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FFW - Freie Fachschaft WiWi

Dezember 2005

#49

Wort

Zum

WiWi

Wir berichten für Euch aus aller Wel t!

Boston Montana Texas Washington D.C.

Kyôto Peking

Sydney

Santiago de Chile São Paulo


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Editorial Hallo liebe Leserinnen und Leser! Wir freuen uns, Euch eine weitere Ausgabe des WzW präsentieren zu dürfen. Auch diesmal steckt wieder eine ganze Menge Arbeit darin, aber was tun wir nicht alles, um Euch auf dem Laufenden zu halten! Wir bringen Euch wieder viele, viele bewährte Formate, etwa ein Spielchen, damit ihr in den unterhaltsamen Bilanzenvorlesungen nicht einschlaft, unsere üblichen Auslandsberichte – diesmal aus Málaga, Göteborg und Kyoto – und investigativen Journalismus vom Feinsten. Unsere Frage dieses Semester war: was forschen Eure Profs? Auf unseren Seiten haben sie die Gelegenheit bekommen, ihre aktuellen Perlen der Wissenschaft für Euch mehr oder weniger verständlich darzustellen. Auch die neuen Erstsemester kommen nicht zu kurz. Anstatt Euch dauernd zu beschweren, dass die Mensawarteschlange derentwegen wieder soooo lang ist, könnt ihr höheren Semester ja die schönen Erstigedichte vom Stadtspiel lesen, und damit Eure Wartezeit auf das exquisite Menü der Mensa verkürzen. Da die WiwiNews in diesem Semester nicht erscheinen, liefern wir gerne wieder Ersatz; Ihr erhaltet vier Seiten geballte Information aus dem Dekanat kostenlos mitgeliefert. Unsere Uni befindet sich ja, genau wie Deutschland, in Aufbruchstimmung, dank der Einführung der BachelorMaster-Studiengänge und einem Marathon von Antritts- und Abschiedsvorlesungen. Es gibt zwar auch für uns, die Fachschaft, Rückschläge, wie etwa die mickrige Wahlbeteiligung

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von 16% bei den Uniwahlen. Dafür dürfen wir Euch aber mit einem Jubiläum beglücken: in der nächsten Ausgabe feiern wir dies mit einem großen, schönen, 50. Heft! Auf Feiern müsst ihr dennoch auch vorher nicht verzichten; das Weihnachtsfest am 7.12. und das Clubhausfest am 15.12. sind ja schon seit langem feste Größen im Tübinger Partyleben. Nun aber wünschen wir Euch viel Spass beim Lesen vom Wort zum Wiwi #49 Julia, Regina und Roman


4 Inhaltsverzeichnis Editorial Semesterbericht SS2005 Erstihütte Erstieinführung WiWi-News Bücherbörse Durchfallquoten Interview mit Prof. Dr. Dr. h.c. K. Töpfer Lehrstuhlsingen Forschungsberichte Auslandsbericht: Málaga Auslandsbericht: Göteborg Auslandsbericht: Kyoto Mit dem Semesterticket unterwegs 10 Unterschiede WagnerBingo Wirr Warr

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5 Die Fachschaft im Sommersemester 2005 (von den Semesterkoordinatorinnen Sarah und Katrin P. aus Turin) Es ist Advent. Draußen ist es kalt und grau (ja, auch in Italien!) und man besinnt sich auf die wichtigen Dinge des Lebens. So besinnen auch wir uns und legen vor euch Rechenschaft über die Fachschaftsaktivitäten des letzten Sommersemesters ab. Der Generationenwechsel, der sich im letzten Wintersemester angedeutet hatte, ist gelungen. Die Neueinsteiger des letzten Semesters (alias „Zweitis“) waren nun mit vollem Elan dabei und stärkten zusammen mit den Auslandsheimkehrern die Fachschaftsarbeit. Die Studierendenvertreter im Fakultätsrat setzten sich auch in diesem Semester wieder für eure Interessen ein – vor allem bei der Konzeption der Bachelor/ Master- Studiengänge und bei der Neubesetzung des Lehrstuhls Finanzwissenschaft von Prof. Cansier. Dieses Engagement wird im Uni-Jahr 2005/06 weitergeführt von Kristina, Julia, Marie, Stefan, Sebastian und Wido, für die ihr bei den Uni- Wahlen im Juni gestimmt habt. Leider war die Wahlbeteiligung nicht ganz so hoch wie im vergangenen Jahr. Natürlich kam neben der Studierendenvertretung auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Wie schon im vorherigen Sommersemester unterstützten wir eine von

Kommilitonen organisierte WiWiParty im Foyer, zu der ihr zahlreich gekommen seid. Sehr beliebt war auch das alljährliche WiWi- Grillfest auf der Wiese hinter dem Prüfungsamt. Viele Studierende, Professoren und Mittelbauler nutzten wieder die Gelegenheit, sich bei lecker Bier, Wein und Wurst ungezwungen zu unterhalten und bis spät in die Nacht zu feiern. Als besondere Attraktion konnte die Fachschaft dieses Jahr ihren neuen Riesengrill präsentieren (natürlich wieder mit Grillmeister Guido). Da auch noch das Wetter mitspielte, wurde es ein richtig schöner Abend. Zu eurer geistigen Erquickung erschien wieder das Wort zum WiWi. Eine Tradition, die sich dieses Jahr nicht fortsetzen ließ, waren die WiWilympics. Der sportliche Wettkampf zwischen den Lehrstühlen musste leider entfallen. Besonders traurig war das Team des Lehrstuhls Grammig, das bereits seit Wochen hart trainiert hatte. Zum Abschluss des Semesters hielt auf Initiative von Stefan Büttner Rudolf Scharping, Verteidigungsminister a.D., einen Vortrag an unserer Fakultät. Und das Ergebnis unserer Rückbesinnung? Wir bedanken uns für ein schönes, erfolgreiches und produktives Semester. Ganz besonders gefreut hat es uns, dass die Fachschaft durch gemeinsame Aktivitäten wie Pizzaessen, Wanderungen und Stocherkahnfahrten weiter zusammengewachsen ist. Wir hoffen, nach unserem Auslandsjahr in Italien viele neue Gesichter zu sehen.


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Die Fachschaft im Wintersemester 05/06 Oben v.l.n.r.: Julia Höninger, Maurus Unsöld, Kathleen Welvers, Wido Geis, Kristina Schroelkamp, Stephan Jank, Annika Einhorn, Felix Schubert. Unten v.l.n.r.: Florian Schupp, Marie von Gaisberg, Sebastian Benz, Regina Sappl, Martin Miermeister, Stefan Büttner. Es fehlen: Johanna von Borstel, Roman Hagelstein Die Semesterkoordination im Wintersemester haben Stefan und Florian übernommen.


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Erstihütte 11 Autos, 32 Teilnehmer und eine detailreiche Anfahrtsskizze, damit begann unsere Irrfahrt ins Blaue oder besser nach Oberiflingen. Die Details besagter SKIZZE bezogen sich dabei eher auf nette Anekdoten unserer Fachschaft und weniger auf den korrekten Straßenverlauf. Nach einer Weile vergnügter Autofahrt trafen sich jedoch fast alle wieder, nicht am gesuchtem Berghof sondern mitten in der Wildnis, aus verschiedensten Richtungen kommend. Trotzdem standen sechs Stunden später 30 kg Hackfleisch, angerührt mit fünf Knollen Knoblauch und anderen Zutaten in Form von Chili con Carne auf dem Tisch des Berghofs, den wir letzten Endes alle erfolgreich gefunden hatten. Der weitere Abend wurde mit Kennenlernspielen gestaltet. Hierbei spielten Nüsse, Rührlöffel und die Farbe der Unterhose eine bedeutende Rolle. Sind blau weiß karierte Boxershorts blau oder weiß, oder muss man die Karos erst statistisch auswerten? Trotz ausreichender Inspiration in Form von Bier und Wein konnten wir diese Frage nie beantworten.

Einen weiteren unterhaltenden Höhepunkt stellte das im tiefsten Grottenflair gestaltete Kellergewölbe dar, das mit einem Kickertisch sowie einer Tischtennisplatte niveauvoll zu überzeugen wusste und bei den motorisch ausgeprägten Teilnehmern sportliche Höchstleistungen hervorrief. Zu späterer Stunde fanden sich schließlich mehrere musikalisch angehauchte Zeitgenossen bereit, die dahindümpelnde, konsumierende Alkoholgesellschaft mittels - mit Gitarre und Klavier begleiteten – grausigen Mitternachtsgesängen (man beachte die Uhrzeit von 2.30 Uhr) zu delektieren. So war es den übernächtigten weiblichen Erscheinungen aus dem angrenzenden Schlafsaal anzusehen, dass Gassenhauer wie „Knockin’ on heavens door“ einen wunderbaren Nebeneffekt auf das menschliche Schlafvermögen ausüben können. Nach einem zu unchristlicher Stunde angesetzten Frühstück gelang es uns nach Freudenstadt aufzubrechen, wo wir – nach einer Kurzbesichtigung der dünn besetzten Sehenswürdigkeiten – zu einer weiteren Odyssee ins hiesige Schwimmbad weiterzogen, um dort einen optisch ansprechenden Nachmittag zu verleben. Als herausstechendes Event wäre eine Besetzung eines für 8 Leute konzipierten Whirlpools mit der dreifachen Anzahl zu nennen. Auch die auf das männliche Triebverhalten


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zurückzuführenden ausgetragenen „Hahnenkämpfe“ stellten für diverse Stelzböcke ein imposantes Ereignis dar. Gut erholt kehrte man dann im Anschluss wieder ins heimische Domizil zurück, wo der delegierte Küchendienst, mit der anspruchsvollen Aufgabe vertraut, schmackhafte Käsespätzle zuzubereiten, kläglich versagte. Dementsprechend wurde mehr dem Alkohol zugesprochen, was unter anderem darin ausartete, dass der selbsternannte Amateur-DJ Basti B. aus Mössingen sich zu einem zweistündigen Nickerchen neben seinen aufgedrehten Boxen hinreißen ließ. Eine weitere Folge dieses Abends stellte der Umstand dar, dass fast das komplette, für die sonntägliche Aufräumzeremonie angesetzte Putzteam

alkoholisch bedingt streikte. Dadurch verzögerte sich unsere nächste Irrfahrt zur Burg Hohenzollern um einiges. Dort konnten wir eine auswendig gelernte, monoton vorgetragene Burgführung genießen, wobei wir einiges Wissenswertes über sämtliche Ahnenlinien des ansässigen Adelsgeschlechtes erfahren durften. Im Anschluss wurde unsere bunte Gruppe noch photografisch festgehalten, bis wir uns in alle Winde zerstreuten, um uns daheim von einem wunderbaren und feuchtfröhlichen Wochenende zu erholen!

Federführende Verfasser des Berichts: Ralle, Kathi, Henrike, Till, Volker, René


9 Die Ersti- Einführung 2005 Zu verdanken: Dem Einsatz und Engagement der WiWi- Fachschaft. Schließlich gilt: Von nichts kommt nichts. Anlässlich der angebotenen Info-Cafés strömten die Massen eine Woche vor Semesterbeginn in die Mohlstraße um den eigenen Durst und die Neugier nach Informationen zu stillen. Die Frage „Was kommt da alles auf mich zu?" wird wohl nach ein- oder auch mehrmaligem Besuch jeder für sich beantwortet haben. Weiter ging es mit der musikalischen ErstiBegrüßung am ersten offiziellen Unitag. Spätestens jetzt musste jedem klar sein: „Du bist nicht allein im gefährlichen Dasein des UniDschungels". Auch Aktionen wie das Stadtspiel, die Ersti- Hütte und der Bücherflohmarkt (wer zu spät kommt, den bestraft das Leben) stießen auf eine sehr hohe Nachfrage. Besonders erwähnenswert ist noch die etwas verspätete Ersti- Party im WHO. Die Musik kam wohlgemerkt aus den eigenen Reihen, die Stimmung wurde im Takt der Musik stetig besser und die Happy Hour verleitete manch Einen oder Eine in

den Abgrund. Last but not least ein paar Worte zu den ErstsemesterTutorien: In den ersten sechs Wochen hatten wir Erstis die Möglichkeit uns am Mittwochabend zu einem bestimmten Thema zu informieren. Diese Abende schlossen immer mit einer geselligen Runde im Bierkeller, wobei dort des öfteren noch Erstis auftauchten, die nicht bei den Tutorien gewesen waren In diesem Sinne: Ran ans Werk, jeder ist seines Glückes Schmied! Nochmals Danke für das ein oder andere Werkzeug. Giulia


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12 [ W i W i - N e w s ] Gastseite des Dekanats

Finanzwissenschaft, beschlossen. Der Rektor hat den Ruf erteilt. Mit einer Antwort ist in Kürze zu rechnen. Die Professur soll zum 1.4.2006 direkt wiederbesetzt werden.+++ +++Herr Professor Dr. Stefan Lengsfeld wurde zum Professor an der Universität Hannover für Betriebswirtschaftslehre, insb. Controlling, ernannt.+++

+++Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Starbatty wurde zum 30.9.2005 emeritiert. Seine Abschiedsvorlesung am 12.7.2005 mit dem Thema „Zum Verständnis von Politik, Ethik und Ökonomik bei Aristoteles“ hat seine Bedeutung an der Universität Tübingen und darüber hinaus eindrucksvoll belegt.+++ +++Die Antrittsvorlesung von Honorarprofessor Dr. Klaus Töpfer, Under-Secretary-General und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, fand am Freitag, den 11. November 2005, zum Thema: „Offene Fragen und wissenschaftliche Herausforderungen der Entwicklungsund Umweltpolitik“ im vollen Hörsaal 25 statt. Der Vortrag ist sehr interessiert aufgenommen worden und eine rege Diskussion mit Herrn Töpfer schloss sich an.+++ +++Fakultätsrat und Senat haben Ende des Sommersemesters die Liste zur Wiederbesetzung der Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere

+++Dr. Ralf Münnich hat den Ruf auf die Professur für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Trier erhalten und vertritt diese Professur im Wintersemester 2005/06. An der Universität Tübingen führt er einen dreistündigen Lehrauftrag für OR II im laufenden Semester durch. +++ +++Auszeichnungen durch Preise haben erhalten: - Professor Grammig für den Beitrag „Understanding the Limit Order Book-Conditioning on TradeInformativeness“ wird mit dem „Best Paper Award“ der Deutschen Gesellschaft für Finanzwirtschaft ausgezeichnet. - PD Dr. Robert Jung und Koautor Professor A.R. Tremayne (University of Sydney and University of York) wurden für den im Journal of Time Series Analyis veröffentlichten Aufsatz mit dem Titel „Testing for serial dependence in time series models of counts“ von der Zeitschrift ausgezeichnet.+++ +++Forschungssemester haben: im Sommersemester 2006 die


13 Professoren Berndt und Stadler und im Wintersemester 2006/07 die Professoren Baten, Jahnke, Preuße+++ +++Nach langjähriger Amtszeit steht ein Wechsel der beiden Vorstände der Friedrich-List-Stiftung an: Professor Starbatty, seit fast neun Jahren für das Alumnat der Fakultät und damit für das List-Fest verantwortlich, und Professor Neus, der souverän die Stiftungsmittel seit fast zehn Jahren verwaltet hat, scheiden aus. Die neuen Vorstände ab Herbst 2005 werden die Professoren Hofmann für die Finanzen und Preuße für das alljährliche Alumni-Treffen sein.+++

+++Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und der Senat der Universität Tübingen haben die Einrichtung von drei Bachelorund vier Masterstudiengängen zum Wintersemester 2006/07 beschlossen. Der Universitätsrat hat die Einrichtung der neuen Bachelorund Masterstudiengänge befürwortet. Die Zustimmung des Wissenschaftsmi nisteriums wurde im August beantragt. Folgende Programme sind aufgelegt: Ein wirtschaftswissenschaftlicher Studiengang „Bachelor of Science in Economics and Business

Administration“, zwei international ausgerichtete Studienprogramme als Nachfolgemodelle für IBWL und IVWL, „Bachelor of Science in International Business Administration“ und „Bachelor of Science in International Economics“ sowie vier Masterprogramme: „Accounting and Finance“, „General Management“, „International Economics and American/ Asian/ European Studies/ Middle Eastern Studies“ sowie „International Economics and Finance“ (in Englisch). Die Einrichtung von Double Degree Masterprogrammen sowie eines PhD-Studiums wird folgen. Entwürfe, die die geplanten Studiengänge beschreiben, liegen im Studieninformationsregal im Eingang des Wirtschaftswissenschaftlichen Seminars in der Nauklerstr. 47 aus. Detaillierte Pläne mit Übergangsregelungen folgen bis Ende des Wintersemesters 2005/06. Zum Inhalt: Die drei geplanten Bacherlorstudiengänge (Economics and Business Administration, International Economics und International Business Administration) schließen mit dem akademischen Grad Bachelor of Science (B.Sc.) ab. Für den grundständigen Bachelor sind sechs (180 ECTS Credits) für die beiden internationalen Bachelor-Programme sieben Semester Regelstudienzeit (210 ECTS Credits) vorgesehen. Für die Module bis zur Zwischenprüfung werden je 7,5 Credits vergeben. Danach besteht die Möglichkeit


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zur Vertiefung durch die Wahl so genannter Schwerpunktmodule. Mit erfolgreichem Absolvieren der drei Schwerpunktmodule im Vertiefungsstudium ist die Bachelorprüfung bestanden. Bei den international ausgerichteten BachelorStudiengängen sind zusätzlich Sprachmodule zu absolvieren. Darüber hinaus ist eine Bachelor-Arbeit zu verfassen. Alle Prüfungen werden studienbegleitend abgelegt. Die konsekutiven Masterstudiengänge (General Management, Accounting & Finance, International Economics and Finance und International Economics and American/Asian/Middle Eastern/ European Studies) haben alle eine Regelstudienzeit von drei Semestern (90 ECTS Credits) und schließen mit dem akademischen Grad Master of Science ab. Im Masterstudium sind Schwerpunktmodule zur Vertiefung des gewählten Studiums zu belegen. Zusätzlich ist die Masterarbeit anzufertigen. Diese ist eine schriftliche Abschlussarbeit mit einer Bearbeitungsfrist von vier Monaten. Der Master of International Economics and Finance wird komplett auf Englisch studierbar sein.+++ +++Die Tübinger WiWi-Fakultät profitiert vom neuen Bewerbungsverfahren für BWL-Studienanfänger.

Seit dem WS 2005/2006 werden die Studienplätze für BWL nicht mehr zentral von der ZVS in Dortmund, sondern von den Fakultäten selbst vergeben. Die Tübinger WiWiFakultät gehört zu den Gewinnern des neuen Bewerbungsverfahrens. Bisher dominierten regionale und soziale Kriterien die Vergabe von BWL-Studienplätzen. Deshalb war die Zusammensetzung der Studierenden und damit das Leistungsniveau an allen Universitäten in etwa gleich. Dies hat sich nun geändert, weil gute Unis mehr und bessere Studienbewerber anziehen. Für die Tübinger WiWi-Fakultät bietet das neue Bewerbungsverfahren Vorteile und platziert sie zusammen mit Mannheim und der FU Berlin in der kleinen Spitzengruppe der Fakultäten, die wegen der großen Zahl qualifizierter Bewerber ausschließlich Studienanfänger mit der Abiturnote „gut“ zulassen konnten.+++ +++ Die Betriebsberatung Denken & Handeln prämiert die beste Diplomarbeit aus den Bereichen „Existenzgründung“ und „KMU“ mit einem Betrag von je 500,- €. Stifter ist Gerhard Gieschen. Bewerbungen können über die Lehrstühle bis zum 31. Dezember 2005 im Dekanat der Wirtschaftswisse nschaftlichen Fakultät, Nauklerstr. 47, 72074 Tübingen eingereicht werden. Die Auswahl trifft der Fakultätsvorstand gemeinsam mit dem Stifter. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer Fakultätsveranstaltung gegen Ende des Wintersemesters.+++


15 +++ Es sind neue Möglichkeiten für ein Studium im europäischen Ausland hinzugekommen: Milano-Bicocca (Italien), Leira (Portugal), Jönköping (Schweden), Krakau (Polen) sowie Istanbul und Ankara (Türkei). Damit baut die Fakultät ihre internationale Ausrichtung weiter aus.+++ +++Ergebnisse der Evaluation der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2005 sind unter h t t p : / / w w w. u n i - t u e b i n g e n . d e / wirtschaft/intern/eval-s05.htm zu finden.+++

+++Die Antrittsvorlesungen der Kollegen Kohler und Hofmann sind für Freitag, den 20. Januar 2006 ab 14 Uhr angekündigt.+++ +++Die Abschiedsvorlesung von Herrn Kollegen Cansier wird am Freitag, den 17. Februar 2006 um 12 Uhr stattfinden.+++

+++Erfolgreiche Aktivität bei der Drittmitteleinwerbung an der Fakultät haben: - Professorin Buch mit einem durch die

DFG geförderten Forschungsprojekt: „Multinational Enterprises: New Theories and Empirical Evidence from German Firm-Level Data“. - Professor Grammig mit einem durch die DFG geförderten Forschungsprojekt: „Ökonometrische Modellierung von Marktprozessen in Handelssystemen mit offenem Orderbuch“. - Professor Baten mit einem EUweiten und EU-geförderten Projekt „Anthropometric Inequality and Political Participation“ (in Kooperation mit Frances Rosenbluth, Yale University, u.a. gefördert durch das ESF-Programm EUREKA/COST action A34: „Gender and WellBeing“). Dieser wirtschafthistorische Forschungsschwerpunkt ist Teil eines großen EU-Netzwerks von insgesamt 14 Nationen. Inhaltlich geht es u.a. um die Messung der relativen Wohlfahrt von Frauen und Männern, ihrer Arbeitspartizipation in langfristiger Perspektive usw.+++ +++Das 35. Wirtschaftswissenschaftli che Seminar Ottobeuren zum Thema „Umwelt und Energie“ fand vom 18. bis 21. September 2005 unter der Leitung der Professoren Franz (Mannheim), Ramser (Konstanz) und Stadler statt. Der Tagungsband des Seminars wird Mitte 2006 beim Verlag Mohr Siebeck erscheinen.+++


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Effizient handeln, ökonomisch denken ... Bücherbörse 2005

Warum viel Geld für brandneue Bücher ausgeben, wenn man sie gebraucht oder fast neu viel billiger bekommen kann? Das haben wir uns Anfang des Semesters gefragt und eine neue Idee umgesetzt, die wir in den nächsten Semestern unbedingt weiterführen wollen. Die Bilanz der ersten Bücherbörse ist nämlich besser als vorher vermutet: Wir konnten über 100 Bücher für Euch verkaufen und knapp 600 Euro umsetzen. Dass die Nachfrage das Angebot stark überstieg, wurde schnell klar: die Schlange reichte bis vor die Tür des WiWi-Seminars und die gängigsten Lehrbücher waren schon nach den ersten 45 Minuten verkauft. In den

ersten beiden Stunden hatte man aber noch recht gute Chancen etwas Passendes zu finden. Deshalb merkt euch schon mal vor: In den ersten Wochen des Sommersemesters 2006 findet die nächste Bücherbörse statt! Bitte habt wieder Verständnis dafür, dass das Angebot und die Preisvorstellungen vollständig von Euch abhängen: Wir sind keine walrasianischen Auktionatoren ;-) sondern lediglich Mittelsleute. Besonders die Buchverkäufer unter Euch sind wieder aufgerufen, die Chance wahrzunehmen und nicht mehr benötigte Bücher über uns zu verkaufen. Verseht die Bücher einfach mit Namen, Adresse und dem gewünschten Preis und bringt sie Anfang des neuen Semesters während der Sprechstunden in die Fachschaft! Nähere Informationen zu den genauen Terminen werden wir Euch gegen Ende des Semesters zukommen lassen. Kathleen


17 Durchfallquoten im Grundstudium ----Sommersemester 2005----


18 Interview mit Professor Dr. Dr. h.c. Klaus Töpfer Welchen Bezug haben Sie zu Tübingen? Was hat sie dazu bewegt, die Honorarprofessur anzunehmen? Der Bezug geht auf meine eigene Studienzeit der VWL zurück. In Münster bekam ich den Kontakt zu Prof. Kloten, über Prof. Hans-Karl Schneider. Kloten hat mir damals schon die Überlegung mitgegeben, dass man die Verbindungen zur Praxis nicht vergessen darf, auch wenn man wissenschaftlich tätig ist. Letztens war ich auf Einladung von Hans Küng bei der Weltethosrede von Kofi Annan. Ich war von dem Vortrag über Toleranz und Werte unglaublich beeindruckt, und auch davon, wie begeistert die Studierendenschaft die Persönlichkeiten der UNO aufgenommen hat. Insofern ist diese Honorarprofessur in Tübingen für mich eine große Ehre und Auszeichnung, die ich mir in der Wirtschaftswissenschaft nie hätte vorstellen können. Was sehen sie als die wichtigste Entscheidung an, die sie getroffen haben? Ich glaube, für mich war es entscheidend, dass ich in meiner Schwerpunktsetzung im

ökonomischen Bereich die regionale Wirtschaftspolitik in den Vordergrund stellen konnte, dank der engagierten Arbeit meines Doktorvaters HansKarl Schneider. Meine Diplomarbeit und meine Dissertation haben eine Ausrichtung, die damals noch nicht realistisch erschien – die Frage der Umweltkonsequenzen menschlicher Handlungen. Dies war damals eine ganz unbewusste Öffnung in

diese Thematik. Unwissen und Fehlentscheidungen im Umweltbereich führen oft zu falscher menschlicher und räumlicher Planung. Mein Schwerpunkt der regionalen Dimension wirtschaftspolitischen Handelns hat mir erst erlaubt, mich leicht in diese Problematiken hineinzuversetzen. Als Staatssekretär Umweltpolitik zu machen, war, als ich angefangen habe, fast noch ein Orchideenfach der Politik. Man hat mich am Anfang meiner politischen Laufbahn gefragt, ob ich nicht Staatsekretär für Umweltpolitik im Ministerium für Soziales, Gesundheit und neuerdings Umwelt in Rheinland-Pfalz werden wolle. Dieser damals neue Aufgabenbereich hat sich im Laufe der Zeit sehr dynamisch entwickelt, und ich hatte das Glück, alles von Anfang an mitverfolgen und beeinflussen zu können.


19 Was bedeutet die Funktion „Under-Secretary-General“? Ist man damit eine Art Vertreter des Generalsekretärs Annan? Nein. An der Spitze der Vereinten Nationen steht der Generalsekretär. Er hat einen Vertreter, zurzeit die Kanadierin Louise Fréchette, dazu kommt eine Art Ministerkabinett, die höchste politische Ebene nach dem Generalsekretär. Ein Under-SecretaryGeneral ist so etwas wie der für seinen Fachbereich zuständige Minister, und ich bin für die Umweltpolitik zuständig. Meine zusätzliche funktionsbezogene Arbeitsbezeichnung ist die des „Executive Director UNEP“ – der Exekutivdirektor des Umweltprogramms.

Was sind Ihre Aufgaben als Direktor des Umweltprogramms der UNO? Unsere Kernbereiche bestehen aus drei wichtigen Aufgaben. Wir ermitteln den Zustand der Umwelt und bewerten ihn mit unserem „monitoring“-System und unserem „early-warning“-System, die uns auf neue Herausforderungen aufmerksam machen. Wir möchten uns mit diesen Systemen mit neuen Herausforderungen und Schwierigkeiten der Umweltpolitik befassen, bevor die Probleme zu groß, und damit unlösbar, werden. Wenn wir solche Engpässe identifiziert haben, ist es entscheidend, vor Ort Instrumente zu entwickeln, um das Problem zu bewältigen. Alle umweltbezogenen multilateralen Konventionen – die Klimakonvention,


20 die Artenvielfaltkonvention, die Konvention gegen die Wüstenbildung, die chemischen Konventionen und, und, und… - sind deratige Handlungsinstrumente. Diese Konventionen werden von Regierungen verhandelt und in Parlamenten verabschiedet, anschließend suchen wir dann nach Möglichkeiten und Instrumenten, um den Problemen entgegenzuwirken. Das UNEP – United Nations Environmental Program - hat also eine hohe normative Verantwortung. Als dritten Punkt entwickeln wir Ausbildungsprogramme, die die Umsetzung der Konventionen in allen Ländern sicherstellen. Dies ist ein sehr komplexer Bereich, in dem wir mit der Privatwirtschaft und NGOs zusammenarbeiten. Wir sind somit auch in die Armutsbekämpfungsprogramme der einzelnen Länder eingebunden. Wie beurteilen Sie die ökonomische Wichtigkeit des Kyoto-Protokolls? Ist die Ratifizierung gut oder schlecht, wenn man nur auf ökonomische Kerndaten schaut? Das Kyoto-Protokoll ist sowohl ökologisch, wie auch ökonomisch unverzichtbar. Wir beobachten gerade einen erheblichen Aufwärmeffekt; dies ist insbesondere in der Arktis klar erkennbar. Die Konsequenzen der Erderwärmung für die dortige Eisstruktur sind enorm, die Eiskappe schmilzt schneller und schneller. Wir müssen aber wesentlich weiterreichende Schritte machen. Es ist ökonomisch unstrittig, dass wir eine weniger kohlenstoffhaltige Energieversorgung brauchen.

Die Energienachfrage wächst dramatisch an, so dass die Palette der Energieträger erweitert werden und die Energieeffizienz stark verbessert werden muss. Welche Pläne haben Sie für die Zeit nach Ihrer Tätigkeit für die UNO in Nairobi? Zunächst werde ich mich darauf beschränken, mich wieder ins Lot zu bringen und mich bemühen, meine Erkenntnisse und Überlegungen weiterzuvermitteln – ich werde insbesondere an Universitäten tätig sein. Außerdem bin ich seit drei Monaten Großvater, was mich einigermaßen in Laune und in Bewegung halten wird. Sie waren Direktor des UNOProgramms Habitat. Warum sind solche Programme zum Siedlungsbau für die UNO von Interesse? Für die Menschen dieser Welt ist das Habitat-Programm von weit reichender Bedeutung. Hunderte Millionen Manschen leben in Slums,

es ist also mehr als sinnvoll, dass die Vereinten Nationen alles daran setzen, eine Verminderung der Zahl der Menschen, die in solchen


21 Slums wohnen, zu erreichen. Eines der Milleniumziele ist direkt damit verbunden: bessere Wohnungen und Wohnungsbedingungen führen zu sozialen Aufstiegsmöglichkeiten. Die Fakultät hat mit Ihnen in den vergangenen zwei Jahren vier namhafte Persönlichkeiten als Honorarprofessoren gewonnen. Besteht auch eine Verbindung zwischen Ihnen und den Herren Köhler, Stark und Rall? Ich habe sehr viele und gute Verbindungen zu unserem Bundespräsident Köhler. Dieser war während meiner Tätigkeit beim UNEP für den Internationalen Währungsfonds verantwortlich. Wir haben vieles zusammen diskutieren können. Ich habe ihn allerdings

schon als Staatssekretär der Bundesregierung kennen gelernt. Auch Herrn Stark kenne ich, aber leider nicht im gleichen Umfang. Können wir hoffen, Sie künftig regelmäßig in Tübingen in einem unserer Seminare zu erleben? Das Dialogseminar heute hat mir sehr viel Freude gemacht. Meine Honorarprofessur besteht ja gerade darin, an Seminaren teilzunehmen. Sie können ganz sicher davon ausgehen, dass ich mehr als meine Antrittsvorlesung bei Ihnen halten werde. Ich hoffe, dass ich in nicht allzu ferner Zeit, wenn ich nicht mehr in Nairobi arbeite, auch einfacher und öfter nach Tübingen kommen kann. Vielen Dank für das Interview. Das Interview führte Stefan Büttner.


22 Sie tun es wieder… Lehrstuhlsingen 2 0 0 5 Alle Jahre wieder... Nachdem die Fachschaft mit ihrem LehrstuhlWeihnachtssingen im vergangenen Jahr großen Erfolg hatte (vielleicht haben uns die Professoren aber auch nur Geld gegeben, damit wir aufhören zu singen…), war die Entscheidung, auch dieses Mal wieder für einen wohltätigen Zweck unsere Stimmbänder zu strapazieren, schnell getroffen. Wir waren auch gleich von zwei Projekten begeistert, die wir unterstützen wollen. Das 50 -jährige Jubiläum der SOS-Kinderdörfer in Deutschland brachte uns auf die Idee, auch mal vor der eigenen Haustüre Gutes zu tun. Ein Teil der (hoffentlich zahlreichen) Spenden soll nämlich für eine einjährige Patenschaft für ein Kind in Deutschland verwendet werden. Kinder, die aufgrund ihres schwierigen sozialen Hintergrunds nicht in ihrer eigenen Familie

aufwachsen können, finden in den SOS – Kinderdorf - Familien wieder eine Zukunftsperspektive. Mit dem anderen Teil wollen wir die Arbeit von UNICEF in Pakistan unterstützen, die unter dem Motto „Bringt die Kinder durch den Winter!“ dringend dazu aufruft, den Opfern der Erdbebenkatastrophe zu helfen. Fast zwei Monate nach dem Erdbeben bedrohen Krankheiten, Kälte, Regen und schlechte hygienische Bedingungen die Kinder. Mit Hilfe von UNICEF wurde die Wasserversorgung wieder in Gang gesetzt. Die Organisation kümmert sich um die gesundheitliche Versorgung der Kinder, den Aufbau der Schulen und die Verteilung von Hygieneutensilien, warmer Kleidung und weiteren Hilfsgütern. Wenn auch ihr ein gutes Werk tun wollt, könnt ihr euch natürlich gerne mit einer Spende während unserer Sprechstunden an der Aktion beteiligen. Nicht nur wir würden uns freuen… Wenn ihr mehr wissen wollt: www.sos-kinderdorf.de, www.unicef.de Frohe Weihnachten!! Kristina und Kathleen


23 Forschungsberichte unserer Professoren Ein wesentliches Merkmal von Universitäten ist, dass nicht nur Studenten ausgebildet werden, sondern auch aktuelle Forschung betrieben wird. Das WzW hat die Professoren gebeten, einen Überblick über die Forschung an ihren Lehrstühlen zu geben. Ihre Antworten lest Ihr auf den nächsten Seiten. Wer über das eine oder andere Projekt genauer Bescheid wissen möchte, sei auf die Homepages der Lehrstühle verwiesen. In dieser Ausgabe stellen neun Professoren ihre Forschungsgebiete vor, die weiteren Lehrstühle werden in der nächsten Ausgabe folgen. Abteilung Wirtschaftsinformatik (Jahnke) Management Service-orientierter Informationssysteme (Jahnke/ Werner) Die Informationsverarbeitung profitiert von zahlreichen Bemühungen, die Qualität von Informationssystemen (IS) zu steigern. Zu nennen sind u.a. Ansätze zur Integration wie „Enterprise Application Integration (EAI)“, zur Standardisierung von Schnittstellen und Datenformaten (EDI/XML), zur anwendungsorientierteren Softwareentwicklung mittels Objektorientierung sowie zur Verteilung von Applikationen (Web Services). Letztere werden innerhalb Service-orientierter Informationssysteme (SOIS) eingesetzt, d.h. Systemen, die i.S. der Service-orientierten Architektur (SOA) aus einem Verbund funktionaler Bausteine zusammengesetzt sind. Neben den durch die genannten innovativen Konzepte erzielten Fortschritten ergeben sich auch Nachteile. Die Komplexität steigt auf der abstrakten Ebene der Standards und Spezifikationen. Bzgl. Web Services gilt dies insbesondere, da es stark verteilte und autonome Systeme sind. SOIS knüpfen ferner unmittelbar an den Kontext der Geschäftsprozesse an. Sie sollen durch deren Unterstützung zur Wertschöpfung beitragen. Eine Beurteilung darf sich daher nicht auf technische Metriken beschränken, sondern es müssen Größen angeboten werden, die dem Kontext der eigentlichen Geschäftstätigkeit entstammen und den Wertschöpfungsbeitrag der Systeme transparent machen. Es werden daher die Ziele verfolgt, SOIS zu kategorisieren, Schlüsselgrößen zur Steuerung und Kontrolle von SOIS bzw. von Software-Diensten abzuleiten und ein Referenzmodell für ein IS zur Kontrolle und Steuerung von SOIS zu entwickeln. Kennzahlen in der Personalentwicklung (Jahnke/von Schneyder) Für die Personalentwicklung wurden bislang nur wenige Kennzahlen


24 beschrieben. Messung von Leistungen (ohne Aggregation zu Kennzahlen) wird hauptsächlich in der Evaluation von Bildungsmaßnahmen betrieben. Weitere Prozesse der Personalentwicklung werden praktisch nicht berücksichtigt. Gleichzeitig zwingt der Wettbewerbsdruck die Unternehmen, die Leistungen der Personalentwicklung zu hinterfragen und in ihrer Effizienz und Effektivität zu steigern. Es soll daher eine theoretisch fundierte und praktisch anwendbare Systematik von Kennzahlen zur Messung der entscheidungsrelevanten Sachverhalte, Prozesse und Wirkungen in der Personalentwicklung erstellt werden. Damit wird die Basis geschaffen für vertiefende Forschungen in den Bereichen der Ableitung diesbezüglicher Kennzahlen und Kennzahlensysteme, der Konzeption von Personalinformations- und -dispositionssystemen speziell, sowie allgemein von Führungsinformationssystemen und der Steuerung von Prozessen und Leistungen z.B. über Service Level Agreements. Abteilung Bankwirtschaft (Neus) Ein erster Forschungsschwerpunkt besteht in der Analyse der Schnittstelle zwischen organisierten und nicht-organisierten Kapitalmärkten. Bspw. wird untersucht, zu welchem Zeitpunkt sich heute bisweilen als „Heuschrecken“ apostrophierte Private-Equity-Investoren von ihren Beteiligungen in Form eines Börsenganges (IPO) trennen sollten. Auch die entgegengesetzte Transaktion, also der Rückzug von der Börse, ist in mehreren Manuskripten untersucht worden. In den ersten Schwerpunkt fallen zudem Arbeiten zum Syndizierungsverhalten von Venture-Capital-Gesellschaften sowie zur Rolle von Investment-Banken bei M&A-Transaktionen. Die empirische Kapitalmarktforschung macht einen zweiten Schwerpunkt aus. Inhaltlich werden insofern Fragen untersucht wie das Herdenverhalten von Fondsmanagern, der Handel von Managern und Aufsichtsräten in Aktien der eigenen Unternehmung, die Anlageempfehlungen von Börsenmagazinen sowie die Aktienkurseffekte von Entlassungsankündigungen. Die Frage von Bankenfusionen soll künftig in den Mittelpunkt rücken. Bisherige Arbeiten beschäftigen sich bereits mit Motiven für Fusionen von Banken auf Basis einer Bestandsaufnahme der weltweit größten Banken sowie mit der Frage, ob aus empirischer Sicht im Bankgeschäft Economies of Scale bestehen, was mit der Frage nach Fusionsmotiven eng verwandt ist. Daneben gibt es Einzelprojekte zu interessanten Fragen wie Geldwäsche, die Behandlung operationeller Risiken in der Bankenaufsicht und in der Banksteuerung sowie die theoretische Analyse von Unternehmenspublizität und dem Anlegerverhalten auf einem unvollkommenen Kapitalmarkt.


26 Abteilung Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung (Hecker) Der Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls „Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung“ liegt auf der ökonomischen Analyse ausgewählter Teilbereiche der Corporate Governance. Der Teilbereich „Rechnungslegung“ zerfällt derzeit in drei Teilprojekte. Im Rahmen des nahezu fertiggestellten Projekts zur Bilanzierung des Goodwill nach US-GAAP werden insbesondere Kapitalmarktreaktionen der Unternehmen des Neuen Marktes bzw. des DAX100 auf die Abschaffung der planmäßigen Abschreibung des Goodwill untersucht. Ein weiteres Teilprojekt befasst sich aus theoretischer und empirischer Sicht mit Verhaltens- und Modellrisiken bei der Bewertung von Aktienoptionen zur Managemententlohnung nach US-GAAP. Mit dem dritten Teilprojekt aus dem Bereich der Internationalen Rechnungslegung bei Lebensversicherungsunternehmen wird insbesondere die Entwicklung eines umfassenden Konzepts zur marktgerechten Bewertung der Verpflichtungen aus Kapitallebensversicherungsverträgen angestrebt. Zusätzlich ist hier auch eine Untersuchung der aktuellen Rechnungslegungspraxis geplant. Untersuchungsgegenstände im Teilbereich „Qualität der Wirtschaftsprüfung“ sind Konzentration und Qualitätsdifferenzierung auf dem Prüfermarkt sowie der Zusammenhang zwischen Prüferqualität und Kapitalmarktbewertung der Mandanten. Im Teilbereich „Unternehmensübernahmen einschließlich Ausschluss bzw. Abfindung von Minderheitsaktionären“ geht es um die Frage, welche Auswirkungen unterschiedliche Regulierungsansätze für Übernahmen börsennotierter Gesellschaften auf die Allokationseffizienz haben. Neben modelltheoretischen Analysen wurden bzw. werden hier insbesondere auch empirische Untersuchungen zum Minderheitsaktionärsschutz im Bereich des Vertragskonzerns und des Squeeze-out sowie zu den Übernahmen nach dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz durchgeführt. Abteilung Betriebswirtschaftliche Steuerlehre (Wagner) 1. Wissenschaftliche Aufsätze 2004-2005 (Auswahl) a) Dr. Dirk Kiesewetter Private Rentenversicherung, Besteuerung und adverse Selektion (zusammen mit M. Thaut), in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft 2004, S. 221-250 Wirkungen einer Abgeltungssteuer auf Investitionsentscheidun gen und Kapitalstruktur von Unternehmen (zusammen mit A. Lachmund), in: Die Betriebswirtschaft 2004, S. 395-411 Die Steuerbelastung der Durchführungswege und Zusageformen der betrieblichen Altersversorgung, in: Finanzbetrieb 2004, Beilage 1 zu Heft 2, S. 10-16


27 b) Dr. Rainer Niemann Investitionswirkungen steuerlicher Verlustvorträge - Wie schädlich ist die Mindestbesteuerung?, in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft 2004, S. 359-384 Tax Neutrality under Irreversibility and Risk Aversion (zusammen mit C. Sureth), in: Economics Letters 2004, S. 43-47 Tax Rate Uncertainty, Investment Decisions, and Tax Neutrality, in: International Tax and Public Finance 2004, S. 265-281 c) Prof. Dr. Dr. h.c. Franz W. Wagner Steuervereinfachung und Entschei-dungsneutralität - konkurrierende oder komplementäre Leitbilder für Steuerreformen?, in: Steuer und Wirtschaft 2005, S. 93-108 Gegenstand und Methoden betriebswirtschaftlicher Steuerforschung, in: Steuer und Wirtschaft 2004, S. 237-250 2. Wissenschaftliche Vorträge Prof. Dr. Dr. h.c. Franz W. Wagner a) im Jahr 2005 an den Universitäten FU Berlin, HU Berlin, Hamburg, Hannover, Mannheim, Magdeburg, Wien b) im Jahr 2004 an den Universitäten Bochum, Bremen, München, HU Berlin, Bayreuth, Würzburg Abteilung Wirtschaftsgeschichte (Baten) Die wirtschaftshistorische Forschungsgruppe an der Uni Tübingen um Professor Baten untersucht eine Reihe von spannenden Fragen, von denen viele sich auf die ökonomische Grundfrage „Warum gibt es Einkommensunterschiede in der Welt, und wann begann die ‚Great Divergence?“ beziehen. Insbesondere untersuchen wir den Einfluss von Humankapital auf den Wachstumsprozess: Wie groß war der Einfluss von Bildung, individueller Leistungsfähigkeit und Gesundheit? Wo auf der Welt entstanden wann wachstumsrelevante Patente? Welche Rolle spielte die Globalisierung, Ungleichheit, oder auch Faktoren wie entrepreneurship und Gründerzeiten, und welche Wirkung hatten die Finanzmärkte? Gab es Anomalien auf Finanzmärkten? Die Verknüpfung von Forschung und Lehre ist dabei besonders eng. Einige Studierende leisten in den Hauptseminaren eigene Beiträge zur Forschung (teilweise sogar schon in Proseminaren), weil dies mit wirtschaftsgeschichtlic hen Daten – ohne Datenschutz, Steuergeheimnis usw. – besonders gut geht. Weitere Möglichkeiten sind Forschungspraktika (Bewerbung erforderlich, und in der Regel vorheriges Hauptseminar mit guten oder sehr guten Noten), und die Diplomarbeit. Wer mehr erfahren möchte zu den folgenden Forschungsfragen, kann die Adressen in den Web-Browser hineintippen (nicht zum Durchklicken): Why Isn’t the Whole World Developed? The Secrets of Growth Success… www.uni-tuebingen.de/uni/wwl/baten van zanden.zip


28 Verursacht Globalisierung zunehmende Ungleichheit? www.uni-tuebingen.de/uni/wwl/baten fraunholz.zip www.uni-tuebingen.de/uni/wwl/moradi baten.zip Interdisziplinäre Forschung mit Archäologen www.uni-tuebingen.de/uni/wwl/koepke baten.zip Was ermutigt Gründer? www.uni-tuebingen.de/uni/wwl/baten gruendung.zip Abteilung Finanzwissenschaft (Cansier) Der Lehrstuhl beschäftigt sich im Augenblick mit folgenden Forschungsvorhaben: 1. Die Steuerpolitik der Bundesrepublik vor dem Hintergrund des internationalen Steuerwettbewerbs (Cansier) 2. Vergleichende Klimaschutzpolitik und neue Technologien (Cansier/Bütterlin) 3. Mediationsverfahren im internationalen Klimaschutz (Cansier/ Weiss) 4. Ein evolutionärer Ansatz zur Erklärung internationaler Kooperation (Brachthäuser) 5. Der Freiheitsbegriff von Amartya K. Sen als normative Orientierung der Umweltökonomik (Scholtes) 6. Das Konzept des „Value of Statistical Life“ – eine interdisziplinäre Analyse (Fehling) 7. Ökonomische Bewertung der Embryonenforschung – Deutschland im internationalen Wettbewerb (Dikiciler) Abteilung Statistik, Ökonometrie und empirische Wirtschaftsforschung (Grammig) Der Lehrstuhl beschäftigt sich unter anderem mit dem DFG-Forschungsprojekt „ökonometrische Modellierung von Marktprozessen in Handelssystemen mit offenem Orderbuch“: Zehn Jahre nachdem Glosten im Titel seines 1994 im Journal of Finance erschienenen Artikels fragte „Is the electronic order book inevitable?“ ist die Antwort, zumindest, wenn man den Blick auf die wichtigsten kontinentaleuropäischen Handelssysteme für Finanzanlagen richtet, eindeutig. Die Martktprozesse auf virtuellen Handelsplätzen wie Euronext oder Xetra sind im Wesentlichen so organisiert, wie es Glostens theoretisches Modell beschreibt. Die Frage nach der Fragilität oder Widerstandsfähigkeit solcher Handelssysteme, deren wesentliches Merkmal der Verzicht auf dezidierte Liquiditätsanbieter ist, ist für FinanzmarktRegulatoren, für die Betreiber der Handelssysteme und vor allem für private und institutionelle Investoren von entscheidender Bedeutung.


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Hätten Sie da mal besser vorgesorgt ... ... harte Aufschläge vermeiden durch vorausschauende Planung

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HORBACH – wenn schon, dann richtig ��������������������� ���������������� ���������������� ���������������������������� �������������������� ������������������� ��������������������������� ��������������

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30 Das Lebenselixier eines Finanzmarktes, ein gutes Liquiditätsangebot, existiert in dieser Marktstruktur nur aufgrund freiwilliger Entscheidungen von Marktteilnehmern und versiegt, wenn es für die Liquiditätsanbieter rational ist, dem Markt fern zu bleiben. Das Debakel des LCTM-Hedge-Fonds, das vor einigen Jahren das internationale Finanzsystem erschütterte, hat die gesamtwirtschaftliche Bedeutung eines liquiden Handelsplatzes für Finanzanlagen deutlich gemacht. Es verwundert daher nicht, dass in der letzten Dekade viele theoretische und empirische Studien veröffentlicht wurden, die sich mit der Analyse und der Modellierung von Marktprozessen auf automatisierten Handelssystemen mit offenem Orderbuch beschäftigen. Dieses Projekt hat die Weiterentwicklung ökonometrischer Ansätze zur Modellierung der in diesen Handelssystemen ablaufenden Marktprozesse zum Ziel. Auf dieser methodischen Basis werden international vergleichende Analysen der Markteffizienz und -qualität durchgeführt. Es sollen sowohl akademisch originäre Beiträge geliefert als auch praktische Fragestellungen der Gestaltung und Regulierung von Marktprozessen untersucht werden. Im Projektteam arbeiten Prof. Dr. Joachim Grammig, PD Dr. Robert Jung, Stefan Frey und Oliver Wünsche aus der Abteilung Statistik, Ökonometrie und Wirtschaftsforschung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen in Kooperation mit Wissenschaftlern der Wharton School, der Universität Carlos II, Madrid und dem Center for Operations Research and Econometrics, Université de Louvain. Die DFG stellt hierzu für die nächsten vier Jahre eine volle Mitarbeiterstelle und 80 Hiwistunden pro Monat, sowie Sachmittel zur Verfügung. Insgesamt hat das Projekt ein Budget von 800000 Euro pro Jahr. Abteilung Internationale Wirtschaftsbeziehungen (Kohler) Der Lehrstuhl „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen betreibt Forschung zu aktuellen Fragen der Globalisierung. Wie wirkt Outsourcing auf heimische Löhne, den heimischen Wohlstand? Unter welchen Bedingungen gereicht Immigration zum Wohle der heimischen Bevölkerung, in welcher Größenordnung ist dies zu erwarten? Wie sieht eine optimale Immigrationspolitik aus? Wie kann man erklären, dass verschiedene Länder unterschiedliche Immigrationspolitiken verfolgen? Wir untersuchen solche Fragen auf sehr grundsätzlicher Ebene mithilfe abstrakter theoretischer Modelle, aber auch auf empirische Weise mithilfe moderner Methoden der Kalibrierung und der Ökonometrie. Ein zweiter Forschungsschwerpunkt betrifft die treibenden Kräfte für die Entwicklung des Welthandels. Hierbei verwenden wir unter anderem das Gravitationsmodell, mit dessen Hilfe wir der Bedeutung verschiedener Faktoren für die Existenz und das Ausmaß bilateraler Handelsbeziehungen


31 zwischen allen Ländern der Welt identifizieren, etwa die Transportkosten, die Handelspolitik, sowie kulturelle Unterschiede und vieles andere mehr. Dabei untersuchen wir große, „weltumspannende“ Datensätze mit modernen Methoden der Ökonometrie. Weitere Forschungsprojekte widmen sich der internationalen Direktinvestition, insbesondere den auf dieser Ebene zu erwartenden Auswirkungen eines Beitritts der Türkei zur Europäischen Union. Schließlich untersuchen wir auch spezielle Fragen im Zusammenhang mit der Europäischen Integration, etwa die Erfolgsbedingungen für die so genannte Lissabon Agenda, wie auch handelspolitische Fragen im Zusammenhang mit der WTO. Abteilung Wirtschaftstheorie (Stadler) Die einzelnen Forschungsprojekte lassen sich in 4 Schwerpunkten zusammenfassen: 1. Marktstruktur und Innovationsprozesse. Theoretische und empirische Analysen Die Innovationsdynamik der Unternehmen wird einerseits entscheidend von der Marktstruktur beeinflusst (SchumpeterHypothesen), andererseits ziehen Innovationserfolge auch immer einen technologischen und strukturellen Wandel nach sich. Im Mittelpunkt der Analysen stehen die Bestimmungsgründe der unternehmerischen Entscheidungen über F&E-Investitionen, Adoptionszeitpunkte und Patentanmeldungen sowie die daraus resultierenden Folgen für die Marktstruktur. 2. Bildung, Technologie und Wachstumsprozesse Die beiden zentralen Antriebskräfte für quantitatives bzw. qualitatives Wachstum sind Humankapitalakkumulation durch Bildung und Ausbildung sowie technologischer Fortschritt durch Forschung und Entwicklung. Untersucht werden die Bestimmungsgründe für die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten sowie deren Schwankungen. Besondere Bedeutung wird dabei den Möglichkeiten der staatlichen Bildungs- und Forschungspolitik beigemessen. Da die Güterproduktion immer mit einem Verbrauch regenerierbarer und erschöpfbarer Ressourcen wie Rohstoffen oder Energie einhergeht, muss auch natürlichen Umweltprozessen und Umweltpolitik als Einflussgrößen auf das Wirtschaftswachstum Rechnung getragen werden. 3. Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Migration Arbeitsmärkte sind durch vielfache Unvollkommenheiten gekennzeichnet und unterliegen einem schnellen strukturellen Wandel. Die Löhne liegen aufgrund von Tarifverhandlungen, unternehmerischen Motivations- und Treuezahlungen, Informationsvorteilen der etablierten Arbeitskräfte und wechselseitigen Suchprozessen in aller Regel über dem markträumenden Niveau. Die Folge ist nicht nur persistente Arbeitslosigkeit, sondern auch ein starker Anreiz


32 für sektorale und regionale Mobilität sowohl der Beschäftigten als auch der Arbeitslosen. Im Zuge der europäischen Integration und der weltweiten Globalisierung hat auch die internationale Mobilität des Faktors Arbeit dramatisch zugenommen. Analysiert werden daher neben der Arbeitslosigkeit auch die Ursachen und die Auswirkungen internationaler Migration. 4. Spekulative Währungsattacken und Finanzkrisen Auch Finanzmärkte sind vor allem aus informationsökonomischen Gründen durch vielfältige Unvollkommenheiten gekennzeichnet. Spieltheoretisch werden diese Informations- bzw. daraus resultierenden Koordinationsprobleme durch den neueren Ansatz der globalen Spiele erfasst, der sich insbesondere durch ein Kontinuum sehr vieler Akteure auszeichnet, wie sie auf Finanzmärkten üblicherweise anzutreffen sind. Der Ansatz bietet eine geeignete Grundlage für eine dynamische Analyse spekulativer Währungsattacken oder ineffizienter Liquidationen von kreditfinanzierten Investitionsprojekten. Im Mittelpunkt der Analysen steht die Frage nach der Stabilität der Finanzmärkte bzw. der Gefahr von Finanzkrisen.


33 Es war einmal in Málaga... Die Geschichte einer Fachschaftlerin, die auszog, um die Costa del Sol zu erobern. Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, eine VWL-Studentin aus einer kleinen, idyllischen deutschen Provinzuniversitätsstadt, die in die Welt auszog, um in Spanien zu studieren. Nach ausgiebigem Vergleichen der Studienpläne diverser Partneruniversitäten und unter,

zumindest minimalem, Einbeziehen von Klimastatistiken, entschied sie sich für Málaga, Hauptstadt der Costa del Sol, und fast schon am Ende von Europa. Dort wurde sie herzlichst aufgenommen, alle Leute sprachen dialektfreies Spanisch mit ihr, die Vorlesungen waren interessant und es wurden alle in Deutschland angerechnet. Und wenn sie nicht gestorben ist (was beim dortigen Straßenverkehr gar keine

so unwahrscheinliche Möglichkeit ist), dann studiert sie dort auch heute noch glücklich und zufrieden... Okay, Schnitt! Da die Welt leider kein Märchen ist, ist der Artikel nicht so einfach zu beenden, und ich muss wohl etwas mehr erzählen. Denn ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Ende August habe ich mich als eine von zwei Tübingerinnen mit einer der glücklicherweise zahlreichen Billigairlines aufgemacht, um zuerst einmal den (kostenlosen) Spanischkurs wahrzunehmen, so dass ich auch gleich zahlreiche andere Erasmusstudenten kennen gelernt habe. Im Gegensatz zu vielen von ihnen hatte ich schon über das Internet eine Wohnung gefunden, so dass ich mich in aller Ruhe einleben konnte, während Andere sich oft mit ihrem nur gebrochenen Spanisch auf Wohnungssuche begeben mussten. Da der Markt hier viel entspannter ist als in Tübingen, war das meist innerhalb weniger Tage erledigt. Allerdings haben die meisten Wohnungen hier zwei kleine Makel: keine Telefonleitung und keine Heizung, obwohl die angeblich im Winter nötig sein soll. Wie kalt es hier wirklich noch wird, darauf sind wir mal gespannt. Im Moment ist es Anfang November, und meine Jacke habe


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ich bisher etwa vier- oder fünfmal gebraucht, aber es scheint inzwischen rapide abwärts zu gehen. In den ersten Wochen gab es für uns dann zunächst sehr viel über Spanien, die Andalusier und unsere Geduldsspanne zu lernen. Einige Beispiele: Spanier haben Geduld, wahnsinnig viel Geduld. Müssen sie auch, denn in der Post oder im Supermarkt steht man auch schon mal 30 bis 45 Minuten an. Auch das lokale Nahverkehrssystem lehrt Demut. Es gibt zwar ein sehr dichtes und billiges Netz, aber da es kaum feste Fahrzeiten gibt, weiß niemand so genau, wann die Busse kommen. Also steht man auch mal länger und wartet... Dafür wird dann genau in der Reihenfolge eingestiegen, in der man zur Bushaltestelle gekommen ist, und das egal, ob die Schlange 2 oder 20 Mann umfasst! Eine andere Sache, an die man sich erst mal gewöhnen muss, ist die Lautstärke, die die Spanier an den Tag legen. Um zu erreichen, dass man sich seinem Nebenmann nur durch Anschreien verständlich machen kann, brauchen sie weder laute Musik noch Straßenlärm noch sonst etwas. Sie erreichen das ganz alleine durch das Volumen ihrer eigenen Unterhaltungen. Wer hier eine Bar, ein Restaurant oder einen Vorlesungsraum betritt, glaubt oft im ersten Moment, er läuft gegen eine Schallmauer. Es bleibt mir bis heute

ein Rätsel, wie so wenige Menschen so einen Krach produzieren können. Kaum hatten wir uns halbwegs eingelebt, fing dann auch Ende September die Uni an. Die Vorlesungen in Spanien unterscheiden sich sehr stark von dem, was wir gewohnt sind. Alles ist viel verschulter: Stundenpläne mit wenig Freiheiten, kleinere Gruppen (die allerdings auch die 100 Mann erreichen können), Hausaufgaben... Was mich aber bis heute immer noch irritiert, ist, dass viele Dozenten hier tatsächlich diktieren, und die spanischen Studenten auch wirklich alles wortwörtlich mitschreiben. Es fehlt eigentlich nur noch, dass auch Punkte und Kommata mit vorgelesen werden. Abgesehen davon, dass diese Methode den Unterricht nicht gerade spannend macht, und das alles wahnsinnig viel Zeit kostet, verstehe ich nicht, wie die Spanier sich mit ihren Mitschrieben auf Klausuren vorbereiten können, denn diese bestehen ja aus Fließtext. Aber auch sonst hat mich die Uni bisher nicht gerade überzeugt: Statt einer oder zwei langen Vorlesungen die Woche hat man hier jeden Tag eine Stunde, wodurch viel Zeit mit Kommen und Gehen vergeht. Gerne kommen die Profs auch mal ein paar Minuten zu spät. Wer jetzt Angst hat, es würde dafür am Ende überzogen, und man käme zu spät zur nächsten Klasse: Immer mit der Ruhe. Denn wer später kommt, der darf auch früher wieder gehen. Und so kann es


35 durchaus sein, dass eine Vorlesung nur 40 statt der üblichen 55 Minuten dauert. Immer? Nicht immer. Aber immer öfter, je weiter das Semester voranschreitet. Doch ich darf und will mich nicht beschweren. Im Gegensatz zu vielen anderen Erasmusstudenten tauchen meine Dozenten eigentlich immer auf, anstatt unangekündigt den Unterricht ausfallen zu lassen. Fairerweise muss man sagen, dass das alles sehr auf die Professoren ankommt. Einige diktieren noch wie zu Urzeiten, als man von Didaktik noch nichts gehört hatte, während andere ausgiebig e- learning Plattformen benutzen. Einige sind sehr anspruchsvoll, andere wollen scheinbar nur ihre Ruhe. Auch die Einstellung gegenüber uns Erasmusleuten schwankt. Während ein Dozent nicht mal eine zusätzliche Hausarbeit korrigieren wollte, damit wir uns den Kurs in Deutschland anrech-nen lassen können, sorgt sich ein anderer mitten in der Vorlesung darum, ob wir auch alle Ausdrücke verstehen, und versucht uns auch schon mal mit missglückten englischen Übersetzungen weiterzuhelfen. Wenn man auch nicht immer alles versteht, so liegt das meistens nicht am Stoff (der ist eher oberflächlich), sondern vermutlich an der Aussprache und der Sprechgeschwindigkeit der

Dozenten. Als wäre der hier in Málaga vorherrschende andalusische Akzent nicht schon schlimm genug, habe ich, kaum dass ich die Einheimischen verstehen konnte, zwei chilenische Profs bekommen. Bis heute muss ich oft noch raten, was sie jetzt gerade gesagt haben. Doch ich bin sicher, dass das auch irgendwann noch besser wird. Möge die Macht mit mir sein. Doch nun zu den wirklich wichtigen

Dingen: Wie lebt es sich in Málaga? Die Stadt ist groß (zumindest im Vergleich zu Tübingen), laut und dreckig. Kurz gesagt: toll. Wenn man sich erst mal an den Lärm gewöhnt hat, und den Müll auf der Straße nach ein paar Tagen nicht mehr wahrnimmt, dann kann man diese Stadt zu schätzen lernen. Abends isst man hier erst mal Tapas, also kleine Portionen vieler verschiedener Dinge. Anschließend geht man, anstatt in eine Disko oder Bar, in viele verschiedene kleine Bars, die auch zum Tanzen ausgelegt sind.


36 Dort zahlt man i.d.R. keinen Eintritt, so dass man eine Weile bleibt, und weiterzieht, wenn einem die Musik etc. nicht mehr gefällt. Und so vergeht dann die Nacht, bis es irgendwann Morgen wird, und man sich nach seinem Bett sehnt. Tagsüber gibt es auch wunderbare Beschäftigung: Entweder man geht an den Strand, der zugegebener Maßen nicht gerade postkartentauglich ist, aber seine Zwecke erfüllt. Oder man setzt sich in eins der zahlreichen Cafes und schaut den Leuten zu. Oder man geht einkaufen, denn das Angebot an Schuhen lässt Mädchenherzen höher schlagen. Wird es in Malaga dann doch mal langweilig, kann man wirklich günstig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Gegend erkunden. So kosten die 500 km nach Madrid beispielsweise nur 20€. Ziele gibt es dann auch reichlich: Granada, Sevilla, Córdoba, Gibraltar, Marokko, Portugal,... Was bleibt noch hinzuzufügen? Sicherlich noch eine ganze Menge. Um Eure Geduld aber nicht zu strapazieren, möchte ich nur noch Eines loswerden: Die Spanier sind wahnsinnig hilfsbereit. Zum Beispiel: Einmal fragten wir in einem kleinen Buchladen nach dem Weg. Statt uns eine komplizierte, aber wenig hilfreiche Beschreibung des Weges zu geben, hat die Besitzerin kurzerhand ihren Laden geschlossen, uns zu ihrer Wohnung geführt, wo ihr Sohn dann nach unten zitiert wurde. Dieser wurde nun mit der Aufgabe betraut,

uns an unser Ziel zu bringen, was er dann auch getan hat. Und so etwas ist hier keine Ausnahme. Auch findet sich immer jemand, der einen abschreiben lässt oder den Mitschrieb zum Kopieren ausleiht, wenn wir dem Dozenten mal wieder nicht schnell genug folgen konnten. Fazit: Wer gerne einen Auslandsaufenthalt in Spanien einschieben möchte, für den ist Málaga auf jeden Fall eine Überlegung wert, wenn er (oder sie) didaktisch und akademische keine zu hohen Erwartungen hat. Es gibt zwar eine Reihe Kurse, die man sich voraussichtlich in Tübingen anerkennen lassen kann, aber Scheinesammeln fällt sicherlich an anderen Unis leichter. Sollte euch das nicht abschrecken, dann kann ich die Stadt nur empfehlen. Denn Málaga ist wahnsinnig spanisch, die Leute sind offen und hilfsbereit, das Nachtleben stimmt, und die Stadt bietet eine gute Basis für die Erkundung des Landes. Also nichts wie hin... Mareike


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Irgendwo ganz versteckt in der verwunschenen Idylle Schwedens liegt Bullerbü. Ein paar rote Häuschen an einem See mit viel Wald und Abenteuer. Und in Bullerbü ist’s immer lustig, das wissen auch Lisa, Bosse, Lasse, Inga, Britta, Ole und die kleine Kerstin, die hier das Leben genießen…ein paar hundert Kilometer weiter südlich liegt Göteborg. Nicht ganz so klein und verwunschen, aber auch gemütlich, lustig und voller Überraschungen. Das erfährt gerade Katrin und viele andere Erasmusstudenten aus der ganzen Welt… In Schweden ist die Welt eben noch in Ordnung! Das wurde mir schon vor meiner Abreise des Öfteren gesagt und ich kann es, was die Organisation angeht, nur bestätigen. Während sich Erasmusstudenten, die das Jahr in eher südlichen Gefilden Europas verbringen, händeringend nach einer Herberge umsehen mussten und sich über jede noch so kleine Information ihrer Uni freuten, konnte ich mich erstmal entspannt zurücklehnen. Die University of Göteborg hat nämlich einen sehr gut organisierten

Exchange Student Service, der sich um fast alles kümmert. Kurz nachdem fest stand, dass ich einen Studienplatz in Göteborg bekommen hatte, erhielt ich die erste E-Mail. Nur ein paar Mausklicks später hatte ich einen Platz im Wohnheim und im Sprachkurs. Außerdem war in dem Rundum- Sorglos- Paket der Uni noch der Abholservice vom Flughafen, eine Introduction- Week mit vielen Aktivitäten wie Stadtrundfahrt, Brunch, Empfang beim Bürgermeister und ein Student-Buddy-Programm enthalten. Zusätzlich organisiert die Students` Union unserer Fakultät noch über das ganze Jahr hinweg Veranstaltungen wie eine SaunaParty, einen schwedischen Tanzabend oder kleinere Ausflüge, damit wir Land und Leute besser kennen lernen. Aber natürlich kann man nicht immer nur den Freuden des internationalen Kulturaustauschs frönen. So müssen auch die Erasmusstudenten von Göteborg in die Uni gehen. Die ist aber auch ganz anders als in Tübingen. Zunächst einmal sehr auffallend ist die Einteilung des Studienjahrs. Es gibt anstelle von zwei Semestern vier Quarter. In jedem Quarter belegt man zwei Kurse, mit denen man sich sehr intensiv beschäftigt. Neben den normalen Vorlesungen gibt es nämlich in jedem Kurs 23 Case Studies in Kleingruppen, die dann während des Quarters präsentiert werden müssen. So ist das panische Endsemeseterlernen nicht ganz so extrem ausgeprägt wie in Deutschland, da man sich ja schon


38 während der Vorlesung kontinuierlich mit dem Stoff beschäftigt hat. Aber es gibt auch einen rein optischen Unterschied zu Tübingen. Die Handelshögskolan, wie hier die wirtsc haftswissenschaftliche Fakultät heißt, ist eines der Aushängeschilder der Uni und arbeitet hart daran, zu den Top Business Schools zu gehören. Von ihrer materiellen Ausstattung her hat sie das auch schon geschafft. Der ganze Fakultätsbetrieb findet in einem Gebäude statt. Dieser Komplex wurde vor 10 Jahren dank vieler großzügiger Spenden der Wirtschaft errichtet. Er hat sogar mehrere Architekturpreise gewonnen und ist einen Besuch wert. Neben einer sehr prunkvollen Fachbibliothek im englischen Stil gehören Flachbildschirme zur Standardausstattung der unzähligen Computerlabs, gepolsterte Hörsaalbänke und Beamer in jedem Raum sind Standard. Da sitzt man dann auch gerne im Volvo- Salen anstatt im Kupferbau 25. Der Kontakt zwischen Wirtschaft und Universität geht aber über die Finanzierung des Gebäudes hinaus. Es gibt enge Verbindungen zwischen manchen ortsansässigen Unternehmen und einzelnen Lehrstühlen, so dass man auch den einen oder anderen Guest- Lecturer oder Unternehmensbesuch auf seinem

Stundenplan finden kann. Zu unseren schwedischen Kommillitonen kann ich mich jetzt nur rein oberflächlich äußern, denn sie sind nordisch verschlossen und reden nicht viel mit den Erasmusstudenten. Der Sage nach soll der Schwede ja groß, blond und äußerst gutaussehend sein. Das ist allerdings nur eine Halbwahrheit. Blond mag ja noch stimmen, groß nicht mehr ganz und gutaussehend ist dann ja doch eine Definitionssache. Wenn wir die männlichen Exemplare betrachten, ist momentan ein deutlicher Metro-Trend zu erkennen: lange Haare mit viel Gel und bevorzugt rosafarbene Strickpullis mit großem V- Ausschnitt. Dazu dann eine schlichte H&M- Tüte als Taschenersatz. Weibliche Exemplare tragen eher Cowboystiefel, Karottenhosen und darüber am besten noch einen Rock. Alles in Allem ist Schweden eine (Erasmus-) Reise wert. Im Land der Pisa- Sieger ist sowohl studieren als auch Spaß haben gut machbar. Nur schade, dass auch die wir dann aus unserer idyllischen Traumwelt wieder in die Realität zurückkehren müssen, um uns dem wahren Leben zu stellen. Katrin B.


39 Big in Japan Hier in Japan gibt es Berufe, die es nur hier in Japan gibt. Beispielsweise das „Elevatorgirl". Eingepackt in eine puppige Uniform kann man es vor allem in Kaufhäusern finden. Oft steht es vor dem Fahrstuhl eines jeden Stockwerks und sagt den ganzen Tag alle paar Sekunden "Achtung: Gleich kommt der Fahrstuhl. Es kommen Leute aus dem Fahrstuhl. Bitte aufpassen!" Die Aufgabe dieses speziellen Elevatorgirls ist damit erledigt, denn mit dem Eintreten in den Fahrstuhl wird man in die Obhut eines neuen Elevatorgirls gegeben. Es repräsentiert das Kaufhaus im Fahrstuhl als lebendiger Werbespot („Im Untergeschoss wurde soeben das Sushi reduziert. Leckeres Sushi finden Sie im Untergeschoss. Andere köstliche Lebensmittel finden Sie ebenfalls im Untergeschoss.") und ist auch für die Sicherheit verantwortlich („Bitte stürzen Sie nicht auf ihrem Weg zum leckeren Sushi!"). Fahrstuhlfahren ist schließlich nicht ungefährlich, und wenn man bedenkt mit welchem Eifer das Elevatorgirl vor Risiken und Gefahren warnt, muss man vermuten, dass vor seiner Erfindung eine zumindest 3-stellige Anzahl Japaner täglich durch automatische Türen halbiert wurde oder zumindest alle möglichen Extremitäten verloren

hat. Heute ist alles besser, sicherer, denn bevor der Fahrstuhl losfährt macht das Elevatorgirl ein paar Gesten, entschuldigt und verneigt sich dabei ein paar Mal und warnt dann eindringlich: "Achtung! Die Türe schließt sich jetzt. Geben Sie auf ihre Finger acht! …. Achtung! Klemmen sie sich nicht die Finger ein. Jetzt schließt sich die Türe. Obacht! Die Fahrt geht weiter. Gleich kommt der Fahrstuhl im zweiten Stockwerk an. Passen Sie bei der Türe auf. Die Türe öffnet sich jetzt. Wer den Fahrstuhl verlassen möchte kann rausgehen sobald sich die Türe geöffnet hat. Jetzt ist es soweit. Herzlich Dank für Ihren Einkauf bei uns." Dann geht das Elevatorgirl aus dem Fahrstuhl raus und "übergibt" die Gäste dem Elevatorgirl im neuen Stockwerk, das sich dann auch noch mal bedankt, verbeugt und natürlich warnt. Ein Leben lang, 8 Stunden am Tag und mit 2 Wochen Ferien im Jahr, denn Elevatorgirl ist ein Vollzeitjob. Ebenso unglaublich, wenn auch deutlich nützlicher sind die „Infogirls" großer Kaufhäuser wie DAIMARU. Als


40 ich neulich in Osaka war und einen bestimmten Laden gesucht habe, der nun wirklich mit dem DAIMARUKaufhaus in überhaupt gar keiner Verbindung steht, habe ich trotzdem dort das Personal dort nach dem Weg gefragt und sie haben ihn mir natürlich auch erklärt. Leider hatten besagte Infogirls aber nur einen schwarzweißen Stadtplan, was Ihnen unendlich peinlich war. Mir war’s egal und ich bin mit dem Stadtplan auf die Suche gegangen. Nach bestimmt 50 Metern höre ich jemanden hinter mir her rennen: Es ist die Angestellte des Kaufhauses. Sie bringt einen farbigen Stadtplan und entschuldigt sich dass es nicht gleich geklappt hat! So jetzt nochmal zum mitschreiben: Sie ist mir gut 50 Meter außerhalb des Kaufhauses nachgerannt um mir einen farbigen Stadtplan zu schenken mit dem ich besser ein Geschäft der Konkurrenz finden kann obwohl sie mir vorher bereits aufs Ausführlichste den Weg erklärt und einen schwarzweißen Stadtplan geschenkt hatte. Hallo Telekom!? Hallo Deutsche Bahn!? Hallo ihr komischen Läden der Tübinger Provinz: Wär das nicht mal was? Könntet ihr euch da nicht

zumindest mal eine ganz kleine Scheibe von abschneiden? Nicht viel – nur eine graduelle Verbesserung von „überhaupt kein Service und beschissene Einstellung" hin zu „erträglicher Service und den Kunden nicht direkt dumm anblaffen". Wäre doch mal eine Idee… So, der Artikel erscheint im Wort zum Wiwi – deshalb werde ich noch ein paar Sätze über meine Uni, die DOSHISHA BUSINESS SCHOOL KYOTO los. Es ist fantastisch hier! An dem P r o g r a m m nehmen die verschiedensten Leute teil – aus Deutschland sind Kommilitonen aus Tübingen, Heidelberg und Bremen mit an Bord. Die Kurszusammensetzung hat sich als absoluter Glückfall erwiesen, da wir uns prima verstehen und so zusammen mit Freunden aus Japan auch einen guten Teil der Freizeit miteinander verbringen. Es gibt hier unheimlich viel zu sehen denn Kyoto ist das kulturelle Zentrum Japans und Osaka eine hippe Großstadt mit genialen Clubs und Parties und nur 45 Minuten mit dem Zug vom Campus entfernt. Man kann wohl sagen, dass 99,9% alle Studenten sehr zufrieden mit der Situation in Japan sind aber natürlich gibt es auch hier manch einen der wohl lieber


41 zuhause geblieben wäre: Kansai, der 16 Millionen Metroplex um Kyoto, und schwäbische 50-Seelen-Dörfer haben eben nicht allzu viel gemein. In Japan wohnen viele Leute bis Mitte 20 bei Mami - in Deutschland sind da die meisten schon längst ausgezogen - für den ein oder anderen scheint das Auslandsstudium aber doch tatsächlich die erste Erfahrung in der großen weiten Welt zu sein, und da irritiert es wohl schon, wenn Mama nicht morgens die Frühstücksbrote bereitlegt... Die es übrigens auch hier in Japan gäbe, denn entgegen dem allgemeinen glauben, dass man in Japan nur rohen Fisch isst gibt es mit der Ausnahme von Schwarzbrot und Quark sämtliche westliche Lebensmittel durch die Bank in sensationeller Qualität. Ein besonderes Faible haben die Japaner für europäische Kuchen, die hier für Mondpreise über den Ladentisch gehen, dafür aber auch 100% so aussehen wie im Werbeprospekt und 100% so schmecken wie man es sich bei Café Lieb wünschen würde. Wespennester in der Teilchenauslage gibt es übrigens auch nicht. Spaß beiseite und zurück zur Uni: In den Seminaren sind wir meist mit 10–15 Leuten in einer Gruppe, die Kommilitonen sind super, die Professoren engagiert, die Mensa

schmeckt richtig lecker, die Bibliothek ist 24 Stunden auf, überall gibt es WLAN (Praktisch für die eastudies.orgUpdates!), das Bibliotheksgebäude hat eine Pianolounge mit offenem Kamin und Wildledergarnituren und alle sind so furchtbar stolz auf ihre Uni, dass sie schon mal mit 8m²Flaggen und Kampftrommlern durch die Innenstadt ziehen. Das Nuklear-Zeichen ist übrigens das Logo der DOSHISHA – im gleichen CD gibt es auch eine Klamottenkollektion, Schreibtischwimpel, alle möglichen Schreibwaren, Siegelringe, Humidore und was weiß ich nicht alles. Im frühen Sommer des nächsten Jahres komme ich übrigens wieder zurück – bis dahin wäre es nett wenn die Universität Tübingen zumindest die Pianolounge im Entree des wirtschaftswissenschaftlichen Seminars realisiert hätte, damit für mich die Umstellung nicht ganz so groß wird. Just kidding, Arne Übrigens: Jede Menge Berichte der Tübinger Studenten, die gerade in Asien sind und reichlich Fotomaterial aus dem Fernen Osten gibt es auf der neuen Website der IBWLer unter www.eastudies.org.


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MitDiesmal dem nach Semesterticket Sigmaringen unterwegs…. Unter der Rubrik „mit dem Semesterticket unterwegs…." wollen wir Euch Tipps geben, wohin man mit dem Semesterticket schöne Ausflüge machen kann welche Ziele lohnenswert sind. In dieser Rubrik sind Gastkommentare von Leuten, die aus der Gegend kommen oder schöne Plätze entdeckt haben, immer herzlich willkommen. Sigmaringen liegt südlich von Tübingen auf der anderen Seite der Alb. Das Besondere an der Stadt ist, dass es weder zu Württemberg noch zu Baden gehört sondern zu Hohenzollern. Aber nun zu den touristischen Besonderheiten; Sigmaringen hat eine sehr schöne Innenstadt, aber das absolute Highlight ist das Schloss. Nach Sigmaringen zu kommen ist ganz einfach von Tübingen aus fahren zu jeder

vollen ungeraden Stunde (9:02 Uhr, 11:02Uhr, 13:02Uhr usw.) schnelle Züge die etwa eine Stunde brauchen und jeweils eine halbe Stunde später (9:29Uhr, 11:29Uhr 13:29Uhr usw.) Bummelzüge. Schon vom Zug aus gibt es einiges zu sehen: zwischen Hechingen und Balingen hat man einen wunderschönen Blick auf die Burg Hohenzollern und zwischen Albstadt und Tübingen fährt der Zug über die Alb durch Täler mit hübschen Felsformationen. In Sigmaringen angekommen bietet es sich an, direkt das Schloss anzusteuern. Eine genaue Beschreibung ist hier nicht nötig, da das Schloss einfach zu finden und vom Bahnhof aus schon zu sehen ist. Mit dem Bau des Schlosses wurde im 10. Jahrhundert begonnen und im 19. erhielt es seine endgültige Gestalt, aber das bekommt ihr von einer Führerin alles genauer erzählt.


43 Das Schloss Sigmaringen hat außer im Dezember und Januar täglich von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet mit Studentenausweis 4€. Das Schloss besichtigt man dann im Rahmen einer Führung: Die Führung dauert etwa eine Stunde und startet alle 30min. Nach der Führung ist man dann erstmal von dem Prunk überwältigt und bestens informiert. Trotzdem sollte man auf dem Weg in die Stadt noch einen Blick in die Schlosskirche werfen und dabei den Raum mit den Kutschen nicht verpassen. Auch bietet sich ein Spaziergang durch die schönen, breiten, alten Gassen mit den

herrschaftlichen Gebäuden an. Oder man setzt sich einfach in ein Straßencafé und genießt das besondere Flair. Z u r ü c k fährt jeweils zur vollen ungeraden Stunde (15:05Uhr, 17:05Uhr usw.) die Bummelbahn und eine halbe Stunde später (15:34Uhr, 17:34Uhr usw.) der Schnellzug. Wer dann noch nicht genug hat kann auf dem Heimweg noch einen Stopp im Freizeitbad Badkap (Bummelzughaltestelle Albstadt-Ebingen West) einlegen. Wido


44 Findet die 10 Unterschiede!

Wir konnten ja nicht ahnen, dass Hergé Herrn PD Dr. Gunther Schnabl als Vorbild für seine Zeichnungen genommen hat!

Impressum Redaktion Roman Hagelstein - Regina Sappl Julia Höninger - Stefan Büttner Wido Geis - Kathleen Welvers Kristina Schroelkamp - Giulia Menillo Sarah Kanzen - Katrin Peters Auslandskorrespondenten Mareike Schmitz - Katrin Budy Arne Schmidt Special Thanks: Th. Bonenberger, Autoren der „Ersti-Hütte“ Layout - Roman, Regina und Julia Auflage – 1 000 Exemplare Erscheinungsdatum – 07.12. 2005

Interesse an einer Anzeige? Dann schreiben Sie uns doch eine Email. V.i.S.d.P. Roman Hagelstein Schickhardstr. 9 72076 Tübingen Sprechstunde Mo 11.00 – 13.00 Uhr Mi 14.00 – 16.00 Uhr Sitzung Mo 20.15 Uhr Herausgeber Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften Nauklerstr. 47, 72074 Tübingen Tel: 07071 / 29 – 74656 Fax: 07071 / 29 – 5231 www.uni-tuebingen.de/ffw wiwimail@web.de


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13.05.2004

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Es hält die deutsche Volkswirtschaft zusammen und wird bei Ernst & Young ganz groß geschrieben – das kleine Wörtchen wir. Nur ein Wort und doch ein besonderer Wert für jeden unserer über 100.000 Mitarbeiter weltweit. Ein Symbol für unsere Kultur des gegenseitigen Knowledge-Sharing, ein Zeichen für fachübergreifendes Teamwork zwischen Assurance and Advisory Business Services, Tax Services, Transaction Advisory Services und Real Estate Advisory Services. Und nicht zuletzt die Grundvoraussetzung, um gemeinsam das entwickeln zu können, was der Mandant von uns erwartet: den bestmöglichen Weg zur Erreichung des Unternehmensziels. Wenn Sie wissen, was wir meinen und Sie einer von uns werden wollen, ist jetzt der beste Zeitpunkt dafür.

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Wort zum WiWi Nr. 49 (WiSe 05/06)  

+++Die Antrittsvorlesung von Honorarprofessor Dr. Klaus Töpfer, Under-Secretary-General und +++Herr Professor Dr. Stefan Lengsfeld wurde zu...

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+++Die Antrittsvorlesung von Honorarprofessor Dr. Klaus Töpfer, Under-Secretary-General und +++Herr Professor Dr. Stefan Lengsfeld wurde zu...

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