Page 1

1


2 Die Chance zum Aufstieg als Praktikant, Diplomand oder Trainee. Landesbank Baden-Württemberg Als international orientierte Geschäfts- und Universalbank, gehören wir zu den Top Ten in Deutschland und zu den Top Fifty in der Welt. Ganz gleich ob Retail oder Wholesale-Fokus: der Einstieg bei der Landesbank Baden-Württemberg kann der Anfang für Sie sein, Ihren Aufstieg zu sichern. Interessiert? www.LBBW.de Landesbank Baden-Württemberg. Eine Bank, die weiterdenkt.


3 Editorial Hallo liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, Euch als Vorabweihnachtsgeschenk die 51. Ausgabe des „Wort zum WiWi“ zu präsentieren. Im Juli haben wir Ausgaben aller 50 bisherigen WZW an die Seminarbibliothek übergeben, so dass Ihr jederzeit in ihnen schmökern könnt. Die 2. Hälfte der Hundert beginnen wir mit zwei Premieren: dem ersten Bachelor-Jahrgang und der ersten Juniorprofessur. Lest mehr darüber bei uns, und natürlich auch über die zahlreichen Erstiaktivitäten. Vielleicht sucht Ihr noch ein tolles Weihnachtsgeschenk? Stefan hat sich schon mal für Euch das neue Werk über die Tradition der Fakultät angesehen. Regt Euch der Advent statt zu wildem Kommerz eher dazu an, Gutes tun zu

wollen? Auch dieses Jahr findet unser alljährliches Weihnachtssingen an den Lehrstühlen statt, und wir haben uns zwei Projekte in Afrika ausgeguckt, die wir mit den gesammelten Spenden unterstützen wollen. Nun sind Studenten ja bekanntermaßen meistens pleite. Damit es Euch nicht dauerhaft so geht, haben wir Erfahrungsberichte über Praktika zusammengetragen. Was haben Eure Kommilitonen bereits gemacht, wie hat es ihnen gefallen und kann man dabei wirklich genug Geld verdienen, um auch noch ein Kind in Afrika zu unterstützen? Um Unterstützung für Kinder und Jugendliche ging es auch Fachschaftler Jan, als er im Oktober als Jugenddelegierter bei der UN war. Was er dort so gemacht und erlebt hat, berichtet er bei uns. Natürlich gibt es auch in dieser Ausgabe wieder einige bewährte Features, z.B. ein lustiges Rätsel. „Mit dem Semesterticket unterwegs“ sind wir in Beuron gewesen. Die Auslandsberichte kommen aus Oviedo, Seattle und Rio. Roman, Wido, Luis, Kathrin und Mareike

Inhalt Editorial - 3 Bericht Semesterkoordinator - 4 Erstieinführung - 6 Erstigedichte - 9 Erstihütte - 10 WM-Fieber - 12 Durchfallquote - 14 Weihnachtssingen - 16 Interview Prof. Merz - 19 Rezension zur Fakultätsgeschichte - 22

24 - Studis at Work 28 - Ausland: Oviedo/Spanien 32 - Ausland: Seattle/USA 34 - Ausland: Rio/Brasilien 36 - Wiwi-News 38 - Du bist müde? 39 - Jugenddelegierter 42 - Dialoga 2006 44 - Mit dem Semesterticket unterwegs 45 - Wirr- Warr


4 Wir sind zwar nicht Weltmeister, aber wir sind Fachschaft der Herzen! Rückblick des Semesterkoordinators auf das Sommersemester 2006 Begonnen hat das Semester – wie sollte es auch anders sein – am 5. Mai mit einem sportlichen Großereignis: den Wiwilympics. Genauso sportlich ging es auch weiter. Unser diesjähriges Grillfest am 14. Juni stand ganz im Zeichen der Fußball-WM. Um das Fußballvergnügen zu vervollständigen, haben wir einen Beamer und eine große Leinwand besorgt. So konnten wir Euch das Spiel Deutschland-Polen auf der Wiese hinter dem Prüfungsamt zeigen. Daraus wurde ein rundum gelungener Fußballabend, denn das Spiel war spannend. Es war zwar enttäuschend für unsere Austauschstudenten aus Polen, die Stimmung war aber phänomenal. Wir WiWis wissen halt wie man Party macht. Auch das Bestechungsgeld, das wir an Petrus bezahlt haben, scheint sich gelohnt zu haben. Unser Grillfest hat trotz des etwas größeren Rahmens seine Gemütlichkeit nicht verloren, und allem Anschein nach haben sich alle köstlich amüsiert. Es soll sogar Professoren gegeben haben, die sich von ihrem Nachwuchs zu einem Fußballspiel auf dem Parkplatz beim Prüfungsamt haben verleiten lassen. Insgesamt also

ein rundum gelungener Abend. Selbst ein kleiner Würstchenengpass konnte die Stimmung nicht trüben. Ein weiteres Highlight des letzten Semesters war natürlich die 50. Ausgabe des Wort zum Wiwi. Es war zum ersten Mal ganz in Farbe und beinhaltete einigen Artikel, in denen wir uns mit unseren Wurzeln beschäftigt haben. Natürlich haben wir Euch auch wieder mit Newsletter und Schaukästen über alle wichtigen Neuigkeiten an der Fakultät auf dem Laufenden gehalten. Davon gab es viele, war es doch das letzte reine Diplomsemester. So stand auch unser Hauptstudiumsinfocafé, bei dem alle Lehrstühle vertreten waren, ganz im Zeichen der bevorstehenden Umstellung. Inzwischen haben wir ja nun alle gemerkt, dass man nicht nach Hohenheim wechseln muss, um sein Diplom fertig zu machen. Die neuen Studenten sind ja auch, obwohl sie unsere kleine Elite sind, zum Partymachen fähig. In Fakultätsrat und Studienkommission standen erwartungsgemäß Bachelor und Master im Mittelpunkt – was wohl auch noch einige Zeit so bleiben wird. Nebenbei ging es auch häufiger um die Vollendung der neuen Fakultätshomepage, die inzwischen die Fakultät im Internet schmückt. Ein weiterer freudiger Anlass war auch die Annahme des Lehrstuhls für Finanzwissenschaft durch Professor Goerke. Nun ist die Fakultät nach langer Wartezeit mit der Rückkehr Prof. Schaichs wie-


5 der voll besetzt. Mit der Neuberufung eines Juniorprofessors am Lehrstuhl Schaich haben wir sogar noch einen weiteren Professor mitsamt eigenem Schwerpunkt bekommen. Prof. Merz haben wir auch prompt für diese Zeitschrift interviewt. Manch einer mag all dies allerdings noch gar nicht bemerkt haben, da im Moment vier Lehrstühle Forschungssemester haben. In der Fachschaft ließen wir es sonst etwas ruhiger angehen, da auch wir nicht vom Fußballvirus verschont geblieben sind. So waren wir zwar das ganze Semester für Euch da, haben es aber im WM-Fieber nicht geschafft, ein Fachschafts- Impressionen von den Wiwilympics und dem Grillfest wochenende zu machen. Bleibt, dass das letzte Semester in der Fachschaft selbst mir als absoluten Fußballverweigerer unglaublich viel Spaß gemacht hat – der „Schwertkampf“ zwischen Giulia und Roman während der Sitzung wird wohl in die FFW-Annalen eingehen. Nun möchte ich noch alle, die bisher gezögert haben, ganz herzlich einladen. Schaut doch montags um 20 Uhr c.t. bei uns vorbei, lernt die Fachschaftsarbeit kennen und geht anschließend mit uns auf einen Daiquiri in den Irish-Pub! Wido


6 Auf die Erstis... Fertig... Los! Ende Juli kamen wir das erste Mal voller Neugier und Aufregung für die Auswahlgespräche in die Nauklerstraße 47, und trafen sogleich auf zwei Studenten in roten T-Shirts, die es sich im Schatten unter dem Vordach gemütlich gemacht hatten. Sie spendeten Rat, Trost und Wasser. Das war unsere erste Begegnung mit der Fachschaft. Auch bei der Infoveranstaltung in der Mittagspause waren sie präsent und versorgten uns Ersti-Anwärter mit Informationen zu Studium, Wohnungssuche und studentischem Leben in Tübingen. Während der zwei Monate bis zum Semesterbeginn konnten wir in der eigens im StudiVZ gegründeten Gruppe Hilfe für begründete und unbegründete Sorgen sowie Antworten zu unseren Fragen erhalten. Dort trat man das erste Mal mit vielen seiner Kommilitonen in Kontakt und entdeckte einige Gesichter wieder, die man bereits vom Auswahlgespräch kannte. Der verbleibende Informationsbedarf wurde dann bei den Infocafés Anfang Oktober gestillt. Massen von Erstis strömten ins Wirtschaftswissenschaft-

liche Seminar, welches dadurch an seine Kapazitätsgrenzen stieß. (Anm. d. Red.: Das glaubt doch nur ihr! Ihr habt den Bücherflohmarkt letztes Jahr nicht gesehen.) Dort sah man viele Bekannte wieder und lernte neue Kommilitonen kennen, so dass man die erste Woche nicht allein verbrachte. Spätestens nach dem vierten Besuch eines Infocafés konnten die letzten Fragen, die u.a. aus der Umstellung auf Bachelor/ Master-Studiengänge entstanden waren, mehrheitlich geklärt werden. Bei der offiziellen Begrüßungsveranstaltung durch das Dekanat und die Professoren am ersten Tag an der Uni lockerte die Fachschaft das Programm durch eine musikalische Begrüßung auf. So schmetterte den Erstis bereits am frühen Morgen ein „Herzlich Willkommen in Tübingen“ entgegen – zur Melodie von „über den Wolken“, was viele zum Schmunzeln brachte. Uns wurde Mut gemacht, dass natürlich alles neu sei, doch wir würden uns sicher bald zu Recht finden und die Zeit unseres Studiums in Tübingen genießen. Am Tag darauf versammelte sich der ErstiJahrgang am Kupferbau, um beim Stadtspiel seine neue Heimat zu erkunden. In zufällig zusammengewürfelten Gruppen galt es, Fragen zur Stadt zu beantworten, zu dichten, und beim Einkauf im 59Cent-Shop Kreativität zu zeigen. Seitdem türmen sich im Büro der Fachschaft so


7


8 kuriose Dinge wie Mausefallen, gelbe Mini-Quietscheenten und rosa Plüschhandschellen. Die Siegerehrung fand am Abend bei der Erstsemesterparty im WHO statt. Dort wurde bei abwechslungsreicher Musik und viel Alkohol mit neuen und alten Bekannten wild gefeiert. Zum Glück war die Thekenkonstruktion stabil und brach nicht unter den auf ihr tanzenden Erstis zusammen. Einige Studenten liefen in Anlehnung an den Begrüßungssong der Fachschaft zu dichterischen Höchstleistungen auf, und schufen ihre eigene Version von „54, 74, 90, 2006“ („86, 97, 06, 2010“). Die Party endete durch eine Vorgabe des Studentendorfs jedoch leider bereits um zwei Uhr. Bei der Kneipentour am folgenden Abend war der allgemeine Alkoholpegel dann deutlich geringer – einige hatten wohl noch mit den Folgen der vorherigen Nacht zu kämpfen. Vier Gruppen

besuchten unter der Leitung der Fachschaft je drei Kneipen, um für jeden seine individuelle Stammkneipe zu finden. Für viele endete der Abend im zum Bersten gefüllten Clubhaus. In den folgenden sechs Wochen hatten wir Erstis die Möglichkeit, uns in den Erstsemestertutorien der Fachschaft über unterschiedliche Themen wie die Uni-Organisation, Lernmethoden oder Praktika zu informieren. Danach ging es in den Bierkeller, wo man in geselliger Runde den Tag ausklingen ließ. Etwa 30 Studenten unseres Jahrgangs fuhren auf die Erstsemesterhütte in Münsingen – wovon Tanja und Matze Euch in einem eigenen Artikel berichten. In diesem Sinne: Vielen Dank an die Fachschaft für die vielen Aktivitäten, bei denen wir viel Spaß hatten und die bei so manchen FFWler für Schlafmangel sorgten. Jan und Guido


9


10 Brücken bauen auf der Ersti-Hütte in Münsingen So, liebe Erstsemester, hier die Aufklärung für Eure Verwunderung am Montagmorgen in der Rechnungswesenvorlesung über die topmotivierten Gesichter einiger Eurer Kommilitonen. Es gab viel zu besprechen: Hardcore-Porno-Filme, den Polizeieinsatz, atemberaubende Wildwasserfahrten und den Froschkönig! Richtig getippt: Ihr habt über die Heimkehrer der Erstsemesterhütte gestutzt. Ein wahrer „Melting Pot“ von 36 Erstsemestern und acht Fachschaftlern verbrachte das Wochenende vom 27.-29.10.06 in der Weltmetropole Münsingen. Nachdem auch Wolfi (FFWler) endlich den Weg gefunden hatte, machten sich die WiWi-Sportskanonen gleich daran, ihren Trieben nachzugehen (und Fuß- respektive Volleyball zu spielen). Chefköchin Mareike (blond) und ihre kleinen, fast freiwilligen, Küchenhelferchen zauberten am Abend ein köstliches Chili con/sin carne.

Hüttenpanorama

Die frischgeduschten Wochenendteilnehmer hätten am liebsten gleich wieder geduscht (Anm. der Redaktion: Wir wissen auch nicht, warum Erstsemester so gerne duschen!). Den Abend leitete Guido W. mit seinem ausgiebigen Prosit ein und ernannte sich zum Schiedsrichter (Anm. d. Red.: Wir bedanken uns bei unserem Ehrenfachschaftler Guido, dass er wieder lustige Kennlernspiele organisiert hat), kurz bevor P.D., seines Zeichens Pornodarsteller und -Experte, den anderen WiWis seine Auffassung eines Hardcore-Pornos präsentierte. Nicht nur die künstlerische Freiheit des gezügelten Regisseurs, sondern auch die Tatsache, dass das Verkupplungsspielchen ausgerechnet das einzige Paar auf der Fahrt traf, rief herzhaftes Gelächter hervor. Nachdem Mareike (brünett) sich bei der gynäkologischen Interpretation von Stefan und der akrobatischen Idee von Julia fast die Wirbelsäule brach (Anm. d. Red.: es handelte sich um ein Pantomimespiel, bei dem die Kernszene eines Pornos nachgestellt werden sollte), wechselte Guido zu „Sortiert-Euch-nach-Unterwäschefarbe-Wettkämpfen“. Am selbigen Abend blieb es natürlich nicht nur bei einem einzigen Prosit und bevor die Polizei unsere heißen LatinoRhythmen auf der Tanzfläche unterband, wich die Anonymität einer kollektiven Feierlaune. Ulmer Münster. Ganz oben. Herrliche


11 Aussicht!! *Schädel* Der Kater blieb auf Stufe 768 und ward vorerst nicht mehr gesehen. Ihn ersetzten nach dem Abgang (weitere 768 Schritte) langwierige Wadenschmerzen. „Fuck Treppen“. Siehe Ulmer Münster: 543. Treppe, Wandmalerei aus dem 21. Jahrhundert (Anm. d. Red.: Mit der Sportlichkeit ist es halt doch nicht soweit her, die paar Stufen!)

eifrig Striche am Kühlschrank. Jetzt aber noch zum Froschkönig: der Besuch der Bärenhöhle am Sonntag öffnete den WiWis die Augen für die Kunstwerke der Natur (Tropfsteine, die mittlerweile jedoch allesamt von der Natur wieder weggeschwemmt wurden!). Eine äußerst kompetente Führerin leitete uns vorbei an Bärenknochen, beeindruckende Mengen an Fledermäusen (!) hin zum eindeutigen Höhepunkt: dem Froschkönig. Ein grüner Stein, mit Moos bedeckt, vom gleißenden Neonlicht angestrahlt. Zum Schluss: Die ersten Bekanntschaften währen am längsten - wir schließen uns dem Zitat von Guido an. Herzlichen Dank an die Fachschaft für ein Wochenende, das sicher allen Beteiligten lange in guter Erinnerung bleibt. Wir sind beim nächsten Mal wieder dabei! (Anm. d. Red.: Wir freuen uns darüber, dass schon einige Erstis in die Fachschaft gefunden haben.) Tanja und Matze

Die Invasion ins Neu-Ulmer Erlebnisbad: Der Whirlpool, die Doughnut-Rutsche und das Thermalbad im Freien waren in kürzester Zeit von den Astralkörpern der Wiwis besetzt. Dort holten sie sich auch die nötige Entspannung, um am Abend nach einer Spaghetti-Party die Stimmung wieder auf Hochtouren laufen zu lassen. Prost! Kennlernspielchen waren jetzt kaum noch nötig. Der kultivierte Sangeskreis, die emanzipierte Geschlechterkampfgruppe, die semantisch hochversierte Tabu-Runde, oder der eher einfältige, dafür umso heiterere ProsecGruppenbild vor der Bärenhöhle co-Würfel sammelten alle


12 Die Tübinger WiWis im WM-Fieber Im Sommer pulsierte das Leben in Deutschland, und so auch in Tübingen. Neben der Fanmeile auf der Neckarbrücke und den beiden Public-Viewing-Locations (WM-Park und WM-Arena) wurde dieses Jahr auch das traditionelle WiWi-Sommerfest der Fachschaft zur WiWi-WM-Party. Professoren waren diesmal ebenfalls zahlreich vertreten. Sogar Rektor Schaich war zu Beginn zugegen, und spielte zusammen mit Professor Grammig gegen die Söhne von Frau Professor Pull Fußball. (Eine frühzeitige Vorbereitung auf die WiWilympics 2007?) Zu Spielbeginn sorgte ein von der Fachschaft aus Planen, Holzlatten und Müllsäcken zusammengebastel-

tes Sonnensegel für einen annehmbaren Spielgenuss. Mit der Dauer des Spiels und dem Abnehmen des Segels zur Halbzeitpause wurde die Stimmung immer besser, und man fühlte sich zunehmend wie im Stadion. Die scharfe Hereingabe von Odonkor auf Neuville in der Nachspielzeit brachte die Menge – inklusive der Professoren Klunzinger und Grammig – zum Erbeben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war Party angesagt. Viele Beweisfotos sind in unserem Online-Fotoalbum zu finden. Wir hoffen, dass sich dieser Teamgeist auf das Jahr 2007 überträgt und vergleichbare Menschenmassen die WiWilympics verfolgen… Stefan Büttner

Lehrstuhl Berndt im WM-Fieber

Das WM-Grillfest


careon 13 Wir sind ein erfolgreiches Tübinger IT- und Internetunternehmen und suchen vielseitig interessierte und motivierte Studenten (m/w) zur Verstärkung unseres Teams in den Bereichen

Finanzen / Controlling Recht / Vertragsmanagement Projektmanagement careon entwickelt und vertreibt an den Standorten Tübingen und Berlin innovative CRM- und Internetprodukte für das aktive Gesundheitsmanagement. Zu unseren Kunden gehören Krankenversicherungen (u.a. DKV, GEK und Deutsche BKK) sowie andere Organisationen des Gesundheitswesens.

Aufgaben Finanzen/Controlling: Unterstützung des betrieblichen Rechnungswesens Recht: Gestaltung und Betreuung von Verträgen Projektmanagement: je nach Bedarf und abhängig von individuellen Fähigkeiten

Unser Angebot Flexible Arbeitszeiten Einstieg in Zukunftsbranchen (Internet, Gesundheitswesen)

Voraussetzungen 6. Semester (in Einzelfällen 5. Semester) ein eigener Kopf und die Bereitschaft, etwas dazuzulernen ein Grundverständnis für wirtschaftliche und technische Zusammenhänge ausgezeichnete deutsche Sprachkenntnisse mehr als zwei Semester Zeithorizont zur Mitarbeit bei careon

Strategischer Partner der

ISKV

Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen (McKinsey, IBM) und Studenten in einem angenehmen Umfeld Schnelle Übernahme eigener Verantwortung

Interesse? Weitere Informationen sind unter www.careon.de zu finden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Martin Miermeister. Telefon:

0 70 71 / 920 570

E-Mail:

miermeister@careon.de

careon.de GmbH | Europaplatz 17 | D-72072 Tübingen Tel.: + 49 7071 / 920 57 - 0 | info@careon.de Fax: + 49 7071 / 920 57 - 22 | www.careon.de www.careon.de


14


15 Gesund leben wird belohnt Der Bonus-Tarif der AOK Baden-Württemberg

Sie halten sich fit und gehen regelmäßig zur Gesundheitsvorsorge? Das kann sich für Sie mit dem AOK-Bonustarif doppelt lohnen: Sie tun etwas für Ihre Gesundheit und können bis zu 340 Euro im Jahr sparen. Weitere Informationen erhalten Sie in jedem AOK-KundenCenter! AOK- Die Gesundheitskasse für den Landkreis Tübingen Europastr. 4, 72072 Tübingen Tel. 07071 914 -0 E-Mail: aok.tuebingen@bw.aok.de

Jetzt Mitglied werden! � Library! Books, Magazines, Media � Language! English, Spanish,TOEFL � Culture! Music,Talks, Movies, Photos, Dialogues � Information! Study,Work, Life in the USA

Karlstr. 3 · 72072 Tübingen · Tel. 07071-795 26-0

www.dai-tuebingen.de


16 Weihnachtssingen 2006 Wie in den letzten Jahren werden wir am 18. und 19. Dezember wieder alle Lehrstühle, Prüfungsamt, Dekanat und Bibliothek besuchen und mit neu einstudierten Weihnachtsliedern beglücken. Wir wollen aber nicht nur weihnachtliche Stimmung verbreiten, sondern auch an Menschen denken, denen es nicht so gut geht. Daher sammeln wir wieder für zwei Projekte Spenden. Die Hälfte der Spenden geht in diesem Jahr an den „Förderverein Kinderkrankenhaus Joal e.V.“ Dieser Verein unterstützt den Ausbau eines senegalesischen Krankenhauses und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die medizinische Ausstattung sowie die hygienischen, pflegerischen und ärztlichen Bedingungen zu fördern. Die medizinische Versorgung im Senegal lässt noch immer viel zu wünschen übrig und schon vergleichsweise harmlose Krankheiten können ohne die richtige Behandlung fatale Folgen haben. So kommen die kleinen Patienten oft von weit her, um sich im Kinderkrankenhaus Joal stationär oder ambulant behandeln zu lassen. Mit den Spenden wollen wir zur Finanzierung der Behandlung beitragen. Die andere Hälfte geht an „Hand in Hand International e.V.“ und unterstützt ein Bildungsprojekt in Ghana. Unsere

Fachschaftlerin Inga Heiland hat dort ein Praktikum absolviert und berichtet auf der nächsten Seite von diesem Projekt. Spenden können auch außerhalb des Weihnachtssingens in der Fachschaft abgegeben oder auf unser Konto (BLZ 64150020 Kto. 2743183, Stichwort: „Weihnachtssingen“) überwiesen werden. Wir wünschen allen eine schöne Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest! Katrin Budy und Wido Geis


17 Hilfe zur Selbsthilfe in Ghana Als ich im Frühjahr 2006 ins Flugzeug nach Accra steige, geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Afrika! Mein vorläufiges Reiseziel ist Dormaa Ahenkro, das im Westen Ghanas, eingebettet im dichten Regenwald, liegt. Hier werde ich 4 Monate verbringen und versuchen, einen Einblick in die afrikanische Lebensart zu erhalten. Im Projekt „Hand in Hand Ghana“ des Konstanzer Menschenrechtvereins „Hand in Hand International e.V.“ bin ich als Praktikantin im Kindergarten tätig. Der Kindergarten ist 2002 aus einer deutsch-ghanaischen Initiative entstanden mit dem Ziel, Kindern aus sozial schwachen Familien durch den kostenlosen Kindergartenplatz den Einstieg in den Bildungsweg zu ermöglichen. Denn in ghanaischen Kindergärten werden den Kindern schon die elementaren Grundkenntnisse beigebracht, die sie beim Eintritt in die Schule in einem Aufnahmetest nachweisen müssen: Lesen, Schreiben, Rechnen und Zeichnen. Da Kindergartenplätze aber rar oder sehr teuer sind, scheitern vornehmlich Kinder aus armen Familien noch vor dem Schulbeginn an dieser ersten Hürde.

Im „Hand in Hand“-Kindergarten wird neben dem Erlernen dieser Grundkenntnisse auch großer Wert auf kreative Tätigkeiten gelegt und die Kinder bekommen jeden Tag ein Mittagessen. Durch regelmäßige Besuche der Lehrerin bei den Familien und Pflegefamilien wird außerdem die Gesamtentwicklung der Kinder, ihre Gesundheit und ihr soziales Umfeld im Blick behalten. Für die Kinder, die den Aufnahmetest für die Grundschule bestanden haben, vermittelt „Hand in Hand International e.V.“ in Deutschland Schülerpatenschaften. Das Projekt in Ghana besitzt außerdem Einrichtungen für Computerkurse, und im Moment laufen Bemühungen zum Aufbau eines Internetcafes, ein Schritt zur Selbstständigkeit des Projekts. Der Verein bietet deutschen Jugendlichen mit oder ohne Studium bzw. Ausbildung, die Möglichkeit, im Projekt ein Praktikum zu absolvieren. Außerdem werden Praktikumsplätze in öffentlichen Einrichtungen der Stadt, z.B. Kindergärten, in Schulen oder im Krankenhaus vermittelt. Ich habe eine wunderbare Zeit dort verbracht, konnte neue Menschen und ihre Kultur kennen lernen und ein Stück Lebenserfahrung mit nach Hause nehmen! Inga Heiland


18 FachschaftsNews Auslandsstudium Nachdem die transparente Notenumrechnung im vergangenen Sommersemester erreicht werden konnte, gehen die Bemühungen in diesem Bereich weiter. Es wird künftig mehrere Infoveranstaltungen zum Thema Auslandsstudium geben, die aus dem gleichnamigen Erstsemestertutorium entspringen. Im November/Dezember soll es ein Tutorium ausschließlich für den Bereich Europa geben, der die Studierenden des 3./ 5./ 7. Semesters unmittelbar vor dem Bewerbungsschluss (31. Januar) informiert. Im Mai/Juni folgt ein Tutorium für Nordamerika, Südamerika, Australien/ Neuseeland, Asien und Afrika. In unserem Downloadbereich zum Ausland findet Ihr seit einigen Wochen eine to-do-Liste, was vor dem Auslandsstudium in Sachen Noten- und Kursanrechnung zu tun ist. Im Aufbau ist augenblicklich der Bereich „UniPortrait“, in dem Auslandsrückkehrer ihre wirtschaftsspezifischen Studienerfahrungen (welche Kurse sind gut, welche lassen sich anrechnen, welchen Professor sollte man sich nicht entgehen lassen) angeben sollen. Wir bitten Euch hiermit, uns möglichst zahlreich ein solches UniPortrait (Formular siehe Downloadbereich „Ausland“) digital zukommen zu lassen. Die Interessenten können dieses dann im Rahmen unserer Sprechzeiten in der Fachschaft durchstöbern. Klausuranmeldung komplett online Die Klausuranmeldung findet künftig für

alle Studierenden über das CampusSystem statt. Erstmals melden sich somit auch Studierende des DiplomGrundstudiums über das Online-System an. Der Zeitraum, in dem An- und Abmeldung erfolgen, erstreckt sich in der Regel über zehn Tage bis zwei Wochen und findet für den Haupttermin im Januar/Juni und für den Nachholtermin im März/September statt. Studierende, die sich noch nicht für das Diplom-Hauptstudium angemeldet haben (Anfang Dezember/Juni), können sich derzeit noch nicht für den Prüfungsteil von Campus anmelden. Die Freischaltung sollte für alle Studierenden automatisch bis zu Beginn der Klausuranmeldephase erfolgt sein. Passwort und Login-ID sollte Euch allen bereits jetzt vorliegen. Achtung: für die An-/Abmeldung zu Prüfungen, etc. benötigt Ihr ausreichend TAN-Nummern. Solltet Ihr Probleme mit Campus haben, wendet Euch an das Studentensekretariat. Gibt es konkret Probleme mit der Prüfungsanmeldung, wendet Euch an unser Prüfungsamt. WiWi-Seminar Dank gemeinsamer Bemühungen gibt es seit Semesterbeginn in den Räumen des Seminars eine komplett neue Möblierung, welche die Renovierung der meisten Räume abschließt. Noch dieses Jahr klappt es hoffentlich auch mit dem weiteren WLAN-Hotspot, der das Erdgeschoss samt Außenbereich („Sozialterrasse“) versorgen soll. Die Mittel dafür stammen von der ARD (250€) und der Freien Fachschaft WiWi (150€). Stefan Büttner


19 Interview mit Professor Merz Prof. Dr. Michael Merz hat den Ruf nach Tübingen angenommen, und wird hier einen neuen Bereich für Statistik, Risiko und Versicherung aufbauen. Mehr Informationen zur Person findet ihr unter http://www.uni-tuebingen.de/uni/wwg/ ls/juniorprofessur.htm. Was hat Sie dazu bewegt, den Ruf nach Tübingen anzunehmen, obwohl Sie sich hier den Bereich von Grund auf neu aufbauen müssen? Meine Entscheidung, wieder an die Universität zurückzukehren, beruht zum Einem auf dem Wunsch, mich auch weiterhin mit den Dingen beschäftigen zu können, die mich am meisten interessieren und zum Anderen auf dem Bestreben, eigenständig arbeiten zu können. Dass mein Fachgebiet zuvor in Tübingen nicht vertreten war, sehe ich dabei nicht als Nachteil, sondern als Möglichkeit, auch andere davon zu überzeugen, dass die angewandte Risikotheorie und die Aktuarwissenschaften spannende und faszinierende Gebiete sind, die zur Zeit sehr stark in Bewegung sind. Die Tatsache, dass das Leben in und um Tübingen sehr lebenswert ist, hat dann die Entscheidung noch einmal erleichtert.

Was unterscheidet einen Juniorprofessoren von anderen Professoren? Was bedeutet Ihr Status als Juniorprofessor für die Studierenden? Der wesentliche Unterschied (zumindest für mich) ist die Tatsache, dass meine Anstellung befristet ist. D.h. meine Leistungen in Lehre und vor allem in der Forschung werden nach 4 Jahren evaluiert und bei positiver Evaluierung erfolgt eine Verlängerung um weitere 2 Jahre. Das Ziel eines Juniorprofessors ist es daher durch gute Leistungen in der Forschung und Lehre eine Lebenszeitstelle zu erhalten. Bis auf die Tatsache, dass Juniorprofessoren/-professorinnen mit 4 SWS Lehre (bzw. 6 SWS nach 4 Jahren) ein reduziertes Lehrdeputat haben, hat dies jedoch meines Erachtens für die Studierenden keine erkennbaren Auswirkungen. Ihr Lehrstuhl trägt den Titel Juniorprofessur für Statistik, Risiko und Versicherung. Auf welchem Aspekt wird der Fokus Ihrer Lehre liegen? Grob gesagt lässt sich die Versicherungstechnik/Aktuarwissenschaften in die beiden großen Bereiche Leben und Nichtleben einteilen. Mein Fokus in der Lehre (aber auch in der Forschung) liegt dabei ganz eindeutig auf dem Bereich Nichtleben und ihrem Teilgebiet, der angewandten Risikotheorie. Meines Erachtens ist dieser Bereich deutlich spannender und herausfordernder als der Bereich der Le-


20 ben-Versicherungstechnik. Dies spiegelt sich auch in der aktuellen Forschung wieder und liegt vor allem darin begründet, dass in der Nichtleben-Versicherungstechnik ein viel größeres Maß an Unsicherheit existiert (Anzahl der Schäden, Schadenshöhe und/oder Schadenszeitpunkt sind hier i.d.R. unbekannt) als in der Leben-Versicherungstechnik. Dies bedingt es wiederum, dass in der Nichtleben-Versicherungstechnik zur Lösung der praxisrelevanten Probleme Modelle und Verfahren aus den Bereichen Mathematische Statistik, Multivariate Statistik, Stochastische Prozesse, Optimierungstheorie, Numerik usw. angewendet werden müssen. Insgesamt ist es mein Ziel, den Studierenden in Tübingen Vorlesungen anzubieten, die in ihrer Gesamtheit die drei großen versicherungstechnischen Problemfelder risikogerechte Prämienberechnung, Schadenreservierung und Solvenz zum Gegenstand haben und dabei in die zur Zeit in Forschung und Praxis aktuellen aktuariellen Methoden und Verfahren einzuführen. Zur Zeit bieten Sie eine Veranstaltung an, und es ist eine weitere für das kommende Sommersemester geplant. Werden Sie diese beiden Veranstaltungen nun regelmäßig abhalten, oder wird es Änderungen geben? Mittelfristig ist ein neuer Schwerpunkt „Insurance Engineering“ geplant, welcher neben den beiden Master-Vorlesungen „Risikogerechte Prämienberechnung in der Versicherung“ und „Stochastische Methoden in der Nichtleben-Versicherung“ jeweils noch eine weitere Vorlesung für den Master und den Bachelor umfassen soll. Diese Veranstaltungen

sollen dann in einer gewissen Regelmäßigkeit angeboten werden, um den Studierenden eine gründliche Einführung in die zentralen aktuariellen Methoden und Verfahren in der Versicherungstechnik zu vermitteln. Neben Ihrer wissenschaftlichen Ausbildung sind Sie auch gelernter Kaufmann, waren Trainee bei Peek & Cloppenburg und haben nach Ihrer Promotion für eine Versicherung gearbeitet. Wann ist Ihnen klar geworden, dass Sie eine Karriere an der Universität einschlagen wollen? Eigentlich erst, als sich die Chance in Tübingen geboten hatte. Im Aktuariat der Baloise Versicherung in Basel hatte ich zuvor schon eine sehr wissenschaftsnahe Aufgabe, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Die Idee, dass ich den angenehmsten Teil meines Jobs, die wissenschaftliche Arbeit, eventuell noch einmal ausbauen kann, hat mir sehr gut gefallen. Zusammen mit der Tatsache, dass mir die Lehre während meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter immer viel Spaß gemacht hat, hat mich letztendlich bewogen, mich auf die Stelle in Tübingen zu bewerben. Glauben Sie, dass Ihre praktischen Erfahrungen Ihnen und den Studierenden helfen werden? Ich denke, dass die Studierenden auf jeden Fall indirekt davon profitieren können. Denn meine Zeit in der Praxis hat mich dahingehend geprägt, dass ich viele der noch offenen Probleme in der Praxis kenne und meine Forschung auch danach ausgerichtet ist. Alle Methoden und Verfahren, die ich in meinen


21 Vorlesungen behandeln werde (auch die vielleicht etwas komplizierteren) sind auf ihren Einsatz in der Praxis ausgerichtet. Inwieweit sich jedoch meine praktischen Erfahrungen in meiner Persönlichkeit und meinem Charakter widerspiegeln, kann ich nicht beurteilen und überlasse dies deshalb dem kritischen Urteil der Studierenden.

Und zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Was machen Sie in Ihrer Freizeit, um sich von Ihrer Arbeit zu erholen? Auch auf die Gefahr hin, dass es sich ein wenig seltsam anhört, aber bisher war ich stets in der glücklichen Lage, dass ich eine Erholung von meiner Arbeit nicht notwendig hatte. Die Grenzen zwischen Beruf und Hobby sind bei mir sehr fließend. In meiner Freizeit lese ich jedoch sehr gerne, gehe ins Kino oder Theater und verreise mit meiner Frau. Die Fragen stellte Mareike Schmitz.


22 Rezension über ein Werk zur Fakultätsgeschichte 200 Jahre Wirtschafts- und Staatswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Leben und Werk der Professoren. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und ihre Vorgänger (1817-2002). Zwei Bände, herausgegeben und bearbeitet von Helmut Marcon und Heinrich Strecker. Franz Steiner Verlag Stuttgart 2004. 1596 Seiten und etwa 200 Abbildungen. Gebunden. 142€. ISBN 3-51506657-8. Nicht nur die Universität Tübingen gehört zu den ältesten in Deutschland, sondern auch die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. In der akademischen Frühzeit hatten die meisten Universitäten nur die vier traditionellen Disziplinen Jurisprudenz, Philosophie, Medizin und Theologie. Die Wirtschaftswissenschaften entstanden als Seitenzweig aus der Philosophischen Fakultät (auch „untere Fakultät“ genannt) und waren bis zum Ende des 18. Jahrhunderts dort als Kameralwissenschaft, einer deutschen Variante der merkantilistischen Wirtschaftslehre, bekannt. Diese beinhaltete „die systematische Behandlung aller Tatbestände, die die Einnahmen und Ausgaben des Staates bzw. Herrscherhauses betrafen: Bewirtschaftung der herrschaftlichen Güter und Forste, Steuerwesen, Betrieb der Bergwerke sowie Einnahmen aus anderen Hoheitsrechten: Zoll-, Münz-, Postwesen, usw.“ (S. 1301). Ende des achtzehnten Jahrhunderts rich-

teten manche Universitäten schon ganze Fakultäten für Kameralistik ein, die allerdings die napoleonische Zeit nicht überlebten. Somit ist die während der Reformzeit in Württemberg gegründete „Staatswirtschaftliche Fakultät“ nicht die erste, aber die älteste Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Deutschlands. Lange Zeit focht die Fakultät um das Promotionsrecht, welches ihr Anfang der 1830er Jahre zugestanden wurde. Von 1845 bis 1971 war die Staatswissenschaftliche Fakultät in der Neuen Aula untergebracht, wo sie im Jahr 1923 mit der Juristischen Fakultät verschmolzen wurde (bis 1970). Im gleichen Jahr wurde der Diplom-Volkswirt eingeführt. Studiengebühren gab es auch damals schon, 1830 waren es 20 Gulden und 57 Kreuzer (S. 1316) und 1955 150 Deutsche Mark. In den 1960ern wurde sie dann wieder abgeschafft (S.1321). Das ausführliche Werk der beiden Herausgeber bietet weit mehr als einen Abriss der Fakultätsgeschichte. Im ersten Band ist ausführlich das Leben und Wirken aller 190 Professoren bis zum Jahr 2002 nachgezeichnet, darunter namhafte Personen wie Bundespräsident Köhler, „The Lord“ Ralf Dahrendorf, Gustav Rümelin, Friedrich von Neumann, Walter Eucken, Norbert Kloten uvm. Statistiken über die Dekane, Studiendekane, Vorsitzende des Prüfungsausschuss und über die aus der Fakultät hervorgegangenen Rektoren findet man im zweiten Band.


23 Hervorzuheben ist die Genealogie der Fakultätsstruktur und die optische Veränderung von Diplom- und Promotionsurkunden. Interessant sind freilich auch die diversen Prüfungsordnungen für die Studiengänge und wie diese sich über die Jahre hinweg veränderten. Manche Regelung von heute gab es fast im gleichen Wortlaut bereits vor einem halben Jahrhundert. Abge-

rundet wird das Gesamtwerk durch die Entstehungsgeschichte der Teildisziplinen Volks- und Betriebswirtschaftslehre, wobei letztere erst Anfang der 80er Jahre mit einem „eigenen“ Studiengang ausgestattet wurde. Etliche der heutigen BWL-Professuren sind übrigens noch Erstbesetzungen. Stefan Büttner


24 Studis @ Work Wann habt Ihr das letzte Mal eine interessante Stellenausschreibung gesehen, in der nicht „erste praktische Erfahrungen“ als Voraussetzung vorgeschrieben waren? Praktika gehören heute für die meisten WiWi-Studenten zum Standardprogramm dazu. Doch sie sollen nicht nur den Berufseinstieg erleichtern, sondern uns auch helfen, herauszufinden, welche Arbeit uns Spaß macht – oder auch nicht. Wir haben uns für Euch mal umgehört, was Eure Tübinger Kommilitonen schon so alles gemacht haben, und wie sie es fanden... Wer: Sarah Kanzen Studium: IVWL, 7. Semester Was: Marktforschung Aufgaben: Konsumentenbefragung und ihre Auswertung, Auswerten von Focus Groups, Berichte und Präsentationen dazu schreiben Wo: MM Research, Waiblingen/MM Quicktest-Studio, Stuttgart Dauer: 9 Wochen wann gemacht: im 7. Semester Wie bekommen: Bewerbung auf Praktikumsangebot auf der FFW-Seite Fazit: Ich durfte im Prinzip alle Aufgaben machen, die Projektleiter dort auch machen. Die Arbeitsatmosphäre war super. Was mir persönlich ein bisschen gefehlt hat, war das Arbeiten mit quantitativen Umfragen. Anforderungen: SPSS-Kenntnisse (für quantitative Auswertungen); Im Allgemeinen kann man aber auch schon am Studienbeginn dort hin, sie sind recht flexibel. Vergütung: 400 €/Monat Wer: Mareike Dassow Studium: VWL, 9. Studien/6. Fachsemester Was: Marketing Aufgaben: Kundenakquirierung über Telefon, Übersetzen, Flyer entwerfen, Messearbeit, WizArt-Assima (Software) Wo: Lausanne (Schweiz) Dauer: 2 Monate wann gemacht: zwischen 7. und 8. Semester Wie bekommen: www.monster.ch Voraussetzung: Wirtschaftsstudium, Sprachkenntnisse Fazit: sehr interessant, vielschichtige Arbeit, da kleine Zweigstelle (insgesamt 5 Mitarbeiter), hab allerdings gemerkt, dass Bürojob nichts für mich ist Vergütung: 2.000 CHF brutto - circa 1.100 Euro netto im Monat


25 Wer: Maurus Unsoeld Studium: IVWL, 9. Semester Was: Economic Research Aufgaben: makroökonomische Analysen, Analysen zur Verkehrs- und Handelspolitik, Marktprognosen, Market Intelligence Wo: DaimlerChrysler AG; Stuttgart Dauer: 6 Monate wann gemacht: im 8. Semester Wie bekommen: Bewerbung auf eine auf der Unternehmenshomepage ausgeschriebene Stelle Voraussetzung: fortgeschrittenes Hauptstudium / Masterstudent in VWL und 6 Monate Zeit Fazit: Es hat mir sehr gut gefallen, weil die Themen sehr abwechslungsreich waren und man hervorragend sein VWL-Wissen einbringen konnte. Vergütung: 650 € pro Monat Wer: Mareike Schmitz Studium: IVWL, 7. Semester Was: Strategisches Marketing Aufgaben: Marktforschung, Wettbewerbsanalyse, Market Intelligence, Kundenzufriedenheit, Kundenbindungsprogramme Wo: Bosch Sicherheitssysteme, Ottobrunn Dauer: 6 Monate Wie bekommen: Bewerbung auf eine bei E-fellows ausgeschriebene Stelle Fazit: Es hat mir gut gefallen, weil die Themen interessant waren, und wir sehr konzeptionell gearbeitet haben. Wer: Kathrin Goretzki Studium: IVWL, 7. Semester Wo: Brot für die Welt, Stuttgart Was: Praktikum in der Projektarbeit, Kontinentalgruppe Lateinamerika, insbesondere Kolumbien Aufgaben: Analyse von Auszahlungen an kolumbische Projektträger, Untersuchung der Vorteilhaftigkeit verschiedener Zahlungsmodi im Hinblick auf Wechselkursdifferenzen; Projektabschlüsse; Projektträgerhistorie; Regionalstrategieplanung Dauer: 7 Wochen Wie bekommen: Initiativbewerbung Vergütung: keine, aber Essensmarken für die sehr zu empfehlende Kantine Fazit: Die Arbeitsatmosphäre war sehr angenehm, mein Aufgabenbereich vielseitig, die Arbeit in Stuttgart zwar oft reichlich bürokratisch, aber die Inhalte dafür umso spannender.


26 Wer: Stephanie Teich Studium: IBWL, 7. Semester Was: Controlling Aufgaben: Unterstützung bei Werkscontrolling, Wirtschaftsplanung und Erstellen von wöchentlichen Umsatzreports Wo: Bosch Sicherheitssysteme, Ottobrunn Dauer: 3 Monate Wann gemacht: Sommersemesterferien zw. 6. u. 7. Semester Wie bekommen: über Round Table Gespräch Vergütung: ca. 600 € plus Mietzuschuss Fazit: Es hat mir gut gefallen, weil man einen guten Einblick in die Arbeit eines Controllers bekommen hat und die Aufgaben immer einen weitergehenden Sinn hatten. Wer: Alexander Nitsch Studium: IBWL, 7. Semester Was: Investmentbanking / Mergers & Acquisitions Aufgaben: Markt-/Unternehmensanalysen, Firmenprofile, Bewertungen (Multiples, DCF) Wo: Rothschild GmbH, Frankfurt am Main Dauer: 3 Monate Wann gemacht: 4. Hochschulsemester Wie bekommen: Einladung Vergütung: 1.500 € / Monat Voraussetzungen: Schnelle Auffassungsgabe, Teamgeist, Einsatz, Präzision, sehr gutes Englisch, Powerpoint-Kenntnisse. Fazit: Geniales Praktikum! Spannende Themen, viel Eigenverantwortung, große Hebel, an denen man sitzt. Königsklasse! Macht soviel Spaß, dass man die branchenüblichen Arbeitszeiten (90-100 Std./Woche) wirklich gern auf sich nimmt. Wer: Benjamin Guin Studium: VWL, 3. Semester Was: Sparkassen Finanzgruppe, Bereich Finanzierung (Firmen- und Geschäftskunden) Aufgaben: 1.) Bereich Analyst: Kontinuierliche Beurteilung des Kunden: u.a. Bilanzanalyse, Bilanzkommentierung, Berechnung von Kapitaldienstfähigkeit 2.) Bereich Betreuer: Beratung (Kreditformen, Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Derivate) im Zusammenhang damit auch Anlagemöglichkeiten (Lebensversicherungen...), Vorbereitung von und Teilnahme an Kundengesprächen Dauer: 6 Wochen wann gemacht: im 2. Semester Wie bekommen: Initiativbewerbung Voraussetzung: Studium der Wirtschaftswissenschaften (BWL, VWL) Fazit: Interessante Einblicke in das Kreditgeschäft und Tätigkeiten einer Bank Bezahlung: EUR 400,-


27 Wer: Stephan Jank Studium: IVWL, 7. Semester Was: Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Aufgaben: Vor- und Nachbereitung der Ausschusssitzungen, Protokollierung, verschiedenste Recherchen zu entwicklungspolitischen Themen... Wo: Deutscher Bundestag, Berlin Dauer: 8 Wochen Wann gemacht: 3. Hochschulsemester Wie bekommen: Initiativbewerbung. Praktika sind das ganze Jahr über erhältlich. Man kann auch ein Praktikum bei einer der Fraktionen oder einem Bundestagsabgeordneten machen. (Mehr unter: http://www.bundestag.de/interakt/jobsKarriere/infoblatt-praktikum.pdf) Vergütung: leider nichts Voraussetzungen: Gute Möglichkeit ein Praktikum schon im Grundstudium zu machen, da kein abgeschlossenes Vordiplom verlangt wird. Fazit: Toller Einblick hinter die Kulissen des Bundestages Wer: Kathrin Müller-Uthoff Studium: IBWL, 7. Semester Was: Personal Wo: Bosch Reutlingen Dauer: 3 Monate Aufgaben: Zeugnisse schreiben, interne Bewerbungsgespräche führen, Bewerbermanagement (Bewerbungen sichten, erfassen, absagen…), Übersichten/Präsentationen erstellen, Vorbereitung von Abmahnungen/Kündigungen, Datenbankpflege, Personaladministration mit SAP etc. Wie bekommen: Initiativbewerbung Vergütung: 600 € / Monat Fazit: Das Praktikum hat mir einen Einblick in die zahlreichen Aufgaben im Personalwesen gegeben. Allerdings war ich nur in einem der Teilbereiche beschäftigt. Wer: Katharina Finke Studium: IBWL, 7. Semester Was: Corporate Tax Aufgaben: Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen, Rechercheaufgaben zu diversen Mandantenanfragen zum internationalen Steuerrecht Wo: Ernst & Young, Stuttgart Dauer: 3 Monate Wann gemacht: zwischen 6. und 7. Hochschulsemester Wie bekommen: Bewerbung auf eine im Internet ausgeschriebene Stelle Vergütung: 1.000 € / Monat Voraussetzungen: Vordiplom Fazit: Die Arbeitsatmosphäre hat mir sehr gut gefallen, ich habe viel gelernt und auch interessante Einblicke erhalten.


28

Spanien... mal anders! Oviedo

Hintergrund Dudelsack-Klänge. Man “... und wo verbringst Du Dein Eraswähnt sich zunächst eher in Schottmus-Semester?” “Ich geh‘ nach Ovieland – oder ohne Musik – in Skandido.” Meist erntete ich mit dieser Antwort fragende und ratlose Blicke – denn navien oder der Schweiz. Und doch während man Madrid, Barcelona oder befindet man sich auf dem aus histoSevilla noch ganz gut zuordnen kann, rischer Sicht vielleicht “spanischsten” ist das bei Oviedo zugegebenermaTeil Spaniens: denn als die Mauren ßen schon schwieriger. Dabei ist es vor rund 1300 Jahren die iberische schade, dass nicht mehr Leute OvieHalbinsel eroberten, blieb einzig das do kennen, denn Gebiet der heudie Stadt (übrigens tigen Region Asdie Heimatstadt des turien unbesetzt, derzeitigen Forund unter der mel 1 Weltmeisters Führung des saFernando Alonso genumwobenen und der spanischen Fürsten Pelayo Prinzessin Letizia) wurde im Jahr aber auch das Um722 von dort aus land haben viel zu die Wiedererobebieten, auch wenn rung des Landes man sein typisches (Reconquista) Spanienbild (Stiereingeleitet. kampf, Flamenco, Sonne und SandNach diesem strände) etwas mogeschichtlichen Auf dem Jakobsweg... difizieren muss. Exkurs nun aber einige Eindrücke vom Uni-Leben. Dank einer optimalen Betreuung wurde uns ErasOviedo ist die Hauptstadt Asturiens. Die autonome Region Asturien liegt mus-Studenten der Einstieg sehr in Nordspanien, eingebettet zwischen erleichtert. Wer wollte, konnte am Atlantikküste und dem kantabrischen “aDuo”-Programm teilnehmen und Gebirge im Süden, das für alle Naturso bereits vor Ankunft in Spanien den Kontakt zu seinem “aDuo”-Partner und Wanderliebhaber ein wahres Paradies ist. Wie kaum eine andere Reaufbauen. Wenn man Glück hatte, stugion des Landes unterscheidet sich dierte der “aDuo” am gleichen CamAsturien vom “klassischen” Spanienpus und konnte einem das Uni-Gelänbild: eine Hügellandschaft mit saftig de und die Stadt zeigen, aber auch bei grünen Wiesen vor schneebedeckten der Wohnungssuche und vielen andeGebirgsketten und mit etwas Glück im ren Formalitäten behilflich sein. In der


29 mit unangekündigten Tests zu rechnen ersten Woche wurden wir sehr herzlich ist. Was hingegen Spaß macht, ist der vom Rektor begrüßt und nach dem sehr praktische Ansatz in vielen Fächern offiziellen Teil der Veranstaltung hat– oft gibt es Fallstudien, anhand derer te man bei leckerem Wein und Tapas man in Gruppenarbeit versucht das thedie Gelegenheit andere Erasmus-Stuoretische Wissen konkret anzuwenden. denten kennen zu lernen. Außerdem Inhaltlich ist festzustellen, dass man mit wurden wir bei dieser Begrüßung mit einem Tübinger Vordiplom für alle spaeinem kleinen, sehr hilfreichen Büchnischen Hauptstudiumsveranstaltungen lein ausgestattet (dem so genannten bestens gewappnet ist, denn die Spa„Guía no oficial“), das von Studenten nier legen mehr Wert auf verbale Befür Studenten erstellt wurde und viele schreibungen wirtschaftlicher SachverTipps rund ums Studieren, Feiern, die halte als auf Modelle Stadt, Reisemöglichkeimit entsprechendem ten, Kulturangebot usw. mathematischen Hinbeinhaltet. Weiterhin im tergrund. FaszinieAngebot unseres “Rundrend finde ich übrigens um-Sorglos-Paketes” auch die Art und Weigab es die Möglichkeit se, wie sich spanische einen Tandem-Partner Studenten Aufzeichzum Sprachelernen vernungen machen: sie mittelt zu bekommen, versuchen möglichst dann den obligatorischen alles wortwörtlich mitErasmus-Sprachkurs und zuschreiben, was der schließlich noch eine stuDozent erzählt, zumindentische Organisation dest aber schreiben namens „AEGEE“, die für sie immer in ganzen Erasmus-Studenten AusSätzen und nie stichflüge in die Umgebung punkartig mit. plant und durchführt. Am Ziel: Santiago de Compostela Aber neben all diesen Sonderveranstaltungen ist da natürlich auch noch der ganz normale Uni-Alltag - und der unterscheidet sich ziemlich vom deutschen, sowohl bezüglich der Organisation des Studiums, als auch inhaltlich. Man fühlt sich wieder sehr stark an die Schulzeit erinnert, da im kleinen Klassenverband unterrichtet wird, die Professoren einen mit Namen ansprechen, viele Hausaufgaben vergeben werden, die regelmäßig abzugeben sind, man gemeinsam Arbeitsblätter ausfüllt oder

Abschließend noch ein paar Bemerkungen zum Leben in Oviedo. Das Klima hier ist atlantisch geprägt und Oviedo ist von hohen Bergen umgeben, so dass es vor allem im Winter sehr oft regnet und man nie ohne Regenschirm das Haus verlassen sollte – bislang haben wir davon aber noch nicht viel bemerkt, denn der Herbst war (und ist) ausgesprochen sonnig und warm. Die asturianische Küche zeichnet sich durch die Verwendung erstklassiger Erzeugnisse und einer einfachen Zubereitung aus. Spezialitäten


30 sind beispielsweise “fabada” (ein traditioneller Bohneneintopf), Meeresfrüchte und Fisch aus dem Kantabrischen Meer oder zahlreiche in Handarbeit hergestellte Käsesorten. Nicht zu vergessen ist zudem auch das asturische Nationalgetränk “Sidra”- ein erfrischender Apfelwein, der auf sehr eigentümliche Art und Weise serviert wird. Während des Einschenkens zieht der Kellner die Flasche hoch über seinen Kopf, während er das Glas sehr tief hält – dadurch wird die Sidra mit Sauerstoff versetzt und das Bukett kommt richtig zur Geltung.

Stadt führt. Vor Beginn des Semesters war ich zusammen mit Heike, einer Tübinger Kommilitonin, die auch in Oviedo studiert, zwei Wochen lang zu Fuß mit dem Rucksack nach Santiago de Compostela unterwegs. Für uns beide war das eine tolle Möglichkeit, uns auf das Land und die Leute einzulassen und gleichzeitig die wunderschöne Landschaft zu erkunden. Wer mit dem Gedanken spielt als Erasmus-Student nach Spanien zu gehen und wen es nicht unbedingt in die Großstädte Madrid oder Barcelona zieht, dem kann ich Oviedo mit bestem Gewissen empfehlen – ich fühle mich hier jedenfalls sehr wohl und fernab des Massentourismus gibt es sehr viel zu entdecken.

Um Land und Leute während Nordspanien und Oviedo des Aufenthaltes in Spanien besser kennen zu lernen, würde ich jedem unbedingt empfehlen in einer spanischen WG zu wohnen - da ist man nämlich nicht nur täglich gezwungen Falls jemand FraSpanisch zu reden, gen zum Studium sondern bekommt und zum Leben auch viel vom Allin Spanien hat, tagsleben und der oder mehr über den Jakobsweg wissen spanischen Mentalität mit (... und man möchte, darf mir jederzeit gerne eine Estellt fest, dass sich so manches VorurMail schicken (regina.sappl@student. teil tatsächlich bestätigt ;-). Wer in Ovieuni-tuebingen.de). do studiert, sollte auch die Gelegenheit Regina Sappl nutzen, um ein Stück auf dem Jakobsweg zu pilgern, der unmittelbar durch die


31


32 Schlaflos in Seattle Diesen Sommer machte ich mich auf, um ein Jahr lang das Studentenleben in den USA zu erkunden. Mein Ziel war Seattle, Heimat von Boeing, bescheidenen Betriebssystemen und Schlaflosigkeit. Grund für die Schlaflosigkeit mag wohl der überdurchschnittlich hohe Kaffeegenuss der Bewohner von Seattle sein. Kein Wunder also, dass Starbucks, der McDonald’s der Cafés, von hier aus die Welt erobert hat. Nach 10 Stunden Flug und intensiver Pass- und Immigrationskontrolle bin ich Ende August in Seattle angekommen. Eine von der Uni vermittelte Gastfamilie hat mich hier auch gleich vom Flughafen abgeholt. Bei der Gastfamilie konnte ich die erste Woche bleiben, solange bis ich ein Zimmer gefunden hatte. Dann begannen auch schon die Orientierungsveranstaltungen für „Internationals“. Die Orientierungswoche war im Prinzip eine Reise zurück in die Zeit als Ersti. Wie die Fachschaft in Tübingen sich um die Erstis kümmert, so kümmert sich hier eine Organisation namens FIUTS um die Neuankömmlinge aus aller Welt. FIUTS erklärt einem, wie die amerikanische Uni funktioniert, auf was man mit seinem Visum achten muss und alles weitere über das Leben in den USA. Zudem werden zahlreiche Veranstaltungen angeboten, um Seattle und die Umgebung näher kennen zu lernen. Von Stadttour über Boat Cruise bis Kneipentour ist alles dabei. Das ist natürlich eine gute Gelegenheit all die anderen Austauschstudenten kennen zu lernen.

Zur Uni: Die University of Washington, kurz UW, liegt ca. 15 Minuten von Downtown Seattle entfernt im so genannten UDistrict. Dieser ist eine kleine, lebendige Studentenstadt für sich selbst. Hier findet man Cafés, Bars und zahlreiche SecondHand-Geschäfte. Der Campus der UW ist groß und gleicht eher einem Park. Die Uni ist auch sehr von ihren Alumni und den umliegenden Firmen geprägt. Die Gründer von Microsoft, Paul Allen und Bill Gates, waren spendabel und haben sich hier an einigen Stellen verewigt. So findet man auf dem Campus beispielsweise das „Paul Allen Center for Computer Science and Engineering“ und die „William H. Gates Hall“, und das Audimax in der Business School wurde in „Boeing Auditorium“ umbenannt. Studieren in den USA unterscheidet sich sehr von Studieren in Deutschland. Und wenn man als „Visting Graduate Student“ kommt, ist es noch einmal anders. Vorlesungen haben eine übersichtliche Größe und die Dozenten kennen einen meist beim Namen. Außerdem gibt es wöchentlich Hausaufgaben, die hier Problem Sets heißen und ihrem Namen auch meist alle Ehre machen. Denn sie sind oft anspruchsvoll, und es ist sehr hilfreich, wenn man sie dann in einer Lerngruppe noch einmal durchsprechen kann. Das macht das Studium sehr interessant und man lernt beim gemeinsamen Lösen der Aufgaben eine ganze Menge. Ansonsten unterscheidet sich das Studentenleben in vielerlei Hinsicht von dem in Tübingen. Eine Mensa im klassischen


33 Sinne sucht man hier am Campus vergeblich. Das, was man als Mensa bezeichnen könnte, ist eine Anreihung von verschiedensten Fastfood-Ständen. Die Auswahl hier ist groß: Asiatisch, Mexikanisch oder einfach nur ein Burger? Diese vielen Kalorien muss der amerikanische Student natürlich irgendwie wieder loswerden. Dazu dient das vorzügliche Sport-Zentrum der Universität. Hier findet man neben verschiedenen Ballsportarten und einem Fitnessstudio auch eine Indoor-Laufbahn. Das mag einem Europäer fremd vorkommen, aber nach einiger Zeit hat man sich daran gewöhnt und findet es einfach nur praktisch. Wer mag denn schon im Regen joggen gehen? Da die Uni direkt am Lake Washington liegt, besitzt sie auch einen eigenen Segelclub. Nach einem absolvierten Kurs und Test kann man hier ein Segelboot ausleihen und auf dem See mit Mt. Rainier im Hintergrund rumschippern. Also, wer den Regen nicht scheut, der kann sich auf ein tolles Studienerlebnis hier an der University of Washington freuen! Stephan Jank

Seattle

Campus

Mt. Rainier

Die Skyline von Seattle


34 Brasilien... Bem-vindo ao Rio! Für jemanden, der gerne alles im Vorhinein plant und organisiert, ist Brasilien und die UFF eher nicht die richtige Wahl für sein Auslandsstudium. Obwohl ich mich im Juli 2005 beworben hatte, bekam ich erst Mitte Juli 2006 nach vielfachem Nachfragen meine Zusage. Dafür war die Bearbeitung meines Visums sehr flott und ich konnte im August nach Rio de Janeiro fliegen. Die Universidade Federal Fluminense, kurz UFF, befindet sich in Niteroí, einer Stadt, die durch eine Brücke und Fähren mit dem Zentrum von Rio verbunden ist. Ich habe mich unter anderem auch aus Sicherheitsgründen dafür entschieden, in Niteroí zu wohnen. Viele der anderen Studenten kommen jedoch aus Rio und wohnen dort bei ihren Eltern. Orientierungstage an der Uni gab es hier leider nicht, aber durch Herumfragen habe ich doch alles herausgefunden. Gleich in der ersten Woche habe ich dann die etwas andere Einstellung zu Pünktlichkeit und Verlässlichkeit kennengelernt: Die Frage, wann etwas anfängt, stellt man am besten erst gar nicht. Entweder der Professor kommt, kommt später oder er kommt halt nicht, das ist halt so, aufregen

braucht man sich nicht. Man kann ja einen Kaffee oder ein Bier trinken gehen. Was mich in der ersten Woche etwas verwirrt hat, hat nun seine Vorteile: bei jedem Feiertag, der auf einen Donnerstag fällt, wird der Freitag “erhängt”, also ein Brückentag drausgemacht. Und das ist nun schon drei Mal passiert. Die Uni hier erinnert mich persönlich oft an meine Schulzeit. Meist sind nur 15-30 Studenten in einer Vorlesung. Die Räume sind wie Klassenzimmer, hier werden die Tafeln noch benutzt. Es besteht Anwesenheitspflicht, die von manchen Professoren anhand eines Klassentagebuches auch strikt überprüft wird. Wer mehr als 25% der Zeit fehlt, muss den Kurs trotz eventuell guter inhaltlicher Leistungen wiederholen. Ob diese Regel wirklich ihre Anwendung findet, ist etwas unklar. Der Stoff wird ausführlicher dargestellt und die Professoren fragen andauernd, ob alle es verstanden haben. Übungen wurden inzwischen zu mehreren Kursen eingerichtet, wobei die Diskussionen um einen geeigneten Termin immer sehr viel Zeit in Anspruch


35 nehmen. Aber auch sonst wird am Anfang der Stunde gerne über irgendwas verhandelt, wenn zum Beispiel irgendwer mal wieder den Termin für die Zwischenklausur verschieben will. Neben zwei Klausuren in jedem Fach gibt es meist noch weitere Evaluationen wie das Abfassen von Inhaltsangaben, das Abgeben der Übungsaufgaben (wobei es für das Abgeben, nicht für die Richtigkeit Punkte gibt) oder kleine Präsentationen am Semesterende. Abgesehen davon, dass sich die Professoren diese Extra-Evaluationen oft spontan überlegen, ändern sich auch die Modalitäten der Prüfungen andauernd: Aufgrund einer Entscheidung der Unileitung wurden alle Prüfungen letzte Woche abgesagt, weil in der “akademischen Woche” die Studenten animiert werden sollten, die Vorträge zu besuchen. Eine andere Prüfung durften wir mit nach Hause nehmen und dort bearbeiten. Insgesamt ist die Volkswirtschaftslehre an der UFF wesentlich stärker geschichtlich und soziologisch orientiert. In einer Reihe von Kursen wird die Gedankengeschichte unterrichtet, Modelle werden eher verbal als analytisch beschrieben. Eine Besonderheit des brasilianischen Studiensystems ist es auch, dass man

sowohl morgens (8-12 Uhr) als auch abends (18-22 Uhr) studieren kann. Viele Studenten arbeiten 4,6 oder 8 Stunden täglich in einem Bürojob und gehen davor oder danach in die Uni. Für viele ist das Studium nur zweite Priorität. Brasilien ist ein Land der Gemütlichkeit, “Relaxe!” “Tranquilo!” “Beleza!” “Tudo vai dar certo!” Eile und Pünktlichkeit (und Effizienz) sind hier Fremdwörter. Auf der Straße schlendert man entlang, hasten und rempeln tut keiner. Die Brasilianer sind im Allgemeinen überaus freundlich und hilfsbereit, und im Bus oder im Supermarkt hilft jeder einem gerne weiter. Auf der Straße sind die Menschen zurückhaltender. Kriminalität und Armut sind überall vorhanden. Die Bewohner von Rio, die Cariocas, haben zwei Leidenschaften, die hier die Freizeit bestimmen: Die eine ist das Feiern. Und die Auswahl an Diskos, Konzerten und anderen Parties ist hier riesig. Die andere sind ihre Strände. Jahreszeiten gibt es in Rio kaum, an den Strand kann man das ganze Jahr über gehen. Jetzt im November fängt der Sommer gerade erst an. Die berühmten Strände von Rio Copacabana und Ipanema, sowie die nicht weniger schönen Strände von Niteroí Itaipu, Camboinhas und Itacoatiara sind mit dem Bus gut zu erreichen. Julia Höninger


36 [W i W i - N e w s] Gastseite des Dekanats

Forschungssemester: Sommersemester 2007: Prof. Goerke und Prof. Schöbel haben jeweils ein Forschungssemester beantragt. Der Fakultätsvorstand hat beide Anträge befürwortend weitergeleitet. Wintersemester 2007/08: Prof. Pull hat ein Forschungssemester beantragt. Der Fakultätsvorstand hat dies befürwortend weitergeleitet. Erster Juniorprofessor der Uni Tübingen an der Wiwi-Fakultät! Prof. Dr. Michael Merz ist der erste Juniorprofessor der Universität Tübingen. Seit 1. Oktober 2006 vertritt er an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät den Bereich Risiko, Statistik und Versicherung. Prof. Merz bietet im laufenden WS 2006/07 die Veranstaltung Risikogerechte Tarifierung in der Versicherung an. Prof. Dr. Joachim Grammig wurde zum Research Fellow des Center for Financial Studies berufen. Das Center for Financial Studies (CFS) in Frankfurt/Main ist ein Forschungsinstitut, das von der Gesellschaft für Kapitalmarktforschung e.V., finanziert wird. Der Gesellschaft gehören mehr als 90 Banken, Versicherungen, und internationale Unternehmen an. Das CFS führt unabhängige und international orientierte Forschung auf dem Gebiet Finanzmärkte, Finanzintermediäre und monetäre Volkswirtschaft durch.

Der Fakultätsrat hat in seiner Sitzung vom 24. Oktober neue Gremienmitglieder gewählt. Die Studienkommission setzt sich im WS 2006/07 wie folgt zusammen: Prof. Dr.-Ing. Rainer Schöbel (Vorsitzender) - Prof. Dr. Renate Hecker - Prof. Dr. Werner Neus - Prof. Dr. Manfred Stadler - Dipl.-Kfm. Thorsten Hinck - Dipl.-Kfm. Armin Kirchner Giulia Mennillo - Sarah Kanzen - Katrin Peters - Stefan Büttner. Prüfungsausschuss: Als neues studentisches Mitglied wurde Stefan Büttner gewählt. Gleichstellungsbeauftragte: Neue Gleichstellungsbeauftragte ist DiplomMathematikerin Ramona Maier (Lehrstuhl Prof. Schaich). Dekan und Studiendekan bieten ab sofort spezielle Sprechzeiten an. Seit 1. Oktober 2006 hat der Fakultätsvorstand gewechselt. Dekan Prof. Grammig und Studiendekan Prof. Schöbel bieten spezielle Sprechzeiten an, in denen die jeweiligen Anliegen angesprochen werden können.

Am 21. November findet eine Unternehmenspräsentation der Firma PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft am um 16 Uhr c.t. im Hörsaal 5 Neue Aula statt. Die Veranstaltung soll auch der Knüpfung erster Kontakte unserer zukünftigen Absolventen mit einem renommierten Arbeitgeber dienen.


37 Die Evaluation der Lehrveranstaltungen im WS 2006/07 findet in diesem Jahr bereits in der Woche vom 11.- 15. Dezember 2006 statt. Grund für dieses Vorziehen ist ein Beschluss der Studienkommission im Sommersemester 2006. Als Ziel der Evaluation wurde einvernehmlich Feedback und die Verbesserung der Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden gesehen. Um noch im laufenden Semester ein Feedback an die Studierenden geben zu können, wurde daher der frühere Termin gewählt.

Sechster Platz der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät im deutschen Forschungsranking. Tübingen in der Forschung unter den deutschen TOP-Fakultäten Unter den zahlreichen Forschungsrankings ist das Ranking des Social Science Research Network (SSRN) besonders aktuell und umfassend. Es berechnet die Rangfolge nach der Zahl der Downloads der wissenschaftlichen Publikationen und ist damit ein Indikator für das wissenschaftliche Renommee. Die Rangfolge der zehn besten deutschen Fakultäten (in Klammern die internationale Platzziffer): 1. Frankfurt a.M. (30) 2. Mannheim (35) 3. HU Berlin (47) 4. WHU Koblenz (58) 5. Köln (66) 6. Tübingen (75) 7. München (76) 8. Marburg (77) 9. FU Berlin (98) 10. Hannover (101) Die Tübinger Fakultät nimmt unter mehr als 50 deutschen Fakultäten einen ausgezeichneten sechsten Platz hinter wesentlich größeren Fakultäten ein.

Spitzenplatz für Professorin Claudia Buch Im Forschungsranking der Volkswirte - Tübinger Professorin weit vorn Am 24.September veröffentlichte das „Handelsblatt“ sein neues Volkswirte-Ranking der Top 100 der aktivsten Forscher unter den Volkswirten seit dem Jahr 2002. Hinter berühmten Namen steht Professorin Claudia Buch deutschlandweit auf Platz 54. Unter den deutschen Professorinnen steht Prof. Buch auf dem hervorragenden 3. Platz. Die Fakultät beglückwünscht Frau Prof. Buch zu diesem ausgezeichneten Ergebnis. Frau Prof. Dr. Kerstin Pull erforscht „Auswirkungen der Zusammensetzung von DFG-Graduiertenkollegs auf die Forschungsperfomanz: die Analyse eines Governance-Instruments“ Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat Frau Prof. Dr. Kerstin Pull ein neues Forschungsprojekt bewilligt. Zusammen mit Frau Prof. Dr. Uschi Backes-Gellner und Frau Prof. Dr. Dorothea Jansen erforscht sie im Rahmen der Froschergruppe „Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit von Universitäten und Forschungsorganisationen Neue Governanceformen“ die „Auswirkungen der Zusammensetzung von DFG-Graduiertenkollegs auf die Forschungsperfomanz: die Analyse eines Governance-Instruments“. Die bewilligten Mittel umfassen neben Sach- und Hilfskraftmitteln auch eine BAT II a/2 Stelle. Melanie Goletz


38 Du bist müde? Müde, Dich ausschließlich mit der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie auseinanderzusetzen? Du bist fast fertig mit Deinem Studium und auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Mit anderen Worten, Du bist auf der Suche nach einem spannenden Praktikum, bzw. einer interessanten Stelle? Die Fakultät hat einen Service für Praktika und Stellenangebote eingerichtet. Eingegangene Angebote können zur Zeit noch auf der Homepagepage der Freien Fachschaft Wirtschaftswissenschaften unter http://www.uni-tuebingen.de/ffw/ eingesehen werden. Dieses Angebot wird in Kürze auf die Homepage der Fakultät umziehen. Auf diesen Umzug wird dann in geeigneter Form hingewiesen werden. Weiterhin existiert mit karriere@wiwi.uni-tuebingen.de nun eine Kontaktadresse. Keine Zeit für ein Praktikum aber trotzdem Lust, Deine „soft skills“ weiter

auszubilden? Dann schau` Dir mal das Programm für Schlüsselqualifikationen an. Aus den Bereichen „Studium Professionale für Wirtschaftswissenschaftler“, „Rhetorik und Kommunikationskompetenz“, „Bewerbungstraining“, „EDV-bezogene Schlüsselqualifikationen“ (auch speziell für Wirtschaftswissenschaftler), „Fremdsprachen- und Kulturkompetenz“, „Fachbezogene Schlüsselqualifikationen“ und „Tutorencoaching“ kannst Du weit über 200 Kurse wählen, diebei den Bachelor-Studiengängen sogar in das Curriculum integriert werden können. Näheres findest Du auf der Fakultätsseite im Bereich Lehrveranstaltungen unter „Schlüsselqualifikationen“. Kontakt: Stefan Büttner und Felix Schubert Programm für Schlüsselqualifikationen Dekanat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Nauklerstraße 47 D - 72074 Tübingen Fax ++49 (0)7071 - 29 51 79 karriere@wiwi.uni-tuebingen.de http://www.wiwi.uni-tuebingen.de


39 Als Jugenddelegierter bei der UN-Generalversammlung Eine Rede vor den Vereinten Nationen, ein Treffen mit Kofi Annan und seinem Nachfolger Ban Ki-Moon – das und noch viel mehr habe ich im Oktober in New York erlebt, wo ich als deutscher Jugenddelegierter zusammen mit meiner Kollegin Christina Apel aus Bamberg für drei Wochen an der UN-Generalversammlung teilgenommen habe. Von März bis September, noch bevor wir nach New York fuhren, führte uns eine Deutschlandtour von Berlin bis nach Freiburg, von Leipzig bis nach Bonn. Wir trafen Jugendliche in Jugendzentren, Schulen, Unis oder Berufsbildungswerken. Ziel dabei war es, Jugendliche über die UNO zu informieren, mit ihnen über Themen wie Bildung, Beschäftigung und Armut zu diskutieren und Meinungen zu sammeln (vgl. WzW Nr. 50). Mit diesen Infos im Gepäck ging es dann nach New York, um dort das Thema Jugend auf die Agenda der UNO zu setzen. Höhepunkt unserer Arbeit: Die Rede vor der internationalen Gemeinschaft Vor unserer Abreise nach New York haben wir wochenlang dafür gekämpft eine Rede vor der UNO halten zu dürfen, um die Perspektiven junger Menschen in allen 192 Mitgliedstaaten

darzustellen. Erst beim Besuch in der deutschen Ständigen Vertretung erhielten wir die freudige Nachricht, dass die Rede genehmigt wurde! Ganze drei Tage blieben uns zum Schreiben. Durch die Deutschlandtour und Positionspapiere von Jugendorganisationen war die grobe Richtung, in die es gehen sollte, klar. Und da wir die Rede nicht im Namen der Bundesregierung, sondern in unserer Funktion als Jugenddelegierte hielten, konnten wir deutlich ausdrücken, was Jugendliche im eigenen Land und weltweit bewegt. Am 3. Oktober, dem Tag der Rede, verfolgten wir die Sitzung des Dritten Ausschusses der Generalversammlung, der sich mit sozialen Fragen beschäftigt, zunächst ruhig mit. Erst als nur noch zwei Redner vor uns dran waren, stieg die Anspannung gewaltig. Als wir dann vor dem Mikro saßen, unser Manuskript vor uns auf dem Tisch, legte sich das Herzklopfen schnell. Das war gut so, denn schließlich galt es, in den nächsten sieben Minuten die Aufmerksamkeit der Diplomaten zu gewinnen. Es gelang uns! Immer wenn wir aufblickten, schauten wir in Gesichter von Diplomaten, die sich sogar umdrehten, um zu sehen, wer da spricht. Wir verlangten von den Staaten, nicht mehr tatenlos zuzusehen, wie Hunder-


40 te Millionen Kinder und Jugendliche aller Möglichkeiten beraubt werden, da sie keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Bildung haben. Konkret haben wir gefordert mehr Geld in Bildung als in Rüstung zu investieren, da dies nachhaltiger zu Frieden und Sicherheit beiträgt als Armeen es jemals könnten. Außerdem sollen die Staaten ihre Anstrengungen erhöhen, die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen. In späteren Gesprächen warben wir bei den Staaten, die noch keine jugendlichen Vertreter geschickt hatten, für die Entsendung von Jugenddelegierten. Diese kommen bisher nur aus 12 Staaten: Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen, Holland, Schweiz, Rumänien, Australien, Mexiko, Malta, Jamaika und Deutschland. Unsere Arbeit bei der UNO Unser zweites großes Projekt war eine Podiumsdiskussion zum Thema Jugend und Migration. Das Thema hatten wir gemeinsam mit den anderen Jugenddelegierten ausgewählt: Migration ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts an die internationale Politik. Obwohl junge Menschen bis 29 Jahre die Hälfte aller Migranten weltweit ausmachen, wird ihnen viel zu wenig Beachtung geschenkt. Die lebhafte Diskussion mit mehr als 40 Besuchern, darunter die amerikanische

Botschafterin für soziale Fragen, übertraf unsere Erwartungen deutlich. Jugendliche sind bei der UNO hoffnungslos unterrepräsentiert, obwohl fast die Hälfte der Weltbevölkerung unter 24 Jahren alt ist. Da es um die Gestaltung unserer eigenen Zukunft geht, ist es wichtig, dass Jugendliche auch auf internationaler Ebene in politische Prozesse mit einbezogen werden. Deswegen haben wir die Diplomaten über Jugenddelegierte informiert. Wir erstellten drei Newsletter, in denen wir über unsere Arbeit, Jugendthemen bei der UNO und die nächste Jugendresolution 2007 informierten. Unser größter Erfolg war es, die Unterstützung des Vorsitzenden des Dritten Ausschusses und irakischen Botschafters, Hamid al-Bayati, zu gewinnen. Er wurde durch die Reden und Newsletter auf uns aufmerksam und traf sich zweimal mit uns. Al-Bayati will die Arbeit der Jugenddelegierten in den nächsten Jahren unterstützen und betraute sogar eine seiner Assistentinnen damit, ständig mit uns zusammenzuarbeiten. UNO-Generalsekretäre! Es ist nicht ganz einfach, einen Termin bei Kofi Annan zu bekommen. Zunächst spricht man mit dem Vorzimmer des Vorzimmers. Doch schließlich wurde uns der Termin im 38. Stock des UNO-Ge-


41 bäudes zugesagt. Oben angekommen, empfing uns Annan mit einem freudigen „Ah, the future“ auf den Lippen. Nach dem Gruppenfoto reichte Annan jedem persönlich die Hand. Er spricht mit ruhiger, aber bestimmter Stimme und eigentlich ist er erstaunlich klein. Seine freundliche Ausstrahlung ließ unsere Nervosität etwas sinken. Mehrere Minuten ließ er sich von uns über die Arbeit als Jugenddelegierte informieren. Zum Ende des Gespräches betonte Annan, Jugendliche seien nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart und ermunterte uns, weiterhin für eine bessere Welt für Kinder und Jugendliche einzutreten. Mit der Wahl Ban Ki-Moons zum neuen Generalsekretär erlebten wir einen der historischen Momente der UNO-

Geschichte. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, dem Südkoreaner zu seiner Wahl zu gratulieren. Und ehe wir uns versahen, waren die drei Wochen bei der UNO verflogen. Es hat viel Spaß gemacht, immer wieder die Initiative zu ergreifen und jeden Morgen in einen neuen, aufregenden Tag zu starten. Mein Fazit: Etwas bewegen, einen Stein ins Rollen bringen, das funktioniert auch auf dem internationalen Parkett! Weitere Infos zum Projekt und zur Ausschreibung für die Jugenddelegierten 2007 und einen Videomitschnitt unserer Rede gibt es auf unserer Homepage www.jugenddelegierte.de. Jan Martin Munz


42 Die dialoga 2006 Am 14. Dezember 2006 veranstaltet das AIESEC Lokalkomitee Tübingen – Reutlingen in der Neuen Aula von 10 bis 16 Uhr das FirmenKontaktGespräch dialoga 2006. Personalexperten aus international bekannten Unternehmen informieren über Firmenprofile, Bewerbungsverfahren, Diplomarbeiten und vieles mehr. Die dialoga setzt sich aus mehreren Modulen zusammen. 1. FirmenKontaktGespräch Vertreter namhafter Unternehmen und Organisationen stehen für Eure Fragen zur Verfügung. Hier könnt ihr ins Gespräch kommen, erste Kontakte knüpfen und die entscheidenden ersten Schritte auf dem Weg zu einem Praktikum oder Berufseinstieg machen. Dabei, und das ist der entscheidende Vorteil der dialoga, spart ihr Euch die zum Teil aufwendige Recherche über relevante Kontaktpersonen und die im Zuge eines Bewerbungsverfahrens notwendige telefonische Kontaktierung. Zudem habt ihr die Möglichkeit Eure Bewerbung direkt an den jeweiligen Firmenständen abzugeben. 2. CaseStudyCompetition Das oberste Ziel der CSC ist der verbesserte Kontakt zwischen Unternehmen und Studenten. Studenten bei der Bearbeitung und Präsentation von Fallstudien (Case Studies) zu beobachten, gibt Firmen die Möglich-

keit, potenzielle Arbeitnehmer auf soziale Kompetenzen, Initiative, Kooperationsfähigkeit, Teamzusammenspiel und Führungsverhalten zu testen. Aktuelle Problemstellungen der jeweiligen Unternehmen werden in Kleingruppen bearbeitet. Dadurch wird Euch ermöglicht, theoretisches Wissen praxisbezogen anzuwenden und den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern aufzunehmen. Durch das ganztägige Konzept der CSC habt ihr die Chance, Euch durch Persönlichkeit und Fähigkeit, sowie Soft Skills hervorzuheben 3. Bewerbungsmappencheck Erhaltet Feedback zu Eurer persönlichen Bewerbungsmappe, um somit anderen Bewerbern einen Schritt voraus zu sein. Durch Verbesserungsvorschläge, die von erfahrenen Arbeitgebern stammen, könnt ihr den ersten Eindruck im Bewerbungsverfahren optimieren. 4. Einzelgespräche Neben der zwanglosen Unterhaltung am Informationsstand bietet die dialoga die Möglichkeit schon vorab Einzelgespräche mit Unternehmen zu vereinbaren. Abseits vom Rummel des FirmenKontaktGesprächs nehmen sich die Unternehmensvertreter 15 bis 30 Minuten Zeit, damit ihr Euch ausführlich über Praktika, Diplomarbeiten oder Berufseinstieg informieren könnt.


43 5. Workshops Hier bieten wir Euch verschiedene Workshops zu den Themen Bewerbung und Jobeinstieg an. In Kleingruppen werdet ihr auf mögliche Tücken während Assessment Center, Jobinterview oder Berufsstart vorbereitet. 6. Vorträge Wolltet ihr schon immer wissen wie internationale Unternehmen und Organisationen arbeiten und aufgebaut sind? Auf der dialoga 2006 könnt ihr dies anhand aktueller Fallbeispiele in Vorträgen erfahren.

All diese Module geben Euch die Chance die Kombination zu wählen mit der ihr Euch perfekt auf Eure berufliche Zukunft vorbereiten könnt. Werdet vom Mitläufer zum Sprinter, um der “Konkurrenz” einen Schritt voraus zu sein. Viel Spaß und Erfolg auf der dialoga 2006 wünscht Euch das AIESECTeam! Kristin Vetter und Tina Gihr


44 Mit dem Semesterticket unterwegs Beuron Beuron liegt südwestlich von Tübingen im Landkreis Sigmaringen und damit gerade noch im Einzugsbereich des Semestertickets. Wie kommt man nach Beuron? Am besten fährt man mit dem Zug nach Sigmaringen und von dort aus mit Zug oder Bus Richtung Tuttlingen weiter. Um 9:29 Uhr kann man beispielsweise in Tübingen mit dem Zug (HZL) Richtung Sigmaringen losfahren. Dort angekommen hat man dann eine halbe Stunde Aufenthalt, die man ideal für einen kurzen Stadtbummel nutzen kann. Um 11:30 Uhr geht es dann weiter mit dem Zug Richtung Neustadt, der um 11:49 Uhr Beuron erreicht. Eine mögliche Rückfahrt mit dem Zug ist um 17:04 Uhr in Beuron, Richtung Sigmaringen. In Sigmaringen kann man in den Zug nach Tübingen umsteigen, sodass man um 18:49 Uhr wieder in Tübingen wäre. Achtung: Das Semesterticket gilt nur für die Route über Sigmaringen, nicht jedoch über Horb-Tuttlingen. Warum sollte man nun nach Beuron fahren? Beuron liegt in einer eindrucksvollen Felslandschaft im Herzen des Naturparks „Obere Donau“. In Beuron thront ein wunderschönes barockes Kloster über der Donau und allein die Fresken in der Klosterkirche lohnen die Fahrt

dorthin. Nach soviel Kultur sollte man sich auch sportlich betätigen und dazu bietet das obere Donautal sehr viele Möglichkeiten: Wie wäre es mit einer Wanderung an der Donau entlang? Die hohen Kalkfelsen auf beiden Seiten und die Donau in der Mitte formen eine wunderschöne bizarre Landschaft. Hier noch ein Picknick machen und der Ausflug ist perfekt. Oder für die etwas sportlicheren, warum nicht einen der Felsen besteigen? Welche von ihnen für Kletterer freigegeben sind, findet ihr unter: http://www.beuron.de/ Wassersport ist allerdings wegen des Naturschutzes eher schwierig. Ein Ausflug nach Beuron lohnt sich dennoch auf alle Fälle. Wido Geis


45


46 Kreuzworträtsel Upps, beim Bücherflohmarkt sind uns doch glatt einige Wörter aus den Büchern rausgefallen. Es scheint aber, als seien einige von ihnen noch ganz geblieben. Könnt ihr uns helfen, die 25 Begriffe zu finden, die mit dem WiWi-Studium zusammenhängen? (Als kleiner Tipp: Die Leserichtung ist immer von oben nach unten oder von links nach rechts.) A D Q W G O L D S T A N D A R D S H D G

W R P C E F I W T D R A V Q B K U O E Ö

B G G R L I M D E A B E N Ä E O P L R T

I H E B D A L T A Z I S L M K U R V E E

P S T R I P E A D N T G F I G P E A B S

D N G E L D T O Y T R N I J H F R D A T

E I E X L E T T S M A C C R U A L S C O

F S I R U N I H T I G M O T E D R I H K

L T V V S B F V A L E U R O R A U M E O

A A N Ä I I H Z T P N U G S T X I E Z P

T G K S O G W I E O S P R T A S C W I E

O F F E N M A R K T O P E R A T I O N N

R L W I H A O A O X L Ö N L K B Ö R S E

F A X G X C J R U V O S Z M T T H A P H

Ö T I N S I Z E M H W T E Z H E I L A O

Ä I M O S N M C P J K C R E N T E D R L

B O L R T D I H F E P H T Ü M C W F I M

Z N R A K E Y N E S Y I R H Q H D E T B

M E B G H X A E L A V V A R I A N Z Ä R

A C O E Z B O N D U B C G I P N J E T G

- Impressum Redaktion: Mareike Schmitz, Kathrin Müller-Uthoff, Luis Fernandes, Wido Geis, Roman Hagelstein, Guido Urban, Stefan Büttner, Inga Heiland, Jan Munz. Auslandskorrespondenten: Regina Sappl, Julia Höninger und Stephan Jank Gastbeitrag: Kristin Vetter, Tina Gihr, Melanie Goletz. Layout: Katrin, Mareike, Luis, Wido und Roman Auflage: 1.000 Exemplare. Erscheinungsdatum: 6. Dezember 2006. Interesse an einer Anzeige? Dann schreiben Sie uns doch eine E-Mail! V.i.S.d.P.: Roman Hagelstein, Poststr. 7, 72072 Tübingen. Sprechstunde: Montag, Mittwoch 14-16 Uhr. Sitzung: Montag, 20:00. Herausgeber: Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften Nauklerstr. 47, 72074 Tübingen. Tel: 07071/29-74656. www.uni-tuebingen.de/ffw wiwimail@web.de


47

�������� ���������������������� ���������������������� ������������� ������������������

������������������������� ���������������������� ������������������������� ����������������������� ���������������� ������������������������ ������������ ��������������������������

�������������� ������������ ������������������������������

����������������������������������������������������������� ��������������������������������������������������������� �������������������������������������������������������� �������������������������������� �� ������������������ � ����������������������������������������������� � ������������������������������������������������� � ������������������������� �� �������������������������������������������������� � ����������������������������������������������������� � ������������������������������������� �� �������������������������������������������������� � ��������������������������������������������������� � �������������������������������������������������������� �� ������������������ � ��������������������������������������������������������

����������� ����������������������� �������������������� ������������� ����������������������� ��������������������� ���������������������� �������������������������������


��������������������������������������������������������� ������������������������������������������������������������� ���������� ���� ������ �������������� ���� ������ �� ������� ���� ���������������������������������������������������������� ��������� ������� ���� ������ ������� ���� ���� ���� ����� ��������� ������� ������� ����������� ���� ��������� ����������� ������� ���������� ����������������� ������������� ���� ��������� ��� �������������������������������������������������������� ���������������������������������������������������������� ��������������������������������������������������

�������������� ����������������������

www.de.ey.com/karriere

Wort zum WiWi Nr. 51 (WiSe 06/07)  

Editorial - 3 Bericht Semesterkoordinator - 4 Erstieinführung - 6 Erstigedichte - 9 Erstihütte - 10 WM-Fieber - 12 Durchfallquote - 14 Weihn...

Wort zum WiWi Nr. 51 (WiSe 06/07)  

Editorial - 3 Bericht Semesterkoordinator - 4 Erstieinführung - 6 Erstigedichte - 9 Erstihütte - 10 WM-Fieber - 12 Durchfallquote - 14 Weihn...

Advertisement