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Informationen aus dem Verein

Herbst 2014

Mit uns nicht!

Gemeinsam mit YFU gegen sexuelle Gewalt YFU engagiert sich für Prävention · Spenden für Jugendliche aus aller Welt


inhalt

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Fokus

Mit uns nicht! Gemeinsam mit YFU gegen sexuelle Gewalt Seite 6 / 7

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Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

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Nachrichten Seite 4 / 5

Alumnitreffen für Lehrerinnen und Lehrer • Jahre später Seite 10 / 11

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Ein Jahr in Deutschland

» Kooperationen

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Ein Jahr im Ausland

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Neues aus dem Aufnahmeprogramm Seite 8

Neues aus dem Entsendeprogramm Seite 9

Alumni

Jugendbotschafter Japan • Roland Berger Stiftung Seite 12 / 13

Freunde und Förderer

Unterstützen • Spenden • Stipendien Seite 14 / 15 / 16

Impressum Herausgeber: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein – Träger der freien Jugendhilfe Adresse: Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

Oberaltenallee 6 22081 Hamburg 040 227002-0 040 227002-27 info@yfu.de www.yfu.de

Spendenkonto: Commerzbank Hamburg BIC: DRES DE FF 200 IBAN: DE 67 2008 0000 0908 0302 01 Redaktion: Corinna Schmidt Gestaltung: sabinedietz.com, dgermer.de

Druck: Sievert Druck und Service GmbH Auflage: 5.700 Exemplare 2. Ausgabe 2014 Das YFU Magazin erscheint dreimal im Jahr. ©YFU September 2014

Bildnachweis: Titel, 2, 6: iStockphoto; 4: Deutsch-Türkische Jugendbrücke; 5: Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs; 12: Robert Bosch Stiftung; 13: Roland Berger Stiftung; 15: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; alle weiteren Fotos von YFU oder privat. Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Papier.

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YFU magazin – Herbst 2014


eDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser, für YFU ist die Prävention sexueller Gewalt schon lange ein Thema, mit dem sich der Verein engagiert auseinandersetzt. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Prävention arbeiten mit großem Einsatz daran, das YFU-Präventionskonzept immer weiter auszubauen und zu verbessern. Dieses Konzept beinhaltet unter anderem die Sensibilisierung von Austauschschülerinnen und -schülern und ihren Gastfamilien, die Schulung von ehrenund hauptamtlichen Mitarbeitenden sowie die Benennung von Vertrauenspersonen, die als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner zur Verfügung stehen und schließlich die kompetente und verantwortungsbewusste Reaktion bei Übergriffen. Studien zeigen, dass ein entschlossenes Auftreten gegen sexuelle Gewalt potentielle Täterinnen und Täter abschreckt und ein aktives Hinsehen Übergriffe in vielen Fällen verhindern kann. Deshalb ist es ein wichtiges Anliegen von YFU, unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch eine offene Thematisierung und eine ständige Weiterentwicklung des Präventionskonzepts zu schützen. Als Jugendorganisation übernehmen wir damit zudem Verantwortung und tragen dazu bei, dass eine Auseinandersetzung mit den Themen Prävention und sexueller Missbrauch in unserer Gesellschaft offen und ohne falsche Tabuisierung erfolgen kann. Dafür wurden in diesem Jahr zwei wichtige Schritte beschlossen: Zum einen sollen nun auch YFU-Gastfamilien die Erklärung zur Prävention sexueller Gewalt unterschreiben und so ein Zeichen gegen Missbrauch setzen. Zum anderen wird ab Januar 2015 die Unterschrift dieser Erklärung für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden verpflichtend. Um diese Entwicklung innerhalb des Vereins zu begleiten, wurden entsprechende Strukturen geschaffen, sodass es flächendeckend Ansprechpersonen für die Präventionsarbeit geben wird. Ich freue mich, dass YFU mit diesen Beschlüssen einen weiteren großen Schritt vorangekommen ist, um unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch besser zu sensibilisieren und zu schützen. Währenddessen leben sich jetzt im Spätsommer die Austauschschülerinnen und -schüler des Jahrgangs 2014/15 in ihrer zweiten Heimat für die nächsten Monate ein. Parallel läuft bereits die Bewerbungsphase für das kommende Austauschjahr. In vielen Partnerländern sind noch Plätze in frei und Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland sind herzlich eingeladen, sich für ein Schuljahr im Ausland mit YFU zu bewerben! Motivieren auch Sie Jugendliche in Ihrem Umfeld für eine Erfahrung, die nicht nur das eigene Leben entscheidend prägt, sondern auch die unterschiedlichen Kulturen auf der ganzen Welt näher zusammenrücken lässt.

Mit herzlichem Gruß Marcus von Garßen YFU-Vorstandsvorsitzender

YFU und Lehrkräfte – ein starkes Team Lehrkräfte können auf vielfältige Weise für YFU aktiv werden – und dabei die interkulturelle Kompetenz von Schülerinnen und Schülern fördern! Lehrerinnen und Lehrer können… … Neugierde wecken und Jugendliche für ein Austauschjahr motivieren; … ein Stück weite Welt an die Schule holen, indem sie Schulleitung und Eltern für die Aufnahme von Jugendlichen aus aller Welt begeistern; … Eltern und Jugendliche informieren und Chancen für alle durch zahlreiche YFU-Stipendien aufzeigen; … das YFU-Toleranzprojekt „Colored Glasses“ einladen und interkulturelle Kompetenz und Toleranz im Schulalltag fördern. Das Schulleben bereichern und gleichzeitig YFU unterstützen? Fragen dazu beantwortet gern Maren Opitz aus der YFU-Geschäftsstelle (opitz@yfu.de, 040 227002-67).

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Gesellschaft • Interkulturelles • YFU

Nachrichten Startschuss für Deutsch-Türkische Jugendbrücke in Istanbul Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke (DTJB) hat mit Blick auf die engen und vielseitigen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland das Ziel, die Kultur des Jugendaustauschs zu intensivieren. Austauschprogramme sollen künftig nicht mehr an fehlender Information, Unterstützung oder mangelnden finanziellen Fördermöglichkeiten scheitern. Anlässlich der Auftaktveranstaltung Ende Juni in Istanbul sagte Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier: „Die Jugendbrücke hat das Potenzial, ein weiteres Leuchtturmprojekt in unseren Beziehungen mit der Türkei zu werden. Das Auswärtige Amt hat die Stiftung Mercator beim Aufbau und den Vorarbeiten für die Deutsch-Türkische Jugendbrücke von Anfang an unterstützt. Mit Projekten wie der Jugendbrücke wollen wir die kulturellen und insbesondere auch die menschlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern stärken.“ Bei der Auftaktveranstaltung bot sich den Gästen – darunter auch Vertreterinnen von YFU – Gelegenheit, sich auszutauschen, über schon bestehende Initiativen und Programme zu sprechen, neue Ideen zu entwickeln und die Kontakte im Netzwerk des deutsch-türkischen Jugendaustauschs zu intensivieren.

Dr. Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnung der DeutschTürkischen Jugendbrücke in Istanbul.

Datenschutz-Seminar bei YFU Mitte April waren in der YFU-Geschäftsstelle insgesamt 26 Mitarbeitende verschiedener Jugendaustauschorganisationen zu Gast, um sich über das Thema Datenschutz zu informieren. Das zweitägige Seminar wurde im Rahmen der Fortbildungsreihe „Qualität im Schüleraustausch“ vom Arbeitskreis gemeinnütziger Austauschorganisationen (AJA) organisiert. Referent und hauptamtlicher YFU-Mitarbeiter Sebastian Kutz gab den Anwesenden einen Überblick über das Bundesdatenschutzgesetz und die Anforderungen, die sich aus diesem für die Arbeit von Jugendaustauschorganisationen ergeben. YFU setzt sich schon seit langem mit dem Thema Datenschutz auseinander und hat durch die großartige Unterstützung der ehrenamtlichen Expertin Verena Grentzenberg über die letzten Jahre ein umfangreiches Datenschutzkonzept entwickelt.

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Internationale Jugendgruppe besucht Auschwitz 1 2

1) Vorbereitungsseminar in der Hamburger Geschäftsstelle. 2) YFU-Austauschschüler Onur aus der Türkei.

Mitte Mai traf sich eine Gruppe von YFU-Austauschschülerinnen und -schülern mit Hamburger Jugendlichen in der YFUGeschäftsstelle für eine ganz besondere Seminarfahrt. Nach einem eintägigen Vorbereitungsseminar brachen die 25 Jugendlichen auf, um das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz zu besuchen. In sieben intensiven Tagen haben sie sich in der dortigen Gedenkstätte mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt und zudem viel über das jüdische Leben in der Stadt Auschwitz vor dem Holocaust gelernt. In einer späteren Rede bezeichnete der türkische Austauschschüler Onur diese Fahrt als eine der eindrucksvollsten Erfahrungen, die er während seines Jahres in Deutschland erlebt hat: „Um mich herum standen Austauschschüler aus allen Ecken der Welt mit deutschen Jugendlichen nebeneinander, deren Großeltern vielleicht damals Täter oder Opfer waren. Sie haben auf denselben Häftlingsanzug gestarrt, einander ihre Eindrücke mitgeteilt, diskutiert und sich gegenseitig umarmt, wenn sie es nicht mehr aushalten konnten. Es war sehr natürlich, aber auch faszinierend und einzigartig zugleich.“ In der Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit lernten die Jugendlichen viel über deutsche Geschichte und gewannen außerdem eine ganz neue Perspektive auf das eigene Austauschjahr und die Chance, die darin für jeden einzelnen liegt: „Der Austausch von Menschen – besonders von jungen Menschen – ist die spannendste, herzlichste und beste Variante des Austauschs von Kulturen“, so Onur. „Und ich glaube, diesen Austausch brauchen wir für eine friedlichere, freundlichere und bessere Welt. Eine Welt, von der wir alle träumen.“

YFU-Mitgliederversammlung im Herbst Die Mitgliederversammlung findet am 19. Oktober 2014, ab 13:30 Uhr im „Großen Saal“ in Bad Hersfeld statt. Alle Vereinsmitglieder wurden bereits eingeladen! Weitere Informationen: stepp@yfu.de


Was tun gegen Missbrauch?

1) www.nummergegenkummer.de/html/img/pool/Statistik_KJT_2013.pdf 2) www.unicef.de/ueber-uns/unicef-und-kinderrechte

Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung veröffentlicht „Handbuch Schutzkonzepte sexueller Missbrauch“ „Vielen Einrichtungen fehlt es an Praxiswissen, wie sie Präventionsmaßnahmen und -konzepte wirksam einführen und welche Schritte sie im Verdachtsfall gehen können“, erklärt der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig. Vor einem halben Jahr gab sein Arbeitsstab deshalb ein „Handbuch Schutzkonzepte sexueller Missbrauch“ heraus, das Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit über konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung des Schutzes vor sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen informiert. Praxisnah werden die wichtigsten Handlungsfelder im Bereich Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen für Organisationen, Einrichtungen und Vereine beschrieben. Anhand der Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 200.000 Einrichtungen und Institutionen in Deutschland, denen täglich insgesamt mehr als 13 Millionen Kinder und Jugendliche anvertraut sind, werden im Handbuch wichtige Punkte im Umgang mit sexuellem Missbrauch erarbeitet: von der Risikoanalyse, Prävention und Intervention über die Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Ehrenamtlichen bis zu der Kommunikation nach innen und außen und schließlich der Zusammenarbeit mit Beratungsstellen.

Handbuch Schutzkonzepte sexueller Missbrauch Befragungen zum Umsetzungsstand der Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ Bericht mit Praxisbeispielen zum Monitoring 2012 – 2013

Das Handbuch kann heruntergeladen werden unter: www.keinraum-fuer-missbrauch.de

Einer der zahlreichen im Handbuch enthaltenen Handlungsvorschläge ist die Verfassung einer Selbstverpflichtungserklärung mit dem Ziel, haupt- und ehrenamtlichen Beschäftigten Sicherheit im angemessenen Umgang mit ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen zu geben und Unsicherheiten in Hinblick auf verbotene oder unakzeptable Verhaltensweisen und Umgangsformen auszuräumen. YFU hat bereits vor einiger Zeit eine solche Selbstverpflichtungserklärung eingeführt, um ein klares Zeichen gegen Missbrauch zu setzen. Durch die bislang freiwillige Unterzeichnung ist es allen Mitarbeitenden möglich, sich klar zum Thema zu positionieren. Ab 2015 wird die Unterzeichnung der Selbstverpflichtungserklärung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich.

Drei Zahlen Prävention sexueller Gewalt

2.961

Mitglieder, Mitarbeitende und Gastfamilien von YFU haben eine Erklärung unterschrieben, die zur Prävention physischer, sexueller und emotionaler Übergriffe verpflichtet. Die Erklärung wurde im Jahr 2010 eingeführt und wird seit 2014 auch von Gastfamilien unterschrieben.

7,5%

der 145.599 Beratungstelefongespräche, die 2013 von dem Beratungsteam des Kinder- und Jugendtelefons von „Nummer gegen Kummer e.V.“ geführt wurden, hatten das Thema Gewalt und Missbrauch als Inhalt. Der häufigste Anlass für Anrufe sind Themen aus dem Bereich „Psychosoziale Probleme und Gesundheit“, wie beispielsweise Probleme mit dem eigenen Aussehen, Selbstvertrauen, psychische Probleme oder Langeweile und Einsamkeit.¹

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Artikel umfasst die UN-Kinderrechtskonvention. Sie spricht jedem Kind das Recht auf Leben, Bildung und Schutz vor Gewalt zu – aber auch das Recht, gehört zu werden. Die Kinderrechte gelten für jedes Kind auf der Welt, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Alle Staaten außer Somalia, dem Südsudan und den USA haben die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Damit haben sie sich völkerrechtlich dazu verpflichtet, für das Wohlergehen ihrer Kinder zu sorgen.²

Unterschriebene YFU-Selbstverpflichtungserklärungen: Die Erklärung wurde 2010 eingeführt. Seit 2014 können auch Gastfamilien mit ihrer Unterschrift ein Zeichen setzen.

Mitarbeitende

1597

210 2010

2011

124

174

2012

2013

Gastfamilien

856 454 402 2014

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Jahr

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Fokus

„Prävention ist ein Qualitätsmerkmal und ein Zeichen von Verantwortungsübernahme“ Gespräch mit Dr. Manuela Stötzel, Leiterin der Geschäftsstelle des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs

Frau Stötzel, was sind die Aufgaben des Unabhängigen Beauftragten? Johannes-Wilhelm Rörig ist seit 2011 Missbrauchsbeauftragter der BundesDr. Manuela Stötzel regierung, sein Amt wurde zum 1. April 2014 für weitere fünf Jahre verlängert. Er setzt sich insbesondere für die Beteiligung von Betroffenen, verbesserte Hilfen und Beratung, eine unabhängige Aufarbeitung sowie für eine verbesserte Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein. Um Prävention gerade in Institutionen zu fördern, haben Sie gemeinsam mit Institutionen Schutzkonzepte entwickelt. Was sind deren wichtigste Bestandteile? Schutzkonzepte umfassen Prävention und Intervention. Sie sind ein Zusammenspiel aus institutionellen und pädagogischen Maßnahmen wie Thematisierung und Sensibilisierung für das Thema,

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strukturelle Veränderungen, Vereinbarungen sowie Haltung und Kultur einer Einrichtung. Basis hierfür sollte die Analyse der Risiken sein, bei der es darum geht, die Einrichtung „mit den Augen des Täters oder der Täterin“ zu betrachten. Auf dieser Grundlage können Maßnahmen entwickelt, Entscheidungen getroffen und Regeln formuliert werden, die das Risiko verringern. Schutzkonzepte enthalten außerdem einen Notfallplan, der im Fall eines Verdachts hilft, die richtigen Schritte zu gehen. Es ist wichtig, sich damit nicht erst zu beschäftigen, wenn eine Vermutung oder ein Verdacht im Raum stehen. Wie bewerten Sie den Beschluss von YFU, ab 2015 alle Mitarbeitenden zu der Unterschrift einer Selbstverpflichtung zur Prävention sexueller Gewalt zu verpflichten? Es bedarf einer klaren Haltung, um sich gegen sexuelle Gewalt zu engagieren. Hierzu gehört als Teil eines Schutzkonzeptes auch, die Mitarbeitenden zu veranlassen, eine Selbstverpflichtung zu unterzeichnen. Diese sensibilisiert für das

„Kein Raum für Missbrauch“ Die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ möchte die Einführung von Schutzkonzepten unterstützen. Neben Kampagnenmaterialien und Best-PracticeBeispielen können Fachkräfte und Eltern auf der Website der Kampagne Informationsblätter herunterladen, die Basiswissen über Missbrauch vermitteln und häufig gestellte Fragen beantworten. Mehr dazu unter: www.kein-raum-fuer-missbrauch.de.

Thema und signalisiert potenziellen Täterinnen und Tätern, dass das Thema offen angesprochen wird. Dies ist ein wichtiger Schritt! Es darf aber nicht bei bloßen Willensbekundungen bleiben. Prävention kann nicht nur „von oben“ verordnet werden, sondern muss von der gesamten Organisation gewollt sein. Mitarbeitende sollten deshalb einbezogen werden und


wissen, was man im Verdachtsfall zu tun hat und an wen man sich wenden sollte. Je mehr sich eine Organisation gegen Missbrauch engagiert, umso mehr wird sie Täterinnen und Tätern fernhalten und Betroffenen signalisieren, dass sie für das Thema ansprechbar ist. Bei der Weiterentwicklung seines Präventionskonzeptes ist YFU insbesondere in Bezug auf verpflichtende Aspekte mitunter auch auf Bedenken gestoßen. Diese Reaktionen treten immer wieder auf. Viele Menschen haben den Wunsch, sich dem Thema zu entziehen. Hier ist es wichtig, ganz deutlich zu machen, dass Prävention ein Qualitätsmerkmal und ein Zeichen von Verantwortungsübernahme ist. Es geht nicht darum, Organisationen unter einen Generalverdacht zu stellen, sondern sie sicher im Umgang mit dem Thema zu machen. Die meisten Mädchen und Jungen werden nicht durch Mitarbeitende missbraucht, sondern im familiären und sozialen Nahfeld. Sie sind auf unsere Hilfe angewiesen. Deshalb ist es wichtig, dass Personen, die mit Mädchen und Jungen arbeiten, dem Themenfeld ohne Abwehrhaltung begegnen, die Signale erkennen können und vertrauensvolle Ansprechpersonen sind. Welche Rolle sollen Jugendaustauschorganisationen in Zukunft für die Arbeit des Missbrauchsbeauftragten spielen? Es ist unser Ziel, alle Organisationen, die in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen sind, zu motivieren, sich gegen sexuelle Gewalt zu engagieren. Hier tragen auch Jugendaustauschorganisationen eine wichtige Verantwortung – in der Begleitung von Jugendlichen sowie bei der Auswahl und der Arbeit mit Gastfamilien. Schutzkonzepte fördern das Vertrauen in die Organisation und bewirken, dass Täterstrategien der Boden entzogen wird. Basiskompetenzen sollten deshalb auch hauptberufliche wie ehrenamtliche Mitarbeitende von Jugendaustauschorganisationen haben. Dass dies gelingen kann, hat YFU mit seinem großen Engagement gezeigt. Auch andere Austauschorganisationen befassen sich mit dem Thema. Dies freut uns sehr und wir möchten diese Entwicklung gerne weiter begleiten!

„Gemeinsam eine Kultur der Aufmerksamkeit schaffen.“ Prävention ist eine Verantwortung, der wir alle gerecht werden müssen. Sexuelle Gewalt geschieht täglich, allein 2013 waren über 14.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen und die Dunkelziffer ist enorm hoch. Angesichts dieser Zahlen ist Hinschauen die Pflicht jedes Einzelnen, und erst recht müssen Organisationen, die mit Jugendlichen arbeiten, das Thema aktiv angehen. YFU betreut jährlich rund 2.000 Jugendliche. Wer annimmt, dass sexuelle Übergriffe in diesem Rahmen ausgeschlossen wären, unterliegt einem Trugschluss. Deshalb engagiert sich YFU seit langem für Prävention: mit der Benennung von Vertrauenspersonen, der Einrichtung der AG Prävention, einem konkreten Handlungsplan bei Übergriffen und einer Erklärung, mit der sich Mitarbeitende und Gastfamilien ausdrücklich gegen sexuelle Gewalt aussprechen. Das Prinzip dieser Strategie heißt Schutz nach innen und Abschreckung nach außen. Es wird von Experten empfohlen, deren Rat und Unterstützung wir haben. Ein offener Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt schreckt Täterinnen und Täter ab und macht es schwieriger, Opfer einzuschüchtern. Mit der Selbstverpflichtung machen wir deutlich, dass

bei YFU alle hinschauen, helfen und gegebenenfalls eingreifen. Täterinnen und Täter sollen keine Chance haben. Es gibt zum Teil Bedenken gegen die Selbstverpflichtung, es handele sich dabei um einen „Generalverdacht“, der das Vertrauensverhältnis zu Mitarbeitenden und Gastfamilien beeinträchtige. Ich sehe das nicht so. Wir brauchen unmissverständliche Zeichen gegen sexuelle Gewalt, wir brauchen eine Kultur der Aufmerksamkeit und eine Ächtung sexueller Gewalt. Ich wünsche mir, dass wir bei YFU gemeinsam ein solches Zeichen setzen und dabei auch offen über Bedenken oder Fragen diskutieren. Das Schweigen angesichts teils jahrzehntelanger sexueller Übergriffe innerhalb von Schulen, Kirchen und Jugendorganisationen hat lange genug gedauert. Es ist jetzt an der Zeit, sich deutlich zu äußern. Alle sind eingeladen, sich mit Fragen an die Ansprechpersonen in den Landesgruppen oder in der Geschäftsstelle, an die AG Prävention oder an mich persönlich zu wenden – jedes Gespräch stärkt das Präventionskonzept bei YFU. Knut Möller, YFU-Geschäftsführer

„Prävention ist bei YFU akzeptierter Programmbestandteil, dessen Wichtigkeit erkannt und geschätzt wird. In der AG Prävention arbeiten wir unter anderem an Strategien für den Umgang mit konkreten Fällen, um Betroffenen bestmöglich helfen zu können und Mitarbeitern Sicherheit zu vermitteln, was mir persönlich besonders am Herzen liegt.“ Léa Laurenz, Ärztin und Vertrauensperson bei YFU

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Ein Jahr in Deutschland

• Neues aus dem Aufnahmeprogramm • Rund 540 Jugendliche verbringen seit August ihr Austauschjahr mit YFU in Deutschland. Darunter zum ersten Mal auch drei Schülerinnen aus Spanien, die in den nächsten Monaten Deutschland kennenlernen werden. Rund 340 Jugendliche besuchten einen YFU-Orientierungs- und Sprachkurs (OSK), bevor sie zu ihren Gastfamilien

reisten. Im täglichen Sprachunterricht erhielten die Teilnehmenden erste Deutschkenntnisse und bereiteten sich auf die kulturellen Besonderheiten in Deutschland vor. Etwa 200 Schülerinnen und Schüler mit ausreichenden Sprachkenntnissen erhielten die „interkulturelle Ausrüstung“ für ihr Austauschjahr auf einer Orientierungswoche (OWO).

Da ein kleiner Teil der Jugendlichen nur die ersten Wochen des Austauschjahres bei ihrer Gastfamilie bleiben kann, freut sich YFU weiterhin über Meldungen interessierter Personen, die ab Oktober/ November ihren Alltag mit einem Gastkind aus aller Welt teilen möchten. Mehr Informationen unter: 040 227002-778 oder gastfamilien@yfu.de.

Ein Traum wird wahr Miguel Ulises aus Argentinien verwirklicht seinen Traum vom Austauschjahr

Große Freude: PASCH-Stipendiat Miguel Ulises mit seiner Familie.

Um als Austauschschüler nach Deutschland reisen zu können, musste Miguel Ulises aus Argentinien einige Hindernisse überwinden. Der 18-jährige Schüler ist einer von insgesamt sieben Gewinnern des Wettbewerbs „Blickwechsel – ein Jahr in Deutschland“, der 2013 von YFU und dem Goethe-Institut in über 325 PASCH-Schulen in 44 Ländern weltweit ausgeschrieben wurde. Die Jugendlichen, die mit ihren eingereichten Präsentationen zum Thema „Ich habe einen Traum“ bei diesem Wettbewerb überzeugten, erhielten ein Stipendium über die Hälfte des Programmpreises für ein Austauschjahr 2014/15 in Deutschland. Miguel Ulises gewann als einziger Schüler aus Argentinien ein solches Teil-Stipendium über rund 3.800 Euro. Eine Summe, die jedoch noch nicht ausreichte, um seinen Traum vom Austauschjahr zu verwirklichen. Denn Miguel Ulises Eltern, die neben ihm noch acht weitere Töchter und Söhne

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haben, konnten die zweite Hälfte des Programmpreises nicht vollständig aus eigener Kraft bezahlen. Für Miguel Ulises kam aber nicht in Frage, seinen Traum aufzugeben – stattdessen setzte er alle Hebel in Bewegung, um selbst den noch fehlenden Betrag zusammenzutragen. Dabei erhielt er beeindruckende Unterstützung von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Menschen aus seiner Heimatstadt und der gesamten Provinz Misiones. So konnte die erste Rate mit Hilfe einer Spende der Polizei von Misiones überwiesen werden und seine Schule veranstaltete eine Tombola, um Spenden zu sammeln. Miguel Ulises selbst wandte sich an verschiedene öffentliche Stellen, wie beispielsweise das Bildungsministerium. Bald schon wurden lokale und regionale Zeitungen, Radiosender und Fernsehstationen auf die Geschichte von Miguel Ulises aufmerksam, bis schließlich auch eine der meistgelesenen Tageszeitungen des Landes über ihn berichtete. So erfuhr der Gouverneur der Provinz Misiones, Maurice Closs, von dem Fall und war beeindruckt von der großen Solidarität für den Schüler. In einem Interview bot er an, dass die Provinzregierung alle noch offenen Kosten für Miguel Ulises Austauschjahr übernehmen würde. Diese Hilfe war schließlich ausschlaggeben dafür, dass Miguel Ulises als einer von acht PASCH-Stipendiaten Mitte August sein Austauschjahr in Deutschland beginnen konnte.

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Über die PASCH-Initiati

PASCH steht für die Initiative "Schulen: Partner der Zukunft", die vom Auswärtigen Amt koordiniert und unter anderem vom Goethe-Institut umgesetzt und betreut wird. Die Initiative vernetzt weltweit rund 1.500 Partnerschulen (PASCH), an denen das Deutschlernen eine besonders große Rolle spielt. Mehr Informationen unter www.pasch-net.de


Ein Jahr im ausland

• Neues aus dem Entsendeprogramm • Kaum sind die Schülerinnen und Schüler des Austauschjahres 2013/2014 heimgekehrt, hat sich die nächste Schülergruppe bereits auf den Weg ins Ausland gemacht. Davon gewöhnen sich sieben Jugendliche zum ersten Mal auch in den neu hinzugekommenen YFU-Partnerländern Spanien und Paraguay ein, wo sie die nächsten Monate verbringen werden.

Gleichzeitig läuft schon die Bewerbungsphase für das Austauschjahr 2015/16, in dem Jugendliche aus ganz Deutschland wieder in über 40 Länder weltweit aufbrechen können. Die ersten Austauschschülerinnen und Austauschschüler von morgen haben bereits einen Programmplatz erhalten und freuen sich schon auf ihr Jahr in der Ferne. Auch im

Herbst und Winter finden noch viele weitere Auswahlgespräche statt. Bewerben kann man sich noch für alle Länder bis auf Japan und Südkorea, deren Bewerbungsfrist Mitte September abgelaufen ist, da das Schuljahr dort bereits im Frühjahr beginnt. Weitere Bewerbungsschlüsse werden unter www.yfu. de/fristen rechtzeitig bekannt gegeben.

Austausch ist ein Abenteuer – auch für Eltern! Informationen und Treffen für Eltern während des YFU-Austauschjahres

Eltern lassen sich über ein YFU-Austauschjahr informieren.

Während das eigene Kind im Ausland ist, erleben Eltern das Austauschjahr aus einer ganz anderen Perspektive. Auch sie machen eine spannende Erfahrung – deshalb versteht YFU sie ebenso als Programmteilnehmende. Brigitte Herzog aus der YFU-Landesgruppe Bayern versucht daher, Eltern stärker in die Vereinsarbeit einzubinden: „Ich halte Eltern für einen ganz wesentlichen Bestandteil, denn ohne sie würde kein Austausch existieren. Sei es als zahlender Part, als motivierender oder als schlussendlich die Verantwortung übernehmender.“ Auch Daniel Fiedler ist seit vielen Jahren in der Elternarbeit im Raum Niedersachsen aktiv. Er ist überzeugt von der Bedeutung, Eltern in das „Abenteuer Austausch“ einzubinden: „Gut informierte und betreute Eltern können wesentlich zum Gelingen des Austauschjahres der eigenen Kinder beitragen.“ Darum organisieren die Landesgruppen eigens für die Eltern Veranstaltungen und Treffen. „Bei den Elterntreffen ist besonders der Erfahrungsaustausch unter den Eltern wichtig. Oft merken

sie im Gespräch untereinander, dass es anderen Eltern ähnlich geht und können so ihre Fragen oder Sorgen viel besser einordnen“, berichtet Daniel Fiedler. Die Landesgruppe Bayern betreut derzeit Elternstammtische in München, Regensburg und Nürnberg. Im vergangenen Jahr kamen die „Austauscheltern“ dort dreimal zusammen, auch in der kommenden Saison soll es damit weitergehen. Die Leiterinnen und Leiter der Treffen nutzen diese auch, um die Eltern für ehrenamtliche Mitarbeit bei YFU zu begeistern, durch die sie Erfahrungen weitergeben und Teil des YFU-Netzwerks bleiben können. „Gerade für die Betreuungsarbeit im Aufnahmeprogramm sind Eltern bestens geeignet“, so Brigitte Herzog. Auch seitens der Geschäftsstelle werden Eltern regelmäßig informiert. Zwischen Auswahl und Abreise erfahren sie immer rechtzeitig, welche organisatorischen Schritte wann nötig sind und erhalten Tipps für die persönliche Vorbereitung. Das YFUBetreuungsteam im Entsendeprogramm verschickt zudem während des Austauschjahres mehrmals einen Newsletter, der aktuelle Themen aufgreift und Eltern durch das Jahr begleitet. Seit diesem Jahr finden künftige „Austauscheltern“ auch auf der YFU-Website Antworten auf die häufigsten Fragen: www. yfu.de/elterninfos

Aktiv für die YFU-Eltern

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Wer sich in der Elternarbeit bei YFU – im Entsende- wie im Aufnahmeprogramm – engagieren möchte, kann sich gern bei seiner zuständigen Landesgruppe melden. Welche das ist und wie man sie erreicht, ist auf der YFU-Website zu finden: www.yfu.de/landesgruppen. Natürlich sind auch Eltern, die für YFU aktiv werden möchten, sehr herzlich eingeladen, sich zu melden!

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Alumni aktiv

1. Alumnitreffen für Lehrerinnen und Lehrer Am 15. November 2014 in der YFU-Geschäftsstelle in Hamburg 11-17:30 Uhr, anschließend gemeinsames Abendessen. Tagsüber ist für Kinderbetreuung gesorgt! Anmeldung und Informationen bei Simone Stepp unter stepp@yfu.de

Starke Partner für den Schüleraustausch – YFU und Lehrkräfte in ganz Deutschland.

Zukünftige Generationen für Schüleraustausch mit YFU begeistern YFU lädt ein zum 1. Alumnitreffen für Lehrerinnen und Lehrer am 15. November 2014 in Hamburg Eine enge Zusammenarbeit und der persönliche Kontakt zu Schulen und Lehrkräften spielt für die Arbeit von YFU eine grundlegende Rolle. YFU möchte künftig die Kooperation mit Schulen noch effektiver gestalten. Denn beide Seiten können aus einem partnerschaftlichen Miteinander viel gewinnen. Gerade in Zeiten, in denen sich Lehrerinnen und Lehrer bei immer knapper werdender Zeit einer wachsenden Informationsflut ausgesetzt sehen, müssen Kommunikationswege und Angebote für Schulen genau hinterfragt und gegebenenfalls neu gestaltet werden. Das möchte YFU gemeinsam mit den echten Expertinnen und Experten – den Lehrkräften – tun, die den Alltag an Schulen aus eigener Erfahrung kennen! Schulen sind für YFU besonders bedeutende Kooperationspartner: Einerseits erfahren viele Jugendliche aus Deutschland durch ihre Lehrerin oder ihren Lehrer von der Möglichkeit eines Schuljahres im Ausland. Andererseits sind es ebenfalls Schulen, die den YFUGastschülerinnen und -schülern aus aller Welt einen wichtigen Teil ihrer Austauscherfahrung deutschlandweit ermöglichen. Auch die Schulen selbst profitieren von den interkulturellen Erfahrungen, die sie mit den internationalen Jugendlichen

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sammeln und die ihre eigenen Schülerinnen und Schüler aus ihrem Austauschjahr zurückbringen. So gibt beispielsweise in den YFU-Qualitätsbefragungen immer wieder ein Großteil der Lehrerinnen und Lehrer an, dass sie die Anwesenheit eines Jugendlichen aus dem Ausland als große Bereicherung für ihr Schulleben empfinden. Mit Angeboten wie den Toleranzworkshops „Colored Glasses“ bietet YFU Schulen auch über das reguläre Austauschprogramm hinaus Möglichkeiten der interkulturellen Bildung für Schulklassen. YFU lädt daher alle Alumni, die jetzt Schulleiterinnen, Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer sind, herzlich zum 1. Alumnitreffen für Lehrerinnen und Lehrer am 15. November 2014 in Hamburg ein! Auf dem Programm stehen unter anderem Einblicke in die laufende Vereinsarbeit und die bisherige Zusammenarbeit mit Schulen, eine Vorstellung von „Colored Glasses“ sowie viel Zeit für persönliche Gespräche, unter anderem bei einem gemeinsamen Abendessen, zu dem der Verein einlädt. Auch Kinder sind herzlich willkommen – für eine Kinderbetreuung ist tagsüber gesorgt! YFU freut sich auf eine spannende Veranstaltung mit zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern!

„Als Lehrer, aktiver Ehrenamtlicher, YFUGremienmitglied und ehemaliger YFU-Austauschschüler kenne ich den hohen Wert langfristiger Schüleraustauschprogramme für das außerschulische Lernen. Es erscheint mir zunehmend wichtig, dass wir das Fachwissen und die Austauscherfahrungen aus der Lehrerschaft bündeln und nutzen. Unsere Bemühungen nach enger, persönlicher Kooperation mit Schulen sind eines der zentralen Merkmale, das uns als Austauschorganisation mit ernsthaftem Bildungsanspruch auszeichnet. Es gibt sehr viele Ehemalige, die sich für den Lehrerberuf entschieden haben – oftmals auch aus ihrer positiven Lernerfahrung im Austauschjahr heraus. Ihre Expertise als Lehrer und ehemalige Austauschschüler ist eine wichtige und sehr wertvolle Unterstützung für YFU. Ich hoffe, viele von ihnen auf dem Alumnitreffen für Lehrerinnen und Lehrer am 15. November (wieder) zu treffen!“

Gebhard Mohr, USA 1983/84


Jahre später ... ... ist Alexander Schleich Lehrer an einem bulgarischen Fremdsprachengymnasium und hat bei der Gründung von YFU Bulgarien mitgeholfen. 1987/88 bist du mit YFU für ein Austauschjahr in die USA gegangen. Gibt es etwas, das dir von deinem USA-Aufenthalt vornehmlich in Erinnerung geblieben ist? Wohlbehütet im Allgäu aufgewachsen, waren die USA für mich natürlich ein riesiges Abenteuer. Es gab damals noch kein Internet, Telefonieren war sündhaft teuer, und so habe ich elf Monate lang Briefe nach Hause geschrieben. Ich glaube aber, dass die Abgeschnittenheit von der Heimat etwas Gutes hatte. Ich musste mit Schwierigkeiten und Herausforderungen allein beziehungsweise mit der Unterstützung meiner Gastfamilie zurechtkommen. Daran erinnere ich mich bis heute: Dass mir meine Gastfamilie von Anfang an den Rücken gestärkt hat und ich sehr schnell zu einem richtigen Familienmitglied wurde. Wie sehr hat dieses Jahr Einfluss auf deinen weiteren Lebenslauf gehabt? Gleich nach meinem Austauschjahr habe ich als Ehrenamtlicher bei YFU mitgearbeitet, das hat mich sehr gereizt. Vielleicht hat diese Arbeit ja meine Entscheidung beeinflusst, Lehrer zu werden. Zumindest aber wurde ich durch meine Zeit mit YFU neugierig auf andere Länder. Das ist bestimmt ein Grund, warum ich mich für den Auslandsschuldienst beworben habe. Mittlerweile arbeitest du in Bulgarien als Lehrer an einer PASCH-Schule. Ein Ziel dieser Schulen ist es, ein nachhaltiges Interesse und Begeisterung für das moderne Deutschland zu wecken. Gibt es ein Schul-Projekt, das dir besonders am Herzen liegt? Seit ein paar Jahren organisieren wir einmal im Jahr einen bulgarienweiten Aufsatz- und Ideenwettbewerb, der von der bayerischen Staatskanzlei gefördert wird. Die Preisträger reisen dann eine knappe Woche nach München und ich habe das Vergnügen, sie dabei zu begleiten. Für viele Schüler ist es die erste Auslandsreise überhaupt und sie können ihre Deutschkenntnisse aus der Schule endlich praktisch einsetzen. Das zu erleben, ist der Lohn für die Arbeit in der Schule. Hast du eine spezielle Verbindung zu dem Land Bulgarien? Vor 15 Jahren hatte ich das Glück, die ersten YFU-Austauschschüler aus Bulgarien zu betreuen und beim Aufbau unserer bulgarischen Partnerorganisation helfen zu dürfen. Schon bei meinen ersten Aufenthalten in Bulgarien habe ich mich ausgesprochen wohl gefühlt. So hatte ich mich bald entschieden, dass ich einmal eine Zeit lang in Bulgarien leben möchte. Als mir meine heutige Stelle an einem Fremdsprachengymnasium angeboten wurde, musste ich nicht lange nachdenken und habe zugegriffen. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe. Seit Jahren engagierst du dich ehrenamtlich und finanziell für YFU und setzt dich insbesondere für die osteuropäisch-

deutsche Verständigung ein. Was reizt dich an Osteuropa? Manche sprechen ja auch vom „Osteuropa-Virus“: Wenn man sich einmal angesteckt hat, kommt man nicht mehr davon los. Was mir hier in Bulgarien sehr imponiert, ist die offene Art, mit der viele Menschen auf einen zugehen. Da bleibt es meist nicht bei schnellem Small-Talk, sondern die Leute haben ein echtes Interesse daran, einen kennenzulernen. Oft wird man auf sehr unkomplizierte Art zum Essen eingeladen, wobei das Essen dabei nur zweitrangig zu sein scheint. Am wichtigsten ist das soziale Miteinander im Familien- und Bekanntenkreis. Und wenn der Gast aus Deutschland dann auch noch ein paar Brocken Bulgarisch kann, hat er die Herzen der Bulgaren erobert. Beruflich habe ich in Osteuropa den Eindruck, mehr bewirken zu können als zu Hause. Als Muttersprachler fällt es mir natürlich oft leichter, manche Inhalte anschaulich zu vermitteln und meine Schüler schätzen dies sehr. Wenn du heute ein 15-jähriger Schüler aus Deutschland wärst, welches Land würdest du dir für ein Austauschjahr aussuchen? Ich denke, ein Land im Osten Europas würde bei mir tatsächlich ganz oben auf der Liste stehen. Leider entscheiden sich viel zu wenige Schüler dazu, sich auf das Abenteuer Osteuropa einzulassen. Da gibt es oft auch viel Unwissenheit und unbegründete Ängste. Oder ein Austausch mit den USA klingt vermeintlich attraktiver. Dabei hätten wir gerade bei Ländern wie zum Beispiel Rumänien, der Ukraine oder Russland großen Nachholbedarf, was gegenseitiges Kennenlernen angeht.

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1) Alexander Schleich während seines Austauschjahres in den USA. 2) Jahre später: Alexander Schleich mit seiner diesjährigen Abschlussklasse.

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kOOPERATIONEN

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1) Junge Japaner im August 2014 in Berlin. 2) und 3) Timm und Honoka erhalten ihre Urkunden als Jugendbotschafter für deutsch-japanischen Austausch.

„Wir sind Jugendbotschafter!“ Deutsch-japanischer Austausch mit der Robert Bosch Stiftung Gemeinsam ermöglichen die Robert Bosch Stiftung und YFU bereits seit 2009 jährlich zehn Jugendlichen aus Deutschland, während eines zweiwöchigen Aufenthalts als „Jugendbotschafter“ Japan kennenzulernen. Seit 2013 können auch Jugendliche aus Japan zwei Wochen lang Deutschland entdecken. 2014 verbrachte die zweite Gruppe junger Japaner eine spannende Zeit in Berlin. Was dieses Vollstipendien-Programm so einzigartig macht, darüber berichten zwei Jugendbotschafter: Timm aus Bremen, der bereits in Japan war, und Honoka, die gerade in ihre Heimatstadt in der von der Dreifach-Katastrophe betroffenen Region Tōhoku zurückgekehrt ist. Warum hast du dich als Jugendbotschafter beworben? Durch den Japanisch-Unterricht in meiner Schule bin ich das erste Mal mit Japan in Verbindung gekommen – und war sofort fasziniert. Neben dem Erlernen von Schrift und Sprache ist für mich dabei immer mehr eine japanische Gesellschaft in den Vordergrund gerückt, deren Werte mich beeindruckt haben. Was macht Japan für dich so spannend? Spannend fand ich die Interaktion mit Japanern – man taucht in eine völlig neue Kultur und Gesellschaft ein und fühlt sich gleich geborgen und akzeptiert, so habe ich es jedenfalls wahrgenommen. Man lernt Gewohnheiten und Denkweisen kennen, die man vorher nicht kannte. Allein weil man sehen kann, wie die japanische Kultur einen selbst beeinflusst, ist es spannend, nach Japan zu kommen. Was hat dich am meisten überrascht? Überrascht hat mich am meisten, wie eng in Japan Moderne und Tradition miteinander gekoppelt sind. Zwar hatte ich zuvor schon davon gehört, aber wie zentral die Tradition im Alltag ist und wie sehr sie mit der Moderne verschmilzt, hat mich überrascht. Auch die Dimensionen, in denen man sich in Japan bewegt, fand ich überraschend: Die Gebäude sind höher und die gesamte Stadt erstreckt sich von einem Horizont zum anderen.

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Warum hast du dich als Jugendbotschafter beworben? Seit dem Tōhoku-Erdbeben habe ich stets gehofft, eine Gelegenheit zu erhalten, allen Menschen auf der Welt, die damals geholfen haben, zu danken. Gleichzeitig war es mir wichtig, meine Erlebnisse von 2011 mit meinen eigenen Worten wiederzugeben. Was macht Deutschland für dich so spannend? Ich liebe es zu diskutieren, insbesondere über Politik. Aber in meiner Umgebung gab es leider nie jemanden, der sich darauf eingelassen hat. Da las ich zufällig im Internet, dass Deutsche Diskussionen lieben. Außerdem fasziniert mich der Charakter der Deutschen. Es gibt im Japanischen die Redewendung „Schlichtheit und Stärke“, damit ist in etwa unaffektiert, gewissenhaft und sehr zuverlässig gemeint. Was hat dich am meisten überrascht? Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben in Deutschland. Ehrlich gesagt bin ich sogar das erste Mal außerhalb von Asien. Deshalb haben mich vor allem die alltäglichen Dinge überrascht. Als erstes ist mir aufgefallen, dass fast alle Geschäfte zur gleichen Zeit und am Sonntag schließen. Das finde ich unpraktisch. In Japan hat am Sonntag alles geöffnet. Aber ich meine das nicht als Vorwurf. Ich möchte gern auch einmal einen Sonntag in einem lichtdurchfluteten Wald verbringen.


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Gemeinsame Sache Neues Teilstipendienprogramm für Roland Berger Schülerstipendiatinnen und Schülerstipendiaten Nicht für alle Familien ist ein Austauschjahr eine greifbare und naheliegende Bildungsmöglichkeit. Eine neue Kooperation zwischen YFU und der Roland Berger Stiftung soll daran etwas ändern: Interessierten Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien, die bereits das Roland Berger Schülerstipendium erhalten, soll ein Auslandsjahr mit YFU ermöglicht werden. Gemeinsam mit der Stiftung vergibt YFU daher bereits in diesem Jahr die ersten Teilstipendien an zwei Roland Berger Stipendiatinnen. Die Kooperation wurde gemeinsam mit Sabine Kalmbach entwickelt: 1978/79 selbst YFU-Austauschschülerin in Michigan, USA, engagiert sie sich bis heute bei YFU. Als stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins des Deutschen Schülerstipendiums e.V. ist sie außerdem bei der Roland Berger Stiftung ehrenamtlich aktiv. Ihr Engagement verbindet die beiden gemeinnützigen Vereine: Sabine Kalmbach ermutigt nun die Stipendiatinnen und Stipendiaten, sich mithilfe des gemeinsamen Teilstipendiums für einen Austausch zu bewerben. Sie berichtet, dass die von der Roland Berger Stiftung geförderten Jugendlichen aus Familien kommen, die sie aus den verschiedensten Gründen nicht so unterstützen können, wie es die Begabungen dieser besonderen jungen Menschen erfordern würden. Etwa zwei Drittel von ihnen hätten einen Migrationshintergrund und seien deshalb bereits von vornherein mit interkulturellen Herausforderungen in ihrem persönlichen Umfeld konfrontiert – „im positiven wie im negativen Sinne“, so Sabine Kalmbach. Sie ist sich sicher, dass ein Austauschjahr in erheblichem Umfang die interkulturellen Kompetenzen der Jugendlichen fördere und sie in die Lage versetze, verständnisvoll, offen und vorurteilsfrei miteinander umzugehen.

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1) YFU-Almuna Sabine Kalmbach. 2) Die Roland Berger Stiftung fördert begabte Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen.

Bei einem Austausch könnten sich die Jugendlichen persönlich weiterentwickeln, auch ihr Blick auf die Welt verändere sich und Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen würden gefördert. Im Ausland könnten die Jugendlichen etwas erleben, was für sie privat nicht immer selbstverständlich sei. Sabine Kalmbach betont: „Für einige Jugendliche ist das Ankommen in einer intakten und völlig „normalen“ Familie eine gänzlich ungewohnte und neue Erfahrung, die es ihnen sehr erleichtert, sich auf die neue Situation einzustellen und ihnen ermöglicht, gestärkt und selbstbewusst aus diesem Jahr hervorzugehen.“ YFU freut sich auf die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren und wünscht den diesjährigen Stipendiatinnen eine prägende und erfahrungsreiche Zeit im Austausch.

Wir danken Ihnen für Ihre Spende!


freunde und förder

Das YFU-Kuratorium In jeder Ausgabe stellt YFU ein Mitglied des YFU-Kuratoriums vor

A wie Alberg-Seberich Kuratoriumsmitglied Michael Alberg-Seberich und YFU sind schon lange eng miteinander verbunden. 1987 ging der damals 17-Jährige im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms in die USA und verbrachte ein unvergessliches Austauschjahr in der Wüste von Nevada. Seither ist er aktives Mitglied im Verein und hat mit Engagement nahezu jede Art von YFU-Ehrenamt übernommen. Michael Alberg-Seberich war in verschiedenen YFUGremien tätig, bei Bundestreffen vor Ort, betreute Eltern und Jugendliche und leitete Seminare. Als hauptamtlicher Mitarbeiter in der YFU-Geschäftsstelle und später dann als ehrenamtliches Vorstandsmitglied (2003 bis 2008) war ihm bereits sehr an der inhaltlichen und strategischen Weiterentwicklung des Vereins gelegen. Neben seinem vielseitigen Engagement für YFU hat der studierte Regionalwissenschaftler für Nordamerika beruflich einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen. Nach dem Studium unterrichtete er an der Universität Oxford Deutsch und bildete sich als Kommunikationstrainer, Moderator und Mediator fort. Von 2001 bis 2007 war Michael Alberg-Seberich bei der Bertelsmann-Stiftung

beschäftigt und ist seither als geschäftsführender Gesellschafter für Active Philanthropy und Geschäftsführer bei Beyond Philanthropy in Berlin tätig. Mit seiner fachlichen Expertise im Nonprofit-Sektor unterstützt er YFU nach wie vor nach Kräften und steht dem Verein pro-bono als Berater zur Seite. Seit 2014 ist er Mitglied des neuen YFU-Kuratoriums und Vorstandsvorsitzender der kürzlich gegründeten Deutschen YFU Stiftung. Mehr Informationen zum YFU-Kuratorium unter: www. yfu.de/kuratorium

Neben dem ehrenamtlichen Engagement gibt es zahlreiche Möglichkeiten, YFU zu unterstützen. Egal ob Vermittlung von Kontakten, kostenlose Werbeflächen oder eine Geldspende: Jede Hilfe ist willkommen! Beleg für den Empffänger Konto-Nr. des Auftraggebers: Empfänger: YFU Deutschland Oberaltenallee 6 22081 Hamburg

IBAN des Emfängers: DE 67 2008 0000 0908 0302 01 BIC des Emfängers: DRES DE FF 200 Verwendungszweck: Betrag: Spende Auftraggeber/Einzahler:

Datum:

Wir danken für die Spende! Bei Beträgen bis EUR 200,00 erkennen die Finanzämter den Zahlungsbeleg als Spendenquittung an. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Hamburg. Wir sind wegen Förderung der Völkerverständigung durch Bescheinigung des Finanzamtes Hamburg-Nord, StNr. 17/411/01218, vom 19.04.2011 als steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne §§ 51 ff. AO dienend anerkannt.

Jugendliche aus aller Welt


Nachrichten Botschafter Bayerns erkunden die Welt 1

1) Botschafter Bayerns des Jahrgangs 2014/15. 2) Sarah verbrachte ein Jahr in Brasilien.

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„Volte sempre!“ – „Fühl dich wie zu Hause!“ Diese Worte hörte die 17-jährige Sarah während ihres Austauschjahres in Brasilien oft. Die bayerische Schülerin nahm an dem Stipendienprogramm „Botschafter Bayerns“ des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst teil. Jedes Jahr vergibt der Freistaat in Zusammenarbeit mit YFU 15 Teilstipendien an bayerische Jugendliche und ermöglicht ihnen den Aufenthalt in einem von 13 verschiedenen Gastländern. Sarah kehrte im Sommer aus Brasilien zurück. Von ihrer Gastfamilie wurde sie von Anfang an als Tochter oder Schwester vorgestellt. Die herzliche und offene Lebensart in Brasilien erleichterten ihr die herausfordernden ersten Monate. „Da kennt man noch keinen, muss sich an die Gastfamilie, die vollkommen neue Umgebung, andere Sitten und Gewohnheiten und natürlich an die neue Sprache gewöhnen.“ Natürlich ging Sarah auch nach Brasilien, um eine neue Sprache zu lernen, wichtiger war ihr aber, wie ein Mitglied der Familie behandelt zu werden. Bei der diesjährigen Urkundenverleihung in München trafen die Botschafter des vergangenen Austauschjahres auf die 15 Jugendlichen, die als künftige Vertreterinnen und Vertreter Bayerns die Welt entdecken werden und ihre Stipendienurkunden von Bildungssekretär Georg Eisenreich überreicht bekamen. Besondern beliebt in diesem Jahr waren vor allem Indien und Brasilien. Sarah kann das gut verstehen. Ihr Dankeschön gilt neben YFU vor allem dem „Kultusministerium, das mir durch das Stipendium dieses unglaublich erfahrungsreiche und wunderschöne Jahr in Brasilien ermöglicht hat. Danke!“

YFU-Jahresbericht 2013 ist erschienen

Für mehr Toleranz und Verständnis Im Frühjahr bat der Verein um die Unterstützung für YFU-Bildungsangebote. Zahlreiche großzügige Unterstützerinnen und Unterstützer folgten dem Spendenaufruf und gaben rund 8.000 Euro für die wichtige Arbeit von YFU. Geld, das nun die Durchführung von weiteren Colored Glasses-Workshops, die Fortbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitenden und die wichtige Kommunikationsarbeit sicherstellt. Colored Glasses-Workshops fördern bei den Jugendlichen die Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Wertvorstellungen der Gesellschaft sowie mit Vorurteilen und Diskriminierung. Durch Rollenspiele und Simulationen erfahren die Teilnehmenden wie es sich anfühlt, ausgegrenzt zu werden. Auch in Zukunft können kostenlose Toleranzworkshops und andere YFU-Bildungsangebote ermöglicht werden. YFU bedankt sich herzlich für die Unterstützung!

Mein größter Geburtstagswunsch: Spenden Wenn ein runder Geburtstag oder ein Jubiläum vor der Tür steht, ist dies ein schöner Anlass für eine Feier im Freundes- und Familienkreis. Das Beisammensein steht im Vordergrund und doch stellt sich den Gästen die schwierige Frage, wie man dem Jubilar oder der Jubilarin eine Freude machen kann. Joachim Rix hat sich deshalb nun zum zweiten Mal entschieden, seine Geburtstagsgäste zu Spenden für YFU anstelle von Geschenken für ihn aufzufordern. Der ehemalige Gastvater war selbst überrascht, wie eifrig seine Gäste diesem Aufruf nachgingen und dass am Ende stolze 1.800 Euro zusammenkamen. Da Joachim Rix beruflich einige Jahre mit Brasilien zu tun hatte und so das spannende Land am Zuckerhut kennenlernen konnte, lag es nahe, die von ihm gesammelten Spenden einer jungen Brasilianerin zukommen zu lassen. Die Stipendiatin Clara aus Rio de Janeiro kann nun ein Jahr in Deutschland verbringen, obwohl ihre Eltern den Austauschtraum ihrer Tochter nicht allein finanzieren konnten. YFU und besonders Clara sind für die Spenden sehr dankbar: „Als YFU mir mitteilte, dass ich ein Jahr in Deutschland verbringen kann, wurde mein größter Traum wahr. Vielen Dank, dass Sie das möglich machen!“ Clara (2.von links) und ihre Familie aus Rio de Janeiro danken Joachim Rix herzlich für seine Spendenaktion.

Für alle Interessierten steht er nun unter www.yfu.de/jahresbericht zur Verfügung.

  YFU magazin – Herbst 2014 15


YFU PSF 762167 22069 Hamburg Postvertriebstück, DPAG, Entgeld bezahlt

*68306#000#000* Max Mustermann Musterstraße 20 20000 Hamburg

Unterstützen Sie Jugendliche aus aller Welt!

„Das Leben im Ausland erweitert den Horizont und hilft, die Heimat besser zu verstehen. (…) Ich werde deutsche Medien analysieren und lernen, journalistische Materialien wie in Europa zu schreiben. Ich werde sehen, wie die deutsche Jugend lebt, neue Freunde finden und viele gute Erlebnisse haben.“ Anna, Stipendiatin 2014 aus der Ukraine, in ihrem Wettbewerbsbeitrag

Deutsch ist mehr als ein Schulfach Sie wissen, wer Angela Merkel ist und kennen den Unterschied zwischen der deutschen Kanzlerin und dem Bundespräsidenten. Sie lesen Goethe oder Lessing, hören deutsche Popmusik oder lesen deutsche Zeitungen. Unter den rund 600 Jugendlichen, die jedes Jahr ein Schuljahr mit YFU in Deutschland verbringen, befinden sich immer mehr Schülerinnen und Schüler, die bereits in ihrem Heimatland Deutschunterricht an der Schule haben. Für viele von ihnen ist es ein Traum, endlich in das Land zu reisen, über das sie in der Schule schon so viel gelernt haben. Sie wollen selbst erleben, was sie von ihren Lehrerinnen und Lehrern über Deutschland erfahren haben. Um genau diese Jugendlichen zu unterstützen, schreibt YFU gemeinsam mit dem Goethe-Institut jährlich einen weltweiten Fotowettbewerb an PASCH-Schulen aus, an denen das Deutschlernen eine besondere Rolle spielt (siehe auch Beitrag auf Seite 8 im Magazin). 22 Jugendliche aus 13 Ländern konnten so schon gefördert werden.

Ihre Spende für Stipendien an Jugendliche – jede Hilfe zählt! 200 Euro ermöglichen einem Austauschschüler oder einer Austauschschülerin die Teilnahme an einem wichtigen Orientierungskurs in Deutschland. 50 Euro Taschengeld monatlich helfen den Jugendlichen, wichtige Ausgaben für Winterjacken oder Bustickets zu decken. Durchschnittlich 3.500 Euro betragen die Stipendien, die die Hälfte der Programmkosten für die an Deutschland interessierten Jugendlichen decken.

YFU setzt sich mit diesem Stipendienprogramm nicht nur für Austauschschülerinnen und -schüler ein, die ein besonderes Interesse an Deutschland haben, sondern fördert insbesondere auch Jugendliche, für die ein Austauschjahr nicht selbstverständlich ist. Die Geschichte von Miguel Ulises aus Argentinien, über den in dieser Ausgabe des Magazins berichtet wird, ist hierbei nur ein Beispiel dafür, wie ein Stipendium hilft, den Traum eines Jugendlichen unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten seiner Eltern zu erfüllen. Anna und Anita aus der Ostukraine sind zwei weitere Stipendiatinnen, die bei dem diesjährigen Fotowettbewerb überzeugen konnten. Beide kommen aus einer Region, die ganz aktuell von politischen Konflikten und Unfrieden geprägt ist. Umso mehr werden sie von der Möglichkeit des Austauschjahres profitieren können. Zur weiteren Finanzierung der Stipendien ist YFU jetzt auf Unterstützung angewiesen. Daher bittet der Verein herzlich um Spenden für die Stipendien an Jugendliche aus aller Welt!

SPENDENKONTO Empfänger Deutsches YFU Komitee e.V. Kontonummer 09 08 03 02 01 BLZ 200 800 00 (Commerzbank Hamburg) IBAN DE 67 2008 0000 0908 0302 01 BIC/SWIFT DRES DE FF 200 Referenz Jugendliche aus aller Welt

den www.yfu.de/spen

YFU Magazin Herbst 2014  

Das YFU Magazin informiert alle vier Monate rund um das Thema Schüleraustausch und den Verein Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V....

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