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Jahresbericht 2009/2010

Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V.


INHALT

Vorwort ................................................................................................. 3 Zu Hause in der Welt: Das Entsendeprogramm .................................4 Die Welt nach Hause holen: Das Aufnahmeprogramm ..................... 5 Wir setzen auf Bildung: Die YFU-Seminare.........................................7 Kompetent im Ehrenamt: Schulungen für Mitarbeitende................. 9 Jugendliche vor Übergriffen schützen: YFU setzt ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt .................................. 10 Qualität hat Priorität: Qualitätssicherung bei YFU ........................ 11 Chancen für alle: Stipendien bei YFU ............................................... 12 Wertvolle Beiträge: Spender schenken Bildungschancen ..............14 YFU zieht Bilanz: Das Wirtschaftsjahr 2009 ...................................16 Eine stabile Basis: Die Entwicklung des Vereins .............................. 20 Ein Blick in die Zukunft: Herausforderungen und Ziele der kommenden Jahre .................... 22


Liebe Leserin, lieber Leser, das Deutsche Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU) hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1957 gewandelt und ist gewachsen. Dennoch sind wir unseren Werten treu geblieben: Unser Ziel ist es, durch internationalen Schüleraustausch die Verständigung zwischen Menschen verschiedener Kulturen zu fördern. Wir wollen bei unseren Programmteilnehmerinnen und -teilnehmern eine vertiefte Einsicht in ihre gesellschaftliche Verantwortung erreichen und sie ermutigen, ihre im Austausch entwickelten Fähigkeiten gestaltend in die eigene Gesellschaft einzubringen. Seit den Anfangsjahren sind rund 50 YFU-Partnerländer auf allen Kontinenten hinzugekommen. Besondere Bedeutung hatten bei dieser Entwicklung die politischen Umwälzungen der Jahre 1989/1990. Nach dem Fall der Mauer engagierte sich YFU intensiv für den Aufbau von Schüleraustauschprogrammen mit Osteuropa. Inzwischen blicken wir stolz auf 20 Jahre erfolgreiche Austauschbeziehungen mit mittlerweile 16 Ländern in Osteuropa zurück. Auch heute ist es noch unser Ziel, dass möglichst viele Jugendliche aus Deutschland aufbrechen, um unsere Nachbarn im Osten selbst kennen zu lernen. Angesichts der wechselvollen europäischen Geschichte liegt uns eine freundschaftliche und von Verständnis geprägte Beziehung mit den osteuropäischen Ländern besonders am Herzen. Zudem setzte YFU nach der Wende alles daran, ostdeutschen Schülern ein Austauschjahr zu ermöglichen – schon 1990 konnten sich 47 Schüler auf die Reise machen, während die ersten ausländischen Schüler in ostdeutschen Gastfamilien ein zweites Zuhause fanden.

„Natürlich bin ich mit weit aufgerissenen Augen nach Thailand gekommen, aber gegen Ende des vierten Monats habe ich noch mal auf einer höheren Ebene die Augen geöffnet und nun das Gefühl, ganz in dieses Land und seine Kultur eingetaucht zu sein.“

In der jüngeren Vergangenheit konnten wir auch den Austausch mit asiatischen Ländern aufnehmen und stark ausbauen, was uns sehr freut. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir außerdem auf den Aufbau von Programmen mit muslimisch geprägten Ländern, von denen mittlerweile vier zu unseren Austauschpartnern zählen. In diesem Jahresbericht erfahren Sie, wie der Verein im vergangenen Programmjahr 2009/2010 seine Arbeit gestaltet hat. Wir freuen uns sehr, dass in diesem Jahr insgesamt 1.708 Schülerinnen und Schüler an unseren Programmen teilgenommen haben. In zahlreichen Seminaren haben wir sie intensiv auf ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet, sie während des Austauschs begleitet und ihnen auch im Nachhinein geholfen, aus ihren Erfahrungen einen bleibenden Wert zu machen. All das haben über 1.500 ehrenamtliche und 40 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich gemacht. Durch ihr Engagement und ihre Kompetenz begeistern sie jedes Jahr Jugendliche und Gastfamilien für das Abenteuer Austausch und machen aus YFU eine lebendige und dynamische Organisation. So blicken wir zuversichtlich in die Zukunft und freuen uns auf die kommenden Entwicklungen. Um finanziell benachteiligten Jugendlichen ein Austauschjahr zu ermöglichen, haben sich auch im Jahr 2009/2010 wieder zahlreiche Förderer engagiert. Sie haben YFU bei dem Vorhaben unterstützt, dass niemand aus finanziellen Gründen auf ein Austauschjahr verzichten muss. Dafür danken wir allen Förderern ganz herzlich! Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und danke Ihnen für Ihr Interesse an YFU!

Marcus von Garßen (Vorsitzender)

Leon Charisius, Austauschjahr in Thailand 2009/2010

Vorwort

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Zu Hause in der Welt Das Entsendeprogramm

2009/2010 verbrachten 1.162 Schülerinnen und Schüleraus Deutschland mit YFU ihr Austauschjahr in 40 Ländern auf fünf Kontinenten. Sie wurden von Gastfamilien aufgenommen, nahmen an deren Alltag teil und besuchten eine öffentliche Schule. Traditionell interessieren sich besonders viele Jugendliche für die USA: Insgesamt 763 Teilnehmer reisten dorthin, 57 davon als Vollstipendiaten des Deutschen Bundestages im Rahmen des Parlamentarischen PatenschaftsProgramms (PPP). Wir sind davon überzeugt, dass der Erfolg eines Austauschjahres nicht vom Zielland abhängt. Gerade deshalb freuen wir uns, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die in eines der zahlreichen anderen Länder reisten, mit 399 Jugendlichen hoch geblieben ist. Nach Regionen betrachtet verbrachte die größte Gruppe von ihnen, 165 Schüler, ihr Austauschjahr in Lateinamerika. Das waren zehn mehr als im Vorjahr. Unter ihnen waren zum ersten Mal drei Schüler, die mit YFU nach Costa Rica reisten, ein bei den Schülern von Anfang an sehr beliebtes Zielland. Schülerinnen und Schüler im Entsendeprogramm 2009/2010, nach Regionen 764 USA und Kanada

„Man merkt, wie alles in einer Gesellschaft miteinander vernetzt ist; von dem Alltagsleben, der Sprache bis hin zu den Essgewohnheiten. Die schönsten Momente sind vielleicht, wenn man anfängt, das Gesamtbild zu begreifen.“ Laura Grünewald, Austauschjahr in China 2009/2010

Während die Zahlen für Nord- und Westeuropa stiegen (von 90 auf 96), reisten leider weniger Schüler als im Vorjahr nach Osteuropa. Wir freuen uns aber, dass die ersten beiden deutschen Austauschschüler ein Jahr in der Türkei verbrachten. Dies ist für uns ein wichtiger Schritt, um den Austausch mit muslimisch geprägten Ländern zu fördern.

Stipendien

57 Ost- und Südosteuropa

165 Lateinamerika 63 Asien/Pazifik

17 Afrika

96 Nord- und Westeuropa

Die Zahl der Teilnehmer, die sich für ein Aufnahmeland in der Region Asien/Pazifik entschlossen, sank mit 63 nur geringfügig (65 im Vorjahr); erstmals reiste eine Schülergruppe nach Südkorea. Die Teilnehmerzahlen für Afrika stiegen von 13 auf 17 Teilnehmer. Besonders erfreulich ist, dass zum ersten Mal ein deutscher Schüler sein Austauschjahr in Ghana verbrachte.

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Das Entsendeprogramm

YFU möchte, dass niemand aus finanziellen Gründen auf ein Austauschjahr verzichten muss. Um dieses Ziel zu erreichen, vergeben wir jedes Jahr zahlreiche Stipendien an Schüler aus finanziell benachteiligten Familien. 2009/2010 betrug die gesamte Stipendiensumme 452.745 Euro. Aus diesen Mitteln wurden 242 Schüler gefördert. Hinzu kamen Stipendien für Teilnehmer des PPP sowie für Mitarbeiterkinder bestimmter Unternehmen. Wir sind stolz darauf, dass wir rund ein Viertel aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer finanziell unterstützen konnten.

Schulzeitverkürzung als Herausforderung Insgesamt freut sich YFU Deutschland über stabile Teilnehmerzahlen im Entsendeprogramm. Dies ist mit Blick auf die Schulzeitverkürzung nicht selbstverständlich: Bei nur noch


Die Welt nach Hause holen Das Aufnahmeprogramm zwölf Schuljahren bis zum Abitur glauben viele Schüler, auf einen längeren Auslandsaufenthalt verzichten zu müssen. Um über die nach wie vor bestehenden Möglichkeiten eines Auslandsjahres zu informieren, hat YFU gezielte Anstrengungen in der Öffentlichkeitsarbeit unternommen. Bisher zeigt sich, dass sich die Bewerberzahlen nach der Verkürzung der Schulzeit allmählich wieder erholen.

Sonderprogramme Unter dem Titel „Jugendbotschafter nach Japan“ hatte im Herbst 2009 ein besonderes Programm Premiere: Die Robert Bosch Stiftung ermöglichte es zehn Vollstipendiaten, mit YFU zwei Wochen lang an einem intensiven Bildungs- und Kulturprogramm in Japan teilzunehmen. Zudem fanden im Sommer 2010 zum fünften Mal die YEP! Sommerwochen statt: Das Unternehmen Deutsche Post DHL vergibt Stipendien an Kinder von Mitarbeitern. Diese bekommen die Chance, sechs Wochen lang eine neue Kultur von innen heraus kennen zu lernen. Zehn Schüler aus Deutschland reisten in die USA, nach Brasilien, Chile, Mexiko, Spanien und Thailand; weitere zehn Schüler aus diesen Ländern verbrachten den Sommer in Deutschland.

Das Jahres- und Semesterprogramm Austausch geht in beide Richtungen – deshalb ist es YFU wichtig, dass jedes Jahr möglichst viele Jugendliche aus der ganzen Welt für ein Austauschjahr nach Deutschland kommen, um unser Land und seine Kultur kennen zu lernen. Dies war auch 2009/2010 nur durch die Gastfreundschaft zahlreicher YFU-Gastfamilien möglich: Sie nahmen 501 Schülerinnen und Schüler unentgeltlich bei sich zu Hause auf und ließen sie an ihrem Alltag teilhaben. 93,6 Prozent der Schüler blieben für ein ganzes Schuljahr, die übrigen nur ein Semester. In diesem Jahr haben wir 119 ausländische Schüler mit Stipendien in Höhe von insgesamt 187.987 Euro unterstützt. Nachdem die Zahl der Schüler im Aufnahmeprogramm seit 2006 jedes Jahr deutlich gestiegen war, kamen 2009/2010 erstmals wieder weniger Schüler nach Deutschland. Ein möglicher Grund für diese Entwicklung ist, dass die Menschen in vielen Ländern von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise betroffen waren bzw. noch sind. Schülerzahlen im Aufnahmeprogramm (Jahres- und Semesterprogramm) Schüler 600

Große Verantwortung: Auswahlgespräche Die Begleitung durch das Austauschjahr beginnt schon bei den Auswahlgesprächen, die jeweils von einer Kommission aus geschulten Ehrenamtlichen durchgeführt werden. Wir sehen es als unsere Verantwortung an, genau zu prüfen, für wen ein Austauschjahr der richtige Schritt in der persönlichen Entwicklung ist. Der erste Teil des Auswahlgesprächs besteht aus einem Gruppeninterview mit mehreren Bewerberinnen und Bewerbern. Im Laufe des Jahres 2009 wurden zudem schrittweise ergänzende Einzelgespräche eingeführt, die ab den Auswahlen für das Programmjahr 2011/2012 flächendeckend stattfinden. Diese neue zusätzliche Methode erlaubt ein noch genaueres Kennenlernen der Bewerber.

534 501 486

500 458 400 2006/2007

2007/2008

2008/2009

2009/2010

Aus den meisten Regionen kamen 2009/2010 weniger Schülerinnen und Schüler nach Deutschland. Einzig aus Nord- und Westeuropa konnten wir mehr Schüler als im Vorjahreszeitraum bei uns begrüßen. Wie im Entsendeprogramm führt YFU auch im Aufnahmeprogramm das Parlamentarische Patenschafts-Programm durch, in dessen Rahmen 50 Vollstipendiatinnen und -stipendiaten für das Schuljahr 2009/2010 aus den USA nach Deutschland kamen. Neben ihnen verbrachten weitere 28 Schüler aus den USA ihr Austauschjahr in Deutschland.

Das Aufnahmeprogramm

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Mit 156 Teilnehmern stammte die größte Schülergruppe wie im Vorjahr aus Lateinamerika. Allein Mexiko entsandte 44 Schüler nach Deutschland, auch Argentinien konnte seine Schülergruppe deutlich vergrößern. Aus Osteuropa und der Region Asien/Pazifik kamen weitere große Gruppen. Für YFU war es eine Freude, die ersten vier Schüler aus Aserbaidschan in Deutschland begrüßen zu können, vor allem weil YFU Deutschland sich für den Aufbau der dortigen Partnerorganisation sehr engagiert. Wir freuen uns, die Beziehungen zu neuen Partnerländern im Aufnahmeprogramm weiter auszubauen und im Jahr 2010 erstmals Schüler aus Serbien, Ägypten und Indonesien willkommen zu heißen. Schülerinnen und Schüler im Aufnahmeprogramm 2009/2010, nach Regionen 78 Nordamerika 156 Lateinamerika

„Hier verbessert man nicht nur die Sprachkenntnisse, sondern auch die Persönlichkeit.“ Temo Gogorishvili aus Georgien, Austauschjahr in Deutschland 2009/2010

100 Asien/Pazifik

1 Afrika

61 Nord- und Westeuropa

105 Ost- und Südosteuropa

Sommerprogramm

Kompetent betreut

Im Jahr 2010 haben 15 Jugendliche an unserem sechswöchigen Sommerprogramm teilgenommen. Die Jugendlichen aus Indien, Finnland, Belgien, Litauen, Lettland, Ägypten, Südafrika und den USA verbrachten ihre Sommerferien in Deutschland und lernten den Alltag ihrer Gastfamilien kennen. Wenn auch der Aufenthalt der Schüler in Deutschland relativ kurz war, nahmen sie an einem vielseitigen Programm mit einem Einführungs- und einem Abschlussseminar sowie einem Kulturwochenende teil.

Jedem YFU-Austauschschüler und seiner Gastfamilie steht ein ehrenamtlicher Betreuer zur Seite. Dieser hilft bei der Integration und berät beim Auftreten von Problemen – das ist in Deutschland wie auch in den Partnerländern so. In Deutschland engagieren sich rund 600 Ehrenamtliche in der Betreuung unserer Austauschschüler in Deutschland. Dieses verlässliche Netzwerk wird von den drei hauptamtlichen Betreuern des Aufnahmeprogramms in der Geschäftsstelle unterstützt. Drei weitere hauptamtliche Betreuer – wie ihre Kollegen im Aufnahmeprogramm psychologisch geschult – sind im Entsendeprogramm tätig.

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Das Aufnahmeprogramm


Wir setzen auf Bildung Die YFU-Seminare Schüleraustausch hat ein großes Bildungspotenzial: Durch das Leben in einer anderen Kultur erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie der Alltag auch ganz anders funktionieren kann als zu Hause. So lernen sie Toleranz und Verständnis gegenüber anderen Lebensweisen und Wertvorstellungen. YFU fördert diesen Lernprozess intensiv: Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter bereiten das Austauscherlebnis vor, begleiten es und führen die Nachbereitung durch. Dabei geben sie den Schülern mit vielseitigen Methoden Denkanstöße und Hilfestellungen.

Seminare im Entsendeprogramm Die Austauschschüler aus Deutschland erhalten auf einwöchigen Vorbereitungstagungen (VBT) länderspezifische Tipps, setzen sich aber vor allem theoretisch und in Simulationen mit interkulturellen Themen auseinander. Ein wichtiges Anliegen ist es uns zudem, die Auseinandersetzung mit der Kultur und Geschichte Deutschlands zu fördern. In Vorbereitung auf das Austauschjahr 2009/2010 fanden 21 VBT für diejenigen Schüler statt, die in die USA reisten, für die Stipendiaten des Parlamentarischen Patenschafts-Programms wurden zwei zusätzliche VBT durchgeführt. Auf zehn weiteren Tagungen bereiteten sich die anderen Austauschschüler auf ihren Aufenthalt in Lateinamerika, Asien/Pazifik, Europa oder Afrika vor. Die Teilnehmer sprachen YFU für die Vorbereitung großes Lob aus: 98,5 Prozent bewerteten die VBT in einer Umfrage als sehr gut oder gut. Nach einem ereignisreichen Jahr und der Rückreise nach Deutschland war das Austauschprogramm noch nicht ganz beendet: Auf einer von 24 abschließenden Nachbereitungstagungen (NBT) trafen sich die Schüler, tauschten ihre Erfahrungen aus und lernten, sich wieder auf den deutschen Alltag einzustellen. Außerdem überlegten sie, wie sie ihre neuen Kompetenzen im weiteren Leben einbringen möchten. Eine Möglichkeit stellt hier ein ehrenamtliches Engagement für den Schüleraustausch dar: Bei YFU werden Alumni zu wertvollen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch die Eltern der Teilnehmer des YFU-Entsendeprogramms werden durch das Jahr begleitet. Auf regionalen Treffen können sie sich austauschen, erhalten Informationen über den Ablauf des Austauschprogramms und bekommen Rat bei Fragen und Unsicherheiten.

Seminare im Aufnahmeprogramm YFU bietet den Jugendlichen, die für einen Austausch nach Deutschland kommen, verschiedene Seminare an. Gleich nach Ankunft nehmen diejenigen, die noch nicht gut oder noch gar nicht Deutsch sprechen, an einem vierwöchigen Orientierungs- und Sprachkurs (OSK) teil. Jeweils acht bis zehn Jugendliche lernen gemeinsam mit zwei Lehrern intensiv Deutsch und erfahren viel Nützliches über interkulturelle Kommunikation sowie Praktisches über das deutsche Alltagsleben. Im Programmjahr 2009/2010 fanden insgesamt 37 OSK statt. Die Jugendlichen mit guten Deutschkenntnissen besuchen nach ihrer Ankunft eine Orientierungswoche (OWO). Dort setzen sie sich intensiv mit Themen des interkulturellen Zusammenlebens auseinander. 2009/2010 nahmen rund 170 Schülerinnen und Schüler an einer von sieben OWO teil. Nach der Hälfte des einjährigen Austausches trafen sich die Austauschschüler zum Mittelseminar. Für eine Woche reflektierten sie ihre bisherigen Erfahrungen und überlegten, wie sie die zweite Hälfte des Aufenthalts in Deutschland gestalten wollten. Zusätzlich setzten sie sich mit einem von mehreren Wahlthemen auseinander, zum Beispiel „Jugendkultur in Deutschland“, „Medien“ oder „Deutsche Geschichte erleben“. Die Mittelseminare fanden in Berlin, Hamburg, München und Dresden statt und wurden durch interessante Ausflüge ergänzt. Im Programmjahr 2009/2010 fanden insgesamt 16 Mittelseminare statt.

Die YFU-Seminare

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Ein zusätzliches YFU-Angebot für die Schüler sind Kulturstreifzüge, bei denen sie eine deutsche Stadt für ein Wochenende besuchen und kennen lernen. Kurz vor Ende des Austauschaufenthalts wurden die Jugendlichen auf ihre Heimkehr vorbereitet. Bei so genannten Re-Entry-Seminaren setzen sie sich damit auseinander, was sie in den vergangenen Monaten erlebt hatten, und dachten darüber nach, wie diese Erfahrung ihr weiteres Leben prägen würde. Für die Gastfamilien fanden vor, während und nach der Zeit mit ihrem Gastschüler Treffen statt. Dort hatten sie die Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen. Die ehrenamtlichen YFU-Mitarbeiter setzten sich gemeinsam mit den Gasteltern und -geschwistern mit interkulturellen Themen auseinander und halfen dabei, Lösungsansätze in schwierigen Situationen zu finden. Auch nach dem Austausch lädt YFU zu Gastfamilien-Kulturstreifzügen ein.

Young Europeans’ Seminar (YES) 2010 Zum Abschluss ihres Austauschjahres innerhalb Europas trafen sich 400 Austauschschüler im Juli 2010 am Werbellinsee (Brandenburg) zum YES. Unter dem diesjährigen Thema „Fußabdrücke. Unsere Verantwortung als globale Bürgerinnen und Bürger“ hinterfragten sie in zahlreichen interaktiven Workshops und Diskussionsrunden, welchen Einfluss ihr eigenes Handeln auf ihr Umfeld und das Weltgeschehen hat. Hierbei näherten sie sich dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und betrachteten es aus ökologischer, kultureller, gesellschaftlicher und geschichtlicher Perspektive. Beim großen „YES-Parlament“ entschieden die Teilnehmer über den Einsatz eines fiktiven Budgets für unterschiedliche sozial- und umweltpolitische Projekte. Die inhaltliche Koordination des YES lag 2010 in den Händen von YFU Schweiz und YFU Litauen; YFU Deutschland sorgte wie in den Vorjahren für die Logistik. Das YES wird von zahlreichen Ehrenamtlichen aus ganz Europa durchgeführt, die als Workshopleiter, Betreuer oder organisatorische Helfer zum Einsatz kommen.

Colored Glasses – Interaktive Toleranzworkshops Auch im siebten Jahr des Bildungsangebots Colored Glasses fanden bundesweit zahlreiche Workshops mit Schulklassen und Jugendgruppen statt: In rund 75 durchgeführten Workshops – das sind mehr als je zuvor in einem Jahr – konnten insgesamt rund 1.500 Schülerinnen und Schüler erreicht

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Die YFU-Seminare

werden. Sowohl Schulen, die zum ersten Mal das Angebot wahrnahmen, als auch viele andere, die zum wiederholten Mal mitmachten, zeigten sich begeistert. Erfreulich ist die Vielfalt der Workshops: Neben Workshops an Berufskollegs, Gymnasien, Gesamtschulen, Sekundarschulen und Grundschulen fand fast ein Viertel der Veranstaltungen an Haupt- und Realschulen statt. Mehrere Workshops wurden zur Vorbereitung von Schulaustauschprogrammen und zur Weiterbildung im Rahmen des Pädagogikstudiums durchgeführt. Auf bundesweit acht Schulungen wurden im Jahr 2009/2010 mehr als 50 neue Teamerinnen und Teamer für Colored Glasses-Workshops vorbereitet. In Schleswig-Holstein/Hamburg gründete sich eine neue Gruppe von Colored Glasses-Aktiven; die erst vor kurzem entstandenen Gruppen in Baden-Württemberg und Berlin konnten sich etablieren. Insgesamt haben mehr als 100 ehrenamtliche Teamerinnen und Teamer Colored Glasses-Workshops organisiert und durchgeführt. Zum ersten Mal fand auch eine Fortbildung für erfahrene Ehrenamtliche statt, bei der die Workshop-Umsetzung an Haupt- und Realschulen im Mittelpunkt stand. Weiterhin fanden zwei Lehrerfortbildungen statt. Sie haben sich erneut als Instrument der Weiterbildung und der Öffentlichkeitsarbeit bewährt: Bei den Veranstaltungen konnten neue Schulpartner gewonnen und Lehrer begeistert werden.


Kompetent im Ehrenamt Schulungen und Veranstaltungen für YFU-Mitarbeitende Die Aufgaben rund um den YFU-Schüleraustausch sind komplex und erfordern vielfältige Fähigkeiten und Kenntnisse. Weil die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen hohen Anspruch an die Qualität ihrer Arbeit haben, bilden sie sich regelmäßig fort. Mit zahlreichen Schulungen bietet YFU ihnen die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu vertiefen und sich neue Themengebiete zu erschließen. Ein neuer Fokus liegt bei den verschiedenen Seminaren darauf, auch gezielt Berufstätige und Ehrenamtliche aus der Elterngeneration anzusprechen. Durch ihre Lebenserfahrung bringen sie eine wichtige Perspektive in die Vereinsarbeit ein. Wir freuen uns sehr über ihr reges Interesse an den YFUSeminaren! Ein Thema, das auf Mitarbeiterschulungen mittlerweile regelmäßig aufgegriffen wird, ist die Prävention sexuellen Missbrauchs. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf Seite 10. Im Programmjahr 2009/ 2010 nahmen im Aufnahmeprogramm insgesamt 230 Betreuerinnen und Betreuer an sechs Seminaren teil. Weiterhin wurden Projektorganisatoren für die 37 Orientierungs- und Sprachkurse geschult sowie die Deutsch- und Orientierungslehrer intensiv auf ihre Aufgaben vorbereitet. Im Entsendeprogramm ist durch die Umstellung auf die neue Auswahlrichtlinie ein erhöhter Bedarf an neuen Auswahlleitern und -teamern entstanden. Deshalb wurden verstärkt Schulungen in diesem Bereich angeboten. Für die Seminarleiter im Aufnahme- und Entsendeprogramm wurden zwei gemeinsame Schulungen veranstaltet: Sie beinhalteten sowohl Elemente zur Organisation der Seminare als auch Inhaltliches, beispielsweise eine vertiefende Beschäftigung mit den YFU-Bildungszielen oder den Umgang mit schwierigen Situationen. Innerhalb der Landesgruppen übernehmen Ehrenamtliche thematisch abgegrenzte Aufgabenbereiche, die so genannten Referate. Die wichtigsten Referate umfassen die regionale Koordination folgender Bereiche: Aufnahmeprogramm, Öffentlichkeitsarbeit und, im Entsendeprogramm, Auswahlen, Elternarbeit sowie Vor- und Nachbereitungstagungen. Die Referenten wurden im Rahmen mehrerer Schulungen mit ihren Aufgaben vertraut gemacht und weitergebildet.

wie in der Vollversammlung lernen die Teilnehmer die Funktionsweisen der Vereinten Nationen kennen und üben sich als Nachwuchs-Diplomaten. Im Jahr 2010 hat YFU bereits zum 15. Mal eine Delegation zur NMUN entsandt. Zur Vorbereitung setzte sich die Delegation intensiv mit den kulturellen, sozialen und politischen Begebenheiten der Demokratischen Republik Kongo auseinander, des Landes, das sie in New York repräsentierten. Sonja Mühlenfeld, Head Delegate, beschreibt ihre Erfahrungen so: „Für mich war die NMUN nicht nur ein einzigartiger Einblick in die Arbeit der Vereinten Nationen, sondern auch eine tolle Chance, mit jungen Menschen aus aller Welt über aktuelle Probleme zu diskutieren und – ganz nebenbei – die Perspektive eines anderen Landes kennen zu lernen.“

YFU-Bundestreffen 2010 Das vierte YFU-Bundestreffen und damit die größte Mitgliederveranstaltung des Jahres stand unter dem Motto „GRENZENLOSerLEBEN“. Vom 29. April bis 2. Mai 2010 trafen sich rund 300 YFU-Mitglieder auf der Burg Rothenfels in Bayern, um sich mit dem Thema „Vielfalt“ in Workshops und Diskussionen auseinander zu setzen. Unter anderem behandelten sie dabei die Themen Gender, Migration sowie die Einbindung von Austauschschülern mit Behinderung in unsere Programme. Weiterhin wurden wichtige Themen der Vereinspraxis erörtert, unter anderem Auswahlen, Betreuung oder Elternarbeit. In weiteren Workshops konnte man sich in Bereichen wie Zeitmanagement, Rhetorik und Wissensmanagement weiterbilden.

National Model United Nation (NMUN) Bei der National Model United Nations-Konferenz können jedes Jahr zwölf ehemalige Austauschschülerinnen und -schüler eine ganz besondere Erfahrung machen: Sie vertreten ein Land bei der UN-Simulation im New Yorker UN-Hauptquartier. In realistisch nachgestellten Komitees und Ausschüssen so-

Schulungen und Veranstaltungen für YFU-Mitarbeitende

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Jugendliche vor Übergriffen schützen YFU setzt ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt Seit Jahren engagiert sich YFU für die Prävention sexueller Gewalt. Als Jugendorganisation setzt sich YFU offen mit diesem vermeintlichen Tabuthema auseinander und ist aktiv, um Austauschschülerinnen und -schüler vor Gewalt und Missbrauch zu schützen. Wie dringend nötig eine offene Auseinandersetzung und Präventionsarbeit ist, haben zahlreiche Missbrauchsfälle in Jugendeinrichtungen, Schulen und kirchlichen Organisationen gezeigt, die in der letzten Zeit bekannt geworden sind. Um die YFU-Teilnehmer vor Übergriffen zu schützen, werden sie auf Seminaren für ihr persönliches Grenzempfinden sensibilisiert und dazu ermutigt, sich gegen Grenzüberschreitungen zu wehren.

Umfassendes Präventionskonzept beschlossen Im Frühjahr 2010 hat der YFU-Beirat ein umfassendes Konzept zur Prävention physischer, sexueller und emotionaler Übergriffe vorgestellt. Zu diesem Konzept gehören neben Elementen, die schon seit Jahren in der Vereinsarbeit angewandt werden, auch ergänzende Schritte: • die Sensibilisierung von Austauschschülerinnen und -schülern, Gastfamilien sowie ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Workshops und Seminare, • die Schulung von YFU-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern, um Anzeichen von Missbrauch frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können, • die Einsetzung von Vertrauenspersonen, die bei konkreten Anlässen und für kompetente Hilfe als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, • die konsequente und verantwortungsvolle Reaktion auf Übergriffe.

Selbstverpflichtungserklärung Zudem wurde der Text einer Erklärung beschlossen, mit der sich alle YFU-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zur Prävention physischer, sexueller und emotionaler Übergriffe verpflichten. Die Selbstverpflichtungserklärung hält gemeinsame Werte und Handlungsprinzipien bei YFU für einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang miteinander fest. Hier ein Auszug aus dem Text der Erklärung:

„Wir engagieren uns für eine Welt, in der Menschen über kulturelle Grenzen hinweg Verständnis und Wertschätzung für andere Kulturen wie für die eigene gewinnen. Wir achten das Recht aller Menschen auf Selbstbestimmung, die in der Vielfalt der Lebensgestaltung zum Ausdruck kommt. Gegenseitige Wertschätzung und Respekt bilden die Grundlage für zwischenmenschliche Beziehungen. Unsere Arbeit im internationalen Jugendaustausch lebt von vertrauensvollen Beziehungen zwischen Menschen untereinander. Dieses Vertrauen soll tragfähig werden und bleiben. Es muss vor Missbrauch geschützt sein und darf nicht zum Schaden der uns anvertrauten jungen Menschen ausgenutzt werden. Wir schützen die uns anvertrauten Jugendlichen vor Übergriffen und körperlichem und psychischem Schaden, so gut es uns möglich ist. Offenheit, Transparenz, Sensibilität und eine klare Positionierung zum Jugendschutz kennzeichnen unseren Umgang mit dem Thema und erlauben unseren Programmteilnehmenden und Mitarbeitenden, sich bei uns wohl und sicher zu fühlen. Ziel der folgenden Selbstverpflichtung ist es, gemeinsame Werte und Handlungsprinzipien in unserem Verein nachhaltig zu verankern und diese als Merkmal für die Qualität unserer Arbeit nach außen zu kommunizieren, um das Anliegen der Prävention sexueller Gewalt zu unterstützen. Sie soll vor allem den Zugriff auf unsere Programmteilnehmenden für Täter und Täterinnen in den eigenen Reihen so schwer wie möglich machen. Darüber hinaus sollen Mitarbeitende für mögliche Grenzüberschreitungen in ihrer Arbeit sensibilisiert werden, um diesen vorbeugen zu können.“

Der vollständige Text der Selbstverpflichtungserklärung, die Beiratsrichtlinie sowie weitere Informationen können unter www.yfu.de/praevention abgerufen werden.

10 YFU Vorwort setzt ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt


Qualität hat Priorität Qualitätssicherung bei YFU Wir engagieren uns für eine hervorragende Qualität der YFUAustauschprogramme und stellen damit hohe Ansprüche an unsere Arbeit. Im Vergleich zu anderen Austauschorganisationen hat bei YFU der Bildungsaspekt des Austausches einen besonders hohen Stellenwert: So ist YFU beispielsweise die einzige Austauschorganisation, die zukünftige Austauschschülerinnen und -schüler bereits in Deutschland eine ganze Woche am Stück intensiv auf das Auslandsjahr vorbereitet.

Transparenz und Vergleichbarkeit YFU legt großen Wert auf einen fairen Umgang mit Teilnehmern und Eltern. Hierzu gehören eine kostenfreie Bewerbung, transparente Vertragsbedingungen, geringe Rücktrittsgebühren sowie ein günstiger Programmpreis, in dem umfangreiche Leistungen enthalten sind. Ein Musterexemplar des Teilnahmevertrags steht auf der YFU-Internetseite zum Herunterladen bereit, da wir unseren Bewerbern den direkten Vergleich mit anderen Organisationen ermöglichen wollen. Unsere Auffassung von Qualität haben wir in den YFU-Qualitätszielen dargelegt, die unter www.yfu.de/qualitaet einsehbar sind.

Immer auf den Fall der Fälle vorbereitet YFU ist es wichtig, auf eventuelle Notfälle im Austauschjahr vorbereitet zu sein. Zu diesem Zweck haben wir im vergangenen Jahr unsere Notfallpläne überarbeitet und systematisiert. Nach dem Erdbeben in Chile im Herbst 2009 sowie während der politischen Eskalation in Thailand im Frühjahr 2010 – bei beiden Krisen blieben alle YFU-Austauschschüler und ihre Gastfamilien unversehrt – hat sich unser Krisenmanagement und das unserer Partnerorganisationen bewährt.

Mein Gesamturteil über die Arbeit von YFU Deutschland ist: 5 = sehr gut 4 = gut 3 = teils/teils

Befragungen der Teilnehmer 2009/2010 Regelmäßig befragt YFU alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Austauschprogramme. Hierzu zählen auch die deutschen Gastfamilien und die Eltern der Schüler im Entsendeprogramm. Die Ergebnisse dieser Befragungen werden dafür genutzt, Potenziale für Verbesserungen zu erkennen und notwendige Veränderungsprozesse im Verein anzustoßen. So erfüllen wir unseren Anspruch, eine lernende Organisation zu sein. Die ausgesprochen positiven Bewertungen der Teilnehmer des Programmjahres 2009/2010 freuen uns sehr und ermutigen uns, unsere Qualitätsziele in den nächsten Jahren weiter zu verfolgen.

2 = weniger gut 1 = schlecht

2006/07

2007/08

Teilnehmer Entsendeprogramm

2008/09 Teilnehmer Aufnahmeprogramm

2009/10 Gastfamilien Aufnahmeprogramm

Weitere Befragungsergebnisse des Jahrgangs 2009/2010 finden Sie im Internet unter www.yfu.de/qualitaet.

Qualitätssicherung bei YFU 11


Chancen für alle Stipendien bei YFU Im Programmjahr 2009/2010 konnten wir 242 deutsche und 119 ausländische Jugendliche mit Voll- und Teilstipendien in Höhe von insgesamt 640.732 Euro unterstützen. Zusätzlich wurden Stipendien im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) und verschiedener Unternehmenskooperationen vergeben. An dieser Stelle möchten wir wieder ganz besonders den außerordentlichen Beitrag hervorheben, den die Eltern der Programmteilnehmer dabei leisten: Sie entscheiden sich für unser Programm und sind bereit, einen Programmpreis zu zahlen, der einen Beitrag zum Stipendienfonds enthält. So tragen sie dazu bei, dass die Erfahrung eines Austauschjahres nicht nur denen vorbehalten bleibt, deren Familien über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Dass wir Stipendien in einem solch großen Umfang vergeben können, verdanken wir aber auch zahlreichen Freunden und Förderern unseres Vereins. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass diese Unterstützung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten anhält. YFU wird unterstützt von öffentlichen Förderern, Stiftungen, Unternehmen und zahlreichen Privatspendern, die – ganz individuell und nach ihrem persönlichen Vermögen – dazu beitragen, den internationalen Jugendaustausch zu fördern.

jahr in China, Indien, Polen, Rumänien, Russland oder Ungarn verbracht haben. Außerdem wird YFU unter anderem durch das Landesjugendamt Brandenburg unterstützt, welches 2009/2010 wieder Fortbildungsveranstaltungen sowie die jährliche Nachbereitungstagung der Landesgruppe Brandenburg gefördert hat.

Unternehmen Immer mehr Unternehmen haben Interesse an der Förderung des internationalen Jugendaustauschs. Einige Unternehmen, zum Beispiel Starbucks Coffee Deutschland GmbH, engagieren sich im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility-Strategie für den Schüleraustausch, andere belohnen den ehrenamtlichen Einsatz ihrer Mitarbeiter für YFU und wieder andere bieten über die Vergabe von Vollstipendien den Kindern ihrer Mitarbeiter die Möglichkeit, einige Zeit im Ausland zu verbringen. Für letztgenanntes Modell steht vor allem das Unternehmen Deutsche Post DHL, das seit 2006 Kindern von Mitarbeitern im In- und Ausland Stipendien für die Teilnahme am Jahresaustausch sowie an einem vierwöchigen Sommerprogramm bietet.

Stiftungen, Clubs und Vereine Öffentliche Förderer Im Rahmen des PPP haben im Programmjahr 2009/2010 wieder 57 deutsche und 50 amerikanische Schülerinnen und Schüler ein Jahr im jeweils anderen Land verbracht. Das PPP wurde im Jahr 1983 vom Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika und dem Deutschen Bundestag ins Leben gerufen, um den jungen Generationen beider Länder die Bedeutung eines freundschaftlichen Miteinanders zu vermitteln. Von Beginn an war YFU als durchführende Organisation am PPP beteiligt und organisiert das Programm im Projektzyklus 2009/2010 bis 2012/2013 in Zusammenarbeit mit YFU USA. Über das PPP hinaus gibt es keine Bundeszuschüsse für Schuljahresaufenthalte, da Bildung in Deutschland Ländersache ist. Daher sucht YFU die Kooperation mit einzelnen Kultusministerien, um auf Länderebene jeweils eigene Stipendienangebote entwickeln zu können. So hat YFU im Programmjahr 2009/2010 bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Kulturfonds-Stipendien „Botschafter Bayerns“ an Schülerinnen und Schüler aus dem Freistaat vergeben. Gefördert wurden diesmal zehn Jugendliche, die ihr Austausch-

12 Stipendien Vorwort bei YFU

Im Jahr 2009 jährte sich der Fall der Berliner Mauer zum 20. Mal. Als unmittelbare Antwort auf dieses geschichtsträchtige Ereignis am 9. November 1989 wurde damals die Youth for Understanding Stiftung von Dr. Beate Lindemann, der Geschäftsführerin der Atlantik-Brücke e.V., und Dr. h.c. Walther Leisler Kiep, dem Ehrenvorsitzenden der Atlantik-Brücke e.V., gegründet. Die Stiftung fördert den transatlantischen Austausch und will damit auch einen Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands leisten: Jugendlichen aus Ostdeutschland wird gezielt durch Stipendien ein Austauschjahr in den USA ermöglicht – auf der anderen Seite erhalten US-amerikanische Jugendliche, die einer ethnischen Minderheit angehören, Stipendien für ein Schuljahr in Deutschland. Die Gelder für die Stipendien werden im Rahmen einer jährlichen Benefizveranstaltung im Dezember in New York eingenommen, an der auch im Jahr 2009 wieder zahlreiche Förderer teilnahmen. Zwei ehemalige Stipendiaten berichteten im Rahmen der Gala, wie wertvoll das Austauschjahr für sie und ihr Umfeld war. Zudem wurde 2009/2010 wieder eine amerikanische Schülerin mit dem „German Young Leaders Fellowship for American Minority High School Students“ unterstützt. Dieses


„Ohne das Stipendium der YFU Stiftung wäre dieses großartige Austauschjahr für mich nicht möglich gewesen. Ich weiß das zu schätzen und bin dankbar für diese einmalige Chance!“ Sabina Schwachenwalde, Stipendiatin der YFU Stiftung und Teilnehmerin an der Gala 2009

Fellowship wird durch Spenden der deutschen „Young Leaders“ der Atlantik-Brücke finanziert und ermöglicht einem jungen, einer Minderheit angehörenden US-Amerikaner ein Austauschjahr in Deutschland. Auch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ sowie die Stiftung West-Östliche Begegnungen haben im Programmjahr 2009/2010 wieder deutsche und osteuropäische Jugendliche dabei unterstützt, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Letztere hat jedoch vorerst zum letzten Mal Stipendien für den Jahresaustausch vergeben und sich nach Abschluss des Programmjahres zunächst anderen Förderbereichen zugewandt. Als neuer Förderer hinzugekommen ist im Programmjahr 2009/2010 u.a. die EKO-Stiftung Bildung Ostbrandenburg, die durch die Vergabe von zwei Stipendien Jugendliche aus dem östlichen Brandenburg unterstützt hat.

Darüber hinaus haben v.a. die Robert Bosch Stiftung, die Checkpoint Charlie Stiftung sowie die Haniel Stiftung die Teilnahme einer YFU-Delegation an der National Model United Nations Conference 2010 in New York ermöglicht (siehe Seite 9). Die Robert Bosch Stiftung hat darüber hinaus die Teilnahme von zehn Jugendlichen an einem Kurzzeitaustausch mit Japan gefördert (siehe Seite 5).

Privatspender Insbesondere die Familien unserer ehemaligen Programmteilnehmer und die Alumni selbst fördern den Verein durch ihre Spenden und tragen so dazu bei, konkrete Bildungsprojekte umzusetzen und Stipendien an bedürftige Jugendliche zu vergeben. Wir stellen Ihnen die fünf verschiedenen Stipendienfonds, die von Privatspendern unterstützt werden, auf den folgenden Seiten näher vor.

Wir bedanken uns bei unseren Förderern des Programmjahres 2009/2010: Atlantik-Brücke e.V. Aumüller Druck Regensburg BARD/Angiomed Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus Bürgerstiftung Leverkusen CallCompany Telekommunikationsdienste GmbH Checkpoint Charlie Stiftung Citibank Privatkunden AG Deutsche Post DHL Deutscher Bundestag Die Welt des offenen Herzens e.V. Dorothea und Rüdiger Schmidt EKO-Stiftung Bildung Ostbrandenburg emz Hanauer GmbH u.Co.KG Evotec AG German-American Women's Club of Berlin Haniel Stiftung

Hans-Waider-Stiftung Neuss Harald Dethlefsen Hiroshima City Board of Education Internationaler Dialog Rhein-Kreis-Neuss e.V. Landesjugendamt Brandenburg Lions Club Bochum-Hellweg Lions Club Goslar-Bad Harzburg Manfred Günter Markus Wagner Robert Bosch GmbH Robert Bosch Stiftung SkyLink Travel House Stadt Koblenz Starbucks Coffee Deutschland GmbH Stiftung „Erinnerung Verantwortung Zukunft“ Stiftung West-Östliche Begegnungen Youth for Understanding Stiftung

Stipendien bei YFU 13


Wertvolle Beiträge Spender schenken Bildungschancen Neben Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Förderern unterstützen auch zahlreiche Privatpersonen die Arbeit von YFU durch ihre Spenden. Im Jahr 2009 haben wir unsere Spender sowie die Familien ehemaliger Programmteilnehmer um Unterstützung für den Eric Simon Scholarship Fund, für unseren neu gegründeten Taschengeld-Fonds sowie für die Förderung Jugendlicher aus Ostdeutschland gebeten. Unabhängig von diesen Spendenaufrufen gibt es auch Förderer, die uns Einzugsermächtigungen erteilt haben und so regelmäßig für Projekte spenden, die ihnen persönlich am Herzen liegen. Im Jahr 2009 haben wir die Palette unserer Stipendienfonds auf insgesamt fünf erweitert: Wir freuen uns über Unterstützung für den allgemeinen YFU-Stipendienfonds, den Eric Simon Scholarship Fund, den Ulrich Zahlten International Scholarship Fund, den Fonds für Vielfalt sowie den neuen Taschengeld-Fonds.

Eric Simon Scholarship Fund Um finanziell bedürftigen Jugendlichen aus Lateinamerika ein Austauschjahr in Deutschland zu ermöglichen, wurde im Jahr 2005 der Eric Simon Scholarship Fund gegründet. Seitdem werden jährlich mindestens sechs Teilstipendien vergeben. Im Programmjahr 2009/2010 konnten mit der Summe von rund 20.600 Euro sogar sieben Stipendiaten gefördert werden, die aus Ecuador, Uruguay, Chile, Argentinien, Brasilien und Venezuela für ein Jahr nach Deutschland kamen.

Allgemeiner YFU-Stipendienfonds Der YFU-Stipendienfonds existiert seit 1957 und hat das Ziel, Jugendlichen ein Schuljahr im Ausland zu ermöglichen, deren Familien dies aus eigener Kraft nicht finanzieren können. Im Jahr 2009/2010 haben wir aus Mitteln des allgemeinen YFU-Stipendienfonds 154 Teil- und 10 Vollstipendien in einem Gesamtvolumen von 290.660 Euro an Schüler aus Deutschland vergeben und ihnen damit ihr Austauschjahr ermöglicht. Die Stipendien werden für Aufenthalte in allen Programmländern vergeben. Voraussetzung für die Bewilligung eines Stipendiums ist der Nachweis finanzieller Bedürftigkeit. Der größte Teil der Zuwendungen für den YFU-Stipendienfonds kommt von den Eltern unserer Programmteilnehmer, die den im Kostenbeitrag enthaltenen Stipendienanteil zahlen. Dank des Engagements zahlreicher Spender kommen jedes Jahr zusätzliche finanzielle Mittel für Stipendien zusammen.

„Ich habe ein Stipendium bekommen von den Förderern des Fonds für Vielfalt. Ich weiß diese Unterstützung sehr zu schätzen und bedanke mich sehr herzlich. Ich finde es sinnvoll, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich einer anderen Kultur vollkommen zu öffnen und in ihr als Person aufzugehen.“ Dilvin Sahin, Austauschjahr in Uruguay 2009/2010

14 Spender schenken Bildungschancen


„Ich hatte mich entschlossen, zu meinem 60. Geburtstag auf die üblichen gut gemeinten Geschenke zu verzichten und stattdessen um eine Spende für YFU zu bitten. Nun hoffe ich auf viele Nachahmer!“ Uta Dethlefsen, ehemalige Entsendeprogramm- und Gastmutter

Fonds für Vielfalt

Taschengeld-Fonds

Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in vielen Fällen benachteiligt, wenn es um ihre Bildung geht. Auch in den YFU-Austauschprogrammen sind sie bislang – im Vergleich zu ihrem Anteil an der gleichaltrigen Bevölkerung – unterrepräsentiert. Das Ziel von YFU ist es, mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für ein Austauschjahr zu begeistern und sie bei dessen Finanzierung gezielt zu unterstützen, falls ihre Familien die Kosten des Programms allein nicht aufbringen können. Seit 2008 existiert zu diesem Zweck der Fonds für Vielfalt, aus dessen Mitteln YFU im Programmjahr 2009/2010 erstmalig sieben Schülerinnen ein Austauschjahr ermöglichen konnte. Dafür wurden rund 16.300 Euro aufgewandt.

Regelmäßig erhalten wir Anfragen von Gasteltern oder Betreuern, wenn Austauschschüler zusätzliche finanzielle Unterstützung in Form von Taschengeld benötigen. Das Preisniveau im Gastland liegt teilweise deutlich über dem im Heimatland der Schüler – folglich sind Freizeitaktivitäten mit Freunden, neue Kleidung oder Ausflüge mit der Klasse nur schwer zu bezahlen. Daher haben wir im Jahr 2009 entschieden, einen Taschengeld-Fonds zu gründen. Aus seinen Mitteln erhalten finanziell schlechter gestellte Teilnehmer nun bei Bedarf Taschengeld-Zahlungen oder einmalige Sonderzuschüsse. Auf einen Spendenaufruf im Dezember 2009 hin wurden seitdem rund 25.000 Euro für den neuen Fonds gespendet.

Ulrich Zahlten International Scholarship Fund

Spenden zu besonderen Anlässen

Die meisten osteuropäischen Familien können die Kosten eines Austauschjahres allein nicht tragen. Um dennoch Jugendlichen aus Osteuropa ein Schuljahr im Ausland zu ermöglichen, wurde im Jahr 1998 der Ulrich Zahlten International Scholarship Fund gegründet. Mit einer jährlichen Gesamtsumme von bis zu 20.000 Euro wurden seitdem zahlreiche Jugendliche gefördert. Im Programmjahr 2009/2010 konnten acht Schülerinnen und Schüler aus Lettland und Georgien gefördert werden. Davon verbrachten vier Jugendliche ein Austauschjahr in Deutschland, drei in Österreich und eine in den Niederlanden. Der Fonds wird jedes Jahr etwa zur Hälfte durch regelmäßige Spenden von Vereinsmitgliedern gefüllt. Um den gesamten Betrag von 20.000 Euro ausschütten zu können, ist YFU auf zusätzliche Spenden angewiesen.

Bei Jubiläen, runden Geburtstagen oder Silberhochzeiten verzichten immer mehr Menschen auf Geschenke und bitten ihre Gäste stattdessen um Spenden für gemeinnützige Zwecke. Auf diese Weise hat YFU im Jahr 2009 rund 5.400 Euro an Spenden erhalten, um bedürftigen Jugendlichen ein Austauschjahr zu ermöglichen. Wir bedanken uns bei Dieter Volkmann, Uta Dethlefsen, Wolfgang Welz, Jörn Wöbke und Uwe Wätjen, dass sie ihre Feiern dazu genutzt haben, die Arbeit von YFU zu fördern!

Spender schenken Bildungschancen 15


YFU zieht Bilanz Das Wirtschaftsjahr 2009 Auch im Kalenderjahr 2009 erwies sich die finanzielle Lage unseres Vereins als stabil und unsere Weise zu wirtschaften als nachhaltig. Auch wenn wir das Jahr mit einem leicht negativen Ergebnis abgeschlossen haben, war es uns möglich, Rücklagen für wichtige Investitionen zu bilden, um so beispielsweise die Entwicklung von Partnerorganisationen weiter voranzutreiben und zu unterstützen. Wie in den Vorjahren hat YFU Deutschland auch im Jahr 2009 wieder rund 360 Programmteilnehmer mit Stipendien unterstützt. Insgesamt wurden dazu 640.732 Euro bereitgestellt. Die Mittel, die zum einen aus Kostenbeiträgen unserer voll zahlenden Teilnehmer und zum anderen von Förderern stammten, kamen deutschen und ausländischen Schülern zugute, deren Familien ein Austauschjahr alleine nicht hätten finanzieren können. Durch unser sparsames Wirtschaften und das große Engagement unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter ist es YFU als gemeinnützigem Verein möglich, die Programme zu vergleichsweise niedrigen Preisen anzubieten. Gleichzeitig werden wir unserem Anspruch gerecht, Austauschprogramme von ausgezeichneter Qualität anzubieten – darauf sind wir stolz. Wir ziehen eine positive Bilanz des Jahres 2009 und blicken auf das Finanzergebnis, das in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet wird.

16 Das Wirtschaftsjahr 2009

Bilanz zum 31.12.2009 Aktiva

Stand 31.12.2009 Stand 31.12.2008

A. 1. 2.

Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe

B. 1. 2. 3. 4.

Umlaufvermögen Forderungen aus Leistungen Sonstige Vermögensgegenstände Wertpapiere Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten (1) Summe

C.

8.502 84.683 93.184

10.058 79.412 89.470

306.040 241.036 322.379 3.412.460

295.985 182.245 309.734 2.993.870

4.281.914

3.781.834

13.598

29.403

4.388.696

3.900.707

Rechnungsabgrenzungsposten

Summe Aktiva

(1) inkl. Anzahlungen für das folgende Programmjahr

Erläuterungen zur Bilanz Die Betriebsmittelrücklage dient der allgemeinen Risikovorsorge. Das leicht negative Jahresergebnis führte zu einer Verringerung dieser Bilanzposition. Als Ergänzung und zur weiteren Absicherung gegen Risiken wurde eine freie Rücklage in Höhe von 55.300 Euro gebildet, die in den kommenden Jahren nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden soll. Die zweckgebundenen Rücklagen enthalten vor allem Rücklagen für Stipendien, die Entwicklung von Partnerorganisationen, die Zusammenarbeit mit Schulen sowie weitere Entwicklungspro-

jekte. Sie konnten im vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet werden. Die Abweichungen zwischen den Wirtschaftsjahren bei den Forderungen aus Leistungen, den sonstigen Vermögensgegenständen, den sonstigen Rückstellungen, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen Verbindlichkeiten ergeben sich aus den üblichen Änderungen bei der Rechnungsstellung und den Zahlungsterminen. Dieser Abweichung liegt keine veränderte Geschäftspraxis zu Grunde.


Passiva A. 1. 2.

Stand 31.12.2009 Stand 31.12.2008

Vereinskapital Betriebsmittelrücklage Freie Rücklage Summe

1.224.510 55.300 1.279.810

1.229.204

B. 1.

Rücklagen Zweckgebundene Rücklagen

1.275.327

979.063

C. 1.

Rückstellungen Rückstellungen für Programmdurchführungen Sonstige Rückstellungen Summe

873.140

903.280

274.003 1.147.143

269.992 1.173.272

2.

D. 1. 2.

E.

1.229.204

Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Verbindlichkeiten Summe

38.508

22.256

148.551 187.058

108.120 130.376

Rechnungsabgrenzungsposten (1)

499.358

388.792

4.388.696

3.900.707

Summe Passiva

Das Vereinsrecht Das Vereinsrecht kennt keine gesetzlich normierten Rechnungslegungsvorschriften für Vereine. Der Verein ist verpflichtet, durch ordnungsgemäße Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben den Nachweis zu erbringen, dass die tatsächlichen Geschäfte den Satzungsbestimmungen gemäß geführt werden. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee e.V. stellt freiwillig eine Bilanz mit dazugehöriger Ertragsrechnung auf. Die Jahresabschlussprüfung erfolgte nach den Vorschriften des § 317 HGB und den vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung (siehe Seite 19).

(1) inkl. Anzahlungen für das folgende Programmjahr

„Im August 2010 feierten wir mit Cor y unser persönliches Jubiläum: Seit zehn Jahren haben wir durch YFU einen amerikanischen Bruder, Sohn und Freund!“ Kerstin Winkelbauer, ehem. Gastmutter, mit Cor y aus den USA , Austauschjahr in Deutschland 2000/2001

Das Wirtschaftsjahr 2009 17


Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2009 2009

2008

Erträge Einnahmen aus Programmdurchführung Spenden und Zuwendungen Öffentliche Zuwendungen Mitgliedsbeiträge Sonstige betriebliche Erträge Summe

Euro 8.445.741 219.774 459.448 83.894 353.594 9.562.453

Euro 8.328.262 316.811 475.747 76.303 386.553 9.583.676

Aufwendungen Aufwendungen für Programme Stipendien Sonderveranstaltungen Programmausgaben Gemeinkosten

5.810.405 640.732 114.616 6.565.753 2.649.831

5.976.819 835.594 91.970 6.904.383 2.521.522

-828.876 532.613 -55.300

-671.573 641.812

-4.694

128.010

Rücklagen Einstellungen in zweckgebundene Rücklagen Entnahme aus zweckgebundenen Rücklagen Einstellungen in freie Rücklagen

Jahresüberschuss

Erträge nach Herkunft

75% Programmbeiträge Entsendeprogramm

Aufwendungen nach Verwendung 19% Personalkosten

53% Aufwendungen Entsendeprogramm

10% Gemeinkosten exkl. Personalkosten

1% Mitgliedsbeiträge 4% sonstige betriebliche Erträge

13% Programmbeiträge Aufnahmeprogramm

5% öffentliche Zuwendungen

2% Spenden und sonstige Zuwendungen

Erläuterung der Erträge Die Erträge aus der Programmdurchführung sind im Jahr 2009 trotz der leicht gesunkenen Schülerzahl gestiegen. Dies ist auf eine moderate Erhöhung unserer Kostenbeiträge im Entsendeprogramm zurückzuführen. Die Einnahmen aus Programmbeiträgen im Aufnahmeprogramm sind dagegen aufgrund geringerer Schülerzahlen und einem veränderten US-Dollarkurs zurückgegangen. Die Einnahmen aus Spenden und Zuwendungen haben sich im letzten Jahr rückläufig entwickelt. Dies ist unter anderem durch auslaufende Stiftungsförderungen sowie eine ver-

18 Das Wirtschaftsjahr 2009

1% Sonderveranstaltungen

7% Stipendien

10% Aufwendungen Aufnahmeprogramm

änderte buchhalterische Behandlung von Spenden und Zuwendungen zu erklären. Bei den öffentlichen Zuwendungen geht der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr in erster Linie auf zwischenzeitlich gesunkene Schülerzahlen im Stipendienprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen Zuwendungen für Projekte, Tagungskostenbeiträge, Zinsen und ähnliches. Bei den Zinsen war ein deutlicher Einnahmerückgang zu verzeichnen, der durch die Krise der Finanzmärkte verursacht wurde.


Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers zum vollständigen Jahresabschluss 2009 Erläuterungen der Aufwendungen Die Aufwendungen für Programme sind leicht gesunken. Dies ist jedoch nicht in erster Linie mit den zurückgegangenen Schülerzahlen zu erklären, sondern besonders auf einen günstigeren Kurs des US-Dollars zurückzuführen. Im Jahr 2009 haben wir weniger Mittel aus dem YFU-Stipendienfonds entnommen als im Vorjahr. Dies liegt in erster Linie an einer Veränderung der BAföG-Bewilligungspraxis für die Teilnehmer am USA-Programm: Da über die Anträge unserer Teilnehmer auf Schüler-BAföG zu einem früheren Zeitpunkt entschieden wurde als in den Vorjahren, konnten wir diese Förderentscheidung in unsere eigenen Stipendienbewilligungen einbeziehen. Zahlreiche Stipendienantragsteller hatten über das BAföG bereits ausreichende Unterstützung erhalten und benötigten keine zusätzlichen YFU-Stipendien. Dank dieser Entwicklung können wir unsere Mittel bei der Stipendienvergabe künftig gezielter und effektiver einsetzen. Die Personalkosten entstehen zu zwei Dritteln durch die direkte Programmarbeit.

Transparenz In Deutschland gibt es keine einheitlichen Regelungen, welche Informationen eine gemeinnützige Organisation offenlegen muss. Wer für das Gemeinwohl tätig wird, sollte unserer Meinung nach der Gemeinschaft aber sagen, welche Ziele die Organisation anstrebt, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger sind. Daher hat YFU die Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft unterzeichnet und sich damit zur Offenlegung von zehn grundlegenden Informationen über den Verein auf der YFU-Internetseite verpflichtet. Definiert wurden diese zehn Punkte von Transparency Deutschland e.V. sowie zahlreichen Akteuren aus der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft. Die Punkte beinhalten unter anderem die Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur. Die in der Selbstverpflichtungserklärung geforderten Informationen über YFU finden Sie auf unserer Internetseite unter www.yfu.de/transparenz.

„Ich habe den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung des Vereins Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung) liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter des Vereins. Meine Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von mir durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchhaltung abzugeben. Ich habe meine Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des Jahresabschlusses unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Vereins sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie die Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Ich bin der Auffassung, dass meine Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für meine Beurteilung bildet. Meine Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung.“ Hamburg, den 25. März 2010 Dr. Rolf Dröge, Wirtschaftsprüfer

Das Wirtschaftsjahr 2009 19


Eine stabile Basis Die Entwicklung des Vereins Der Vorstand Nachdem Marcus von Garßen seit 2004 stellvertretender Vorstandsvorsitzender war, wurde er 2009 der Nachfolger von Nils Oldenburg im Amt des Vorsitzenden. Er war 1987/1988 als PPP-Stipendiat YFU-Austauschschüler in Maryland, USA. Marcus von Garßen ist außerdem Mitglied im International Advisory Council. Beruflich ist er als Planungsleiter in der Strategieabteilung eines Telekommunikationskonzerns in München tätig.

Elmar Lammerskitten ist der zweite Beisitzer im Vorstand. Nach seinem Austauschjahr 1989/1990 in den USA war er unter anderem Landes- und Regionalvertreter der Landesgruppe Hessen/ Rheinland-Pfalz/Saarland. Seine Schwerpunkte sind Mitarbeiterschulung sowie die Zusammenarbeit zwischen YFU und Wissenschaftlern. Beruflich ist er als Human ResourcesManager bei einem globalen Automobilzulieferer tätig.

Vereinsstruktur Rita Stegen verbrachte 1988/1989 ihr Austauschjahr in den USA. Seit 2009 ist sie stellvertretende YFU-Vorsitzende. Viele Jahre hat sie sich ehrenamtlich engagiert und war die erste hauptamtliche Repräsentantin des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) in Berlin. Jetzt arbeitet sie für das Schul- und Kultusreferat der Stadt München. Kai Mönkedieck verbrachte 1994/1995 sein Austauschjahr in den USA. Nach vielen Ehrenämtern in der Landesgruppe Niedersachsen/Oldenburg war er Sprecher der Regionalversammlung. 2008 wurde er Mitglied des Vorstands und ist seitdem als Schatzmeister tätig. Außerdem vertritt er YFU im Stiftungsrat der Youth for Understanding Stiftung. Beruflich ist er für die Vereinten Nationen in New York tätig. Erster Beisitzer im Vorstand ist Sebastian Fetköter, der 1982/1983 als Austauschschüler in den USA war und sich seitdem in mehreren Landesgruppen engagierte. Schwerpunkte seiner Tätigkeit in der Regionalversammlung und im Beirat waren die Schulung von Ehrenamtlichen, die dazugehörige Konzeptentwicklung sowie Auswahlen. Er ist als Einkäufer bei einem Automobilzulieferer beschäftigt.

20 Die Entwicklung des Vereins

YFU hatte im August 2010 mehr als 5.200 Mitglieder und damit erfreulicherweise rund 250 mehr als im vergangenen Jahr. Die Mitglieder sind in 16 Landesgruppen organisiert, denen jeweils ein gewählter Landesvertreter vorsteht. Dieser koordiniert die ehrenamtlichen Aktivitäten und vertritt zusammen mit den beiden gewählten Regionalvertretern die Interessen der Landesgruppe in der Regionalversammlung. Diese Versammlung ist die Vertretung aller Mitglieder. Sie wählt auch den fünfköpfigen Vorstand, der vom Beirat vorgeschlagen wird. Der Beirat selbst ist der erweiterte Vorstand. Er besteht aus den fünf Vorstandsmitgliedern, neun von der Regionalversammlung gewählten und weiteren neun vom Beirat hinzu gewählten Mitgliedern sowie dem Ehrenvorsitzenden.

Vorstand

Beirat

Regionalversammlung

16 Landesgruppen 5000 Mitglieder, 2000 Ehrenamtliche

Geschäftsstelle


Ehemalige werden zu Ehrenamtlichen YFU ist ein von Ehrenamtlichen getragener Verein. Die aktiven Mitglieder bringen sich mit ihren Fähigkeiten und ihrer Begeisterung in den vielfältigen Bereichen der Vereinsarbeit ein. Die meisten von ihnen sind Alumni: ehemalige Austauschschüler, aber auch Gastfamilien und Eltern von ehemaligen Austauschschülern. Durch die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre und straffere Studienabläufe wird es für junge Ehrenamtliche zunehmend schwierig, sich mit viel Zeit für YFU zu engagieren. YFU versucht aber, ihnen auch unter diesen Bedingungen interessante Möglichkeiten zur Mitarbeit anzubieten. Immer wichtiger werden für den Verein außerdem die Ehemaligen, deren Austauscherfahrung schon längere Zeit zurückliegt. Auch wenn sie oftmals beruflich und familiär eingebunden sind, ist ihr Engagement sehr wertvoll. YFU bietet ihnen die Möglichkeit, sich in Bereichen zu engagieren, die sich mit ihrer begrenzten Zeit vereinbaren lassen. Regelmäßig führt YFU für die Alumni Treffen durch, bei denen sie sich austauschen und über aktuelle Themen des Vereins informieren können. Zunehmend finden diese Treffen auch auf regionaler Ebene statt.

Geschäftsstelle und Geschäftsführung Im Auftrag des Vorstands erledigt die YFU-Geschäftsstelle in Hamburg zahlreiche Aufgaben zur Koordinierung und Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt sind dort rund 40 Voll- und Teilzeitkräfte angestellt und arbeiten in den Abteilungen Entsendeprogramm, Aufnahmeprogramm, Öffentlichkeitsarbeit, IT, Zentrale Dienste/Finanzen und dem Stab der Geschäftsführung. Seit dem Jahr 2000 ist Knut Möller der Geschäftsführer von YFU Deutschland.

„Für meine Kollegen und mich ist die Arbeit für YFU etwas Besonderes: Weil wir fest vom Sinn unserer Arbeit für die einzelnen Beteiligten und für die ganze Gesellschaft überzeugt sind, leisten wir unsere Arbeit mit Motivation und großem Engagement.“ Knut Möller, YFU-Geschäftsführer

Gemeinsam für gemeinnützigen Schüleraustausch YFU ist Mitglied im Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen e.V. (AJA) seit dessen Gründung im Jahr 1993. Gemeinsam mit AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., Experiment e.V., Open Door International e.V., Partnership International e.V. und Rotary Jugenddienst Deutschland e.V. setzen wir uns im AJA für den langfristigen Schüleraustausch ein. Ziele des AJA sind unter anderem • die Förderung von Qualität im internationalen Schüleraustausch durch die Veröffentlichung von Qualitätskriterien, • die Verbesserung der Rahmenbedingungen im Schüleraustausch, • die Anrechnung von Auslandsschuljahren auf die Schulzeit in Deutschland, • die Verankerung des Schüleraustauschs in der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, • die Ansprache von Haupt- und Realschülern für die Teilnahme an Austauschprogrammen, • die gezielte Unterstützung des Austauschs mit Osteuropa.

Die Entwicklung des Vereins 21


Ein Blick in die Zukunft Herausforderungen und Ziele der kommenden Jahre Bisher haben rund 50.000 Jugendliche an den Austauschprogrammen von YFU Deutschland teilgenommen. Die Begeisterung über den Auslandsaufenthalt hat viele der Ehemaligen dazu motiviert, sich ehrenamtlich für den Schüleraustausch zu engagieren. Um auch in Zukunft vielen Jugendlichen wertvolle interkulturelle Erfahrungen zu ermöglichen, vertrauen wir auf eine Mischung aus Bewährtem und vielversprechenden neuen Entwicklungen.

Zurzeit sind die meisten Teilnehmer unserer Programme Gymnasiasten aus bildungsorientierten Haushalten. Wir wünschen uns, zusätzlich mehr Schüler mit anderen persönlichen Hintergründen für ein Austauschjahr zu begeistern. Für sie bieten wir bereits spezielle Stipendien an – z.B. für Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Haupt- und Realschüler. Dieses Engagement wollen wir beibehalten und weiter ausbauen. Wir sind vom besonderen Wert einjähriger Auslandsaufenthalte überzeugt. Nur bei einem so langen Auslandsaufenthalt können die Schülerinnen und Schüler vollständig in die neue Kultur eintauchen und sie von innen heraus kennen lernen. Manche Schüler der bislang unterrepräsentierten Gruppen schrecken aber vor den Herausforderungen eines langen Auslandsaufenthalts zurück. Sie trauen es sich vielfach nicht zu, ein ganzes Jahr lang ein völlig neues Leben auszuprobieren. Um diesen Schülern dennoch die Chance auf eine Austauscherfahrung zu geben, erproben wir neue Konzepte: In Kooperation mit Partnern möchten wir in Zukunft zusätzlich kürzere Programme speziell für die genannten Zielgruppen erarbeiten. So sollen auch sie im Ausland interkulturelle Erfahrungen und größeres Selbstvertrauen gewinnen. Erste Erfahrungen konnten wir im Herbst 2010 während des Community Service-Programms sammeln, zu dem die US-Botschaft in Deutschland in Kooperation mit YFU Hamburger Haupt- und Realschüler in die USA eingeladen hat. Auch das Projekt Colored Glasses, in dessen Rahmen interkulturelle Workshops an allen Schultypen durchgeführt werden, eröffnet neuen Zielgruppen interkulturelle Lernimpulse.

Internationale Partnerschaften ausbauen Die Vielfalt unserer Partnerländer ist uns wichtig: Wir sind davon überzeugt, dass es für Austauschschüler auch jenseits der traditionellen englischsprachigen Austauschziele viel zu entdecken und zu lernen gibt. Während in den vergangenen Jahren unser Fokus auf der Entwicklung neuer Partnerorganisationen gelegen hat, rückt nun die Vertiefung der Austauschbeziehungen mit den neu entstandenen Partnern in den Mittelpunkt. Außerdem plant YFU Deutschland, gemeinsam mit verschiedenen YFU-Partnerorganisationen, mit denen wir schon jetzt viele Schüler austauschen, die Programmgröße weiter auszubauen. Hierdurch sollen sowohl das Aufnahme- als auch das Entsendeprogramm wachsen.

Ehrenamt: Die stabile Basis des Vereins ausbauen Unser Ziel ist es, den über 1.500 YFU-Ehrenamtlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und sie durch Schulungen zu fördern. Dabei ermutigen wir sie, Verantwortung zu tragen und tun unser Bestes, damit sie mit Spaß und Enthusiasmus bei der Sache sind. Viele der YFU-Ehrenamtlichen sind in Schule, Studium, Familie und Beruf stark eingespannt. Wir möchten ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie trotzdem für YFU aktiv sein können. Deshalb werden wir in Zukunft verstärkt daran arbeiten, mit unseren Alumni langfristig in Kontakt zu bleiben. Die im Moment diskutierte Reform der Vereinsstruktur soll hier unterstützend wirken und dafür sorgen, dass der Verein für die Herausforderungen der nächsten Jahre zugleich stabil und flexibel bleibt.

Rita Stegen (Stellvertretende Vorsitzende)

22 Herausforderungen und Ziele der kommenden Jahre

Foto: Birgit Wetzel (Aserbaidschan)

Neue Teilnehmergruppen motivieren – Programmvielfalt ausbauen


IMPRESSUM

Herausgeber:

Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. Gemeinnütziger Verein – Träger der freien Jugendhilfe

Geschäftsstelle: Averhoffstraße 10 22085 Hamburg Telefon: 040 22 7002-0 Fax: 040 227002-27 E-Mail: info@yfu.de Internet: www.yfu.de

Spendenkonto: Redaktion: Gestaltung: Druck: Auflage:

Kt.-Nr. 09 08 03 02 01 Commerzbank Hamburg BLZ 200 800 00 Mara Skaletz, Nina Schöberl dholthoefer.de Drucktechnik Altona 3.500 Exemplare © YFU November 2010


Mehr Informationen unter: www.yfu.de

YFU-Jahresbericht 2009/2010  

Der Jahresbericht enthält alle wichtigen Informationen über das Programmjahr 2009/2010 sowie über das Finanzjahr 2009 des Vereins Deutsches...

YFU-Jahresbericht 2009/2010  

Der Jahresbericht enthält alle wichtigen Informationen über das Programmjahr 2009/2010 sowie über das Finanzjahr 2009 des Vereins Deutsches...