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Informationen aus dem Verein

Winter 2014

Eric Simon Aus Uruguay in die Welt

Die Anfänge von YFU in Lateinamerika · NEU: Fördermitglied bei YFU werden


inhalt

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Fokus

Eric Simon

Aus Uruguay in die Welt Seite 6 / 7

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Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

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Nachrichten Seite 4 / 5

Nachruf Alexander (Sascha) Voigt • Jahre später Seite 10 / 11

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Ein Jahr in Deutschland

» Kooperationen

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Ein Jahr im Ausland

Neues aus dem Aufnahmeprogramm Seite 8

Neues aus dem Entsendeprogramm Seite 9

Alumni

Multiplikatorenaustausch • Fördermitgliedschaft bei YFU Seite 12 / 13

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Freunde und Förderer

Unterstützen • Spenden • Stipendien Seite 14 / 15 / 16

Impressum Herausgeber: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein – Träger der freien Jugendhilfe Adresse: Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

Oberaltenallee 6 22081 Hamburg 040 227002-0 040 227002-27 info@yfu.de www.yfu.de

Spendenkonto: Commerzbank Hamburg BIC: DRES DE FF 200 IBAN: DE 67 2008 0000 0908 0302 01 Redaktion: Corinna Schmidt Gestaltung: leledesign.de, dgermer.de

Druck: Sievert Druck und Service GmbH Auflage: 8.200 Exemplare 3. Ausgabe 2014 Das YFU Magazin erscheint dreimal im Jahr. ©YFU November 2014

Bildnachweis: Titel, 2, 5, 6, 7: iStockphoto; alle weiteren Fotos von YFU oder privat. Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Papier.

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YFU magazin – Winter 2014


eDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser, in der Geschichte von YFU stößt man immer wieder auf Menschen, die durch ihr bemerkenswertes Engagement beeindrucken, durch ihre Überzeugung und unbeirrbare Begeisterung für die Idee des internationalen Jugendaustauschs, der unsere Welt mit jeder neu geschlossenen internationalen Freundschaft ein kleines bisschen besser macht. Einer dieser besonderen Menschen war ohne Zweifel Eric Simon, der 1933 als Jude aus Deutschland fliehen musste, über Umwege in Uruguay seine neue Heimat fand und dort in den 1960er-Jahren YFU gründete. Er trug den Gedanken des Schüleraustauschs auch in andere lateinamerikanische Länder und legte so den Grundstein für einen lebhaften Austausch zwischen Südamerika und der ganzen Welt. Bemerkenswert ist vor allem, dass sich Eric Simon auch für den Austausch mit Deutschland einsetzte – dem Land, aus dem er zuvor vertrieben worden war. Er hat seine Überzeugung, mit Jugendaustausch zu Frieden in der Welt beizutragen, immer vor das Leid gestellt, das ihm und seiner Familie zugefügt wurde. Mit dem Eric Simon Stipendium, das jährlich an bedürftige Jugendliche aus Lateinamerika vergeben wird, ehrt YFU diesen besonderen Mann, der sich noch bis ins hohe Alter für YFU einsetzte. Ich danke allen, die dieses Stipendium durch ihre Spenden möglich machen! Aus traurigem Anlass möchte ich an dieser Stelle meinen Dank auch der Familie Voigt/Jetter aussprechen, deren Sohn Alexander in diesem Jahr während seines Austauschjahres in den USA bei einem Flugzeugabsturz verunglückte. Nun hat die Familie ein Stipendium gestiftet, das Jugendlichen aus Alexanders Gastort in den USA ein Jahr in Deutschland ermöglichen soll. Im Namen des gesamten Vereins möchte ich der Familie für diese außergewöhnliche Geste danken und ihr sowie allen, die Alexander geliebt und gekannt haben, mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. YFU würde es nicht geben, wenn sich nicht jeden Tag Menschen auf der ganzen Welt für Toleranz und gegenseitiges Verständnis einsetzen würden – sei es durch ehrenamtliches Engagement oder durch finanzielle Unterstützung. Mein Dank gilt allen Menschen, die auch in diesem Jahr wieder Seminare geleitet, Austauschschüler begleitet, Familien beraten, junge Menschen begeistert, den Verein durch ihre Spende unterstützt und vieles mehr getan haben, um YFU möglich zu machen! Ab 2015 wird es dank einer im Oktober beschlossenen Satzungsänderung zudem möglich sein, YFU als Fördermitglied langfristig zu unterstützen. So können auch die Menschen YFU verbunden bleiben, die sich nicht aktiv in die Vereinsarbeit einbringen können. Ich wünsche Ihnen fröhliche Feiertage und einen tollen Start in ein glückliches neues Jahr! Mit herzlichem Gruß Marcus von Garßen YFU-Vorstandsvorsitzender

YFU wünscht frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr! Herzlichen Dank an alle, die 2014 den internationalen Jugendaustausch unterstützt haben!

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Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

Nachrichten Neue Mitglieder im YFU-Vorstand Ab Januar 2015 wird es zwei neue Gesichter im Team des ehrenamtlichen Vorstands von YFU geben: Simon Born, bisher Sprecher des Aufnahmeprogramm-Rates und Aufnahmeprogramm-Leiter der Landesgruppe Bayern, sowie Ricarda Bauch, bisher Leiterin der AG Prävention sexueller Gewalt und ebenso langjährige YFU-Ehrenamtliche der Landesgruppe Brandenburg-Mecklenburg-Vorpommern, werden ab dem nächsten Jahr die Arbeit des Vorstands um den Vorsitzenden Marcus von Garßen, die stellvertretende Vorsitzende Rita Stegen und den Schatzmeister Elmar Lammerskitten unterstützen. Aus familiären und beruflichen Gründen aus der Vorstandsarbeit zurückgetreten sind Sebastian Fetköter und Theresa Veer. YFU dankt beiden für ihren großartigen Einsatz in den letzten Jahren, in denen sie viele Veränderungen innerhalb des Vereins begleitet und geprägt haben. Die beiden neuen Mitglieder freuen sich bereits auf die Herausforderungen in ihrer neuen Funktion für YFU: „Seit meinem Austauschjahr in Thailand 2006/07 bin ich für YFU vor allem im Aufnahmeprogramm aktiv. Ich freue mich darauf, diese Perspektive nun auch in den Vorstand zu tragen und dort die Zukunft von YFU mitzugestalten“, so Simon Born. „YFU schlägt nicht nur wichtige Brücken der Verständigung, sondern steht auch für eine aktive Zivilgesellschaft. Gemeinsam können wir viel erreichen“, so Ricarda Bauch. YFU dankt Ricarda und Simon für ihr Engagement und wünscht beiden einen guten Start in die Vorstandsarbeit!

Save the Date: YFU Bundestreffen im Mai 2015 Vom 14. bis 17. Mai wird das YFU Bundestreffen 2015 im KiEZ Arendsee in Sachsen-Anhalt stattfinden. Unter dem Motto „Ab durch die Mitte? Konsens vs. Querdenken“ werden sich rund 300 YFU-Ehrenamtliche aus ganz Deutschland treffen, um sich in verschiedenen Workshops auszutauschen und um Gleichgesinnte kennenzulernen. Neben frei wählbaren Workshops wird es ein vielfältiges Freizeitangebot geben. Für Kinderbetreuung ist gesorgt. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.bundestreffen.yfu.de.

In eigener Sache Der Versand der vorliegenden Ausgabe des YFU Magazins wurde zum ersten Mal vollständig aus einer neuen Datenbank erstellt, auf die YFU nach und nach umstellt. Die Redaktion bittet um Verständnis, falls dabei Fehler in der Zustellung entstanden sein sollten. Änderungswünsche und Anmerkun4 an: YFUmagazin@yfu.de. magazin – Winter Vielen 2014 Dank! gen bitte

Internationaler Besuch in der YFU-Geschäftsstelle.

„Open House“ in der Hamburger Geschäftsstelle Am 28. und 29. Oktober 2014 hatten zehn Führungskräfte aus unterschiedlichen YFU-Partnerorganisationen die Möglichkeit, bei einem „Open House“ im Vorfeld der internationalen YFU-Konferenz die Hamburger Geschäftsstelle näher kennenzulernen. Unter den vertretenen Partnerländern waren unter anderem Mexiko, Litauen sowie das erst seit kurzem im Netzwerk vertretene Spanien. Die Gäste warfen einen Blick in die unterschiedlichen Abteilungen des YFU-Büros und hatten die Möglichkeit, sich ausgiebig mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Sie nutzten zudem die Gelegenheit, den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von YFU Deutschland ihre jeweiligen Länder und Organisationen vorzustellen und verbreiteten so internationales YFU-Flair in der Hamburger Geschäftsstelle. Anschließend reisten die Gäste weiter nach Brüssel, wo sie vom 31. Oktober bis 3. November mit etwa 100 weiteren internationalen YFU-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern aus 44 Nationen an der internationalen YFU-Konferenz teilnahmen. Unter dem Titel „Lightning the Pathways“ erarbeiteten die Teilnehmenden neue Strategien für die Zukunft der YFU-Programme und die Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks. Die internationale YFU-Konferenz findet alle zwei bis drei Jahre an wechselnden Orten weltweit statt und ist das größte Treffen des gesamten YFU-Netzwerks.

Get Active! – Das Community Service Program in neuem Gewand Gemeinsam mit der U.S. Botschaft und der Robert Bosch Stiftung wird YFU nach einer zweijährigen Pause im kommenden Jahr wieder ein Kurzaustauschprogramm in den USA durchführen – bislang unter dem Namen „Community Service Program“ bekannt. Der neue Programmtitel „Get Active!“ ist Einladung und Aufforderung zugleich: Ehrenamtliches Engagement spielt in der amerikanischen Gesellschaft eine tragende Rolle. Zehn Jugendliche aus Magdeburg und Umgebung haben die Chance, sich im Mai 2015 in den USA für zwei Wochen in gemeinnützigen Projekten zu engagieren und dabei Land und Leute intensiv kennenzulernen. Die Jugendlichen leben während ihres Aufenthalts in Gastfamilien. Neben einem Englisch-Sprachkurs nehmen sie auch an Freizeitaktivitäten in der Gruppe teil. Das Programm richtet sich an 15- bis 17-jährige Sekundarschülerinnen und -schüler. Interessierte können sich noch bis zum 15. Januar 2015 bewerben. Weitere Informationen lassen sich unter www.yfu.de/get-active nachlesen.


„Versteckte“ Kompetenzen durch Schüleraustausch

Drei Zahlen

Forscherteam aus Finnland befragt Personalleiterinnen und -leiter

88 Prozent

der Bevölkerung Uruguays sind Nachkommen europäischer Einwanderinnen und Einwanderer. Die weiteren 12 Prozent setzen sich aus Mestizen und den Nachkommen afrikanischer Sklaven zusammen. Die indigenen Stämme Uruguays wurden seit dem 18. Jahrhundert innerhalb weniger Jahre vernichtet.1

10.000

Deutsche leben derzeit in Uruguay, etwa die Hälfte von ihnen hat die doppelte Staatsbürgerschaft. Zählt man die 40.000 Deutschstämmigen hinzu, gehört Deutschland nach Spanien und Italien zu den Ländern, aus denen die meisten Einwanderinnen und Einwanderer stammen. Ortsnamen wie Nuevo Berlín, Alemannia und Nueva Germania zeugen von deutschen Siedlungen im 19. Jahrhundert. Ab 1935 bot Uruguay vielen deutschsprachigen Jüdinnen und Juden Zuflucht.2

4:30 min.

braucht es, um die Nationalhymne Uruguays zu singen. Musikalisch ist sie damit die längste der Welt. Rein textlich belegt diesen Platz jedoch die griechische Nationalhymne, die mit 158 Versen um 47 Verse länger ist als die uruguayische Hymne. In der Regel wird nur deren erste Strophe gesungen.3

Nationalhymnen Lateinamerikas in Minuten

4:30

Produktivität, Belastbarkeit und Neugierde sind ebenfalls durch ein Austauschjahr gewonnene Kompetenzen

3:38

3:33

3:16

2:02 1:53

Uruguay

Paraguay

Mexico

Ecuador

1:42 Chile

Brasilien

Sprachkenntnisse, Toleranz und kulturelles Wissen: das sind die Hauptkompetenzen, die bis heute mit Auslandsaufenthalten in Verbindung gebracht werden. Durch die Globalisierung sind sie inzwischen unerlässlich – und sind daher kein Alleinstellungsmerkmal mehr, so mutmaßen die Autorinnen und Autoren der Studie. Bei ihrer Befragung fanden sie jedoch heraus: Mit Auslandsaufenthalten werden auch andere Faktoren in Verbindung gebracht; etwa Produktivität, Belastbarkeit und Neugier. Genau diese stehen bei Personalverantwortlichen hoch im Kurs – nur der Zusammenhang mit internationalen Erfahrungen ist bislang wenig bekannt. Schüleraustausch, Auslandssemester oder -praktika im Lebenslauf könnten also schon bald noch höher wertgeschätzt werden: Vorausgesetzt, auch vermeintlich „unsichtbare“ Kompetenzen werden als ihre Folgen erkannt.

Argentinien

1) und 2) http://de.wikipedia.org/wiki/Uruguay 3) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nationalhymnen

Welchen Wert haben internationale Erfahrungen in einer Zeit, in der Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz zum Standard gehören? Welche Bedeutung messen Personalabteilungen Auslandsaufenthalten heutzutage bei? Eine Studie aus Finnland stellte genau diese Fragen an 283 finnische Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie 1.770 Studentinnen und Studenten. Für ihre Studie „Hidden Competences“ ließen das Centre for International Mobility und der Think Tank Demos Helsinki Auslandsaufenthalte und einzelne Soft-Skills nach ihrer Bedeutung für Firmen bewerten. Das Ergebnis war zunächst ernüchternd: Nur acht Prozent aller Personalverantwortlichen hielten Auslandserfahrungen für ein entscheidungsgebendes Kriterium bei der Stellenbesetzung. Ein Drittel der Befragten wertete internationale Arbeits- und Studienaufenthalte im Ausland zumindest als Pluspunkt. Für die absolute Mehrheit jedoch spielte die Auslandserfahrung ihrer Bewerber keine Rolle.

Uruguay

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Fokus

Eric Simon Aus Uruguay in die Welt

Ein Austauschjahr in Ecuador oder Argentinien, ein neues Familienmitglied aus Kolumbien oder Chile – der Austausch mit Lateinamerika ist bei YFU nicht mehr wegzudenken. Das YFU Magazin hat sich auf die Suche nach dessen Ursprüngen gemacht, die nicht etwa in Argentinien oder Brasilien zu finden sind, sondern in einem der kleinsten Länder Südamerikas: in Uruguay. Von dort reisten die ersten lateinamerikanischen Jugendlichen für ihr YFU-Austauschjahr in die USA. Zu verdanken hatten sie dies dem Engagement Eric Simons, der YFU in Uruguay gründete und von dort in andere südamerikanische Länder trug.

Eric Simon Den Weg nach Lateinamerika fand Eric Simon auf tragische Weise: Aufgrund seines jüdischen Glaubens verlor er 1933, nur kurze Zeit nach dem Abschluss seines Medizinstudiums und der Machtübernahme Hitlers, seine Stelle in einer Klinik in Deutschland. Noch am selben Tag nahm er den Zug nach Paris und fand dort den Weg zu einer Organisation, die sich um Flüchtlinge aus Deutschland kümmerte. Bald koordinierte er deren medizinische Versorgung und begleitete ein Jahr später eine Gruppe Flüchtlinge von Paris nach Brasilien. Von dort reiste er schließlich nach Uruguay. Wegen fehlender Dokumente konnte er sich dort nicht als Arzt niederlassen, sondern hielt sich mit verschiedenen Arbeiten über Wasser. Eine Freundin entdeckte schließlich sein musikalisches Talent. Eric Simon, der bereits in seiner Jugend dirigiert hatte, begann so für das Symphonieorchester Montevideo zu arbeiten, wo er die nächsten 50 Jahre seines Lebens aktiv blieb.

Ein Treffen mit Folgen In seiner Funktion als Dirigent und Chorleiter traf er 1960 Rachel Andresen, die in den 1950er-Jahren YFU in den USA gegründet hatte und von dort den Gedanken des internationalen Jugendaustauschs unermüdlich in andere Länder trug. Sie hielt sich in Südamerika auf, um

dort eine Chorreise von Jugendlichen aus den USA zu organisieren. In Eric Simon fand sie einen begeisterten Partner, der nicht nur die Gastfamilien für die jungen Sängerinnen und Sänger in Montevideo fand, sondern kurz darauf YFU in Uruguay gründete. Wenige Monate später reisten von dort die ersten acht Jugendlichen für ein Austauschjahr in die USA. Mit außergewöhnlichem Engagement machte Eric Simon die YFU-Idee in anderen lateinamerikanischen Ländern bekannt, begeisterte dort Eltern und Jugendliche für ein Austauschjahr und gewann Ehrenamtliche für den Aufbau von YFU-Organisationen vor Ort.

Deutsch-lateinamerikanischer Austausch Als hauptamtlicher YFU-Programmkoordinator für Lateinamerika drängte Eric Simon in den 1970er-Jahren darauf, südamerikanische Schüler auch nach Europa zu schicken. Dabei lag ihm besonders der Austausch mit Deutschland am Herzen – seinem ehemaligen Heimatland, aus dem er hatte fliehen müssen. Er war überzeugt, durch den Kontakt zwischen Jugendlichen zu einer friedlicheren Welt beitragen zu können. 1977 verbrachten schließlich die ersten 15 Jugendlichen aus Lateinamerika ein Austauschjahr in Deutschland. Zehn Jahre später mach-

ten sich die ersten Schülerinnen und Schüler aus Deutschland auf den Weg in ihr „Abenteuer Lateinamerika“. Der Grundstein war gelegt für einen bis heute lebendigen Austausch und für viele internationale Freundschaften, die seitdem geschlossen wurden.

Eric Simon Scholarship Fund Dank des ihm zu Ehren gestifteten Eric Simon Scholarship Funds ist diese Erfahrung auch für lateinamerikanische Jugendliche möglich, die ein Austauschjahr nicht allein finanzieren könnten. So steht der Name Eric Simon auch heute noch für interkulturelle Verständigung und die Eröffnung neuer Chancen für Jugendliche in ganz Lateinamerika.

„Es gibt so viele unterschiedliche Menschen und auch Kulturen. Ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Austausch mitmachen kann. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mich YFU finanziell so stark unterstützt. Es sind so tolle Eindrücke und Erlebnisse. Vielen Dank YFU – du bist wunderbar!“ Martiniana aus Uruguay, Eric Simon Stipendiatin 2013/14

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Uruguay Die erste lateinamerikanische YFUOrganisation wurde in Uruguay gegründet. Grund genug, sich einmal genauer mit dem „paisito“ (kleines Land), wie es von seinen Bewohnerinnen und Bewohnern genannt wird, zu befassen. Uruguay ist das flächenmäßig kleinste spanischsprachige Land in Lateinamerika und hat circa 3,3 Millionen Einwohner auf 176.000 km² Fläche (zum Vergleich: In Argentinien leben auf 2,8 Millionen Quadratkilometern rund 40 Millionen Menschen). Noch bis vor kurzem stand es eher im Schatten seiner beiden großen Nachbarn Brasilien und Argentinien,

doch seit 2013 ist Uruguay immer häufiger Thema in den internationalen Medien. In diesem Jahr wurde es vom „Economist“ zum Land des Jahres 2013 gekürt. Als Begründung gab die Zeitung „wegweisende Reformen“ in Uruguay an, von denen nicht nur das Land selbst, sondern auch die ganze Welt profitieren könnte. Gemeint waren die Gesetze zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen sowie zur Legalisierung des begrenzten Handels mit Cannabis, die 2013 beschlossen wurden. Der Anbau von Cannabis soll unter staatlicher Kontrolle erfolgen und so aus der Hand krimineller Drogenkartelle genommen werden. Beide Beschlüsse brachten Uruguay weltweite Aufmerksamkeit als eines

Ulrich Zahlten, Gründer von YFU Deutschland und ebenso wie Eric Simon Träger des „Rachel Andresen International Service Award“, erinnert sich an die Anfänge des Lateinamerika-Austauschs bei YFU: „Anfang der 60er-Jahre begeisterten sich viele junge Amerikaner für internationales Engagement gerade im Zusammenhang mit Lateinamerika. Auch von offizieller Seite wurde der Austausch mit Lateinamerika unter der Präsidentschaft John F. Kennedys unterstützt. In dieser Zeit entschloss sich Rachel Andresen dazu, ihren Jugend-Chor „Michigan Chorale“ nach Lateinamerika zu schicken. Dazu machte sie selbst zunächst eine Reise durch verschiedene Teile des Kontinents. In Montevideo/Uruguay wurde sie an einen dort prominenten Chorleiter verwiesen – Dr. Eric Simon aus Duisburg, einen Arzt, der Studium und Promotion in Münster gerade hinter sich hatte, als 1933 Hitler an die Macht kam. Eric Simon war Jude; er galt als exponiert und floh sofort (die Promotionsurkunde erlangte er erst mehr als 20 Jahre später in einer Überraschungszeremonie in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Montevideo). Ohne seine deutschen Urkunden konnte er in Uruguay nicht praktizieren, folgte stattdessen seiner zweiten Liebe und wurde ein prominenter Chordirigent. Von Rachel Andresen und dem Konzept des Jugendaustauschs war er

der progressivsten Länder Lateinamerikas, das seit 2010 von Präsident José „Pepe“ Mujica regiert wird. Unter der Regierung des ehemaligen Revolutionskämpfers, der 13 Jahre seines Lebens unter schwersten Bedingungen in Haft verbachte, wurde unter anderem auch die Erschließung erneuerbarer Energien zur Chefsache: 2015 möchte Uruguay 50 Prozent seiner Elektrizität über Wind-, Solar- und Hydroenergie gewinnen. Uruguay hat also eine Geschichte voller innovativer Ideen, die auch den Rest Lateinamerikas und die Welt inspirieren – die Gründung von YFU scheint nur eine davon gewesen zu sein.

gleich begeistert und machte YFU nicht nur in Uruguay, sondern auch in vielen anderen südamerikanischen YFU-Ländern bekannt. Er fand Gesinnungsgenossen und gründete mit ihnen die meisten dortigen YFU-Organisationen ca. zwischen 1960 und 1965. Eric Simon machte – das ist komplizierter, als eine so läppische Formulierung kommunizieren kann – über YFU seinen Frieden mit seinem Herkunftsland, dessen Kultur er ohnehin nie entkommen war. Er drängte darauf, dass lateinamerikanische Schüler auch nach Europa, insbesondere nach Deutschland, reisen sollten. Und Ende der 70er-Jahre kamen die ersten lateinamerikanischen Schüler. Vor dem Eintreffen der Schüler entbrannte bei YFU Deutschland eine hitzige Diskussion: Von mehreren Vereinsmitgliedern wurde die Tatsache kritisch hinterfragt, dass diese Schüler fast ausnahmslos aus Staaten mit Militärdiktatur kommen würden. Wäre der Anfang von Austausch mit diesen Staaten nicht eine Aufwertung des jeweiligen dortigen Regimes? Gefährdeten wir die Teilnehmer, wenn sie nach einem Jahr von westeuropäischen Demokratievorstellungen erfüllt nach Hause flögen? Diese Auseinandersetzung war wertvoll, denn sie führte zu der bewussten Entscheidung, dass Austausch unabhängig vom Regime prinzipiell wünschenswert ist – eine Entscheidung, die YFU auch heute weiter begleitet.“

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Ein Jahr in Deutschland

• Neues aus dem Aufnahmeprogramm • Bald ist es soweit: Knapp 50 Jugendliche werden im Januar und Februar ihr Austauschjahr in Deutschland beginnen! Die Austauschschülerinnen und -schüler reisen vor allem aus Lateinamerika an, kommen aber auch aus Ländern wie Südafrika, Australien, Aserbaidschan und der Mongolei. Interessierte Familien können sich noch bei YFU als Gastfamilie melden und so mit einem internationalen Gast

ins neue Jahr starten: 040 227002-778, gastfamilien@yfu.de. Die Austauschschülerinnen und -schüler des laufenden Programmjahres erleben gerade die Adventszeit in Deutschland und entdecken dabei oft für sie ganz neue Traditionen. Auch viele Gastfamilien nutzen die Chance, vieles über die Weihnachtsbräuche aus den Heimatländern ihrer neuen Familienmitglieder zu lernen

und so ihre eigenen Familientraditionen zu bereichern. Nach Weihnachten und Neujahr heißt es für die Jugendlichen Abschied nehmen, die bereits vergangenen Winter nach Deutschland gereist sind. Die Schülerinnen und Schüler, die ihr Austauschjahr diesen Sommer begonnen haben, werden im Februar ihre Mittelseminare besuchen.

Von Anfang an dabei! Finja Sierck organisiert Orientierungs- und Sprachkurse (OSK) für YFU

Finja Sierck (2. v.r.) bei ihrem Thailand-OSK

Finja, du hast 2014 deinen vierten OSK für thailändische Schüler organisiert, zuvor für Jugendliche aus Lateinamerika, Europa, Südafrika und Australien. Was gefällt dir daran? Es ist immer wieder schön, wie dir die Austauschschüler komplett vertrauen und sich über alles freuen, was sie sehen und neu entdecken. Außerdem ist der Lernerfolg spannend: Von dem Moment, wo man die Schüler am Flughafen abholt und sie noch gar kein Deutsch sprechen, bis zum Abschied ein paar Wochen später, wenn man schon die ersten Worte mit ihnen wechseln kann. Dreimal war deine Familie auch Gastfamilie. Hast du den OSK dadurch anders wahrgenommen? Auf jeden Fall hatte ich mehr Kontakt zu den Schülern. Ich habe einfach mehr mitbekommen, auch von den OSK-Lehrern. Außerdem ist es eine spannende Erfahrung: Zu einem Mädchen aus Uruguay, das bei meinem ersten OSK für zehn Tage bei uns war, haben wir heute noch Kontakt! Huay aus Thailand, der während des letzten OSKs bei uns wohnte, hat uns in den Herbstferien wieder besucht. Drei Wochen können manchmal schon reichen, um eine zweite Familie fürs Leben zu finden.

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Warum kannst du die Organisation eines OSKs empfehlen? Ich sage immer: Ein OSK ist drei Wochen Spaß und ein halbes Jahr Arbeit (lacht). Aber das finde ich gerade gut: Dass man sich seine Zeit frei einteilen kann und nicht eine komplette Woche freinehmen muss, wie etwa um ein Seminar zu teamen. Gerade neben der Schule klappt das super! Bei den OSKs stehen die Jugendlichen noch am Anfang ihres Abenteuers. Wie ist die Stimmung während des Kurses? Es ist ähnlich wie auf einer Vorbereitungstagung: Am Anfang kennen sich die Schüler nicht und orientieren sich noch stark an dir als Organisator oder an den Lehrern. Mit der Zeit wächst die Gruppe dann immer mehr zusammen und beim Abschied fließen dann immer Tränen. Was war der schönste Moment auf deinen OSKs bisher? Immer schön ist das Abschiedsfest am letzten Abend – mit wie viel Kreativität die Jugendlichen ihre Dankbarkeit ausdrücken, mit dem was sie aufführen, was sie an Geschenken vorbereiten oder wie sie den Abend geplant haben... Daran sieht man immer nochmal, dass sich die Schüler auch wirklich wohl gefühlt haben und warum sich die Arbeit gelohnt hat. Du wirst bald dein Lehramts-Studium beginnen. Hat deine OSK-Erfahrung diese Entscheidung beeinflusst? Vielleicht haben die OSKs mich schon in meinem Wunsch bestärkt. Ich möchte auf jeden Fall auch einmal auf einem OSK unterrichten, vielleicht nach zwei Semestern. Dann kann ich noch mehr mit den Schülern machen – darauf freue ich mich schon!

n ersten Ganz nah dran sein in de hres! hja usc Wochen des Austa Im August 2015 werden etwa 350 Jugendliche aus aller Welt an 35-40 Orientierungs- und Sprachkursen teilnehmen, bevor sie zu ihren Gastfamilien reisen. Interessenten für die Projektorganisation, können sich ab Januar bei Silke Rauscher (040 227002-85, rauscher@yfu.de) in der YFU-Geschäftsstelle melden. Wer als Deutschoder Orientierungslehrer oder -lehrerin die Jugendlichen begleiten möchte, erhält aktuelle Informationen unter www.yfu.de/jobs.


Ein Jahr im ausland

• Neues aus dem Entsendeprogramm • Der Endspurt der Bewerbungsphase für ein Austauschjahr 2015/16 läuft und alle Jugendlichen, die nächstes Jahr ins „Abenteuer Austausch“ starten möchten, sind herzlich eingeladen, bald ihre Bewerbungsunterlagen bei YFU einzureichen! Denn für viele Länder kann sich noch beworben werden – darunter zum Beispiel Mexiko, Indien, Estland, Lettland, Thailand oder die Türkei. In einigen Ländern

werden zudem noch Schwerpunkt-Programme in den Bereichen Musik, Kunst, Film, Natur, Archäologie oder Sport angeboten, in denen die Jugendlichen ihre Talente ausbauen können. Mehr Informationen unter: www.yfu.de/austauschjahr. Alle Austauschschülerinnen und -schüler, die bereits im Ausland sind, haben nun schon fast die Hälfte ihres Austauschjahres dort verbracht und sich

Seit September dieses Jahres hat YFU mit Großbritannien und Irland zwei neue Austauschländer im Programm. „Wir freuen uns sehr, nun auch Austauschschüler nach England, Schottland oder Irland schicken zu können“, so Meike Neumann, Leiterin des Entsendeprogramms bei YFU. Jugendliche, die sich für die britische Kultur interessieren, haben 2015/16 die Möglichkeit, mit YFU ins Austauschjahr zu gehen und dabei von den Vorteilen einer gemeinnützigen Organisation zu profitieren: intensive Vorbereitung, persönliche Betreuung vor Ort, Nachbereitung und Teilhabe am internationalen YFU-Netzwerk – und natürlich die Möglichkeit, sich auf ein Stipendium von YFU zu bewerben! Meike Neumann freut sich über die Erweiterung der YFULänderpalette durch Großbritannien und Irland: „Damit leistet YFU einen Beitrag zur interkulturellen Verständigung in Europa.“ Daneben gibt es auf den beiden Inseln sowohl landschaftlich

immer mehr in die neue Kultur eingefunden. Auch sie können nun aus nächster Nähe erleben, wie Weihnachten in ihren Gastländern gefeiert wird und dabei viele neue Bräuche und Traditionen entdecken. Eine ganz besondere Zeit des Austauschjahres, über die sicherlich auch einige der YFU-Bloggerinnen und -Blogger berichten werden – nachzulesen unter www.yfu.de/blogs!

als auch kulturell viel zu entdecken. Ob Tea Time, Highland Games oder Feierlichkeiten rund um den St. Patricks Day – Austauschschülerinnen und -schüler können sich auf eine großartige neue Erfahrung freuen. Anders als in den anderen Partnerländern von YFU erhalten Gastfamilien in Großbritannien und Irland einen Haushaltskostenzuschuss. „Wir sind gespannt darauf, mit welchen Erfahrungen die ersten Austauschschüler 2016 aus England, Schottland und Irland zurückkommen werden“, so Meike Neumann weiter. „Es ist jedes Mal spannend – für uns wie für die Jugendlichen, die als „Pioniere“ in ein neues Programmland reisen – wenn wir ein Partnerland dazugewinnen und den YFU-Horizont damit wieder ein Stückchen erweitern.“ Schülerinnen und Schüler, die 2015/16 ein Austauschjahr in Großbritannien oder Irland verbringen möchten, können sich noch bei YFU bewerben. Mehr Informationen über die beiden Länder sowie über Voraussetzungen und Fristen sind auf der YFU-Website zu finden unter: www.yfu.de/austauschjahr.

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Alexander (Sascha) Voigt Ein Nachruf

Wir sind bestürzt und betroffen über den Tod des Austauschschülers Alexander Voigt, der am 20. Juni 2014 bei einem tragischen Flugzeugabsturz in den USA tödlich verunglückte. Alexander war mit einem Berufspiloten und Freund seiner Gastfamilie aufgebrochen, um Luftbildaufnahmen von St. Cloud, Minnesota zu machen, seiner Heimat der vorangegangenen zehn Monate. Alexander, von seiner Familie und Freunden Sascha genannt, wurde nur 16 Jahre alt. Er hinterlässt seine Eltern und seine jüngere Schwester Kira. Für Alexander bedeutete sein Auslandsaufenthalt in den USA die Erfüllung eines Traumes – und er genoss sein Austauschjahr in vollen Zügen. Er fühlte sich wohl bei seiner Gastfamilie und in der Schule, wo er durch seine offene und natürliche Art sehr beliebt war. Aktiv nutzte Alexander die vielen Angebote des Schullebens, spielte Basketball, war Mitglied des Fußball- und Leichtathletikteams und entdeckte seine Liebe zum Gewichtheben. Alexander war neugierig auf sein Gastland und nutzte seinen Aufenthalt auch, um möglichst viel davon zu entdecken. So war er mit seinem Gastvater in Memphis, Los Angeles und Washington und mit 50 anderen Austauschschülerinnen und -schülern aus aller Welt reiste er nach Hawaii, was er als ein Highlight seines Aufenthaltes bezeichnete. Alexander war ein lebensfroher Teenager, dem die Lust aufs Reisen und die Neugierde auf andere Menschen und Kulturen schon in die Wiege gelegt wurde. Seine Eltern Jutta Voigt und Yorck Jetter sind beide YFU-Ehemalige und ehrenamtlich für den Verein aktiv. Sie erzogen ihre Kinder in dem Geist von Offenheit und Internationalität, den sie als YFUler in sich tragen. Kurz nach seiner Geburt lebte Alexander drei Jahre mit seinen Eltern in Moskau, reiste mit acht Jahren durch Neuseeland und bestieg als Zehnjähriger einen 3.000 Meter hohen Vulkan auf Kamtschatka im Osten Sibiriens. Alexander war seinen Eltern dankbar für diese Möglichkeiten, die seinem

neugierigen Wesen entsprachen und seinen offenen Blick auf die Welt prägten. Sport, Musik und Reisen waren Alexander sehr wichtig, doch den Mittelpunkt seines Lebens bildete seine Familie. Mit ihr lebte er seit 2009 in München. Als hilfsbereiter, fröhlicher Schüler und mit seinem herzlichen und ansteckenden Lachen fand Alexander schnell seinen Platz in seiner Münchner Schule und engagierte sich in der Schulgemeinschaft. Genauso wie in den USA war Alexander auch schon in München sportlich aktiv – seine Münchner Leichtathletik-Staffel trainiert jetzt mit dem Staffelstab, den Alexander bei seinem Training in den USA benutzte. Alexander hatte ein großes abenteuerlustiges Herz, das voller Zuneigung für seine Mitmenschen war. Es war ihm wichtig, dass es den Menschen um ihn herum gut ging. Im November 2013 wurde er an seiner High School zum „Student of the month“ gewählt, weil er einem lernschwachen Mitschüler geholfen hatte. Alexander war ein verantwortungsbewusster Jugendlicher, der seiner Umwelt gleichzeitig mit Freude und Offenheit begegnete. Wir sind traurig, dass Alexander so früh aus dem Leben gerissen wurde. Unser volles Mitgefühl gilt denen, die ihn lieben und vermissen.

Alexander Voigt Stipendium „There are truly no words to describe how touched we are by the family’s generosity and spirit. It is a wonderful tribute to Alexander and we look forward to honoring his memory by sending a great St. Cloud student to Germany next year.“ Michael Hill, Präsident und Geschäftsführer von YFU USA.

10 YFU magazin – Winter 2014

Alexander begriff die Welt als einen Ort unendlicher Möglichkeiten, denen er voll guter Erwartung begegnete. Dem schrecklichen Verlust, den sein Tod für seine Angehörigen und Freunde bedeutet, mit Angst vor den Abenteuern des Lebens zu begegnen, wäre daher nicht in seinem Sinne. In dieser Überzeugung haben seine Eltern ein Stipendium im Namen ihres Sohnes ins Leben gerufen, das einem Schüler oder einer Schülerin der Tech High School in St. Cloud – dem Ort, wo Alexander die letzten Monate vor seinem Tod so glücklich war – ermöglichen soll, ein Austauschjahr in Deutschland zu verbringen. YFU Deutschland wie auch YFU USA sind der Familie für diese bemerkenswerte Geste sehr dankbar und wissen das Stipendium als eine Erinnerung an einen außergewöhnlichen Schüler zu schätzen, dem der Geist des internationalen Austauschs und der Verständigung so sehr am Herzen lag.


Jahre später ... ... ist Alexander Röder Hauptpastor an der St. Michaelis Kirche, als Hamburger „Michel“ Wahrzeichen der Stadt. Nach dem Studium arbeitete er zunächst ein Jahr in der YFU-Geschäftsstelle, heute setzt er sich unter anderem für Toleranz zwischen den Religionen ein. Herr Röder, Sie waren 1977/78 als YFU-Austauschschüler in New Jersey. Was sind Ihre lebendigsten Erinnerungen an diese Zeit? Schneekatastrophen ohne Ende und eine ganz tolle Schulzeit! Das war eine wirklich nette Gemeinschaft mit den Mitschülern und Lehrern. Allerdings war es auch das Jahr, als im US-Fernsehen der Film „Holocaust“ lief und für viel Wirbel sorgte. Da habe ich in der Schule erlebt, wie sich Diskriminierung anfühlt. Ich wurde verantwortlich gemacht für das, was damals passiert ist. Das war ein Gefühl großer Hilflosigkeit. Sie waren damals schon am religiösen Leben interessiert. Meine Gastfamilie war sehr gläubig, das hat auch mich geprägt. Meine Gastmutter war ursprünglich katholisch. Ich war vor meinem Austauschjahr, obwohl lutherisch, im Chor einer katholischen Gemeinde engagiert. Daher bin ich dort auch regelmäßig in den Gottesdienst gegangen. Mit meiner Gastmutter habe ich viel über die Konfessionsfrage gesprochen. Welche Unterschiede haben Sie zwischen dem Gottesdienst in Deutschland und den USA erlebt? Was mich berührt hat, war, dass in den USA die Gemeinde aktiv am Gottesdienst beteiligt war. Es gab keine „Ein-Mann-Show“, die wir bei uns damals noch hatten. In der amerikanischen Gemeinde wurde zu Beginn des Gottesdienstes gefragt: „Liegt heute etwas an?“. Ich fand schön, dass man in dieser Gemeinde wirkliche Gemeinschaft lebte und voneinander wusste, dass zum Beispiel Tante Erna krank war, für die nun gebetet werden sollte. Gibt es Dinge, die Sie in Ihren Berufsalltag übernommen haben? Ja, manches, was Offenheit und das Liedgut betrifft. Da haben wir uns lange ein bisschen schwer getan im evangelischen Deutschland. Ich habe für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg zwei Reisen nach New York organisiert. Wir haben unterschiedliche Kirchen angesehen und mit ökumenischen Partnern Gespräche geführt. Manche deutsche Skepsis traf da auf geballte amerikanische Frömmigkeit. Mein Interesse an der großen Ökumene, die ich in den USA kennengelernt habe, ist auch eine Folge des Austauschjahres. Kürzlich waren Sie bei einem multireligiösen Friedensgebet mit katholischer und islamischer Beteiligung. Wie brisant ist dieses Anliegen von Respekt im Umgang mit Anders-

gläubigen heute? Ich glaube, wir müssen den Respekt voreinander pflegen. Aber vor dem Respekt steht die Kenntnis über den anderen. Das heißt, ich muss mich interessieren, was mir für Menschen begegnen, wie sie geprägt sind, wie sie denken und was sie glauben. Vor unserem Austauschjahr hatten wir eine sehr gute Vorbereitung durch YFU. Diese Woche werde ich nie vergessen. Ich erinnere mich noch an ein Bild, das der damalige Vorsitzende Ulrich Zahlten benutzt hat. Es war ungefähr so: Wir sollten uns vorstellen, wir seien in Deutschland mit einer Brille von gelber Farbe auf der Nase geboren, und wir können sie nicht absetzen. Die Amerikaner hingegen, obwohl kulturell alles so ähnlich scheint, seien in Wirklichkeit alle mit einer blauen Brille geboren. Wir können zwar eine blaue aufzusetzen versuchen, behielten darunter aber immer die gelbe und guckten also grün. Das heißt: „Beobachtet zuerst mit eurer Sicht, nehmt die andere Sicht wahr und dann ordnet es ein.“ Ich glaube, genau darum geht es auch im multireligiösen Gespräch mit den Muslimen. Gibt es Parallelen zwischen den Aufgaben eines Pastors und denen eines Austauschschülers? In beiden Fällen geht es um Achtsamkeit gegenüber Menschen. Mir begegnen Menschen, die eine bestimmte Erwartungshaltung haben, wenn sie in die Kirche kommen. Ähnlich ergeht es einem Austauschschüler: Er repräsentiert sein Land, wenn er in die fremde Umgebung kommt, trifft auch auf Vorurteile, aber auch auf Offenheit. Im Austauschjahr muss er Kontakte suchen, um sich die neue Umgebung für sich zu „erobern“. Das ist in der Kirche nicht anders. Wir müssen auf die Menschen zugehen, denen wir begegnen. Insofern gibt es schon eine wichtige Parallele: Menschen zueinander finden zu lassen. Das habe ich immer als einen Sinn meines Austauschjahres verstanden.

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1) Alexander Röder im März 1978 2) Jahre später: Alexander Röder vor dem Hamburger Michel.

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kOOPERATIONEN

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1) Multiplikatoren und Multiplikatorinnen 2014. 2) Hagia Sophia in Istanbul. 3) Türkischer Tee und Notizen.

Austausch bringt einander näher Lehr- und Fachkräfte begeistert vom deutsch-türkischen Jugendaustausch Vor drei Jahren wurde mit dem deutsch-türkischen Multiplikatorenaustausch ein Austauschprogramm für Lehr- und Fachkräfte ins Leben gerufen, um für den Jugendaustausch zwischen der Türkei und Deutschland zu begeistern. Die Teilnehmenden beider Länder werden dabei unterstützt, Jugendlichen die Chancen des interkulturellen Lernens näherzubringen. Der Austausch ist ein Projekt der Stiftung Mercator und von YFU in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz und IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. Die Stiftung fördert den Austausch finanziell. Mitte Oktober reisten elf Lehr- und drei Fachkräfte der Jugendarbeit für eine Woche nach Istanbul, um Seite an Seite mit 14 türkischen Teilnehmenden zu lernen, zu arbeiten und für kurze Zeit auch zu leben. Die Deutschen wurden herzlich bei den Familien der türkischen Teilnehmenden aufgenommen und trafen während der zweitägigen Hospitation an deren Arbeitsplatz auf begeisterte und neugierige Jugendliche. Die Woche wurde eingerahmt von mehreren Workshops zum interkulturellen Lernen und einem kleinen Sightseeing-Programm. „Die Zeit in Istanbul war sehr intensiv, bereichernd und schön“, resümiert Irene Niethammer, als Pfarrerin Mitglied der christlich-islamischen Gesellschaft in Mannheim. Die Einbeziehung der Akteure der außerschulischen Jugendarbeit findet Svenja Maas-Gerhards, langjährige IKUS-Koordinatorin (Interkulturelles Lernfeld Schule) in Köln, besonders wichtig. „Es öffnet unseren Blick für weitere soziale Projekte, Deutschland wie auch die Türkei betreffend.“

12 YFU magazin – Winter 2014

Die Teilnehmenden entwickeln nun konkrete Ideen, wie sie bei Jugendlichen und im Kollegium Neugierde auf die Begegnung mit Menschen aus der Türkei wecken können. Für Andrea Hajek-Fröhle, Pädagogische Mitarbeiterin an einer Grundschule in Hessen, bergen die eigenen Erlebnisse in dieser Hinsicht großes Potential: „Durch den intensiven Austausch mit meiner türkischen Partnerin erhielt ich ein erheblich vielfältigeres Bild des türkischen Lebens, als es mir durch den Alltag in Deutschland vermittelt wurde. Ich wurde darin bestätigt, dass viele in Deutschland erkennbare Vorurteile gegenüber der Türkei, seinen Menschen und ihrer Kultur auf einigen wenigen Eindrücken beruhen, die kein allgemeines und umfassendes Bild vermitteln.“ Indem sie ihre positiven Erfahrungen mit anderen teilen, helfen die Teilnehmenden des Multiplikatorenaustauschs, Vorurteile aufzubrechen und Horizonte zu erweitern. Austausch bringt einander näher. Die geknüpften Bande der 28 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sind bereits jetzt eng und sehr herzlich. So traf sich ein Großteil der deutschen Gruppe beispielsweise zu einem gemeinsamen Türkisch-Kochabend und holte kurzerhand via Skype auch zwei türkische Kolleginnen dazu. Gelegenheit zum Vertiefen der aufgebauten Beziehungen gibt der Gegenbesuch der türkischen Gruppe im Februar 2015.


Fördermitglied bei YFU werden! Neue Form der Mitgliedschaft ab Januar 2015 Viele Menschen, die YFU verbunden sind – sei es durch ihr eigenes Austauschjahr, das Austauschjahr ihrer Kinder oder als ehemalige Gasteltern oder -geschwister – möchten sich für die Ziele von YFU einsetzen. Oft fehlt ihnen aber aus verschiedensten Gründen die Möglichkeit für ein aktives ehrenamtliches Engagement im Verein. Für all diejenigen gibt es ab Januar 2015 die passende Form der Mitgliedschaft: Als Fördermitglied unterstützt man YFU nicht nur finanziell, sondern stärkt die Stimme des Vereins. Fördermitglieder engagieren sich mit YFU für eine Welt, in der Menschen über kulturelle Grenzen hinweg Verständnis und Wertschätzung für andere Kulturen wie für die eigene gewinnen. YFU ist davon überzeugt, dass diese Ziele besonders durch Jugendaustauschprogramme erreicht werden können. Die Umsetzung dieser Programme kostet Geld, wie die Arbeit jeder Organisation – für die Auswahl, Vorbereitung und Betreuung der Austauschschülerinnen und -schüler und Gastfamilien, für die Schulungen der Ehrenamtlichen, für Alumni-Angebote, für Informationsmaterial und Öffentlichkeitsarbeit und viele andere Dinge mehr. „Wir möchten mit der Fördermitgliedschaft allen eine attraktive Form der Teilhabe anbieten, die sich gerne engagieren möchten, aber aus vielfältigen Gründen nicht ehrenamtlich tätig werden können“, erklärt Mitglieder-Koordinatorin Simone Stepp aus der YFU-Geschäftsstelle. „Fördermitglieder unterstützen YFU mit einem jährlichen Beitrag ab 50 Euro und helfen auf diese Weise, die Ziele des Vereins umzusetzen und so ganz unmittelbar den internationalen Austausch zu stärken.“ Die Fördermitglieder werden durch das YFU Magazin über die Vereinsarbeit auf dem Laufenden gehalten, von der Geschäftsstelle betreut und erhalten Einladungen zu überregionalen Ver-

anstaltungen. Aufrufe zu aktiver Mitarbeit oder Informationen über Veranstaltungen und Aktionen auf regionaler Ebene gehen nicht an Fördermitglieder. Die neue Form der Fördermitgliedschaft ist ab dem 1. Januar 2015 möglich. Ab diesem Zeitpunkt gilt die von den Vereinsgremien beschlossene neue Beitragsordnung, in der zudem angepasste Mitgliedsbeiträge festgelegt sind. Der Mitgliedsbeitrag ist für YFU eine sehr wichtige Unterstützung. Er hilft dem Verein dabei, langfristig und sicher planen und arbeiten zu können. Nähere Informationen zu den Veränderungen der Mitgliedsbeiträge finden sich unter www.yfu.de/mitglied.

„Durch meine berufliche Tätigkeit ist meine Zeit sehr knapp und ich schaffe es nicht mehr, ehrenamtlich für YFU aktiv zu sein. Ich möchte aber trotzdem weiterhin dem YFU-Gedanken verbunden bleiben und die ehrenamtliche Arbeit des Vereins fördern. Als Fördermitglied habe ich das Gefühl, auch mit wenig Zeit viel zu bewirken!“ Dirk Arendt, USA 1987

Ich möchte YFU-Fördermitglied werden!


freunde und förderER

Das YFU Kuratorium In jeder Ausgabe stellt YFU ein Mitglied des YFU Kuratoriums vor

Gottfried Böttger Mit Austauschprogrammen befasst sich Kuratoriumsmitglied Gottfried Böttger auch beruflich: Seit September 2012 ist er Leiter des Pädagogischen Austauschdienstes des Sekretariats der Kultusministerkonferenz (PAD). Der Pädagogische Austauschdienst betreut internationale Programme im Schulbereich, unter anderem Schulpartnerschaftsprogramme im Auftrag des Auswärtigen Amts und der Europäischen Kommission, den Austausch von Lehrkräften und von Fremdsprachenassistentinnen und -assistenten. Anfang der 50er-Jahre geboren, wuchs Gottfried Böttger in einer Zeit des politischen Umbruchs und Neuanfangs auf. Die deutsch-französische Freundschaft, die europäische Einigung und die Aussöhnung mit den Nachbarn im Osten wurden ihm zu wichtigen Anliegen. Austauscherfahrungen sammelte Gottfried Böttger bereits ab dem Alter von elf Jahren. Durch sein Hobby, den Fechtsport, nahm er an deutsch-französischen Lehrgängen teil und besuchte Turniere in vielen europäischen Nachbarländern. Für seinen beruflichen Werdegang war der Wunsch, jungen Menschen den Blick für die Welt zu öffnen ein wichtiges Motiv. Zwölf Jahre unterrichtete er Deutsch,

Geschichte und Politik an einem Tübinger Gymnasium. Als Referent bei der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg beschäftigte er sich von 1991 bis 2001 noch intensiver mit internationalen Themen. Dabei standen die Themen „Globales Lernen“ und „Bildung für Nachhaltigkeit“ im Mittelpunkt. Mit diesem internationalen Hintergrund bereichert Gottfried Böttger seit 2014 auch das YFU Kuratorium. Der PAD ist bereits seit 2012 Kooperationspartner von YFU: Gemeinsam verwirklichen die Partner den „Multiplikatorenaustausch Deutschland-Türkei“, einen Kurzaustausch für Lehr- und Fachkräfte.

Ja, ich interessiere mich dafür, Fördermitglied bei YFU

zu werden und bitte um nähere Informationen:

per Post per E-Mail oder telefonisch Mehr Information auch unter: mitglieder@yfu.de Vorname: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein – Träger der freien Jugendhilfe Oberaltenallee 6 22081 Hamburg

Name: Geburtsdatum : *

Straße & Nr.:

PLZ & Ort:

Telefon*: E-Mail*:

Datum, Ort

Unterschrift

*Diese Angaben sind freiwillig, aber empfehlenswert für Rückfragen. Ihre Daten werden nur für YFU interne Zwecke der Mitgliederverwaltung gespeichert. Sie können der Speicherung jederzeit widersprechen.


Nachrichten

„Meine Familie gibt meinem Traum einen Sinn. Ich möchte sie stolz auf mich machen.“

Etwas zurückgeben – Ehemaliger fördert die Deutsche YFU Stiftung

Natalia, Stipendiatin aus Kolumbien mit ihrem Vater

Die Deutsche YFU Stiftung freut sich sehr über eine Zustiftung in Höhe von 15.000 Euro, die im vergangenen Monat von einem ehemaligen Programmteilnehmer getätigt wurde. Nicolai verbrachte 1992/93 als Stipendiat des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) ein Austauschjahr mit YFU in den USA. Er ist überzeugt, dass diese positive Erfahrung ganz entscheidend dazu beigetragen hat, dass er nun in der erfreulichen Situation ist, „etwas zurückgeben“ zu können. So kam er auf die Idee, den internationalen Jugendaustausch mit einer großzügigen Zahlung in das Stiftungskapital der Deutschen YFU Stiftung langfristig zu fördern. Er wandte sich daher an Katharina Beyer, die den Stiftungsvorstand in der Geschäftsstelle unterstützt und die sein Fördervorhaben koordinierte. Sie war hoch erfreut über diese großzügige Geste: „Nicolai berichtete mir, Einsatz und Erfolg im Beruf hätten sich ausgezahlt, daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, davon etwas zu teilen.“ Informationen zu der Deutschen YFU Stiftung gibt es ab sofort auf der YFU-Webseite (www.yfu.de/stiftung). Fragen beantwortet gern Katharina Beyer (040 227002-35, beyer@yfu.de).

Träume werden wahr – dank großzügiger Spenden Weiterhin vielen Jugendlichen aus aller Welt ein Austauschjahr in Deutschland ermöglichen: Das war das Ziel des Spendenaufrufs von YFU im Herbst 2014. Der Verein dankt allen Freunden und Fördernden ganz herzlich, die dieses Vorhaben mit ihren Spenden möglich machen. Dank ihrer Unterstützung kann YFU auch im kommenden Jahr Stipendien an junge Schülerinnen und Schüler vergeben, die sich schon in ihrem Heimatland besonders intensiv mit ihrem Austausch-Wunschziel Deutschland beschäftigen. Stipendiatinnen und Stipendiaten wie der 16-jährigen Natalia, die eine Schule mit Deutsch-Schwerpunkt in Kolumbien besucht, kann YFU nun ihren Traum vom Jahr in Deutschland erfüllen. Auch die Familien in der Heimat der Jugendlichen sind froh und dankbar für die großzügige Unterstützung ihrer Kinder durch die aus Spenden finanzierten YFU-Stipendien.

Bei Online-Einkäufen spenden

Was ist hier zu sehen?

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Weihnachtsgeschenk

Ein passendes Weihnachtsgeschenk für die Lieben zu finden, ist oft nicht einfach. Wovon man nie genug haben kann ist Toleranz! Wie sich das verschenken lässt? Ganz einfach nachlesen unter: www.coloredglasses.de/cms/schenken.

Weihnachtsgeschenke lassen sich bequem im Internet bestellen: Statt in der Kälte durch überfüllte Einkaufsstraßen zu hasten, bringt die Post den Weihnachtseinkauf bis an die Tür. Wer dabei über die Website von PlanetHelp auf die Onlineshops zugreift, spendet automatisch einen Teil seiner Ausgaben an YFU – ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. PlanetHelp kooperiert mit vielen großen Onlineversandhändlern wie beispielsweise Amazon. Über 1.500 Shops beteiligen sich an der Spendenaktion: Für jeden vermittelten Onlinekauf erhält PlanetHelp eine Prämie von den Händlern. Einen Teil dieser Einnahmen gibt PlanetHelp an gemeinnützige Organisationen weiter, die der Käufer oder die Käuferin selbst auswählen kann. Für YFU sind auf diesem Weg bereits über 4.700 Euro zusammengekommen. Damit steht der Verein sogar auf dem ersten Platz! Um diesen Erfolg fortzuführen, ist YFU auch in diesem Jahr allen dankbar, die über PlanetHelp ihre Onlinebestellungen aufgeben. Nur mit ein paar Klicks YFU unterstützen: www.planethelp.de!

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YFU PSF 762167 22069 Hamburg Postvertriebstück, DPAG, Entgeld bezahlt

*68306#000#000* Max Mustermann Musterstraße 20 20000 Hamburg

„Um seine Ziele im Leben zu erreichen, muss man stark bleiben und seinen Weg weiterverfolgen. Ich bin YFU dankbar für die unvergesslichen Erfahrungen, die ich bisher schon hatte.“

Schenken Sie Chancen!

Stipendiat Diego aus Uruguay bei einem Ausflug mit seiner deutschen Gastfamilie zur Zugspitze

Stipendien für Jugendliche aus Lateinamerika Als sich der heute 17-jährige Diego aus einer Kleinstadt in Uruguay für ein Austauschjahr bei YFU bewarb, ahnte er noch nicht, wie sehr sich sein Leben verändern würde. Denn nur wenige Monate vor seiner geplanten Abreise verstarb sein Vater plötzlich und unerwartet: ein schrecklicher Verlust für die ganze Familie und Diego. Dennoch hielt er an seinem Wunsch fest, ein Jahr in Deutschland zu verbringen. „Wir haben Diego als unabhängigen Jungen kennengelernt, der sehr reif für sein Alter ist. Trotz allem war seine Motivation, den Austausch zu machen, ungebrochen”, berichtet Gabriela Casas, Mitarbeiterin von YFU Uruguay. Seine Familie unterstützte ihn in seinem Vorhaben, doch gleichzeitig war die Finanzierung seines Austauschjahres nach den tragischen Ereignissen mehr als ungewiss. Glücklicher-

Geben Sie Jugendlichen aus Lateinamerika die Chance auf ein Stipendium! 200 EURO ermöglichen den bedürftigen Jugendlichen die Teilnahme am Sprach- und Orientierungskurs zu Beginn des Austauschjahres. 50 EURO monatliches Taschengeld helfen den Stipendiatinnen oder Stipendiaten z.B. beim Kauf von Bustickets oder Winterjacken. 3.500 EURO für ein komplettes Teilstipendium geben einem Jugendlichen aus Lateinamerika die wertvolle Chance auf ein Austauschjahr.

weise war YFU Deutschland durch zahlreiche Spenden in der Lage, ihm kurzfristig finanzielle Unterstützung anbieten zu können. Aus dem Eric Simon Scholarship Fund vergibt YFU jedes Jahr Stipendien an Jugendliche aus Lateinamerika, die sich ein Austauschjahr in Deutschland nicht aus eigener Kraft leisten können. Auch Diego bekam so die Chance, nach Deutschland zu reisen, wo er seit August 2014 bei seiner Gastfamilie lebt. In Gedenken an den Gründer von YFU Uruguay, Dr. Eric Simon, und zur Fortführung seiner interkulturellen Arbeit in Lateinamerika möchte YFU auch in Zukunft Stipendien an förderbedürftige Jugendliche wie Diego vergeben. Hierbei ist der Verein auf finanzielle Unterstützung angewiesen. YFU bittet daher herzlich um Spenden für den Eric Simon Scholarship Fund!

SPENDENKONTO Empfänger Deutsches YFU Komitee e.V. Kontonummer 09 08 03 02 01 BLZ 200 800 00 (Commerzbank Hamburg) IBAN DE 67 2008 0000 0908 0302 01 BIC/SWIFT DRES DE FF 200 Referenz Eric Simon Stipendien

den www.yfu.de/spen

YFU Magazin Winter 2014  

Das YFU Magazin informiert alle vier Monate rund um das Thema Schüleraustausch und den Verein Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V....

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