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CASESTUDY

„The fresch up legend“ und „Mr. Fix it“ Teambildung im Skizentrum des Weltcup-Siegers Erwin Resch Wie man eine Ansammlung von 30 Mitarbeitern auf ei-

kaufen, von Skiern bis zu Nahrungsergänzung u.v.m.

ne Vision einschwingt, eine Corporate Mission daraus erstellt und wie man vor allem dafür sorgt, dass die Werte lebendig umgesetzt werden erreichte Yvonne van Dyck (id´consulting gmbh) in zwei Tagen mit dem Fresch Up Team von Skiprofi Erwin Resch.

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ür Skiprofi Erwin Resch (Dreifacher Weltcup-Sieger und österr. Meister in der Abfahrt) gibt es nur ein Ziel: Er möchte nicht nur mit seiner langjährigen Erfahrung im Skisport überzeugen, sondern Sport und Bewegung in optimalen Einklang mit Körper, Geist und Seele bringen. Er verwirklichte dieses Ziel mit seinen Hitbikingtouren in Griechenland und nun mit dem Fresch Up Sport- und Skischulzentrum am Katschberg genau an der Grenze zwischen Salzburg und Kärnten ..

Von Max Gersten

Schon das Gebäude des Zentrums von Erwin Resch ist anders. Es hebt sich von der sonst häufig üblichen „bauernbarocken“ Architektur in Skigebieten ab und ist innen und außen mit größtmöglicher Offenheit gestaltet. Statt Glühwein gibt es frisch gepresste Fruchsäfte; statt Holzbänken Lederfauteuils; statt der üblichen „Pistenmusik“ gibt es entspannende Musik. Auch Bodychecks können unter ärztlicher Aufsicht gemacht werden und selbstverständlich gibt es alles rund um den Wintersport zu

Ein perfektes Team gehört dazu Was fehlte, war ein perfekt organisiertes Team, sowohl in der Schischule als auch im Shop, das die Idee des Eigentümers Erwin Resch mitträgt und mitlebt. Speziell im Saisonjob geht es ja darum, dass das Team schnell zusammenwächst, die Idee erfasst und klar verständliche Strukturen geschaffen werden. Im ersten Jahr, in der Saison 2004/2005, war der Auftakt mehr als hektisch. Der Bau wurde just in time fertig, das Team war kunterbunt zusammengewürfelt und so ging es rasant in die Saison. Trainerin Yvonne van Dyck: „Da gab es Tücken und Fehler, und Fehler sind Feed-back – so beschlossen wir Ende November 05, den Auftakt zur idealen Team-

bildung in diese Saison, bereichert um das Wissen der anfänglichen Fehler, zu gestalten.“ Eine Frage war vorrangig: Wie können die Mitarbeiter mit Erwins Reschs Idee „infiziert“ werden? Wie können die Mitarbeiter wissen, worauf es ihm ankommt, ohne die große Kristallkugel auspacken zu müssen? Van Dyck: „Vor allem ging es darum, sie selbst zu den Erkenntnissen kommen zu lassen sowie zu erreichen, dass die Mitarbeiter auch selbst die Verantwortung übernehmen und dass dafür die nötigen Ressourcen geschaffen werden.“ Zuerst musste das Wozu, Warum, Wie, Was, das Wer mit Wem, bis Wann und Wo geklärt werden, d.h. es wurde auf allen logischen Ebenen gearbeitet. Daraus sollte ein Ideenpool entstehen, damit die Idee Fresch Up weiter wachsen konnte. Dazu musste die Wichtigkeit und Bedeutung jedes Einzelnen im Team deutlich gemacht werden. Spielregeln schaffen Speziell das Zusammenspiel der Schischule mit dem Shop war neu. So war es das eindeutige Ziel, die Mission für den Fresch Up Shop und für die Fresch Up Skischule zu erstellen, die beiden zu synchronisieren und daraus Spielre-

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geln für die Kommunikation im Team sowie zwischen den Teams und mit den Kunden zu erstellen! Weitere Ziele waren: • Kommunikationsabläufe optimieren, • Wissensmanagement leicht machen, • klare Aufgabengebiete und Zuständigkeiten schaffen und dafür zu sorgen, dass diese Spielregeln und Abläufe sich weiter entwickeln können. Selbstverständlich war es auch ein Ziel, dass das Team mit Humor und Kompetenz kommuniziert und so die Wünsche der Kunden wertschätzend und flexibel erfüllt! Es geht um Werte Der Workshop startete lange Zeit vorher. In ausgiebigen Briefings mit Erwin Resch und seiner Assistentin Daniela Feichter wurden die beiden logischen Ebenen Vision und Mission erarbeitet. Viele der Ressourcen dazu wurden bereits im Vorfeld gestaltet. So wurden z.B. die Arbeitsbereiche genau definiert, Zuständigkeiten grob umrissen, Dienstpläne klar und transparent gestaltet u.v.m. Daniela Feichter unterstützte ihren Chef Erwin Resch vorerst

bei der richtigen Personalauswahl für den Shop. Wichtig war dabei, dass das Bezahlungsmodell die Werte fördert, die der Firmenphilosophie entsprechen. So z.B. gibt es nur eine ganz geringe individuelle Provision – dafür eine interessante Teamprovision. Ein Ergebnis war auch, dass ein Umsatzziel für die Saison festgelegt wurde und sobald dies erreicht ist, fährt das gesamte Team auf Firmenkosten nach Griechenland. Der Beginn des eigentlichen Trainings diente dazu, den kunterbunten Haufen einzustimmen, Antworten auf das Wozu und Warum des Ganzen zu geben und positive Stimmung zu schaffen. Dann ging es mit der Arbeit auf der Einstellungsebene weiter: Mittels sechs einfacher Fragen fand jeder Einzelne seine wichtigsten persönlichen Werte im Beruf, hinsichtlich Kommunikation im Team, mit dem Unternehmer und mit den Kunden heraus. Diese Werte wurden noch nach Wichtigkeit gereiht. Im Anschluss wurden die Werte der Führungskraft auf dem Flipchart gesammelt und von jedem weiteren Mitarbeiter einzeln ergänzt und gesammelt – so dass sich ein „Wert-volles“ Bild der gesam-

ten Gruppe ergab. Es wurde getrennt mit Skischul- und Shopteam gearbeitet. Wichtig war dabei, dass jeder Mitarbeiter erkannte, dass seine Werte im Gesamtbild enthalten sind! Daraus ergab sich die Gruppenreihung der Werte und daraus wiederum folgerte die nächste Aufgabe: „Wert-volle“ Sätze mit diesen Wörtern, getrennt nach Kommunikation im Team und Kommunikation mit Kunden, zu bilden. (Mission) Auf Kurs bleiben Die Richtung war nun klar und ein weiterer wesentlicher Schritt lag vor dem Team: Wie stellt man sicher, dass das Team auf Kurs ist und bleibt und wie konkret werden diese Werte mit Leben erfüllt? Basis waren die jeweils gesammelten Werte. Diese wurden sinnesspezifisch umsetzbar, begreifbar, sehbar, hörbar und somit auch messbar gemacht. Damit wurden auch die Ebenen der Fähigkeiten, Handlungen und des Kontextes umgesetzt! Die Diskussionen waren extrem fruchtbar, sehr konstruktiv und mit einigen „Nebenwirkungen“ durch die gute Stimmung bereichert, wie z.B. „Titel“ für alle Teammitglieder,

die auch auf den Namensschildern stehen und in die Homepage aufgenommen werden. So ist Chef Erwin Resch „the fresch up legend“, Franz, der Skiservicemann, „Mr. Fix it“ usw. Die Aufgaben wurden konkret vergeben und terminiert. Jeder Hauptverantwortliche einer Gruppe hat z.B. die Aufgabe, Spielregeln für seine Abteilung festzulegen. Nützliche Fragen dabei waren z.B.: • Was ist mir wichtig in der Kommunikation mit mir? • Worauf lege ich Wert bei Vertretungen? • Wie weiß ich, dass dies erreicht ist? • Was fehlt mir noch, dass ich das sicherstellen kann? Van Dyck: „Es ist sicher nicht nur der tollen weißen Grundlage zu verdanken, dass der Umsatz heuer allein bis Anfang Jänner um 95% höher ist und das Team trotz des enormen Ansturmes in guter Stimmung ist. Damit diese Entwicklung so weitergeht, gibt es von mir immer wieder ,Coaching on the way’. Wenn das so weiterläuft, werden die gesetzten Ziele sicher erreicht und das Fresh Up Team feiert den Ausklang der Saison in Griechenland. T www.id.co.at

Fachlicher Leiter: Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz

27./28. April 06 in Rust am Neusiedler See

Gute Gründe für das 3. Jahresforum für die Personalwirtschaft • Trends im HR-Bereich und Herausforderungen an das Personalmanagement • Aktuelles Wissen zu brisanten Personalmanagement-Themen • Intensiver Erfahrungsaustausch mit ExpertInnen aus der Praxis

PLUS! Exklusiv-Seminar mit Prof. Dr. Rolf Wunderer „Power for People - Power by Motivation“ am 26. April 06, Rust am Neusiedler See Kontakt: Business Circle, www.businesscircle.at, DI(FH) Birgit Bischof, bischof@businesscircle.at, Tel: +43/1/522 58 20-27

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freschup Training Teambuilding  

The fresch uo legend

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