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Informationen aus dem Verein

Winter 2012

Lateinamerika

Wie ehemalige Eric Simon-Stipendiaten ihr Austauschjahr sehen

YFU-Ehemaliger bei Olympia · Berichte von US-Wahlen · Jugendbotschafter in Japan


inhalt

» Fokus Lateinamerika Ein Leben davor

und danach

»

Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

»

Alumni

»

Ein Jahr in Deutschland

»

Kooperationen

»

Ein Jahr im Ausland

»

Freunde und Förderer

Nachrichten Seite 4 / 5

Ein Gastkin

d

aus Latein amerika?

Wie ehemalige Eric Simon-Stipendiaten ihr Austauschjahr sehen Seite 6 / 7

News aus dem Aufnahmeprogramm Seite 8

-

News aus dem Entsendeprogramm Seite 9

Treffen • Initiativen • Jahre später Seite 10 / 11

Jugendbotschafter in Japan • Community Service Projekt Seite 12 / 13

Unterstützen • Spenden • Stipendiaten Seite 14 / 15 / 16

Impressum Herausgeber: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein – Träger der freien Jugendhilfe Adresse: Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

Oberaltenallee 6 22081 Hamburg (040) 22 70 02 - 0 (040) 22 70 02 -27 info@yfu.de www.yfu.de

Spendenkonto: Konto-Nummer: 09 08 03 02 01 Commerzbank BLZ: 200 800 00 Redaktion: Mara Skaletz Gestaltung: dgermer.de

Druck: Auflage:

Sievert Druck und Service GmbH 7.000 Exemplare 4. Ausgabe 2012 Das YFU Magazin erscheint vierteljährlich. ©YFU Dezember 2012

Gedruckt auf umweltfreundlichem FSC-zertifiziertem Papier. Bildnachweis: S.4 Pädagogischer Austauschdienst (PAD), S.9 Screenshots ARD, S.13 Joachim Herz Stiftung, Fotograf: Michael Hansmann, S.14 Wolfgang Börnsen, alle andern Fotos von YFU oder privat

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YFU magazin - Winter 2012  


eDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser, der Ursprung von Youth For Understanding liegt im Austausch zwischen den USA und Deutschland. Doch auch die YFU-Austauschprogramme mit den südlichen Nachbarn der USA haben bereits eine lange Tradition: Schon 1977 kamen die ersten jungen Lateinamerikaner als Austauschschüler nach Deutschland. 1987 konnten sich dann erstmals Jugendliche aus Deutschland für ein Jahr in Lateinamerika bewerben. Seitdem hat der deutsch-lateinamerikanische Austausch viel an Gewicht gewonnen. Während es in den Anfangsjahren relativ kleine Schülergruppen waren, nehmen aktuell über 300 Schüler am deutsch-lateinamerikanischen Austausch mit YFU teil, gut 150 aus Deutschland und gut 160 aus Lateinamerika. Und der Austausch hat Zukunft, denn die Vorbereitungen für das Jahr 2013/14 sind bereits in vollem Gange: Für die nächste Sommerabreise stehen schon rund 100 Lateinamerika-Fahrer fest, und für viele lateinamerikanische Länder nimmt YFU noch Bewerbungen an. Gleichzeitig erwarten wir eine Gruppe junger Lateinamerikaner, die ab Januar/Februar ein Austauschjahr in Deutschland verbringen möchten. Interessierte Familien können sich gern noch melden! Leider ist Lateinamerika eine Region mit großer sozialer Ungleichheit. Deshalb ist es dort besonders wichtig, motivierte Jugendliche zu unterstützen, denen ein Austauscherlebnis sonst aus finanziellen Gründen verwehrt bliebe. Seit einigen Jahren besteht deshalb der Eric Simon Scholarship Fund. Durch den Fonds ermöglichen Spender und Förderer aus Deutschland mit großen und kleinen Beiträgen Stipendien für bedürftige Schüler aus Lateinamerika. Auch im nächsten Jahr möchten wir wieder Stipendien vergeben und freuen uns über Ihren Beitrag dazu! Besonders schön am Engagement für YFU ist es, immer wieder zu erfahren, dass Austausch eine nachhaltige Wirkung hat. Die Gastfamilie oder das Gastkind bleibt für viele Jahre, oftmals für immer, ein wichtiger Teil des eigenen Lebens. So hilft Austausch, langfristig Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen zu verbinden. Bei allen, die im vergangenen Jahr dazu beigetragen haben, dass so wertvolle Erfahrungen möglich wurden, möchte ich mich sehr herzlich bedanken! Ich wünsche Ihnen und allen, die YFU nahe stehen, eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr! Mit herzlichem Gruß Marcus von Garßen YFU-Vorstandsvorsitzender

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2013! Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich 2012 für Schüleraustausch und für YFU engagiert haben!   YFU magazin - Winter 2012

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Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

Nachrichten

YFU-Mitglieder stellen die Weichen für die Zukunft des Vereins

Unterwegs in die Zukunft Am 22. und 23. November feierte der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD) sein 60-jähriges Jubiläum in den Räumlichkeiten der Deutschen Welle in Bonn. Unter dem Motto „Unterwegs in die Zukunft“ wurde gemeinsam mit Vertretern der Kultusministerkonferenz, mit Kooperations­partnern, Programmteilnehmern und Bildungsexperten über die Perspektiven des internationalen Austauschs im Schulbereich diskutiert. Im Mittelpunkt des vielfältigen Konferenzprogramms stand die Frage, welche Impulse für den internationalen Austausch im Schulbereich erforderlich sind, um die internationale Zusammenarbeit auszuweiten und die Qualität des Austauschs in Zukunft zu sichern. Neben inhaltlichen Programmbestandteilen wie Impulsvorträgen, Podiumsdiskussionen und Gesprächskreisen wurde auch ein unterhaltsamer Rückblick auf die Geschichte des PAD und Impressionen aus der aktuelle Programmarbeit gegeben. Der PAD betreut heute über 40 Programme im Bereich des interkulturellen Austauschs. Jedes Jahr profitieren rund 35.000 Schüler, Lehrkräfte und Bildungsfachleute von seiner Arbeit. Gottfried Böttger, Leiter des PAD bei der Jubiläumsfeier

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YFU magazin - Winter 2012  

Neue Satzung für YFU Am 6. Oktober fand im Rahmen des YFU-Bundestreffens eine Mitgliederversammlung statt. Auf der Tagesordnung stand vor allem die Abstimmung über den Entwurf einer neuen Satzung für das Deutsche Youth For Understanding Komitee e.V. Schon im Vorfeld waren die Wahlberechtigten vom Vereinsentwicklungsausschuss gründlich über den Vorschlag informiert worden. Bei der Versammlung beantwortete der Ausschuss vor der Abstimmung alle Fragen zur neuen Satzung. Dann war der große Moment der Stimmabgabe gekommen, auf den die Mitglieder des Ausschusses mehrere Jahre zielstrebig zugearbeitet hatten. Mit einer großen Mehrheit von rund 95 Prozent sprachen sich die anwesenden Mitglieder für den neuen Entwurf aus. Seit November ist die neue Satzung nun ins Vereinsregister eingetragen. Viele Infos zur neuen Satzung und den daraus resultierenden Veränderungen des Vereins finden sich auf der YFUInternetseite unter www.yfu.de/neuesatzung.

Mehrsprachigkeit in Europa

Erfolgreiches Bundestreffen

Europa ist vielstimmig: Viele Menschen in Europa beherrschen nicht nur eine Sprache, sondern sprechen mehrere europäische Sprachen. Um die Mehrsprachigkeit in der EU zu fördern, gibt es das Projekt Poliglotti4, an dem auch der europäische YFU-Dachverband EEE-YFU beteiligt ist. Das Gesamtprojekt untersucht die aktuelle Situation in den Bereichen Bildung, Sprachenvielfalt und sozialem Zusammenhalt, Übersetzung und Terminologie sowie Sprachpolitik. Die Ergebnisse sollen in die Implementierung einer europäischen Sprachpolitik einfließen. Weitere Informationen und Materialien für Sprachlernende und -lehrende, finden sich unter poliglotti4.eu.

Rund 250 YFU-Mitarbeitende nahmen vom 4. bis zum 8. Oktober am YFU-Bundestreffen statt. Die Landesgruppe Westfalen hatte in die schöne Klosteranlage in Hardehausen eingeladen. Das ehrenamtliche Organisationsteam stellte ein anspruchsvolles Workshop-Programm rund um das Schwerpunktthema „Entscheidungen“ auf die Beine und organisierte ein buntes Freizeitprogramm. Die Teilnehmenden dankten dem Organisationsteam, das umsichtig einen reibungslosen Ablauf möglich machte. Das Team des Bundestreffens


1) Inowlocki, Lena/Riemann, Gerhard (2012): Exploring European ,Potential Space’: A Study of the Biographies of Former Foreign Exchange Students. In: Miller/Day (Hrsg.): The Evolution of European Identities. Biographical Approaches. Houndsmills: Palgrave, S.129-149 2) de.wikipedia.org: Länder nach Einkommensverteilung 3) www.dihk.de 4) www.bmz.de 5) www.idhalc-actuarsobreelfuturo.org

Zahlen

Euroidentities Die Entstehung europäischer Identitäten Im Rahmen eines von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekts setzen sich Sozialwissenschaftler aus sieben Ländern mit der Bedeutung von Europa in den Biographien von Menschen in unterschiedlichen europäischen Ländern auseinander. In einem Teilprojekt gingen Lena Inowlocki (FH Frankfurt am Main) und Gerhard Riemann (FH Nürnberg) der Frage nach der Entstehung europäischer Identitäten nach und untersuchten die Lebensgeschichten von ehemaligen Austauschschülerinnen und -schülern, die ein Jahr in einem anderen europäischen Land verbracht hatten, darunter auch YFU-Ehemalige.1 Auf der Grundlage von Interviews wurde das Austauscherlebnis in seiner Phasenabfolge rekonstruiert und in den Kontext der gesamten Lebensgeschichte eingeordnet: In der besonderen Zeit der Adoleszenz bietet sich den Jugendlichen die Möglichkeit, durch ein Austauschjahr einen tiefen Blick in eine andere Kultur zu werfen – und darüber hinaus auch reflektierend auf ihre eigene Kultur zu blicken. Hierin liegen enorme Chancen für die biographische Entwicklung der Teilnehmenden und für die Entstehung dauerhafter grenzüberschreitender Beziehungen und europäischer Identitäten. Auch durch die Kommunikationsfähigkeiten, die die Schüler erlernen, um sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden, bilden sich aus Teilnehmern eines Austauschprogramms oftmals junge Menschen heraus, die sich aktiv für die interkulturelle Verständigung einsetzen und sich an transnationalen Projekten beteiligen. Auch schwierige Erfahrungen beleuchtet die Studie: etwa Missverständnisse und Spannungen im Zusammenleben mit einer Gastfamilie oder die Last der kollektiven deutschen Geschichte im Umgang mit Menschen in Ländern, die im Zweiten Weltkrieg besonders unter den Deutschen zu leiden hatten. Die Autoren zeigen besonderes Interesse am Young Europeans’ Seminar von YFU, bei dem am Ende des Jahres im europäischen Ausland ein neues transnationales und europäisches „Wir“ erlebt und bekräftigt wird. Viele der interviewten Austauschschüler messen diesem Ereignis der Zusammenkunft mit Austauschschülern aus anderen europäischen Ländern eine enorme Bedeutung zu und bewahren sie als etwas Wertvolles in ihrem Gedächtnis.

Schülerinnen auf dem YES 2012

Lateinamerika

55

Lateinamerika ist weltweit die Region mit der größten Ungleichverteilung von Einkommen. Zum Beispiel ist in Guatemala das Einkommen der reichsten zehn Prozent der Bevölkerung 55 Mal so hoch wie das der ärmsten zehn Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland ist es sieben Mal so hoch.2

22.000.000.000 €

Die historisch gewachsenen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Lateinamerika sind eng: 2011 betrugen die deutschen Exporte nach Lateinamerika 22 Milliarden Euro. Sie legten damit gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent zu. Die Importe nach Deutschland erhöhten sich um 19 Prozent auf ebenfalls 22 Milliarden Euro.3

10%

Im Verhältnis zu seiner Oberfläche ist Ecuador das Land mit der weltweit größten Artenvielfalt. Obwohl es nur 0,2 Prozent der Erdoberfläche bedeckt, finden sich dort – erstreckt auf die Mangrovensümpfe, die Bergwälder der Anden und die tropischen Regenwaldgebiete am Amazonas – zehn Prozent aller Pflanzenarten der Erde! Rund zwanzig Prozent der Gesamtfläche Ecuadors sind zwar als Naturschutzgebiete geschützt, trotzdem ist die Natur durch die Erdölindustrie, den wichtigsten Wirtschaftssektor des Landes, und die Waldrodung stark gefährdet.4

Das Bildungsniveau in Lateinamerika hängt stark von der Bildung der Eltern ab:5 Erreichtes Bildungsniveau der Kinder: 3,1

5,4

Mittelschul­ abschluss

32,7

92,7

91,1

Grundschul­ abschluss

85,5

98,3

98,4

Kinder von Eltern mit...

Grundschul­ abschluss

Mittelschul­ abschluss

Hochschul­ abschluss

Hochschul­ abschluss

71,6

  YFU magazin - Winter 2012

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fokus Lateinamerika

Ein Leben davor und danach

Wie ehemalige Eric Simon-Stipendiaten ihr Austauschjahr sehen 2005 gründete YFU Deutschland den Eric Simon Scholarship Fund, aus dem seither Stipendien für ein Austauschjahr in Deutschland an Schülerinnen und Schüler aus Lateinamerika vergeben werden. Zahlreiche Spenderinnen und Spender eröffnen den Jugendlichen diese einmalige Erfahrung, die ihre Familien ihnen aus finanziellen Gründen selbst nicht ermöglichen könnten. Eric Simon war ein deutscher Arzt und Dirigent jüdischen Glaubens, der 1933 aus Deutschland nach Amerika floh und später wesentlich zur Gründung von YFU-Organisationen in mehreren lateinamerikanischen Ländern beitrug. Besonders der Austausch mit seiner früheren Heimat Deutschland lag ihm am Herzen. Die Begeisterung über das Austauschjahr ist bei vielen Eric Simon-Stipendiaten groß. Aber welchen Eindruck hinterlässt das Erlebnis langfristig? Hat es ihren weiteren Lebensweg grundlegend geprägt? YFU hat frühere Stipendiaten nach Antworten auf diese Fragen gebeten:

Gastfreundschaft und Großzügigkeit MarÍa José Haro (22) aus Argentinien, Stipendiatin 2008/09

„Die Gastfreundschaft und Großzügigkeit meiner deutschen Gastfamilie haben mir sehr geholfen, Deutschland und die deutsche Kultur kennen zu lernen und sehr gute Freunde zu finden. Ich freue mich, dass der Kontakt auch heute noch besteht. Das Stipendium hat mir Möglichkeiten eröffnet, die viele junge Menschen in Lateinamerika nicht haben. Nicht nur sehe ich jetzt meine eigene Kultur mit anderen Augen und kann sie besser verstehen und schätzen. Auch glaube ich, dass meine deutsche Gastfamilie und meine Mitschüler durch mich vieles über Argentinien und Lateinamerika erfahren konnten. Die vielen kulturellen und gesellschaftlichen Erfahrungen haben mich dazu gebracht, Politikwissenschaft und Soziologie in Brasilien zu studieren. Mein besonderes Interesse gilt ge-

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YFU magazin - Winter 2012  

sellschaftlicher Integration und internationalen Beziehungen im globalisierten 21. Jahrhundert. Die Erfahrungen meines Deutschlandaufenthalts versuche ich auch an meine Mitstudenten weiter zu geben. Auch bin ich für den MERCOSUR engagiert und habe bereits an Jugendkonferenzen und der Volks-Gipfelkonferenz teilgenommen. Meine Hoffnung ist, dadurch mehr zu lernen und beitragen zu können zur Entwicklung der südlichen Regionen, insbesondere Lateinamerika, eine der ungleichsten Regionen der Welt. Ich möchte arbeiten für eine bessere und friedlichere Welt.“

Eine unglaubliche Lebenserfahrung Andrea Alejandra Morales (22) aus Venezuela, Stipendiatin 2007/08

„Viele Leute hier fragen mich: ‚Wie war dein Austauschjahr? Hast du Deutsch gelernt?‘ Es ist schwierig, jemandem in ein paar Minuten zu erklären, was du alles gelernt hast, was du alles gesehen und was du so gern immer wieder erleben würdest. Wie kannst du erklären, was für eine unglaubliche Lebenserfahrung das war, die dein Leben komplett verändert hat? Im Moment arbeite ich als Englischlehrerin für kleine Kinder. Wenn ich mit ihnen darüber rede, was wichtig ist im Leben, sage ich, dass sie neugierig sein sollen auf andere Länder, Kulturen und Einstellungen. Natürlich sage ich ihnen auch, dass sie nicht vergessen dürfen, woher sie kommen. Aber ich denke, wenn sie sehen, was jenseits unserer Grenzen ist, lernen sie, die Welt anders zu sehen.“

Nicht genug Geld für meinen Traum Jorge Loyola (21) aus Chile, Stipendiat 2007/08

„Wenn ich zurückschaue, bemerke ich mit etwas Melancholie, dass schon fünf Jahre vergangen sind, seit ich und andere hundert Jugendliche ein Abenteuer begonnen haben, welches für fast alle ein Bevor und ein Danach bedeutet: das Austauschjahr.


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Das war für mich schon immer einer meiner größten Träume. Seit ich ein Kind war, war ich mir sicher und hatte große Lust ein Austauschjahr zu machen. Jedoch hatten meine Eltern nicht genug Geld um diesen Austausch zu bezahlen. Ich habe aber nicht aufgegeben. YFU gab mir die Möglichkeit mit einem Stipendium doch mein Austauschjahr bestreiten zu können. Dank des Eric Simon-Stipendiums konnte ich meinen Traum verwirklichen.“

Deutsch öffnet Türen Emanuel Stortti (23) aus Argentinien, Stipendiat 2007/08

„Man sagt immer, dass das Geld einen Menschen nicht zufrieden machen kann – und damit bin ich auch einverstanden – aber manchmal ist es ein Mittel, um bestimmte Träume zu verwirklichen. Ein Austauschjahr in Deutschland war mein Traum. Obwohl ich bereit war, alles zu tun was nötig war, um ins Ausland zu reisen, fehlte mir ein wichtiger Teil, und zwar es war mir nicht möglich, mir das Austauschjahr finanziell zu leisten. Das Leben in Deutschland hat mir beigebracht, mich besser kennen zu lernen, und auch mir eine wunderbare Gastfamilie geschenkt, welche heutzutage weiterhin ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Aber vor allem hat es mir eine Lebenserfahrung gegeben, die mein ganzes Leben verändert hat. Wenn mich jemand fragt, was das Wort ‚Deutschland‘ oder ‚Austauschjahr‘ für mich bedeutet, antworte ich sofort: ein ‚Vor‘ und ‚Danach‘ in meinem Leben. Deutsch zu können öffnete mir im Arbeitsleben und im akademischen Kreise viele Türen und ermöglichte mir eine finanzielle Unabhängigkeit.“

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und sogar auf Deutsch zu machen. Meine Erfahrung war nicht nur, eine neue Sprache und Kultur kennen zu lernen, es ging auch darum, wie ich mich persönlich verändert habe. Wegen meiner Erfahrung in Deutschland und der Berufsausbildung studiere ich heute in den Niederlanden. Jedes Mal, wenn ich Deutschland im Moment besuche, fühle ich mich wie zu Hause. Es ist meine zweite Heimat. Ich kann mich nur gänzlich und herzlich bedanken beim Eric Simon Scholarship Fund und YFU. Ohne das Stipendium wäre es schwierig für mich gewesen, solche Erfahrungen zu erleben.“

Keine Chancen – viele Chancen Júlia Iglesias (21) aus Brasilien, Stipendiatin 2007/08

„Mein Name ist Júlia Iglesias und ich studiere Tourismus an einer der besten öffentlichen Universitäten von Rio de Janeiro. Ich war Austauschschülerin in Deutschland mit einem Eric SimonStipendium. Ohne das Stipendium hätte ich KEINE Chance dazu oder zu einer anderen internationalen Erfahrung gehabt. Seitdem habe ich VIELE Chancen in meinem Leben, zum Beispiel konnte ich dieses Jahr ein Praktikum bei YFU in Denver machen. Als Studentin an einer öffentlichen Uni habe ich bessere Jobchancen, weil ich Austauschschülerin war, schon Erfahrung mit Menschen aus anderen Ländern gesammelt habe, Deutsch und Englisch spreche. Das macht einen großen Unterschied! Ich werde YFU für immer so dankbar sein, weil ich so diese Chance bekommen habe, mein Leben zu verändern und mir ganz neue Möglichkeiten für mein ganzes Leben zu eröffnen. Danke für alles!“

Meine zweite Heimat Estefanía Gómez (23) aus Ecuador, Stipendiatin 2007/08

„Nach dem Sprachkurs habe ich mein Austauschjahr in Eichstätt in Bayern verbracht, wo ‚Grüß Gott‘ oder ‚Grias di‘ zu meinem bayrischen Lexikon gehörten. In Deutschland habe ich viele freundliche Leute und eine gute Freundin gefunden, die mich auch in Ecuador danach besucht haben. Nach dem Jahr war ich so verbunden mit dem deutschen Schulsystem und der Sprache, dass ich die Chance hatte, eine Berufsausbildung als Kauffrau im Groß- und Außenhandel in Ecuador

1: Jorge (l.), Estefanía (2.v.l.) und Andrea Alejandra (r.) 2008 zusammen in Berlin 2: Eric Simon, Förderer des deutsch-lateinamerikanischen Austausches 3: Júlia (l.) ist heute als YFU-Ehrenamtliche in Brasilien aktiv 4: Zu Besuch in Köln: Estefanía mit einem Freund 5: Während des Austauschjahres: María José (r.) kocht mit ihrer Gastschwester 6: María José studiert heute in Brasilien 7: 2011 kam Jorge (2.v.r.) aus Chile zu Besuch nach Deutschland

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Ein Jahr in Deutschland

• News aus dem Aufnahmeprogramm • Für die im Sommer angekommenen Austauschschüler aus aller Welt ist bereits gut ein Drittel ihrer Zeit in Deutschland um! Diese Zeit haben sie genutzt, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden, Deutsch zu lernen und sich in ihrer Schule einzugewöhnen. Das ist nicht immer einfach und kostet oftmals auch einige Anstrengung. Dank der engagierten Unterstützung durch ihre Gastfamilien und

die YFU-Betreuer geht die Eingewöhnung aber in den meisten Fällen erfolgreich voran. Im kommenden Frühjahr treffen sich die Jugendlichen bei den YFU-Mittelseminaren. Wer eins der Mittelseminar-Teams unterstützen möchte, kann sich gern bei Birgit Neufert melden: E-Mail: neufert@ yfu.de, Telefon: 040 227002-83. Damit die Betreuung der Austauschschüler und ihrer Gastfamilien auch in Zukunft

immer gewährleistet werden kann, freut sich Rita Barth aus der YFU-Geschäftsstelle über Freiwillige, die sich gerne in diesem Bereich engagieren möchten. Willkommen sind besonders auch Ehrenamtliche aus der Elterngeneration. Spezielle Seminare bereiten auf die Betreuertätigkeit vor. Kontakt: E-Mail: barth@yfu. de, Telefon: 040 227002-88.

YFU verbindet – auch Paderborn und Cancún! Bericht von Hans Mikolajczak, Gastvater und ehrenamtlicher YFU-Betreuer Carlos aus Mexiko war 1998/99 als Austauschschüler in unserer Familie in Paderborn. Lucía aus Uruguay war zur gleichen Zeit als YFU-Austauschschülerin in Deutschland. Lucía wechselte die Familie und wohnte dann auch in Paderborn. Carlos und Lucia verliebten sich ineinander. Zwei Jahre nach dem Austauschjahr hatten Carlos und Lucía noch regelmäßigen Kontakt, gingen dann aber getrennte Wege. Anfang 2011 entdeckten wir aber in Facebook ein aktuelles Bild von Carlos und Lucía und erfuhren, dass sie wieder zusammen sind und im Dezember 2011 heiraten wollten! Kurze Zeit später bekamen wir eine Einladung und freuten uns sehr. Da meine Frau nicht mitfliegen konnte, reiste ich mit meiner Tochter nach Mexiko. Das Wiedersehen mit Carlos und Lucía war sehr herzlich und emotional – beide haben sich kaum verändert. Die Hochzeit wurde in einem riesigen Hotel südlich von Cancún gefeiert. Die standesamtliche Trauung fand in einem geschmückten Pavillon am Strand statt, einen Tag später folgte die kirchliche Trauung. Ich wusste ja schon aus der Erfahrung mit Carlos, dass die

Lateinamerikaner es nicht so genau nehmen mit der Pünktlichkeit. Ich hätte aber nicht gedacht, dass dies genauso bei einer kirchlichen Hochzeit ist. Fünf Minuten vor dem offiziellen Beginn war ich mit meiner Tochter da und empfand das schon als ziemlich spät. Aber es war noch niemand anderes da. Erst 20 Minuten später kamen die ersten Hochzeitsgäste, der Bräutigam noch fünf Minuten später. Durch einen tropischen Regenschauer verzögerte sich die Ankunft der Braut noch weiter, so dass die Trauung mit fast 45 Minuten Verspätung begann. Keiner hat sich darüber aufgeregt. Ich glaube, hier in Deutschland wäre das nicht möglich! Es war etwas besonderes, mitten im Winter bei sommerlichen Temperaturen eine mexikanische Hochzeit zu feiern. Besonders beeindruckt hat mich das Temperament und die Tanzfreude der Hochzeitsgesellschaft, außerdem die Hochzeitsbräuche: Im Laufe des Abends wirft die Braut ihren Strauß in die Menge der unverheirateten Frauen und Männer. Die Braut trägt außerdem mehrere Strumpfbänder unter ihrem Brautkleid, die der Bräutigam einzeln von ihrem Bein abziehen und auf das rechte Bein einer jungen Frau ziehen muss. Um Mitternacht trat eine Mariachi-Gruppe auf. Weihnachten haben wir bei Carlos und seiner Familie in Monterrey verbracht. Am 26. Dezember konnten wir dann gemeinsam ­Carlos 30. Geburtstag feiern. Die Reise nach Mexiko wird für mich und meine Tochter ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Carlos und Lucía – eine Liebe, die in Paderborn begann

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YFU magazin - Winter 2012  

Ein Gastkin d aus Lateiname rika? YFU sucht ­ astfamilie G n ab Februar 2013. www.yfu.d e/ gastfamilie n


Ein Jahr im ausland

• News aus dem Entsendeprogramm • Wie in jedem Winter ist derzeit Hochsaison für die Auswahlgespräche in ganz Deutschland. In Gruppen- und Einzelgesprächen lernen die Komitees jeden Jugendlichen kennen, der sich um einen Platz im Austauschprogramm bewirbt. Ehrenamtliche Unterstützung ist in diesem Bereich sehr willkommen! Kontakt: Kristina Kleemann (E-Mail: kleemann@ yfu.de, Telefon: 040 227002-50).

Bald werden die Teams der Vorbereitungstagungen zusammengestellt. Über Meldungen von Interessierten freut sich Kristin Woller (woller@yfu.de). Immer noch kann man sich für ein Austauschjahr in verschiedensten Zielländern bewerben, einen aktuellen Überblick über die Bewerbungsfristen gibt es unter auf der YFU-Internetseite unter www.yfu.de/fristen.

Parallel zu den Vorbereitungen des Jahres 2013/14 sind die Teilnehmenden des Jahrgangs 2012/13 schon mitten in ihrem Austauscherlebnis angekommen. Einige von ihnen haben noch mit Herausforderungen bei der Eingewöhnung zu kämpfen, doch die meisten fühlen sich schon vertraut mit ihrer neuen Umgebung und genießen die neuen Erfahrungen sehr.

Romney oder Obama? Austauschschülerinnen und -schüler erleben die US-Wahl 2012 Alle vier Jahre richtet sich der Blick der ganzen Welt auf die Vereinigten Staaten von Amerika, wenn die Wahlen für das Präsidentenamt anstehen. Viele ausländische Austauschschüler erlebten in diesem Herbst diese aufregende Zeit in den USA. Auch das deutsche Fernsehen widmete den US-Wahlen viel Aufmerksamkeit. In Sondersendungen und Hintergrundberichten erfuhren die Fernsehzuschauer viel über die amerikanische Gesellschaft und das dortige politische System. Für die Sondersendung der ARD konnten aktuelle Austauschschüler in den USA ihre Eindrücke in Videos vorstellen. YFU freut sich, dass auch fünf YFU-Teilnehmer unter den jungen Berichterstattern waren, deren Videos ausgewählt wurden und auf der ARD-Internetseite zu sehen sind: Gina, Florian, Charlotte, Felix und ­Alexandra. Gina, die ihr Austauschjahr in El Paso in Texas verbringt, schreibt über ihren Beitrag: „In meinem Video stelle ich die amerikanische High School genauer vor. Es geht darum, wie ich den Schulalltag in den USA erlebe und wie es sich von der Schule in Deutschland unterscheidet. Den Fokus lege ich dabei auf den Unterricht, den ,School Spirit’ und die Footballspiele. Außerdem befrage ich amerikanische Schüler zu den US-Wahlen.“ In seinem Video berichtet Austauschschüler Florian aus Kansas: „Natürlich sind die Wahlen auch hier ein großes Thema. In

meiner sehr liberalen demokratischen Stadt sieht man viele Obama-Banner. Das ist sehr unüblich für das sonst sehr konservative republikanische Kansas. Obama wird wahrscheinliche keine Chance in Kansas haben.“ Auch im YFU-Blog waren die Wahlen ein Thema. Bloggerin Lisa schreibt: „Da Missouri wenig Electoral Votes (Wahlmänner) hat und zudem als sicheres republikanisches Land gilt, war der Wahlkampf hier eher ruhig. Sieht man von den Werbungen ab, die den ganzen Tag im Fernsehen gelaufen sind. Da wir in American History die ganze amerikanische Verfassung und das Wahlrecht gelernt haben, habe ich in den USA erst realisiert, wie spannend und knapp das alles werden kann. Am Wahltag, dem 6. November, lief überall, wo man hingekommen ist, der Fernseher, so dass man ständig die News, Hochrechnungen und Spekulationen sehen konnte. Nach der Schule saß ich dann den Rest vom Tag vor dem TV. Es war wirklich spannend und aufregend, vor allem weil Obama und Romney lange gleich viele Electorial Stimmen hatten.“ Zur ARD-Wahlberichterstattung: tinyurl.com/ard-uswahl Zu den YFU-Blogs: blog.yfu.de

Von oben nach unten: Felix, Charlotte, ­Alexandra, Gina und Florian

  YFU magazin - Winter 2012

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.U.D.E.

a. 2 km links Maurienstraechten Seite.

. 2 km bis über sterbekweg ca. Maurienstraße. . 30 Minuten.

sstelle entfernt) altestelle Barm ca. 130 m nach urienstraße. Das Die U-Bahn fährt it mbek. Die Gehze

Alumni

Infobroschüre für Alumni erscheint im Januar

Alumni aktiv Feierliches Gremien-Alumni-Treffen im Januar 2013 Alle ehemaligen Landesvertreter, Regionalvertreter, Beiratsund Vorstandsmitglieder, die mit ihrem Engagement die Arbeit des Vereins maßgeblich unterstützt und geprägt haben, sind herzlich eingeladen, am zweiten Gremien-Alumni-Treffen am 26. Januar 2013 in den Räumlichkeiten der YFU-Geschäftsstelle in Hamburg teilzunehmen. Ein erstes Gremien-Alumni-Treffen fand im vergangenen Januar mit rund 60 Gästen in herzlicher Atmosphäre und mit guten Ergebnissen statt. Nach der sehr positiver Resonanz auf die Pilotveranstaltung wurde beschlossen, auch 2013 ein Treffen in diesem Rahmen anzubieten. n ffe re -T umni r ionalesch rnat Inte ndaustau Juge

YFU

Gremien-Al

r 2013

lle – 26. Janua

YFU-Geschäftsste

Wer sich für YFU engagieren möchte, aber nicht so recht weiß, wie, der finde t in der neuen Alumni-Informations­ broschüre einen Überblick. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Vorstellung der Möglichkeiten des Enga gements, die auch in den Alltag beru flich oder familiär eingebundener Personen gut zu integrieren sind. Gern kann die Broschüre schon jetzt per E-Mail an alumni@yfu.de vorbestellt werden.

Im Vordergrund werden auch dieses Mal Workshops und Gesprächskreise zur Entwicklung der Vereinsarbeit stehen. Das Programm wird jedoch durch neue Themen und Arbeitsformen ergänzt. Im Rahmen einer Plenumsveranstaltung wird ein Überblick über Aufgabengebiete und Mitarbeitsmöglichkeiten für erfahrene YFU-Mitarbeiter gegeben, die durch Beruf oder Familie sehr wenig Zeit haben, den Verein aber gerne nach ihren Möglichkeiten unterstützen möchten. Hier werden auch die Ergebnisse einer Ideenwerkstatt berücksichtigt, die auf dem ersten Gremien-Alumni-Treffen stattfand. Informationen zu dieser Veranstaltung gibt gerne Simone Stepp, Alumni-Koordinatorin in der Geschäftsstelle: stepp@yfu.de oder 040 227002-49.

„Ein neues Bewusstsein für fremde Länder und Kulturen!“ Brigitte Herzog ist aktiv für YFU Nach dem Austauschjahr ihrer Tochter unterstützt Brigitte Herzog die YFU-Auswahlkomitees bei der Auswahl zukünftiger Austauschschüler und engagiert sich in der Betreuung von Austauschschülern in Deutschland und ihren Gastfamilien. Gerade die Eltern ehemaliger YFU-Austauschschüler können durch ihre eigenen familiären Erfahrungen mit Schüleraustausch einen wichtigen und wertvollen Beitrag zu der Arbeit von YFU leisten. Wie kamst Du dazu, Dich bei YFU zu engagieren? Zu YFU bin ich über unsere Tochter Franziska gekommen, die ihr Austauschjahr 2007/08 in den USA verbracht hat. Es war sowohl für meine Tochter als auch für uns eine sehr schöne und prägende Zeit, die wir immer noch sehr positiv im Gedächtnis haben. Im darauf folgenden Jahr haben wir erfahren, dass ein Junge aus den USA sein Austauschjahr in unserem kleinen Ort verbringen wird. Nahezu zeitgleich kam die Einladung zu einem Betreuerseminar. Ich dachte mir: „Okay, hier im Ort und eine Familie, die ich kenne, da kann ich die Betreuung übernehmen.“

10 YFU magazin - Winter 2012  

Franziska macht auch ein bis zwei Auswahlen im Jahr mit und ist Gesprächspartnerin für mich, wenn es um Probleme der Austauschschüler geht. Was bewegt Dich dazu, weiterhin Zeit für YFU zu finden? Durch das Austauschjahr meiner Tochter haben wir ein neues Bewusstsein entwickelt und das Interesse für fremde Länder und deren Kulturen hat sich noch gesteigert. Durch meine Betreuertätigkeit konnte ich Austauschschüler der unterschiedlichsten Nationen kennen lernen. Spannend an der Arbeit bei YFU finde ich das Miteinander mit zunächst unbekannten Menschen, die ein gemeinsames Thema verbindet. Die Bewerber mit ihren Vorstellungen, Träumen, Lebensgeschichten. Dass ich einen kleinen Beitrag zu einer guten Sache leisten kann, ist toll. Und wenn man weiterhin akzeptiert und gebraucht wird, wird die Motivation zum Weitermachen auch nicht schwinden. Wie schaffst Du es zeitlich, diese Aufgaben zu übernehmen? Zeitlich ist das für mich kein großes Problem: Die Termine für Auswahlen sind rechtzeitig vorher bekannt und ich suche mir raus, was mir zeitlich passt. Die Termine für die Gastelterntreffen sind ebenfalls bekannt und da handelt es sich ja auch nur um einige Stunden an einem Nachmittag. Bei der Betreuung ist das natürlich nicht ganz so einfach, da kann es schon passieren, dass man einen Anruf oder eine E-Mail erhält, auch wenn es zeitlich nicht so ganz passt.


Jahre später ...

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… verbreitet sich während der Olympischen Spiele 2012 in der YFU-Welt eine Nachricht wie ein Lauffeuer: Unter den deutschen Teilnehmern ist ein ehemaliger YFU-Austauschschüler! Thomas Schneider betritt im Sommer 2012 das Londoner Olympiastadion begleitet vom Jubel zehntausender Menschen. Das olympische Feuer lodert und die Zuschauer begrüßen begeistert die 400-Meter-Staffeln. Jeder Sitzplatz ist besetzt. Das Fahnenmeer auf den Rängen überwältigend. Auf Bahn 7 geht Thomas Schneider als Schlussläufer der deutschen 400-Meter-Staffel ins Rennen! Im Juli 2012 hatte die Mannschaft bei der Europameisterschaft in Helsinki Staffelbronze geholt. Die Erwartungen sind hoch, und Thomas Schneider ein Kämpfer. Er kann es kaum erwarten, sich mit den Besten der Welt zu messen. Thomas Schneiders Stärke liegt vor allem in der zweiten Hälfte der Stadionrunde. Doch die Aufregung ist zu groß. Am Ende bleibt den Deutschen nur der 6. Platz und ein frühes Aus im Vorlauf. „Nach unserem Vorlauf war ich natürlich sehr geknickt und konnte es nicht fassen, dass das Finale ohne uns stattfinden sollte. 80.000 Menschen waren schon im Vorlauf völlig aus dem Häuschen. Ich wollte dieses Gefühl unbedingt ein zweites Mal spüren, doch daraus wurde leider nichts… Auch mit einiger Zeit Abstand betrachtet, bin ich immer noch traurig über das Verpassen dieser einmaligen Chance. Wir hatte es selbst in der Hand!“ Das Gänsehautgefühl, als Sportler bei den Olympischen Spielen anzutreten, wird er trotzdem sein Leben lang nicht vergessen. Erst spät landet der Hobby-Fußballer Thomas Schneider bei der Leichtathletik. Bevor er 2005 als Austauschschüler mit YFU nach Milwaukee geht, spielt er wöchentlich Fußball in seinem Verein in der Lausitz. Nach seiner Ankunft in den USA treibt er zunächst keinen Sport, spürt aber gegen Ende des Winters, dass er sich dringend bewegen muss. Als die Kurse für das Sommersemester angeboten werden, muss er sich zwischen Baseball und Leichtathletik entscheiden. Er wählt letzteres und probiert mehreren Disziplinen aus, darunter auch Hochsprung und Laufen. Sein Trainer erkennt und fördert sein Talent für die 800-Meter-Distanz. Thomas Schneider ist begeistert von dem hohen Stellenwert, den die Leichtathletik, vor allem die Sprintwettbewerbe, in den USA besitzen: Schulveranstaltungen sind sehr gut besucht. Bei den Landesschulmeisterschaften applaudieren bis zu 20.000 begeisterte Zuschauer den Schulsportlern. Dieser Enthusiasmus ist ansteckend, nur mit den 800 Metern will Thomas nicht so recht warm werden, trotz seiner schnellen ersten Erfolge. „Es stört mich, zweimal am Ziel anzukommen, zweimal die Ziellinie zu überqueren und ich fragte meinen Trainer, ob ich vielleicht auch nur eine Runde laufen könnte.“ Fortan konzentriert er sich auf den anspruchsvollen und manchmal unangenehmen 400-Meter-Sprint, „bei dem am Ende jeder Schritt schmerzt.“

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Als er nach seinem bewegenden Jahr aus den USA zurückkehrt, bleibt er beim Laufen und feiert in Deutschland erste Erfolge. Seine persönliche Bestleistung läuft er 2011: 400 Meter in 45,56 Sekunden. Kurz nach der Niederlage in London gibt sich Thomas Schneider trotz der Enttäuschung optimistisch und freut sich auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. YFU drückt ihm fest die Daumen!

1: Thomas als angehender Austauschschüler 2: Heute ein erfolgreicher Athlet und international unterwegs 3: Wer strahlt mehr, Thomas Schneider oder das olympische Feuer?

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kOOPERATIONEN

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Warmherziger Empfang Jugendbotschafter in Japan

Eine Gruppe deutscher Schüler begab sich Ende Oktober für zwei aufregende Wochen mit YFU nach Japan. Als Jugendbotschafter, die von der Robert Bosch Stiftung großzügig gefördert wurden, lernten sie die Kultur Japans kennen und repräsentieren ihre Heimat Deutschland. Die erste Hälfte ihrer Reise verbrachten die Jugendlichen mit Besuchen bei verschiedenen Institutionen, zum Beispiel bei Unternehmen und Universitäten, und nahmen an Gesprächen über aktuelle Themen teil. „Es ging beispielsweise um die Energiepolitik nach Fukushima, die Beziehungen zu China, den Arbeitsalltag in Japan oder das japanische Bildungssystem. Passend dazu nahmen wir einmal an einer Englischstunde in einer High School teil“, berichtet Jugendbotschafter Oliver (16). Aber auch der kulturelle Teil kam bei dieser besonderen Japanreise nicht zu kurz. Verschiedene Besichtigungen und Restaurantbesuche in Tokio wurden mit einem Tagesausflug in die alte Kaiserstadt Kyoto gekrönt. Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen von der Stadt Tokio, die Oliver als „Meer aus grauen Häuserschluchten, die ins Unendliche reichen“ beschreibt. Teilnehmerin Tabea (17) erzählt: „In der Metro stellten wir drei Hauptbeschäftigungen der Japaner fest: Schlafen, Mangas lesen oder am Handy spielen, ob im Stehen oder im

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Sitzen, sogar während der Rushhour, in der Metroangestellte mit weißen Handschuhen die Leute in die U-Bahn drücken.“ Die zweite Woche verbrachten die Jugendbotschafter in Gastfamilien und bekamen so einen Einblick in den japanischen Familienalltag. „Wir wurden so warm von unseren japanischen Mitmenschen empfangen, dass wir uns am Ende gar nicht mehr trennen wollten. Es waren wenige Tage, aber diese Tage haben uns verbunden,“ beschreibt die Jugendbotschafterin Linh (17) ihre Erfahrung. Die große Gastfreundschaft, mit der die junge Delegation aus Deutschland empfangen wurde, wird den Jugendlichen noch lange in Erinnerung bleiben. Mehr Impressionen aus Japan unter www.yfu.de/jugendbotschafter-berichten. 1: Tabea genießt die Zeit mit ihren japanischen Schulfreundinnen 2: Tokio: ein beeindruckender Anblick für die Jugendbotschafter 2: Oliver mit seiner japanischen Gastfamilie


Community Service in den USA Schüler begeistern sich für gesellschaftliches Engagement In die USA zu fliegen und dort durch das Mitwirken an gemeinnützigen Projekten an ehrenamtliche Arbeit herangeführt zu werden, das ist die Idee des Community Service Projekts (CSP). In diesem Herbst fand das Programm zum dritten Mal statt – mit großem Erfolg: Dank des gemeinsamen Engagements der Joachim Herz Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der USBotschaft in Berlin reisten zwanzig Oberschüler aus Bremen und Bremerhaven mit YFU nach Washington DC. Zwei Wochen lang haben sie durch das Leben in einer Gastfamilie und die Arbeit in Community Service Projekten einen intensiven Einblick in die amerikanische Kultur erhalten. Sie haben dabei gelernt, dass sie durch ihren Einsatz Dinge positiv verändern können. „Wer sich für andere engagiert, übernimmt Verantwortung – für sich selbst und für die Gesellschaft,“ so Petra Herz, Vorsitzende des Vorstands der Joachim Herz Stiftung. Die Betätigungsfelder waren vielfältig: die Schüler haben Kleiderspenden sortiert und gespendete Möbel gereinigt, Essen für

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Obdachlose in einer Suppenküche zubereitet, in einem Frauenhaus ausgeholfen, an Halloween Kindern eine Freude bereitet, für ein Umweltprojekt Vogelhäuser gebaut und bei einem Training für Menschen mit Behinderungen mitgewirkt. Bereits dieser kurze Aufenthalt in den USA hat die Jugendlichen bewegt und ihnen viele Anstöße für ihre weitere Entwicklung gegeben. Die jungen CSP-Teilnehmer haben erfahren, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Menschen in den USA uneigennützig für andere einsetzen: „Das ehrenamtliche Arbeiten hat viele positive Gefühle frei werden lassen. Ich glaube, ich war wirklich noch nie so froh, mich in so viele mir unbekannte Sachen zu stürzen. Besonders faszinierend fand ich, dass meine Gastfamilie sich so einsetzt für Menschen, die es nicht so gut haben wie sie selbst“, berichtete Louisa, eine der Schülerinnen. Wie viele andere CSP-Programmteilnehmer hat sie sich fest vorgenommen, auch in Deutschland nach Projekten zu suchen, bei denen sie sich ehrenamtlich engagieren kann.

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1: Benedict und Marina helfen Grundschulkindern dabei, Vogelhäuser für ein Naturschutzgebiet zu bauen 2: Gian und Benedict sortieren Essensspenden in der Capitol Area Foodbank

Wir danken Ihnen für Ihre Spende!


freunde und förder

Einsatz für das PPP Bundestagsabgeordneter Wolfgang Börnsen beschreibt, warum er den internationalen Jugendaustausch unterstützenswert findet und wie er sich in seiner täglichen Arbeit für dieses Thema einsetzt. „Meine Kindheit im Deutschland der Nachkriegszeit hat mich stark geprägt. Von Anfang an war mir klar, dass ein solch schrecklicher Krieg niemals wieder passieren darf. Wie kann so etwas aber vermieden werden? Einerseits durch Aufklärung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, andererseits durch enge Kontakte mit anderen. Indem man den Anderen, dessen Kultur und Mentalität kennen und verstehen lernt, lernt man ihn und sich selbst besser verstehen und es entstehen Bindungen, ja sogar Freundschaften. Ich selbst habe dies erlebt und, wie meine Familie, als ausgesprochene Bereicherung empfunden. In jungen Jahren arbeitete ich für einige Zeit in Indien als Entwicklungshelfer, später haben meine Familie und ich immer wieder junge ausländische Stipendiaten bei uns zu Gast gehabt. Daher war und ist es nur natürlich, dass ich mich in meiner Funktion als Abgeordneter von Anfang an für den internationalen Austausch von Jugendlichen eingesetzt habe. Das 1983 aus der Taufe gehobene Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) mit den USA und das kurze Zeit darauf folgende Internationale Parlaments-Stipendium des Bundestages, das sich an junge Hochschulabsolventen aus nunmehr 28 Ländern richtet und das ich mit initiiert habe, sind wahre ‚Erfolgsschlager‛ geworden. Darauf bin ich stolz und daher

Wolfgang Börnsen MdB

setzte mich gerne als Berichterstatter für die internationalen Austauschprogramme im In- und Ausland ein. Im Rahmen des PPP erhalten Schülerinnen und Schüler, aber auch junge Berufstätige, die Möglichkeit, für ein Jahr in einer amerikanischen Gastfamilie zu leben und eine Highschool zu besuchen. Gleiches gilt natürlich auch für die amerikanischen Teilnehmer dieses Programms hier in Deutschland. Besonders wichtig finde ich, dass die Teilnehmer durch den einjährigen Auslandsaufenthalt die Chance erhalten, sich wirklich einzuleben und den ‚Alltag‛ mitzuerleben. Dadurch entsteht ein ganz persönliches und umfassendes Bild über das Gastland und seine Bewohner. Vorurteile werden abgebaut, Nähe und Freundschaften können entstehen. Zugleich berichten die Austauschschülerinnen und -schüler über ihr Heimatland und helfen so auch im Ausland stereotypischem Denken entgegenzuwirken. Das ist gelebte Völkerverständigung!“

Neben dem ehrenamtlichen Engagement gibt es zahlreiche Möglichkeiten, YFU zu unterstützen. Egal ob Vermittlung von Kontakten, kostenlose Werbeflächen oder eine Geldspende: Jede Hilfe ist willkommen!

Empfänger: YFU Deutschland Oberaltenallee 6 22081 Hamburg

Deutsches YFU Komitee e.V.

09 08 03 02 01 (BLZ 200 800 00)

09 08 03 02 01

Spende

Commerzbank Hamburg

Spende Eric Simon

Bei Beträgen bis EUR 200,00 erkennen die Finanzämter den Zahlungsbeleg als Spendenquittung an. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Hamburg. Wir sind wegen Förderung der Völkerverständigung durch Bescheinigung des Finanzamtes Hamburg-Nord, StNr. 17/411/01218, vom 19.04.2011 als steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne §§ 51 ff. AO dienend anerkannt.

200 800 00


Nachrichten Doppelt Gutes tun

Harald Dethlefsen feiert 85. Geburtstag

Weihnachtsgeschenke online bestellen und gleichzeitig YFU unterstützen? Im Internet lässt sich unkompliziert der Weihnachtseinkauf erledigen. Wenn die man die Online-Shops von der Seite PlanetHelp aus besucht und YFU als Organisation ausgewählt hat, unterstützt der jeweilige Online-Shop YFU mit einem Festbetrag oder mit einem prozentualen Anteil des Einkaufpreises. YFU erhält auf diese Weise eine Spende, ohne dass der Einkaufende extra dafür bezahlt. Über 4.000 Euro sind auf diese Weise schon für YFU zusammengekommen! YFU liegt derzeit auf der Liste der geförderten Organisationen auf Platz 1. Damit das auch so bleibt, wäre es toll, wenn viele Weihnachtsgeschenke und Anschaffungen im neuen Jahr über PlanetHelp bestellt würden – so kann man mit einfachen Mitteln Gutes tun! Übrigens: Online-Shops aus allen Bereichen kooperieren mit PlanetHelp. Fast alles Erdenkliche, von der Brille über Kleidung und Elektrogeräte bis hin zu einer Reise, kann über die Shops bestellt werden: www.planethelp.de

„Ich möchte Ihnen, Herr Dethlefsen, nochmals dafür danken, dass Sie meinen Traum haben wahr werden lassen. Mein Austauschjahr in Brasilien habe ich Ihnen zu verdanken“, sagte Stipendiat Patryk in seiner Rede vor den zahlreichen Gästen, die Anfang Oktober eingeladen waren, den 85. Geburtstag von Harald Dethlefsen zu feiern. Das Fest fand in mecklenburgischer Idylle im Tagungsschloss Hasenwinkel bei Schwerin statt. Das kleine Schloss ist seit 1993 im Besitz von Nordmetall und somit der passende Ort für den Geburtstag des ehemaligen Hauptgeschäftsführers des Arbeitgeberverbandes. Neben Familie, Freunden und ehemaligen Kollegen – darunter zahlreiche YFU-Alumni, ehemalige Gastfamilien sowie Eltern und Großeltern von YFU-Programmteilnehmen – reisten auch zwei ehemalige YFU-Austauschschüler nach Hasenwinkel. Die beiden Stipendiaten nutzten die Gelegenheit, Herrn Dethlefsen mit einem Bericht aus ihrem Austauschjahr und einem musikalischen Beitrag für seine Unterstützung zu danken. Anstelle von Geschenken sammelte Harald Dethlefsen Spenden für sein Stipendienprogramm zur Förderung von Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern. Dank der großzügigen Zuwendungen der Geburtstagsgäste werden auch in den kommenden Jahren wieder einige Schüler mit einem DethlefsenStipendium in ihr Austauschjahr starten können. YFU sagt: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Schön, dass es Sie gibt!

Unterstützung für die YFU-Ehrenamtlichen Im Herbst hatte YFU aufgerufen, mit Spenden das Ehrenamt zu unterstützen. Jedes Jahr engagieren sich 2.000 Ehrenamtliche für YFU. Damit alle Mitarbeiter gut geschult sind und die Qualität der Vereinsarbeit konstant hoch bleibt und sich stetig verbessert, bietet YFU jedes Jahr eine Vielzahl von Weiterbildungen und Seminaren in ganz Deutschland an. Unsere Bildungsarbeit unterstützt so nicht nur den Schüleraustausch, sondern fördert auch die Entwicklung jedes Ehrenamtlichen. Dank des Einsatzes und der Unterstützung zahlreicher Spender wurde ein großer Beitrag zur Finanzierung vieler Bildungsangebote im gesamten Bundesgebiet geleistet. Die gespendeten Gelder werden unter allen Landesgruppen aufgeteilt. Für den Erfolg unseres Spendenaufrufs dankt YFU allen Spendern ganz herzlich und freut sich besonders, zahlreiche Personen im Kreis der Förderer zu begrüßen, die zum ersten Mal für YFU gespendet haben. Herzlichen Dank an alle, die wie YFU die Bedeutung des Ehrenamts erkennen und es tatkräftig unterstützen!

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1: Zum Geburtstag von Harald Dethlefsen gratulierte Jantje Theege ganz herzlich im Namen von YFU 2 und 3: Die ehemaligen Stipendiaten bedankten sich bei ihrem großzügigen Förderer

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Schenken Sie Bildungschancen!

Stipendien für Jugendliche aus Lateinamerika „Über den Eric Simon Scholarship Funds kann ich sagen, dass er Träume wahr werden lässt. In einem Land wie unserem gibt es viele Jugendliche, die gerne ein Jahr im Ausland leben möchten und erfahren möchten, was es in der Welt zu sehen gibt. Ihre Eltern arbeiten hart dafür, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen, und doch bleibt die Erfahrung eines Austauschjahres meist einer kleinen Gruppe von Schülern aus wohlhabenden Familien vorbehalten. Nur mit den Eric Simon-Stipendien waren wir in den letzten Jahren in der glücklichen Lage, Jugendlichen und ihren Eltern zu helfen, die die Teilnahme an einem Austauschprogramm niemals für möglich gehalten hätten. Für mich ist es jedes Mal wieder großartig, die Freude der Eltern zu sehen und die Aufregung eines 16-Jährigen, der noch niemals geflogen ist und sich nun zu seiner ersten Reise aufmacht: auf in ein Austauschjahr in Deutschland!“  Sandy Arbelaez, Geschäftsführerin YFU Ecuador Die Geschäftsführerin von YFU Ecuador beschreibt, wie groß die Einkommensunterschiede in Lateinamerika immer noch sind. Ein durchschnittliches Angestellten- oder sogar Lehrergehalt ist meist so gering, dass es nicht ausreicht, um die Kosten für ein Schuljahr im Ausland zu tragen. Wie die YFU-Organisationen in Lateinamerika wünscht sich auch YFU Deutschland Chancengleichheit. Aus diesem Grund wurde 2005 der Eric Simon Scholarship Fund gegründet. Dass YFU seitdem jedes Jahr Schülern aus Lateinamerika die Teilnahme an einem Austauschprogramm ermöglichen kann, ist allein den vielen Spendern mit ihren zahlreichen kleinen und großen Beiträgen zu verdanken. Um auch für das kommende Programmjahr 2013/14 Stipendien aus dem Fonds vergeben zu können, benötigen wir Ihre Unterstützung. Bitte fördern Sie Jugendliche aus Lateinamerika. Ihre Spende zählt!

www.yfu.de/spenden

„­Vielen Dank für die Gelegen­heit. Nur wer ein Austauschjahr macht, der weiß, wie gut es ist und wie wichtig für den Rest seines Lebens! Vielen Dank für alles!“ Hugo Machado aus Brasilien Eric Simon-Stipendiat 2011/12

So hilft Ihr Beitrag jungen Lateinamerikanern: reichen aus, um einem Jugendlichen den Orientierungskurs zu Beginn des Austauschjahres zu finanzieren. 40 Euro finanzieren einem Austauschschüler das Taschengeld für einen Monat. Damit kann er sich zum Beispiel eine Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel leisten oder bekommt einen Zuschuss für eine Winterjacke. 2.500 Euro decken die Kosten für ein komplettes Teilstipendium. Sie ermöglichen damit einem Jugendlichen aus Lateinamerika ein wertvolles Jahr in Deutschland. 200 Euro

SPENDENKONTO Empfänger: Deutsches YFU Komitee e.V. Konto-Nummer: 09 08 03 02 01 BLZ: 200 800 00 (Commerzbank Hamburg) Referenz: Eric Simon


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