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Informationen aus dem Verein

Sommer 2013

Deutschchinesischer Austausch Erste bilaterale Konferenz zwischen YFU China und YFU Deutschland YFU China zu Gast in Hamburg â–Ş UnterstĂźtzung der Kreuzberger Kinderstiftung


inhalt

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Fokus

Deutsch-chinesischer Austausch Erste bilaterale Konferenz zwischen YFU China und YFU Deutschland Seite 6 / 7

Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

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Alumni

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Neues aus dem Aufnahmeprogramm Seite 8

Ein Jahr in Deutschland

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PASCH Stipendiaten • Kreuzberger Kinderstiftung Seite 12 / 13

Kooperationen

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Ein Jahr im Ausland

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Freunde und Förderer

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Nachrichten Seite 4 / 5

Auf nach China!

Neues aus dem Entsendeprogramm Seite 9

Treffen • Initiativen • Jahre später Seite 10 / 11

Unterstützen • Spenden • Stipendiaten Seite 14 / 15 / 16

Impressum Herausgeber: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein – Träger der freien Jugendhilfe Adresse: Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

Oberaltenallee 6 22081 Hamburg 040 227002-0 040 227002-27 info@yfu.de www.yfu.de

Spendenkonto: Konto-Nummer: 09 08 03 02 01 Commerzbank BLZ: 200 800 00 Redaktion: Corinna Schmidt Gestaltung: dgermer.de

Druck: Auflage:

Sievert Druck und Service GmbH 6.000 Exemplare 2. Ausgabe 2013 Das YFU Magazin erscheint vierteljährlich. ©YFU Juni 2013

Gedruckt auf umweltfreundlichem FSC-zertifiziertem Papier. Bildnachweis: Titel, S.2 oben, S. 6, S. 7: Bente Stachowske, S.4. oben: Bundesregierung/Guido Bergmann, S.5: istockphoto, alle andern Fotos von YFU oder privat.

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YFU magazin - Sommer 2013


eDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser, Verständnis und Toleranz zu schaffen ist einer der Grundgedanken von YFU, der seit der Gründung 1957 nichts an Gültigkeit verloren hat. Aus diesem Grund fördert YFU bewusst Austauschprogramme mit Kulturen, mit denen es bisher nur wenig Schüler­ austausch gibt und über die durch Unkenntnis leichter Vorurteile entstehen können. Ein Beispiel für ein solches Land ist China. Die Unterschiede scheinen oft zu groß, die Schlagzeilen zur politischen Situation zu beängstigend, um das eigene Kind in das „Reich der Mitte“ zu schicken oder ein Gastkind aus China bei sich aufzunehmen. Wie bereichernd der Austausch mit China aber in Wirklichkeit sein kann, beweisen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Abenteuer gewagt haben und mit einem geschärften Bewusstsein sowohl für die eigene als auch die vorher noch fremde Kultur zurückkehren. Gerade deshalb ist der Austausch mit China so wichtig und wird seit langem von YFU Deutschland unterstützt und gefördert. Mit diesem Ziel fand auch die erste bilaterale Bildungskonferenz zwischen YFU China und YFU Deutschland statt, bei der haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Partnerorganisationen im April in Hamburg zu Gesprächen zusammenkamen. Eine für alle bereichernde Erfahrung, die die Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen verstärken wird. Ich danke an dieser Stelle der Stiftung Mercator, die das gesamte Projekt großzügig unterstützt hat, sowie allen Teilnehmenden und Organisatoren, durch deren Engagement dieses Pilotprojekt zu einem vollen Erfolg wurde. Derweil sind bei YFU die Vorbereitungen für das kommende Austauschjahr in vollem Gange und nicht nur in Deutschland sitzen zahlreiche Jugendliche bereits auf gepackten Koffern. Auf der ganzen Welt freuen sich Schülerinnen und Schüler auf ihr Jahr in Deutschland. Für viele von ihnen sucht YFU noch Gastfamilien. Sie können uns dabei helfen, indem Sie selbst einen der 15- bis 18-Jährigen aufnehmen oder Familien in Ihrem Umfeld dazu ermutigen. Auch im Namen der Jugendlichen danke ich Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützung!

Mit herzlichem Gruß Marcus von Garßen YFU-Vorstandsvorsitzender

Aktiv für YFU MITMACHEN! Sie können die Arbeit von YFU auf vielfältige Weise unterstützen! Um die ehrenamtliche Tätigkeit für alle möglich zu machen, bietet YFU flexible Möglichkeiten des Engagements an, die gut mit Studium, Beruf und Familie zu vereinbaren sind. Fragen dazu beantwortet gern Wiebke Hinz (hinz@yfu.de, 040 227002-44).

Die Öffentlichkeitsarbeit von YFU unterstützen und andere Menschen begeistern? Als Experte Fachwissen spenden? Gastfamilie werden? Seminare für zukünftige Austauschschüler leiten?

... und noch vieles mehr !


Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

Nachrichten

YFU-Geschäftsführer Knut Möller mit Besuch aus Thailand

„Mit uns nicht!“ – Gemeinsam mit YFU gegen sexuelle Gewalt

rsonen und ner

nd ehrenamtlichen Ansprech echpartner stehen für Schüilien Mitarbeitende, Gastfam rten Verfügung. Sie beantwo t. um unser Präventionskonzep

ertrauenspersonen:

and in den 77 Austauschschülerin Kinebt in Frankfur t. Ihre drei ebenfalls mit YFU im Ausland. ter für ar sie mehrfach Gastmut land. hschülerinnen in Deutsch and@yfu-deutschland.de

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r in den 0/01 Austauschschüle Frau ebt zusammen mit seiner dort n Ostfriesland und studiert e

gross@yfu-deutschland.d

le: er in der Geschäftsstel

-57 ert@yfu.de, Tel. 040 227002 -88 yfu.de, Tel. 040 227002 -58 fu.de, Tel. 040 227002

alle annten Kontaktdaten erhalten er, über üler die YFU-Notrufnumm im Notfall mtlich Mitarbeitenden Uhr erreichen.

Sexuelle Gewalt kann vor allem da entstehen, wo darüber geschwiegen wird. Aus diesem Grund setzt sich YFU seit langem intensiv mit dem Thema auseinander und hat nun Informationen über die Präventionsarbeit von YFU in einem Flyer zusammengefasst. In dem Flyer geht es darum, wie sexuelle Gewalt entsteht und wie sie bekämpft werden kann. Um Schülerinnen und Schüler zu schützen, hat YFU ein Netzwerk von Ansprechpartnern geschaffen. Auf den Vorbereitungstagungen sprechen die Referenten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Anpassung an eine fremde Kultur – und ihre Grenzen. Die Jugendlichen werden darin bestärkt, ihre Grenzen zu erkennen und zu schützen. YFU ermutigt leibliche Eltern sowie Gasteltern, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um ihr Kind bzw. Gastkind mit ihrem Wissen zu schützen. YFU-Mitglieder erhalten zusammen mit dem Flyer zudem weitere Informationen über stattfindende Seminare und Schulungen sowie Möglichkeiten, selber aktiv zu werden. Mehr über das umfassende Mit uns nicht! Präventionskonzept von YFU unter www.yfu.de/praevention Gemeinsam mit YFU gegen

sexuelle Gewalt

Begegnung im Kanzleramt

YFU-Schüler beim Staatsbesuch Ende Mai traten zehn chinesische YFU-Austauschschüler den Weg nach Berlin an, um Bundeskanzlerin Angela Merkel und den neuen Ministerpräsidenten Chinas, Li Keqiang, zu treffen. Die Schüler waren zusammen mit anderen Jugendlichen zu ­einem Fototermin eingeladen, der anlässlich des ersten Berlin­ besuchs des neuen Premiers veranstaltet wurde. Gemeinsam mit den beiden Regierungschefs wurden die Jugendlichen, die gerade ihr Austauschjahr in Deutschland verbringen, im Kanzleramt abgelichtet. Die Aktion stellte zugleich den Auftakt des „Deutsch-Chinesischen Sprachenjahrs 2013“ dar, das vom Goethe-Institut ausgerufen wurde. Ein Mittagessen mit Vertretern der chinesischen Botschaft rundete den ereignisreichen Tag für die YFU-Schüler ab.

YFU-Flyer zur Prävention sexueller Gewalt

Dagmar Denner-Hillmer und Dorothea Schmidt am YFU-Stand

YFU auf dem Evangelischen Kirchentag in Hamburg Anfang Mai fand der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg statt. Unter der Losung „Soviel du brauchst“ setzten

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YFU magazin - Sommer 2013

sich die über 100.000 Besucher unter anderem mit den Merkmalen einer „lebenswerten Gesellschaft“ und „offenen Kultur“ auseinander. YFU entschied sich, in diesem Kontext mit einem Informationsstand auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten zu sein. Die überwiegend ehrenamtlichen YFU-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter informierten interessierte Besucher über den Verein und seine Austauschprogramme. Ein besonderes Anliegen war dabei, möglichst viele Personen für die Möglichkeit zu begeistern, Gastfamilie zu werden und die Welt zu Hause zu entdecken. „Wir konnten viele gute Gespräche führen – auch mit Leuten, die YFU bisher noch nicht kannten. Ich bin zuversichtlich, dass wir dabei die eine oder andere aufnahmebereite Familie gefunden haben“, so Dorothea Schmidt, die den YFU-Stand gemeinsam mit 13 weiteren Freiwilligen betreute. Die ehemalige Austauschschülerin Katharina Bunde ergänzt: „Wir haben es geschafft, den Verein bekannter zu machen und gleichzeitig sehr viel Spaß innerhalb unseres Teams zu haben!“ YFU bedankt sich bei allen, die mitgewirkt haben!


China

Kreativ ist, wer hier einen YFU-Bezug erkennt

Austausch macht kreativ!

16.486.000

Über 16 Millionen Kinder wurden 2010 in China geboren. Das sind im Schnitt 31 Kinder pro Minute.2 Zum Vergleich: In Deutschland erblickten im Jahr 2010 insgesamt 678.000 Kinder das Licht der Welt.3

Auslandsaufenthalt fördert die Kreativität

166

Aktuell gibt es in China 166 Millionenstädte. Die hohe Zahl ist allerdings auf die Organisation der Verwaltungsgebiete zurückzuführen. Zum Stadtgebiet werden auch umliegende Regionen gezählt, so dass ein Stadtgebiet oft die Fläche eines deutschen Bundeslandes umfasst. Berücksichtigt man nur das tatsächliche Kerngebiet der Städte, weist China immer noch die stolze Zahl von 50 Metropolen mit mehr als einer Million Einwohnern auf.4

2.049.000.000.000 Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt exportierte im Jahr 2012 Waren im Wert von rund 2.049 Milliarden US-Dollar – im Jahr 2007 waren es noch rund 1.220 Milliarden.5

1.898

2.500

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762

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Export von Gütern aus China von 2002 bis 2012 (in Milliarden US-Dollar)

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Dass im Ausland leben kreativ macht, weiß jeder, der sich zu Beginn mit Händen und Füßen verständlich machen musste. Neue Untersuchungen legen nun nahe, dass der Gewinn an kreativem Denkvermögen tiefer geht. In einer Studie der American Psychological Association (APA), dem nordamerikanischen Fachverband für Psychologie, wurde zum ersten Mal die Verbindung zwischen Auslandsaufenthalten und Kreativität untersucht. Die Studie wurde geleitet von Dr. William Maddux, Assistenzprofessor von INSEAD, einer amerikanischen Wirtschaftsuniversität mit Standorten in Singapur und Europa, und Dr. Adam ­Galinsky, D ­ ozent an der Kellogg School of Management in Evanston, ­Illinois. Studenten der Kellogg School of Management und der Sorbonne Universität in Paris wurden in der mehrstufigen Untersuchung vor mehrere Aufgaben gestellt, unter anderem dem Dunckerschen Kerzenproblem: Die Aufgabe besteht darin, mittels einer Schachtel mit Reißnägeln und einigen Streichhölzern eine Kerze an einer Tür zu befestigen. Die richtige Lösung ist, die Schachtel mit Hilfe der Reißnägel an die Tür zu heften und als Podest für die Kerze zu benutzen. Das Lösen der Aufgabe wird mit kreativem Vermögen verbunden, weil man die Schachtel nicht nur in ihrer eigentlichen Funktion als Behälter, sondern auch als mögliches Podest erkennen können muss. Die Studenten, die bereits im Ausland gelebt hatten, waren dazu eher in der Lage als ihre Kommilitonen ohne Auslandserfahrung. Die Wissenschaftler führen dies auf Fähigkeiten zurück, die man sich durch das Anpassen an eine neue Kultur aneignet. Zwar konnten die Ergebnisse der Studie keinen direkten Beweis dafür liefern, dass ein Auslandsaufenthalt kreativ macht, dennoch wurden deutliche Zusammenhänge festgestellt. Diese Erkenntnis unterstreicht für die leitenden Wissenschaftler die Bedeutung von Austauschprogrammen für Schüler und Studenten. Interkulturelle Kompetenz und Kreativität seien Fähigkeiten, die im Alltags- und Berufsleben immer wichtiger würden. Beides sind Eigenschaften, die durch einen Auslandsaufenthalt gefördert werden.1

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1) Cultural Borders and Mental Barriers: „The Relationship Between Living Abroad and Creativity“, Journal of Personality and Social Psychology, Vol. 96, No. 5. 2) wissen.brandeins.de/buecher/china-in-zahlen.html 3) www.morgenpost.de/nachrichten/article1736484 4) www.leitz.com/deDE/KnowHow/Millionenstadte_in_China.html 5) de.statista.com/statistik/daten/studie/15722/umfrage/export-von-guetern-aus-china/

Drei Zahlen

2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

  YFU magazin - Sommer 2013

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fokus

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Deutsch-chinesischer Austausch

Während der ersten bilateralen Bildungskonferenz zwischen YFU China und YFU Deutschland berichten Dana Lee (Geschäftsführerin YFU China) und Thomas Hammer (stellv. Leiter des Aufnahmeprogramms YFU Deutschland) von der Konferenz und den Besonderheiten deutsch-chinesischen Austauschs. Wie kam es zu der Idee, eine bilaterale Konferenz durchzuführen? Thomas: Nach einigen herausfordernden Fällen für die Betreuung kam innerhalb des Teams die Idee auf, das direkte Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen von YFU China zu suchen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln. Dana und Knut (Anm. der Redaktion: Knut Möller, Geschäftsführer YFU Deutschland) haben dann auf der Grundlage dieser Idee ein Konzept für eine gemeinsame Konferenz erarbeitet, das so gestaltet ist, dass es auch von anderen YFU-Organisationen aufgenommen werden kann. Dana: Ich habe Knut und Thomas auf einer internationalen YFU-Konferenz getroffen und sie erzählten mir von der Notwendigkeit, dass nicht nur wir uns treffen, sondern auch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Organisationen, die mit den täglichen Aufgaben zu tun haben. Ich war sofort überzeugt, dass dies eine sehr gute Idee ist.

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1: Reger Austausch während der Konferenz 2: Gruppenbild aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der YFU-Geschäftsstelle 3: Öffentliche Vorträge im Lerchenfeld Gymnasium 4: Dana Lee, Geschäftsführerin YFU China 5: Thomas Hammer, stellvertretender Leiter des Aufnahmeprogramms YFU Deutschland

Welche Chancen und Herausforderungen liegen in deutsch-chinesischen Austauschprogrammen? T.: In der Regel basieren die He­raus­ forderungen auf unterschiedlichen Erwartungen an das Austauschjahr. Sowohl seitens der Schülerinnen und Schüler als auch der Gastfamilien und leiblichen Eltern. Während der Konferenz denken wir über Wege nach, um unseren Schülern und Familien eine bessere Vorstellung davon zu geben, was man von einem Austauschjahr erwarten kann und welche Chancen darin liegen, in eine völlig fremde Kultur einzutauchen. Wenn man die Unterschiede respektieren lernt, eröffnen sich ganz neue Perspektiven, die enorm bereichernd sind. Wir möchten unsere Teilnehmer noch stärker dazu ermutigen, diese Chancen wahrzunehmen und sich auf die neue Kultur einzulassen. D.: Unsere Länder haben einen sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergrund, sowohl im Hinblick auf das tägliche Leben als auch auf das Schulsystem oder


die Sprache. Dadurch entstehen natürlich größere Herausforderungen für die Schüler und Eltern. Diese Konferenz möchten wir dazu nutzen, gemeinsam darüber zu sprechen, wie wir unsere Austauschprogramme nachhaltiger gestalten können. Zu diesem Zweck treffen sich alle Teilnehmer in mehreren Workshops und Gesprächen. Wie schätzt Ihr die Atmosphäre der Tagung ein? D.: Diese Konferenz ist einzigartig und sehr inspirierend, weil wir viele unterschiedliche Perspektiven und Ideen hören. Es ist das erste Mal, dass wir die Möglichkeit haben, unsere Gedanken in einer so offenen und direkten Art und Weise auszutauschen. Das ist wirklich unglaublich! T.: Ich bin sehr froh, dass wir in einer so offenen und vertrauensvollen A ­ tmosphäre arbeiten können. Ich weiß den Einsatz aller Teilnehmer sehr zu schätzen, vor allem seitens der chinesischen Kollegen, die den weiten Weg auf sich genommen haben, um gemeinsam mit uns zu arbeiten. Was sind bisher die wichtigsten ­Erkenntnisse für Euch? D.: Dass wir nicht einfach nur über die Herausforderungen sprechen, sondern auch darüber, was dahinter liegt: Warum gibt es unterschiedliche Erwartungen an das Austauschjahr? Die Erkenntnisse, die wir aus diesen Gesprächen ziehen, können wir sofort nutzen, um unsere Schüler und Familien noch besser vorzubereiten. T.: Unsere Diskussionen haben ge­zeigt, dass wir am Ende alle sehr ähnlichen Situationen gegenüber stehen. Das war für mich sehr überraschend, aber auch beruhigend zu hören. Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft des deutsch-chinesischen Austauschs? D.: Ich hoffe – und bin sehr optimistisch – dass wir in Zukunft unsere Partnerschaft noch vertiefen können, nicht nur für die alltägliche Arbeit, sondern auch für den weiteren Ausbau unserer Programme. T.: Ich persönlich wünsche mir mehr Akzeptanz und Offenheit, besonders seitens der deutschen Gastfamilien, wenn es um die Aufnahme eines Austauschschülers aus China geht. Ich hoffe, dass mehr Familien verstehen werden, dass die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und China zwar ohne Zweifel groß, aber sicher nicht unüberwindbar sind.

Erste bilaterale Bildungs­konferenz zwischen YFU China und YFU Deutschland Vom 24. bis zum 27. April fand in Hamburg die erste bilaterale Konferenz zwischen YFU China und YFU Deutschland statt. Es war die erste Konferenz dieser Art, auf der sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zweier YFU-Organisationen zusammenkamen. Insgesamt 20 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um sich in gemeinsamen Gesprächen und Workshops über die Zusammenarbeit der beiden Partnerorganisationen auszutauschen, die seit 2002 Austauschprogramme miteinander organisieren. Ziel der Konferenz war es, für die kulturellen Unterschiede beider Länder zu sensibilisieren, die sich auch auf die tägliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirken, um so das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und Missverständnissen vorzubeugen. Die Konferenz wurde mit zwei öffentlichen Vorträgen eröffnet, die beide im Gymnasium Lerchenfeld stattfanden, das selbst ein Schüleraustauschprogramm mit einer Schule in Shanghai durchführt. Die Besucherinnen und Besucher gewannen am Vormittag Einblicke in die unterschiedlichen Sozialisationsformen von deutschen und chinesischen Jugendlichen und erfuhren, welche Chancen und Herausforderungen sich hieraus für Austauschprogramme zwischen den beiden Ländern ergeben. Dana Lee, Geschäftsführerin von YFU China, sprach am Abend über die gesellschaftspolitischen Bedingungen in China, unter denen internationaler Austausch gestaltet wird. Die Vorträge dienten als Grundlage für die Gespräche und Workshops der YFU-Mitarbeiter, die an den darauffolgenden beiden Tagen stattfanden. Gefördert wurde das Projekt durch die Stiftung Mercator. „Die Stiftung Mercator setzt sich schon seit langem mit einer Vielzahl von Projekten für die deutsch-chinesische Verständigung ein, die angesichts einer zunehmend globalisierten Welt immer wichtiger wird“, erklärt Alina Karadeniz, Mitarbeiterin im Kompetenzzentrum Internationale Verständigung der Stiftung Mercator. „Aus diesem Grund haben wir das Vorhaben der ersten bilateralen Bildungskonferenz zwischen YFU Deutschland und YFU China gern unterstützt, da sie den Austausch von Wissen und Kultur zwischen beiden Ländern nachhaltig befördert und als Pilotprojekt neue Wege geht, die dadurch auch anderen Akteuren der interkulturellen Bildung eröffnet werden." Am Ende der Konferenz unterzeichneten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer das „Hamburg Treaty“, das die Wünsche und Hoffnungen für die weitere Zusammenarbeit zwischen YFU China und YFU Deutschland widerspiegelte. Bei Abreise der chinesischen Gäste waren sich alle einig, bereichernde Tage miteinander erlebt zu haben, deren Ergebnisse die deutsch-chinesischen YFUAustauschprogramme stärken und die tägliche Arbeit erleichtern werden.

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Ein Jahr in Deutschland

• Neues aus dem Aufnahmeprogramm • Für viele der Austauschschülerinnen und -schüler, die zurzeit in Deutschland sind, heißt es schon bald Koffer packen und den Heimweg antreten. Auf Seminaren bereitet YFU die Jugendlichen auf die Zeit nach ihrer Rückkehr vor, um das An- und Wiederkommen so einfach wie möglich zu gestalten. Die Jugendlichen, die im Winter angereist sind, haben bald schon die Hälfte

ihres Austauschjahres in Deutschland verbracht. Im Sommer werden sie auf den Mittelseminaren bereits Erlebtes reflektieren und die zweite Jahreshälfte planen. YFU dankt allen Ehrenamtlichen und Gastfamilien für ihr Engagement, das den Jugendlichen ein einmaliges Jahr ermöglicht hat und weiter ermöglicht. Zeitgleich bereitet sich YFU auf die nächsten Austauschschüler vor, die im

Sommer anreisen werden. Die Herkunftsländer der über 550 Jugendlichen sind erneut erfreulich vielfältig. Die Schüler stammen unter anderem aus Aserbaidschan, Ägypten, Indien und der Türkei und freuen sich bereits auf ihr „Abenteuer Deutschland“. YFU wünscht allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start!

Internationaler Familienbesuch Hochzeit der YFU-Gasteltern Thomitzek in Nordrhein-Westfalen „Nach wilder, standesamtlicher Ehe werden Monika und ich endlich richtig – kirchlich – heiraten“, schreibt Robert Thomitzek im Hochzeitsblog des Brautpaares, das sich im März 2013 nach 31 Ehejahren erneut das Ja-Wort gab. Auch in anderen Dingen unterschied sich das Fest der Emsdettener von so manch anderer Eheschließung. Angefangen Das Brautpaar Thomitzek im Kreis seiner Gastkinder bei der Hochzeitstorte, die statt Tauben Kinder aus Marzipan zierten, bis zu der Gästeliste, auf der sieben Kinder des Paares standen – aus sieben verschiedenen Ländern. Ganz normal bei den Thomitzeks, die sich seit Jahren ehrenamtlich für YFU engagieren: als Betreuer, in der Gastfamiliensuche – und nicht zuletzt als Gastfamilie. Das Ehepaar hat seit 1999 zwölf Gastkinder aus aller Welt für ein Jahr bei sich aufgenommen und acht Schülerinnen und Schüler übergangsweise ihr

n!

Jetzt Gastfamilie werde

Die Anzahl der Jugendlichen, die mit YFU für ein Jahr nach Deutschland kommen, steigt – rund 550 Schülerinnen und Schüler aus aller Welt bereiten sich im Augenblick auf ihr Austauschjahr vor. Die Jugendlichen gehen hier zur Schule und möchten Land, Leute und die Sprache intensiv kennen lernen. Für viele von ihnen sucht YFU noch Gastfamilien, die einen weltoffenen Jugendlichen für ein Jahr bei sich aufnehmen möchten. Weitere Informationen unter www.yfu.de/gastfamilien. YFU freut sich auch über Unterstützung bei der Suche nach Gastfamilien. Ansprechpartnerin ist Corinna Schmidt (040 227002-47, schmidt@yfu.de).

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Zuhause geöffnet. Der Kontakt ist weiter eng und viele der internationalen Familienmitglieder haben es sich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit ihren Gasteltern zu feiern. „Pedro kommt für zehn Tage aus Brasilien mit seiner Frau Taiza und Tochter Julie. Adrian aus Mexiko arbeitet jetzt in Detroit und bringt seine Freundin für eine Woche mit. Serghei stammt eigentlich aus Moldawien, ist aber in Karlsruhe und kommt fürs Wochenende“, zählt Monika Thomitzek auf. „Kacie reist mit ihrem Mann Tim auch für das Wochenende an, Andrea kommt aus Rumänien und Ben aus Frankreich.“ Die restlichen ehemaligen Gastkinder konnten aus unterschiedlichen Gründen leider nicht anreisen, waren aber über den Blog des Brautpaares immer über alle Vorbereitungen informiert und hatten die Möglichkeit, sich mit Kommentaren einzubringen. Auch am Tag der Hochzeit spielte der internationale Nachwuchs eine zentrale Rolle. „Robert wurde von unseren Gasttöchtern zum Altar geführt und ich von unseren Jungs“, erinnert sich Monika Thomitzek und schmunzelt bei dem Gedanken an die stolzgeschwellte Brust Pedros, dem ersten Gastsohn, der mittlerweile selbst Vater ist. Im Kreise der großen internationalen Familie wurde dann ein ganz besonderes Paar gebührend gefeiert. YFU gratuliert und wünscht für die Zukunft alles erdenklich Gute – und natürlich noch viele Gastkinder!


Ein Jahr im ausland

• Neues aus dem Entsendeprogramm • Auch die Schülerinnen und Schüler, die das Austauschjahr 2012/13 im Ausland verbracht haben, müssen sich langsam auf ihre Rückreise nach Deutschland vorbereiten oder haben den Heimweg bereits angetreten. Für die rund 1200 Jugendlichen, die am Austauschprogramm 2013/14 teilnehmen, geht die Reise jetzt erst los. Auf den YFU-Vorbereitungs­ tagungen erhalten sie umfangreiche

Informationen und Hilfestellungen zum Leben im Ausland. YFU wünscht allen Schülern ein spannendes Jahr! Gleichzeitig können sich interessierte Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren bereits für das Austauschjahr 2014/15 bewerben. Dank der Unterstützung zahlreicher Förderer und Spender kann YFU erneut 300 Teilstipendien anbieten. Neben den allgemeinen Teilstipendien für

alle Programmländer gibt es auch wieder verschiedene Sonderstipendien. Diese werden entweder an bestimmte Zielgruppen oder für den Austausch mit bestimmten Ländern vergeben, zum Beispiel den osteuropäischen Partnerländern oder der Türkei und China. YFU ermutigt alle Interessenten, diese Chance wahrzunehmen und sich zu bewerben. Mehr Informationen unter www.yfu.de/stipendien.

Internationaler Besuch in der YFU-Geschäftsstelle Mitarbeiterinnen von YFU USA zu Gast in Hamburg Jugendlichen. Positiv überraschte Um die Zusammenarbeit insie, wie schnell die Schülerinnen nerhalb des YFU-Netzwerkes und Schüler Selbstvertrauen beim weiter zu optimieren, versuEnglischsprechen gewannen. chen wir in der GeschäftsSchon zwischen ihrer Ankunft und stelle so oft wie möglich den Abreise war für unsere Gäste eine direkten Austausch mit den Verbesserung wahrnehmbar. Kolleginnen und Kollegen Wir hatten viele inspirierende der internationalen YFUMomente mit unseren KolleginPartnerorganisationen zu nen aus den USA und freuen uns ermöglichen. So haben wir schon auf die nächste Möglichuns sehr gefreut, im April keit, sich auszutauschen. Ganz vier Field Directors von YFU besonders gefreut haben wir USA in Hamburg begrüßen uns auch über das mitgebrachte zu dürfen. Field Directors Besuch von YFU USA in der YFU-Geschäftsstelle Gastgeschenk: der Gartenzwerg sind bei YFU USA für ein beGeorge kann nun in der Gestimmtes Gebiet, ein „Field“ schäftsstelle besucht werden. Georges Cousin Gustav befindet verantwortlich, koordinieren innerhalb diesem die Arbeit der sich seit drei Jahren im Austausch in den USA und durfte schon ehren­amtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kümmern bei vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern von YFU USA sich vor allem darum, Gastfamilien für die Schülerinnen und Austauschgartenzwerg sein. Genaueres kann man auf Gustavs Schüler zu finden. Der einwöchige Besuch sollte dazu genutzt Facebookseite nachlesen: www.facebook.com/gustav.deutch werden, den Kolleginnen einen Einblick in unsere Arbeitswei Lea Romaker, Betreuerin im Entsendeprogramm sen zu geben und sich über Abläufe bei der Platzierung der Schüler abzustimmen. Natürlich durfte neben allen dienstlichen Terminen ein Kulturprogramm mit Besuch der Highlights von Hamburg und Berlin nicht fehlen. Auf nach China! Besonders interessant war für die Kolleginnen aus dem Heartland, South East und Founders District der Besuch einer Um mehr Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, das „Reich der Mitte“ zu erkunden, vergibt die Stiftung Mercator YFU-Vorbereitungstagung in Lauenburg für die zukünftigen Ausauch im Austauschjahr 2014/15 erneut zahlreiche Teilstipendien tauschschüler. In einer zweistündigen Fragerunde konnten die an Jugendliche aus Deutschland. Bewerber müssen zwischen dem Schülerinnen und Schüler all die Dinge an „echte“ US-Amerikaner 30. Juli 1997 und dem 30. Juli 1999 geboren sein und Interesse loswerden, die einen zukünftigen Austauschschüler so kurz vor an der chinesischen Kultur mitbringen. Je nach den individuellen der Abreise beschäftigen. Ebenso bereichernd und aufschlussfinanziellen Möglichkeiten werden Stipendien in Höhe von bis zu 5.000 Euro vergeben. Das YFU-Austauschjahr in China kostet reich war es für die Field Directors, einen Einblick in die Vorberegulär 8.300 Euro. Die Bewerbungsunterlagen können unter reitung unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gewinnen. www.yfu.de/meldeformular angefordert werden. Sie freuten sich über die vielen Fragen und die Neugierde der

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Alumni

Der YFU-Jahrgang 2008/09 trifft sich im hessischen Limburg Ein tolles Wiedersehen und spannende Workshops! Vom 27. bis 29. September 2013 haben Alumni, die im Schuljahr 2008/09 mit YFU ein Jahr im Ausland verbracht haben, die Gelegenheit, sich wiederzusehen! Nach den erfolgreichen RevivalVeranstaltungen in den letzten Jahren wird es auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit geben, ehemalige Programmteilnehmer des gemeinsamen Austauschjahrgangs wiederzusehen oder kennenzulernen, zu feiern und sich in Workshops und Gesprächskreisen mit dem eigenen Austausch­erlebnis und dessen

2011 Bonn

2011 Dinkelsbuehl

Auswirkungen zu beschäftigen. Ebenfalls eingeladen sind die damaligen VBT-Teamer und -Leiter. Die Veranstaltung findet von Freitagabend bis Sonntagmittag in der Jugendherberge Limburg a.d. Lahn in Hessen statt. Das Leitungsteam, Matthias Meiering und Christian Kiefer, freut sich schon sehr auf ein schönes Wochenende, ein interessantes Programm und viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer! Weitere Informationen zu dem Wochenende gibt gerne Simone Stepp (stepp@yfu.de, 040 227002-49).

2011 Kassel

2012 Hannover

Gruppenbilder vergangener VBT-Revivals

„Nicht einfach nur etwas zurückgeben, sondern auch wieder Teil sein“ Ulrike Brandt unterstützt YFU unter anderem in der Öffentlichkeitsarbeit Ulrike Brandt hat 1992/93 ein Austauschjahr mit YFU in den USA verbracht und nimmt nun an Schulungsworkshops speziell für Berufstätige und Eltern bei YFU teil, die sie auf die ehrenamtliche Arbeit für die Öffentlichkeitsarbeit und in den YFUAuswahlkomitees vorbereiten. „Ich war mit YFU im Austauschjahr 92/93 bei Familie McDonough-Woessner in Chantilly, Virginia, nahe Washington DC. Sie, allen voran meine Gastschwester Shannon, sind für mich nach dem Austauschjahr zur zweiten Familie geworden. 20 Jahre ist das nun schon her“, erinnert sich Ulrike Brandt.

Ulrike Brandt (links) mit ihrer Gastschwester Shannon

10 YFU magazin - Sommer 2013

„Nach vielen Jahren, in denen ich eine eigene Familie gegründet habe und mich um mein berufliches Fortkommen gekümmert habe, konnte ich vor zwei Jahren endlich meine Kinder ihren amerikanischen Großeltern, Onkeln, Tanten, Nichten und Neffen vorstellen.“ Nach dem großen Wiedersehen haben auch ihre Tochter und ihr Sohn die Luft der großen, weiten Welt geschnuppert, besonders für ihren 15-jährigen Sohn gibt es nun kein Halten mehr. „Dies ist eine Gelegenheit für mich, YFU und den Menschen, die mich damals begleitet haben, nicht einfach nur etwas zurückzugeben, sondern auch wieder Teil zu sein – Teil einer wunderbaren Organisation, die sich die interkulturelle Verständigung auf die Fahnen geschrieben hat“, so Ulrike Brandt. „Durch die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit für YFU und als Mitglied der Auswahlkomitees für die Auswahlgespräche zukünftiger YFU-Austauschschüler kann ich mich in die Vereinsarbeit einbringen, wie es eben Familie und Beruf zeitlich zulassen. Ich empfinde das nie als Stressfaktor, sondern als Bereicherung.“ Das Engagement für YFU habe außerdem noch einen weiteren Vorteil. „Für meine Kinder hat die ehrenamtliche Tätigkeit ganz nebenbei auch eine schöne Vorbildfunktion.“ Informationen zu den Schulungsangeboten für Berufstätige und Eltern gibt gerne Simone Stepp in der YFU-Geschäftsstelle (stepp@yfu.de, 040 227002-49).


Jahre später ... ...arbeitet Ricarda Bauch bei Transparency Deutschland in Berlin und engagiert sich als ehrenamtliche Leiterin der Arbeitsgruppe Prävention sexueller Gewalt für YFU. Dein Austauschjahr hast Du 1998/99 in den USA verbracht. Hast Du noch Kontakt dorthin und nimmst Du Veränderungen in Deinem Austauschland wahr? Ich werde in diesem Jahr meine Gastfamilie besuchen – wir haben uns das letzte Mal vor sieben Jahren gesehen. Ich fliege zuvor nach New York, wo ich schon während meines Austauschjahres war – vor den Anschlägen auf das World Trade Center. Das geht natürlich nicht spurlos an einem Land vorbei. Ich bin auf die Gespräche mit meiner Gastfamilie sehr gespannt. Und nicht zu vergessen, es gibt reichlich Nachwuchs in der Familie, auf den ich mich sehr freue! Dein Engagement für YFU begann gleich nach Deiner Rückkehr aus den USA. Was waren Deine Beweggründe für die Aufnahme eines Ehrenamts? Nach dem Austauschjahr war es eine gute Möglichkeit, mich mit anderen über meine Erfahrungen auszutauschen. Ich hatte meine Gastfamilie gewechselt und mit diesem Schritt rückblickend viel zu lange gewartet. Auf Vorbereitungstagungen wollte ich die Schüler deshalb darin bestärken, auf ihr Gefühl zu vertrauen und ihre Grenzen zu setzen. Ich fand es außerdem enorm motivierend, dass mir YFU so viel Vertrauen entgegengebracht hat und ich die Möglichkeit hatte, früh Verantwortung zu übernehmen. Das Thema „Prävention sexueller Gewalt“ liegt Dir sehr am Herzen. Hast Du das Gefühl, das Bewusstsein hierfür ist im Verein angekommen? Wir haben bereits viel erreicht und das ist das Ergebnis des Einsatzes all jener, die das Thema in den Anfängen aufgegriffen haben und jetzt kontinuierlich in der Arbeitsgruppe und in den Landesgruppen vorantreiben. Wir haben durch die verschiedenen Präventionsmaßnahmen viel Erfahrung im Umgang mit dem Thema gesammelt – das zeigt auch der neue Flyer „Mit uns nicht!“. Wir sind an dem Punkt angelangt, dass wir aktiver auf Gastfamilien zugehen und sie bitten können, unsere Präven­ tionsarbeit zu unterstützen. Leibliche Eltern sagen uns, dass sie es gut finden, dass wir uns mit dem Thema auseinandersetzen. Manche haben YFU bewusst deshalb ausgewählt – das motiviert uns! Gibt es einen Zusammenhang zwischen Deiner beruflichen Tätigkeit bei Transparency Deutschland und Deinem Ehrenamt bei YFU?

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1: Ricarda Bauch (rechts) vor der ersten Fahrt mit dem Schulbus mit Nachbarn und den beiden Gastschwestern (links) 2: Ricarda Bauch im Kreis ihrer Gastfamilie

Transparency Deutschland kämpft gegen Korruption in Deutschland und das nicht nur in Politik und Wirtschaft. Vor kurzem haben wir zum Beispiel die Online-Plattform Hochschulwatch.de gestartet, um die Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft unter die Lupe zu nehmen. Leider gab es auch im Dritten Sektor einige Fälle von Misswirtschaft, so dass sich Vereine und Stiftungen zunehmend mit Transparenz und Integrität auseinandersetzen. Um einen einheitlichen Transparenzstandard zu etablieren, hat Transparency Deutschland die Initiative Transparente Zivilgesellschaft ins Leben gerufen. Ich finde es toll, dass YFU der Initiative beigetreten ist. Was bedeutet gesellschaftliche und berufliche Integrität für Dich, was in Bezug auf die Arbeit von YFU? Ich verbinde Integrität vor allem mit Aufrichtigkeit. Daraus ergeben sich Verlässlichkeit und Vertrauen, die wichtig für demokratische Prozesse sind. Ich fände es gut, wenn wir mit unseren Schülern im Rahmen von Demokratie als Wertvorstellung auch über Integrität sprechen würden. Glaubst Du, dass Austauschschüler von heute ihr Austauschjahr anders empfinden als die Jugendlichen Deiner Generation? Gibt es Dinge, die sich verändert haben? Heute ist es natürlich leichter, Kontakt nach Hause aufzunehmen, so dass es länger dauern kann, im Ausland anzukommen. Das ist ein schwieriger Spagat. Doch am Ende sind die kulturellen Unterschiede noch immer dieselben und die können wir nur in der Begegnung mit anderen verstehen lernen. Darin liegt nach wie vor der Wert von YFU, für den sich ein Austauschjahr und das Engagement für YFU lohnen.

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kOOPERATIONEN

Auszüge aus der Präsentation des PASCH-Stipendiaten Matheus Martins da Silva aus Brasilien

Ich lerne, du lernst, wir lernen Fotowettbewerb an PASCH-Schulen

Bereits zum zweiten Mal hat YFU in Kooperation mit dem Goethe-­Institut einen Fotowettbewerb für deutschlernende Schülerinnen und Schüler an 294 Schulen aus 45 YFU-Partner­ ländern ausgeschrieben. 2012 ging es um das Thema „Ich lerne, Du lernst, wir lernen“. Insgesamt neun Jugendliche aus neun verschiedenen Ländern haben mit ihren originellen Präsentationen überzeugt und wurden mit einem Teilstipendium für ein Austauschjahr in Deutschland ausgezeichnet. Die vielfältigen Präsentationen der Bewerber spiegeln ihre Motivation und kreativen Methoden, Deutsch zu lernen, wider. Dazu werden sie bald ausreichend Gelegenheit haben: Die glücklichen Gewinner werden im August/September bei ihren deutschen Gastfamilien ankommen und ein Jahr lang Land und Leute intensiv kennen lernen. Der Wettbewerb richtete sich an alle Schulen in YFU-Partner­ ländern, die der Initiative „Schulen – Partner der Zukunft“ (PASCH) angehören und im Rahmen dieser Initiative vom Goethe-­Institut beim Aus- und Aufbau ihres Deutschunterrichts unterstützt werden. Das deutsche Kulturinstitut und YFU möchten das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur bei Jugendlichen rund um den Globus durch gemeinschaftliche

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Aktivitäten fördern. Beide Organisationen verfolgen damit das Ziel, interkulturelle Bildung und Verständigung zu fördern. Der große Erfolg des ersten PASCH-Wettbewerbs 2011 trug dazu bei, dass die Bewerberzahlen 2012 gestiegen sind: Insgesamt 60 Jugendliche aus 20 verschiedenen Ländern haben einen Wettbewerbsbeitrag eingereicht – 2011 waren es noch 15 Länder. Entsprechend wurde auch mehr Stipendiaten der Traum vom Austauschjahr erfüllt. Waren es im letzten Jahr noch vier, wurden nun neun Jungen und Mädchen mit einem Stipendium bedacht. Sie kommen aus Estland, Frankreich, Serbien, Moldawien, Brasilien, Venezuela, Argentinien, Indien und Indonesien. Die rege Beteiligung an dem Wettbewerb bestätigt die zunehmende Attraktivität Deutschlands bei jungen Deutschlernenden in der ganzen Welt. Allein in Goethe-Instituten in rund 80 Ländern lernen jährlich 170.000 Menschen die deutsche Sprache. Über 600 Austauschschüler im Alter zwischen 15 und 18 Jahren verbringen pro Jahr ein Austauschjahr mit YFU in Deutschland und erwerben umfangreiche Sprachkenntnisse. Im Schuljahr 2013/14 werden dazu auch die neun Gewinner des Fotowettbewerbs „Ich lerne, du lernst, wir lernen“ gehören.


Kreuzberger Kinderstiftung Regionale Mitarbeiterin berät Sekundarschüler in neuen Bundesländern Seit 2009 fördert die Kreuzberger Kinderstiftung mit ihrem umfangreichen Stipendienprogramm gezielt Jugendliche aus den neuen Bundesländern, die als Schulabschluss die Mittlere Reife anstreben und ein Jahr im Ausland verbringen möchten. Anders als Gymnasiasten, die nach dem Austauschjahr meist wieder an die Schule zurückkehren, stellen sich für diese Zielgruppe erfahrungsgemäß einige besondere Fragen: Ist ein Austauschjahr überhaupt etwas für mich? Wie kann ich einen Ausbildungsplatz für die Zeit nach meiner Rückkehr finden? Um die zukünftigen Austauschschüler zu ermutigen und ihnen bei ihrem Weg zur Seite zu stehen, berät die Stiftungsmitarbeiterin Petra Billecke die Schüler. Worin siehst Du die Chancen, die sich gerade für Realschüler bzw. Sekundarschüler aus einem Austauschjahr ergeben? Meine Erfahrung zeigt immer wieder, dass das Austauschjahr gerade für Nicht-Gymnasiasten eine ganz besondere Bildungschance darstellt: Viele unserer Stipendiaten kommen aus einem familiären und schulischen Umfeld, in dem die Anerkennung des Wertes von Bildung und interkultureller Erfahrung begrenzt ist. Sich aus diesem Umfeld für einen längeren Zeitraum zu lösen, tut den Jugendlichen unheimlich gut. Der Auslandsaufenthalt eröffnet ihnen neue Perspektiven, was ihren schulischen und beruflichen Werdegang angeht. Darüber hinaus machen sie alle einen ernormen Sprung in ihrer persönlichen Entwicklung: Sie gewinnen ein großes Maß an Selbstbewusstsein und bekommen das Vertrauen, aus eigener Kraft Großes erreichen zu können. Wie sieht Dein Arbeitsfeld genau aus? Teilweise begegne ich den Jugendlichen, wenn sie sich noch

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1 1: Petra Billecke 2: Urkundenverleihung an Stipendiaten der Kreuzbürger Kinderstiftung

im Prozess der Entscheidung für ein Austauschjahr befinden; beispielsweise, wenn ich gemeinsam mit Vertretern der Austauschorganisationen an Messen oder Schultouren teilnehme. Meine Hauptarbeit besteht aber darin, alle Stipendiaten und ihre Familien wenigstens einmal persönlich zu besuchen. Auf diese Art wird der Kontakt zwischen der Stiftung und den Schülern sehr persönlich. Durch das vertraute Verhältnis fällt es den Familien leichter, auch sehr private Fragen und Sorgen mit uns zu teilen und unsere Unterstützungsangebote wahrzunehmen. Was sind die größten Herausforderungen für die Jugendlichen und wie kannst Du ihnen helfen? Zunächst einmal gilt es natürlich, ganz praktische Dinge anzugehen: Ich helfe den Schülern dabei, Zukunftsperspektiven zu erarbeiten, BAföG- oder Visa-Anträge auszufüllen; ich unterstütze sie bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, schreibe mit ihnen Bewerbungen oder helfe ihnen mit den Unterlagen für die Beurlaubung von der Schule. In manchen Fällen geht es aber vor allem darum, persönliche Sorgen in Gesprächen abzubauen. Gerade den Müttern hilft es oft, mit einer Person zu sprechen, die auch aus der aktuellen „Müttergeneration“ stammt und die sie darin bestärkt, ihr Kind in die Ferne ziehen zu lassen.

Wir danken Ihnen für Ihre Spende!


freunde und förder

Schüleraustausch als Familientradition Familie Redler engagiert sich für YFU Bei Familie Redler hat die Begeisterung für YFU und den langfristigen Jugendaustausch Tradition: Bereits 1952/53 reiste die Mutter des heutigen Familienvaters Helmut KuechenhoffRedler als eine der ersten mutigen Austauschstudentinnen in die USA. Den Wert von interkultureller Bildung und Austausch hat sie an ihre Kinder und Kindeskinder weitergegeben. Ihre Schwiegertochter, Elisabeth Redler, hat Russisch und Polnisch gelernt, ihre beiden Enkel Peter und Stefan sind mit YFU im Austauschjahr gewesen – beide hatten ein sehr bereicherndes und schönes Jahr in den USA. Ihre Gastfamilien und Familie Redler sind bis heute in engem Kontakt. Die Verbindung zu YFU beschränkt sich aber bei Weitem nicht nur auf die Teilnahme an den Austauschprogrammen. Alle Familienmitglieder engagieren sich auf vielfältige Weise für den Verein. Zweimal haben die Redlers Gastkinder bei sich zu Hause in Deutschland aufgenommen und unterstützen den Verein durch ehrenamtliche Mitarbeit. Die Erkenntnis, welche wertvollen Bildungschancen ein Austauschjahr jungen Menschen bietet, hat die Familie außerdem zu einer großzügigen Spende motiviert: Sie finanzieren im Programmjahr 2013/14 ein Teilstipendium für einen finanziell bedürftigen Schüler aus Osteuropa. „Ein Austauschjahr ist für einen Jugendlichen so viel wert. Wir unterstützen hier gerne,

Das Ehepaar Redler mit sein Gastsohn Andres Ramirez em

weil wir wissen, wie viel die Erfahrung einem Schüler für sein gesamtes weiteres Leben bringt“, begründet Elisabeth Redler ihr Engagement. Ein wunderbares Erlebnis war für die Redlers in diesem Frühjahr eine Reise in die USA, bei der mehrere YFU-­Familientreffen stattfanden. Zunächst haben sie ihr ehemaliges Gastkind ­Andres Ramirez und seine Mutter in New York getroffen. Ihre weitere Reiseroute führte sie nach Marion, Indiana, wo sie die Gastfamilie ihres Sohnes Peter das erste Mal auch persönlich getroffen haben. „Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr unser Peter nach acht Jahren immer noch in der Gastfamilie integriert war!“, erzählt Frau Redler von dem Treffen. Die tiefe und vielfältige Verbindung der Redlers zu YFU zeigt eindrucksvoll, dass die Erfahrungen aus dem Jugendaustausch nicht nur eine Lebens-, sondern eine ganze Familiengeschichte beeinflussen und bereichern können. Für die vielfältige Unterstützung bedankt sich YFU ganz besonders herzlich!

Neben dem ehrenamtlichen Engagement gibt es zahlreiche Möglichkeiten, YFU zu unterstützen. Egal ob Vermittlung von Kontakten, kostenlose Werbeflächen oder eine Geldspende: Jede Hilfe ist willkommen!

Empfänger: YFU Deutschland Oberaltenallee 6 22081 Hamburg

Deutsches YFU Komitee e.V.

09 08 03 02 01 (BLZ 200 800 00)

09 08 03 02 01

Spende Max Mustermann, Musterstadt

Commerzbank Hamburg

Spende Fonds für Vielfalt 0000000000000 Mustermann, Musterstadt

Bei Beträgen bis EUR 200,00 erkennen die Finanzämter den Zahlungsbeleg als Spendenquittung an. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Hamburg. Wir sind wegen Förderung der Völkerverständigung durch Bescheinigung des Finanzamtes Hamburg-Nord, StNr. 17/411/01218, vom 19.04.2011 als steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne §§ 51 ff. AO dienend anerkannt.

200 800 00


Nachrichten

Mascha hält mit der Flip-Cam ihr Jahr in der Türkei fest

11.000 Euro für mehr Vielfalt bei YFU „Mehr Vielfalt im Schüleraustausch“ war das Motto des letzten YFU-Spendenaufrufes im Frühjahr 2013. Ziel der Aktion war es, Fördermittel zu sammeln, um Jugendlichen mit Migrationshintergrund ein Jahr mit YFU im Ausland ermöglichen zu können. Chancengleichheit im Schüleraustausch ist gerade bei YFU ein wichtiger Grundsatz. Es ist aber festzustellen, dass der Anteil an Austauschschülern, die einen Migrationshintergrund mitbringen, noch immer vergleichsweise gering ist. Gleichzeitig ist der Förderbedarf bei dieser Zielgruppe oftmals recht hoch. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass bisher 11.000 Euro an Spenden eingegangen sind. Sowohl motivierte Neu-Unterstützer als auch viele treue Spender haben dazu beigetragen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund ein Austauschjahr in der Welt erleben können – mit Teilstipendien, die sich nach dem individuellen Förderbedarf der Schüler richten. Die zukünftigen Stipendiaten werden nun die Gelegenheit haben, viele neue Lernerfahrungen zu machen, mehr Selbst­ vertrauen zu gewinnen und große Schritte in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu machen. Für ihren weiteren Bildungsweg und ihre Lebensgestaltung wird die Erfahrung wichtige Weichen stellen – eine unbezahlbare Chance! An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle treuen Spender und neuen Förderer des Fonds für Vielfalt!

Flip-Cams von Stifter-helfen.de in aller Welt unterwegs Wie erlebt eigentlich ein Austauschschüler seine Auslandserfahrung mit YFU? Dank einer großzügigen Sachspende der Plattform Stifter-helfen.de können Austauschschüler ihre Erlebnisse in bewegten Bildern festhalten und sichtbar machen: 30 FlipCams begleiten YFU-Programmteilnehmer in alle Welt – unter anderem nach China, Argentinien, Serbien oder in die Türkei. Mit der Videokamera im Taschenformat filmen die Schüler in ihrem Gastland STIFTER-HELFEN.DE IT for Nonprofits Erlebnisse mit ihren Familien, in der Schule oder halten Eindrücke Die Servicegesellschaft Stiftungszentrum.de hat im Jahr 2008 das Onlinevon Ausflügen oder das Beisamportal stifter-helfen.de gegründet. mensein mit Freunden fest. Die Dieses Angebot bündelt Soft- und Hardware Hersteller, die ihre Aufnahmen werden zu kurzen, Produkte kostenlos für gemeinnüteindrucksvollen Beiträgen zusamzige Organisationen zur Verfügung stellen. Mittlerweile wird diese Seite mengeschnitten und nach und in über 50 Ländern angeboten. nach auf der YFU-Website veröfwww.stifter-helfen.de fentlicht: yfu.de/berichte.

Sinnvolles schenken – aber wie? Ein runder Geburtstag, eine Hochzeitsfeier oder ein Jubiläum steht vor der Tür und der Gastgeber ist bereits wunschlos glücklich…? Wie wäre es mit einer Anlass-Spendenaktion zugunsten des Schüleraustauschs mit YFU! Immer wieder haben ehemalige Austauschschüler und ihre Familien, ehrenamtliche YFU-Mitarbeiter oder auch sozial engagierte Unternehmen Freude daran, anlässlich einer Feierlichkeit auf Geschenke zu verzichten und sich stattdessen Spenden zur Förderung der Austauschprogramme bei YFU zu wünschen. Umgesetzt werden kann eine solche Spendenaktion auf unterschiedliche Weise: • Sie überlegen sich, welchen Zweck Sie gerne unterstützen möchten (z.B. „Schüleraustausch mit Osteuropa“ oder „Vereinsarbeit bei YFU“). • Gemeinsam mit YFU vereinbaren Sie ein Spendenstichwort (z.B. „Spende Geburtstag Name“), damit alle Spenden Ihrer Aktion zugeordnet werden können. • Schon bei Ihrer Einladung können Sie Ihren Wunsch formulie-

ren und die Gäste bitten, einen Beitrag unter der Nennung des vereinbarten Stichwortes online oder per Überweisung an YFU zu spenden. YFU stellt jedem Spender eine Zuwendungsbescheinigung aus, vorausgesetzt uns liegen die Adressen der Spender vor. • Alternativ können Sie aber auch eine Spendenbox aufstellen und die eingesammelten Spenden selbst an YFU überweisen. Wenn Sie uns die Namen der einzelnen Spender, ihre Adressen und die jeweiligen Beträge mitteilen, erhalten die Spender ebenfalls eine Zuwendungsbestätigung. Gerne steht Ihnen Ariane Korn aus der YFU-Geschäftsstelle bei der Planung Ihres Spendenprojektes zur Verfügung und bespricht mit Ihnen, für welchen Zweck Sie die gesammelten Gelder besonders sinnvoll einsetzen könnten: Tel.: 040 227002-35, E-Mail: korn@yfu.de.

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rtnerländer Aufbau der YFU-Pa in Osteuropa: chechoslowakei, 1990: Polen, Ts rn Unga 1991: Russland Lettland, 1994: Estland, Rumänien Weißrussland 1997: Ukraine, n 1998: Bulgarie orgien, Ge 1999: Moldau, Litauen an 2000: Kasachst han sc id ba er As 2005: 2008: Türkei 2010: Serbien

YFU PSF 762167 22069 Hamburg Postvertriebstück, DPAG, Entgeld bezahlt

*68306#000#000* Max Mustermann Musterstraße 20 20000 Hamburg

Stipendien für Schüler aus Osteuropa Ihr Beitrag zur Förderung des deutsch-osteuropäischen Austauschs Die Zahl der Jugendlichen aus aller Welt, die mit YFU ein Austauschjahr in Deutschland verbringen möchten, steigt von Jahr zu Jahr. In diesem Sommer nehmen über 550 Schülerinnen und Schüler an unserem „Aufnahmeprogramm“ teil. Jeder einzelne von ihnen bringt seine individuellen persönlichen und finanziellen Voraussetzungen mit. Immer wieder stellen wir fest, dass gerade in den ärmeren Ländern Osteuropas für viele motivierte Jugendliche die Teilnahme an einem Austauschprogramm in Deutschland an der schlechten wirtschaftlichen Situation ihrer Familien scheitert. Sie sind auf Unterstützung angewiesen, um diese Bildungschance wahrnehmen zu können. Eine Jugendliche, die mit einem durch Spenden finanzierten Stipendium ein Jahr bei einer Gastfamilie in Nordrhein-Westfalen verbracht hat, ist Adriana Stan aus Rumänien. Über ihren Aufenthalt sagt sie begeistert: „Es ist wirklich erstaunlich, wie viel man nicht nur über ein fremdes Land entdecken kann, sondern auch über sich selbst. Ich bin in Deutschland so viel selbstständiger und selbstbewusster geworden.“

Adriana (rechts) während ihres Austauschjahres

Diese wertvolle Lernerfahrung war für die 17-Jährige nicht selbstverständlich, denn ihre Eltern konnten die Programmkosten für das Austauschjahr in Deutschland nicht aus eigener Kraft aufbringen. Das YFU-Stipendium in Höhe von 2.500 Euro wurde durch die Beiträge großzügiger Spender ermöglicht. Gerade die Stärkung des Austauschs mit den osteuropäischen Partnerländern ist nach wie vor ein wichtiges Ziel des Schüleraustauschs bei YFU. Um die Programme weiter aufzubauen und insbesondere Schüler mit finanziellem Förderbedarf zu unterstützen, ist der Verein auf die Hilfe seiner Spender angewiesen.

Damit wir mehr Jugendliche wie Adriana und ihre Familie unterstützen können, bitten wir herzlich um Ihren Beitrag: 50 Euro finanzieren einen Taschengeldzuschuss. Er hilft den Schülern dabei, in Deutschland anfallende Ausgaben zu tragen. Winterkleidung, das Ticket für den Schulbus oder das Mittagessen in der Schule können beispielsweise davon bezahlt werden. 250 Euro decken die Kosten für ein mehrtägiges Vorbereitungsseminar. Hier werden die Austauschschüler auf ihr Jahr in Deutschland intensiv vorbereitet. 2.500 Euro ist die benötigte Summe für ein durchschnittliches Teilstipendium. Diese Unterstützung ermöglicht einem Jugendlichen mit Förderbedarf, ein Jahr in Deutschland zu verbringen.

SPENDENKONTO Empfänger Deutsches YFU Komitee e.V. Kontonummer 09 08 03 02 01 BLZ 200 800 00 (Commerzbank Hamburg) IBAN DE 67 2008 0000 0908 0302 01 BIC/SWIFT DRES DE FF 200 Referenz Osteuropa

den www.yfu.de/spen


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