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Informationen aus dem Verein

Winter 2013

Blickwechsel Austausch zwischen Deutschland und Chile – zwei Perspektiven

Stipendien für Schüler aus aller Welt · Ein Blick zurück – die Anfänge von YFU


inhalt

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Fokus

Blickwechsel

Austausch zwischen Deutschland und Chile – zwei Perspektiven Seite 6 / 7

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Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

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Nachrichten Seite 4 / 5

Ein Blick zurück – die Anfänge von YFU Seite 10 / 11

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» Kooperationen

Ein Jahr in Deutschland

Neues aus dem Aufnahmeprogramm Seite 8

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Ein Jahr im Ausland

Neues aus dem Entsendeprogramm Seite 9

Alumni Special

Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. • Multiplikatorenaustausch Seite 12 / 13

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Freunde und Förderer

Unterstützen • Spenden • Stipendiaten Seite 14 / 15 / 16

Impressum Herausgeber: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein – Träger der freien Jugendhilfe Adresse: Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

Oberaltenallee 6 22081 Hamburg 040 227002-0 040 227002-27 info@yfu.de www.yfu.de

Spendenkonto: Commerzbank Hamburg BIC: DRES DE FF 200 IBAN: DE 67 2008 0000 0908 0302 01 Redaktion: Corinna Schmidt Gestaltung: leledesign.de, dgermer.de

Druck: Sievert Druck und Service GmbH Auflage: 7.000 Exemplare 4. Ausgabe 2013 Das YFU Magazin erscheint vierteljährlich. ©YFU Dezember 2013

Bildnachweis: Titel, S.2 oben, S.6 oben: iStockphoto Winterlandschaft, S.4 mitte: iStockphoto People, S.13: Hilfswerke der Deutschen Lions e.V., alle anderen Fotos von YFU oder privat. Gedruckt auf umweltfreundlichem FSC-zertifiziertem Papier.

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YFU magazin - Winter 2013


eDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser, jungen Menschen die Möglichkeit eröffnen, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten – das ist ein zentrales Anliegen von YFU, das den Verein seit seiner Gründung antreibt und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert. Austauschschülerinnen und -schüler tauchen in eine neue Kultur ein und lernen diese aus dem Innersten heraus zu verstehen und zu respektieren. Dabei sind es oft die Gegensätze zwischen dem eigenen Land und der neuen Umgebung, die wertvolle Impulse geben. Ein Schuljahr im Ausland ermöglicht es, den eigenen Alltag neu zu begreifen, bisher Geglaubtes in Frage zu stellen und den Blick auf die Welt nachhaltig zu verändern. In diesem Heft stellen wir zwei Jugendliche vor, die genau diese Erfahrung als YFUAustauschschüler gemacht haben bzw. derzeit machen: Dorian hat ein Jahr in Chile verbracht. Zurück in Deutschland ist er jetzt Gastbruder von Gissel, die er aus seinem Austauschjahr kennt. Die 16-Jährige verbringt nun selbst ein Austauschjahr bei Dorians Familie in Hamburg. Gemeinsam erzählen sie, was sie aus dem Blickwechsel auf die jeweils andere Kultur gelernt haben. In dieser Ausgabe blicken wir außerdem auf die Anfänge von YFU zurück. Denn vor 60 Jahren brach der damalige Schüler Ulrich Zahlten, Gründer und Ehrenvorsitzender des Vereins, für ein Jahr in die USA auf – eine prägende Erfahrung, die 1957 den Impuls für die Gründung des Deutschen Youth For Understanding Komitees gab. Drei Austauschschüler der ersten YFU-Jahre erzählen von ihren Erwartungen, Sorgen und Erlebnissen in den USA. Mit vielen Erwartungen bereiten sich auch jetzt wieder viele Schüler auf ihr YFU-Austauschjahr vor: Insgesamt 60 Jugendliche werden im Januar/Februar 2014 nach Deutschland reisen – so viele wie noch nie in dieser Jahreszeit! Wir freuen uns sehr, dass das Interesse an Deutschland als Gastland weiter steigt. Dabei ist es uns wichtig, diese Erfahrung auch Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, die sich ein Austauschjahr ohne finanzielle Hilfe nicht leisten können. Auch im nächsten Jahr möchten wir diese Jugendlichen durch verschiedene Stipendienprogramme weiter fördern und freuen uns auf Ihren Beitrag dazu! Ehrenamtliches Engagement und die Begeisterung seiner Ehemaligen und Förderer ist seit der Gründung des Vereins das Herz von YFU. Bei all denen, die auch im vergangenen Jahr durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre finanzielle Unterstützung jungen Menschen eine unvergessliche Erfahrung ermöglicht haben, möchte ich mich sehr herzlich bedanken! Ich wünsche Ihnen und allen, die YFU nahe stehen, eine schöne Weihnachtszeit und ein glückliches und gesundes neues Jahr! Mit herzlichem Gruß Marcus von Garßen YFU-Vorstandsvorsitzender

YFU wünscht frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr! Herzlichen Dank an alle, die 2013 den internationalen Schüleraustausch unterstützt haben!

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Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

Nachrichten Neue Website für YFU Seit Ende September erscheint die Website von YFU in neuem Glanz! Der neue Internetauftritt ist nutzerfreundlicher und enthält zudem einige neue Bereiche. So haben zum Beispiel die YFU-Spezialprogramme nun eine eigene Rubrik, in der man mehr zu den Kurzaustauschprogrammen mit Japan und der Türkei sowie zu weiteren noch relativ neuen Programmformaten von YFU erfahren kann. Alle sind herzlich zum Stöbern und „Durchklicken“ auf der neuen Website eingeladen! Feedback ist dabei immer willkommen: feedback@yfu.de.

Ausland, Uni und Gastfamilie! Mit einem neuen Programmformat möchte YFU ab dem nächsten Jahr jungen Erwachsenen auch nach dem Schulabschluss die Möglichkeit geben, interkulturelle Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Das Programm „Ausland, Uni und Gastfamilie!“ richtet sich an 18- bis 21-Jährige, die nach ihrem Abitur neue Kulturen entdecken und erste Uni-Luft schnuppern möchten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Wahl zwischen einem Auslandsaufenthalt in Chile oder Südafrika, wo sie für ein halbes oder ganzes Jahr in einer Gastfamilie leben, einen Sprachkurs und weitere universitäre Angebote wahrnehmen und so einen intensiven Einblick in die Kultur des Gastlandes erhalten. Natürlich gelten für die „After School“-Programme die gleichen Qualitätsstandards, wie für die YFU-Schüleraustauschprogramme: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von YFU bereiten alle Programmteilnehmenden auf einem mehrtägigen Seminar intensiv auf ihren Aufenthalt vor. Auch während des Programms stehen den jungen Erwachsenen persönliche YFU-Betreuer bei allen Fragen zur Seite. Mehr Informationen unter: www.yfu.de/after-school

Rückblick auf 2012

Zukunftsforum „Austausch macht Schule“

Im seinem neuen Jahresbericht blickt YFU auf das Kalenderjahr 2012 zurück. Ein spannendes Jahr, in dem sich YFU über eine Rekordzahl an Austauschschülern im Aufnahmeprogramm freuen konnte und per Mitgliederbeschluss eine neue Satzung erhalten hat. Neben Informationen zu den Austausch- und Stipendienprogrammen enthält der Jahresbericht außerdem einen detaillierten Rückblick auf das YFUFinanzjahr 2012. Zu lesen gibt es den Jahresrückblick online unter: www.yfu.de/jahresbericht

Schüleraustausch vermittelt interkulturelle Kompetenzen und legt damit bei den Jugendlichen den Grundstein für Toleranz und für ein friedliches Europa. Darüber waren sich die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zukunftsforums „Austausch macht Schule“, das Anfang Oktober in Berlin stattfand, einig. Das Deutsch-Französische Jugendwerk, das Deutsch-Polnische Jugendwerk, die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch TANDEM und der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz hatten Experten und Praktiker zu dieser Tagung eingeladen, um gemeinsam über das Thema Schüleraustausch und dessen Einbindung in das deutsche Bildungssystem zu diskutieren. YFU war ebenfalls vertreten, um aus der Sicht der gemeinnützigen Austauschorganisationen Impulse für die Diskussion zu geben. Die Konferenz wurde als Ausgangspunkt für eine lebhafte Debatte verstanden, die nun online weitergeführt wird: www.austausch-macht-schule.org

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Drei Zahlen

1) www.santiago.diplo.de/Vertretung/santiago/de/06/Bilaterale__Kulturbeziehungen/Deutsche_20Schulen.html 2) www.laender-lexikon.de/Chile_%28Geografie%29 3) www.survivalinternational.de/ueberuns/terminologie 4) www.ine.cl/canales/chile_estadistico/estadisticas_sociales_culturales/etnias/etnias.php

Chile

16.000 YFU-Gastfamilie Oppertshäuser/Möller mit Habil aus Aserbaidschan

Interkulturelle Bildung auch für Gastfamilien Neues AJA-Forschungsprojekt Welche Lernprozesse und Entwicklungsschritte finden innerhalb einer Gastfamilie statt, wenn sie an einem Schüleraustauschprogramm teilnimmt und einen ausländischen Jugendlichen bei sich zu Hause aufnimmt? Welche Motivation führt dazu, dass eine Familie einen Gastschüler zu sich einlädt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Studie des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA). Da 80 Prozent der Gastfamilien für die AJA-Mitgliedsorganisationen in Deutschland aktiv sind, werden fundierte und wissenschaftlich genaue Ergebnisse erwartet. Gastfamilien bilden den Kern des Schüleraustauschs, indem sie sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern Gastschülerinnen und Gastschülern für einen langen Zeitraum ihr Haus öffnen. Sie geben diesen damit die Gelegenheit, an ihrem Alltag teilzuhaben und ermöglichen ihnen eine ganz besondere kulturelle Erfahrung. Das Ziel des Forschungsprojekts besteht vorrangig darin zu untersuchen, welche interkulturellen Lern- und Entwicklungsprozesse auf die Gastfamilien Einfluss nehmen. Durch die Aufnahme einer Gastschülerin oder eines Gastschülers lassen sich die Gastfamilien darauf ein, ein internationales Netzwerk oftmals für das ganze Leben zu begründen. Dieses Netzwerk und die damit verbundenen interkulturellen Erfahrungen spielen in der heutigen Welt eine zunehmende Rolle, auch für ein offenes und freundliches Deutschland. Nicht nur durch eigene längere Aufenthalte im Ausland erwirbt man wichtige interkulturelle Kompetenzen, sondern auch durch die Aufnahme eines Gastschülers. Hier entsteht eine interkulturelle Dynamik, die die gesamte Familie und das familiäre Umfeld einbezieht. Gastfamilien leben Weltoffenheit. Sie vermitteln den Austauschschülerinnen und -schülern ihr Bestreben nach tolerantem und verständnisvollem Verhalten und öffnen gleichzeitig ihren eigenen Horizont – oftmals ein Leben lang! Erste Ergebnisse der Studie werden auf dem Deutschen Forum Internationaler Jugendaustausch am 09. und 10. Januar 2014 in Hamburg präsentiert; der erste Auswertungsworkshop findet vom 22.-23. November 2014 statt.

Schülerinnen und Schüler besuchen eine der 22 deutschen Schulen in Chile. Sie sind überwiegend Gründungen deutscher Einwanderer und werden von privaten Vereinen getragen. Neben den deutschen Schulen werden weitere chilenische Schulen im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) seit 2008 vom Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem GoetheInstitut Chile als Mittlerorganisation gefördert.1

756.950 km

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beträgt die Landfläche von Chile. Damit ist das Land etwas mehr als doppelt so groß wie Deutschland. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich Chile über 4.300 Kilometer, ist aber durchschnittlich nur circa 180 Kilometer breit. Die engste Stelle im kontinentalen Chile beträgt 90 Kilometer.2

4,6%

aller Chilenen haben indigene Wurzeln. Indigene Völker sind die Nachfahren derer, die bereits vor den Mitgliedern der jetzt etablierten Gesellschaft in einem Land gelebt haben. Sie definieren sich teilweise über ihre Herkunft, ihre spezifischen Eigenschaften und ihre Selbstwahrnehmung.3 Die indigene Bevölkerung Chiles ist sehr heterogen und umfasst mehrere unterschiedliche Volksgruppen, von denen die Mapuche die größte darstellen.4

Zusammensetzung der indigenen Bevölkerung Chiles: 3%

7%

Atacame~ no

3%

Sonstige

Aymara

87% Mapuche

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Fokus

Blickwechsel Mit Hilfe eines Stipendiums verbringt die chilenische Austauschschülerin Gissel ein Austauschjahr in Deutschland. Seit diesem Sommer lebt sie bei ihrer Gastfamilie in Hamburg. Sie ist überwältigt von den vielen neuen Eindrücken in ihrem Gastland. Ihr Gastbruder Dorian, der 2007 selbst YFU-Austauschschüler in Gissels Heimatdorf Pitrufquén im Süden Chiles war, hätte sich wohl damals nicht träumen lassen, dass sechs Jahre später eine junge Chilenin aus eben diesem Ort ein Austauschjahr bei seiner Familie verleben würde. Gissel, warum hast du dich für ein Austauschjahr in Deutschland entschieden? Mich hat zunächst die Vorstellung inspiriert, eine andere Kultur kennenzulernen und mit Menschen in Kontakt zu treten, deren Weltbild, Lebenseinstellung, Sprache und Traditionen sich von denen meines Heimatlandes unterscheiden. An Deutschland hat mich besonders seine starke Fortschrittsorientierung sowie die deutsche Sprache interessiert, die in Chile zwar nur wenig gesprochen wird, die ich aber unbedingt lernen wollte. Ein weiterer Grund lag darin, dass regelmäßig Jungen und Mädchen aus Deutschland nach Chile und dort auch in meine Stadt und sogar meine Schule gekommen sind.

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Dorian mit seiner Gastschwester während seines Austauschjahrs in Pitrufquén, Chile

Und wie hast du deine ersten Wochen in Hamburg erlebt? Die erste Zeit mit meiner neuen Familie war wirklich etwas Besonderes. Ich bin am Tag nach meiner Ankunft 16 Jahre alt geworden und habe zum ersten Mal meinen Geburtstag ohne meine Familie in Chile gefeiert. Meine Gastfamilie hat mich sehr herzlich aufgenommen und wir sind uns schnell nähergekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut und konnte mich so leicht in meinem neuen Zuhause einleben. Kurz darauf habe ich angefangen, hier zur Schule zu gehen, was mir ebenfalls neue Türen geöffnet hat. Ich fühle mich sehr wohl bei meiner Familie, verstehe mich mit meinen Gasteltern und Gastgeschwistern sehr gut und bin ihnen allen dafür sehr dankbar. Dorian, wie ist es für dich, dass mit Gissel jemand aus deinem Austauschjahr in deinem „normalen Leben“ auftaucht? In jeder Hinsicht eine unglaubliche Bereicherung. Als mich meine Eltern vor ein paar Monaten am Telefon mit der Nachricht überraschten, dass sie eine chilenische Austauschschülerin aufnehmen wollten, war ich sofort begeistert. Ich war zu der Zeit in Brasilien und hatte nicht damit gerechnet, dass unsere sechsköpfige Familie während meiner Abwesenheit ein weiteres Mitglied dazugewinnen würde. Die Überraschung war umso größer, als


ich erfuhr, dass meine zukünftige Gastschwester aus demselben Ort kommt, in dem ich mein eigenes Austauschjahr verbracht habe. Gissel bei uns zu haben ist für mich eine wirklich besondere Erfahrung, die mich immer wieder in meine Zeit in Chile zurückversetzt und unzählige Erinnerungen wachruft. Gissel, was ist der größte Unterschied zwischen deinem Leben in Chile und in Deutschland? Meine Familie zeichnet aus, dass wir sehr viel gemeinsam unternehmen, uns sehr verbunden fühlen und einer indigenen Bevölkerungsgruppe, den Mapuches, angehören. Darauf bin ich sehr stolz. Die Mapuches haben ihre eigene Sprache und Traditionen. In Chile gibt es viele verschiedene indigene Völker, aber wir alle sind auf unterschiedliche Weise patriotisch, weshalb wir eine Reihe an Nationalfeiertagen haben und viele ihr Land für seine natürliche Vielfalt und einmalige Landschaft schätzen. Ein entscheidender Unterschied zwischen Deutschland und Chile ist natürlich, dass Chile wirtschaftlich noch sehr viel Aufholbedarf hat. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Regeln und Vorschriften in Deutschland viel eher respektiert und eingehalten werden als in meiner Heimat. Trotz geringerer finanzieller Möglichkeiten sind wir in Chile jedoch sehr gastfreundlich gegenüber Ausländern und empfangen jeden mit offenen Armen.

Gissel mit ihren deutschen Gastbrüdern Dorian und Jonah

Dorian, was ist für dich der größte Unterschied zwischen Hamburg und Gissels Heimatdorf Pitrufquén? Da ich in Hamburg aufgewachsen und die Anonymität der Großstadt gewohnt bin, war für mich die Vertrautheit und der familiäre Umgang mit den Nachbarn in einem Ort wie Pitrufquén eine der größten Veränderungen. Besonders überraschend war für mich, dass meine Gasteltern die meisten meiner Mitschüler kannten und auch umgekehrt jeder bereits zu wissen schien, wo und bei wem ich wohnte. Obwohl ich anfangs etwas über die besondere Dynamik einer Kleinstadt verblüfft war – zum Beispiel wie schnell sich bestimmte Gerüchte verbreiten können – habe ich schnell gemerkt, dass es kaum einen besseren Ort gibt, um Anschluss zu finden und Freundschaften zu knüpfen. Über die gesamte Dauer meines Austauschs habe ich bewundert, wie aufgeschlossen und

kontaktfreudig die Menschen um mich herum waren. Und trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – der häufig schwachen finanziellen Absicherung vieler Familien sind Solidarität und gegenseitige Unterstützung die herausragenden Qualitäten der Menschen, die ich in Chile kennengelernt habe. Deine Gastschwester erlebt gerade viel Neues in Hamburg. Kannst du sie durch deine Erfahrungen dabei unterstützen? Ich freue mich über jede Gelegenheit, mich mit meiner Gastschwester auszutauschen, gemeinsam etwas mit ihr zu unternehmen und ihr dabei die deutsche Kultur und Sprache näherzubringen. Gerade, wenn ich an meine ersten Monate im Austausch zurück denke, weiß ich, wie sehr meine eigene Gastfamilie mir geholfen hat, mich in meinem neuen Umfeld einzuleben. Ich versuche, für Gissel ebenso da zu sein, wie es meine Gastgeschwister und -eltern für mich waren.

Eine Chance für alle!

Gissel mit ihrer Familie in Pitrufquén, Chile

YFU setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Jugendliche durch ein Austauschjahr die Chance auf einen „Blickwechsel“ erhalten – in Deutschland und der ganzen Welt. Damit die Teilnahme an den YFU-Programmen nicht an finanziellen Schwierigkeiten scheitert, vergibt YFU jedes Jahr zahlreiche Stipendien an Jugendliche, die sich wie Gissel ein Austauschjahr sonst nicht leisten könnten. Mehr Informationen zu den Stipendienfonds von YFU unter: www.yfu.de/stipendienfonds

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Ein Jahr in Deutschland

• Neues aus dem Aufnahmeprogramm • Die Adventszeit ist eine besondere Zeit in Deutschland, mit vielen oft völlig neuen Gebräuchen für die Austauschschülerinnen und -schüler, die derzeit ihr Austauschjahr mit YFU in Deutschland verbringen: ob Adventskalender, Plätzchen backen oder Weihnachtsmarkt besuchen. YFU wünscht allen Austauschschülern spannende Festtage und einen guten Start in das neue Jahr 2014!

Während die schon in Deutschland lebenden Austauschschüler die Adventszeit genießen, bereiten sich Jugendliche auf der ganzen Welt gerade erst auf ein Austauschjahr in Deutschland vor. Rund 60 Jugendliche werden im Januar/Februar 2014 mit YFU nach Deutschland reisen – eine Rekordzahl für diese Jahreszeit! Die Schüler kommen vor allem aus Lateinamerika, aber auch aus Län-

dern wie Aserbaidschan, Südafrika und den USA. Sie freuen sich darauf, als Austauschschüler eine neue Kultur zu entdecken. Für einige dieser Jugendlichen suchen wir noch Gastfamilien, die Lust auf ein Stück weite Welt in den eigenen vier Wänden haben. Interessierte Paare und Familien können sich bei YFU melden: gastfamilien@yfu.de, 040 227002-0.

Frohe Feiertage! Der ehemalige Pasch-Stipendiat Dimitrije aus Serbien berichtet über sein Weihnachtsfest in Deutschland Heiligabend und Weihnachten waren dieses Jahr besonders interessant, denn ich habe sie mit der Familie meiner Gastfamilie zusammen in Cloppenburg gefeiert. Obwohl bei mir zu Hause Heiligabend und Weihnachten erst am 6. und 7. Januar stattfinden und ich an eine große Menschenmenge an den Tagen gewöhnt bin, fand ich es trotzdem sehr schön und habe mit größter Freude daran teilgenommen. Anfangs haben wir uns die Zeit mit Fernsehen und Nichtstun vertrieben. Später haben wir alle zusammen gekocht, wobei allerlei Gerichte rausgekommen sind. Nach mehreren Stadtrundfahrten und Spaziergängen hatten wir uns alle wieder am Tisch versammelt. Das Essen war ein richtiger Gaumenschmaus! Nach dem äußerst delikaten Festmahl haben wir die gemeinsame Zeit mit Filme gucken und Erzählungen von interessanten Geschichten aus der Vergangenheit sowie auch aus der Gegenwart verbracht. Am nächsten Tag sind wir alle durch das Städtchen Cloppenburg gefahren und haben das Museumsdorf besucht, dessen Gebäude dem Zahn der Zeit anmutig getrotzt haben… Silvester war ausnahmsweise mal ungewöhnlich. Damit ich in die Stadt kommen konnte, nahm ich den letzten Bus, der noch fuhr, aber der wiederum kam schon in den Mittagsstunden in der Stadt an… Mit meinen Freunden, die mich bereits erwarteten, habe ich die noch verbleibende Zeit „kreativ” gestaltet. Wir sind Essen gegangen sowie auch in ein paar Cafés.

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Später sind wir durch die Stadt spaziert und haben die Ruhe vor dem Mitternachtswahnsinn genossen. Menschenleere Straßen und geschlossene Läden umgaben uns. Nach den etwas längeren und ermüdenden Spaziergängen haben wir uns zu anderen Freunden auf eine Feier begeben. Während der Party habe ich viele neue Bekanntschaften geknüpft. Der beste Moment war – wie immer – der Countdown und das darauf folgende Feuerwerk, welches ich bildschön fand. Ich habe viele nette und gastfreundliche Menschen kennengelernt und die deutsche Version der Feiertage miterlebt. Alles in allem war es ein einzigartiges Erlebnis! Dimitije aus Serbien

Dimitrije bei der Verleihung seiner Pasch-Urkunde in Serbien


Ein Jahr im ausland

• Neues aus dem Entsendeprogramm • Das neue Jahr steht vor der Tür und die Bewerbungsphase für das Austauschjahr 2014/15 läuft bereits auf Hochtouren. Bisher konnten schon etwa 750 Plätze an deutsche Schülerinnen und Schüler für ein YFU-Jahr im Ausland vergeben werden. Für viele Länder kann man sich weiterhin bewerben – ab sofort auch für Spanien! Es wurde vor kurzem noch als neues YFU-Partnerland in das Programm

aufgenommen. Mehr Informationen zu den Bewerbungsfristen unter: www.yfu. de/fristen. Während sich immer mehr Austauschschüler von morgen schon jetzt auf ihr Austauschjahr in 2014/15 freuen können, beginnt für die deutschen YFUSchüler im Ausland eine spannende und mitunter vielleicht auch nicht immer ganz einfache Zeit: Viele von ihnen verbringen

die Weihnachtstage zum ersten Mal ohne die eigene Familie. Zum Glück erleben sie im Gastland und mit der Gastfamilie so viele neue Traditionen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel, dass wenig Zeit für Heimweh bleibt. YFU wünscht allen Austauschschülern eine schöne Weihnachtszeit und ein spannendes Jahr 2014!

Von Engeln, Plüschweihnachtsmännern und Christbaumkugeln Der ehemalige YFU-Austauschschüler Sebastian berichtet über sein Weihnachtsfest in Ecuador Ich muss sagen, es war anders, aber es war genauso schön wie zu Hause. Alles hat schon Anfang bis Mitte November angefangen, als wir den Weihnachtsbaum aufgestellt haben. Diesen haben wir dann geschmückt – angefangen von kleinen Engeln bis hin zu riesigen Plüschweihnachtsmännern und selbstgemachten Christbaumkugeln. Dazu wurde noch das ganze Zimmer rund um den Weihnachtsbaum in Rot und Grün verpackt. Für meinen Geschmack von allem zu viel, aber am Ende hat es ganz gut zusammengepasst. In der Schule gab es „Amigos secretos“, das ist so etwas wie Wichteln. Der einzige Unterschied für mich bestand darin, dass man es öffentlich machte und jeder zu seinem Geschenk noch etwas sagen musste. Dann haben wir zusammen in der Klasse gegessen und danach fand das Programm für die ganze Schule statt. Das war so etwas wie eine Taufe für die Neuen und jeder neue Kurs musste einen oder mehrere Tänze aufführen. Dann war endlich Weihnachten! Los ging es damit, dass die ganze Familie in die Kirche gegangen ist. Die war so voll, dass die Leute vor der Tür standen, um noch etwas mitzubekommen. Die Messe war um 20.30 Uhr vorbei und wir sind mit 40 Personen in das Haus meiner Oma gefahren. Zum Vergleich: In Deutschland feiere ich normalerweise mit zwölf Personen! Zu Beginn hielten zwei meiner Familienmitglieder eine Rede, wie schön es ist, dass wir alle zusammen sind. Danach wurden Zettel mit Namen verstorbener Familienmitglieder hochgehalten,

damit diese an der Feier teilhaben können. Klar ist es traurig, aber so erinnert man sich immer wieder an die Leute, die einmal waren, und man vergisst sie nicht. Um 22 Uhr begann endlich das Essen. Wie in jeder Familie in Ecuador gab es Truthahn und dazu Reis. Als Vorspeise gab es „Tamales de Gallina“, ein süßer Teig mit Hühnchen, Oliven, Rosinen und Ei. Klingt komisch, schmeckt aber super! Nach dem Essen wurden die Geschenke unter den Familien per Losverfahren verteilt. Jede Familie brachte ein Geschenk mit und bekam, je nachdem welche Nummer sie zog, ein neues Geschenk. Dann war das große Programm für den Abend vorbei. Zu Hause ging es mit der Bescherung weiter: Ich habe schöne Klamotten bekommen und natürlich Süßigkeiten. Dann war Weihnachten 2012 schließlich um 2 Uhr nachts für mich vorbei. Sebastian in Ecuador

Der Weihnachtsbaum Sebastians Gastfamilie in Ecuador

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Alumni–SPEcIAL

Auf der „Andrea Doria“ auf dem Weg nach New York

Ein Blick zurück Die Anfänge von YFU

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n der unmittelbaren Nachkriegszeit wollten vor allem die USA durch Jugendprogramme demokratische Grundwerte unter den deutschen Jugendlichen fördern. Dafür unterstützte die US-Regierung ein Austauschprogramm, das deutschen Schülern ein Jahr in den USA ermöglichte – eine Erfahrung, die die Teilnehmer oft ein Leben lang prägte. Nach Ende des Regierungsprogramms trugen Ehemalige den Austauschgedanken weiter und gründeten im Jahr 1957 das Deutsche Youth For Understanding Komitee. Der Gründer und Ehrenvorsitzende Ulrich Zahlten (Austauschjahr 1953) sowie Günter Bäro (Austauschjahr 1959) und Herta Kadner (Austauschjahr 1962) erzählen von ihrem „Abenteuer Austausch“.

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Ulrich Zahlten, Austauschjahr 1953 Kurz vor den Herbstferien 1952 machte mein Englischlehrer bekannt, Ulrich Zahlten 1953 dass es ein Programm der amerikanischen Regierung für Schüler aus den besetzten Gebieten Deutschlands und Österreichs gäbe. Ich hatte zunächst wenig Interesse, aber mein Englischlehrer und mein Vater sahen das anders. Also habe ich mich beworben und gedacht, dass ich immer noch nein sagen konnte – das habe ich dann aber zum Glück nicht getan. Von Frankfurt aus ging es mit 110 weiteren Austauschschülern nach Genua, von dort mit der „Andrea Doria“ nach New York und schließlich mit 25 weiteren Schülern nach Michigan – wo die Vorgängerorganisation von YFU, der Michigan Council of Churches, ihren Sitz hatte. Ich lebte in einem kleinen Ort und erlebte gleich die Offenheit der Amerikaner. Zum Beispiel fand eine Woche nach meiner Ankunft in den USA die Bundestagswahl 1953 in Deutschland statt. Der damalige US-Außenminister Dulles tönte, er hoffe, in Deutschland gewinne der Westen und nicht „the Reds“. Ich war ob dieser Einmischung entsetzt, meine Gasteltern auch. Am Folgetag sprachen mich verschiedene Leute an: Ob ich diese Einmischung in den neuen westdeutschen demokratischen Prozess nicht auch unverfroren fände? Ich merkte erstmals – wie später immer wieder –, dass der Austausch eine „Zweibahnstraße“ werden könne. Als ich zurück nach Lübeck kam, war ich zunächst etwas frustriert. Ich war der einzige Lübecker, der 1953 in den USA war und hatte niemanden, mit dem ich mich austauschen konnte. Als dann die ersten amerikanischen Austauschschüler nach Deutschland kamen, fand ich für vier von 30 Schülern eine Gastfamilie in Lübeck – unter anderem meine eigene Familie. Als die Bundesrepublik 1955 zum souveränen Staat erklärt wurde und die amerikanische Regierung ihr Austauschprogramm damit einstellte, überlegte ich gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten, wie das kleine Programm des Michigan Council of Churches überleben könnte. Und da kam die Idee, ein Ehemaligentreffen einzuberufen, auf dem wir schließlich – zunächst auf Englisch – 1957 das „Youth For Understanding Comittee“ gründeten, später das „Deutsche Youth For Understanding Komitee“. Da das Treffen wie auch die Gründung des Komitees im Wesentlichen auf meine Initiative hin geschah, wurde ich zum Vorsitzenden gewählt – womit eine lange, herausfordernde und bereichernde YFU-Periode in meinem Leben begann.


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Günter Bäro in Montpelier, Indiana

Günter Bäro, Austauschjahr 1959 Meine Eltern haben zu Hause immer gepredigt, dass man ins Ausland gehen müsste, um zu verstehen, was in der Welt passiert. Das hat mich für mein Austauschjahr motiviert – genauso wie der Wunsch, aus den damaligen Verhältnissen herauszukommen. Ich bin dann zunächst auf eine Farm nach Indiana gekommen. Das war für mich als Stadtkind nicht einfach. Nach drei Monaten bin ich in eine Kleinstadt zu einer Arztfamilie umgezogen, wo es besser wurde. In den USA hat mich vor allem die Offenheit der Amerikaner beeindruckt. Man öffnet sich sehr schnell und wird überall sehr positiv aufgenommen. Augenöffnend für mich war auch eine Studienfahrt nach Chicago, während der wir in afroamerikanischen Familien aus der Mittelschicht gelebt haben. Auf unseren Vorbereitungsfreizeiten hat man uns noch gewarnt, dass wir bei Kontakten mit Farbigen vorsichtig sein sollten. Und in Chicago lebten wir dann bei Unternehmern und Professoren. Das war eine ganz andere Welt, die ich so nicht erwartet hatte! Da kriegte man auf einmal mit, dass man Klischees immer hinterfragen muss. Nach meiner Rückkehr war ich als junger Mensch zuerst der Meinung, dass man die Welt missionieren müsste und die guten Dinge der Amerikaner überall einzuführen wären. Heute sehe ich das etwas kritischer. Dennoch war mein Austauschjahr sehr wichtig für mein späteres Leben – und zwar in jeder Hinsicht. Nach meinem Physikstudium habe ich in meinem Beruf viel mit Amerikanern zusammengearbeitet. Durch das Austauschjahr und die Sprache konnte ich sozusagen in die Rolle eines Amerikaners schlüpfen und von innen heraus verstehen, wo er eigentlich hin will. Das ist sehr wichtig, wenn man versucht, Konflikte zu lösen und konfliktfrei zusammenzuarbeiten. Ich bin der Meinung, es kommt in jeder Situation darauf an, dass man den Anderen zunächst in seiner Art versteht. Denn gegenseitiges Verständnis ist immer die Basis für Kommunikation und Miteinander. 3 4

Günter Bäro mit seinen Gastschwestern (3) und einer Nachbarin der Gastfamilie (4)

2 Herta Kadner während ihres Austauschjahres in den USA (1+2)

Herta Kadner (geborene Brückner), Austauschjahr 1962 Ich bin 1961 wegen der Mauer von einem Urlaub im Westen nicht mehr nach Hause in die DDR zurückgekehrt. Auf dem Weg zur Anmeldung an einer Göttinger Schule habe ich ein Plakat gesehen: „Ein Jahr in den USA: The year you will never forget“. Im selben Augenblick wusste ich, dass ich das mache! Ich kam dann in eine Familie, in der mir mein Gastvater vom ersten Tag an mit Interesse und Freude begegnet ist und mir das ganze Jahr über Halt gegeben hat. Meine amerikanische Mum war leider weniger herzlich. Erst im Nachhinein habe ich gemerkt, dass ich auch vieles hätte besser machen können, wie zum Beispiel in der Küche zu helfen – das war ich von zu Hause einfach nicht gewohnt. Aber mein Dad hat trotz aller Sprach- und Verhaltensprobleme immer zu mir gestanden. In der Schule hat man mich zunächst als bewundernswerten Fremdkörper betrachtet. Ich kam mit hochhackigen Schuhen und Strümpfen mit Naht, um mich herum trug man Tennisschuhe mit weiten Röcken. Die amerikanischen Lehrer mochten mich sehr, weil ich viel gefragt und schnell gelernt habe. Insgesamt wurde ich mit sehr viel Respekt und amerikanischer Freundlichkeit behandelt. Ich erinnere mich, dass ich mit meinem stottrigen Englisch unbedingt eine Rolle in einem Laientheater kriegen wollte – wie freundlich man mich davon abgebracht hat, das werde ich niemals vergessen. Marquis de Lafayette hat die USA einmal als „superior political civilization“ bezeichnet – und als solche habe ich sie 1962 auch erlebt. Außer der grundgesetzlichen Freiheit der Bundesrepublik gab es dort damals keine Ideale für mich – es war ein Obrigkeitsstaat. In den USA konnte ich zum ersten Mal demokratische Strukturen erleben. Mein Austauschjahr hat sich dann direkt sehr positiv auf mein Leben ausgewirkt. Mit 17 Jahren auf mich selbst gestellt, war ich keine besonders zuverlässige Schülerin, aber nach meinem Austauschjahr habe ich schnell Abitur gemacht und in meinem gesamten Berufsleben nur einmal geschwänzt – für ein Date mit einem Amerikaner.

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kOOPERATIONEN

Die deutschen und türkischen Teilnehmer des Multiplikatorenaustauschs in Ankara

Für deutsch-türkischen Jugendaustausch begeistern Ausbildung von Multiplikatoren für den Schüleraustausch Der Multiplikatorenaustausch, ein deutsch-türkisches Austauschprogramm für Lehr- und Fachkräfte, wurde ins Leben gerufen, um für den Jugendaustausch zwischen der Türkei und Deutschland zu begeistern. Er unterstützt Lehr- und Fachkräfte in beiden Ländern dabei, ihren Schülern die Chancen des deutsch-türkischen Austauschs zu vermitteln. Finanziert wird das Programm von der Stiftung Mercator. Die Ausschreibung erfolgt über die Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB) und den Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD). Mit der Umsetzung des Programms ist vor allem YFU betraut. Der erste Teil des bilateralen Programms fand diesen Herbst in Ankara statt. Zehn Lehrkräfte aus Bayern reisten in die Türkei, um dort gemeinsam mit türkischen Kollegen eine Woche lang in Workshops interkulturelle Themen zu bearbeiten und das Leben der Lehrer und Fachkräfte in der Türkei kennenzulernen. Um einen echten Einblick in das türkische Alltagsleben und die Erfahrung eines Austauschschülers zu bekommen, wurden sie als „Austauschlehrer“ von den Familien der türkischen Teilnehmer aufgenommen. Die Vorerfahrungen der deutschen Lehrkräfte und ihre jeweilige Motivation waren sehr unterschiedlich – aber alle haben viel für ihre Arbeit und über die interkulturelle Verständigung durch Austausch gelernt. So hatte die Teilnehmerin Hacer Boer-Top, selbst gebürtige Türkin, die Gelegenheit, ihre ehemalige Heimat auf beruflicher Ebene kennenzulernen. Sie hospitierte im Rahmen des Programms bei einem Gymnasium in Ankara. Über ihre Erfahrung berichtet sie: „Ich fand es bemerkenswert, dass die kulturellen Unterschiede zwischen deutschen und türkischen Schülern augenscheinlich zunehmend geringer werden. Die türkische Regierung scheint viel in die Schulbildung investiert zu haben. Beispielsweise waren die Klassenräume mit Whiteboards ausgestattet und jedem Schüler war der kostenlose Zu-

12 YFU magazin - Winter 2013

gang ins Internet möglich.“ Durch die Vermittlung des besonderen Wertes des deutschtürkischen Schüleraustauschs sollen die Fach- und Lehrkräfte Schüler und Jugendliche in ihrem Umfeld für die Teilnahme an einem Austauschprogramm begeistern. Während des Programms wurden ihnen dazu mögliche Instrumente vorgestellt, vor allem können die Teilnehmer aber ihre eigene Kreativität und ihren Enthusiasmus nutzen. Geplant ist beispielsweise, durch Gespräche mit Schülern und Schul-Präsentationen auf die Möglichkeit eines Austauschjahres und die Stipendienprogramme der Stiftung Mercator hinzuweisen, interkulturelle Projekte zu organisieren und Schulpartnerschaften aufzubauen oder zu intensivieren. Konkret versuchte die Teilnehmerin Gabriele Schubert eine Partnerschule für das EU-Programm „Comenius“ zu finden und Bernd Michaeli suchte Partner für ein deutsch-türkisches Schüler-Buchprojekt. Nach einer erfolgreichen ersten Woche in der Türkei heißt es im Januar „Servus!“ statt „Merhaba!“ – denn dann kommen die türkischen Teilnehmer zu ihrem Gegenbesuch nach Bayern.


Lions Youth Exchange Schüleraustausch und Stipendien mit dem Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. Bereits seit mehreren Jahren besteht die erfolgreiche Partnerschaft zwischen YFU und dem Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. Gemeinsam bieten sie seit 2011 die Möglichkeit, an einem Austauschjahr teilzunehmen. Die Teilnehmer werden von einem deutschen Lions Club empfohlen und verbringen ein Jahr in Brasilien, Finnland, Thailand, Tschechien, Uruguay oder den USA. Der Geschäftsführer des Hilfswerks der Deutschen Lions e.V., Volker Weyel, beschreibt im Interview mit YFU, worin er den besonderen Wert der langfristigen Austauschprogramme sieht. Wie hilft der internationale Schüleraustausch, die Ziele des Lions-Hilfswerks voranzubringen? Der Lions Youth Exchange ist schon immer ein wichtiger Auftrag der weltweiten Lions Bewegung. Der langfristige Austausch fördert als Ergänzung zu den Lions Sommer-Camps und Gastfamilienaufenthalten eines der obersten Ziele von Lions Clubs: „Den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern der Welt zu wecken und zu erhalten.“ Welche Aufgabe übernehmen die jugendlichen Teilnehmer als Botschafter der Lions? Sie tragen diesen Geist in die Welt hinaus. Wenn Sie selbst aus einer Lions-Familie kommen, können Sie vor Ort die Grundsätze von Lions vorleben und damit ein positives Bild unserer Vereinigung vermitteln. Die Jugendlichen, die im Zielland von Lions Clubs willkommen geheißen werden, fühlen sich als Teil einer großen internationalen Gemeinschaft. Ab 2014 unterstützen Sie durch Stipendien zusätzlich Jugendliche mit finanziellem Förderbedarf. Wie kam es dazu? Wie gewinnbringend es für einen Jugendlichen mit finanziellem Förderbedarf ist, durch ein Stipendium ein Austauschjahr er-

Teilnehmer des Lions Youth Exchange

möglicht zu bekommen, hat zunächst im Einzelfall überzeugt. Einem Schüler wurde die Chance auf eine neue Perspektive gegeben – ein Beispiel, das gerne Schule machen sollte! Da hier die Zusammenarbeit mit den unterstützenden Lions Clubs und YFU so reibungslos lief, konnten wir die Verantwortlichen für den Lions-Jugendaustausch überzeugen, dass das „Stipendium für den Lions Youth Exchange“ den deutschen Lions Clubs empfohlen wird. Sie unterstützen YFU auch bei der Suche nach Gastfamilien. Welchen Mehrwert sehen Sie in der Aufnahme von Gastschülern? Was in die eine Richtung funktioniert, funktioniert natürlich auch anders herum. Der Lions Youth Exchange beruht in allen Programmbereichen auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Wir organisieren ja auch Familienaufenthalte weltweit. Für die Gasteltern bietet die Aufnahme eines Jugendlichen die wertvolle Möglichkeit, die Perspektive ihrer Kinder im Austausch kennenzulernen und zum Ziel der Völkerverständigung beizutragen.

„We serve“ ist das Motto von Lions Clubs International. Fast 1,4 Millionen Mitglieder in 208 Ländern gehören der größten Nichtregierungs-Organisation der Welt an. Das weltweite Netzwerk dient der Verständigung der Völker und der Wahrung des Friedens. In Deutschland engagieren sich rund 50.000 Frauen und Männer in über 1.500 Lions Clubs für die Gemeinschaft und Menschen in Not. Für die Organisation und Umsetzung der Programme der deutschen Lions sorgt das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. Zum weltweiten Lions-Jugendaustausch gehören Jugend-Camps und Gastfamilienaufenthalte und seit 2011 der langfristige Jugendaustausch in Kooperation mit YFU.

Wir danken Ihnen für Ihre Spende!


freunde und förder

Spuren, die nicht versanden YFU-Mitglied Dirk Arendt unterstützt den Verein auf vielen Ebenen Vor über 25 Jahren verbrachte Dirk Arendt ein YFU-Austauschjahr in den USA – bis heute ein unvergessliches Erlebnis! Inwiefern hat dein Austauschjahr 1987/88 dein weiteres Leben beeinflusst? Mein Austauschjahr ist eines der wichtigsten Jahre meines Lebens. Die Kontakte, Freundschaften und Erfahrungen dieser Zeit wirken bis heute nach und ermöglichten mir weitere wertvolle Erlebnisse. Bis heute ist das Stichwort „YFU“ immer wieder ein Türöffner. Seit wie vielen Jahren engagierst du dich für YFU? Seit meinem Austauschjahr bin ich – mal mehr, mal weniger intensiv – mit YFU in Kontakt und für den Verein aktiv. Auch wenn nach dem Studium die Teilnahme an Landesgruppenveranstaltungen praktisch endete, sind die überregionalen Möglichkeiten der Beteiligung – als Förderer und Gastfamilie, auf Bundestreffen und bei der Alumni-Arbeit – zu einer anderen Art der Verbindung geworden. Welche Gründe liegen deinem ehrenamtlichen und finanziellen Engagement zugrunde? Das über allem schwebende Thema hat sicher etwas mit „Zurückgeben“ zu tun. Nachdem mein Austauschjahr so positive Spuren hinterlassen hat, wünsche ich mir, dass möglichst viele andere junge Menschen ein ähnlich tiefgreifendes und positiv veränderndes Jahr erleben können. Die Vereinsziele wie inter-

kulturelle Verständigung und Demokratieverständnis sind immer noch von fundamentaler Bedeutung. Erinnerst du dich an besondere Ereignisse innerhalb deiner ehrenamtlichen Tätigkeit? Am schönsten war zum damaligen Zeitpunkt eine Flugbegleitung von Frankfurt nach Washington, D.C., aber auch die Aufnahme eines polnischen Austauschschülers war später sehr bereichernd und hat darüber hinaus meine Kenntnisse über unsere östlichen Nachbarn massiv verbessert. Deine Frau Afra engagiert sich ebenfalls für YFU. Kann man von einer Familientradition sprechen? Zum Glück sind wir ganz unabhängig voneinander in den Austausch gegangen und haben lange getrennt Vereinsaufgaben wahrgenommen. So konnte sich unser beider Wertschätzung für YFU entwickeln – eine bis heute gemeinsame, tragende Basis. Und in diesem Lichte ist es schon eine Tradition, die wir sehr gerne pflegen. Würde es dich freuen, wenn auch deine Kinder an einem Austauschjahr teilnehmen? Natürlich halte ich Schüleraustausch für eine großartige Sache. Meine Kinder müssten aber aus eigenen Stücken Motivation für ein Austauschjahr zeigen, was ich dann gerne fördern möchte.

Neben dem ehrenamtlichen Engagement gibt es zahlreiche Möglichkeiten, YFU zu unterstützen. Egal ob Vermittlung von Kontakten, kostenlose Werbeflächen oder eine Geldspende: Jede Hilfe ist willkommen! Beleg für den Empffänger Konto-Nr. des Auftraggebers: Empfänger: YFU Deutschland Oberaltenallee 6 22081 Hamburg

IBAN des Emfängers: DE 67 2008 0000 0908 0302 01 BIC des Emfängers: DRES DE FF 200 Verwendungszweck: Betrag: Spende Auftraggeber/Einzahler:

Datum:

Wir danken für die Spende! Bei Beträgen bis EUR 200,00 erkennen die Finanzämter den Zahlungsbeleg als Spendenquittung an. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Hamburg. Wir sind wegen Förderung der Völkerverständigung durch Bescheinigung des Finanzamtes Hamburg-Nord, StNr. 17/411/01218, vom 19.04.2011 als steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne §§ 51 ff. AO dienend anerkannt.


Nachrichten

YFU mit Weihnachtseinkäufen unterstützen Wer für den Weihnachtseinkauf keine Lust auf lange Einkaufsbummel in überfüllten Kaufhäusern hat, kann die Weihnachtsgeschenke für die Lieben auch unkompliziert übers Internet bestellen – und dabei sogar YFU unterstützen! Wie? Es ist ganz einfach: Wenn man die teilnehmenden Online-Shops nicht direkt, sondern über das Internet-Portal PlanetHelp besucht, hat man die Möglichkeit, an YFU zu spenden. Besonders ist dabei, dass man nur den normalen Produktpreis zahlt und die teilnehmenden Online-Shops einen Teil ihres Gewinns an eine vom Käufer ausgewählte gemeinnützige Einrichtung spenden. Für den Käufer entstehen also keine Kosten, trotzdem unterstützt er durch seinen Einkauf einen guten Zweck. Insgesamt 1.381 Shops, darunter auch viele bekannte Online-Versandhäuser wie zum Beispiel Amazon.de, beteiligen sich an der Spendenaktion. Auf diesem Weg sind für YFU bereits Spenden in Höhe von knapp 4.500 Euro zusammengekommen! Damit ist YFU die Organisation, für die bis heute das meiste Geld durch PlanetHelp gesammelt wurde. Beinahe 300 registrierte YFU-Unterstützer machen vor, wie man so mit einfachen Mitteln Gutes tun kann. Also einfach bei PlanetHelp bestellen, YFU als Empfänger angeben und doppelt Gutes tun: Geschenke kaufen und den Lieblingsverein unterstützen. Mehr Informationen unter: www.planethelp.de

Ein großer Beitrag für das YFU-Ehrenamt

Als Mitglied den Verein stärken

In diesem Programmjahr kam wieder eine erfreulich große Zahl an Schülerinnen und Schülern aus aller Welt mit YFU für ein Austauschjahr nach Deutschland. Insgesamt 530 Schüler reisten im Sommer an, weitere 60 starten ihr Austauschjahr im Januar 2014 – so viele wie noch nie um diese Jahreszeit! Auch in Zukunft möchte YFU vielen Jugendlichen ein Austauschjahr in Deutschland ermöglichen. Natürlich bedeutet dies viel Arbeit für unsere ehrenamtlichen Teams und die YFU-Landesgruppen: Mitarbeiter müssen geschult werden, Seminare organisiert und Gastfamilien müssen für eine Aufnahme begeistert und besucht werden. All dies versursacht Kosten, vor allem für die Reise und Verpflegung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, aber auch für Materialien. YFU ist daher besonders dankbar, dass knapp 10.000 Euro gespendet wurden, die nun zur Stärkung der ehrenamtlichen Arbeit im Aufnahmeprogramm eingesetzt werden. Unter den Spendern waren auch zahlreiche Neuspender, die der Verein ganz herzlich im Kreise der YFU-Unterstützer begrüßen möchte. YFU freut sich über die großartige Unterstützung und bedankt sich bei allen Förderern!

Mehr als 5.200 Mitglieder haben sich bereits durch ihren Beitritt zu den Zielen und Inhalten von YFU bekannt. Mit ihren Mitgliedsbeiträgen tragen sie gleichzeitig jedes Jahr wesentlich zur Vereinsarbeit bei. Knapp 95.000 Euro flossen so 2013 in die interkulturelle Arbeit von YFU. Besonders erfreulich ist hierbei, dass mehr als 100 Mitglieder ihren Beitrag freiwillig erhöht haben und rund 230 Neuzugänge gewonnen werden konnten. Simone Stepp, verantwortlich für die Mitglieder-Koordination, freut sich über die wachsende Unterstützung: „Wir danken allen Mitgliedern für ihr Bekenntnis zu der Arbeit von YFU und freuen uns über zahlreiche Neuzugänge, die sich durch die Mitgliedschaft für interkulturelle Verständigung einsetzen und die Möglichkeit haben, die Vereinsarbeit aktiv mitzugestalten. Alle Interessierten, die dem Verein beitreten möchten, sowie alle Mitglieder, die ihre Daten ändern möchten oder Fragen zu ihrem Beitrag haben, können sich jederzeit gern bei mir melden.“ Simone Stepp, Mitglieder-Koordination, Telefon: 040 227002-49, E-Mail: stepp@ yfu.de, www.yfu.de/mitglied

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„Mir wurde die Gelegenheit gegeben, an einer einzigartigen Erfahrung teilzuhaben, durch die ich meinen Horizont erweitern kann. Vielen Dank an YFU für diese Erfahrung!“ Gissel aus Chile, Stipendiatin

Erfüllen Sie Austauschträume! Spenden für Stipendien zur Förderung von Jugendlichen aus aller Welt

Die Stipendiatin Gissel, deren Austauschgeschichte in dieser Ausgabe des YFU Magazins beschrieben wird, ist dankbar für die Chance, ein Austauschjahr in Deutschland verbringen zu können. Nur mit Hilfe ihres Stipendiums konnte ihre Familie der jungen Chilenin den Traum erfüllen, ins ferne Deutschland zu reisen. Der YFU-Vorsitzende Marcus von Garßen freut sich, dass immer mehr Jugendliche aus aller Welt wie Gissel ein Austauschjahr in Deutschland verbringen möchten. „Ein starkes Aufnahmeprogramm in Deutschland ist eine wichtige Säule der interkulturellen Arbeit von YFU. Der Mehrwert für die ausländischen Jugendlichen, aber auch für die Gastfamilien und Schulen in Deutschland, ist bemerkenswert“, betont Marcus von Garßen. Rund 600 Jugendliche aus aller Welt nimmt der Verein daher inzwischen jedes Jahr auf. Viele von ihnen sind hierbei auf Stipendien angewiesen. Gerade für Familien aus ärmeren Ländern in Lateinamerika, Asien, Afrika oder Osteuropa stellt die Finanzierung eines Austauschjahres in Deutschland eine große Belastung dar. Mindestens 80 Stipendien möchte der Verein deshalb auch im kommenden Jahr mit Hilfe von Partnern und Spendern finanzieren, um Jugendlichen aus aller Welt zu helfen. „Wir möchten unsere Stipendienangebote unbedingt ausbauen und möglichst viele bedürftige Familien unterstützen. Daher bitten wir unsere Freunde herzlich um Spenden, ohne die wir keine Stipendien oder Taschengeldzuschüsse an Jugendliche aus aller Welt vergeben können“, so Marcus von Garßen.

Fördern Sie Jugendliche aus aller Welt – jede Spende zählt! 200 Euro ermöglichen einem Austauschschüler die Teilnahme an einem wichtigen Orientierungskurs in Deutschland. 50 Euro Taschengeld monatlich helfen den Jugendlichen, wichtige Ausgaben, zum Beispiel für eine Winterjacke oder das Busticket zur Schule, zu decken. 2.500 Euro reichen, um einem Jugendlichen den Traum vom Austauschjahr mit einem Teilstipendium zu erfüllen.

SPENDENKONTO Empfänger Deutsches YFU Komitee e.V. Kontonummer 09 08 03 02 01 BLZ 200 800 00 (Commerzbank Hamburg) IBAN DE 67 2008 0000 0908 0302 01 BIC/SWIFT DRES DE FF 200 Referenz Jugendliche aus aller Welt

den www.yfu.de/spen

YFU Magazin Winter 2013  

Das YFU Magazin informiert alle vier Monate rund um das Thema Schüleraustausch und den Verein Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V....

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