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Wort zum WiWi

N째 63 Dezember 2012 Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften


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Liebe WiWis, man könnte meinen, alles sei wie immerein neues Wintersemester hat begonnen, alte Ratten haben die Uni verlassen, neue Ersti-Mäuse wurden begrüßt und doch ist es nicht so wie in den Wintersemestern der letzten Jahren. Von einigen Studierenden noch vollkommen unbemerkt, hat sich ein neues Pflichtmodul als Schlüsselqualifikation aufgetan, für die es jedoch leider keine ECTS-Punkte gibt: „Behavioural Economics Experiment“. Die Veranstaltung erstreckt sich über mehrere Jahre und ist auch unter dem Namen „Absolviere erfolgreich dein Studium“ bekannt. Alle riechen sie den verlockenden Duft des Schweizer Harzer Käses am Ende des Labyrinths, doch der erfolgreiche Weg durchs Studium besteht aus vielen Irrwegen und Sackgassen. Die Studienordnung will verstanden werden, ein Platz im Hörsaal muss ergattert werden, der im FSZ ist sowieso schon weg und beim

Hochschulsport reicht’s nur noch für den freien Waldlauf! Es kann vorkommen, dass euer Nachbar in der Vorlesung am Ende mehr oder weniger Credits bekommt als, ihr weil ihr in verschiedenen Studienordnungen studiert. Einzige, konstante Lichtgestalt: Das WZW, euer Freund und Helfer, auch in seiner 63. Ausgabe mit reichlich gutem Stoff befüllt. Auf den kommenden Seiten erwarten euch interessante Berichte, die euch vor so mancher Mausefalle bewahren, unterwegs unterhalten sollen und zeigen, wie ihr den Käse am Ende genießen könnt.

E ure R edaktion

Impressum

Auflage 1.000 Exemplare

Herausgeber FreieFachschaft Wirtschaftswissenschaften Mohlstrasse 36 72074 Tübingen Tel: 07071/29-74656

Erscheinungsdatum 13. Dezember 2012 Interesse an einer Anzeige? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail!

V.i.S.d.P. Anne Beck

www.ffw.uni-tuebingen.de

Redaktion Jan Ahrens, Anne Beck, Thomas Tichelbäcker, Torben Riese Layout Jan Ahrens, Anne Beck & Torben Riese

Sprechstunde Montag bis Donnerstag 10-14 Uhr

wzwmail@gmx.de

Sitzung Montag, 20 Uhr

Editorial


Inhalt F achschaftsthemen Semesterbericht S. 6 Wiwi-Grillfest S. 7 Erstihütte S. 9 Bufak S.11

A uslandsberichte

S tudieren an der W i W ifakultät Neu an der Fakultät: Prof. Dr. Wamser, Prof. Dr. Ruf und Prof. Dr. Papies S.12

Ein Jahr an der SOAS, London S.17

D as P rüfungsamt informiert ... S tudentenleben in T übingen

Durchfallquoten S. 19

Das Leben als Ersti S. 20 Unterwegs mit dem Semesterticket S. 22

K arikaturen B eruf &K arriere Praktikum Pro/Contra S.26 Berufeinsstieg: Zwei Tübinger Alumnis berichten S.28 Tübinger Studenten gründen Unternehmen S.32

Neulich an der Uni... S. 24

W i W i -T hemen Die Eurokrise aus Sicht einer Studentinn S. 35 Ein Krisenkommentar S. 37 Gemeinwohl-Ökonomie S.39

D ies &D as , S piel &S pass Psychotest S.42 Berühmte TübingerInnen S. 46 Weihnachtsgeschenkideen S.48 WirrWarr S. 50


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Im Rückblick: Ein Semester voller Spaß Auch letztes Semester war wieder viel los: WiWilympics, Bücherflohmarkt, Auslandsinfocafé, Sommerparty, Grillfeste und Gradparty. Doch neben der Planung solcher Veranstaltungen standen trotz allem auch wichtige Themen auf der Tagesordnung, wie die Studienreform, die verfasste Studierendenschaft, die Unternehmenskontaktstelle, das WiWi-Netzwerk und die Öffentlichkeitsarbeit. So einige hitzige Diskussionen fehlten deshalb natürlich auch innerhalb unserer Fachschaftssitzungen nicht…

Im Sommer dürfen keine Grillfeste fehlen, weshalb sogar zwei stattfanden: Das WiWi-Grillfest sowie das WiSoWi-Grillfest. Trotz des Regens kamen viele Besucher zum WiWi-Grillfest mit anschließender Übertragung eines EM-Deutschlandspiels. Wie in jedem Jahr wurde der WiWi-Impuls verliehen, der diesmal an Professor Pudelko und Jörg Büechl für die Blockseminar-Reihe „Doing Business in Asia“ ging. Zudem freuten wir uns sehr über die großzügige Spende von Professor Wagner und Professor Schanz.

Am Anfang des Sommersemesters stand wieder, wie schon die Jahre zuvor, unsere Fachschaftshütte an. Neben Arbeitsgruppen zu Studienkommission, WiWi-Netzwerk und WZW kamen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz. An diesem Wochenende lernten wir uns besser kennen, was unseren Zusammenhalt und die weitere Zusammenarbeit sehr förderte.

Des Weiteren engagierten sich viele Fachschaftsmitglieder hochschulpolitisch. Sie brachten sich in verschiedenen Gremien, wie dem Fakultätsrat, der Studienkommission und der Fachschaftenvollversammlung ein, um dort die Interessen der Studierenden zu vertreten.

Im Mai zeigte unser Fachbereich seine sportliche Seite: Bei strahlendem Sonnenschein fanden die WiWilympics statt. Erstmals traten dieses Jahr nicht nur Lehrstuhlteams, sondern auch Studententeams gegeneinander an. Spaß hatten alle, was nicht nur mit dem tollen Wetter zusammenhing. Da es noch an einer WiWiparty im Sommersemester mangelte, beschlossen wir das zu ändern und veranstalteten eine Sommerparty im Club27. Leider war diese nicht ganz so gut besucht wie erhofft, da es Parallelveranstaltungen gab und viele WiWis schon fleißig am Lernen waren… Aber für die erste eigene Party konnte man doch zufrieden sein und so gab es zumindest genügend Platz zum Tanzen.

Ausklingen lassen konnten wir das Sommersemester traditionell mit der letzten Sitzung auf dem Stocherkahn. Da wir inzwischen schon auf Platz 2 der Warteliste vorgerückt sind, hoffen wir doch sehr, nächstes Jahr unseren eigenen Stocherkahn nutzen zu können!

V on M iriam W allrapp & L ennart S tangenberg S emesterkoordinatoren 2012


Fußball, Preise, Grillwurst Am 13.06.2012 fand wieder das WiWiGrillfest statt. Trotz wechselhaften Wetters kamen viele Gäste, die mit Bratwurst und Getränk einen schönen Abend genießen konnten. Wie jedes Jahr honorierte die Fachschaft besonders gute Lehrveranstaltungen mit den Lehrpreisen, da unserer Meinung nach für die Exzellenz einer Universität nicht nur die Forschung, sondern gerade auch die Lehre maßgeblich ist. Die Lehrpreise werden auf Grundlage der in jedem Semester stattfindenden Evaluationen vergeben. Die diesjährigen Preisträger für die besten Bachelor-Vorlesungen sind Professor Wagner für „Steuerliche Gewinn- und Vermögensermittlung“ und Professor Neus für „Banken und Börsen“. Professorin Herbst und Frau Kluike wurden für die beste Mastervorlesung „Verhandlungsmanagement“ geehrt. Das beste studentische Tutorium hielt Björn Viergutz (Einführung in die WiWi). Der Lehrpreis für die beste nicht-studentische Übung geht an Dr. Viola Austen (Industriegütermarketing). Allen Preisträgern herzlichen Glückwunsch!

in diesem Jahr an Professor Pudelko und Herrn Jörg Büechl für die BlockseminarReihe „Doing Business in Asia.“ Die dreiteilige Veranstaltung vereint wirtschaftswissenschaftliche und interkulturelle Inhalte für die bedeutenden Wirtschaftsräume Indien, China und Japan. Die Blockseminare können entweder einzeln als Schlüsselqualifikationen oder zusammen als Modul im Schwerpunkt International Business (bzw. im Master) angerechnet werden. Unabhängig davon möchte sich die Fachschaft mit dem Preis auch für die zahlreichen „Innovationen“ am Fachbereich bedanken, die der Lehrstuhl International Business seit seinem Bestehen zu verantworten hat. Besonders hervorzuheben ist hier die Kooperation mit dem Weltethos-Institut in Tübingen, welches seit dem Wintersemester regelmäßige Seminare zum Thema Wirtschaftsethik anbietet.

Neben den Lehrpreisen haben wir in diesem Jahr auch wieder den Wiwi-Impuls verliehen. Dieser Preis soll herausragende Leistungen, insbesondere Innovationen in der Lehre, würdigen. Die Vorschläge für den WiWi-Impuls stammen von der Studierendenschaft, aus welchen die Fachschaft dann den Preisträger auswählt. Nachdem im vergangenen Jahr Professor Goerke und Frau Hillesheim für die Integration praxisnaher und innovativer Case Studies in die Vorlesung Wirtschafts- und Finanzpolitik geehrt wurden, geht der Wiwi-Impuls

Fachschaftsthemen

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8 Nach der Verleihung der Lehrpreise hatte Professor Wagner noch eine ganz besondere Überraschung für die Studierenden. Er überreichte der Fachschaft einen Scheck über 2.000€, die den Tübinger Wiwi-Studenten zugutekommen sollen. Das Geld stammt aus den Einnahmen von Professor Schanz aus dem Verkauf von Lösungshinweisen für Klausurfragen und von Professor Wagner aus dem Verkauf des Buches von W. Rieger. Es wird unter anderem für die Erstsemestereinführung und verschiedene andere Veranstaltungen Verwendung finden. Außerdem kann sich Herr Wagner vorstellen, damit die seit

langem von der Fachschaft geforderten Fahrradständer vor dem Wiwi-Seminar zu finanzieren. Ein herzliches Dankeschön im Namen aller Studierenden an Professor Wagner sowie an Professor Schanz!

Fahrradständer vor dem Wiwi-Seminar zu finanzieren. Ein herzliches Dankeschön im Namen aller Studierenden an Professor Wagner sowie an Professor Schanz! Der Abend ist einigermaßen trocken über die Bühne gegangen, Deutschland hat das Gruppenspiel gegen die Niederlande gewonnen, und niemand musste mit leerem Magen nach Hause gehen. Danke an alle Gäste fürs Kommen, und herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern! Wir freuen uns bereits auf das nächste Grillfest mit Ihnen und Euch im kommenden Jahr!

V on M arco K lapper


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Die Ersti-Hütte Während sich jeder normale Student am Freitag um 15 Uhr mit Wulle auf das Wochenende vorbereitet, warten wir Wiwis auf die Abfahrt nach Kappelrodeck, dem Ballermann des Schwarzwalds. Auf dem Weg dorthin fehlt es uns nicht an Liquidem - obwohl: Wasser ist knapp. Nachdem wir uns durch wabernde Nebelschwaden durchkämpft hatten und die Fahrer all ihre Fahrkünste unter Beweis gestellt hatten, erreicht der Konvoi das Mekka der Wiwis. Als erstes vergibt die Fachschaft die Hütten an die Schnellsten. Zunächst wird versucht, sich mit Vorräten für das Wochenende einzudecken, da sich eine Schneekatastrophe ankündigt. Der stark limitierte Bestand des heimischen Getränkehändlers wird durch Solidarität der Mitbewohner ausgeglichen.. Nach der Rückkehr werden wir entschädigt: Italienische Gourmet-Spezialitäten à la Kappelrodeck erwarten uns. Pizza! Nach dem Festmahl werden wir in die Riten und Bräuche der Wiwi-Fachschaft eingeführt. Namensspiele, Klatschgesänge, Kotzendes Känguru und Apfel am Arsch bringen uns die anderen Teilnehmer näher und es folgt ein fließender Übergang in das Partyevent des Jahres mit DJ Benni Guetta und seiner alternativen, individuellen Mainstream-Musik. Manche ziehen sich aber auch erst einmal in unsere Hütte zurück, um in lokale, selbstgepanschte Spezialitäten eingeweiht zu werden, den "Sauren". Später wird exzessiv drinnen und draußen im Schneegestöber bis in die Morgenstunden getanzt. Die Autoren dieses Textes sind um halb 6 im Bett und damit nicht die Letzten!

Am nächsten Morgen stehen alle topfit zum Frühstück auf und gehen auf Schatzsuche im nun verschneiten Schwarzwald. Dank zweiminütigem Dauerklopfen an Fenster und Türen unserer Hütte, konnten sogar viele Teilnehmer mobilisiert werden. Einige bleiben auchim Bett und genießen die Wärme der, aus einem Missverständnis selbstmitgebrachten, Decke. Aber danke für den Versuch! Dann beim Mittagessen sind aber alle wieder am Start und es warten frisch zubereitete Wraps auf die hungrige Meute Hier ist es wie Urlaub, denn direkt im Anschluss fahren wir in das örtliche Freizeit- und Erlebnisbad in Bühl. Jeder, der riesige Wasserrutschen und Whirlpools im Schnee erwartet hat, wird nur geringfügig enttäuscht. Es gibt immerhin in einem der zwei Becken einen paar Düsen an den Rändern und einen Sprudel in der Mitte. Ein netter, hilfsbereiter Bademeister weist uns ins lange Regelwerk des Schwarzwaldbades ein und erklärt nicht unhöflich, dass man sich nach dem Gewälze im Schnee bitte zu duschen habe.

Fachschaftsthemen


10 Wir planschen bestimmt eine Stunde, die uns wie eine Ewigkeit erscheint, als wir auch schon wieder das Wasser verlassen und uns auf die Heimfahrt begeben müssen. Zurück im Mekka gibt es Chili Con Carne und als Nachtisch Brownies und regionalen Glühwein. Es folgen weitere Gruppenspiele, um Körperkontakt zu fördern, die aber einige Opfer fordern, denn wenn die vierte Person auf deinem Schoß sitzt, führt das letzten Endes zu Quetschungen. Weniger aufreibend ist das Psychiater-Spiel, trotzdem werden wir alle eingewiesen - das versteht man natürlich nur, wenn man das Spiel gespielt hat. Sitzgelegenheiten an die Seite, Tanzfläche freiräumen, ab geht's in Kappelrodeck! Wir konnten es kaum glauben, aber DJ Benni Guetta ist schon wieder am Start! Dieser Abend wird legendär! Er wird von der Star-Choreografin der Fachschaft, Julia, genutzt, um dem Nachwuchs den brandneuen Tanzstil Südkoreas beizubringen. Andere ergreifen die Gelegenheit, im frischgefallenen Schnee ihre Schlittenfahrkünste unter Beweis zu stellen. Auch diese Party endet erst in den frühen Morgenstunden, was irgendwelche Rowdies nicht wahrhaben wollen

und um sieben Uhr morgens noch einmal alle aufzuwecken versuchen. Das gelingt nur bei einigen, dort vor allem wegen der versteckten Wecker im Schrank. Danke, romantischer Roman! Eine Stunde später klingelt auch schon der allgemeine Wecker und wir machen uns auf zum Frühstück! Da die Hütten um 10 Uhr geräumt sein sollen, sind wir auch kräftig am Putzen. Danke, musikalische Miriam und lustige Lisa! Kurz noch ein Gruppenfoto mit idyllischem Schwarzwald-Background und ab nach Hause! Wir bedanken uns bei Julia, Miriam, Anne, Judith, Ksenia, Jutta, Michi, Jan, Tobi und Benni für die geile Zeit! Wir haben uns alle sehr gut kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen und sind um eine superspitzenmäßige Erfahrung reicher!

V on M ax und Y annik


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Bericht von der BuFaK Vom 29.11. bis 2.12. nahm die Freie Fachschaft WiWi zum nunmehr vierten Mal mit drei Delegierten an der BundesFachschaften-Konferenz WiSo (BuFaK) teil. In diesem Jahr hatten über 50 wirtschaftswissenschaftliche Fachschaften knapp 200 Teilnehmer nach Göttingen entsendet, was das Treffen zur größten BuFaK aller Zeiten machte. Bei der Bundes-Fachschaften-Konferenz WiSo handelt es sich um einen Zusammenschluss der Fachschaften wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge in ganz Deutschland, der seit 1989 jedes Semester tagt. Nach der Ankunft am Donnerstagmittag wurden die angereisten Fachschaftler zunächst im Eröffnungsplenum offiziell begrüßt und die Arbeit des BuFaK-Rates im vergangenen Semester vorgestellt. Insbesondere den Neulingen wurden im späteren Einführungsworkshop die Aufgaben und Ziele der BuFaK dargelegt und offene Fragen geklärt. Anschließend lernten sich die Teilnehmer bei einer Stadtführung und diversen Spielen näher kennen. In den folgenden Tagen besuchten wir verschiedene Workshops, in denen wir viel lernten und einige Anregungen für unsere eigene Fachschaftsarbeit erhielten. So werden wir uns beispielsweise verstärkt mit den Problemen und Bedürfnissen von beeinträchtigten Studierenden beschäftigen, um auch für diese eine kompetente Anlaufstelle zu sein. Zu den weiteren Themen gehörten unter anderem die externe Evaluation von Studiengängen, Flyergestaltung und Prüfungsrecht.

Weiterer Erfahrungsaustausch fand in offenen Diskussionsrunden, so genannten Barcamps statt, wo wir uns etwa mit Stressbewältigung im Studium und Problemen bei der Erstsemester-Einführung beschäftigten, da einige Fachschaften hier negativ in die Schlagzeilen geraten waren. Hier wurden zudem Positionspapiere und Grundsatzbeschlüsse der BuFaK erarbeitet. Sie bilden die Meinung der Fachschaften zu verschiedenen Themen, z.B. Internationalisierung oder Problembehandlung bei übergroßen Jahrgängen ab und können bei der Universität und anderen relevanten Stellen eingereicht werden. Im Abschlussplenum am Sonntag, bei dem auch die Gastgeber der nächsten Bundes-Fachschaften-Konferenzen bestimmt und neue Mitglieder des BuFaKRates gewählt wurden, stimmten wir über die Annahme der Entwürfe ab, bevor wir uns wieder auf den Heimweg begaben. Insgesamt verbrachten wir in Göttingen ein erfolgreiches und informatives Wochenende, bei dem dank der hervorragend organisierten Abendgestaltung auch das Knüpfen von Kontakten mit anderen Fachschaften nicht zu kurz kam.

Fachschaftsthemen

V on J udith B lecke


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Neu an der Fakultät Prof. Dr. Martin Ruf 1. Jugend a. Was war Ihr Traumberuf, als Sie klein waren? Ich wollte schon immer Professor werden. b. Was war Ihr Lieblingsfach in der Schule? Mathematik und Physik. c. Wo haben Sie Ihr erstes Praktikum gemacht? Ich habe nie ein Praktikum gemacht. 2. Junger Erwachsener a. Was haben Sie studiert? Volkswirtschaftslehre in Tübingen und in Louvain la Neuve in Belgien. Parallel dazu habe ich Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen studiert. b. Wieso dieses Studium? Ich habe mich schon immer für gesellschaftspolitische Fragestellungen interessiert wie zum Beispiel: Wie hoch sollten Steuern sein? Wie kann man die Arbeitslosigkeit bekämpfen? Darf man Unternehmen besteuern, obwohl die Gefahr besteht, dass sie dann aufgrund der Steuerlast ins Ausland abwandern? Das Studium der Wirtschaftswissenschaften gibt zumindest auf einige dieser Fragen eine Antwort. c. Was waren Ihre Schwerpunkte oder Vertiefungen? Im Studium habe ich Statistik, Ökonometrie und Finanzwissenschaft vertieft.

d. Warum haben Sie die Laufbahn als Professor eingeschlagen? Der Beruf bietet unheimlich viele Freiheiten. Man kann sich mit Fragen beschäftigen, die einen persönlich interessieren. Außerdem macht der Umgang mit motivierten Studierenden viel Spaß. 3. Aktuell a. Wie kam es dazu, dass Sie Professor in Tübingen wurden? Zunächst einmal war das auch viel Glück. Wenn man als junger Wissenschaftler auf Jobsuche ist, ergeben sich üblicherweise nicht sehr viele Möglichkeiten. Denn es werden in einem Jahr in der Regel nur sehr wenige Stellen frei. Glücklicherweise war letztes Jahr Tübingen darunter. Aus meiner persönlichen Sicht bin ich aber natürlich auch sehr gerne nach Tübingen gekommen. Zum einen ist Tübingen eine sehr renommierte Universität. Zum anderen kenne ich die Region und schätze sie sehr. b. Was zeichnet Ihre Lehre besonders aus? Ich bemühe mich, eine Interaktion zwischen den Studierenden und auch zwischen den Studierenden und mir herzustellen. In sehr großen Vorlesungen ist das natürlich gelegentlich etwas schwierig. c. Was wollen Sie den Studierenden vermitteln?


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Zum einen sollen die Studierenden solide Kenntnisse des Steuerrechts haben, die für eine Tätigkeit in der Praxis sehr wichtig sind. Zum anderen will ich die Studierenden aber auch für die gesellschaftspolitische Relevanz von Steuern interessieren. 4. Tübingen a. Wie gefällt Ihnen Tübingen? Tübingen ist eine landschaftlich sehr reizvolle Stadt, die für ihre Größe sehr viel zu bieten hat. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. b. Wo findet man Sie in Ihrer Freizeit? Meistens auf dem Spielplatz mit meinem kleinen Sohn.

WiWi-Fakultät


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Neu an der Fakultät Prof. Dr. Georg Wamser 1. Jugend a. Was war Ihr Traumberuf, als Sie klein waren? Gärtner b. Was war Ihr Lieblingsfach in der Schule? Erdkunde c. Wo haben Sie Ihr erstes Praktikum gemacht? Bei der Deutschen Auslandshandelskammer in Dublin 2. Junger Erwachsener a. Was haben Sie studiert? Volkswirtschaftslehre

3.Aktuell a. Wie kam es dazu, dass Sie Professor in Tübingen wurden? Die ausgeschriebene Professur war genau was ich wollte: Professur in inanzwissenschaft, sehr gute Uni, renommierte Kollegen, Süddeutschland kam mir auch gelegen. Da musste ich mich natürlich bewerben.

b. Wieso dieses Studium? Während meiner Abiturzeit gingen wir regelmäßig mit einem unserer Lehrer an die LMU München, um dort ganz unterschiedliche Vorlesungen zu besuchen. Die VWL Vorlesungen haben mir am besten gefallen. c. Was waren Ihre Schwerpunkte oder Vertiefungen? Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Empirische Ökonomie. d. Warum haben Sie die Laufbahn als Professor eingeschlagen? Das war keine bewusste Entscheidung, sondern hat sich durch viele kleine Zufälle so ergeben.

b. Was zeichnet Ihre Lehre besonders aus? Ich versuche den Unterricht immer mit relativ vielen empirischen Beispielen anzureichern. c. Was wollen Sie den Studierenden vermitteln? Dass es wichtig ist, in Ruhe selbst über die Vorlesungsinhalte nachzudenken. Mit Auswendiglernen kommt man in VWL nicht sehr weit. 4. Tübingen a. Wie gefällt Ihnen Tübingen? Sehr gut, ich fühle mich sehr wohl. b. Wo findet man Sie in Ihrer Freizeit? Auf dem Spielplatz mit meinem Sohn.

WiWi-Fakultät


Neu an der Fakultät Prof. Dr. Dominik Papies 1. Jugend a. Was war Ihr Traumberuf, als Sie klein waren? Pilot! b. Was war Ihr Lieblingsfach in der Schule? Englisch c. Wo haben Sie Ihr erstes Praktikum gemacht? Bei einer Bielefelder Lokalzeitung (Neue Westfälische) 2. Junger Erwachsener a. Was haben Sie studiert? Ich habe zunächst mit dem Studium der Angewandten Kulturwissenschaft in Lüneburg begonnen, bin dann aber in die BWL an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gewechselt. b. Wieso dieses Studium? Parallel zum Studium war ich bereits berufstätig (im Management eines großen Festivals für klassische Musik). Dabei habe ich gemerkt, dass das Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge extrem wichtig ist, um gute und fundierte Entscheidungen treffen zu können. Deswegen habe ich gesagt: ich konzentriere mich jetzt noch einmal voll auf das BWL-Studium. c. Was waren Ihre Schwerpunkte oder Vertiefungen? Marketing; Organisation; Politische Wissenschaft

d. Warum haben Sie die Laufbahn als Professor eingeschlagen? Ich habe Leidenschaft dafür entwickelt, komplexe Zusammenhänge gründlich zu erforschen und zu verstehen. Und in der Lehre meine Begeisterung darüber weiterzugeben. 3. Aktuell a. Wie kam es dazu, dass Sie Professor in Tübingen wurden? Ich habe mich auf verschiedene Professuren beworben, bei denen ich das Gefühl hatte, dass die Professur zu mir, und die Stadt zu meiner Familie und mir passt. Wir mussten uns dann zwischen drei Alternativen entscheiden, und Tübingen hat uns besonders überzeugt, vor allem aus drei Gründen. Zum ersten zeichnet sich der Fachbereich durch viele exzellente Kolleginnen und Kollegen aus. Zweitens waren die Gespräche mit dem Dekanat ausgesprochen vertrauensvoll und entspannt, gleichzeitig aber sehr zielorientiert und effizient. Und drittens haben wir das Gefühl, dass die Stadt und die Region gut zu uns als Familie und auch zu den beruflichen Perspektiven meiner Frau passt. Aus diesen Gründen ist uns dann die Entscheidungen für Tübingen sehr leicht gefallen.

WiWi-Fakultät

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16 b. Was zeichnet Ihre Lehre besonders aus? Ich denke, dass ich einen relativ hohen Anspruch an die Leistungen der Studierenden habe, gleichzeitig denke ich, dass ich ihnen mit großem Respekt gegenübertrete. Das bedeutet auch, dass es mir wichtig ist, dass Studierende Fragen stellen und auf meine Fragen antworten, dass also die Lehre auch im Rahmen von Vorlesungen zumindest ein gutes Stück interaktiv ist. Insgesamt liegt meine eigene Studentenzeit noch nicht all zu lange zurück, sodass mir die Gedanken von Studierenden noch sehr vertraut sind. c. Was wollen Sie den Studierenden vermitteln? Ich möchte Studierende zu kritischen und kompetenten Entscheidungsträgern machen. Ich möchte, dass sie Informationen nicht unkritisch übernehmen, sondern genau hinterfragen, wie sie entstanden sind. Ich möchte, dass Studierende lernen, welche Prozesse in den Köpfen von Konsumenten stattfinden, wie man dieses erfassen und empirisch modellieren kann, und wie man daraus nachhaltig gute Entscheidungen für Unternehmen ableiten kann. Und ich möchte den Studierenden möglichst viel von dem Spaß und der Leidenschaft weitergeben, die ich mit diesen Fragen verbinde!

4. Tübingen a. Wie gefällt Ihnen Tübingen? Noch habe ich nicht sehr viel gesehen, aber bisher sehr gut! Der Berg auf dem Weg vom Büro nach Hause macht mir aber noch ein wenig zu schaffen... b. Wo findet man Sie in Ihrer Freizeit? Geordnet nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens: (1) Am Wickeltisch, mit Bauklötzen auf dem Wohnzimmerteppich und in der Küche (2) Abends mit einem Buch in der Hand (... und einem Glas Wein) auf dem Sofa (3) Auf einem Segelboot

D ie I nterviews führte T eresa F iolka


Ein Jahr an der SOAS in London Ab auf die Insel! “By seeing London, I have seen as much of life as the world can show” – dieses Zitat des britischen Autors Samuel Johnson ist zwar schon über 200 Jahre alt, aber immer noch zutreffend! Nicht viele Tübinger WiWis zieht es für ein Auslandsjahr oder –semester auf „die Insel“ – abgeschreckt durch fehlende Kooperationspartner. Aber entgegen allen Gerüchten ist es gar nicht so schwer, ein paar Monate an einer englischen, schottischen oder irischen Universität zu verbringen! Fast alle Unis bieten ein sogenanntes Study Abroad Programm an, auf welches man sich einfach bewerben kann. Um die Studiengebühren zu finanzieren bietet sich ein Stipendium des DAAD an. Auch lohnt sich ein Blick nach Schottland oder Irland – hier gibt es oft Sonderkonditionen für EU-Studenten! Ich konnte mir einen Traum erfüllen und zehn Monate in einer der spannendsten Metropolen Europas verbringen! Und um erst einmal ein weiteres hartnäckiges Gerückt aus der Welt zu räumen: in London regnet es nicht andauernd! Irrtum! Es regnet viel zu wenig - und der Londoner Winter ist viel wärmer als der Tübinger! Trotzdem – der Sommer ist in Kalifornien wohl doch noch etwas sonniger und so wird es wohl niemanden wegen des Wetters nach London ziehen. Eher schon wegen der einzigartigen Atmosphäre. Egal, ob man sich durch die überfüllten Straßen kämpft, in den riesigen grünen Parks entspannt oder in einem der vielen gemütlichen Pubs ein Pint genießt – überall

trifft man offene, nette Leute aus allen möglichen Ländern, die eines verbindet: London! Diese Internationalität wurde an der Uni, an die es mich verschlagen hatte, noch einmal gesteigert! Die School of Oriental and African Studies, kurz „SOAS“ genannt, gehört wie 19 andere Unis zum Dachverband der University of London. Und, wie ihr Name schon sagt, ihr Schwerpunkt liegt bei allem, was mit dem Nahen oder Fernen Osten und Afrika zu tun hat. Exotische Sprachen wie z.B. Bengali werden ebenso auf hohem Niveau angeboten wie Arabisch, Chinesisch oder Hindi. Für Tübinger IVWLer besonders interessant: Regionen spezifische VWL Kurse wie z.B. „Economics of the Middle East“. Auch wer sich für Development Economics interessiert, ist an der SOAS richtig. Sie gilt in England als eine der führenden Unis auf diesem Gebiet. Im Allgemeinen kann man sagen, dass ein VWL Studium an der SOAS ein ziemliches Kontrastprogramm zur Tübinger VWL ist: generell eher etwas weiter links gerichtet, wird man eher auf Marx als auf Real Business Cycles treffen. Auch Mathematik sucht man meistens vergeblich – der Schwerpunkt liegt auf Diskussionen und

Auslandsberichte

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18 Abschließen kann ich nur noch sagen: ein Jahr auf der Insel lohnt sich in jedem Fall! Und wer in einer pulsierenden, internationalen aber trotzdem immer sympathischen Metropole studieren möchte, der ist in London total richtig. Und allen Tübinger Wiwis, die ein nah- oder fernöstliche Sprache lernen und mal in eine andere Richtung der VWL reinschnuppern möchten, denen kann ich die SOAS nur ans Herz legen. dem Lesen und Verfassen von wissenschaftlichen Artikeln. Das große Lesepensum hat mich am Ende schon den Tübinger Ansatz und Optimierungsprobleme vermissen lassen – aber der Vorteil dabei liegt eindeutig darin, dass man auch gut in einem der tollen individuellen Coffee Shops lesen kann ;) (in London muss wirklich niemand auf Starbucks zurückgreifen). Doch neben des Studiums hat die SOAS noch viel mehr zu bieten: wie schon erwähnt, ist es eine sehr internationale Uni mit fast 40% Ausländeranteil und Studenten aus 160 verschiedenen Ländern! Diese Vielfalt spiegelt sich auch dementsprechend in den tollen Angeboten, den societies wieder. Von der „Beer society“ über die „Muslim and Christian Dialog society“ bis hin zur „Yoga society“ - jeder findet etwas spannendes und somit auch schnell Kontakte über die anderen Study-Abroad und Erasmus Studenten hinaus. Mir bot sich unter anderem die Möglichkeit, im Rahmen eines Mikrofinanzprojekts nach Ghana zu reisen!

Um zum Schluss nochmal Samuel Johnson zu zitieren: „When a man is tired of London, he is tired of life; for there is in London all that life can afford.

V on T anja W ettingfeld


Das Pr端fungsamt informiert

Durchfallquoten

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Tatsachen aus dem Leben eines Erstis

Ich bin ein Ersti. Ich gebe es zu. Diese zwei Sätze sind oft die letzten zwei bei WG-Besichtigungen. Nach solchen Erlebnissen fragt sich wohl jeder Ersti, was ihn zum Fünftklässler der Universität macht. Mit der Zeit fängt er jedoch an, seine Wahrnehmung zu schärfen und die seltsamen Eigenschaften, die man während des ersten Semesters an den Tag legt, selbstkritisch zu hinterfragen. Was macht eigentlich den Ersti aus? Eine (besonders für ältere Semester verstörende) Eigenart des Erstis ist, dass er jede Vorlesung besucht und pünktlich um S.T. nicht C.T. in der Vorlesung sitzt. Generell erkennt man den Studienanfänger leicht: Er sitzt in den ersten Wochen immer in den Veranstaltungen, lernt für ältere Studenten nicht nachvollziehbar schon in der “Bib” oder versucht so viele Hochschulgruppen wie möglich zu besuchen.

Was lernt der Ersti zu Beginn seiner Studienkarriere? Noch vor Beginn seines Studiums lernt der Ersti eine ganz neue Gemeinschaft kennen. Es beginnt mit den internationalen Erfahrungen, die jeder, der zum Beispiel aus NRW einwandert, einmal machen muss. Welcher Kölner kennt schon den Unterschied zwischen Baden und Schwaben. Gleichzeitig belächeln die süddeutschen PISA-Sieger die Immigranten, wenn sie zu hören bekommen: “Ne du, Mathe hatte ich nicht im Abitur!” Die kulturellen Unterschiede verblassen jedoch schnell beim gemütlichen, gemeinsamen Kennenlernen und verschwinden im Kuckuck zur Gänze; die Feierlust des Erstis kennt kein Epizentrum.


21 Wie motiviert ist der Ersti? Der Ersti kennt grundsätzlich zwei Motivationsstufen. Eine vor und eine zu Beginn des Studiums. Viele, gute Vorsätze, die nach dem Motto "In der Schule hat es ja auch immer so geklappt, aber in der Uni fange ich dann mal richtig an" gefasst wurden, werden nun Schritt für Schritt aufgegeben. Den Ruf als eifriger Lernhamster und erfahrener Bulimielerner verdankt der Ersti hingegen hauptsächlich den Kommillitonen, die für ihr Abitur nur acht Jahre Zeit hatten (Dies sind in der Regel dieselben, die sich früh zu Bibliotheks-Lerngruppen zusammenfinden).

worden. Es wird ihm bewusst, dass die beste, ereignisreichste Zeit des Lebens begonnen hat. Auch wenn die neugewonnene Unabhängigkeit mit einem Mehr an Arbeit und Selbstdisziplin verbunden ist, schaut er bereits voller Vorfreude dem zweiten Semester entgegen, um dann ein Zweiti zu werden.

V on T orben R iese und T homas T ichelbäcker

Wofür ist der Ersti dankbar? Zur Weihnachtszeit geht auch der Ersti in sich und überlegt sich, wofür er in seinem Studium dankbar ist; und dort, wo er es nie erwartet hätte, fällt ihm Positives auf. Gerade an kalten Wintertagen sorgen seine zahlreichen Mit-Erstis für eine angenehme Wärme im Hörsaal. Was kennt der Ersti so nicht von der Schulbank? Nach den ersten Vorlesungen reibt sich der Ersti erst einmal verwundert die Augen. Mit dem Nachbarn reden, abschalten, schlafen: Alles ist möglich. Leider auch, dass man von der Stunde, die man schlafend in der Vorlesung verbracht hat, nichts mitbekommen hat. In solchen Situation fasst sich der Ersti ein Herz und holt auf, was das Zeug hält. Zusammenfassend ist der Ersti froh darüber, zu studieren. Neue Freunde mit ähnlichen Interessen sind schnell gefunden

Studentenleben


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Einmal ins Mittelalter und wieder zurück

Das hier vorgestellte Reiseziel ist zwar nicht ganz mit unserem Semesterticket zu erreichen, sondern stößt an die Grenze des überteuerten Netzes des Verkehrsverbunds Stuttgart, aber mit Metropol-Gruppenticket oder ein bisschen Zuzahlung ist es trotzdem möglich, innerhalb von 45 Minuten Zugfahrt von Tübingen zurück ins Mittelalter zu gelangen. Kommen ausnahmsweise einmal alle Züge fahrplanmäßig an und zerstört kein Winterchaos den Traum von einem gemütlichen Nachmittag außerhalb von Tübingen, bietet sich ein Ausflug in die ehemalige freie Reichstadt Esslingen besonders in den Wintermonaten immer an. Von Ende November bis kurz vor Weihnachten lockt der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in der wunderschönen Esslinger Altstadt Jahr für Jahr rund eine Millionen Besucher aus aller Herren Länder an – es empfiehlt sich daher, die Zeitreise eher unter der Woche anzutreten, um nicht in den Massen von Besuchern am Wochenende komplett unterzugehen. Vom Esslinger Bahnhof aus erreicht man entweder per Shuttlebus oder per 5-minütigen Fußmarsch am alten Stadtmauerturm

vorbei und über den Wehrneckarkanal zunächst den „normalen“ Teil des Esslinger Weihnachtsmarktes. Auf diesem sollte man besser noch nicht den verlockenden Gerüchen von Süßigkeitenständen nachgeben, denn die eigentliche Attraktion – der mittelalterliche Part des Marktes beginnt erst in einigen hundert Metern. Beginnend mit einem Stadttor aus Holz taucht man ein in die Welt des Mittelalters – umrandet von alten Fachwerkhäusern haben hunderte von authentisch gekleideten Händlern ihre Holzstände und Stoffzelte aufgebaut und locken mit mittelalterlichen Suppen, orientalischen Speisen und Gewürzen, gebackenen Apfeltalern, Met, himmlischer heißer Schokolade, Schmuck und Kleidung oder Kunstwerken. Mein persönlicher Favorit sind die leider Jahr für Jahr teurer werdenden Falafeln und der Hanfdöner! Am besten auch öfters unauffällig bei den orientalischen Süßigkeiten vorbeilaufen – irgendwann bekommt man etwas geschenkt ;) Überall verbreiten kleine Feuerstellen Wärme (und sorgen nebenbei für einen nicht ganz so schönen Geruch in Haar und Kleidung…), herumziehende Gaukler und laut schreiende Marktfrauen sorgen für mittelalterliche Atmosphäre. Fallen auch


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noch ein paar Schneeflocken, ist die Vorweihnachtsstimmung perfekt. Spiel und Spaß dürfen auf einem Markt natürlich auch nicht fehlen. Wer beim Mäuseroulette auf das richtige Häuschen setzt, kann sich mit etwas Glück ein paar „Silbertaler“ dazu verdienen, Zielgenauigkeit und sportliches Können ist im Zwergenland beim Bogenschießen oder Eierwerfen gefragt. Und wer die 50kg noch nicht überschritten hat, darf sich auch noch im handbetriebenen Riesenrad in die Lüfte schwingen lassen.

Badewanne bei einer entspannende Massage das Treiben auf dem Platz betrachtet werden. Reservierung ist allerdings nötig! Für den Abschluss zieht es den ortskundigen Esslinger zum Stand der Esslinger Weingärtner hinter das alte Rathaus. Bis zum Marktende um halb neun lässt es sich dort gemütlich einen Glühwein nach dem anderen schlürfen – dann kann von innen aufgewärmt die Heimreise angetreten oder (wenn man schon mal da ist) nach Stuttgart zum Feiern weiter gezogen werden!

Das ganz große Wellness-Vergnügen kann im mittelalterlichen Bade-Zuber auf dem Hafenmarkt genossen werden – von einem erhöhtem Podest kann wunderbar dekadent aus der wohlig warmen

Studentenleben

V on A nne B eck


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Wir w端nschen uns mit den Exzellenz-Geldern...


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Miscellaneous cartoons

„Jeder, der lebend auf der anderen Seite der Höhle ankommt, bekommt einen Platz in Französisch UNICERT II“

„Bevor Sie den Notausgang blockieren, nutzen Sie die Trapeze in der ersten Reihe. Hier ist alles frei!“

V on B enedikt W iegel

K arikaturen


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Praktika - Der erste Schritt in den Beruf oder unnötiger Semesterferienkiller? Eine nicht ganz ernst gemeinte Gegenüberstellung. Pro: Unnötige Gegenüberstellung. Natürlich sind Praktika eminent wichtig und sollten Teil des Studiums sein, insbesondere für angehende Wirtschaftswissenschaftler! Ein Großteil der Studenten wird nach dem Studium einen Beruf in der freien Wirtschaft ausüben. Eindeutig stellt man sich doch in ein viel besseres Licht bei einer späteren Bewerbung, wenn man bereits ungefähr weiß, was auf einen zukommt. Im besten Fall konnte man bereits fachspezifische Kenntnisse erlangen und wird somit umso wertvoller für einen zukünftigen Arbeitgeber. Nicht nur das: egal was für eine Erfahrung im Praktikum gemacht wurde, nimmt man doch eine von zwei Erkenntnissen auf jeden Fall mit: Entweder der Bereich oder das Unternehmen, in dem man gearbeitet hat ist das geilste, was man je erlebt hat (oder so ähnlich zumindest) oder man weiß, dass man dieses Unternehmen/diesen Bereich für die spätere Berufswahl auf jeden Fall ausschließen kann. Win- Win Situation oder? Überhaupt stehen einem doch mittlerweile alle Türen offen und es gibt eine riesige Auswahl an Praktika. Bock herauszufinden, wie es ist, für eine Brauerei zu arbeiten? Kein Ding, auch Radeberger und Co. bieten Praktika an. Positiver Nebeneffekt sind dabei natürlich auch die Vergünstigungen, die man teilweise auf die Produkte des Unternehmens bekommt. Mittlerweile gibt es auch kaum noch

unbezahlte Praktika, was bedeutet, dass man dafür auch noch bezahlt wird. Auch der Zeitrahmen ist meist flexibel: Von vier Wochen bis sechs oder sogar zwölf Monaten werden Praktika angeboten. Nachfragen bei den Unternehmen lohnt sich hierbei immer. Das bedeutet, dass man sogar nicht einmal zwangsweise ein Urlaubssemester einlegen muss, sondern auch in den Semesterferien in Unternehmen oder potenziell interessante Tätigkeiten reinschnuppern kann. Stellt man sich gut an, kann auch eine weitergehende Tätigkeit als Werkstudent und somit eine gute Geldquelle während des weiteren Studiums winken. Übrigens: In dieser Zeit gibt es wohl kein Wochenende, an dem man nicht einfach mal entspannen oder ohne Gewissensbisse 2 Nächte völlig abgehen kann, weil einem Seminararbeiten oder ähnliches im Hinterkopf stecken. Absolut vernichtendes Fazit! Praktika sind nicht nur für die berufliche Entwicklung absolut fördernd und wichtig, sondern machen aufgrund der positiven Nebeneffekte auch noch Spaß und bringen persönliche Weiterentwicklung. P.s.: Du denkst mittwochs Top10 ist geil? Check eine richtige after-work party aus; auch wer bereits im Berufsleben steckt, kann ordentlich feiern (ebenfalls zu lernen, wenn man ein Praktikum macht :))


27 Contra: Die Zeit während dem Studium ist kostbar. Wir müssen ggf. arbeiten bis wir 70 sind! Geht man davon aus, dass der durchschnittliche WiWi Bachelorabsolvent nach G8 jetzt 22 Jahre alt ist, sind das 48 Jahre, die man arbeiten muss. Warum es also eilig haben und schon während dem Studium und am schlimmsten in den Semesterferien, in denen wir unser Leben genießen und Lebenserfahrung sammeln sollten, schon ins Berufsleben eintauchen? Zumal die Arbeit als Praktikant so gut wie immer nicht der Arbeit entspricht, die man als „vollwertiger“ Mitarbeiter im Unternehmen leisten würde. Vorausgegangen sind wahrscheinlich ein Bewerbungsmarathon und ermüdend viele Bewerbungsgespräche, in denen man sich teilweise für bestimmte Noten, manchmal sogar noch vom Abi rechtfertigen musste. Hat man die Praktikumsstelle dann, weiß man meist noch gar nicht was man eigentlich machen wird. Häufig wissen das nicht einmal die Betreuer. Das macht ein Praktikum oft zu einem Glücksspiel. Sicher, die Zeiten in denen Praktikanten nur Kaffee gekocht haben sind vorbei, aber das heißt noch lange nicht, dass man als Praktikant verantwortungsvolle Aufgaben bekommt. In Zeiten in denen man alle Informationen auswerten und speichern kann, ist der Praktikant eigentlich fast immer der Datensekretär. Excel, Excel und noch mehr Excel könnte die Stellenbeschreibung häufig heißen. In dieser Zeit hättet ihr Snowboard/Wakeboard fahren gehen können, eine neue Sprache lernen, einfach die Zeit für euch und eure persönliche Ziele und Vorstellungen nutzen können. Überhaupt, wisst ihr wie früh man teilweise raus muss zur Arbeit? Allein das länger schlafen gibt

doch schon den Ausschlag für freie Semesterferien. Und After-Work Partys? Also wirklich, eine Party, an der die meisten Leute nur über ihre Arbeit reden, 2 alkoholfreie Becks oder Fritz Kola trinken (um sich selber zu zeigen, dass man immer noch hip ist) und um 23Uhr nach Hause gehen, weil morgen ein ganz wichtiges Meeting ist, lässt sich doch wohl nicht mit einer gelungenen Mittwochabend Eskalation vergleichen. Sicher macht sich ein Praktikum gut auf dem Lebenslauf und öffnet einem vielleicht das eine oder andere Türchen später, aber zahlreiche Umfragen zeigen, dass Personalern Persönlichkeit der Bewerber am wichtigsten ist. Sobald man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird, werden die Karten doch sowieso wieder neu gemischt. Dort überzeugen sicher nicht die Leute, die ihre Freizeit damit verbracht haben, so viele Praktika wie möglich zu machen und selber überhaupt keine Möglichkeit hatten, sich zu entwickeln. Im Bewerbungsgespräch und auch im späteren sozialen Berufsumfeld werden diejenigen die Gewinner sein, die auch mal entspannt reagieren können und einfach Dinge zu erzählen und berichten haben. P.s.: Habt ihr schon einmal probiert, einen Termin auszumachen, während ihr im Praktikum seid? Keine Zeit fürs Ausmachen und noch viel weniger Zeit, um tatsächlich hinzugehen. Ihr wollt das schon als Student? Überlegt es euch gut.

Beruf&Karriere

V on I sabelle D ubke und C hris S cheutzow


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Vom Hörsaal zum Mandanten Lisa Maria Schütz (LMS) und Daniela Kalkbrenner (DK) haben Ende 2010 ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Tübingen abgeschlossen. Seit zwei Jahren arbeiten sie nun in der Praxis und möchten der nächsten Generation Wiwis von ihren Erfahrungen berichten. Stellt Euch doch mal vor. Wer seid ihr und was habt ihr studiert? Wir, also Lisa Maria Schütz und Daniela Kalkbrenner, haben zusammen betriebswirtschaftliche Steuerlehre sowie Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, heute Accounting and Finance, vertieft. Wie man herauslesen kann, haben wir noch auf Diplom studiert. Für die allgemeinen Fragen rund um den Bewerbungsprozess und den Berufseinstieg macht das aber keinen großen Unterschied. Wann habt ihr angefangen, euch zu bewerben und wie verlief euer Bewerbungsprozess? DK: Mir war es wichtig zu wissen, wie es nach dem Studium weitergeht. Im November 2010 war mein Abgabetermin für die Diplomarbeit. Darum habe ich mich im August umgeschaut und mich insgesamt bei vier Unternehmen beworben. Zwei Initiativbewerbungen bei mittelständischen Kanzleien haben leider nichts gebracht, weil es dort keine Stellen zu besetzen gab,

aber die anderen beiden Bewerbungen fielen auf fruchtbaren Boden. Ich wurde am nächsten bzw. übernächsten Tag - zum Teil gleich durch den Partner, d.h. Leiter des Teams, - kontaktiert und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Gespräche, bei denen jeweils nur der Partner und ich anwesend waren, waren total unterschiedlich. Im ersten Gespräch wurde von meiner fachlichen Eignung ausgegangen. Es ging in erster Linie um das gegenseitige Kennenlernen, darum, ob ich in das Team passe (durch das ich gleich noch geführt wurde) und ob wir die gleichen Vorstellungen und Zielsetzungen haben. Im anderen Gespräch wurde ich hauptsächlich mit Fachfragen konfrontiert, wobei mir schnell klar wurde, dass unsere Denk- und Arbeitsweisen nicht harmonieren. Mit gutem Gefühl konnte ich daher dem ersten Unternehmen, Ebner Stolz Mönning Bachem, zusagen. Zwei Wochen, nachdem ich die Bewerbung in den Briefkasten eingeworfen hatte, habe ich den unterschriebenen Vertrag zurückgeschickt. So einfach und kurz habe ich mir das Bewerben nicht vorgestellt. LMS: Ich habe einen etwas anderen Weg gewählt. Nach Abgabe der Diplomarbeit habe ich zunächst eine kleine Pause eingelegt und drei Monate in unserem Familienunternehmen - einem kleinen Weingut - mitgearbeitet. Dabei war jedoch von vornherein klar, dass ich nicht gleich nach dem Studium nur dort arbeiten wollte. Danach bin ich über einen privaten Kontakt zu einem Job in einer Unternehmensberatung


29 gekommen. Das Vorstellungsgespräch dort war freundlich, eben geprägt durch den persönlichen Kontakt im Vorfeld. Allerdings hat sich dann schnell herausgestellt, dass sich aufgrund der hohen Arbeitsbelastung verbunden mit fast ausschließlich Hotelaufenthalten, dieser Job nicht mit der weiteren Unterstützung unseres Familienbetriebs, aber auch nicht mit meinen persönlichen Wünschen zur Arbeitsatmosphäre vereinbaren ließ. Ich habe mich daher sehr schnell für einen Wechsel entschlossen. Da Daniela bei Ebner Stolz Mönning Bachem sehr zufrieden war, habe ich sie gebeten, sich dort nach einer interessanten Stelle umzuhören. Sie hat daraufhin den Kontakt zu meinem jetzigen Chef hergestellt, der mich auch kurzfristig zu einem sehr netten Vorstellungsgespräch eingeladen hat. Wie bei Daniela war das Gespräch sehr persönlich und offen. Drei Tage später habe ich den Arbeitsvertrag unterschrieben. Warum habt ihr euch für ein mittelständisches Unternehmen entschieden? Im Studium haben wir immer gelernt, dass grundsätzlich die Ziele des Unternehmers im Mittelpunkt der Beratung stehen. Dieses Ziel wollten wir nicht aus den Augen verlieren. Als mittelständisches Unternehmen berät Ebner Stolz Mönning Bachem auch überwiegend den Mittelstand, der größtenteils von den Unternehmern selbst vertreten wird. Die Beratungsfelder, die sich hierbei auftun, sind vielfältig. Wir arbeiten beide sowohl in der Steuerberatung als auch in der Wirtschaftsprüfung. Dieser dualistische Ansatz ermöglicht es uns, Erfahrungen in beiden Bereichen zu sammeln. An der Uni Tübingen haben wir in beiden Bereichen eine wirklich gute

Ausbildung genossen, auf die wir in der Praxis zurückgreifen können. Daher wäre eine Entscheidung für einen Bereich für uns beim Berufseinstieg eine deutliche Einschränkung gewesen. Außerdem haben wir im Vorstellungsgespräch den Eindruck gewonnen, dass es hier sehr persönlich und bodenständig zugeht, obwohl das Unternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern in Deutschland doch ziemlich groß ist. Dieser Eindruck hat sich in den letzten beiden Jahren bewahrheitet. Als Assistenten nehmen wir auch an verschiedenen Schulungen teil, bei denen wir die Assistenten der anderen Standorte kennen lernen und auch außerhalb der Schulung viel zusammen unternehmen. Was sind eure Aufgaben und wie sieht der typische Arbeitsalltag bei euch aus? DK: Als „Generalist“ erstelle ich Steuererklärungen aller Arten sowie Jahresabschlüsse, beantworte steuerliche Anfragen unserer Mandanten, begleite Betriebsprüfungen und prüfe sowohl Einzelabschlüsse als auch Konzernabschlüsse. Ich lerne

Beruf&Karriere


30 diese ganzen Aufgaben praktisch von der Pike an und arbeite immer mit einem festen Ansprechpartner zusammen. LMS: Ich habe mich auf gemeinnützige Unternehmen spezialisiert. Dabei ergeben sich jedoch teilweise andere Aufgabenstellungen als bei „normalen“ Beratern. Steuererklärungen mache ich eher selten. Mein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Bearbeitung gemeinnützigkeitsrechtlicher Sonderfragen sowie der Prüfung von Non-Profit-Organisationen. Einen ganz „typischen“ Arbeitsalltag gibt es eigentlich gar nicht. Das hängt davon ab, ob wir „auf Prüfung“ sind oder im Büro arbeiten. Zum überwiegenden Teil sind wir aber im Büro. Normalerweise kommen wir zwischen acht und halb neun ins Büro, machen eine Stunde Mittagspause und arbeiten ungefähr bis um halb sechs oder sieben, je nachdem, wie lange wir Lust haben und welche Aufgaben fertig werden müssen. „Ewig“ im Büro sitzen, wird in unseren Teams uns nicht so gerne gesehen. Wenn wir auf Prüfung sind, sind wir beim Mandanten vor Ort und können uns auf diese eine Aufgabe voll und ganz konzentrieren. Dabei lernen wir auch die internen Prozesse des Unternehmens und die Tätigkeit unserer Mandanten besser kennen. War der Berufseinstieg für euch ein Sprung ins kalte Wasser? DK: Der Einstieg ins Berufsleben war am Anfang schon ein bisschen hart, zumal ich davor keine Praxiserfahrung gesammelt habe habe. Zwar haben Lisa und ich an der Uni auch den ganzen Tag an unseren Diplomarbeiten geschrieben, aber es war alles vertraut. Im Unternehmen sieht man sich von vielen netten, aber neuen Kollegen

umgeben. Es gibt jede Menge Computerprogramme, die man kennenlernen und neue Abläufe, an die man sich gewöhnen muss. Da ist der Einstieg am Anfang schon anstrengend. Aber meine Kollegen haben mich eingelernt und unterstützt, sodass ich nie das Gefühl hatte, ich wäre einer Aufgabe nicht gewachsen. Außerdem haben wir aus dem Studium auch viel Wissen mitgebracht, das mir nach wie vor sehr hilft. LMS: Ich habe schon während des Studiums bei mehreren Werkstudententätigkeiten einen gewissen „Berufsalltag“ kennengelernt. Unter anderem hatte ich so auch schon ein Jahr nebenher bei einer Steuerberatungsgesellschaft gearbeitet. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, haben sich im Nachhinein als sehr hilfreich erwiesen. Was ist für euch das Spannende an dem Beruf des Steuerberaters/ Wirtschaftsprüfers? DK: Die Frage sehen viele Leute bestimmt als gelungenen Witz, aber ich muss sagen, dass ich es wirklich spannend finde. Für die Steuerberatung gilt für mich einfach: „Taxes matter“ - wie Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Franz W. Wagner immer sagt. In der Prüfung lernt man viel über die einzelnen Unternehmen. Sicherlich weiß man nach dem Studium, was in einer Bilanz steht. Aber eine Bilanz füllt sich erst dann mit Leben, wenn man versteht, was für Geschäftsvorfälle hinter den einzelnen Werten stecken. Das ist daher wirklich spannend. Jedes Unternehmen tickt anders und steht vor anderen Herausforderungen. Dieses Wissen kann ich dann auch wieder in der Steuerberatung anwenden. Gerade die Abwechslung finde ich toll.


31 LMS: Die Spezialisierung auf gemeinnützige Unternehmen war für mich ein echter Glückstreffer. Ich finde das Gebiet sehr interessant und abwechslungsreich und mag insbesondere den engen Mandantenkontakt. Vor allem auf Prüfung lernt man seine Mandanten und ihre Organisation genau kennen. Auch die Auswirkungen von politischen Entscheidungen und Gesetzesänderungen zu verfolgen und entstehende Gestaltungsspielräume zu nutzen, finde ich spannend. Bachelor oder Master - Wann sollte man in die Praxis wechseln? Vor dieser Frage sind wir, als letzter Diplomjahrgang, nie gestanden, kennen aber viele Kollegen, die nach dem Bachelor bei uns angefangen haben. Aus der Erfahrung können wir sagen, dass sie mit dem Schritt in die Praxis sehr zufrieden sind. Um die weiterführende Ausbildung sicherzustellen, wurde unser internes Schulungssystem angepasst und die „Ebner Stolz Akademie“ ins Leben gerufen. Das Ziel der Akademie ist es, über alle Ausbildungswege und Vertiefungsschwerpunkte hinweg, einen einheitlichen Wissensstand herbeizuführen. Wenn wir persönlich vor der Wahl stehen würden, wäre unsere Entscheidung jedoch ganz klar: Wir würden den Master machen. Uns hat die weitere theoretische Spezialisierung im Hauptstudium, die jetzt zum größten Teil im Master stattfindet, und das Studentenleben äußerst viel Spaß gemacht. Dieses Wissen können wir auch in der Praxis anwenden.

Nein, ich glaube, wir haben da viel richtig gemacht. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre sowie Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung waren dabei vermutlich die wichtigsten und besten Entscheidungen. Insgesamt haben wir da schon eine super Ausbildung erhalten. Wir haben das Studentenleben auch genossen und sehen eigentlich erst rückblickend, dass man da wirklich viele Freiheiten hatte. Man ist einfach sein eigener Chef und wenn man um vier Uhr beschließt, dass man genug getan hat, geht man einfach eine Runde Kaffeetrinken. Das geht heute leider nicht mehr so einfach. Andererseits bietet das Berufsleben, neben dem monatlichen Zahlungseingang, auch andere Vorteile. Wir haben viele junge Kollegen, mit denen wir nicht nur gut zusammenarbeiten, sondern auch außerhalb des Büros viel unternehmen. Die Aufgabengebiete sind vielfältig und wir haben viel fachlichen Freiraum, in dem wir eigene Ideen entwickeln und umsetzen können. Dabei sind die geringen Hierarchiestufen von Vorteil. Wir haben feste Ansprechpartner, die uns unterstützen und auch unser verantwortlicher Partner hat immer ein offenes Ohr. Die Entscheidung für Ebner Stolz Mönning Bachem war für uns beide der richtige Schritt, den wir jederzeit wiederholen würden.

Gibt es rückblickend auf das Studium und den Berufseinstieg etwas, was ihr anders machen würdet?

Beruf&Karriere

von D aniela K alkbrenner und L isa M aria S chütz


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Tübinger Studenten gründen Unternehmen Trockene Theorien, mangelnde Praxisnähe - das sind die übliche Klagen, die man in den Hörsäalen von vielen WiWis zu hören bekommt. Einige Tübinger Studenten haben dem ein Ende gesetzt, in dem sie selber aktiv wurden: Warum nicht in der realen Wirtschaftswelt ausprobieren, was in mancher Vorlesung nur theoretisch und in vereinfachten Modellen berechnet wird? Das dachten sich „WALLACE und FORTUNA“ und ME.NS.EVents, deren Gründer größtenteils bei uns im 3. Semester studieren. Auf den folgenden Seiten erzählen sie uns, wie sie auf die Idee der Unternehmensgründung kamen und welche Hürden ein Jungunternehmen zu überwinden hat.

Start-Up - Und los geht’s! Wir sind vier Studenten aus Tübingen und haben im Juni dieses Jahres unser eigenes Unternehmen, die WALLACE und FORTUNA UG, gegründet.

Die Gründer der WALLACE und FORTUNA UG Zur Entstehung kam es, als Anfang diesen Jahres sich einer von uns Anfang diesen Jahres einem jungen Programmierer bei der Gründerwoche in Stuttgart seine App-Idee vorgestellt hatte. Der junge Programmierer hat diese Idee sofort verworfen. Daraufhin entstand jedoch eine Diskussion mit dem Ergebnis, dass Beide beide zusammen den T-Shirt-Markt mit

innovativen Ideen und genialen aufgedruckten Gesten revolutionieren wollten. Dazu ist es dann auch gekommen. Die restlichen Zwei sind dann miteingestiegenmit und wir begannen mit der Gründung. Vor der Gründung muss sich jeder Gründer über ein paar Fragen klar werden. Welche Rechtsform passt zur


33 Geschäftsführung? An welcher Stelle wende ich mich zuerst, um zu gründen? Und noch viele mehr. Wir haben uns für die Unternehmergesellschaft (UG) entschieden, um nicht mit unserem gesamten Privatvermögen zu haften. Der erste Schritt bei der Gründung ist das Aufsuchen eines Notars, bei dem die Gründung notariell schwarz auf weiß beglaubigt werden muss. Was bei uns zum echten Problem wurde, da der erste Notar nicht wusste, was eine UG ist, der zweite der Überzeugung war, dass UGs maximal drei Gesellschafter umfassen dürfen und der dritte wollte keine UG beglaubigen – zu ungewöhnlich. Zum Glück haben wir uns davon nicht abhalten lassen. Jetzt haben wir ein eigenes, wunderbares Unternehmen. WALLACE und FORTUNA T-Shirts befriedigen das Verlangen nach einem rundum tollen T-Shirt. Wir überlegen uns ein kreatives Motiv, nehmen das qualitativ hochwertigste T-Shirt, lassen dies mit dem europaweit besten Druckverfahren bedrucken und unterstützen damit einen sozialen Verein, Rock your Life!, aus Tübingen. Außerdem sind unsere T-Shirts Fair Trade und aus reinster Bio-Baumwolle hergestellt. Und fertig ist ein WALLACE und FORTUNA T-Shirt.

von

T-Shirt aus der ersten Kollektion „Gesten der Macht“. Für Frauen und Männer im Online-Shop www.wallacefortuna.de

B enjamin W alser und T eam

Beruf&Karriere


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Start-Up - Von einer spontanen Idee zum Unternehmen Manchmal taucht die Idee zu Ggründen direkt vor einem auf, so wie in unserem Fall. Wir, das sind zwei EcoBa Studenten im 3. Semester die eigentlich "nur" eine Party zum Semesteranfang veranstalten wollten. Die Party wurde ein voller Erfolg und wir standen vor der Frage: Was nun? Schon während während der Planung & und vor allem während der Party selbst reifte in uns der Entschluss, dass dies nicht die letzte Veranstaltung sein sollte. Die logische Konsequenz - unsere eigene kleine Eventagentur. Also ab zur Gründungsberatung der Universität, zur IHK, sowie zum Finanzamt. Nach einigen, mal mehr, mal weniger, aufschlussreichen Beratungsgesprächen kamen wir schlussendlich zu dem Entschluss eine GbR ins Leben zu rufen. Der Gründungsprozess selbst ging dank tatkräftiger Hilfe von Finanz- und Gewerbeamt innerhalb weniger Tage von statten - ME.NS. Events war geboren. Wer sich nun selbst vom Ergebnis überzeugen will kann dies auf unserer Facebookseite (www.facebook.de/me.ns. events2012) bzw. am 10.1.2013 im Club27 tun. von

M arkus E berhard und N ico S chatz


Das Rezept zur Lösung der Euro-Schuldenkrise Blechen und bürgen oder brechen und würgen ? Status: Raffiniert Zubereitungszeit: fraglich Für die Basis: Zu Beginn nehme man 131. 957 km² Griechenland (welches nie die Kriterien für den Eintritt in die Euro-Zone erfüllt hat). Sobald Griechenland hochverschuldet ist und ihm der Staatsbankrott droht, nehme man das erste Rettungspaket und lasse 73 Mrd. Euro nach Griechenland fließen. Anschließend nehme man das zweite Rettungspaket in Höhe von 164,4 Mrd. und schütte es über Griechenland aus. Darüber hinaus, entlaste man das Land mit Hilfe eines Schuldenschnittes (107. Mrd.). In diesem Fall, muss man es auch nicht zu genau nehmen mit dem Haushaltsrecht, das besagt, dass einem Land, dem die Schulden erst kürzlich erlassen wurden, keine neuen Kredite zugestanden werden dürfen. Für die Füllung: Das Gourmet-Köche-Team der Euro-Finanzminister hat für die Füllung des Defizits ein exquisites Hilfspaket erstellt. In vier simplen Schritten soll Griechenland entlastet werden. Man will Griechenland eigene Anleihen unter Wert, in Höhe von 10 Milliarden Euro mit Krediten der ESFF von privaten

Investoren zurückkaufen lassen. Dadurch soll es Griechenland gelingen, seine Nettoschulden um 25 Milliarden und die Schuldenquote um 11% zu senken. Die Notenbankgewinne, die aus griechischen Staatsanleihen hervorgehen, sollen von der EZB über die jeweiligen nationalen Zentralbanken an die Regierungen fließen. Die Gelder werden auf ein Sperrkonto überwiesen, um damit die Schulden Griechenlands zu tilgen. Um dem Ganzen noch die ausgefallenwürzige Geschmacksnote zu verleihen, werden die Zinsen auf die bereits vergebenen Kredite von den Euro-Staaten um einen Prozentpunkt gesenkt. Laufzeiten von Krediten und Darlehen werden um 15 Jahre verlängert. Zur Verzierung: Als kleine Überraschung haben sich die Euro-Finanzminister weitere Maßnahmen überlegt. Darunter weitere Zinssenkungen und Gelder aus den EU-Strukturfonds. Man nennt es auch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Fraglich ist, ob sich all die Mühen als lohnenswert erweisen werden. Nach Ansicht der Bundesregierung ist eine Stabilisierung Griechenlands von Nöten, um andere

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36 Euro-Partner - die sich ebenfalls in der Krise befinden - nicht zu gefährden. Doch scheint die Frage nach der Belastung für die deutschen Steuerzahler nicht geklärt zu sein. Ob das vierteilige Menü des neuen Hilfspaketes ihnen munden wird, sei dahin gestellt. Auch das Ausmaß dieser neuen Beschlüsse durch die EuroFinanzminister ist noch nicht in vollen Zügen abzusehen. Und so erwarten wir voller Spannung die Kritiken zu dem von den Finanzministern vorgelegten 4 **** Plan.

V on M ichaela S chweigert


Jeder kann die Krise lösen Ein Krisenkommentar Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Euro-Krise, Griechenland-Krise. Ich kann es nicht mehr hören. „Die Krise“ bestimmt überall in Europa die alltäglichen Schlagzeilen. Es scheint als wüsste niemand welcher Weg eingeschlagen werden müsste, um „die Krise“ zu bewältigen. Dabei gibt es einige plausible und ernstzunehmende Ansätze zur Bewältigung der herrschenden Problematik, die vor allem den fiskalischen und wirtschaftlichen Bereich betrifft.

Doch das verlangt auch niemand. Das grundlegende Problem ist, dass es seit nunmehr fast vier Jahren heißt, man müsse „auf Sicht“ fahren, man müsse Berichte, Ergebnisse und Prognosen abwarten.

Immer wieder liest man von Griechenlands möglichem Austritt aus der Eurozone, einem Schuldenschnitt für notleidende Länder, temporären Austritten einiger Länder aus der Währungsunion bis hin zu einer Fiskalunion mit weitreichenden Kompetenzen für die EU oder sogar dem Scheitern des Euros. Lösungsansätze und –vorschläge sind also in nahezu unerschöpflichem Maße vorhanden. Doch diese „radikalen“ Maßnahmen werden von den Entscheidungsträgern höchstens zögerlich in Betracht gezogen.

Nein. Ich denke, dass das eigentliche Problem ein tieferliegenderes ist. Die Politik ist sich einfach nicht sicher, wie viel Europa den Europäern wert ist und sie weiß nicht, wie viel die Bürger letztendlich bereit sind, in dieses Projekt zu investieren. Aufgrund dieser Unsicherheit gibt es die Verschleierungstaktik der politischen Klasse, die nach jedem Hilfspaket, nach jedem Krisengipfel, nach jeder Debatte versucht, dem Bürger die wahren Kosten der Krise vorzuenthalten. Diese Wahlkampfspielchen gefährden die Zukunft Europas und verhindern jeden Ansatz einer nachhaltigen Lösung der europäischen Krisensituation.

Woran liegt es, dass sie sich nicht trauen, ein Zukunftskonzept für Europa zu präsentieren? Ansätze und Optionen gibt es genug. Nahezu jeder Wirtschaftswissenschaftler mit Rang und Namen hat mittlerweile Stellung bezogen. Ideen gibt es sowohl für mehr Nationalstaatlichkeit als auch für mehr EU. Natürlich gibt es nicht den einen Weg, der alle Probleme lösen wird. Natürlich gibt es keinen Weg, der nicht mit Anstrengungen verbunden ist und natürlich gibt es auch keinen Weg, den alle glücklich mitgehen werden.

Die Bürger werden vertröstet. Niemand traut sich die Problematik offen und ehrlich anzugehen. Liegt es daran, dass die politisch Verantwortlichen nicht wissen, wie sie die Krise lösen könnten?

Es fehlt ein klares Bekenntnis der europäischen Bürger zur EU und zur Einheit Europas. Es fehlt ein klares Bekenntnis zu den Kosten der Solidarität und zu der Abgabe von Souveränität nach Brüssel und Strasbourg. Es fehlt ein klares Bekenntnis dazu, dass Europa ein Projekt ist, für das es sich zu kämpfen lohnt. Wer gedacht hat, die europäische Integration habe nur positive Seiten und ginge nur einher mit unbegrenztem wirtschaftlichem Wachstum, politischer Stabilität, Frieden, einer großen Freihandelszone und einer historisch

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38 einmaligen Reisefreiheit, der befand sich zwar in guter Gesellschaft und gehörte keiner Minderheit an, heute wissen wir jedoch, dass es nichtsdestotrotz ein Irrglaube war. Sicherlich gibt es auch viel berechtigte Kritik an der EU; ich möchte nichts schönreden. Es gibt große Aufgaben, denen man sich stellen muss und es gibt noch Spielraum nach oben, was die Effizienz und Organisation der europäischen Institutionen angeht. Vergessen sollte man allerdings gerade in Deutschland nicht, dass die gute wirtschaftliche Lage der BRD zu einem großen Anteil der europäischen Integration und dem Zusammenwachsen der Nationen zu verdanken ist.

Europa befindet sich an einem Scheideweg. Nun stellt sich die Frage ob wir den bisher gegangenen Weg weitergehen und die anfänglich begangenen Fehler korrigieren oder ob wir umkehren und zurückgehen zum alten System der Nationalstaaten. Diese Frage kann kein Krisengipfel und auch keine Troika beantworten. Diese Frage muss jeder europäische Bürger für sich selbst beantworten. Anschließend entscheidet die Mehrheit wie Europas Zukunft aussieht. Das ist Demokratie. Das ist Europa. Ich bin für Europa.

K arikatur von B enedikt W iegel

V on J onas B ecker


Klimawandel für die Wirtschaft Christian Felbers „Gemeinwohl-Ökonomie“ Von einer Systemkrise ist immer wieder die Rede, wenn über aktuelle wirtschaftliche Verwerfungen diskutiert wird. In einer neuen Serie haben wir im letzten WZW begonnen, Ökonomen und Denker vorzustellen, die ein anderes, aus ihrer Sicht besser funktionierendes Wirtschaftssystem vorschlagen. Dass Veränderungen nötig sind, scheint Konsens zu sein – die grundsätzlichen Überlegungen mancher Andersdenkender können helfen, unser Wirtschaftssystem umzugestalten. Im letzten Heft eröffnete der Geldtheoretiker Silvio Gesell die Serie. „Theoretiker“ ist hier in jedem Fall der richtige Begriff, den Gesells Ideen sind Grundlage für eine Wirtschaftsordnung, die auf einem komplett anderen Finanzsystem basieren und es deshalb vielen schwer fällt, sich eine Implementierung in der Realität in naher Zukunft vorzustellen. Christian Felber, der in dieser Ausgabe die Serie fortführt, orientiert sich mehr am bestehenden System und versucht seine Systemkritik in anwendbare Alternativen umzuwandeln. Der studierte Romanist wurde am 9.Dezember 1972 in Salzburg geboren und ist vor allem als Mitgründer von attac Österreich, als Autor und Mitherausgeber mehrerer gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Bücher und als einer der Entwickler der Theorie der GemeinwohlÖkonomie bekannt geworden. Seine bisher wohl wichtigste Publikation ist das zu letzerer Theorie zugehörige Buch „Die Gemeinwohlökonomie – Das Wirtschaftsmodell der Zukunft“, das 2010 erschienen ist. Das Werk fasst die Ideen der Gemeinwohl-Ökonomie-Initiative zusammen,

welche sich als „Alternative zu den realsozialistischen Irrwegen und zum Kapitalismus, der uns in die Krise geführt hat“1 versteht. Am bestehenden System wird in erster Linie eines bemängelt: die Anreizstruktur, die in unserer Wirtschaft momentan vorherrscht und in völligem Gegensatz zu den Werten steht, die wir uns etwa im sozialen Miteinander wünschen. Konkurrenz, Gewinnstreben und egoistisches Verhalten sollen zum Erfolg führen oder wie manch ein Neoliberaler es mit Verweis auf Adam Smith gerne formuliert: Wenn sich jeder selbst der nächste ist, gedeihen Wirtschaft und Wohlstand und es geht uns allen am besten! Die aktuelle wirtschaftliche und soziale Lage deutet für Felber jedoch nicht darauf hin, dass mit diesem Denken Wohlstand für alle zu erreichen ist und hingegen Margaret Thathers altbekanntem Dogma sind sich die Unterstützer und Christian Felber sicher: There is always an alternative. 2 Neue Werte müssten unser wirtschaftliches Handeln bestimmen um Finanzkrise, Klimawandel und Arbeitslosigkeit

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zu überwinden. In Felber’s GemeinwohlÖkonomie sollen Verhaltensweisen gefördert und belohnt werden, die auch unsere zwischenmenschlichen und ökologischen Beziehungen bestimmen. Kooperation, Solidarität und Vertrauen anstelle von Ellenbogenmentalität und Eigensinn. Wie seit dem ersten Semester Wirtschaftswissenschaften bekannt sein sollte, hängt die Frage nach dem Erfolg beispielsweise einer Unternehmung, aber auch eines ganzen Wirtschaftssystems, immer davon ab, was als Nutzen definiert wurde und welche Indikatoren herangezogen werden, um festzustellen, ob dieser optimiert wurde. Felber wünscht sich, dass für die wirtschaftliche Erfolgsmessung nicht mehr ausschließlich monetäre Werte wie Bruttoinlandsprodukt oder Bilanzgewinn herangezogen werden, sondern auch Nutzwerte als Grundlage der Beurteilung dienen (welche etwa die Vorteilhaftigkeit der Unternehmung für die Gemeinschaft beschreiben oder angeben, inwiefern diese zur Befriedigung der Grundbedürfnisse beiträgt). Gemeinwohlbilanzen sollen in Zukunft aufzeigen, ob ein Unternehmen optimal wirtschaftet. „Die Finanzbilanz wird zur Mittelbilanz, Finanzgewinn wird zum Zweck und zum Mittel und dient dazu, den neuen Unternehmenszweck (Beitrag zum allgemeinen Wohl) zu erreichen.“3

Unternehmen, die laut ihrer Gemeinwohlbilanz erfolgreich arbeiten, erfahren steuerliche Begünstigungen. Dadurch soll ein neues Anreizsystem geschaffen werden, welches unsere Wirtschaft solidarischer gestalten würde – so könnten laut den Initiatoren der Gemeinwohl-Ökonomie-Initiative auch endlich unsere wirtschaftlichen Beziehungen mit den, in den westlichen Demokratien vorherrschenden, Werten und geltenden Verfassungen in Übereinstimmung gebracht werden. Ebenfalls Teil der Ziele der GemeinwohlÖkonomie sind die Demokratisierung der Unternehmenswelt und die Miteinbeziehung von ökologischen Faktoren, die Förderung von Unternehmenskooperationen zur optimalen Know-how-Ausschöpfung, genauso wie Vorschläge zur Umstrukturierung der Banken- und Finanzwelt. Die genaue Beschreibung würde den vorstellenden Charakter dieses Artikels überschreiten – ist aber im Detail in Felbers Buch oder auf der Homepage der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung www.gemeinwohl-oekonomie.org nachlesbar. Mittlerweile hat die Initiative über 4000 Unterstützer, davon etwa 903 Unternehmen, 62 PolitkerInnen und 160 Organisationen, gefunden und 60 Pionierunternehmen beginnen, ihre Bilanzen im Sinne der Gemeinwohlbilanz zu erstellen.


41 Regionale Gruppen bemühen sich, die Vorschläge weiterzuentwickeln, Vorträge zu organisieren und die Gedanken weiterzuverbreiten - auch in Tübingen gibt es ein sogenanntes „regionales Energiefeld“. Christian Felbers Ideen finden Gehör und immer mehr Menschen beziehungsweise Firmen beginnen, die Vorschläge in der Praxis zu testen. Die Gemeinwohlökonomie lädt zum Mitgestalten ein – und möchte ein erster Schritt für einen Klimawandel in der Wirtschaft sein.

Literaturverweise: 1 Felber, Christian (2010): GemeinwohlÖkonomie, Das Wirtschaftsmodell der Zukunft, Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2010, Cover 2 Felber, Christian (2010): Gemeinwohl-Ökonomie, Das Wirtschaftsmodell der Zukunft, Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2010, S. 7 3 Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie (2012): http://www.gemeinwohl-oekonomie. org/uber-uns/inhalte/ Wien, aufgerufen im Dezember 2012

V on A nne B eck

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Was studierst du wirklich? Ein nicht ganz ernst gemeinter, auf Stereotypen basierender Psychotest zur Selbstfindung!

Mit welcher Regelmäßigkeit besuchst du die Vorlesungen/Tutorien? (1) Immer. Die Tutorien gerne morgens um 8, wenn es etwas leerer ist. (2) Die drei Tutorien pro Woche kriege ich meistens schon irgendwie unter… (3) Regelmäßig, aber Rewe, Marketing und Co kann man sich auch einfach selbst beibringen! (4) Uii, die kollidieren schon recht häufig mit meinem Schlafrhythmus… Bist du dort vorbereitet? (1) In den Tutorien sitze ich meistens nur noch und hake die richtige Lösung ab. Nach der Vorlesung geht’s dann oft noch mal zum Prof. (2) Klar, Stift und Collegeblock hab ich dabei! (3) Naja, zwischen langer US-Wahlnacht, Parteitagen und der Jauch-Diskussion über Palästina war ziemlich wenig Zeit und der Economist will auch noch gelesen werden. (4) Beim Auskatern denkt es sich eher schlecht. ∫ln x dx= ? (1) x * lnx – x + C (2) 1/x (3) In Politik haben wir neulich diese Theorie behandelt… also ich würde sagen, das ist ganz vom Blickwinkel des Betrachters abhängig. (4) ∫ln x dx … ich geh‘ ne Runde FIFA zocken! Wie heißt unser Arbeitsminister (Altklausuraufgabe WS 11/12 EDA)? (1) Brauchen wir nicht, der freie Markt regelt das ganz von allein. (2) CDU glaub ich, war das nicht Urs van der Stichele? (3) Ich bitte um Genderkorrektheit. Ursula von der Leyen. Braucht ihr noch biographische Daten? (4) Merkel. Kommt wer mit kicken? Kampfschwein oder General? (1) Ich würde mich jetzt nicht so nennen, aber ich bin doch lieber nah am Geschehen dran. (2) Hmm… ich weiß nicht genau. (3) General - immer auf der guten Seite (4) Beim Fussi kann ich schon kämpfen, ich bin jetzt auch Kapitän, zählt das als General? Deine Lieblingsvorlesung ist… (1) Internes Rechnungswesen (2) Marketing - geringster Aufwand! (3) Studium Generale, „Weltethos“ (4) Mensieren


43 Deine Semesterferien… (1) Praktikum bei MLP, Auslandspraktikum mit AISEC, dann hoffentlich McKinsey Consulting. (2) Daheim, ich bin Werkstudent bei Daimler und Mama kocht. (3) Praktikum bei KfW und beim Auswärtigen Amt, dann noch Road-Trip in Indien, ich muss mal wieder meine Mitte finden. (4) Party Hardy auf Malle mit den Jungs! Feiern in Tübingen (1) Wenn’s der Lernplan zulässt: Top10! (2) Montags Tangente, Dienstag CL, Mittwoch Toppes, Donnerstag Clubhaus, Freitag Verbindung, Samstag Stuttgart, Sonntag Namenstrinken beim Tatort (3) WG-Party mit Wein und Mate, wenn die Polizei kommt geht’s weiter in die Altstadt (4) Sportlerparty im blauen Turm Worüber ärgerst du dich am häufigsten? (1) FSZ - zu viele Leute, zu wenig Kurse! (2) FSZ - die Kurse sind immer schon mit IBAlern voll! (3) Die Gelder der Exzellenzinitiative kommen nicht bei den Studierenden an. (4) Hochschulsport - ein Müll dieses Anmeldeverfahren Dein Wecker klingelt unter der Woche um… (1) 6.30Uhr. Hemd bügeln, adrett anziehen und ab zur Uni. (2) Brauch‘ ich nicht, der Hunger weckt mich rechtzeitig gegen Mittag. (3) Um 8:00, aber die Snooze-Taste ist schon sehr verlockend… (4) Rausch ausschlafen muss schon drin sein… Engagierst du dich in einer Hochschulgruppe? (1) Market Team, IBWLopment, AISEC (2) InOne Consult (3) Oikos, Economics-Forum, UN-Hochschulgruppe, Studieren ohne Grenzen, Humanity (4) Hmm, zählt Mensa? Wo lernst du für die Prüfungen? (1) Daheim, ich möchte nicht gestresst werden. (2) Uni-Bib. Da sind immer genug Leute für Kaffee-Pausen. (3) Wiwi-Lounge. Diskutieren ist wichtig. (4) Zu Hause, während der Pro7 News. 100 Leute werden entlassen… (1) Personalkosten werden minimiert - wichtiger Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit! (2) Ich hoffe ich bin nicht mit dabei… (3) Die kaputten Auswüchse unseres Wirtschaftssystems offenbaren sich. Es ist Zeit für eine Systemerneuerung. (4) Ein paar neue Kollegen für den Bolzplatz!

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44 Wo machst du dein Auslandssemester? (1) Südostasien - Networking ist wichtig! (2) Wenn überhaupt: Erasmus. (3) Egal! Hauptsache ein cooles Land und nette, interessante Leute um mich herum. (4) Oooh Auslandssemester… kann man sich da noch irgendwo eintragen? Alle Fragen beantwortet? Dann zähle deine Punkte und finde heraus, zu welcher Studenten-Kohorte du gehörst! (14-23 Pkt.) Du studierst International Business Administration. Dein Tag beginnt um 6.30, Wochenende inklusive. Ein schickes Äußeres benötigt seine Zeit und die Univeranstaltungen müssen vor- und nachbereitet werden. Besonders Rechnungswesen und Personalmanagement sind deine Steckenpferde. In Global Strategy macht dir so schnell niemand etwas vor. Du hast begriffen, dass sich außeruniversitäres Engagement im Lebenslauf immer gut macht und damit der Karrierestart reibungslos gelingen kann, verbringst du deine Abende bei AISEC, IBWLopment oder Market Team! Fürs Feiern sind die Mittwochabende im TOP10 reserviert! Weiter so, dann ist dein Platz in der Chefetage bei McKinsey dir sicher! :*

(24-34)Du studierst Economics and Business Administration. Rot oder Weiß? Ketchup oder Majo? Rotwein oder Weißwein? Entscheidungen sind nicht deine Stärke! Du fährst zweigleisig durchs Studium und hast dabei aber nur einen halb so vollen Stundenplan wie deine Kommilitonen. Versuchst du deine Freizeit mit Sprachkursen des FSZs zu füllen, spürst du die Diskriminierung und fühlst dich als Student zweiter Klasse! Dafür bist du im Tübinger Nachtleben eine Nummer 1 und nimmst von Bars, Clubs, WG- und Verbindungspartys alles mit! Wirtschaftlich breit aufgestellt und mit guten Muttersprachenkenntnissen kannst du dich später für einen etwas spezielleren Masterstudiengang entscheiden.


45 (35-45) Du studierst International Economics. Oft fühlst du dich als etwas Besseres, als das gute Gewissen im Schwarm der karrierefixierten Mitstudierenden. Außeruniversitäres Engagement ist für dich ab und zu wichtiger als der prüfungsrelevante Stoff, dafür nimmst du gern auch ein paar Extrasemester in Kauf. Über die aktuellen Nachrichten musst du immer bis ins Detail informiert sein und diskutierst gern überausführlich mit deinen Mitmenschen, ob sie es hören wollen oder nicht. Nachts findet man dich auf den wildesten WG-Partys bis die Polizei dem Treiben ein Ende bereitet und du Alternativen in der Tübinger Altstadt suchen musst. Hast du einmal zu Ende studiert, träumst du von der großen diplomatischen Bühne und hoffst, die Welt in einer internationalen Institution verbessern zu können. :)

(46-56Pkt)Du „studierst“ wahrscheinlich Sportmanagement. Du verbringst mehr Zeit auf dem Bolzplatz und beim Körperstählen im Fitnessstudio als im Kupferbau. Die Veranstaltungen am Vormittag fallen meistens flach, weil das Bett nach der vergangenen Partyorgie doch nicht so leicht zu verlassen ist. Die Studienordnung meint es hart mit dir und so kannst du dich Semester für Semester über die Anti-Crème-de-la-Crème der Wiwi-Vorlesungen erfreuen. Da managest du doch lieber deine Kumpels aus dem Sportteam! Du bringst etwas Stimmung in den Wiwi-Haufen und was wäre außerdem eine Sportlerparty ohne Sportmanagementstudenten und eine Mathevorlesung ohne Papierflieger aus den letzten Reihen! Sitzt du nach abgeschlossenen „Studium“ erstmal im Managersessel beim FCB ist so manche trockene Rewe-Vorlesung leicht vergessen.

V on J an A hrens und A nne B eck

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Berühmte Tübinger Die Uni Tübingen ist in ihrer mittlerweile über 500jährigen Bestehenszeit Heimat vieler großer Köpfe gewesen. Hölderlin, Hegel, Kepler und Mörike: Wer hier studiert, kann etwas werden! Wir haben tief in den Archiven gegraben um eine Liste mit Vorbildern zu erstellen, in deren Fußstapfen es zu treten gilt. Hier könnt ihr nachlesen, wer alles schon durch die ehrwürdigen Gebäude der alten Aula gestreift ist, wer vielleicht schon einmal im Kupferbau auf deinem Stuhl saß, sich am Mensa Essen erfreut hat oder sein Fahrrad vor dem Clubhaus abgestellt hat. Ab und an können an der Seriosität unserer Quelle eventuell gewisse Zweifel geäußert werden… - „Wir sind Papst“-Benedikt der 16. studierte damals noch unter bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger Theologie, genauso wie sein evangelisches Pendant Margot Käßmann (Ex-EKD-Ratsvorsitzende und anonyme Alkoholikerin) - Heiner Geißler (S21-Streitschlichter) hat bereits während seiner Studienzeit an der juristischen Fakultät die Gemüter seiner Mitmenschen in hitzigen Diskussionen gerne beruhigt - Von Claus Kleber, der mittlerweile all abendlich im Heute Journal zu bewundern ist, konnte sich so mancher Jura-Professoren in puncto Vortragsweise eine Scheibe abschneiden - Kim Jong-un studierte hier Koreanistik, Nebenfach Kernphysik - Günther Öttinger (ehemals Ministerpräsident von Baden-Württemberg, heute Energiekommissar bei der EU) hat sich während seines Jura-Studiums immer für günstiges Bier eingesetzt. Heute findet man das „Ötti“ in jedem Supermarkt-Regal - Unser ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler ist uns auch noch nach Studienabschluss eng verbunden geblieben und mit Sicherheit eines der Aushängeschilder der Wiwi-Fakultät

- Ob Jürgen Stark (ehemals Chefvolkswirt bei der EZB) wohl schon Finance als Schwerpunktmodul belegen konnte? - Klaus Töpfer, ehemals Exekutivdirektor des Umweltprogramms UNEP der Vereinten Nationen, hat es mit seinem grünen Geist zu einer Honorarprofessur in Tübingen gebracht. - Walter Eucken, Vordenker der sozialen Marktwirtschaft und Begründer der Freiburger Schule erhielt seine erste ordentliche Professur an der Universität Tübingen - Alois Alzheimer, der unter anderem in Tübingen Medizin studierte, entdeckte als erster die Demenzerkrankung, die wir heute noch unter seinem Namen kennen - Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki regte sich schon zu Studienzeiten über den „Blödsinn, den wir hier heute Abend [im Fernsehen] zu sehen bekommen“ auf - Ob Kurt Georg Kiesinger schon während seines Geschichte- und Philosophiestudiums ahnte, dass er später als erster Bundeskanzler einer großen Koalition die Notstandsgesetzte einführen würde… - Seine Nachfolgerin Angela Merkel machte währenddessen zu DDR-Zeiten ein Fernstudium an der Uni Tübingen


47 - Barack Obama’s Lieblingsessen während seines Auslandssemesters war der Monsterburger beim Burgermeister - Joseph Ackermann hat Einführung in die Wirtschaftswissenschaften mit 4,0 gerade noch bestanden – danach hat er sich für einen Studienortwechsel entschieden - Umweltminister Altmaier, der erfolgreich eine Schlüsselqualifikation innerhalb des Studium Oecologicums absolviert hat, hält den Rekord mit 15 Pfannkuchen beim AllYou-Can-Eat Dienstag im Hades - Alfred Biolek bekocht einmal pro Monat die Prinz Karl Mensa. - Brüderle hat sich bei einer Verkostung des Tübinger Universitätweins entschieden, sich im kommenden Semester für den Master Allgemeine Rhetorik einzuschreiben - Harry Potter schlottern die Knie beim Gedanken an die Zaubertrankstunden im Keller des Wiwi-Seminars - Berlusconi etablierte als der 1000. Erasmus-Austauschstudent die Bunga-BungaPartys in Tübingen - Westerwelle hat leider keinen Platz mehr für den Englischkurs am FSZ bekommen - David Guetta ist regelmäßig hinter dem DJ-Pult mittwochs im Top10 zu finden. Von

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J an a hrens unD a nne b eck


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Ich wünsche mir... Die Weihnachtszeit ist angebrochen und für mittellose Studenten der Wirtschaftswissenschaften stellt die Wunschliste wie jedes Jahr ein Optimierungsproblem für den Nutzen der Geschenke dar. Euer WZW hat ein paar Ideen, die einen hohen Nutzen versprechen, gesammelt: Buch (Stiglitz): Ihr sucht einen Schmöker, den ihr in den kalten Wintertagen lesen könnt, wollt aber trotzdem kein schlechtes Gewissen haben, euch nicht mit Wirtschaftsthemen auseinanderzusetzen? Wie wäre es mit einem neuen interessanten Buch eines noch interessanteren Wirtschaftsnobelträgers? Joseph Stiglitz untersucht in „Der Preis der Ungleicheit“ die negativen Auswirkungen eines immer größer werdenden Unterschiedes zwischen Arm und Reich. Neue Apps: Wer kennt das nicht? Man sitzt in einer Vorlesung, die sich nach den ersten fünf Minuten als völlig nutzlos entpuppt. Ideal für derartig langweilige Veranstaltungen sind kleine Apps, mit denen man sich gut die Zeit vertreiben kann. Euer WZW hat sich für euch in solche Vorlesungen gesetzt und die erste Wahl fiel auf „Wordfeud“. Eine Art Scrabble-Spiel bei dem ihr euch mit euren Kommilitonen messen könnt! Sprachreise: Spaß und Lernen zu verbinden ist immer ein etwas schwieriger Spagat! Sprachreisen bieten jedoch die perfekte Kombination aus beiden Dingen an. Ihr lernt viele neue Leute und faszinierende Länder, Städte und Kulturen kennen und neben dem Urlaub-Feeling pumpt man sich ganz nebenbei viele neue Vokabeln und grammatikalische Phänomene rein!


49 Spätzlepresse: Kulinarisch ist man im Studentenleben bekannterweise nicht jeden Tag ganz vorne mit dabei. Als Gast in Tübingen und im Schwabenländle warten allerdings so einige leckere Speisen darauf, von euch entdeckt zu werden. Ein wichtiges Utensil kann in diesem Zusammenhang die „Spätzlepresse“ sein. Auch für kleine Geldbeutel wird so der Traum von selbstgemachten Kässpätzle Wirklichkeit.

Rad-Generalüberholung: Für den täglichen Radler durch Tübingens Straßen leider ein „Must-Have“! Laut Statistiken überlebt hier kaum ein Fahrrad länger als ein Semester im Anfangszustand. Oft kann man mit rechtzeitigen geringem Zeit- und Geldaufwand seinem Rad viel Gutes tun und größeren Schäden vorbeugen. Perfekter Zeitpunkt hierfür natürlich gegen Ende des Winters!

Funzee: Wer in den kalten Dezemberund Januarnächten nicht frieren will aber gleichzeitig dem Modetrend folgen möchte für den ist ein Funzee das perfekte Geschenk. Nicht nur bei Pyjama-Partys ist man der Star des Abends, auch beim gemütlichen Filmgucken und Sofakuscheln schlagen die modischen Strampler jede Konkurrenz.

V on J an A hrens und A nne B eck

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Wort zum WiWI Nr. 63  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftswissenschaften an der Universität Tübingen im Wintersemester 12/13

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