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AWARD: UNTERLAGEN PROJEKT – SUPPORT

Leitfaden für Projekte Dieser Leitfaden beschreibt kurz und bündig alle notwendigen Schritte, die für eine erfolgreiche Pro­ jektarbeit zu beachten sind. Der Leitfaden ist nicht für alle Projekte gleich gut anwendbar: Je nach Projekt haben die einzelnen Schritte mehr oder weniger Ge­ wicht und müssen entsprechend angepasst werden. Das Dokument gibt aber in jedem Fall Impulse für ein zielgerichtetes Arbeiten und zeigt, woran es bei einem Projekt zu denken gilt.

Inhaltsübersicht 1. Ein Projekt: Projektbeschrieb erstellen 2. Schritt  1: Ausgangslage beschreiben 3. Schritt  2: Ziele formulieren 4. Schritt  3: Zielgruppe / Umfeld definieren 5. Schritt  4: Strategie und Aktionsplan entwickeln 6. Schritt  5: Kommunikationsplan erstellen 7. Schritt  6: Projektorganisation aufbauen 8. Schritt  7: Budget planen 9.  Schritt  8: Auswertung und Dokumentation erstellen

weitere Informationen www.youngcaritas/award.ch


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Projektbeschrieb erstellen: Der Idee eine Form geben Um was geht es?

Kurz und bündig

Du hast eine Idee und willst die Idee zum Gelingen bringen? Vielleicht hast du bereits verschiedene Meinungen eingeholt und dir einige Notizen gemacht? Jetzt macht es Sinn, die sprudelnden Gedanken und Ideen in aller Ruhe zu ordnen. Nimm dir Zeit und bring deine Ideen, deine Aktionen und deine Über­zeugung auf ein Papier. Das ist manchmal mühsam und  an­ strengend – bringt aber Übersicht und Ordnung in die erste Projektphase (Grobplanungsphase). An­ schliessend warten genügend dynamische Aktionen (Feinplanungs- und Durchführungsphase) auf dein Macherherz. Der Projekt-Beschrieb ist «das Skelett» deines  künf­ tigen Projekts. Mit dem Projekt-Beschrieb werden die Anforderungen an ein Projekt formuliert: Du benennst die Projekt-Ziele, entscheidest wann die Ziele erreicht sein müssen, definierst Aktionen und Tätigkeiten etc. Das Herzstück ist die Zielsetzung. Dazu später mehr.

Der berühmte Ballonfahrer Betrand Piccard nennt drei Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung eines Projekts:

Wie kannst du es anpacken? Am Besten schaust du die nachfolgenden Seiten an. Die youngCaritas-Anleitung dokumentiert die ein­ zelnen Schritte einfach und leicht verständlich. Zudem bieten wir dir mit dem «Projekbeschrieb» eine hilfreiche Vorlage an.

N  eugier: Immer wieder offen sein für neue Ideen und Impulse D  urchhaltewille: Es gibt in jedem Projekt schwie­ rige, demotivierende Momente zu bewältigen R  espekt: Der Einsatz der Projektmitarbeitenden jeder Zeit respektieren und die eigenen wie auch andere Projekterfolge schätzen. In diesem Sinn wünschen wir dir viel Spass und Erfolg!


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1. Schritt: Ausgangslage beschreiben Um was geht es? Bei der Beschreibung der Ausgangslage geht es um die Klärung der vorhandenen Rahmenbedingungen eines Pro­­­jekts. Diese Klärung ist für die Weiterent­ wicklung der Projektidee und für den Projekt-Be­ schrieb notwendig. Damit die Ausgangslage für ein Projekt beschrieben werden kann, verschafft man sich einen möglichst guten Überblick: Welches sind die wichtigen Infor­ma­tionen zum Thema? Wo sind diese zu finden? Gibt / Gab es bereits ähnliche Projekte? Wenn andere Leute bereits etwas Ähnliches realisiert haben, kannst du bestimmt von ihren Erfahrungen profitieren und musst das Rad nicht nochmals neu erfinden.

Wie kannst du es anpacken? Die untenstehende Checkliste soll dir die Klärung der Ausgangslage vereinfachen: I nformationen zur bestehenden Situation und zum angestrebten Ziel sammeln: Anhand von Ge­sprä­ chen, Büchern, Websites kannst du dich ins Thema ein­arbeiten und die Projektidee überprüfen. Je besser du informiert bist, desto genauer kannst du dein Projektziel formulieren und begründen. D  ie Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppe klären: Was erwartest du vom Projekt? Was erwarten aussenstehende Personen? Welche Resultate oder Veränderungen soll das Projekt bei den involvierten Personen bewirken? Wenn möglich kannst du die Bedürfnisse direkt mit den verschiedenen Zielgrup­ pen klären. Infos zur Bestimmung von Zielgruppen findest du unter «Schritt 3: Zielgruppen / Umfeld definieren».

R  ahmenbedingungen klären: Wie sehen die finan­ ziellen, zeitlichen, kulturellen, politischen, recht­ lichen Bedingungen für dein Projekt aus? Wie kann das Projekt innerhalb des Dorfes, der Schule, der Organisation etc. sinnvoll eingebettet werden? Wer sind die Schlüsselpersonen, die dich bei der Umset­ zung der Projektidee unterstützen können? Die wichtigsten Erkenntnisse kurz in der Ausgangslage skizzieren und im Hinterkopf behalten.

Kurz und bündig Es lohnt sich in die Beschreibung der Ausgangslage Zeit zu investieren. Mit dieser Arbeit erhält man eine Übersicht und verfügt über Entscheidungsgrundlagen, wie die Projektziele und die entsprechenden Massnahmen (Aktion oder Tätigkeit, die einen Beitrag für die Zielerreichung leistet) wirkungsvoll zu gestalten sind.


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2. Schritt: Ziele formulieren Um was geht es? Der Begriff «Ziel» beschreibt ganz allgemein einen erstrebenswerten und angestrebten Zustand in der Zukunft. Beispiele für konkrete Ziele sind: S  oziale Integration von Obdachlosen fördern (Fussballturnier mit und für Obdachlose organisieren) Gassenküche finanziell unterstützen (CharityKonzert organisieren). Damit Ziele erreicht werden können, sind Massnah­ men, Aktivitäten und Tätigkeiten (siehe Schritt 4) zu planen und zu verfolgen. Für die Organisation eines Charity-Konzerts sind u.a. folgende Aktivitäten nötig: L  okal organisieren B  and finden K  ommunikation für den Anlass planen K  ommunikationsmittel produzieren B  udget erstellen S  ponsoren finden S  taff für den Event mobilisieren. Mit dem Ziel soll auch der Erfolg (also die gewünschte Wirkung) eines Projekts beschrieben werden.

Wie kannst du es anpacken? Z  iele sollten möglichst klar, einfach verständlich, konkret und kurz formuliert werden. M  ach deine Ziele öffentlich und kontrollierbar. Alle Beteiligten sollen die Ziele kennen und überzeugt sein, dass sie Einfluss auf die Zielerreichung nehmen können.

V  ersuche deine Ziele SMART zu formulieren:

S pezifisch Es ist klar, was wo wie erreicht werden soll.

M essbar Mit einem Ziel verfolgt man eine  er­­ folgreiche Veränderung. Damit die Erreichung des Ziels überprüfbar ist, müssen messbare Kriterien definiert werden: Dabei können Zahlen (Anzahl Besucher, Eintritte, Kontakte etc.), Termine, gewünschte Veränderungen, Wirkungen, etc. in die Zielformulie­ rungen integriert werden. A nspruchsvoll Um Ziele zu erreichen, sind Anstren­ gungen nötig. Je anspruchsvoller und attraktiver die Ziele sind, desto grösser ist die Herausforderung und Motivation für die Beteiligten. R ealistisch Es müssen realistische Ziele gesetzt werden. Die Ziele müssen der   Aus­ gangslage und den vorhandenen Mitteln entsprechen. Zu tiefe / hohe Zielsetzungen sind demotivierend. T erminiert Für die Erreichung jedes Ziels oder Zwischenziels soll ein Termin  fest­ gelegt werden. Normalerweise sind Projektziele so angelegt, dass sie am Ende des Projekts erreicht sein sollen.

Kurz und bündig Ziele geben eine Richtung vor und sollen von allen Beteiligten verstanden und mitgetragen werden. Wenn alle das gleiche Ziel verfolgen, ist ein grosses gemeinsames Engagement möglich.


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3. Schritt: Zielgruppe /  Umfeld definieren Um was geht es?

Kurz und bündig

Als Zielgruppe bezeichnet man eine Menge von  Men­ schen, an die sich ein Angebot, eine Aktion oder eine Botschaft richtet. Die Definition einer Zielgruppe  er­ folgt über Merkmale wie das Alter, das Geschlecht, die Interessen, den kulturellen Kontext, den Wohnort, die Lebens- und Verhaltensweisen. Wenn man die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse kennt und versteht, kann man sie mit den entsprechenden Kommunika­ tionsmitteln gezielter ansprechen. Es kann sein, dass mit einem Projekt mehrere Ziel­ gruppen angesprochen werden:

Je besser du die Zielgruppen kennst, umso gezielter können entsprechende Tätigkeiten und Aktionen geplant werden. Mit zielgruppengerechten Aktionen und Tätigkeiten kannst du die Leute besser ansprechen und «abholen».

Adressatengruppe / Begünstigte: Gruppe die letztlich von deinen Anstrengungen profitiert B  eeinflusser: Personen, die den Entscheidungspro­ zess positiv beeinflussen und mit Kontakten und Entscheidungsbefugnissen Unterstützung leisten können. (zB. Politiker) Helfer / Helferinnen: Leute, die für ein gutes Gelingen kleinere und grössere Dienstleistungen / Hilfestellungen bieten.

Wie kannst du es anpacken? Welche Personen sind bei deinem Projekt direkt oder indirekt involviert? Beschäftige dich mit den verschie­ denen Zielgruppen und versuche möglichst viele Informationen zu sammeln. W  elche Erwartungen haben die verschiedenen Zielgruppen an das Projekt? W  ie sieht das Umfeld der definierten Zielgruppen aus? W  ie können die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht werden? G  ibt es spezifische Interessen, die berücksichtigt werden müssen? W  ie können die einzelnen Zielgruppen fürs Mithelfen motiviert werden? W  elchen Nutzen haben sie beim Mitmachen? W  ie können sie von deinen Anstrengungen pro­fitieren?


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4. Schritt: Strategie und Aktionsplan entwickeln Um was geht es? Eine Projektstrategie skizziert in kurzen Zügen die wichtigsten Handlungen für die Zielerreichung. Auch beim Fussball spricht man häufig von Strategie und Taktik. Strategie und Taktik hängen eng miteinander zusammen: Beide zielen auf den richtigen Einsatz vorhandener Mittel, wobei sich Strategie im Allgemei­ nen auf ein übergeordnetes Ziel bezieht, während Taktik die Massnahmen bestimmt, um kurzfristigere Zwischenziele zu erreichen. Sobald die strategischen Schritte festgelegt sind, kann der Aktionsplan mit den notwendigen Massnahmen konkretisiert werden. Eine Massnahme ist eine konkrete Aktion mit festgelegten Terminen. Für die Re­ alisierung der einzelnen Aktionen übernimmt am besten eine Person aus dem Projektteam die Verant­ wortung. Das erfolgreiche Bearbeiten der einzelnen Aktionen / Tätigkeiten ermöglicht letztlich die Zieler­ reichung der Projektziele.

Wie kannst du es anpacken? In einem Projekt werden die verschiedenen notwen­ digen Massnahmen systematisch geplant, angepackt und ausgeführt. Idealerweise besteht ein Projektteam aus Leuten mit verschiedenen Interessen und Fähig­ keiten. In diesem Fall können die Kräfte bei der  Er­ arbeitung des Aktionsplans optimal genutzt und die Interessen und Fähigkeiten der Mitarbeitenden gezielt eingesetzt werden.

Beispiel für einen Aktionsplan WAS (Aktion)?

WER?

BIS WANN?

ERLEDIGT AM

Mit dieser Vorlage kannst du: d  ie unterschiedlichen Tätigkeiten (WAS) systema­ tisch erfassen (wichtige Tätigkeiten gehen so weniger vergessen) d  ie Verantwortlichkeiten (WER) definieren d  ie Termine (BIS WANN) so definieren, dass die Aktivitäten in einer logischen und zielführenden Reihenfolge durchgeführt werden ü  berprüfen (ERLEDIGT AM) welche Arbeiten abge­ schlossen bzw. abzuschliessen sind.

Kurz und bündig Der Aktionsplan ist dein Kontrollsystem und ständiger Begleiter während der Umsetzung des Projekts. Er gibt dir Übersicht, was bis wann von wem gemacht sein muss, damit das Projekt erfolgreich realisiert werden kann.


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5. Schritt: Kommunikations­ plan erstellen Um was geht es? Zu einem guten Projekt gehört eine gute Öffentlich­ keitsarbeit und Kommunikation. Die Projektidee und die angestrebten Ziele müssen nach innen (innerhalb des Projektteams) und nach aussen (Medien, Öffent­ lichkeit, Partner und andere Zielgruppen) kommuni­ ziert werden. Damit das Projekt eine möglichst breit abgestützte Wirkung entfalten kann, müssen die wichtigen Informationen klar und schnell bei ihren Empfängern ankommen.

Wie kannst du es anpacken? Bei jedem Projekt macht es Sinn, ein Mitglied des  Pro­­ jektteams mit den Kommunikationsaufgaben zu  be­ trauen. Diese Person plant die interne und externe Kommunikation und legt fest, wie die Informationen rund ums Projekt formuliert und transportiert werden können. Kommunikation nach aussen W  ie soll das Projekt in der Öffentlichkeit und von den verschiedenen Zielgruppen wahrgenommen werden? Überlege dir die wichtigsten Kernbot­ schaften, die du vermitteln möchtest. D  ie verschiedenen Zielgruppen haben oft einen unterschiedlichen Wissensstand und unterschied­ liche Informationsbedürfnisse: Die Projektpartner, die Dorfpolizistin, die Journalisten, etc sollen gemäss ihren Bedürfnissen informiert werden, damit alles reibungslos klappt und ein positives Bild des Projekts vermittelt wird. U  m die Zielgruppen anzusprechen, müssen geeig­ nete Kommunikationskanäle gefunden werden. Sehr empfehlenswert ist eine eigene Website mit Infor­ mationen zum Projekt. Für die Öffentlichkeitsarbeit eignen sich aber auch Flyer, Inserate, Plakate, SMS-Aktionen oder irgendwelche Aktivitäten die zu Medienberichten führen. A  chte auf eine zielgruppengerechte Sprache: Eine sechzigjährige Frau redet anders als ein Siebzehn­ jähriger. B  otschaften sollen klar, einfach und kurz formuliert werden. (KISS = Keep It Short and Simple).

E  in attraktives und einheitliches Erscheinungsbild des Projekts macht Freude und erhöht den Beach­ tungsgrad. G  ute Kommunikation ist eine Investition und leider selten gratis zu haben. Nutze darum alle sich bietenden Plattformen. Versuche z.B. mit lokalen Medien ins Gespräch zu kommen. Kommunikation nach innen G  eteiltes Wissen ist doppeltes Wissen! Nur wer gut informiert ist, kann erfolgreich arbeiten. Alle Mitarbeitenden werden darum einheitlich und umfassend informiert. E  s empfiehlt sich, Sitzungen mit Traktanden zu planen und wichtige Informationen und Beschlüsse schriftlich festzuhalten. W  ichtige Ereignisse, Zwischenresultate und Feed­ backs (positive und negative) müssen allen Teammit­ gliedern weitergeleitet werden.

Kurz und bündig Gute Kommunikation geht auf die Informationsbedürf­ nisse der Adressaten ein und ist verständlich, interes­ sant und ehrlich. Keep it short and simple! KISS eben.


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6. Schritt: Projektorgan­i­ sation aufbauen Um was geht es? Damit ein Projekt erfolgreich verlaufen kann, muss definiert werden: w  er das Projekt leitet w  elche Fähigkeiten mögliche Teammitglieder mitbringen sollen w  er welche Aufgaben, Kompetenzen und Verant­ wortung übernimmt. Weiter ist zu klären, welche externe Partner (Organi­ sationen) einen Beitrag für ein gutes Gelingen leisten und wie sie eingebettet werden können.

Wie kannst du es anpacken ? Grundsätzlich benötigen Projekte einfache, schnelle und wirksame Kommunikationsstrukturen. Es ist wichtig, dass alle Projektmitarbeitenden mit den  not­ wendigen Informationen über die definierten Kommu­ nikationsinstrumente (Mail, Telefon, Meetings, Post etc.) beliefert werden. Dazu braucht das Projekt eine Übersicht, wer alles bei der Projektrealiserung mitwirkt und welche Funktionen und Rollen die  unter­ schiedlichen Leute übernehmen. Projektleitung Das Projekt muss eine Projektleitung haben, die für das Erreichen der Projektziele verantwortlich ist. Das kann diejenige Person sein, welche die Projektidee hatte. Es kann aber auch eine andere Person sein, die über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, das Projekt zielorientiert zu führen und zu begleiten. Zu den  Auf­ gaben der Projektleitung gehören: P  lanung (siehe unter «Schritt 4: Strategie und Aktionsplan») T  eammitglieder suchen und coachen Arbeiten delegieren Ü  berwachung des Terminplans B  udgetkontrolle (siehe unter Schritt 7) K  ommunikation innerhalb des Teams und gegenü­ ber externen Organisationen.

Projektteam Die richtige Zusammensetzung des Projektteams ist wichtig für den Erfolg des Projekts. Bei der Zusammen­ stellung des Teams ist zu beachten, dass die Leute unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen. Der Team­ spirit ist matchentscheidend und muss bei der Team­ zusammenstellung besonders berücksichtigt werden. Die Projektmitglieder übernehmen unterschiedliche Aufgaben und erledigen diese termingerecht. Der Projektleiter koordiniert und überprüft den Stand der Arbeiten. Externe Unterstützung nutzen Häufig können die Teammitglieder nicht alle Arbeiten selbst ausführen. Daher ist es notwendig, mit exter­ nern Partnern (Gewerbe, Medien, Behörden etc.) zusammenzuarbeiten. Diese Partner sind im Vorfeld zu definieren und in das Boot zu holen.

Kurz und bündig Für die Projektleitung empfiehlt es sich, einen «Götti­ support» zu suchen, der bei schwierigen Fragen mit Tipps und Tricks zur Seite steht.


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7. Schritt: Budget Planen Um was geht es? Damit die Projektziele erreicht werden können sind Aktivitäten und Tätigkeiten zu planen und umzusetzen. Häufig sind diese Aktivitäten mit Kosten (Flyer,  Raum­ miete, technische Anlagen, Löhne etc.) verbunden. Je nach Projekt können auch Einnahmen erwartet   wer­­­den. Diese Einnahmen kompensieren im Idealfall die Ausgaben. Der Budgetplan soll dir eine Übersicht über die finan­­ ziellen Verhältnisse (Ausgaben und Einnahmen) des Projekts verschaffen. Das Budget ist abhängig von der Projektgrösse, den Projektzielen und den  Kom­ petenzen der einzelnen Projektmitarbeitenden. Oft stel­len die einzelnen Projektmitarbeitenden ihr Wissen und ihre Fähigkeiten dem Projekt unentgeltlich zur Verfügung. Zudem kann das Beziehungsnetz der einzelnen Projektteam-Mitglieder genutzt werden. Mit einem guten Netzwerk können allenfalls die Druck­ kosten für die Flyer, die Raummiete für ein Kon­zert, die Leihe von technischen Anlagen für den Event etc re­du­ ziert und im optimalen Fall gratis zu­ge­sichert werden. Das Budget gibt dir die Rahmenbedingungen und zeigt, welche Aktivitäten für die Zielerreichung des Projekts geleistet werden können. Die Budgetie­ rung kann durchaus eine unangenehme Sache sein. Oft müssen die  Pro­jekt­verantwortlichen merken, dass mit dem vorhandenen Geld nicht alle Ideen ver­ folgt werden können. In  diesem Fall sind Sponsoren oder geldgebende Institutionen anzufragen, die evtl. einen  Fehl­betrag übernehmen. Bei einer finanziellen Unterstützungsanfrage muss immer der Projektbe­ schrieb und der Budgetplan vorliegen.

Wie kannst du es anpacken? Normalerweise sind auf der Kostenseite folgende Ausgaben zu erwarten: P  ersonalkosten (evtl. Lohn für Projektteam, Sitzungen etc.) I nfrastrukturkosten (Büro, Telefon, Internetan­ schluss) Betriebs- und Sachkosten (Reisespesen, Werbung, Kommunikation, Hilfskräfte etc.).

Je nach Projektidee und Teamzusammenstellung sind keine Lohn- und Infrastrukturkosten zu kalkulieren (das Team arbeitet zuhause / in der Schule etc.). Die meisten Kosten entstehen mit den geplanten Aktivi­ täten. Nun können die zu erwarteten Kosten geschätzt oder mittels Offerten geklärt werden. Hier einige mögliche Kostenpunkte, die du je nach Projektidee überprüfen musst: Layout-, Druck- und Kopierkosten (zB. für Flyer) V  ersandkosten Inserate  E  ntwicklung und Unterhalt von Website Mieten für Räumlichkeiten / Infrastruktur /  Technische Hilfsmittel etc. Gagen für Band / DJ etc. T  ransportkosten R  eisespesen F  achliteratur L  ohn für Hilfskräfte d  iverse Materialkosten. Stelle die Kosten den erwarteten Einnahmen gegen­ über. Sollte ein Fehlbetrag vorliegen, kannst du poten­ tielle Geldgeber (Gemeinde, Schule, Kirche, Stiftungen, Bund, GönnerInnen, Firmen etc.) kontaktieren und ihnen ein Gesuch um eine finanzielle Unterstützung unterbreiten.

Kurz und bündig Für eine gute Projektidee findet ein engagiertes Projektteam immer irgendwelche Geldgeber. Dabei spielt das Beziehungsnetz des Projektteams eine entscheidende Rolle – und ein guter Projektbeschrieb inklusive Budgetplan.


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8. Schritt: Auswertung und Dokumentation erstellen Um was geht es?

Wie kannst du es anpacken?

Für das Projekt hast du konkrete Ziele formuliert. Mit der Auswertung (Evaluation) überprüfst du zum  Ab­ schluss des Projekts die Zielerreichung mit folgen­den Fragen:

Auswertung (Evaluation) Wie unter Punkt 2 skizziert, sind die Ziele «smart» zu formulieren. Die Ziele müssen so festgelegt sein, dass deren Erreichung am Ende des Projekts quantitativ (Anzahl Eintritte, Anzahl Kontakte, gesammeltes Geld etc.) und qualitativ (Daten werden analysiert und liegen als Text vor) beurteilt werden können. Bei der Auswer­ tung werden die definierten, ange­streb­ten Verände­ rungen überprüft und die Wirksamkeit des Projekts erfasst.

S  ind alle Ziele erreicht worden? W  enn nein, warum nicht? Die Auswertung und die dazugehörende Dokumentati­ on des Projekts bringen verschiedenen Gruppen einen konkreten Nutzen: Projektteam Die Entstehung und Umsetzung des Projekts wird zusammengefasst und ermöglicht eine Rückschau: W  as haben wir erreicht? W  elche Erfahrungen wurden gemacht? W  as lässt sich daraus lernen? Die erreichten Resultate können präsentiert und gefeiert werden! Geldgeber / Sponsoren Die Geldgeber sehen, was sie mit ihrer Unterstützung ermöglicht haben. Eine übersichtliche Auswertung der Projektergebnisse drückt die Wertschätzung gegen­ über dem Engagement der Sponsoren aus! Interessierte Eventuell regt das Projekt andere Leute zu ähnlichen Taten an. Die Projektdokumentation kann anderen Ideen und Tipps für neue Projekte liefern. Die in der Dokumentation beschriebenen Erfahrungen und Vorgänge ermöglichen einen Wissenstransfer.

Die Daten für die Auswertung können auf unterschied­ liche Weise erhoben werden: Anhand von Zahlen (z.B. Anzahl Teilnehmerinnen / Besucher / Eintritte / verkaufte Exemplare etc.) U  mfragen bei den Zielgruppen (Fragebogen oder Interview) B  eobachtungen und Feedbacks von aussen­ stehenden Personen M  edienberichte. Im Vorfeld der Auswertung musst du entscheiden, welche Erhebungsinstrumente (Zahlen, Interview etc.) wann, wie und wo einzusetzen sind. Wenn du mit einem Fragebogen arbeiten möchtest, musst du diesen Frage­ bogen entwerfen. Falls du die Überprüfung der  Zieler­ reichung mit Zahlen darlegen willst, musst du dir über­ legen, wie eine Zählung vor Ort zu realisieren ist. Dokumentation Damit möglichst viele Leute von eurer Arbeit profitie­ ren können, macht es Sinn, die wichtigsten Instrumen­ te (Projektbeschrieb, Auswertungsergebnisse, Flyer, Detailinformationen zu den geplanten Aktivitäten etc.) schriftlich oder mit Bildern festzuhalten. Idealerweise sind diese Dokumente auf einer Website hinterlegt.

Kurz und bündig Nicht zu vergessen ist das Abschlussfest!


Leitfaden für Projekte