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Ausgabe 05, 10-12/12 AT: 3,80 €

A r t- M a g a z i n e [ w w w . x - r o ck z - m a g a z i n . c o m ]

Bildende Kunst

Michael Dohr, K. B. Cat und Kris Kind im Portrait

Sepultura It’s really only Rock’N’Roll

Cornelia Travnicek Literatur auf Schleuderkurs

Special ft:

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Recherchiert: Die Stimme, Teil 3 | Sinn – Sinne | Apps, Teil 3 | Fotografie - Teil 2 05

M Do argit Hip c N Km pi e Gu achts entt brau mm tro – t i m Sch ischw m – Foto Pu g nu ein Ka ra nkrrb e no fie Di ven ärt un nen e d -Pe , l

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RA Mag. R. Strauss – Juristische Themen zur Künstlerbranche 5/5 Gamescom 2012 – Und was spielst du? Free party for free people – Die bunte Welt des Goa Judith Wille – Wo eine Wille, da ein Weg

ISSN 2224-4999

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Das u na b h ä ng ige ö s te r re ic h is c he Ku ns t - & Ku l t u r mag a z i n

#05


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Editorial

IMPRESSUM/INFO X-Rockz-Magazin web: www.x-rockz-magazin.com e-mail: redaktion@x-rockz-magazin.com fax: +43(0)316 8363 12 mobil: +43(0)650 215 0975 Herausgeber/Initiator: Günther Golob Sitz/Abonnenten-Verwaltung: Moserhofgasse 54 Top 53, 8010 Graz/Styria/Austria/Europe

Art Direction: Cornelia Schwingenschlögl Petra Höfler

Dirk Behlau Blaine Davis Doc Nachtstrom Michael Dohr Evil Frog Nikolai Friedrich Olivia Fürnschuß Günther Golob Derrick Green D. Hermes

Layout/Gestaltung: Cornelia Schwingenschlögl Petra Höfler Gerald Senger Fotografen: Simone Jahrmann K. B. Cat. Kris Kind Birgit Kniebeiß Alexandra Linortner Mikel Muruzubal Sebastian Patter Anita Raidl Gerald Senger ShotShotShot

Titelbild: Detail aus dem Gemälde „Wasteland II“ von Michael Dohr Autoren dieser Ausgabe: Emanuel Plauder Clemens Berndorff Anita Raidl Doc Nachtstrom Wolfgang Schatz Gunter Dorner Sarah Schönwetter Julia Gerger Cornelia Schwingenschlögl Lisz Hirn Mag. Reinhard Strauss Simone Jahrmann Wolfgang Trummer Birgit Kniebeiß VICTORY Advertising Agency Thomas Kraus Rafael Wagner Catrin Neumayer Lektorat: Stefan Schmitzer Druckerei: Universitätsdruck Klampfer GmbH Barbara-Klampfer-Straße 347, 8181 St.Ruprecht/Raab Verlag: Günther Golob – Buch-, Kunst- & Musikalienverlag Moserhofgasse 54 Top 53, 8010 Graz/Styria/Austria/Europe Country of Distribution: Austria (AUT) – ISSN: 2224-4999 Vertrieb: Valora Service Austria GmbH St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif/Salzburg

Foto: Anna M. Fiala

Chefredaktion: Günther Golob Cornelia Schwingenschlögl

Liebe Freunde, geschätzte Kollegen, werte Leser, es ist an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. Vor genau einem Jahr verteilten wir die erste Ausgabe, sozusagen unseren X-Rockz-Prototyp, in einigen Bundesländern. Euer überaus großes Interesse bestärkte uns und ließ uns weitermachen, so dass ich Euch nun stolz die 5. Ausgabe präsentieren kann. Diese bedeutet für uns einen weiteren Meilenstein, den wir trotz zahlreicher Hürden und kurioser bis haarsträubender Erlebnisse mit unserem Wirtschafts­system geschafft haben. Das muss gefeiert werden! Am 1. Dezember 2012 findet daher in der Stadthalle Graz anlässlich unseres einjährigen Jubiläums der erste X-RockzCircus statt. Wir werden Euch eine unvergessliche Show bieten mit Live-Acts, Mode-, Burlesque- und Feuershows, Bodypainting, eine Amy-Cars-Ausstellung und vieles mehr. Haltet Euch darüber auf dem Laufenden auf http://www.x-rockz-magazin.com und seid dabei bei unserer fetten Party für die Kunst! Mehr Info dazu gibt’s außerdem im Heftinneren auf Seite 22. Aber damit nicht genug: Im Jänner 2013 erscheint unsere erste X-Rockz-SpecialEdition. Diese beinhaltet ein Best-Of der vergangenen Ausgaben, spezielle Themen und News und natürlich einen Nachbericht über den ersten X-Rockz-Circus. Ab der Februar-Ausgabe 2013 (Nr. 7) wird das X-Rockz alle zwei Monate erscheinen. Und zwar extra für Euch noch schöner und besser, denn wir haben einige grafische Optimierungen geplant. Für ein paar Details werden wir Eure Meinung zu Rate ziehen – also brav mitvoten! Erst einmal wünsche ich Euch aber viel Spaß mit der aktuellen Ausgabe. Sie ist wieder randvoll mit vielfältigen Beiträgen quer durch den künstlerischen Gemüsegarten. Somit wünsche ich Euch allen einen angenehmen, kunstvollen Herbst – denn: Das Leben ist ein Theater!

Anzeigenverkauf: Ing. Thomas Pirker mobil: +43 699 18 12 64 33 e-mail: sales@x-rockz-magazin.com Verantwortlich für Bild und Text: Günther Golob X-Rockz-Magazin behält sich sämtliche Rechte, Satz- und Druckfehler vor. Aus Gründen der Satzschönheit und Lesbarkeit verzichten wir auf explizites Gendern. Alle unsere Artikel sind an offene, interessierte Menschen gerichtet, und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihrer Lieblingsspeise.

Günther Golob P.S. Besucht uns doch einmal auf https://www.facebook.com/XRockZMagazin – wir freuen uns über Eure Likes!

http://www.x-rockz-magazin.com, https://www.facebook.com/XRockZMagazin, redaktion@x-rockz-magazin.com

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Margit Kmentt

Es ist nicht wichtig wo es passiert, sondern DASS etwas stattfindet

seite 40

Mag. R. Strauss Juristische Themen speziell zur Künstlerbranche TEIL 5/5

seite 8

Michael seite 38 Kris Dohr Kind Kunst der Gegensätze

Judith Wille Wo eine Wille, da ein Weg

seite 34 Sepultura

seite 28

seite 44

Hairdreams Traumhaftes Haar, traumhafte Kleider

Lisz Hirn Sinn – Sinne

seite 16 seite 62

Moneybrother

seite 23

Naked Trust seite 19 Docteurs Young Jean Lee seite 46

Sprechstunde seite 54

Coy seite 11

Katharina BildtechnoGamesFree party for Cornelia Bianca logie seite 61 Travnicek seite 50 Vitcovic seite 36 free people seite 24 com

seite 12


The Scary Shot Shot Shot Guy seite 15 Motion Design seite 33

Inhalt

Unser aktuelles Titel-Sujet

Detail aus dem Gemälde „Wasteland II“ von Michael Dohr

06 34

X-Shorts X-Rockz-Kurzmeldungen

Titelstory: Bildene Kunst Kris Kind

Derrick Green

Special moments in time

12

X-Rockz zu Besuch auf der Gamescom in Köln

Und was spielst du?

15

The new face of love

The Scary Guy

16

Hairdeams

Traumhaftes Haar, traumhafte Kleider

19

Naked Trust

Leo und seine Naked Trust-Crew

21

Fressbox Design Shot Shot Shot

Schicht für Schicht

36

Katharina Bianca Vitcovic

Kunst, gezeichnet vom Leben

38

Michael Dohr

33

Kunst der Gegensätze

Juristisch/Wissen 08 Mag. R. Strauss

Juristische Themen speziell zur Künstlerbranche TEIL 5/5

58

Stimme und Körper, Teil 3

60

Birgit Kniebeiß

Fotografie Teil 2

62

Lisz Hirn

Sinn - Sinne

63

Ich habe eine App dafür, Teil 3

Stimmhygiene

Ein Streifzug durch die darstellende und bildende Kunst sowie Fotografie

23

Musik Moneybrother

24

Free party for free people

X-Rockz taucht in die bunte Welt des Goa ein.

26

Nina Hagen

Die Hippiebraut im Punk-Diven-Pelz

28

Sepultura

It’s really only Rock’N’Roll

30

Wolfis Vinyl-Ecke

Swingender Folk Rock - Strawbs

32

Blood and Tears over Europe

Veröffentlicht neues Album “This Is Where Life Is”

Tour 2012 – Arallu, Angry Buddha & Support

Szene 11 Coy

Newcomer-Vorstellung (Antenne Steiermark)

seite 42

Friss oder stirb

Motion Design

Fotografie 40 Margit Kmentt

Es ist nicht wichtig wo es passiert, sondern DASS etwas stattfindet

42

Derrick Green

Special moments in time

Bühne 44 Judith Wille

Wo eine Wille, da ein Weg

46

Young Jean Lee

Über Religion und Identitätssuche

Literatur 48 DMC-12

Teil 1: Das Schaf im Wolfspelz

50

Cornelia Travnicek

Auf Schleuderkurs

52

Wolfgang Schatz

Honey Williams war krank

53

Lisz Hirn

54

Docteurs Sprechstunde, Teil 1

Kanonen, Gummischweine und Schnurrbärte

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Perfektion

Rafael Wagner

57

Esier II

65

Fun & Info X-Wort-Rätsel und Comic-Strip

Gedichte


X-Shorts

Cocktail-Künstler PR-Text & Fotoquelle: VICTORY Advertising Agency

Ein Blick hinter die Kulissen samt Exklusiv-Fotostrecke von

Myriam von M.

erwartet euch in der 7. Ausgabe (Februar 2013) des X-Rockz-Magazin https://www.facebook.com/ Myriam.von.M

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Die Aufgabenstellung: Er muss einen eigens kreierten Drink der Kategorie „After Dinner“ in fünffacher Ausgabe in nur sieben Minuten vor einer sehr kritischen Jury auf der Bühne zubereiten. Hier kommt es auf Geschwindigkeit, sauberes Arbeiten, Geschmack, Aroma und Aussehen an. Mit der Teilnahme an der Staatsmeisterschaft versucht Dominik, in große Fußstapfen zu treten, denn Österreich hat sich diesen Titel bereits einige Male geholt. Momentan steht tägliches Trainieren am Programm – schließlich muss dann in Peking jeder Handgriff sitzen.

Foto: Dana Beveridge/Flickr

Der mehrfach ausgezeichnete Grazer Barkeeper und Staatsmeister im „Klassischen Barkeeping“ Dominik Wolf hat sich in Ischgl mit dem Drink Beijings Choice für die Cocktail WM in Peking qualifiziert. Diese findet von 5. bis 10. Oktober im dortigen Crown Plaza Park View statt.


Im Bett mit … Mitzi May Portrait Mitzi May siehe X-Rockz Ausgabe 04/Juli 2012 Das Menschenleben ist seltsam eingerichtet: Nach den Jahren der Last hat man die Last der Jahre.

Ich bin da vielleicht eine Ausnahme, aber ich empfinde die „Last der Jahre“ durchaus als positiv. Erfahrungen und Wissen ansammeln und schließlich damit zur Ruhe kommen klingt für mich nicht nach Last.

Es gibt kein problematisches Kind, es gibt nur problematische Eltern.

Unterschreibe ich sofort und erwähne noch ein Zitat des Künstlers Banksy: “A lot of parents will do anything for their children, except let them be themselves.” Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden, wenn wir sie an anderen erblicken.

Das wäre der einfachste Weg, ja.

Das ist mir schon des Öfteren passiert. Durchaus eine gute Methode seine eigenen schlechten Eigenschaften zu überdenken und daran zu arbeiten.

Manche Hähne glauben, daß die Sonne ihretwegen aufgeht.

Geld ist nichts. Aber viel Geld, das ist etwas anderes.

Definitiv. Ein gesundes Maß an Egoismus ist allerdings absolut in Ordnung.

Ich kann auch sparsam sein, aber Geld rauswerfen macht sehr viel mehr Spaß als Geld horten.

Eigenliebe ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.

Die Liebe ist der Versuch der Natur, den Verstand aus dem Weg zu

Stimmt, der vermutlich wichtigsten noch dazu. Sich selbst zu schätzen ist keine automatische Ausgangsposition und kann Jahre dauern aber es erleichtert einem das Leben wesentlich. Angeblich.

räumen.

Wer die Dummköpfe gegen sich hat verdient Vertrauen.

Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug.

Wessen vertrauen? Will ich das denn?

Ich denke ständig an die Zukunft. Ich kann sie kaum erwarten aber der Weg ist bekanntlich das Ziel.

Wer interessieren will, muss provozieren.

Auch verliebt kann ich meinen Verstand nicht abschalten. Anscheinend bin ich also entweder sehr verkopft oder war noch nie wirklich verliebt.

Dr. Kristian Stuhl malt die Welt (aus dem aktuellen Bildband „Das Klo spült alles fort“) http://kriskind.info/ 7


Teil 5

Mag. R. Strauss Juristische Themen speziell zur Künstlerbranche, betreut von rechtsanwalt

Foto von Alexandra Linortner

Mag. Reinhard Strauss

Wer ist ein ausübender Künstler? Ein ausübender Künstler ist eine Person, die ein Werk der Literatur vorträgt, ein Werk der Tonkunst aufführt oder bei einer Aufführung künstlerisch mitwirkt. Aus diesem Grund wird der ausübende Künstler häufig „Interpret“ genannt, und die klassischen Beispiele im Bereich der Musik für ausübende Künstler sind „SängerInnen“, und die „Instrumentalisten“.

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Welche Rechte hat ein ausübender Künstler? Dem ausübenden Künstler kommen die sogenannten Leistungsschutzrechte zu. Schutz genießen dabei vorrangig die Darbietung von Sprache, Musik, Tanz, allenfalls sogar Pantomime. Inhaltlich genießt die Verwertung der Darbietungen eines ausübenden Künstlers insbesondere durch das Festhalten dieser Darbietung auf einem Bild oder Tonträger die Übertragung dieser Darbietung im Rundfunk, bzw. sonstige öffentliche Wiedergabe, Schutz.


Wie sind diese Rechte im Einzelnen gestaltet? Der ausübende Künstler muss einwilligen, dass seine Darbietung auf einem Bild- oder Tonträger festgehalten wird. Das bedeutet, dass die Produzenten, welche diese Darbietungen aufnehmen wollen, sich dieses Recht vom ausübenden Künstler einräumen lassen müssen. Diese Rechtseinräumung sollte am besten durch einen Vertrag festgelegt werden. Dies gilt auch für die Vervielfältigung und Verbreitung von Aufnahmen der Darbietungen des ausübenden Künstlers.

Persönlichkeitsschutz Der ausübende Künstler kann die Vervielfältigung, Verbreitung oder Sendung seiner Darbietung dann untersagen, wenn die Gefahr besteht, dass diese Darbietung durch Veränderungen oder mangelhafte Wiedergabe die Reputation oder das Ansehen des ausübenden Künstlers beeinträchtigt.

Auch eine Sendung der Darbietung des ausübenden Künstlers im Rundfunk bedarf der Zustimmung des ausübenden Künstlers.

Die Vergütungsansprüche des ausübenden Künstlers

Zusammenfassend ist daher ausübenden Künstlern zu empfehlen, stets eine wohlüberlegte Vereinbarung mit den Produzenten über die jeweilige Darbietung des Künstlers zu treffen.

Werden die Darbietungen eines ausübenden Künstlers mit dessen Zustimmung vervielfältigt, verbreitet oder gesendet, erhält der ausübende Künstler einen Vergütungsanspruch, welcher direkt aus den Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes erwächst, und von den Verwertungsgesellschaften, welche in der letzten Ausgabe näher dargestellt wurden, wahrgenommen wird.

Mag. Reinhard Strauss, Jahrgang 1967, selbst Musiker und Musikproduzent, beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Fragen des Musikrechts und vertritt zahlreiche Künstler und Musikproduzenten. Kontakt: RECHTSANWALT Mag. Reinhard Strauss Körösistraße 64, 8010 Graz Tel.: +43(0) 316 675 220, Fax: DW 12 office@anwalt-strauss.at www.anwalt-strauss.at

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Szene

Jetzt einschalten

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www.antenne.at

waltl & waltl

unter P P A t z t en - je r Ăś ode h C l l R a r Q e r b e Ăź p irekt d r Antenne e d o t nne.a e t n a . w w w en! d a o l n w o d


Szene

Coy

All Spots On Me

Empfehlung von Gunter Dorner, Leiter Musikredaktion Steiermark und Kärnten

Es war beim Newcomer 2010, dem traditionsreichsten Bandwettbewerb des Landes. Die Jurymitglieder waren nach dreizehn oder vierzehn Künstlern schon etwas „verbraucht“, aber es galt noch einen Act zu hören! COY – „Wer ist das jetzt?“ wurden da Stimmen laut. „Keine Ahnung, eine Sängerin mit Gitarre halt“, die Antwort. Und dann kam sie und Jury sowie Publikum wurde so richtig „der Scheitel gezogen“. Coy begeisterte mit ihrer Power, ihrer Gitarre und natürlich ihren kraftvollen Poprock-Songs. Der Sieger war gefunden! Pause gab’s in der Folge für Coy aber keine. Die Sängerin hat in den folgenden zwei Jahren in Österreich über 60 Solokonzerte gespielt

und ganz nebenbei noch etliche tolle Songs geschrieben. Die gibt’s nun zwei Jahre nach dem Sieg beim Newcomer 2010, auf ihrer aktuellen CD All Spots On Me zu hören. Zugegeben, die Produktion ist nicht mehr ganz neu, da sie schon im heurigen Februar erschienen ist, aber es lohnt sich allemal, sich das Album ins Regal zu stellen. Und auch jetzt gönnt sich die junge Steirerin keine Pause, spielt live und arbeitet wieder an neuem Material. Als Vorbote für das zweite Album (wird 2013 erscheinen) hat Coy soeben ihre neue Single Dancing In The Streetlights veröffentlicht und der Titel ist Programm – versprochen!

http://www.facebook.com/coymusic

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Szene

Und was spielst du? Messebesuch von Emanuel Plauder und Birgit Kniebeiß, Fotos von Birgit Kniebeiß

X - Ro c k z z u B e s u c h a u f de r G ame s c om i n K ö l n Stellt euch vor es ist Gamescom und alle wollen hin. Vom 15.-19. August fand zum vierten Mal auf dem Gelände der Kölnmesse die größte Schau zum Thema Unterhaltungselektronik und Computerspiele statt. Auch dieses Mal waren der Besucherandrang und die Zahl der Aussteller höchst beeindruckend. „Celebrate the Games“ lautete das Motto und der Name war Programm. Ganz Köln war im Gamesfieber. Eine Stadt mit über einer Million Einwohnern stand fünf Tage lang unter dem Stern von Unterhaltungssoftware, jugendlichem Lebensgefühl und natürlich Party. Dabei beschränkt sich die Gamescom nicht nur auf das riesige Messeareal am Rhein, sondern zieht sich vielmehr durch die ganze Stadt. An sämtlichen Bahn- und Bushaltestellen sowie in der U-Bahn und auch an Hauswänden prangten Bilder von Spieletiteln und Sonderangeboten, von teils riesigen Plakatflächen und Video­ walls. Die großen Kölner Elektronikmärkte und Spielegeschäfte Media Markt, Saturn und GameStop warben mit exklusiven Angeboten von Konsolen, Spielen und Vorbestellaktionen. Fahnen mit dem Schriftzug und dem Logo der Gamescom wehten vor Hotels, Herbergen und Campingplätze welche restlos ausgebucht schienen. Und nicht zuletzt war da das Gamescom Festival – ein Event mitten im Herzen von Köln, wo auch, nachdem die Messehallen schon geschlossen waren, noch die Nacht durchgefeiert wurde. Neben Essen, Trinken und natürlich Spielen luden namhafte Acts wie Kettcar, Thees Ullmann & Band, Bosse, Der König tanzt. und viele mehr zum Rocken und Tanzen ein. Auf dem Messegelände selbst tummelten sich die Besucher in sieben Hallen – von denen zwei dem Fachpublikum vorbehalten blieben – um zahlreiche Stände

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und ließen sich Spiele, Hardware, Merchandise und alles, was sonst noch mit Computerspielen zu tun hatte, präsentieren. Dabei selbst den Controller in die Hand zu nehmen war die Devise. Anspielen, antesten und dabei zahlreiche Goodies abstauben stand bei vielen an der Tagesordnung. Hierbei zeigten sich die Aussteller nicht geizig, denn neben T-Shirts, Schlüsselbändern und Tragetaschen gaben Spielehersteller gerne auch Beta-Keys, Downloadcodes für Spiele und Ingame-Items wie auch massenweise Gutscheine her. Mit zahlreichen Gewinnspielen, bei denen es meist gleich an Ort und Stelle hochwertige Spielerhardware oder auch High End PCs zu holen gab, wurden weitere Besucher an die Stände gelockt. Nicht weniger als 275.000 Besucher und über 600 Aussteller aus 40 Ländern gaben sich auf 140.000 Quadratmetern ihr Stell­dichein. Damit ist die Gamescom die weltweit größte Spielemesse neben der Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles und der Tokyo Game Show in Chiba. Mehr als 330 Welt-, Europa-, und Deutschlandprämieren wurden in den fünf Tagen präsentiert, wobei sich die Inhalte der Gamescom erweitert haben. Neben klassischen Konsolen- und PC-Spielen gewinnt der Markt des Mobile Gamings immer mehr an Bedeutung. Handhelds und Smartphones sowie Browser- und Social Games sind auf dem Vormarsch. Online und Free2Play, also spielen ohne monatliche Kosten, werden


hierbei großgeschrieben. Dabei immer mit seinen Freunden über Facebook in Kontakt zu stehen, sich unterwegs zu einer kleinen Party einzuladen und seine Highscores und Erfolge wie auch die seiner Freunde immer abrufbar zu haben, ist bei aktuellen und kommenden Spieltiteln fast schon Usus. Doch keine Angst, denn das soll nicht bedeuten dass die Spielezukunft nur aus Angry Birds, Farmville und Pokemon besteht. Im Gegenteil, die Stände der großen Spielehersteller strotzten nur so von großen Blockbustern, innovativen Spielideen, grafischen Meilensteinen und auch langerwartete Fortsetzungen bekannter Serien für aktuelle Konsolen und PCs. Wie schon in den Jahren zuvor wurden die Highlights der Messe von einer zwanzigköpfigen internationalen Fachjury mit dem Gamescom Award ausgezeichenet. Zu den Gewinner dieses Jahr zählten: Bethesda, welche unter anderem auch den Award „Best of GAMESCOM“ für ihren Hit Dishonored erhielten, als auch Sony Computer Entertainment, Ubisoft, Electronic Arts, Activision Blizzard und Crytek. Neuauflagen und Fortsetzungen bekannter Serien wie Rayman Legends, LittleBigPlanet, Call Of Duty Black Ops II und SimCity hatten hierbei die Nase vorn. Dabei wurden nicht nur allein die Spiele prämiert, sondern auch innovative Konzepte und Hardwareperipherie wie zum Beispiel Sonys Wonderbook, ein echtes Buch, welches durch die Playstation®Eye-Kamera auf dem Bildschirm zum Leben erweckt wird und sich als Zauberbuch der Harry-Potter-Welt entpuppt. Der Playstation®Move Motion Controller wird hierbei zum Zauberstab. Dies ist nur eines der Beispiele, was in Sachen “augmented reality” zu sehen war, und bot uns einen Vorgeschmack darauf, was in den kommenden Monaten noch alles auf diesem Sektor zu erwarten ist. Man bedenke hierbei, dass jede moderne Handheld-Konsole und jedes Smartphone mit einer Kamera ausgestattet ist und somit die Phantasie der Spiele­ entwickler angesichts dieser Möglichkeiten beflügelt wird. Doch möchten wir unseren Blick nicht nur auf die vorgestellten Spiele richten, obwohl diese ja der Dreh- und Angelpunkt der Gamescom sind. Denn abseits der Stände, bei denen man sich oft stundenlang anstellen musste, um für wenige Minuten einen heißersehnten Blick auf das Spiel seiner Wahl werfen zu können, war einiges los. So warfen sich hunderte von Besuchern in ihre selbstgeschneiderten und teils recht aufwendigen Kostüme und mimten Charaktere aus ihren Lieblingsspielen. Es gab heuer zum ersten Mal auf der Gamescom einen eigenen Bereich für Cosplayer. Im Cosplay Village konnte man sich an Tabletop- und Trading Card Games versuchen. In einem Synchronisationsbereich konnte man hinter die Kulissen schauen und zusehen, wie Anime- und Game-Charaktere vertont werden, und im professionellen Fotobereich konnte man sich ablichten lassen. Dabei gab es wie überall auf der Gamescom einiges zu gewinnen, wie zum Beispiel ein professionelles Styling und Make-Up. Der Mittelpunkt des Cosplay Village war eine Showbühne, auf der zahlreiche Events stattfanden. Für PC-Besitzer, die das Ausgefallene suchen, und für die ein PC längst nicht mehr eine beige Blechkiste ist, die wegen ihrer unschönen Aufmachung nur unter Büroschreibtischen ihre Daseinsberechtigung hat, präsentierte sich auch die Gemeinschaft der „Casemodder“ an einem eigenen Stand. Im Rahmen der

Gamescom fand auch die alljährliche DCMM, die Deutsche Case Modder Meisterschaft, statt. Dabei treten Teams von zwei Personen in einer oder mehreren von fünf Kategorien an und schaffen sich in der am Messestand eingerichteten Werkstatt ein Computergehäuse nach ihren Vorstellungen. Phantasie und Einfallsreichtum schienen hierbei keine Grenzen zu gesetzt zu sein. Die besten Gehäuse wurden dann von Publikum und Fachjury bewertet. Wer die Gamescom nicht nur aus Spaß am Spielen besuchen wollte, sondern einen ernsteren Zugang zu dem Thema suchte, kam ebenfalls auf seine Kosten. So erwarteten einen am Gamescom Campus Vorträge uner anderem zu den Themen Jobs & Karriere, Jugend­ schutz und Medienkompetenz. Wer auf Jobsuche ist und in der Games-Branche Fuß fassen möchte, hatte auf der Gamescom auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit, sich auf einem 300 Quadratmeter großen Stand einen Einblick in die Welt der Spieleentwicklung zu verschaffen. Und nicht nur das, denn renommierte Firmen boten über 400 Stellen in und um den Games-Arbeitsmarkt an. Gesucht wurde hierbei alles vom Profi-Game-Designer bis zum Praktikanten, vom Betriebswirtschaftler bis zum Community Manager. Man konnte sich sich an Ort und Stelle über Unternehmen auf der ganzen Welt erkundigen und auch gleich seine Bewerbungsunterlagen einzureichen. Neben all den Ständen und Präsentationen der Branchenriesen zeigten auch viele alte und junge engagierte Programmierer, Entwickler und andere Begeisterte der Computerspielszene ihre Projekte und Errungenschaften. Wie zum Beispiel die Jungs von stabyourself.net, die sich dachten: Man könne doch altbekannte Spieleklassiker mit modernen Elementen vermischen. So entstanden beispielsweise ein Tetris mit Physikengine oder ein Remix aus Super Mario und Portal. Egal, ob jung oder alt: Jedem, der mit einem dieser Spiele aufgewachsen ist, sei die Homepage des deutsch/slowenischen Duos ans Herz gelegt, wo die Spiele als Gratis-Download zur Verfügung stehen. Nach fünf Tagen im Zeichen der Spiele ging dann auch die Gamescom 2012 zu Ende. Was bleibt, sind ein Ausblick und die Vorfreude tausender Menschen auf zukünftige Spieleerscheinungen. Einige davon wird man noch dieses Jahr auf seinen eigenen Konsolen, Handhelds und PCs spielen können – etwa die Knüller Dishonored, Borderlands 2 oder Assassin’s Creed 3. Andere Highlights der Messe erwarten uns im Laufe des nächsten Jahres und mit Spannung freuen wir uns auf die Tage vom 21. bis 25. August 2013, wenn es wieder heißt: „Celebrate the Games.“

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The new face

of love Vorstellung von Cornelia Schwingenschlögl, Foto von Dirk Behlau

Seine Lebensgeschichte ist mit Tinte geschrieben – mit der Tinte des Tätowierers, um genau zu sein. Sein Name ist The Scary Guy, aber fürchten muss man sich vor ihm nicht, denn er ist ein Apostel des Friedens. Sein Gesicht und sein ganzer Körper sind mit Tattoos geschmückt, die seinen persönlichen Lebensweg und seine Erfahrungen dokumentieren. The Scary Guy, der in New Hope, Minnesota augewachsen ist, fühlte sich immer zum Geschichtenerzählen hingezogen. „Ich sehe Geschichten als einen machtvollen Prozess, durch den der Mensch seine Ideen kommunziert und teilt, seine Visionen und seine Realität. Heute ‚lese‘ ich Geschichten in den Gesichtern, Worten und Taten jeder Person, die ich treffe.“ Scary schreibt klassische Musik. Er ist Künstler, Sänger, Komödiant, Filmproduzent. Er hat an einem College gearbeitet, war Baby-Fotograf und Computerverkäufer. Er war Besitzer von drei Tattoo-Shops, die er 1998 verkaufte und aufbrach, um die Welt zu verbessern. Oder besser gesagt: Um die Welt zu lehren, ein Leben in Frieden zu führen: „Jetzt tättowiere ich die Herzen und Seelen von Millionen Menschen.“ Auf Anfragen von Ländern, Städten und Gemeinden hin reist er rund um die Welt, um mit seinen unterschiedlichen Programmen Verhaltensänderungen zum Positiven hin in Gang zu setzen. Seine „Shows“ werden als provokativ, eindrucksvoll und aufrüttelnd beschrieben. Um nur eine der zahlreichen Rückmeldungen zu zitieren: “A wake-up call to help change the mindset of the world“. Eine große Aufgabe, die sich der Scary Guy da gestellt hat – es bleibt nichts, als ihm weiterhin ein frohes und erfolgreiches Schaffen zu wünschen.

http://www.thescaryguy.com

Erlebe grenzenlose Haarträume …


Szene

Hairdreams Pressetext von Katharina Stelzer, Fotos von Mikel Muruzubal für Hairdreams

traumhaftes haar, traumhafte Kleider Hairdreams, der weltweit führende Anbieter von professionellen Echthaarverlängerungen und -verdichtungen, hat sich für seine Trendkollektion den neuen Star der Avantgarde-Modeszene an Bord geholt: Charlie Le Mindu. Seine Kreationen – ausgefallene Kleider, Perücken und Kopfbedeckungen, die er aus Hairdreams-Echthaaren schneidert – sind Kult bei internationalen Trendsettern und Celebrities wie Lady Gaga. In Sachen Haare und Haarverlängerungen hat Charlie Le Mindu höchste Ansprüche an die Qualität und arbeitet daher ausschließlich mit Produkten von Hairdreams. Viktoria Schwarzinger, Salonleiter­ in im Hairdreams_center Graz ist von der Zusammenarbeit mit Charlie Le Mindu begeistert: „Er zeigt, dass man mit HairdreamsHaarverlängerungen und -verdichtungen Haare nicht nur länger und voller machen, sondern auch sehr kreativ und modisch damit arbeiten kann.“

Im Hairdreams_center Graz ist man darauf spezialisiert, die schönsten Frisurenträume zu erfüllen, egal ob trendige Schnitte, neue Farbtechniken oder Hochsteckfrisuren und bei zu kurzem, zu feinem oder zu wenig dichtem Eigenhaar kommen Haarverlängerungen und -verdichtungen von Hairdreams zum Einsatz.

Sho rt Fac t s Hairdreams • Hairdreams_center Graz, St. Peter Hauptstraße 30, 8042 Graz Tel. 0316 46 28 20, Di - Fr 9:00 - 19:00 Uhr, Sa 8:00 - 13:00 Uhr • Hairdreams_center Wien, Landstraßer Hauptstraße 18, 1030 Wien Mo - Fr 9:00 - 19:00 Uhr http://www.hairdreamscenter.at

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€ 25,– für eine Haarverdichtung ab 50 Strähnen € 50,– für eine Haarverlängerung ab 125 Strähnen

Gültig für Hairdream_center Graz und Hairdream_center Wien. Nicht kombinierbar mit anderen Aktionen.


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Szene

Leo Naked Trust Seit 1996 steht in Salzburg ein Name untrennbar mit Tattoo und Körperkunst in Verbindung: Leo und seine „Naked Trust“-Crew . Der Gründer des ersten offiziellen Tattoo- und PiercingStudios in Salzburg kann auf eine 19-jährige Erfahrung als Tätowierer zurückblicken und ist weit über den österreichischen Raum hinaus bekannt.

Seine zahlreichen Preise, die er auf verschiedenen Tattoo-Messen in Amerika, Asien und Europa gewinnen konnte, bezeugen die erstklassige Qualität seiner Arbeiten. Als Leo 1996 in Salzburg sein Studio Naked Trust eröffnete, war es noch nicht alltäglich, tätowiert zu sein. Er hatte noch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die dank seiner Beharrlichkeit und seinem außergewöhnlichen künstlerischen Talent bald verschwanden. Heute denkt beim Anblick von Tätowierungen niemand mehr an Gefängnisse oder Seefahrer. Sie sind ein Zeichen unserer Generation und weltweit anerkannt als zeitgenössische Kunst am Körper. Durch seine Reisen nach Asien und die Kontakte, die er mit der japanischen Tattooszene knüpfen konnte, wurde er über die Jahre ein Spezialist für den asiatischen Stil. Schon früh hatte er das Glück mit Hori Hiro zusammen zu arbeiten und war somit einer der ersten österreichischen Tattookünstler, die ihr Wissen über japanische Tattoos an der Quelle und nicht über Magazine aneignen konnten. Im Naked Trust findet man immer wieder Gasttätowierer, die noch traditionell tätowieren, wie z. B. Eddi von Borneo-Ink oder Miyazo aus Osaka. Der gelernte Porzellanmaler Leo ist auch Inhaber der österreichischen Künstlerprüfung. Seine Gemälde, die ebenfalls vorwiegend in den asiatischen Stil einzuordnen sind, haben auch ihre Liebhaber gefunden. Seine „Crew“ setzt sich aus unterschiedlichen Künstlern zusammen, die er alle selbst ausgebildet hat. Ihre Werke kann man auf der Homepage bzw. der Facebook-Seite betrachten.

www.nakedtrust.com, https://www.facebook.com/pages/Naked-Trust-Crew/253508754768680

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Szene

Shakeabilly

Die Shakeabilly Cocktailmanufaktur wurde im Februar 2012 von Mixologe und Grafiker Gergö Szalai und der Grafikdesignerin Karola Kressmayer zum Leben erweckt. Die Manufaktur hat sich auf servierfertige Cocktails ohne zusätzliche Konservierungs-, Farboder Aromastoffe spezialisiert.

In Shakeabilly Cocktails kommen nur hochwerSirup. Der fertig tige Spirituosen, Fruchtsäfte und Sirup. gemixte Cocktail wird lediglich durch Pasteurisieren Chemie! Für den leckeren Cocktailgenuss konserviert, d.h.: keine Chemie! zu Hause braucht man nur noch Eiswürfel hinzufügen. „Wir sind in der Manufaktur ständig auf der Suche nach neuen Rezepten und Cocktailideen. Experimente sind sehr wichtig und machen natürlich auch Spass! Das richtige Mischungsverhältnis zwischen den einzelnen Zutaten muss stimmen - denn das, und natürlich die frischen Zutaten, macht einen richtig leckeren Cocktail aus.“ Um das Design rund um Shakeabilly kümmert sich Karo, die als selbstständige Grafikdesignerin tätig ist: „Wir wollten auf keinen Fall standardisierte und lieblose Flaschendesigns, wie man sie von einigen Massenprodukten kennt. Uns ist die echte Handarbeit, die hinter dem ganzen Prozess steckt - vom Verfeinern der Rezepte, dem exakten Mischen der Zutaten bis hin zum Beschriften und Ankleben der Etiketten - sehr wichtig und diese Leidenschaft soll man auch am Design wiedererkennen. Wir arbeiten derzeit an einer neuen Produktserie - mehr verraten wir aber noch nicht!“ Natürlich bietet Shakeabilly auch Lieferungen für Firmenfeiern/ Events und auch einen Catering-Service an. Derzeit sind 14 verschiedene Cocktails im Onlineshop erhältlich - das Sortiment wird demnächst um 11 weitere leckere Kreationen erweitert.

fri c he NEsW S 20

Den Code xrockz in das Kommentarfeld bei der Bestellung (Schritt 4) eingeben und einen gratis Überraschungscocktail absahnen!

Code gültig bis zum 31. Dezember 2012. Pro Besteller ist nur ein Code möglich.

twitter.com/Shakeabilly

Shakeabilly Cocktailmanufaktur

facebook.com/Shakeabilly

Gergö Szalai Tel.: +43 0664 23 80 297 Mail: contact@shakeabilly.com Web: www.shakeabilly.com

shakeabilly.com/blog


Szene

wetzt die Messer und leert die Topfe, hier kommen die besten rezepte des fressiversums! „Friss oder

fressbox.at stirb“ Köstlich geschrieben von Thomas Kraus, Fotos von Gerald Senger

Essen war Überleben, Kochen das Mittel zum Zweck. Heute ist Essen Genuss, Abenteuerlust, Spaß, sogar Extase. Das Web erschließt heutzutage jedem eine ungeahnte Welt an Rezepten, Ideen und Möglichkeiten. fressbox.at bietet das alles und ist dennoch anders, ein Ausreißer - es vereint gekonnt Geschmack, Kunst und Leidenschaft. Was haben Wilhelm Busch und der fiktive Bart Simpson gemein? Beide haben schlaue Dinge über das „Fressen“ auf die Welt losgelassen. Anhand der Koch-Plattform fressbox.at zeigen wir, was Kochen in Zeiten von Web 2.0 bedeutet und worauf man achten sollte. Echt, getestet und garantiert selbst gemacht - das ist fressbox.at Das Web, unendliche Weiten. Wir dringen in Bereiche des Fressiversums vor, die noch kein Mensch zuvor gesehen hat. Hobby-Gastronom Gerald Senger hat eigentlich durch Zufall aus einem privaten Kulinarik-Archiv einer erfolgreichen Koch-Plattform gemacht. Er vereint auf fressbox.at seine Leidenschaft für Fotografie mit der Passion fürs Kochen: „Das Prinzip von fressbox.at ist einfach: im Blog gibt es nur Rezepte, die ich selbst gekocht habe und die mir irrsinnig schmecken. Alle Fotos sind selbst geschossen, einfach schön anzusehen und zeigen tatsächlich gekochte Gerichte.“ „Wer einen guten Braten macht, hat auch ein gutes Herz“, wusste schon Wilhelm Busch. fressbox.at beweist, dass Kochen eine Kunst ist, die jeder beherrscht Mit der richtigen Anleitung, erstklassigen Zutaten, einer Portion Leidenschaft, aber auch einer Prise Geduld gelingen die tollsten und exotischsten Kreationen. fressbox.at ist darüber hinaus auch die richtige Website für Selbermacher: von Ketchup oder Marmelade bis zum Suppenwürfel gibts einfache Anleitungen. Bei allen Rezepten wird auf höchste Qualität der Zutaten und gesunde Zubereitung geachtet. Was bleibt da noch zu sagen, außer: „Wir danken dir besessen für dieses tolle Fressen!“ (Bart Simpson)

Hier ist es, das wohl Chili Con Carne beste Chili Con Carne Rezept der Welt! Bier, Kaffee, Kakaopulver? Das ist mir zu exotisch! Wer es allerdings einmal gekocht und genossen hat, wird nie mehr ein anderes Chili Rezept anrühren! Probier es einfach aus, Du wirst begeistert sein, wie einfach in der Zubereitung und wie grandios im Geschmack dieses Chili ist! 4 Personen | 1,5 Stunden 1 Zwiebel und Knoblauch fein hacken und mit dem Hackfleisch und dem in Streifen geschnittenen Gulaschfleisch in Öl für rund 10 min rösten. 2 Zucker, Chilipulver und Tomatenmark einrühren und kurz den Zucker karamellisieren. 3 Mit Bier, Hühnerbrühe, den Dosentomaten und dem Kaffee löschen, die im Mörser zermahlenen restlichen Gewürze, Chilischoten und das Kakaopulver beimengen und für rund 45 min köcheln lassen. 4 Jetzt die abgetropften Bohnen und den Mais unterrühren und weitere 30 min auf mittlerer Flamme köcheln. 5 Eventuell mit Salz, Pfeffer und Chilipulver nachwürzen.

2 EL Olivenöl

1 große Zwiebel

2 Knoblauchzehen

250 g Hackfleisch (Rind)

250 g Gulaschfleisch (Rind) 2 EL Tomatenmark 1 Dose Tomaten

150 ml dunkles Bier

150 ml starker Kaffee 250 ml Hühnerbrühe 1 EL Chilipulver

1 EL brauner Zucker

1 EL Kakaopulver (ungesüßt) 1 TL Oregano

0,5 EL Kreuzkümmel (Cumin) 0,5 TL Koriander 2 Chilischoten Prise Salz

Prise Pfeffer

2 Dosen Kidneybohnen 1 Dose Mais

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1. Dezember 2012 Stadthalle Graz

Informationen unter www.x-rockz-magazin.com


Musik

MONEYBROTHER

“Wenn das Album erscheint, hoffe ich, dass, die Leute es hören und sich dabei selbst auf eine Reise begeben.“

VERÖFFENTLICHT NEUES ALBUM Empfehlung von Catrin Neumayer, Fotos von Red Bull Contentpool

A U F G E N O M M E N IN SI E B E N V E RSC H I E D E N E N S T Ä D T E N A U F D E R G A NZ E N W E LT Das neue Album von Anders Wendin, besser bekannt unter dem Namen Moneybrother, Held der schwedischen Musikszene, erscheint am 28.09.2012. Quer über den Globus verteilt aufgenommen, verbindet das neue Album „This Is Where Life Is“ Wendins ausgeklügeltes Songwriting-Talent mit seiner Reiselust. Dabei entstand ein kunstvolles Geflecht aus Stilistiken und Geschichten aus der ganzen Welt. Ungeachtet seiner Ursprünge in der Punk-Band Monster, ist sein Solowerk eine Mischung aus Pop, Disco, Soul, Reggae und Rock und brachte ihm in der Vergangenheit schon einen Grammy in seiner Heimat Schweden sowie große internationale Anerkennung ein. Die Aufnahmen zu dem neuen Album dauerten über drei Monate und begannen mit den ersten Sessions in Steve Albinis legendärem Electric Audio Studio in Chicago und in den Red Bull Studios in Los Angeles. In Chicago legte Anders Wendin das Fundament für sein Album, um von dort aus den Rest der Welt musikalisch einzufangen. Der nächste Halt: Rio de Janeiro. Hier arbeitete Moneybrother mit dem weltweit anerkannten Perkussionisten Marcos Suzanos und verbringt einige Zeit in den Favelas, wo er persönlich erfährt, wie die Menschen in den Armenvierteln Brasiliens leben. Darauf folgten Kingston, Jamaika und ein einzigartiges Erlebnis in Bob Marleys Tuff Gong Studios, das Wendin tief beeindruckte: „Normalerweise ist es nicht so einfach in den Tuff Gong Studios aufzunehmen, da sie nur einem engen Familienkreis vorbehalten

ist. Über einen Bekannten durften wir aber von zwei bis fünf Uhr nachts in die Räume. Mitten in der Nacht trafen wir uns dort und da die Klimaanlage aus war, war es extrem heiß. Nach der Session hatten wir eine kleine singende und rauchende Anhängerschaft die uns in den anderen Studios der Insel ständig umringte! Ich musste ihnen sagen, dass sie leise sein sollen, während ich einige Parts eingesungen habe, aber das meiste Material war auf Grund der fantastischen Atmosphäre großartig.“ Nach Jamaika reiste Anders nach Kapstadt, Südafrika, wo er mit drei Ortsansässige den Refrain der Single-Auskoppelung Unbelievably Good einspielt. Im Anschluss steuerte Wendin London an, bevor er seine Reise in Auckland, Neuseeland beendete. Der außergewöhnliche Hintergrund zu Moneybrothers neuem Album wurde von dem preisgekrönten Dokumentarfilmer Jim Dziura in einer Dokumentation auf Zelluloid gebannt. Dziura, der schon den preisgekrönten Dokumentarfilm Whiskey On A Sunday über Flogging Molly produzierte, übersetzt Wendins Musik in atemberaubende Bilder und erzählt spannende Geschichten, die jeden Schritt der Reise auch visuell erlebbar machen.

Die Albumproduktion einzufangen, war Wendin sehr wichtig: „Es war immer mein Traum, meine Erlebnisse mit dem Zuhörer zu teilen. Also mussten wir sichergehen, den Entstehungsprozess mit der Kamera so genau wie möglich zu dokumentierten. Der Zuschauer wird in der Lage sein, nicht nur die Leute, die Orte und die harten Umstände der Produktion wahrzunehmen und zu verstehen, sondern auf meiner inneren Reise dabei zu sein.“

Sho rt Fac t s Das Album „This Is Where Life Is“ wurde unter anderem in vier Red Bull Studios aufgenommen: Auckland (Neuseeland), Los Angeles (USA), London (Großbritannien) und Kapstadt (Südafrika). Daneben standen Studiolegenden wie das Electric Audio Studio in Chicago (USA), die Tuff Gong Studios in Kingston (Jamaika) und das Studio Dubious in Stockholm (Schweden) auf dem Reiseplan der Produktion. Die Termine für die Moneybrother-Tour 2012 findet ihr unter: http://www.moneybrothermusic.com/ http://www.facebook.com/OfficialMoneybrother

http://www.moneybrothermusic.com/, http://www.facebook.com/OfficialMoneybrother

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Musik

Free party for free people Ein Blick in den Underground und Fotos von Simone Jahrmann

X - Ro c k z meet s U n de r g ro u n d u n d ta u c ht i n d i e b u n te We lt de s G oa e i n . Ein Feld irgendwo im Nirgendwo. Alles ruhig. Die Grillen zirpen. Die Vöglein zwitschern. Die ersten Autos und Kleintransporter kommen angefahren. Binnen Minuten stehen Lautsprechertürme und Bar. Farbenfrohe Gebilde mit Neonfäden wachsen rundum aus dem Nichts. Die Gäste kommen. Werden via GPS-Koordinaten hingelotst. Es wird Party gemacht. Meistens nicht nur eine Nacht. Jeder zahlt für die Getränke, was sie ihm wert sind. Es wird aufgeräumt und abgezogen. Niemand hat etwas gewusst. „Free Party for free people.“ Das politische Statement: „Jeder hat das Recht, zu feiern und Musik zu hören, was ist so schlimm daran?“ Wer? So kann der Underground feiern. Muss aber nicht. Viele Veranstaltungen werden angekündigt. Und doch kommen nicht viele Fremde dazu. Wir sprechen hier von der Goa-, Freetechno-, Psytrance-Szene, wie auch immer sie sich nennt. Goa und Techno sind aber Stiefkinder. Die Musikrichtungen verbindet man mit Vielem, wie oft bekommt man aber so eine Schwarzlicht-Wunder­ welt schon zu sehen? Die Partys sind meist im Sommer, meist im Freien. Die Athmo­ sphäre ist jeweils unvergleichlich, 24

wie „von einer anderen Welt“. Die Menschen, die hier zusammenkommen, könn­ ten unterschiedlicher nicht sein. In einem sind sie sich dennoch einig: Sie wollen keine Kommerzialisierung. Anderswo ist Goa schon massentauglich und wird „full on“ genannt. Davon distanziert sich die Underground-Szene. Sie macht etwas schwerer genießbare Musik. Mit hoher Geschwindigkeit. Bis zu 190 Beats per Minute. Staccato. Hämmernd. Synthetische Klänge und Geräusche. Das kann nicht nur unter Drogen high machen. In der Menge, grelle Farben, harter Beat. Der Körper schüttet Dopamin aus. Joe Niedermayer Er ist einer von denen. Er ist einer von ihnen. Von Goa-Partyliebhabern. Von Optix Tribe. Joe Niedermayer (24) ist in der Underground-Szene in Graz daheim. Dafür musste er aber erst hierher ziehen. Hier kümmert er sich um sein Studium, dessen Vertretung und dessen Zeitung. Genauso wie um Optix Tribe und dessen Mitglieder. Optix Tribe Optix Tribe ist ein Verein, der seit einigen Jahren Goa-, Psy- und Technopartys organisiert. Eine eingeschworene Truppe,

die einfach funktioniert. 12 Freunde, die wissen, was sie können und zu tun haben. Die man in Österreich und Nachbarländern buchen kann. Für Visuals und Deko bis hin zur ganzen Partyorganisation. Inklusive DJ. Vom Standard-Plattenspieler bis zum High-End-Live-DJ. Vielleicht mit selbstgebastelten Synthesizern. Vielleicht sogar extra eingeflogen. Und im Gegenzug dafür will Optix Tribe nicht viel: Spaß haben, feiern und Spritkosten. „Bei den Partys geht


Bilder im Kopf?

es nicht darum, Gewinn zu machen Wenn wir mit Null aussteigen sind wir happy“, so Joe. Sie sehen es als Freizeitbeschäftigung. Ein Hobby. Es fing auch alles damit an: Sie bastelten String-Art-Konstrukte für Veranstaltungen. Diese wurden irgendwann nicht mehr gebraucht. Sie machten einfach ihre eigenen Partys damit. Und die fassen bei ihnen bis zu 600 Leute. Auf diesen Partys ist man als Außenstehender Tourist.

Sho rt Fac t s Optix Tribe lässt auch diesen Winter Graz beben. Die Termine dafür findest du im Veranstaltungskalender oder auf: optix.io Facebook unter Optic Tribe Facebook unter Psy Optix Decorations

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Musik

Nina Hagen Eine Nacherzählung von Birgit Kniebeiß und Cornelia Schwingenschlögl, Fotos von Birgit Kniebeiß

D i e H i pp i eb r a u t i m Punk-Diven-Pelz. Am 23. Juli beehrte Nina Hagen das Grazer Orpheum im Rahmen ihrer „Volksbeat”-Tour. Das X-Rockz-Magazin war für euch vor Ort.

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wurnig-foto.com

Musik

bewegt Bild

Danke, Schatz! Filmproduktion und Konzeption

DANKESCHATZ.COM

Was man allgemein von Nina Hagen weiß ist, dass sie eine Frau ist, die durch ihre Lebens­ anschauungen schon immer polarisiert hat. Sei es durch ihre religiöse Meinungen, UFO-Sichtungen oder ihren freien Umgang mit sogenannten Tabu-Themen. Doch auch die Menschen, die der Punk-Diva kritisch gegenüber stehen, können sich ihrer einzigartigen Stimme und unglaublichen Bühnenpräsenz nicht entziehen. Und dass Nina mit der Zeit nichts von ihrer Einzig­ artigkeit verloren hat, hat sie auch bei ihrem Konzert im Grazer Orpheum unter Beweis gestellt. Begeistern konnte die Show nicht nur durch Stimmgewalt, Stimmung und eine professionellen Leistung der Band. Besonders hervorzuheben ist die sehr schöne 60erJahre-Atmosphäre, die das ganze Konzert über in der Luft lag. Auch wenn klar ist, dass sich die Welt nicht nur durch ein paar nette Slogans wie zum Beispiel „guitars, not guns“ sofort zu einem besseren Ort machen lässt, schafft es Frau Hagen, einen für ein paar Stunden in dieses schöne „Wir können das Steuer noch herumreißen“-Gefühl mitzunehmen.

Nach dem Konzert durften wir, obwohl ihr die starke Hitze an diesem Tag sehr zu schaffen gemacht hatte, ein Interview mit der Grande Dame des Punk machen. Nach ein paar Tropfen Klosterfrau Melissengeist erwartet uns eine rührige, geerdete Nina Hagen. Allzeit bereit, die Welt zu verbessern, gibt sie uns gleich eine Nachricht für die Grazer Behören mit: Auf der Anreise sei ihr in einer belebten Straße die Aufschrift „Fuck For Fun“ auf einer Fassade aufgefallen. Sowas müssen Kinder, die daran vorbei zur Schule gehen, nicht sehen. Der Herr Bürgermeister möge dafür sorgen, dass die Stadt von derlei Dingen gesäubert werde. Also bitteschön, die Nachricht ist hiermit weitergeleitet. Auch wenn man nicht mit allem über­ einstimmt, was „the god mother of Punk“ erzählt, nötigt sie einem unweigerlich Respekt ab. Man hat immer das Gefühl, dass sie aufrichtig und ehrlich hinter ihrer Meinung steht. Es ist ein rechtschaffender Kampf gegen die großen und kleinen Ungerechtigkeiten auf dieser Welt und Nina „did it her way“.

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Musik

Sepultura Interview by Cornelia Schwingenschlögl, Photos by Sebastian Patter

It’s really only rock’n’Roll On the 16th of August 2012 one of the greatest Metal bands in history visited Graz to play at P. P. C.; X-Rockz was there – not only for the show, but to have a little talk with Sepultura’s singer, Derrick Green. XRM: Our first contact happened via Facebook. You are very busy there?

Derrick Green: Yeah, I have to run the Sepultura Facebook page. It’s a lot of work, but you get a lot of insight on fans and how they feel about us and our shows. It’s really important. So do you do all your social media work yourself?

D.G.: No, no … (laughs) our website is done by a webmaster and Facebook and Twitter is done with the help of Sepularmy. That’s a lot of people and friends that we have around the world who help to keep everything up to date. You know, that connection with fans has grown very strong. This means a lot. How does it feel to be part of a major band in metal history? Is it a lot of pressure?

D.G.: Not really. You know, one thing I really like to do is music. I’ve always done something with music from a very young age. To join this band of course was a lot of pressure, but at the same time something I wanted to do. When you have passion about something, then you don’t really think about pressure – you just do it. So it was great to join this band with such a rich history. It’s great to work with these artists. I don’t think, anybody had anything similar to this. (laughs) It’s been amazing. What do you think, did you change, when you joined Sepultura – or did it change you?

D.G.: We all changed. I think, with time everything around us is changing. So it was inevitable, that it was going to change. There was nothing to be done to really prevent that and something that we really needed. It was something that was extremely important to maintain Sepultura history to have changes in albums. To take on, what’s happening around us and put that in our music as an influence. I moved to a different country, learned a different language, a different culture. It changed my life radically. I had been living in the United States for almost 15 years then. It was something I had never ever imagined or even I was seeking out. But the turn of events has been flowing in a way, that I can’t really see where it’s going. (laughs) How did the audience respond to Sepultura’s changes of style over the years? Did you loose or gain audience or did it stay pretty much the same?

D.G.: I think it’s a mixture of what you are saying. When we are writing new songs or different styles, or it sounds different, it’s inevitable, because everyone has their own opinions what they like and what they’re into. For us as artists it’s extremely important to change. You know, we don’t wanna be a slave to our past. We don’t wanna box ourselves into something that, if we do wanna change, we can’t get out of. It’s extremely important to evolve, to grow. It’s impossible to create something that’s gonna please everybody. And if you start thinking in that way, then you are not really an artist anymore. You’re just trying to create some type of pop metal. The fans are going to realize, that you are trying to fabricate something that’s not real and catch you out on it. That’s why I like doing alternative music: Not everybody is gonna

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http://www.sepultura.com/


agree with everything, but it’s something that you believe in and you do it. It’s important to really stick to that.

is completely about us, four guys really playing strong music and not holding back. (laughs) Who are you a fan of? Who inspires you?

At last year’s show you did here, the most supporting bands acted tough and hard. We remember you having fun, you were smiling. That’s not typical for that kind of music.

D.G.: Yeah … I think it’s really important that you don’t take yourself too serious. You know, it really is only Rock’n’Roll. You are there to have a good time along with everybody else at the end of the day. And I’m not gonna try to personify myself as somebody who’s like killing people. It’s kind of corny to me. I like to have fun with the audience. I think they enjoy it. I like to see them smiling. It’s great when people walk away with a good time and feel that you are human and not like a monster. I think it’s important just to really be yourself on stage. Your new album is named Kairos. We found out, that’s an ancient greek philosophical term for the right time to make a decision.

D.G.: Yeah, that’s pretty much it. (laughs) It was an idea that our guitarist had, Andreas. There’s the chronological time from the god Chronos, but that’s the time that we live on. The concept of time we humans made up. Kairos is a time, that they felt was god time, when something extraordinary happens that wasn’t planned. It just kind of falls in. Maybe a speech that had such an impact that reverberated around the world. Maybe like speeches by Ghandi or Martin Luther King. They weren’t really timed to have such an impact, but they did. You know, it was the moment in there that was like „Boom“! And that moment happens around us many times. I think, in the history of Sepultura it has. Something just happened in that moment and that helped keep everything going on. You know, it’s a good feeling. We wanted to write about the history of the band. We had to think about ourselves. I honestly loved the solos, that weren’t that typical Rock’n’Roll solos. I thought, they were really creative. And it really worked well. Bringing out those elements was like jaming, having a part to just rock on for a while so people can bang their heads. And that’s what’s really powerful in Sepultura. This album

D.G.: I really like Mike Patton. He’s one of my favourite singers. Just the fact that there’s such a diversity in the music he’s working with. And he’s an incredible frontman. I always admired Faith No More since I was very young. He ended up becoming like a pretty cool friend. That’s one musician I have a lot of respect for. But, God, there are so many, I don’t know … (laughs) How do you prepare for a tour?

He lives with his mother in Prague?

D.G.: Yes. Normally when we have off-time or are not touring it’s family time, you know, spending time together, going on vacation. It’s an incredible feeling. He idealizes the band and that style of music already. She (his mother) tries to keep him fresh with my memory and with what I’m doing and is showing him and it really has an impact on him. When I’m home I always try to spend with him as much time as possible and don’t go online or anything. Is there a favourite song, a song you like to play most from Sepultura?

D.G.: Well, we come together and practise, just go over an idea for a setlist. More than a setlist actually, we go over as many songs as possible so that we can switch on tour when we see, a song isn’t working well. The songs are in our heads but we sometimes need a jump start some times before. We’ve done tours before where we got on the tour and just started playing. But it’s great to practise, it’s important. It’s essential if you want to stay tight and want people to hear good music. (laughs)

D.G.: I like Kairos because … when we start the song people are stoked to hear it. That song is so great, I love playing it and – again – it’s one of my son’s favourite songs. It has a strong impact, the lyrics, the song itself … I think it’s stronger than I imagined. So it’s cool to see the reaction – live. (giggles)

Are you still nervous, before you get on stage?

D.G.: I think it’s important to really master your craft. To really practise as much as possible. I know, everybody says that, but it’s true. And to really have an honest passion for it. You know, if it’s something that’s like „uuuh, kind of, uuuh, it’s okay“ then you are really not gonna go as far as you’d like to. You really have to be able to have that commitment and be able to do those sacrifices you have to do to do music. Not everything is gonna happen immediately. You really need to have faith in what you’re doing. Stay true to what you like to do and – like I said – put your personality into it. Being an artist is about showing, communicating and it’s not always pleasant. (laughs) It can really be hurtful at times when you are not used to hearing criticism. But it’s important to hear these criticisms, the positve ones and the negative ones. And you really have to be reflective and honest with yourself. You know: This is what you wanna do, this is what you do and believe it. I think, the most important thing is: Stop trying to do what other people expect or want you to do. Do what you wanna do.

D.G.: No, not nervous but anxious. You spend the whole day just waiting to play. You know, it’s that moment – Kairos! (laughs) You live for that moment. And it is so short! You tour a lot. You’ve got a son, Nolan Maddox. Isn’t it sometimes hard to be so far away from family?

D.G.: It’s probably the most difficult thing hands-down Rough. But at the same time he needs to go to school, he needs clothes, he needs a proper place to live – you know, and this is what I do. All those things cost money, that’s the reality of the situation. I can’t do a nine-to-five type job and I try to be there as much as possible. How old is he now?

D.G.: He’s three years old. He really needs to establish his own life, build friends and be in a scene for a regular child.

One obligate qestion: As someone who has managed to stay successful over such a long time, what would be your advice for a young band? What’s most important in your opinion?

Lies das vollständige Interview wahlweise auf englisch oder deutsch online auf http://www.x-rockz-magazin.com/

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Musik

Wolfis Vinyl-Ecke | Teil 3

Strawbs Kolumne von Wolfgang Trummer, Fotos von Sebastian Patter

S w in ge nde r F olk Ro c k Aus dem Folk-Duo Strawberry Hillboys (Dave Cousins & Tony Hopper) entstand 1967 die Gruppe Strawbs. Dieser gehörte unter anderem auch Sandy Denny an, die 1968 bei Fairport Convention einstieg. Rick Wakeman (Organist) stieß 1970 zur Band, die sich immer mehr vom traditionellen Folk zu einem swingenden Folk-Rock hin bewegte. 1971 trennte sich Rick Wakeman wegen musikalischer Differenzen von der Band und arbeitet seitdem für die Prog-Rock-Pioniere YES. Für ihn kam ExFair-Weather Blue Weaver zu Band. Mit der Single Lay down auf der LP Bursting at the seams 1973 tauchte die Band zum ersten Mal in den englischen Top 10 auf. Zu ihrem Konzeptalbum Grave new World 1972, auf dem sie das Thema „Leben von der Geburt bis zum Tod“ behandelten, drehte der BBC einen Film. Kurz darauf verließ Gründungsmitglied Tony Hopper die Band, für ihn kam Dave Lambert. Mit Part of the Union (ein Gewerkschaftssong) erreichte die Band Nr. 1 der Charts, wurde aber von der Presse und von den Fans heftig kritisiert. Ihr Musikstil wurde als zu kommerziell empfunden.

V i n y l - A l be n - The Strawbs 1969 - Dragon Fly 1970 - Just A Collection Of Antiques And Curious 1971 - From The Witchwood 1971 - Grave New World 1972 - Bursting At The Seams 1973 - Hero And Heroine 1974

Kurz darauf gab es wieder eine Änderung. Richard Hudson und John Ford stiegen aus und gründeten das gleichnamige Duo (Hudson & Ford). Blue Weaver ging ebenfalls. Nachdem sie durch Rod Coombes, John Hawken und Chas Cronk ersetzt worden waren, spielte die Band noch einige LPs ein.

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- Ghosts 1975 - Nomadness 1975


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Musik

Blood and Tears over Europe, Tour 2012

Pressetext und Fotos von d.o.g.productions

Bereits zu zweiten Mal veranstaltet D.O.G.Productions in Zusammenarbeit mit ARALLUSHELL Israel eine kleine Europatour mit der israelischen Black-Metal Band ARALLU. Wie im letzten Jahr werden ANGRY BUDDHA die mesopotamischen Metaller von ARALLU bei ihren fünf Shows als Sub-Head-Liner zusammen mit lokalen Metal-Bands unterstützen. Unter dem Motto „Blood and Tears over Europe“ werden sechs Bands aller Metal-Sub-Genre die Hallen und Clubs in Graz, Sàrvàr, Basel, Luzern und Uster in Blut und Tränen tauchen, bis jede Metal-Seele um Gnade winselt. Also alles da, was ein Metal-Herz in den Oktobernächten braucht.

ARALLU and ANGRY BUDDHA Blood and Tears over Europe Tour, Oct:2012 19.10.2012 Explosiv, Graz (A) – Support Acts: PHI and LIFE CRIME 20.10.2012

Pince Klub, Sàvàr (HU) – Support Acts: Life Crime & a local death metal band

25.10.2012 B59, Luzern (CH) – Support Acts: d-pro and In Love your Mother 26.10.2012 Rons Rockpalast, Querfeldhalle, Basel (CH) 27.10.2012 Rock-City, Uster (CH) – Support Acts: Pierrock and DRÏZELLA

Weitere Infos und Ticketservice unter: info@d-o-g-productions.com


Design

Die Story Zwei Musiker aus Graz zogen mit ihren Bands in die weite Welt hinaus, der eine nach Berlin, der andere nach New York, und kamen zurück in ihre Heimatstadt mit einer Idee: Warum denn nicht Motion Design? Das verschlafene Graz hatte damals noch nichts davon gehört. Über Musikvideos, die sie schon für ihre Bands drehten, ergab das eine das andere und heute können sie ein breites Spektrum an Möglichkeiten bieten, eine Idee oder ein Produkt auf den Bildschirm zu bringen.

Shot Shot Shot

Geschichtenerzähler

Portrait von Simone Jahrmann, Fotos von ShotShotShot

Viel Fantasie, aufregende Geschichten und einzig­ artige Figuren machen das Motion Design des Kreativteams ShotShotShot aus. Zwei Musiker ließen ihre Instrumente und die Welt stehen und produzieren heute bunte Geschichten. Was wohl die Band Die Ärzte, ein „Fuck you“-Kaktus und boshafte, schwerbewaffnete Katzen namens Kitty und Kittler gemeinsam haben? Sie tauchen alle im aktuellen Musikvideo Miststück der Ärzte von ShotShotShot auf. ShotShotShot ist ein Motion-DesignStudio im Herzen von Graz, gegründet von den beiden Herren Daniel Bauer und Richard Techt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine gewaltige Anzahl an Stilen und Genres in Animation, Stop Motion, viralen Spots, Filmen, Musikvideos, Werbestpots und Imagefilmen ausprobieren. Und dafür haben sie ein handverlesenes interdisziplinäres Team von zirka 11 Köpfen.

Und so stellen sie mittelalterliche Geschichte mittels eines Drachen dar, erklären komplexe firmeninterne Zusammenhänge mit einem Robotercharakter, lassen Designermöbel durch die Räume schweben oder Menschen Gras auf der Haut wachsen. Den einen oder anderen Spot kennt ihr aus der Werbung. „In Werbung kann man in 20-30 Sekunden sehr viel Energie packen. Das ist vor allem künstlerisch sehr interessant, weil du einfach viele Möglichkeiten hast, deine Geschichte in so kurzer Zeit zu erzählen“, so Richard Techt, einer der beiden Gründer. Sie sehen sich am liebsten in der Rolle der Regisseure, derer, die inszenieren. Aber auch als Erfinder. Bislang fanden bereits Kunden wie Austria Airlines, Bob, T-Mobile und Hervis zu ihnen. Miststück Die Ärzte wollten für ihr neues Album zu jedem Track ein Musikvideo auf YouTube stellen. Also haben sie mehrere Animationsstudios in Europa kontaktiert, unter anderem ShotShotShot, um für sie eine Verfolgungsjagd zu animieren. Wie genau, blieb den Kreativen selbst überlassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Ärzte werden in Pussy Town (No humans no problems) von den dort ansässigen hinterhältigen Katzen nicht gerade nett empfangen. Die Schönheit steckt hier im Detail. Ein kristallener Phoenix beispielsweise. Richard Techt verriet, dass man in diesem Video einiges entdecken kann, wenn man genau hinsieht. Gras auf der Haut Andere Musikkünstler wie Binder & Krieglstein, Monk, Max Min oder Psycho Path werden von ShotShotShot in Szene gesetzt. Bei Ersteren wird auf einer Almhütte mit Milch in Oktoberfestkrügen gefeiert, die die Kellnerin aus einer monströsen Melkmaschine melkt. Diese lässt den Gästen Gras auf ihrer Haut wachsen und tötet sie. Auf ShotShotShot.com findet man eine bunte Mischung ihrer Videos, die wir sehr empfehlen, denn: Diese bewegten Bilder kann man nicht beschreiben, die muss man einfach sehen.

http://www.shotshotshot.com

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Kunst

Mit ungefähr zwanzig entdeckte er seinen Wunsch, sich kreativ auszudrücken. Die letzten Jahre verbrachte Kris Kind damit, sich selbst auszubilden. Er eignete sich verschiedenste Techniken an, bis er 2008 erstmals seinen eigenen Ausdruck fand. „Wenn du eine Ausbildung machst, hast du einen Fahrplan, und wenn du die fertig hast, bist du – was auch immer. In der Kunst muss man sich echt selbst erfinden.“ Seit 2009 hat er sein eigenes Atelier, 2010 hatte er seine erste Ausstellung. „Im End­ effekt definiere ich mich erst seit drei Jahren selbst als Künstler. Seit wirklich was weitergeht.“ Seine aktuelle Collagentechnik ergab sich aus seinem Interesse an Struktur und Tiefe. Er verwendet Polyesterharz, um seine Bilder aus transparenten Schichten aufzubauen, in die man „hineinschauen und hineinkippen” kann. Dass seine Bilder dadurch praktisch aus Plastik bestehen, sieht er als sehr zeitgenössisch. Das hat auch den Vorteil, dass sie nahezu unbegrenzt haltbar und re­lativ unempfindlich sind. „Die kannst du fast mit dem Kärcher absprühen“, lacht er. Als bekennender Medienjunkie bezieht er viel Inspiration aus internationalem Fernsehen, Zeitungen und Musik. Oder besser gesagt, aus der Angst, die ihm das aktuelle Weltgeschehen bereitet, von dem

Kris Kind –

Schicht für Schicht Portrait von Cornelia Schwingenschlögl, Fotos von Kris Kind

„Kunst, Malerei – was ist das eigentlich?“ Mit dieser Frage setzte Kris Kind sich ausführlich auseinander, nachdem er sich entschlossen hatte, Künstler zu werden. 34

er über die Medien erfährt. Das Gefühl der Ohnmacht und der Wut kanalisiert er in seiner Kunst. Als letztes Jahr in Berlin die Autos brann­ten, fackelte er in einem seiner Bilder einen Porsche ab. Der Gedanke dahinter: Mit der Zerstörung fremden Eigentums konnte er zwar nichts anfangen, verstand aber den Zorn dahinter. Also gab er sein Statement auf der Leinwand ab – konstruktiver Protest statt destruktivem. Gleichzeitig konservierte er damit ein Stück Zeitgeschichte.


„Da ich sehr

politisch bin,

muss auch

meine Kunst

so sein.“

Kris hat für jede Arbeit ein detailliertes Konzept. Seine Ideen hält er erst per Skizze auf Papier fest. Danach erstellt er am PC einen genauen Entwurf. Dieser Arbeitsschritt beinhaltet bereits die genaue Planung der Umsetzung und des handwerklichen Aspekts. Erst dann wird das Ganze auf dem endgültigen Medium ausgearbeitet. Kris Kind arbeitet immer über mehrere Schichten, teilweise in Collagentechnik. Dadurch dauert die Fertigstellung einer Arbeit wochenlang. Er beschäftigt sich daher immer gleichzeitig mit mehreren Projekten, um Stehzeiten zu vermeiden. Kris wirkt im Gespräch entspannt, fokussiert und organisiert. Seine Bilder dagegen sind schrill, plakativ, expressionistisch und schreien vor Sarkasmus. Polarisierende Kunst, die teilweise Missverständnisse und Empörung hervorruft. Nicht nur posi­tives Feedback, auch Beschimpfungen hat sie ihm schon eingebracht. Aber auch das ist Kris Kind recht, so­lange irgend­eine Art von Dia­log ent­ steht. Kunst hat für ihn definitiv

einen Auftrag, muss dazu führen, dass es in den Menschen zu rumoren beginnt. Die Aussage, die Ge­schichte, die ein Bild erzählt, ist das Wich­tigste daran. Alles, was der Idee dienlich ist, ist erlaubt. „Das ist eben mein Zugang. Ich habe erkannt, da ich selbst sehr politisch bin, muss auch meine Kunst so sein.“ Seit Kris von Graz nach Wien gezogen ist, hat sich viel getan. Anfangs lebte er in einer kommunenhaften WG, in der ein ständiges Kommen und Gehen herrschte. „Für mich war das eine sehr wichtige Zeit, weil wir so konstruktiv und lösungsorientiert gearbeitet haben. Das war extrem wichtig, vor allem für meine geistige Weiterentwicklung.“ Mittlerweile arbeitet er solo in seinem Souterrain-Atelier. Seine Ausstellungen und Aktionen nehmen an Zahl zu, zum Beispiel in der Galerie fotowerk-wien oder seine Streetart-Arbeit am Donaukanal namens Louis Vuitton trash bag. Doch auch in Wien hat man es abseits der etablierten Kunstszene nicht leicht. Daher arbeitet er prinzipiell nur mit jungen Künstlern zusammen, die wie er „am Sprung sind“. So könne man durchaus etwas aufbauen, ohne kontraproduktives Konkurrenzdenken. Eine dadaistische Anekdote zum Schluss: Letztes Jahr lag das eben für eine Ausstellung fertiggestellte Bild namens Konsum macht frei im Atelier auf dem Boden und ein unaufmerksamer Besucher trat darauf. „Zuerst dachte ich wirklich: ‚Oh mein Gott!’ Aber dann merkte ich, diese Zerstörung passt eigentlich total zum Thema. Schließlich ist unser konsumorientiertes Handeln ja auch zerstörerisch.“ Kris’ Ansicht ist, Kunst passiert sowieso, also ist auch deren Vergänglichkeit interessant. Gleich wie beim Menschen, der ebenfalls Macken und Fehler hat.

http://kriskind.info/

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Kunst

Katharina Bianca

Vitkovic

Im Gespräch mit Cornelia Schwingenschlögl, Fotos von K. B. Cat

Kunst, gezeichnet vom Leben Katharina Bianca Vitkovic, alias K. B. Cat, ist eine richtige Allround-Künstlerin. So bunt und vielfältig wie sie selbst sind ihre Arbeiten und Aktivitäten. Sie einfach nur mit dem Label „Falcos Ziehtochter“ zu versehen, wie das viel zu oft passiert, wird ihr nicht im Mindesten gerecht. Sie zeichnet, malt, beschäftigt sich mit digitaler Kunst, Fotografie, Möbel-Redesign, Webdesign und Tattoo-Kunst – man kann sich von ihr auch mittels synthetischer Dreadlocks verschönern lassen. Katharina Bianca Vitkovic macht laut eigener Aussage „nur Frauensachen“. In erster Linie malt und fotogra­ fiert sie auch immer Frauen. Einerseits, weil sie den weiblichen Körper sehr erotisch findet und andererseits, weil die Frau in vielen Bereichen noch immer „untergeht“ in der Gesellschaft. Die ewig gleichen, klischeehaften Darstellungen sind ihr viel zu fad. In ihren neuen Bildern, den Sexy Dark Dolls kommen zum Beispiel immer eher runde, mollige Frauen vor: „Weg von diesen Standard-Schönheiten! Das ist zwar nett anzuschauen – aber da ist ja nix dahin­ter.“ Die wahre Kunst ist ihrer Meinung nach, anders zu sein und sich selbst dabei zu gefallen, auch wenn man „zum Beispiel ein bissl mehr drauf hat“. Die Spezialisierung auf weibliche Themen rührt wahrscheinlich daher, dass sie ohne Vater mehr oder weniger in einem fast rei­ nen „Frauen-Clan“ aufgewachsen ist. Ihre erste Ausstellung The Symmetry Of Life im Verein Niesenberger in Graz und in einer Wiener Galerie fand vor etwa zwei Jahren statt. Damals arbeitete sie mit Spiegelungen, verwendete als Grundmotiv unter anderem weibliche Hände und kam von dort aus immer mehr zum weiblichen Körper. Für ihr nächstes Fotoprojekt sucht sie Frauen, die Narben tragen, deren Gesichter von der Vergangenheit erzählen – Frauen mit sichtbarer Geschichte. Katharinas eigenes Motto lautet ja auch: „Ich bin Kunst, gezeichnet vom Leben.“ Der Unterschied zwischen der Grazer und der Wiener Kunstszene besteht für Kathi vor allem im kleineren Umfang. Laut ihrem Empfinden gibt es in Graz hauptsächlich zwei Be­ reiche: Die bunte Undergroundszene und die Kunst-Schickeria.

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http://www.kb-cat.com/


Dazwischen existiere relativ wenig. Vielleicht muss sie aber einfach erst die Leute kennenlernen. So lange ist der Umzug von Wien nach Graz ja noch nicht her. Doch gerade neue Kontakte reduzieren sie vielfach gleich auf ihre Vergangenheit: „Es ist extrem schwierig. Man wird oft praktisch gemobbt.“ Jeder denke nur an die damaligen Sensationsmeldungen und nicht daran, was es für einen Menschen bedeute, das durchleben zu müssen. Die Tatsache, dass sie begonnen hat, sich aus früheren Schub­ laden freizukämpfen, führt sie unter anderem auf die Unterstützung und Ermutigung ihres Freundes Harald zurück: „Er hat immer gesagt: ‚Was du da machst ist klasse – also mach weiter damit!‘“ Sie begann also, sich zu verändern, nicht nur äußerlich, sondern auch ihren Lebensstil betreffend. In niemandes Schatten mehr stehen, keinen öden Bürojob mehr machen, stattdessen selbstbewusst zeigen, wer man ist und was man kann. Früher habe sie lange versucht, sich anzupassen, endlich einmal nicht aufzufallen und in der Masse zu verschwinden. Doch es funktionierte nicht: „Ich hab’ immer wieder eine auf den Deckel bekommen.“ Dann lernte sie neue Menschen kennen, durch die sie

neue Perspektiven bekam. Sie erkannte, dass sie durch die Verarbeitung der Vergangenheit wachsen würde. Den diesbezüglich wichtigste Schritt tat sie 2008 durch die Veröffentlichung ihres Buches. Es ist die Geschichte einer Vater-Tocher-Beziehung, nicht die der Fassade „Falco“: „Das war für mich wie eine Therapie.“ Doch bald wurde ihr der darum veranstaltete Rummel zu viel. Sie zog sich völlig aus der Öffentlichkeit zurück, „… und jetzt sitz ich da!“ Kürzlich fand sie zum Tätowieren. Dabei faszinieren sie im Speziellen Traditionen von Naturvölkern, shintoistische und buddhistische Motive. „Die lokale Szene ist ein bisschen eingefahren auf Heavy Metal und Old School. Da muss man auch mal was anderes reinbringen.“ Im brandneuen Pinky Bonita Studio in Graz lernt sie, die Nadel zu schwingen. Außerdem hat sie ge­rade ihre Ausbildung als „Grafikerin und Kommunikations­ designerin“ abgeschlossen. Wofür sie die Zeit für all die Projekte hernimmt? „Ich schlafe wenig“, sagt sie und lacht. Wenn man in dem, was man tut, wirklich aufginge, dann ginge das schon.

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Kunst

„Man muss einfach selber

positiv sein,

dann kann man

alles schaffen.“

Michael Dohr Portrait von Cornelia Schwingenschlögl, Fotos von Michael Dohr

Kunst der Gegensätze An einem regnerischen Augustnachmittag ist Michael Dohr, bildender Künstler aus Wolfsberg/Kärnten, mit dem Bus angereist. Auf der Redaktionscouch angekommen, legt er erst einmal sein Ei auf den Tisch.

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http://www.mdohr.com/


Ein Schelm, wer jetzt Böses denkt! Denn es handelt sich natürlich um Michaels neueste Skulptur namens Zehn Eier. Was es damit auf sich hat, ist schnell erklärt: Dieses Ei besteht tatsächlich aus den Schalen von zehn Eiern, die erst fein gemahlen, dann mit Leim vermischt, wieder in die Eiform gebracht und mit originalgetreuer Farbe versehen wurden. Eine künstlerische Allegorie über Schein und Sein der Dinge. Professioneller Künstler ist Michael erst seit zirka drei Jahren, aber gemalt hat er schon immer. In der Hauptschulzeit experimentierte er mit Ölmalerei, was die Mutter bald einstellte. „Sie hat gesagt, es stinkt ihr zu sehr“, erzählt er lachend. Also stieg er um auf Aquarellfarbe. Seither fand eine stetige Weiterentwicklung statt. Wir blättern im Katalog seiner abgeschlos­­senen Serie The Hippo Life. Michael arbeitet hauptsächlich mit Öl und Acryl. Manchmal auch mit Kreide. Seine Bilder wirken sehr spannungsreich und dynamisch. Hyper­ realistische Grundmotive werden von graffitiartigen Formen, Slogans oder expressiven Kritzeleien unterbrochen, umrahmt und verstärkt. Der Realismus allein reduziere einen zu viel auf die Technik. Der Griff zum Airbrush befreie von technischen Vorgaben oder Hemmschwellen. Trotzdem könne man auch auf den Realismus nicht verzichten, weil gerade das Zusammenspiel der künstlerischen Kontraste so interessant sei: „Ich finde, das pusht sich dann gegenseitig.“ Außerdem gäbe gerade der Moment den besten Adrenalinkick, in dem man über den extrem genau ausgearbeiteten Hintergrund einfach Farbe sprüht. Vorher malt man ja sehr lang „ohne gröbere Gefühlsaus­ brüche“. Unglücklich mit dem Ergebnis war er noch nie: „Im Endeffekt hat das dann immer so sein müssen. In dem Augenblick hat es einfach gepasst.“ Die Vorlagen für die realistischen Bildteile stammen übrigens

von selbst veranstalteten Fotoshootings, für die sein Freundeskreis herhalten muss: „Das haut immer ganz gut hin. Es steckt irgendwie in jedem ein Model. Die meisten wissen’s nur nicht.“ Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen aus dem Hyperrealismus benutzt er keinen Projektor, sondern malt direkt von den Fotos ab. Vor Kurzem hat Michael begonnen, sich für Tattoos zu interessieren. Seither nutzt er auch ComicElemente für seine Kompositionen. Sein Arbeitsplatz ist das alte „SchüsslerKino“ in Wolfsberg, das eine unvergleichliche Atmosphäre bietet. Die betagten Filmprojektoren schweigen jetzt, geschichtsträchtige Ruhe ist eingekehrt. „Ich habe das Gefühl, dass ich dort perfekt reinpasse. Und ich bin auch richtig produktiv im Augenblick.“ Mittlerweile kann er von seiner Kunst leben. Natürlich war es nicht immer leicht und natürlich müsse man immer am Ball bleiben. „Man weiß ja nie, wie lange es so geht. Man muss einfach selber positiv sein. Dann kann man alles schaffen.“ Seine Themen kommen aus dem Tagesgeschehen. Aktuell beschäftigt er sich zum Beispiel mit den jüngsten Schießereien in den U.S.A.: „Zu manchen Sachen muss man einfach was malen.“ Vor seiner Selbständigkeit studierte Michael Übersetzer und Dolmetscher. Doch dann musste er krankheitshalber längere Zeit im Spital verbringen. Wieder genesen beschloss er, nur noch Dinge zu tun, die ihm Spaß machen. Statt die Diplomarbeit

fertigzustellen, machte er seine erste Ausstellung im Haus der Kunst in Graz. Seitdem war keine Zeit mehr für den Abschluss. „Ich zahle seit Jahren Studiengebühren, weil ich jedes Semester gedacht habe: Na, aber diesmal werd’ ich sie schreiben!“ lacht er. Dieses Vorhaben hat er nun aufgegeben, macht aber nun den Bachelor in „Transkultureller Kommunikation“, den er kommendes Semester abschließen wird. Das Gelernte kann er für seine Arbeit sehr gut nutzen, da er all seine Texte selbst in professioneller Weise verfassen und sie sogar in mehrere Sprachen übersetzen kann. Als wir die mitgebrachten Fotos durch­ sehen, taucht ein Bild mit einer E-Gitarre auf. Nein, Gitarrist wollte er nie wirklich werden. Singen wollte er schon immer, aber eigene Stücke. Daher begann er mit dem Songwriting und dem Gitarrenspielen, um sich selbst begleiten zu können. „Mit so vier Akkorden hab ich also dann meine Top-Hits geschrieben“, erzählt er grinsend. Jetzt ge­ rade steckt er in den Vorbereitungen für die ersten Aufnahmen mit seiner Indie-Band. Dieses Projekt startete er vor zirka sechs Jahren zusammen mit Georg Hochecker. Doch erst in den letzten eineinhalb Jahren gesellten sich drei weitere Musiker dazu, mit denen nun die Songs ausgearbeitet werden. Und schon hat Michael seine Fühler in weitere künstlerische Bereiche ausgestreckt – was da genau vorgeht ist einstweilen aller­ dings noch Top-Secret.

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Fotografie

Margit Kmentt Mensch: Name: Gefühlsstatus: Location: Aufgabenstellung: Ziel:

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weiblich. wunderbar in ihren Ideen. workaholikerin. Kmentt-Margit.at Erregt in allen Sinnen! Säuberlichst ausgesucht, liegend am dreckigen Boden. Zeige mir deine Stärken und ich zeige dir meine Schwächen. Sich den besten „Schuss“ zu geben!


Kiloweise Ausrüstung wird über einige 100 Meter durch fuhrparkuntaugliches Gelände geschleppt. Immer mit an Bord guter Prosecco (die moderne Frau will doch nicht aufgrund von Prosecco-Durst den Tod erleiden) und taschenweise Equipment für das heutige Outdoor-Shooting: Trollies gefüllt mit Highheels, themenbezogenen Gewändern, Perrücken sowie Schmuck. Das Ganze in vierfacher Ausführung – sicher ist sicher. Angekommen und jedes Mal in bester Laune reicht die Kunst-Lingerie-Fotografin Kmentt Margit ihrem heutigen Shooting-Star – und zu denen zählen sich mittlerweile Promis aus allen Bereichen – und der immer vor Ort und zur Bestleistung bereiten Visagistin ihre gefüllten Prosecco-Kelche. Herzlich verpackt, im Vorfeld schon im Detail besprochen, geht es an an das erste Sujet. Gesammelte Inszenierungen, perfekt eingestelltes Blitzlicht, ausnivelierte Liege- bzw. Hockwinkel der Fotografin sowie das ausschlag­ gebende Posing sind gestellt und … „Los geht’s, mach mich an!“ Das sind wohl die Worte, unter denen man die Fotografin kennen lernt. Nicht die Idealmaße sind ihr wichtig, sondern die Möglichkeit, die Stärke seines „Ichs“ zu zeigen. Frauenpower, Erdigkeit, anders und ausgeflippt zu sein und das vor der Kamera zu zeigen, sind Ideale, die sich die Fotografin wünscht und auch bekommt. Daraus entstehen die mittlerweile landesweit bekannten Motionbilder.

Visagistin: Andrea Saurugger, Haar- & Make up Stylistin

Es ist nicht wichtig zu wissen wo etwas passiert, sondern DASS etwas stattfindet. Alte Schlösser und Wehrtürme, aufgelassene Kraftwerke, Höhlen sowie ausgewählte Plätze in der Natur sind die geheimen Fleckchen des Geschehens. Wo diese verborgenen Stätten zu finden sind, konnte auch unser Redaktioncharme der Fotografin nicht entlocken. Es ist nicht wichtig zu wissen, wo etwas passiert, sondern DASS etwas stattfindet. Die Stärke ihrer „Mädls“ (wie die Fotografin ihre Modells liebevoll nennt) und ihren eigenen Ehrgeiz nahm die Künstlerin zum Anlass, beim weltweiten Fotowettbewerb TRIERENBERG 2012 mitzumachen. Prompt gewann sie in der Rubrik „colours“ Gold für Österreich. Wir gratulieren der lebenslustigen Fotografin und wünschen ihr noch viele dreckige Böden für absolut astreine Fotos. 41


Fotografie

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Derrick Green Vorwort, Kommentare und Fotos von Derrick Green

“Time passes by so quickly and our lives can be defined by special moments in time. I wanted to try and capture these special moments with photography and I learned that it is impossible to capture them all. What I did discover was that all the moments in time are important, 2

even if you don’t feel that it is a special moment. Every moment in time is significant and if you open your mind and eyes you can see it all around us. I was lucky to be able to share some of these moments that I captured.” 42

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1. Sao Paulo fashion week felt like invasion of the body snatchers. 2. This is in a city in Brazil where people believe in aliens all the way back to the 60s with rumors of alien and UFO sitings. These girls were with their father and flashed me their hand signs backstage. 3. In Siberia at a bar bathroom. They have soft pads above to the urinal so that you can rest your head while taking a piss. Absolutely genius. 4. My first time in India and many people were really freaking out over me. I still don‘t know why, because of my size and look, but kids everywhere were the most interested. Even passing by this bus they were coming out of the windows. 5. Inside the club Che Guevara felt like a bunker. 6. A hotel lobby view looking up. 7. At the Prague zoo with many people 8 pounding on the glass trying to get the attention of the gorilla. He looked like he was day dreaming of being some place else far away from there. Somewhere peaceful. 8. A women balancing across water and I thought it was funny seeing the smiley face looking at her also smiling the same way that I was. 9. Gent, Belgium 10. Early morning Sao Paulo this starts to become a familiar image but I can never get used to it 11. This guy was working on setting up our show in Cuba. I talked with him and never told him I was in the band. He was happy to speak English with me.

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Bühne

Wo eine Wille, da ein Weg Portrait von Anita Raidl, Fotos von Evil Frog, D. Hermes

Neuanfänge sind ihre Sache und Regie sowieso. Ende Oktober gibt Judith Wille ihr Debüt als freischaffende Regisseurin am Schauspielhaus Graz. Grund genug für ein kleines Stelldichein im Herzen von Graz. Wir sitzen in der gleißenden Mittagssonne, hoch oben auf dem Grazer Schlossberg, und während sie mit sanfter Stimme erzählt, denke ich mir, ja, der Name ist Programm. Judith Wille hat einen starken Willen. Die zierliche Frau mit den rotblonden Haaren gehört zu den Glücklichen, die immer mit einem klaren Ziel vor Augen durchs Leben gehen und wenn sie ihren Werdegang schildert, klingt es wie eine Fügung glücklicher Zufälle, vielleicht auch wie ein Märchen.

Audrey Tautou lernte. Mit doppeltem Erfolg, sie wurde aufgenommen und erhielt eines der begehrten Vollstipendien.

Judith Wille, Jahrgang 1983, verbracht ihre Kindheits- und Jugendjahre in Berlin. Die Eltern hatten bodenständige Berufe und waren einst deutsche Meister im Turniertanz. Wille schlüpfte in die funkelnden Kostüme der Vergangenheit und drehte sich dabei vor dem Spiegel in alle Richtungen. Kindersendungen liebte sie, vor allem bewunderte sie das Mädchen, das Pippi Langstrumpf spielen durfte. Heute sagt Judith Wille, dass sie, seit sie denken kann, Schauspielerin werden wollte.

Eines Tages sagte ihre Mentorin: „Judith, du musst unbedingt Regie machen“. „Das interessiert mich gar nicht“, war die Antwort. Schließlich ließ sich Wille doch zu einer Inszenierung überreden und kündigte an, Lars von Triers Film Dogville auf die Bühne bringen zu wollen. Die Reaktion der Schulleitung: Du spinnst ja, der Film ist viel zu schwer, du hast nicht Regie studiert. Durchgesetzt hat Wille ihr Projekt trotzdem. Obendrein wurde die Inszenierung als die Beste ihrer Schule prämiert. Bei den Proben dazu habe es einen „total kitschigen“ Moment gegeben. „Die Decke ging auf, der weiße Lichtstrahl war zu sehen, und ich dachte, meine Güte das könntest du dein ganzes Leben lang machen.“ Seitdem stand Wille nie wieder auf einer Bühne. Ihren Platz hat sie dahinter gefunden.

Sie lernte Ballet, machte beim Schultheater mit und leitete in der elterlichen Tanzschule Kurse zu Hip Hop, Street Dance oder Kickboxen. Nach dem Abitur bewarb sie sich an einigen Schauspielschulen im deutschsprachigen Raum. Talentiert war sie, dennoch wurde ihr geraten, es im nächsten Jahr nochmal zu probieren. Darauf hatte die junge Frau natürlich keine Lust und versuchte es kurzerhand an der internationalen Schauspielschule Cours Florent in Paris, wo auch

Sie wurde Regieassistentin am renommierten Berliner Ensemble, wo sie auch mit Robert Wilson und Hermann Beil zusammenarbeitete. Im Jahr 2009 zog es Wille dann ans Grazer Schauspielhaus, ausschlaggebend dafür war die „Ebene 3“, ein Saal, in dem die RegieassistentInnen RegisseurInnen, also „die Großen“, sein dürfen. Wille zeichnete dort für die erfolgreichen Reihen Let’s talk about sex und Weibsstücke mit Steffi Krautz als Darstellerin verantwortlich.

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Heute ist Judith noch immer in Graz, einer Stadt, die nicht ablenkt, wie sie sagt, denn mit dem „Radl“ sei man in 10 Minuten überall. Privat hat sie ihr Glück mit einem „echten Steirer Buam“ gefunden. Und beruflich? Ihre vierjährige Assistenzzeit am Schauspielhaus ist vorüber. Nun wagt sie den Sprung in die Unabhängigkeit und feiert als freischaffende Regisseurin am 23. Oktober mit der österreichischen Erstaufführung von Felicia Zellers Stück X-Freunde ihren Einstand. Ein Stück über Stress und Selbstoptimierung mit vielen Lachern die gegen Ende aber im Halse stecken bleiben. Warum, das verrät sie nicht. Ihre Pläne für die Zukunft aber schon, die wären, an möglichst vielen Häusern Regie zu führen und dabei das Publikum zu berühren. „Das schlimmste ist, wenn jemand aus meinem Stück rausgeht und sagt, es ist vollkommen egal, ob ich da jetzt drinnen war oder nicht. Da sollen sie sich lieber ärgern.“ Wir ärger uns über die unglaubliche Hitze, die uns zum Schmelzen bringt, und beschließen, den Schlossberg zu verlassen. Unten, da wartet schon ihr „Radl“.

T ipp „X-Freunde“ von Felicia Zeller, Regie Judith Wille, ist ab 23. Oktober 2012 auf der Probebühne im Schauspielhaus Graz zu sehen. Infos: http://judithwille.com, www.theater-graz.com/schauspielhaus

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Bühne

Adieu

Comfort Zone Yo u n g J ea n Lee ü be r Rebe l l i o n u n d Ide n t i tät s s u c he Interview von Anita Raidl, Foto/s von Blaine Davis

Wider die Selbstzufriedenheit! Der New Yorker Avantgarde-Shootingstar Young Jean Lee konfrontiert mit ihrer 2003 gegründeten „Young Jean Lee’s Theater Company” auf unterhaltsame Weise mit pikanten Inhalten. „Untitled Feminist Show“ – Der neueste Streich der preisgekrönten Truppe erlebt seine deutschsprachige Erstaufführung in Graz.

Die deutsche Langversion des Interviews findest du auf unserer Homepage! XRM: You’ve been called “one of the best experimental playwrights in America” by “Time Out New York” and named by “American Theater magazine” as one of the 25 artist who will shape the American theater over the next 25 years. How did you get in touch with theater and why did you stay there?

Young Jean Lee: I studied Shakespeare for ten years at UC Berkeley before realizing that I just wasn’t cut out for academia at all. I hated academic research, I hated academic writing, and I didn’t like teaching. So then I had a complete nervous breakdown and dropped out and decided to move to New York to become a playwright. I did internships and basically learned how to make theater by watching other artists. I stayed in theater because I loved it. You founded “Young Jean Lee’s Theater Company” in 2003. What are the main issues in your theater work now? Y. J. L.: When starting a play, I ask myself, „What‘s the last show in the world I would ever want to make?“ Then I force myself to make it. I do this because going out of my comfort zone compels me to challenge my assumptions and find value in unexpected places. I try to work with different genres and subject matters for each new show. The bigger the challenge, the more inspired I feel. I don’t want to keep cranking out the same type of show because I’m so familiar with a specific way of working. I write my shows as I’m directing them, working collaboratively with my performers and artistic team and getting feedback from workshop audiences. Our goal is to find ways to get past our audiences’ defenses against uncomfortable subjects and open people up to confronting difficult questions by keeping them disoriented and laughing. What does the term “avant-garde” mean to you? To what extent are you – in your opinion - part of the “avant-garde”? Y. J. L.: The term „avant-garde“ always sounds very dated to me. To me, „avantgarde“, „experimental“, and „downtown“ are all basically just marketing terms that denote

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„weird“. I‘m happy to have those terms applied to me, although some of my work is purposefully more accessible, entertaining, and/or traditional than those terms would imply. Is “Rebellion” a subject for you and your theater work? Y. J. L.: I rebel against complacency. That‘s what I fight against most-the failure to question yourself because you are so sure that you are right and other people are wrong. In your latest experiment “Untitled Feminist Show” six female stars of the downtown theatre, dance, cabaret, and burlesque worlds come together to celebrate a fluid and limitless sense of identity. Does the body determine identity? Y. J. L.: Not at all. One of my performers, Becca Blackwell, was assigned the female sex at birth, but now doesn‘t identify as either male or female. I think the whole problem of sexism can be boiled down to people thinking that if you have breasts and a vagina, you are inherently inferior to men. If you are assigned the female gender at birth, then you grow up being constantly made to feel inadequate, inferior to men, and ashamed of your body and appearance. The performers in the show, all of whom were designated female at birth, represent people who do not suffer from those feelings of inadequacy, inferiority, and shame. They take on whatever gendered identities they want at any given moment without feeling limited by defined gender roles. Becca doesn’t identify as either male or female, and in the world of the show Becca can show Becca‘s nude body without having to worry that people are going to assume Becca is female.

Is nudity a necessary to understand the meaning of the performance? Y. J. L.: They had to be nude because clothing, hair, and makeup too strongly signalled specific gendered identities that the audience would project onto. They had more flexibility of identity when nude. What means identity to you personally? Y. J. L.: I think of identity more as something that gets imposed on you from the outside and used to determine how much you get paid and how you get treated. For me, fluidity of identity (which the show celebrates) is an acknowledgment that we can’t shove people into categories of identity.

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Literatur

DMC-12 Eine Liebeserklärung von Clemens Berndorff, Fotos von www.delaurian.com

Teil 1: das Schaf im Wolfspelz. Filmstar. Flügeltüren. Wegweisendes Design mit rostfreier Kunststoffkarosserie und Edelstahl-Beplankung. Doch trotzdem entpuppte sich der Traum meiner schlaflosen Nächte als lahme Ente. Erinnerungen an eines der schlechtesten Autos der Welt. Herbst 1991, Deutschlandsberg, Südweststeiermark: Gebannt sitze ich, frischgebackener Hauptschüler, vor dem alten, dröhnenden Metz-Fernsehapparat meiner Großmutter. Er dröhnt nicht nur weil er alt, sondern weil meine Großmutter schwerhörig ist und sie den Monolautsprecher dieses gutbürgerlichen, mit feinstem HolzImitat bezogenen Stücks grundsolider, deutscher Wertarbeit wohl schon in den frühen 1980ern abgestochen hat. Aber gut, wenigstens ist alles schon in Farbe. Außerdem muss man zufrieden sein! Ich vor Allem, der Vier-Käse-Hoch, jubiliere ja schon, weil ich mal dem Hauptabendprogramm aktiv beiwohnen darf. Bisher war ich ja nur passiv dabei. Tatort kannte ich bis dato nur als Hörspiel hinter Wänden. Doch als frischgebackener Hauptschüler ändern sich die Zeiten schön langsam und man kommt in den Genuss angenehmer Erwachsenenprivilegien. So war dieser kalte Herbstabend gewissermaßen Premiere für mich. Und was für eine! Es lief Zurück in die Zukunft - Teil 1. Was für ein Film! Michael J. Fox war noch jung und ohne Parkinson und Christopher Lloyd war noch nicht der Kopf durch die Haare gewachsen. Die beiden spielten sich die Seele aus dem Leib, doch so sehr sie sich auch abmühten, Hauptdarsteller war jemand anders. Dieser Jemand hieß DeLorean DMC-12, hatte Flügeltüren, eine Karosserie aus Edelstahl und war mit einem „Fluxskompensator“ ausgestattet,

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mit dem man durch die Zeit reisen konnte. Was für ein Wagen! Dagegen sahen „McFly“ und „Doc Brown“ schon damals ziemlich alt aus. Den Film hatte ich bald wieder vergessen, doch dieser Wagen mit seinem unverwechselbarem, einzigartigem Äußeren wollte mir nicht und nicht aus dem Kopf gehen. Sommer 2012, Wien, Österreich: Irgendwo in der Nähe von Floridsdorf stehe ich vor dem rostigen Tor einer ranzigen, alten Fabriks­ halle. Die Sonne brennt mir erbarmungslos auf den Schädel und mein Nivea-Deo kämpft erbittert gegen meine Schweißdrüsen. Ist mir aber egal, denn gleich ist es soweit: Gleich treffe ich meinen Star, den unangefochtenen Hauptdarsteller jenes kalten Herbst­ abends 1991 im warmen Wohnzimmer meiner seligen Großmutter. Ich bin nervös, gehe auf und ab, stecke mir eine Camel nach der anderen ins Gesicht. Endlich! Mein Freund Ivko ist da und öffnet mir das Schloss des Tores. Ob er wirklich so schlecht ist, wie die Fachpresse damals urteilte? Gibt’s doch nicht, das von Giuguaro gezeichnete Blechkleid macht die paar Detailmängel sicherlich wieder wett. Man darf ja nicht kleinlich sein. Das rostige Tor rattert nach oben, mein Puls gleichermaßen. Und da steht er, mir den Rücken zugekehrt.Vorsichtig nähere ich


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mich „ihr“. Hab ich gerade „ihr“ gesagt? Was für ein Hintern! Die abfallende Fastbacklinie, der wunderbare Edelstahl, diese herr­lichen Lichter! Wie aneinandergereihte Legobausteine. Doch je mehr ich mich ihr nähere, umso mehr Enttäuschung macht sich breit. Es ist ein Blind-Date, das gerade im Begriffe ist, in die Hose zu gehen. Ich muss sie schönsaufen, denk ich mir, doch wo krieg ich jetzt Alkohol her? Verdammt! Autojournalisten von damals haben nicht übertrieben. Der Wagen ist nicht bloß schlecht verarbeitet, sondern abenteuerlich. Nichts passt, nichts stimmt überein. Kein Spaltmaß, keine Türverkleidung, kein Schalter. Der Wagen wirkt, als ob ein paar besoffene, depressive, rothaarige Nordiren ihn nach zehn Flaschen pisswarmen Ale zusammengeschustert hätten. Nachdem ich mich umständlichst unter der Flügeltür hindurch in den Innenraum gewunden habe, muss ich lachen. Nicht nur, weil mein Freund Ivko sich ein Mo­ dell mit GM-Dreigang-Automatik über den Teich geholt hat, wo von den bescheidenen 132 PS nochmal an die 30 im gieri­ gen Wandler verschwinden, nein! Mich amüsiert die Breite der Sitzauflage. Ich bin durchschnittlich groß und mein Hintern ist durchschnittlich breit. Doch in diesem Auto verschwindet der Sitz unter meinem Arsch. Dieser Wagen ist für kleine Hobbits gebaut! Es ist einfach unglaublich! Unglaublich, dass dieser Wagen hauptsächlich für den nordamerikanischen Markt gebaut wurde.

Wo sitzt dann der Durch­ schnittsamerika­ner mit seinem Durchschnittshintern? Auf der Mittel­konsole? Oder was passiert, wenn der Herr Durchschnittsamerikaner Hunger bekommt und in den Drive-in fährt? Ich sag euch, was dann passiert: Nehmen wir an, er bestellt sich einen Cheeseburger, einen Big Mac und eine 0,5er Coke. Gut. Den Cheeseburger kriegt er ja noch locker durch den zirca 30 cm langen und 15 cm breiten Öffnungs-Spalt im Fenster. Beim Big Mac wird’s schon schwierig und die 0,5er Coke kann er vergessen. Um die in den Innenraum zu bekommen, muss er aussteigen. Was in eine ziemlich schwierige Angelegenheit ausarten kann. Nicht nur, dass man sich erst mit viel Kraftaufwand aus der Sitzschale schälen muss, nein, es fällt einem dabei gleichzeitig die Flügeltüre auf den Kopf, denn die hält nicht. Und hat auch noch nie gehalten. Schon von Werk aus nicht, denn die Gasdruckdämpfer des Öffnungsmechanismus sind zu schwach konzipiert. Super. Nach einer Schweigeminute bitte ich mei­ nen Freund um eine Probefahrt. Doch der Wagen springt nicht an. Er sei noch nie, außer einmal, angesprungen, erzählt mir Ivko verbittert, es sei wohl die Elektronik. Warum wundert mich das nicht? Doch was versäume ich? Den Klang des biederen

Renault-V6, der weder durch besondere Laufruhe, noch durch besondere Leistung, sondern vielmehr durch besondere Trinksitten glänzt. Ein mäßig komfortables, eher sportliches Fahrwerk, das mit den vielleicht noch vorhandenen 100 Pferdestärken völlig unterfordert ist und ein stetig vor sich hin knarzendes Interieur, welches den Blues der Schlampigkeit zum Besten gibt. Ein ent­behrliches Vergnügen. Doch trotz allem Tadel, der Wagen hat was. Er strahlt eine nicht zu beschreibende Faszination aus. Vielleicht sind es gerade die vielen Unzulänglichkeiten, die Ihn begehrenswert machen. Vielleicht aber, sind es einfach nur Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit. Erinnerungen an jenen kalten Herbstabend 1991, als ich mir voll kindlicher Phantasie ausgemalt habe, wie es wohl so sei, als Zeitreisender. Doch irgendwie schade, dass er nicht anspringt, oder?

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Literatur

auf Schleuderkurs Interview und Foto/s von Anita Raidl

Co r n e l i a T r av n i c ek ü be r A l ltag , L i te r at u r k r i t i k u n d w e s t l i c he n E go i s m u s . Sie ist Barbetreiberin, Informatikerin, Sinologin und vor allem Schriftstellerin. Als solche legte die 25jährige Cornelia Travnicek Anfang 2012 mit „Chucks“ ihren vielgelobten Debütroman vor und erlangte beim diesjährigen Bachmann-Wettbewerb den Publikumspreis für „Junge Hunde“. X-RockzMagazin/Anita Raidl traf die tat- und schlagkräftige

XRM: „Schreibt nicht zu knapp an ihrem eigenen Leben vorbei und meistens ein großes Stück weit darüber hinaus“, heißt es auf deiner Homepage. Mae, die rebellische Protagonistin deines vielgelobten Romans „Chucks“, nimmt am liebsten alles selbst in die Hand. Wie viel Mae steckt in dir? Cornelia Travnicek: Als Autorin kann man das immer schwer beurteilen. Das würde ja voraussetzen, dass man sich selbst bis in die letzte Ecke komplett kennt und das ist eine schwierige Aufgabe. Mit der Aussage meine ich eher, dass man kleine Stückchen aus der eigenen Erfahrung, dem eigenen Leben, vielleicht auch aus dem Bekanntenkreis, nimmt, oder einfach auf Dinge, die man nur beobachtet, zurückgreift. Das Ganze dann weiter entwickelt, größer macht und mit anderen Sachen ausstattet, schaut wie es miteinander harmoniert, wo sich Spannungsfelder ergeben und in welche Richtung sich da eine Geschichte entwickeln könnte. Liegt deine Inspiration demnach vor allem im Alltag?

Autorin zum gemütlichen Plaudern am Wiener

C. T.: Genau. Es kann etwas sein, das mir im öffentlichen Raum

Donaukanal.

oder ganz zufällig irgendwo im Fernsehen, im Internet, beim Lesen, begegnet.

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Literatur

Umwelt verschmutzt hat in der Zeit, in der sie genau die Entwicklung durchgemacht hat wie nun China. Dann kann man nicht einfach hergehen und jemandem ein bestimmtes Tun aufzwingen.

C. T.: Also, der Bachmann-Wettbewerb war auf keinen Fall Alltag (lacht).

Du selbst lebst nicht nur fürs Schreiben, sondern betreibst seit wenigen Monaten auch eine Bubble Tea – Bar, bist außerdem noch als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung beschäftigt. In welchem Verhältnis stehen diese Tätigkeiten zu deiner Schriftstellerei?

Die Bachmann-Jury würdigte den ironischen Ton deines Textes „Junge Hunde“. Jurorin Corinna Caduff aber hatte ein Problem mit der Sprache.

C. T.: Sie sind ein Ausgleich. Verschiedene Gegenpole zu haben und sich nicht nur in eine Richtung zu bewegen, finde ich ganz wichtig.

C. T.: Man muss auf Augenhöhe miteinan-

C. T.: Ja, Frau Caduff hat besonders die

Wie bist du auf Bubble Tea gekommen?

Du wurdest bereits mit einigen Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Zuletzt etwa mit dem Publikumspreis beim BachmannWettbewerb. Zählt das schon zum Alltag?

Wiederholungen des Wortes „groß“ zu kritisieren befunden. Ich bin ja der Meinung, dass man in der Literatur Sachen machen darf, die in einem Schulaufsatz rot angestrichen werden. Sicher muss man einmal lernen, wie sich’s gehört, was der gute Ton beim Schreiben ist. Im Grunde ist es aber wie beim Autofahren. Wenn man mal so weit ist, kann man Schleuderkurse machen und schauen, was entsteht, wenn die Situation nicht mehr unter Kontrolle ist. Beim Wettbewerb wurde diskutiert, ob Literatur nun verstören oder unterhalten soll. Was denkst du darüber? C. T.: Literatur sollte auf jeden Fall beides. Ich denke, meine Kurzprosa war immer mehr verstörend als unterhaltend. Gerade bei Chucks habe ich aber das Gefühl, endlich eine gute Balance gefunden zu haben, weil es ja ein sehr trauriges, aber an manchen Stellen auch wieder lustiges Buch ist. Das ist genau wie im Leben. Man kann in einem Moment auf die Nase fallen, und im nächsten ganz großartig darüber lachen. In „Chucks“ stirbt Paul, in „Junge Hunde“ sterben Tiere. Spielt der Tod eine besondere Rolle in deiner Literatur? C. T.: Ich glaube er spielt ungefähr die gleiche wie im Leben selbst. Man ist immer wieder damit konfrontiert und deswegen finde ich es legitim, darüber zu schreiben. Natürlich muss es auch Texte geben, in denen, um jetzt etwas vom Bachmannpreis zu zitieren, niemand tot oder pervers ist. Aber für die Entwicklung der Figur in Junge Hunde waren die Todesfälle essentiell. In Blumenberg von Sibylle Lewitscharoff sterben zum Beispiel alle fünf Hauptfiguren. Bei mir lebt wenigstens irgendwer noch weiter (lacht).

C. T.: Ich habe Bubble Tea während einer China-Reise kennen gelernt und gesagt, wir brauchen das unbedingt auch in Österreich. Als es dann in Wien aufgekommen ist, war ich hoch erfreut, und dachte, das mach ich jetzt auch.

Sondern?

der sprechen und sagen, ja, es war bei uns genauso, aber jetzt im Nachhinein betrachtet wissen wir, es war schlecht. Das von oben herab behandeln ist für mich das eigentlich große Problem. Fließen politische Standpunkte in dein Schreiben ein? C. T.: Ich gehe an einen Text nicht mit dem

Vorsatz heran, ein politisches Statement zu verfassen. Aber wenn die Figuren in meinem Buch gleichberechtigt miteinander umgehen, Hast du aus Asien noch etwas anderes mit- ist das schon ein Statement. genommen?

C. T.: Außer Bubble Tea (lacht)? Natürlich viele interessante Eindrücke. Wenn man wie ich aus einer sehr kleinen Stadt kommt, war Wien schon eine Umstellung. Bewegt man sich aber ein paar Wochen in einer asiatischen Großstadt, verändert das die Dimensionen und auch den Blickwinkel auf die Welt. Man denkt dann darüber nach, wie das Kräfteverhältnis auf der Welt eigentlich ist, wie es logischerweise sein sollte und wie wichtig man sich als Österreicher selbst nimmt. Egoismus als Charakterzug der westlichen Welt? C. T.: Ja, wir haben uns da von den hunderten Jahren der Dominanz des weißen Mannes, jetzt wirklich des Mannes und nicht der Frau, zu einem Blickwinkel verleiten lassen, der so nicht stimmt und der in Zukunft wahrscheinlich so nicht mehr stimmen wird. Damit muss man sich auseinandersetzen. Welcher Blickwinkel stimmt denn? C. T.: Der Blickwinkel der Gleichberechtigung. In der internationalen Politik wurde immer wieder so gehandelt, als wäre man derjenige mit dem einzigen richtigen Weg. Es wird zum Beispiel gesagt, China ist ganz schlimm, was die Umweltverschmutzung angeht. Man vergisst dabei aber, was die westliche Welt selbst an

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Literatur

Honey Williams war krank Philosophische Betrachtung von Wolfgang Schatz, Foto von Olivia Fürnschuß

Das Ami-Mädel ist mittlerweile die dritte Sommersaison fixer Bestandteil der Surf-Segelschule meines Vertrauens, zu deren Inventar auch ich schon seit gut 20 Jahren gehöre. Wir hängen dort gemeinsam nur so rum. Der Chef ist ganz froh, dass ich mit Honey beschäftigt bin, weil dies meinen Kontakt mit der Kundschaft auf ein Minimum reduziert, wodurch gewährleistet wird, dass diese durch meine Anwesenheit nicht verschreckt wird – er hat sogar ein schattiges, sowie eher verstecktes Plätzchen für uns geschaffen. Somit sind alle zufrieden. Die Chefin versorgt mich mit Gemüse aus ihrem Garten, ich mich mit Bier aus ihrem Kühlschrank, welches im Laufe der Saison, entsprechend meiner Finanzkraft, in unregelmäßigen Abständen abgegolten wird. Ansonsten beschäftigt sich jeder mit seinen eigenen Angelegenheiten, Auch kommt es vor, dass sich des Abends hochgeistige Gespräche und Getränke einstellen, Iggy Pop aus den Lautsprechern dröhnt, sich eine Runde gestandener Seebären die Hucke voll quatscht, bis tief in die Nacht. Der nächste Tag ist dann für’n Arsch, aber wen juckt’s – es ist Sommer wie er früher einmal war. Es sind diese Nächte, die einen gewahr werden lassen, dass man dort wohnt, wo andere ihren Urlaub verbringen. Die Detleffs, getrennt vom Anwesen durch einen Maschendrahtzaun der übelsten Sorte – den Stacheldraht in Dreierreihe oben drauf hat der Campingplatzbetreiber auf unser Anraten hin vor Jahren entfernt – hocken in ihren rollenden Behausungen, versuchen sich gegenseitig nicht auf den Arsch zu gehen, entspannen verkrampft. Manche wagen sich bis zum offenen Tor im Zaun, spähen unsicher aus dem Gelände. Die Mutigen wagen sich weiter vor, um verängstigt das Maul zu halten, damit sie nicht grüßen müssen (vor Jahren habe ich den Vorschlag gemacht, in einem Bogen über

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dem Tor den Schriftzug „CAMPING MACHT FREI“ anzubringen, wurde aber kommentarlos übergangen). Manche jedoch, eine lustige Minderheit, gesellen sich dazu, kommen wieder, stellen erfreut fest, Honey hier zu treffen und beschäftigen sich gerne mit ihr. Naja, bis sie verärgert durch ihre Boshaftigkeit wieder abziehen. Nebenbei nehmen sie das vorhandene Freizeitangebot in Anspruch und finanzieren damit das Plätzchen, in das ich mich eingeschlichen habe. Was soll man da dagegen haben. Gegen Ende der Saison jedoch fing Honey an zu kränkeln. Eher kraftlos bestritt sie die spielerischen Auseinandersetzungen, hatte Aussetzer, die sie nicht haben darf (nur Keith Richards und Franz Klammer dürfen alles, das haben sie sich verdient). Schlussendlich lahmte ihr linker Flügel. Nun war ich beun­r uhigt. Der Juniorchef zeigte sich auch besorgt, erwog schon Fachpersonal zu Rate zu ziehen. Unter den Seebären, die Ihre Boote in der kleinen Marina eingestellt haben, ist ein technisch versierter Mensch, den ich kurzerhand anrief. Er, auch ein Freund Honeys, war bestürzt und versprach gleich am nächsten Tag zu kommen. Eine Woche später, bewaffnet mit Messgerät, untersuchte er die Patientin, mit dem Ergebnis, alle elektrischen Kontakte sind mit Kontaktspray zu bearbeiten. Dabei kam ihr Baujahr 1972 zum Vorschein, und somit, dass sie heuer ihren 40er hat, den wir auch gleich feierten. Seitdem versieht sie mit nie dagewesenem Elan ihre Dienste. Zum Leidwesen ihrer Gefolgschaft, die sich weiter über das Linke-Arsch-Sau-Loch ärgert. bandsman


Literatur

De Sade´s daughter by Lisz Hirn Please me at night Tease me at day Tame my lost mind Lead it astray! Wherever i run There´s nowhere to hide The stranger inside me Will stay at my side.

by Lisz Hirn (To Niki Friedrich) Calypso calls her mighty knight To take arms against the fright Whose shadows slowly do embrace The sweet nymph of gloomy grace. The lady´s mind is not decieving Lord Odysseus knows it well At nights she still dreams of recieving A message hidden in a shell.

Foto: www.jasminschuller.com

Please, take my hand And help me to gain Whatever it takes To silent my pain!

Calypso´s Lament No. 13

mama, wieSo hat KunSt ein eiGeneS hauS? Kunsthaus, Festivals, Spielstätten, Museen und eine freie Kunstszene prägen auch nach 2003 unsere bunte Kulturhauptstadt Graz. www.kultur.graz.at 53


Literatur

Docteurs Sprechstunde | Teil 1

Kanonen, Gummischweine und Schnurrbärte. Trost und Rat von Doc Nachtstrom, Fotos von Doc Nachtstrom, Fotomontage von Jörg Vogeltanz

Schön, dass ich in meiner Funktion als Hausarzt und Lebensberater vom X-Rockz jetzt auch meine eigene Rubrik hier bekommen habe – du kannst meinen ärztlichen und therapeutischen Rat also ab jetzt in jeder neuen Ausgabe dieses Magazins erwarten. Bevor wir loslegen, würde ich sagen, du machst es dir mal gemütlich – schlüpf in was bequemes und setz dich auf deinen Lieblingsstuhl. Du wirst sehen, das hier ist besser als wenn du in einer Praxis sitzt. Ich habe ja meine Praxis überall dort mit, wo ich gerade bin - “a doctor on the run” sozusagen. Das Wichtigste in deinem Leben sollte dir sein, dass du glücklich bist. Ich weiss, das klingt jetzt platt, aber ich hab mal einen Artikel im Guardian gelesen, in dem eine Palliativpflegerin eine Art Hitliste erstellt hat, was Menschen, die ihren Tod erwarten, am meisten bereuen würden. Und da war neben dem Verdruß darüber, die Arbeit so in den Mittelpunkt des Lebens gestellt zu haben, der Satz „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“ ein ganz oft geäusserter. Das klingt komisch - sich erlauben, glücklich zu sein? Hängt unser Glück nicht von dem ab, was uns so widerfährt in unserem Leben? Das sicher auch, aber man auch kann ganz viel selbst dazu tun, um glücklich zu sein. Du könntest zum Beispiel darauf achten, dass dein inneres Kind nicht zu kurz kommt in deinem so erwachsenem Leben. Ich weiss schon, du bist verheiratet, hast Kinder, hast Schulden gemacht, arbeitest wie verrückt, um deinen Lieben das Beste bieten zu können. Aber hast du nicht auch manchmal Sehnsucht danach, wieder wie ein kleines Kind herumzutollen? Deine Agressionen auf gesunde Art und Weise rauszulassen? Selbst wenn du jetzt ganz irritiert guckst, ich kann dir versichern, dieses Kind in dir, das kriegst du niemals stumm. Und selbst wenn dir die Haare büschelweise abfallen und die Platte darunter glänzt wie eine Billardkugel - in dir ist immer noch dieses kleine quäkende Ding, dass sich mit seinen riesigen Kulleraugen nach bunten Bauklötzen sehnt. Weisst du, früher war das auch bis zu einem gewissen Grad ok, das rauzulassen; denk an die 1960erJahre, als der Herr im Haus des Abends in den Hobbykeller

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gegangen ist, sich dort eingeschlossen hat und, samt gleichge­ sinnten Freunden oder auch alleine, bis zum Morgengrauen mit seiner Modelleisenbahn gespielt hat. Modelleisenbahn ist heute nicht mehr so in, mit den inzwischen total vergreisten Architekten von Dioramen im H0-Format sterben auch die blitzenden Blechloks von Märklin und Kleinbahn aus. Natürlich darf Papa noch immer mit seinem Sohn auf der Carrera-Rennbahn um die Wette düsen, aber auch das hat wohl bereits eher Seltenheitswert. Für das Kind in dir kommt nun Abhilfe aus Amerika. Da darfst du sogar Cowboy spielen oder Indianer und brauchst nicht das geringste schlechte Gewissen haben dabei. In den USA schon seit Jahren ein absolutes Must-Have für Papa und Sohn sind sogenannte Nerf-Guns, quietschbunte Plastikpistolen und -gewehre des Spielzeugkonzerns Hasbro. Die verschießen mit Druckluft Schaumstoffbolzen, die nicht mal weh tun, wenn sie dir ins Auge fliegen. Du kannst damit natürlich auch Dartpfeile auf eine Ziel­ scheibe ballern, der wahre Kitzel ist aber natürlich das „Räuber und Gendarm“-Spiel, das Anschleichen und um die Ecke feuern; da machst du Bewegung, trainierst deine Reflexe und hast jede Menge Nervenkitzel. Das ist nun auch total gefragt in Großraumbüros – da matcht sich nach Dienstschluss oder in der Mittagspause die Marketingabteilung mit den IT-Jungs in agressionsabbauenden Gefechten. Gib auf Youtube einfach mal den Suchbegriff „Office War“ ein, dann verstehst du, was da abgeht. Auch in Deutschland und in Österreich wurde das nun also endlich kapiert, dass Nerf-Guns auch was für Erwachsene sein können. Ich selbst bin ja begeisterter Sammler des farben­frohen Kriegs­ arsenals und stand letztesmal mit einem wildfremden Mann meines Alters selig in Fachgespräche vertieft vor dem


entsprechenden Regal im Toys ‘R Us. Die Schrotflinte in grellem Gelbrot, von der habe ich ihm abgeraten - zu langsam und unpraktisch. Das automatische Gewehr, in schickem Rotblau, das sollte er nehmen; das ist batteriebetrieben und schiesst min­ destens drei Schaumstoffpfeile auf einmal. Am liebsten hätte ich den Mann umarmt. Und auf dem Parkplatz vor dem Spiel­ zeugladen gleich ein Duell angefangen. Das habe ich mich aber dann doch nicht getraut. Im Spielwarenladen kannst du dich auch gleich mit dem entsprechenden Gummitier eindecken. Das finde ich total wichtig, dass man sowas hat. Aus pädagogischen Gründen, aber auch aus gesundheitlichen. Ich hab zum Beispiel so eine kleine rosa Sau, der ich den Namen Ferdinand gegeben habe. Wenn man die drückt, hüpfen ihr die Glubschaugen aus den Höhlen, da kann man gleich auch viel über die BasedowKrankheit lernen, ausserdem verbessert die ständige Quetscherei deine Handmuskulatur und du bist nie alleine - alles was dich stört, zum Beispiel wenn dich der Chef ärgert, oder die Freundin nervt, das alles kannst du deinem persönlichen Gummitier erzählen. Ferdinand wird ausserdem ständig von mir fotografiert und sein Bild mittels Software auf die Titelseiten bekannter Zeitschriften kopiert – so kann ich auch so tun, als sei mein Gummischwein total berühmt, wenn ich das dann auf Facebook stelle. Ich hätte ja gerne, dass Ferdinand, der zur Zeit als enger Freund und Sprechstundenhilfe für meine Praxis fungiert, auch das Maskott­ chen des X-Rocks-Magazins werden könnte; ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob die Chefs mich nicht für unzurechnungsfähig halten, wenn ich den Ferdl mal zu einer Redaktionskonferenz mitbringe. Damit zu den geistigen Genüssen. Lesen bildet, Lesen schafft dir eigene Phantasie­ welten im Kopf, die eine Fernsehserie so nie hinkriegen würde, fördert also deine Kreativität. Was du liest, sei es ein Liebes­roman, ein Zombiecomic oder meinetwegen die Anleitung, wie man Kartoffeln in einem

Hängebeet pflanzt, bleibt dabei wirklich dir überlassen. Besonders geil ist so einer dieser hopchmodernen eBook-Reader. Ja, ich weiss schon, Papier kann durch nichts ersetzt werden, andererseits: Du kannst mit diesen eBooks, die ja im Endeffekt nur winzige Dateien sind, deine ganze Bibliothek überall hin mitscheppen, ohne dass dir ein Schwertransporter inklusive Polizeschutz folgen muss, wo immer du auch hingehst. Die schöne neue Welt hat aber auch noch ihre Fehler, das habe ich kürzlich selbst erleben müssen, als ich mir voller Begeisterung in einem Büchergeschäft(!) so einen schnuckeligen TFT-Reader gekauft habe. Beim ersten Einschalten dieses Dings mit dem schönen Namen Touch Me war die Welt noch voll in Ordnung; als ich dann das erste eBook hinaufgeladen hatte und das öffnen wollte, stürzte Herr Touchme aller­ dings sofort ab und war durch nichts mehr in der Welt zu bewegen, noch etwas anderes zu tun, als stundenlang eigensinnig weiter dieses verflixte Buch laden zu wollen. Mit einem Zirkel bzw. einer Büroklammer bewaffnet versuchte ich dann, den Resetknopf in einem winzigen Loch zu betätigen. Leider war mir nicht bewusst, dass ich statt im Resetknopf-Loch in der Öffnung für das Mikrofon herumstocherte. Naja, irgenwann hatte ich auch das kapiert und den Herrn Touchme wieder in den Urzustand zurückversetzt. Ab da an funktionierte alles klag­ los, bis ich meinen tollen Reader einer Arbeitskollegin zeigen wollte und vor lauter Begeisterung etwas zu fest auf den Ein/Ausschaltknopf drückte – der verabschiedete sich dadurch nämlich mit einem unheilvollen Knackgeräusch in das Gehäuse hinein und ich hatte die bizarre Situation, dass sich Herr Touchme ein paar Stunden lang ein- und darauf sofort wieder ausschaltete, da vermutlich durch den klemmenden Knopf beide Kontakte gleichzeitig gedrückt wurden. Oder so ähnlich. Zuhause angekommen, war es mir möglich, mit Lupe und Pinzette diesen widerspenstigen Stift wieder aus seinem Gefängnis zu befreien – zum Glück habe ich ja in meiner

Docteurlaufbahn ja auch schon die eine oder andere Operation ausführen müssen und war damit für so einen kniffligen Fall gerüstet. Jedenfalls hat meine Freundin dann den Kosenamen meines Touch Me-Readers von „Greifmion“ zuerst auf „Greifmineton“ und schliesslich auf „Netsofest“ geändert. Ich finde den Namen gut, da er mich ständig ermahnt, mit diesen neuen elektronischen Spielzeugen wie Handys oder eben eBookReadern sehr vorsichtig umzugehen. Unsere Therapiestunde ist schon fast vorüber; abschliessend möchte ich dich noch einmal daran erinnern, dass es in deinem Leben vor allem darum geht, dass du ordentlich Wohlgefühl verspürst. Also damit meine ich jetzt zum Beispiel auch, dass du immer gut Essen und Trinken sollst. Ich bin ja der Meinung, man sollte gleichzeitig Gourmet und Gourmand sein, also hoch­ wertiges Essen in stattlichen Mengen in sich hineinschaufeln. Das tut der Seele gut und dem Bauch auch. Ich schreibe diese Worte zum Beispiel gerade in einem meiner Grazer Lieblingslokale, das Le Schnurrbart in der Paulustorgasse - herzhaftes Essen im französischen Stil (Crêperie!) und jede Menge Süssigkeiten, mit denen du dir unbedingt den Bauch vollschlagen solltest. Du kannst mir da voll vertrauen. Das Le Schnurrbart hat übrigens noch ein Geheimnis: Eine entzückende, kleine Galerie nebenan, die man ohne grosse Umstände mieten kann, für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte (die nicht zu laut sein sollten wegen der Nachbarn). Man könnte ja sogar Filme gucken mit einem Beamer. Gerüchtweise habe ich gehört, dass Heimo Sver, der engagierte Betreiber des Grazer Medienvereins Mcguffin, dort regelmässig Filmabende veranstalten will. Und wer die zahllosen Festivals und wunderbaren Themenabende kennt, die Heimo in den vergangenen Jahrzehnten hier in Graz geboten hat, weiß, dass ihn da nur absolute Filmschmankerln erwarten würden. Wenn aus der Sache was wird (was ich stark hoffe), werde ich dir das auf der X-RocksHomepage rechtzeitig mitteilen.

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Literatur

Perfektion Verfasst von Rafael Wagner, Foto von Birgit Kniebeiß Du bist die Person, die mich festhält. Mein persönlicher Fels in der Brandung. Wenn die Wellen wieder einmal drohen mich zu ertränken, kann ich auf dich zählen. Mich aussprechen und all meine Probleme auf deine Schultern laden und notfalls meine Tränen trocknen. Ich drohe oft fortgespült zu werden. Halt mich fest. Bitte. So fest du kannst. Wenn ich mich wieder halbwegs aufgerichtet habe, muss ich dich ansehen. Und ich werde neidisch. Neidisch auf deine perfekte, heile Welt, deine tollen Beziehungen und dein Glück. Warum bekommst du alles? Ich beginne zu hassen. Im selben Moment bemerke ich die Gegensätzlichkeit meiner Gedanken und ich schäme mich. Ich schäme mich und habe Schuldgefühle. Und erneut kommen riesige Wellen der Trauer auf mich zu. Ich bin am Boden zerstört. Und komme zu dir. Du fängst mich mit offenen Armen und einem Lächeln auf den Lippen. Einem Lächeln, das mich aufmuntert. Aber es ist ein falsches Lächeln. Weil es dir das Herz bricht, mich weinen zu sehen. Doch du hältst eine Fassade aufrecht, die mich tröstet und vor mir selbst schützt. Deine perfekte Welt zerbricht, genau wie dein Herz. Übrig bleibt nur leere Fassade.

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Literatur

Esier II Isis war gerade fertig mit Frühstück, wie immer im Imbiss bei Ferry, als sich Schreiber ihr gegenüber am Tisch den Sessel unter den Arsch riss. Sie hob den Kopf: „Corexo.“ – „Metaxa.“ – „Metaxa?“ – „Ja, nun wissen wir beide gleich viel, aber keiner weiß, was der andere sagen will.“ Corexo St. Petersburg und dort weiter machen wo sie aufgehört hatten, war ihnen beiden unausgesprochen die angenehmste Gesprächsoption beim ersten Treffen nach der Rückkehr in die Heimat. Eine Woche zusammen im Hotel Moscow, tagsüber mit der Tagung und nächtens mit dem Aufarbeiten des Tagesmaterials in ihrer Suite beschäftigt, mit getrennten Schlafzimmern und zum Arbeitsplatz umfunktioniertem Wohnzimmer. Es war keine sexuelle Spannung entstanden, aber Vertrautheit, die zu einem zwanglosen Umgang mit Respekt vor dem Können des Anderen geführt hatte. Da die Tagungsagenda wie immer nur einen groben Rahmen dargestellt hatte, Änderungen und Verschiebungen aufgetreten waren, die Flexibilität und Improvisation erforderten, war schnell klar geworden, dass beide erst auf Betriebstemperatur kamen, wenn andere stressbedingter Überforderung erlagen. Was nun „Metamaterial“ wirklich war, war ihnen nach einer Woche Fachterminologiegequatsche nach wie vor unklar. Sehr kleine Bausteine, seltsame Eigenschaften, das blieb hängen. Corexo war mit ihrer Arbeit zufrieden, ein Folgeauftrag hatte sich ergeben: „Der Rubel rollt.“ Schreiber schickte die Fünf-Rubel-Münze, mit der er gespielt hatte, während Isis vom neuen Auftrag erzählte, auf die Reise quer über den Tisch, wo sie kurz vor dem Abgrund anfing zu eiern und scheppernd zum Liegen kam. Vier Tage Sofia, Videotagebuch über eine Vortragsreihe diverser Gastdozenten an der Uni. „Hoaxiom Pace Ambassador, war das nicht auch auf der Agenda in St. Petersburg?“ „Ja, aber der Referent ist nicht aufgetaucht. Dabei hätte es mich interessiert wegen der abgedruckten E-Mail im X-Rockz-Magazin.“ Isis loggte sich mit ihrem Notebook ins Corexo.net ein. Sie stellte fest, dass ein neuer Werbesport von Fremfru online gegangen war, der den beiden wirklich gefiel. Wie immer bestätigte sie diverse Auftragsfor-

mulare mit ihrer digitalen Signatur, loggte sich aus, wechselte zum Telebanking. Auch wie immer war der vereinbarte Betrag bereits als Eingang verbucht („Wie machen die das?“). Sie überwies Schreibers Anteil auf sein Konto. „Also deswegen Metaxa“, stellte Isis fest, die während der Prozedur der Story Schreibers über den Bäcker von Agiadeka gefolgt war. Die Erzählung fand ein abruptes Ende, als beide hochfuhren, weil sie „Ein Fremfru …“ von der Theke her vernahmen. Faltenbrenner, aus den hinteren Katakomben der Lokalität erschienen, gab bei Ferry seine Bestellung auf. Sein Getränk in der Hand wandte er sich dann von der Theke ab und erspähte Isis und Schreiber. Überraschung glitt über sein Gesicht und er steuerte ihren Tisch an. Seit drei Monaten hatte Isis ihn nicht mehr gesehen. „Ausgezeichnet, dass erspart mir einen Weg.“ Faltenbrenner angelte sich im Reden einen Stuhl vom Nebentisch, um sich zu den beiden zu gesellen, gleichzeitig schüttelte er ihre Hände. „Sie müssen Schreiber sein, korrekt?“ – „Will wer wissen?“ – „Faltenbrenner mein Name, sicher schon gehört. Habe gerade die Nachricht bekommen, dass ihr den Auftrag in Sofia angenommen habt und wollte nach einer Erfrischung Fr. Akwoah kontaktieren.“ – „Ist das ein Fremfru?“ Schreiber linste neugierig in den Becher Faltenbrenners. „Nein, ist derzeit nicht verfügbar. Nun denn, genug geredet, fangen wir an.“ Isis, gewarnt vor dem Tempo von Corexo, mit dem losgefahren wurde, sobald die Formalitäten erledigt waren, stoppte Faltenbrenner: „Moment! Was haben Sie mit Corexo zu tun, was macht Corexo genau, was ist ein Fremfru, wer oder was ist Hoaxiom Pace Ambassador und warum treffe ich Sie immer bei Ferry?“ – „Ja, genau!“ Schreiber, der den Redschwall wie ein japanischer Mönch gefolgt war, war der Meinung, seinen Senf beisteuern zu müssen um Isis den Rücken zu stärken, obwohl ihm ihre Fragen, bis auf Fremfru, am Arsch vorbei gingen. „Ich erledige Aufträge und werde dafür bezahlt. Am Anfang, vor zweieinhalb Jahren, ab und zu, aber seit einem Jahr aus­ schließlich. Hauptsächlich Leute anheu-

ern, zum Beispiel Sie. In weiterer Folge stelle ich den Support durch Corexo sicher, wenn ein längerfristiges Auftragsverhältnis seitens der Firma angestrebt wird, wie bei ihnen, und fungiere als ‚Infobox‘, wie jetzt.“ Faltenbrenner ratterte dahin wie ein Beamter auf Speed bei der x-ten Erklärung des immer gleichen Formulars. „Corexo ist quasi der Kopf disziplinübergreifender Forschung in den Bereichen Medizin, Computer, Wirtschaft und verwandten Zweigen, finanziert durch ebendiese. Fremfru ist ein Teil eines Projektes, mit dem ich am Rande zu tun habe, praktisch einen Dialog wiederkäue, den man mir eingetrichtert hat. Das Warum entzieht sich meiner Kenntnis. Dadurch erklären sich unsere Treffen hier, weil dieser Imbiss diesbezüglich zu beackern ist. Und wie heißt der Ambassador?“ – „Hoaxiom Pace Ambassador.“ – „Keine Ahnung, wer das sein soll.“ – „Wie war das im Mittelteil, mit dem Anheuern?“ Schreiber hatte während Faltenbrenners Monolog eine Trainingsstunde Marathonweitschauen eingelegt und klinkte sich wieder ein. Als Faltenbrenner zur Antwort ansetzte, rumorte es im Hintergrund. An der Theke stürzte eine Frau zu Boden, atmete schwer und hustete, ihr Körper zuckte und dann war sie reglos und stumm. „Ja leck mich, die Fremfru-Tante!“ Schreiber erhob sich in Zeitlupe. „Fremfru-Tante?“ Faltenbrenner blickte fragend. „Du Fremfru-Onkel, sie Fremfru-Tante.“ Faltenbrenner erhob sich, ging zur Theke, wo sich ein Kreis Gäste um die reglose Frau gebildet hatte und schob die Leute zur Seite. Der etwas hochgerutschte Rock zeigte ein bläuliches rechtes Bein, der Hals war dunkel marmoriert, das Rot um den Mund war Blut – Lungenembolie. Er wandte sich wieder zu Schreiber um: „Noch nie gesehen, Warum Fremfru-Tante?“ – „Ja weil sie mich mit der Fremfrugeschichte …“ Isis hörte den beiden nicht mehr zu. Auf dem Zettel, den die reglose Frau noch immer in der Hand hielt, stand: „Hoaxiom Pace Ambassador – Weihnachten, Sofia.“ Ihr Auftrag von Corexo. Fortsetzung folgt

http://www.corexo.net

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Wissen

Stimme & Körper | Teil 3

Stimmhygiene

Serie von Julia Gerger

Unsere Stimme ist täglich großen Anforderungen ausgesetzt. Sprechen, rufen, singen oder gar schreien und rauchen beanspruchen unsere Stimmlippen und unseren Stimmapparat Tag für Tag. Wie können wir im Alltag unsere Stimme und deren Klang schützen? In dem vorliegenden Artikel findet man praktische Hinweise zur Stimmschonung und präventive Maßnahmen zum Schutz vor Stimmstörungen, sowie praktische Anleitungen zu stimmhygienischen Übungen. Über die Stimme werden Gefühle, Emotionen und Inhalte vermittelt. Sie ist somit ein wesentlicher Aspekt der zwischenmenschlichen Kommunikation. Ein bewusster Umgang ist der erste Schritt, um seine Stimme gesund zu erhalten. Folgende Punkte sind für den Alltag empfehlenswert: Körperhaltung Eine aufrechte Körperhaltung und regelmäßige Bewegung (auch in frischer Luft) verbessert die Resonanz der Stimme. Sprechen bei Lärmbelastung Die Leistungsfähigkeit jeder Stimme ist begrenzt. Eine permanente Überbeanspruchung kann zu einer Stimmstörung führen. Ratsam ist es, einen ruhigen Platz für Besprechungen und Gespräche zu suchen. Distanzen zu Gesprächspartnern sollten möglichst kurz gehalten werden. Telefonieren Das Telefonieren beansprucht die Stimme im besonderen Maße, weil dabei die Stimme alleiniges Kommunikationsmittel ist. Während des Telefonierens ist auf Kopfhaltung und Lautstärke zu achten. Räuspern vermeiden Permanentes Räuspern beansprucht die Stimmlippen. Diese reiben sich dabei förmlich aneinander auf. Etwas schonender ist es, vorsichtig zu husten (hüsteln) statt zu räuspern. Manchmal hilft auch ein Schluck Wasser, um das lästige Gefühl in der Kehle („Frosch im Hals“) loszuwerden. Auch einige Male trocken zu schlucken, ist ein alltagstaugliches Mittel.

Luftfeuchtigkeit/ Trinken Der Sprechapparat ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Nur eine gut befeuchtete Schleimhaut ist elastisch und kann schwingen. (Gesunde Stimmlippen schwingen beim Sprechen 150 – 250 Mal pro Sekunde.) Damit diese nicht austrocknet, hilft es, ausreichend Flüssigkeit

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in kleinen Schlucken über den Tag verteilt zu trinken. Besonders auch dann, wenn die Luftfeuchtigkeit gering ist, z. B. in beheizten Räumen. Eine gute Alternative ist auch das Lutschen von Pastillen (Emser Pastillen, Isla Moos, Ipalat, Grether’s Pastillen etc.). Zu scharfe Hustenbonbons (Menthol, Eukalyptus) trocknen die Schleimhäute zusätzlich aus. Regelmäßiges Inhalieren mit nicht zu heißem Dampf befeuchtet die Schleimhäute und ist somit gut für die Stimme. Stimmruhe Bei jeder Erkältung mit Heiserkeit ist die Stimme zu schonen. Andernfalls könnte es zu langandauernden Stimmproblemen kommen. Die durch die Erkältung angegriffenen Stimmlippen werden durch permanentes Sprechen stark überlastet, sodass es zu Ermüdungserscheinungen der Muskeln kommen kann. Die Stimme klingt dann kraftlos und leise, die Kopfstimmfunktion bei Sängern ist eingeschränkt. Das bedeutet für Personen in Sprechberufen, ihren Unterricht, ihre Vorlesung oder Besprechung abzusagen. Flüstern vermeiden Beim Flüstern ist die muskuläre Beanspruchung der Stimmlippen größer als beim normalen Sprechen. Vor allem bei Erkältungen mit Heiserkeit ist Flüstern als Schonhaltung kontraproduktiv, da es die Stimmlippen dauerhaft schädigt. Auch wenn die Stimme heiser klingt, wird empfohlen in normaler Lautstärke zu sprechen. Gähnen Gähnen ist ein wirksames Mittel, die Muskeln oberhalb des Kehl­ kopfes zu dehnen und wirkt gegen Enge- und Kloßgefühle in der Kehle. Rauchen vermeiden Sowohl Aktiv- als auch Passiv-Rauchen greift die Schleimhäute an und es kann zu Veränderungen in den oberen Zellschichten führen. Lebenseinstellung Man sollte nötigenfalls die Lebensumstände überdenken und bei

Berufsverband logopädieaustria: http://www.logopaedieaustria.at


Julia Gerger BSc ist Logopädin und Sängerin. Sie wird dem X- Rockz-Magazin auch in den nächsten Ausgaben ihre Fachkenntnis zur Verfügung stellen. Stress Energiequellen im Alltag finden, sowie Ressourcen aktivieren und Regenerationsphasen einhalten. Auch eine gesunde Ernährung wirkt sich auf die Stimme aus: Leicht verdauliche, nicht zu stark gewürzte Nahrung ist zu empfehlen. Alkohol in Maßen und nicht zu spät abends essen (zwei Stunden vor dem Schlafengehen). Ein Leben in körperlich-seelischem Einklang bildet die Grundlage für eine klangvolle, ausdrucksstarke Stimme. Atmung Eine freie, unbehinderte (Nasen-)Atmung bildet die Basis für eine gesunde Stimmgebung. Beengende Kleidung schränkt den Atemfluss ein und kann zu einer Hochatmung führen. Beim Sprechen soll nicht geräuschvoll eingeatmet werden. Weiters sollte zu kalte, staubige oder trockene Luft wenn möglich vermieden werden (z. B. im Winter nasse Tücher auf die Heizung legen). In Berufen, bei denen die Stimme als Kommunikationsmittel unerlässlich ist und mehr als 50 % eingesetzt wird ist empfehlenswert sich ein Basiswissen in Stimm- und Sprechtechnik anzueignen. Davon sind mehr als 80 % aller Berufsgruppen betroffen!

Morgenübungen zur Stimmpflege (Quelle: Evemarie Haupt, Logopädin, Sängerin): 1. Seufzer-Übung: Über die Schulter schauen (Einatmung) – in die Mitte zurück mit leisem Seufzerton, lächelnd 2. Gähn-Übung: Rechte Schulter langsam kreisen, dasselbe links. Dasselbe mit Gähnen und Mundform beibehalten über den Schluss hinaus. Dasselbe mit „mjam-mjam-mjam…“ und „hoooo…“ 3. Manuelle Vibration: Die Hände liegen seitlich an den unteren Rippen auf Atembe wegung spüren. Sehr leise Summtöne auf „m, n, ng“ und die Hände vibrieren federnd mit, Einatmung kommen lassen. Oben – Mitte – unten – seitlich – hinten möglich. 4. Das kleine bdu: Über das Gesicht streichen, dann leichtes Zupfen im Gesichts bereich Dazu sehr leise „bdu“ phonieren auf verschiedene Ton höhen. Der Kiefer geht bei „u“ nach unten und zurück in leichte Lächelstellung (reflektorische Einatmung), Spiegel hilft. Das leise Tönchen klingt wie ein kleiner Tropfen.

Quellen: „Stimmhygienische Massnahmen“ von Heike Muench, MSc & Anna Steiner BSc Logopädische Abteilung - KH der Elisabethinen, Graz; „Ein Leben in körperlich-seelischem Einklang bildet die Grundlage für eine klangvolle, ausdrucksstarke Stimme.“ Von der Phoniatrischen Abteilung der HNO – LKH Graz; „Morgenübungen zur Stimmpflege“ von Evemarie Haupt (Logopädin, Sängerin)

N DESIG IR N E V U O S GRAZ

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Die Daguerreotypie (Das erste praktikable Fotografische Verfahren) Zeitreise von Birgit Kniebeiß

Ein Spiegel mit Gedächtnis wurde diese Erfindung damals genannt, doch den wenigsten von uns ist dieser Meilenstein der Fotografie noch in Erinnerung. Zu unrecht, wie wir meinen, und wir wollen mit diesem Bericht Abhilfe schaffen. Louis Daguerre veröffentlichte 1893 sein nach ihm benanntes fotografisches Verfahren, das Begeisterungsstürme auslöste. Noch im selben Jahr erwarb der französische Staat die Rechte daran. Daguerre und der Sohn von Niepce erhielten für ihre Leistung eine le-benslange Rente von 6000 Franc jährlich. Der großzügige französische Staat stellte die Nutzung dieser Erfindung jedermann unentgeltlich zur freien Verfügung. Die Regierung war sehr bemüht, das neu entdeckte Medium zu verbreiten und beauftragte Daguerre damit, öffentliche Vorführungen für die französische und für die Bevölkerung anderer europäi­scher Staaten abzuhalten. Was das Publikum vor allem störte, war der anfangs hohe Preis für die Kamera und das Entwicklungszubehör. Der Preis betrug 400  FF, fast ein komplettes Monatsgehalt, und die Sperrigkeit der Geräte trug auch nicht gerade zu ihrer Beliebtheit bei. Bald darauf wurden die Kastenkameras kleiner, die Maße für die zu belichtenden Platten standardisiert (Maßstandarts, die wir heute noch kennen) und somit konnte auch der Preis gesenkt werden. Nun war

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die Daguerreotypie zugänglicher und eine neue Berufsgruppe konnte sich bilden. Die ersten Aufnahmen stammten von Architekturmotiven und Sehenswürdigkeiten in fernen Ländern, welche dann mit herkömmlichen Druckverfahren vervielfältigt wurden. Dies ist auch der Hauptgrund, warum wenige der frühen Daguerropienen erhalten geblieben sind, da sie durch die Anfertigung von Kupferstichen zerstört wurden. Diese Drucke wurden auch in Zeitungen veröffentlicht, wodurch sich schon ankündigte, dass das Abzeichnen der Natur von dem neuem Medium abgelöst werden würde. Obwohl viele dieser Drucke, die anhand von Daguerrotypien gefertigt wurden, zahlende Abnehmer fanden, waren die Menschen etwas enttäuscht, da das Bedürfnis nach einem eigenen Abbild, nach einem Portrait, nicht gestillt werden konnte. Um Menschen abzubilden war die Belichtungszeit immer noch zu hoch. Daguerre selbst zweifelte daran, dass es ihm je gelingen würde, mit seiner Erfindung ein natürliches Portrait zu fertigen. Andere Ateliers versuchten die Belichtungszeit zu verkürzen, indem sie mit großen Spiegeln das Sonnenlicht einfingen, um so

ihr Motiv besser ausleuchten zu können. Doch dies war alles andere als angenehm für die zu Porträtierten, da diese acht Minuten regungslos dasitzen mussten, mit dem grellen Sonnelicht im Gesicht, das die Augen tränen ließ. Solange man solche Qualen auf sich nehmen musste, hatten diese Ateliers noch keinen großen Zulauf. All das änderte sich erst mit einigen technischen Revolutionen. Zum einen brachte gegen Ende 1840 der Wiener Peter Friedrich Voigtländer ein verbessertes Objektiv auf den Markt, das 22 mal so lichtstark war als jenes, das Daguerre benutzt hatte, und zum anderen wurde die Lichtempfindlichkeit der Platte gesteigert durch einen weiteren Halogenüberzug auf der jodierten Platte. Dem „Quick-stuff“, wie die englischen Daguerreotypisten den Beschleuniger nannten, und dem neuen Objektiv war es zu verdanken, dass man nun Portraitaufnahmen in weniger als einer Minute fertigen konnte. Eine optische Verschönerung der Daguerreotypien gelang durch die Erfindung des Goldbades, wodurch die Schatten des Bildes kräftiger wurden und das Gesamtbild gefälliger.


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Mit diesen technischen Verbesserungen schossen die Portraitateliers in Nordamerika und Europa wie Pilze aus dem Boden. Eröffnen konnte solch ein Atelier fast jeder, innerhalb von zwei Wochen waren die technischen Fertigkeiten erlernt. Es wurde auch mit dem Slogan geworben, dass man ein Atelier eröffnen konnte und dafür „keinerlei wissen über Malerei brauchte“. Dennoch befanden sich unter den Inhabern der damaligen Fotostudios einige Portraitmaler, die nun umsattelten da sie sich um ihre Existenz sorgten. Das Verlangen nach Portraits war gewaltig und nachdem die Herstellungskosten relativ gering waren, konnte es sich nahezu jeder leisten, porträtiert zu werden. Obwohl die Belichtungszeit von acht Minuten auf nur noch zirka 20 Sekunden gesenkt wurde, war dies immer noch eine äußerst lange Zeit um regungslos dazusitzen. Man musste mit dem Operateur, so hießen die damaligen Fotografen, eng zusammenarbeiten um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Denn wen man sich bewegte oder eine zu unnatürliche Haltung einnahm, war das Bild unbrauchbar. Hierbei gab es Hilfsmittel wie z.B. die Kopfstütze, die den abgebildeten Personen das lange Verharren in ihren Positionen vereinfachen sollten. Zur gleichen Zeit erlebte auch die Karikatur einen Aufschwung und so war es nicht selten, dass die Fotografie zum Zielobjekt des Hohns wurde. Zahlreiche Karikaturen von Menschen in Haltevorrichtungen ver­ spotteten die Portraitfotografen. Dies tat der Nachfrage an Portraits jedoch keinen Abbruch. Besonders Familienbilder waren sehr begehrt, was wahrscheinlich mit dem Wissen um die eigene Sterblichkeit zusammenhängt. Fast jedes Atelier bot auch posthume Portraits an. Am meisten verbreitet war zu dieser Zeit das Dreiviertelportrait oder auch „Knieportrait“. Auch in Europa gab es zahlreiche Daguerreotypisten, aber mit der größten

Begeisterung nahmen die Amerikaner sie an. So ist es auch kein Wunder, dass eine Maschine, die das mühselige Polieren der Silberplatten übernahm, aus Amerika stammt. Die Ateliers wurden zu regelrechten Bild­fabriken. Ein New Yorker Atelier rühmte sich einer Tagesproduktion von 300 bis 1000 Portraitaufnahmen. 1853 gab es bereits 86 Ateliers in New York. Trotz ihrer Beliebtheit hat die Daguerreotypie einige Nachteile, die ihr ein Ablaufdatum bescherten. Einmal ganz vom gesundheitlichen Aspekt (das ständige hantieren mit Quecksil-

berdämpfen) und den noch immer recht langen Belichtungszeiten abgesehen, war das größte Problem, dass sie nicht reproduzierbar war. Jede Daguerreotypie ist ein Unikat und lässt sich nur durch erneutes Abfotografieren vervielfältigen. In Europa war der Beruf des Daguerreotypisten schon 1856 fast ausgestorben. In Amerika blieben solche Ateliers noch etwas länger erhalten, aber 1864 konnte man den Beruf des Daguerreotypisten auch nicht mehr im amerikanischen Branchenverzeichnis finden.

Wie kann man sich nun eine Daguerreotypie vorstellen? Die Aufnahme wurde auf einer Silberplatte oder später, um Kosten zu sparen, auf einer versilberten Platte gebannt. Obwohl die Daguerreotypie dem positiv Verfahren zugeordnet wird, hängt es vom Lichteinfall ab ob man sie als Negativ oder als Positiv wahrnimmt. Dies kommt zustande, da die hellen bzw. weißen Stellen durch eine matte helle Amalgamschicht und die Schattenpartien der Aufnahme durch das blanke Silber repräsentiert werden. Je nachdem ob sich darin Licht oder Dunkelheit spiegelt, sieht man das Negativ oder das Positiv. Wegen diesem Umstand war es äußerst unüblich, Daguerreotypien an die Wand zu hängen. Man stellte sie lieber auf damit der Betrachter sie in die Hand nehmen und so neigen konnte, dass das Abbild richtig erschien. Daguerreotypien mussten auch immer hinter Glas geschützt werden, da die Oberfläche, auf der sich das Bild abzeichnete, sehr dünn und verletzlich war. Sie wurde mit einem Schmetterlingsflügel verglichen, den man beim Reinigen einfach wegwischen konnte. Zum anderen war das Glas auch wichtig, da es somit möglich war, das Bild luftdicht zu versiegeln, was für die Haltbarkeit der Darstellung von Nöten war. Die Luft enthält Schwefelpartikel, die mit dem Silber der Platte reagieren und Silbersulfat bilden. Dadurch entsteht eine bläulich schwarze Färbung auf der Daguerreotypie und zerstört sie letztendlich. Wenn man eine Daguerreotypie richtig aufbewahrt. erweist sie sich allerdings als besonders haltbar, da sie auch bei Sonnenlicht nicht ausbleicht wie die heutigen Fotografien.

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Sinn – Sinne Reportage von Lisz Hirn, Fotos von Nikolai Friedrich

Lisz Hirn ist studierte Philosophin und Künstlerin. Auf der Suche nach Futter für Sinn und Sinne ist sie dieses Mal für einige Monate in Nepal unterwegs: Im Dienste der Philosophie an der Kathmandu University und als Gesangsstudentin des letzten Hofmusikus der nepalesischen Könige, Prabhu Dhakal. Sinn und Sinne. Diese beide Worte haben mehr gemeinsam, als den meisten bewusst ist. Wir Menschen sind in jeder Hinsicht sinnliche Geschöpfe – vom Tag unserer Geburt an. Das Wort „Sinn“ heißt einmal die Bedeutung, das Allgemeine einer Sache, ein anderes Mal bezeichnet es die Organe der unmittelbaren Auffassung. Können Sinn und Sinne zusammen kommen? Und wenn ja, wie? Menschen hören, riechen, schmecken, sehen und tasten sich durch das Leben. Durch unsere Sinne bekommen wir Inputs und diese tasten wir auf Sinn ab. Das heißt, wir fragen uns, was es mit dem wahrgenommenen Zeug denn auf sich hat. Was denn der Sinn hinter all dem Sinnlichen sei. Und es gibt soviel sinnlich Wahrnehmbares in der Post-Gutenberg-Medien-Phono- und Fotografie mitsamt ihren radiophonen und televisionären Abkömmlingen (Jochen Hörisch), dass es schwer für uns ist, bei Sinnen zu bleiben. Oder Sinn hinter all dem medialen Tohuwabohu zu sehen. Wir kommen kaum aus dem Staunen und 62

www.liszhirn.at

Zweifeln heraus, denn wir überfüttern unsere Sinne und kasteien unseren Geist. An dieser Stelle kommt im schlimmsten Fall der Psychiater, im interessantesten Fall der Philosoph ins Spiel. Philosophieren, das ist das ultimative „Sinn machen“. Man, gemeint ist damit die Schar komischer Typen, die man zumeist Philosophen schimpft, ist darauf aus, Sinn zu erzeugen und nicht unbedingt die Sinne zu erfreuen. Obgleich zu bemerken ist, dass das eine das andere keineswegs ausschließt. Vor allem im Kombination mit einer anderen äußerst wirkungsvollen Stimulanz: dem Reisen. An einem fremden Ort, an dem man sich nicht zurecht findet, die Sprache nicht spricht, die Sprache nicht versteht, andere Musik gespielt wird, sich unbekannte Gerüche aufdrängen, sprich da, wo nichts mehr einen Sinn macht, öffnen sich die Sinne besonders weit. Dieses sinnliche Chaos von Eindrücken und Erregungen kann schon mal überwältigend sein. Erträglich wird es, wenn man es schafft, diese Reize in sinnvolle Zusammenhänge zu ordnen, was neurobiologisch „Kohärenz“ genannt wird. Wenn das gelingt, kommt es zu den genialen kreativen Ergüssen, von denen alle, besonders Künstler, träumen. Jeder Gedanke, jede Reise, jede Anstrengung ist eine neue Herausforderung, Sinn und Sinne in Kohärenz zu bringen. Kein einfaches Bestreben und nicht immer von Erfolg gekrönt, auch wenn die New-AgeEsoterik- und Selbsthilfeindustrie in ihren umsatzstarken Büchern etwas anderes behauptet. In diesem Sinn ist Philosophie was für harte Jungs.


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Ich habe eine App dafür Teil 3: Ein Streifzug durch die darstellende und bildende Kunst sowie Fotografie. Bild & Text von Simone Jahrmann

Mein Museum (iPhone, iPad, iPod touch) Ein Nachschlag- oder Bildungswerk für Wissbegierige, in der du bis zu 40.000 Beispiele europäischer Malerei nachschlagen kannst, nach Künstlern oder Werken suchen und Informationen sowie Bilder dazu erhältst. Die Datenbank erfasst Werke vom Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Wenn du vor einem Gemälde stehst und du möchtest mehr darüber wissen, sucht die App dieses in ihrer Datenbank, wenn du ein Foto davon machst. Art Authority for iPad Eine sehr gut bewertete App für das iPad, in der du einen virtuellen Rundgang durch ein Museum machen kannst. An den Übersichtswänden hängen statt Bildern Kategorien für Werke. Schau es dir einfach an! 20.000 Tattoo Art Catalogue (iPhone, iPad, iPod touch) Ist, was sein Titel schon verrät, eine Sammlung an kunstvollen Tattoos. Zum durchsliden und liebäugeln.

Tattoo Design Arts und Tattoo Designs (Android) Auch für Android-Smartphones gibt es unzählige Apps, die kunstvolle Tattoos zeigen. Diese zwei ausgewählten sind sehr gut bewertet und haben einiges zu bieten. Sketch Book (iPhone, iPad, iPod touch) Kein Sketchbook zur Hand und es brennt in den Fingern? Dein Tablet/ Smartphone wird dein Papier. Die empfehlenswerteste App in punkto Zeichnen, Malen, Skizzieren und handschriftlichem Notieren. Pintograph (iPhone, iPad, iPod touch) Eine kleine Spielerei, bei der man im Handumdrehen kleine Kunstwerke erschaffen kann. Adobe Photoshop Express (iPhone, iPad, iPod touch) Der kleine Photoshop für unterwegs. Du kannst via One-touch damit Fotos bearbeiten, zuschneiden, ausrichten usw., um deine Fotos schnell teilen zu können. Es gibt übrigens auch einige Gratisbücher für Photoshop-Tipps und Tricks.

PicsArt - Photo Studio (Android) Eine Foto- und Bildbearbeitungsapp mit entsprechender Kunst- und FotoCommunity. Sie ist leicht zu bedienen, hat viele Filter und Bearbeitungsmöglichkeiten. How to Draw - Easy Art Lessons (Android) Wer (k)ein Talent zum Zeichnen hat und sich trotzdem versuchen will: Lerne ein paar simple Techniken, um einfache Zeichnungen zu machen. Du wirst zwar kein Picasso, aber diese App bietet gute Anleitungen um z. B. Tiere zu zeichnen. Oder gar Superman? Instagram (iPhone, iPad, iPod touch, Android) Das Wort fällt überall. Du kannst mit deinem Smartphone Fotos mit vielen verschiedenen Linsen und Vignettierungen machen und sie in der InstagramCommunity oder in anderen Social Medias teilen. Artistic Graffiti (Android) Sammlung cooler kunstvoller Graffitis von der Straße.

Viele Museen bieten schon ihre eigenen Apps an, in denen du nähere Infos über Ausstellungen und Kunstwerke bekommst. Ein Blick hinein lohnt sich doch eher nur bei großen Museen.

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Ein Geheimrezept in Text und Bild von Birgit KniebeiรŸ und Sarah Schรถnwetter


X-Wort-Rätsel Waagrecht:

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1. Bunt ist das Dasein und … 9. Volksgruppe im afrikanischen Staat Gambia. 13. Familienoberhaupt der Bundys. 15. Gordon Shumway ist uns allen besser bekannt unter einem anderen Namen. 17. Was haben Hamburg, Magdeburg und Dresden gemeinsam? 18. Gandalf schimpfte ihn: „Peregrin du närrischer …“ 21. David William Duchovny in seiner Paraderolle als … 23. Name einer Farbtabelle mit normierten Farben. 25. Markenname für ein Damenhygieneprodukt. 28. Eine Blutgruppe. 29. Sammelbezeichnung für Erkrankungen des Talgdrüsenapparates. 30. engl. f. Er. 34. Er ist: The Lord of Darkness. 36. Da unten läuft‘s Wasser so trüb. 39. ehemaliger US-amerikanischer Schwergewichtsboxer. 40. Der erste Popstar der Forschung war auch mit 72 Jahren noch ein Rebell und streckte der ganzen Welt die Zunge entgegen. 43. Skandinavischer Oral-Tabak, 44. Rechtsgelehrter. 45. Ein Lied der Village People. 46. Die „Grand Dame“ der Kriminalgeschichten (Vorname)

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von Birgit Kniebeiß

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Des Rätsels Lösung gibt‘s ab Dezember 2012 online auf www.x-rockz-magazin.com/crossword

June 2012

2. aus dem Kino bekannter Kriegsveteran; 3. Kf. des am häufigsten vorkommenden Metalls in der Erdkruste, 4. amerikanische Football Liga, 5. Kf. Europameisterschaft, 6. es umgibt alle Kontinente, 7. Kf. f. Selbstbedienung 8. ein Himmelskörper welcher deinen Namen trägt, 10. Der Außerirdische, sucht ein Telefon, 11. Kfz Nationalitätskennzeichen für Holland, 12. großer deutscher privat Fernsehsender, 14. Stadt in der jährlich die größte Computerspielemesse der Welt stattfindet, 16. jemand der diese Philosophie und Religion praktiziert, 19. Kf. f. Europäische Box Union, 20. … I,O,U (zwei Buchstaben fehlen) 22: Welchem Gewürz verdankt Ouzo seinen unverwechselbaren Geschmak?, 24. der weiße Artgenosse war Hauptdarsteller in einem Spielfilm von Steven Spielberg, 26. Leben in South Park ist hart, und für ihn ist Überleben meistens auch nicht möglich, 27. Da bettet sich Graf Dracula zur Ruh, 31. skandinavischer weiblicher Vorname, 32. wenn ein Chater sagen will „bin wieder zurück“ kann er das mit 2 Buchstaben tun, 33. was für uns Österreicher/innen das Tixo ist für die Deutschen, 35. Kf. f. Summe, 37. übersetzt wären die Menschen die diesen Beruf ausüben „Schallplatte Handlanger“, 38. Abk. f. Technik, 41. Kf. f. unter anderem, 42. wenn Engländer diese Buchstabenkombination aussprechen, sollte man sich mit einem Regenschirm rüsten.

Kätzchen woman Wollknäuel boy

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Created by Birgit Kniebeiß Drawings by con

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Special RA Mag. R. Strauss – Juristische Themen zur Künstlerbranche 3/5 Clemens Berndorff – Film & Schauspielerei Das Luftbad – Der Insider-Tipp der Wiener Musikerszene Space Tours – Mission E.V.A. – Der schlechteste SciFi-Film aller Zeiten Recherchiert: Die Stimme, Teil 1 – Tonträger – Synästhesie – Apps

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Recherchiert: Die Stimme, Teil 2 – Apps, Teil 2 – Bildtechnologie – Fotografie

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Gleich nachdem wir uns vom ersten X-Rockz-Circus (Stadthalle Graz, 1. Dezember 2012) erholt haben, geht’s wieder an die Arbeit: Im Jänner 2013 wird unsere erste Special-Edition (Ausgabe 6) erscheinen. Ein Best-Of aus den Ausgaben 1 bis 5, sowie besondere Themen und nähere Einblicke hinter die Kulissen des X-Rockz erwarten dich. Unser Herr Verleger hat einen autobiografischen Tatsachenbericht über Freud und Leid eines kreativ Schaffenden innerhalb der österreichischen Wirtschaft angekündigt – man darf also gespannt sein! Ab der Februar-2013-Ausgabe, die siebte an der Zahl, erscheint das X-Rockz, neujahrsgeputzt, da und dort aufpoliert und grafisch überarbeitet alle zwei Monate. Nach wie vor sind uns kreative Köpfe an allen Fronten, für Print- und Online-Aufgaben herzlich willkommen – die E-Mail-Adresse kennt Ihr ja bereits: redaktion@x-rockz-magazin.com

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Hinter den Kulissen des Band-Alltags: Rock´n´Roll, CD-Recording & Videodreh, Graz – Los Angeles und die ganze Welt

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dann kommt das X-Rockz alle zwei Monate.

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Dachtet Ihr, das war Falsch gedacht! Erst kommt der „Circus“, dann kommt die Special-Edition,

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