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Kullen Mßller Zinser Rechtsanwälte Wirtschaftsprßfer Steuerberater Consultants

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$PXQGVHQVWUD‰H6LQGHOÂżQJHQ Tel. 07031 / 863-9, Fax 07031 / 863-899 Internet www.kullen-mueller-zinser.de E-Mail info@kullen-mueller-zinser.de


AL EDITORILiebe Wiwis,

was es eigentlich braucht, um Kunst, Kultur und Sport nach freier Bestimmung zu genießen. Des Weiteren informieren wir Euch über unsere neue Großfakultät und die durch die Zusammenlegung eingetroffenen Änderungen im Fachbereich Wiwi. Ihr erfahrt außerdem, wie es ein Jahr nach der Kupferbaubesetzung um den Bildungsstreik steht. Ausführlich berichten jetzige und ehemalige Tübinger Studenten von ihren Erfahrungen im Ausland, sei es aus China, den USA oder Frankreich. In diesem Zusammenhang stellen wir – anknüpfend an die letzte Ausgabe – nun sechs Masterprogramme im In- und Ausland vor. Wie immer dreht sich aber natürlich nicht alles nur um das Studium. Deshalb haben wir für Euch Buchempfehlungen von vier Professoren unseres Fachbereichs zusammengestellt. Unser $XVÀXJVWLSSEULQJW(XFKGHUV‰HQ9HUIKUXQJ etwas näher und lässt sich in der kalten Jahreszeit auch mit dem Bus gut erreichen.

Es ist wieder Dezember. Deutschland versinkt im Chaos des ersten Schnees des Jahres, für Autofahrer ein Alptraum, für alle anderen ein wahres Wintermärchen. Abgesehen vom Stress des Weihnachtsshoppings ist es für viele eine der schönsten Zeiten des Jahres. Im Radio hören wir, dass Großstädte ihre Bahnstationen auch nachts öffnen, um Obdachlosen Unterschlupf zu gewähren und in den Schulen packt man Päckchen für Kinder in der Dritten Welt. Doch dann fragen wir uns, wenn doch für alle gesorgt ist, warum dann aufgrund des Wintereinbruchs noch Menschen erfrieren. Und wir erinnern uns daran, wie viele Kinder in unserem Land ohne Geschenke bleiben werden, weil das Geld gerade für das Essen am Heiligabend reicht. In diesem Sinne sollten wir, auch wenn wir mit unserer Tasse Glühwein über den Weihnachtsmarkt schlendern, nicht vergessen, dass es auch 2011 noch viele Dinge gibt, an denen wir arbeiten können – im Kleinen und im Gro- Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen, Rätßen. seln und Naschen! In dieser Ausgabe des „Wort zum Wiwi“ stellen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins wir Euch mit einem Augenzwinkern die Wirkung Jahr 2011! von typischen Stereotypen und Vorurteilen unter den Wiwis vor und führen Euch vor Augen,

Eure Redaktion

IMPRESSUM HERAUSGEBER FREIE FACHSCHAFT WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN MOHLSTRASSE 36 72074 TÜBINGEN Tel.: 07071/29-74656 V.i.S.d.P. TERESA FIOLKA REDAKTION TERESA FIOLKA, JANE DREYER, PIA KRAMER, AMADEUS MÜLLER

AUFLAGE 1.000 EXEMPLARE ERSCHEINUNGSDATUM 15. DEZEMBER 2010 INTERESSE AN EINER ANZEIGE? DANN SCHREIBEN SIE UNS EINE E-MAIL! WWW.FFW.UNI-TUEBINGEN.DE WZWMAIL@GMX.DE

LAYOUT TERESA FIOLKA

SPRECHSTUNDE DIENSTAG 10-14 UHR, MONTAG + DONNERSTAG 10-12 UHR, DIENSTAG + FREITAG 12-14 UHR

AUSLANDSKORRESPONDENTEN SEBASTIAN GRAF, MARCO KLAPPER

SITZUNG MONTAG, 20 UHR

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TĂźbinger IT- und Internetunternehmen sucht

WiWi-Absolventen (m/w) / Werkstudenten (m/w) fĂźr die Bereiche

Finanzen / Controlling, Personal und Recht Wer sind wir? FDUHRQ LVW DOV ,7'LHQVWOHLVWHU LP H+HDOWK0DUNW LQWHUQDWLRQDO WlWLJ XQG ELHWHW LQWHUQHW XQG VRIWZDUHEDVLHUWH /|VXQJHQ IÂ U GDV LQGLYLGXHOOH *HVXQGKHLWVPDQDJHPHQW DQ .XQGHQ VLQG .UDQNHQYHUVLFKHUXQJHQ,QVWLWXWLRQHQGHV*HVXQGKHLWswesens und Endkonsumenten.

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Bewerbungen per Email an Frau Annette Ziller, Personalabteilung Tel. 07071 920570, ziller@careon.de Infos zum Unternehmen unter www.careon.de


FACHSCHAFTSTHEMEN SEMESTERBERICHT ERSTI EINFÜHRUNG ERSTI HÜTTE WIWI IMPULS

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STUDIEREN AN WISOWI-FAKULTÄT DURCHFALLQUOTEN FAKULTÄTSZUSAMMENLEGUNG EIN JAHR NACH DER KUPFERBAUBESETZUNG AUSLANDSBERICHTE MASTERPROGRAMME

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LEBEN IN TÜBINGEN WARUM GIBT ES BÖRSEN? BUCHEMPFEHLUNGEN HARTZ IV VS. STUDENT STEREOTYPEN PSYCHOTEST UNTERWEGS MIT DEM SEMESTERTICKET RÄTSEL WIRR WARR NACHRUF

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Da auf Grund des vorherrschenden Aquaplanings die Sportplätze bedingungslos gesperrt waren, wäre maximal eine Schlammschlacht mÜglich gewesen, welche später vielmehr bei GHU *UHPLHQELOGXQJ XQG .RQVHQV¿QGXQJ LP Rahmen der Fakultätsneugliederung stattfand ‌

„Tempora mutantur nos et mutamur in illis.“ In Anlehnung an Ovids Lebensweisheit wurde zu diesem Wintersemester im Rahmen Abandoned places, I guess we know the der Umstrukturierung auf Universitätsebene score ‌ ebenfalls die bis dato autarke WiWi-Fakultät in den neuen WiSo-Verbund eingegliedert. Während in Europa fĂźr die Rettung unserer V GOLFKHQ 0LWJOLHGVWDDWHQ GHUHQ ÂżQDQ]LHOOH Passend zum Abschluss der alten ZeitMisere durch den selbstlosen Einsatz angerechnung wurden zwei Diplomer der alten sehener Finanzinstitute erst ermĂśglicht wurSchule letztmalig mit tosendem Beifall als de, Milliardenpakete nach der Maxime „tarnen Semesterkoordinatoren gekĂźrt. Nach einem und täuschen“ geschnĂźrt wurden, befand sich erlebnisreichen Fachschaftswochenende, FuĂ&#x;ball-Deutschland abermals im Freudenvon frischem Elan beseelt, gingen sie toptaumel ob der sportlichen Darbietungen von motiviert ins Sommersemester 2010. Die Jogis Rasselbande in Afrika. Selbstredend zeitnahe Organisation verschiedener Festwurde in bester Tradition auch seitens der lichkeiten, welche traditionellerweise neben Fachschaft in Verbindung mit dem alljährlidem Vorlesungszyklus fĂźr ansprechendes chen WiWi-Grillfest am 23. Juni 2010 passend Entertainment sorgen sollten, stand an. zum richtungsweisenden Spiel „Deutschland - Ghana“ eine WM-LiveĂźbertragung auf der 0\PDNHXSPD\EHĂ€DNLQJEXWP\VPLOH ELRWRSYHUGlFKWLJHQ *U QĂ€lFKH KLQWHU GHP PrĂźfungsamt veranstaltet. still stays on ‌ Zunächst waren fĂźr den frĂźhen Mai die schon euphorisch erwarteten WiWilympics angesetzt, bei denen in Zukunft auch eine Teilnahme der weiteren, zur neuen WiSoGroĂ&#x;fakultät gehĂśrigen Fachrichtungen angedacht werden kĂśnnte. Trotz des hohen persĂśnlichen Einsatzes unseres Organisationsteams machte ihnen das Wetter einen klassischen Strich durch die Rechnung.

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Die Veranstaltung gestaltete sich als voller Erfolg und wird fßr alle als unvergessenes Event in Erinnerung bleiben: Neben der feinkostverdächtigen VerkÜstigung durch erlesenes Grillgut und hopfenhaltige Kaltgetränke war es in diesem Jahr insbesondere das hochwertige technische Equipment, das rundum zu ßberzeugen wusste. Die demzufolge bis in die frßhen Morgenstunden ausufernden


semesterrûckblick Feierlichkeiten der mehreren tausend Fußballbegeisterten führten dazu, dass sich zum eiQHQGLHEHUHLWVHUZlKQWH*UQÀlFKHLQHLQHP äußerst bemitleidenswerten Zustand befand und zum anderen nur mit großem Einsatz der %HVFKZHUGHÀXWVHLWHQVGHU1DFKEDUQ(LQKDOW geboten werden konnte. So oder so ähnlich VDKHV]XPLQGHVWELVNXU]YRU$QS¿IIDXVZLU geloben Besserung für die Zukunft.

Bachelorjahrgang, der noch vollständig von Diplomern sozialisiert worden war, verlässt langsam aber sicher die Fachschaft, um dank gewonnener fundierten und praxisbezogenen Erkenntnissen zu neuen Masterufern in der ganzen weiten Welt (vgl. Berichte in dieser Ausgabe) aufzubrechen. Die sukzessive Übertragung von Aufgaben, Ämtern und Verantwortung, welche die beiden Semesterkoordinatoren doch partiell vermissen ließen, auf die zarten Schultern der nachrückenden Another heartache, another failed romance Boxenludergeneration scheint gelungen zu … sein, auf dass die Herausforderungen der Zukunft ebenso erfolgreich gemeistert werden. Als vollen Erfolg hingegen lässt sich die semesterbeschließende Stocherkahnfahrt an- Outside the dawn is breaking … sehen, welche in gemütlicher Atmosphäre die OHW]WH)DFKVFKDIWVVLW]XQJ]X:DVVHUVWDWW¿Q- Wie bereits erwähnt, neigt sich unsere Zeit den ließ. In bester Tradition längst vergesse- hier an der Universität Tübingen dem Ende zu ner Fabelwesen kam auch Nessie und tauch- - das Berufsleben wartet auf uns. Deshalb bete plötzlich aus den Fluten des Neckars auf… danken wir uns beide von ganzem Herzen für die wunderbaren fünf Jahre in der Fachschaft, für die fröhlichen und schönen gemeinsamen Zeiten und Erlebnisse.

… the show must go on !!!

Whatever happens, I’ll leave it all to chance … Wolfgang Madlinger und Jan M. Munz, Nun steht der lange vorausgesehene Generationenumbruch endgültig an. Nicht nur die Semesterkoordinatoren des SoSe 2010 letzten Diplomer, sondern auch der erste

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Zum ersten Mal studieren ??? und keinen Plan... Erinnert ihr Euch auch noch an diesen ganz speziellen Moment, als ihr das erste Mal in den Raum E03 im WiWi-Seminar in der MohlstraĂ&#x;e zum Info-CafĂŠ kamt, nachdem ihr erst einmal vergeblich eine halbe Stunde herumgeirrt ward? Dieser Moment, in dem man durch die TĂźr schreitet und realisiert, dass man jetzt ganz alleine ist ? Allein in einer neuen Stadt? Noch keine Freunde? Keinen Plan, wo welches Gebäude ist, der nächste Laden, eine Bank..? Zum GlĂźck sitzt in diesem Raum um einen herum noch ein Haufen anderer Ahnungsloser, die genau in der gleichen Situation sind, wie man selbst. Erst einmal die Frage: Neben wen setze ich mich? Hat man nun einen ansprechenden Sitzpartner gefunden, stellt man sich im Smalltalk-Stil die wichtigsten Fragen, die einen noch die ersten zwei Wochen weiterbegleiten werden: Wie heiĂ&#x;t du? Woher kommst du? Was studierst du? Vor allem bei den I‘s: Welche Sprachen hast du? Danach beginnt eine Hand voll ‚roter‘ Fachschaftler mit dem Info-CafĂŠ. Nach zwei Stunden Ăźberlebenswichtigen Infos und dem Beantworten aller verzweifelten Ersti-Fragen JHKWÂľVDXFKJOHLFKZHLWHU3Ă€LFKWWHUPLQI UDOOH der Irish-Pub! Dort setzt man sich dann an einen Tisch und knĂźpft Kontakte, die einem

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die erste Woche erleichtern werden - man ist endlich nicht mehr alleine! NatĂźrlich ist das nicht alles, die Fachschaft hat noch mehr mit uns vor! Bei der Kneipentour am folgenden Donnerstag wird die ganze Bagage noch einmal wild durchgemischt, bevor man in Kleingruppen die Kneipenlandschaft TĂźbingens unsicher macht. Nach drei Kneipen und diversen (un-)lustigen Kennenlernspielen hat die ganze Truppe es doch tatsächlich geschafft, das sonst so leere „Little Italy“ bis in die späten Morgenstunden zu rocken. Das hat vor uns anscheinend noch keiner hinbekommen! Wer es am nächsten Tag trotz Schlafmangel und Kater doch geschafft hat, sich zum Stadtspiel zu schleppen, wurde mit geistreichen und wirklich witzigen Spielen zurĂźck ins Leben gerufen. Begeistert waren viele vom „Appel und ‚n Ei“-Spiel, bei dem man durch Tauschgeschäfte soviel wie mĂśglich aus dem Anfangswert herausholen soll (siehe Maximalprinzip). Die Gewinner, die unter anderem einen riesigen KĂźrbis erwirtschaften konnten, wurden in der darauffolgenden Woche bei der nächsten Veranstaltung – der Ersti-Party im Blauen Turm – gekrĂśnt. Wer dort nicht aufgetaucht ist, hat legendäre Momente wie den Absturz der Discokugel (immer noch nicht aufgeklärt) und eine gelungene Partynacht verpasst, in der neue Freund- und auch Liebschaften gegrĂźndet wurden! Die ersten Wochen verliefen vorlesungsmä-


ersti-einfûhrung HLQPDO GLH DOOJHPHLQH 9HU]ZHLÀXQJ EUHLW macht. Diese legt sich inzwischen (zumindest teilweise) dank der Übungsgruppen. ...Und ganz, ganz langsam und fast unbemerkt schlittert man in das Studentenleben hinein. Doch dank der zahlreichen Ersti-Veranstaltungen war dieser Prozess gar nicht so holprig und wir konnten uns alle recht schnell in Tübingen und in unser Studium eingewöhnen. ßig recht zaghaft, dafür umso feierlastiger. Selten hatte man so viel Spaß beim Wegge- Danke!!! hen und neue Leute kennenlernen. Erst langsam beginnt der Unialltag mit den Pia Kramer und Alexandra Bussler ersten Vorlesungen, nach denen sich erst

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Stromausfall? Neein! Ein paar weitere Fachschaftler waren dazugekommen - die Ăœberraschung war gelungen!

Zu fortgeschrittener Stunde wurde beim Tischtennisspielen und Kickern der sportliche 35 Erstis und 10 Fachschaftler starteten gut (KUJHL] JHZHFNW $X‰HUGHP ]HLJWHQ :ROÂż und Tholi ihr Talent an Klavier und Gitarre. Schnell gesellten sich Viele dazu und sangen kräftig mit. Die Stimmung war bis in die frĂźhen Morgenstunden spitze! Freitag, 22.10.2010: Los geht‘s!

gelaunt in Richtung Ersti-Hßtte. Nach einer 6WXQGH NDPHQ DOOH LP VFK|QHQ 2EHULÀLQJHQ EHL6FKRSÀRFKDQ1DMDIDVWDOOHHLQ$XWR fehlte. Die Insassen hatten sich in das falsche 6FKRSÀRFK DXI GLH VFKZlELVFKH $OE DXIJHmacht. Doch mit Hilfe freundlicher Passanten kehrten auch sie, zwar 3 Stunden später, aber immerhin pßnktlich zum Pizzaessen, ein. Der Rest hatte die Zeit mit lustigen Kennenlernspielen verbracht. Nach der Stärkung wurde bei Pantomime auch die letzte Schßchternheit abgelegt und die Weichen fßr einen feuchtfrÜhlichen Abend waren somit gestellt. Es wurde gespielt und gelacht, bis plÜtzlich das Licht ausging.

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Am nächsten Morgen wurden die Langschläfer regelrecht aus dem Bett getrommelt und es stand ein vorzĂźgliches KaterfrĂźhstĂźck mit RĂźhrei parat. Im Anschluss starteten wir mit AufwachSpielen in einen Spaziergang durch den idyllischen Schwarzwald. Nach dem Mittagessen verbrachten einige einen gemĂźtlichen Nachmittag auf der HĂźtte, während andere in das Panoramabad nach Freudenstadt fuhren. Dort wurde vom Kneippbecken Ăźber die Feuergrotte bis zur Riesenrutsche alles ausprobiert und machte einen WahnsinnsspaĂ&#x;! FĂźr die erschĂśpften Heimkehrer stand das


ersti-hûtte Essen schon so gut wie auf dem Tisch. Kurz darauf kochten die Emotionen beim Geschlechter-Cliché-Kampf wieder hoch! Jetzt wissen die Jungs endlich, was den perfekten Schwiegersohn ausmacht und die Mädels, was für Männer wirklich an erster Stelle steht.

Früh morgens, nach bekanntem Frühstückstrommeln und neuen Aufwach-Spielen brachen wir erschöpft, aber glücklich zu einer problemlosen Heimfahrt auf.

Für uns kaum verwöhnte Erstis stellten Glühwein und Vielen Dank, liebe Fachschaft, für ein ganz Pudding dann ein besonderes Wochenende! kulinarisches Highlight dar. Bei den folgenden Spielen Jessica Ferklaß und Felicitas von Bredow waren wir deshalb mit umso mehr Elan dabei. Tief in der Nacht brachte Hoang mit seiner Gitarre und seinem Gesang nicht nur die Frauenherzen zum Schmelzen. Wir können nur sagen: „When we hear your voice there’s not a thing that we would change, `cause you’re amazing!“

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wiwi-impuls

Wiwi-Impuls fĂźr Thomas Bonenberger Nach mittlerweile drei Jahren kann man bei der Verleihung des WiWi-Impulses schon fast von einer Tradition sprechen, welche auch in diesem Sommer fortgefĂźhrt wurde. Der WiWi-Impuls soll herausragende Leistungen von Fakultätsmitgliedern – ab dem kommenden Jahr dann von Fachbereichsmitgliedern – wĂźrdigen. Die Vorschläge fĂźr den WiWi-Impuls stammen von der Studierendenschaft, aus welchen die Fachschaft dann den Preisträger auswählt. Nachdem im vergangenen Jahr Prof. Herbst fĂźr ihre innovativen Lehrkonzepte geehrt worden war, ging der Preis in diesem Jahr an Herrn Thomas Bonenberger fĂźr sein Engagement als „Change Manager“ im Rahmen der Zusammenlegung unserer Fakultät mit der Fakultät fĂźr Sozial- und Verhaltenswissenschaften. Ausschlaggebend war vor allem die vorbildliche Einbeziehung aller universitären Gruppen in den vielschichtigen Prozess. Der bisherige reibungslose Verlauf des Zusammenschlusses bestätigt diese Wahl auch jetzt noch. Neben dem WiWI-Impuls wurden im Rahmen des Grillfestes auch die Lehrpreise fĂźr besonders gute Lehrveranstaltungen vergeben. Damit soll besonders gute Lehre honoriert werden, da fĂźr die Exzellenz einer universitären Ausbildung nicht nur die Forschung, sondern gerade auch die Lehre maĂ&#x;geblich ist. Die Lehrpreise werden auf Grundlage der in MHGHP6HPHVWHUVWDWWÂżQGHQGHQ(YDOXDWLRQHQ vergeben. Nach Ausschluss besonders kleiner Lehrveranstaltungen (Stichwort: sample bias) wurden die Gewinner durch den Durchschnitt der Noten fĂźr den Dozenten und fĂźr die 9HUDQVWDOWXQJHUPLWWHOWLQGHU.DWHJRULHĂ„6WXGHQWLVFKHU7XWRU³ÀRVVQXUGLH1RWHI UGHQ

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Tutor ein. In der Kategorie „Veranstaltung Master“ konnte Frau Prof. Herbst ihren Preis aus dem Vorjahr mit der Veranstaltung GruppengĂźtermarketing verteidigen, in der Kategorie „Veranstaltung Bachelor“ erhielt in diesem Jahr Prof. Goerke die Auszeichnung fĂźr seine Vorlesung Soziale Sicherung. Der Preis fĂźr die beste Ăœbung (wissenschaftlicher Mitarbeiter) ging an Martin Jacob, während der Preis fĂźr das beste Tutorium (Student) an Alexander Zerrahn fĂźr seine Ăœbung in Mathematische Methoden ging. 'LH)UHLH)DFKVFKDIW:L:LJUDWXOLHUWDOOHQ *HZLQQHUQVHKUKHU]OLFKXQGIUHXWVLFKGDUDXIDXFKLPQlFKVWHQ-DKUZLHGHUEHVRQGHUVJXWH/HKUHDXV]HLFKQHQ]XG UIHQ Jan M. Munz


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Sommersemester 2010 +DXSWWHUPLQ-XOL Klausur

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Nun

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Alles über die Fakultätsneugliederung

Ist es euch aufgefallen? Jetzt ist es soweit: Seit diesem Semester sind wir nicht mehr eine eigene Fakultät, sondern der „Fachbereich Wirtschaftswissenschaften“ innerhalb der neuen Großfakultät „Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“. Was ist passiert? In diesem Semester sind die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, sowie die für Sozial- und Verhaltenswissenschaften fusioniert. Dieser Zusammenschluss war Teil des Vorhabens, aus 14 Fakultäten sieben zu machen. Dies hat auch funktioniert und nun sind auch wir WiWis Teil einer Großfakultät. :DVEHGHXWHWGDVIUPLFK" In diesem Semester ändert sich für uns Studenten auf den ersten Blick zunächst nicht viel. Die Phase des „Beschnupperns“ hat begonnen und alle Beteiligten gewöhnen sich erst einmal aneinander. Dies gilt vor allem für die Verwaltung, die sich umstrukturiert, um die HUKRIIWH(I¿]LHQ]VWHLJHUXQJ HLQZLFKWLJHV=LHO der Umstrukturierung) zu ermöglichen. Für die Zukunft ist allerdings noch viel geplant: Eine neue, gemeinsame Promotionsordnung wurde schon auf den Weg gebracht und auch eine Graduiertenakademie ist vorgesehen. Im Augenblick ist die Bildung eines zentralen Prüfungsamtes für die ganze Fakultät im Fokus und steht kurz vor der Umsetzung. Schritt für Schritt werden die anderen Fächer in unser WiWi-Prüfungsamt integriert, welches

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dann später in die Hausserstraße 11 umziehen könnte. Aber keine Sorge! Die Qualität des Prüfungsamtes soll nicht unter dem Ausbau leiden und dafür setzen wir uns auch mit allen Mitteln ein. Wir möchten nämlich nicht, dass es wie bei manch anderem Institut bis zu zwei Jahre dauert, bis die Klausurnoten in Campus eingetragen sind. Um unseren Standard zu halten und nebenbei andere Institute in diese Strukturen zu integrieren, gibt es aber noch viel zu tun. Dafür ist das Engagement aller Institute, die Mithilfe des Rektors und nicht zuletzt der Einsatz von uns Studierenden entscheidend. :DVPDFKWGLH)DFKVFKDIW" Die Fachschaft hat sich von Anfang an am Prozess der Neugliederung beteiligt. Während des letzten Jahres haben wir WiWis uns mit den Studierendenvertretern der anderen Fächer zusammengetan und einen gemeinsamen Arbeitskreis gegründet. Dabei wurde die Frage, wie man in Zukunft zusammen arbeiten möchte, erörtert, aber auch schon aktiv in den laufenden Prozess eingegriffen, um Probleme, die auf Studierende zukommen könnten anzusprechen und zu klären. Auf dem gemeinsamen Grillfest im letzten Semester konnten einige Vorurteile abgebaut und Klischees widerlegt werden.


fakultätsneugliederung Seit diesem Semester arbeiten alle studentischen Vertreter der sechs Fächer im Fakultätsrat zusammen und sprechen sich untereinander ab. WiWi-Fachschaftler sind auch in der Studienkommission und im Fachbereichsrat vertreten und setzen sich in Berufungskommissionen für die studentischen Interessen ein.

Aus unserer Sicht hat die Fakultätsneugliederung bisher gut funktioniert und wir werden uns dafür einsetzen, dass der Prozess auch in Zukunft ohne Probleme für die Studenten ablaufen wird! Tanja Wettingfeld und Thomas Arnold

Kupferbaubes e

tzung - Ein Ja

„Völlige Überlastung der Studiengänge, soziale Ungleichheit im Bildungssystem, chroniVFKH8QWHU¿QDQ]LHUXQJGHU8QLYHUVLWlWHQXQG die durch die Umstellung auf Bachelor und Master entstandenen strukturellen Probleme haben das Fass nun auch in Tübingen zum Überlaufen gebracht.“ – So die Pressemitteilung der Studierenden nach der Besetzung des – uns allen wohlbekannten – Hörsaals 25 im Kupferbau. Am 5. November 2009 beschlossen 300 Studierende in einer Vollversammlung diese Hörsaalbesetzung, welche eine der ersten in Deutschland war. Zuvor gab es schon Besetzungen zahlreicher Hörsäle österreichischer Universitäten - es sollten noch mehrere hundert Universitäten weltweit folgen. Die Besetzung ist nun über ein Jahr her und der Bildungsstreik hat seit dem nicht wieder zu der Stärke des Jahres 2009 gefunden. Doch was bleibt ein Jahr danach? Was hat der Protest bewegt und was wollte er eigentlich bewegen? Kann bei dieser, an Beteiligten und Forderungen sehr heterogenen, Bewegung ein großes

hr danach...

Ganzes, ein gemeinsames Ziel ausgemacht werden? Betrachten wir doch, um das ganze etwas greifbarer zu machen und die Bewegung besser erfassen zu können, das Drama in fünf Akten: Erster Akt: Dass es eine Bologna-Reform und Probleme mit ihrer Umsetzung gibt, ist durch die Proteste nachhaltig im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert worden. Allerdings verknüpft sich damit gerade eine der großen Tragödien des Protestes, da er fast ausschließlich auf den Protest gegen Bologna reduziert wurde. Eine wirklich nennenswerte Reform der Reform blieb bis heute aus. Zweiter Akt: Seit 1977 gibt es in Baden-Württemberg keine verfasste Studierendenschaft mehr. Das bedeutet, dass der Allgemeine Studierenden Ausschuss (AStA) eine Untergliederung des

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Rektorats und damit weder rechtlich, noch ¿QDQ]LHOO XQDEKlQJLJ LVW -HGHU %HVFKOXVV des AStAs kann nur mit Genehmigung des Rektorats umgesetzt werden. Jeder einzelne Cent, der über den AStA weitergegeben wird, muss einen bürokratischen Umweg über das Rektorat machen. Des Weiteren darf sich der AStA nur musisch, kulturell, sportlich und bedingt sozial betätigen. Zur angemessenen Vertretung der Studierenden wären aber ein politisches Mandat und die Unabhängigkeit vom Rektorat notwendig. Von der Zeit ganz zu schweigen, die durch die Arbeit in diesen unmöglichen Strukturen versickert und die für wahrlich wichtigere Aspekte der Studierendenvertretung eingesetzt werden könnte! Auch hier blieben Politik und Hochschulrektorenkonferenz stur – es hat sich nichts getan. Dritter Akt: Alles Sein ist Schein. Dieser Gedanke steigt beim Betrachten der bildungspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung zwangsOlX¿J DXI 'HQQ HLQPDO PHKU WlXVFKHQ VLH viel Bewegung vor, doch die Auswirkungen sind marginal. Die BAföG Erhöhung von 2% wird von der ,QÀDWLRQVUDWH DXIJHIUHVVHQ XQG ]HLWJOHLFK werden die besten Studierenden mit einem elternunabhängigen Stipendium unterstützt, obwohl gerade sie größtenteils aus besserverdienenden Familien kommen. Man könnte meinen, dieses Geld wäre in den Geldbeuteln anderer Studierender besser aufgehoben. Wirkung des Protests, dessen erklärtes Ziel es war, in der Bildungspolitik von Elitenförderung zu Förderung in der Breite zu kommen, ist gleich Null.

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Vierter Akt: Nachdem es bereits seit der Einführung allgemeiner Studiengebühren massive Proteste gab, war ihre Abschaffung auch eine zentrale Forderung der bundesweiten Hörsaalbesetzungen. Das Ergebnis ist zumindest allen, die keine zwei Geschwister haben, gut bekannt. Elf Bundesländer haben erst gar keine Gebühr eingeführt, oder sie nach teilweise heftigen Protesten der Studierenden wieder abgeschafft. Ganze fünf Bundesländer beharren auf ihrer Position. Darunter, wie könnte es anders sein: Baden-Württemberg. Auch die generell GHVDVWU|VH¿QDQ]LHOOH/DJHGHU+RFKVFKXOHQ KDWVLFKQLFKWJHlQGHUWVREHWUlJWDOOHLQHGHU Sanierungsrückstau an der Uni Tübingen eine halbe Milliarde Euro. Auswirkungen der Hörsaalbesetzungen sind ergo nicht vorhanden, mit der einen Ausnahme, dass (nach eigener Erfahrung) das Dach des HS 25 wieder dicht ist. Gelegentlich kann es ganz gut sein, mit


ein paar Leuten genug Druck auf das Rektorat auszuüben, sodass sie zumindest gezwungen sind, sich einzelne Räumlichkeiten näher anzusehen. Der Schlussakt bringt vielleicht doch noch ein Happy End. Denn es ist dem Protest gelungen, eine breite Öffentlichkeit auf die Probleme an deutschen Hochschulen aufmerksam zu machen, auch wenn die Darstellung in den Medien sehr verzerrt war. Inzwischen sind diese Debatten zwar vom unsäglichen Thilo Sarrazin, dem Euro und Wikileaks verdrängt worden, aber es bleibt die Hoffnung, dass die Aussagen des Protestes ins gesellschaftliche Unbewusste eingedrungen sind und zu gegebener Zeit wieder hervorbrechen. Während der Bildungsproteste des letzten :LQWHUVHPHVWHUV NDP EHUHLWV KlX¿J GHU Vergleich mit `68. So unangemessen dieser Vergleich auch ist, bleibt die Möglichkeit, dass der Protest von 2009 ähnlich wie die 68’er Bewegung zumindest gesellschaftliche Spätfolgen hat.

tik der hegemonialen Leistungs- und Selektionsideologie unserer Zeit, die auch den jüngsten hochschulpolitischen Reformen zu Grunde liegt. Diese Ideologie frei zu legen und über ihren Sinn und Unsinn eine Debatte anzustoßen, ist der gesellschaftliche Mehrwert der Bildungsstreikbewegung. Gerade im Kontext der Proteste gegen Stuttgart 21 und die Atompolitik scheint die Hoffnung berechtigt, dass es zumindest vermehrt zu demokratischen Diskursen auf breiter gesellschaftlicher Basis kommt. Eine Gesellschaft voll von Heinrich Manns Untertanen, die jede Entscheidung begrüßen, da sie ja legal zu Stande kommt, kann keine Alternative sein. Diesem Vermächtnis des Streikes sollten wir uns stellen, zum einen, um ihm gerecht zu werden und zum anderen, weil die Geschichte gezeigt hat (siehe ’68), dass man gesell-

schaftliche Debatten zwar aufschieben, aber selten vermeiden kann. Je weiter man sie aufschiebt, desto extremer werden sie sich möglicherweise später manifestieren. Jan David Bakker

Abstrahiert man von den konkreten, hochschulpolitischen Forderungen, bleibt eine Kri-

kupferbaubesetzung

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hĂśrigen McKeldin-Mall, die unter anderem im Film „National Treasure – Book of Secrets“ mit Nicholas Cage zu sehen ist. FĂźr die WiWis besonders interessant gestaltet sich die RoMaryland? Wieso eigentlich College Park in bert H. Smith School of Business, in der auch Maryland? Klangvolle Namen wie Miami, Los PHLQH9RUOHVXQJHQVWDWWÂżQGHQ+LHUVLHKWPDQ Angeles oder New York sind im USA-Austauschprogramm der Uni TĂźbingen enthalten, XQG WURW]GHP ÂżHO PHLQH HUVWH :DKO I U HLQ Auslandssemester auf die University of Maryland in College Park. Allein am Namen College Park kann man schon erkennen, dass sich alles Geschehen dort voll und ganz an der Uni abspielt. Maryland ist einer der 13 GrĂźndungsstaaten der USA und ein GroĂ&#x;teil der heutigen Hauptstadt Washington D.C. liegt auf dem Staatsgebiet Marylands. Die Lage an der OstkĂźste und die unmittelbare Nähe zu vielen wichtigen Städten macht Maryland zu einem durchaus attraktiven Studienort. Durch diese gute geo- einfach, wofĂźr die Studenten hier zwischen graphische Lage kann man als Student auch 8,000 und 20,000 Dollar StudiengebĂźhren bedurchaus Ăźber die eventuell vorhandenen zahlen: Flatscreens mit den neuesten NachNachteile von College Park hinwegsehen. richten und BĂśrsenentwicklungen soweit das  6WXGHQWHQ VLQG RIÂż]LHOO DQ GHU 80' Auge reicht, eine kaum abzählbare Anzahl an HLQJHVFKULHEHQGLHPHLVWHQZRKQHQDXIGHP Computerräumen, Beamer, selbst in jedem Campus und um den Campus herum. Um es Gruppenarbeitsraum, und eine hauseigene einfach zu beschreiben: Viel mehr als den Cafeteria. Durch die hohen StudiengebĂźhren Campus, die umliegenden Wohngegenden ZHUGHQZRKODXFKNOHLQHUH.ODVVHQÂżQDQ]LHUW und einige Geschäfte gibt es in College Park Ich studiere hier als Undergraduate Student nicht. Der Campus ist dafĂźr umso attraktiver: Marketing und International Business, wobei Vergleichen mit TĂźbingen kann man ihn nicht, in der grĂśĂ&#x;ten Klasse 40 Studenten sitzen. denn die Uni ist hier nicht Ăźber mehrere Ge- Diese kleinen Klassen verbreiten eine unbiete einer Stadt verteilt, sondern ein groĂ&#x;er glaublich angenehme Arbeitsatmosphäre, Verband von Gebäuden. Die Highlights bilden jeder Dozent kennt alle Vornamen seiner hierbei sicherlich das Footballstadion mit Platz Studenten und man hat nie das GefĂźhl, nicht fĂźr mehr als 50,000 Leute, die hochmoderne wahrgenommen zu werden. Die Vorlesungen Veranstaltungshalle fĂźr mehr als 18,000 Gäste an sich erinnern auch viel weniger an Vorlesowie die McKeldin-Library mit der dazugesungen, wie ich sie bisher aus TĂźbingen

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kannte, sondern viel mehr an die Zeit in der Schule. Es wird weniger vom Dozenten gelehrt, als dass die Klasse Themen diskutiert. Darunter leidet einerseits zwar die akademische Qualität des Studiums, vermittelt aber durch realitätsnahe Diskussionen Ăźber aktuelle Geschehnisse einen hervorragenden Eindruck davon, was man denn gerade wirklich studiert. In einem meiner Marketingkurse kommen mir derzeit meine Statistikkenntnisse aus TĂźbingen sehr zu Gute, da wir verschiedene Daten auswerten mĂźssen. Die amerikanischen Studenten machen mir dabei aber den Eindruck, als ob sie nicht wirklich wĂźssten, was sich hinter T-Test und Chi-Quadrat verbirgt und sind relativ schnell aufgeschmissen, wenn etwas nicht funktioniert wie es im Handbuch beschrieben ist. Der grĂśĂ&#x;te Unterschied zu TĂźbingen ist wohl der Arbeitsaufwand: Um an allen Diskussionen aktiv teilnehmen zu kĂśnnen, mĂźssen viele Case Studies gelesen, bearbeitet und ausformuliert werden. Auch sind immer wieder Paper zu schreiben und Group Projects stehen sowieso regelmäĂ&#x;ig an. Um das Studium zwischen TĂźbingen und College Park zu vergleichen, kann man zusammenfassend wohl sagen, dass das Niveau in TĂźbingen hĂśher ist, der Arbeitsaufwand und der Realitätsbezug an der UMD jedoch um ein Vielfaches Ăźberwiegen. Eine wichtige Sache an amerikanischen Unis ist der Sport. So wird auch hier in Maryland leidenschaftlich das Footballteam, das Basketballteam und auch das Soccerteam angefeuert. Die Terps sind hierbei vor allem im Soccer erfolgreich und spielen derzeit um die nationale Meisterschaft. Auch das Footballteam Ăźberrascht diese Saison positiv und hat gute Chancen, sich fĂźr die Titelwettkämpfe zu

TXDOLÂż]LHUHQ'DVHLJHQWOLFKH+LJKOLJKWLQ&ROlege Park ist aber nicht Football an sich, sondern das Tailgating vor dem Spiel. Die Stunden vor dem Spiel sind nämlich die einzige MĂśglichkeit, ungestraft in der Ă–ffentlichkeit Alkohol zu trinken. Dies wird auch gut und gerne ausgelebt, am liebsten bei einem ausgiebigen %%4DXIGHU/DGHĂ€lFKHHLQHV3LFNXS7UXFNV der auf dem Parkplatz vor dem Stadion geparkt wird. Die strikte Haltung der Amerikaner gegen Alkohol schadet in gewisser Weise dem 3DUW\OHEHQLQ&ROOHJH3DUN2IÂż]LHOOKHUUVFKW auf dem Campus natĂźrlich Alkoholverbot. 7URW]GHPÂżQGHWVLFKLPPHUHLQH0|JOLFKNHLW SpaĂ&#x; bei einer der vielen Apartmentparties oder aber bei Hausparties, die nicht auf dem &DPSXVVWDWWÂżQGHQ]XKDEHQ$OOHUGLQJVJLEW es fĂźr die 37,000 Studenten gerade einmal 2 Bars. Die Lieblingsbar aller Studenten wurde erst vor wenigen Wochen geschlossen, da die TĂźrsteher illegalerweise Leute unter 21 Jahren in die Bar gelassen hatten.

Hier kommt jedoch wieder die gute geographische Lage zur Geltung: Mit einer eigenen Metrostation und dem Anschluss an das UBahnsystem von Washington D.C. ist man in

auslandsberichte

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ca. 30 Minuten recht einfach in der Hauptstadt der USA. Kulturell Interessierte schaffen es hier durchaus, sich in einem der vielen kostenlosen und wirklich genialen Museen zu vergnĂźgen. Wer etwas GlĂźck hat, kann sich auch einen Termin besorgen, um das WeiĂ&#x;e Haus zu besichtigen (was allerdings durchaus spektakulärer klingt als es wirklich ist). Erfreulicherweise ist auch die Clubszene in D.C. nicht zu verachten und man ÂżQGHWKLHUYLHOHJXWH$XVJHKP|JOLFKNHLWHQ Des Weiteren kommt man von D.C. wirklich gĂźnstig und einfach mit dem Bus in andere sehenswerte Städte. Bis nach Philadelphia sind es gerade einmal 2 Stunden, bis New York braucht man 4 Stunden. Ebenso ist auch Baltimore in gerade einmal 30 Minuten mit dem Auto von College Park aus zu erreichen.

Gerade die Tatsache, dass College Park etwas Gemßtliches bietet, Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergrßnden beheimatet und realitätsbezogene Kurse hat, wird dazu beitragen, dieses Auslandssemester fßr mich in vollkommen positiver Erinnerung zu behalten. Leider ist hier nur ein begrenzter und selbst-zensierter Erfahrungsbericht mÜglich. Deshalb entfallen hier und jetzt Kommentare ßber die durchschnittliche Länge der weiblichen Abendgarderobe, geheime Ausgehtipps und natßrlich detaillierte Ausfßhrungen ßber einzelne Sportveranstaltungen. In diesem Sinne: *R7HUSV 0$5</$1'ZLOOZLQ Sebastian Graf

Leben und Studieren im Reich China ist und bleibt fĂźr die meisten Menschen ein Mysterium: Die exotischen Schriftzeichen, das ungewohnte Essen, die fremden Sitten und Gebräuche â&#x20AC;&#x201C; all das ist vielen Grund genug, China erst gar nicht fĂźr ein Auslandssemester in Erwägung zu ziehen. Doch wer den Sprung ins kalte Wasser wagt, wird schnell feststellen, dass das Reich der Mitte einiges zu bieten hat. Das gilt im Ă&#x153;brigen auch, wenn man vorher nichts mit der Sprache am Hut hatte! Als TĂźbinger Wiwi hat man die Qual der Wahl zwischen mehreren chinesischen Unis, die allesamt zu den besten des Landes zählen. 0HLQH :DKO ÂżHO DXI GLH 3HNLQJ 8QLYHUVLWlW unter Chinesen auch bekannt als â&#x20AC;&#x17E;Beidaâ&#x20AC;&#x153;. Der &DPSXVEHÂżQGHWVLFKXQZHLWGHV6RPPHUSDlastes im Nordwesten Pekings.

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Er erstreckt sich Ăźber ein riesiges Areal mit unzähligen Sportstätten und Mensen, einem Theater sowie â&#x20AC;&#x201C; und das ist mein absolutes Highlight â&#x20AC;&#x201C; einer Park- und Seenlandschaft, wie sie wohl keine zweite Uni vorzuweisen hat. Dank der hauseigenen U-Bahnstation, diversen Buslinien und unschlagbar gĂźnstigen Taxis gelangt man zudem äuĂ&#x;erst komfortabel ins Zentrum und zu den zahlreichen


auslandsberichte Sehenswürdigkeiten der Stadt. Für Touristen besonders interessant sind sicherlich die Verbotene Stadt mit ihrem Palastmuseum, der TiananmenPlatz, der Himmelstempel und neuerdings auch der Olympiapark. Wer die zwei- bis dreistündige Bustour nicht scheut, kann sich darüber hinaus die Chinesische Mauer ansehen. Auf Nicht-Muttersprachler wartet an der Beida in aller Regel ein intensives Sprachprogramm am International College for Chinese Studies. Dabei ist jede Woche ein Pensum von 18-20 Stunden Chinesisch zu bewältigen, was ab dem mittleren Niveau auch Wahlkurse wie Business-Chinesisch und NewspaperReading einschließt. Wer noch über keinerlei Kenntnisse verfügt, kann auch komplett neu mit der Sprache beginnen oder alternativ Kurse auf Englisch an der hiesigen Guanghua School of Management besuchen. Der Sprachunterricht erfolgt in Kleingruppen von 10-12 Studenten, was eine sehr angenehme Lernatmosphäre schafft. Auf der anderen Seite fühle ich mich durch wöchentliche Tests und +DXVDXIJDEHQVRZLHGLH$QZHVHQKHLWVSÀLFKW LQGHQ.XUVHQKlX¿J]XUFNLQGLH6FKXO]HLW versetzt. Doch der Lerneffekt ist enorm! Und seien wir ehrlich: Wer in seinem Auslandssemester vorrangig auf Party aus ist und ein

der Mitte

Maximum an „akademischer Freiheit“ fordert, wird sich sicher nicht für ein Studium in China entscheiden, oder? Es gibt viel, wofür es sich lohnt, nach Peking zu kommen! Obwohl die Stadt zu den teuersten Chinas zählt, kann man hier als Student gut und vor allem günstig leben. Das für chinesische Verhältnisse nahezu luxuriöse Zimmer im Wohnheim der Uni wird einem kostenlos zur Verfügung gestellt, ein Essen in einem guten Restaurant kostet selten mehr als drei bis vier Euro (ein Mensaessen gerade 50 Cent) und auch sonst sind die Lebensunterhaltskosten so gering, dass man sich zumindest über das liebe Geld keine Gedanken machen braucht. Erst neulich war ich mit Freunden in einem japanischen Restaurant, wo wir die komplette Sushi-Karte bestellt und verzehrt haben. Ein Traum! Natürlich gibt es auch Momente, in denen ich mich frage, was in aller Welt ich eigentlich in China mache. Doch an den meisten Tagen IKOHLFKPLFKKLHUDXVJHVSURFKHQZRKOIUHXH mich über jedes Schriftzeichen, was ich neu entziffern kann und genieße es, mit Freunden und neuen Bekanntschaften durch die Straßen und Clubs Pekings zu ziehen! Auf dass diese Reise ewig weitergehe! In diesem Sinne, 再见! Marco Klapper

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m Studium

ist vor de Nach dem Studium

0DVWHUSURJUDPPHDXV7ELQJHQXQGGHU:HOW

TOEFL, IELTS und GRE? Master, MBA oder Trainee? Diese Begriffe scheinen zurzeit ein wichtiges Gesprächsthema unter den Bachelor-Absolventen und Fast-Absolventen zu sein. Nach dem Bachelorabschluss steht eine wichtige Wegentscheidung im Leben an. Im Gegensatz zum Diplom ist im neuen Bachelor-Master-System eine zusätzliche Weggabelung zwischengeschaltet. Man hat nun die Möglichkeit, sich neu zu orientieren und noch einmal zu überlegen, ob die universitäre Ausbildung weitergehen soll und wenn ja, in welche Richtung. Man sollte die Entscheidung wohlüberlegt treffen und sich rechtzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten, ihre Vor- und Nachteile sowie Zulassungsvoraussetzungen informieren. Ähnlich wie bei der Studienentscheidung nach dem Abitur eröffnet sich einem nach dem Bachelor ebenfalls ein schier unüberschaubarer Dschungel an Möglichkeiten. Entweder man wagt den Direkteinstieg in das Berufsleben unmittelbar nach dem BachelorAbschluss. Man kann aber auch die TraineeProgramme vieler Unternehmen anstreben oder die Möglichkeit erwägen, Arbeiten und Studieren zu kombinieren. Für viele steht fest, dass sie ihr Studium an einer Universität fortsetzen wollen und einen Master machen möchten. Doch selbst da steht man vor einem großen Angebot an verschiedensten Masterprogrammen, welches auf den ersten Blick unüberschaubarer Dschungel an Möglichkeiten. Entweder man wagt den Direkteinstieg in das Berufsleben unmittelbar nach dem Bachelor-Abschluss. Man kann aber auch die Trainee-Programme vieler Unternehmen

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anstreben oder die Möglichkeit erwägen, Arbeiten und Studieren zu kombinieren. Für viele steht fest, dass sie ihr Studium an einer Universität fortsetzen wollen und einen Master machen möchten. Doch selbst da steht man vor einem großen Angebot an verschiedensten Masterprogrammen, welches auf den ersten Blick unüberschaubar wirkt. Einige entscheiden sich für ein ein-oder zweijähriges Masterprogramm im Ausland. Andere bleiben im deutschsprachigen Raum - entweder weiterhin an unsere Fakultät oder sie wechseln an andere deutsche Universitäten. Dieses Jahr wird der zweite Rutsch an (Tübinger) Bachelor-Absolventen fertig und daher wollen wir die Gelegenheit nutzen, einige der Bachelor-Absolventen, die bereits letztes Jahr ihr Zeugnis erhalten haben, zu Wort kommen zu lassen. Wie haben sie damals ihre Entscheidung getroffen, wie es nach dem %DFKHORU ZHLWHUJHKHQ VROO" :DUXP ¿HO LKUH Wahl letztendlich auf Tübingen, New York, Bologna oder Oxford? Die Entscheidung, wie es nach dem Bachelorabschluss weiter gehen soll, muss jeder selbst treffen und sie kann individuell ganz unterschiedlich ausfallen. Denn schließlich sind wir keine homogenen Individuen, sondern haben heterogene Präferenzen. Ähnlich wie in der vergangenen WZW-Ausgabe Promotionsstudenten Einblicke gegeben haben, stellen in dieser Ausgabe nun also verschiedene ehemalige (Tübinger) Bachelorstudenten vor, wohin es sie für ihren Master verschlagen hat und welche Erfahrungen sie dort bereits gesammelt haben. Anna Feikus


0DUFXV6FKDIIUDQND 6FRWWLVK*UDGXDWH3URJUDPPHLQ(FRQRPLFV ZZZVJSHHGDFXN

Here are deposited the remains of Adam Smith... Wer wollte nicht schon immer mal nur eine knappe halbe Meile entfernt vom Grab des Hl. Adam Smith zu seinen Vorlesungen im VWLMaster pilgern? Das Scottish Graduate Programme in Economics (SGPE) in Edinburgh erfĂźllt zumindest diese Vorstellung. Das SGPE ist ein einjähriger Economics- bzw. Financeâ&#x20AC;&#x201C;Master, der, so die namensgebende Grundidee, Lehr- und Forschungskraft aller schottischen VWL-Fakultäten vereint. Der SGPE-Master war und ist fĂźr mich aufgrund der Reputation und Attraktivität der University of Edinburgh interessant (sehr gute Studienbedingungen zu akzeptablen StudiengebĂźhren) und bietet die MĂśglichkeit, sich in der zweiten Hälfte des Studiums auf den Bereich Finance zu konzentrieren. In der Praxis hat sich vor allem Ersteres beVWlWLJW 'HU 6WXGLHQJDQJ SURÂżWLHUW YRQ HLQHU sehr guten Betreuungsrelation, sehr ambitionierten Lehrkräften (insb. Tutoren) und MĂśglichkeiten, den Ăśkonomischen Diskurs auch auĂ&#x;erhalb des HĂśrsaals weiterzufĂźhren. Uneingeschränkt kann man die Organisation loben: Durch sehr zentrale Strukturen kristallisiert sich frĂźh der/die Verantwortliche fĂźr insbesondere fachbezogene und akademische Problemstellungen heraus.

Das mitunter wichtigste Argument wurde aber bisher unterschlagen: Edinburgh ist eine fantastische Stadt und bietet von Kultur und Geschichte Ăźber Gastronomie bis Nachtleben alles zu â&#x20AC;&#x201C; relativ zu den meisten Städten Englands - studentenfreundlichen Preisen. Ă&#x201E;hnlich wie TĂźbingen hat die Stadt ein gewisses urisches Flair, bietet aber zusätzlich Alles, was eine GroĂ&#x;stadt ausmacht. Das SGPE hat keinen direkten Schwerpunkt (3M-Master=Micro, Macro, Metrics), Edinburgh ist aber im Allgemeinen fĂźr eine starke Forschung im Bereich der MikroĂśkonomik bekannt. Voraussetzung fĂźr das Studium ist die Fähigkeit, sich auch mit bekannten Dingen hier und da theoretischer Natur auseinanderzusetzen. Weiterhin sollte man auch strapazierfähig in Bezug auf längere und ausfĂźhrlichere Tutorien sein und nicht ganz ahnungslos mit Ăśkonometrischer Software wie STATA oder EViews umgehen: Letzteres scheint viele Studenten momentan sehr zu bremsen. Weiterhin muss man mit einer heterogenen Studentenschaft klarkommen: Kommilitonen kommen z.T. aus anderen Fachrichtungen XQGVLQGPDWKHPDWLVFKÂżWDEHU|NRQRPLVFK unterschiedlich vorgebildet. Generell sind die Vorteile/Nachteile fĂźr TĂźbinger Studenten je nach belegtem Schwerpunkt unterschiedlich. Ich persĂśnlich kann sagen, dass man gerade im Bereich Statistik ein theoretisch breit gemauertes Fundament von den â&#x20AC;&#x17E;(T)Ăźkonometrikernâ&#x20AC;&#x153; mitbekommen hat, während die Tiefenschärfe der Theorie mit oben genannten Hilfsmitteln aber hier erst erarbeitet wird. Der Bewerbungsprozess fĂźr das SGPE ist wie PHLVWHQVLQ*URÂ&#x2030;EULWDQQLHQODXIHQG

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je eher man sich von jeweils Jahresbeginn bis August um eine Bewerbung kĂźmmert, desto besser. Genauere Informationen liefert die Webseite. Positiv ist zu bemerken, dass ich bis heute nur ein Dokument postalisch an die Uni senden musste und der Bewerbungsprozess wie auch das Studium äuĂ&#x;erst unbĂźrokratisch ist.

*LOEHUW6FKDVVH7RXORXVH6FKRRORI(FRQRPLFV Mit dem Sommersemester 2010 habe ich mein Studium der International Economics (Schwerpunkte in Economic Theory, Empirical Economics und Banking and Finance) in TĂźbingen abgeschlossen und studiere seit September an der Toulouse School of Economics (TSE) in Frankreich. FĂźr meine Bewerbung an der TSE war ausschlaggebend, dass ich noch einmal nach Frankreich wollte, um Sprache und Land kennen zu lernen. AuĂ&#x;erdem habe ich einen theoretischen Master mit Schwerpunkt in Financial Economics angestrebt. Die TSE bietet einen Master in diesem Bereich an und ist eine der angesehensten wirtschaftsZLVVHQVFKDIWOLFKHQ )DNXOWlWHQ (XURSDV VRPLW ÂżHO PLU die Entscheidung, mich hier zu bewerben nicht schwer. Das Bewerbungsverfahren war auĂ&#x;erdem sehr unkompliziert und

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DQJHQHKP GD NHLQ 7RHĂ&#x20AC; *5( XQG GHUJOHLchen verlangt wurde und die Bewerbungsunterlagen einfach per E-Mail eingereicht werden konnten. Nach drei Monaten Studium kann ich sagen, dass ich mit dem Programm sehr zufrieden bin. Das erste Jahr (M1) des zweijährigen Studiums ist ein Rundumschlag in Grundlagenfächern wie Mikro, Makro, Ă&#x2013;konometrie, IO, etc. Dazu kann man pro Semester von insgesamt sechs Vorlesungen zwei Optionen wählen. Das Niveau und vor allem das Tempo in den Veranstaltungen ist sehr hoch und besonders in Ă&#x2013;konometrie muss man eine gewisse Vorkenntnis mitbringen. Im zweiten Jahr (M2) kann man dann VertiefungsrichWXQJHQZlKOHQ'DV3URJUDPPEHÂżQGHWVLFK gerade in einer Umstrukturierung und ab dem Jahr 2011 kann man statt aus 4 aus 7 verschiedenen Masterprogrammen wählen. Das Ziel eines Masters an der TSE ist es, auf einen PhD vorzubereiten. Dementsprechend viel Wert wird auf Methodenkenntnis gelegt, was in Veranstaltungen wie Dynamische Optimierung, Wahrscheinlichkeitstheorie, Stochastische Prozesse und Advanced calculus deutlich wird. Meine persĂśnliche Frustrationsgrenze wurde bereits mehrmals an manchen mathematischen Fragestellungen getestet.


Daher hätte ich mir im RĂźckblick eine zweite Mathematik -Vorlesung im Bachelor gewĂźnscht. Keine schĂśne Seite des Studiums an der TSE ist, dass man am Ende des Jahres einen Notenschnitt von 12 aus 20 Punkten erreichen muss, um ins zweite Jahr zu kommen. Nicht wenige scheitern an dieser HĂźrde und gehen dann ohne Abschluss nach Hause. AuĂ&#x;erdem ist der Stundenplan mit ca. 30 Semesterwochenstunden (Vorlesungen und Tutorien) voll gepackt. Alle MĂźhen werden aber auf jeden Fall dadurch aufgewogen, dass die Professoren ausgezeichnet sind und die Vorlesungen SpaĂ&#x; machen. Vor allem hatte ich noch nie das GefĂźhl, so viel in so kurzer Zeit zu lernen. Die Stimmung unter den Kommilitonen ist auch sehr gut. Ein GroĂ&#x;teil der Studenten mĂśchte einen PhD machen und das akademische Interesse ist hier insgesamt sehr hoch. Trotzdem habe ich nie das GefĂźhl, mit Fachidioten zusammen zu sein. Wir sind ungefähr 60 Leute im Programm, wobei 20 verschiedene Nationalitäten vertreten sind. Die Internationalität und das Zusammentreffen vieler ver-

schiedener Kulturen ist eine besonders interessante Erfahrung. Im Unterricht und wie auch sonst wird Englisch JHVSURFKHQ )UDQ]|VLVFKNHQQWQLVVH ZHUGHQ im Studium nicht benĂśtigt, sind aber natĂźrlich hilfreich bei den zahlreichen frankreichtypischen â&#x20AC;&#x17E;verwaltungstechnischen Formalitätenâ&#x20AC;&#x153;. Ich kann das Programm auf jeden Fall empfehlen. Das Arbeitspensum ist verglichen mit Bachelorzeiten allerdings viel hĂśher und wenn man nicht gerade in einer franzĂśsischen WG lebt, bleibt nicht viel Zeit, um am franzĂśsischen Leben in Toulouse teilzunehmen. Dies wird aber durch die sehr gute Lehre und die Kommilitonen aufgewogen.

'DQLHO6FKQHLGHU,QWHUQDWLRQDO(FRQRPLFVDQG)LQDQFH 8QLYHUVLWlW7Â ELQJHQ Vor wenigen Wochen hat fĂźr mich der Masterstudiengang â&#x20AC;&#x17E;International Economics and Financeâ&#x20AC;&#x153; begonnen. Ich will einen kurzen Einblick darĂźber geben, was diesen Studiengang ausmacht und wie meine per-

sĂśnlichen EindrĂźcke bisher sind. Meinen Bachelor-Abschluss habe ich an der Universität Kassel absolviert und mich anschlieĂ&#x;end nach einem interessanten Masterprogramm innerhalb Deutschlands umgesehen. Dabei stieĂ&#x; ich bei meiner Internetrecherche auf das TĂźbinger Angebot. Der Master â&#x20AC;&#x17E;International Economics and Financeâ&#x20AC;&#x153; hat mich vor allem deshalb Ăźberzeugt, weil alle Kurse in englischer Sprache abge-

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halten werden. So kann man auch durch passives Lernen die eigenen Sprachkenntnisse täglich verbessern. Des Weiteren gibt es hier zahlreiche MĂśglichkeiten, sich die Kurse in den Bereichen Finance, VWL und statistische Methoden ganz nach eigenem Interesse auszuwählen und sich auf einem Gebiet weiter zu spezialisieren. Sicherlich hat jeder Student bereits eigene Schwerpunkte in seinem Bachelorprogramm gesetzt und kann somit nicht alle drei Gebiete gleichermaĂ&#x;en abdecken. Dies ist aber auch vĂśllig in Ordnung, da der Studiengang uns Studenten recht viele WahlmĂśglichkeiten lässt, mit welchem Bereich man sich intensiver beschäftiJHQP|FKWH(VJLEW]ZDUHLQHYHUSĂ&#x20AC;LFKWHQGH Anzahl an Kursen, die in jedem Schwerpunkt

mindestens absolviert werden mĂźssen, allerdings kann man sich bei der weiteren Kurswahl ganz nach den eigenen Interessen richten.Kurzum bin ich mit dem Start in diesen neuen Studiengang zufrieden. Nette Leute, eine gute Arbeitsatmosphäre und eine schĂśne Stadt ermĂśglichen ein angenehmes Studium. Zwar gibt es nach einem Uniwechsel immer einige Dinge, an die man sich ]XQlFKVW JHZ|KQHQ PXVV QDFK HLQ paar Wochen kommt man damit aber recht gut klar. Ebenso kann man jedem Student zu Beginn des Studiengangs nur raten, mĂśglichst viele Veranstaltungen zu besuchen und erst anschlieĂ&#x;end die Veranstaltungen auszuwählen, die auch mit den eigenen Vorstellungen Ăźbereinstimmen. Hinter mancher Veranstaltung verbergen sich nämlich andere Inhalte, als man zunächst beim Kursnamen erwarten wĂźrde.

7DQMD*RRGZLQ0DVWHURI$UWVLQ(FRQRPLFV1HZ<RUN8QLYHUVLW\ Warum in New York studieren? Diese Frage scheint rhetorisch. Doch wenn man nach 20 Stunden Gruppenarbeit fĂźr ein Assignment um halb drei Uhr morgens aus der Bibliothek kommt und weder von der Stadt noch vom Tag besonders viel mitbekommen hat, taucht die Frage ganz von alleine auf, ob sich denn das Studium in New York lohnt. Diese Szene ist natĂźrlich Ăźberzeichnet und auch in der Form nur einmal vorgekommen. Dennoch verlangt das Studium Master of Arts in Economics an der New York University (NYU) ungewohnt hohen Arbeitseinsatz. Es gibt vier bis sechs Assignments unterhalb des Semesters und in fast jedem Kurs wird ein Midterm geschrieben. Genau das, wofĂźr ich PLFKLQ7Â ELQJHQKlXÂżJHLQJHVHW]WKDEHKROW

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mich jetzt wieder ein: Hier lernt man wirklich von der zweiten Semesterwoche an intensiv. Die Vor- und Nachteile sind offensichtlich: Man versteht sehr viel mehr von den Vorlesungen, aber Zeit fĂźr Hobbys bleibt nicht viel. Also alles nur sinnlose Paukerei? Im Gegenteil. Das WĂśrtchen â&#x20AC;&#x17E;rigorousâ&#x20AC;&#x153; in der Programmbeschreibung bedeutet vor allem, dass die Professoren sich nicht scheuen, ihre Studenten bis an die Grenze der Wissenschaft zu bringen. Wer ein Masterprogramm wie dieses an der NYU absolviert, wird dankbar sein fĂźr die Sicherheit im Umgang mit Formeln und mathematischen LĂśsungsansätzen, die ihm in TĂźbingen eingetrichtert wurde. Ein TĂźbinger Absolvent wird es aber auch als


%DOVDPI UGLH6HHOHHPSÂżQGHQZLH3URIHVsoren an der NYU sich vollkommen mit ihrer 9:/LGHQWLÂż]LHUHQDEHUJOHLFK]HLWLJVFKlUIVte Kritik an der Bedeutung, Methodik oder Entwicklung der modernen VWL äuĂ&#x;ern kĂśnnen. Erst kĂźrzlich hat unser Mathematik-Professor einen Vortrag Ăźber die Bedeutung von â&#x20AC;&#x17E;lambdaâ&#x20AC;&#x153; (LagrangeMultiplikator) in einer Nutzenmaximierung gehalten. â&#x20AC;&#x17E;Denn auf unserer Annahme, dass lambda abnehmend im Einkommen ist (d.h., dass der marginale Grenznutzen von Einkommen abnehmend ist) beruht unser gesamtes westliches Sozialsystem.â&#x20AC;&#x153; Den Bogen hat er sogar bis zur aktuellen â&#x20AC;&#x17E;tax-cutâ&#x20AC;&#x153;Debatte in den â&#x20AC;&#x17E;midterm-electionsâ&#x20AC;&#x153; gezogen. 8QVHUH3URIHVVRUHQVLQGKlXÂżJLQGHUĂ&#x201E;3UD[LVÂł gewesen und vermitteln die Theorie nie ohne Anwendung. Wenn wir in MakroĂśkonomik Ăźber die Philipps-Kurve und die Bedeutung von Erwartungen in Neu-Keynesianischen Modellen reden, erklärt unser Professor von der Fed (US-amerikanische Zentralbank) gleichzeitig auch wie die Fed denn Ăźberhaupt konkret Zinssätze und Geldmengen reguliert. An der NYU spĂźrt man, wie sinnvoll das ist, was man gerade lernt. Man merkt, dass man die formale Makro-Theorie genauso braucht wie die verrĂźckten Ăśkonometrischen Methoden, damit man eines Tages das modellieren kann, wonach Entscheidungsträger sich orientieren. Moment â&#x20AC;&#x201C; und New York? Auch wenn es nicht so klingt: Im Big Apple zu leben ist natĂźrlich trotzdem etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil abends mehr als drei Partys gleichzeitig VWDWWÂżQGHQZHLOPDQMHGHQ$EHQGHUVWNODVVLJH Musik- und TanzvorfĂźhrungen erleben kann, weil immer irgendetwas total VerrĂźcktes in

dieser Stadt passiert (wie die vierte QuidditchWeltmeisterschaft...), sondern auch einfach, weil Dinge hier passieren. NatĂźrlich kann man

sich auf der Economist-Homepage alle Reden von der letzten Buttonwoods-Konferenz anhĂśren. Wenn man also an der NYU studieren mĂśchte, sollte man â&#x20AC;&#x17E;die mathematische VWLâ&#x20AC;&#x153; mĂśgen und kĂśnnen. Dann ist dieses Studium sehr bereichernd und liefert tiefe Einblicke in den Kern der heutigen VWL. Die Professoren lehren inhaltlich und didaktisch auf sehr hohem Niveau und schaffen mĂźhelos die BrĂźcke zu aktuellem Geschehen und Wirtschaftspolitik. Der sehr aufwendige Bewerbungsprozess* und die hohen StudiengebĂźhren lohnen sich nicht nur wegen der ausgezeichneten 4XDOLÂż]LHUXQJVRQGHUQDXFKZHJHQGHUHLQmaligen MĂśglichkeit, in so einer lebendigen, VLFKVHOEVWQHXHUÂżQGHQGHQ6WDGW]XOHEHQ *Dazu gehĂśren die Ăźblichen Test (GRE, 7RHĂ&#x20AC;  MHGH 0HQJH 'RNXPHQWH 2QOLQH%Hwerbung, zwei Gutachten und dann natĂźrlich der Visums-Antrag. FĂźr weitere Fragen: tanja.go@gmx.de

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master -pU{PH,QJHQKRII0DVWHURI$UWVLQ,QWHUQDWLRQDO5HODWLRQVDQG ,QWHUQDWLRQDO(FRQRPLFV-RKQ+RSNLQV8QLYHVLW\6$,6 Die SAIS genieĂ&#x;t weltweit einen ausgezeichneten Ruf als â&#x20AC;&#x17E;Policy Schoolâ&#x20AC;&#x153; fĂźr Internationale Beziehungen. Der Master zeichnet sich vor allem durch seine Vielfalt aus. Die Schwerpunktbereiche reichen von FriedensXQG.RQĂ&#x20AC;LNWVWXGLHQXQG Internationalem Recht Ăźber Regionalstudiengänge bis hin zu Entwicklungsstudien. Ein Alleinstellungsmerkmal LVW GHU 3Ă&#x20AC;LFKWVFKZHUpunkt Wirtschaftswissenschaften, den alle Masterstudenten absolvieren mĂźssen. Abgerundet wird der Stundenplan durch Sprachkurse. Da ich nicht â&#x20AC;&#x17E;nurâ&#x20AC;&#x153; VWL studieren wollte, sondern in den Bereich Wirtschaftspolitik und Internationale Beziehungen wechseln wollte, bot die SAIS fĂźr mich die ideale Mischung aus beiden Bereichen. An der SAIS gibt es Studenten aller Fachrichtungen, auch wenn viele von ihnen Politikwissenschaften oder verwandte Fächer studiert haben. WiWis sind keineswegs im Nachteil XQG KlXÂżJ DQ]XWUHIIHQ ,QWHUHVVDQW LVW GDV Studium fĂźr alle, die keine akademische Laufbahn anstreben, aber auf hohem Niveau und mit Praxisbezug studieren mĂśchten. FĂźr WiWis sind Kurse der Schwerpunkte â&#x20AC;&#x17E;Development Economicsâ&#x20AC;&#x153;, â&#x20AC;&#x17E;Quantitative Economicsâ&#x20AC;&#x153; und â&#x20AC;&#x17E;International Financeâ&#x20AC;&#x153; besonders interessant, ab nächstem Jahr kommt ein

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Schwerpunkt in â&#x20AC;&#x17E;Economic Policyâ&#x20AC;&#x153; hinzu. Die FinanceSpezialisierung konkurriert inhaltlich mit MBA-Studiengängen und wird oft als â&#x20AC;&#x17E;breiterâ&#x20AC;&#x153; aufgestellte Alternative beworben. Die SAIS akzeptiert jedes Jahr 400 Studenten aus aller Welt (200 in Washington, 200 in Bologna) â&#x20AC;&#x201C; bei tausenden Bewerbungen ist das Auswahlverfahren dementsprechend streng. *XWH 1RWHQ VLQG 3Ă&#x20AC;LFKW ebenso wie auĂ&#x;eruniversitäres Engagement. Arbeitserfahrung ist ein Plus â&#x20AC;&#x201C; viele Studenten haben bereits gearbeitet, weshalb das Durchschnittsalter zwischen 25 und 27 (je nach Jahrgang und Campus) liegt. Ein interessanter persĂśnlicher Hintergrund, der von Zielstrebigkeit und vielfältigen Interessen zeugt, kann punkten. Die Bewerbungsprozesse fĂźr das erste Studienjahr in Bologna bzw. Washington sind YHUVFKLHGHQ(LQ72()/7HVWLVW3Ă&#x20AC;LFKW*5( RGHU*0$7VLQGQLFKWYHUSĂ&#x20AC;LFKWHQGJXWH(Ugebnisse fallen aber positiv auf. Hat man die erste Auswahlrunde Ăźberstanden, steht ein 30-minĂźtiges Auswahlgespräch an, in dem auch Fachfragen gestellt werden. Wer Kenntnisse in VWL und IB mitbringt, ist LP9RUWHLOZHLOPDQVRPLWHLQLJH3Ă&#x20AC;LFKWNXUVH Ăźberspringen und dafĂźr fortgeschrittene Kurse wählen kann.


Auch das gut geschulte analytische Denken der TĂźbinger WiWis kommt einem zugute. Ungewohnt sind der Lern- und PrĂźfungsrhythmus: Mit Problem Sets, Case Studies, Midterm-Klausuren,

Hausarbeiten und einem extrem hohen Lesepensum bleibt von Beginn an nicht viel Freizeit. Ferner kÜnnen viele ältere Studenten ihre Arbeits- und Lebenserfahrungen einbringen und GDYRQSUR¿WLHUHQ

0DUNXV3OHZD0DVWHURI3KLORVRSK\LQ(FRQRPLFV 2[IRUG8QLYHUVLW\ â&#x20AC;&#x153;Economics is about proving things.â&#x20AC;? Dieser Satz stammt von dem Spieltheoretiker, der den Maths-Crash-Course vor dem Start des ersten Trimesters gehalten hat. Der Master of Philosophy in Economics ist ein Zwei-Jahres-Programm. Inhaltlich folgt er der Ăźblichen Gliederung in Mikro, Makro und Metrics. In Mikro wird im ersten Jahr Mas-Colell/ Winston/Green beackert. Sehr technisch und theoretisch und jenseits dessen, was man in Mathe und bei Herrn Goerke gewohnt ist. Makro bedient sich zunächst dem bekanntem Makro II/Open Economy MacroeconomicsMaterial (Romer und Obstfeld/Rogoff). Danach soll es um Business-Cycles und Monetary Economics gehen. In Ă&#x2013;konometrie ist man mit Hayashi, Kap. 1-3, und Hamilton fĂźrs Erste versorgt. Im dritten Trimester wird Panel-Ă&#x2013;konometrie folgen. In den ersten Wochen lief ein Mathe-Kurs, der die Grundlagen der Dynamischen Optimierung vermittelte. Im zweiten Jahr wählt man zwei Vertiefungsfächer aus einem breiten Spektrum. Pro Woche laufen 3x3 Vorlesungen sowie 2 Tutorien (Mikro/Makro

im Wechsel), fĂźr letzteresind Assignments einzureichen. Leider gehen diese jedoch nicht in die Endnote ein und dienen nur der eigenen Orientierung. Die einzigen Leistungserhebungen des Jahres sind die PrĂźfungen im Juni. Die Masterarbeit soll im Laufe des zweiten Jahres geschrieben werden. Oxford ist eine tolle Stadt in schĂśner Landschaft mit zahllosen MĂśglichkeiten. Dazu ist London nicht weit. Wenn man die seltene Freizeit genieĂ&#x;t, gibt es immer eine reiche Auswahl. Die Bewerbungstermine sind der 21. Januar und der 3. März. Einzureichen sind die Ăźblichen Schikanen: Statement of purpose, CV/ rĂŠsumĂŠ, drei akademische Referenzen und HLQ DNWXHOOHU RIÂż]LHOOHU Transkript. Tipps: Auf jeden Fall zum ersten Termin bewerben und zeitig um Referenzen kĂźmmern (2 Monate vorher), mĂśglichst von verschiedenen Unis (Ausland!?). Im Statement das TĂźbinger Niveau mit Literaturangaben belegen (Hayashi, Obstfeld/Rogoff, etc.), die Bachelorarbeit auf Englisch schreiben und als Schriftprobe hochladen. Beides in LaTeX

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setzen erhĂśht die GlaubwĂźrdigkeit. 7UDGLWLRQKDWDXFK1DFKWHLOH,FKHPSÂżQGHGLH College-Struktur als eher nachteilig, weil sie LQHIÂż]LHQWLVW:LHÂ EHUDOOJLOW*URÂ&#x2030;H)RUVFKHU VLQGQLFKW]ZDQJVOlXÂżJJURÂ&#x2030;H/HKUHUOHLGHU Die Arbeitsbelastung ist wesentlich hĂśher als in TĂźbingen, obwohl ein Teil des Stoffes (noch) bekannt ist. Kurzum, der Master in Oxford ist etwas fĂźr Theorie- und Methodenhungrige, die sich den Weg in die Forschung erĂśffnen/offen halten wollen. Als TĂźbinger fĂźhle ich mich gut vorbe-

reitet. Deutliche Abstriche muss man bei der Mathematik, der Spieltheorie und der MikroTheorie machen - das kommt in unserem Curriculum zu kurz. Klar ist aber auch: Die meisten Kommilitonen wissen mehr als ich. Aber das war auch in TĂźbingen nicht anders. Wenn sich jemand bewerben mĂśchte, stehe ich fĂźr Fragen natĂźrlich gern zur VerfĂźgung! Herzliche GrĂźĂ&#x;e aus Oxford!

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      4"2"-0*$..")&*- 4 .."..)"*/"*/"--&*&*$ 4*/"-*/&+*(".-'/&'0).,-+$-))+&*/%""./ 4")&*-%"/+-&'0*!-6."*//&+* 4"%(/.1"-%*!(0*$#8-"-0#."&*./"&$"4"-/0*$/0!&"*#&**3&"-0*$ 0.(*!..& %"-0*$ Vertrauen Sie auf fast 4o Jahre professionelles Finanz- und Karrierecoaching.

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â&#x20AC;&#x17E;War

Die Antwort auf diese Frage haben aufmerksame WiWi-Studenten schon im ersten Semester gefunden. Doch die BierbĂśrse scheint irgendwie nicht ganz ins Konzept zu passen - denn auf die Frage: â&#x20AC;&#x17E;Warum gibt es die BierbĂśrse?â&#x20AC;&#x153; bietet weder die Fristen- noch die Risikotransformation eine passende Erklärung! NatĂźrlich, denn einzig und allein Forschungsdrang ist unsere Motivation, jedes Jahr die BierbĂśrse zu organisieren â&#x20AC;&#x201C; und das bahnbrechende Ergebnis unserer Studie ist: Es gibt ihn wirklich, den Homo oeconomicus! Die BierbĂśrse ist DAS Highlight beim alljährlichen WiWi-Clubhausfest, so auch wieder dieses Jahr. Der Preis fĂźr das allseits beliebte Ă&#x201E;=lSĂ&#x20AC;HÂł lQGHUWH VLFK MHGH 9LHUWHOVWXQGH Âą MH nachdem, wie hoch die Nachfrage war. Der Anfangspreis war mit 90 Cent so niedrig gewählt, dass kaum einer der Versuchung widerstehen konnte â&#x20AC;&#x201C; und so verkauften wir direkt in der ersten Viertelstunde sagenhafte =lSĂ&#x20AC;H0LWGHP(UJHEQLVGDVVGHU3UHLV jetzt natĂźrlich in die HĂśhe kletterte. 2,30 Euro! Voller EmpĂśrung wandten sich die Kunden dem Substitut â&#x20AC;&#x17E;Das Echteâ&#x20AC;&#x153; zu, welches mit einem Festpreis von 2 Euro fĂźr ½ Liter urplĂśtzlich viel attraktiver wurde. Als Ăśkonomisch versierte WiWis ahnt ihr siFKHU VFKRQ ZLHÂśV ZHLWHU JLQJ 'HU 3UHLV ÂżHO wieder auf die angenehme Marke von 1,10 (XUR'HU$QVWXUPDXIVĂ&#x201E;=lSĂ&#x20AC;HÂłJLQJZLHGHU los!

GHQ 0HFKDQLVPXV YHUVWDQGHQ XQG ÂżQJ DQ die Preisentwicklung zu antizipieren: â&#x20AC;&#x17E;Ne, ich kauf später ein Bier, in zehn Minuten ist der Preis wieder im Keller.â&#x20AC;&#x153; Auch weitere aus den Vorlesung bekannte Phänomene konnte man beobachten: So NDXIWHQ PDQFKH =lSĂ&#x20AC;H DXI 9RUUDW ZlKUHQG der BĂśrsenpreis billig war, nur um zu versuchen, die Flaschen während einer Hochpreisphase mit Gewinn weiterzuverkaufen. Einige Beobachtungen mĂźssen allerdings noch analysiert werden: Warum gab es immer, selbst bei einem Preis von 2,60 (!!), noch YHUHLQ]HOWH .lXIHU I U GDV =lSĂ&#x20AC;H" *LEW HV Käufer mit einer so starken Abneigung gegen das Substitut â&#x20AC;&#x17E;Das Echteâ&#x20AC;&#x153;? Präferieren einige Individuen den sofortigen Konsum des Zäpfles so stark, dass sie nicht bereit sind, zu warten bis der Preis wieder sinkt? Besonders auffällig ist auch die folgende KorUHODWLRQ'LH$Q]DKOGHUYHUNDXIWHQ=lSĂ&#x20AC;H]X HĂśchstpreisen war zu später Stunde deutlich hĂśher als am Anfang des Abends. Aber ob diese Korrelation auch einen kausalen Zusammenhang aufweist, muss noch untersucht werdenâ&#x20AC;Ś Wir als Fachschaft sind jedenfalls hochzufrieden mit unseren bisherigen Forschungsergebnissen. Vielleicht ist unsere BierbĂśrse nicht die optimale MĂśglichkeit, Gewinn zu erwirtschaften, aber unsere Nutzenfunktion präferiert eindeutig etwas anderes: SpaĂ&#x;! Tanja Wettingfeld

Nach ein paar Wiederholungen dieses Kreislaufs hatte auch der letzte Nicht-WiWi

bierbĂśrse

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buchempfehlungen

er h c Ăź B r e d t l Die We Vier Profs empfehlen Literatur fĂźr die kalten Tage DrauĂ&#x;en ein trostloser Wintertag mit eisigen Temperaturen oder eine viel zu lange Zugfahrt mit Menschen, die sich mit ihren prall gefĂźllten Koffern und Laptops in den ICE quetschen, um an jedem Bahnhof die vier Minuten Aufenthalt fĂźr eine vergängliche Zigarette zu nutzen.

Ein hervorragendes Buch, das moderne empirische Denkweisen mit vielen Beispielen und ohne unnÜtigen formalen Apparat erklärt.

Genau der richtige Moment fĂźr ein gutes Buch, das einem den Nachmittag oder doch nur die nächsten vier Stunden und siebenundfĂźnfzig Minuten in eine andere Welt abtauchen lässt â&#x20AC;&#x201C; hinaus aus dem GroĂ&#x;raumwagen, weg von den iPhones und Surfsticks dieser Welt.

Ein faszinierender, monumentaler Ă&#x153;berblick Ăźber die Ăśkonomische Theoriegeschichte. Auch in kleinen Portionen gewinnbringend lesbar.

3URI8GR.UHLFNHPHLHU â&#x20AC;&#x153;Economic Theory in Retrospect (5th ed.)â&#x20AC;? von Mark Blaug.

3URI0DUNXV3XGHONR Das EINE weiterbringende Buch wird es Weil der Winter angebrochen ist, bald Ferien kaum geben. Ansonsten halt immer gerade sind und deshalb die meisten Studierenden GDV %XFK GDV ,KU 3URIHVVRU HPSÂżHKOW XQG ihre kurze oder lange Reise nach Hause an- dann Augen zu und durch. treten, haben wir unsere Professoren nach einigen Buchempfehlungen zu verschiedenen 3URI:HUQHU1HXV Themen gefragt. â&#x20AC;&#x17E;Economics, Organization and Managementâ&#x20AC;? Im Folgenden also - leicht gekĂźrzt â&#x20AC;&#x201C; eine lehr- von Paul Milgrom und John Roberts. reiche, literarische und lesenswerte Auswahl an Werken fĂźr die Reise, kalte Wintertage Dieses Buch hilft in weiten Teilen der Beoder einfach fĂźr zwischendurch! triebswirtschaftslehre und der MikroĂśkonomik und ist, trotz solider theoretischer Fundierung, Ein wirtschaftswissenschaftliches Buch, wie die meisten amerikanischen LehrbĂźcher das im Studium weiterhilft: sehr gut lesbar. (Prof. Neus empfahl â&#x20AC;&#x201C; â&#x20AC;&#x17E;gewollt originellâ&#x20AC;&#x153; â&#x20AC;&#x201C; au3URI0DUWLQ%LHZHQ Ă&#x;erdem Herbert Haxâ&#x20AC;&#x2122; â&#x20AC;&#x17E;Unternehmen und Unâ&#x20AC;&#x17E;Mostly Harmless Econometrics: An ternehmer in der Marktwirtschaftâ&#x20AC;&#x153;, das â&#x20AC;&#x17E;dem Empiricistâ&#x20AC;&#x2DC;s Companionâ&#x20AC;? von Joshua D. Ang- Mann auf der StraĂ&#x;eâ&#x20AC;&#x153; die Betriebswirtschaftsrist und JĂśrn-Steffen Pischke. lehre zu erklären versucht.)

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Einen literarischen Klassiker:

und man lernt zudem viel über die noch immer bestehenden Besonderheiten beider (Hoch-)Kulturen und dies, obwohl beide vor 3URI0DUWLQ%LHZHQ mehreren hunderten Jahren verfasst wurden. „Erzählungen“ von Edgar Allan Poe. Zugleich wird einem vor Augen geführt: Ob Königssohn in Japan von vor tausend Jahren Unglaublich, welche Ideen der Autor hatte! oder Student von der schwäbischen Alb von heute, menschliche Freuden und Leiden sind 3URI8GR.UHLFNHPHLHU schicht-, kultur- und zeitlos. Es ist gerade die „Unterwegs zu Swann“ von Marcel Proust. Vermittlung des Besonderen im Allgemeinen Der erste Band der “Suche nach der verlore- oder des Allgemeinen im Besonderen, die nen Zeit”. In neuer Übersetzung (Frankfurter beide Bücher als Weltliteratur kennzeichnet. Ausgabe) einfacher zu lesen, voller Episoden, die man nicht mehr vergisst (und mit einem (Prof. Pudelko merkte außerdem an, dass er (SLVRGHQYHU]HLFKQLV]XP:LHGHU¿QGHQ 8QG sich als Fachvertreter für Internationales einbei Gefallen gibt’s noch sechs weitere Bände, fach nicht traue, ein Buch von Thomas Mann zu erwähnen.) auf die man sich freuen kann. 3URI0DUNXV3XGHONR „Genji Monogatari“ von Murasaki Shikibu.

3URI:HUQHU1HXV „Faust“ von J. W. Goethe.

Dieses Buch gilt oftmals als der erste Roman Eine Schande, dass dies aufgrund des Zentder Weltliteratur überhaupt und wurde wohl ralabiturs ganzen Jahrgängen von Abiturienvon einer Hofdame am japanischen kaiserli- ten vorenthalten wird. chen Hof um das Jahr 1000 geschrieben. „Dream of the Red Chamber“ von Tsao HsuehChin. Dieses Werk wurde dagegen Mitte des 18. Jahrhunderts von einem chinesischen Aristokraten YHUIDVVW XQG ZLUG KlX¿J als der vielleicht bedeutendste Roman der klassischen chinesischen Literatur angesehen. Beide Bücher zaubern einen in eine andere Welt

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(Prof. Neus wies im gleichen Sinne wie oben 3URI:HUQHU1HXV auf das Buch „Tristram Shandy“ von Laurence „Garp“ von John Irving. (Oder alle anderen Sterne hin.) Romane von Irving) Ein Lieblingsbuch: 3URI0DUWLQ%LHZHQ „Von der Ruhe der Seele“ von Seneca.

Diese Romane zu lesen, ist für mich einfach eine schöne Weise, Zeit zu verbringen.

(Prof. Neus erwähnte außerdem den Duden aufgrund des Lerneffekts und der immer wieVor dem Einschlafen gelesen, verhindert es, der überraschenden, interessanten Einträge.) dass man sich unnötig über Dinge aufregt. 3URI8GR.UHLFNHPHLHU „Leviathan“ von Paul Auster. Spannend, intelligent, und in leicht verständlichem Englisch geschrieben. 3URI0DUNXV3XGHONR „The Wealth and Poverty of Nations: Why Some Are So Rich and Some So Poor” von David Landes.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Professoren für die Antworten und wünschen den Studierenden viel Freude beim Lesen. Auch in Zeiten von YouTube, Fernsehen oder Internet wird sich das Buch stets gegen seine elektronische Konkurrenz zur Wehr setzen können – weil es gar nicht genug gute Gründe gibt, Bücher zu lesen – sei es für die Bildung, den sozialen Erfolg, wahre Glücksmomente oder einfach nur für kleine Fluchten aus der Wirklichkeit.

Verfasst von dem emeritierten Harvard Professor und wohl bedeutendsten noch lebenden USamerikanischen Wirtschaftshistoriker David Landes, Und weil man sich erläutert es die auch als ErwachGründe, warum die sener zu Weilen wichtigsten Länder in die phantastiund Regionen es schen Welten zurückversetzen lassen sollte, im Laufe der Jahrhunderte zu Reichtum ge- empfehlen wir von der Redaktion noch Michabracht haben oder in Armut verblieben sind. el Endes „Die unendliche Geschichte“. Hochbedeutend in der Thematik, glänzend in der Aufbereitung und schlüssig in der Analyse. Teresa Fiolka Ich wünschte, ich hätte den Bildungsgrad dieses Mannes!

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Was

pfäng

-Em V I z t r a H n habe

Beide leiden unter chronischem Geldmangel. Was bleibt da fĂźr Freizeit, Kultur und Sport Ăźbrig? Ein Vergleich. Es ist Mittwochabend. Im easy sports Fitness in TĂźbingen diskutieren zwei junge Männer miteinander. Der eine rennt schon seit zwanzig Minuten auf dem Laufband und der andere drĂźckt gerade dreiĂ&#x;ig Kilogramm beim BankdrĂźcken. Ihr Gesprächsthema: Der kleine Geldbeutel passt nicht zum langen Monat. Trotzdem gehen sie anschlieĂ&#x;end gemeinsam ins Top10, gĂśnnen sich einen Drink. Während bei dem einen nach dem Abend noch Geld fĂźr weitere Freizeit- und Kulturaktivitäten Ăźbrig ist, hat der andere sein monatliches Budget dafĂźr schon ausgereizt. Der eine ist Student. Der andere ist Hartz-IV-Empfänger. Wie kann das sein? Der Hartz-IV-Regelsatz sieht Ausgaben in HĂśhe von 39,96 Euro pro Monat (!) fĂźr Freizeit, Unterhaltung und Kultur vor. 63 Euro gibt dafĂźr der Durchschnittsstudent laut der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes aus. Wichtig ist zu klären, was denn alles zu den Sammelbegriffen Freizeit, Unterhaltung und Kultur zählt: Das sind Ausgaben fĂźr Zeitungen und Zeitschriften, BĂźcher, Sportartikel, den Besuch von Sport- und Kulturveranstaltungen E]ZÂą(LQULFKWXQJHQ)HUQVHKHU+LÂż$QODJH Digitalkamera, Haustiere, GEZ, Schreibwaren oder Reisen. Schon der vorgesehene Betrag des Arbeitslosen ist deutlich geringer als der des Studenten. Hinzu kommt, dass Arbeitslose bei Eintrittsgeldern, Abonnements oder Mitgliedschaften im Gegensatz zu den deutschland-

emein?

ten g n e d u t S d er un

weit zwei Millionen Studenten keinen Preisnachlass be kommen â&#x20AC;&#x201C; was dem arbeitenden BĂźrger aber auch schlecht vermittelbar wäre. Rund 35 Euro muss unser Leistungsempfänger monatlich fĂźr das Fitnessstudio berappen. Wenn er dann noch in der TĂźbinger GroĂ&#x;raum-Diskothek tanzt, zahlt er 4 Euro Eintritt und den vollen Preis fĂźr seinen Longdrink. Schon hat er laut Regelsatz in diesem Monat kein Geld mehr fĂźr andere Freizeitbeschäftigungen Ăźbrig. Der Genuss von Alkohol ist ohnehin nicht miteingerechnet, da er nicht als lebensnotwendig gilt. Der Student zahlt fĂźr das Fitness-Center dagegen 30 Euro, im Top10 keinen Eintritt (mittwochs vor 22.30 Uhr) und nur die Hälfte fĂźr den Drink. Wenn Stuttgart gegen Bayern kurz vor WeihQDFKWHQ LP $FKWHOÂżQDOH XP GDV :HLWHUNRPmen im DFB-Pokal kämpft, wird der Zuschauer auf den billigsten Plätzen immer noch 25 Euro hinblättern. Zu viel fĂźr unsere beiden Jungs. So lässt sich weiter das Spiel spielen. Mal eben ins Kino an der NeckarbrĂźcke zu gehen: 6,50 Euro. Zur â&#x20AC;&#x17E;Comedy Stubeâ&#x20AC;&#x153; ins Sudhaus: 17 Euro (12,60 Euro Studentenpreis). Die gĂźnstigsten Plätze im TĂźbinger

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Landestheater: 13 Euro (6,50 Euro). Das alles ist nicht öfters machbar. Natürlich gibt es an der Universität Tübingen auch viele kostenlose AnJHERWH IU 6WXGLHUHQGH PDQ GHQNH nur einmal an den Hochschulsport oder diverse Vorträge wie das Studium Generale, im Wintersemester 2010/11 mit dem Thema Geld, Kultur, Werte. Über sechs Millionen Hartz-IV-Empfänger können sich mit ihren vierzig Euro, obwohl letztere Veranstaltung auch ihnen offen steht, bloß wenig Ausgaben für Kultur und Unterhaltung leisten - was die Bildung sozialer Kompetenzen nur bedingt fördert.

Wenn es um Freizeit, Kultur und Sport geht sind eben nicht nur Studenten und Arbeitslose, sondern alle Bürger, ein Stück weit willens- und geldabhängig. Amadeus Müller

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Ein Geschäftsbereich der BVS Immobilien GmbH

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Stereotype

9RQGHU1HLJXQJ]XU.DWHJRULVLHUXQJXQGGHP5LVLNRGHU2IIHQKHLW Der Obdachlose auf der Bank im Alten Botanischen Garten kann einfach nicht so intelligent sein, wie der Professor, der komplizierte wirtschaftswissenschaftliche Modelle erläutert: Ein Paradebeispiel des kulturellen Stereotyps. Wer geglaubt hat, dass das vereinfachte Weltbild der Kategorisierungen vor der Tßr von HÜrsaal 25 halt macht, hat sich getäuscht. Irgendwie wird dann doch aus jedem BWLStudenten ein skrupelloser Personaler, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Und der VWL-Student studiert nur Volkswirtschaftslehre, weil seine Durchschnittsnote im Abitur fßr Medizin nicht gereicht hat. Ist doch klar. Oder etwa nicht?

n 2.0

warum man sich Ăźber diese Gruppe lustig machen kann. Keine Frage, wir haben alle unsere Schubladen, aber gleichzeitig haben wir doch eine ziemlich groĂ&#x;e Abneigung gegen sie. Warum also das alles? Insgeheim wissen wir nämlich, dass die Stereotypen uns nur limitieren. In vieler Hinsicht ist es einfacher, zu kritisieren und abzuwarten, als offen auf die andere Gruppe zuzugehen. Aber wenn man das Risiko eingeht, dann erĂśffnet sich die einzigartige Chance, etwas Neues zu entdecken und zu schätzen. Wenn wir das in unserem Studium versuchen, sind wir vielleicht nicht mehr so Ăźberrascht, wenn sich der vermeintliche â&#x20AC;&#x17E;Nerdâ&#x20AC;&#x153; vor Beginn des Tutoriums nett mit uns Ăźber den neuesten Blockbuster unterhält. Wir lassen nicht vor Schreck unseren Stapel BĂźcher fallen, wenn wir die AngehĂśrigen der Partyfraktion am Mittwochabend in der UB treffen, anstatt im Top Ten. Dann kĂśnnen wir in zehn Jahren wissend lachen, wenn unser Kommilitone, der Betriebswirtschaftlehre studiert hat, neben dem neu erbauten Brunnen in Mozambique steht und der ehemalige VWL-Student in der Buchhaltung eines Unternehmens Abschlagszahlungen addiert. Auch wenn wir hoffen, dass der Pathos der letzten Absätze jeden animiert, mit allen Kommilitonen in Kontakt zu kommen, so wollen wir trotzdem die Wirtschaftsstudenten in TĂźbingen mal in ihre Schubladen stecken und uns selbst und andere vielleicht ein bisschen darin wiedererkennen - alles in dem Wissen, dass HVQLFKWGHÂżQLHUWZHUZLUZLUNOLFKVLQG

Die Verallgemeinerung von PersĂśnlichkeiten zu Stereotypen ist ein Phänomen, das wir Ăźberall beobachten kĂśnnen. Vielleicht, weil unsere Welt zu komplex ist, um sich ohne SchubODGHQLQLKU]XUHFKW]XÂżQGHQ*HZLVVHUPDÂ&#x2030;HQ handelt es sich bei der Kategorisierung also um eine Schutzfunktion, einen Prozess des Sortierens, der jedem seine gesellschaftliche Ecke â&#x20AC;&#x201C; im groĂ&#x;en oder im kleinen Rahmen â&#x20AC;&#x201C; zuweist. Und weil der Prozess der Kategorisierung so unterschwellig verläuft, nehmen wir ihn zu gerne stillschweigend an. Niemand schreibt sich auf die Brust: â&#x20AC;&#x17E;Ich habe viele Stereotypen und Vorurteile und bin stolz darauf.â&#x20AC;&#x153; Dennoch freuen wir uns, wenn wir unseren Tutoren sagen hĂśren, Betriebswirte beherrschten nur Grundrechenarten oder der Professor milde lächelnd verkĂźndet, zum Bauen von Brunnen in Afrika sei das Studium der VolksZLUWVFKDIWVOHKUH GRFK Y|OOLJ  EHUĂ&#x20AC; VVLJ 0DQ benutzt die Stereotypen, um sich positiv von %OlWWHUW DOVR HLQIDFK XP XQG ODVVW (XFK anderen Gruppen abzugrenzen, einen SĂźn-  EHUUDVFKHQ ZHU (XFK LQ +|UVDDO  HUGHQERFN]XKDEHQRGHUGHQ*UXQG]XÂżQGHQ ZDUWHW Teresa Fiolka

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„Der Weltverbesserer“: Den letzten interessanten Artikel, den er in seiner Bibel, dem „Economist“, gelesen hat, hat er sofort seinen Freunden auf die Pinnwand gepostet. Dabei hat er stets das Wohl der Welt im Blick und stellt täglich neue Theorien zu Themen aus Politik und Wirtschaft auf. Er ist immer topinformiert und kann zu jeder Zeit alle südamerikanischen Staatsoberhäupter, die jeweilige Staatsverschuldung sowie Konjunkturprognosen für die nächsten fünf Jahre nennen. Dass er dazu auch mehr als vier Sprachen spricht, ist selbstverständlich. Seine Vision von einer besseren Welt lässt er dabei aber nie aus den Augen und arbeitet eifrig an einem allerklärenden Modell von Armut, Hunger und Arbeitslosigkeit.

„Business-People“ : Geschniegelt und gestriegelt – das ist das Lebensmotto der Nachwuchsmanager. Kein Tag vergeht, ohne dass nicht die Aktienkurse gecheckt oder der Business-Plan verfeinert wurde. Fortwährend mit der Corporate Identity beschäftigt, engagieren sie sich in einer studentischen Unternehmensberatung, besuchen wöchentlich Karriere-Seminare und arbeiten permanent an ihrem Netzwerk. Wenn sie sich nicht gerade für internationale Praktika bewerben, versuchen sie ihre Freunde zu überzeugen, in Aktien des eigenen Jungunternehmens zu investieren.

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stereotypen


â&#x20AC;&#x17E;Der Turbo-Studentâ&#x20AC;&#x153;: Diesen immer motivierten Studenten trifft man am besten in der Vorlesung â&#x20AC;&#x201C; denn der Kupferbau ist sein Zuhause. Am Wochenende kann man ihm auch in der Bibliothek begegnen, wo er es irgendwie schafft, sich Lernstoff anzueignen, fĂźr den die â&#x20AC;&#x17E;Normalosâ&#x20AC;&#x153; doppelt so lange brauchen. Die fehlende Freizeit ersetzt er durch die enge Bindung zum Bibliothekspersonal und zu den Professoren, bei denen er nach jeder Vorlesung noch einmal nachhakt. Das Argument, nach welchem sie mit dem gewonnenen Geld, fĂźr ihr in Turbozeit abgeschlossenes Grundstudium, noch nicht mal LKUH6WXGLHQJHE KUHQUHÂżQDQ]LHUHQN|QQHQVFKODJHQVLHJHNRQQW mit der Bemerkung aus, dass sie dafĂźr ein Jahr frĂźher die ersten Gehälter einstreichen kĂśnnen.

â&#x20AC;&#x17E;Der Chillerâ&#x20AC;&#x153;: Dass Jogginghosen noch nicht zum guten Ton oder zur Standardbekleidung in der Uni gehĂśren, ist dem Chiller-Student genauso ein Rätsel wie die Tatsache, dass es Vorlesungen gibt, die Viertel nach Acht beginnen. Nur der Entdeckung der Kaffeebohne ist es wohl zu verdanken, dass so mancher wenigstens die zweite Hälfte der betreffenden Veranstaltungen mitverfolgt. Obwohl sie deshalb eher nachmittags Ă&#x153;bungen besuchen, vergeht kein Tutorium, in dem sich nicht noch zwanzig Minuten nach Beginn die TĂźr Ăśffnet und ein verschlafen dreinblickender Kommilitone in den Raum hineinschlĂźrft â&#x20AC;&#x201C; mit der Frage, in welFKHP7XWRULXPHUVLFKGHQQQXQEHÂżQGHW

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„Die Party-Fraktion“: Wo für andere der entspannende Teil der Woche beginnt, fängt für den Partystudenten der Stress erst an: Es müssen nicht nur alle möglichen Partys im Umkreis von 10 Kilometern koordiniert, sondern auch die Veranstaltungen donnerstags und freitags überstanden werden. Damit letzteres nicht allzu anstrengend wird, werden alle anfallenden Übungen oder Sprachkurse auf die ersten drei Wochentage gelegt. Eventuelle 10-Stunden-Tage werden dabei gerne in Kauf genommen, solange am heiligen Donnerstagmorgen ausgiebig gefrühstückt werden kann. Zu dieser Zeit können dann auch gleich die zahlreichen Fotos vom vergangenen Abend begutachtet werden, auf denen die meisten Leute zwar nicht vollständig, aber dafür in ausgefallenen Posen zu sehen sind.

„Der Sporti“: Stets mit einer Sporttasche ausgestattet, wandelt der Sportmanagement-Student durch die ihm nicht unbedingt vertrauten Hallen des Kupferbaus. Diese Unsicherheit kaschiert er aber gekonnt durch besonders lässiges Auftreten, welches ihm nicht nur die Aufmerksamkeit vieler Mädchen beschert. Auch die Professoren zeigen großes Interesse daran, dem Sportmanagement-Studenten eine auf ihn zugeschnittene Bildung zukommen zu lassen – beispielsweise in Form von speziellen Tutorien, die dann auch gerne einmal 120 Minuten dauern. Sollte es dann aber doch nicht so klappen in der Uni, kann sich der Sporti einfach den berüchtigten Sportler-Parties zuwenden und der Party-Fraktion anschließen.

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Jane Dreyer, Teresa Fiolka mit tatkräftiger Unterstützung von Martin Weidner, Annika Havlik, Bernd Hörner, Jessica Ferklaß, Patrick Depner und Thomas Arnold


Psychotes

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:RPDFKVW'XGHLQ$XVODQGVVHPHVWHU" :DVPDFKVW'XLQGHLQHU)UHL]HLW" a) In der Schweiz. Da kann ich zu Hause wohnen bleiben und super Kontakte fĂźr meine spätere Management-Karriere knĂźpfen. b) Ich machâ&#x20AC;&#x2DC; Erasmus: Spanien oder Schweden â&#x20AC;&#x201C; ich habâ&#x20AC;&#x2DC; Ăźberall SpaĂ&#x;. c) In Indien oder Mozambique. Dort kann ich die Welt verbessern.

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:LHYLHOH)DFHERRN)UHXQGHKDVW'X" b) 100-300. Mit den meisten habe ich mich sogar schon im normalen Leben unterhalten! a) Mindestens 500 â&#x20AC;&#x201C; wie soll ich sonst mein eigenes Network zusammenstellen? c) Facebook?!? Solche virtuellen Plattformen zerstĂśren zwischenmenschliche Beziehungen! :DVLVW'HLQ/LHEOLQJVEXFK"

a)Ich fĂźhre ein erfolgreiches Jungunternehmen. c)Ich engagiere mich in der Dritten Welt: Also Sandsäcke stapeln, Aufklärung, etc. Was man halt so machtâ&#x20AC;Ś b) Party, was sonst?

c)Hauptsache, ich kann anderen Menschen helfen: Mir machen auch ein KellerbĂźro und 0,79 â&#x201A;Ź/Stunde nichts aus. a)Meine Villa in ´nem schicken Vorort von 1HZ <RUN &LW\ PXVV LFK PLU VFKRQ ÂżQDQ]LHren kĂśnnenâ&#x20AC;Ś und die Autos ja auchâ&#x20AC;Ś und die Yachtâ&#x20AC;Ś undâ&#x20AC;Ś b) Ich habe da keine besondere Vorstellung. Aber so eine bunte Marketing-Kampagne kann schon etwas bewirken!

c) â&#x20AC;&#x17E;Eat. Pray. Love.â&#x20AC;&#x153; b) â&#x20AC;&#x17E;Die 50 besten Cocktail-Rezepte zum Selbermixenâ&#x20AC;&#x153; a) â&#x20AC;&#x17E;Just the Bestâ&#x20AC;&#x153; â&#x20AC;&#x201C; Karriereplanung fĂźr Fort- $XĂ&#x20AC;|VXQJIROJWDXIGHUQlFKVWHQ6HLWH geschrittene

psychotest

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$XVZHUWXQJ:HOFKHQ%XFKVWDEHQKDWWHVW'XDPKlXÀJVWHQ" a) Nach dem Studium sofort die große Karriere starten und viel Geld verdienen – so stellst Du Dir wahrscheinlich Deine Zukunft vor. Und um das zu erreichen, wird schon während des *UXQGVWXGLXPVÀHL‰LJDPHLJHQHQ/HEHQVSODQJHDUEHLWHW Falls Du noch nicht Å,QWHUQDWLRQDO %XVLQHVV $GPLQLVWUDWLRQ´ studieren solltest, wechsle schnell dorthin: Da lernt man nicht nur, wie man die eigene Bilanz später aufbessern kann, sondern auch wie man seine Mitarbeiter durch Anreize zu „High Performern“ macht. b) Spätestens nach den dem ersten Monat Vorlesungen ist dir aufgefallen, dass das Wirtschaftsstudium doch nicht so locker ist wie vorher gedacht. Dennoch versuchst du, die wenige Freizeit so gut wie möglich zu nutzen und zwar mit Freunden, Partys und was zum normalen Studentenleben so alles dazu gehört. Wenn du dazu noch Sprachen für überbewertet hältst, liegst du mit Å(FRQRPLFVDQG%XVLQHVV$GPLQLVWUDWLRQ´genau richtig: Der Mix aus BWL und VWL ist etwas für die, die von Stressattacken bis zum Hauptstudium verschont bleiben wollen und eine solide Grundlage für die spätere Karriere schaffen möchten. c) Den Traum von einer gerechteren Welt hast Du schon seit der Mittelstufe. Da Du allerdings kein Blut sehen kannst und deshalb nicht als Arzt in die Dritte Welt reisen wirst, dachtest Du dir: Ein Job in einer Stiftung oder einem Ministerium wird’s auch tun – als Diplomat kann man ja schließlich auch vor Ort helfen. Wenn Dir das bekannt vorkommt, dann studiere am besten Å,QWHUQDWLRQDO(FRQRPLFV´: Dir wird dann nicht nur vermittelt, was Sodbrennen auf Spanisch heißt, sondern auch, dass man eigentlich jeden Sachverhalt in ein Modell verpacken kann – sei der Sachverhalt noch so kompliziert und das Modell noch so simpel und realitätsfern. Jane Dreyer

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d!

Fahrra m e d t i m isch …

7DJHVDXVÁXJPLWGHP)DKUUDGQDFK:DOGHQEXFK]XU5LWWHUVSRUW)DEULN Wenn wir alle mal ganz ehrlich sind, steckt in jedem von uns doch ein Schokojunkie… Als Student hat man es auch nicht allzu einfach und braucht hin und wieder mal etwas Nervennahrung. Das Problem beim Schokoladengenuss ist dabei nur immer wieder das Gewissen.

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Eigentlich sollte man ja mal wieder Sport machen und eigentlich sollte man auch mal wieder was für die Uni machen und eigentlich… Letzten Endes läuft es wieder darauf hinaus, dass man allein vor dem Schreibtisch mit seiner Tafel Schokolade sitzen bleibt.


semesterticket Daher solltet ihr mit etwa 1,5 Stunden rechnen, bevor ihr mit den dortigen Naschwaren belohnt werdet.

Daher unser Vorschlag: Fahrt mit dem Fahrrad zur Rittersport-Fabrik! Die Strecke führt euch von Tübingen ausgehend Richtung Norden über Bebenhausen, an Dettenhausen vorbei und schließlich nach Waldenbuch. Sehr einfach zu befahren, führt euch der Waldweg durch die idyllische Natur des Schwabenlandes. Die Strecke ist komplett ausgeschildert und somit auch leicht zu bewältigen. Insgesamt misst sie gute 18km und geht von Tübingen aus mehr bergauf als bergab.

In Waldenbuch angekommen, habt ihr die Möglichkeit, das Museum anzuschauen oder direkt zum Werksverkauf zu gehen. Werksführungen müssen vorher angemeldet werden. Der Werksverkauf bietet neben viel Bruchschokolade, die ihr zu vergünstigten Preisen erwerben könnt, auch andere diverse neue Schokokreationen, wie z.B. Vanillekipferl oder Orange- Karamell. Nachdem ihr euch den Bauch ordentlich voll geschlagen habt, könnt ihr die eben zugenommenen Kalorien auf eurem Drahtesel wieder verbrennen. Die Rückfahrt sollte euch Dank Bergabfahrt auch leichter fallen, so dass ihr kugelrund und überglücklich wieder in Tübingen eintrefft. Christoph Schulze und Fabian Meißner

3UHLVH Extrem abhängig von der Einkaufsmenge!!! gIIQXQJV]HLWHQ Montag bis Freitag 08:00 - 18:30 Uhr Samstag 09:00 - 18:00 Uhr Nur die Schokoausstellung kann man auch sonntags zwischen 11 und 18 Uhr besichtigen. 0HKU,QIRVXQWHU www.ritter-sport.de/#/de_DE/waldenbuch/

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Kommen Sie vorbei! ( Bibliothek! Bücher, Zeitschriften, DVDs ( Sprachen! Englisch, Spanisch ( Kultur! Vorträge, Filme, Musik, Dialoge ( Information! Studium, Arbeiten, Leben in den USA Deutsch-Amerikanisches Institut Karlstr. 3 · 72072 Tübingen · Tel. 07071-795 26-0

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www.dai-tuebingen.de


Sex im HĂś rs

aal

Viele Zeilen bleiben nicht mehr Ăźbrig. Sie PXVVGRFKQRFKNRPPHQGLHHLQHDOOHVHQWscheidende, Information. Wissbegierde kann man dir nicht abstreiten â&#x20AC;&#x201C; sonst hieltest du Du wirst nicht bereuen, diesen Artikel gele- gerade kein â&#x20AC;&#x17E;Wort zum Wiwiâ&#x20AC;&#x153; in den Händen. sen zu haben. Versprochen. Du wirst aber Aber welche Themen bei dir das grĂśĂ&#x;te Inenttäuscht sein, weil auf die Ă&#x153;berschrift nicht teresse erwecken â&#x20AC;&#x201C; zweifelst du da nicht an deinen Werten? sonderlich eingegangen wird. 'LHVH=HLOHQYHUVFKOLQJVWGXWURW]GHPLQGHU Hoffnung, doch noch etwas zu der Ă&#x153;berschrift zu erfahren. Genauer gesagt interessieren dich drei Buchstaben. Sie sind dir sofort ins $XJH JHVWRFKHQ XQG LP VHOEHQ 0RPHQW Ă&#x20AC;Dckerte schon eine Vorstellung, ein Bild vor dir auf. Nun wĂźrdest du es gerne deutlicher zeichnen: zuerst den HĂśrsaal, dann den Tisch des Dozenten und schlieĂ&#x;lich die beteiligten Personen.

Wie so oft kommt es also auf die richtige Verpackung an. Eine herausstechende Verpackung entfacht schlieĂ&#x;lich Neugierde und ruft begehrliches Verlangen hervor. Aber zu guter Letzt wird sie doch nur aufgerissen, abgestreift und weggeworfen. Wie es da im HĂśrsaal ausgesehen haben muss, stellst du dir hoffentlich nicht vor! Denn wie gesagt: selbst wenn es die Ă&#x153;berschrift vermuten lieĂ&#x;e, lässt dieser Artikel die Verpackung, ebenso kĂśnnte man sagen die HĂźllen, nicht fallen.

Nein! In diesem Artikel wird die GĂźrtellinie nicht unterschritten. Selbst wenn du es insgeheim gerne wĂźrdest. Zu behaupten, du wärst pervers, wäre pervers â&#x20AC;&#x201C; erliegen doch andere Leser der Anziehung des einen Wortes genauso.

Freilich hätte die Schlagzeile auch lauten kÜnnen: Klecks im HÜrsaal. Nur hätte denselben Text dann niemand beachtet und schon gar nicht zu Ende gelesen. Erinnerst du dich noch an den ersten Satz?

Du liest ja immer noch. Schon erstaunlich, was eine gelungene Ă&#x153;berschrift bewirken Das Versprechen wurde eingehalten. kann. Greifst du am Kiosk auch immer zur absatzstärksten Tageszeitung - in der mehr drĂźber als drunter steht und noch ein groĂ&#x;es Amadeus MĂźller Bild zum Kauf einlädt?

kolumne

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rätsel

< f“(x) 23

1. Wenn der Wert des Geldes immer weiter abnimmt, dann herrscht…

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0 21

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2. Der BIP-… ist der Preisindex des Bruttoinlandsprodukts.

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3. Ein Projekt A ist ..., wenn es kein anderes Projekt gibt, das hinsichtlich der Beurteilungskriterien nicht schlechter und hinsichtlich mindestens eines Kriteriums besser ist. (Substantiv)

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4. Nash ist berühmt für seine …

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5. f‘(x) = 0 und f‘‘(x) < 0 6. … schrieb die „General Theory“.

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7. die ganze Welt betreffend 8. Gibt es nicht nur als Fahrrad, sondern auch beim Institut für Deutsch als Fremdsprache

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9. Man darf Dr. Luis Huergo keine Mails zu diesem Thema schreiben. 10. Most Important Production Function! 11. Bank an …

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12. Sämtliche Aktivitäten von Einzelpersonen oder privaten Haushalten, die auf die Entnahme von Gütern oder Dienstleistungen aus dem Markt gerichtet sind


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 'RUW ¿QGHW MHGHQ 'RQQHUVWDJ HLQ „Fest“ statt. 16. Freitags gibt es dort meistens Fisch.

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17. Findet bei den Wiwis meistens im Kupferbau statt.

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18. Dünner Bestseller von Kruschwitz (umgangssprachlich)

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19. Entweder Werner oder Manfred geht dort gerne hin. 6

20. soll maximiert werden (sowohl mit Vermögen als auch mit Einkommen) 8

21. Lieblingsforschungsgebiet von Solow.

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22. Widerstand oder Hindernis, das auf dem Arbeitsmarkt besteht und verhindert, dass offene Stellen mit Arbeitslosen besetzt werden. 23. Ist wichtig bei der Bildung von Annahmen. 24. Das Newton-Verfahren bedient sich ihrer. 25. … hat den Lehrstuhl „Wirtschaftstheorie“ inne. (Nachname)

13. Derivation 14. Wirtschaftseinheit, die sich auf die Sicherung der Bedarfsdeckung ausrichtet

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Raubûberfall im Studentenwohnheim, der Einbrecher brûllt: „Hände hoch! Ich suche Geld!“ „Moment, wir suchen mit!“

„Wa sor s ist B e d „Be en Ju trug?“ , fr tru r ast a g fall en l ist, w udent gt der „Wi asse e Pro enn n e fes Sie . „We so de n.“ m n i i n l c h d das sich buc urc ?“ hdig h derje nach d eine macht nige d em S e zu s s ande , der s Betr trafge set uge die ren chä zs dige a U n.“ usnût nwiss schulzt, e um nheit die sen

Auf einer Wirtschaftskonferenz unterhalten sich der saudische König und Bill Gates. Sagt der der saudische König: „Der Ölpreis ist seit Jahren so hoch, ich hab so viel verdient, ich könnte die ganze Welt kaufen.“ Antwort von Bill Gates: „Ich verkaufe sie aber nicht...“

wirr


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)DON6FKXOWLV Schockiert und betroffen vernahmen wir die Nachricht, dass unser Freund Falk am 21. Oktober 2010 in Mexiko bei einem Kletterunfall tödlich verunglückt ist. Niemand konnte glauben, dass das wirklich passiert sein sollte. Durch die große Entfernung schien die Situation ungreifbar, da er wie viele von uns für ein Jahr im Ausland studieren wollte und doch eigentlich die beste Zeit seines Lebens haben sollte. Wer Falk kannte, der weiß, dass er immer aktiv sein wollte und viele Hobbies hatte. Er war begeisterter Fußballfan (VfB!), war im Unisport aktiv und spielte in der Mannschaft seines Wohnheims Geigerle. Dieses Wohnheim lag LKPEHVRQGHUVDP+HU]HQHURUJDQLVLHUWHQLFKWQXU$XVÀJHXQG Skatabende, sondern war auch treibende Kraft bei der Organisation des Geigerle-Festes. Auch unsere Doppelkopf-Runde hat er gegründet und am Leben gehalten, sodass wir gemeinsam viele spannende Sonntagabende genießen konnten. Nicht nur unsere Stocherkahnfahrten werden uns in schöner Erinnerung bleiben, da er hier, wie sonst auch, nie um ein Bier verlegen war, sodass man sich sicher sein konnte, dass man mit ihm als Freund keinen Freitag- oder Samstagabend allein verbringen musste. Bei all seinen Aktivitäten legte er großen Ehrgeiz an den Tag und motivierte dadurch auch seine Freunde. Viele Wiwis werden sich an ihn erinnern, da er 2 Semester mit uns internationale VWL studiert hat, bevor er zu Politikwissenschaften wechselte und weiterhin im Nebenfach VWL-Kurse belegte. Wir werden ihn vermissen und als guten Freund in Erinnerung behalten.

Michael Schmidt, Lisa Meier und Martin Bruns

nachruf


Wort zum WiWi Nr. 59  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2010/11

Wort zum WiWi Nr. 59  

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