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DIE GRÜNE AUSGABE

Lebensmittel der Zukunft

Katharina Triebenbacher und Philipp Kaiser Gründer von Brento – Das Insektenbrot ERNÄHRUNG: Was wir essen

Schwäbisch Gmünd-Rechberg, Ostalbkreis

XAVER: Käfer, Würmer, Grillen, Heuschrecken – die meisten Menschen hierzulande gruseln sich vor diesen kleinen Tierchen. Wie war es für Sie, zum ersten Mal Insekten zu essen? Wie würden Sie den Geschmack beschreiben? Katharina Triebenbacher: Ich bin generell sehr neugierig und probiere vieles aus, gegruselt habe ich mich also nicht. Den Geschmack würde ich als angenehm nussig beschreiben, zu unseren Broten passt das natürlich super. Philipp Kaiser: Ich habe das erste Mal Insekten als kleines Kind als Mutprobe gegessen – seither komm’ ich nicht mehr davon los… Nein, im Ernst: Als ich vor einigen Jahren in China unterwegs war, habe ich das an einigen Straßenständen probiert und fand es super. Ich dachte, so was muss hier auch auf den Tisch! Geschmacklich sind Insekten extrem vielseitig und man hört wirklich die verschiedensten Beschreibungen hinsichtlich des Geschmacks. Für mich schmecken viele in etwa wie die krosse Hühnerhaut vom Hendl. Aber ganz beschreiben kann man es sowieso nicht

X: Inzwischen gibt es einige Online-Shops, die Insekten-Snacks vertreiben. Sie haben sich etwas anderes ausgedacht: Insektenbrot. Wollten Sie auf diesem Weg das Insektenessen attraktiver machen? KT/PK: Das war tatsächlich einer unserer Gedanken hinter der Idee. Wir verwenden gefriergetrocknete und gemahlene Insekten, die etwas „anfängerfreundlicher“ sind als ganze Tiere. Bei Brot handelt es sich um ein Lebensmittel des täglichen Bedarfs, dadurch ist unser Produkt einfach in die Ernährung einzubauen. X: Die Insekten werden nicht wie beispielsweise Haselnüsse als Ganzes in den Teig gemischt, sondern in Form von Mehl. Welche Insekten eignen sich hierfür? Woher beziehen Sie diese? KT/PK: Es gibt verschiedene Essinsekten, die jeweils zu Mehl verarbeitet werden können. Wir haben uns für den Buffalowurm entschieden, das ist ein Mehlwurm. Das fertige Mehl beziehen wir von einer zertifizierten Insektenfarm, wo die Tiere unter strengen Hygieneauflagen artgerecht gezüchtet werden. Sie sterben dort einen natürlichen Tod durch Unterkühlung. In Zukunft werden auch in Deutschland Insektenfarmen entstehen, ein Pluspunkt in Sachen Regionalität der Produkte. X: Was muss Ihrer Meinung nach passieren, dass Insekten als wertvolles Nahrungsmittel der Zukunft erkannt und auch akzeptiert werden?

KT/PK: Vor allem in unserer westlichen Gesellschaft ist viel Informationsarbeit zu leisten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Menschen generell nicht abgeneigt sind, sondern vielmehr neugierig und aufgeschlossen. Die Hürde besteht schlicht darin, dass das Insekt als Nahrungsmittel und somit auch die Vorteile dessen bei uns noch eher unbekannt sind. X: Ab wann kann man Ihre Insektenbrote denn kaufen und wo? KT/PK: Wir stecken im Moment in den letzten Vorbereitungen für den offiziellen Start. Der Produktionsbeginn ist noch für April 2019 geplant, dann wird auch unser Onlineshop auf www.brento.de starten, wo unsere ersten Produkte bequem zu bestellen sind.

Mehr dazu: www.brento.de

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XAVER 05 | 19  

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