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SPECIAL Brauereien in der Region Die schönsten Traditions- & Familienbrauereien im Portrait

„Es gibt noch andere Dinge im Leben als Bier, aber Bier macht diese anderen Dinge einfach angenehmer.“ (Stephen Morris, Schriftsteller)


LÖWENBRAUEREI WASSERALFINGEN „Unser Bier ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum von drei Monaten versehen - und das machen wir ganz bewusst so, denn das ist die Garantie für ein frisches Bier.“ Ralf Löffler Es gehört zur Aalener Region wie der geschichtsträchtige Spion oder das Limesmuseum: Wasseralfinger Bier. Mit zwei Sorten - nämlich Pils und Spezial - hat die traditionsreiche Löwenbrauerei Wasseralfingen aus dem Aalener Vorort längst Kultstatus im gesamten Ostalbkreis erreicht. Und das

Gärkeller und Flaschenfüllerei

Historie und Ausstoß Angefangen hat alles in den 1860er Jahren, als Albert Stiewing und C. Fr. Ankele im aufstrebenden Aalener Stadtbezirk Wasseralfingen ein Gelände erwarben und den Bau einer Brauerei vermeldeten. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Mit den Schwäbischen Hüttenwerken gab es genug Arbeiter in der Region, die gute Infrastruktur durch Straßenbau und Eisenbahn ergänzte die überaus günstigen Standortfaktoren. 1873 stieg Josef Schabel als Geschäftsführer in die von Anton Ebert erworbene Brauerei mit ein und führte sie bis ins hohe Alter. In seine Fußstapfen stieg Sohn Virgil Schabel. Dieser führt das Unternehmen bis heute und ist mit seinen 93 Jahren bei jeder wichtigen Entscheidung mit dabei. Eine Kontinuität, die sich auszahlt: Die Löwenbrauerei Wasseralfingen ist heute mit einem Ausstoß von rund 4.000 Litern Bier pro Stunde die größte Brauerei des Ostalbkreises.

sicher nicht zu unrecht, denn Wasseralfinger Bier ist „gebraute Lebensfreude“ einer sympathischen Brauerei. Eine klare Unternehmenslinie, örtliche Verbundenheit und ständige Qualitätsoptimierung sind für Inhaber Virgil Schabel und Ralf Löffler zweifelsohne die Schlüssel zum Erfolg. Erfolg durch Verzicht Das Erfolgsgeheimnis liege „ganz klar im Verzicht“, erklärt Geschäftsführer Ralf Löffler die Unternehmensphilosophie. Weniger ist mehr, lautet die Devise. „Anstatt wie viele andere Brauereien eine schier endlose Produktpalette anzubieten, besinnt man sich in unserem Hause auf die Kernkompetenzen.“ Und diese sind hochwertigstes Pils und Spezialbier herzustellen. So strebe man weder die Herstellung von Weizenbieren noch von einer alkoholfreien Produktpalette an. Bier hat auch immer etwas mit Tradition zu tun, „und da sollte man sich als Hersteller nicht für jeden Trend verbiegen.“ Auch über eine Expansion denkt man im Hause nicht nach und strebt lediglich geringes Wachstum an. Das Verbreitungsgebiet erschließt einen relativ bescheidenen Umkreis von rund 50 Kilometern und obwohl durchaus Anfragen von Außerhalb vorliegen, lehnt man dankend ab. Ein klar umrissenes Einzugsgebiet gehört für Schabel und Löffler zur Unternehmensphilosophie - kein Wachstum um jeden Preis. Ständige Innovation „Wir arbeiten ständig daran, unsere Biere noch weiter zu verbessern“, betont Löffler und verweist auf die enormen technischen Innovationen hinter den Mauern der Brauerei. „Nur wer technisch auf dem neuesten Stand ist, kann ein optimales Bier brauen.“ So investierte man im Jahre 2008/2009 beispielsweise in einen neuen Lagerkelleranbau für 1,5 Millionen Euro. Investitionen, die nicht nur dem Endprodukt, sondern auch der Umwelt zu Gute kommen, denn man legt Wert auf energiesparende Anlagen. Bestritten werden die gesamten Investitionen aus eigenen Mitteln. Doch es sind Ausgaben, die sich lohnen - die Kunden sind mit „ihrem“ Wasseralfinger Bier hoch zufrieden. Qualität und Frische Und die Nachfrage ist riesig: Obwohl die beiden Spezialitäten „Wasseralfinger Pils“ und „Wasseralfinger Spezial“ in vielen gastronomischen Betrieben in der Region erhältlich sind, bekannte sich Inhaber Virgil Schabel bereits in den 1950er Jahren zum Getränkefachgroßhandel. Heute laufen gut 70 Prozent des Absatzes über den Fachhandel. Und in einer Zeit, in der viele Marken Umsatzeinbrüche verzeichnen müssen, kann die Löwenbrauerei Wasseralfingen sogar steigende Absätze vorweisen. Dort erklärt man sich dies mit den zwei Prinzipien „Qualität und Frische“ - zwei Erkennungsmerkmale des Wasseralfinger Bieres.


Sie bekommen auch immer wieder Anfragen von außerhalb, ob man denn nicht Wasseralfinger Bier liefern könnte. Wächst da nicht der Gedanke an eine Expansion des Liefergebietes? Nein, denn das würde unserer Philosophie „weniger ist mehr“ widersprechen. Unser Liefergebiet erstreckt sich „rund um den Schornstein“ und das soll auch so bleiben. Uns genügt es, wenn wir soviel Bier verkaufen, dass wir unseren 30 Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze erhalten und unsere Investitionen aus eigener Kraft tätigen können, um ständig auf dem neusten technischen Stand zu bleiben. Wir streben nicht nach Gewinnmaximierung.

Lagerkelleranbau

Im Gespräch mit Ralf Löffler XAVER: Der Slogan der Löwenbrauerei Wasseralfingen lautet „Gebraute Lebensfreude“ - was bedeutet Lebensfreude für Sie? Ralf Löffler: Den Slogan gibt es schon seit weit über 30 Jahren und es war auch wichtig, ihn über lange Zeit beizubehalten - er ist immer aktuell! Lebensfreude ist im Zusammenhang mit Bier ein gern genannter Begriff. Definieren kann man den wohl am besten, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag den Feierabend mit einem frischen Bier ausklingen lässt. Da merkt man so richtig, welche Freude einem der Tag gemacht hat. Worin unterscheidet sich ein Wasseralfinger Bier von den sogenannten Fernsehbieren? Die ausschlaggebende Unterscheidung leitet sich wohl aus der Frische ab. Die überregionalen Biere werden meist industriell gebraut und besonders behandelt, um über eine lange Zeit haltbar zu bleiben. Unser Bier ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum von drei Monaten versehen - und das machen wir ganz bewusst so, denn das ist die Garantie für ein frisches Bier.

Virgil Schabel

Sehen Sie Bier als Trend oder Tradition? Ich würde sagen, es geht um die Kombination von beidem. Die junge Generation geht zwar häufig den trendigen Dingen nach, lässt sich aber in gewissen Situationen auch in den Schoß der Tradition zurückfallen. Da fühlt man sich sicher! [Text: Björn Elsner]

Kontaktdaten: Löwenbrauerei Wasseralfingen Anton Ebert GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 162 73433 Aalen-Wasseralfingen www.wasseralfinger.de

Brauereifront von 1933 - 1938 auf dem Rötenberg


HIRSCHBRAUEREI HEUBACH L. MAYER KG „Es ist uns wichtig, verschiedene Biere mit eigenständigem Charakter herzustellen. Das sind wir unseren Kunden schuldig!“ Alexander Caliz

Die Stadt Heubach ist reichlich bekannt für hochwertige Wäsche, das einst zum Kult etablierte „Umsonst & Draußen“, den wundervoll idyllisch gelegenen Rosenstein sowie für seine lang zurückreichende Brautradition. Diese führen Thomas Mayer und Alexander Caliz in der fünften Generation mit dem Familienunternehmen „Heubacher Hirschbrauerei“ ambitioniert fort. Eine Sortimentsbrauerei, die die Heubacher Brautradition mit modernen Elementen versieht, Qualität als höchstes Leitziel hat und Verantwortungsbewusstsein zeigt.

mit Albquellwasser gebraut

Sortiment „Bei Bier ist das genauso wie bei gutem Wein“, erklärt Alexander Caliz. „Zu verschiedenen Speisen und Anlässen wünscht sich der anspruchsvolle Biertrinker ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen.“ Die Hirschbrauerei in Heubach folgt diesem Anspruch und beliefert die Region mit einem unglaublich breiten Sortiment: Im Jahresverlauf werden insgesamt 16 verschiedene Biersorten hergestellt, drei davon saisonal, der Rest ganzjährig. Neben dem traditionellen Albfels Pilsner und dem Uralb Spezial braut man auch aromatische Hefe-Weißbiere, vollmundig-würziges Märzen und alkoholreduzierte sowie alkoholfreie Varianten. DLG Auszeichnung Die hohe Qualität der Produkte wird zum einen durch die treue Kundschaft im Ostalbkreis und seinen Nachbarregionen manifestiert, zum anderen aber auch durch objektive Prüfinstitute. So schmückt sich das Hefeweißbier der Hirschbrauerei Heubach neuerdings mit der DLG-Goldmedaille. „Wir bieten mit unseren Hefe-Weißbieren eine echte Alternative zu den bayerischen Bieren an“, freut sich Thomas Mayer über die Auszeichnung, die für höchste Qualität steht. Regionalität „Mit Albquellwasser gebraut“ steht als Leitspruch auf den Etiketten der Flaschen - weit mehr als ein Slogan: Für Mayer und Caliz ist das Einstellungssache: „Wir sitzen hier am Albtrauf und verarbeiten das frische Quellwasser aus unseren zwei eigenen Quellen.“ Aber auch bei den verbleibenden Rohstoffen baut man voll und ganz auf die Region. „Unser Anspruch ist es, die bestmöglichen Rohstoffe zu Bieren mit Spitzenqualität zu verarbeiten“, bestätigt Caliz und ergänzt: „Sind diese nicht im direkten Umfeld zu finden, müssen wir ausnahmsweise ausweichen. Wir gehen aber nur in die Ferne, wenn es wirklich notwendig ist!“ Qualität als oberstes Gebot Qualität ist vom Ansetzen des Sudes, über die Gärung bis zur Reifung und schließlich den Weg zum Kunden das oberste Gebot. „Uns kann es nicht darum gehen, jeden Preiskampf mitzumachen und Bier nur möglichst billig anzubieten“, vermittelt Mayer einen weiteren Aspekt der Unternehmensphilosophie. „Bier ist ein Genussmittel und das erfordert höchste Qualität.“ Höchste Qualität bietet die Heubacher Brauerei auch bei ihren alkoholfreien „Rosenstein Erfrischungen“, die nach wie vor, entgegen aller Trends, in der umweltfreundlichen Mehrwegflasche aus Glas angeboten werden.

Braumeister Bastian Ziegler beim Würzestechen


Verantwortungsbewusstsein Die Hirschbrauerei - ein Partner in der Region. So zieht sich auch der Leitgedanke - regionale Zulieferer zu bevorzugen und eng mit der Region verwurzelt zu sein - durch alle Unternehmensbereiche. Insbesondere ist die Heubacher Brauer-Familie ein verlässlicher Partner der regionalen Vereine und Institutionen, was durch vielerlei Arten der Unterstützung deutlich wird. Verantwortungsbewusst zeigt man sich im Hause „Hirschbrauerei“ ebenso in Sachen Prävention: „Uns ist es wichtig, den Genuss beim Thema Bier in den Vordergrund zu stellen“, berichtet Alexander Caliz und verweist auf verschiedene Aktionen in Kooperation mit dem Deutschen Brauerbund, die sich gegen Alkoholmissbrauch richten. „Wir bieten außer Radler keine Biermischgetränke an. Es ist nicht unser Ziel, Biere mit süßen Aromen zu überdecken, um Jugendliche zum Alkoholkonsum zu verführen.“ Bier als Genussmittel und Kulturgut für Erwachsene - ein großes, verantwortungsbewusstes Anliegen der Hirschbrauerei. Auch Alkohol und Straßenverkehr passen absolut nicht zusammen, da sind sich die beiden Geschäftsführer unmissverständlich einig. „Um einen optimalen Biergenuss ganz ohne Alkohol garantieren zu können, haben wir uns bereits vor Jahren dazu entschieden, auch alkoholfreie Varianten anzubieten“. Im Gespräch mit Thomas Mayer und Alexander Caliz XAVER: 16 Biere - 13 davon das ganze Jahr über. Wie erklärt sich eine solch breite Produktpalette, wie die Heubacher Brauerei sie anbietet? Alexander Caliz: Aus Überzeugung brauen wir Biere mit Charakter. Man muss bedenken, welche Geschmacksvielfalt man als Bierbrauer mit den wenigen benötigten Rohstoffen Malz, Hopfen und Wasser sowie der Gärungshefe erzeugen kann. Der Genießer hat bei uns die Auswahl, um für seinen Geschmack das richtige Bier zu finden: hell oder dunkel, glanzklar oder kellertrüb, hopfenaromatisch oder malzig, Bockbier oder alkoholfrei…

Ihre Biersorte „Altes Sudhaus“ füllen Sie in kultigen und hochmodernen Longneck-Flaschen ab. Ist es für Ihr Unternehmen wichtig, als Brauerei trotz ausgeprägten Traditionsbewusstseins stets am Puls der Zeit zu sein? Thomas Mayer: Unser „Heubacher Altes Sudhaus dunkel“ passt in die Longneck-Flasche, es ist ein würziges Bier mit leichter Karamellnote, das auf der Party direkt aus der Flasche getrunken werden kann. Als Betrieb der Lebensmittelbranche ist für uns neben der Tradition ganz entscheidend, dass wir hinsichtlich der Qualitätsstandards und Lebensmittelsicherheit immer in eine hochmoderne Technik und das Know-how unserer Mitarbeiter investieren. Wie unterscheidet sich das Bier der „Hirschbrauerei“ von anderen Bieren? Alexander Caliz: Unsere Kunden lieben unser „Albfels Pilsner“ wegen seines angenehm feinherben Hopfenbouquets. Deshalb legen wir sehr viel Wert auf hochqualitativen Aromahopfen und verwenden keine Bitterhopfen. Außerdem bekommen unsere Biere ausreichend Zeit, im tiefen Keller bei Temperaturen um 0°C zu reifen und ihren feinen Geschmack zu entwickeln. Der Sommer ist im Anmarsch - welches Bier aus Ihrem Sortiment eignet sich am besten für eine Grillparty unter guten Freunden? Thomas Mayer: Ganz klar ein Heubacher Hefe-Weißbier, denn die meisten Speisen vom Grill sind sehr kräftig und da sollte man mit einem entsprechend aromatisch-voluminösen Bier entgegenhalten. Auch die klassische „Halbe“, das Heubacher Uralb Spezial, eignet sich super zur Grillparty. [Text: Björn Elsner, Fotos: First Floor Studios Aalen, Björn Elsner]

Unternehmer Thomas Mayer und Alexander Caliz im Sudhaus der Heubacher Brauerei

Kontaktdaten: Hirschbrauerei Heubach L. Mayer KG Hauptstraße 99 73540 Heubach www.heubacher.de


LAMMBRAUEREI UNTERGRÖNINGEN „Bier von hier“ - genau diesen Gedanken wollen wir auch nach aussen transportieren.“ Andreas Kunz und Annette Hafner

Herrlich im Kochertal liegt das schöne Dörfchen Untergröningen, der Geburtsort des in der Region beliebten Lammbräu Bieres. Familie Kunz bietet mit ihrer urigen Brauereigaststätte und einem umfangreichen Eventangebot - neben hausgemachtem Bier - noch eine ganze Menge mehr an: Hier können die Besucher Bier im wahrsten Sinne des Wortes erleben. Historie Wer der Brauerei in Untergröningen einen Besuch abstattet, der kann im Brauereigasthof jede Menge Herzlichkeit erwarten. Mehrere Generationen arbeiten hier mit viel Herzund Handarbeit zusammen. „Wir sind stolz, eine der letzten Brauereien mit angeschlossenem Gasthaus zu sein“, freut sich Andreas Kunz. „Das ist schon etwas ganz besonderes, denn hier können die Gäste ihr Bier aus erster Hand, quasi direkt aus der Brauerei trinken“. Und tatsächlich, in den traditionsträchtigen Mauern des Lamms ist durch eine rustikale Einrichtung, eine Kegelbahn, herzhaft-schwäbische Küche und reizvoller Nostalgie ordentlich Wohlfühlatmosphäre geschaffen. Immerhin leitet Andreas Kunz das Unternehmen bereits in sechster Generation: 1830 übernahm Ambrosius Kunz die Gaststätte und baute die Brauerei auf. Heute reicht das Einzugsgebiet rund 30 km, mit Zeltverleih sogar 80 km, in jede Himmelsrichtung. So werden auch in Szenelocations, wie dem Bistro Exil und dem Abwärts in Schwäbisch Gmünd, Biere der Lammbrauerei angeboten. Im Aalener Raum sind die Spezialitäten unter anderem im Café Samocca, im Club Rock it, dem Kino am Kocher und dem Frapé erhältlich.

Eventangebot Kunz leitet gemeinsam mit seiner Schwester Annette Hafner die Brauerei und Gaststätte. Gemeinsam überlegte man sich, wie man die Kunden und Besucher Bier und schwäbische Mentalität wahrhaftig erleben lassen könnte. Heute bietet die Lammbrauerei eine breite Palette an Events und Dienstleistungen an, die so in der Region einzigartig sind. Ob Brauereiführungen mit anschließender Rundumbewirtung, Gästezimmer in idyllischer Atmosphäre oder ein erlebnisreiches Brauereiwochenende - die Lammbrauerei ist ein Besuchermagnet im Kochertal. Ein weiteres besonderes Angebot ist das traditionelle Pauschalwochenende: Ab einer Gruppe von zehn Personen kann man mit dem Planwagen und einem Pferdegespann durchs Kochertal fahren - inklusive Bierproben, mehrgängigen Menüs und einem Gästezimmer im Hause Kunz. Am 03. und 04. Juli findet zum zweiten Mal das Kocherreiter-Bogenturnier statt. Nähere Informationen zu den Wochenend- und Ferienangeboten finden sich auf der Brauereihomepage www.lammbrauerei.de


Die historische Lamm-Brauerei

Sagenumwobenes Bier Eine weitere Besonderheit der Lammbrauerei sind die Sagen, die sich um die Biere „Kocherreiter“ und „Bierappel“ ranken die Sagengestalten finden sich heute sowohl auf den Etiketten, als auch in den - mit viel Liebe zum Detail gestalteten - Fenstern des Brauereigasthofes. Der Kocherreiter ist eine gespenstische Erscheinung mit dem Kopf unter dem Arm. In den Tiefen des Kochers und den angrenzenden Wäldern soll er seit Jahrhunderten sein Unwesen treiben und für viel Unheil sorgen - denn so manchen unrechten Bürger soll er schon in die Fluten des Kochers gezerrt haben. Doch auch der Kocherreiter hat eine gute Seite und so sagt man, er warne die Anwohner vor drohendem Hochwasser mit den Worten „Leut’ räumet auf, der Kocher geht raus!“ Die Bierappel ist benannt nach der Magd Appolonia, die einst in einem Bierkeller des Schlosses arbeitete. Nach ihrem Ableben allerdings blieb sie den Gewölben erhalten und treibt jede Menge Unsinn mit den Bediensteten, so soll sie beispielsweise eine diebische Bedienstete einst so erschreckt haben, dass diese der Glaskrug aus der Hand fiel. Der besondere Service für Bierfans Neben Brauerei, Festzeltverleih und Gastronomie hat Andreas Kunz noch einen ganz besonderen Service für alle Bierliebhaber und damit einen echten Ass im Ärmel: „Ab einer Menge von 2000 Litern brauen wir auch ganz individuelle Biere“, erklärt Kunz. Egal ob malziger, dunkler oder sonstige Sonderwünsche, man spreche alles gemeinsam mit dem Kunden ab und könne so „ganz persönliches Bier brauen“. Einzige Einschränkung: Das Reinheitsgebot von 1516 wird auf jeden Fall eingehalten.

Andreas Kunz und Annette Hafner

Im Gespräch mit Annette Hafner und Andreas Kunz XAVER: Sie stemmen Gasthof und Brauerei mit insgesamt nur 14 Beschäftigten. Welche Vorteile sehen Sie darin? Andreas Kunz: Man hat natürlich einen viel besseren Kontakt zu allen Mitarbeitern - da kann sich dann auch jeder mit dem Betrieb identifizieren. Wir haben Mitarbeiter, die gerne zur Arbeit gehen und das ist uns wichtig! Das bedeutet aber auch viel Arbeit? Klar, aber bei uns packt jeder mit an und gemeinsam klappt das. Letztlich wirkt sich dann die Übersichtlichkeit im Betrieb aber auch auf die Bierqualität aus, oder? Auf jeden Fall, denn jeder ist daran interessiert ein gutes Bier herzustellen! Jeder im Betrieb trägt große Verantwortung, damit wir optimales Bier herstellen können. Das fängt schon beim Abschmecken durch den Braumeister an und hört beim Transport auf. Wie würden Sie die Biere der Lammbrauerei beschreiben? Als „Bier von hier“ und genau diesen Gedanken wollen wir auch nach außen transportieren. [Text & Fotos: Björn Elsner]

Kontaktdaten: Lammbrauerei Inhaber Andreas Kunz e.K. Haller Straße 2 73453 Untergröningen www.lammbrauerei.de


BRAUEREI LADENBURGER - NEULER „Bei uns hat jede Biersorte ihren eigenen Charakter “ Karl-Friedrich Ladenburger Seit 221 Jahren wird in Neuler Bier nach traditionellen Rezepten gebraut. Die Ladenburger Brauerei ist aus dem landschaftlich reizvoll gelegenen Ort nicht weg zu denken. Vor allem für das Weizenbier ist das Familienunternehmen in der Region sehr bekannt. Seit kurzer Zeit ist das Sortiment um das Hefeweizen alkoholfrei erweitert worden. Damit decken die Ladenburger alle Weizenbiere ab: Hefeweizen hell, dunkel, leicht, alkoholfrei und Kristallweizen.

Geschäftsführer Karl-Friedrich Ladenburger

Historie Im Jahr 1789 beginnt die über 220 Jahre alte Brautradition der Ladenburger Brauerei. Joseph Fuchs - geborener Ellwanger - gründete damals in Neuler die Adlerbrauerei mit einer dazugehörigen Gastwirtschaft. Um die Jahre 1911 kam der erste „Ladenburger“ nach Neuler. Max Ladenburger, gebürtig von der Heimatsmühle, heiratete in die Familie ein und übernahm die Adlerbrauerei. Die schwierigen Jahre zur Zeit des Dritten Reiches überstand dessen Sohn Karl Ladenburger. Erst im Jahr 1967 bekam die Adlerbrauerei ihren heutigen Namen - Brauerei Ladenburger. Über viele Generationen hinweg ist die Brauerei nun in Familienbesitz; seit dem Jahr 2004 ist Karl-Friedrich Ladenburger mit in die Geschäftsleitung eingestiegen, seit 2010 hat er übernommen. Er lebt die achte Generation des Familienunternehmens vor und setzt sich für die Zukunft der Brauerei ein.

Der schnellste Weg zu einem Ladenburger Bier mit dem „Bierfinder“ Mit dem neu gestalteten Internetauftritt der Brauerei können die Kunden nun auch über einen Online-Shop weltweit die Biere der Brauerei Ladenburger einkaufen. Ein Highlight auf der neuen Seite ist der „Bierfinder“. Die Brauerei ist weltweit die erste und einzige Brauerei, die diesen Dienst anbietet. Stolz erzählt Karl-Friedrich Ladenburger von der neuen Funktion: Basierend auf google.maps kann man hier vom aktuellen, eigenen Standort die nächstgelegene Vertriebsstelle des Ladenburger Bieres ausfindig machen. Mit diesem neuen Internetdienst zeigt die Brauerei Ladenburger einmal mehr, wie Tradition und neueste Technik verbunden werden können.


Mit Bier umgehen „Bier ohne Schaum geht nicht“, betont KarlFriedrich Ladenburger und spricht damit einen wichtigen Punkt an, den er auch seinen Kunden vermitteln möchte. „Die Menschen sollen mehr Sensibilität für das Produkt bekommen“, so wie das beim Wein auch sei. Bier sei schließlich eines der reinsten Naturprodukte, welches nach dem ältesten Lebensmittelgesetz - dem Reinheitsgebot - gebraut wird. Deshalb zeigt die Brauerei auf der neuen Internetseite genau auf, wie man mit Bier umgehen sollte und wie man es richtig genießt. Dabei spielt das Glas eine wichtige Rolle. „Bei uns landen Biergläser nicht in der Spülmaschine, sondern werden von Hand mit Bürste und Gläserspülmittel gereinigt. Anschließend wird mit Wasser ausgespült.“ Denn schon ein bisschen Fett im Glas vertreibt den Schaum des Bieres. Und der gehöre schließlich mit zum Biergenuss. Qualität und Philosophie „Qualität ist das Maß aller Dinge“ - davon ist der Geschäftsführer überzeugt. Die modern eingerichtete Brauerei ist mit neuester Technik ausgestattet, sodass beim Brauen eine gleichmäßig hohe Qualität erreicht werden kann. „Wir verkaufen nicht nur Bier, sondern auch Persönlichkeit“, sagt Herr Ladenburger und verspricht: „Wir kümmern uns persönlich um unsere Kunden, das ist uns wichtig!“

Die moderne Abfüllanlage beim Familienunternehmen Ladenburger

Im Gespräch mit Karl-Friedrich Ladenburger XAVER: Was ist Ihr persönliches Ziel für die Brauerei? Karl-Friedrich Ladenburger: Irgendwann würde ich gerne die Brauerei an einen meiner Söhne übergeben. Das ist mein größtes persönliches Ziel! Dann ist Tradition ein wichtiges Element in Ihrer Brauerei? Wir sind stolz auf unser Familienunternehmen, welches nun schon viele Generationen überstanden hat. Ziel ist es, Tradition und neueste Technik zu verbinden. Wie würden Sie das Arbeitsklima innerhalb des Unternehmens beschreiben? Die familiäre Zusammenarbeit macht uns aus: Wir sind gut organisiert. Das ist ähnlich wie bei einem Fußballteam - jeder sollte alles können. Und so bleibt die Arbeit abwechslungsreich und jeder Mitarbeiter fühlt sich verantwortlich. Was ist der Unterschied zwischen Ihrem Bier und Bieren von Brauereikonzernen? Die großen Brauereien brauen ihre Biere neutral, ohne große Geschmackserlebnisse. Bei uns hat jedes Bier seinen eigenen Charakter, Pils zum Beispiel schmeckt herber, Export würziger und Weizenbier fruchtiger. Wir legen größten Wert auf traditionelle Herstellung, gepaart mit modernster Technik. Wie ist das mit dem Bierbauch - ist da was dran? Das kommt darauf an. Lesen Sie es doch einfach auf unserer Internetseite nach: www.ladenburger-bier.de [Text & Fotos: Linda Müller]

Kontaktdaten: Brauerei Ladenburger GmbH Hauptstraße 16 73491 Neuler www.ladenburger-bier.de


BRAUEREI HÄBERLEN - GAILDORF „Wir arbeiten aus der Region und mit der Region“. Steffen Manske Gaildorf liegt idyllisch im Kochertal. Der Fluss schlängelt sich direkt durch den Ort hindurch, vorbei an der Brauerei Häberlen. Eugen Ernst Häberlen gründete im Jahr 1875 die Brauerei in Gaildorf. In der fünften Generation leiten heute Christina und Steffen Manske das Familienunternehmen. Dazu gehören auch ein Getränkehandel und Festservice sowie ein Heimservice. Dreizehn motivierte Mitarbeiter stellen eine solide Grundlage für die Gaildorfer Brauerei dar. Zutaten aus der Region Alle Zutaten, welche zum Bier brauen benötigt werden - Malz, Hopfen und Wasser - stammen aus der Region. So bezieht die Brauerei beispielsweise den Hopfen von Anbaugebieten aus Tettnang und Spalt. Außerdem wird nur unbehandeltes Quellwasser für den Brauprozess verwendet. Dieses komme aus den Limpurger Bergen und Wäldern nur wenige Kilometer von der Brauerei entfernt, erzählt Christina Manske: „Eine Leitung bringt das hervorragende Wasser direkt zu uns in die Brauerei.“ Das sei etwas ganz Besonderes im Unternehmen und ermöglicht eine optimale Zutatenqualität. Sortiment Spezial, Spezial dunkel, Zwickl und Edelpils - das sind die Produkte der Gaildorfer Brauerei. Zur Weihnachtszeit wird zusätzlich ein Festbier gebraut. „Es gibt kein einheitliches Rezept für den Brauprozess“, erzählt Steffen Manske, es komme immer auf die Zutaten an. [Text & Fotos: Linda Müller]

Steffen Manske

Umweltverträgliches Brauen Steffen Manske legt großen Wert auf umweltverträgliches Brauen. So verarbeitet man die Bierhefe und Biertreber in örtlichen Landwirtschaften weiter. Außerdem werden nur Mehrweg-Bügelflaschen verwendet. „Bier ist energieaufwändig“, betont Steffen Manske. Deshalb will er auch weiter die Technik und den Energieverbrauch Schritt für Schritt optimieren - eine Solaranlage und ein Blockheizkraftwerk sollen her. Durchschnittlich 97 Prozent der Energie kann Manske beim Würzekochen bereits zurückgewinnen. Ferner setzt das Unternehmen auf schwermetallfreie Bierkisten und auf den Verzicht von metallbedampften Bieretiketten.

Kontaktdaten: Brauerei Eugen Häberlen OHG Karlstraße 66 74405 Gaildorf www.brauerei-haeberlen.de


STEFANSBRÄU - DINKELSBÜHL „Wir haben jede Flasche bestimmt vier oder fünf Mal im ganzen Prozess in der Hand!“ Beate Klein Einer alten Legende nach heißt es, dass der so genannte Dinkelbauer die Stadt Dinkelsbühl gegründet hat. Er soll seinen Hof und eine kleine Kapelle durchziehenden Karmelitermönchen geschenkt haben. Mit der Klostergründung entstand eine Ansiedlung, die Stadt Dinkelsbühl. Seit dem Jahr 2007 gibt es dort nicht mehr nur die aus Stein gemetzte Statue des Dinkelbauers, sondern auch einen Dinkelbrauer - Diplom-Braumeister Stefan Klein. In einem alten Hofgut baute er außerhalb der Stadtmauern seine kleine, aber feine Brauerei auf. Gemeinsam mit seiner Frau Beate Klein verwirklicht er in einer idyllischen Umgebung seine Träume... Stefan Klein

Mit Liebe hergestellt „Wir haben jede Flasche bestimmt vier oder fünf Mal im ganzen Prozess in der Hand“, erzählt Beate Klein. Von Hand werden die abgefüllten Bügelverschluss-Flaschen mit Etiketten versehen und in Holzkisten verstaut. Stefan Klein ist stolz auf seine besonderen Produkte, die in der Region ein Geheimtipp sind. Er will lieber klein und speziell sein: „Je größer man ist, desto schwieriger wird es im gleichen Stil zu bestehen“, ist der Braumeister überzeugt. Trotzdem plant Stefan Klein seine Brauerei noch zu erweitern. Eine bessere Abfüllmaschine und weitere Lagertanks sollen her. „Dann wird es richtig voll in der Brauerei“, freut er sich. Kleines, aber feines Produktsortiment Ein heller Zwickl und ein helles Weizen - das ist das Standardsortiment des Dinkelbrauers. Zur Weihnachts- und Fastenzeit braut Stefan Klein noch einen dunklen Bock dazu. Und bald will er seinem Namen „Dinkelbrauer“ auch noch alle Ehre machen - sobald der Brauereiausbau fertig ist, möchte er sich an ein Dinkelbier heranwagen. Ziel sei es, im Sortiment noch mehr in die Breite zu gehen. Alle Biere sind naturtrüb und unfiltriert hergestellt mit Produkten aus der Region. Zwei Monate ist das Bier haltbar. Seine Produkte sind auf seinem Hof im Direktverkauf erhältlich. [Text & Fotos: Linda Müller]

Kontaktdaten: Dinkelbrauer Stefansbräu Diplom-Braumeister Stefan Klein Wilhelmshöhe 1 91550 Dinkelsbühl www.dinkelbrauer.de


HALLER LÖWENBRAUEREI „Ein Bierbrauer braucht unbedingt eine gute Nase und viel Gefühl für die Rohstoffe!“ Hermann Mayerle Herrlich gelegen am Kocher liegt die Schwäbisch Haller Altstadt mit ihren urigen Gässchen und geschichtsträchtigen Häusern. Die Salzsiederstadt steht für ein breites kulturelles Angebot, idyllische Parks am Kocher entlang und die bekannten Freilichtspiele auf der großen Treppe vor St. Michael. Hier wird auch das Haller Löwenbräu-Bier gebraut.

Historie und Aufstieg Zwischen alten Fachwerkhäusern und engen Altstadtgassen stößt man in der Mauerstraße vor dem Eingang des Parkhauses „Alte Brauerei“ auf das alte Wirtshausschild mit einem goldenen Löwen - dem König der Tiere. Auf beiden Hinterbeinen steht er stolz aufgerichtet und zeigt seine Tatzen in Richtung Kocher und Altstadt. In dem kleinen Fachwerkhaus am Eingang der Tiefgarage begann die Erfolgsgeschichte des Haller Löwenbräu-Bieres. Später errichtete der tüchtige Friedrich Erhard, der die Löwenbrauerei zur größten Brauerei der Stadt ausgebaut hatte, dort die Gärkeller der Brauerei. Das ehemalige Gasthaus „Löwen“ erinnert an die Anfänge der Haller Brauerei. Im Jahr 1724 begann die Haller Familie Deutelin neben fast zwei Dutzend anderen Brauereien in Schwäbisch Hall ihr erstes Bier zu brauen. Zu ihrem Aufstieg verhalf vor allem der Bau eines neuen Sudhauses im Jahr 1903. Diese sogenannte „Backsteinburg“ prägt auch heute noch das Stadtbild in der urigen Haller Altstadt. Heute wird das charakterstarke Haller Bier in einer hochmodern eingerichteten Brauerei außerhalb der Stadtmauer gebraut. Seit neun Generationen befindet sich die Haller Löwenbrauerei nun schon in Familienbesitz. Auf die Privatbrauerei, welche heute von Hans Firnkorn geleitet wird, sind vor allem die Mitarbeiter besonders stolz. Und wer zu den alten Wurzeln zurückblicken möchte, kann im geschichtsträchtigen Gebäude und heutigen Gasthaus „Altes Brauhaus“ in der Mauerstraße genüsslich bei einem zünftigen Bier und leckerem Essen in den alten Zeiten schwelgen.

Bier-Zutaten aus der Region „Ein Bierbrauer braucht unbedingt eine gute Nase und viel Gefühl für die Rohstoffe“, sagt Braumeister Hermann Mayerle. Ein bis zwei Malzlieferungen pro Woche gehen in der Brauerei ein; bis zu 300 Tonnen Malz passen in das MalzSilo der Löwenbrauerei. Jede Lieferung wird vor der Annahme gründlich von den Brauern auf Qualität kontrolliert. Mit den Mälzereien, die im Umkreis von 150 Kilometern um die Löwenbrauerei liegen, besteht seit Jahrzehnten eine gute Zusammenarbeit. Als Familienbrauerei nimmt die Haller Löwenbrauerei die Verantwortung für die Region sehr ernst. Produkte und großes Sortiment Sechzehn Sorten, darunter auch viele saisonale Produkte, umfasst das Löwenbräu-Sortiment. Da ist für jeden Bierliebhaber etwas dabei. Besondere Beachtung wird auch den Saison-Bieren geschenkt - so wurde vor kurzem ein ganz neues Hefeweizen gebraut. Dabei erinnern die Brauer sich an die regionalen Wurzeln und haben ein typisches Weizenbier nach dem württembergischen Ur-Rezept und dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Zu alten Zeiten nannten die Bauern ihre Landschweine - die heute als Schwäbisch-Hällische Landschweine bekannt sind - liebevoll „Mohrenköpfle“. Daher hat die Brauerei vor einigen Jahren das Trendbier „Mohrenköpfle“ auf den Markt gebracht, welches heute sogar über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.


Heimatverbundenheit 85 Prozent des produzierten Bieres verkauft die Brauerei in der Region. „Die Kunden wollen heute immer mehr ‚back to the roots‘“, sagt Prokurist Peter Göhler. Auf die gelebte Heimatverbundenheit legt die Brauerei großen Wert. Daher ist auch die Partnerschaft zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald von großer Bedeutung. Im Gespräch mit Peter Göhler XAVER: Was für eine Bedeutung hat die Regionalität für die Löwenbrauerei? Peter Göhler: In der Region sind wir tief verwurzelt. Wir unterstützen Vereine und soziale Projekte. Die Partnerschaft zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ist ein wichtiges Element für die „HaLö“ - so nennen uns die Menschen aus der Region. Merken Sie trotz der Heimatverbundenheit der Menschen den Einfluss der großen Brauereikonzerne? Ja, das bekommen wir zu spüren. Der Bierpreis der großen Konzerne ist so günstig, das macht es für uns als regionale Brauerei nicht einfacher. Welche Ziele hat die Brauerei innerhalb des Unternehmens? Wir wollen, dass sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren können. Der Privatbezug ist ebenfalls ein wichtiges Element für ein gutes Arbeitsklima. Unsere Mitarbeiter sind motiviert und haben Freude an ihrer Arbeit! Was braucht Ihrer Meinung nach ein Bierbrauer, um ein gutes Bier zu brauen? Ein Gespür für die Rohstoffe und viel Liebe zum Detail. [Text & Fotos: Linda Müller]

Kontaktdaten Löwenbrauerei Hall Fr. Erhard GmbH & Co. KG Ritterstraße 6 74523 Schwäbisch Hall www.haller-loewenbraeu.de


BRAUEREI GOLD OCHSEN - ULM „Wenn man weiss, dass der Hopfen und die anderen Rohstoffe zur Bierherstellung direkt aus der Region kommen, schafft das eine sehr enge Verbundenheit!“ Stefan Voggesser

Idyllisch am Rande der Alb, an der Grenze zum Nachbarstaat Bayern und an den Ufern der Donau liegt Ulm. Bekanntheit und vor allem Beliebtheit erlangte die Stadt durch das imposante Ulmer Münster, aber auch durch die Söhne und Töchter der Schwabenmetropole, wie zum Beispiel Albert Einstein, der hier 1879 das Licht der Welt erblickte. Als weiteres Aushänge-

schild - sowohl in der Region als auch im Umland - dient die Traditionsbrauerei Gold Ochsen mitten im Herzen von Ulm: Mit über 412 Jahren Erfolgsgeschichte, einer breiten Produktpalette und regionaler Verbundenheit trägt man hier einen beträchtlichen Teil zur allseits bekannten „schwäbischen Lebensart“ bei.

Symbiose aus Tradition und Moderne Hinter den Kulissen der Brauerei ergibt sich auch heute noch ein herzhaft mehrdeutiges Bild: rustikale Tradition trifft auf modernste Technik - eine Symbiose aus Gestern, Heute und Morgen. Erste Aufzeichnungen über Brautätigkeiten unter dem Namen „Gold Ochsen“ gibt es bereits aus dem Jahre 1597 und so finden sich auch heute unter einer der modernsten Anlagen Europas noch tief gelegene Lagerkeller, die bereits im Jahr 1843 errichtet wurden. Geschäftsführerin Ulrike Freund In Familienbesitz ist die Firma Gold Ochsen bereits seit 1868; geführt wird das mittelständische Unternehmen seit 1991 in der fünften Generation von Ulrike Freund - einer Vorzeigepersönlichkeit deutscher Unternehmerinnen; immerhin existieren in Deutschland derzeit nur rund 20 Brauereien vergleichbarer Größe. In einer Zeit starker Preiskämpfe schaffte es Ulrike Freund in den vergangenen Jahren, das Ulmer Unternehmen kontinuierlich zu etablieren, Marktanteile auszubauen und dadurch rund 200 regionale Arbeitsplätze Jahr für Jahr zu sichern. Eine bedeutende Persönlichkeit also, weit über die Ulmer Stadtgrenzen hinaus. Nicht zuletzt deswegen wurde Ulrike Freund mit ihrem Lebenswerk in Form eines Portraits in Anne Lehrs Band „Frauen der deutschen Wirtschaft“ berücksichtigt. Am 17.Oktober 2007 erhielt die Brauereichefin Ulrike Freund die Wirtschaftsmedaille. Produktrange Eine Besonderheit der Firma Gold Ochsen ist die ungewöhnlich breite Produktpalette, die wohl jedem Geschmack gerecht wird: Egal, ob klassische Biere wie Pils oder Original, Weizenbiere in fünf verschiedenen Variationen, saisonale Spezialitäten, das Kellerbier vom Fass, LightVarianten oder das Szene-Bier „Oxx“ - die Produktrange im Hause Gold Ochsen scheint unerschöpflich. Kein Wunder also, dass man weit über die Region hinaus bekannt ist: Die Produkte des Ulmer Unternehmens finden sich sogar in Regalen in der Schweiz und Österreich.


Im Gespräch mit Stefan Voggesser XAVER: Kann man im Brauereigewerbe von Ellenbogen-Mentalität sprechen? Stefan Voggesser: Auf gar keinen Fall! Gerade wenn kleinere Brauereien einmal in Sachen Kältetechnik, Hefe oder bei Kapazitätsengpässen Schwierigkeiten haben sollten, hilft man sich selbstverständlich gegenseitig. Allerdings muss man hier natürlich von einer regionalen Ausrichtung sprechen. Es ist ein Geben und Nehmen. Bei den großen Brauereikonzernen sieht so etwas unter Umständen schon wieder ganz anders aus. Geschäftsführerin Ulrike Freund im modernen Lagerkeller

Also sind regional orientierte Brauereien klar im Vorteil? Ganz eindeutig! Auch die Menschen fühlen sich ganz anders zur Brauerei, dem Bier, den Rohstoffen und zur Tradition mit gelebten Werten hingezogen. Wenn man weiß, dass der Hopfen und die anderen Zutaten direkt aus der Region kommen, schafft das eine sehr enge Verbundenheit. Und diese Verbundenheit geben Sie den Kunden ja auch wieder zurück? Unsere Geschäftsführung ist sehr engagiert, was kulturelle, soziale und sportliche Veranstaltungen in der Region angeht. Wir wollen natürlich auch unseren Beitrag zum Gelingen der Events beitragen und unsere Kunden dadurch belohnen. Wer unsere leckeren Produkte konsumiert, wird nicht enttäuscht.

Antonietta Ammirato-Pfeifer im Brauereishop

Sauberkeit ist oberstes Gebot

Gold Ochsen Olympiade Dass man im Hause Gold Ochsen stets aktiv ist, zeigt in diesem Jahr erstmals die „Gold Ochsen Olympiade“, die am 10. und 11. Juli in der Ulmer Friedrichsau stattfindet. „Es wird verschiedenste Attraktionen für Groß und Klein geben“, freut sich Marketingleiter Stefan Voggesser auf das Sommerevent. Bei Disziplinen wie Bierkrugstemmen und Bierfassrollen können Teilnehmer jeden Alters ihr Talent unter Beweis stellen. Dem Gewinner winkt eine Fahrt mit dem original „Oxx“-Ballon.

Ihr Tipp für eine gelungene Brotzeit? Zu einer richtig zünftigen Brotzeit oder einem guten Weißwurstfrühstück empfiehlt sich ein Gold Ochsen Hefeweizen. Je nachdem, wie würzig das Vesper wird, ergänzt auch ein dunkles Bier oder ein Gold Ochsen Original den kulinarischen Leckerbissen optimal. [Text & Fotos: Björn Elsner]

Kontaktdaten: BRAUEREI GOLD OCHSEN GMBH Veitsbrunnenweg 3 - 8 89073 Ulm www.goldochsen.de www.oxx.de


Auch dem XAVER-Team schmeckt das flüssige Gold aus der Region vorzüglich; so verbindet jedes Redaktionsmitglied persönliche Anekdoten mit der wahrlich abwechslungsreichen Biervielfalt aus dem XAVER-Ländle... und wieder einmal zeigt sich, dass für jeden Geschmack und jede Situation was dabei ist. Prost!

Natalie: „Ich trinke das flüssige Gold der Wasse ralfinger Brauerei so gerne, das s ich mir immer ein Stü ck Heimat mitnehme, wenn ich z.B . ein Festival besuche.“

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Larissa: „Immer wenn ich meine Freunde in Ulm besuche, gibt es erst mal ein Goldochsen Bier. Bei so einem leckerem Start, ist bisher jeder Partyabend genial geworden.“ einem gelungenen er Roxy-Fan und zu lut so ab ein nicht fehbin h Jasmin: „Ic s flüssiges Gold“ terabend darf „Ulm ich mal nn we d un ios Konzert- oder Thea ahl ist ja grand sw tau s Gold en da ch rtim au So ch len - die ihe bin, ist für mi Re r de an ve!“ n ati hre ern wieder mit Fa per leckere Alt Alkoholfrei eine su en eiz few He en hs Oc

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Luca: „Auf eine Runde mit dem Hunde! Prost!“ Auch wenn man es kaum glauben mag, aber es gibt tatsächlich ein Bier für Hunde! Der „Schwanzwedler“ ist das erste Bier für Hunde, enthält keinen Alkohol und keine Kohlensäure, also genau das richtige Getränk für mich, um nach einem anstrengenden Bürotag (Hey, der Job eines Redaktionshundes ist nicht ohne!), zu relaxen und mit meinem Herrchen anzustoßen. Man soll ja schließlich nicht leben wie ein Hund. Übrigens: „Schwanzwedler“ ist mit echter Braugerste gebraut!


XAVER Special - Brauereien in der Region