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al i r o t edi

, liebe wiwis

Exzellente Qualifikationen und trotzdem am Bewerbungsgespräch gescheitert? Alle Vorbereitung und nächtliches Studieren der Fakten auf der Unternehmenshomepage umsonst? Schuld ist der verflixte erste Eindruck. Die wenigen Augenblicke, die dem Bewerber bleiben, um den Personalmanager mit den richtigen Informationen zu füttern. Sympathisch, zuverlässig, gepflegt, pünktlich – all das sind Attribute, die dem Anwerber in positiver Erinnerung bleiben. Kann man diesen zugegeben sehr subjektiven Prozess beeinflussen? Einen Versuch ist es in jedem Fall wert: Mit angemessener äußerer Erscheinung, Ausstrahlung und Authentizität rückt das Ziel der erfolgreichen Bewerbung gleich einen Schritt näher. Keine Angst, dieses Wort zum Wiwi ist kein Ratgeber geworden. Vielmehr sollte Euch diese Einführung einen Vorgeschmack auf die Bilderstory geben, in der wir Euch zeigen, welche Tücken ein Bewerbungsgespräch haben kann. Ganz bildlich wurde auch Prof. Schöndube begrüßt und zu seinem ersten Eindruck von Tübingen sowie zu seiner Meinung zu typischen Klischees befragt. Jenem ersten Eindruck widmet sich auch der neue Image-Film, dessen Produktion in den letzten Monaten auf Hochtouren lief und auf dessen Fertigstellung Ihr gespannt warten dürft.

Weiterhin informieren wir Euch über Neues an der Fakultät und der Universität. Anfang Juni habt Ihr gewählt! Wir stellen Euch Eure Vertreter kurz im Portrait vor. Ihr erfahrt, wie es nach dem Bildungsstreik weitergegangen ist und welcher Weg noch bevorsteht. Ferner verraten wir Euch, von welchen Wissenschaftlern Eure Profs glauben, dass sie die Wirtschaftswissenschaft entscheidend geprägt haben. Ganz philosophisch wird es auch bei unseren Streitgesprächen: Wir diskutieren darüber, ob sich unsere Professoren in der Öffentlichkeit inhaltlich äußern sollten und darüber, ob wir wirklich die ganze Mathe unserer Wissenschaft brauchen. Ausführlich berichten jetzige und ehemalige Studenten der Tübinger Wiwi-Fakultät, die ihren Bewerbungsprozess bereits erfolgreich durchlaufen haben. Sei es von der Model European Union Konferenz in Istanbul, aus Mexiko oder Michigan oder vom Volontariat bei der Financial Times Deutschland in Frankfurt. Außerdem stellen wir fünf ehemalige Tübinger Studierende vor, die es nach ihrem Diplom- oder Masterabschluss in ein Graduiertenprogramm im In- oder Ausland zog. Also jetzt: Raus in den Park, in die Sonne legen und das WZW mitnehmen! Viel Spaß beim Lesen!

Ina & Tanja

IMPRESSUM HERAUSGEBER FREIE FACHSCHAFT WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN MOHLSTRASSE 36 72074 TÜBINGEN Tel: 07071/29-74656

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V.i.S.d.P. TANJA GOODWIN

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REDAKTION TANJA GOODWIN, INA STORCK, Stefan Rohm, teresa Fiolka

WWW.FFW.UNI-TUEBINGEN.DE WZWMAIL@GMX.DE

LAYOUT INA STORCK

SPRECHSTUNDE MONTAG-DONNERSTAG 12-14 UHR, DIENSTAG + DONNERSTAG 10-12 UHR

AUSLANDSKORRESPONDENTEN benjamin guin, anna feikus

ERSCHEINUNGSDATUM 23. JUNI 2010

SITZUNG MONTAG, 20:00 UHR

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ichnis

inhaltsverze

FFW

TATA Interactive Systems TATA Interactive Systems gehört zur TATA-Gruppe, einem der größten indischen Unternehmen, mit Sitz in Mumbai und zählt zu den führenden Anbietern von E-Learning weltweit. Mit fast 30 Jahren Erfahrung in der Entwicklung computergestützter Planspiele und Simulationsmodelle (TOPSIM) haben wir uns im deutschsprachigen Raum als Marktführer etabliert. Mittlerweile haben wir über 100 Simulationsmodelle mit unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Schwerpunkten für verschiedene Branchen und Zielgruppen in der Wirtschaft und im Hochschulbereich entwickelt. Sie bieten vielseitige Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in der Aus- und Weiterbildung, im Bereich Recruiting, bei der Kommunikation anspruchsvoller Thematiken wie auch im Eventbereich. Neben einem Praxisstudenten im Marketing suchen wir auch einen

07| Fachschaftshütte

TATA Interactive Systems GmbH Neckarhalde 55 72070 Tübingen thomas@topsim.com www.topsim.com

Ihre Aufgaben: ƒ Sie entwerfen betriebswirtschaftliche Modelle als Grundlage unserer Simulationssoftware. ƒ Sie arbeiten konzeptionell an der inhaltlichen (Weiter-)Entwicklung unserer Produkte. ƒ Sie sind Teil unseres Projektteams und übernehmen eigenverantwortlich abgeschlossene Arbeitspakete. ƒ Sie konzipieren und verfassen Handbücher. Bei uns erwartet Sie: ƒ Ein absolut vielseitiges Arbeitsgebiet. ƒ Direkter Kontakt mit unseren über 1500 Anwendern. ƒ Überschaubare Strukturen, Spaß bei der Arbeit in einem jungen und motivierten Team. ƒ Raum für Ihre persönliche Entwicklung. ƒ Die Herausforderung, beim Marktführer mitzuarbeiten. Ihr Profil: ƒ Sie sind Student (m/w) im Bereich Wirtschaftswissenschaften (Bacheloroder Master) mit überdurchschnittlichen Leistungen. ƒ Bevorzugte Schwerpunkte: Finanzierung, Controlling und/oder Volkswirtschaftslehre. ƒ Sie arbeiten selbständig ebenso erfolgreich wie im Team, sind kommunikationsstark und engagiert. ƒ Sie sind sehr sicher im Umgang mit MS-Excel und Powerpoint. ƒ Professioneller Schreibstil. ƒ Sie stehen idealerweise in den Semesterferien zu einem Praktikum zur Verfügung und arbeiten danach als Werkstudent mit flexiblen Arbeitszeiten bei uns weiter.

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fachschaft 06

semesterrückblick

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fachschaftshütte

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wzw geschichte

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zentrales studierenden gremuim

studieren an der wiwifakultät

Praxisstudent (m/w) im Projektmanagement Kontakt: Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen in elektronischer Form. Ihr Ansprechpartner ist Dr. Tobias Thomas.

Jun 2010 | #58

wort zum wiwi

20| Auslandsbericht Michigan

36| Promotionsprogramme

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auslandsberichte

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durchfallquoten

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image film

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interview

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streitgespräch

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wahlen

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d.a.i

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wozu die mathe

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bewerbathon

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fotostory

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semesterticket

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wirr warr

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semesterrückblick Auch wenn Tübingen keine Campus-Uni ist und nicht alle Wiwis gemeinsam mit dem „Hogwarts Express“ angereist kommen, liegt im Oktober doch jedes Jahr das schöne Wiedersehensgefühl in der herbstlichen Luft. Besonders in der Fachschaft werden dann Sommerpraktika ausdiskutiert, gute oder schlechte Noten der Nachschreibeprüfung verdaut und das nächste Semester geplant. Die Einen kehren wieder zurück an ihren Schreibtisch oder zum Stammplatz in der Bibliothek, für alle anderen geht es auf eine der vielen Tübinger Semester-Einstand-Partys. Erstis braucht das Land! Gemäß diesem Motto begrüßten wir auch in diesem Jahr viele hochmotivierte und neugierige Erstsemester gebührend in der Einführungswoche. Durch den gestiegenen Frauenanteil könnte unsere Gleichstellungsbeauftrage nun bald für das männliche Geschlecht tätig werden, was bei den männlichen Studenten höherer Semester aber eher mit großem Interesse verfolgte wurde. In vielen Info-Cafés bei Kaffee und Keksen wurden Fragen und Unklarheiten bei Seite geräumt, beim bunten Rahmenprogramm wurden Kontakte geknüpft und die Stadt sowie das Nachtleben erkundet. Unerwähnt darf dabei nicht das Stadtspiel bleiben: trotz Wind, Regen und Mützen-Wetter hatte sich auch in diesem Jahr wieder ein Mutiger gefunden, der freiwillig (!) im Neckar baden ging. Für einige glücklich Ausgeloste ging es auch in diesem Jahr weiter auf die Erstihütte. Neben PizzaEssen, Kennenlern-Spielchen, einem feuchtfröhlichen Abendprogramm und der anschließenden morgendlichen Kater-Wanderungen, lernten wir gerade so die Herzlichkeit einer ganz besonderen Bäuerin im Schwarzwald kennen. Nach vielen Jahren Erfahrung können wir mit Zuversicht sagen, dass die dort geschlossenen Freundschaften das gesamte Studium und länger überdauern können.

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Auch in der Fachschaft durften wir uns über viel produktiven Nachwuchs freuen. Dieses Semester erreichte der Fachschaftsraum in etlichen Sitzungen seine Kapazitätsgrenzen. Unsere Fachschaftarbeit stand im Wintersemester vor allem im Zeichen der Fakultätsneugliederung. Da sich im Zuge der Fakultätszusammenlegung Strukturen, Kompetenzen und Gremien der Fakultät verändern, ist auch die studentische Mitbestimmung von diesen Änderungen betroffen. Aufgrund des langwierigen Prozesses der Neugliederung und den vielen involvierten Interessengruppen, die es zu berücksichtigen gilt, stand das Thema nicht nur jede Woche auf der Tagesordnung. Um das immense Arbeitspensums zu bewältigen, wurde ein eigenständiger Arbeitskreis unter den Wiwis gebildet, der sich seinerseits wieder mit den Fachschaften der anderen Fachbereiche wöchentlich traf. Auch die Debatte um die veränderte Studierendenvertretung auf Universitätsebene hat bei uns Wellen geschlagen. So haben wir zum ersten Mal offizielle Vertreter im ZSGT (Zentrales Studierenden-Gremium Tübingen) bestimmt, die sich dort jeden Montag für die Wiwi-Interessen einsetzen. Ein besonderes Augenmerk liegt noch bei der Umsetzung der VWL-Vorlesung „Principles of Economics“. Von Studentenseite angeregt, ist es der Fakultät nun in diesem Semester gelungen, die neue Vorlesung einzuführen. Während der trüben Wintermonate konnten wir die Wiwis mit einigen Partys aufheitern. Das WiWi-Clubhausfest löste bei den Besuchern wegen der tollen Stimmung und bei den Veranstaltern wegen der gut gefüllten Kassen Begeisterung aus. Auch die WiWi-Weihnachtsfeier mit anschließender Santa-Party konnte über mangelnde Besucherzahlen nicht klagen; bei Glühwein und Waffeln kamen hier sowohl Studenten verschiedener Semester untereinander, als auch Studenten und Lehrende ins Gespräch, um anschließend im Blauen Turm ausgelassen zu tanzen. An dieser Stelle ist es nun auch Zeit Danke zu

sagen. Danke an alle, die sich bei der Fakultätsneugliederung eingebracht und engagiert haben; danke an alle Studierendenvertreter in den Gremien der Fakultät und Universität und danke an die Organisatoren der zahlreichen Veranstaltungen, wie den Ersti-Info-Veranstaltungen, den oben genannten Festen, der

Einführung der Master Studenten, dem Weihnachtssingen, den Infocafés zu den BachelorSchwerpunktmodulen, dem Bücherflohmarkt und natürlich dem Wort zum WiWi! Mario Hoffmann und Anne Schmidt Semesterkoordinatoren des WS 09/10

Eindrücke eines „Regionalers“ nach fünf Semestern

Gerade jetzt, Tage vor dem Vordiplom, geht mir häufig der Gedanke durch den Kopf, ob diese erste Studienhälfte wirklich das gehalten hat, was ich mir vor dem Start in Tübingen davon versprachochen hatte. Der (mental und kilometermäßig) äußerst weite Sprung ins Schwabenland hat sich – so ein erstes Fazit – nicht nur wegen der heißgeliebten Laugenbrötchen gelohnt… Eine gewichtige Enttäuschung aber stellt für mich bisher eindeutig die Ausrichtung des Regionalstudiengangs dar, die meiner Meinung nach der entscheidende Grund für die hohe Aussteiger- und Abwanderungsquote ist (von 100 Erstsemestern kommen durchschnittlich 30 in Diplomnähe!). Der Kernwiderspruch: Hier werden Jahr für Jahr rund 100 Leute mit meist überdurchschnittlichen Abiturnoten zugelassen – Leute aus dem ganzen Bundesgebiet, zumeist kreativ und engagiert zumeist – die durch die ersten Semester oft in starkem Maße frustriert werden, weil der landeskundliche und sprachliche Teil nur als zusätzliche Komponente zum Wiwi-Grundstudium und keinesfalls als Schwerpunkt auftauchent. Die dogmatische Verschulung des Wiwi-Studiums und die stumpfsinnige Paukerei, beispielsweise vor dem Vordiplom (BWL-Grundlagen …), sorgen dafür, dass viel Begeisterung schlichtweg verschwindet und nur noch die „Inseln“ Geographie, Politik oder Brechtbau sowie das Zwischenmenschliche das Weiterstudieren möglich machen. Meiner Meinung nach werden hier Potentiale verschenkt!

So ist es kein Wunder, dass die RegionalerInnen sich nach (noch mehr) Betätigungsfeldern umsehen – Studentische Vertretungen, Organisation von Ringvorlesungen, Arbeitskreise, Betreuung von ausländischen StudentInnen, Mitarbeit in Kommissionen, … - wir sind halt eben nicht ausgelastet, was die intellektuelle und gesellschaftliche Herausforderung anbelangt. Letzteres ist nicht elitär gemeint, sondern eher als Teil meiner Enttäuschung zu verstehen. Hier wird in meinen Augen eine große Chance vertan: die Chance, einen fachübergreifenden Ansatz konsequent zu verfolgen und nicht uns Studierende mit materiellem Wissen zu überhäufen, um uns für das „exportorientierte mittlere und höhere Management“ gebrauchsfähig zu machen. wWarum können wir nicht selbst unseren Schwerpunkt oder unsere berufliche Ausrichtung bestimmen? Es gibt Lehrende und Betreuende, die dies erkannt haben und denen ich dafür danken möchte. Und vor allem sind es meine Mitstudentinnen und –studenten, die die letzten zweieinhalb Jahre zu einer ausgefüllten und farbigen Zeit werden ließen. Aber ob ich nach meinem Auslandsaufenthalt noch „Regionaler“ bleibe, das weiß ich noch nicht. Stefan(FFW) Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien im WZW No.2 (Februar 1991) und wurde hier unverändert abgedruckt. „Regionaler“ bedeutet hier: Student der „Regionalen VWL“, des Vorgänger-Studiengangs von „International Economics“.

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fachschaftshütte

e t t ü h s t f a h c s h Fac

Wie entsteht Teamgeist?

Als die 33 Fachschaftler an einem Sonntag im April wieder nach Tübingen heimfuhren, nahmen sie vor allem ein Gefühl vom Wochenen- de in Titisee Neustadt mit: Teamgeist. Inner-

Teamgeist entsteht, wenn man abends alte Kinderspiele wieder entdeckt und gemeinsam versuchen

>> Gleich 2 Geburtstagsfeiereien mit Kuchenverzehr der besonderen Art „When I say Kuchen, you say ‘oh’”, “Kuchen”-“Oh”, “Kuchen”-“Oh”! << halb von zweieinhalb Tagen war die Gruppe außergewöhnlich zusammen gewachsen, mehr als dies in den vielen wöchentlichen Sit- zungen hätte passieren können.

>> Autokonvoi angeführt vom A(T)ZE – nmobil<<

Wie entsteht Teamgeist? Wenn fünf mehr oder weniger zufällig zusam- mengewürfelte Wiwis im Auto gemeinsam bis an den Titisee fahren und sich derweil über ganz außerfachliche Themen unterhalten, wie dem Flirtverhalten der männlichen Spezies in verschiedenen Nationen oder der Idylle der immer dünner besiedelten Landschaft, je weiter man gen Süden des Schwabenlandes fährt.

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muss, die getarnten Wölfe in der abgewandel- ten Form von „Mord in Palermo“ zu entlarven und dabei aber ausgerechnet drei der „guten“ Mitspieler aus dem Spiel wirft. Teamgeist entsteht, wenn man gemeinsam in der Küche zwischen Zwiebeln und witzigen Geschichten mit einem Auge lacht und mit dem anderen weint. Teamgeist entsteht, wenn beim Mittagessen die schlagfertigen Sprüche über den Tisch gefeuert werden und man ganz nebenbei entdeckt, dass die auffallend stark gepfefferte Bolognese kaum jemandem etwas ausmacht. (Es scheinen wohl genug

von uns ihre Geschmacksnerven im Ausland auf Schärfe trainiert zu haben.) >> Wolfi

am Herd: 80 Kilo Leberkäs’ und eine Flasche Pfeffer auf 10 Kilo Hackfleisch<<

Auch wenn vier Wiwis wenig erfolgreich versuchen, drei Stunden lang, auch nur eine einzige Wurst auf dem Grill genießbar zuzubereiten, entsteht Teamgeist. (Wir haben nie behauptet, dass die Stärke des Wiwis in der Praxis liegt.) Ob beim Volleyball, beim Rugby oder beim Tretbootfahren – das Gefühl einer Gruppendynamik kommt beim Sport ganz von allein.

Nicht zuletzt in der gemeinsamen Arbeit an aktuellen Themen der Fakultät und der Universität bei strahlendem Sonnenschein auf der grünen Wiese fühlt man, wie sich ein Team bildet. Ein Team, in dem jeder seinen Platz – vielleicht auch seine Rolle – einnimmt und das gemeinsam mehr bewirken kann, als wenn jeder für sich versucht, Probleme zu lösen.

Wie man weiß, wann Einzelpersonen zu einem Team geworden sind? Wenn jeder sich so gibt, wie er ist. Wenn er alle Hüllen fallen lässt, sich nicht mit einer falschen Maske ins Rampenlicht stellt und wenn Vertrauen in die Gemeinschaft wächst. Wir ziehen seit unserer Fachschaftshütte noch mehr an einem Strang als vorher. Dank an alle, die dazu beigetragen haben, besonders Anne für die ausgezeichnete Organisation. Tanja Goodwin Unsere Workshops: •

Fakultätsneugliederung

Innovationen in der Lehre (mehr Interaktion)

Neu-Organisation der studentischen Mitbestimmung

Aktuelle Themen des Fakultätsrates und der Studienkommission

Tübinger Masterprogramme (Welche Studierende sind die Zielgruppe?)

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erichten, IPVon Auslandsb ungen Prüfungsordn Adressen und

Ein kleiner Ausflug in die Archive des WzW

Um mich als „Dinosaurier“ in der Fachschaft nicht ganz so alt zu fühlen, habe ich eine kleine Reise in die Vergangenheit unternommen und alte Ausgaben des „Wort zum Wiwi“ durchstöbert. Dabei habe ich einige interessante Details zu Tage gefördert: Das erste Wort zum Wiwi erschien Anfang 1991, getippt mit der Schreibmaschine und verziert mit selbstgemalten Bildchen und Überschriften. Verteilt wurden 800 „Hefte“, die eigentlich nur ein Stapel kopierter Zettel waren. Das ambitionierte Ziel: Alle zwei Monate während des Semesters eine Ausgabe herauszubringen. Und: das WzW war eine Kooperation zwischen den beiden Wiwi-FachStadt / Land Argentinien Bilbao Boston Bozeman / USA Brasilien Coventry Göteborg Göteborg Guadalajara Japan Kairo Kanada Lausanne Mailand Malaga Malaga Mexiko Moskau New Haven Oviedo Paris Peking Peking Rio de Janeiro Sacramento San Francisco Seattle Straßburg Südafrika Sydney Texas Turin

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Ausgabe 53 46 47 55 55 56 49 43 46 49 56 44 44 53 54 49 56 55 45 51 57 48 57 51 57 54 51 45 55 43 50 50

Seite 18-19 49-51 11-12 44-47 48-50 30-32 37-38 28-29 52-54 39-41 33-35 32-33 30-32 20-21 22-23 33-36 36-38 42-43 40-41 28-30 24-25 34-36 20-23 34-35 24-25 20-21 32-33 42-43 51-53 30 18-19 19-21

schaften FFW und RCDS/Unabhängige, die sich damals noch getrennt um die Belange der Studierenden kümmerten und gegenseitiges Sticheln nicht lassen konnten. Leider sind nicht alle alten Ausgaben erhalten geblieben, trotzdem lässt sich aber eine schöne Entwicklung nachzeichnen, sowohl in Bezug auf das Layout, aber auch was die Inhalte betrifft. Während früher aktuelle Veranstaltungen, die Berufung neuer Profs und studienrelevante Themen den größten Teil der Ausgaben einnahmen, werfen wir in den letzten Jahren auch einen Blick über den Tellerrand: Wie geht es nach dem Studium weiter? Was für Praktikumsmöglichkeiten gibt es? Welche Praxisrelevanz haben die Studieninhalte? Ihr stöhnt unter der Prüfungslast und den Ansprüchen des Bachelor-Studiums? Vor 20 Jahren erwartete einen Wiwi-Studenten nach dem vierten Semester eine Vordiplomprüfung (zusätzlich zu den ohnehin zu schreibenden Klausuren zum Semesterende) und zum Studienende noch eine Blockprüfung in den einzelnen Fächern. Der Zeitdruck war vermutlich nicht so hoch wie heute, die Ansprüche aber ganz bestimmt nicht geringer. Dementsprechend war eine Reform der Prüfungsordnung immer wieder ein großes Thema. Auch der technische Fortschritt lässt sich anhand der Betrachtung der WzWs nachvollziehen. Das Layout wurde immer professioneller und die Arbeit im Hintergrund mehr und mehr von Gestaltungsprogrammen und Internetkommunikation bestimmt. Vieles, was uns heute als selbstverständlich erscheint, das war noch vor wenigen Jahren undenkbar. Einige Beispiele gefällig? In Ausgabe 43 (Dezember 2002) wird über die Beantragung der ersten Fachschafts-IP-Adresse berichtet – ein langwieriger und um ein Haar auch kostspieliger Prozess. In der nächsten Ausgabe folgte dann eine Umfrage, wo WLAN-Hotspots aufgestellt werden könnten; wobei diese geplante Neuerung in der Fakultätsinfrastruktur erst noch erklärt werden musste.

geschichte des wzw Bücherflohmärkte gibt es bereits seit 1994 – vorher wurde im WzW eine Liste mit den verfügbaren Büchern und den dazugehörigen Preisen veröffentlicht. Wer sich noch an Guidos berühmt-berüchtigtes Erstilied zur Melodie von „Über den Wolken“ erinnert – in Ausgabe 45 findet ihr den Text abgedruckt, ebenso ein Antwortlied der damaligen Erstigeneration (die inzwischen wohl auch schon größtenteils die Uni verlassen hat). Es gab Zeiten, in denen Fotos jedes einzelnen Fachschaftlers im Wort zum Wiwi abgedruckt wurden – damals über zwei oder drei Seiten. Heute könnte man glatt ein Sonderheft zu diesem Zweck herausbringen. Erasmusberichte waren in den ersten WzWAusgaben noch die Ausnahme, es war ja auch noch nicht so selbstverständlich, ein oder zwei Semester im Ausland zu verbringen. Nettes

Detail bei den ersten Berichten: Unter den Artikeln steht jeweils eine Telefonnummer als Kontaktmöglichkeit – ob unter den angegebenen Nummern wohl noch jemand zu erreichen ist? Immer noch interessant zu lesen sind die Auslandsberichte der letzten Jahre. Einen Überblick findet ihr in nebenstehender Tabelle. Wer neugierig geworden ist: Die Ausgaben 43-57 können auch online gelesen werden (http:// issuu.com/wzwmail/docs). Auch über das ehrenamtliche Engagement neben der reinen Fachschaftsarbeit ist in den WzW-Archiven einiges zu finden: Wusstet ihr, dass wir einen ehemaligen UN-Jugenddelegierten unter uns haben? Und wie viele Tausend Euro in den letzten Jahren bei unserem Weihnachtssingen zusammen gekommen sind? Kristina Schroelkamp


Zentrales Studierenden-Gremium Tübingen Von besetzten Hörsälen zu konstruktivem Dialog: Wohin der Bildungsstreik geführt hat und welcher Weg uns noch bevor steht.. Bereits in der letzten Ausgabe des WZWs haben wir uns intensiv mit dem Bildungsstreik in seinen verschiedenen Facetten auseinandergesetzt und dabei vor allem versucht, die losgetretene Dynamik aus Wiwi-Perspektive zu analysieren. Inzwischen läuft schon seit Langem wieder der normale Alltagsbetrieb in den Hörsälen und vielen scheint es, als sei es bereits aus den Köpfen der Studierenden gewichen, ihre Mitspracherechte einzufordern und die teilweise extremen Missstände an der Universität zu beklagen. Nicht ganz. Auch wenn die große Welle des Protests vorbeigeschwemmt ist, wird auf verschiedensten Ebenen weitergearbeitet und die Wiwis sind natürlich mittendrin. Aus dem Elan des Streik-Herbstes ist seit November 2009 ein aktiver Arbeitskreis entstanden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, neue Rahmenbedingungen für eine GEMEINSAME Studierendenvertretung auf universitärer Ebene zu entwickeln. Studentische Mitbestimmung, ein Schlüs-

Das neue Gremium

selbegriff des Bildungsstreiks, von allen Seiten gefordert – aber was heißt das genau? Wie kann eine solche Vertretung aussehen? Und vor allem, wie kann man das bisherige System, bestehend aus einer aktiven Fachschaftenvollversammlung (FSVV) und einem in Baden-Württemberg hochschulpolitisch machtlosen Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), so gestalten, dass auf Dauer alte Schranken abgerissen werden und Fachschaften, hochschulpolitische Gruppen sowie interessierte Studierende konstruktiv zusammenarbeiten können? Ein schwieriges Unterfangen mit vielen Fragezeichen und Klippen – zu lange schon wurden die Synergieeffekte studentischen Engagements nicht genutzt (und ein solch ineffizienter Zustand ist für uns Wiwis nun mal besonders schmerzhaft.) Die Bewegungen im vergangenen Semester haben jedoch letztendlich den Anstoß dafür geben können, eine transparente Plattform zu schaffen, um den angestoßenen Dialog fortzuführen. Ganz ohne Zweifel soll auch in Zukunft eine gewisse Pluralität von Meinungen und Überzeugungen existieren, jedoch innerhalb klarer, transparenter und GEMEINSAM erarbeiteter Strukturen. Zur Vorbereitung und Unterstützung dieses Prozesses haben sich AStA und FSVV dazu entschlossen, schon in diesem Sommersemester (und zunächst auf dieses Semester beschränkt) eine Art Erprobungsphase der GEMEINSAMEN Arbeit zu beginnen. Ziel ist es,

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das gegenseitige Vertrauen und Verständnis der Gruppen zu stärken und eine Austauschbasis für aktuelle studentische Belange zu bieten. Das Landeshochschulgesetz (LHG) für Baden-Württemberg sieht jedoch eine solche Struktur nicht vor – ein Grund, aber kein Hindernis, wie sich gezeigt hat. Die Idee hinter dieser neuen Form der Zusammenarbeit ist, dass der AStA seine Kompetenzen mit sofortiger Wirkung einem neu erschaffenen, unabhängigen Gremium – dem ZSGT (= Zentrales Studierenden-Gremium Tübingen) – übertragen hat. Die Grundgleichung des Prozesses lautet:

Kreatives Denken + viel Diskussionsfreude + große Kompromissbereitschaft + Risikofreude = ZSGT

Dieses monatlich tagende Gremium übernimmt die Aufgaben des AStAs, bietet aber darüber hinaus die Möglichkeit, bislang durch das LHG ausgeschlossene Themen auf die Tagesordnung zu setzen. Hier haben Fachschaften und hochschulpolitische Gruppen je 50% der Stimmanteile. Gleichzeitig hat sich die FSVV für die hochschulpolitischen Gruppen des AStAs geöffnet und diesen je zwei Stimmen in ihren wöchentlichen Montagssitzungen

Eure Interessensvertreter im „alten“ AStA zugesprochen, sodass es nun zu einem erstaunlich hohen Informationsfluss rund um die Hochschulpolitik kommt, den wir sehr begrüßen. Auch die Einführung eines GEMEINSAMEN neuen Verteilers, über den Protokolle, Einladungen, Anträge, Uni-interne Infos und allgemeine Diskussionspunkte verschickt werden, hat zu einer verbesserten Kommunikationskultur unter den Studierenden geführt. Im Hinblick auf die Uniwahl überrascht die Existenz eines GEMEINSAMEN Wahlflyers. Dies ist ein Phänomen, das noch vor einigen Jahren gänzlich undenkbar gewesen wäre. Das Ziel ist ganz klar und romantisch ausgedrückt: eine GEMEINSAME Zukunft! Eine neue Form der Studierendenvertretung, in der Fachschaften und hochschulpolitische Gruppen GEMEINSAM lautstark die Interessen der Studierenden vertreten. Es bleibt spannend… Josefine Koebe

zentrales studierenden gremium13


auslandsberichte Monterrey

Der heiße Norden Mexikos len und die stark verwurzelte Kultur. Ich habe es ehr genossen, mit den Mexikanern ihren Nationalfeiertag zu feiern oder den wichtigen Feiertag „Dia de los Muertos“ zu erleben. Unvergessliche Ereignisse ich beim campen, wandern, reiten und schwimmen mit Freunden sowie Pyramiden besteigen, Museen besichtigen und Kaffeebohnen pflücken waren unvergessliche Erlebnisse.

In 9000 km Entfernung und nach ca. 16 Flugstunden landete unser Flieger in Monterrey - der 3,6 Mio. Metropole im heißen Norden Mexikos. Ich war schon ein bisschen aufgeregt, was in den nächsten 6 Monaten auf mich zukommen sollte. Aber zum Glück hatte ich ja die Unterstützung von 3 anderen Tübinger Austauschstudenten. Und ich hatte nicht mit der enormen Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Mexikaner gerechnet! Beim Aussteigen wurden wir zunächst von mindestens 40 Grad Hitze überrascht. Aber wie sich später herausstellte trägt Da fällt der Ausländer doch kaum noch auf, oder? man in Monterrey auch bei diesen Temperaturen lange Jeans – die Klimaanlage in der Uni kühlt nämlich auf ca. 15 Grad runter!

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Am Flughafen wurde ich dann von einer Freundin abgeholt, die ich bis dahin nur über eine andere Person

und über emails kannte. Da habe ich zum ersten Mal die Gastfreundschaft der Mexikaner gespürt. Bei ihr konnte ich total selbstverständlich in den ersten Wochen wohnen, sie hat mich zur Uni gefahren, mir geholfen eine Wohnung zu finden und vieles mehr. An der Uni in Monterrey läuft es etwas anders ab, als ich es aus Tübingen gewohnt bin. Die Kurse sind eher wie Klassen und die Professoren wie Lehrer. Der Unterricht findet interaktiv statt und ständig waren wir mit Hausaufgaben und monatlichen Prüfungen beschäftigt. Die Anwesenheit in den Kursen wurde jedes Mal überprüft und man musste aufpassen nicht zu viele faltas anzusammeln. Naja, das Tübinger und das Mexikanische System haben beide so ihre Vor-und Nachteile. Am besten haben mir die zahlreichen Reisen durch Mexiko gefal-

Aber ich komme nicht nur mit tollen Kunstmarkt im Erfahrungen wieder - beispielsweise Hinterhof musste ich feststellen, dass mündliche Abmachungen nix taugen: So stand ich nämlich eines Tages ohne Bett in meinem angeblich möbliert gemieteten Zimmer! Und meine Vermieterin hatte nicht vor mit ein neues Bett zu besorgen, auch Dank der warmen Gastfreundschaft fühlt wenn sie das versprochen man sich schnell willkommen in Mexiko. hatte. Daher musste ich gut 2 Wochen in meinem eigenen Zimmer campen bis ich was Neues gefunden hatte. Nach ziemlich genau 6 Monaten ging es dann wieder zurück nach Deutschland – ins eiseskalte Deutschland, das gerade in einem Winterchaos versank, als ich ankam! Ich vermisse nicht nur die warmen Temperaturen, sondern auch die warme offenherzige Art der Mexikaner. Zum Reisen würde ich jeder Zeit wieder nach Mexiko zurückkehren. Zum Studieren eher nicht. Anna Feikus

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trafen wir uns und diskutierten aktuelle Themen aus verschiedenen Blickwin“Go Blue“?!? keln. Wir diskutierten beispielsweise die Zielgröße „Wirtschaftswachstum“ unter Ziemlich verwirrt war ich bei diesem Berücksichtigung der Nachhaltigkeit und Spruch, den mir der Bundespolizist am Verteilungsaspekten. Flughafen von Detroit augenzwinkernd Abgesehen davon gab es sehr viele nachrief. Er hatte soeben mein Visum Möglichkeiten Sport zu treiben. Das gecheckt, dem zu entnehmen war, dass System funktioniert wie folgt: Es gibt in vielen Sportarten sogenannte Varsity-Teams. Sport wohin man sieht: Varsity-Teams, Diese messen sich mit Club-Teams und Intramural-Sport anderen Universitäten und sind sehr kompetiich die kommenden Monate an der Unitiv. Die Sportler dieser Teams trainieren versity of Michigan studieren würde. mehrmals wöchentlich und reisen am Doch kaum war ich in Ann Arbor, dem Wochenende teilweise mehrere tausend relativ kleinen Städtchen im Herzen von Kilometer, um mit anderen Unis in den Michigan, angekommen verstand ich Wettbewerb zu treten. Sie sind die Ausworum es ging. Es war die Parole der hängeschilder der Universität und die Universität und alle, die in Ann Arbor leSportler genießen hohes Ansehen bei ben, identifizierten sich voll und ganz mit den Kommilitonen und gewisse Privilediesem „Schlachtruf“ – das Wappen der gien bei den Professoren. Abgesehen Universität ist nunmal „BLUE“. davon gibt es Club-Teams. Das sind Mannschaften, die sich ebenfalls gegen Ganz besonders erfuhr anderen ich diese Verbundenheit Universizur Universität bei den wötäten anchentlich stattfindenden Spielen der American Football Mannschaft, der Michigan Wolverines. Regelmäßig kamen mehr als treten. Das Niveau ist jedoch niedriger 100.000 Zuschauer in das Stadion („The als jenes der Varsity-Teams und es wird Big House“), um ihre Mannschaft anzuweniger trainiert. Für die Freizeitsportler feuern. Die Parole? Naja: „GO BLUE“. gibt es den sogenannten „IntramuralSport“. Man kann seine eigene MannZugegebermaßen war ich während schaft oder sich selbst anmelden und meines Semesters recht häufig unter diesen 100.000 ZuschauÜber den Tellerrand hinausschauen: Kurse ern, aber nicht nur: Es gab eine an anderen Departments belegen! Vielzahl unterschiedlicher studentischer Organisationen, deren Veranstaltungen man besuchen und denen treibt dann gemeinsam Sport. Zum Beiman beitreten konnte. Einige andere spiel gibt es mehrere Intramural Soccer Austauschstudenten und ich gründeten Turniere. In unterschiedlichen Klassen die Gruppe „Agora“. Jeden Donnerstag werden dann Universitätsmeister ausge-

auslandsberichte

GO BLUE!

Ein Semester an der Uni versity of Michigan

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spielt. Der Wettbewerbsgedanke spielt hierbei eine untergeordnete Rolle und der Spaß am Sport steht im Vordergrund. Studiert habe ich natürlich auch – und das nicht zu wenig: Ursprünglich war mein Plan vor allem Graduatekurse am Economics Department zu belegen. Um mein Diplomstudium nach dem Auslandsaufenthalt beenden zu können, braucht ich jedoch unbedingt noch einige Credits im Fach Statistik. Zusätzlich wurden unglücklicherweise im Fall Term 2009 keine für mich geeigneten Kurse im Graduateprogramm angeboten und

so belegte ich ein Honors-Seminar des Undergraduateprogramms namens „Empirical Macroeconomics“ und zwei Kurse am Statistikdepartment: „Design and Analysis of Experiments“ und „Statistical Quality Control“. Ich habe außerdem am Undergraduate-Kurs namens „Monetary and Financial Theory“ teilgenommen. Ich persönlich kann zukünftigen Studenten bei der Kurswahl nur ermutigen, auch an anderen Departments nach Kursen zu suchen. Freunde von mir haben auch Kurse an der Ford-School of Public Policy oder an der Ross Business School gewählt. Für Wirtschaftsstudenten wären

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durchfallquoten

auch Kurse des Programms „Financial Engineering“ oder des Politics-, Statisticsoder Mathematics-Department interessant. Abgesehen davon gibt es eine Vielzahl an Sprachkursen, die man wählen kann. Alle Studenten des Colleges LS&A (Literature, Science and the Arts), zu dem auch das Economics-Department gehört, sind dazu verpflichtet eine Mindestanzahl an Credits in Sprachen zu belegen.

Road-Trip durch den Westen Gerne hätte ich einen Kurs an der Graduate Business School („Ross School of Business“) belegt. Leider wurde mir letztlich der Zugang zu diesen Kursen verweigert. Dies bestätigt den Trend, dass die Graduate Business Schools wohl tendenziell unabhängig von den Universitäten werden, an welche sie angegliedert sind und zunehmend eigene Austauschprogramme aufnehmen. Die Kurse, die ich wählte, waren ziemlich zeitintensiv. Daher habe ich es während des Semester nicht geschafft, längere Reisen über die Grenzen von Michigan hinweg zu unternehmen. Ich nutzte einige Tage an den Wochenenden zum Erkunden von Michigan. Im Anschluss an das Fall Term hatte ich dann aber doch noch Zeit, auf einem mehr als zweiwöchigen Roadtrip den Westen der USA zu erleben. Dies war wohl die beste Zeit des Auslandsaufenthaltes. Insgesamt war das Semester eine sehr interessante und lehrreiche Zeit. Michigan ist auf jeden Fall eine Reise wert. Benjamin Guin

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auslandsberichte

Zwischenprüfung

Wintersemester 2009/10 Haupttermin Februar 2010 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Haupt

Neben

Haupt

Neben

WI

32

6

4

1

EDA

206

14

28

Einf Wiwi

130

88

I&F

193

Makro I

Durchfallquote Haupt

Neben

Durchschnitt Haupt

Neben

12,50% 16,67%

3,27

3,73

6

13,59% 42,86%

2,67

3,47

10

30

7,69%

34,09%

2,64

3,62

34

26

13

13,47% 38,24%

2,76

3,51

136

15

9

4

6,62%

26,67%

2,28

3,57

Mathe

243

26

24

12

9,88%

46,15%

2,65

4,01

QM

158

19

2

6

1,27%

31,58%

2,29

3,27

ReWe

229

49

14

16

6,11%

32,65%

2,33

3,58

PoE

28

1

5

1

17,86%

100%

3,18

5,00

P-Recht

188

2

31

1

16,49% 50,00%

3,00

3,70

Nachholtermin April 2010 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Durchfallquote

Durchschnitt

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

WI

26

5

1

1

3,85%

20,00%

3,17

3,74

EDA

72

9

7

3

9,72%

33,33%

2,64

3,40

Einf Wiwi

148

46

5

10

3,38%

21,74%

1,82

3,30

I&F

82

21

7

9

8,54%

42,86%

2,85

4,02

Makro I

127

4

37

3

29,13% 75,00%

3,53

4,68

Mathe

26

12

7

7

26,92% 58,33%

3,32

4,06

QM

34

6

1

1

2,94%

16,67%

2,94

3,05

ReWe

27

18

7

7

25,93% 38,89%

3,14

3,83

PoE

29

0

3

0

10,34%

/

2,66

/

P-Recht

86

6

4

2

4,65%

33,33%

2,70

3,90

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Ein Hauch von Hollywood

…Hintergründe zur Produktion des neuen Wiwi-Image-Films

Wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge gibt es wie Sand am Meer - sie alle sind praxisbezogen und international ausgerichtet und ohnehin hat man, egal für welche Hochschule man sich im Endeffekt entscheidet, beste Karrierechancen. Zumindest könnte man das meinen, wenn man sich die unzähligen Internetseiten und Studiengangsbeschreibungen der Fakultäten ansieht. Um den potentiellen Bewerbern die Entscheidung zu erleichtern und sie für ein Studium an Deutschlands ältester Wiwi-Fakultät zu begeistern, haben die Freie Fachschaft Wiwi gemeinsam mit Thomas Knoll von der Unternehmenskontaktstelle ein Film-Projekt ins Leben gerufen: In einem 7minütigen Kurzfilm, der nach Veröffentlichung dieses WZWs im Internet zu finden sein wird, wollen wir zukünftige Bachelor- und Masterstudenten auf die Vorzüge eines Wirtschaftsstudiums in Tübingen aufmerksam machen und damit auch den Ruf unserer Fakultät und der Tübinger Absolventen in der Wirtschaft weiter fördern.

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image film

Uns als Fachschaft war es bei diesem Projekt wichtig, ein positives aber auf keinen Fall realitätsfremdes Bild von einem Studium in Tübingen zu vermitteln: Natürlich werden der Qualität von Lehre und Forschung an unserer Fakultät sowie der Internationalität der Ausbildung (Sprachen, Partnerunis etc.) eine große Bedeutung beigemessen, doch darüber hinaus soll dieser Film auch auf die Attraktivität Tübingens als Studentenstadt und die vielfältigen Freizeitaktivitäten, die sich Studenten hier bieten, aufmerksam machen. Es hat uns daher besonders gefreut, neben den Professoren Grammig und Herbst sowie unserem Alumnus Hans-Michael Huber auch David Feierabend, Yueqing Wang und Tina Straßburger als studentische Stimmen für unseren Film zu gewinnen! Für ihre authentische Präsentation und ihr leidenschaftliches Engagement möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken! Finanziert wurde der Film aus Mitteln für das sogenannte „Fakultätsbranding“, die der Un-

ternehmenskontaktstelle für ihre Aktivitäten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit bereitgestellt werden. Dieses Budget wurde aus Studiengebühren finanziert. Thomas Knoll, Verantwortlicher für das Projektmanagement, erklärt, warum dieses Projekt aus seiner Sicht wichtig für die Tübinger Wirtschaftswissenschaft ist: In den vergangenen Jahren hat sich an der Fakultät sehr viel verändert, nicht zuletzt auch durch die Umsetzung des Bologna-Prozesses und die Studiengebühren. Ein neues Qualitätsbewusstsein hat Einzug gehalten, sowohl was die Anforderungen an die Studierenden, aber auch was deren berechtigte Erwartungen an die Fakultät angeht. Einiges hat sich bereits verbessert, manches steckt noch in den Kinderschuhen und muss sich erst entwickeln. In jedem Fall ist es aber wichtig, diese Veränderungen nach außen zu kommunizieren. Wir bilden viel versprechende Absolventen aus, die Botschaft ist aber noch nicht überall angekommen. Das betrifft sowohl potentiell am Studium Interessierte als auch die Praxis und die breite Öffentlichkeit. Insbesondere die Zielgruppe der Abiturienten nutzt heutzutage insbesondere das Internet, um sich über die Studienmöglichkeiten zu informieren. Ehemalige und Unternehmensvertreter erreicht man eher über Veranstaltungen. Für beide Informationskanäle und damit auch für beide Zielgruppen ist dieser Film gleichermaßen geeignet – und deshalb machen wir ihn. Nach Monaten intensiver Vorbereitung, abendfüllenden Diskussionen über das Drehbuch und schließlich vielen anstrengenden Drehtagen mit Interviews, (durch die Wetterkapriolen verzögerten) Außen- und sogar Luftaufnahmen sowie Wochen der Nachbearbeitung ist es uns letztlich doch gelungen, diesen

Film pünktlich zum Grillfest der Fachschaft fertig zu stellen! Herr Knoll, was war denn rückblickend Ihr persönliches Highlight während der Produktion dieses Films? Eigentlich ist das gesamte Projekt – so viel Arbeit auch drinstecken mag – ein Riesenspaß. Der bisherige emotionale Höhepunkt war sicherlich der Moment, als ich die ersten fünf Minuten Rohschnitt zu Gesicht bekam. Da wurde sicherlich das eine oder andere Glückshormon freigesetzt. Das absolute Highlight ist aber das Kernteam, angefangen von der Regisseurin Steffi Drewes von der HdM (Hochschule der Medien, Stuttgart), Andi Bückle und Hanka Kehr von CampusTV (Kamera, Schnitt etc.) und den beiden Fachschaftlern Josefine Koebe und Marco Klapper. Von Beginn an hatten wir einfach eine tolle Stimmung und einen echten Teamgeist in der Truppe. Für uns alle war dieser Film – nicht zuletzt aufgrund der eigenen hohen Ansprüche – eine echte Herausforderung, deren Bewältigung uns zumindest am Anfang wohl nicht jeder zugetraut hat. Doch das Endergebnis spricht, so denke ich, für sich. Sollte es uns damit gelingen, die Einen oder Anderen positiv zu überraschen, wären wir sehr zufrieden. Über Feedback zum Film würden wir uns natürlich sehr freuen! Marco Klapper

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>>Sagen wir jetzt nichts!<< Grabenkämpfe zwischen Betriebswirten und Volkswirten kenne ich persönlich nur vom Hörensagen. In Magdeburg wurde die Einheit der Wirtschaftswissenschaft betont. Ich denke, dass es in Tübingen ähnlich ist. Ich jedenfalls sehe keinen Graben zwischen Wirtschaftstheorie einerseits und Management-Wissenschaft andererseits.

Ich bin selbst Diplom-Kaufmann und bin mit meiner Ausbildung eigentlich ganz zufrieden. Ich habe in meinem Diplomstudium auch Freizeit gehabt, aber ich kann mich auch gut daran erinnern, hart gearbeitet zu haben. In BachelorProgrammen hat man in den ersten Semestern wohl einen größeren Druck als im Diplomstudium, weil alle Prüfungen in die Gesamtnote eingehen. Dafür brauchte man im Diplom-Studium einen längeren Atem. Mit der Umstellung auf Bachelor/Master sind auch die Inhalte neu strukturiert worden. Wenn ich mir die Studienpläne von Bachelorprogrammen anschaue, sehe ich teilweise Verbesserungen in der methodischen Ausbildung.

Tübingen hat mich schon bei meinem ersten Besuch 2006 sehr beeindruckt. Die Eigenschaft „cool“ wäre mir allerdings nicht als erstes eingefallen, aber das hängt natürlich davon ab, wie man „cool“ definiert. Das Stadtbild und die Geschichte der Stadt faszinieren mich.

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In Anlehnung an die Interviewreihe des SZ-Magazins haben wir unser Begrüßungsgespräch mit Prof. Jens Robert Schöndube fotographisch bereichert: Unsere Fragen in Bildern, Prof. Schöndubes Antworten in Textform. Stefan Rohm und Tanja Goodwin

Die Gefahr, dass man als anonymer Student in der Masse versinkt, sehe ich an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Tübingen eigentlich nicht. Selbst die Veranstaltungen im ersten Studienjahr sind, verglichen mit anderen Standorten, noch relativ„klein“. Außerdem hat man auch schon im ersten Jahr die Möglichkeit, im Rahmen von Tutorien aktiv in Veranstaltungen mitzuwirken. In den späteren Semestern ergibt sich der Kontakt zu Dozenten im Rahmen von Seminaren und Vorlesungen in Kleingruppen von allein.

Ich freue mich sehr, seit dem Sommersemester in Tübingen zu sein. Ich bin von den Kollegen und den Studierenden hervorragend aufgenommen worden; insofern ist mir der Einstieg hier sehr leicht gefallen. Jetzt fehlt mir nur noch die passende Wohnung zu meinem Glück.

interview

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Wissenschaft in der Öffentlichkeit: Ein Pro und Contra. Bitte vernünftig forschen, statt populistisch zu posaunen Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise erfordert in immer schnellerem Tempo immer größere Rettungspakete in unfassbar erscheinenden Größenordnungen. Genauso wächst der Erklärungsbedarf in der Bevölkerung und in den Medien, die sich gerne an Wirtschaftswissenschaftler wenden, um kompetenten Rat zu erlangen. Wir fragen daher: Ist das überhaupt wünschenswert? Was dabei herauskommt, wenn Professoren versuchen, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge in Fünfminutenstatements in Nachrichtensendungen zusammenzufassen, konnten wir in den letzten Wochen zur Genüge beobachten: Im ersten Fall kommen dabei Allgemeinsätze heraus, die genauso gut sind wie die der meisten Politiker: sie tun niemandem weh, bieten aber auch keinen Erkenntnisgewinn. Im zweiten Fall sind da diejenigen, die ernsthaft versuchen, die komplexen Zusammenhänge zu erklären, dann aber daran scheitern, diese in der Kürze der Zeit allgemein verständlich zu machen und den Zuschauer genauso ratlos hinterlassen wie vorher. Im Fall drei schließlich werden die Dinge so stark vereinfacht, dass sie mit einer polarisierenden Meinung zwar Gehör finden und Aufmerksamkeit erringen, der Sache an sich aber überhaupt nicht gerecht werden. Die Aufgabe der Wirtschaftswissenschaft ist es, wirtschaftliche Zusammenhänge zu erforschen und ihren Ursachen auf den Grund zu gehen. Ziel ist wissenschaftliche Erkenntnis, die (leider) in der Regel zu komplex für medienwirksame Statements ist. Wer wissenschaftliche Erkenntnis in die öffentliche Diskussion einbringen möchte, sollte dies in Form

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eines allgemein verständlichen Buches tun, das transparent und verständlich klar macht, worin ein Problem besteht und wie es gelöst werden könnte. Die Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen und Joseph Stiglitz z.B. gehen diesen Weg. Wer wissenschaftliche Erkenntnis in die politische Diskussion einbringen möchte, der hat die Möglichkeit, dies effektiv über diverse wissenschaftliche Beiräte und Beratergremien zu tun. Professor Claudia Buch geht diesen Weg. Wer hingegen versucht, öffentlichkeitswirksam in Interviews und Talkshows beide Ziele zu erreichen, erreicht in der Regel keines von beidem. Der Ansatz der Tübinger Wirtschaftswissenschaftler ist es, einen Ruf aufzubauen, der auf wissenschaftlich solider Forschung statt auf öffentlichkeitswirksamen Kurzstatements gründet und der dann schließlich – auf Basis dieses Rufes –Professoren in politische Beratergremien führen kann und den Studierenden akademisch wie beruflich beste Voraussetzungen bietet. Dies ist aus studentischer Sicht zu begrüßen, auch wenn es in kurzfristiger Betrachtung vielleicht schmerzt, Professoren anderer Fakultäten in der Öffentlichkeit zu sehen – schließlich wird die öffentliche Wahrnehmung einer Universität häufig weniger durch wissenschaftliche Publikationen denn durch solche Medienauftritte geprägt. Schmerzlich muss man da dann aber zur Kenntnis nehmen, dass doch auch das Bild unserer Tübinger Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät durch Medienauftritte eines Professors geprägt wird – wenn auch eines ehemaligen, der mit platten Phrasen hausieren geht. Gerade hier wären etwas Zurückhaltung und ein Einbringen der Ideen in die wissenschaftliche Diskussion wohl eher angebracht als öffentliche Effekthascherei. Denn: Eine Universität sollte ein Hort wissenschaftlicher Erkenntnis sein, auf dessen Rücken keine politischen Gefechte ausgetragen werden sollten. Gerade die Wirtschaftswissenschaften, die durch ihre unglückliche Rolle bei der Vorhersage und Er-

klärung der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht das beste Ansehen in der Bevölkerung haben, sollten darauf achten, dass ihr Ruf durch leidige politische Diskussionen nicht noch weiter ramponiert wird. Forschung ist auch hier die beste Medizin. Jan Munz

Nur wer mitredet, kann auch mitgestalten Manchmal gibt es sie, diese kostbaren Momente, in denen Wirtschaftswissenschaftler sich aus ihrem selbstgebauten Cocon aus Annahmen, Ja-abers und Ambiguitäten herauswagen und zu aktuellen, oftmals brennenden Fragestellungen der Wirtschaftspolitik Stellung nehmen. Dann akzeptieren sie, dass es neben der Forschungswelt auch noch eine reale Welt gibt, die auf ihre Antworten wartet – und geben der realen Welt die Chance, am wirtschaftspolitischen Kurs zu wachsen. Leider aber passiert genau das viel zu selten, dabei gibt es sie doch, die wichtigen Themen, die ökonomischen Rat gut gebrauchen könnten – und zwar dann, wenn sie von der Politik gelöst werden müssen: Soll der Staat jetzt sparen und wenn ja, wo? Wie würde sich ein Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion auf den Eurokurs auswirken? Soll die Europäische Zentralbank Staatsanleihen aufkaufen? Wie sollte die neue Eigenkapitalregulierung mit Basel III aussehen? An all diesen Fragen arbeiten täglich Politiker im Parlament, Regierungsbeamte in Ministerien und Funktionäre in internationalen Organisationen. Die könnten guten Rat gut gebrauchen – müssen sie sich schließlich in der häufig schnellen Tagespolitik auf die Basis der Forschung verlassen. Dass dieser Rat alleine über einen Beirat hinter verschlossenen Türen erfolgen soll, erscheint nur in einer heilen Politikwelt logisch – ist aber in der Realität absurd. Wie hätte sich schließlich bei Politikern und der Bevölkerung die ökonomische Erkenntnis vom Wohlstandsgewinn durch Freihandel durchsetzen können, wenn nicht Ökonomen jahrzehntelang dafür auch in der Öffentlichkeit geworben hätten?

Wie wäre der Keynesianismus jemals zu einer Form der Wirtschaftspolitik geworden, wenn er nicht so vehement auch öffentlich vertreten worden wäre? Natürlich ist die Botschaft eines Handelsökonomen im öffentlichen Diskurs besser handhabbar als die eines Makroökonomen. Aber deshalb die Politiker – und die Bevölkerung, die diese Politiker überwachen soll! – im Stich zu lassen, kann ja auch nicht die Lösung sein. Im Gegenteil: wenn der auch noch so fundierte ökonomische Rat nur in der Schublade verschwände, wäre keinem geholfen. Paul Krugmann hat vor zwei Jahren sogar noch bewiesen, dass es einem Ökonomen nicht schadet, sich stark in Debatte und Politik einzumischen und hat am Ende doch den Nobelpreis bekommen. Und genau diesem Beispiel folgend sollten sich auch unsere besten Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftler nicht in ihrem Zimmer einschließen, wenn die große Krise kommt, um sie dann nach ihrer Bewältigung erklären zu können. Nein, die Öffentlichkeit braucht eine wissenschaftlich angereicherte Diskussion und verständlich formulierte Empfehlungen, denen sie wieder vertrauen kann. Und manche Professoren brauchen auch einen (öffentlichen) Gegenspieler. Karlsruhe kann schließlich nicht alles lösen. Philipp Stiel Post Scriptum: Eigentlich wollten wir Frau Professorin Buch um ihre Meinung zu diesem Thema bitten. Sie gab sich allerdings bedeckt, als wir sie unter anderem fragten, ob sie in ihrer Funktion als Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des Wirtschaftsministeriums von der Regierung um ihre Meinung zu aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen gebeten wird. Auch fragten wir sie, ob sie sich vorstellen könnte, sich in Zukunft verstärkt in der Öffentlichkeit zu äußern – und wie sie zum öffentlichen Engagement manch eines Kollegen steht. Leider auch hier: keine Antwort. Begründung: zu Fragen im weiteren Sinne nach der Öffentlichkeitsarbeit möchte man sich nicht äußern.

diskussion

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r Bedeutende Vorväte aft unserer Wissensch Ende Mai haben unsere Professoren folgende Frage von uns gestellt bekommen: Welche zwei Wissenschaftler haben Ihrer Meinung nach die bedeutendsten Beiträge zur Wirtschaftswissenschaft geleistet? Wir haben die Profs zusätzlich gebeten, die Frage zu beantworten und mit jeweils einem Satz zu begründen. Zugegeben: Es gibt leichtere Aufgaben. Man könnte über diese Frage lange philosophieren und sie ist mit Sicherheit auch nicht objektiv zu beantworten. Von daher gewähren wir jedem Professor den Druck seines (leicht gekürzten) Wortlautes. Laszlo Goerke: Mich persönlich haben während des Studiums die Vielseitigkeit, sprachliche Brillanz und ökonomischen Analysen von John Maynard Keynes am meisten beeindruckt. Und an dieser Einschätzung hat auch die bessere Kenntnis der Werke und Beiträge anderer Ökonomen nichts geändert. Martin Biewen: L. Walras hat als Erster die für die Wirtschaftswissenschaft immer noch prägende Denkweise des allgemeinen Gleichgewichts klar formuliert. J.M. Keynes hat die Makroökonomik begründet und in vermutlich immer noch gültiger Weise die Unvollkom- menheiten freier Märkte und damit die Not- wendigkeit/Möglichkeit von Wirtschaftspolitik beschrieben. (Prof. Biewen nannte außerdem noch die nächsten drei Plätze auf seiner persönlichen

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Hitliste.) J. Nash hat als Erster das für die Wirtschaftswissenschaft immer noch prägende Grundkonzept eines Gleichgewichts in nicht-kooperativen Spielen sowie das Konzept einer Verhandlungslösung definiert. M. Friedman hat grundlegende Vorstellungen neo-liberaler wirtschaftswissenschaftlicher Denkweisen wie Unabhängigkeit der Notenbank, Marktliberalisierung, individuelle Handlungsfreiheit, negative Einkommenssteuer, Bildungsgutscheine u.Ä. thematisiert und propagiert. G.S. Becker hat die mikroökonomische Denkweise individuell optimierender Entscheidungssubjekte radikal auf die Analyse nicht-wirtschaftlicher Phänomene wie Kriminalität, Familienplanung, Drogenkonsum, Humankapital oder Diskriminierung ausgedehnt. Jörg Baten: Robert W. Fogel, Nobelpreisträ- ger, Mitbegründer der Kliometrie und durch seine provokativen Beiträge zu ökonomischen Effekten von Innovationen (z.B. Eisenbahn) und institutionellen Änderungen (Abschaffung der Sklaverei). Zudem ist er Mitbegründer der anthropometrischen Forschungsrichtung. Douglass North, Nobelpreisträger, treibende Kraft der Neuen Institutionenökonomik und ih- rer Anwendung auf langfristige ökonomische Entwicklungsprozesse. Joachim Grammig: Adam Smith und J. M. Keynes. Aus offensichtlichen Gründen: Der eine hat die Disziplin begründet, der andere neue und provokative Ideen hineingebracht, (mit der Hilfe von Sir Hicks) die Makroökonomie neu definiert - mitsamt der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, und der Disput der beiden Paradigmen beschäftigt uns ja unter der Vorsilbe „Neo-“ immer noch.

(Auch Prof. Grammig nannte noch einen weiteren, für ihn bedeutenden, Wissenschaftler.) James Heckman, Nobelpreisträger 2000. Stellvertretend für viele, aber eben besonders für seine Beiträge und seine Gedanken, wie man denn in einer ureigenst nicht-experimentellen Disziplin wie der Wirtschaftswissenschaft Hypothesen testen kann. Was am Ende ja Wissenschaft überhaupt ausmacht: Dass man Hypothesen und Theorien auch verwerfen kann. Sonst bleibt‘s Geschwätz. Manfred Stadler: Hätten Sie nach zwei Ökonomen gefragt, die wichtige Beiträge im jeweiligen Fach geliefert haben, hätte ich geantwortet: Antoine Augustin Cournot, weil er - lange vor John Nash – spieltheoretisch den Wettbewerb zwischen Unternehmen auf unvollkommenen Märkten modelliert hat und Joseph Alois Schumpeter, weil er die Bedeutung des Innovationsprozesses für die wirtschaftliche Entwicklung und die Rolle innovativer Unternehmen im dynamischen Wettbewerb auf unvollkommenen Märkten erkannt hat. Markus Pudelko: Ich gehe davon aus, dass Sie mit Wirtschaftswissenschaften die VWL meinen. In diesem Fall würde ich zu offensichtlichen Standards greifen: Adam Smith, der mit den „Moral Sentiments“ und „Wealth of Nations“ den Grundstein zur political economy und damit der VWL gelegt hat (und an dessen Grab ich noch vorgestern stand ;-) ) und nachfolgend J.M. Keynes, der mit seiner „General Theory“ der Neoklassik und ihren Automatismen hin zum Marktgleichgewicht ein Alternativprogramm aufgezeigt hat, das im Zuge der gegenwärtigen Finanzkrise wieder durchaus aktuell ist.

Jens Robert Schöndube: Daniel Bernoulli und Oskar Morgenstern/John von Neumann für die Entwicklung des „BernoulliPrinzips“. Einige Professoren haben uns geantwortet, konnten sich aber nicht zu zwei Namen durchringen: Jens Grunert („Die Frage ist völlig unpräzise und so nicht zu beantworten.“), Werner Neus („Ihre Frage kann man so nämlich nicht beantworten. Das hieße nämlich, verschiedene Teilfachgebiete der Wirtschaftswissenschaft gegeneinander auszuspielen. Ist bspw. Finance wichtiger oder unwichtiger als International Trade?“), Renate Hecker: („Es gibt eine ganze Anzahl von Wirtschaftswissenschaftlern, die bedeutende Beiträge zur Wirtschaftswissenschaft geleistet haben. Da würde ich mich wirklich ungern auf lediglich zwei festlegen.“) Wir bedanken uns für alle Antworten. Die nächste Frage geht provokativ an die Studierden: Hand aufs Herz - Sind Euch alle Namen und deren Werke geläufig? Tanja Goodwin

umfrage

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Ihr habt gewählt! Liebe WiWis, an dieser Stelle haben wir Euch in den letzten Jahren immer unsere Kandidaten für den Fakultätsrat vorgestellt. Nun haben die Uniwahlen in diesem Jahr aufgrund der Fakultätsneugliederung früher stattgefunden als sonst, sodass ihr (hoffentlich) alle schon gewählt habt. Trotzdem möchten wir diese Gelegenheit nutzen und unsere Kandidaten vorstellen, um Euch ein paar Einblicke in ihre bisherige und zukünftige Arbeit zu geben. Durch die Fakultätsneugliederung hat sich nicht nur der Wahltermin geändert: Auch der Fakultätsrat setzt sich ab nächstem Semester neu zusammen. Wir sind nun Teil einer neuen

Eure Kandidaten

Großfakultät, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, die die ehemalige Sozial- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät und unsere Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät vereinigt. Für diese neue Fakultät wird es einen gemeinsamen Fakultätsrat geben, indem Vertreter aller sechs Institute der Großfakultät sitzen werden. Die Zusammenarbeit mit den anderen Fachschaften hat bisher gut funktioniert und wir sind überzeugt, dass sie uns ganz neue Wege öffnen wird. Deshalb haben sich die Fachschaften der neuen Großfakultät auf eine gemeinsame Wahlliste geeinigt, damit alle Institute ein Mitspracherecht haben und die fünf studentischen Vertreter gemeinsam die Interessen aller Studierenden vertreten können. Für die WiWis stehen ab sofort immer zwei Kandidaten zur Wahl.

Tanja Wettingfeld

Tanja studiert im 2. Semester International Economics mit dem Schwerpunkt Vorderer Orient und hat als Sprache Persisch gewählt. Von Anfang an war sie in der Fachschaft aktiv und hat sich im letzten Semester in dem Arbeitskreis Fakultätsneugliederung intensiv mit selbiger auseinander gesetzt und einige Erfahrungen sammeln können. Sie möchte sich vor allem dafür einsetzen, dass die Zusammenlegung der Fakultäten für die Studenten positiv verläuft und unsere Fakultät nicht „untergebuttert“ wird. Außerdem ist es ihr wichtig, dass das Studienangebot sich inhaltlich verbreitert,weiterentwickelt und die Koordination in den sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächern weiterhin verbessert wird. Thomas Arnold Thomas (oder besser Tholi) studiert im 2. Semester Economics & Business Administration. In der Fachschaft engagierte er sich früh im Arbeitskreis Fakultätsneugliederung und übernahm auch schnell Verantwortung. So wirkt er zum Beispiel bei der Erarbeitung der Fakultätsgeschäftsordnung mit und bringt sich für uns im neuen ZSGT ein. Wichtig sind ihm vor allem die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Fachschaften der neuen Großfakultät und ein weiterhin guter Service im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Er freut sich darauf, unsere Interessen wenn nötig auch hartnäckig zu verteidigen. Beide Kandidaten freuen sich auf die Aufgaben, die ein Fakultätsratssitz im nächsten Semester für sie bereit hält und sind überzeugt, auch weiterhin die Interessen der Studenten erfolgreich zu vertreten. Falls ihr Fragen zur Fakultätsneugliederung, Anregungen oder Probleme habt, könnt ihr die beiden immer ansprechen.

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wahlen

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D.a.i.

Zeichen des Dialogs und der Serviceleistung. In den ersten Jahren des „Amerikahäuser“ waren sie oftmals eine Insel des reichhaltigen

Ein Zeugnis der deutsch-amerikanischen Kulturhaus? Dabei assoziiert die Mehrheit wohl brasilianische, indische oder afrikanische Kulturzentren – in jedem Fall aber Begegnung exotischer Kulturen. Doch noch immer gibt es in Deutschland 10 der ehemals 44 „Amerikahäuser“, den Kulturhäusern, in denen der Austausch vormals weit von einander entfernte Kulturen gepflegt wird. Das 1952 gegründete „Amerikahaus“ in Tübingen – heute Deutsch-Amerikanisches Institut (d.a.i.) - ist eines davon und bietet heute noch Kommunikation und Freundschaftspflege zwischen den zwei Ländern. Der Charakter und die Ziele des Institutes haben sich gewandelt: Während es in der Nachkriegszeit unter der Trägerschaft der US-Regierung die Demokratisierung fördern und Wertebildung der deutschen Bevölkerung prägen sollte, steht das Institut heute ganz im

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Literatur-, Kunst- und Musikangebots inmitten eines auch kulturell zerstörten Landes. Die Häuser linderten aber auch ganz elementare Nöte ihrer Besucher: „Es war einfach warm!“, berichtet Christiane Pyka, Kulturreferentin des d.a.i., von den Aussagen der Zeitzeugen. Aufgrund seiner politischen Ausrichtung und seines anfänglich „kultur- und wertemissionarischen“ Charakters geriet das ehemalige Amerikahaus besonders in den späten 60ern und den 80ern stark in die Kritik und wurde vor allem von Studierendenbewegungen und linken Gruppen angegriffen. Heute sieht das Bild ganz anders aus: „Heute kooperieren wir mit vielen Gruppen, die früher vor dem d.a.i. protestiert haben“, meint Pyka. Auch gemeinsam mit dem Career Service hat das d.a.i. bereits Bewerbungstrainings für Studierende angeboten. Kann man zwischen der deutschen und der US-amerikanischen Kultur heute wirklich noch von Austauschbedarf reden? „Es gibt große Unterschiede, sehr große. Das darf man nicht unterschätzen“, entgegnet Pyka. Im d.a.i. finde nach wie vor Begegnung statt. Gelegenheiten, in die nordamerikanische Kultur einzutauchen, bieten sich viele - das Spektrum des Veranstaltungskalenders ist breit: „Wie komme ich in die USA?“ oder „Wie beantrage ich mein Visum?“ sind Fragen, die vor allem für international interessierte Studierende erörtert werden. Neben dem Be-

ratungsangebot gibt es auch Sprachkurse, die alle von native speakers geleitet werden. Viele Angebote des gemeinnützigen Vereins sind kostenpflichtig. Im Kulturprogramm präsentiert das d.a.i. außerdem amerikansiche und deutsche ReferentInnen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und den Medien. Dem, der einfach in die Sprache und die US-amerikanische Kultur (wieder) reinfinden möchte, steht eine große Bibliothek zur Verfügung, die neben vielfältiger Literatur auch DVDs und englischsprachige Zeitschriften (z.B. The Economist, Time Magazine) umfasst. Wer an konkreter Mitarbeit interessiert ist, kann sich außerdem um ein Praktikum bewerben. Vorausgesetzt werden: Interesse

Begegnung im Wandel

und Englisch-Kenntnisse. Ganz nach dem amerikanischen Prinzip „Vom Tellerwäscher zum Millionär“, gibt es auch gute Chancen „aufzusteigen“ und am d.a.i. als studentische Hilfskraft zu arbeiten. Auch die derzeitige Direktorin, Dr. Ute Bechdolf, hat ihre Karriere beim d.a.i. als Praktikantin begonnen.

Ausgewählte Veranstaltungen: Beratung: Let’s go abroad Schwerpunkt Studium: 24.06.2010, 16.30- 17.30 Schwerpunkt Praktikum: 15.07.2010, 16.30- 17.30 Vortrag: Neue Welt – neues Glück? Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, 13.7., 20.15, Pfleghofsaal Georg Schild, Uni Tübingen Konzert: Aus der Neuen Welt – in die Alte Welt, 18.7., 20.15 – Festsaal Neue Aula Werke von Aaron Coplan, George Gershwin, Antonin Dvorak Akademisches Orchester der Uni Tübingen Das ganze Programm unter: www.dai-tuebingen.de Das d.a.i. ist auch auf facebook und twitter vertreten!

Tanja Goodwin

Kommen Sie vorbei! ( Bibliothek! Bücher, Zeitschriften, DVDs ( Sprachen! Englisch, Spanisch ( Kultur! Vorträge, Filme, Musik, Dialoge ( Information! Studium, Arbeiten, Leben in den USA Deutsch-Amerikanisches Institut Karlstr. 3 · 72072 Tübingen · Tel. 07071-795 26-0

www.dai-tuebingen.de DAITÜ-07-007_Anz_qu_08.indd 1

30.04.2008 18:21:45 Uhr

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Die EU tagt in Istanbul! Eigentlich braucht man ja keinen besonderen Grund, um Ende April Tübingen und allem Uni-Stress den Rücken zu kehren und eine Woche in das sonnige Istanbul zu fahren. Wenn man dann noch sein Gewissen, welches ganz leise und schüchtern an die versäumten Vorlesungen erinnert, damit beruhigen kann, dass man sich dort auf den zukünftigen Diplomatenberuf vorbereitet, dann hält einen nichts mehr. So ging es auch uns elf Mitgliedern der UNHochschulgruppe und insgesamt zehn WiWis und ein Bio-Chemiker sagten bereits in der zweiten Vorlesungswoche schon wieder: „Teşekkürler Tübingen“ und stiegen in ein Flugzeug Richtung Türkei. Zum Glück hatte die Aschewolke ein Einsehen, sodass wir alle zwar nicht planmäßig, doch wenig-

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stens rechtzeitig in Istanbul ankamen. Die Stadt am Bosporus begrüßte uns direkt von ihrer besten Seite: strahlender Sonnenschein und hilfsbereite Menschen, die einem den richtigen Weg zum Hotel zeigten. Doch wir waren ja nicht (nur) zum Urlaub machen hier, sondern sollten uns in den nächsten Tagen mit den großen Problemen der Welt auseinander setzen. Denn in Istanbul fand eine sogenannte MEU statt, eine Model European Union Konferenz, welche die Arbeitsweise der EU simulieren soll. Und wir waren keine einfachen Studenten mehr, sondern durften eine Woche lang in die Rolle von Abgeordneten, Ministern oder gar Staatsoberhäuptern schlüpfen. Dementsprechend stilvoll fiel auch schon der Begrüßungsabend aus: die Galatasaray Universität, welche die Konferenz organisierte, legte sich mächtig ins Zeug, damit wir uns wie

echte Diplomaten fühlen konnten. So kam es, dass wir mit Blick über den Bosporus, Wein und türkische Häppchen genießend unsere Mitdeligierten kennenlernen konnten. Diese kamen nicht nur aus ganz Ländern innerhalb der Europäischen Union, sondern sogar aus China oder Russland! In den nächsten Tagen wurde es dann ernst: Die Arbeit in den einzelnen Komitees begann. Im Parlament, Ministerrat oder Europarat wurden Themen wie der Lissabon-Vertrag oder die Euromediterrane Partnerschaft diskutiert. Auf eine gemeinsame Position zu kommen konnte schon mal etwas länger dauern und wir alle konnten die so oft erwähnte Bürokratie der EU hautnah miterleben. Natürlich sollte jeder Delegierte nicht sein Heimatland, sondern ein ihm zugeteiltes Land vertreten. Dies fiel manchen schwerer als anderen: Im europäischen Parlament meldete sich der schwedische Vertreter zu Wort und forderte zu allererst eine Definition der Menschenrechte, bevor man überhaupt über selbige diskutieren könne. Dem eigentlich chinesischen Delegierten war da anscheinend kurzfristig die Existenz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entfallen…

Die United Nation Hochschulgruppe In der UNHSG treffen sich Studenten, die sich für Politik, Wirtschaft, internationale Beziehungen und fremde Kulturen und Länder interessieren. Wir treffen uns einmal wöchentlich und besprechen ein aktuelles Thema. Außerdem nehmen wir gemeinsam an MEU (Model European Union) oder MUN (Model United Nations) Konferenzen teil. Wir freuen uns über jeden, der bei uns mitmachen möchte (nicht nur WiWis!). Schaut einfach Dienstags um 20 Uhr c.t. im Institut für Politikwissenschaft vorbei, Raum 021. Wir freuen uns auf euch!

hochschulgruppen

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Nach einigen Tagen sah man in den Komitees allerdings immer weniger Abgeordnete und hörte statt lauten Diskussionen häufiger herzhaftes Gähnen… woran lag’s? Natürlich hatten es sich die Organisatoren als Aufgabe gemacht, uns auch am Abend gut zu unterhalten, und so gab es jede Nacht eine andere Party. Legendär ist dabei vor allem die Bosporus Cruise Tour, bei der wir in einem Boot ganz für uns allein über den nächtlichen Bosporus fuhren… Eine Woche lang jede Nacht nur knappe 4 Stunden Schlaf, langwierigen Diskussionen in den Komitees, mehren Stadtrundgängen und Einkaufstouren durch das wunderschöne Istanbul – dass diese Woche anstrengender war, als sechs Stunden Principles of Eco-

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schläfer, denn der Vorteil der Journalisten ist ja, dass wir erst etwas machen können, wenn andere schon etwas gemacht haben, also in der Regel nicht vor 10 Uhr morgens. Die Kehrseite der Medaille folgt dann jedoch zu später Stunde: ein Spätdienst geht dann schon mal bis 8 oder halb 9. Dafür ist die Arbeit abwechslungsreich. Wenn man Spaß daran hat, sich immer wieder neu in Themen einzuarbeiten, sich auf neue Menschen und Standpunkte einzulassen und die Fetzen von Information nachher wie ein Mosaik zusammenzusetzen, ist das der perfekte Job. Allerdings arbeite zumindest ich immer noch daran, mir eine gewisse Stressresistenz zu zulegen. Sonst wird es schnell unangenehm, wenn die Uhr am unteren rechten Bildschirmrand auf die Deadline zutickt und ich gerade meinen ersten Satz zum zehnten Mal umbaue. Allerdings wusste ich jedoch schon vor meinem Volontariat ein bisschen, was mich erwartet. Ich hatte vor meiner Bewerbung schon einmal ein Praktikum bei der FTD gemacht. Für die Bewerbung selbst musste ich vor allem selbst geschriebene Texte einreichen, darunter eine Reportage und einen Kommentar zu einem vorgegebenen Thema. Dann musste ich noch mit anderen Bewerbern zu einem Assessment-Center und einem Einzelgespräch antreten, wo wir alle noch mal auf Herz und Nieren geprüft wurden. Das war hart, aber es hat sich gelohnt. Denn das Schönste an dem Job - wenn man ihn erstmal hat – ist die Vielfalt von Themen, mit denen ich mich täglich beschäftigen kann. Ich gehe jeden Abend nach Hause und weiß ein bisschen mehr als ich am Morgen gewusst habe. Georgia Haedecke

Volontariat bei der FTD Der erste (Ab-)Satz muss krachen. Das ist das Mantra des Tageszeitungsjournalismus. Bedeutet: Ich habe insgesamt circa zweihundertsiebzig Zeichen Zeit, um Euch davon zu überzeugen, dass Ihr diesen Text unbedingt zu Ende lesen müsst. Und ziemlich genau jetzt...

nomics hintereinander, das kann man sich vorstellen. Aber es war eine einmalige Erfahrung, wir haben tolle Leute kennengelernt und unglaublich viel Spaß gehabt. Am Ende war jedem klar: Istanbul, wir kommen wieder! Tanja Wettingfeld Fotos: Martin Weidner

...sind alle weg, die sich langweilen. Dem Rest sage ich kurz vielen Dank und was ich eigentlich mache. Ich arbeite in Frankfurt als Volontärin bei der Financial Times Deutschland (ja, das ist die mit dem rosa Papier) im Ressort Finanzen. Ein Volontariat ist eine 2-jährige Ausbildung zum Zeitungsredakteur, bei der man lernt, zu recherchieren, zu interviewen, Nachrichten zu gewichten, einzuordnen und auch zu schreiben. Ich persönlich lerne zusätzlich gerade noch wie spannend Wirtschaft sein kann und was im Studium alles zwischen den Formeln gesteckt hat. Nun muss man kein BWLer oder VWLer sein, um bei der FTD zu arbeiten, das sind die wenigsten. Allerdings hilft es gerade im Finanzressort, wenn man schon mal die eine oder andere Bilanz in seinem Leben gesehen hat. Das Meiste ist jedoch learning-by-doing, besonders, wenn man vor der Aufgabe steht, das Fachchinesisch der Finanzexperten ins Deutsche zu übersetzen. Das Schöne an der Arbeit hier ist, dass man sofort als Teil des Teams arbeiten kann. Erstmal am Kopierer stehen oder Kaffee kochen: Fehlanzeige. Es sei denn, man will den Kaffee selber trinken – das tun wir in der Redaktion viel und gern. Die Arbeitszeiten sind eher was für Lang-

bachelor- und dann?


Studium Nach dem Studium ist vor dem

Promovieren in einem strukturierten Promotionsprogramm

Der erste Studienabschluss rückt näher und viele Studenten fragen sich, was sie wohl danach machen sollten: Arbeiten gehen und viel Geld verdienen? Die schon immer geplante Weltreise antreten? Oder eben endlich die Fragen beantworten, die man sich schon immer während des Studiums gestellt hat - die aber keine Vorlesung beantworten konnte? Im letzten Fall ist sicherlich die Promotion eine tolle Möglichkeit dem individuellen Forscherdrang freien Lauf zu lassen. „Wer heute noch allein an einem Lehrstuhl promoviert, wird keine Spitzenjobs in der Forschung bekommen“ (Prof. Dr. Ernst-Ludwig von Thadden) Während in Deutschland lange Zeit die klassische Promotion an einem Lehrstuhl der Normalfall war, setzen sich auch hierzulande immer mehr straff organisierte Graduiertenprogramme nach angelsächsischem Vorbild durch. In diesen belegen die Promovierenden zuerst ein bis zwei Jahre fortgeschrittene Veranstaltungen in Ökonometrie, Makro- und Mikroökonomie sowie der Forschungsrich-

tung entsprechenden Vertiefungskursen und schreiben dann ihre Dissertation, die zur Erlangung des Doktorgrades erforderlich ist. Die Kurse in diesen Programmen sind gekennzeichnet durch ein hohes mathematischkonzeptionelles Niveau und sollen den Studierenden das nötige Handwerkszeug für eine Dissertation auf dem neusten Stand der Wissenschaft geben. Diese Programme versprechen eine stärkere Strukturierung der Promotionsphase, unterstützende Lehrangebote und eine bessere Einbindung der Doktoranden in den Uni-Betrieb. Auch viele Tübinger Absolventen entscheiden sich für solche Graduiertenprogramme, die den Weg zum Doktor bzw. dem angelsächsischen Pendant, dem „Doctor of Philosophy“ (kurz: Ph.D.), ebnen. Im Folgenden stellen wir einige Absolventen vor, die nach ihrem Diplom- bzw. Masterstudium Tübingen verließen, um im In- und Ausland in Graduiertenprogrammen zu promovieren. Benjamin Guin

Benjamin Friedrich (M.Sc. in International Economics and Finance, Jahrgang 2010) studierte als Tübinger Austauschstudent im Graduate Program an der Yale University in New Haven (USA) und kehrt dorthin für seinen Ph.D. zurück. A Company of Scholars, a Society of Friends Endlich steht es fest: Ich muss mich nicht mehr länger vor einer endlosen Leere nach dem Ende des Studiums in Tübingen fürchten, sondern habe für die nächsten fünf Jahre eine gesicherte Zukunft. Und das noch dazu bei meinem absoluten Wunscharbeitgeber, der Yale University in New Haven, Connecticut, wo ich ab Herbst 2010, gleich nach dem Abschluss meines Masterstudiums in Tübingen mit der Promotion beginnen werde. Wie ich zu dieser unglaublichen Stelle kam, von der ich vor einiger Zeit nicht zu träumen

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gewagt hätte, ist eine längere Geschichte. Sie fängt an mit tollen Eindrücken aus meinem Auslandsjahr, das ich über den Studentenaustausch zwischen Connecticut und Baden-Württemberg bereits am Department of Economics in Yale verbringen durfte. Begeistert von der unglaublichen Dichte an hochklassigen Vorträgen und Workshops, von der tollen multikulturellen Studentengemeinschaft und der familiären Atmosphäre mit den Professoren beschloss ich, mich für eine Promotion in den USA zu bewerben. Natürlich würde mir dieser Schritt persönlich und auch fachlich alles

abverlangen, aber genau diesen Herausforderungen wollte ich mich im Hinblick auf das Ziel einer akademischen Karriere stellen, um die bestmögliche Ausbildung zu bekommen. Die Bewerbungsfristen sind jeweils im Dezember des vorhergehenden Jahres und so war ich letzten Herbst damit beschäftigt, alle erforderlichen Unterlagen zu sammeln. Es ist sehr schwer zu durchschauen, was genau am Ende eine erfolgreiche Bewerbung ausmacht, aber von entscheidender Bedeutung sind neben den bisherigen Studienleistungen sicher zum einen die drei Gutachten von Professoren sowie der allgemeine GRE Test, bei dem besonderes Augenmerk auf dem quantitativen Teil liegt. Wichtig ist es auch, die mathematischen Vorkenntnisse zu betonen, aber da ist man als Tübinger Wirtschaftswissenschaftler mit Abitur nicht schlecht aufgestellt, auch wenn viele Econ-Ph.D.-Kandidaten in den USA vorher ein Mathestudium absolviert haben. Zusätzlich ist für internationale Bewerber der Toefl-Test Plicht. Entscheidend für meine Bewerbung war sicher die große Unterstützung durch meine Professoren in Tübingen und Yale, die für mich Gutachten erstellt haben, sowie mein Austauschjahr, durch das ich schon einjährige Erfahrung im Ph.D.-Programm vorweisen konnte und so gezeigt habe, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann. Dennoch kam die Zusage angesichts der großen internationalen Bewerberzahl überraschend und meine Freude über das Angebot aus Yale war riesengroß.

Auch finanziell wird das Studium dort sehr gut abgesichert sein, da Yale für Studiengebühren und Krankenversicherung aufkommt und zusätzlich ein monatliches Stipendium bezahlt, das die Lebenshaltungskosten sehr gut abdeckt. Im Gegenzug werde ich ab dem dritten Jahr in die Lehre der Bachelorstudenten eingebunden, eine Arbeit, auf die ich mich nach meiner Tutorerfahrung aus Tübingen auch schon sehr freue. Neben den akademischen Möglichkeiten bin ich besonders gespannt auf meine 18 Kommilitoninnen und Kommilitonen aus aller Welt, die mit mir das Studium am Economics Department im Herbst beginnen. Die Kursphase der ersten beiden Jahre wird uns sicher zusammenschweißen, so dass wir bestimmt trotz unterschiedlicher Forschungsinteressen auch weiterhin sehr voneinander profitieren können. Auch wenn das Ph.D.-Studium in manchen Phasen sehr stressig sein wird und man bei den ersten wissenschaftlichen Gehversuchen sicher eine hohe Frustrationstoleranz braucht, hoffe ich, dass wir dieses Abenteuer gemeinsam bestehen werden. Getreu dem Motto der Yale Graduate School: “Yale is at once a tradition, a company of scholars, a society of friends.”

promotion

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die Hauptaufgabe der Professoren neben der Forschungstätigkeit vor allem bei der Betreuung der Promotionsstudenten.

Friederike Niepmann (Diplom in Internationaler Volkswirtschaftslehre, Jahrgang 2008) promoviert am European University Institute (EUI) in Florenz (Italien)

Für das Programm bewerben können sich alle VWL Studenten mit einem Diplom oder Master in VWL, wobei gute Kenntnisse in Ökonometrie und quantitativen Methoden Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung sind. Bewerbungsschluss ist in der Regel Ende Januar für den Start im Sommer des gleichen Jahres. Wer die erste Runde des Bewerbungsprozesses erfolgreich hinter sich gebracht hat, wird zum Interview nach Florenz eingeladen. Dies ist im Prinzip eine mündliche Prüfung über Grundlagen der Mikro, Makro und Ökonometrie. Der Forschungsschwerpunkt muss zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht feststehen.

Ich bin im zweiten Jahr des auf vier Jahre angelegten Ph.D. Programms des European University Insitute in Florenz. Im ersten Jahr absolviert man eine intensive Kursphase, die jeweils drei Kurse in Mikro, Makro und Ökonometrie sowie auch Wahlkurse je nach Interessenschwerpunkt beinhaltet.

Florenz ist eine sehr schöne Stadt, die viel für Kunst- , Musik- und Naturliebhaber zu bieten hat. Auch kulinarisch ist Italien ein Highlight und es macht Spaß die besten Cafés, Eisdielen und Bars der Stadt ausfindig zu machen. So richtig genießen lässt sich la bella vita allerdings erst nach dem anstrengenden ersten Jahr. Dann bleibt auch Zeit, die italienischen Sprache zu erlernen. Grundsätzlich ist das Programm jedoch auch über das erste Jahr hinaus sehr straff organisiert. Deadlines und Präsentationen gehören zum Alltag. Wer also ein intensives PhD-Programm mit sehr eigenständiger Arbeit geleitet von hervorragenden Professoren sucht, verbunden mit vielen Sonnentagen im Jahr und kulinarischen und kulturellen Highlights, der ist richtig am EUI in Florenz.

Gregor Jarosch (Diplom in Volkswirtschaftslehre, Jahrgang 2008) promoviert im Graduate Program der University of Chicago (USA).

Programms durch ein Stipendium des DAAD sehr unabhängig und kann in der Forschung sich voll auf die eigenen Ideen und Interessen konzentrieren.

Nach Abschluss des ersten Jahres erhält man den „Master of Research“. Ab dem zweiten Jahr beginnt man mit der eigenständigen Forschung. Aufgrund der Finanzierung des

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Das Ph.D. Programm in Florenz ist mit circa 100 Studenten das größte Doktorandenprogramm in VWL in Europa. In den Rankings liegt es ebenfalls ganz weit vorne. Insgesamt herrscht eine sehr vertraute, anregende Atmosphäre. Die Fakultät ist mit 15 Professoren überschaubar, weshalb nicht immer alle Fachbereiche abgedeckt sind. Die Professoren bleiben jedoch maximal für eine Dauer von acht Jahren, sodass es häufiger zu Wechseln kommt, die neuen Wind in die Fakultät bringen. Da das EUI hauptsächlich eine Forschungseinrichtung ist und es keine Bachelor oder Masterstudenten gibt, liegt

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Ich bin seit Herbst 2009 am Economics Department an der University of Chicago, also einem jener Tempel der neoklassischen Ökonomik, die gerade schwer unter Beschuss stehen für Erfindungen wie die rationalen Erwartungen und den effizienten Märkten.

sphase und die zugehörigen Prüfungen. Es ist berüchtigt dafür Studenten rauszuprüfen. Diese Politik hat sich jedoch vor einigen Jahren geändert, sodass letztlich nur noch zwei bis drei Studenten pro Jahr das Programm gezwungenermaßen beenden müssen. Die

Mein PhD-Programm hat einen Aufbau wie er in den USA üblich ist: Es dauert üblicherweise fünf Jahre - nie kürzer, oft länger. In den ersten beiden Jahren besucht man unterschiedliche Lehrveranstaltungen: Im ersten Jahr sind dies Makro-, Mikroökonomik und Ökonometrie. Im zweiten Jahr hat man dann breite Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Lehrveranstaltungen. Danach kann man sich voll auf die eigene Forschung konzentrieren. Kennzeichnend für das Ph.D. Programm der University of Chicago ist vermutlich, dass, mitunter zu meinem Leidwesen, sehr viel Wert gelegt wird auf die intensive Kur-

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promotion Lehrveranstaltungen sind sehr anspruchsvoll, letztlich aber machbar. Mir gefällt gut, dass die Ökonomik hier nicht unverhältnismäßigen Gebrauch der Mathematik macht und wir zumindest aus den Fenstern des Elfenbeinturms schauen. Ich bin sicher, dass ich von dem hohen Druck sehr profitiere - aber ganz ehrlich: eine Plackerei ist es auch. Finanziert werde ich durch ein Stipendium der Universität – was für das tägliche Leben ausreichend ist.

Die Bewerbungen für die US-Universitäten sind ein Riesenaufwand und benötigen viel Vorlaufzeit: Es scheint, dass die Empfehlungsschreiben entscheidend sind. Meine wurden von Herr Kohler, Frau Buch sowie Herr Felbermayr (mittlerweile Hohenheim) geschrieben. Ich habe mich mit allen dreien im Vorfeld ausgiebig über mein Vorhaben und auch das Schreiben unterhalten, was sicher hilfreich war. Zusätzlich muss man noch ein Writing Sample einreichen - ich habe dafür meine Diplomarbeit auf 20 Seiten gestutzt. Abgesehen davon muss man ein Motivationsschreiben verfassen aber nachdem ich neulich jenes meines iranischen Mitbewohners las, glaube ich nicht mehr, dass dieses sonderlich wichtig ist. Schließlich braucht man wohl die volle Punktzahl in der Quantitative Section des GRE. Die University of Chicago ist berüchtigt für die ideologische Ausrichtung des Departments, ich teile diese nicht und war im Vorfeld auch ein wenig besorgt. Bislang bin ich aber sehr positiv überrascht von der Gelassenheit und Offenheit mit welcher hier diskutiert wird. Weiterhin schätze ich den Austausch mit den Studenten aus aller Welt und freue mich wirklich auf die nächsten Jahre - sofern ich nicht rausgeschmissen werde. Ach ja, das Wetter ist scheußlich. Sollte der ein oder andere von euch mit dem Gedanken spielen, sich in den USA für ein Programm zu bewerben und ihr Fragen habt bei welchen ich hilfreich sein kann, schreibt mir einfach eine Email. (Gregorjarosch@gmail.com)

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Katrin Peters (Diplom in Internationaler Volkswirtschaftslehre, Jahrgang 2008) promoviert an der Munich Graduate School of Economics („MGSE“) der LudwigMaximilians-Universität München. Die Promotion an der „Munich Graduate School of Economics“ (www.en.mgse.vwl. uni-muenchen.de) ist auf drei Jahre angelegt und erfolgt nach Vorbild der amerikanischen Graduate Schools: Im ersten Jahr besucht man als Promotionsstudent Doktorandenkurse (Advanced Microeconomics, Advanced Macroeconomics, Advanced Econometrics sowie drei Wahlkurse) und wählt einen Doktorvater/-mutter und „Fachgebiet“. Das zweite und dritte Jahr sind dann für die Dissertation vorgesehen. Dabei verfasst man keine Monographie, d.h. eine große einzelne Arbeit, sondern drei bis vier Paper, eine sogenannte kumulative Dissertation. Das Programm startet jedes Jahr am 1. Oktober. Bewerben muss man sich schriftlich ein halbes Jahr vorher. Dafür benötigt man ein Diplom- oder Masterzeugnis (wenn dieses noch nicht vorliegen sollte ein Transcript of Records), Abiturzeugnis, Lebenslauf, Motivationsschreiben und zwei Empfehlungsschreiben von Professoren. Die Aufnahme erfolgte bisher ausschließlich aufgrund der Bewerbungsunterlagen. Ich habe in Tübingen IVWL studiert und bin dem „I“ treu geblieben: Ich forsche im Bereich „International Economics“ und habe in meinem ersten Paper ein theoretisches Modell entwickelt, das die Auswirkung von Handelsliberalisierung auf Innovationsverhalten in Ländern mit unterschiedlicher Finanzmarktentwicklung untersucht. Mit meiner Entscheidung, an der MGSE zu promovieren, bin ich nach wie vor sehr zufrieden, denn München bietet eine hohe Lebensqualität (allerdings auch zu hohen

Mieten): Biergärten, Isar und Englischer Garten sorgen für den Erholungsfaktor und es gibt ein vielfältiges Kulturangebot, Nachtleben und Shoppingmöglichkeiten… . Die Volkswirtschaftliche Fakultät ist wunderschön im Herzen Münchens gelegen, nicht weit vom Marienplatz entfernt und direkt am Englischen Garten. Sie ist mit ca. 20 VWL- Professoren relativ groß und zudem mit dem Forschungsinstitut ifo und dem Center of Economic Studies assoziiert. So gibt es viele, auch internationale Konferenzen, Gastforscher und –vorlesungen in allen Fachbereichen. Das Graduiertenkolleg bietet ein Jahr Zeit, sich zu orientieren, ein Fachgebiet und einen Doktorvater/-mutter zu suchen. Man erhält für drei Jahre ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft dessen Umfang ungefähr einer halben Stelle entspricht. Es besteht keine Lehr- oder sonstige Verpflichtung an einem Lehrstuhl. Daher ist die Zeiteinteilung vollkommen frei und die Promotionsdauer in der Regel etwas kürzer als an einem Lehrstuhl. Andererseits ist man nicht so sehr an einem Lehrstuhl

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eingebunden wie die Lehrstuhlmitarbeiter. Wenn man schon weiß, für welchen Bereich man sich interessiert, man den jeweiligen Professor schätzt und Spaß an Lehre hat, ist eine Lehrstuhlpromotion deshalb durchaus von Vorteil. Die Promotion ist eine spannende Zeit. Ich darf Themen und Fragestellungen, die mich interessieren (und nicht vorgegeben sind), untersuchen und habe dafür viel Freiraum, sowohl bei der inhaltlichen Gestaltung meiner Forschung und auch bei der zeitlichen Organisation. Dabei sitze ich nicht in meinem „einsamen Kämmerlein“ sondern habe viel Gelegenheit zu Diskussion und Gesprächen (und ich bin sehr redselig).

immer wieder neu anzugehen, neue Lösungsansätze finden und selbstbewusst seine Ideen zu vertreten. Dies ist eine nicht immer einfache Erfahrung, die ich aber nicht missen möchte und die mir auf meinem späteren Berufsweg sicher sehr helfen wird. Wenn ihr Fragen zu einer Promotion in München oder ganz allgemein habt, antworte ich euch immer gern! (Katrin.Peters@lrz.unimuenchen.de)

Von der Idee bis zur Niederschreibung des Papers vergeht meist eine gewisse Zeit, da erste Modellierungsversuche oder empirische Spezifizierungen oft nicht direkt zum (gewünschten) Ergebnis führen. Man lernt, Probleme

Michael Böhm (Diplom in Internationaler Volkswirtschaftslehre, Jahrgang 2007) promoviert im Graduate Programme der London School of Economics (UK) Das Economics Ph.D. Programm an der London School of Economics (LSE) ist ein nach amerikanischem Vorbild geprägtes Programm, das auf fünf Jahre ausgelegt ist und für eine Karriere als Forschungsprofessor an einem Economics-, Finance- oder Management Department ausbildet: Im ersten Jahr werden die fundamentalen Grundlagen mit Kursen in Ökonometrie, sowie Mikro- und Makroökonomik gelegt. Im zweiten Jahr werden zwei Vertiefungskurse gewählt und ein erstes Paper angefertigt. Danach erhält man einen Research

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Master - ein guter Zeitpunkt für manche aufzuhören und etwas Anderes zu machen. In den folgenden drei Jahren soll man sich dann auf seine Forschung konzentrieren und idealerweise ein innovatives und interessantes Paper schreiben mit welchem man sich auf dem akademischen Arbeitsmarkt auf Assistenzprofessuren bewerben kann. Andere Karrierewege, die Absolventen eines solchen Programmes wählen sind typischerweise in internationalen Organisationen (Weltbank, IMF etc.), bei Zentralbanken, beim Staat oder in der

promotion Finanzindustrie und im Consulting. Diese Wahl hängt aber auch stark vom Fokus der Dissertation ab. Das Umfeld an der LSE ist meiner Ansicht nach allererster Güte. Wir haben sehr starke Vertreter eines jeden Fachbereichs der VWL in unserem Department (obwohl vielleicht nicht die absoluten Superstars) und kooperieren aktiv mit dem University College London und der London Business School, zwei weiteren sehr guten Institutionen. Das Department hat eine gute Verbindung zur britischen Politik und einige unserer Profs arbeiten an wichtiger Stelle dort mit.

an der Forschung mithelfen konnte (z.B. statistische Analysen mit Stata) vorzuweisen haben. Ein Auslandsjahr an einer sehr guten nordamerikanischen (evtl. auch europäischen) Uni ist auch ein Riesenvorteil. Man muss früh anfangen mit der Planung um das alles zusammen zu bekommen und sich am Besten bei mehreren Programmen in Europa und Nordamerika bewerben. Ich

Das Arbeiten macht also eine Menge Spaß, erzeugt aber auch sehr viel Druck. Letzteres zum Einen weil die Ansprüche sehr hoch sind und zum Anderen, weil man mit durchweg sehr fähigen und motivierten Kommilitonen um die Aufmerksamkeit der Profs konkurriert. An dieser Stelle muss ich sagen, dass die Kommilitonen in Tübingen auch sehr gut waren und viele von ihnen sich hier nicht verstecken müssten (wenn sie bereit sind sehr hart zu arbeiten). Das erste Jahr ist auf jeden Fall nochmal ein Stückchen härter als die anderen, weil man einen sehr großen Sprung im Bezug auf Formalität der Analyse und der schieren Menge des Ökonomischen Wissens machen- sowie die Klausuren bestehen muss (diese sind auch dazu gemacht um ein bisschen auszusieben). Für die Bewerbung braucht man normalerweise Lebenslauf, Anschreiben, Notenspiegel, 2 oder 3 Empfehlungsschreiben von Professoren, den GRE. Ich glaube am Meisten zählen die Empfehlungsschreiben, sollte man aber keine sehr guten Noten, keine Kurse in Mathe, Statistik, Ökonometrie oder einen nicht perfekten Mathescore im GRE, so können Bewerber auch ausgeschlossen werden. Im Lebenslauf sollte man eine Hiwi-Tätigkeit bei der man

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selbst habe mich bei ungefähr 12 Programmen mit unterschiedlicher Reputation beworben und mich dann für das höchstgerankte das mich angenommen hat entschieden. Die Unterstützung die ich von Herrn Kohler-bei dem ich auch Hiwi war- erfahren habe, war mit Sicherheit maßgeblich. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Ph.D. Programm hier ist gut wenn man langfristig plant, hart arbeitet, fokussiert ist, sich vorstellen kann Akademiker zu werden und relativ gut mit permanent hohem Druck umgehen kann. Weiterhin muss man die Vorteile einer diversen, liberalen Weltstadt die unheimlich viel zu bieten hat (was man aber niemals alles nutzen kann) gegenüber ihren Nachteilen (schnell, laut, teuer, relativ unpersönlich, jeder verfolgt seine eigenen Ziele) aufwiegen. Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass die Anpassung für mich leicht war. Aber ich glaube es hat sich gelohnt und ich lebe mittlerweile unheimlich gerne in London.

econometric poetry Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust Poesie und Ökonometrie? Passt das zusammen? Auf den ersten Blick ganz und gar nicht. Der Poet geht mit wachem Auge über die Plätze der Metropolen und betrachtet das absurde menschliche Treiben, bevor er sich in ein mondänes Café setzt, um seine erhabenen Gedanken in einem Notizbuch festzuhalten.

Streben, die Regel im Chaos des Universums zu finden und immer wiederkehrende Tatsachen in ihrem Ursprung zu ergründen. Doch im selben Augenblick wird er sich seiner selbst gewahr und driftet in die demütige Ironie. Mit zwinkerndem Auge beginnt sich selbst auf den Arm zu nehmen und sein ganzes Werk mit Wortwitz zu parodieren.

Der Ökonometriker sitzt mit müdem Auge in einem kleinen Hinterzimmer vor mächtigen Rechnern und tippt unermüdlich Befehle in ein kleines Fenster auf dem Bildschirm. Nur selten verlässt er seine Welt aus Zahlen, Gleichungen und Schätzstatistiken... höchstens, um den Kaffee für die langen Nachtstunden aufzutreiben.

So kehrt der Ökonometriker unvermeidlich wieder in seine präzise und erbarmungslose Wissenschaft zurück. Da verwirft er wieder, da zweifelt und misstraut er wieder allzu schnellen Schlussfolgerungen. Da quält er seine Zahlen und prüft sie aufs Härteste. Da brütet er unermüdlich über makellose Beweise und sucht nach statistischer Signifikanz. Der Poet im Ökonometriker schläft ein, die nackten, schmucklosen Sätze über Hypothesentests kehren zurück – doch nur so lange, bis die schöpferische Ader im Inneren wieder zu pochen beginnt.

Doch in seltenen Fällen, wenn der Ökonometriker die t-Verteilung vor lauter Freiheitsgraden nicht mehr sieht, lockt es auch ihn aus der Welt der Daten heraus – hinein in die Welt der Worte, der Bilder und der Poesie. Dann entdeckt auch er die Kunst, seinen Eindrücken, Gefühlen und Gedanken durch mehr als H0-Hypothesen Ausdruck zu verleihen. Dann beginnt er zu behaupten, ohne zu testen. Frei heraus dichtet er eine Wahrheit zusammen, ohne eine Alternativhypothese zu formulieren, ohne sich um alpha-Fehler zu scheren. Plötzlich bricht Kreativität in ihm aus und er verziert seine Sätze mit äußerster Eleganz. Frischer Humor entspringt seiner Feder und er bedient sich all seiner Wortgewalt, um seinen wild sprießenden Fantasien Ausdruck zu verleihen. So erahnt er auf einmal Schönheit und Anmut in seinen ökonometrischen Studien und erblickt Idealismus in seinem Ringen um unanfechtbare Wirklichkeiten. Er wähnt Erhabenheit in seinem

Tanja Goodwin

Econometric Poetry auch in Tübingen - schon gesehen? Auf der Lehrstuhl-Homepage von Prof. Grammig findet Ihr einige dichterische Ergüsse unter der Rubrik „Research“. Weitere Beiträge werden gerne gesehen!

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econometric poetry

Hr. Stochproz wünschte sich seit t Perioden sehr mit seiner Frau ne Fahrt ans Meer. Resi Stochproz auch auf sowas steht: „Nutzen müssen wir der Temperaturen Saisonalität!“ Drum fuhren sie ohne Plan und Sorg vom Zufall gelenkt – ein Random Walk.

Two roads diverged in the Wiwi wood, And sorry I could not travel both And be a young student, long I stood And looked down one as far as I could To where it bent in the undergrowth;

Die Stochprozes nach dem Sonnenuntergang Quartier beziehen in edlem Hause und schlürfen mit geringem Drift und schwerem Gang in Dr. Biewens Grammigklause.

The path was neat, the earth smooth as cashmere All models were elegant and assumptions shone clear. Over the trees of equations a beautiful rainbow: The idyllic scene of utopia named “macro”.

Urlaub der Familie Stochproz

Am Morgen Stochproz aber stellte fest, dass seiner Gattins Herzes Stimmung sich zum nächsten Tage weiterrettet. Und ohne Furcht und ohne Rückenkrümmung er seine Liebste auf einen ARMA-Prozesse bettet.

But suddenly my senses were uptight and quivery As a breeze struck my body in a cold, warning brush Distinctly I grasped the odour of treachery And of parsimony leading into reality’s slush.

Der Gatte merkt: Der Random Walk war nicht so dumm, gäb‘s kein korreliertes Residuum. Drum hat Stochproz schlau und weise, nen Korellogramm dabei auf jeder Reise.

So I took a good look at the other dirt track: A jungle of matrices, omitted variable‘s attack Endogeneity’s quicksands and causality’s trap Followed by confidence intervals as deceptive as mist. Mortal claws of homoskedasticity call for a venturous twist, Add to fata morganas of the perfect bootstrap.

Mit diesem in t+1 gelingt, was für Nicht-Statistiker wie Hokuspokus klingt: Auf seiner nicht-trendigen Yacht „Logarithmus“ im Hafen von Athen schätzt er AR’s Alpha, um die Launen seiner Frau zu verstehen. Griechische Haushaltsstatistiker aber sogleich lamentieren: „Das Quadrat des Residuums scheint auch zu korrelieren.“ Für Weisheiten ist es in Griechenland noch nicht zu spät – Hr. Stochproz hört die Legende der Göttin „Heteroskedastizität“.

But I felt that through the maze of econometrics Some brave men guide you in the difficult quests Hand you the large sample theory basics, Nice tools like IVs and loads of good tests. At the end I saw sunlight, bright as Prometheus’ red torch Small p-values arranged on Athena‘s temple porch Beta-goddesses of significance with a welcoming smile And false hypotheses banned to eternal exile.

Und weil - wie jeder Mann so weiß – der Frauen Schwankungen schwanken, Hr. Stochproz lässig locker die Wanderung auf jenen Berg angeht, den wir dem Engle und dem Bollerslev verdanken, und jeder Kenner einzig und allein als GARCH versteht. Am Ende der Reise, auf dem Boden der Stationarität angekommen, Resi sich konstant und bedingungslos normal benimmt, weil nun ihr zeitdiskreter Gatte endlich vernommen, wann und auf welche Weise er sie wieder glücklich stimmt. So, liebe Paare, lasst euch ehrlich sagen, das Schätzen und Testen könnt ihr doch ertragen. Denn auch im Urlaub stets und ständig ist’s zu sehen: Die Welt ist schöner, wenn wir Zeitreihenanalyse verstehen.

The Road Not Taken

Zum Zweck des Urlaubs und zum Verwöhnen, ließ sich der erste Tag mit Stränden krönen. Die Erkenntnis als beide dem Wellenbrechen lauschen: Zum Random Walk braucht’s Weißes Rauschen.

I shall be telling this with a sigh Somewhere ages and ages hence: Two roads diverged in a wood, and I— I took the one less traveled by, And that has made all the difference. Tanja Goodwin, with a little help from Robert Frost

Marcus Schaffranka

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Wozu die ganze Mathe? Pro – Tanja Goodwin Wenn der VWL-Student kurz vor den Klausuren seine Unterlagen unachtsam in der WG oder bei Kommilitonen anderer Fachrichtungen offen liegen lässt, wird er sofort skeptisch beäugt und mit der Frage konfrontiert: „Studierst Du wirklich Wirtschaft? Das sieht ja aus wie abstrakte Mathematik!“. Selbst wenn ein echter Mathematikstudent über den mathematischen Anspruch der Wiwi-Aufgaben nur müde lächeln würde, so ist der Umfang an quantitativen Aufgaben in unserer Wissenschaft für eine Sozialwissenschaft doch vergleichsweise enorm. Wenn also die mathematische Darstellung von sozialwissenschaftlichen Zusammenhängen für die Wirtschaftswissenschaft scheinbar wesentlich ist, lässt sich die Frage stellen: Macht das Sinn? Was macht Wissenschaft denn? Die Physiker schauen sich die Welt an und versuchen logisch zu erklären, wie sie funktioniert. Wichtig ist das Wort „logisch“. Das bedeutet konkret, dass Physiker unbestreitbare Grundsätze, Naturgesetze, Axiome zugrunde legen und von denen aus die gesamte physische Welt durch logische Deduktion erklären. Die Politiker schauen sich das Handeln von Menschen oder Staaten an. Sie fragen: ‚Warum machen sie das?’ und ‚Sollten sie das?’ Der Unterschied zwischen den beiden Wissenschaften besteht also darin, dass die Physik keine normativen Fragen stellt – das würde auch wenig Sinn machen. Die Politik hingegen kennt keine echten Axiome, weil sich Menschen eben nicht nach Gesetzen verhalten. Vielmehr gibt es in der Politik verschiedene Annahmen, die nebeneinander gestellt werden. Darauf bauen Politikwissen-

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schaftler auf und leiten durch logische Argumentationsketten Theorien her. Ziel beider Wissenschaften ist also die logische Erklärung und Vorhersage von realen Mechanismen. Die Physik schreibt Gesetze, die Politik Theorien, ... und die Wirtschaftswissenschaft? Modelle. Wir stehen zwischen den beiden Wissenschaften. Einerseits gehören wir zu den Sozialwissenschaften und so gibt es auch bei uns keine Axiome. (Es gibt zahllose Beispiele, die gegen ein „Naturgesetz“ des rationalen Individuums sprechen.) Dennoch haben unsere Vorväter sich immer wieder bei den Naturwissenschaften bedient und Elemente, wie das Gleichgewicht übernommen. Wir treffen elementare Annahmen und bauen in logischer Abfolge ein Modell für das wirtschaftliche Handeln eines Individuums auf. Die reinste und dichteste Form logischer Überlegungen bietet die Mathematik. Der Vorteil eines solch logisch und eindeutig formulierten Modells ist, dass es sich testen lässt. Wir Wirtschaftswissenschaftler haben den Vorteil, dass unsere Kenngrößen meist kardinal messbar sind. (Politiker können eine Theorie wie „Identitäten der Staaten verändern sich durch politische Institutionen“ nur schwer testen.) Wir brauchen die Mathe in den Modellen also nicht der Eleganz oder des intellektuellen Anspruchs wegen. Wir brauchen die Mathe, da-

mit unsere Modelle angreifbar werden. Damit jeder klar und eindeutig zeigen könnte: Nein, einen trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit gibt es nicht. Die Mathe in unseren Modellen lässt uns absichtlich wenig Interpretationsspielraum. Modelle müssen verworfen werden, wenn sie widerlegt sind. Und nur so kommen wir peu-à-peu der „Wahrheit“ näher. Würden wir weniger abstrahieren und Modelle formulieren, die vorhersagen, dass sich Individuen „mal so und mal so“ verhalten, dann würden wir in verbalen Diskussionen über qualitative Argumente versinken. Den Satz „Es kommt darauf an“ würden wir noch öfter hören und die Vorhersagekraft würde noch weiter sinken. Warum liegen wir WiWis aber trotzdem immer noch so oft so falsch in der Vorhersage? Weil wir manchmal vergessen, dass unsere Theorien nicht auf Naturgesetzen fußen, sondern auf Annahmen. Und diese Annahmen gilt es zu verbessern. Dabei sollen sie nicht nebulöser oder weniger exakt werden, sondern so, dass ihre logischen Konsequenzen den realen Beobachtungen entsprechen. Nur eines darf man nicht vergessen: Weil wir eben keine Naturwissenschaft sind, müssen und dürfen wir auch die normativen Fragen stellen!

Kontra – Jérôme Ingenhoff Wenn mal wieder jemand aus meinem Bekanntenkreis wissen möchte, was denn da in Griechenland genau los sei – ich bin ja jetzt Volkswirt – dann helfen mir weder Lagrangefunktionen noch Nutzen- oder Outputmaximierung, kein Hypothesentest und kein NPV. Nützlich wären vielmehr ein fundiertes Verständnis von Finanz- und Fiskalpolitik, von Währungspolitik und Wechselkursen. Dann zählt nicht das Wissen um die Herleitung einer Theorie, sondern ein Verständnis ihrer praktischen Anwendung.

Meiner Meinung nach kann das WiWi-Studium zwei Berufstypen ausbilden: Wirtschaftler und Wirtschaftswissenschaftler. Letztere erforschen die Theorien, die unserer Wissenschaft zugrunde liegen; Erstere verwerfen diese als praxisfern und ziehen aus in die Welt der freien Wirtschaft (um die im Studium verworfenen Erkenntnisse dennoch anzuwenden). Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft klaffen weit auseinander und in der Mitte liegt der große mathematische Werkzeugkasten, von dem Studienanfänger und die Welt außerhalb der Fakultät nichts ahnen. Die Frage lautet also: Wozu eigentlich die ganze Mathe? Sicher, um die Modelle und Theorien eines Tages verbessern zu können, braucht man unweigerlich den Werkzeugkasten. Wenn man an Annahmen verbessern und die Wissenschaft voran bringen will, ist die Mathematik unumgänglich. Aber braucht man wirklich den ganzen Kasten, um grundlegende Prinzipien und Modelle der Wirtschaftswissenschaft zu verstehen? Erst nach dem Verstehen kommt schließlich das Erforschen, das Erweitern, das Verändern und Verbessern. Nach dem Bachelor kommen Master und Ph.D. Der Bachelor muss Grundlagen legen, Verständnis schaffen und Begeisterung wecken – für Wirtschaft und für Wissenschaft. Möchte ich “nur” Wirtschaftler werden, so soll ich hier das notwendige Know-how und Verständnis lernen. Mein Bachelorstudium sollte nicht zum Intensivkurs für diejenigen verkommen, die lieber Wirtschaftswissenschaftler werden möchten und in die Forschung streben. Wir brauchen die Wissenschaft, die Theorie und somit die Mathe – sei es nur, um ihr nach dem Studium den Rücken zuzukehren, das aus den Modellen gewonnene Verständnis aber anzuwenden. Mathe sollte aber ein Zweck bleiben – und nicht zum Selbstzweck theoretischer Lehren werden, die sich von der wirklichen Welt – und von griechischen Staatsanleihen – unwiederbringlich entfernt haben.

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bewerbathon Früher war besser. Als Kind bewirbt man sich höchstens um das letzte Stück Kuchen, in der Schule vielleicht mal als Klassensprecher. Doch heute sind unsere Ziele viel höher gesteckt. Mit den Jobs und Unis, für die wir uns bewerben, steigen auch die Anforderungen und Ansprüche – bis hin zur Absurdität. Bei Vielen heißt es: Risiko streuen und möglichst breit bewerben. Man versinkt in einem Dutzend einzigartig-individuell-angepassten Bewerbungen für den jeweiligen Platz seiner Träume. Beschränken wir uns also aufs Wesentliche und stellen eine generische Bewerbung zusammen. Zutaten sind: Motivationsschreiben: Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte zu Ihrer [Uni / Firma / Abteilung] und sonst nirgendwo hin, weil Sie so einzigartig sind. Besonders reizt mich daran, dass Sie ein Schreiben verlangen, dessen Anforderungen in allen Belangen inhaltsgleich mit denen Ihrer Konkurrenz sind, bis auf eine winzige Kleinigkeit, die es mir verbietet, den gleichen Wisch mehrfach zu verwenden. Wortkonstellationen 657 Wörter, mit oder ohne Überschriften, wahlweise auch mal in 212+111+319 Wörter-Aufteilung. Die größte Errungenschaft meines Lebens? Den Überblick zu behalten, sonst kann es schon mal heißen: Bewerbung bei McKinsey – Vor allem will ich zu PWC, weil… Stiftung Studitest. Der TOEFLIELTSGREGMAT – Unabhängig. Objektiv. Sachorientiert. Endlich gibt es eine faire Vergleichsbasis für das Leistungsvermögen, ja für die Intelligenz

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eines jeden von uns. Und das alles zum gemeinnützigen Freundschaftspreis von 229,95 Dollar. Das Zeugnis, oder das, was davon schon da ist: Unkompliziert – ein Transcript vom Prüfungsamt ist leicht zu bekommen (auf Wunsch auch auf Englisch, versiegelt und geschniegelt). Doch nur, weil man ein offizielles Uni-Transcript samt Notenumrechnungstabelle hat, heißt das noch lange nicht, dass man keine handgefertigte Kursauflistung mit Einzelbeschreibungen braucht, Literatur und Themenangaben inklusive. Denn wer weiß schon, was sich wirklich hinter „Makroökonomik I“ verbirgt. Gutachten. Die Königsdisziplin. Während die Professoren beim Schreiben der Kurzgutachten für ein Auslandsstudium noch routiniert lächeln, kann es schon mal anders aussehen, wenn man gerne 27 Gutachten für die Masterstudiengänge XYZ hätte. Die jeweiligen Anleitungsschreiben sind beigelegt, danke. Bitte frist- und formgerecht einreichen – ein Kinderspiel… Die Extras. Bitte 4 Passfotos, mit Namen auf der Rückseite. Nur für unsere Datenbank, wir wissen ja nicht, ob Sie eine Verbrechervisage haben… Hä? Der Versand. Kommt auch alles an? Viele Unis und Unternehmen bieten die Möglichkeit an, die Sachen bequem online einzureichen, vorausgesetzt der Server funktioniert, der richtige Browser wird verwendet, und es gibt keine bösen Geister, welche die Adressformate gewisser Universitäten nicht verarbeiten können (So die Vermutung des Autors. Nur böse Geister könnten schließlich an der logischen Adresse jerome-antoine.ingenhoff@ student.uni-tuebingen.de – 49 Zeichen – etwas auszusetzen haben). Da verlassen sich andere Unternehmen lieber auf die Post, was dazu führen kann, dass man den OvernightDHL-Express in Anspruch nehmen muss, um

seine dreieinhalb Blätter von Tübingen nach Genf zu schicken. Ein Gutachten kommt aus Zürich. Es muss in einem Umschlag mit den anderen Sachen verschickt werden, also wird es nach Tübingen geschickt, damit es anschließend nach Genf versandt werden kann. Jetzt muss man nur noch entscheiden, ob der DHL-Auslandstarif es wirklich wert ist, wenn man zum gleichen Preis einen Mietwagen besorgen und das Ding in Genf in den Briefkasten werfen könnte, Wochenendurlaub inklusive. Auch beliebt: Der frankierte Rückumschlag zum Verschicken der Antwort. Natürlich mit Briefmarken des jeweiligen Landes. Und weil wir zwar eine Wirtschafts-, Währungs- und seit neuestem auch Transferunion sind, aber keine Briefmarken-Union, können das auch mal französische Briefmarken sein. Gibt’s bei der Post zu bestellen – wenn man viel Zeit hat. Alternativ muss man die Bestände des Tübinger Philatelie-Fachgeschäfts anzapfen. Wofür sind exklusive Sammel-Editionen schließlich da? Und wenigstens macht man damit den Briefumschlag schön bunt… Jetzt wo alles angekommen ist, muss man noch dafür sorgen, dass man im Idealfall einer Zusage seinen Unterlagen hinterherreisen darf – man braucht ein Visum. Während die Bearbeitung desselben immer einige Zusatz-Dokumente erfordert – man denke ans polizeiliche Führungszeugnis sowie die eidesstattliche Erklärung, kein Kriegsverbrecher oder Mafiaboss zu sein –, tun sich die Behörden gewisser nordamerikanischer Länder in letzter Zeit besonders schwer. Andere hingegen nehmen es nicht so eng, da kann ein Antrag in der Botschaft auch mal liegen bleiben.

ein Kurier bei uns vorbeikommt und das abholt, und dann zu Ihnen nach Tübingen fährt, ja… [*!#@x?!$§$]. Die Zusage ist da. Die Freude weilt jedoch kurz, denn sogleich ist wieder Zahltag: der Admission Deposit. Überweisung, Kreditkarte? Nein, die Krise zeigt Wirkung: innovative Finanzinstrumente sind in den USA out. Bitte senden Sie einen Auslandsscheck per Post. Ihr glaubt, so etwas gibt es nicht mehr? Oh doch, Bearbeitungszeit in Frankfurt: 8 Tage. Dafür kalligraphisch ausgefüllt. Der ExtraTipp: Bitte die Wechselkursschwankungen der kommenden Tage antizipieren, sonst kann es sein, dass das Konto hoffnungslos überbelastet wird, weil die Kanzlerin sich nicht uneingeschränkt hinter unsere griechischen Freunde stellt und der Euro einen erneuten Abstecher Richtung Talsohle macht… Geschafft. Auslands-Master-Super-Platz bekommen, es kann losgehen. Und wie finanzieren wir das Ganze? Am besten mit einem DAAD- oder einem anderen Stipendium. Dazu hätten wir gerne ein Gutachten, ein Motivationsschreiben, eine Beschreibung des Studienvorhabens, eine Notenliste, einen Studienplan… Jérôme Ingenhoff

„Ja, jetzt sehe ich ihre Unterlagen hier, ach, die sind ja noch gar nicht bearbeitet… wann brauchen Sie das denn?“ […] Ach nächste Woche wollen sie fliegen, nein, das schaffen wir nicht… […] Also, das würde gehen, wenn

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Fotostory: McErnst & Coopers sucht...

Little Miss Supersmart bereitet sich seit geschlagenen 4 Monaten auf ihr erstes Bewerbungsgespräch vor. Nun ist der große Tag gekommen und sie kann es kaum erwarten, die Chefin von ihren Fähigkeiten zu überzeugen.

Ihr Gangsta-Freund kann es auch kaum erwarten, dass seine Freundin endlich seine Alkoholeskapaden finanzieren kann. Wird seine moralische Unterstützung jedoch ausreichen, um Little Miss Supersmart nach einer Absage zu trösten?

Cool. Sicher. Von sich selbst überzeugt. Mister Perfect lässt sich von niemandem aufhalten. Auch nicht von übereifrigen weiblichen Workoholics. Sein besonderes Fingerspitzengefühl weiß er immer gut einzusetzen.

Mit 28 Jahren Senior Partnerin bei McErnst & Coopers: Madame Succès ist der Prototyp der modernen Karrierefrau. Sie weiß was sie will und sucht nach der optimalen Ergänzung für ihr Team. Wer wird die größeren Chancen haben?

Auf dem Weg zur ganz großen McErnst&Coopers-Karriere stehen sich gegenüber: Miss Supersmart und Mr. Perfect. Beide wollen ins Team von Madame Succès, doch auf dem Weg zum Traumjob gilt es sie mit Kompetenz, Persönlichkeit und außergewöhnlichen Fähigkeiten zu überzeugen. Wer wird sich durchsetzen und was kann der Verlierer rausschlagen?

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Little Miss Supersmart (nerv)………………………………………..Josefine Koebe Der Gangsta-Freund (direkt von der Couch ins Casting)……...…Sebastian Graf Mister Perfect (Fragezeichen)…………………………………..…..Benedikt Bäm Reinert Madame Succès (usually unbuttoned)………………..……………Tina Straßburger

fotostory

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Vor ihrem Bewerbungsgespräch holt sich die nervöse Little Miss Supersmart von ihrem Gangsta-Freund letzte „Ratschläge“.

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2 Im McErnst & Coopers Büro angekommen..

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„…und meine besonderen Qualifikationen sehen Sie auf diesem Chart, …“

Der nächste Kandidat bitte.

5 Erwartet hatte sie Trost und

Mitgefühl, aber es kam anders...

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Eine Welt bricht zusammen.

Der Charme des Mister Perfect zeigt bei der Chefin sofort Wirkung.

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Bewerber 2 entsprach da schon eher den Präferenzen der Chefin.

Und es zählt auch die nonverbale Kommunikationsfähigkeit

Madame Succès ist überzeugt: Noch an Ort und Stelle 10lässt sie ihren jüngsten Fang den Vertrag unterschreiben.

11 Auf eine gute „Zusammenarbeit“

so trafen Glück und 12 UndLeid aufeinander

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Love, oh Love (like a satellite)

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icket: t r e t s e m e S als das Noch Grüner Selber strampeln

Tagesausflug nach Lichtenstein – Der Weg ist das Ziel Schreit Euer Drahtesel nicht auch nach mehr? Sehnt er sich nicht manchmal nach etwas Abwechslung von der täglichen Route zum Kupferbau? Dann haben wir einen Vorschlag für Euch: Entdeckt die Schönheiten des Schwabenlandes per Fahrrad. Schloss Lichtenstein und die Nebelhöhle sind zwei sehr attraktive Ausflugsziele in nächster Nähe. Was braucht Ihr? Viel Wasser, ein paar Müsliriegel, schönes Wetter, etwas Durchhaltevermögen und die Bereitschaft zu schwitzen. Der Aufwand lohnt sich zweifelsohne. Es empfiehlt sich, in den späten Morgenstunden in Tübingen aufzubrechen. Vom französischen Viertel folgt man dem Radweg entlang der Bahnschienen Richtung Osten zum ersten sehenswerten Stop, dem Baggersee Epple. Dort gibt es exzellente Bade- und Grillmöglichkeiten, sowie zu unserem Überraschen eine ausgeprägte Freikörperkultur. Nachdem man dann die schwäbischen

Ortschaften Reutlingen und Pfullingen in Richtung Unterhausen passiert hat und noch genug Muskelkraft in den Waden und Oberschenkeln hat, kann man die ca. 400 Höhenmetern hinauf zum Schloss Lichtenstein in Angriff nehmen. Wir empfehlen Euch den Waldweg zu nehmen, was zwar sehr anstrengend ist, die unberührte Natur entschädigt jedoch jeden Tropfen Schweiß, den man beim Aufstieg vergossen hat. Oben angekommen wartet eine atemberaubende Sicht auf die Umgebung und das im Stil der romantischen Neogothik im 19. Jahrhundert erbaute Schloss Lichtenstein auf Euch. Wer allerdings noch weiter hinaus möchte, kann sich zum Abenteuerpark Schloss Lichtenstein begeben. Dort kann man in den Wipfeln zwischen neun Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auswählen. Eine weitere Sehenswürdigkeit, die Ihr Euch anschauen könnt, wenn Ihr schon einmal den Berg erklommen habt, sind die Nebelhöhlen.

Preise: Eine 30-minütige Führung gibt es für 5€ (Studentenrabatt) Öffnungszeiten: Schloss Lichtenstein lässt sich je nach Saison auch besichtigen: Dez/Jan:

geschlossen

Nov/Feb/März:

Sa und So 10.00 - 16.00 Uhr

April-Okt:

Mo-So 9.00 - 17.30 Uhr

Mehr Infos auf: www.schloss-lichtenstein.de

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Für drei Euro kann man sich, 180 Stufen tiefer, die 400 Meter lange Tropfsteinhöhle anschauen. Nachdem Ihr dieses Naturwunder bestaunt habt, wartet schließlich eine Talfahrt, die seinesgleichen sucht, auf Euch. Diese flacht zwar später ab, Ihr rollt jedoch über Genkingen, Gönningen und Gomaringen bis nach Tuebingen durch.

Alles in allem sollte man um die sieben Stunden für diesen Ausflug durch das Ländle einplanen- ein langer Weg- doch dieser ist ja bekanntlicherweise das Ziel. Fabian Meißner und Johannes Simon

semesterticket

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IT- und Internetunternehmen sucht

Absolventen (m/w) und Werkstudenten (m/w) für die Abteilungen

Marketing / Vertrieb / Produktmanagement Wer sind wir? careon ist als IT-Dienstleister im eHealth-Markt international tätig und bietet internet- und softwarebasierte Lösungen für das individuelle Gesundheitsmanagement an. Kunden sind Krankenversicherungen, andere Institutionen des Gesundheitswesens und Endkonsumenten.

Wir suchen:  Analytische Fähigkeiten  Lösungsorientiertes Denken und Handeln  Kreativität, Kommunikationsfreude und Einsatz  ausgeprägte “hands-on“ Mentalität  sehr gutes deutsches Sprachgefühl, englische Sprachkenntnisse  gute MS-Office-Kenntnisse, hohe Internetaffinität

Wir bieten:  Einstieg in Zukunftsbranchen (Internet, eHealth)  Teamarbeit in einem mittelständischen Unternehmen  zentrale Lage im Herzen Tübingens  freundliche Arbeitsatmosphäre mit netten Kollegen/Kolleginnen  schnelle Übernahme von Verantwortung  für Werkstudenten (m/w): uni-freundliche Arbeitszeiten

Bewerbungen per Email an Frau Annette Ziller, Personalabteilung Tel. 07071 920570, ziller@careon.de

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Infos zum Unternehmen unter www.careon.de


Wort zum WiWi Nr. 58  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftswissenschaften Tübingen im Sommersemester 2010

Wort zum WiWi Nr. 58  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftswissenschaften Tübingen im Sommersemester 2010

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