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Fr端hjahr 2016

Warum YFU? Neue Vision f端r das YFU-Netzwerk

vielfalt im Sch端leraustausch f旦rdern

neu: tanz- und theaterprogramm in china


Inhalt

Fokus

Warum YFU? Neue Vision für das YFU-Netzwerk Seite 6|7

Neuigkeiten Nachrichten | Gesellschaft | Interkulturelles Seite 4|5

Austausch-Geschichten Neues aus den YFU-Programmen Seite 8|9

Alumni Aktiv für YFU | Jahre später Seite 10|11

Kooperationen Culture Connections China | YFU-Neujahrsempfang Seite 12|13

YFU sagt Danke Unterstützen | Spenden | Stipendien Seite 14 bis 16

Impressum Herausgeber: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein | Träger der freien Jugendhilfe Geschäftsstelle: Oberaltenallee 6 | 22081 Hamburg Telefon & Fax: 040 22 70 02 -0 | -27 E-Mail & Internet: info@yfu.de | www.yfu.de Spendenkonto: Commerzbank Hamburg IBAN: DE 67 2008 0000 0908 0302 01 BIC: DRES DE FF 200 Redaktion: Corinna Schmidt Gestaltung: labor b | lele graphik & design Druck: Sievert Druck und Service GmbH Auflage: 6.300 Exemplare | ©YFU März 2016 Bildnachweis: 5, 13, 14, 15: Eibe Marleen Krebs | 15 (re.): Stadt Ingolstadt/Rössle alle anderen Fotos von YFU oder privat. Gedruckt auf umweltfreundlichen FSC-zertifiziertem Papier.


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser, im internationalen YFU-Netzwerk mit über 50 Partnerorganisationen wird Vielfalt groß geschrieben: Wir vereinen darin viele verschiedene Länder und noch viel mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Gastfamilien und natürlich Austauschschüler mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen. Diese Vielfalt ist eine große Stärke von YFU. Gleichzeitig gibt es natürlich Dinge, in denen sich das gesamte Netzwerk einig sein muss: Wenn es um Qualitätsstandards geht zum Beispiel, oder um eine gemeinsame Vision und Strategie für unsere Arbeit. Nicht nur die Herausforderungen, vor denen YFU USA bei der Suche nach Gastfamilien steht, betreffen das ganze Netzwerk. Umso wichtiger ist es, dass auch international als Team darauf reagiert wird. Um darüber zu entscheiden, gingen die Vertreter aller Organisationen zunächst einmal einen Schritt zurück und fragten ganz grundsätzlich: Warum gibt es YFU eigentlich? Was wollen wir alle mit unserer Arbeit erreichen? Wie können wir das am besten gemeinsam erreichen? Im Zuge der Gespräche um diese Fragen hat das IAC (International Advisory Council) im November 2015 ein gemeinsames Vision Statement für YFU verabschiedet und eine gemeinsame Strategie entwickelt, welche die langfristigen Ziele für das Netzwerk zusammenfasst.

Dieses Statement und die Strategie, um den aktuellen Herausforderungen aktiv entgegenzutreten und neue Chancen zu nutzen, sind unter anderem Themen dieser Ausgabe. Auch bei YFU Deutschland kennen wir die Herausforderung, rechtzeitig Gastfamilien für alle Austauschschüler zu finden, die ein Schuljahr in Deutschland verbringen möchten. Um zur Stabilität des internationalen YFU-Netzwerks beizutragen, ist es wichtig, dass uns das auch in diesem Jahr frühzeitig und zuverlässig gelingt. Daher möchte ich auch Sie bitten, zu überlegen, ob Sie ab Sommer einen Austauschschüler aufnehmen oder Menschen in Ihrem Bekanntenkreis dafür begeistern können. Gemeinsam können wir es schaffen, auch 2016 wieder vielen jungen Menschen ein einzigartiges Jahr in Deutschland zu ermöglichen. Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung!

Mit herzlichen Grüßen

Marcus von Garßen | YFU-Vorstandsvorsitzender

Gastfreundschaft macht Austausch möglich!

2016 zu Hause die Welt entdecken und jetzt schon bei YFU melden… … als Jahresfamilie ab Sommer, um einem jungen Menschen ein zweites Zuhause in der Welt zu schenken. … als Willkommensfamilie für drei Monate, um einem Jugendlichen die rechtzeitige Anreise und Teilnahme am YFU-Orientierungsseminar zu ermöglichen. … als Chancengeber, um einen Jugendlichen nach dem Familienwechsel übergangsweise oder für das restliche Austauschjahr bei sich aufnehmen. Mehr Infos und den YFU-Gastgeberbogen gibt es online unter: www.yfu.de/gastfamilien Noch Fragen? YFU magazin | Frühjahr 2016 Jetzt beim Team im Aufnahmeprogramm melden: 040 227002-778 | gastfamilien@yfu.de

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Neuigkeiten

→ AJA-Präventionsschulung bei YFU Nach der erfolgreichen Datenschutzschulung 2015 hat im Januar erneut eine von YFU geleitete AJA-Schulung in der Hamburger Geschäftsstelle stattgefunden. Vertreterinnen und Vertreter von rund 15 Austauschorganisationen nahmen an der Schulung zum Thema „Prävention sexueller Gewalt“ des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) teil. Die Leitung übernahmen Rita Barth, langjährige hauptamtliche YFU-Mitarbeiterin in der Betreuung, und Tom Kurz von der ebenfalls gemeinnützigen Organisation Experiment e.V. Während der Tagung konnten die Anwesenden von dem YFU-Erfahrungsschatz in Sachen Prävention profitieren, da sich der Verein seit langem intensiv mit dem Thema auseinandersetzt und ein umfassendes Präventionskonzept erstellt hat. Nachdem Julia Hiller vom UBSKM (Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs) am ersten Tag die wichtigsten Punkte eines solchen Konzeptes erläutert hatte, vertieften die beiden Referenten einzelne Aspekte am Folgetag. Da sich viele der Anwesenden zuvor kaum oder noch gar nicht mit dem Thema befasst hatten, wurde die Expertise von YFU und Experiment dankbar aufgenommen. Dank der Unterstützung des AJA konnte so ein wichtiges Thema für den Jugendaustausch gestärkt werden.

→ Neu bei YFU: Kulturentdecker aus Thailand In diesem Jahr findet zum ersten Mal das Programm Kulturentdecker statt, das YFU Deutschland gemeinsam mit dem thailändischen Bildungsministerium durchführt. Rund 30 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren werden vom 9. bis zum 23. April 2016 zwei Wochen in Braunschweig und Göttingen verbringen und bei Gastfamilien leben. Die erste Woche nehmen sie an einem Sprachkurs und einem kulturellen Freizeitprogramm teil. In der zweiten Woche besuchen die Jugendlichen eine Schule vor Ort und erhalten einen tieferen Einblick in das Leben in Deutschland. Die Wochenenden verbringen sie gemeinsam mit ihren Gastfamilien. Wer in Göttingen, Braunschweig und Umgebung wohnt und ins „Gastfamilie-Sein“ hineinschnuppern möchte, kann sich übrigens noch bei YFU melden: austausch@yfu.de | 040 227002-0. Mehr Infos auch auf: www.yfu.de/kulturentdecker

Kuratoriumssitzung in Berlin.

→ YFU Kuratorium tagt zur Flüchtlingssituation Auf der diesjährigen Kuratoriumssitzung beschäftigten sich die Mitglieder schwerpunktmäßig mit der Frage, wie der Beitrag von YFU in der Flüchtlingsarbeit aussehen soll. Das Gremium gab damit wichtige Impulse für die vereinsinterne Arbeitsgruppe, die sich seit Dezember 2015 mit dieser Fragestellung und der Planung möglicher Projekte auseinandersetzt. Zur Kuratoriumssitzung wurden zwei externe Referenten eingeladen: Dr. Ulrich Jahnke, Referatsleiter im Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Wilke Ziemann von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Herr Dr. Jahnke kam in Vertretung des Kuratoriumsmitglieds Staatsministerin Aydan Özoğuz. Beide gaben Input in Form von sehr interessanten Impulsstatements. Vorstandsmitglied Ricarda Bauch berichtete danach über den Stand der Diskussion im Verein und moderierte das anschließende Gespräch. Die Kuratoriumsmitglieder diskutierten gemeinsam mit dem YFU-Vorstand ausführlich die verschiedenen Möglichkeiten, wie die Kompetenzen und Kapazitäten des Vereins am geeignetsten in die Flüchtlingsarbeit eingebracht werden könnten und sollten. Die Ergebnisse der Kuratoriumssitzung flossen am Folgetag direkt in eine stattfindende Strategiesitzung des Vereins zum Thema Flüchtlingsarbeit ein. Über konkrete Projekte berichtet das YFU magazin zu gegebenem Zeitpunkt. YFU bedankt sich herzlich für die wertvolle Beratung und Unterstützung der Kuratoriumsmitglieder! Über weitere Anregungen freut sich die Arbeitgruppe unter fluechtlingshilfe@yfu-deutschland.de.

Neue Freunde finden: Kulturentdecker Programm mit Thailand.

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Drei Zahlen Die YFU-Welt

Gottfried Böttger auf dem YFU-Neujahrsempfang.

→ Aspekte der politischen Bildung im Jugendaustausch Die politische Dimension von Austausch erhält angesichts aktueller Entwicklungen eine zunehmend größere Bedeutung. Dies war auch Thema des diesjährigen YFU-Neujahrsempfangs. Gottfried Böttger, Leiter des Pädagogischen Austauschdienstes, hat dazu einen Impulsvortrag gehalten, der in Auszügen hier zu lesen ist: „Die Ziele des internationalen Jugendaustauschs haben sich in den vergangenen 65 Jahren immer wieder gewandelt. Blickt man auf dessen Anfänge in der Bundesrepublik zurück, dann war der eindeutige politische Auftrag „Völkerverständigung und Versöhnung“. In den darauf folgenden Jahren ist die politische Perspektive zunehmend aus dem Blick geraten. Doch auch wenn dies nicht wahrgenommen wird, haben die Programme des Schüleraustauschs immer dann einen politischen Hintergrund, wenn sie aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. Dies gilt beispielsweise für die Auswärtige Kultur und Bildungspolitik (AKBP) des Auswärtigen Amts oder das Bildungsprogramm Erasmus+ der Europäischen Union. Vor dem Hintergrund derzeitiger politischer Entwicklungen ist es dringend erforderlich, in internationalen Austauschprogrammen die politische Dimension deutlicher zu entwickeln und wieder zu einem zentralen Inhalt der Programme zu machen. In diesem Feld könnte eine intensivere Zusammenarbeit von Schule und außerschulischer Jugendbildung, in die auch die gemeinnützigen Austauschorganisationen einbezogen werden, wichtige Impulse geben. Für den schulischen Bereich kommt es darauf an, internationale Programme als Kernaufgabe schulischer Arbeit zu entwickeln. Stärker als bisher sollte dabei auf die vielfältigen Erfahrungen und Modelle, die im Jugendbereich vorliegen, zurückgegriffen werden. Erste Ansätze des fachlichen Austauschs zwischen Schule, Austauschorganisationen und internationalen Jugendwerken in den letzten Jahren haben gezeigt, dass dies ein Gewinn für alle Beteiligten ist – vor allem für die Programmteilnehmerinnen und Programmteilnehmer, die eine aufgeklärte, internationale Sichtweise unter Einbeziehung politischer Dimensionen entwickeln können.“

4 YFU-Organisationen sind seit 2010 dem internationalen Netzwerk beigetreten: Serbien, Paraguay, Spanien und Italien. Waren es bei Gründung des Deutschen Youth For Understanding Komitees 1957 noch ausschließlich Deutschland und die USA, die ein gemeinsames Austauschprogramm durchführten, gibt es mittlerweile YFU-Repräsentanzen in mehr als 50 Ländern auf sechs von sieben Kontinenten.

260.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer weltweit haben seit der Gründung von Youth For Understanding 1951 an YFU-Austauschprogrammen teilgenommen. Zum Vergleich: 1993 waren es insgesamt 150.000 junge Menschen. Allein 60.000 ehemalige Austauschschülerinnen und Austauschschüler sind bis heute entweder von Deutschland aus in die Welt gegangen oder haben ein Austauschjahr in Deutschland verbracht.

43 „Energizer“ sind den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der YFU-Geschäftsstelle in Hamburg bekannt. Das sind kleine Spiele, mit denen auf YFU-Tagungen und Workshops zwischendurch Energie für weitere Gespräche geschöpft wird. Die Liste aus der Geschäftsstelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – wem mehr Energizer einfallen, kann sich gerne bei der Redaktion des YFU magazins melden!

„YFU-Energizer“ mit den meisten Nennungen innerhalb der YFU-Geschäftsstelle

„La Banana“ „Hannes“ „Super-Fan“ „Funky Chicken“ YFU magazin | Frühjahr 2016

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Fokus

Fokus

Warum YFU?

neue Vision für das YFU-Netzwerk „Youth For Understanding envisions a peaceful world with responsible and active global citizens.” – So lautet das neu beschlossene Vision Statement des YFU-Netzwerks. Auf der Europäischen Konferenz im April soll es mit Leben gefüllt werden. Das YFU magazin hat mit den Geschäftsführern von YFU Frankreich und YFU Deutschland, Gregory Matheson und Knut Möller, gesprochen, die die Konferenz mit vorbereiten. Im neuen Vision Statement von YFU dreht sich viel um „Global Citizenship“. Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Knut Möller: Die Politik kann es niemals allein schaffen, die gegenwärtigen Herausforderungen zu bewältigen. Damit meine ich nicht nur die verstärkte Einwanderung und die Aufnahme von Flüchtlingen, sondern zum Beispiel auch die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen, die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft und die gerechte Verteilung des Vermögens. Dafür braucht es eine aktive Zivilgesellschaft, die international sein muss. Die verantwortungsbewussten, aktiven Bürgerinnen und Bürger der Zukunft sind Kosmopoliten – „Global Citizens“. Gregory Matheson: Dabei ist gerade für den interkulturellen Bildungsbereich die Idee von aktivem „Global Citizenship“ wichtig: Wir brauchen eine Generation, die die neuen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Paradigmen versteht. Die nicht nur nach dem eigenen Vorteil strebt, sondern die auch aktiv an der Schaffung einer Welt teilnimmt, in der internationale und interkulturelle Kooperation ganz natürlich funktioniert. Nur so können die Herausforderungen des nächsten Jahrhunderts überwunden werden.

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Aktuell steht der gemeinnützige Schüleraustausch vor vielen Herausforderungen. Inwiefern ist das neue Vision Statement eine Antwort darauf? YFU – und besonders YFU Deutschland – ist ein Produkt der Nachkriegszeit. Die Programme waren dabei überwiegend Entsendeprogramme in englischsprachige Länder, vor allem die USA. Diese Programme lassen sich heute nicht mehr so durchführen wie früher: Erstens erwarten Gastfamilien oft eine Kompensation ihres finanziellen Aufwands. Zweitens sind Schulen immer weniger bereit, Austauschschüler kostenlos aufzunehmen. Und drittens drängen immer mehr kommerzielle Anbieter auf den Markt. Die „Vision“, auf die wir uns verständigt haben, beschreibt, worin wir unsere Aufgabe sehen: Wenn wir neue Programmformate entwickeln und uns auf die veränderte Situation einstellen, ist die Vision der Kompass. Das Statement spiegelt den Wunsch von YFU wider, relevant in einer Welt zu sein, die sich seit der Gründung von YFU in den 1950er Jahren dramatisch verändert hat. Wir möchten die Menschen, die an unseren Programmen teilnehmen, zu Architekten einer offeneren und partnerschaftlichen Welt machen. Grundlage für das Statement ist die Frage nach dem Warum. „Warum YFU“ – wie würdet ihr diese Frage beantworten? Schüleraustausch macht schlau. Schüleraustausch fördert die Karriere. Und ein Austauschjahr ist ein aufregendes Abenteuer. Es geht aber um mehr: um interkulturelle und um politische Bildung – das Ziel ist „Global Citizenship“. Damit Austauschprogramme diesen Zweck erfüllen, braucht es Anbieter, die sich als Bildungsorganisation verstehen und ein entsprechendes Seminarangebot machen. Das tut YFU.


Why YFU? Stimmen aus dem Netzwerk

Wir sollten uns die Welt anschauen und sehen, wo es Bedarf an interkultureller Verständigung gibt – und dann unsere Programme diesem Bedarf anpassen. Bei YFU geht es nicht in erster Linie um langfristigen Schüleraustausch: Das war historisch gesehen einfach das das beste Mittel, um Menschen für den Umgang mit „Otherness“ zu öffnen. Wir sollten uns aber nicht durch dieses Format definieren. Die Frage „Warum YFU?“ kann daher auf viele unterschiedliche Weisen beantwortet werden. Wichtig ist aber, sie zu stellen – und mutig die Antwort zu verfolgen, die wir für uns finden. Was sind eurer Meinung nach die nächsten Schritte für das YFU Netzwerk? Das YFU Netzwerk soll nicht nur eine Ansammlung von 50 nationalen Organisationen werden, sondern eine wahrhaft internationale Organisation. Es gilt, diesen Prozess zu beschleunigen. Dazu gehört beispielsweise auch die Entwicklung eines internationalen Verständigungssystems, mit dem über kulturelle Grenzen hinweg kommuniziert und kooperiert werden kann. Das ist eine faszinierende und riesengroße Aufgabe, die uns viele Jahrzehnte beschäftigen wird. YFU sollte zu den Werten zurückkehren, auf denen es gegründet wurde. Wir müssen begreifen, dass langfristiger Jugendaustausch nur eine von vielen Dingen ist, die wir tun können, um Verständnis und Dialog in der Welt zu fördern. Wir müssen effektiverer und inklusiverer Systeme auf internationaler Ebene schaffen, um eine Organisation zu formen, die eine bessere Chance hat, die Welt zum Positiven zu verändern. Die kürzlich vorgeschlagenen Änderungen für die internationale Steuerung des Netzwerks sind ein großer Schritt nach vorne – darauf müssen wir aufbauen.

“YFU not only provides opportunity for exchange students to experience a different culture and get a broader vision about the world, it also brings new and different perspectives from the world into homes, schools, and communities. People‘s life is deeply touched and may forever be changed through YFU exchanges. Everyone involved with YFU does have an influence on the society and contribute to cross cultural understanding which is the base for world peace.” Dana Lee, Geschäftsführerin YFU China

“Why YFU is a question that is easy for me to answer, because why someone should choose YFU is the same reason why I work for YFU and have stayed involved since 1990. I feel that we offer a program unique in the exchange world because of the work that volunteers do. It is very hard out there in the exchange industry to find an opportunity to participate in a program such as the one that YFU offers. The opportunity to be part of a family and a community in a different culture is something that can only happen with host families that actually open more than just their homes.” Gerardo Garcia, Geschäftsführer YFU Mexiko

“We believe each young person should be given opportunities to realize his/her own potential for becoming active citizens of today’s multicultural societies. Therefore, we provide them with the chance to become a part of another culture, community and host family. Each young person is an individual for us; we show them care; facilitate their learning through their journey and encourage them to realize their potentials one by one; and that’s what keeps us going; seeing those kids going on exchange and coming back as young adults ready to take part!” Eylem Certel, Geschäftsführerin YFU Türkei YFU magazin | Frühjahr 2016

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Austausch-Geschichten

Ein Jahr voller Überraschungen Seit August lebt Maria aus Indonesien in Niedersachsen. Im YFU magazin berichtet die PASCH-Stipendiatin, wie sie die völlig andere Kultur und Wetterlage in Deutschland erlebt.

Maria, du bist jetzt fast ein halbes Jahr in Deutschland. Was hat dich am meisten überrascht? Ich fand so viele Dinge, die mich wirklich überraschten. Die Sprache, die Kultur, die unterschiedlichen Gewohnheiten. Aber jetzt bin ich am meisten über mich selbst überrascht! Ich bin besser organisiert und pünktlicher; bin unabhängiger, klüger und aufgeschlossener geworden. Dieses Austauschjahr öffnet meine Perspektiven über andere Kulturen, mit allen Unterschieden. Darüber hinaus konnte ich Neues ausprobieren und auch viel sehen und lernen – zum Beispiel habe ich Kuchen backen gelernt. Indonesien ist in Deutschland vor allem als Urlaubsziel bekannt. Begegnen dir viele Fragen über dein Leben dort? Ja, meine Familie, meine Freunde und auch meine Lehrer hatten viele Fragen über Indonesien und über die Unterschiede zu Deutschland. Als Urlaubsziel ist Indonesien bei vielen bekannt, weil wir ja immer „Sommer“ haben und auch so viele Ausflugsziele. Aber traurig ist, dass einige Leute nicht wissen, wo Indonesien liegt. Als ich meinen Freunden ein paar Bilder aus Indonesien schickte, dachten sie, Deutschland müsse im Vergleich langweilig für mich sein. Aber das finde ich gar nicht, denn Deutschland hat so viele schöne Orte. Ich glaube, dass ich mehr als mein Austauschjahr brauche, um dieses Land zu erkunden! Aber das mag ich an diesem Austausch-Programm: Dass wir uns gegenseitig etwas über unsere Länder erzählen können.

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Was sind denn für dich die größten Unterschiede zwischen Indonesien und Deutschland? Das Wetter! In Indonesien ist es immer warm, jeden Tag zwischen 24 bis 35 Grad. Hier in Deutschland gibt es vier verschiedene Jahreszeiten. Als ich noch in Indonesien war, träumte ich davon, Schnee zu sehen – so wie im Film. Denn in Indonesien kennen wir keinen Schnee. Aber dann, als mein Traum wahr wurde, war ich doch ein bisschen schockiert. Es ist zwar wirklich schön, zum ersten Mal Schnee zu sehen. Aber im Alltag erkannte ich, dass es nicht so schön ist, wie es aussah. Es war wirklich kalt! Ich habe noch nie so viel Kleidung getragen: Mütze, dicke Jacke, Schal, Handschuhe, dicke Socken und warme Winterschuhe – in Indonesien kann man immer ein T-Shirt tragen. Aber ich bin dankbar, dass ich die schönen fallenden Blätter im Herbst sehen konnte oder den wunderbaren Schnee im Winter. Ich freue mich jetzt schon auf den Frühling, wenn die Bäume zurückkommen und die Sonne auch wieder länger scheint. Du hast ein PASCH-Stipendium für dein Austauschjahr mit einer Präsentation zum Thema ,,Mein perfekter Tag’’ gewonnen. Wie sieht dein perfekter Tag in Deutschland aus? Alles! Ich habe keinen „am meisten“ perfekten Tag, weil ich so viele gute und perfekte Tage habe. Von der Orientierung mit YFU, den ersten Tag, als ich meine Familie traf, den ersten Schultag oder meinen 18. Geburtstag in Deutschland, an dem ich meine erste Geburtstagstorte bekam. Aber auch meine Ferientage und auch die ganz gewöhnlichen Tage – all das sind gute neue Erfahrungen und perfekte Tage für mich.

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„Ich hätte nie gedacht, so viele herzliche Menschen zu treffen!“ 5

Lisa, warum hast du dich für ein Austauschjahr in Thailand entschieden? Ganz spezifisch für Thailand habe ich mich eigentlich gar nicht entschieden. Ich war mir aber ziemlich sicher, dass ich am liebsten nach Asien gehen würde. Um ehrlich zu sein, habe ich einfach alle Länder gewählt. Als ich aber schließlich als Antwort Thailand bekam, hat sich das genau richtig angefühlt – obwohl ich kaum etwas über das Land wusste. Dein Leben in Thailand hat sich bestimmt stark von deinem Leben in Deutschland unterschieden: Wann hast du dich dort das erste Mal zu Hause gefühlt? Das Leben dort war natürlich ganz anders. Alles war am Anfang neu und aufregend. Nach dieser Anfangsphase fing dann erst einmal die Zeit an, in der ich alles ernster gesehen habe. Ich musste mir klar machen, dass ich keinen Urlaub mache, sondern dass das nun meine neue Familie sein würde. Ich hab mich zuerst bemüht, reinzupassen, was ziemlich stressig war. Dann habe ich aber begonnen, ein bisschen spontaner und einfacher zu leben, was sehr geholfen hat. Das erste „Zuhause“-Gefühl hatte ich dann, als ich mitbekommen habe, wie meine Gastmutter von mir wie von ihrer eigenen Tochter geredet hat. Wichtig war auch, dass ich ab einem bestimmten Punkt Freunde in der Schule gefunden habe. Was hat dich in Thailand am meisten überrascht? Mich haben auf jeden Fall sehr viele Dinge überrascht – einige natürlich mehr als andere. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Schüler in der Schule viel kindlicher sind als bei uns. Auch Gleichaltrige kamen mir viel unschuldiger vor. Außerdem reden die Schüler ihre Lehrer mit Vornamen an. Daran musste ich mich auch erst einmal gewöhnen. Und auch wenn ich wusste, dass Leute in Thailand freundlich sind, hätte ich nie gedacht, dass ich so viele herzliche, gastfreundliche Menschen treffe. Es hat mich total überrascht, dass ich überall sofort akzeptiert und wie eine gute Freundin behandelt wurde, sowohl von Lehrern als auch von der ganzen Familie. Bilder auf dieser und vorheriger Seite: 1: Maria erlebt eine neue Jahreszeit: den Herbst. 2 & 3: Mit Gastfamilie und Freunden. 4: Zum ersten Mal Schnee! 5-8: Ein Jahr in Thailand: Lisa mit ihrer Gastfamilie und Freunden im Austauschjahr.

Lisa hat mit einem Stipendium aus dem „Fonds für Vielfalt“ ein Austauschjahr in Thailand verbringen können. Im YFU magazin erzählt sie, wie sie ihr Jahr im „Land des Lächelns“ erlebt hat.

Du bist vor knapp einem Jahr wieder zurückgekommen: Gibt es heute noch Dinge, die du aus deinem Austauschjahr vermisst? Ich vermisse alles an Thailand! Die Wärme, das Essen, die Menschen, die Märkte… Aber was ich mit Abstand am meisten vermisse, ist meine Familie. Leider können Sie mich nicht in Deutschland besuchen und ich habe als Schülerin auch keine Zeit und kein Geld, um mir eine Reise dorthin zu leisten. Aber das ist wirklich etwas, an das ich jeden Tag denken muss. Für dein Austauschjahr hast du ein Stipendium aus dem Fonds für Vielfalt erhalten: Was hat dieses Stipendium für dich bedeutet? Das Stipendium war einfach meine einzige Möglichkeit, nach Thailand zu kommen. Ich bin so endlos dankbar dafür. Hätte ich diese Chance nicht gehabt, wäre ich jetzt ein anderer Mensch und hätte ein anderes Leben. Es hat mir einfach gezeigt, dass man – egal ob man viel oder wenig Geld hat – seine Träume erreichen kann, weil es immer Menschen gibt, die dich unterstützen. 6

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In jeder Ausgabe stellt YFU 1 Arbeitsbereich & 2 Menschen dahinter vor

Aktiv für YFU

Zwei Stühle, eine Aufgabe

PL

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Haupt- und Ehrenamt gehen bei YFU Hand in Hand Was: Orientierungs- und Sprachkurse (OSK) Wer: Philipp Liebscher (PL), OSK-Referent der Landesgruppe Südwest & Janine Germer (JG), OSK-Koordinatorin im Aufnahmeprogramm Was macht ihr im Bereich der „OSKs“? PL: Seit Januar 2015 darf ich als Ansprechpartner in der Landesgruppe Südwest die OSKs koordinieren. Das heißt vor allem Mitarbeiter für die OSK-Organisation finden und motivieren. JG: Als Referentin im Aufnahmeprogramm obliegt mir die Gesamtkoordination der OSKs, am Ende bin ich dafür zuständig, dass alle Teilnehmer für diese Zeit einen Platz in einem Kurs und einer Gastfamilie haben. Wobei genau helft ihr euch gegenseitig? PL: Wenn ich zum Beispiel den Überblick verliere in meinem Chaos aus YFU, Schule und Privatleben genügt ein Anruf bei Janine mit ihren toporganisierten Excel-Tabellen und das Chaos löst sich in Luft auf. JG: Die OSK-Referenten wie Philipp sind meine wichtigsten Partner, um aktive Projektorganisatoren zu gewinnen! Ich gebe gern den „Stand der Dinge“ weiter, wo zum Beispiel noch Bedarf an Unterstützung ist.

Warum arbeitet ihr gern zusammen? PL: Bei allem Stress weiß Janine, dass mein Part ein Ehrenamt und kein Vollzeitjob ist. Sie unterstützt mich und hat immer einen guten Spruch auf Lager. Wenn wir telefonieren, ist das nicht nur Arbeit, sondern auch immer viel Spaß. JG: Philipp ist für mich ein „Frustschutz“. Trotz seines jungen Alters ist auf ihn Verlass und ich finde schön, dass er Verständnis und ehrliches Interesse an meiner Arbeit hat. Wie stellt ihr euch den Alltag des jeweils anderen vor? PL: Inmitten der Vorbereitungsphasen läuft Janine auf Hochtouren und ist auch nachts um 22 Uhr noch im Büro vorzufinden. Ich bin froh, dass ich mit einer so engagierten und motivierten Hauptamtlichen zusammenarbeiten darf. JG: Ich habe den Eindruck, dass Philipp in seinem Leben mit „vielen Bällen“ jongliert und das mit großem Einsatz. Dabei ist er ein toller Kommunikator und weiß, wie er die Menschen erreichen kann.

Gremien-Alumni-Treffen

& Workshop „Öffentlichkeitsarbeit für Berufstätige und Eltern bei YFU“ am 30.4. und 1.5.2016 in Hamburg

In ihren Ämtern als Landesvertreter, Regionalvertreter oder Beiratsmitglied, als ehemaliges Ratsmitglied oder als ehemalige Landesgruppenvorstände haben die Gremien-Alumni die Arbeit des Vereins entscheidend geprägt und mit ihrem Engagement maßgeblich unterstützt. Deshalb lädt YFU herzlich ein zum dritten YFU-Gremien-Alumni-Treffen am Samstag, den 30. April 2016 in der YFU-Geschäftsstelle in Hamburg. Das Programm beginnt um 12 Uhr und endet um ca. 17 Uhr. Es beinhaltet Informati10 YFU magazin | Frühjahr 2016

onen über die aktuellen Entwicklungen bei YFU und verschiedene Workshops zu aktuellen Themen der Vereinsarbeit. Im Anschluss möchte YFU alle Teilnehmenden gerne zu einem gemeinsamen Abendessen einladen. Das diesjährige Gremien-AlumniTreffen wird ergänzt durch einen Workshop „Öffentlichkeitsarbeit für Berufstätige und Eltern bei YFU“ im Anschluss am Sonntag, den 1. Mai, ebenfalls in der Geschäftsstelle. Natürlich ist es möglich, nur an einer der beiden Tagesveranstaltungen teilzunehmen.

Der Workshop ist speziell für Berufstätige und Eltern in unserem Verein konzipiert, die Lust haben, sich in diesem Bereich (punktuell) ehrenamtlich zu engagieren. Einsteiger ohne Vorkenntnisse sind genauso willkommen wie Wiedereinsteiger. Kinder können sehr gerne mitgebracht werden: Für die Kinderbetreuung durch YFU-Ehrenamtliche ist tagsüber am Samstag und Sonntag gesorgt! Informationen zu beiden Veranstaltungen gibt gerne Simone Stepp in der Geschäftsstelle (stepp@yfu.de).


Jahre später…

Jahre später

… ist Mareike von Raepke Leiterin der Abteilung Zentrale Dienste in der YFU-Geschäftsstelle und stellvertretende Geschäftsführerin. Mareike, du hast 1997/98 dein Austauschjahr in New Jersey in den USA verbracht. Warum hast du dich damals für YFU entschieden? Das war vor allem durch persönliche Kontakte: Meine damalige Schulfreundin Julika Bake (heute übrigens Sprecherin des EP-Rates) wollte mit YFU ein Austauschjahr machen und hat im Vorhinein viel davon geschwärmt. Als ich mich dann selbst dazu entschied, ebenfalls ins Ausland zu gehen, war eigentlich klar, dass ich mich auch bei YFU bewerben würde. Das habe ich auch nie bereut. Wie hast du dein Austauschjahr dann letztendlich erlebt? Was hat dich am meisten überrascht und was im Rückblick am meisten geprägt? Am meisten überrascht hat mich das Alter meiner Gasteltern: Die waren beide erst 26 Jahre alt. Dadurch hatten wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis und ich hatte vergleichsweise viele Freiheiten. Als Schülerin habe ich gar nicht so viel darüber nachgedacht, aber jetzt habe ich großen Respekt davor, dass mich meine Gasteltern schon in dem Alter aufgenommen haben. Am meisten geprägt hat mich sicherlich, dass ich lernen musste, meine Schüchternheit zu überwinden. Das ist mir am Anfang sehr schwer gefallen, aber mir blieb ja nichts anderes übrig. So habe ich gelernt, selbstbewusster zu sein und offen auf andere zuzugehen – etwas, das mich bis heute prägt. Du hast nach der Schule dann Betriebswirtschaftslehre studiert: Hattest du da schon das Ziel, im interkulturellen Bereich zu arbeiten? Nein, überhaupt nicht. Ich habe eine duale Ausbildung bei einem Großkonzern gemacht und habe dort auch meine Zukunft gesehen. Aus betriebsinternen Gründen konnte ich dann aber nicht dauerhaft übernommen werden und habe so bei einer Unternehmensberatung angefangen. Dort habe ich schnell gemerkt, dass das kein Lebensstil

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für mich war: Immer unterwegs und absolut vom Kunden abhängig. Ich habe also angefangen, mich nach etwas anderem umzusehen. Wie hast du dann wieder zurück zu YFU gefunden? Den Kontakt hatte ich eigentlich nie verloren, weil ich seit meinem Austauschjahr bei YFU aktiv geblieben war: Ich habe eine Zeit lang das Auswahlreferat der Landesgruppe Hamburg geleitet und war auch danach immer wieder mal als Teamerin oder Leiterin bei Auswahlen dabei. Dort habe ich dann über einen anderen Ehrenamtlichen, der auch hauptamtlich für YFU gearbeitet hat, von einer offenen Stelle in der Finanzabteilung der Geschäftsstelle erfahren. Das Gespräch war dann so angenehm, dass ich direkt ein gutes Gefühl hatte und 2007 hauptamtlich bei YFU angefangen habe. Inzwischen warst du auch selbst schon Gastmutter: Wie hast du diesen Perspektivwechsel erlebt? Ich musste immer wieder an mein eigenes Austauschjahr zurückdenken: Als wir unsere Gasttochter Xinyan abholten, habe ich mir vorgestellt, wie aufgeregt sie sein muss, einfach weil ich mich erinnern konnte, wie aufgeregt ich selbst damals war. Ich musste aber auch oft an meine Gasteltern denken, weil so ein Austauschschüler zu Hause manchmal auch eine Belastung sein kann. Insgesamt habe ich durch die Erfahrung als Gastmutter gelernt, mein eigenes Austauschjahr viel besser zu verstehen und auch wertzuschätzen. Das ist ein Perspektivwechsel, den ich jedem nur empfehlen kann!

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1 & 2: Mareike heute und mit Freunden während des Austauschjahres. 3: Mit dem Volleyball-Team in der High School. YFU magazin | Frühjahr 2016 11 4: Perspektivwechsel: Mareike mit eigener Familie und Gasttochter Xinyan aus China.


Kooperationen Kooperationen

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1: Mit YFU China entdecken. | 2: Spaß beim Sightseeing. 3: Das BCAC in Peking.

Neu im YFU-Programm: Culture Connections China Tanz- und Theater-Projekt für Jugendliche in Peking Für alle Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 17 Jahren, die mehr über Kultur, Geschichte und die Menschen in China erfahren möchten, gibt es nun das neue YFU-Kurzprogramm Culture Connections China. Entwickelt werden konnte das Programm durch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen YFU und der Stiftung Mercator, als neuer Partner konnte das Beijing Culture and Art Center (BCAC) gewonnen werden. Durch die Kooperationen möchte YFU neue Wege gehen und den kulturellen Austausch mit dem drittgrößten Land der Welt ausbauen. Mit seiner spannenden und traditionsreichen Kultur sowie den unzähligen Sehenswürdigkeiten bietet China hervorragende Voraussetzungen für ein kulturelles Begegnungsprojekt. Darüber hinaus möchte YFU auch den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit einer internationalen Austauscherfahrung geben, die sich noch nicht für ein ganzes Austauschjahr entscheiden möchten. Die Idee ist, die Jugendlichen erst einmal an das Thema interkulturellen Austauschs heranzuführen. Alle Teilnehmenden werden mit einem Stipendium der Stiftung Mercator unterstützt, sodass nur ein kleiner Eigenbetrag von 250€ für die Jugendlichen anfällt. Im Zentrum von Culture Connections China steht ein Tanz- und Theater-Begegnungsprojekt, das sich inhaltlich mit chinesischer Geschichte, Kultur und Gesellschaft beschäftigt. Eine Gruppe von 24 deutschen und chinesischen Jugendlichen kann am BCAC zusammen mit zeitgenössi-

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schen Künstlern ein interkulturelles Projekt realisieren, das Tradition und Zukunft vereint. Min Jie, Programmdirektorin des BCAC, freut sich auf das Pilotprogramm: „With Culture Connections China we hope to promote cross-cultural communication between German youth and the Chinese. We want to open up dialogues with adult cultural leaders in arts and culture sectors and members of the local community. By exploring the past and experiencing the present, we are looking into the future.‟ Die Teilnehmenden werden nicht nur viele Dinge über China, die Kultur und die Leute kennenlernen, sondern auch über sich selbst. Zwei Wochen lang leben sie in einer Gastfamilie in Peking und erleben den chinesischen Alltag ganz persönlich. Neben interkulturellen Kompetenzen gewinnen sie neue Freunde auf einem anderen Kontinent, mit denen sie ihre Begeisterung für Tanz und Theater teilen. „Der große Vorteil eines Tanz- und Theaterprojektes ist es, dass die Teilnehmenden auch mit geringen Sprachkenntnissen engen Kontakt zu den Einheimischen haben und Einblicke in das kulturelle sowie künstlerische Leben erhalten“, so Kea Hoppe, stellvertretende Geschäftsführerin von YFU und Leiterin der Abteilung Kooperation und Entwicklung. Das Programm Culture Connections China findet statt vom 22. Juli bis 6. August. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 15. April 2016 möglich. Weitere Informationen gibt es unter: www./yfu.de/cultureconnections


YFU-Neujahrsempfang in Hamburg

Feedback unserer Gäste

„Bulgarien ist seit 20 Jahren Partnerland von YFU – Mehr als 250 Schülerinnen und Schüler haben bisher am Austausch teilgenommen. Für mich bedeutet das Dank an YFU: Geschäftsführung und Vorstand! Der Neujahrsempfang bot auch in diesem Jahr wieder willkommene Gelegenheit zum Austausch mit Freunden und langjährigen Weggefährten. Hoch interessant sind die aktuellen „Aspekte der politischen Bildung im Jugendaustausch“ – in den Vorträgen der Fachleute aus dem politischen Umfeld und der praktischen Arbeit im Jugendaustausch.“ Prof. Dr. Gerd-Winand Imeyer Honorargeneralkonsul von Bulgarien in Norddeutschland „YFU schafft es auch in diesem Jahr, seinen Gästen zum Neujahrsempfang eine exzellente Mischung aus Bildung und Unterhaltung zu servieren: Tolle Gäste auf dem Podium und spannende Gäste für den Smalltalk davor und danach, gerahmt von selbstgemachter Musik und Wortbeiträgen, die die Begeisterung für den Schüler- und Jugendaustausch aus jeder Pore spüren lassen. Mich beeindruckt erneut, wie sich YFU als lernende Organisation präsentiert: ich lerne einen sich reflektierenden, dynamischen Verein kennen. Der Spagat,

gleichzeitig zivilgesellschaftlicher Akteur und dabei auch professioneller Dienstleister sein zu müssen, wird in den Beiträgen aus Vorstand und Geschäftsstelle deutlich. Dass YFU sich nicht nur in den Diskurs sondern auch in die Integration der Geflüchteten selbst einbringen will, einbringen muss, hat mich nach den Worten des Vorsitzenden sehr gefreut und für meine eigene Arbeit inspiriert.“ Benjamin Holm | Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch „Der YFU-Neujahrsempfang ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein schöner Anlass, in die YFU-Geschäftsstelle nach Hamburg zu kommen. Durch die Vielfalt der Gäste – von ehemaligen Teilnehmern, über Förderer bis hin zu politischen Vertretern – entsteht eine besondere Atmosphäre, die die Diskussion wichtiger Themen unserer Zeit aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln ermöglicht. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt kommt der politischen Dimension von Schülerausaustausch eine wichtige Bedeutung zu. Von daher ist YFU auch in diesem Jahr die thematische Ausrichtung des Neujahrsempfangs wieder sehr gut gelungen.“ Maren Opitz | Stiftung Mercator

von links nach rechts: Prof. Dr. Imeyer, Mitglied des YFU Kuratoriums | Austauschschülerin Effi aus Finnland am Cello | Benjamin Holm im Publikum | Maren Opitz im Gespäch.

Danke! YFU magazin | Frühjahr 2016 13


Freunde & Förderer

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Fragen an:

Prof. Dr. Gerd-Winand Imeyer In jeder Ausgabe stellt YFU ein Mitglied des YFU Kuratoriums vor

Der gebürtige Osnabrücker Prof. Dr. Gerd-Winand Imeyer studierte Betriebswirtschaftslehre in Münster und Hamburg, wo er anschließend auch promovierte. Er war langjähriger Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur-Versicherung und wurde 1993 Honorarkonsul der Republik Bulgarien. Seit 1997 ist er Honorarkonsul für Norddeutschland. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg verlieh ihm im Jahr 2002 die Ehrenprofessur, 2010 wurde Gerd-Winand Imeyer mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. YFU ist er seit vielen Jahren verbunden: Schon seit dem ersten Aufenthalt bulgarischer Austauschschülerinnen und Austauschschüler mit YFU in Deutschland vor rund 20 Jahren unterstützt er den Verein und hat bereits viele Jugendliche persönlich im Generalhonorarkonsulat in Hamburg empfangen. Heute ist er zudem als Mitglied des Kuratoriums für YFU aktiv.

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Was wollten Sie als Kind werden? Dazu habe ich leider keine Erinnerung mehr: Die Kindheit liegt sehr weit zurück! Wo hätten Sie gern einen Zweitwohnsitz? Vielleicht in der Sonne auf einer der Inseln - Kleine Antillen, obwohl ich am liebsten in Hamburg lebe! Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen? Einen Orden verdienen alle, die sich in dieser Zeit ehrenamtlich für Flüchtlinge und Asylbewerber engagieren und sie willkommen heißen. Was tun Sie, wenn Sie nichts zu tun haben? Mit den Enkelkindern telefonieren und mit dem Hund spielen! Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch? Gabriele Nissim: Dimitar Pesev und die Rettung der bulgarischen Juden - der Mann, der Hitler stoppte.

Beleg für den Auftraggeber IBAN des Auftraggebers: Empfänger: YFU Deutschland Oberaltenallee 6 22081 Hamburg

Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V.

IBAN des Empfängers:

DE67 2008 0000 0908 0302 01

DE67 2008 0000 0908 030201

SPENDE

DRES DE FF 200

Verwendungszweck | Betrag Spende Auftraggeber | Einzahler:

Fonds für Vielfalt

Datum:

Wir danken für Ihre Spende!

DE

Bei Beträgen bis EUR 200,00 erkennen die Finanzämter den Zahlungsbeleg als Spendenquittung an. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Hamburg. Wir sind wegen 14 YFU magazin | Frühjahr Förderung der Völkerverständigung durch Bescheinigung des Finanzamtes Hamburg-Nord, StNr. 17/411/01218, vom 28.03.2014 als steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne §§ 51 ff. AO dienend anerkannt.

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YFU sagt Danke

YFU dankt ganz herzlich für die großzügige Unterstützung! Andreas Röders (li.) im Gespräch mit Ulrich Zahlten.

Feierliche Übergabe in Ingolstadt.

→ YFU-Ehemaliger fördert Austausch

→ Von Ingolstadt in die Welt!

YFU begleitet mich seit meinem Austauschjahr 1975/76. Unser Sohn war auch in den USA und wir haben mehrere Austauschschüler aufgenommen. Meine Frau engagiert sich als Betreuerin. Wir sind dem Verein also sehr verbunden“, erklärt Andreas Röders seine Entscheidung, ein Stipendium für Jugendliche aus Deutschland zu vergeben. Er möchte etwas zurückgeben: „Das Jahr in den USA hat mich geprägt. Dadurch, dass ich ein Jahr in einer amerikanischen Familie gelebt habe, habe ich sehr intensiv eine andere Kultur kennengelernt. Das hat mich offener gemacht, toleranter und es hat auch meinen Blick auf Deutschland verändert. Davon profitiere ich heute noch. Ich möchte daher helfen, dass auch andere diese Erfahrung machen können.“ Mit seinem Stipendium fördert er Jugendliche, die keinen akademischen Bildungsweg anstreben oder ihr Austauschjahr in Osteuropa verbringen: „Ich habe viele Geschäftskontakte nach Osteuropa und habe die Herzlichkeit der Menschen dort kennengelernt. Obwohl Länder wie Polen oder Tschechien unsere Nachbarn sind, gibt es doch sehr viel Unkenntnis und dadurch Vorurteile, auf beiden Seiten. Ich würde mich sehr freuen, wenn durch das Stipendium junge Menschen motiviert werden, auch einmal ein Jahr in einem Land zu verbringen, das auf den ersten Blick nicht so attraktiv wirkt wie die USA. Ich glaube kaum, dass jemand diese Entscheidung später bereuen würde.

YFU konnte sich im Dezember über eine Zuwendung in Höhe von 4.000 Euro von der Bürgerstiftung Ingolstadt freuen. YFU-Vorstandsmitglied Simon Born wurde neben anderen begünstigten Organisationen von Oberbürgermeister Christian Lösel und Stiftungsreferent Helmut Chase zu einem kleinen Empfang und zur Übergabe der Zuwendungen nach Ingolstadt eingeladen. Mit der Zuwendung werden Jugendliche aus der Region unterstützt, die so ihren Traum vom Auslandsjahr verwirklichen können. Die Bürgerstiftung Ingolstadt stärkt die Internationalität und Interkulturalität der Region und setzt sich somit für lokales Gemeinwohl ein. YFU bedankt sich bei der Bürgerstiftung und freut sich auf viele Austauschgeschichten aus Oberbayern!

„Ich selbst habe mein Austauschjahr in Norwegen verbracht. Ich habe mich sehr gut unterstützt gefühlt und meine Familie möchte daher etwas zurückgeben. Da wir leider nicht selbst einen Austauschschüler aufnehmen können und mir im Alltag wenig Zeit für ein Ehrenamt bleibt, habe ich eine Spende als einfache Möglichkeit gesehen, YFU zu unterstützen. Ich hoffe, dass auch zukünftig junge Leute spenden, vor allem wenn andere Möglichkeiten zur Mithilfe nicht möglich sind. Auch kleine Beträge können in der Summe großen Nutzen haben!“ Anna Köneke, 23

„2015 wurden mehr als 1 Million Flüchtlinge in Deutschland registriert. Wir alle können erleben, dass diese immense Herausforderung neben großartigen Integrationsanstrengungen auch zunehmende Intoleranz hervorruft. YFU hat eine große Kompetenz, Menschen auf die Begegnung mit fremden Kulturen vorzubereiten und ihnen zu ermöglichen, in einen von Mitmenschlichkeit geprägten Dialog zu treten. „Völkerverständiger“ steht auf dem YFU-Shirt meiner Tochter. Davon brauchen wir viele und ich begrüße es sehr, dass YFU Wege für neue Zielgruppen entwickelt.“ Lorenz Freudenberg, 48

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→ YFU-Bildungsarbeit für Flüchtlinge YFU freut sich sehr darüber, dass dank zahlreicher Spenden ein Beitrag zur Verbesserung der gegenwärtigen Flüchtlingssituation geleistet werden kann. Sensationelle 40.000 Euro gingen seit dem letzten Spendenaufruf ein. YFU dankt allen Förderinnen und Förderern, die mit einer Spende einen wichtigen Beitrag geleistet haben!

YFU magazin | Frühjahr 2016 15


„Ich bin sehr dankbar für das Stipendium. Dies war eine große finanzielle Hilfe und Unterstützung, mit der mir meine Mutter das ersehnte Auslandsjahr in Ecuador finanzieren konnte.“

Mehr Vielfalt im Jugendaustausch

Leah, Fonds für Vielfalt-Stipendiatin

Stipendien für Jugendliche mit Migrationshintergrund

Noch immer sind die Bildungschancen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland schlechter als die Chancen anderer Jugendlicher. Von 10,6 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind etwa 3,5 Millionen zugewandert oder haben ausländische Wurzeln. Gesellschaftliche sowie oft auch finanzielle Hürden führen dazu, dass diese jungen Menschen weniger häufig das Abitur anstreben, studieren oder ein Austauschjahr machen. Im Programmjahr 2014/15 haben 57 Jugendliche mit Migrationshintergrund ein Austauschjahr mit YFU verbracht – nur knapp 5% aller Teilnehmenden. Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung ist das zu wenig. YFU will sich damit nicht abfinden und möchte daher diese Schülergruppe mit dem Fonds für Vielfalt gezielt motivieren und unterstützen.

Ihr Beitrag für mehr Chancengleichheit → 50 Euro Taschengeldzuschuss monatlich erleichtern es, das Jahr im Ausland sorgenfrei zu erleben. → 250 Euro finanzieren die Teilnahme eines Jugendlichen an der wichtigen Vorbereitungstagung vor dem Austauschjahr. → Ein Teilstipendium in Höhe von durchschnittlich 3.000 Euro kann den Austauschtraum eines Jugendlichen mit Migrationshintergrund erfüllen.

Eine der Stipendiatinnen und Stipendiaten ist die 17-jährige Leah, die ihr Austauschjahr in Ecuador verbrachte. Auch wenn Berlin ihr Zuhause ist, so war es doch ihr großer Wunsch, eine Zeit lang auf dem Heimatkontinent ihres Vaters zu leben, der aus Venezuela stammt. Ein Austauschjahr ohne Stipendium wäre für ihre Mutter jedoch nicht finanzierbar gewesen. Nur dank einer großzügigen Förderung aus dem Fonds für Vielfalt war es Leah möglich, ein prägendes Austauschjahr in Südamerika zu verbringen. Damit auch im Austauschjahr 2016/17 bedürftige Jugendliche wie Leah gezielt gefördert werden können, bittet YFU herzlich um Spenden für den Fonds für Vielfalt.

Spendenkonto Empfänger: IBAN: BIC: Referenz:

Deutsches YFU Komitee e.V. Commerzbank Hamburg DE67 2008 0000 0908 0302 01 DRES DE FF 200 Fonds für Vielfalt

www.yfu.de/spenden

YFU magazin Frühjahr 2016  

Das YFU magazin informiert alle vier Monate rund um das Thema Schüleraustausch und den Verein Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V....

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