Page 1

Jahresbericht_2008


Impressum

2

Zertifiziertes Managementsystem ISO 9001:2000, Reg.-Nr. 14075-03

Titelbild:

Andreas Schwaiger / Caritas Schweiz Milan Mutlak lebt zusammen mit der Familie seines Bruders im oberen Drinatal in Bosnien-Herzegowina. Dank dem Anbau von Himbeeren haben die Mutlaks ihr Einkommen verbessert.

Redaktion:

Dominique Schärer, Odilo Noti

Grafik:

Natalie Stettler

Druck:

Cavelti Druck und Media, Gossau SG

Caritas Schweiz Bereich Kommunikation Löwenstrasse 3 Postfach CH-6002 Luzern Telefon +41 41 419 22 22 Fax +41 41 419 24 24 E-Mail info@caritas.ch

Postkonto 60-7000-4

Ausführliche Informationen zu aktuellen Projekten finden Sie auf der Website von Caritas Schweiz: www.caritas.ch

Wir helfen Menschen.


Inhalt Präsidium und Geschäftsleitung Hugo Fasel hat den Stab übernommen Die Herausforderungen sind gross

Seite

2 4

Internationale Zusammenarbeit Krisen verhindern und bewältigen Nothilfe und Wiederaufbau in Burma Bosnien: Produzenten handeln gemeinsam

7 9 10

Grundlagen Arbeitsgesellschaft Schweiz – wie weiter? Mit Fairem Handel Entwicklung fördern

11 13 1

Soziale Aufgaben und Migration Schweiz Die Integration beginnt vor der Geburt Frühzeitig Startchancen verbessern Eine Brücke in die berufliche Zukunft

14 16 17

Caritas-Netz in der Schweiz Damit Menschen nicht durchs Netz fallen Am kulturellen Leben teilhaben

18 20

Kommunikation Das Spenden ist ein moralischer Akt Engagierte Jugendliche mitreissen

21 23

Caritas-Projekte weltweit Projekte und Programme im Ausland 2008

24

Personal und Qualitätsmanagement Qualifizierte Berufsleute aus dem Süden

26

Finanzen und Administration Risiko-Management überarbeitet

28

Kleiderzentrale Kleider für Asylsuchende

30

Caritas-Fairtrade Honigtassen – eine beliebte Geschenkidee

31

Caritas in Zahlen Jahresrechnung 2008 Anhang mit Grafiken

32 38

Ein herzliches Dankeschön

45

Organe Adressen Caritas-Netz

47 49

Wir helfen Menschen.


Hugo Fasel hat den Stab übernommen

Am 1. Oktober des vergangenen Jahres fand in der Caritas der vor längerem angekündigte Direktionswechsel statt. Jürg Krummenacher übergab den Stab an Hugo Fasel. Turnusgemäss bestellte die Delegiertenversammlung auch die Gremien des Caritas-Vereins. Gewählt wurden die Mitglieder von Präsidium, Vorstand und Geschäftsprüfungskommission. Merkmal dieser Wahlen: Im Caritas-Präsidium nehmen neuerdings drei Frauen Einsitz. 2

Das Jahr 2008 stand für Caritas Schweiz im Zeichen des Führungswechsels. Nach 17 Jahren an der Spitze unserer Organisation wollte Jürg Krummenacher noch einmal eine neue berufliche Herausforderung annehmen. Im vergangenen September verabschiedeten wir unseren langjährigen Direktor im Beisein von zahlreichen Mitarbeitenden, Gremienmitgliedern, Partnerorganisationen und Vertretern der öffentlichen Hand, des internationalen Caritas-Netzes und anderer Hilfswerke. Ihre Teilnahme bei der Verabschiedung machte deutlich, welch hohen Respekt und grossen Rückhalt Jürg Krummenacher über all die Jahre als Direktor der Caritas genossen hat.

Amtsantritt von Hugo Fasel Am 1. Oktober übernahm Hugo Fasel das Szepter. In seinen verschiedenen Funktionen als Gewerkschafter hat Hugo Fasel grosse Dachorganisationen geführt, strategische Neuausrichtungen und Zusammenschlüsse bewerkstelligt sowie Organisationen auf- und umgebaut. Dabei hat er stets auch Kernthemen wie Sozialpolitik, Migrationsfragen, Bildungspolitik, Wirtschafts- und Lohnpolitik verantwortet. Zugleich hat er immer wieder konkrete sozialpolitische Projekte realisiert – so etwa die Familieninitiative von Travail Suisse –, aber auch soziale Unternehmungen und Projekte mitbegründet, darunter Arbeits-

Präsidium

plätze für Ausgesteuerte und Sozialhilfe-Empfänger oder Lehrstellen für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten. Nicht zuletzt als Präsident von Travail Suisse hat Hugo Fasel grosse Führungserfahrung und viel Verhandlungsgeschick bewiesen. Ausserdem verfügt er über ein reiches Beziehungsnetz aus Wirtschaft und Politik. Schliesslich ist er als zweisprachiger Freiburger in der Lage, eine wichtige Brücken- und Vermittlungsfunktion wahrzunehmen.

Ein Brückenbauer Bis zu seinem Amtsantritt bei Caritas war Hugo Fasel während 17 Jahren Nationalrat der Christlichsozialen Partei (CSP) des Kantons Freiburg. Er war Mitglied wichtiger parlamentarischer Kommissionen (Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur; Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit; Geschäftsprüfungskommission). Hugo Fasel präsidiert ausserdem die beratende Kommission des Bundesrates für internationale Entwicklungszusammenarbeit. Er kennt deshalb Fragen der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit aus erster Hand und unterhält gute Kontakte zur Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA). Als Präsident der Organisation Brücke – Le Pont ist ihm aber auch die konkrete Projektarbeit eines Hilfswerkes bestens vertraut. Schliesslich ist der neue Direktor ein bekannter und erfahrener Kommunikator, der in den gesellschaftspolitischen Debatten unse-


sanna Cavelti-Scherrer und der frühere Luzerner Finanzdirektor Heinrich Zemp zurück. Für Susanna Cavelti rückt in der Funktion als Vizepräsidentin die Neuenburger Apothekerin Michèle Berger-Wildhaber nach, die seit vier Jahren als Mitglied des Präsidiums amtet.

Weiblichere Gremien

Caritas engagiert sich mit rund 60 Projekten langfristig für Ernährungssicherung. Foto: Pia Zanetti/Caritas Schweiz

res Landes ein wichtiges Wort zu sagen hat. Seine öffentlichen Diskussionsbeiträge – ob als Parlamentarier oder als Gewerkschafter – wurden stets mit Respekt zur Kenntnis genommen.

Caritas weiterentwickeln Wir sind froh, in der Person von Hugo Fasel einen Nachfolger gefunden zu haben, von dem wir überzeugt sind, dass er die Caritas und ihre Sache weiterentwickeln und voranbringen wird. Die «Neue Zürcher Zeitung» hat seine Wahl zum Caritas-Direktor so kommentiert: «Es ist eine Wahl, die überrascht – und überzeugt.» Ich gestehe gerne, dass mich das Urteil der gestrengen Zeitung sehr gefreut hat. Wegen Amtszeitbeschränkung in den Gremien traten nach zwölf Jahren engagierter Mitarbeit im Präsidium die St. Galler Juristin Su-

Präsidium

Neu Einsitz nehmen im Präsidium von Caritas Schweiz auch Mariangela Wallimann-Bornatico, bis vor kurzem Generalsekretärin der Bundesversammlung, und die Waadtländer Nationalrätin Ada Marra. Ausserdem gehören dem Präsidium die folgenden bisherigen Mitglieder an: Markus Kappeler, Verlagsleiter; Felix Walker, früherer Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank; und Pierre-Alain Praz, Leiter von Caritas Waadt. Mit beratender Stimme nimmt schliesslich Felix Gmür, Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz, an den Sitzungen des Präsidiums teil. Mit der Neuwahl hat das Präsidium eine stärkere Besetzung durch Frauen erfahren. Von den sieben stimmberechtigten Mitgliedern sind drei Frauen. Derselbe Trend ist auch im Vorstand zu beobachten. So nahmen unter anderem im Vorstand neu Einsitz die Freiburger Universitätsprofessorin Eva-Maria Belser Wyss und Verena Bürgi, die frühere Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes. Das Präsidium ist neben der Delegiertenversammlung und dem 31-köpfigen Vorstand, der eine Art Parlament darstellt, das oberste Führungsorgan der Caritas. Hinzu kommt eine Geschäftsprüfungskommission, deren Mitglieder ebenso von der Delegiertenversammlung gewählt werden. Insgesamt beträgt der Frauenanteil in den Führungsgremien des CaritasVereins rund ein Drittel. Fulvio Caccia Präsident

3


Die Herausforderungen sind gross

Die Finanzkrise macht 2008 zu einem historischen Jahr. Die Folgen sind gravierend: In der Schweiz steigt die Arbeitslosigkeit rapide an, und die Länder des Südens sehen sich mit Preissprüngen auf den Lebensmittel- und Rohstoffmärkten konfrontiert. Die Herausforderungen, die auf die Caritas zukommen, sind enorm – sowohl auf der Leistungs- wie auch auf der Finanzierungsseite. 4

Am 1. Oktober 2008 habe ich die Leitung von Caritas Schweiz von meinem Vorgänger Jürg Krummenacher übernommen. 17 Jahre hat Jürg Krummenacher Caritas geprägt und zu einem professionellen, effizienten und führenden Hilfswerk entwickelt. Seine Verdienste sind gross, sein langjähriges Engagement für die sozial Benachteiligten in der Schweiz und im Süden ist beispielhaft. Auch hat Jürg Krummenacher die Caritas immer als Sprachrohr der Benachteiligten verstanden und sich insbesondere für eine weltoffene Schweiz eingesetzt. Er hat sich nicht gescheut, in der Öffentlichkeit für die Schwächeren in unserer Gesellschaft Position zu beziehen. Wer so viel Schaffenskraft und Energie in eine Organisation legt, der verdient unser aller Anerkennung. Jürg Krummenacher hat den Caritas-Slogan «Wir helfen Menschen» verkörpert, gelebt und umgesetzt. Lieber Jürg, wir danken dir und wünschen dir in deiner neuen Aufgabe viel Erfolg!

Erfolgreicher Wiederaufbau in den Tsunami-Gebieten Persönlich hatte ich die Chance, während eines Monats mit meinem Vorgänger zusammen zu arbeiten. So habe ich im Sommer 2008 die verschiedenen Wiederaufbauprojekte von Caritas Schweiz in den Tsunami-Gebieten besucht und konnte zahlreiche Gespräche mit Betroffenen in Sri Lanka, in Südindien

Geschäftsleitung

und auf Sumatra führen. Der grösste Teil der Projekte stand vor dem Abschluss. Die geleistete Arbeit ist beeindruckend. Insgesamt wurden 2759 Familienhäuser, acht Gemeinschaftseinrichtungen und zwei Schulhäuser gebaut sowie zwei Spitäler erstellt und ein Spital repariert. Ein beeindruckendes Engagement, auch der Menschen vor Ort, die nun wieder ein Zuhause haben. Und all dies wurde innerhalb von nur vier Jahren realisiert. Überheblich darf man nicht sein und es auch nicht werden, aber etwas Stolz muss angesichts dieser eindrücklichen Leistung auch Platz haben.

Den Menschen gerecht werden Bei diesen verschiedenen Besuchen war für mich besonders aufschlussreich, wie auf eine gleiche Katastrophe, den Tsunami, je nach Region, Kultur sowie politischen und institutionellen Gegebenheiten mit unterschiedlichen Projekten reagiert wurde. Der Wiederaufbau orientierte sich wirklich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort. Beeindruckend war auch, mit welcher Sorgfalt jeweils die Begünstigten ausgewählt wurden. An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten, die an diesem grossen Wiederaufbauprojekt mitgearbeitet haben, ganz herzlich danken. Hier wurde Bleibendes geschaffen. Ein ganz besonderer Dank geht dabei an die Glückskette, die Caritas Schweiz beim Wiederaufbau mit mehr als 40 Millionen Schweizer Franken unterstützt hat.


2008 ist, wie bereits hingewiesen, ein Jahr, das in die Annalen eingehen wird. Die Einbrüche auf den Finanzmärkten sind mit der Situation der dreissiger Jahre vergleichbar; das Kartenhaus der Spekulation, der so genannten strukturierten Produkte, ist zusammengebrochen. Dass die grösste Schweizer Bank nur dank einer gewaltigen Finanzspritze von Bund und Nationalbank überleben kann, macht deutlich, dass sich das Finanzsystem selber zerstört und an die Wand gefahren hat. Die Folgen dieser Entwicklung in der Finanzindustrie sind verheerend: Die Realwirtschaft bricht ein, und die Konjunkturerwartungen sind düster, weltweit. In der Schweiz haben die Arbeitslosenzahlen in den Wintermonaten massiv zugenommen; es ist mit einer Verdoppelung zu rechnen. Gleichzeitig wird der politische Druck auf die Leistungen der Arbeitslosenversicherung wohl schon bald zunehmen. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger wird ebenfalls rasch wachsen, bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen. Die Schweiz steht am Anfang einer eisigen Wirtschafts-

periode. Es treten grundlegende ordnungspolitische Fragen in den Vordergrund. Dabei lehrt uns die Krise eines: Die notwendigen Reformen müssen von einem Regelwerk geprägt werden, das auf Anstand und sozialen Ausgleich setzt. Das sind langfristig die wichtigsten Garanten einer stabilen Wirtschaft und Gesellschaft.

Krise trifft auch Entwicklungsländer Was die Entwicklungszusammenarbeit angeht, so ist mit Freude festzuhalten, dass das Parlament entschieden hat, die Mittel des Bundes bis 2015 auf 0,5 Prozent des Bruttosozialprodukts anzuheben. Allerdings ist der Beschluss der Eidgenössischen Räte so angelegt, dass der Bundesrat eine neue Botschaft erarbeiten soll und die Räte dann ein zweites Mal ihre Zustimmung geben müssen. Die zusätzlichen Mittel sind aber dringend notwendig, denn die Finanzkrise hat schwere Auswirkungen gerade auch auf die Entwick-

Baumwolle ist eines der wichtigsten Exportprodukte des Tschad. Caritas unterstützt ein Netz von MikrokreditKassen in der Region Mayo-Kébbi. Foto: Pia Zanetti/Caritas Schweiz

Geschäftsleitung

5


6

lungsländer: Die bei uns steigende Arbeitslosigkeit trifft vor allem die Zugewanderten. Deren Überweisungen (so genannte «remittances») fehlen im Herkunftsland. Darüber hinaus ist es für die Entwicklungsländer heute wesentlich schwieriger, zu Krediten zu kommen und in die Armutsbekämpfung zu investieren. Die extremen Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten machen die Steuerung dieser Volkswirtschaften in den Rohstoff exportierenden Ländern fast unmöglich. Nahrungsmittelkrisen und noch mehr Armut sind die Folge. Staatliche Mittel zur Ausbalancierung der Krise stehen den Ländern des Südens meistens nicht zu Verfügung. Ihre Stabilität droht zu zerbrechen, und Unruhen, welche die breite Bevölkerung treffen, sind zu erwarten. Das Versagen der Finanzmärkte mit ihren umfassenden Folgen auf die Schweiz wie auch auf die weltweiten Volkswirtschaften stellt Caritas in den nächsten Jahren vor enorme Herausforderungen. Mit den steigenden Bedürfnissen geht gleichzeitig ein möglicher Rückgang an Spenden einher: Stiftungen und Einzelpersonen, die oft einen Teil ihrer Vermögenserträge für die Projekte von Caritas zur Verfügung stellten, sind von der zerstörerischen Gewalt der Finanzkrise teilweise sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Caritas ist gefordert, sowohl auf der Leistungs- wie auf der Ressourcenseite.

Dank Auch im 2008 konnte Caritas auf die Unterstützung unzähliger Personen und Institutionen zählen. Ihnen allen möchte ich an dieser Stelle für das grosszügige und vielfältige Engagement und Mittragen herzlich danken. Ich danke allen Spenderinnen und Spendern für ihre Grosszügigkeit und für das Vertrauen, das sie uns geschenkt haben. Die wirtschaftliche Situation ist schwierig; umso mehr wissen wir die Unterstützung zu schätzen. Ich danke auch den Behörden in der Schweiz und im Ausland, der Glückskette, anderen CaritasOrganisationen, insbesondere Caritas Luxemburg, sowie allen kirchlichen Institutionen. Ich danke den Mitgliedern unserer Organe, allen voran dem Präsidenten Fulvio Caccia, den Verbandsmitgliedern, den Regionalen CaritasStellen, dem Personalverband, allen Partnerorganisationen im In- und Ausland sowie den zahlreichen Freiwilligen. Ich danke ganz besonders meinen Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsleitung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit und die Offenheit, mit der sie mir während meinen ersten Caritas-Monaten begegnet sind. Ihr Engagement und ihr Einsatz haben mich beeindruckt. Hugo Fasel Direktor

Im Sommer 2008 besuchte Caritas-Direktor Hugo Fasel Wiederaufbauprojekte in den Tsunami-Gebieten und führte Gespräche mit Betroffenen – hier auf der indonesischen Insel Java. Foto: Susanne Loosli / Caritas Schweiz

Geschäftsleitung


Krisen verhindern und bewältigen

Das vergangene Jahr war gekennzeichnet von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, einer sich zuspitzenden Hungertragödie sowie von schweren Naturkatastrophen. Caritas Schweiz engagierte sich in über 50 Ländern der Welt mit humanitären Projekten und Entwicklungsprogrammen. 7

Schon vor dem Zusammenbruch der Finanzmärkte wurde im Frühling die sich zuspitzende Hungerkrise für eine breite Öffentlichkeit offenkundig: Wegen dem starken Anstieg der Preise wurden Nahrungsmittel für unzählige Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika unerschwinglich. Zu den Ursachen gehörten hohe Rohstoffpreise, Klimawandel, Agrotreibstoffe, wachsender Wohlstand in den Schwellenländern sowie spekulative Geschäfte mit Grundnahrungsmitteln. Angesichts der akuten Ernährungskrise leistete Caritas Schweiz vermehrt Nothilfe: In Haiti etwa verbesserte sie landwirtschaftlich genutzte Böden, indem erwerbslose Kleinbauern gegen einen bescheidenen Tageslohn die nötigen Arbeiten durchführten. An der thailändischen Grenze zu Burma unterstützte Caritas Schweiz gemeinsam mit anderen Hilfswerken 150 000 Flüchtlinge mit Reis, Öl, Bohnen und Salz. Heute leiden über eine Milliarde Menschen Hunger. Die rund 60 Programme zur Ernährungssicherung sind deshalb ein zentraler Schwerpunkt der internationalen Zusammenarbeit von Caritas Schweiz. Ein Beispiel ist das Programm für ländliche Entwicklung in Mali, wo Bauern und Bäuerinnen in weit abgelegenen Gebieten ihre Nahrungsmittelproduktion erhöhen und vermarkten können. In Bosnien wurde ein Beratungsdienst für Landwirte eingerichtet, damit die Bevölkerung ihr Einkommen mit der Produktion von Beeren und Früchten steigern kann. Und in Guatemala un-

Internationale Zusammenarbeit

terstützt Caritas Bäuerinnen und Bauern bei der Legalisierung ihres Landbesitzes sowie mit Kursen in ökologischen Anbaumethoden und der Vermarktung von Produkten.

Nothilfe bei Naturkatastrophen Aber 2008 blieben auch die von der Natur verursachten Katastrophen nicht aus: Das Erdbeben in China und der Zyklon Nargis in Myanmar, um nur zwei Beispiele zu nennen, kosteten gemäss Uno-Statistik über 235 000 Menschen das Leben und richteten sehr hohe Schäden an. Die Hilfe von Caritas Schweiz in Myanmar/Burma in einer Gesamthöhe von 2,65 Millionen Franken konzentrierte sich vor allem auf das am meisten geschädigte Irrawady-Delta, wo die Betroffenen mit Nahrung, Wasser und Medikamenten versorgt wurden. Inzwischen sind auch bereits Wiederaufbauprojekte angelaufen, so etwa die Wiedererstellung von mehreren Gesundheitsposten oder von Ausbildungsstätten für Lehrlinge in Rangun. Ein spezieller Fokus wird auf die Katastrophenprävention gelegt. Auch in Indien, das im Herbst 2008 die schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren erlebte, engagierte sich Caritas Schweiz nicht nur mit der Unterstützung von NothilfeMassnahmen, sondern auch mit der Förderung der Katastrophenprävention. Caritas trug schliesslich auch die Nothilfe in Haiti und Kuba mit, nachdem mehrere Wirbelstürme grosse Verwüstungen angerichtet hatten.


Angesichts der akuten Ernährungskrise stellte Caritas im Frühling 2008 Soforthilfe für 500 000 Franken bereit. Foto: Pia Zanetti/Caritas Schweiz

8

Gleichzeitig konnten im vergangenen Jahr einige Projekte im Zusammenhang mit dem Tsunami vom Dezember 2004 abgeschlossen oder erfolgreich fortgesetzt werden: So wurde Ende Jahr der Wiederaufbau in Sri Lanka mit 774 Häusern, zwei Schulen und zwei Gemeinschaftsgebäuden in der Höhe von 13,5 Millionen Franken beendet. In Indien sind bereits 516 Häuser von begünstigten Familien bezogen worden. In der indonesischen Stadt Singkil wurden Ende Jahr alle 600 gebauten Häuser übergeben, während in Meulaboh von den geplanten 1248 Häusern 869 fertig gestellt waren und 379 sich noch im Bau befanden.

wandel stellen. Der sorgsame Umgang mit den vorhandenen Energiequellen und ein konsequenterer Umstieg auf erneuerbare Energie sind ein Muss. Dazu braucht es neben einem weltweiten Umdenkungsprozess für die ärmsten Entwicklungsländer weitere technische und finanzielle Hilfe. Caritas achtet in ihren Projekten darauf, dass etwa energieeffiziente Öfen und Kochherde gebraucht werden oder dass mit zertifiziertem Holz und lokal erhältlichen Materialien gebaut wird. So werden in Vietnam Primarschüler wie auch die lokalen Angestellten von Caritas für ökologische Fragen geschult und sensibilisiert und mit Aufforstungskampagnen auf lokaler Ebene Erosionsprozesse gestoppt.

Trinkwasser und Klimawandel Trinkwasser ist heute schon ein knappes Gut in den Ländern des Südens. Das Umweltprogramm der Uno veröffentlichte in seinem Bericht jüngst erschreckende Zahlen. Afrika wird bis zum Ende des 21. Jahrhunderts 20 Prozent weniger Trinkwasser zur Verfügung haben, und gewaltsame Auseinandersetzungen um den Zugang zu Wasser werden für die südlichen Sahara-Gebiete bereits in den nächsten fünf bis zehn Jahren befürchtet. Vor diesem Hintergrund sind die Trinkwasser- und Hygieneprogramme der Caritas in Somaliland und im Südsudan zu sehen, wo die ländliche Bevölkerung lernt, Wasserversorgungen zu bauen und ihre Siedlungs- und Haushaltshygiene zu verbessern. Nachhaltige Entwicklung muss sich auch den brennenden Fragen rund um den Klima-

Internationale Zusammenarbeit

Unstabile Situation Die Konsequenzen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftkrise, welche die zweite Jahreshälfte prägte, sind schwer abzuschätzen. Klar ist jedoch: Die negativen Auswirkungen werden vor allem die armen Länder hart treffen. So werden Investitionen im Süden gestrichen, Kredite werden rarer, die Rohstoffmärkte sind unstabil, und die Auslandüberweisungen der Arbeitsmigranten gehen zurück. Wir werden unsere Mitverantwortung für eine gerechtere Welt mit einer guten Lebensqualität für alle Menschen wahrnehmen und uns weiter dafür einsetzen. Norbert Kieliger Leiter Bereich Internationale Zusammenarbeit


Nothilfe und Wiederaufbau in Burma Der Zyklon Nargis in Burma/Myanmar forderte Anfang Mai 140 000 Todesopfer und zerstörte grosse Gebiete des Irrawady-Deltas. Rund 2,4 Millionen Menschen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Trotz erschwertem Zugang zum Land konnte Caritas Schweiz rasch und wirksam Nothilfe leisten. Dies war dank der Zusammenarbeit mit mehreren Partnerorganisationen vor Ort möglich, die den Zugang zum Katastrophengebiet für einheimisches und internationales Personal gewährleisteten.

Erdbebensichere Gesundheitsposten Das «Center for Vocational Training» (CVT) führt mit Unterstützung eines Trägervereins in der Schweiz seit Jahren eine Ausbildungsstätte in Rangun. Nach der Katastrophe enga-

gierte sich das CVT zusammen mit Caritas in der Nothilfe und unterstützte dabei auch Familien in Kawat, einer sehr schwierig zugänglichen Gegend im Osten des Deltas. In Kawat mit seinen umliegenden Dörfern wohnen rund 600 Familien. Mehr als 100 Menschen verloren hier ihr Leben. Büffel und Kühe ertranken, ein Grossteil der eben eingebrachten Reisernte wurde zerstört, und fast die gesamte Infrastruktur der Dörfer ging verloren. Nach der Nothilfephase, in der die Betroffenen Lebensmittel, Trinkwasser sowie Küchenutensilien und Material zur Reparatur von Dächern erhielten, leisten das CVT und Caritas Schweiz am gleichen Ort auch Wiederaufbauhilfe. In einem ersten Schritt werden der vollständig zerstörte Gesundheitsposten sowie zwei Schulen zyklon- und erdbebensicher wieder aufgebaut. In einem zweiten Schritt folgt die Instandstellung der Trinkwasserversorgung. Beim Wiederaufbau bezieht Caritas die Dorfbevölkerung aktiv mit ein.

Reiserträge steigern

Im Rahmen des Wiederaufbaus unterstützt Caritas die Instandstellung von Schulen und Gesundheitsposten. Foto: Alexander Angermaier/Caritas Schweiz

Katastrophenhilfe konkret

Umfangreiche Nothilfeprogramme für mehr als 100 000 Menschen führte Caritas Schweiz zusammen mit der Deutschen Hilfsorganisation Malteser international und mit lokalen Kirchenpartnern durch. Mit Malteser international baut Caritas zurzeit vier Gesundheitszentren zyklon- und erdbebensicher auf, die 42 000 Menschen medizinisch versorgen werden. Auch die Zusammenarbeit mit kirchlichen Organisationen in den Regionen Rangun und Pathein wird weitergeführt. 1300 obdachlos gewordene Familien erhalten ein neues Haus. Kleinbauern unterstützt Caritas dabei, ihre landwirtschaftliche Produktion wieder aufzunehmen und die Erträge des Reisanbaus zu verbessern. Landlose Familien erhalten Ersatz für ihre ertrunkenen Tiere, Fischer werden mit neuen Booten und Netzen ausgerüstet. Schon seit Jahren unterstützt Caritas burmesische Flüchtlinge im nahen Grenzgebiet in Thailand. Zudem leistet sie, soweit die aktuellen politischen Bedingungen dies zulassen, Hilfe für intern Vertriebene.

9


Bosnien: Produzenten handeln gemeinsam

10

Nach dem Krieg unterstützte Caritas Schweiz in Bosnien-Herzegowina den Bau von rund 5500 Häusern. Heute realisiert sie einkommensfördernde Massnahmen und die Integration der Bevölkerung in den neuen Staat. Viele Regionen weisen eine Arbeitslosigkeit von über 40 Prozent auf und sind stark von den Auslandüberweisungen der Migrantinnen und Migranten abhängig. Das Landwirtschaftsprojekt in den Regionen oberes Drinatal, Bira cˇ und Sarajevo verschafft zahlreichen Familien dank dem Anbau von Himbeeren und Obst ein Zusatzeinkommen, das ihnen über die Runden hilft. Beim Projekt macht etwa die Familie Mutlak mit, die nach dem Krieg nach Goražde zurückkehrte, dort auf einem Hektar Land Himbeeren produziert und damit das monatliche

Familieneinkommen verdoppeln kann. «Wir verdanken den Himbeeren viel», sagt Marko Mutlak: «Heute haben wir Zukunftspläne und können uns weiterentwickeln.» Himbeeren sind ein einträgliches Geschäft, weil sie auf dem europäischen Mark gefragt sind und ihr Preis stetig gestiegen ist.

Erfolgreiche Produzentenvereinigung Die von Caritas Schweiz aufgebaute Produzentenvereinigung im oberen Drinatal bietet ihren Mitgliedern einen landwirtschaftlichen Beratungsdienst an und handelt die Verträge zwischen den Produzenten und den Händlern aus. Sie organisiert auch den Transport der Früchte zu den verschiedenen Kühlanlagen, von wo aus die Produkte verpackt und in verschiedene Länder Europas exportiert werden. Schliesslich fördert die Vereinigung die Zertifizierung integrierter Produkte und vermittelt Mikrokredite zu angemessenen Konditionen.

Integrierende Wirkung

Dank der Produktion von Himbeeren kann die Familie Mutlak ihr Einkommen verdoppeln. Foto: Andreas Schwaiger/Caritas Schweiz

Entwicklungszusammenarbeit konkret

«Unser grösster Erfolg ist, dass wir Angehörige der verschiedenen Volksgruppen zusammengebracht haben: Bei uns arbeiten Bosniaken, Serben und Kroaten gut zusammen», sagt Svetko Begovic, ´ Apfelproduzent und Präsident der Produzentenvereinigung «Drina». «Dass unsere Organisation fünf lokale Vereinigungen aus der Serbischen Republik wie auch aus der Föderation Bosnien-Herzegowina umfasst, ist hierzulande noch eine Ausnahme und kann als gutes Beispiel gelten.» Insgesamt zählt die Vereinigungen zur Zeit 160 Mitglieder. Die Bauern produzierten im vergangenen Jahr insgesamt 135 Tonnen Himbeeren. Die nächsten anstehenden Schritte sind Agrotourismus-Projekte sowie der Übergang in die Selbstständigkeit – Caritas Schweiz hat ab 2009 «nur» noch eine beratende Funktion inne. Bis 2011 nimmt die finanzielle Unterstützung durch Caritas Schweiz stark ab, und die Vereinigung muss ihre Kosten im Wesentlichen durch eigene Einnahmen decken.


Arbeitsgesellschaft Schweiz – wie weiter?

Der Konjunkturzyklus neigt sich seinem Ende zu. Die Krise des globalen Finanzmarktes hat den sich abzeichnenden Abschwung noch beschleunigt. Nach sechs Jahren Wirtschaftswachstum stellt sich die Frage, welche Erwerbstätigen davon profitiert haben und wie es in den nächsten Jahren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt weitergeht. 11

Die «offizielle» Version einer Bilanz nach sechs Jahren Wirtschaftswachstum ist rasch erzählt. Demnach haben alle Arbeitskräfte vom Konjunkturzyklus profitiert. Die Zahl der Beschäftigten ist gestiegen und die Arbeitslosigkeit hat einer faktischen Vollbeschäftigung Platz gemacht. Tatsächlich haben die Unternehmen in den letzten Jahren eine grosse Zahl von Arbeitsplätzen geschaffen, vorwiegend im Dienstleistungssektor, aber nicht nur. Diese wurden vor allem von Frauen und ausländischen Erwerbstätigen besetzt. In der gleichen Zeit hat sich die Zahl der Arbeitslosen fast halbiert. Die Ausweitung der Beschäftigung hatte allerdings ihren Preis: Die Löhne der meisten Erwerbstätigen hinken der wirtschaftlichen Entwicklung und den Produktivitätsgewinnen hinterher. Nominelle Lohnzuwächse werden immer wieder durch die Inflation eingeholt. Seit Beginn des Aufschwungs erreichten die Erwerbstätigen im Durchschnitt nur einmal, nämlich im Jahr 2007, eine Reallohnverbesserung von mehr als einem Prozent.

Offizielle Bilanz sagt nicht alles Die offizielle Bilanz ist aber nur ein Teil des Gesamtbildes. Denn die Frage nach den Gewinnern und Verlierern unter den Erwerbstätigen verweist auf Erwerbslose, die in den offiziellen Statistiken der Arbeitslosenversicherung nicht erfasst werden. Dazu gehören Langzeitarbeits-

Grundlagen

lose, die sich nach der Aussteuerung aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen, Arbeitslose, die von der Sozialhilfe unterstützt werden, unfreiwillig Frühpensionierte und «Invalidisierte», deren eingeschränkte Erwerbsfähigkeit nicht mehr gefragt ist. Eine grobe Schätzung führt zu einer ähnlich hohen Zahl wie die ausgewiesenen Daten der Arbeitslosenstatistik. Dies würde die reale Arbeitslosenzahl verdoppeln. Die «strukturelle» Sichtweise schliesslich thematisiert die Qualität der Arbeitsverhältnisse und macht auf die markante Zunahme der prekären Beschäftigung aufmerksam. So ist seit geraumer Zeit eine schleichende Abkehr vom Normalarbeitsverhältnis zu konstatieren. Dies zeigt sich in der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse bezüglich Arbeitszeit, Arbeitsort und Lohnentwicklung. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der atypischen Arbeitsverhältnisse zu: Arbeit auf Abruf, temporäre Beschäftigung, tiefe Teilzeitbeschäftigung oder Scheinselbstständigkeit.

Arbeitsplatzsicherheit nimmt ab Die Arbeitsplatzsicherheit ist gesunken. Selbst im wirtschaftlichen Aufschwung ist die Angst um den Arbeitsplatz im Sorgenbarometer der Bevölkerung nicht aus den vordersten Rängen verdrängt worden. Das Risiko, arbeitslos zu werden, wird mehr und mehr auf die Beschäftigten verlagert. Die siebziger Jahre waren noch von einer Arbeitsplatzsicherheit, zumindest für den Schweizer Mann geprägt. In den achtziger Jahren gab es für die meisten noch


eine Beschäftigungssicherheit, die durch ein «learning on the job» gefestigt werden konnte. Inzwischen ist die Rede von «employability» und einer Arbeitsmarktfähigkeit, die sich jede Arbeitskraft selber erhalten muss. Die Unternehmen haben sich in dieser Entwicklung aus der Mitverantwortung für sichere Arbeitsplätze zurückgezogen. Wie wird sich der Arbeitsmarkt Schweiz in den nächsten Jahren entwickeln? Zwei Antworten sind möglich: Eine Antwort orientiert sich am konjunkturellen Verlauf, die andere betont die strukturellen Verschiebungen im Arbeitsmarkt. 12

Weniger Chancen für Arbeitslose Die Rezession ist da und wird andauern. Für den Arbeitsmarkt bedeutet dies, dass die Zahl der Arbeitslosen deutlich ansteigen wird und die Chancen von Erwerbslosen, wieder eine Stelle zu finden, markant zurückgehen. Zudem wird die Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt sehr schwierig. Trotzdem wird der Druck auf die Betroffenen weiter zunehmen, sich in den ersten Arbeitsmarkt zu reintegrieren. Die «Aktivierungsstrategie» des Sozialstaates wird weiter ausgebaut werden, und die Sanktionierungsinstrumente werden verstärkt zur Anwendung kommen. Die strukturorientierte Antwort auf die Frage nach der zukünftigen Entwicklung des schweizerischen Arbeitsmarktes findet sich im Wachstumsbericht 2008 des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Die Wachstumspolitik ist so auszurichten, dass sich die Schweizer Wirtschaft im Standortwettbewerb vorteilhaft positionieren kann, indem sie sich auf wertschöpfungsintensive Bereiche spezialisiert. Es sind darum Massnahmen gesucht, die auf eine weitere Erhöhung der Arbeitsproduktivität abzielen. Damit werden Bildung und Berufsbildung zu einem entscheidenden Feld der Wachstumspolitik. Die Erhöhung der Arbeitsproduktivität ist aber auch unabdingbar, um den demografischen Wandel zu bewältigen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird in der Schweiz zurückgehen. Diese Lücke wird nur bedingt durch eine verstärkte Immigration kompensiert werden können.

Grundlagen

Angesichts der Rezession werden die Chancen von Arbeitslosen, wieder eine Stelle zu finden, markant zurückgehen. Foto: Urs Siegenthaler / Caritas Zürich

Bildung immer wichtiger Die Botschaft ist also klar: Was die Wirtschaft und der Sozialstaat in der Schweiz wirklich brauchen, sind topqualifizierte, hoch motivierte, leistungsbereite Arbeitskräfte. Doch vielleicht wird sich die Schweiz nicht nur zu einer Wissens-, sondern auch zu einer Dienstbotenund Hausmagd-Gesellschaft entwickeln. Dann werden Erwerbspersonen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit mehr Beschäftigungsmöglichkeiten finden, allerdings zu prekären Bedingungen. Das kann nicht die Lösung sein. Caritas setzt sich darum für eine investitionsorientierte Sozialpolitik ein, die dafür sorgt, dass junge Menschen frühzeitig auf ihrem Weg durch die Schule und die Berufsbildung unterstützt werden. Nur so können für alle die Voraussetzungen für eine gelingende Erwerbsbiografie geschaffen werden. Carlo Knöpfel Leiter Bereich Grundlagen


Mit Fairem Handel Entwicklung fördern Der Faire Handel liegt im Trend: Seine Umsätze wachsen, und er geniesst eine hohe Glaubwürdigkeit. Ob es um die Bewältigung der Hungerkrise geht, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen, um mehr Gerechtigkeit für die Armen im Süden oder um die soziale und ökologische Verantwortung von Wirtschaftsunternehmen: Immer kann der Faire Handel als Vorbild dienen. Produzieren und Handeln nach seinen Regeln ist – so eine Kernaussage der neuen Publikation «Die Zukunft des Fairen Handels» – die beste Art, das lokale, regionale und globale Wirtschaften in nachhaltige Bahnen zu lenken und Entwicklungsimpulse auszulösen.

Grosse Herausforderungen Doch der Faire Handel steht nach Ansicht der beiden Autoren Carole Schaber und Geert van Dok vor grossen Herausforderungen. Er muss sein starkes Wachstum bewältigen, die Ausdehnung in neue Marktfelder bewerkstelligen und Lösungen für die ökologischen Probleme bei Produktion, Verarbeitung und Transport finden. Dass insbesondere beim Anspruch, Entwicklungsimpulse auszulösen, noch vieles zu tun ist, belegt die folgende Tatsache: Nur jede siebte Produzentengruppe im Fairen Handel stammt aus einem der 50 ärmsten Entwicklungsländer. Für die armen Kleinbauern in diesen Ländern sind die FairhandelsKanäle in den Norden keine ernsthafte Option. Sie sind auf bessere lokale Handelsbedingungen angewiesen. Wie die Akteure des Fairen Handels mit diesen Fragen künftig umgehen werden, wird letztlich entscheiden, ob der Faire Handel seinem Ziel, einen wichtigen Beitrag zur Umgestaltung des Welthandels zu leisten, einen Schritt näher kommt. Das Fazit der Studie jedenfalls ist unmissverständlich: Will der Faire Handel glaubwürdig zu einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung beitragen, muss er flexibel und innovativ neue Märkte angehen, eine klare internationale Regulierung auf hohem Niveau anstreben und gemeinsam mit Produzenten- und Entwicklungsorganisationen den

Grundlagen konkret

Fokus vermehrt auf marktorientierte und soziale Entwicklungspulse legen. Schliesslich muss er seine Anliegen auch auf die lokalen Handelsbeziehungen im Süden übertragen und der Problematik des Klimawandels, des Energieverbrauchs, der CO2-Belastung und der Ressourcennutzung Rechnung tragen.

Wirtschaft und Politik sind gefragt Dazu bedarf es der Unterstützung durch die Politik ebenso wie eines stärkeren Einsatzes von Wirtschaftsunternehmen. Ihnen stehen mit den Label-Organisationen, den Fairhandels-Importeuren und den verschiedensten Monitoring-Organisationen kompetente Gesprächs- und Kooperationspartner zur Verfügung. Entschuldigungen für ein fehlendes Engagement im Fairen Handel kann es nicht geben: Es geht um die Investition in eine nachhaltige Entwicklung.

Der Faire Handel muss sein starkes Wachstum bewältigen, die Ausdehnung in neue Marktfelder bewerkstelligen und Lösungen für die ökologischen Probleme finden. Foto: Meinrad Schade/Caritas Schweiz

13


Die Integration beginnt vor der Geburt

Integration gewinnt in unserer vielfältigen Schweiz vermehrt an Bedeutung. Caritas Schweiz richtet ihre Projekte danach aus und beschreitet in der Frühförderung und in der interkulturellen Kommunikation innovative Wege, die zu vermehrter Chancengleichheit und zum Abbau von Konflikten beitragen. Die Zunahme der Asylgesuche in der Schweiz führte dazu, dass Caritas für ihre kantonalen Vertragspartner in Schwyz und Obwalden neue Unterkunftsplätze bereit stellte. 14

Dank der langjährigen Erfahrung mit Fragen rund um die Integration kennt Caritas deren Herausforderungen und Chancen: Nicht nur die Aufnahmegesellschaft, die Institutionen und die darin tätigen Fachpersonen, sondern auch die zugewanderten Menschen sind dabei auf vielfältige Weise gefordert. Je früher soziale und kulturelle Werte gegenseitig vermittelt werden können, desto konfliktfreier und erfolgreicher kann Integration stattfinden. Darum wird die Notwendigkeit der Frühförderung zu Recht betont – auch in der Integrationsarbeit. Dies gilt ganz besonders im Gesundheitsbereich, der letztlich auch auf die Bildungsbiografie Einfluss hat.

Startchancen verbessern Vor allem sozial benachteiligte Kinder haben in vielerlei Hinsicht schlechtere Startchancen. Die Zeit von Schwangerschaft, Geburt, Säuglings- und Kleinkindalter ist eine Lebensphase, in der Eltern einen grossen Bedarf an Unterstützung und Information zu Gesundheitsfragen haben. Im Rahmen des neuen Projekts «Chancengleichheit und Gesundheit» setzt sich Caritas für die gesundheitliche Frühförderung von Kindern noch während der Schwangerschaft und dann ab Geburt bis etwa zum fünften Lebensjahr ein: Kinder aus sozial benachteiligten Familien und meist aus Migrationsfamilien sollen so gleiche Chancen haben,

Soziale Aufgaben und Migration Schweiz

sich zu gesunden Erwachsenen zu entwickeln. Beispiele für die gesundheitliche Frühförderung sind Geburtvorbereitungskurse für Migrantinnen, Projekte mit Mütter- und Väterberatungsstellen, Mutter-Kind-Turnen sowie die Ausbildung und der Einsatz von interkulturellen Vermittlerinnen und Vermittlern. So wurden 2008 auch für Fachpersonen Veranstaltungen zum Thema Frühförderung in fünf Regionen organisiert. Zu den Teilnehmern zählten in Chur 22 Personen, in St.Gallen 35, in Aarau 90, in Weinfelden 51 und in Luzern 60 Personen.

Interkulturelle Vermittlung Auch Kenntnis der Landessprache ist eine zentrale Voraussetzung für eine gelungene Integration. Oft geht es jedoch nicht nur darum, sprachliche Probleme zu beheben. Missverständnisse entstehen auch aufgrund unterschiedlicher Konzepte von Gesundheit und Krankheit sowie wegen verschiedener Interpretationen von Rollen oder Erziehungsfragen. Im Schulbereich verstehen zugewanderte Eltern oft das Schul- oder Notensystem nur bedingt. Oder sie haben ein anderes Verständnis von der Rolle der Lehrerin und ihren eigenen Rechten und Pflichten, was immer wieder zu Konflikten führt. Deshalb werden im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich zunehmend Vermittlerinnen und Vermittler gesucht, welche die soziokulturellen Hintergründe der jeweiligen Herkunftsgesellschaft wie auch der Schweiz kennen. Um solche Vermittler auszu-


Im Gesundheitsbereich braucht es Vermittlerinnen und Vermittler, welche sowohl die soziokulturellen Hintergründe der Migrantinnen und Migranten wie auch die Schweiz gut kennen. Foto: Vera Markus/Caritas Schweiz

bilden, hat Caritas das neue Projekt «Puentes – Verständigung durch interkulturelle Vermittlung» entwickelt.

Mehr Asylsuchende betreuen Nach rückläufigen Asylgesuchen in den letzten Jahren wurden 2008 wieder erheblich mehr Asylgesuche in der Schweiz gestellt. Dies führte dazu, dass Caritas Schweiz für ihre beiden Vertragspartner, die Kantone Schwyz und Obwalden, neue Unterkünfte bereit stellen musste. Im Kanton Schwyz wurde nach sechsjährigem Unterbruch das Zentrum Grünenwald wieder in Betrieb genommen, wo 50 Asylsuchende betreut werden. In Obwalden mietete Caritas neue Wohnungen, um allen Asylsuchenden ein Dach über dem Kopf bieten zu können. Schliesslich wurden die verschiedenen Rechtsberatungsstellen in Luzern, Goldau und Freiburg wiederum rege aufgesucht, wo die Caritas-Juristinnen und Juristen kompetent Beratungen durchführten. Dabei wiesen ihre Rechtseingaben 2008 eine Anerkennungsquote von über 60 Prozent aus.

Mehr Freiwillige bei Bergbauern Im Tätigkeitsfeld Bergeinsatz konnte Caritas die Vermittlung von Freiwilligen bei Bergbauern im vergangenen Jahr von 998 auf 1170 Personen steigern und damit 250 Bauernbetriebe

Soziale Aufgaben und Migration Schweiz

unterstützen. Auch die Nachfrage nach den verschiedenen Angeboten von Jugendplatzierungen bei Bergbauern nahm stark zu. Die Einsatztage von straffälligen Jugendlichen, die im Auftrag von Jugendanwaltschaften eingesetzt wurden, stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 1019 auf 1540. Auch die Time-out-Einsätze für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen stiessen auf grösseres Interesse: Diese Zahl steigerte sich von von 1382 auf 1800 Einsatztage. In der Romandie, wo weiterhin ein grosses Potenzial besteht, konnte die Abteilung Bergeinsatz ihre Tätigkeiten erstmals markant ausweiten. Im vergangenen Jahr durchliefen die Jugendplatzierungen von Caritas-Bergeinsatz schliesslich erstmals das Prüfungsverfahren der Dienststelle Soziales und Gesellschaft des Kantons Luzern sowie des Fachverbandes Integras: Alle Bedingungen wurden erfüllt, und die Qualitätssicherung stimmt. Im Rahmen der Katastrophenhilfe Schweiz hat Caritas – insbesondere im Auftrag der Glückskette – zahlreiche Hilfsprojekte aus der Hochwasserkatastrophe 2005 und kleineren Ereignissen zwischen 2006 und 2008 abschliessen können und aus eigenen Mitteln sowie aus Spenden der Glückskette 924 000 Franken eingesetzt. Der grösste Teil dieser Beiträge wurde von der Glückskette geleistet. Barbara Walther Leiterin Bereich Soziale Aufgaben und Migration Schweiz

15


Frühzeitig Startchancen verbessern

16

Das Essen am Tisch der kosovarischen Familie S. war früher täglich ein Drama. Die vierjährige Albulena ass nur, wenn sie gezwungen, abgelenkt oder mit Süssigkeiten verführt wurde. Obwohl die Familie am Verzweifeln war, holte sie sich bei der Mütter- und Väterberatung (MVB) St. Gallen keinen Rat. Bis der Vater von einem Nachbarn zu einem Fokustreffen der MVB eingeladen wurde – darauf schickte Herr S. seine Frau in die Frauengesprächsrunde, und bald kam die ganze Familie zur Beratung. Mit Erfolg: Heute isst Albulena normal, und ihre Mutter, die früher nicht aus dem Haus ging und sich als Versagerin fühlte, besucht einen Deutschkurs.

Höheres Gesundheitsrisiko Sozial benachteiligte Kinder haben schlechtere Startchancen: Studien zeigen, dass be-

nachteiligte Menschen aufgrund von prekären Lebensverhältnissen ein höheres Gesundheitsrisiko haben. Darum hat Caritas die Frühförderung zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht – im Sinne von Chancengleichheit und Gesundheit. Beispielsweise leistet Caritas fachliche Unterstützung für die Weiterverbreitung des MVB-Projekts «Miges Balú», das Männer- und Frauentreffen, aktives Networking sowie den Einsatz interkultureller Vermittlerinnen umfasst. Das Projekt will ausländische Familien erreichen, welche die Beratung nicht nutzen – weil sie ausserfamiliäre Hilfe nicht gewohnt sind, aus Angst vor Behörden oder aus Skepsis gegenüber der hiesigen Erziehung. «Dabei zeigt sich, dass viele Eltern das Grossziehen von Kindern in der Schweiz kompliziert finden», erzählt Rosa Plattner, Leiterin der MVB St. Gallen. Bei den Treffen versuchen die Beraterinnen und Berater, Brücken zu den Eltern zu schlagen. Zur Sprache kommen dabei zum Beispiel unterschiedliche Wahrnehmungen, etwa dass Fast Food fortschrittlich oder Leitungswasser ungeniessbar sei.

Schulungen für Fachleute

Gesund essen, sich genügend bewegen, in Schule und Kindergarten mithalten: Caritas unterstützt die Frühförderung von sozial benachteiligten Kindern. Foto: Kurt Zuberbühler/Miges Balú

Migration Schweiz konkret

In den Kantonen Aargau und St. Gallen organisiert Caritas «FemmesTISCHE für Migrantinnen», wo Frauen im kleinen Kreis Nützliches lernen und Erfahrungen austauschen, etwa zum Thema Ernährung. In mehreren Kantonen arbeitet Caritas mit Partnern an einer besseren Öffnung von bestehenden Angeboten für Migrantenfamilien (Geburtsvorbereitung, Mutter-Kind-Turnen). Sie organisiert ausserdem Schulungen für Fachleute. Die Caritas will die Gesundheitsförderung aber auch generell auf sozial benachteiligte Familien – mit und ohne Migrationshintergrund – ausrichten.


Eine Brücke in die berufliche Zukunft Die Adoleszenz ist ein kritischer Moment im Leben von jungen Menschen: Sie sind mit wichtigen Fragen konfrontiert; sie müssen sich für einen Beruf oder eine Ausbildung entscheiden und herausfinden, wie sie leben und sich in die Gesellschaft integrieren möchten. In den meisten Fällen verläuft dieser Lebensabschnitt positiv, einige junge Menschen jedoch sind beim Übergang ins Erwachsenenalter mit grossen Problemen konfrontiert: Keine passende Lehrstelle zu finden zum Beispiel, das ist für viele ein schmerzliches Ende der obligatorischen Schulzeit ohne Perspektive, ein erster Misserfolg im Berufsleben. Viele Eltern machen sich in dieser Situation Sorgen um ihre Kinder, deren Situation die Familie aus dem Gleichgewicht bringen kann. Seit 2007 bietet Caritas Bergeinsatz mit dem Projekt «Passerelle» eine hilfreiche Übergangslösung für junge Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die ihre berufliche Zukunft noch nicht aufgegleist haben. Denn für Jugendliche, welche die Schule abgebrochen oder weder Praktikumsplatz noch Lehrstelle gefunden haben, gibt es nach wie vor zu wenig Überbrückungsangebote. Das Projekt «Passerelle» füllt diese Lücke und bietet Jugendlichen Aktivitäten in einem neuen Umfeld und den Eltern die Gewähr, dass ihre Kinder

diese Zeit ohne schädliche Einflüsse überbrücken können.

Selbstvertrauen gewinnen Wer bei diesem Angebot von Caritas-Bergeinsatz mitmacht, verbringt einige Monate in einer ausgewählten Bergbauernfamilie. Während dieser Zeit können junge Menschen wieder Selbstvertrauen gewinnen, jeden Tag körperliche Arbeit leisten und motivierende Tätigkeiten in der freien Natur erleben. Die an die Möglichkeiten der jungen Menschen angepasste Arbeit und der stabile Rahmen einer Bauernfamilie, die einerseits Anforderungen stellt wie auch verständnisvolle Unterstützung leistet, machen starke Erlebnisse möglich. Die Jugendlichen können dem Leben einen Sinn geben, Zukunftsperspektiven entwickeln und sich neu orientieren. Bisher haben vom Projekt «Passerelle» zehn Jugendliche aus der Deutschschweiz profitiert und in der Romandie ihr Französisch verbessert. Zu ihnen gehört etwa Stephan*, der zwei Monate im Neuenburger Jura verbrachte und mit einem Projekt in den Aargau zurückkehrte, um dort eine abgebrochene Lehre wieder aufzunehmen. *Name geändert

Das Projekt «Passerelle» bietet jungen Schulabgängern die Möglichkeit, die Zeit bis zum Beginn einer Lehre zu überbrücken. Foto: Grégoire Praz / Caritas Schweiz

Soziale Aufgaben Schweiz konkret

17


Damit Menschen nicht durchs Netz fallen

Angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise geraten immer mehr Menschen in soziale Notlagen, insbesondere nach dem Verlust der Arbeitsstelle. Um auf solche Situationen wirkungsvoll und mit geeigneten Angeboten eingehen zu können, arbeiten die Regionalen Caritas-Stellen noch enger zusammen. So haben sich die Mitarbeitenden des Caritas-Netzes intensiv mit Schuldenberatung auseinander gesetzt. 18

Dank mehrjähriger intensiver Aufbauarbeit in einzelnen regional geführten Projekten wurden 2008 zentrale Dienstleistungen des schweizerischen Caritas-Netzes noch besser ausgebaut. So hat zu Beginn des Jahres 2008 die bei Caritas Schweiz angegliederte Geschäftsstelle KulturLegi Schweiz ihre Arbeit aufgenommen. Diese unterstützt die Regionalen Caritas-Stellen spezifisch beim Projekt «KulturLegi»: Die Stellenleiterin Irène Barmettler bietet eine Reihe von Arbeitsinstrumenten an, die das Engagement vor Ort erleichtern und wirksamer gestalten helfen. Insbesondere das neue einheitliche Erscheinungsbild ermöglicht die schnelle Wiedererkennung des Projektes an neuen Standorten (siehe Seite 20). Auch das 2008 zum ersten Mal herausgegebene Netz-Magazin «Nachbarn» widerspiegelt die verbindlicher gewordene Zusammenarbeit im Caritas-Netz.

Caritas-Märkte sind gefragt Trotz grösserem Angebot im Detailhandel ist die Zahl der Caritas-Märkte mittlerweile auf 17 angestiegen. Diese Läden, welche Produkte des täglichen Bedarfs anbieten, entlasten die Budgets der armutsbetroffenen Kundinnen und Kunden erheblich. Betrug ihr Umsatz im Vorjahr noch 4,2 Millionen, so belief sich dieser 2008 bereits auf über sechs Millionen. Dieser Geschäftserfolg ist einerseits ein trauriger Indikator zur sozialen Lage der Schweiz, nicht

Caritas-Netz in der Schweiz

zuletzt aber auch auch ein Ergebnis der effizienten genossenschaftlichen Struktur sowie der guten Zusammenarbeit mit Industrie und Handel. Denn jährlich werden in der Schweiz immer noch rund 250 000 Tonnen Lebensmittel vernichtet. Die Genossenschaft CaritasMarkt in Rothenburg übernimmt solche Ware gerne auf eigene Kosten.

Sozial- und Schuldenberatung Jährlich gelangen Hunderte von Menschen, die in einer sozialen Notlage Unterstützung brauchen, an Caritas. Bei den Regionalen Caritas-Stellen finden sie Hilfe und werden vor Ort von Fachleuten der Sozialarbeit beraten. Diese arbeiten nach den im ganzen CaritasNetz einheitlichen Standards der Sozialberatung, wie sie auch der «Berufskodex der Professionellen Sozialen Arbeit» vorgibt. Vertieft haben sich die Mitarbeitenden des CaritasNetzes 2008 insbesondere mit der Schuldenberatung auseinandergesetzt. Denn immer mehr Menschen müssen mit Schulden leben. Neben der klassischen Schuldenberatung werden zusätzlich Präventionsprojekte lanciert, so zum Beispiel bei Caritas Waadt das Projekt «Agir»: Es bietet Kurse und individuelle Begleitung für Personen an, die mit der Bewältigung der administrativen Alltagsaufgaben Mühe bekunden. Ihnen wird gezeigt, wie sie selbstständig eine Krankenkassen-Prämienverbilligung einholen, die Steuererklärung ausfüllen oder ein Budget erstellen, um nicht in die Schuldenfalle zu tappen.


Auch Caritas Waadt und etwa Caritas Zürich bieten Jugendlichen mit ihren Projekten «Duo» und «Incluso» Programme zur beruflichen und sozialen Integration. So kümmern sich bei «Duo» freiwillige Berater während einer bis zwei Stunden pro Woche um schulische, berufsbezogene oder private Fragen der Jugendlichen. Diese erhalten so Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen und beim Aufbau ihres Netzes an Kontakten. 19

Teilwirtschaftliche Arbeitsplätze

Sozialfirmen erleichtern den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Foto: Georg Anderhub/Caritas Schweiz

Ein Platz im Arbeitsmarkt? Neben Angeboten zur materiellen und finanziellen Entlastung sind immer mehr Menschen darauf angewiesen, mit geeigneten Rahmenbedingungen in den Arbeitsmarkt zurückzufinden, um so ihre soziale Situation wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund sind stark betroffen von der aktuellen Wirtschaftskrise. Ihnen bieten diverse Regionale Caritas-Stellen Unterstützung an: Die Caritas Luzern beispielsweise ermöglicht in sinnvollen Arbeitseinsätzen einen Rahmen, um praxisbezogen Sprachkenntnisse zu verbessern, Mathematik- und Informatikkenntnisse zu erweitern und das Selbstvertrauen zu stärken. Ziel ist, den Jugendlichen zur sozialen und beruflichen Integration ein Brückenangebot zu machen oder sie für eine andere berufsvorbereitende Anschlusslösung zu qualifizieren.

Caritas-Netz in der Schweiz

Nach wie vor setzt die Caritas auch auf das Modell Sozialfirma, wenn es darum geht, Menschen die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. So hat Caritas Thurgau beschlossen, einen Teil der früheren Sozialfirma «Thurgi AG» zu übernehmen und als Teillohnprojekt weiterzuführen: Bis zu fünfzehn ausgesteuerte Langzeitarbeitslose finden im Projekt «Haushaltfee» bei Unterhaltsreinigungen, vor allem im privaten Bereich, eine Arbeit mit Teillohn. Da Mitarbeiter und Kundenstamm übernommen werden konnten, war die «Haushaltfee» zum Jahreswechsel startklar.

Soziale Integration als Hauptziel 2008 hat Caritas Luzern Vorbereitungen getroffen, um demnächst Dauereinsatzplätze für langzeitarbeitslose Menschen anbieten zu können. Mit diesem Projekt soll die strukturelle Sockelarbeitslosigkeit bekämpft und ein wichtiger Beitrag zur sozialen Integration der betroffenen Menschen geleistet werden. Was bleibt, wenn die Chancen auf dem Arbeitsmarkt vergeben sind, ist das Bedürfnis, dazuzugehören. Sonja Kaufmann Leiterin Stabsstelle Caritas-Netz


Am kulturellen Leben teilhaben

20

«Jeder Mensch hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben», heisst es im Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Trotzdem verfügen in der Schweiz zahlreiche Menschen nicht über genügend finanzielle Mittel, um an kulturellen Veranstaltungen und Freizeitangeboten teilhaben zu können. Ihnen bleiben damit Aktivitäten verwehrt, die für die Integration in die Gesellschaft wichtig sind. Hier setzt die Idee an, mit einer speziellen Legitimationskarte bestimmte kulturelle Angebote für armutsbetroffene Personen zu vergünstigen. Entwickelt wurde dieses Konzept erstmals 1996 vom Verein IG Sozialhilfe in Zürich. Caritas Zürich nahm die Idee 2003 auf und entwickelte sie weiter, später führten auch Caritas Bern, Caritas Luzern und Caritas Graubünden die KulturLegi in ihren Regionen ein. Einen grossen Schritt vorwärts machte das Projekt im Dezember 2008, als eine bei Caritas Schweiz angesiedelte Koordinationsstelle geschaffen wurde. Irène Barmettler koordiniert das Projekt auf nationaler Ebene und unterstützt die Regionalen Caritas-Stellen bei der Umsetzung. Hierzu erhielt die KulturLegi im vergangenen Jahr einen neuen visuellen Auftritt, und für die Romandie wurde die Marke «CarteCulture» gewählt. Im Oktober konnte das Projekt auch in Biel starten, während in Freiburg dieses Jahr ein Pilotprojekt für die Romandie durchgeführt wird.

die bisherigen Fortschritte. Zwar sei es nicht immer einfach gewesen, alle Beteiligten zufriedenzustellen und eine möglichst grosse Einheitlichkeit zu erlangen mit dem Ziel, dass einmal eine nationale KulturLegi eingeführt wird. Irène Barmettler: «Jene, die diesen Prozess begleitet haben, mussten Kompromisse eingehen und sich auf einen Dialog einlassen. Aber wir haben im vergangenen Jahr viel erreicht, und ich freue mich auf die Weiterentwicklung der KulturLegi, insbesondere in der Romandie.»

Gute Prognosen für die Zukunft Seit ihrer Lancierung ist die KulturLegi auf grosses Interesse gestossen: Ende 2008 waren rund 7000 Personen im Besitz der Karte, und über 380 Partner boten für kulturelle Veranstaltungen, Freizeitaktivitäten und Sportevents Vergünstigungen zwischen 30 und 70 Prozent an. Obwohl in den verschiedenen Regionen mit ihren jeweiligen Besonderheiten auch Schwierigkeiten überwunden werden müssen, ist Irène Barmettler stolz auf

Caritas-Netz in der Schweiz konkret

Die KulturLegi macht einen Museumsbesuch möglich – trotz knappem finanziellem Budget. Foto: Urs Siegenthaler / Caritas Zürich


Das Spenden ist ein moralischer Akt

Spenden ist eine Form des Gebens. Und das Geben ist eine menschliche Grundhaltung. Es lebt vom Bewusstsein, dass die Mitglieder einer Gesellschaft aufeinander angewiesen sind. Menschen müssen zwar ihr Leben selber führen, aber sie brauchen einander. Deshalb liegt dem Geben und dem Spenden zunächst einmal ein menschlich-moralisches Handlungsmuster zugrunde. Dies bestätigen auch unsere Spenderinnen und Spender. 21

Alle Menschheitsreligionen verweisen auf die Notwendigkeit, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. So etwa wird in der Bibel immer wieder dazu aufgefordert, den Waisen, Witwen und Fremden helfend zur Seite zu stehen und ihnen Recht zu verschaffen. Dabei ist bedeutsam, dass Spenden oder Geben in den Zusammenhang von Solidarität und Gerechtigkeit gebracht wird. Die Schweizer Bevölkerung steht in Bezug auf ihre Spendenfreudigkeit hinter Norwegen auf Platz zwei in Europa. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Schweiz pro Jahr 1,3 Milliarden Franken gespendet werden. Freilich muss man diese Beträge auch ins Verhältnis zu anderen Ausgaben setzen. So dürften die Schweizerinnen und Schweizer mittlerweile rund 2 Milliarden Franken pro Jahr für das Lotteriespiel ausgeben.

Private Spenden angestiegen Das Jahresergebnis 2008 der Caritas Schweiz verzeichnet zum ersten Mal seit längerem (das aussergewöhnliche Tsunami-Jahr 2005 bleibt unberücksichtigt) ein rückläufiges Ergebnis. Der Spendenertrag sank von 24,5 auf 23,2 Millionen Franken. Trotz dieses Rückganges ist eine Tatsache sehr erfreulich: Die Zahl der Spenden stieg von 111 181 auf 118 680. Dies ist in erster Linie unseren privaten Spenderinnen und Spendern zu verdanken: Sie spende-

Kommunikation

ten nicht nur häufiger, sondern auch mehr. So stieg ihre Durchschnittsspende von 121 auf 145 Franken an. Ebenso sind die Spenden an die CaritasPatenschaften deutlich angestiegen. Dasselbe gilt für die Legate, das Caritas- und das Flüchtlingsopfer sowie die Spenden von Pfarreien, Kirchgemeinden und Klöstern. Rückläufig dagegen waren die Beiträge von Kantonen, Gemeinden und Stiftungen. Schliesslich fielen auch die so genannten «anonymen Grossspenden» tiefer aus. Während der Rückgang bei Kantonen und Gemeinden damit zusammenhängt, dass 2008 im Vergleich zu anderen Jahren weniger Katastrophenhilfe geleistet werden musste, sind die übrigen Ertragseinbussen auf die Finanzkrise zurückzuführen.

Die Konsequenzen der Finanzkrise Das erfreuliche Ergebnis privater Spender lässt hoffen, dass die Spenden trotz Rezession nicht abnehmen. Eine schwierige Wirtschaftslage macht den Menschen bewusst, dass die Schweiz auf gemeinnützige Organisationen angewiesen ist, insbesondere für jene, die durch die Maschen des sozialen Netzes zu fallen drohen. Das zeigt, dass für die Spendenden moralisch-ethische Argumente ausschlaggebend sind. Diese fährt man in einer Rezession nicht einfach so zurück, wie man sich im Konsum einzuschränken beginnt. Dagegen gibt die gegenwärtige Finanzkrise auch für die Hilfswerke zu ernsten Sorgen Anlass: Sie bindet in einem noch nie da-


Nach meinem Tod werde ich in Äthiopien eine Schule bauen.

22

Mit einem Vermächtnis über das Leben hinaus Gutes tun: Caritas beschreitet mit der Werbung für Legate neue und innovative Wege. Foto: Andreas Schwaiger/Caritas Schweiz

gewesenen Ausmass Mittel der öffentlichen Hand. Sie hat aber auch einen Teil des Anlagevermögens zahlreicher gemeinnütziger Stiftungen vernichtet.

solches zu bitten. Entscheidend ist, dass dies mit Stil, unaufdringlich und ohne Zwang geschieht.

Offen kommunizieren Um Legate bitten Die Caritas hat im vergangenen Jahr auch neue Wege beschritten: In der Schweiz werden jedes Jahr rund 30 Milliarden Franken vererbt. Gut die Hälfte der Erben ist älter als 55 Jahre. Ein knappes Prozent der Summe wird gemeinnützigen Organisationen und Hilfswerken vermacht. Im Verhältnis zur gesamten Vererbungsmasse handelt es sich also um einen sehr bescheidenen Anteil. Aus diesem Sachverhalt hat die Caritas zwei Schlussfolgerungen gezogen. Erstens: Es ist gut, wenn man potenzielle Erblasser auf die Möglichkeit hinweist, gemeinnützige Organisationen im Testament zu berücksichtigen. So lässt sich der bescheidene Anteil von einem Prozent erhöhen, zumal viele der immer älter werdenden Erben, deren Kinder längst aus dem Haus sind, nicht mehr dringend auf eine (ganze) Erbschaft angewiesen sind. Zweitens machen von der Caritas durchgeführte Spenderbefragungen deutlich, dass 25 bis 30 Prozent der Spenderinnen und Spender durchaus bereit wären, ein Legat zu vermachen. Es macht also Sinn, potenzielle Erblasser über die Möglichkeit eines Vermächtnisses zu informieren oder sie um ein

Kommunikation

Kurz: Werben für Legate ist sinnvoll. Deshalb hat sich die Caritas für die Ausstrahlung eines Werbespots entschieden, worin sie um Vermächtnisse bittet. Sie tut dies nicht verkappt, indem sie – wie viele andere Hilfswerke – in einem sogenannten Testamentsratgeber indirekt auf die Aussetzung eines Legats hinweisen würde. Die Caritas hat stattdessen die direkte Sprache des Bittens gewählt. Sie bevorzugt also eine offene, unverschleierte Kommunikation. Darüber hinaus zeigt sie konkret auf, was ein Legat bewirken kann – beispielsweise den Bau einer Schule in Äthiopien, die Einrichtung eines Spitexdienstes in Tadschikistan, die Errichtung von Gemüse- und Fruchtgärten in Nicaragua oder die Ausbildung von Hebammen in Bangladesch. Dabei ist die Tonalität des Spots stimmungsvoll und unaufdringlich, getragen von einem leisen Humor. Der Spot spricht auf unverkrampfte Weise vom Leben und vom Tod. Das unspektakuläre Fazit des Caritas-Werbespots lautet: «Mit einem Vermächtnis können Sie über Ihr Leben hinaus Gutes tun.» Odilo Noti Leiter Bereich Kommunikation


Engagierte Jugendliche mitreissen «Viele denken, die heutige Jugend verbringe ihre Freizeit vor allem mit Computerspielen oder Herumhängen. Ich erlebe das ganz anders!», sagt Andriu Deflorin von youngCaritas. Er muss es wissen: Schliesslich kommt er bei seiner Arbeit jährlich mit Hunderten von Jugendlichen in Kontakt. youngCaritas gibt jungen Leuten die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt zu engagieren. Die Website www.youngcaritas.ch vernetzt interessierte Jugendliche, bietet ihnen spannende Blogs und fundierte Informationen zu sozialen Themen in der Schweiz und im Ausland. youngCaritas unterstützt die Jugendlichen zudem seit fünf Jahren bei der Umsetzung von eigenen Projekten. Dies kann eine Kinderbaustelle auf einer Brache sein, eine Kuchenverkaufsaktion zu Gunsten peruanischer Waisenmädchen oder eine Informationskampagne, damit in der Schulmensa mehr Produkte aus dem Fairen Handel verkauft werden.

Projektarbeit leisten und Reise gewinnen

Wehr zu setzen und den Weg in eine bessere Zukunft anzutreten.

Über den Fairen Handel informieren Daneben besucht youngCaritas aber auch Schulklassen und informiert über Themen wie Hunger, Armut in der Schweiz, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe oder Integration – mit 38 Schulbesuchen war diese Dienstleistung 2008 gefragt wie noch nie. Von diesem Engagement konnten im letzten Sommer auch die Besucherinnen und Besucher des Pfadi-Bundeslagers profitieren: Rund 1200 Pfadfinder nahmen an einem der 36 Workshops zum Thema Fairer Handel teil. Neu bietet youngCaritas seinen Mitgliedern zudem die Möglichkeit, in ihren Ferien oder in Klassenlagern Bergbauern zu helfen und dabei einen vertieften Einblick in die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zusammenhänge des Alpenraums zu gewinnen. Bei all diesen Aktivitäten ist es kein Wunder, dass Andriu Deflorin voller Überzeugung schliesst: «Die Jugendlichen, die ich kennen lerne, sind sehr interessiert und engagiert!»

Gegen Ende eines jeden Jahres können sich die Initiatoren von Projekten zudem um den youngCaritasAward bewerben. Die Projekte werden auf dem Internet vorgestellt; anschliessend werden im Rahmen einer grossen Party die Gewinner bekannt gegeben und der Publikumspreis gekürt. Gewonnen haben 2008 die «Interkulturellen kreativen Sommerwochen», die alljährlich in Bosnien junge Schweizer und Bosnier zusammenbringen. Auf die Sieger wartete eine Reise zur philippinischen Caritas-Partnerorganisation Preda, welcher die youngCaritas-Mitglieder dieses Jahr ihren Mitgliederbeitrag von 20 Franken spenden. Preda schützt ausgebeutete Jugendliche und Kinder und hilft ihnen, Die strahlenden Siegerinnen und Sieger des youngCaritas-Award sich gegen Misshandlungen zur 2008 mit Caritas-Direktor Hugo Fasel (links). Foto: Pia Zanetti/Caritas Schweiz

Kommunikation konkret

23


Projekte und Programme im Ausland 2008

24 45 44 4

41

40 42 46

43

47 39

38 Länder mit Projekten und Programmen von 50’000 bis 100’000 Franken Länder mit Projekten und Programmen von 100’001 bis 500’000 Franken Länder mit Projekten und Programmen von 500’001 bis 1’000’000 Franken Länder mit Projekten und Programmen ab 1’000’001 Franken

Afrika Diverse Länder 11 Äthiopien 2 Demokratische Republik Kongo 13 Kenia 14 Mali 15 Mosambik 16 Ruanda 17 Somalia 18 Sudan 19 Tschad 10 Uganda 11 Zimbabwe

11’579’041 49’591 1’068’281 103’060 420’514 928’071 233’915 753’265 1’515’680 4’878’863 815’791 454’026 357’985

Asien / Mittlerer Osten / Nordafrika 27’577’549 Diverse Länder 26’385 12 Ägypten 106’285 13 Bangladesch 2’263’050 14 China 66’263 15 Indien 1’831’105 16 Indonesien 10’711’588 17 Irak 671’326 18 Kambodscha 154’902 19 Libanon 667’418 20 Myanmar/Burma 1’547’842 21 Pakistan 3’263’637 22 Palästina 447’592 23 Philippinen 453’247 24 Sri Lanka 3’828’789 25 Thailand 708’084 26 Vietnam 830’034

Europa /GUS Diverse Länder 27 Bosnien-Herzegowina 28 Bulgarien 29 Kosovo 30 Moldawien 31 Polen 32 Rumänien 33 Russland 34 Serbien 35 Tadschikistan 36 Tschechien 37 Ukraine

9’186’840 1’155’131 2’347’210 133’394 1'862'036 384’490 54’140 309’985 355’017 62’492 2’281’328 144’394 97’223


33

31 36

37 27 34 29

32 28

30 35 14

19 22

17 21

25

15

12 13

15

20

9

26 25

8

23 18

1 24 10 2

7 3

16

6

5 11

Total Projekte und Programme der Caritas im Ausland (in Franken)

Lateinamerika Diverse Länder 38 Bolivien 39 Brasilien 40 Guatemala 41 Haiti 42 Honduras 43 Kolumbien 44 Kuba 45 Mexiko 46 Nicaragua 47 Peru

8’021’688 372’977 869’897 388’960 672’626 988’327 215’335 2’625’942 703’458 241’106 732’810 210’250

Afrika Lateinamerika Asien/Mittlerer Osten/Nordafrika Europa /GUS Allgemeine Beiträge für Entwicklungszusammenarbeit (Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitik, int. Caritas-Netz) Beiträge in Naturalien Gesamttotal*

Entwicklungszusammenarbeit/ Aufbauhilfe 9’458’702 6’950’043 4’367’370 8’703’903

572’725 746’523 30’799’265

Katastrophenhilfe

Total

2’120’340 1’071’645 23’210’179 482’937

11’579’041 8’021’688 27’577’549 9’186’840

26’885’101

572’725 746’523 57’684’367

* inkl. Kleiderprogramm durch Materialzentrale der Caritas im Wert von 677’235 Franken.

Mitfinanzierung der Auslandarbeit (in Franken) Die unter den einzelnen Ländern aufgeführten Programme und Projekte im Ausland wurden im Jahr 2008 von Dritten wie folgt unterstützt: Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Bern: – DEZA-EZA (Entwicklungszusammenarbeit/ Programmbeitrag) – DEZA-HH (Humanitäre Hilfe) – DEZA-HH (Humanitäre Hilfe/Naturalien) – DEZA-OZA (Bereich Zusammenarbeit Osteuropa und GUS) Bundesamt für Migration (Wiederaufbauprojekte in Bosnien) Bund, Politische Abteilung IV Fürstentum Liechtenstein, Ausländeramt Stiftung Glückskette, Genf Weitere Organisationen (z. B. internationales Caritas-Netz)

4’200’000 1’279’901 746’523 1’559’169 509’330 730’000 1’139’200 9’587’277 23’657’681


Qualifizierte Berufsleute aus dem Süden

Dilbar Nuralieva, Administratorin im Regionalbüro Tadschikistan in Duschanbe, Juliet Nandawula, Soziologin aus Uganda und Fachfrau für Gemeindeentwicklung im Südsudan, Rodolfo Coronel, Agronom aus den Philippinen, Nura Magan, Länderverantwortliche in Hargeisa, Somaliland: Diese Namen stehen stellvertretend für jene lokalen Mitarbeitenden, die vor Ort für die Umsetzung der Projekte und Programme von Caritas Schweiz verantwortlich sind. 26

Je nach Umfang der internationalen Tätigkeit arbeiten in den Ländern des Südens pro Jahr zwischen 180 und 250 lokale Mitarbeitende für Caritas Schweiz. Zu ihnen gehören jene Angestellten, mit denen im Rahmen eines Programms oder Projekts vor Ort ein Arbeitsvertrag unterzeichnet wurde. Rechnet man sie und die Mitarbeitenden, die nach schweizerischem Recht und Personalreglement bei Caritas Schweiz angestellt sind zusammen (vgl. Kasten), so machen die lokalen Mitarbeitenden je nach Jahr zwischen einem Drittel und knapp der Hälfte aller Mitarbeitenden aus. Nicht zuletzt als Folge der Tsunami-Programme werden die lokalen Mitarbeitenden innerhalb der Organisation in den letzten Jahren besser wahrgenommen. Seit 2006 ist dank einer jährlich durchgeführten Erhebung bekannt, wie viele lokale Mitarbeitende für Caritas arbeiten, in welchen Funktionen und mit welchen Anstellungsbedingungen.

Wichtige Stellen Aus der Erhebung geht etwa hervor, dass rund zwei Drittel unserer lokalen Mitarbeitenden qualifizierte Berufsleute mit einer oder mehreren abgeschlossenen Berufsausbildungen sind: Ingenieure, Sozialarbeiterinnen, Agronominnen, Soziologinnen, Maurer und Poliere, kaufmännische Fachkräfte, EDV-Spezialisten und andere. Dazu kommen Chauffeure, was

Personal und Qualitätsmanagement

bei den oft prekären Strassen- und Wegverhältnissen vor allem grosse Erfahrung und Geschicklichkeit erfordert, sowie Bewachungspersonal, Köche und Köchinnen oder etwa Reinigungspersonal.

Hohe Erwartungen an Caritas Schweiz Auf Reisen oder wenn lokale Mitarbeitende in der Zentrale von Caritas Schweiz zu Besuch sind, ist immer wieder eindrücklich zu erfahren, wie sehr diese sich mit Caritas Schweiz identifizieren. Damit einher geht ein hohes Interesse für die Organisation und ihre Tätigkeitsfelder. Ebenso haben die lokalen Mitarbeitenden natürlich auch Erwartungen an die Organisation, für die sie arbeiten: Dazu gehören etwa klare Aussagen zu Rechten und Pflichten der Arbeitnehmenden, gute Anstel-

Personalstatistik Ende 2008 waren bei Caritas Schweiz auf 203 Vollstellen 165 Frauen und 119 Männer, insgesamt also 284 Mitarbeitende beschäftigt. Dazu kamen 102 Mitarbeitende im Stundenlohn, vor allem Dolmetschende. 14 Prozent der Mitarbeitenden haben einen ausländischen Pass, und ein gutes Drittel ist über 50 Jahre alt. Bei Caritas Schweiz arbeiten zudem rund 240 lokal angestellte Mitarbeitende in Projekten der internationalen Zusammenarbeit.


Der Caritas-Agronom Alikhon Naimov aus Tadschikistan mit der Caritas-Kartoffel. Sie bringt im Vergleich zu herkömmlichen Sorten mehr als den doppelten Ertrag. Foto: Pia Zanetti/Caritas Schweiz

lungsbedingungen und eine angemessene Entlöhnung mit entsprechenden Sozialleistungen, aber auch Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten. Für eine Arbeitgeberin wie Caritas Schweiz ist es darum wichtig, dass die Arbeits- und Anstellungsbedingungen auch der lokalen Mitarbeitenden in den Grundsätzen geregelt sind und den Prinzipien der Personalpolitik und den Anstellungsbedingungen der Mitarbeitenden mit einem Vertrag an der Zentrale nicht widersprechen. Aus diesem Grund hat Caritas Schweiz eine Rahmenordnung zu den Anstellungsbedingungen von lokalen Mitarbeitenden erarbeitet, die so genannten «local staff regulations». Darin ist festgelegt, welche Fragen überall geregelt sein müssen. So ist klar, dass alle Mitarbeitenden einen formellen Arbeitsvertrag haben müssen, dass ein angemessener Lohn zu bezahlen und die Inflation auszugleichen ist, dass die Risiken Unfall, Invalidität oder Alter abzusichern sind und dass der Anspruch auf Ferien und Weiterbildung geregelt ist. Weitere Details müssen vor Ort bestimmt werden. Insbesondere Fragen wie Weiterbildung und persönliche Entwicklung sind für die lokal Angestellten wichtig: Sie sind sehr interessiert, im Rahmen ihrer Arbeit dazu zu lernen, sinnvolle Weiterbildungen zu absolvieren und neue Aufgaben anpacken zu können. Hier sind besonders auch die vorgesetzten Personen vor Ort wie die Delegierten gefordert, die entspre-

Personal und Qualitätsmanagement

chenden Gespräche zu führen und die Personalentwicklungsaufgaben wahrzunehmen.

Mitarbeitendenbefragung 2008 Dass sich solche Massnahmen lohnen, zeigte auch die 2008 zum dritten Mal durchgeführte Mitarbeitendenbefragung. Sie ergab Kontinuität auf hohem Niveau: Die Angestellten von Caritas Schweiz sind mit ihrer Arbeit sehr zufrieden, können ihre Fähigkeiten und Potenziale einbringen, haben das Gefühl, eine sinnvolle und interessante Arbeit zu machen, fühlen sich gut integriert in ihr Team und sind mit ihren Vorgesetzten sehr zufrieden. Schliesslich stimmen auch Lohn und Sozialleistungen. Das alles schliesst allerdings nicht die Tatsache aus, dass die Mitarbeitenden auch bei Caritas Schweiz eine hohe Arbeitsbelastung namhaft machen oder beim Thema «Abläufe und Entscheidungswege» sowie bei der Frage der Innovation noch Verbesserungspotenzial sehen. Die Mitarbeitendenbefragung ist ein wichtiger Gradmesser für die Personalpolitik, das Betriebsklima und die Anstellungsund Arbeitsbedingungen. Die nächste Befragung im Jahr 2010 ist darum schon auf sicher geplant. Albert Schnyder Leiter Bereich Personal und Qualitätsmanagement

27


Risiko-Management überarbeitet

Nachdem in den Vorjahren Grosskatastrophen die Jahresrechnungen prägten, ging 2008 das Projektvolumen für die Katastrophenhilfe zurück. Das Risiko-Management und das interne Kontrollsystem wurden erweitert. Damit stellt Caritas sicher, dass alle Spenden kostengünstig jene Menschen erreichen, für die sie bestimmt sind. 28

Weil Caritas Schweiz unter anderem in der Katastrophenhilfe tätig ist, schwankt der jährliche Umsatz stark. So wurden im Vorjahr alleine in der Katastrophenhilfe Schweiz (Hochwasser 2005) 23 Millionen Franken eingesetzt, welche nun nicht mehr anfielen. Dank den weiteren Tätigkeitsfeldern wie etwa der Entwicklungszusammenarbeit, der Forschung zu entwicklungs-, sozial- und migrationspolitischen Fragestellungen sowie den sozialen Aufgaben in der Schweiz und im Migrationsbereich kann eine breite und nachhaltige Wirkung erzielt werden. Wegen dieses vielfältigen Aktionsradius kann Caritas Schweiz Projektkooperationen und mit strategischen Allianzen zusätzliche Finanzierungsquellen erschliessen. So konnten im vergangenen Jahr mit Spenden von über 23 Millionen Franken Beiträge von rund 53 Millionen Franken erwirtschaftet werden. Durch die Finanzierungsallianzen mit Partnerorganisationen im In- und Ausland sowie mit dem Bund war es möglich, die Wirkung des Spendenfrankens mehr als zu verdoppeln. Das Projektvolumen überstieg die prognostizierten Einnahmen. Deshalb nahmen einerseits die Verpflichtungen gegenüber den Programmen und Projekten um 6,6 Millionen ab, andererseits wurde Organisationskapital im Umfang von rund 6,5 Millionen Franken aufgelöst. Die Einnahmen des Jahres 2008 von 85 Millionen Franken sowie Überschüsse der Vorjahre setzt Caritas Schweiz gezielt und kos-

Finanzen und Administration

tengünstig ein. Im Jahr 2008 flossen so 62 Millionen Franken in die internationale Zusammenarbeit, 25 Millionen Franken in die Inlandarbeit und 6 Millionen Franken in die beiden Caritas-Betriebe Caritas-Fairtrade und Kleiderzentrale, welche sich über eigene Erträge weitgehend selber finanzieren. Die restlichen Gelder gingen in die Personal- und Finanzadministration, in die Kommunikation sowie in die Forschungsgrundlagenarbeit. Die ausführlichen Zahlen sowie die Berichte der externen Kontrollorgane sind auf den Seiten 32 bis 44 dargestellt.

Gelder erreichen die Zielgruppen Caritas Schweiz baute ihre Kontrollen im Jahr 2008 weiter aus. So wurden das Risikomanagement und das interne Kontrollsystem überarbeitet. Ein neuer Risikoradar identifiziert mögliche Gefahren, die mit konkreten Massnahmen entweder verhindert, reduziert oder dann versichert werden. Schon in der Vergangenheit wurde jedes einzelne Projekt, jedes

Die Weihnachtssammlung 2008 war erneut dem Thema Hunger gewidmet.


einzelne Tätigkeitsfeld separat erfasst und für jeden einzelnen Geldbetrag festgehalten, welches Projekt, welches Land oder generell welches Ziel unterstützt werden soll. Während der Laufzeit eines Projektes und nach dessen Abschluss wird jedes Mal überprüft, ob die gesetzten Ziele erreicht und die eingesetzten Mittel korrekt und wirtschaftlich verwendet worden sind. Dank dem Risiko-Management und dem internen Kontrollsystem können wesentliche finanzielle Abflüsse verhindert werden. Die externe Revisionsstelle, die Geschäftsprüfungskommission, die interne Revision sowie umfangreiche Kontrollmechanismen garantieren, dass die Gelder gemäss ihrer Zweckbestimmung eingesetzt werden und so jene Menschen erreichen, für die sie bestimmt sind. Die mediale Berichterstattung und die Betroffenheit nach grossen Katastrophen führen innerhalb kurzer Zeit zu grossen Geldeingängen. Diese Mittel werden jedoch nicht sofort, sondern entsprechend dem Projektfortschritt ausbezahlt, denn eine nachhaltige und wirkungsvolle Hilfe ist längerfristig und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. In der Zwischenzeit wird das Geld professionell bewirtschaftet. Bei Caritas Schweiz sind das derzeit rund 24 Millionen Franken. Dieser Betrag entspricht rund einem Viertel des Jahresumsatzes von 91 Millionen Franken, was zeigt, dass die Spenden rasch eingesetzt werden. Die Finanzkrise ging auch an den Finanzanlagen der Caritas Schweiz nicht spurlos vorbei, so wurde eine negative Performance von 12 Prozenten erzielt. Trotzdem wurde in den letzten sechs Jahren aber immer noch ein Gewinn von 9,3 Millionen Franken erwirtschaftet, auch nach Abzug der Rückschläge des Jahres 2008. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 4,4 Prozenten, was als ausgezeichnet be-

Werbung: spinas|gemperle

Finanzen und Administration

zeichnet werden darf. Wären anstelle von Aktien- und Immobilienanlagen nur Obligationen gekauft worden, hätte dies eine Jahresrendite von 1,5 Prozent ergeben, auf dem Bankkonto wäre sie noch viel bescheidener ausgefallen. Das wären insgesamt im konkreten Fall 6,6 Millionen Franken weniger Einnahmen gewesen. Zudem hätten ethische Kriterien geringfügiger beachtet werden können. Neben den klassischen Finanzzielen orientiert sich die Caritas Schweiz nämlich an sozialen und ökologischen Kriterien und übt dementsprechend ihr Stimmrecht an den Generalversammlungen aus. 29

Verwaltung zu geringen Kosten Zur Administration gehören die Direktion, die Spendenbeschaffung und das Personalwesen, das Finanz- und Rechnungswesen, die Informatik sowie die übrigen logistischen Tätigkeiten. Eine effiziente Administration bedeutet, dass alle notwendigen Tätigkeiten erledigt werden, und zwar zu möglichst geringen Kosten. Im Verhältnis zur betrieblichen Leistungserbringung 2008 betrug der Werbeaufwand 4,7 Prozent. Zusammen mit dem übrigen administrativen Aufwand von 4,7 Prozent ergab das gesamthaft 9,4 Prozent. Der Anstieg zum Vorjahr ist mit dem schwankenden Umsatz zu erklären. Mit diesem Prozentsatz und ebenfalls im Mehrjahresvergleich verfügt Caritas Schweiz über führend tiefe Administrationsund Werbekosten, sowohl im Vergleich zu anderen Hilfswerken als auch zu Betrieben der Privatwirtschaft. Regelmässige neutrale, externe Überprüfungen belegen diese Aussage. Hans Krummenacher-Wüest Leiter Bereich Finanzen und Administration


Kleider für Asylsuchende

Rund 1200 Asylsuchende konnten durch die Kleiderzentrale der Caritas mit Schuhen und Kleidern ausgestattet werden. Auch insgesamt versorgte die Kleiderzentrale mehr in der Schweiz lebende Personen mit gebrauchten Kleidern. 30

650 Tonnen Textilien und Schuhe erhielt die Kleiderzentrale im vergangenen Jahr aus den 40 Textil-Containern der Region Luzern, von Pfarreien und Frauenvereinen, Heimen und engagierten Privatpersonen. Zudem überlassen Textilhandelsketten und Importeure der Kleiderzentrale regelmässig neue Textilien mit der Auflage, dass diese nur im Ausland eingesetzt werden dürfen. Dies wertet die Lieferungen an Secondhand-Kleidern deutlich auf. Die acht Mitarbeiterinnen und die zwei Mitarbeiter des Sortierwerkes verarbeiteten 2008 rund 400 Tonnen Altkleider und Schuhe. 260 Tonnen Kleider und Schuhe wurden an Caritas oder deren Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika und und Osteuropa versandt. Diese Natural-Geschenke im Wert von 2,6 Millionen Franken waren wieder sehr gefragt.

Kleiderlieferungen in der Schweiz Rund 1200 Asylsuchende aus den Kantonen Luzern, Schwyz und Obwalden wurden mit den nötigsten Kleidern und Schuhen versehen, denn ab Mitte Jahr stiegen die Asylgesuche wieder deutlich an. Insgesamt nahmen die Einkleidungen in der Schweiz lebender Personen zu – unter ihnen Alleinerziehende oder kinderreiche Familien. Im Auftrag der Winterhilfe Schweiz erhielten zudem 620 Personen mittels Postversand die gewünschten Kleidungsstücke.

Kleiderzentrale

2008 wurden 400 Tonnen Altkleider und Schuhe verarbeitet. Foto: Franca Pedrazzetti/Caritas Schweiz

Der Theater- und Fasnachtsladen erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit, während dank genügend guten Textilien auch das gewöhnliche Secondhandgeschäft leicht gesteigert werden konnte. Schliesslich bildet die Kleiderhilfe eine Detailhandelsassistentin mit Attest in einer zweijährigen Lehre aus. Jungen Schulabgängerinnen ohne Lehrstelle bietet sie während rund einem Jahr einen Einsatz im Sortierwerk an, um ihnen die Eingliederung in die Berufswelt zu erleichtern. Mit Erfolg: Fast alle diese jungen Frauen fanden bisher eine Anlehr-Stelle. Hugo Fuchs Geschäftsleiter Kleiderzentrale


Honigtassen – eine beliebte Geschenkidee

Die Umsätze von Caritas-Fairtrade-Produkten fielen im Geschäftsjahr 2008 erneut unterschiedlich aus. So bewährte sich die Strategie, vermehrt auf eigene Läden zu setzen. Auch das traditionelle Produkt Honig verkaufte sich durch seine attraktivere Verpackungsgestaltung in gewissen Absatzkanälen besser. Im Bereich Food mussten Umsatzrückgänge an Industrie und im Direktverkauf hingenommen werden. 31

Das Geschäftsjahr 2008 zeigt eine ähnliche Entwicklung wie im Vorjahr. Die Strategie zur Stärkung der Unica-Läden bewährte sich: Der Unica-Laden Basel steigerte seinen Umsatz um deutliche 41 Prozent, bei Unica Zürich waren es 11 Prozent. Allerdings verfehlten der UnicaLaden Luzern und der Absatzkanal Weltläden das Vorjahresergebnis knapp. Und beim Absatz von Food-Produkten liegen die Zahlen beim Honig im Bereich Industrie und Direktversand deutlich unter jenen von 2007.

Neuer Internetshop lanciert Dem herausfordernden Schweizer Markt begegnete Caritas-Fairtrade etwa mit dem im Herbst eröffneten Internetshop: Auf www.caritas.ch sowie www.caritas-fairtrade.ch

finden das breite Publikum sowie Detailhändler und Firmen über Tausend fair gehandelte Produkte. Dies ist momentan das umfangreichste Fairtrade-Sortiment, das auf einer Schweizer Internetplattform angeboten wird. Erfreulich waren die Kontakte zu Firmen im Zusammenhang mit möglichen Kundengeschenken. Die Caritas-Honigtassen hatten nach der erstmaligen Bewerbung im CaritasMagazin einen guten Absatz zu verzeichnen: Innert drei Wochen wurden 1200 Tassen ausgeliefert. Caritas importiert seit mehr als 30 Jahren Honig von Imkern aus Mittel-und Lateinamerika. Mit dem von Max Havelaar zertifizierten guatemaltekischen Honig erwirtschaften die Imkerfamilien dank existenzsichernden Preisen beinahe die Hälfte ihres Einkommens. Die Motive der Honigtassen werden von der Schweizer Künstlerin Käthy Urfer exklusiv für Caritas gestaltet. Der Caritas-Honig in verschiedenen Verpackungen ist bei Firmen als Kundengeschenk sehr beliebt. Christof Bachmann Geschäftsleiter Caritas-Fairtrade

Der Caritas-Honig in der bunten Tasse sichert unzähligen Bauernfamilien die Existenz und ist ein ideales Geschenk.

Caritas-Fairtrade

Foto: Roland Zemp/Caritas Schweiz


Berichte der Kontrollorgane Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung 2008 Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung der Caritas Schweiz (Bilanz, Betriebsrechnung, Geldflussrechnung, Rechnung über die Veränderung des Kapitals und Anhang, Seiten 33–41) für das am 31.12. 2008 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. In Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER unterliegen die Angaben im Leistungsbericht nicht der ordentlichen Prüfpflicht der Revisionsstelle.

32

Verantwortung des Vorstandes Der Vorstand ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Vorstand für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung vermittelt die Jahresrechnung für das am 31.12. 2008 abgeschlossene Geschäftsjahr ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER. Ferner entsprechen die Buchführung und Jahresrechnung dem schweizerischen Gesetz und den Statuten. Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbare Sachverhalte vorliegen. In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Vorstandes ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert. Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen. Ferner bestätigen wir, dass die durch uns zu prüfenden Bestimmungen der Stiftung ZEWO eingehalten sind. Luzern, 19. Februar 2009 BDO Visura Bruno Purtschert, Leitender Revisor, dipl. Wirtschaftsprüfer, zugelassener Revisionsexperte Marcel Geisser, dipl. Wirtschaftsprüfer, zugelassener Revisionsexperte

Jahresrechnung 2008

Bericht der Geschäftsprüfungskommission Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) hat ihren Controllingauftrag an vier Sitzungen wahrgenommen und hat sich mit folgenden Schwerpunkten befasst: Rechnungsrevision: – Berichte der Revisionsstelle: Jahresrechnung 2007 der Geschäftsstelle Caritas Schweiz und der Betriebe Fairtrade und Kleiderzentrale, Management-Letter zur Prüfung der Organisation Caritas Schweiz in Sumatra/Indonesien sowie Bericht zur Review der Feld-Buchhaltung Lezhë, Albanien; – Schlussbericht der internen Revision 2007 im Beisein des Vertreters der Revisionsstelle sowie des Verantwortlichen für die internen Revisionen. Berichte/Präsentationen von Mitarbeitenden: – Reisebericht des Direktors in die Tsunami-Gebiete (Sri Lanka, Indien, Indonesien) sowie Bericht über den Stand der Umsetzung von Massnahmen aus dem Reisebericht von Ende 2007; – Zwischenbericht über den Stand des Wiederaufbaus nach dem Tsunami in Indonesien (Aceh); – Präsentation über die interne Revision des Wiederaufbauprogramms «Tsunami» in Indonesien (Sumatra); – Präsentation des Konzepts Risikomanagement Caritas Schweiz; – Präsentation der Ergebnisse der Mitarbeitendenbefragung Caritas Schweiz 2008; – Präsentation der Resultate der Spenderbefragung Caritas Schweiz 2008; – Jahresauswertung Spendenentwicklung/ Spendenbarometer; – Delegiertenversammlung vom 28. Mai 2008 (inkl. Gesamterneuerungswahlen). Weitere von der GPK behandelte Geschäfte: – Management-Review 2007 mit Kennzahlen aus den Bereichen, Stellenrapport und Personalstatistik 2007; – Tätigkeitsplan, Stellenplan sowie Budget und Lohnrunde 2009 mit Kommentar und Kennzahlen; – Mittelfristige Finanzplanung 2006 – 2011 (Sensitivitätsanalyse); – Die GPK hat Kenntnis genommen von den Protokollen des Anlagerates, des Präsidiums und des Vorstandes, von einer Zusammenstellung der Organisationsentwicklungsprojekte Caritas Schweiz sowie von den regelmässigen Informationen des Direktors zu aktuellen Geschäften. Luzern, 10. Dezember 2008 Josef Truttmann Präsident der GPK


Bilanz per 31. Dezember 2008

Aktiven

Anhang

Umlaufvermögen Flüssige Mittel Wertschriften Forderungen Vorräte Finanzierungszusagen Internationale Zusammenarbeit Aktive Rechnungsabgrenzung

2.1

2008

2007

CHF

CHF

13’163’810 24’560’606 5’327’980 2’082’445 750’000 812’180

19’435’475 38’558’969 3’233’873 2’103’046 981’939 1’172’063

46’697’021

65’485’365 33

Anlagevermögen Sachanlagen Finanzanlagen

2.3 2.2

Total Aktiven

12’706’387 862’002

12’562’570 1’294’502

13’568’389

13’857’072

60’265’410

79’342’437

367’412 590’841 466’277

1’450’480 627’080 1’073’184

1’424’530

3’150’743

933’000 806’356 1’800’000 170’000

981’750 1’615’633 1’800’000 170’000

3’709’356

4’567’383

Passiven Kurzfristiges Fremdkapital Kreditoren Sonstige Verbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzung

Langfristiges Fremdkapital Darlehen Vergabungen mit Auflagen Hypotheken Tödistrasse Chur Rückstellungen

2.4

Wertschwankungsfonds

2.5

3’317’766

Fondskapital (zweckgebundene Fonds)

2.6

54’601’446

61’238’444

Organisationskapital

2.6

530’079

7’068’100

60’265’410

79’342’437

Total Passiven

Jahresrechnung 2008


Gesamtbetriebsrechnung 2008 Darstellung gemäss Umsatzkostenverfahren

2008

2007

CHF

CHF

1’263’858

1’715’764

12’302’185 9’903’191 8’732’857 8’947’131 21’015’793

10’467’958 8’116’432 9’825’147 10’093’503 25’155’804

62’165’015

65’374’608

365’204 1’216’238 1’085’957

372’433 1’565’342 1’418’932

7’960’074 1’170’386 1’051’289

12’942’136 1’147’287 22’555’066

12’849’148

40’001’196

1’160’929 1’355’564 8’539’329 1’481’106 3’678’845

1’131’109 1’547’547 7’944’789 1’438’362 3’522’168

16’215’773

15’583’975

4’096’494 1’699’218

4’414’756 1’598’951

5’795’712

6’013’707

626’400 343’100

409’674 270’007

969’500

679’681

97’995’148

127’653’167

Abnahme Verpflichtung gegenüber Projekten /Programmen Abnahme Organisationskapital

– 6’636’999 – 6’524’603

– 6’622’844 – 358’565

Total Ertrag

84’833’546

120’671’759

Aufwand Internationale Zusammenarbeit Entwicklungszusammenarbeit allgemein Projekte/Programme Afrika Asien /Mittlerer Osten /Nordafrika Lateinamerika Europa /GUS Katastrophenhilfe Ausland/Naturalienhilfe 34

Soziale Aufgaben und Migration Schweiz Soziale Aufgaben und Migration Schweiz allgemein Integration und Soziale Projekte Schweiz Anwaltschaft /Hilfswerkvertreterinnen, -vertreter (HWV) Unterbringung/Betreuung Asylsuchender/Rückkehrberatung Bergeinsätze Katastrophenhilfe Schweiz Übrige Bereiche Direktion / Verein /Grundlagenarbeit Caritas-Netz Schweiz Kommunikation Personal- und Qualitätsmanagement Finanzen und Administration Betriebe Fairtrade Kleiderzentrale Caritas allgemein Caritas allgemein Abschreibungen

Total Aufwand

Die Zusammensetzung des Aufwands (Verwendung der Mittel) ist auf Seite 43 grafisch dargestellt Die Gesamtbetriebsrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren ist auf den Seiten 37 und 38 dargestellt.

Jahresrechnung 2008


Darstellung gemäss Umsatzkostenverfahren Ertrag

Anhang

Internationale Zusammenarbeit Spenden /Legate/Patenschaften /Rückvergütungen Spenden kirchliche Organisationen /Gruppen Spenden Kantone und Gemeinden Projektbeiträge Bund Projektbeiträge Glückskette/Organisationen Diverse übrige Erträge

2008

2007

CHF

CHF

11’082’960 1’529’012 1’150’750 9’024’923 34’384’159 877’816

12’030’321 1’495’430 919’208 7’787’067 37’997’437 149’867

58’049’620

60’379’330 35

Soziale Aufgaben und Migration Schweiz Spenden /Legate Schweiz /Rückvergütungen Spenden kirchliche Organisationen/Gruppen Flüchtlingsopfer Projektbeiträge Bund Projektbeiträge Kantone und Gemeinden Beitrag Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) Projektbeiträge Glückskette/Organisationen Diverse Erträge/Dienstleistungen

Caritas allgemein Freie Spenden/Legate/Rückvergütungen Freie Spenden Kantone und Gemeinden Spenden kirchliche Organisation Projektbeiträge Organisationen Schweizerisches Caritas-Opfer Vermögenserfolg Liegenschaftserfolg Diverse Erträge/Dienstleistungen allgemein

2.1

Betriebe Verkaufserlöse Fairtrade Verkaufserlöse/Dienstleistungen Kleiderzentrale

Total Ertrag

2.7

Zum Ertrag (Herkunft der Finanzierungsmittel) sind auf Seite 42 Diagramme vorhanden.

Jahresrechnung 2008

429’680 48’251 451’193 548’166 7’854’862 115’452 1’147’755 1’258’003

427’204 78’254 430’216 1’581’171 11’730’912 428’383 24’153’291 991’731

11’853’362

39’821’162

7’888’788 4’300 173’108 – 433’046 – 869’782 111’335 1’581’728

8’900’986 28’500 202’184 35’292 399’489 3’010’323 76’126 2’268’182

9’322’523

14’921’082

3’814’675 1’793’366

3’836’181 1’714’004

5’608’041

5’550’185

84’833’546

120’671’759


Geldflussrechnung 2008 2008

2007

CHF

CHF

Geldfluss aus Betriebstätigkeit Ergebnis (Fondsveränderung) Abnahme Organisationskapital: Unternehmensfonds Fonds für sozial Zwecke Abschreibungen: Sachanlagen Finanzanlagen Veränderung Wertschwankungsfonds Buchgewinne/-verluste auf Wertschriften

– 6’636’999 – 6’524’603 – 13’418 400’900 230’000 – 3’317’766 4’893’480

– 6’622’844 – 412’764 – 305’018 – – 1’173’733 – 431’543

Veränderungen kurzfristiger Forderungen und Verbindlichkeiten Zunahme/Abnahme Forderungen Zunahme/Abnahme Finanzierungszusagen Zunahme/Abnahme Vorräte Zunahme/Abnahme aktiver Rechnungsabgrenzungen Zunahme/Abnahme kurzfristiger Verbindlichkeiten Zunahme/Abnahme passiver Rechnungsabgrenzungen

– 2’094’107 231’939 20’602 359’883 – 1’119’307 – 606’907

1’210’990 3’224’261 371’371 – 582’042 – 81’302 827’280

– 14’176’303

– 3’365’309

–544’717 – 5’701’905 – – – 14’806’787 202’500 –

–1’105’994 – 7’626’650 – 250’000 – 1’786 13’451’296 2’500 –

8’762’665

4’472’939

– 858’027

608’199

– 858’027

608’199

– 6’271’665

1’715’829

19’435’475 13’163’810

17’719’646 19’435’475

– 6’271’665

1’715’829

Fonds flüssige Mittel

36

Geldfluss aus Investitionstätigkeit Investitionen in: Sachanlagen Wertschriftenanlagen Finanzanlagen (Darlehen) Beteiligungen Desinvestitionen in: Sachanlagen Wertschriftenanlagen Finanzanlagen (Darlehen) Beteiligungen

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Zunahme sonstiger langfristiger Verbindlichkeiten

Total Geldfluss (Veränderung der flüssigen Mittel) Bestand der flüssigen Mittel am 1. Januar Bestand der flüssigen Mittel am 31. Dezember Total Veränderung der flüssigen Mittel (Cash)

Jahresrechnung 2008


Gesamtbetriebsrechnung 2008 Darstellung gemäss Gesamtkostenverfahren

Anhang

Betrieblicher Ertrag und betriebliche Leistungserbringung Spenden Legate /Erbschaften Spenden (zweckgebundene) aus Geldern der öffentlichen Hand

2008

2007

CHF

CHF

20’941’394 1’095’095 1’155’050

22’557’908 1’416’127 947’758

Total Spenden

2.7

23’191’540

24’921’793

Beiträge Dritter

2.7

35’647’366

62’614’402

58’838’906

87’536’196

17’427’951 7’956’524

21’099’150 8’018’832

84’223’380

116’654’178

20’464’872 723’273 65’253’063 287’860 475’444 58’335

22’874’547 752’752 93’347’021 298’028 475’897 81’326

87’262’847

117’829’571

2’723’395 34’321 1’187’520 307’034 4’551’286 285’956

2’658’746 27’523 1’542’370 285’299 3’932’393 192’863

9’089’512

8’639’194

Total Aufwand für die Leistungserbringung

96’352’359

126’468’765

Zwischenergebnis 1 (entspricht dem EBIT)

– 12’128’979

– 9’814’587

4’155’693 –5’022’475 49’126

3’140’860 –133’538 13’917

– 817’656

3’021’240

26’849 – 241’816

204’375 – 392’435

– 214’967

–188’061

– 13’161’602

– 6’981’409

Total Ertrag aus Spenden und privaten Beiträgen

37

Öffentliche Aufträge Andere betriebliche Erträge

2.7

Total Ertrag Personalaufwand Projektmonitoring vor Ort /Reiseaufwand Direkte Projektkosten Unterhaltskosten Forschungsaufwand Abschreibungen Total Projektaufwand Personalaufwand Projektbesuche/Reisespesen Sachaufwand Unterhaltskosten Sammelaufwand Abschreibungen Total administrativer Aufwand

Finanzerfolg und übriges Ergebnis Finanzertrag, Kursgewinne Finanzaufwand Liegenschaftserfolg Total Finanzergebnis Ausserordentlicher Ertrag Ausserordentlicher Aufwand Total übriges Ergebnis Zwischenergebnis 2

Jahresrechnung 2008

2.1


2008

2007

CHF

CHF

5’628’018 1’026’965 – 17’984 –

5’064’207 495’337 – 21’281 1’084’580

Total Veränderung zweckgebundene Fonds (Abnahme/ Zunahme Verpflichtungen gegenüber Projekten/Programmen)

6’636’999

6’622’844

Veränderung Organisationskapital

6’524’603

358’565

Fortsetzung von Seite 37

Veränderung zweckgebundene Fonds (+ = Abnahme / – = Zunahme der Fonds) Veränderung Fonds Internationale Zusammenarbeit (IZA) Veränderung Fonds Soziale Aufgaben und Migration Schweiz Veränderung Fonds Betriebe (Kleiderzentrale) Veränderung Fonds Caritas allgemein

38

Jahresergebnis

Die Gesamtbetriebsrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren ist auf den Seiten 34 und 35 dargestellt. Beim Gesamtkostenverfahren werden sämtliche Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres einander gegenübergestellt (Total Spenden, Personalaufwand usw.). Beim Umsatzkostenverfahren werden den einzelnen Umsatzgruppen bzw. Tätigkeitsfeldern die entsprechenden Aufwendungen gegenübergestellt.

Anhang zur Jahresrechnung 2008 1 Rechnungslegungsgrundsätze 1.1 Grundsätze zur Buchführung und Rechnungslegung Die Rechnungslegung für die Jahre 2007 und 2008 erfolgt in Übereinstimmung mit den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER) und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (Prinzip «true and fair view»). Darüber hinaus entspricht die Jahresrechnung den Grundsätzen und Richtlinien der Stiftung ZEWO. 1.2 Bewertungsgrundsätze Für die Rechnungslegung gilt grundsätzlich das Anschaffungs- bzw. Herstellungskostenprinzip. Dieses richtet sich nach dem Grundsatz der Einzelbewertung von Aktiven und Passiven. In Bezug zur Bewertung der wichtigsten Bilanzpositionen gilt Folgendes: – Flüssige Mittel: zum Nominalwert, Fremdwährungen zum Kurs am Bilanzstichtag. – Wertschriften: zum Kurswert per Bilanzstichtag. – Forderungen: zum Nominalwert unter Berücksichtigung einer angemessenen Wertberichtigung für gefährdete Guthaben. Guthaben gegenüber Arbeitsgemeinschaften zum Nominalwert des anteiligen Eigenkapitals. – Vorräte: zum Einstandspreis abzüglich einer Wertberichtigung für beschädigte Ware. Fairtrade: Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten bewertet. – Immobilien: zum geschätzten Anschaffungswert abzüglich Abschreibungen. – Sachanlagen: zum Anschaffungswert abzüglich Abschreibungen. – Rückstellungen: Höhe basiert auf der Einschätzung der Geschäftsleitung und widerspiegelt die per Bilanzstichtag zu erwartenden zukünftigen Aufwendungen. – Übriges Fremdkapital: zum Nominalwert. – Fremdwährungen: zum Kurs am Bilanzstichtag. 1.3 Methodik zur Ermittlung des administrativen Aufwandes Die Ermittlung des administrativen Aufwandes erfolgt in Übereinstimmung mit der «Methodik zur Berechnung des administrativen Aufwands» der Stiftung ZEWO.

Jahresrechnung 2008


2 Erläuterungen zur Jahresrechnung 2.1 Wertschriftenbestand und Vermögenserfolg Wertschriftenbestand (Bilanz)

2008 0,0% 18,4% 23,2% 9,3% 1,6 % 43,5%

5’020 6’767’333 8’370’599 3’697’535 753’222 17’888’945

0,0% 17,6% 21,7% 9,6% 2,0% 46,4%

964’400

3,9%

1’076’315

2,8%

24’560’606

100%

38’558’969

100%

Diverses (Anteilscheine Wohnbaugenossenschaft) Total

2007

5’068 4’524’077 5’704’811 2’273’887 401’938 10’686’425

Kassenobligationen Obligationen Schweiz Obligationen Ausland Aktien Schweiz Aktien Ausland Fonds (u.a. sozial und ökologisch nachhaltige Fonds)

Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken können Devisentermingeschäfte abgeschlossen werden. Dafür muss der betreffende Titel teilweise als Sicherheit hinterlegt werden. Per Bilanzstichtag sind keine Termingeschäfte offen, und es sind keine Sicherheiten beansprucht worden.

Zusammensetzung Vermögenserfolg

2008

2007

Ertrag aus Zinsen, Dividenden und Kurserfolge Anpassung Kursschwankungsfonds (vgl. 2.5)

837’927 3’317’766

1’967’127 1’173’733

Vermögenserfolg (realisiert und nicht realisiert) Finanzaufwand

4’155’693 –5’007’475

3’140’860 – 118’538

– 851’782 – 869’782 18’000

3’022’323 3’010’323 12’000

Vermögenserfolg (netto) davon Anteil Caritas allgemein davon Anteil Betriebe: Kleiderzentrale

Neben den klassischen Finanzzielen Rendite, Risikooptimierung und Liquiditätssicherung orientiert sich Caritas Schweiz bei der Anlage ihr anvertrauter Gelder an sozialen und ökologischen Kriterien gemäss den Empfehlungen der Nationalkommission Justitia et Pax. Im Jahr 2008 wurde eine Performance von –12,3 % (Vorjahr +1,8 %) erzielt, insgesamt in den letzten sechs Jahren + 23,7 % oder durchschnittlich +4,4 % pro Jahr. 2.2 Finanzanlagen Beteiligungen

Land

Buchwert Buchwert 2008 2007

Kapital

Anteil Caritas Schweiz

ANT-Informatik AG (Softwarehersteller [SextANT])

Schweiz

201’000

201’000

CHF 306’000

65%

Genossenschaft Caritas-Markt (LebensmittelLäden für Armutsbetroffene in der Schweiz)

Schweiz

2’000

2’000

CHF 10’000

20%

MIT Aktiengesellschaft (Schule und Ausbildungsstätte für Tätigkeiten in der Landwirtschaft)

Bangladesch

1

1

Taka 15 Mio. (CHF 230’000)

25%

203’001

203’001

Total Beteiligungen Darlehen

659’001 1’091’501

Total Finanzanlagen

862’002 1’294’502

Die Beteiligung ANT wird nicht konsolidiert, da sie betragsmässig nicht wesentlich ist und keine Absicht der dauerhaften Beteiligung besteht. Seitens Caritas Schweiz sind der Präsident sowie der Bereichsleiter Finanzen und Administration Mitglieder des Verwaltungsrates. Regionale Caritas-Stellen: Caritas Schweiz pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den Regionalen Caritas-Stellen. Diese sind aber rechtlich und finanziell unabhängig. Sie sind auf der letzten Seite des Geschäftsberichtes aufgeführt. 2.3 Sachanlagen Liegenschaften

Anlagen und Einrichtungen

Informatik

Übrige Sachanlagen

Anschaffungswerte 1. Jan. Zugänge Abgänge

12’589’037 84’465 –

176’933 55’675 –

722’981 385’338 –

90’578 19’240 –

13’579’529 544’718 –

Stand 31. Dez. Kumulierte Abschreibungen 1. Jan. Zugänge Abgänge

12’673’502 – 459’543 –108’489 –

232’608 – 88’221 – 47’182 –

1’108’319 – 428’851 –225’831 –

109’818 – 40’343 –19’400 –

14’124’247 – 1’016’958 – 400’902 –

– 568’032

– 135’403

– 654’682

– 59’743

–1’417’860 12’706’387

Kumulierte Abschreibungen 31. Dez. Nettowerte am 31. Dez. Abschreibungssätze

12’105’470

97’205

453’637

50’075

50 –100 J.: 2 – 4%

5/10 J.: 40/20%

5 J.: 40%

5 J.: 40%

Anschaffungen bis CHF 5000 werden direkt der Betriebsrechnung als Aufwand belastet.

Jahresrechnung 2008

Total

39


2.4 Rückstellungen Bestand 1.1. 2008

Zugänge

Abgänge/ Verbrauch

Auflösung

Bestand 31.12. 2008

170’000

170’000

Bestand 1.1. 2008

Zugänge

Abgänge/ Verbrauch

Auflösung

Bestand 31.12. 2008

3’317’766

3’317’766

Sanierung Löwenstrasse 5, Luzern

170’000

Nettowerte am 31. Dez.

170’000

2.5 Wertschwankungsfonds (vgl. 2.1)

Kursschwankungsfonds

Dieser Fonds wurde basierend auf der implizierten und historischen Volatilität der einzelnen Anlagekategorien bei den Wertschriftenanlagen jährlich neu berechnet. Er musste vollständig aufgelöst werden. 2.6 Fondsbestände 2008 (Rechnung über die Veränderung des Kapitals) Zweckgebundene Fonds Fonds Fonds Fonds Fonds

40

Internationale Zusammenarbeit Soziale Aufgaben und Migration Schweiz Caritas allgemein 1 Betriebe

Total zweckgebundene Fonds 1

Zugänge

Interne Transfers

Abgänge/ Verbrauch

Schlussbestand

49’772’758 10’081’243 – 1’384’444

58’049’620 11’853’362 12’828’766 5’608’041

2’900’000 1’227’770 – 4’480’087 352’317

– 66’577’638 – 14’108’097 – 8’348’679 – 5’942’374

44’144’740 9’054’278 – 1’402’428

61’238’444

88’339’789

– 94’976’788

54’601’445

Fonds zur Finanzierung ordentlicher Vorhaben des laufenden Jahres. Organisationskapital

2

Anfangsbestand

Anfangsbestand

Zugänge

Soziale Zwecke 2 Weiterbildung Unternehmensfonds

163’297 50’000 6’854’803

3’642

Total freie Mittel

7’068’100

3’642

Interne Transfers

Abgänge/ Verbrauch – 17’060

Schlussbestand

– 6’524’603

149’880 50’000 330’199

– 6’541’663

530’079

erfolgsneutral gebucht

2.7 Herkunft der Erträge 2007– 2008 Zusammenstellung der Erträge

2008

2007

1. Private Unterstützung/freiwillige Zuwendungen

CHF

CHF

Spenden Freie Spenden Zweck-/projektgebundene Spenden Spenden von kirchlichen Organisationen /Gruppen Offizielle Kirchenopfer Freiwillige Opfer Spenden Kantone und Gemeinden Rückvergütungen Patenschaften Legate/Erbschaften

6’968’310 8’252’140 1’242’119 884’239 568’253 1’155’050 9’492 3’016’843 1’095’095

7’221’360 9’640’222 1’230’310 829’705 605’508 947’758 139’167 2’891’636 1’416’127

23’191’540

24’921’793

11’209’032 24’438’334

39’844’387 22’770’016

35’647’366

62’614’402

58’838’906

87’536’196

4’200’000 1’279’901 2’068’499 314’927 205’739 730’000 746’523 7’854’862 27’500

4’200’000 1’021’652 1’216’140 1’268’698 302’173 600’300 759’275 11’730’912 –

17’427’951

21’099’150

Beiträge Dritter Glückskette Andere Hilfswerke/Organisationen

Total private Unterstützung/freiwillige Zuwendungen 2. Öffentliche Beiträge Bundesbeiträge für Entwicklungszusammenarbeit Bundesbeiträge für Humanitäre Hilfe Bundesbeiträge für Zusammenarbeit Osteuropa Bundesbeiträge für Flüchtlingshilfe Bundesamt für Gesundheitswesen Bundesbeiträge übrige Bundesbeiträge Naturalien Beiträge Kantone und Gemeinden für Flüchtlingshilfe Übrige Beiträge öffentliche Hand Total öffentliche Beiträge

Jahresrechnung 2008


Fortsetzung von Seite 40

2008

2007

3. Andere Erträge

CHF

CHF

Warenerträge /Aktionserträge / Veranstaltungen Dienstleistungen /übrige Erträge Vermögenserfolg Ausserordentlicher Ertrag Mehrwertsteuer

6’559’275 3’055’967 – 851’782 26’849 –223’619

6’843’121 2’158’669 3’022’323 204’375 –192’073

8’566’690

12’036’414

84’833’547

120’671’760

Total andere Erträge Total Erträge

3 Weitere Angaben Entschädigungen an Mitglieder leitender Organe: Präsidium, Vorstand und Geschäftsprüfungskommission arbeiten ehrenamtlich. Für ihre Auslagen an Sitzungen erhalten sie eine pauschale Entschädigung. Im Jahr 2008 sind insgesamt CHF 27’120 als Entschädigung an die leitenden Organe ausbezahlt worden (Vorjahr CHF 33’907). Davon hat der Präsident CHF 9500 (Vorjahr CHF 10’100) erhalten. Der Gesamtbezug aller acht Mitglieder der Geschäftsleitung, Sozialleistungen und betriebliche Kinderzulagen eingeschlossen, betrug im Jahr 2008 CHF 1’058’859 (Vorjahr CHF 974’395). Nahestehende Organisationen: Regionale Caritas-Stellen gelten gemäss Swiss GAAP FER nicht als nahestehende Gesellschaften. Die 15 Regionalen Caritas-Stellen sind auf der letzten Seite aufgeführt (vgl. auch Abs. 2.2).

41

Forderung gegenüber ANT-Informatik AG: CHF 500’000 (Vorjahr CHF 730’000). Forderung gegenüber Genossenschaft Caritas-Markt: CHF 351’500 (Vorjahr CHF 354’207). Gemeinwesen: Forderungen gegenüber Gemeinwesen: CHF 1’384’353 (Vorjahr CHF 1’013’536). Verpflichtungen gegenüber Gemeinwesen: CHF 230’000 (Vorjahr CHF 230’000). Brandversicherungswerte der Liegenschaften: Objekt Luzern Emmen, Kleiderzentrale Chur, Tödistrasse 7, 9, 11

31.12. 2008

31.12. 2007

5’412’000 2’905’000 5’010’000

5’412’000 2’905’000 4’256’000

Pensionskasse: Caritas Schweiz ist zusammen mit Caritas Luzern Stifterin der Pensionskasse Caritas, welche seit 1. Januar 2000 besteht. Es handelt sich um eine Kasse nach dem Beitragsprimat, einzig im Risikoteil besteht ein Leistungsprimat. Der Deckungsgrad beträgt per 31. Dezember 2008 90,5 % (Vorjahr 109,7 %). Der Stiftungsrat überprüft regelmässig, ob Massnahmen zur Beseitigung der Unterdeckung notwendig sind. Derzeit sind noch keine Entscheidungen gefällt. Der Aufwand von Caritas Schweiz für die berufliche Vorsorge betrug 2008 CHF 1’651’877(Vorjahr CHF 1’768’581). Belastungen von Aktiven zur Sicherung eigener Verpflichtungen: Sicherstellung der Liegenschaften in Chur für Hypothekarkredit von CHF 1,8 Mio.: CHF 4’424’334 (Vorjahr CHF 4’377’078). Ausserbilanzgeschäfte: Langfristige Mietverträge

2008

Objekt Löwenstrasse 5, Luzern gestaffelte Laufzeiten: Barwert (p = 4%)

1’041’103

1’159’340

– 225’235 211’164 155’255 97’060 41’115

214’464 214’464 201’069 147’852 92’349 39’096

davon fällig im:

2007 2008 bis 2011 jährlich je 2012 2013 2014 2015

2007

Leistungsbericht: Der vorliegende Geschäftsbericht (Seiten 1 bis 31) gilt als Leistungsbericht. Naturalien und Freiwilligenarbeit: Caritas Schweiz erhält Lebensmittel für die Nothilfe, vornehmlich Milchpulver. Diese Lieferungen werden vorsichtig bewertet und sind in der vorliegenden Jahresrechnung mit CHF 746’523 (Vorjahr CHF 759’275) enthalten. Interne Abgeltungen für Kleiderlieferungen in Auslandprojekte sowie Kleiderbezüge der Inlandarbeit (Migration) sind mit CHF 710’896 in der Jahresrechnung berücksichtigt (Vorjahr CHF 763’411). Caritas Schweiz vermittelte im vergangenen Jahr 1’170 Personen (Vorjahr 998), die 10’410 Tage (Vorjahr 8’725 Tage) Freiwilligenarbeit in Bauernbetrieben in den Schweizer Alpen und im Jura leisteten. Dieses Engagement entspricht vorsichtig berechnet einer Summe von CHF 2,5 Mio. (Vorjahr CHF 2,1 Mio.). Dieser Betrag ist nicht in die Jahresrechnung eingeflossen. Weiterführende Angaben: Detailliertere Informationen zu einzelnen Positionen der Bilanz, Gesamtbetriebsrechnung, Geldflussrechnung, Rechnung über Veränderung des Kapitals sowie zu Punkten des Anhangs können bei Caritas Schweiz, Bereich Finanzen und Administration, angefordert werden.

Jahresrechnung 2008


Herkunft der Finanzierungsmittel 2008 Mittelherkunft für sämtliche Caritas-Aktivitäten

Öffentliche Beiträge 20,54 % (17,43 Mio. Fr.)

Beiträge Dritter 42,02 % (35,65 Mio. Fr.)

Spenden 27,34 % (23,19 Mio. Fr.)

Andere Erträge 10,10 % (8,57 Mio. Fr.)

42

Mittelherkunft für Projekte und Programme der Caritas im Ausland

Öffentliche Beiträge 15,55% (9,02 Mio. Fr.)

Spenden 23,71% (13,76 Mio. Fr.)

Beiträge Dritter 59,23 % (34,38 Mio. Fr.)

Andere Erträge 1,51% (0,88 Mio. Fr.)

Mittelherkunft für Caritas-Aktivitäten im Bereich des Asyl- und Flüchtlingswesens

Öffentliche Beiträge 86,24 % (8,40 Mio. Fr.)

Beiträge Dritter 3,29 % (0,32 Mio. Fr.)

Andere Erträge 4,92 % (0,48 Mio. Fr.) Spenden 5,55 % (0,54 Mio. Fr.)

Erläuterung Spenden: Unterstützung durch Private, Kirchenopfer, Unterstützung durch kirchliche Institutionen, Legate. Öffentliche Beiträge: Beiträge des Bundes für die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe sowie Beiträge des Bundes und der Kantone für die Asyl- und Flüchtlingshilfe.

Caritas in Zahlen

Beiträge Dritter: Beiträge der Glückskette aus ihren Spendensammlungen für die Projektarbeit im Inland und im Ausland und Beiträge anderer Hilfswerke (aus dem internationalen Caritas-Netz u.a.). Andere Erträge: Warenerträge (z. B. aus Fairtrade und Kleiderhilfe), Erträge für Dienstleistungen und Zinserträge.


Verwendung der Mittel 2008 Millionen Franken 70 65

62,17 Mio. 63,44 %

60 55 50 45 40 35 30 25 20

43 15 10

4,25 Mio. 4,33 %

4,95 Mio. 5,05 %

Soziale Aufgaben und Katastrophenhilfe Schweiz

Betreuung von Asyl Suchenden / Anwaltschaft

5

5,80 Mio. 5,91%

5,01 Mio. 5,11%

8,54 Mio. 8,71%

6,95 Mio. 7,09 % 0,34 Mio. 0,35 %

0 Internationale Zusammenarbeit

Integration Flüchtlinge

Erläuterung Internationale Zusammenarbeit: Katastrophenhilfe, humanitäre Not- und Überlebenshilfe im Ausland sowie Entwicklungszusammenarbeit. Soziale Aufgaben Schweiz: Bergbauernhilfe, Katastrophenhilfe, soziale Einsätze und Freiwilligendienst, soziale Projekte. Betreuung von Asyl Suchenden: Unterbringung und Betreuung von Asyl Suchenden im Auftrag der öffentlichen Hand, Rechtsberatung.

Kleiderzentrale / Fairtrade

Verwaltung / Forschung

Abschreibungen

Kommunikation

Integration Flüchtlinge: Fürsorge- und Integrationsleistungen gegenüber anerkannten Flüchtlingen im Auftrag der öffentlichen Hand (in Zusammenarbeit mit den Regionalen CaritasStellen). Verwaltung: Direktion, Personal- und Finanzadministration, Forschungsarbeit (Sozial-, Migrations- und Entwicklungspolitik). Kommunikation: Information, Marketing, Medien- und Bildungsarbeit.

Internationale Zusammenarbeit der Caritas 2008 Millionen Franken 30 27,58 Mio.

28 26 24 22 20 18 16 14 11,58 Mio.

12 10

9,19 Mio. 8,02 Mio.

8 6 4 1,32 Mio.

2 0 Europa /GUS

Afrika

Asien/ Lateinamerika Mittlerer Osten/ Nordafrika

Caritas in Zahlen

Ausland allgemein

Erläuterung Internationale Zusammenarbeit: Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe im Ausland. Ausland allgemein: Beiträge in Naturalien sowie Beiträge an Alliance Sud, an das internationale Caritas-Netz und andere.


Private Unterstützung 1999 – 2008 Millionen Franken 100

90

80

70

60

50

40

30

44 20

10

10 1999

2000

2001

Caritas-Spenden

2002

2003

Beiträge Dritter

Entwicklung des administrativen Aufwandes (2003 – 2008)

6,6

7,0

6,8

6,5

2006

2007

2008

land und Beiträge anderer Hilfswerke (aus dem internationalen Caritas-Netz u.a.). Das Ausmass der privaten Unterstützung (Caritas-Spenden und Beiträge Dritter) hängt unmittelbar mit dem Auftreten von Katastrophen zusammen.

Projekte, Mittelbeschaffung, Verwaltung 2008 9,4

8

2005

Total private Unterstützung

Erläuterung Caritas-Spenden: Spenden von Privaten, Unterstützung durch kirchliche Institutionen, Kirchenopfer und Legate, die der Caritas direkt zukommen. Beiträge Dritter: Beiträge der Glückskette aus ihren Spendensammlungen für die Projektarbeit im Inland und im Aus-

Prozent 10

2004

Projekte 90,6 % 7,2

6,8

Fundraising und Werbung 4,7 %

6 4 2 0 2003

2004

2005

2006

2007

2008

Durchschnitt

Erläuterung Die Grafik gibt die Administrationskosten (Kosten für die Leitung, die Personal- und Finanzadministration sowie die Sammelarbeit) in Prozent an, d. h. im Verhältnis zur Leistungserbringung (Total Projekt- und Administrationsaufwand: Definition gemäss Swiss GAAP FER 21). Dieser Aufwand ist, vor allem in den Bereichen Migration und Katastrophenhilfe, starken Schwankungen unterworfen, was sich wiederum auf die Administrationskosten auswirkt. Seit 2003 wird der administrative Aufwand nach der Methode von Swiss GAAP FER 21 erhoben. Die Zahlen von 2002 konnten noch nicht nach diesem Rechnungslegungsstandard ermittelt werden, da er in der Schweiz erst auf den 1. Januar 2003 eingeführt worden ist. Die ZEWO hat ihn auf den 1. Januar 2004 als verbindlich erklärt.

Caritas in Zahlen

Übriger administrativer Aufwand 4,7 %

Erläuterung Die Grafik zeigt den Projektaufwand sowie den administrativen Aufwand in Prozenten der Leistungserbringung des Jahres 2008. Von den Einnahmen sind 90,6 % in die Projekte geflossen, 4,7 % sind für die Mittelbeschaffung und Werbung aufgewendet worden und 4,7 % für die allgemeine Verwaltung wie beispielsweise Personalwesen, Buchhaltung, Informatik und Infrastruktur. Diese Kennzahlen sind in Übereinstimmung mit den Vorgaben von Swiss GAAP FER 21 und entsprechend den Richtlinien der Stiftung ZEWO zur Ermittlung des administrativen Aufwandes gemeinnütziger Organisationen erhoben worden.


Ein herzliches Dankeschön

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern für ihre grosszügige Unterstützung im vergangenen Jahr. Ihr Engagement und ihre Solidarität ermöglichen uns weltweite Hilfe für Menschen in Not. 45 Unser Dank geht insbesondere an: Glückskette; Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA); Bundesamt für Gesundheit (BAG); Bundesamt für Migration; Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, Politische Abteilung IV; Liechtensteinische Landesverwaltung; Internationales Caritas-Netz (darunter vor allem Caritas Deutschland, Caritas Liechtenstein, Caritas Luxemburg und Caritas Norwegen). Unter anderem haben folgende Kantone, Städte und Gemeinden unsere Projekte unterstützt: Kantone: Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Land, Basel-Stadt, Freiburg, Genf, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Uri, Wallis, Zürich. Städte: Aarau, Altstätten, Chur, Grenchen, IllnauEffretikon, Lancy, Le Locle, Luzern, Neuchâtel, Olten, Opfikon, Pully, Rapperswil-Jona, Rheinfelden, Solothurn, St. Gallen, Vevey, Zug, Zürich. Gemeinden: Arlesheim, Belp, Bernex, Bremgarten bei Bern, Buchs AG, Choulex, Domat/Ems, Egg, Freienbach, Küsnacht, Montreux, Muri bei Bern, Muttenz, Neuhausen am Rheinfall, Obersiggenthal, Oberwil BL, Plan-les-Ouates, Riehen, Rüschlikon, Saanen, Schwyz, Uznach, Vaz/Obervaz, Veyrier, Wettingen, Zuchwil. Speziell danken wir folgenden Stiftungen und Vereinen: Accentus Stiftung, Zürich; Accordeos Stiftung, Männedorf; Almatrust Stiftung, Zürich; Arthur Waser Stiftung, Luzern; Children Charity Foundation, Zürich; Georg Fischer Stiftung Clean Water, Schaffhausen; Georges Wick Stiftung, Luzern; Stiftung Julius Bär, Zürich; Hans C. Klauser-HumbelStiftung, Zürich; Helfer und Schlüter Stiftung, Bern; Internationale Balzan Stiftung, Zürich; Leopold Bachmann Stiftung, Rüschlikon; Louis und Louise Galm-Nohe Stiftung, Basel; Marian und Zofia Kirsch Stiftung, Muri bei Bern; Medicor Foundation, Triesen; Otto Gamma Stiftung, Zürich; RSB Stiftung, Zürich; Solon Foundation, Luzern; Starr International Foundation, Zug; Stiftung Binelli und Ehr-

Dank

sam, Zürich; Stiftung Charles North, St. Gallen; Stiftung Gebrüder Kägi, Lichtensteig; Stiftung Heinrich & Julie Sandmeier-Streiff, Zug; U.W. LinsiStiftung, Stäfa; von Duhn Stiftung, Vaduz; Vontobel Stiftung, Zürich; Familien-Vontobel-Stiftung, Zürich; Walter Haefner Stiftung, Zürich; Stiftung Perspektiven, Zürich; Swiss Re, Zürich; Carl und Elise Elsener Stiftung, Ibach. Altpfadfinder-Verband, Pfeffingen; Bezirksschule Oftringen; Caritas Laden, Stans; Caritas-Werk St. Meinrad, Einsiedeln; Evangelische Mittelschule Schiers; Freie kath. Schule Kreuzbühl, Zürich; Handarbeitsgruppe Ibach; Kantonsschule Wiedikon, Zürich; Kantonsschule Zofingen; Kindergarten Affoltern am Albis; Kinderkleiderbörse Rössli-Ryti, Oberwil BL; Klasse B3b OZ Mariahilf, Luzern; Lionsclub Worblertal; Maturaklassen 08/KZB, Greifensee; Musikschule der Stadt St. Gallen; Oberwalliser Mittelschule, Brig; Primarschule, Langenbruck; Rotary-Club Laufen; Sekundarschule Eglisau; Strick-Gruppe Waldkirch; Weltladen, Küblis. Neben vielen anderen haben die nachfolgenden Firmen sich an der Finanzierung unserer Projekte beteiligt: Amavita Apotheken, Bern; ammarkt media consulting GmbH, Herisau; Antavis AG, Rikon im Tösstal; Autogrill Schweiz AG, Olten; B.I.D. – Guy Millwater, Bremgarten AG; Baumer Electric AG, Frauenfeld; BDO Visura, Solothurn; Bio Partner Schweiz AG, Seon; Breitling SA, Grenchen; Bruba Immobilien Anstalt, Balzers; Bucherer AG, Luzern; cpt Trading, Basel; Capit Solutions GmbH, Urdorf; Cash+Carry Angehrn, Gossau; Coop Schweiz, Basel; Die Mobiliar, Bern; Druckerei Albisrieden AG, Zürich; Ehrmann Balboni AG, Basel; Essex Chemie AG, Luzern; Flawa AG, Flawil; Frei & Partner AG, Wil SG; Galexis AG, Niederbipp; Gebrüder Gloor AG, Burgdorf; GHP Arbitrium AG, Zürich; Hermes Süssstoff AG, Zürich; Impuls Apotheken und Drogerien, Winterthur; IKAS Pneuhaus, Visp; InterSolutions GmbH, Münchenstein; ISOPUBLIC AG, Schwerzenbach; McPaperland Andreas Kümin AG, Tuggen; Mecon mesure & consult Gmbh, Zürich;


MIS Trend SA, Lausanne; Möbel Pfister AG, Suhr; Modeva AG, Pratteln; Novita Engineering GmbH, Volketswil; PEG Papeteristen-Einkaufsgenossenschaft, Aarburg; Promotions Delarive SA, Pully; Reassort Mode SA, Glattbrugg; Reflection Marketing AG, Dübendorf; Ricola AG, Laufen; Schiller AG, Baar; Schindler Management AG, Ebikon; Singer Jean & Cie SA, La Chaux-de-Fonds; Sinodus AG, Küsnacht ZH; Steppdekor AG, St. Gallen; SWIBA AG, Winterthur; theScreener.com SA, Nyon; Thalia Bücher AG, Basel; TopPharm AG, Münchenstein; Treuhand Schenkel GmbH, Frauenfeld; Voigt AG, Romanshorn; Wams AG, Buchs SG; www.warscheinli.ch ag, Adligenswil.

46

Unter anderem haben folgende Landeskirchen, Kirchgemeinden, Pfarreien, Klöster und kirchliche Vereinigungen unsere Arbeit unterstützt: Bischöfliche Ordinariate der Diözesen Chur, Lugano, Sitten, St. Gallen, Lausanne, Genf und Freiburg; Abtei Saint-Maurice; Kloster Einsiedeln; Katholischer Konfessionsteil St. Gallen; Röm. kath. Kirche des Kantons Basel-Stadt; Röm. kath. Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft; Röm. kath. Zentralkommission des Kantons Zürich. Abbaye d'Hauterive, Posieux; Association Fraternelle Romande, Cerniat FR; Stiftung Animar, Schötz; Benediktinerinnenkloster In der Au, Trachslau; Benediktinerkloster, Mariastein; Benediktiner-Missionare, Uznach; Bethlehem Mission Immensee; Dominikanerinnen von Bethanien, St. Niklausen OW; Frauenkloster St. Katharina, Wil SG; Ilanzer Dominikanerinnen; Institut Ingenbohl, Brunnen; Institut Menzingen; Kloster Disentis, Disentis/Mustér; Kloster Heiligkreuz, Cham; Kloster Maria Hilf, Menzingen; Kloster St. Elisabeth, Schaan; Kloster St. Peter und Paul, Cazis; Kloster St. Scholastica, Tübach; Kloster und Institut Baldegg; Kloster und Internat St. Ursula, Brig; Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf, Luzern; Missionare von der Hl. Familie, Werthenstein; Missionsgruppe Ibach; Missionsschwestern, Kriens; Monastère de la Visitation, Fribourg; Monastère Saint-Joseph, Fribourg; Pallottinerinnen-Gemeinschaft, Niederuzwil; Präfektur der Jesuitenkirche, Luzern; Provinzialat der Pallotiner, Luzern; Schwesterngemeinschaft St. Anna, Luzern; Sœurs de St-Maurice, Bex; Sœurs hospitalières, Delémont; Spitalschwestern-Gemeinschaft, Luzern; Stiftung der Gemeinschaft, Zug; Stiftung St. Martin, Meilen; Stiftung Theresianum Ingenbohl, Brunnen; St. Katharina-Werk, Basel. Kirchgemeinden: Baar; Buchrain; Burgdorf; Bürglen; Celerina/Schlarigna; Delémont; Dübendorf; Gams; Horw; Kirchberg BE; Kirchdorf AG; Kloten; Landquart; Langnau im Emmental; Luzern; Meggen; Neftenbach; Nottwil; Oberkirch LU; OberwilLieli; Pfäffikon ZH; Porrentruy; Pratteln; Rapperswil SG; Rheinfelden; Röm. kath. Gesamtkirchgemeinde Bern; Rothenburg; Schaffhausen; Seeland; Stansstad; Uster; Verband der röm. kath. Kirchgemeinden Zürich; Wallisellen; Wattwil; Weinfelden; Wettingen; Willisau; Wohlen AG; Zug; Zürich Peter und Paul; Zürich St. Gallus; Zwingen.

Dank

Pfarrämter: Peter und Paul, Aarau; St. Martin, Adligenswil; St. Josef, Aesch BL; Alle; Alpnach Dorf; Bruder Klaus, Altdorf; St. Martin, Altdorf; St. Martin, Altishofen; Amriswil; St. Mauritius, Appenzell; St. Georg und Zeno, Arth; St. Martin, Baar; Bad Ragaz; St. Margaritha, Ballwil; St. Marien, Balsthal; Basel; Parrocchia cattolica di, Basel; St. Mauritius, Berikon; Dreifaltigkeit, Bern; Bruder Klaus, Birsfelden; Herz-Jesu, Brig; Hl. Dreifaltigkeit, Bülach; St. Martin, Buochs; St. Antonius, Celerina/Schlarigna; Chevenez; Dompfarramt, Chur; Courtételle; Davos Platz; Delémont; Diepoldsau; Maria Frieden, Dübendorf; St. Martin, Effretikon; St. Antonius v. P., Egg bei Zürich; Hl. Georg, Elgg; St. Petrus, Embrach; St. Antonius Erem., Ennetbürgen; St. Vinzenz, Eschenbach SG; Jakobus d. Ä., Escholzmatt; Fällanden; St-Pierre, Fribourg; St. Mauritius, Frutigen; Mission catholique anglophone, Genève; Glis; Hl. Herz Jesu, Goldau; Gommiswald; St. Andreas, Gossau SG; St. Martin, Hochdorf; St. Katharina, Horw; St. Gallus und Othmar, Kaiseraugst; St. Barbara, Kappel SO; St. Gallus, Kerns; Kirchberg SG; Klingnau; St. Josef, Klosters; Christ-König, Kloten; St. Georg, Küsnacht ZH; Peter und Paul, Küssnacht am Rigi; Heiligkreuz, Lachen SZ; St. Fidelis v. S., Landquart; Lichtensteig; Bruder Klaus, Liestal; Luzern; St. Maria, Luzern 7; Matran; Gut-Hirt, Meiringen; Montana-Station, Montana-Vermala; Missione Cattolica, Morges; Moutier; Muolen; St. Mauritius, Naters; Heilig Kreuz, Neuhausen am Rheinfall; St. Martin, Oberentfelden; Heilig Chrüz, Oberrieden; St. Martin, Olten; Mariae Geburt, Plaffeien; Porrentruy; St. Mauritius, Regensdorf; St. Nikolaus, Reinach BL; St. Verena, Rickenbach b. Wil; St. Franziskus, Riehen; Romanshorn; Romont FR; St. Barbara, Rothenburg; St. Theodul, Sachseln; Saignelégier; Sargans; St. Peter und Paul, Sarnen; St. Maria, Schaffhausen; St. Konrad, Schaffhausen; Hl. Familie, Schöftland; St. Martin, Schwyz; St-Guérin, Sion; St. Ursen, Solothurn; Dompfarramt, St. Gallen; St. Matthias, Steinhausen; St-Ursanne; St. Georg, Sursee; St. Martin, Thun; Hl. Familie, Unterägeri; St. Andreas, Uster; Uznach; Vevey-Blonay; Villars-sur-Glâne; St. Martin, Visp; Bruder Klaus, Volketswil; Wädenswil; Johannes der Täufer, Walchwil; St. Sebastian, Wallbach; Wattwil; St. Sebastian, Wettingen; St. Anton, Wettingen; Missione Cattolica, Wettingen; St. Franziskus, Wetzikon ZH 1; Widnau; St. Nikolaus, Wil SG; St. Peter und Paul, Willisau; St. Peter und Paul, Winterthur; St. Mauritius, Zermatt; St. Michael, Zug; Maria Lourdes, Zürich; St. Peter und Paul, Zürich; St. Martin, Zürich; St. Konrad, Zürich; Zürich; St. Anton, Zürich; Zuzwil SG; Zwingen. Ein herzliches Dankeschön geht zudem an all jene zahlreichen Institutionen, die wir aus Platzgründen nicht aufführen können. Schliesslich danken wir unseren privaten Spenderinnen und Spendern sowie all jenen, die anonym bleiben möchten.


Organe Vorstand Präsidium Präsident: Dr. Fulvio Caccia, Camorino TI Vizepräsidentin: Susanna Cavelti-Scherrer, lic. iur., Jugendanwältin, St. Gallen (bis 28. Mai 2008) Michèle Berger-Wildhaber, Apothekerin, Neuenburg (ab 28. Mai 2008) Markus Kappeler, dipl. phil. II, Verlagsleiter, Schweizerischer Katholischer Jugendverband (SKJV), Luzern Pierre-Alain Praz, lic. phil., Direktor Caritas Waadt, Lausanne Dr. Felix Walker, St. Gallen Dr. Heinrich Zemp, Anwalt und Notar, Luzern (bis 28. Mai 2008)

Herbert Bürgisser, Leiter Institut WDF, Hochschule für Sozialarbeit (HSA), Luzern (bis 28. Mai 2008) William Delévaux, Diakon, Sitten Tiziana Frassineti, lic. ès sciences économiques et sociales, Villars sur Glâne FR Beatrice Heim-Niederer, Rhythmik- und Heilpädagogin, Nationalrätin, Starrkirch-Wil SO (bis 28. Mai 2008) Toni Hodel, dipl. theol., Direktor Caritas Bern, Bern (bis 28. Mai 2008) Dr. Zeno Cavigelli, Direktor Caritas St. Gallen, St. Gallen (ab 28. Mai 2008) Beatrice Inglin-Buomberger, Professorin an der Fachhochschule Nordwestschweiz – HSA Basel, Basel

Mariangela Wallimann-Bornatico, lic. iur., Wabern BE (ab 28. Mai 2008)

Markus Köferli, dipl. theol., Bereichsleiter Spezialseelsorge Zentralkommission Zürich,

Ada Marra, lic. ès sc. pol., Nationalrätin VD, Lausanne (ab 28. Mai 2008)

Zürich

Dr. Felix Gmür, Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz, Freiburg

burg, Neuenburg

Hubert Péquignot, Direktor Caritas Neuen-

Sr. Annemarie Müller, Generalprokuratorin, Kloster Ilanz, Ilanz GR Weitere Vorstandsmitglieder Erhard Müller, Pfarrer, Siebnen Franco Angeli-Busi, Locarno

(bis 28. Mai 2008)

Prof. Dr. Eva Maria Belser Wyss, Universität Freiburg, Marly FR (ab 28. Mai 2008)

Curt-J. Lützen, Dipl. Sozialarbeiter, Gross SZ

Dr. Nicolas Betticher, Offizial des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg, Bourguillon FR

Damien Revaz, Anwalt, St-Maurice VS (bis 28. Mai 2008)

Christoph Bossart, Direktor Caritas beider Basel, Basel

Evionnaz VS (ab 28. Mai 2008)

Maria Broedel-Zillig, Diplom-Psychologin, Schweiz. Kath. Frauenbund (SKF), Sarnen (bis 28. Mai 2008) Verena Bürgi-Burri, Schweiz. Kath. Frauenbund, Dallenwil NW (ab 28. Mai 2008) Sr. Nadja Bühlmann, lic. iur., Kloster Baldegg, Sursee LU

Verband

(ab 28. Mai 2008)

Jean-Pascal Jaquemet, Advokat und Notar,

Traugott Rüttimann, Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), Koppigen BE (bis 28. Mai 2008, seither freies Mandat) Alois Bissig, Fürsprecher, RKZ, Ennetbürgen NW (ab 28. Mai 2008) Stefanie Schalcher, Ethnologin, Zürich

47


Dr. Peter Schmid, Offizial Bistum Basel, Solothurn

Aufsichtsrat Kleiderzentrale

P. Markus Steiner, dipl. mat. ETH, Rektor, Kloster Einsiedeln, Einsiedeln SZ

Dr. Ferdinand Steiner, Präsident, Luzern (bis 28. Mai 2008)

Joseph Thali-Kernen, Diakon, Gesamtleiter Seelsorgeverband Allschwil-Schönenbuch, Allschwil BL (ab 28. Mai 2008)

Walter Brogli, Präsident, Küssnacht am Rigi SZ (ab 28. Mai 2008)

P. Gottfried Vonwyl, Regionaloberer, Bethlehem Mission, Immensee SZ (bis 28. Mai 2008) Margrit Santschi, Katechetin, Büron LU (ab 28. Mai 2008) 48

Daniel Walker, lic. phil., MBE HSG, Unternehmer, St. Gallen

Geschäftsstelle Caritas Schweiz Geschäftsleitung Direktor: Dr. h. c. Jürg Krummenacher (bis 30. September 2008) Hugo Fasel, lic. rer. pol. (ab 1. Oktober 2008) Bereich Internationale Zusammenarbeit: Norbert Kieliger, lic. rer. pol.

Christoph Bossart, Direktor Caritas beider Basel, Basel Dr. Barbara Walther, Mitglied der Geschäftsleitung der Caritas Schweiz, Luzern

Geschäftsprüfungskommission Präsident: Josef Truttmann, eidg. dipl. Buchhalter/Controller; Direktor der Berndorf Luzern AG, Horw LU Ursula Muther-Guntern, lic. phil. I, Verwalterin der röm. kath. Landeskirche Bern, Biel Josef Steiner, ehem. Direktor UBS Luzern, Schwyz (bis 28. Mai 2008) Dr. Guido Käppeli, Unternehmer, Schwyz (ab 28. Mai 2008) Dr. Isabelle Zuppiger Ritter, Amt für Jugendund Berufsberatung Kanton Zürich, Rufi SG

Bereich Grundlagen: Dr. Carlo Knöpfel Bereich Soziale Aufgaben und Migration Schweiz: Dr. Barbara Walther Bereich Kommunikation: Dr. Odilo Noti

Revisionsstelle BDO VISURA, Luzern

Bereich Personal und Qualitätsmanagement: Dr. Albert Schnyder Bereich Finanzen und Administration: Hans Krummenacher-Wüest, Betriebsökonom FH; dipl. Wirtschaftsprüfer

Rechtliche Grundlagen Name: Caritas Schweiz Rechtsform: Verein Statuten: vom 6. Dezember 1991 Verbandszweck: Erfüllung der interdiözesanen und gesamtschweizerischen Caritas-Aufgaben der Bistümer der römisch-katholischen Kirche der Schweiz durch: Förderung des Caritas-Gedankens und eines entsprechen-

Verband

den Verhaltens und Handelns; Erkennen menschlicher Notlagen sowie die Sensibilisierung und Aktivierung der Öffentlichkeit für diese Probleme; Erarbeitung tragfähiger Lösungen und Erbringung konkreter und fachgerechter Hilfeleistungen; Mitwirkung bei der Schaffung gerechter gesellschaftlicher Strukturen.


Adressen Caritas-Netz Regionale Caritas-Stellen Caritas Aargau Laurenzenvorstadt 80 Postfach 5001 Aarau Telefon 062 822 90 10 Fax 062 822 63 05 box@caritas-aargau.ch www.caritas-aargau.ch Caritas beider Basel Lindenberg 20 4058 Basel Telefon 061 691 55 55 Fax 061 693 22 52 info@caritas-beider-basel.ch www.caritas-beider-basel.ch Caritas Bern Eigerplatz 5 Postfach 3000 Bern 14 Telefon 031 378 60 00 Fax 031 378 60 01 info@caritas-bern.ch www.caritas-bern.ch Caritas Kanton Freiburg Route André-Piller 2 Postfach 62 1762 Givisiez Telefon 026 321 18 54 Fax 026 321 18 64 info@caritas-fr.ch Caritas Genf Rue de Carouge 53 Postfach 75 1211 Genf 4 Telefon 022 708 04 44 Fax 022 708 04 45 info@caritas-geneve.ch www.caritas-geneve.ch

Adressen

Caritas Graubünden Regierungsplatz 30 7000 Chur Telefon 081 258 32 58 Fax 081 258 32 59 info@caritasgr.ch www.caritasgr.ch Caritas Jura Temple 19 2800 Delsberg Telefon 032 421 35 60 Fax 032 421 35 65 caritas.jura@caritas-jura.ch www.caritas-jura.ch Caritas Luzern Morgartenstrasse 19 6002 Luzern Telefon 041 368 51 00 Fax 041 368 51 01 mail@caritas-luzern.ch www.caritas-luzern.ch Caritas Neuenburg Rue du Vieux-Châtel 4 2000 Neuenburg Telefon 032 886 80 70 Fax 032 721 44 71 caritas.neuchatel@ne.ch www.caritas-neuchatel.ch Caritas St. Gallen Teufener Strasse 11 9000 St. Gallen Telefon 071 577 50 10 Fax 071 577 50 39 info@sg.caritas.ch www.caritas-stgallen.ch Caritas Tessin Via Merlecco 8 6963 Pregassona Telefon 091 936 30 20 Fax 091 936 30 21 cati@caritas-ticino.ch www.caritas-ticino.ch

Caritas Thurgau Felsenstrasse 11 Postfach 8570 Weinfelden Telefon 071 626 80 00 Fax 071 626 80 35 info@caritas-thurgau.ch www.caritas-thurgau.ch Caritas Waadt César-Roux 8 1005 Lausanne Telefon 021 320 34 61 Fax 021 320 34 01 info@caritas-vaud.ch www.caritas-vaud.ch Caritas Wallis Rue de Loèche 19 Postfach 2056 1950 Sitten 2 Telefon 027 323 35 02 Fax 027 322 58 07 caritasvs@bluewin.ch www.caritasvalaiswallis.ch Caritas Zürich Beckenhofstrasse 16 Postfach 8021 Zürich Telefon 044 366 68 68 Fax 044 366 68 66 info@caritas-zuerich.ch www.caritas-zuerich.ch

Geschäftsstelle Caritas Schweiz Löwenstrasse 3 Postfach 6002 Luzern Telefon 041 419 22 22 Fax 041 419 24 24 info@caritas.ch www.caritas.ch

3


Wir helfen Menschen.

Jahresbericht08 Caritas Schweiz  

Der Jahresbericht der Caritas Schweiz gibt Auskunft über die Tätigkeiten des Hilfswerks im vergangenen Jahr. Hier sind auch die wichtigsten...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you