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YOUTH FOR UNDERSTANDING Internationaler Jugendaustausch

Spanien Brasilien

USA

Argentinien

Südafrika

Ungarn

Chile

Ecuador Norwegen

Kanada Irland

Australien

China

Aserbaidschan

2019/20 EINES VON ÜBER 40 LÄNDERN WELTWEIT ENTDECKEN Finnland

Großbritannien

Uruguay

Bulgarien Slowakei Südafrika Russland

Schweden Lettland Moldawien

Ungarn Kanada

Dänemark

Mexico

300 Stipendien jährlich

Rumänien

Tschechien


Neue Erfahrungen auf fünf Kontinenten

DUNKEL EINGEFÄRBT SIND DIE 41 AKTUELLEN YFU-AUSTAUSCHLÄNDER.

EUROPA Seite 12

NORDAMERIKA Seite 6 ASIEN Seite 18

AFRIKA Seite 20

LATEINAMERIKA Seite 10

AUSTRALIEN Seite 21

INHALT

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Die YFU-Welt

In der Welt zu Hause 

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Wann und wie lange ins Ausland? 

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Wohin soll es gehen? 

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Regionen Nordamerika  Lateinamerika  Europa  → Schwerpunkt-Programme | Job-Kompass  Asien  Afrika  Australien 

6 10 12 17 18 20 21

Das erwartet dich im Gastland 

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Der Weg ins YFU-Austauschprogramm 

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Unsere Leistungen 

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Stipendien 

27

Über YFU 

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Schüleraustausch für Eltern 

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Bewerbung 

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Kontakt 

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In der Welt zu Hause DAS LEBEN IN EINEM ANDEREN LAND KENNENLERNEN

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, eine Zeit lang in einem anderen Land zu leben – weit weg von deiner Heimat und mit vielen neuen Erfahrungen und Erlebnissen? Mit YFU kannst du ein halbes oder ganzes Schuljahr in einem von 41 Ländern auf der ganzen Welt verbringen. Dabei entdeckst du eine andere Kultur, lernst eine neue Sprache, schließt viele internationale Freundschaften und wächst über dich hinaus – eine Erfahrung fürs ganze Leben!

Tauch ein in andere Lebensweisen Ein halbes oder ein ganzes Jahr lang lebst du in einer Gastfamilie und besuchst mit Gleichaltrigen die Schule. Dadurch lernst du den echten Alltag in deinem Gastland kennen und gewinnst viel intensivere Eindrücke, als es bei einer Urlaubsreise jemals möglich wäre. Du entdeckst, dass Dinge, die dir in Deutschland immer selbstverständlich erschienen sind, auch ganz anders funktionieren können: Freizeitaktivitäten, Familientraditionen, das Schulsystem und noch viel mehr. So lernst du nicht nur eine neue Sprache, sondern entwickelst einen völlig anderen Blick auf die Welt!

„Ich habe Dinge erlebt – große und kleine – von denen ich noch meinen Enkelkindern erzählen kann. Tolle Geschichten kann man überall erleben, aber ein Austauschjahr hilft einem dabei, sie zu erkennen. Sei es nun in Kanada, Costa Rica, den USA, Südafrika, China – oder Finnland.“ Annika, Austauschjahr in Finnland

Wachse über dich hinaus Eine so lange Zeit in einer neuen Umgebung weit weg von deiner Familie und deinem bisherigen Alltag – das ist natürlich auch eine große persönliche Herausforderung. YFU unterstützt dich dabei und bietet dir einen geschützten Rahmen für dein großes Abenteuer. Gerade an den herausfordernden Momenten kannst du wachsen. Du lernst dich selbst mit all deinen Stärken und Schwächen besser kennen, wirst selbstständiger und selbstbewusster. Und du nimmst Erfahrungen fürs Leben mit. Auf die im Austausch erworbenen Fähigkeiten kannst du immer wieder zurückgreifen – in der Schule, in deiner Freizeit und auch in deinem späteren Beruf.

Mach die Welt ein kleines Stückchen besser Als Austauschschülerin oder -schüler trägst du außerdem zu mehr Toleranz und Respekt zwischen verschiedenen Kulturen bei. Du lernst nicht nur dein Gastland kennen und verstehen, sondern bringst den Menschen vor Ort auch Deutschland näher. So hilfst du dabei, Vorurteile abzubauen, und trägst deinen persönlichen Teil zu einer friedlicheren Welt bei.

„Ein Austauschjahr ist, als würde man ein Jahr lang ein völlig neues Leben ausprobieren.“ Konstantin, Austauschjahr in Litauen

„Das Auslandjahr hat mir geholfen, so viele Sachen besser zu verstehen und selbstständiger zu werden. Ich habe Erfahrungen gesammelt, die mir keiner mehr nehmen kann, und Freundschaften geschlossen, von denen ich sicher bin, dass sie ein Leben lang halten. Ich habe es geschafft, mir innerhalb von 10 Monaten ein komplett neues Leben aufzubauen, zu dem ich immer wieder zurückkehren kann. Ich würde jedem, der die Möglichkeit hat, raten, die Chance zu ergreifen.“  In der Welt zu Hause

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Laura, Austauschjahr in Australien


Wann und wie lange ins Ausland? DU PROFITIERST AM MEISTEN VON EINEM LÄNGEREN AUSLANDSAUFENTHALT.

Kurzaufenthalt oder langfristiger Austausch?

Die beste Zeit für Auslandserfahrungen

YFU hat sich bewusst auf langfristigen Schüleraustausch spezialisiert. Die Erfahrungen, die du sammelst, wenn du als Austauschschülerin oder -schüler eine längere Zeit in einem anderen Land lebst, unterscheiden sich sehr von den Erlebnissen bei einem zweiwöchigen Schüleraustausch oder Sprachkurs. Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer melden uns immer wieder zurück, dass sie erst nach einem halben Jahr das Gefühl hatten, so richtig „angekommen“ zu sein. Denn für das Einleben in die neue Kultur und das Erlernen der Sprache brauchst du Zeit. Gerade am Anfang kann es auch schwierigere Phasen geben, die mit den für dich noch neuen Gewohnheiten in deinem Gastland und den noch lückenhaften Sprachkenntnissen zusammenhängen. Doch keine Sorge: Bei Problemen steht dir YFU vor Ort zur Seite. Nach ein paar Monaten festigen sich Freundschaften und die Beziehung zur Gastfamilie, und du sprichst die neue Sprache immer fließender. Jetzt kannst du all das genießen, was du dir in den ersten Monaten erarbeitet hast. Bei einem einjährigen Aufenthalt erlebst du außerdem alle Traditionen und Feierlichkeiten deines Gastlandes mit und verpasst keine wichtigen Festtage. Für Jugendliche, die kein ganzes Jahr im Ausland verbringen können oder möchten, bietet ein Austauschhalbjahr die Möglichkeit, erste interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Die Abreise im Halbjahresprogramm erfolgt in der Regel im Sommer.

Viele Gründe sprechen dafür, schon während der Schulzeit Auslandserfahrungen zu sammeln. Das Leben in der Gastfamilie und der Schulbesuch vor Ort erlauben es dir, komplett in die neue Kultur einzutauchen und denselben Alltag zu erleben wie gleichaltrige Einheimische. Das ist bei anderen Formen des Auslandsaufenthaltes – etwa als Au-Pair oder während des Studiums – nicht in dieser Intensität möglich. Auch das Alter spielt eine große Rolle: Jugendliche, die in die YFU-Altersgrenzen fallen, bringen einerseits schon die persönliche Reife mit, die für einen Austausch nötig ist. Andererseits sind sie noch offen und flexibel genug, um sich wirklich auf neue Gegebenheiten einzulassen. Du nimmst also gerade in diesem Alter besonders viel von deinem Auslandsaufenthalt mit. Auch das Erlernen der Sprache fällt dir jetzt noch leichter als in ein paar Jahren.

In welchem Schuljahr ins Ausland? Der beste Zeitpunkt für ein Austauschjahr oder -halbjahr ist individuell unterschiedlich. Bitte sprich dich bezüglich der Optionen frühzeitig mit deiner deutschen Schule ab. Schülerinnen und Schüler, die einen ersten oder mittleren Schulabschluss anstreben, können im Jahr vor ihrer Abschlussklasse ins Ausland gehen oder ihren Austausch direkt nach dem Schulabschluss einplanen. Für Jugendliche, die das Abitur in 12 Jahren machen, gibt es zwei Möglichkeiten: → Sie gehen während der 10. Klasse ins Ausland und können sich das Jahr in den meisten Bundesländern in Absprache mit der Heimatschule anrechnen lassen.

„Sechs Monate sind schon vorbei und irgendwie ist jetzt alles einfacher. Dinge, die anfangs noch völlig unbekannt waren, sind jetzt alltäglich. Während Freundschaften im ersten Halbjahr noch neu waren und man nicht immer wusste, was man sagen kann und was eher unangebracht ist, sind sie jetzt ganz natürlich. Was diesen Prozess unheimlich erleichtert, ist das Fließendwerden in der Sprache.“ Emily, Austauschjahr in Frankreich

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Wann und wie lange ins Ausland?  

→ Sie schieben das Austauschjahr als zusätzliches Schuljahr zwischen Klasse 10 und 11 (alternativ zwischen 9 und 10) ein. Wer 13 Jahre bis zum Abitur hat, kann auch die Klasse 11 im Ausland verbringen.

AKTUELLE YFU-ALTERSGRENZEN Wenn du dich für das Austauschjahr 2019/20 bewerben möchtest, musst du bei Abreise in der Regel zwischen 15 und 18 Jahre alt sein. Für einige Länder gelten abweichende Grenzen (siehe www.yfu.de/altersgrenzen).


Wohin soll es gehen?

ÜBER 40 AUSTAUSCHLÄNDER AUF DER GANZEN WELT – DA KANN DIE WAHL SCHWERFALLEN.

Stipendienmöglichkeiten

Es gibt kein Land, das besser oder schlechter für deinen Austausch geeignet ist. Denn Tatsache ist: In allen YFU-Gastländern lernst du eine andere Kultur und eine neue Lebensart kennen, integrierst dich in eine zweite Familie und findest internationale Freunde. Manche Schülerinnen und Schüler sind von vornherein auf klassische Austauschländer wie die USA, Kanada, Großbritannien oder Frankreich festgelegt. Andere hingegen haben noch keine konkrete Vorstellung, wo sie ihren Austausch verbringen möchten oder interessieren sich für ungewöhnlichere Zielländer, in denen sie als Austauschschüler eine echte Besonderheit sind und daher oft besonders herzlich empfangen werden.

Auch spezielle Stipendienmöglichkeiten können bei der Länderwahl eine Rolle spielen. Du kannst zwar für alle Gastländer Teilstipendien aus dem YFU-Stipendienfonds beantragen, für einige Zielländer stehen aber zusätzliche Sonderstipendien von Stiftungen und öffentlichen Förderern zur Verfügung, sodass die Chancen auf ein Stipendium für diese Länder besonders hoch sind. Mehr Infos zu den Stipendien findest du auf Seite 27.

Erfahrungsberichte von Ehemaligen Eine kleine Entscheidungshilfe können auch die Erfahrungsberichte von ehemaligen Austauschschülern sein. Einige davon findest du auf den nächsten Seiten in dieser Broschüre, viele weitere gibt es unter www.yfu.de/berichte. Schau doch mal rein! Vielleicht stößt du dabei auf Länder, an die du bislang noch gar nicht gedacht hast.

Die Sprache: In jedem Fall ein Gewinn Wir empfehlen dir, dich nicht vorab auf eine bestimmte Sprache festzulegen. Viele Jugendliche möchten im Austausch ihr Englisch verbessern, dabei empfinden ehemalige Austauschschüler nach ihrer Rückkehr gerade ungewöhnliche Sprachen, die nicht in der Schule unterrichtet werden, als sehr bereichernd. Auch für das spätere Berufsleben kann diese Zusatzqualifikation hilfreich sein. Selbst ohne Vorkenntnisse erlernen die meisten Austauschschülerinnen und -schüler auch vermeintlich schwierige Sprachen vor Ort meist relativ schnell. Die neue Sprache eröffnet dir auch neue Denkweisen und lässt dich dein Gastland besser verstehen.

Grundsätzlich gilt: Je offener du bist und je mehr Länder du in deiner Bewerbung angibst, desto besser sind deine Chancen auf einen Platz in unserem Austauschprogramm!

„Nach Bauchgefühl.“

Wir haben ehemalige Austauschschüler gefragt, wonach man sein Austauschland wählen sollte:

„Wer nicht so weit weg will, sollte sich Europa aussuchen. Wenn du auch noch eine neue Sprache lernen willst, sind Osteuropa und Skandinavien zu empfehlen.“ Clara, Austauschjahr in Lettland „Ich glaube, das Land an sich ist gar nicht das Wichtigste. Mir persönlich war nur ein großer Unterschied zu Deutschland wichtig.“ Nicola, Austauschjahr in Brasilien

Juliana, Austauschjahr in Paraguay „Man sollte in das Land gehen, das irgendwie interessant klingt. Und man darf sich nicht von einer schweren Sprache abschrecken lassen.“

„Dem YFU-Auswahlkomitee habe ich gesagt, dass ich überallhin fahren würde. Letztlich hängt es nämlich überhaupt nicht vom Land ab, sondern davon, dass man loslegt!“

Ben, Austauschjahr in Japan

Jennifer, Austauschjahr in den Niederlanden

 Wohin soll es gehen?

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Nordamerika Vielfalt, Sport & School Spirit Kanada und die USA sind zwei der klassischen Austauschländer, die jedes Jahr zahlreiche Jugendliche begeistern. In Kanada erwarten dich abwechslungsreiche Aktivitäten wie Segeln oder Whale watching im Sommer und Schneeschuhwandern oder Snowboarden im Winter, ein breites Kulturprogramm und beeindruckende Landschaften. Das Schulsystem in Kanada unterscheidet sich stark von dem in Deutschland: Du kannst deinen Stundenplan individuell zusammenstellen und kannst auch außergewöhnliche Fächer wie „Leben in der Natur“ oder Mikroelektronik belegen. Die Schulen sind zudem mit modernster Technik ausgestattet. Nachmittags werden zahlreiche Schulclubs angeboten, die von Cross Country über Technik bis Band reichen. Du hast die Möglichkeit, zwischen dem englischsprachigen und dem zweisprachigen Kanada-Programm zu wählen. Im zweisprachigen Programm lebst du in einem bilingualen Bezirk mit einer Gastfamilie, die sowohl Französisch als auch Englisch spricht. Abhängig von deinen Sprachkenntnissen kannst du auch Unterricht auf Französisch besuchen – das entscheidet deine Schule individuell.

In einem Austauschjahr in den USA kannst du dir dein eigenes Bild vom American Way of Life machen. In dem großen und vielseitigen Land, das dir aus Film und Fernsehen vielleicht schon bekannt vorkommt, lernst du die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen kennen und kannst auch große Festtage wie Thanksgiving miterleben. In der Schule wählst du deine Fächer je nach Interesse aus und kannst in einem der vielfältigen Sportclubs den amerikanischen School Spirit kennenlernen.

Daten&Fakten GASTLÄNDER UND PREISE* FÜR 2019/20 AUSTAUSCHHALBJAHR

USA Kanada**

AUSTAUSCHJAHR

– 11.800 € 11.600 € 16.800 €

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE USA Ende Juli bis Anfang September Kanada Ende August

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE Für die USA wird eine durchschnittliche bis gute Englisch-Note benötigt. Vor der Abreise müssen Englischkenntnisse in einem von YFU organisierten Test nachgewiesen werden. Für das zweisprachige Kanada-Programm sind keine Französisch-Vorkenntnisse bei Bewerbung notwendig, bis zur Abreise müssen aber Französisch-Grundkenntnisse erworben werden. * Stand April 2018. Änderungen vorbehalten. Den aktuellen Preis entnimm bitte unserer Website: www.yfu.de/kosten ** Die Gastfamilien in Kanada erhalten – wie es dort üblich ist – einen Haushaltskostenzuschuss. Zudem fallen Schulgebühren an. Beides ist bereits im Programmpreis enthalten.

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Nordamerika


Mein Jahr in Kanada ERFAHRUNGSBERICHT VON PATRICK

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‚Ruf an, sobald du angekommen bist‘, hatten meine Eltern gerufen, kurz bevor ich durch den Schalter im Flughafen ging. In meinem Kopf waren alle möglichen Gedanken: Wo komme ich jetzt hin? Wie ist meine neue Gastfamilie? Wie wird es zehn Monate ohne meine Familie? Rückblickend kann ich sagen, dass dieses Auslandsjahr die beste Entscheidung war, die ich hätte treffen können. Der Flieger landete um ca. 1 Uhr nachts am Flughafen in Moncton, New Brunswick, wo uns bereits unsere Gastfamilien mit selbst geschriebenen Plakaten erwarteten und uns willkommen hießen. Ab dem ersten Tag wurde ich herzlich in die Familie aufgenommen und war bei allen Festen dabei. Zudem unternahmen wir viele Ausflüge an Wochenenden zu bekannten Sehenswürdigkeiten oder auch in nahe gelegene Städte, um die Großeltern oder Geschwister zu besuchen. Unter der Woche gingen wir meist zu Heimspielen unseres Eishockey-Teams und fieberten dort gemeinsam mit. Ansonsten gab es fast jeden Tag Spieleabende. Nach drei Tagen startete auch schon die Schule. Alle waren offen für die neuen Austauschschüler und interessiert an anderen Ländern, sodass ich schnell Freundschaften aufbauen konnte. Eine große Hilfe beim Schließen von neuen Freundschaften war auch ein spezieller Englischkurs

für Austauschschüler an meiner Schule, den ich im ersten Halbjahr besuchte. Dieser legte großen Wert auf die Integrierung von Austauschschülern in Schulaktivitäten und Clubs. Zu den Clubs, die ich während der Zeit besuchte, gehörten der Schachclub unserer Schule, den ich auch einmal in einem bundesweiten Turnier vertreten durfte, oder auch der Cribbage Club, einer Mischung aus Brett- und Kartenspiel. Zudem gab es viele Ausflüge und Aktivitäten mit der Austauschorganisation, die von gemeinsamen Abendessen mit allen Austauschschülern und Gastfamilien sowie Bowling-Nachmittagen bis hin zu Ausflügen nach Ottawa oder Halifax reichten. Was mir besonders im Kopf geblieben ist, ist die Freundlichkeit und Offenheit, die die Menschen in Kanada besitzen. Egal ob es Klassenkameraden waren, die auf mich zugegangen sind, mir geholfen haben, mich in den Schulalltag einzuleben und interessiert an der Kultur und der Sprache eines anderen Landes waren, ob es Familienmitglieder waren, die mich herzlich aufgenommen haben und mir ihre Traditionen und ihre Kultur gezeigt haben, oder auch die Menschen, die ich bei meinen ganzen Turnieren, Veranstaltungen oder Ausflügen getroffen habe. Jeder akzeptierte mich so, wie ich bin, und machte dieses Austauschjahr für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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 Ein Schuljahr im Ausland 

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„Die ersten Tage waren ziemlich ungewohnt, schließlich hatte ich mit der Zeitumstellung zu kämpfen und musste mich in einem anderen Land in einer ganz neuen Familie einleben, und das auch noch auf Englisch. Trotzdem fühlte ich mich von Anfang an super wohl und wie zu Hause, was ich vor allem meiner wunderbaren Gastfamilie zu verdanken habe!“

„Ich wollte die USA nicht als Tourist erleben, sondern ein Teil der Staaten sein. Ich wollte einfach etwas komplett anderes erleben und das habe ich definitiv. Es ist nicht nur, dass ich mein Englisch verbessert und die amerikanischen Traditionen und die Kultur kennengelernt habe. Ich habe auch gelernt, mich anzupassen und Menschen als Individuen und nicht als Stereotypen zu sehen.“ Chiara, Austauschjahr in den USA

Hanna, Austauschjahr in Kanada

„Kanadische Schulen sind auf dem neuesten Stand der Technik: Alle Schulräume sind mit Smartboards ausgestattet und in vielen Kursen wird am Laptop gearbeitet. Der Unterricht wird von den Lehrern sehr interaktiv gestaltet.“ Julian, Austauschjahr in Kanada

SCHON GEWUSST?

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Ein Schuljahr im Ausland  

Der Super Bowl, das Finale der amerikanischen National Football League, ist eines der größten Sportevents der Welt und lockt im Schnitt fast eine Milliarde Zuschauer weltweit vor den Fernseher.


Nordamerika & Australien

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Mein Jahr in den USA ERFAHRUNGSBERICHT VON INGO

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Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Ob das mein erster Gedanke war, als ich aus dem Flugzeug in Washington, D.C. stieg, weiß ich nicht mehr, wohl aber, dass ich aufgeregt war. Sehr sogar. Jeder kennt die USA aus Filmen und Büchern, doch als ich den amerikanischen Boden mit dem Wissen betrat, zehn Monate hier zu verbringen, erschien mir alles doch sehr fremd. Meine Reise ging nach White Lake, Michigan, einer kleinen Stadt in der Nähe von Detroit. Dort lebte ich mit der tollsten Gastfamilie, die ich mir vorstellen kann. Meine Gasteltern Kevin und Jennifer sowie meine Gastgeschwister Cal und Claire waren ausschlaggebend für das unglaubliche Jahr, das ich dort erleben durfte. Besonders in den ersten Wochen war ich überrascht, wie schnell ich in die Sprache hineinwuchs. Mein Englischunterricht zu Hause hatte ganze Arbeit geleistet, denn obwohl ich schon vier Tage nach meiner Ankunft in die Schule musste, verstand ich bald jeden Amerikaner ohne Probleme. Mit 1.400 Schülern waren auf meiner High School viele schillernde Persönlichkeiten vertreten und von den Cheerleadern bis zum Baseball-Team fand ich alle aus Teenie-Filmen bekannten Gruppierungen. Der immer wieder zitierte School Spirit erfasste auch mich, und spätes-

tens als ich in das Schwimm-Team eintrat, war auch ich ein stolzer Vertreter meiner Schule geworden. Die vielen Aktivitäten trugen dazu bei, die Schülerschaft mit ihrer Schule zu verbinden, so zum Beispiel die ‚Spirit week‘ (eine Art Mottowoche) oder die Homecoming-Parade durch die Stadt zu Ehren von Ehemaligen. Auch die Kirche unterschied sich sehr von dem, was ich in Deutschland kennengelernt hatte. Große moderne Räume, Live-Bands und gut besuchte Jugendgruppen übten einen starken Reiz aus, sodass ich jeden Sonntag aufstand, um mit meiner Gastfamilie zur Kirche zu fahren. Obwohl ich schon davon gehört hatte, war ich erstaunt, wie warmherzig und aufgeschlossen alle Menschen mir gegenüber waren. Auch das Interesse an Deutschland war groß. Gegen Ende des Jahres verging die Zeit immer schneller und ich begriff allmählich, dass ich bald wieder in meine eigentliche Heimat zurückkehren würde. Viele Menschen waren mir ans Herz gewachsen und besonders mit Freunden und meiner Gastfamilie hatte ich viel erlebt. Obwohl am Anfang alles so anders schien, haben die wunderbaren Menschen dort bewirkt, dass ich das außergewöhnlichste Jahr meines Lebens nie vergessen werde und viele lebenslange Freundschaften geschlossen habe.

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Nordamerika

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Lateinamerika Viva América Latina! Lateinamerika – ein riesiger Kontinent, der für die Herzlichkeit, Gastfreundschaft und entspannte Lebensart seiner Bewohner bekannt ist. Als YFU-Austauschschülerin oder -schüler in einem von acht lateinamerikanischen Ländern hast du die Möglichkeit, das alles kennenzulernen. Aus der Ferne fällt es uns manchmal schwer, Unterschiede zwischen den vielen lateinamerikanischen Ländern zu erkennen. Doch jedes Land hat seinen individuellen, unverwechselbaren Charakter.

„Das kleine Land in den Anden, Ecuador, hat es geschafft, mich komplett zu verzaubern. Die Menschen hier lieben das Leben und das merke ich jeden Tag aufs Neue.“ Anna, Austauschjahr in Ecuador

Denn Lateinamerika ist eine Region, in der seit Jahrhunderten verschiedenste Ethnien zusammenleben. So hat jedes Land seine ganz eigene Mischung aus europäischer, indigener und zum Teil afrikanischer Kultur, die völlig unterschiedliche Traditionen und Bräuche hervorgebracht hat. Mit Ausnahme von Costa Rica kannst du in allen lateinamerikanischen Ländern zwischen einem halben und einem ganzen Schuljahr wählen.

Daten&Fakten GASTLÄNDER UND PREISE* FÜR 2019/20

Paraguay Brasilien, Ecuador, Mexiko Argentinien, Chile, Uruguay Costa Rica

AUSTAUSCHHALBJAHR

AUSTAUSCHJAHR

7.600 € 7.800 € 8.000 € –

8.100 € 8.300 € 8.500 € 9.600 €

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE Chile, Paraguay Argentinien, Brasilien, Costa Rica, Ecuador, Mexiko, Uruguay

im Juli im August

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE Vorkenntnisse sind bei Bewerbung nicht notwendig, bis zur Abreise sollten aber Grundkenntnisse der jeweiligen Landessprache erworben werden. * Stand April 2018. Änderungen vorbehalten. Den aktuellen Preis entnimm bitte unserer Website: www.yfu.de/kosten

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Lateinamerika


Mein Jahr in Ecuador ERFAHRUNGSBERICHT VON RONJA

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‚Wir haben nicht viel, aber unser Herz ist groß.‘ Das sagt meine Abuelita (Oma) immer und es ist wahr. Wir, meine Gastfamilie und ich, wohnen mit sechs Personen in einem Haus mit vier Schlafzimmern, Küche, Bad, Esszimmer und einem Patio (Innenhof). Hier sitzt meine Abuelita auf einem Hocker, schält Kartoffeln und schimpft mit den Hunden, die durch die Gegend tollen. Aus einem Zimmer ist Salsa-Musik zu hören, aus einem anderen ein laufender Fernseher. Ich hänge mit meiner Tante Wäsche auf und bin mal wieder überwältigt davon, dass ich in diesem schönen Land am Äquator tatsächlich eine zweite Familie, viele neue Freunde und ein zweites Zuhause gefunden habe. In den letzten Monaten habe ich Ecuador kennen- und lieben gelernt. Das Land ist unglaublich vielfältig: Vom tropischen Regenwald bis hin zu Gletschern lässt sich hier alles finden, und ich habe noch nie so viele verschiedene Früchte gesehen. Auch die Menschen sind ganz unterschiedlich: In meiner Schule sitze ich zum Beispiel mit Mestizos, Indígenas und Schwarzen in einem Klassenraum. Außerdem gibt es immer etwas zu feiern. Sei es der Geburtstag der Stadt, Muttertag, Weihnachten, Karneval oder die Juegos internos (schulinterne Sportwettkämpfe).

Für jedes Ereignis gibt es eine eigene Tradition. So haben wir an Silvester Puppen aus Stroh verbrannt, um die bösen Geister des vergangenen Jahres zu vertreiben. An Karneval konnte ich kaum über die Straße gehen, ohne von irgendwo mit einer Wasserbombe beworfen zu werden. Und zu Ostern haben wir die Fanesca, das traditionelle Osteressen, zubereitet. Die meisten Freunde habe ich in der Schule gefunden. Ich gehe auf das Colegio Ibarra, eine reine Mädchenschule. Schuluniformen sind Pflicht. Im Unterricht meldet man sich nicht und jeden Montag müssen wir uns im Schulhof aufstellen und die Nationalhymne und die Schulhymne singen. Zu Anfang hat mich all das ziemlich verwirrt, vor allem, als ich noch kein Spanisch verstand. Aber meine Mitschülerinnen haben mir immer alles erklärt – im Zweifelsfall mit Händen und Füßen – und mich überall hin mitgenommen. Jetzt gehört das Schulleben zu meinem Alltag und ich bin stolz darauf, eine Chiva zu sein – so werden die Schülerinnen meiner Schule oft genannt. Meine Freunde und meine ecuadorianische Familie haben mich so herzlich und selbstverständlich in ihre Mitte aufgenommen, dass ich heute sage: Im Herzen bin ich Ecuadorianerin.

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SCHON GEWUSST? Im 19. Jahrhundert wanderten zahlreiche Deutsche nach Chile aus und prägten die dortige Kultur mit. Und so ist heute beispielsweise „Kuchen“ nicht nur ein alltägliches Wort in der chilenischen Sprache – er wird häufig auch zum Nachmittagstee serviert.

Lateinamerika 11


Europa So nah und doch ganz anders Um einen spannenden Austausch zu erleben, musst du nicht um die halbe Welt fliegen. Denn auch Europa hat eine Menge zu bieten. In manchen Ländern wirst du vielleicht einiges wiederfinden, das du aus Deutschland kennst. Trotzdem wirst du überrascht sein, wie viel Neues es schon in Nachbarländern zu entdecken gibt. Dich erwarten die unterschiedlichsten Menschen, Lebensweisen und Kulturen. Manche der YFU-Länder in Europa kennst du eventuell schon durch Urlaubsreisen. Von anderen Ländern – zum Beispiel Rumänien, Litauen oder der Slowakei – haben viele Jugendliche hingegen nur vage Vorstellungen. Ein Grund mehr, die Gastfreundschaft der Menschen und das alltägliche Leben dort persönlich kennenzulernen! Naturfans kommen in den baltischen und skandinavischen Ländern voll auf ihre Kosten. Egal ob im tiefen Winter oder in hellen Sommernächten – die Landschaften dort haben einen ganz besonderen Zauber. Landschaftlich reizvoll ist auch Irland, bekannt als die grüne Insel. Dort kannst du zudem die Musik-Begeisterung der Iren kennenlernen – ob im Schulchor oder bei traditionellen Festen. Als Austauschschülerin oder -schüler in Irland hast du außer-

dem die Möglichkeit, das sogenannte „Transition Year‟ zu besuchen. Dabei handelt es sich um die Jahrgangsstufe, die irische Jugendliche optional vor der Oberstufe absolvieren können, um sich beruflich zu orientieren. Im „Transition Year‟ kannst du deine Schulfächer mit wenig Leistungsdruck sehr frei wählen und auch außergewöhnliche Fächer wie Grafikdesign oder Buchhaltung belegen. Ungewöhnliche Fächer und zahlreiche Nachmittagsangebote wie Debattieren oder Rugby werden auch in Großbritannien angeboten. Je nachdem, wo eine für dich passende Gastfamilie gefunden wird, lebst du dort in England, Schottland oder Wales. Besonders spannend ist auch ein Austauschjahr in einem exotischen Land wie Aserbaidschan. Lass dich dort von dem Alltag zwischen orientalischem Flair und moderner Geschäftigkeit faszinieren, der sicherlich ganz anders ist, als du ihn dir aus der Ferne vorstellst. Egal welches Land du wählst – ein Austausch in Europa hat einen großen Vorteil gegenüber anderen Regionen: Du bist auch nach dem Austausch niemals weit von deiner Gastfamilie, deinen neuen Freunden und deinem zweiten Zuhause entfernt!

„Bis vor kurzem hatte ich überhaupt keinen Bezug zum Osten, ich war nie östlicher als Berlin. Inzwischen habe ich in Sofia ein neues Zuhause gefunden und wundervolle Menschen kennengelernt.“ Katharina, Austauschjahr in Bulgarien

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Europa


Daten&Fakten GASTLÄNDER UND PREISE* FÜR 2019/20 AUSTAUSCHHALBJAHR

Bulgarien, Moldawien Rumänien, Serbien, Slowakei Tschechien, Ungarn Estland Lettland, Litauen, Polen Aserbaidschan Belgien (flämisch oder französisch) Schweiz (französisch) Dänemark, Niederlande Finnland Spanien, Russland Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden Großbritannien** (England | Schottland | Wales), Irland***

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE AUSTAUSCHJAHR

– 4.400 € 5.100 € – 5.700 € – 5.900 € – 6.400 € 7.200 € –

4.900 € 4.900 € 5.600 € 6.200 € 6.200 € 6.400 € 6.400 € 6.900 € 6.900 € 7.700 € 7.900 €

7.400 €

7.900 €

11.300 € 11.800 €

* Stand April 2018. Änderungen vorbehalten. Den aktuellen Preis entnimm bitte unserer Website: www.yfu.de/kosten ** In Großbritannien erhalten die Gastfamilien – wie es dort üblich ist – einen Haushaltskostenzuschuss, der bereits im Programmpreis enthalten ist. Da der Januar in Großbritannien ein Prüfungsmonat ist, in dem nur wenig regulärer Unterricht stattfindet, sollten Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Halbjahresprogramm beachten, dass sie in den Wochen vor ihrer Rückreise nur wenig Schulunterricht haben werden. *** Die Gastfamilien in Irland erhalten – wie es dort üblich ist – einen Haushaltskostenzuschuss, der bereits im Programmpreis enthalten ist. Für Jugendliche, die das irische „Transition Year‟ besuchen, fällt zusätzlich eine einmalige Schulgebühr von in der Regel 300-350 Euro an, die nicht im Programmpreis enthalten ist und direkt an die Schule gezahlt wird.

Dänemark, Finnland Ende Juli bis Anfang August Großbritannien Mitte August bis Anfang September Aserbaidschan, Irland, Italien, Spanien Anfang September Alle anderen Länder im August

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE Belgien (franz.), Frankreich, Schweiz (franz.): Bei Bewerbung sind zwei bis drei Jahre Französischunterricht erforderlich. Zudem müssen die Sprachkenntnisse durch einen Sprachtest nachgewiesen werden. Mehr Infos unter www.yfu.de/belgien, www.yfu.de/frankreich bzw. www.yfu.de/schweiz. Großbritannien, Irland: Englischkenntnisse sind erforderlich (durchschnittliche bis gute Noten). Vor der Abreise müssen die Kenntnisse in einem von YFU organisierten Test nachgewiesen werden. Alle anderen Länder: Vorkenntnisse sind nicht notwendig, der Erwerb von Grundkenntnissen der jeweiligen Landessprache ist bis zur Abreise aber empfehlenswert.

Europa

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Mein Jahr in Irland ERFAHRUNGSBERICHT VON KATHARINA

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‚Wie geht’s dir so da drüben? Regnet es nicht dauernd?‘ Das sind die Fragen, die ich seit etwas über drei Monaten ständig höre. Seit Ende August bin ich jetzt schon hier in Irland und abgesehen vom Wetter könnte es kaum besser laufen. Ich lebe mit meiner Gastfamilie in einem kleinen, lebhaften Ort eine halbe Stunde von Galway entfernt. Meine Familie besteht aus meinen Gasteltern und meinen drei kleinen Gastgeschwistern – ein Mädchen (8) und zwei Jungs (4 und 6). Ich fühle mich jeden Tag mehr als Familienmitglied. Meine Gasteltern lassen mir viele Freiheiten und ich kann ihnen alles sagen. Sie trösten mich, wenn es mir mal nicht so toll geht, und sie interessieren sich sehr für mich. Das alltägliche Leben ist ein bisschen anders als in Deutschland. Hier wird auf jeden Fall viel mehr ferngesehen und die meisten Jugendlichen haben nicht so viele Hobbies. Man trifft sich lieber mit Freunden. Ein großer Unterschied ist auch, dass die Autos auf der linken Straßenseite fahren. Deswegen war es die ersten Wochen etwas schwieriger, eine Straße zu überqueren, aber mittlerweile schaue ich schon automatisch in die richtige Richtung. Ich gehe auf eine kleine, mit Jungs und Mädchen gemischte Schule. Ich bin im ‚Transition Year‘, das man freiwillig vor der Oberstufe machen kann. Es ist ein Schuljahr,

in dem man Dinge fürs Leben lernen soll, und deswegen muss man nicht sehr viel Stoff lernen. Wir haben drei Terms, die je zehn Wochen lang sind. In jedem Term haben wir andere Nebenfächer. In den letzten zehn Wochen hatte ich Fächer wie ‚Biodiversity‘, ‚Construction‘ oder ‚Agriculture Science‘. Da lernen wir Sachen, die in meiner deutschen Schule noch nie auch nur erwähnt wurden. Im neuen Term habe ich jetzt Schach und Chinesisch. Ich finde solche Fächer total cool. Zurzeit gestalten wir außerdem ein Schulmusical, das im Februar aufgeführt wird. Ich spiele Querflöte in der Band. An den Wochenenden treffe ich mich mit Freunden. Außerdem unternehme ich auch oft etwas mit meiner Familie. Wir haben zum Beispiel schon zusammen die ‚Cliffs of Moher‘ besucht. Es war ein atemberaubender Anblick. Manchmal gehen wir auch einfach nur spazieren und reden über alles Mögliche. Am Anfang war es für mich oft schwierig, meine Gedanken auf Englisch in Worte zu fassen. Aber das klappt immer besser. Natürlich ist das Englisch überhaupt nicht wie im Schulbuch. Man muss sich erst an Ausdrücke wie ‚Jesus‘ gewöhnen oder dass man dauernd ‚Darling‘ oder ‚Sweetie‘ genannt wird. Auch der irische Akzent ist lustig und hat am Anfang manchmal für Verwirrung gesorgt.

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SCHON GEWUSST?

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In Finnland werden keine 1- und 2-Cent-Stücke als Bargeld benutzt. Beim Einkaufen wird der Gesamtpreis immer auf die nächste 10-Cent-Zahl aufEin Schuljahr im Ausland   oder abgerundet.

Europa 14


Eindrücke aus Europa AUSTAUSCHSCHÜLERINNEN UND -SCHÜLER BERICHTEN

„Wer nach Serbien fährt, sollte eine Tüte Humor mitnehmen. Man darf nicht alles so ernst nehmen und die Serben lachen viel. Außerdem sollte man offen sein und die Freundlichkeit, mit der einem die Serben begegnen, erwidern.“ Klara, Austauschjahr in Serbien

„Das norwegische Schulsystem unterscheidet sich sehr vom Deutschen. Man hat seinen eigenen Laptop und generell ist alles viel lockerer. Man spricht die Lehrer mit dem Vornamen an, und sie sind sehr daran interessiert, den Schülern bei Fragen zu helfen. Man arbeitet auch viel in Gruppen und erarbeitet Präsentationen.“ Penele, Austauschjahr in Norwegen

„Auch wenn es ziemliche Klischees sind, sie sind absolut wahr: Die meisten Spanier sprechen ziemlich laut und Unpünktlichkeit gehört hier praktisch zum guten Ton.‟ Nils, Austauschjahr in Spanien

„Auf meiner Kunstschule habe ich sehr schnell Anschluss und wunderbare Freunde gefunden, die die gleiche Leidenschaft wie ich teilen. Unter der Woche verbrachte ich fast jede Minute in der Schule. Ich hatte lange Unterricht, aber das hielt mich nicht davon ab, mit meinen Freundinnen noch nach Unterrichtsschluss stundenlang in der Schule zu sein, um zu malen, Farbschlachten zu veranstalten oder gemütlich in Decken gekuschelt Karten zu spielen und dabei Musik zu machen oder einfach nur zu quatschen.“

„Es gibt so viele Käsesorten in Frankreich und ich war erstaunt, wie sich meine Familie all die Namen merken kann. Ich bin schon ziemlich froh, dass ich mir fünf merken kann.“

Pia, Kunst-Programm in Estland

Josephine, Austauschjahr in Frankreich

 Ein Schuljahr im Ausland 

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Mein Jahr in Ungarn ERFAHRUNGSBERICHT VON FELIX

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Gulasch, Paprika, Puszta, Budapest – das sind die ersten Sachen, an die man bei Ungarn denkt. Dass aber Gulasch (‚Gulyás‘) eigentlich ganz anders aussieht, man auch nicht mehr Paprika isst als sonstwo, die Puszta eigentlich ‚Alföld‘ heißt und man Budapest mit ‚sch’ spricht, das wissen dabei die Wenigsten. Um ehrlich zu sein, ich wusste vorher auch nicht mehr über dieses Land. Dabei ist Ungarn ein wunderbares Land. Die Menschen sind sehr nett und herzlich und können es kaum glauben, dass man ihre Sprache lernen will. Sobald man auch nur einen ungarischen Satz halbwegs richtig über die Lippen bringt, wird man mit Komplimenten überhäuft, wie fließend und akzentfrei man ja schon Ungarisch könne. Man lernt es mit der freundlichen Hilfe der Ungarn aber wirklich relativ schnell. Die Ungarn sind ein sehr gastfreundliches Volk. Ein Klischee über sie gibt es allerdings, das auch stimmt: Man isst viel und gern. Aber es schmeckt auch einfach zu gut! Jede Gastmutter versucht, einen am Anfang mit ihren Kochkünsten für sich zu gewinnen, was auch immer gelingt. Nach den ersten Monaten fühle ich mich bereits sehr heimisch hier und kannte bis vor wenigen Tagen nicht einmal das ungarische Wort für Heimweh, ganz einfach, weil ich es in der Mitte dieser wunderbaren Menschen

nicht brauche. Die Zeit scheint auch viel zu schnell zu vergehen… An vielen Schulen wird als zweite Fremdsprache Deutsch unterrichtet, was natürlich für mich ganz witzig ist. Ich helfe meiner Lehrerin gern, und sie freut sich sehr darüber, einen Muttersprachler im Unterricht zu haben. Ungarn ist ein Land mit sehr viel Kultur, und gerade in der Musik zeigt sich das deutlich. Vielen hier liegt sie förmlich im Blut, und es macht viel Spaß, mit solchen Leuten zu musizieren. Meine Gastmutter hat mich einmal mit zur Chorprobe genommen und seitdem bin ich Mitglied des Chors und singe Bass. Ein wunderbares Gefühl! Budapest, das nur wenige Kilometer entfernt ist, ist eine wunderschöne Stadt, vor allem bei Nacht, wenn sich die tausend Lichter der Stadt in der ruhigen Donau spiegeln. Es ist ein toller Ort um das Wochenende zu gestalten: Ob Kino mit Freunden, Konzerte oder Theater mit der Gastmutter, Schlittschuhlaufen mit der Gastschwester oder einfach nur ein Bummel durch die schöne Altstadt: einfach csodálatos – wunderbar. Alles in allem: Man fühlt sich schnell wohl in der warmherzigen Umgebung, der unwiderstehlichen Küche, dem Klang des so komischen und doch so angenehmen Ungarisch und auch im ganz normalen ungarischen Alltag!

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SCHON GEWUSST? Wenn Bulgaren mit dem Kopf nicken, meinen sie „Nein“. Ein Kopfschütteln 16 Europa Südliches Europa 16hingegen bedeutet „Ja“.

Europa 16


SchwerpunktProgramme TALENTE AUSBAUEN

In einigen europäischen Ländern bieten wir dir ein Austauschprogramm an, in dem du ein Jahr lang deinen persönlichen Interessen und Hobbies nachgehen kannst. In diesen so genannten Schwerpunkt-Programmen besuchst du entweder eine Schule, die auf das jeweilige Thema spezialisiert ist, oder nimmst neben der Schule an zusätzlichen Kursen teil. Weitere Infos unter: www.yfu.de/schwerpunkt-programme

Musik in Estland, Lettland, Tschechien oder Ungarn

Theater in Estland Kunst in Estland oder Lettland Film in Estland Basketball in Litauen

Natur & Umwelt in Estland

GASTLÄNDER & PREISE* FÜR 2019/20 AUSTAUSCHHALBJAHR

Musik in Tschechien Musik in Ungarn Basketball in Litauen, Kunst oder Musik in Lettland Film, Kunst, Musik, Theater oder Natur & Umwelt in Estland

6.100 € –

6.600 € 6.600 €

6.700 €

7.200 €

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE Alle Länder

Job-Kompass BERUFSFELDER ENTDECKEN

Wer im Austauschjahr in eines von rund 30 Ausbildungsthemen hineinschnuppern möchte, kann sich in einigen Ländern für das Programm „Job-Kompass“ bewerben. Anders als beim regulären Austauschjahr besuchst du dabei keine allgemeinbildende, sondern eine berufliche Schule. Das Programm richtet sich in erster Linie an Jugendliche mit erstem oder mittlerem Schulabschluss. Weitere Infos unter: www.yfu.de/job-kompass

AUSTAUSCHJAHR

7.200 €

im August

GASTLÄNDER & PREISE* FÜR 2019/20 Tschechien, Ungarn Estland Belgien (flämisch) Schweiz (französisch) Frankreich, Italien, Norwegen Mexiko Irland

6.600 € 7.200 € 7.400 € 7.900 € 8.900 € 9.300 € 12.800 €

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE Alle Länder

im August

* Stand April 2018. Änderungen vorbehalten. Den aktuellen Preis entnimm bitte unserer Website: www.yfu.de/kosten

Schwerpunkt-Programme | Job-Kompass

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Asien Ein Kontinent für Entdecker Ob Frühlingsrollen im China-Restaurant, Yoga-Übungen im Sportunterricht oder Manga im Bücherregal – Teile der asiatischen Kultur und Lebensart gehören auch bei uns in Deutschland längst zum Alltag. Doch Asien hat weit mehr zu bieten: Jahrtausendealte Kulturen, die im Kontrast zu modernster Technik stehen, riesige Einkaufszentren und kleine Märkte, beeindruckende Bauwerke wie die Chinesische Mauer und buddhistische Tempel sowie eine vielfältige Küche mit exotischen Zutaten.

Als Austauschschülerin oder -schüler erlebst du nicht nur farbenfrohe Feste mit, sondern lernst auch spannende Traditionen, kunstvolle Schriftzeichen und eine ganz andere Mentalität kennen. Bei YFU hast du die Wahl zwischen vier asiatischen Ländern. In China, Japan und Thailand kannst du dich zwischen einem halben und einem ganzen Schuljahr entscheiden, in Indien verbringst du ein ganzes Schuljahr.

Daten&Fakten „Mein Leben hier ist vollkommen anders als in Deutschland, aber es ist zu einem Alltag geworden. In das Land und seine Kultur habe ich mich sofort verliebt und freue mich auf alles, was ich noch erleben werde.‟ Anna, Austauschjahr in Indien

GASTLÄNDER UND PREISE* FÜR 2019/20

Thailand Indien China, Japan

AUSTAUSCHHALBJAHR

AUSTAUSCHJAHR

6.400 € – 9.400 €

6.900 € 7.800 € 9.900 €

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE Japan Mitte März Thailand Mitte Juni Indien  Anfang bis Mitte Juli China im August

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE China: Vorkenntnisse sind bei Bewerbung nicht notwendig, bis zur Abreise müssen aber Chinesisch-Grundkenntnisse erworben werden. Alle übrigen Länder: Vorkenntnisse sind nicht notwendig, der Erwerb von Grundkenntnissen der jeweiligen Landessprache bis zur Abreise ist aber empfehlenswert. * Stand April 2018. Änderungen vorbehalten. Den aktuellen Preis entnimm bitte unserer Website: www.yfu.de/kosten

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Asien  


Mein Jahr in Thailand ERFAHRUNGSBERICHT VON FABIO

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Dieses wunderbare Jahr begann im Orientation Camp in Bangkok. Dort bekamen wir nochmal einen CrashKurs über die Sitten und die Kultur des Landes. Mit ‚wir‘ meine ich die Schüler, die sich entschieden hatten, für ein Austauschjahr in einer Gastfamilie in Thailand zu leben. Das erste Mal, dass ich meine Gastfamilie sah, war dann auf dem Weg von Bangkok nach Kanchanaburi, einer kleinen Stadt im Westen Thailands. Meine Gasteltern sprechen kein Englisch, was nach einiger Zeit aber auch kein Problem mehr war, da ich Thai gelernt hatte. Mittlerweile kann ich Thai gut sprechen und schreiben, aber am Anfang war das schon eine harte Nuss. Das Thai-Alphabet hat 44 Konsonanten und mehr als 18 Vokale. Man macht auch keine Lücke zwischen den einzelnen Worten, sondern nur am Satzende. Außerdem kann man jedes Wort in bis zu fünf verschiedenen Betonungen aussprechen, die alle eine andere Bedeutung haben. Aber Thai hat einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Sprachen: Es gibt fast keine grammatikalischen Regeln. Der Schultag in Thailand beginnt mit dem Morgenappell, bei dem das Schullied und die Nationalhymne gespielt werden. Es ist ziemlich bewegend, jeden Morgen zwischen 3.000 Schülern zu stehen, welche aus vollem Herzen diese Lieder singen. Um 16 Uhr endet der Schultag, aber viele

Schüler bleiben noch länger, da sie entweder ‚Special classes‘ haben oder in eine der zahlreichen und gut besuchten AGs gehen. Ich hatte die Chance, viele Fächer zu belegen, die ich in Deutschland nie lernen könnte, wie zum Beispiel Thai Cooking, Thai Music und Fruit Carving. Aber ich hatte auch Stunden, die nicht so exotisch waren, wie Englisch, Gemeinschaftskunde und Chemie. Es ist ziemlich einfach, Freunde in Thailand zu finden, weil es so viele freundliche und offene Mitschüler gibt, die immer ein Lächeln für einen parat haben. Mit meinen Freunden traf ich mich meist in der Schule, wo ich jeden Tag bis um 18 oder 18.30 Uhr war, da ich in der PonglangBand unserer Schule spielte. Ponglang ist ein Musikinstrument aus dem Isaan, dem Nordosten Thailands. Man kann es mit einem Xylofon vergleichen, aber die Musik ist viel lebendiger – und beliebter. Innerhalb dieses Jahres habe ich nicht nur eine andere Sprache gelernt, sondern auch viele Freunde gefunden und mich für eine komplett andere Kultur geöffnet, welche ich zu lieben gelernt habe. Ein Teil meines Herzens ist in Thailand geblieben, und all die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, werden mein Leben für immer bereichern.

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SCHON GEWUSST? In China wird Suppe nicht zur Vorspeise, sondern zum Ende des Essens serviert. Denn Chinesen betrachten sie als Getränk und so heißt es auf Chinesisch auch „Suppe trinken“ statt „Suppe essen“.

Asien   19


Afrika Im Land des Regenbogens Mit Südafrika steht für dich auch ein Land auf dem afrikanischen Kontinent zur Wahl. Die Südafrikaner sind stolz auf die vielen unterschiedlichen Kulturen ihres Landes und nennen sich selbst die ‚Rainbow Nation‘. Neben verschiedenen afrikanischen Ethnien leben dort unter anderem nämlich auch Nachkommen von Briten, Niederländern und Indern. Das schlägt sich auch im Sprachgebrauch nieder: Es gibt gleich elf offizielle Landessprachen und darüber hinaus zahlreiche weitere, regional verbreitete Sprachen. Auch Austauschschülerinnen und -schüler sollten für diese sprachliche Vielfalt offen sein. So haben ehemalige

Austauschschüler beispielsweise in zulu- oder afrikaanssprachigen Familien gelebt, gingen aber auf eine englischsprachige Schule, oder andersherum. Neben der Vielfalt der Kultur und Sprache zeichnet sich Südafrika auch durch eine faszinierende Tierwelt und beeindruckende Landschaften aus, die von Wüstenlandschaften bis zu subtropischen Wäldern reichen. In Südafrika kannst du ein halbes oder ein ganzes Schuljahr verbringen. Lass dich auf dieses Abenteuer ein – Südafrikas Vielseitigkeit wird dich begeistern!

„Schule in Südafrika ist ganz anders als in Deutschland. Ordentlich in Schuluniform gekleidet geht es jeden Morgen zur ‚Assembly‛ auf den Schulhof, wo die Nationalhymne gesungen wird. Aber später wird dann getanzt, gesungen und gelacht.“ Mirjam, Austauschjahr in Südafrika

Daten&Fakten GASTLÄNDER UND PREISE* FÜR 2019/20

Südafrika

AUSTAUSCHHALBJAHR

AUSTAUSCHJAHR

7.800 €

8.300 €

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE Südafrika

Anfang August

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE Es sollten Englischkenntnisse vorhanden sein, auch wenn Englisch nur eine von mehreren Amtssprachen ist. * Stand April 2018. Änderungen vorbehalten. Den aktuellen Preis entnimm bitte unserer Website: www.yfu.de/kosten

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Afrika  


Australien Auf nach Down Under Viele Jugendliche träumen davon, ein Jahr in Australien zu verbringen. Das sechstgrößte Land der Welt, das gleichzeitig ein eigener Kontinent ist, fasziniert durch seine artenreiche Tierwelt, tolle Landschaften und die multikulturell geprägte Bevölkerung. Das australische Schuljahr ist in vier Einheiten (Terms) à ca. zehn Wochen gegliedert, die jeweils durch zweiwöchige Ferien voneinander getrennt sind. Das Schulsystem bietet

Jugendlichen optimale Lernbedingungen. Es vereint dabei Elemente des englischen und des amerikanischen Systems: Aus der englischen Tradition stammen die Schuluniformen, aus Amerika das vielseitige Sportangebot. Neben den Grundfächern wie Englisch und Mathe hast du an vielen Schulen die Möglichkeit, auch außergewöhnliche Fächer wie zum Beispiel Surfen, Tanzen, Jura, Film & TV oder sogar Bush-Walking zu wählen.

„Das Leben in Australien ist schon anders. Als ich zum Beispiel am 25. Dezember aufgewacht bin, hat es sich gar nicht wie Weihnachten angefühlt, sondern eher wie jeder andere Tag im Sommer. Aber das hat mir nicht wirklich viel ausgemacht. Es war so schön mal mitzuerleben, wie Weihnachten woanders gefeiert wird, und solange ich mit meiner Gastfamilie zusammen war, hat es sich auch schon viel mehr nach Zuhause angefühlt.“ Laura, Austauschjahr in Australien

Daten&Fakten GASTLÄNDER UND PREISE* FÜR 2019/20 2 TERMS

Australien

3 TERMS

4 TERMS

14.000 € 19.000 € 23.000 €

VORAUSSICHTLICHE ABREISETERMINE Australien

Ende Januar oder Mitte Juli

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE Es sollten Englischkenntnisse vorhanden sein. * Stand April 2018. Änderungen vorbehalten. Den aktuellen Stand entnimm bitte unserer Website: www.yfu.de/kosten

Australien

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Das erwartet dich im Gastland FAMILIENLEBEN UND SCHULALLTAG – IN DEINEM AUSTAUSCH BIST DU MITTENDRIN UND IMMER GUT BETREUT.

Gastfamilie

Während deines Austauschs lebst du in einer Gastfamilie, die dir ihr Zuhause und ihr Herz aus Interesse an anderen Kulturen öffnet und dich als neues Familienmitglied in den Alltag integriert. Viele unserer Austauschschülerinnen und -schüler fühlen sich ihrer Gastfamilie am Ende des Austauschs so nah, dass sie von ihrer „zweiten Familie“ sprechen. Alle unsere Gastfamilien werden persönlich von YFU-Mitarbeitern ausgewählt. Die „Standard"-Gastfamilie gibt es dabei nicht: Unsere Gastfamilien bestehen manchmal aus Paaren mit vielen und manchmal mit gar keinen Kindern, sind alleinstehend oder alleinerziehend, leben in gleichgeschlechtlichen Beziehungen usw. Manche Gastfamilien entscheiden sich, zwei Austauschschüler gleichzeitig aufzunehmen (Voraussetzung dafür ist, dass die Schüler unterschiedliche Muttersprachen haben), manche leben in der Stadt, andere auf dem Land. Kurzum: Unsere Gastfamilien sind so unterschiedlich wie unsere Austauschschüler auch. Weil jede Familie ihre eigenen Traditionen und Lebensweise mit den Austauschschülern teilt, ist auch jede Austauscherfahrung individuell und einzigartig. Unsere Gastfamilien nehmen die Austauschschülerinnen und -schüler unentgeltlich auf. Eine Ausnahme bilden Großbritannien, Irland, Kanada und Australien, wo die Gastfamilien einen Haushaltskostenzuschuss erhalten, wie es in diesen Ländern üblich ist. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass die von uns ausgewählten Familien dort weniger Interesse an dir als Austauschschülerin oder -schüler zeigen: Unsere Programmteilnehmer berichten von einem herzlichen Umgang, großem Interesse und gemeinsamen Aktivitäten – wie in allen anderen Zielländern auch.

„It’s a wonderful thing to bring a student into our home, allow him or her to be part of our family, with all the ups and downs that life offers, and end the period of their stay with a forever friend and family member.“ Gastmutter Ellen, USA

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Das erwartet dich im Gastland  

Wie sucht YFU meine Gastfamilie aus?

Damit Austauschschüler und Gastfamilie gut zusammenpassen, ist es für YFU wichtig, beide Seiten so gut wie möglich kennenzulernen. Wir befragen dazu sowohl dich als auch die Gastfamilien zu bestimmten Wünschen und Interessen, die wir bei der Zuordnung so weit wie möglich beachten. So füllst du als Teilnehmerin oder Teilnehmer einige Unterlagen aus, in denen du dich einer potenziellen Gastfamilie vorstellst. Diese Unterlagen nutzt unsere Partnerorganisation im Gastland dann, um nach einer Gastfamilie für dich zu suchen. Das wichtigste Kriterium ist für uns, dass du menschlich gut zu deiner Gastfamilie passt. Eine bestimmte Familienzusammensetzung kann man sich daher vorab nicht wünschen.

Kann ich mir aussuchen, in welcher Region ich leben möchte? Manche Austauschschülerinnen und -schüler wünschen sich eine Gastfamilie in einem bestimmten Teil des Landes oder in einer bestimmten Stadt. YFU ist aber überzeugt, dass eine herzliche Aufnahme in einer zu dir passenden Gastfamilie viel wichtiger ist als die Region, in der du leben wirst. Wo sich diese Familie finden wird, können wir nicht beeinflussen. Deshalb kannst du bei deiner Bewerbung auch keine Wunschregion angeben. Lass dich einfach überraschen und sei offen – für die neue Kultur und dein neues zweites Zuhause!

Wann steht meine Gastfamilie fest?

Da sich die Gastfamilien freiwillig für die Aufnahme eines Austauschschülers melden, kann YFU sie nicht eine bestimmte Zeit im voraus „buchen“. Manche Familien melden sich recht früh, sodass die Schülerinnen und Schüler bereits einige Monate vor Beginn des Austauschs die Kontaktdaten ihrer Gastfamilie erhalten. Andere Familien planen deutlich kurzfristiger, sodass es auch sein kann, dass du die Adresse erst kurz vor Abreise bekommst. Unsere Erfahrung zeigt jedenfalls, dass der Zeitpunkt der Gastfamilienmeldung keinerlei Einfluss auf den Verlauf des Austauschprogramms hat.


„Ich muss ehrlich sagen, dass ich niemals gedacht hätte, dass ein Land, welches mir vor einem Jahr noch total fremd war, auf einmal mein Zuhause sein kann. Dass Menschen, die ich vor zehn Monaten noch gar nicht kannte, auf einmal so wichtig sein können.“ Hannah, Austauschjahr in Estland

Schule

Genau wie zu Hause wird die Schule auch im Gastland ein fester Bestandteil deines Alltags sein. Wahrscheinlich wirst du aber schnell feststellen, dass sie dort ganz anders funktioniert als in Deutschland. In manchen Ländern nimmt das Schulleben mehr Raum ein als bei uns, da auch Freizeitaktivitäten über die Schule organisiert werden oder man mehr Zeit mit dem gemeinsamen Lernen verbringt. Bestimmte Bereiche können strenger oder lockerer organisiert sein, als du es gewohnt bist. In jedem Fall wird der Schulbesuch im Ausland eine spannende Erfahrung sein und dir die Möglichkeit bieten, viele neue Freunde zu finden. In den meisten Fällen besuchen unsere Austauschschülerinnen und -schüler öffentliche Schulen in der Nähe des Wohnorts der Gastfamilie. Du nimmst am normalen Unterricht teil und lernst den Schulalltag von Gleichaltrigen kennen. Sobald wie möglich solltest du auch Klassenarbeiten und Tests mitschreiben. Das hilft dir auch dabei, deinen „Sonderstatus“ als Austauschschüler abzulegen und wirklicher Teil der Klassengemeinschaft zu werden. Bei der Zusammenstellung deines Stundenplans unterstützt dich die Schule, dein YFU-Betreuer oder deine Gastfamilie.

Betreuung durch YFU

Im Austausch warten viele neue Herausforderungen auf dich – da ist es ganz normal, dass es neben all den schönen Erlebnissen auch mal Tiefen gibt. Dazu können zum Beispiel Phasen des Heimwehs gehören oder Situationen, in denen du dich aufgrund kultureller Unterschiede von deinem Umfeld missverstanden fühlst. Bei YFU bist du auch in schwierigen Momenten nicht allein: Während deines Austauschs stehen dir die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation jederzeit zur Seite. Ein ehrenamtlicher Betreuer lebt in deiner Nähe und kennt dich und deine Gastfamilie persönlich. Er oder sie ist deine erste Anlaufstelle bei allen Fragen. Darüber hinaus erreichst du die hauptamtlichen Mitarbeiter im Büro unserer Partnerorganisation telefonisch – im Notfall auch rund um die Uhr. Die Mitarbeiter im Gastland organisieren außerdem zu Beginn und während des Austauschprogramms sowie kurz vor der Rückreise begleitende Seminare und Treffen. Dort kannst du deine Erfahrungen mit anderen Austauschschülern teilen und erhältst Impulse für die jeweils folgende Zeit.

Was passiert bei Problemen mit der Gastfamilie?

Wenn es mit deiner Gastfamilie Schwierigkeiten gibt, steht dir selbstverständlich dein Betreuer zur Seite. In vielen Fällen hilft schon ein klärendes Gespräch mit dem Betreuer und der Gastfamilie, um einen Konflikt aus dem Weg zu räumen. Falls sich die Schwierigkeiten trotzdem nicht lösen lassen, kann YFU dich in einer anderen Familie unterbringen. Natürlich sind unsere Mitarbeiter auch in einer solchen Übergangsphase für dich da.

„Schon am Tag meiner Ankunft sagte meine Gastmutter zu mir: ‚A home is there to relax and do what you want.‘ Und so ist es auch. Man sagt, das Zuhause ist dort, wo das Herz ist, und so habe ich nun plötzlich zwei Zuhause – meilenweit voneinander entfernt, und das ist eine wunderbare Erfahrung.“ Lena, Austauschjahr in Südafrika

Das erwartet dich im Gastland

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Der Weg ins YFU-Austauschprogramm

VON DER BEWERBUNG BIS ZUR ABREISE – DIESE SCHRITTE FÜHREN DICH IN DEINEN AUSTAUSCH.

Voraussetzungen

Bewerbungsverfahren

Ein Austausch mit YFU ist für Schülerinnen und Schüler aller Schularten möglich. Für das Schuljahr 2019/20 kannst du dich bewerben, wenn du bei Abreise zwischen 15 und 18 Jahre alt bist. Für einige Zielländer gelten abweichende Altersgrenzen. Die genauen Daten findest du auf unserer Website unter www.yfu.de/altersgrenzen. Austauschschüler sollten aufgeschlossen, anpassungsfähig und verantwortungsbewusst sein. Sie müssen psychisch stabil und belastbar sein und sollten mindestens durchschnittliche Schulleistungen vorweisen. Vorkenntnisse der Landessprache sind nur in manchen Ländern notwendig. In zahlreichen Ländern besuchst du direkt zu Beginn des Austauschs einen Sprachkurs, um Grundkenntnisse zu erwerben. Mehr zu den Voraussetzungen der einzelnen Gastländer erfährst du auf den Seiten 6 bis 21.

Als erstes bewirbst du dich bei uns. Deinen Zugang zur Online-Bewerbung kannst du über unser Meldeformular unter www.yfu.de/meldeformular anfordern oder du nutzt die YFU Bewerbungs-App. Wenn deine Bewerbung den formalen Voraussetzungen entspricht, laden wir dich zu einem Auswahlgespräch in deiner Nähe ein. Unsere Auswahlen finden an zahlreichen Terminen und Orten in ganz Deutschland statt und bestehen jeweils aus einem Gruppen- und einem Einzelgespräch. Das Auswahlgespräch dient dazu, dich persönlich kennenzulernen. Durchgeführt werden die Auswahlen von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die selbst ehemalige Austauschschüler oder Gasteltern sind. Nach dem Gespräch informieren wir dich schriftlich über die Entscheidung. Im Falle einer Zusage teilen wir dir dabei auch direkt mit, für welches Land du den Platz erhältst. Das YFU-Bewerbungsverfahren ist kostenlos und unverbindlich. Du legst dich erst dann endgültig fest, wenn du mit deinen Eltern unseren Teilnahmevertrag unterschreibst. Diesen verschicken wir gemeinsam mit dem Zusageschreiben.

„Eine fremde Kultur kennenzulernen ist eine wirklich spannende Sache, die ich auf diese Art wohl nicht mehr erleben werde und von der ich froh bin, sie erlebt zu haben.‟ Lukas, Austauschjahr in Argentinien

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Der Weg ins YFU-Austauschprogramm  


Vorbereitungsseminar

Reise ins Gastland

Besonders wichtig ist uns, dass du gut vorbereitet in dein Abenteuer Austauschjahr startest. Deswegen nehmen wir uns im Vergleich zu anderen Austauschorganisationen extra viel Zeit dafür. Unser einwöchiges Vorbereitungsseminar wird von ehemaligen Austauschschülern geleitet, die ihre eigenen Erfahrungen mit dir teilen und dir wertvolle Tipps für den Alltag in deinem Gastland geben. Gemeinsam mit anderen angehenden Austauschschülerinnen und -schülern beschäftigst du dich während dieser Woche außerdem mit Fragen, die sich aus dem Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen ergeben: Welche Missverständnisse können auftreten und warum? Wie kann man damit umgehen? Was ist meine Rolle als Austauschschülerin oder -schüler? Da sicherlich auch deine Eltern viele Fragen haben, organisiert YFU auch für sie Vorbereitungstreffen sowie Treffen während deines Austauschs (siehe Seite 30).

Einer der aufregendsten und gleichzeitig schwierigsten Momente deines Austauschs ist der Tag, an dem es heißt: Abschied nehmen von zu Hause und aufbrechen in ein anderes Land! Mit der ausführlichen Vorbereitung von YFU bist du für diesen Schritt bestens ausgerüstet. Darüber hinaus bekommst du von uns auch digital regelmäßig alle wichtigen Informationen und Neuigkeiten über unsere YFU-App.

Formalitäten vor der Abreise Neben dem Vorbereitungsseminar steht in den Monaten vor der Abreise einiges an Formalitäten und „Papierkram“ an. Du füllst die Unterlagen zur Gastfamiliensuche aus, beantragst – je nach Land – ein Visum oder eine Aufenthaltsgenehmigung, trägst bestimmte ärztliche Dokumente zusammen und noch einiges mehr. Aber keine Sorge: YFU unterstützt dich dabei! Wir stellen dir die nötigen Formulare zur Verfügung und informieren dich und deine Eltern rechtzeitig und ausführlich über alle anstehenden Schritte.

Nach dem Austausch Wenn du möchtest, geht dein YFU-Austauschprogramm mit der Rückreise noch nicht zu Ende. Zurück in Deutschland laden wir dich zu einem mehrtägigen Nachbereitungsseminar ein. Dieses bietet Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und darüber zu reden, wie es ist, plötzlich wieder in Deutschland zu sein. Darüber hinaus hast du nach dem Austausch die Möglichkeit, dich selbst ehrenamtlich für YFU einzusetzen und Anderen das einmalige Erlebnis zu ermöglichen, das nun hinter dir liegt. Der Vorteil für dich: Als Ehrenamtliche oder Ehrenamtlicher erhältst du bei YFU umfangreiche Schulungen und sammelst im Kontakt mit vielen interessanten Menschen aus aller Welt spannende Erfahrungen. So lernst du bei YFU auch Jahre nach deinem Austausch immer noch Neues hinzu.

„Hinter den Kulissen des Austauschprogramms stecken viele helfende Hände. Ich bin dankbar für das, was ich selbst erlebt habe, und engagiere mich, um auch anderen ein solches Jahr möglich zu machen.“ Silke, ehrenamtliche YFU-Mitarbeiterin „Wie wichtig das Vorbereitungsseminar für mich war, erkannte ich erst nach und nach während meines Auslandsjahres. Jedenfalls war ich nach dem Seminar hochmotiviert und konnte es nicht mehr erwarten, bis es endlich losging.“ Maren, Austauschjahr in China Der Weg ins YFU-Austauschprogramm

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Unsere Leistungen Was ein Austauschjahr oder -halbjahr in welchem Land kostet, erfährst du auf den Seiten 6 bis 21. Nachfolgend erläutern wir dir, wie sich dieser Programmpreis zusammensetzt.

Unser Ziel ist es, einen Gesamtpreis anzugeben, der möglichst alle Kosten abdeckt, die für das Austauschprogramm anfallen. Einige Kosten variieren jedoch aus verschiedenen Gründen und sind daher nicht in unserem Preis enthalten.

Im Programmpreis enthalten sind:

Nicht im Programmpreis enthalten sind:

→ Auswahlverfahren → Einwöchiges Vorbereitungsseminar → E-Learning-Angebote → Ausführliche Informationsmaterialien zu allen Aspekten des Austauschprogramms → Zwei- bis dreitägiges Nachbereitungsseminar → Hin- und Rückreise → Kranken-, Unfall- und Haftpflicht-Versicherung (nicht für europäische Länder, da hier in der Regel der eigene Versicherungsschutz ausreicht) → Organisation und Betreuung in Deutschland → Gastfamiliensuche und -auswahl* sowie die Vermittlung der Schule im Gastland → Betreuung im Gastland → Begleitende Seminare im Gastland → Regionale Elternveranstaltungen in Deutschland vor und während des Austauschs → Beitrag zum YFU-Stipendienfonds → Beitrag zu den Organisationskosten des internationalen YFU-Netzwerks

→ Visum und Aufenthaltsgenehmigung (wenn nötig) → SEVIS Gebühren (zurzeit 180 US$ für Teilnehmer am USA-Programm) → Eventuell anfallende Impfungen und Arztbesuche im Vorfeld des Austauschs → Eventuell anfallende Kosten in Verbindung mit dem Schulbesuch (z.B. Schulbücher, -uniform, -essen, Fahrtkosten zur Schule) → Teilnahme an Klassenfahrten oder anderen Reisen → Taschengeld

Faire Rücktrittsbedingungen Neben dem transparenten Programmpreis zeichnen YFU auch besonders faire Rücktrittsbedingen aus. Denn niemand soll „gezwungen“ werden, in den Austausch zu gehen, wenn er oder sie nicht mehr davon überzeugt ist. Details zu den Bedingungen stehen in unserem Mustervertrag, der unter www.yfu.de/vertrag eingesehen werden kann.

Unsere Gastfamilien nehmen die Austauschschülerinnen und -schüler unentgeltlich auf.** Auch unsere ehrenamtlichen Seminarleiter, Betreuer und weiteren Helfer leisten ihre Arbeit aus Überzeugung und ohne Bezahlung. * Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die uns eine Familie im Gastland benennen, erhalten einen Rabatt von 500 Euro auf den Programmpreis. Voraussetzung ist, dass sie mit keinem Mitglied dieser Familie verwandt sind und dass unsere Partnerorganisation die Familie als geeignet einschätzt. Zudem muss einer unserer Betreuer in der Nähe leben und ein Schulplatz in der Region verfügbar sein. ** Ausnahme: Die Gastfamilien in Großbritannien, Irland, Kanada und Australien erhalten – wie es in diesen Ländern üblich ist – einen monatlichen Haushaltskostenzuschuss, der bereits im Programmpreis enthalten ist.

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Unsere Leistungen  

YFU bietet einen Gesamtpreis, in dem bereits alle zentralen Leistungen enthalten sind. Als gemeinnützige Organisation erwirtschaften wir mit unseren Programmpreisen keinen Gewinn.


Stipendien NIEMAND SOLL AUS FINANZIELLEN GRÜNDEN AUF DIE TEILNAHME AM AUSTAUSCHPROGRAMM VERZICHTEN MÜSSEN.

Die Teilnahme am Austauschprogramm soll nicht von der finanziellen Situation der Familie abhängen – das ist für YFU als gemeinnützigem Verein ein wichtiger Grundsatz. Deswegen vergeben wir jährlich etwa 300 Stipendien im Gesamtwert von rund einer halben Million Euro an Jugendliche, die mit uns ins Ausland gehen.

Teilstipendien von YFU für alle Austauschländer Ein großer Teil der Fördermittel stammt aus dem YFUStipendienfonds, in den zum einen ein Anteil des regulären Programmpreises fließt und der zum anderen durch Spenden gefüllt wird. Aus diesem Fonds vergeben wir zahlreiche Teilstipendien, die für alle Austauschländer beantragt werden können. Bei der Stipendienvergabe richten wir uns nach dem finanziellen Bedarf der Familie – nicht nach Schulnoten. Zu beachten ist, dass ein höherer Programmpreis grundsätzlich kein höheres Stipendium rechtfertigt, da eine wertvolle Austauscherfahrung in allen YFU-Zielländern möglich ist.

Sonderstipendien Viele Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Förderer unterstützen unsere Austauschschülerinnen und -schüler darüber hinaus mit eigenen Stipendienprogrammen, die oft auf bestimmte Gastländer oder Schülergruppen zugeschnitten sind. So gibt es neben den regulären YFUTeilstipendien unter anderem: → „Go East“-Vollstipendien für ein Austauschjahr in einem osteuropäischen Land → Teilstipendien für einen Austausch in ein lateinamerikanisches Land oder auch nach China → Teilstipendien für Jugendliche mit Migrationshintergrund → Teilstipendien für Jugendliche, die einen mittleren Schulabschluss anstreben → Teilstipendien für Jugendliche aus bestimmten Regionen Deutschlands → Teilstipendien für ehrenamtlich engagierte Jugendliche → und viele mehr

Wie bewerbe ich mich um ein Stipendium? Um ein Stipendium zu beantragen, gibst du in deiner YFU-Bewerbung an, dass deine Familie nur einen Teil des Programmpreises selbst aufbringen kann. Du durchläufst dann das normale YFU-Auswahlverfahren (siehe Seite 24). Wenn du von uns eine Zusage für einen Programmplatz bekommen hast, beginnt mit dem Ausfüllen der Stipendienunterlagen das eigentliche Stipendienverfahren. Der YFU-Stipendienausschuss entscheidet dann in der Regel innerhalb von zwei Monaten über die Vergabe und Höhe des Stipendiums.

Eine wichtige staatliche Förderung: Das Schüler-Auslands-BAföG Auch über das Schüler-Auslands-BAföG sind umfangreiche finanzielle Förderungen möglich. Das Auslands-BAföG für Schülerinnen und Schüler muss nicht zurückgezahlt werden. Mehr dazu unter www.yfu.de/bafoeg. Durch ein YFU-Stipendium und BAföG können auch Familien mit äußerst begrenzten finanziellen Mitteln die Teilnahme am Austauschprogramm finanzieren!

Im Auftrag des Bundestags:

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm mit den USA Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein Stipendienprogramm des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses. Über dieses Programm erhalten jährlich zahlreiche Jugendliche auf beiden Seiten des Atlantiks ein Vollstipendium für ein Austauschjahr im Partnerland. YFU ist in einem Teil der Bundestags-Wahlkreise mit der Durchführung des PPP-Austauschprogramms beauftragt. Weitere Informationen zur Bewerbung unter www.yfu.de/ppp.

Eine Übersicht über alle Stipendien findest du unter www.yfu.de/stipendien. „Jeden Tag, den ich hier verbringe, genieße ich aufs Neue. Ohne das Stipendium hätte ich nicht die Chance ­gehabt, diese einmaligen Erfahrungen zu machen.“ Felix, Austauschjahr in Thailand

 Stipendien  27


Über Seit mehr als 60 Jahren in der Welt zu Hause Das Deutsche Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU) ist eine der größten und erfahrensten SchüleraustauschOrganisationen weltweit. Gegründet wurde YFU 1957 von ehemaligen Austauschschülern, die nach dem Krieg über ein Programm der US-Regierung ein Schuljahr in den USA verbringen konnten. Das Austauschjahr bereicherte ihr Leben so sehr, dass sie diese Erfahrungen auch anderen Jugendlichen ermöglichen wollten. Seitdem haben rund 60.000 Schülerinnen und Schüler an den YFU-Austauschprogrammen teilgenommen. Aktuell gehen jährlich rund 1.000 Jugendliche aus Deutschland mit YFU ins Ausland. Da wir seit unserer Gründung von den besonderen Bildungschancen des langfristigen Schüleraustauschs überzeugt sind, sind wir bis heute auf dieses Programmformat spezialisiert.

suche und Öffentlichkeitsarbeit sowie in vielen weiteren Bereichen unseres Vereins. Gebündelt und koordiniert wird die Vereinsarbeit von den 60 hauptamtlichen Mitarbeitern der Hamburger Geschäftsstelle.

Kulturen einander näherbringen Im Schüleraustausch sehen wir die einmalige Chance, dass Angehörige unterschiedlicher Kulturen einander persönlich begegnen und dadurch gegenseitiges Verständnis entsteht. Ein so verstandener Schüleraustausch ist überall auf der Welt möglich und wichtig – nicht nur in den gängigen, meist englischsprachigen Zielländern. YFU setzt sich daher seit Jahrzehnten auch für den Auf- und Ausbau neuer Partnerorganisationen in aller Welt ein. Aktuell haben Jugendliche aus Deutschland die Wahl zwischen 41 Austauschländern.

Gemeinnützigkeit und Engagement

Intensive Vorbereitung und Begleitung

YFU ist ein gemeinnütziger Verein, der mit den Austauschprogrammen keine finanziellen Gewinne erzielt, sondern sich für interkulturelle Bildung und Toleranz einsetzt. Deutschlandweit engagieren sich rund 4.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großer Begeisterung für diese Ziele. Die meisten von ihnen sind ehemalige Austauschschüler oder Gasteltern. Die wichtigste Voraussetzung für ihren erfolgreichen Einsatz ist die eigene Austauscherfahrung. Darüber hinaus werden sie von YFU regelmäßig für ihre Aufgaben geschult. Die Ehrenamtlichen engagieren sich zum Beispiel in der Auswahl, Vorbereitung und Betreuung unserer Teilnehmer, bei der Gastfamilien-

Damit unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestmöglich von der Austauscherfahrung profitieren, legen wir großen Wert auf eine persönliche Betreuung und Begleitung. Die Vorbereitung beginnt bereits lange vor der Abreise: Mithilfe von E-Learning-Angeboten, einem einwöchigen Vorbereitungsseminar sowie ausführlichem Informationsmaterial bereiten wir unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv auf den Austausch vor. Unsere Ehrenamtlichen unterstützen, wo es geht. Auch während des Austauschs sowie nach der Rückkehr sorgen wir mit ausführlichen Seminaren und Treffen für eine Vertiefung des interkulturellen Lernprozesses.

Werde nach deinem Austausch Teil unseres riesigen Netzwerks aus Ehrenamtlichen und ehemaligen Austauschschülern!

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Über YFU 


Jährlich rund 300 Stipendien Ein wichtiger Bestandteil unserer Vereinsphilosophie ist es auch, Schüleraustausch möglichst vielen motivierten Jugendlichen zu ermöglichen – unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie. Deshalb unterstützen wir jährlich rund 300 Austauschschülerinnen und -schüler mit einkommensabhängigen Stipendien (siehe Seite 27).

Austausch in zwei Richtungen YFU entsendet nicht nur Jugendliche aus Deutschland in die Welt, sondern heißt jährlich auch rund 550 Austauschschülerinnen und -schüler aus 50 Ländern für ein halbes oder ganzes Schuljahr hier bei uns willkommen. Es handelt sich dabei um keinen direkten Austausch: Man kann eine Gastschülerin oder einen Gastschüler aufnehmen, ohne selbst ein Kind ins Ausland zu schicken, und andersherum. Natürlich freuen wir uns aber sehr, wenn die Eltern unserer Austauschschülerinnen und -schüler ihrerseits Gastfamilie werden (siehe Seite 30).

preise sind Inklusivpreise, in denen alle zentralen Leistungen sowie die Reise-, Versicherungs- und Seminarkosten bereits enthalten sind.

Das internationale YFU-Netzwerk In unseren Partnerländern arbeiten wir hauptsächlich mit selbstständigen YFU-Organisationen zusammen, die sich zu einem internationalen Netzwerk mit gemeinsamen Qualitätsstandards zusammengeschlossen haben. Übergeordnete internationale Gremien leisten einen Teil der Koordinationsarbeit. Alle unsere Partner teilen unser Verständnis von Schüleraustausch und sind denselben Zielen verpflichtet. Durch die oft bereits jahrzehntelangen Kooperationen haben wir feste und kontinuierliche Partnerschaften, auf die Verlass ist. Auch in unseren Partnerorganisationen arbeiten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter Hand in Hand, sodass unseren Austauschschülerinnen und -schülern ein enorm großes Netzwerk unterstützend zur Seite steht.

Qualität und Transparenz im Schüleraustausch Wir legen an unsere Arbeit hohe Maßstäbe an, die wir transparent und überprüfbar machen wollen. Deshalb haben wir uns feste Qualitätsziele gesetzt. Als Gründungsmitglied im Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) sind wir zudem den Qualitätsstandards dieser Dachorganisation verpflichtet. Auch der aktuelle Teilnehmervertrag ist im Internet einsehbar, damit die Möglichkeit zum Vergleich mit anderen Anbietern besteht (www.yfu.de/vertrag). Unsere Programm-

YFU ist offizieller Partner renommierter Stiftungen und Institutionen wie dem Deutschen Bundestag, einiger Kultusministerien, dem Goethe-Institut und internationalen Botschaften.

Über YFU 

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Schüleraustausch für Eltern

AUCH SIE ALS ELTERN KÖNNEN BEI YFU INTERKULTURELLE ERFAHRUNGEN SAMMELN – OB AUS DER FERNE ODER ALS GASTFAMILIE IM EIGENEN ZUHAUSE.

Angebote für Eltern vor und während des Austauschs Ihr Kind möchte für ein halbes oder ganzes Jahr ins Ausland gehen? Damit entsteht für Sie als Mutter oder Vater eine völlig neue Situation, aus der sich wahrscheinlich viele Fragen ergeben. Gleichzeitig werden auch Sie sich durch den Austausch mit einer anderen Kultur befassen und viele neue Dinge lernen. YFU versteht Sie als Eltern daher auch als Programmteilnehmer und begleitet Sie durch das Jahr bzw. Halbjahr. So laden unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter Sie vor der Abreise zu regionalen Informationstreffen ein. In den meisten Regionen gibt es nach etwa der Hälfte des Austauschs ein weiteres Treffen, bei dem die eigenen Erfahrungen mit anderen Eltern geteilt werden können. YFU-Mitarbeiter geben hier wertvolle Tipps, wie Sie zu einem gelungenen Austausch Ihres Kindes beitragen können. Außerdem gibt es in manchen Gegenden regelmäßige informelle Elternstammtische. Umfangreiche schriftliche Informationen für Eltern bieten die Möglichkeit, auch zwischendurch das eine oder andere nachzulesen. Auch während Ihr Kind im Ausland ist, erhalten Sie von uns mehrmals einen Newsletter, in dem Themen aufgegriffen werden, die zum jeweiligen Zeitpunkt relevant sind. Selbstverständlich haben Sie auch Ansprechpartner in der Geschäftsstelle, die Ihre Fragen jederzeit telefonisch beantworten. Auf der Seite www.yfu.de/elterninfos finden Sie zudem viele Informationen speziell für Eltern sowie die Kontaktdaten von Eltern ehemaliger Austauschschülerinnen und -schülern, die gerne ihre Erfahrungen mit Ihnen teilen.

Als Gastfamilie zu Hause die Welt entdecken YFU möchte Sie herzlich einladen, Ihr ganz eigenes Austauschjahr oder -halbjahr zu erleben! Denn YFU empfängt jährlich auch rund 550 Austauschschülerinnen und -schüler aus 50 Ländern weltweit in Deutschland. Für sie suchen wir laufend interessierte und offene Familien, die einen der Jugendlichen für ein halbes oder ganzes Jahr bei sich aufnehmen. Da YFU keinen direkten Austausch organisiert, sind Sie nicht verpflichtet, Gastfamilie zu werden. Trotzdem funktionieren unsere Austauschprogramme nur, wenn sich auf allen Seiten ausreichend gastfreundliche Familien melden. Wir freuen uns daher sehr, wenn die Eltern unserer Austauschschülerinnen und -schüler ihrerseits einem jungen Menschen ein zweites Zuhause auf Zeit bieten. 200 unserer Programmplätze haben wir für Jugendliche reserviert, deren Eltern parallel selbst Gastfamilie werden. Als Gastfamilie öffnen Sie Ihr Herz und Heim für ein neues internationales Familienmitglied und machen einzigartige interkulturelle Erfahrungen. Dabei lernen Sie eine andere Kultur in den eigenen vier Wänden kennen und werden selbst zu Kulturbotschaftern. Die Freundschaften, die während dieser Zeit entstehen, halten oft ein Leben lang. Darüber hinaus können Sie durch die Aufnahme einer Austauschschülerin oder eines Austauschschülers die Erlebnisse Ihres eigenen Kindes im Ausland viel besser nachvollziehen. Alle wichtigen Informationen zu unserem Gastfamilienprogramm finden Sie unter www.yfu.de/gastfamilien.

Lernen Sie unsere Austauschschüler kennen unter www.yfu.de/ austauschschüler

„Ausschlaggebend für die ­Entscheidung, eine Gasttochter für ein Jahr aufzunehmen, war es, dass unsere Tochter Christina für ein Jahr nach Argentinien ging. Es war die ­beste Entscheidung überhaupt. Wir denken nicht immer nur an Christina, denn wir haben auch eine neue Tochter, die ihrerseits von ihrer Familie vermisst wird.“

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Schüleraustausch für Eltern  

Familie Hagenah, Gastfamilie von Nathalie aus Dänemark


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Deine Bewerbung bei YFU Fordere deine Zugangsdaten zur Online-Bewerbung → per App, → per E-Mail info@yfu.de, → telefonisch 040 22 70 02 -0 → oder ganz einfach über unser Online-Formular

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Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen!

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Besuche uns auf Instagram unter #yfudeutschland

Viele Erfahrungsberichte aus allen Ländern findest du unter yfu.de/berichte

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Wir bieten dir ideale Rahmenbedingungen für deine persönliche Weiterentwicklung während des Austauschs: eine besonders ausführliche Vorbereitung, persönliche Betreuung vor Ort und eine sorgfältig ausgewählte Gastfamilie.

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→ Erfahrung

Wir sind Experten für Schüleraustausch: Gegründet von ehemaligen Austauschschülern setzen wir seit mehr als 60 Jahren Qualitätsstandards im Jugendaustausch und haben ein Netzwerk von tausenden Ehrenamtlichen, die ihre eigenen AustauscherfahrunFrankreich gen weitergeben.

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→ Gemeinnützigkeit

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Wir verstehen es als unsere Aufgabe, mit jeder individuellen Austauscherfahrung interkulturelle Verständigung sowie WertschätSerbienzung für Vielfalt zu fördern und tragen damit zu einer weltoffenen Gesellschaft bei. Als gemeinnütziger Verein erzielen wir mit unseEcuador ren Austauschprogrammen keine finanziellen Gewinne.

Litauen

Australien Irland

Bulgarien

→ Austausch für alle

Wir möchten möglichst eine Costa vielen Rica interessierten Jugendlichen Aserbaidschan Austauscherfahrung ermöglichen, deswegen vergeben wir jährlich rund 300 Stipendien. Unsere Austauschprogramme richten sich an Schülerinnen und Schüler sämtlicher Schulformen und EinkomFinnland mensverhältnisse.

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Ein Schuljahr im Ausland 2019/20  

YFU-Broschüre über ein Austauschjahr oder -halbjahr 2019/20 in einem von über 40 Ländern.

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