berechtigt zum Besuch aller Programmpunkte von 19.-21.02.20 - inklusive Konferenzprogramm, Konzerte, Party - inklusive Konferenzverpflegung (nur solange der Vorrat reicht)

Konferenz-Tagesticket Donnerstag 20.02.20

VVK:15€

Ticket nur im Vorverkauf erhältlich - berechtigt zum Besuch des Tagesprogramms am 20.02.20 bis 20:00 Uhr - inklusive Konferenzverpflegung (nur solange der Vorrat reicht) - Runder Tisch: Clubs - Runder Tisch: Schulische und außerschulische Politische Bildung - Antisemitismus im Rap - Runder Tisch: Soziale Arbeit und Hip-Hop - Runder Tisch: Journalismus & Presse - Vortrag: Von Rechts-Rap bis NS-Rap - Podiumsdiskussion: Sexismus im Deutschrap

Konferenz-Tagesticket Freitag 21.02.20

VVK:15€

Ticket nur im Vorverkauf erhältlich - berechtigt zum Besuch des Tagesprogramms am 21.02.20 bis 20:00 Uhr - inklusive Konferenzverpflegung (nur solange der Vorrat reicht) - Hip-Hop als pädagogisches Tool im Unterricht und in der Jugendarbeit - Hip-Hop & Empowerment - Runder Tisch: Festivals - Runder Tisch: Explizite Sprache als Safe Space Moment? - Vortrag: Boss Bitches, Casanovas und andere Motherfucker – Geschlechtermodelle im Rap verstehen - Codes & Sprache im Rap

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- Podiumsdiskussion: Leider geil und irgendwo dazwischen: Nürnberger Prognosen


Festivalticket 19.–21.02.20

VVK:40€

Ticket nur im Vorverkauf erhältlich - berechtigt zum Besuch des Abendprogramms täglich ab 18:00 Uhr - inklusive Konzerte, Party, Rahmenprogramm

Mittwochabend-Ticket 19.02.20 ab 18:00 Uhr - Intro, Schacht & Wasabi, Rap! Rot Weiss

VVK:12€ AK:15€

- Konzert: Pöbel MC + Presslufthanna & Sotah

Donnerstagabend-Ticket 20.02.20 ab 18:00 Uhr - Vortrag: Von Rechts-Rap bis NS-Rap

VVK:17€ AK:20€

- Podiumsdiskussion: Sexismus im Deutschrap - Konzert: Haiyti + Argonautiks

Freitagabend-Ticket 21.02.20 ab 18:00 Uhr - Podiumsdiskussion: Leider geil und irgendwo dazwischen: Nürnberger Prognosen

VVK:17€ AK:20€

- Workshop: Safe Space - Konzert: 3Plusss + Ebow - Aftershowparty: Josi Miller, Alba, Prizesin Haralt

Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen und auf z-bau.reservix.de/events 33


06.02.

BlabberMouf

13.02.

Juju Rogers & Negroman

27.02.

Karate Andi

05.03.

Shacke One & MC Bomber

17.03.

Homeboy Sandman

16.05.

Gold & Butter Beatgarten u.a. mit Lugatti & 9ine, Qnoe uvm.

z-bau Explizit Rap

ist in unterschiedlichen Gesprächen und Kontexten entstanden.

Zunächst 2016 als Diskussion über Deutschrap im Z-Bau Team, dann als konkrete Projektidee während der dialog.pop  Fachkonferenz 2018 in Alteglofsheim sowie durch unterschiedliche Anfragen an die Landeszentrale  zum Thema.

Ein Kooperationsprojekt von: Z-Bau - Haus für Gegenwartskultur / https://z-bau.com/ Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit / https://www.blz.bayern.de/ Verband für Popkultur in Bayern / https://www.popkultur.bayern/ Pop! Rot Weiss / https://www.pop-rot-weiss.de/ LiveKomm / https://www.livekomm.org/

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Impressum Herausgeber: Z-Bau – Haus für Gegenwartskultur Frankenstraße 200 90461 Nürnberg Tel. 0911/433 492 0 kontakt@z-bau.com www.z-bau.com

Gestaltung: Lisa Neher 35


Gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH mit Projektmitteln deR Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Explizit Rap - Programmheft  

Explizit Rap - Deutschrap zwischen Kunst & Diskriminierung // Wir möchten mit euch einen vertieften Diskurs über Diskriminierung in der deu...

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Explizit Rap - Deutschrap zwischen Kunst & Diskriminierung // Wir möchten mit euch einen vertieften Diskurs über Diskriminierung in der deu...

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