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WS 04/05

# 47

Lost in Innovation? Die Tübinger WiWis zwischen Gestern und Morgen

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FFW – Freie Fachschaft WiWi


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VORWORT Tübingen, Spätherbst, die Blätter fegen einem um die Ohren und ebenso die Gerüchte: Steigen wir alle auf Bachelor/ Master (BA/MA) um? Werden in Zukunft alle Vorlesungen auf Englisch gelesen? Sind wirklich 60% durch Mathe I gefallen? Und stimmt es, dass Stefan Büttner in Boston ist? Kein Rauch ohne Feuer, aber damit es nicht unbegründet zum Flächenbrand kommt, bieten wir Euch in der 47sten Ausgabe des WzW die neuesten Fakten und Hintergründe. Neben den üblichen Berichten über Fakultätsrat und Studienkommission, die Wahlen des letzten Semesters und Durchfallquoten gibt es vor allem viele Artikel über die (möglichen) Neuerungen an unserer Fakultät. Mit Frau Buch und Herrn Kohler haben englischsprachige Vorlesungen bei uns Einzug gehalten und damit auch die Diskussionen über das Für und Wider solcher Veranstaltungen. Auch wir haben hierzu unterschiedliche Meinungen, die sich in einem Pro- und Contra- Artikel widerspiegeln. Komplizierter ist die Situation in Bezug auf die Einführung von BA/Ma. Wie bei jeder grundlegenden Umgestaltung ist der Anfang am schwersten: so müssen z. B. eine neue Prüfungsordnung ausgearbeitet und Studiengänge konzipiert werden. In einem Artikel bringen wir Euch auf den neusten Stand der Dinge. Natürlich soll das WzW nicht nur informativ sein, sondern beim Lesen auch Spaß machen. Als Lektüre in weniger spaßigen Vorlesungen empfehlen wir daher „Amerikas Wahl der Qual“, die Wirr Warr Seite und das Bullshit Bingo. Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Euch Eure Redaktion PS.: In einem Auslandsartikel mit Exklusivfotos beweist Stefan, dass er tatsächlich in Amerika ist.

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Inhaltsverzeichnis Vorwort

01

Inhaltsverzeichnis

02

Neuigkeiten aus dem Fakultätsrat

03

Bachelor- und Masterstudiengänge: Ein Update

04

Nachlese zu den Uniwahlen 2004

06

TÜ Live: Amerikas Qual der Wahl

07

Englischsprachige Vorlesungen: The Pros and Cons

09

Fachschaft Weltweit

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Durchfallquoten

13

Die Vertreibung aus dem Paradies

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Erstis ohne Grenzen

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Interview mit Dr. Jürgen Stark

20

Dialoga 2005

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Sprichwörter und Lebensweisheiten

25

Der typische WiWi

26

10 Unterschiede

27

Studium in sechs Semestern

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Bullshit Bingo

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Wirr-Warr

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Veni, Wiwi, Vici

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Impressum

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Neuigkeiten aus dem Fakultätsrat TOP 1: Übergangsregelung Wirtschaftspolitik (Schwerpunkt Ordnungs- und Prozesspolitik) Wie in den vergangenen Semestern an den Lehrstühlen Schiller und Molsberger wird es auch bei der Emeritierung von Professor Starbatty nach dem Sommersemester 2005 eine Übergangsregelung für alle Studierenden des Schwerpunktes Ordnungs- und Prozesspolitik geben. Im Interesse der Studierenden soll die Anrechnung von bis zu 12 LP aus den volkswirtschaftlichen Fächern, Statistik, Ökonometrie und Wirtschaftsgeschichte möglich sein. Außerdem sollen alle vier Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls als Pflichtveranstaltungen angerechnet werden können. Dieser Regelung wurde auf Vorschlag von Professor Starbatty vom Fakultätsrat einstimmig zugestimmt (nähere Infos zur Übergangsregelung finden sich auch auf der Homepage des Lehrstuhles Starbatty). Der Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, insbesondere Ordnungs- und Prozesspolitik wird nach dem Ausscheiden von Professor Starbatty nicht wiederbesetzt. TOP 2: Bachelor- und Masterstudiengänge In der Kommission zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen (BA/MA) und der Studienkommission nehmen die Entwürfe zu Prüfungsordnung und Konzepte für die Umsetzung der neuen Studiengänge konkrete Formen an. In der Planung ist die Einführung des Bachelors zum kommenden Wintersemester 05/06. Eine definitive Entscheidung über den Zeitpunkt für den Start von Bachelor und Master soll aber erst im Januar 2005 erfolgen. Die für Bachelor und Master noch zu verabschiedende Prüfungs- und Studienordnung sieht Übergangsfristen für Studierende der Diplomstudiengänge vor, die den Abschluss des begonnenen Diplomstudiums innerhalb einer angemessenen Übergangsfrist ermöglichen sollen. Nähere Infos findet Ihr im entsprechenden Artikel. TOP 3: Exzellenzprojekt Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät hat sich im Rahmen der Bildung sog. „Excellenzcluster“ an unserer Universität mit einem Vorantrag präsentiert. Es handelt sich hierbei um ein Auswahlverfahren unter verschiedenen Fakultäten, bei der die Universität die v.a. finanzielle Förderung Tübingens als eine der „Eliteuniversitäten“ Deutschlands durch den Bund anstrebt. Der nun von unserer Fakultät eingebrachte Teilantrag soll mit den Schwerpunkten Internationalisierung, Interdisziplinarität und dem Graduiertenkolleg die hohe Qualität der Forschung an unserer Fakultät herausstellen. Martin

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Bachelor-und Masterstudiengänge: Ein Update Im Juni 1999 unterschrieben die europäischen Bildungsminister die so genannte Bologna- Erklärung. Als Basis einer europaweiten Studienstruktur wird darin eine zweistufige, konsekutive Studienstruktur festgelegt, die eine größere Kompatibilität und eine bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse ermöglicht. Zukünftig wird der Bachelor of Arts/Bachelor of Science der erste berufsqualifizierende Abschluss sein. Die Regelstudienzeit für diesen Studiengang liegt zwischen drei und vier Jahren. Dabei soll er die „für die Berufsqualifizierung notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfeldbezogenen Qualifikationen vermitteln“ (Zitat aus den 10 Thesen der Kultusministerkonferenz zur Bachelor- und Masterstruktur in Deutschland). Der darauf aufbauende Masterstudiengang soll von etwa 20% der Studierenden abgeschlossen werden, und dies in einer Regelstudienzeit von ein bis zwei Jahren. Es ist eine Differenzierung nach anwendungs- und forschungsbezogenen Abschlüssen geplant. Neben einem direkt aufeinander aufbauendem Bachelor- Master- Studium soll es auch die Möglichkeit geben, den Masterstudiengang nach einer Phase der Berufstätigkeit als Weiterbildung zu nutzen. Damit soll die Idee des lebenslangen Lernens auch im universitären Umfeld stärker gefördert werden. Außerdem ist nicht zwingend festgeschrieben, dass der Master im gleichen Studienfach wie der Bachelor erworben wird. Um Transparenz und Akzeptanz bei den Arbeitgebern zu erreichen, soll es drei verschiedene Abschlussbezeichnungen geben: den Bachelor/Master of Arts (B.A./M.A.), of Science (B.Sc./M.Sc.) und of Engineering (B.Eng./M.Eng.). In der Bologna-Erklärung wird die Einführung der konsekutiven Studiengänge bis zum Jahr 2010 geplant. Nur in Ausnahmefällen sollen die „bewährten Diplomstudiengänge“ (Zitat Thesen der KMK) auch über diese Deadline hinaus erhalten bleiben. Grundvoraussetzung für die Einführung ist ein modularisiertes Studiensystem (das wir in Tübingen mit den Credit Points ja bereits haben). Zurzeit werden gerade die Studien- und Prüfungsordnungen für den Bachelor- Studiengang ausgearbeitet (um den wissenschaftlichen Anspruch zu unterstreichen, wird in Tübingen ein Bachelor of Science verliehen). Der gemeinsame Bachelor in Wirtschaftswissenschaften (statt getrennten Abschlüssen in BWL und VWL) soll dennoch ab dem vierten Semester eine Spezialisierung durch die Wahl von Schwerpunkten im betriebs- oder volkswirtschaftlichen Bereich ermöglichen.

Durch die Verkürzung auf sechs Semester wird natürlich auch der Umfang der bisherigen Vorlesungen im Grundstudium stark gekürzt werden. So werden etwa die Einführungsveranstaltungen in der BWL und der VWL zu einer einzigen vierstündigen „Einführung in die Wirtschaftswissenschaften“ zusammengefasst werden. Es wird nur noch eine Mathematikveranstaltung geben, und der Umfang der Wirtschaftstheorie im Grundstudium wird gekürzt. Dafür werden die bisherigen Hauptstudiumsveranstaltungen Kostenrechnung, Bilanzen und eine

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Veranstaltung zu Personal und Organisation ins Grundstudium verlegt. Auch die internationalen Studiengänge sollen in veränderter Form weiterleben dürfen. Für die bisherigen Diplomstudierenden sollen angemessene Übergangsfristen den Abschluss nach der bisherigen Prüfungsordnung ermöglichen. Auch die „Letzten ihrer Art“, unsere diesjährigen Erstsemester, sollen also noch ein „gutes altes“ Diplom erhalten. Ab dem nächsten Jahr bricht eine neue Ära an, denn dann sollen die Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt werden. Neben den drei Bachelors (in Wirtschaftswissenschaften, Internationaler VWL und Internationaler BWL) wird derzeit an einen Master of International Economics and Regional Studies, an einem Master of General Management und an einem Master of Accounting and Finance gedacht. Wenn man sich die Werbeseiten für MBA- Programme im hinteren Teil des „Economist“ anschaut, dann fragt man sich allerdings auch, ob Tübingen ohne Marketingkampagne überhaupt eine Chance hat, gute Studierende für den Masterstudiengang anzuziehen. Denn von den bisherigen Absolventinnen und Absolventen wird mit Sicherheit niemand Interesse an einem Master haben, dessen Akzeptanz bei deutschen Personalern wohl noch nicht allzu hoch sein dürfte. Wer allerdings die ganze Welt als Arbeitsmarkt sieht, dürfte –beispielsweise in den USA – mit einem Master’s Degree wesentlich bessere Chancen haben. Donata

“Ray Brown on bass, Elvin Jones on drums, and Alan Greenspan on interest rates.”

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Nachlese Uniwahlen SS 2004 Am 16./17. Juni 2004 habt Ihr Katrin Budy, Christian Dick, Annika Einhorn, Wido Geis, Roman Hagelstein und Martin Miermeister in den Fakultätsrat gewählt. Dafür bedankt sich die FFW nochmals herzlich. Die Wahlbeteiligung bei den WIWIs lag bei 21,25%. Das ist ein respektables Ergebnis, mit dem wir Euch im Fakultätsrat angemessen vertreten können. Es ist nahezu unverändert zum Vorjahr. Interessant ist ein Blick über unsere Fakultät hinaus. Auch in den anderen Fakultäten haben Studierende ihren Fakultätsrat gewählt. Dabei waren die Evangelischen Theologen besonders wahlfreudig. Von ihnen waren 34,33% bei der Wahl, was sie zum Spitzenreiter in Sachen Wahlbeteiligung macht. Sie werden gefolgt von den Medizinern, von denen 25,25% zu den Wahlurnen gegangen sind. Wir WIWIs liegen übrigens auf Rang 5; die Geowissenschaftler (22,36%) und die Mathematiker/Physiker (22,02%) liegen noch knapp vor uns. Kurios: Die Katholischen Theologen (ihre Studierendenvertreter sind unter der Liste „Pastor bonus“ angetreten) zeigten sich mit 15,31% deutlich weniger wahlfreudig als ihre evangelischen Kollegen. Bedenklich ist übrigens die Wahlbeteiligung bei den Sozial/Verhaltenswissenschaftlern. Sie liegt nur bei 9,95%. Also, an die IVWLer von uns mit dem Schwerpunkt Politik: Wenn beim nächsten Mal ein Politologe in einem Seminar wortreich den Akzeptanzverlust demokratischer Prinzipien beklagt, wisst Ihr nun, worauf er sich bezieht. Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung ist übrigens der Brechtbau: Nur 8,6% der Neuphilologen gingen zur Wahl. Außer dem Fakulätsrat wurden auch Studierendenvertreter für den Senat gewählt. Zu dieser uni-weiten Wahl ist die FFW nicht angetreten, weil wir unsere Arbeit auf die Fakultät beschränken. Am meisten Stimmen haben hier die Fachschaftsräte erhalten (3.723), gefolgt von der Grünen Hochschulgruppe (3.281), der Liberalen Hochschulgruppe (1.991), dem Ring Christlich Demokratischer Studenten (1.974) und der JusoHochschulgruppe (1.586). Christian

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TÜ LIVE Amerikas Wahl der Qual Den Kampf um den deutschen Gaumen hat die USA schon lange für sich entschieden: Coca-Cola hat die Apfelschorle aus den Kühlschränken verdrängt und McDonalds die Würstchenbude aus den Städten. Nun aber droht auch die Eroberung der deutschen Köpfe: Während Gespräche über Hartz IV meist einer uninspirierten Pflichtübung gleichen, geraten Diskussionen über amerikanische Politik und die USA als solches nicht selten zu hitzigen Debatten. Verwundern kann das kaum: Schröder gegen Stoiber oder Merkel, das ist bestenfalls Cola light gegen entkoffeiniert. Aber Bush gegen Kerry, das ist wie Quarterpounder gegen Veggie-Burger. Hier geht es um Grundsätzliches, nicht um Nachkommastellen bei den Lohnnebenkosten. Der Wunsch der Deutschen – deren eigene Politiker weder vor bayrischen Trachten noch vor Aufklebern an den Schuhsohlen zurückschrecken – nach einer Brise Hollywood-Politik alle vier Jahre ist also nur allzu verständlich. Das Kino Museum hat den Trend zur Dienstleistung verinnerlicht und gab den Tübingern in der Nacht vom 2. zum 3. November genau das, was sie wollten: Election Night Party statt Wahlfeier. Unter Girlanden in rot-blau-weiß durfte man hier auch als Intellektueller ganz offiziell der eigenen, morbiden Faszination für die große amerikanische Show frönen, Cola und Whisky aus Plastikbechern mit Sternenbanner schlürfen, Bush-Wraps und Kerry-Wings mampfen. Natürlich blieb man trotz alledem ein kritischer Zeitgenosse und schaute zwischendurch Filme wie „Wag the dog“ oder „Fahrenheit 9/11“. Medialer Mittelpunkt der Nacht aber war die CNNWahlberichterstattung. Gegen zwei gab es die ersten Hochrechnungen, von da an drang man stündlich weiter nach Westen vor. An der Wand neben der Herrentoilette hing eine Karte der USA und eine eifrige Kinomitarbeiterin beklebte die einzelnen Staaten mit der Farbe der jeweiligen Gewinnerpartei. Für viele hieß das Umdenken: Rot war kein Anlass zur Freude, dominierte aber trotzdem. Dass Kerry die hippen Küstenstaaten für sich verbuchen konnte, war da ein schwacher Trost. Aber mal ehrlich: Nur romantische Idealisten und unverbesserliche Optimisten hatten das nicht vorhergesehen. Denn eigentlich regieren derzeit nicht die Republikaner die USA, es regiert Murphys Law und damit das Motto „Alles was schief gehen kann, geht schief“ oder auch „das schiefste Grinsen gewinnt“. In einer Zeit, in der selbst intelligente Bomben ihr Ziel verfehlen, kann man kaum darauf hoffen, dass der Ami sein Kreuz an der „richtigen“ Stelle macht. Da die Wahl somit schon von vornherein entschieden war, konnte man die spekulativen Diskussionen getrost überspringen und ohne -7-


Umwege zum wirklich Interessanten beim Kampf Mann gegen Mann kommen – dem Attraktivitätsvergleich. Bei den (weiblichen) Besuchern des Kino Museum lag Kerry hier genauso klar vor Bush wie auf politischer Ebene. Wobei der Herausforderer wohl weniger vom eigenen Charme als vielmehr von den Schwächen seines Gegners profitiert: Bekanntermaßen wollen Frauen erobert werden. Bushs Eroberungsgebaren im Irak aber lässt auf höchstens mittelmäßige Liebhaberqualitäten schließen – knappes Vorspiel, überraschender Abschluss und trotzdem kein Ende in Sicht. Was ihn nicht davon abhält, bereits zum Nachbarn zu schielen – ein klares Indiz der Untreue. Beides zusammen sollte allemal Grund genug für eine Frau sein, Bush die Stimme zu verwehren. Aber offensichtlich gelang es Kerry nicht ausreichend, das hormonelle Potential in tatsächliche Wählerstimmen zu verwandeln – „nur“ 52% der Wählerinnen gaben ihm ihre Stimme. Ein frauengerechterer Wahlkampf wäre vielleicht der Schlüssel zum Erfolg und John Edwards bei dieser Strategie der bessere Kandidat gewesen… Aber wer auch immer sich zur Wahl stellt, gestellt hat oder stellen wird: Die toughsten Typen Amerikas – das wurde einem beim Betrachten der Fernsehbilder schnell klar – hat sich eh schon CNN unter den Nagel gerissen. Am lässigsten agierte der Moderator, der die Ergebnisse der einzelnen Staaten präsentierte: Sobald er ins Bild kam steckte er jedes Mal flugs beide Hände in die Hosentaschen und schlurfte mit nach vorne geschobenem Becken die Neuigkeiten ab. Gelangweilt wie jemand, der auf den Bus wartet, verkündete er so der Welt, wie es mit ihr weitergeht. Dermaßen cool kann nur eine Weltmacht sein. Für deutsche Augen ebenso ungewohnt waren die schicken Headsets, mit denen alle Beteiligten ausgestattet waren und die sonst nur herumhüpfende Boygroups bei ihren Auftritten tragen. Wahrscheinlich hält CNN so die eher desinteressierten Zuschauer vor den Bildschirmen – eine dynamische Tanzchoreografie steht die ganze Zeit als Möglichkeit im Raum. Auch ein dramatisches „Ohio, wir haben ein Problem!“ wäre mit diesem Equipment durchaus drin gewesen. Bis um halb sechs zumindest geschah aber nichts dergleichen; manche Großartigkeiten bleiben selbst dem amerikanischen Zuschauer verwehrt – noch. Natürlich gab es unter den Anwesenden im Kino Museum auch Leute, die weder der amerikanischen Leckereien noch der kostenlosen Filme oder des ganzen Drumherums wegen gekommen waren, sondern tatsächlich aus purem politischem Interesse. Ein Thema, welches in diesen Kreisen in dieser Nacht einmal mehr diskutiert wurde (und zwar einmal mehr im Kreis) war das amerikanische Wahlsystem. Die Themenwahl ist durchaus verständlich; als dosenpfand- und mautgeplagter Deutscher lästert man eben besonders gern über die Pannen anderer. Aber zumindest eines haben uns die Amis auch hier voraus: Die Qual hat ein Verfallsdatum. 16 Jahre Bush wird es nicht geben. Annika Einhorn -8-


Englischsprachige Vorlesungen: Bitte mehr davon

Bisher war das Angebot an englischsprachigen Veranstaltungen in Tübingen sehr dürftig. Ab und zu wurden Seminare und Kolloquien in Englisch abgehalten und Prof. Grammig las seine Time Series Analysis. Das hat sich in diesem Semester grundlegend geändert. Prof. Kohler, der seit diesem Semester den Lehrstuhl für WiPo l - Internationale Wirtschaftsbeziehungen innehat, liest sein komplettes Programm in Englisch; auch Frau Prof. Buch liest nun ihre Vorlesungen in Englisch. Wie nicht anders zu erwarten war, beschwerten sich nach den ersten Vorlesungen Prof. Kohlers, die in deutscher Sprache angekündigt waren, einige Studenten. Doch sollten wir Studenten uns wirklich gegen englischsprachige Vorlesungen wehren? Dagegen sprechen folgende Punkte: •

• •

• • •

Für den späteren Beruf sind profunde Kenntnisse der englischen Sprache unerlässlich. Fast alle Unternehmen haben Handelspartner außerhalb des deutschsprachigen Raums, mit denen auf Englisch kommuniziert werden muss, und bei großen Unternehmen ist das Englische meist auch Sprache der internen Kommunikation. Das Gleiche gilt für Behörden und Organisationen. Somit sind englischsprachige Veranstaltungen eine gute Vorbereitung auf den Beruf, da man sich an den ständigen Gebrauch der englischen Sprache gewöhnt und sehr schnell seine Lücken bemerkt und schließen kann. Außerdem lernt man die englische Bezeichnung für wirtschaftliche Fachbegriffe. Zusätzlich vereinfacht das Hören englischsprachiger Veranstaltungen das englischsprachige Studium im Ausland, da man sich nicht erst an die neue Sprache anpassen muss. Gleichzeitig wird für ausländische Studierende ein Aufenthalt in Tübingen attraktiver, da sie ihr Programm auch auf Englisch hören können. Somit sollen englischsprachige Vorlesungen zu mehr Austauschstudenten führen, die das Leben an der Fakultät bunter machen. Insbesondere in der VWL sind viele Lehrbücher nur auf Englisch verfügbar; englischsprachige Veranstaltungen erleichtern dann den Einstieg in die Literatur. Und letztendlich ist unsere Fakultät international ausgerichtet; und für eine internationale Fakultät sollten englischsprachige Kurse zum guten Ton gehören. Zwar gibt es das Argument, dass man als Student dann die deutschen Begriffe nicht mehr lerne, doch halte ich dieses Argument für unbegründet. Zum einen schlägt man Begriffe, die man nicht versteht, meist nach, sodass man so den deutschen Begriff findet, zum anderen muss man ja immer noch Texte auf Deutsch lesen, die diese Begriffe verwenden.

Es gibt bestimmt noch andere Gesichtspunkte, zum Beispiel, dass das kommende Masterprogramm sowieso auf Englisch gelesen werden soll. Letztendlich komme ich zu dem Schluss, dass englischsprachige Veranstaltungen sowohl der Fakultät als auch uns Studenten,

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insbesondere denen, die nicht ins englischsprachige Ausland gehen, sehr viel nützen. Natürlich ist die Verwendung des Englischen für uns ein Mehraufwand, aber einer, der sich später auszahlt. Daher möchte ich Herrn Prof. Kohler und Frau Prof. Buch für diese Neuerung danken und hoffe, dass weitere Professoren ihnen folgen. Wido Geis

Englischsprachige Vorlesungen:

Die Mischung macht’s Vorlesungen in englischer Sprache gibt es seit neuestem auch an unserer ehrwürdigen Wiwi-Fakultät. Dieser Trend wird nicht aufzuhalten sein. Englisch ist nun einmal die wichtigste Wirtschaftssprache, wir haben zwei internationale Studiengänge – und das Lehrprogramm der Masterstudiengänge wird so gestaltet sein, dass diese auch ohne Deutschkenntnisse machbar sind. Einige Professoren haben schon mit Lehre in Englisch angefangen. Die Vorlesung „Finanzmarktstabilität“ und die Veranstaltungen im Rahmen des Schwerpunktes Internationale Wirtschaftsbeziehungen sind dafür schillernde Beispiele. Die Studierenden, die diese Veranstaltungen besuchen, merken, dass die geistige Gewöhnung nach einigen Wochen reibungslos klappt. Jedoch habe ich bei der Qualität dieser Veranstaltungen Bedenken. In manchen Unis in unserem europäischen Umfeld werden Vorlesungen in der Landessprache und der Sprache Shakespeares angeboten. Die Kurse in der Landessprache sind dort inhaltlich generell besser ausgestaltet, da manche Dozenten das Englische eben auch nicht vollständig beherrschen. Einige Tübinger Studierende sind dieser Sprache leider auch nicht mächtig genug, um in der Vorlesung folgen zu können. Als Austauschstudent in Spanien letztes Jahr wollte ich auch nur Veranstaltungen in der Landessprache besuchen. Als Folge davon sind meine Spanischkenntnisse enorm gestiegen, und ich habe einen tiefen Einblick in Kultur und Gepflogenheiten des Landes bekommen. Wenn ein Austauschstudent nach einem Jahr in Deutschland noch immer nicht die Landessprache spricht und mit den Menschen vertraut ist, hat die Gastgeberuniversität versagt. Dies passiert leider heute schon bei meinen Kommilitonen im englischsprachigen AEG-Masterprogramm. Tübingen sollte sich von der Masse der englischsprachigen Angebote abheben, indem die Fakultät auf die viel zitierte „Glocalization“ setzt, wie etwa die private ESCP-EAP. Dort absolvieren die Studierenden mindestens zwei Studienabschnitte in verschiedenen Sprachumfeldern. Durch die Verschulung der BA- und MA- Studiengänge müssen mittelfristig weniger Veranstaltungen im Hauptstudium angeboten werden. Wir könnten die dadurch freigesetzten Mittel dazu verwenden, die Mehrheit der Veranstaltungen ab dem dritten Jahr in beiden Sprachen abzuhalten – und dadurch den Studierenden die Wahl geben, die jeweils besseren Angebote wahrzunehmen. Roman Hagelstein

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Fachschaft Worldwide: Tufts University, Boston, USA Amerika, das große weite Land mit den unbegrenzten Möglichkeiten. Nun ja, nicht für alle – zumindest nicht so einfach. Seit den Anschlägen vom 11. September ist es fast schon ein Abenteuer die ganzen bürokratischen Kleinigkeiten zu überwinden, um schließlich nach einem Jahr Vorlauf sein Auslandsstudium anzutreten. An der Tufts University in Boston. Genauer gesagt in Medford in der Nähe von Boston. Da das niemand kennt bleibe ich bei Boston. Diese Stadt ist zwar weltbekannt auf Grund vieler historischer Ereignisse (z.B. der „Boston Tea Party“) – aber dennoch erstaunlich klein mit nur etwa 700 000 Einwohner in der Kernstadt. Sie hat aber dennoch viel zu bieten, vor allem in kultureller und intellektueller Hinsicht. Als ‚Hauptstadt’ des Bundesstaates Massachussetts beherbergt sie neben vielen Museen (Museum of Fine Arts, Museum of Science,..) auch die Eliteuniversitäten Harvard und MIT. Ja – und Tufts eben. Die ersten paar Tage unseres Aufenthaltes verbrachten ich und meine Mitstreiter damit, uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Beim Ablaufen des ‚Freedom Trial’ fanden wir heraus, dass in Boston am 2. Juni 1876 das erste Telefon von den Herren Bell & Watson in Betrieb genommen wurde. Davor spielte die Stadt aber auch eine große Rolle in der amerikanischen Geschichte: Schlacht von Bunker Hill, Tea Party, Landung der ersten Briten auf amerikanischem Festland in Charleston und zuletzt die gescheiterte Präsidentschaftskandidatur von Senator Kerry. Zu fünft haben wir Tübinger hier unser Studium Anfang September angetreten. Der erste Eindruck war sonderbar. Die Unigebäude sahen auf dem mit viel Grün versehenen Campus aus wie die Häuschen einer Modelleisenbahn. Mein akademisches Dasein verbringe ich in „Braker Hall“ – dem Economics Department. (dieses Gebäude passt mehrere Male in den Kupferbau…) Das Studium selbst ist völlig anders als in Tübingen. Total verschult und mehr oder weniger ohne Zeit Luft zu holen. In dem bis Mitte Dezember gehenden Semester hat man in seinen Economics-Kursen zwar kürzere Vorlesungszeiten – 2mal die Woche 75 Minuten oder 3mal 50 Minuten pro Veranstaltung – aber man merkt schon recht früh, dass es heftig zur Sache

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geht. Es vergeht eigentlich kaum eine Woche, in der man nicht ein sog. ‚problemset’ zu bearbeiten hat. Pro Fach sind das in den 13 Semesterwochen mindestens vier neben den ‚midterms’ und den ‚finals’. Die Unterschiede innerhalb des Departments sind bemerkenswert. Die ‚problemsets’ oder auch ‚assignments’ können scheinbar einfach und mit Fallen versehen, machbar aber unangemessen langwierig oder - wie in den Kursen des Masterprogramms - schlicht die Hölle sein. Da die Professoren wissen, dass man alleine meist nicht zur Lösung des Problems in der Lage ist, erlauben sie oft Gruppenarbeit. In dem härtesten Kurs des Departments „Advanced Microeconomics“ führt das aber auch nicht gleich zum Erfolg. Die Graduate-Studenten – so sagt man hier – müssen erst durch die wirtschaftstheoretische Hölle gehen, bevor sie nach acht Kursen mit ihrem Master von der Universität abgehen. Die Aufgaben in diesen Problemsets sind meist welche, für die der Professor selbst „so etwa 6 Anläufe“ gebraucht hat. Ob das akademisch was bringt, bleibt uns verborgen – jedenfalls fördert es den Zusammenhalt der Graduate Students, die im Gebäude einen eigenen „exklusiven“ Studyroom haben. Als Tübinger Student ist man also besser in den Kursen der „upper elective class“ aufgehoben, den Wahlkursen der Grad-Students, die auch für Undergraduates offen sind. Die Fakultät ist ziemlich wirtschaftstheoretisch ausgerichtet, angereichert mit quantitativen, ökonometrischen Kursen und Kursen der anderen volkswirtschaftlichen Teilbereiche. Im Rahmen der BA/MA-Entwicklungen zu Hause bin ich sehr auf den Kurs „Economics of Higher Education“ im nächsten Semester gespannt. Wer einen ehemaligen deutschen Verteidigungsminister sehen möchte, ist hier im Spring Term an der richtigen Adresse. Da lehrt Rudolf Scharping nämlich an der Fletcher School of Law and Diplomacy. Das Campusleben selbst ist unterschiedlich. Ein Mensaessen ist zwar all-you-can-eat, kostet aber (derzeit günstige) 10$. Um das zu kompensieren kann man sich dann in Klamotten des Bookstore (eher ein Unifanshop in der Größe vom Tengelmann) in das ‚gym’ begeben (riesiger Sportkomplex mit einem großem Fitnesscenter). Im Anschluss kann man dann im ‚Jumbo-Store’ (ist winzig) ziemlich überteuerte Grundnahrungsmittel (Chips, Softdrinks, usw.) erwerben. Überteuert ist vieles. Kopien kosten 10 Cent und Bücher teilweise mehr als doppelt so viel als zu Hause. Deshalb habe ich mir meine auch alle in Europa bestellt – ebenso bereitet es derzeit große Freude, den Wechselkurs auszunutzen. Die meiste Zeit verbringt man mit den anderen ‚non-resident aliens’ – oder schlicht ‚den Austauschstudenten’, da die meisten anderen Studenten in unseren Wohnheimen gerade 18 sind. Alkohol ist tabu – da erst ab 21 erlaubt. Der Konsum ist nur hinter verschlossener Türe oder versteckt durch typische braune Papiertüten zulässig. Ein richtiges Nachtleben gibt es eher in der ‚Stadt’, aber auch nur bis 2 Uhr morgens. Es gäbe noch viel mehr zu berichten, als Platz im Wort zum WiWi ist; wer mehr wissen und mehr Bilder sehen möchte, kann gern über wiwi-newsletter@web.de Kontakt aufnehmen. Stefan Büttner

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Durchfallquoten im Grundstudium Haupttermin Angemeldet Angetreten

Nicht Mit „unechte“ „echte“ durchgefallene „echte“ Durchfallquote angetreten Attest 5.0 5.0 Durchfallquote

Mathe II Statistik II EDV

300

287

13

5

8

114

122

39,72%

42,51%

338

308

30

18

12

49

52

12,99%

16,88%

199

179

20

7

13

10

23

5,59%

12,85%

P-Recht

280

272

8

3

5

83

88

30,51%

32,35%

BWL 2

385

343

42

13

29

83

112

24,20%

32,65%

VWL 1

423

375

48

11

37

91

128

24,27%

34,13%

VWL 3

320

280

40

16

24

72

96

25,71%

34,29%

Summe

2245

2044

201

73

128

493

621

„echte“ Durchfall

Durchfallquote

Nachtermin Angemeldet Angetreten

Nicht Mit „unechte“ „echte“ durchgefallene angetreten Attest 5.0 5.0

quote Mathe II Statistik II EDV

118

107

11

5

6

44

50

41,14%

46,73%

69

54

15

4

11

19

30

35,19%

55,56%

220

198

22

7

15

49

64

24,75%

32,32%

P-Recht

123

108

15

9

6

7

13

6,48%

12,04%

BWL 2

146

115

31

10

21

59

80

51,30%

69,57%

VWL 1

137

110

27

8

19

27

46

24,55%

41,82%

44,20%

52,90%

VWL 3

154

138

16

4

12

61

73

Summe

967

830

137

47

90

266

356

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Die Vertreibung aus dem Paradies Ersti-Hütte in Oberiflingen 2004 Am Anfang schuf Gott nicht nur Himmel und Erde, sondern auch Oberiflingen, unter Insidern auch als „Garten Eden“ bekannt. Nur wenige Auserkorene kennen den Weg dorthin und manche haben ihn auch trotz zweistündiger Suche nur mit telefonischer Hilfe gefunden. Schließlich hatten 30 auserwählte angehende Wiwis das Glück, sich mit ihren Verbündeten aus der Fachschaft am Freitagnachmittag in Oberiflingen einzufinden. Bei einem Glas Sekt berichtete der einzige noch anzutreffende Zeitzeuge Guido, dass diese Tradition der Ersti-Hütte schon seit 1999 besteht. Der Sektempfang ging fließend in den Weingenuss über, was zur Folge hatte, dass schon am ersten Abend die Wochenendvorräte aufgebraucht waren. Da half nur kontern mit höllisch scharfem Chili. Weiter ging es nach dem Abendessen mit hemmungslosen Kennenlern- Spielen. Unser Gamemaster Guido versuchte die statistisch meistgetragene Unterwäschenfarbe zu ermitteln und forderte vehement Beweise ein. Anschließend trällerten wir mit „engelsgleichen“ Stimmen zu Dodos Klavierbegleitung, woraufhin auch die letzten Nüchternen schockiert zur Flasche griffen.

Manche lebten ihren Spieltrieb an Tischtennisplatte und Kicker aus, während andere sich auf der Tanzfläche amüsierten. Kurzum: Bier, Freunde, gute Laune fernab vom Stress der Uni, stellt man sich so nicht das Paradies vor? Am nächsten Morgen ging es in die Weltmetropole Freudenstadt, wo wir vergeblich versuchten, zu shoppen. Zur Entspannung fuhren wir ins Panoramabad, in dessen Dampfgrotte die Alkoholreste des Vorabends ausgeschwitzt wurden. Einige betätigten sich sportlich, andere holten ihr Schlafdefizit nach und hatten somit für den kommenden Abend einen unbestrittenen Energievorsprung. Das Zubereiten des Abendessens mündete leider in einem kollektiven Tränenausbruch, der durch das Zwiebelschneiden für die Käsespätzle entstanden war. Diejenigen, die an diesem Abend keinen Küchendienst hatten, vergnügten sich in der Zwischenzeit mit Gesellschaftsspielen wie „Nobody’s perfect“

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Nachts war noch einmal Party angesagt, wobei Axel den Durchhalterekord aufstellte, DJ Stephan alle auf die Tanzfläche lockte und wir uns dem Limbotanzen hingaben. Am nächsten Morgen saßen alle ausgeschlafen und gut gelaunt (Höhöhö) am Frühstückstisch und stärkten sich für den anstehenden Tag. Denn den paradiesischen Höhepunkt unseres Wochenendes sollte eine (Kater-) Wanderung durch die idyllische Landschaft des Schwarzwaldes darstellen. Durch den malerisch matschigen Herbstwald fanden wir den Weg zu einer Burgruine, wo wir die Herbstsonne genossen und unsere Lunchpakete bei einem Picknick verdrückten. Doch die paradiesische Ruhe sollte nicht lange halten, wieder machten wir Frauen alles kaputt ;-). Wie Eva erblickten wir einen Apfelbaum und überredeten einige von uns Mädels einen „Adam“, uns eine der verbotenen Früchte zu pflücken. Damit war der Sündenfall perfekt, eine Schlange war dazu noch nicht einmal nötig. Wie die Geschichte weiterging, könnt Ihr Euch alle denken: Wir wurden aus dem Paradies vertrieben und der harte Studi-Alltag (Party-Stress pur) begann gleich am nächsten Tag. Alles was bleibt, ist die Erinnerung an drei paradiesische Tage, denn höchstens als Fachschaftsmitglied darf man in den Garten Eden zurückkehren…. Maren Hartmann, Susanna Stefan, Astrid Lange

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Erstis ohne Grenzen „Liebe Studienanfänger, um Euch den Einstieg ins Studium zu erleichtern, haben wir einige Veranstaltungen vorbereitet, zu welchen wir Euch herzlich einladen möchten…“ Der Anfang klang schon mal nicht schlecht. Gerade erst in Tübingen angekommen und gleich sind schon dutzende Aktivitäten geplant, die mir helfen sollen, hier möglichst schnell Fuß zu fassen. Ob das allerdings die Art von Aktivitäten waren, um die Vorurteile meiner Freunde zu Hause („Waaas, du ziehst aufs Dorf??“ ist noch eine nette Umschreibung) zu widerlegen, das war zumindest zu Beginn noch zweifelhaft. Aber die Planung der Freizeit war damals sowieso noch eher nebensächlich, schließlich hatte ich die Studentenstadt am Neckar ja nicht ohne Grund als neue Heimat gewählt. Folglich musste erst einmal das Studium organisiert werden. Ein Buch mit sieben Siegeln war es zwar nie, aber jede Menge offene Fragen waren eben doch vorhanden. Und das nicht nur zum Studium, auch zur Universität allgemein und dem Leben in Tübingen. Eine Antwort auf all diese Fragen hoffte ich natürlich nicht in der Höhle eines weisen Einsiedlers oder der Hütte eines wunderlichen Sehers zu finden, es ging nämlich viel einfacher: das Info-Café der Fachschaft. Hinterher war ich dann nicht nur um einige Informationen, sondern auch um zig Handynummern bereichert. Die Verabredungen für den Abend waren schon getroffen und in meinem Kopf versuchte ich krampfhaft die Zuordnung der vielen neuen Gesichter zu den Namen wenigstens größtenteils nicht zu verlieren. Die erste Woche war dann auch schon mit ziemlich viel Programm gefüllt, obwohl ja noch gar keine Vorlesungen stattfanden. Viel zu viel muss eben erledigt werden: Ummelden beim Bürgeramt, Semesterticket kaufen, Bibliotheksführung, Account beim ZDV beantragen, Austesten der verschiedenen Mensen und nicht zuletzt das Suchen nach den besten Bars und Diskos in und um Tübingen. Und das ist noch nicht alles, auch im alltäglichen Leben muss man sich erst einmal wieder vollkommen neu orientieren: Wo ist der nächste Supermarkt, Bäcker oder Metzger? Doch auch solche Probleme sind früher oder später gelöst, und dann kann man sich wieder anderen Beschäftigungen widmen: Erstsemesterparty im WHO (Ich versteh nur nicht, warum das ausgerechnet direkt vor dem Morgen sein musste, vor dem wir das erste mal um acht in der Frühe im Hörsaal sitzen mussten), Stadtspiel, die Kneipentour mit der Fachschaft (Nein, wir hatten wirklich alle genug Platz am Tisch) und die Erstsemesterhütte. Dann ging’s auch schon sofort los mit den Vorlesungen. Mathe, die interessante BWL, dazu Statistik bei „Mister-Deutscher-Mikrozensus“ Münnich und Porsche-Rechnungswesen mit den Porsche-Bilanzen - 17 -


von Porsche beim vermeintlichen Porsche-Aufsichtsratmitglied der Firma Porsche aus der Porsche-Stadt Stuttgart Kuhnle. Die von den Lehrern früher viel beschworene komplizierte Umstellung von Schule auf Uni war im Großen und Ganzen relativ einfach. Die Vorteile überwiegen dabei einfach deutlich: Es stört niemanden, wenn man zu spät kommt oder während der Vorlesung mal den fehlenden Schlaf der vorangegangenen Nacht nachholt, Unterhaltungen mit den Nebensitzern haben nur eine Ermahnung der ganzen Gruppe und nicht von sich selbst zur Folge, und wenn man gar nicht zur Vorlesung erscheint, ist das ja eigentlich auch egal. Der einzige Nachteil dieser großen Freiheiten ist nur, dass man sich jetzt noch viel mehr ärgert als früher, wenn man sich morgens früh rausquält und dann die Vorlesung nur noch mal das zusammen fasst, was eigentlich schon jedem klar war: „Ach, wär ich doch nur noch 2 Stunden liegen geblieben.“ Auch die Konsumgewohnheiten ändern sich mit Beginn des Studiums. Wer früher wie selbstverständlich Zäpfle gekauft hat, sucht jetzt die verschiedensten Supermärkte ab auf der Suche nach immer noch billigeren Bieren. Außerdem – nie verstanden warum, aber es stimmt wirklich – man fährt Fahrrad. Was sonst noch in Tübingen auffällt: Der Polizeiposten ist überbesetzt und macht deshalb aus Langeweile Jagd auf Radfahrer; „Wer hat sich denn dieses System mit den Einbahnstraßen ausgedacht?“, männliche Studenten haben viel zu viel Geld und es deshalb nicht nötig, bei H&M einzukaufen, „Warum gibt’s den Unitag?“ – „Damit auch die Erstis was zu lachen haben!“, Ist wirklich alles Porsche was glänzt? Und wo sind eigentlich die ganzen Tübinger? Jetzt nach dem ersten Monat kann man sich fast schon als Uni-Profi sehen: Man irrt nicht mehr auf der Suche nach Gebäuden ziellos durch die Stadt, die Geschmacksnerven haben sich soweit zurück gebildet, dass das Essen in der Mensa sogar richtig gut schmeckt, und mittlerweile ist auch dem letzten klar, dass man in Tübingen auch beim Überqueren eines Radwegs richtig vorsichtig sein muss. Nur eine Frage hätte ich noch: Kennt hier jemand einen guten Friseur? Aber egal, das Studium beginnt so langsam Gestalt anzunehmen. Tübingen, aufpassen, jetzt kommen wir! Sebastian

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Als internationaler Baudienstleister planen, finanzieren, bauen und betreiben wir komplexe Projekte aller Art. Durch unser globales Netzwerk sind wir auf allen wichtigen Märkten der Welt präsent. Die HOCHTIEF Construction AG bündelt die Aktivitäten im Kerngeschäft: dazu zählen vor allem der Hochbau in Deutschland, der Tief- und Ingenieurbau sowie der Flughafenbau. Mit Ihnen gemeinsam wollen wir die Zukunft gestalten. Gesuchte Fachrichtungen • Wirtschaftswissenschaften Einsatzbereiche • Projektkaufmann/frau auf der Baustelle im In- und Ausland • Kaufmann/Frau im Dienstleistungsbereich (Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, Beschaffung, Marketing, Personal Anforderungen • Zielgerichtetes Studium • Praktische Erfahrungen • Außeruniversitäre Aktivitäten • Auslandserfahrung und/oder gute Sprachkenntnisse • Team- und Kommunikationsfähigkeit Nehmen Sie Kontakt zu uns auf! HOCHTIEF Construction AG Alfredstraße 236 45133 Essen Sylke Sergel Tel: 0201 824-4215 Sylke.sergel@hochtief.de www.hochtief-construction.de

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Interview mit Dr. Jürgen Stark WzW: Sie sind seit einiger Zeit Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. Was sind dort Ihre Aufgaben/Tätigkeiten, vor allem jetzt, da es eine Europäische Zentralbank gibt? Dr. Jürgen Stark: Die Rolle der Deutschen Bundesbank hat sich verändert. Sie ist seit 1999 integraler Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken. Die geldpolitische Verantwortung und Entscheidungskompetenz ist auf den EZB-Rat übergegangen, in dem der Präsident der Bundesbank Sitz und Stimme hat. Die Arbeitsteilung innerhalb des Eurosystems kann man sich grundsätzlich so vorstellen: Im EZB-Rat werden die geldpolitischen Entscheidungen getroffen, die operative Umsetzung erfolgt durch die nationalen Zentralbanken – also im deutschen Fall durch die Bundesbank. Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Aufgaben außerhalb der Zuständigkeit des Eurosystems. Seit September 1998 bin ich Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. Zunächst habe ich, wie die Bezeichnung „Vize“ schon besagt, den Präsidenten im Falle seiner Verhinderung in seinem Amt und insbesondere als Mitglied im Europäischen Zentralbankrat zu vertreten. Meine fachlichen Zuständigkeiten haben zwei wesentliche Facetten: Zum einen eine externe, mit der Verantwortung für europäische Währungsund Wirtschaftsfragen sowie Fragen des internationalen Währungsund Finanzsystems und der internationalen Währungs- und Wirtschaftsentwicklung; zum anderen eine interne, mit der Verantwortung für die innere Revision. WzW: Hatten Sie während Ihres Studiums bzw. direkt nach Ihrem Abschluss an der Universität Hohenheim schon irgendwelche konkreten Karrierevorstellungen? J.S.: Nein. Aber es erschienen mir damals schon einige Positionen eher wahrscheinlich als andere, z. B. im universitären Bereich oder in einem Bundesministerium. WzW: Worin liegt Ihr nächstes Etappenziel? Zur EZB? BundesbankPräsident? J.S.: Ich habe nie „Karriereplanung“ betrieben, weil ich dies für Zeitverschwendung halte. Wichtig ist – und daran habe ich mich immer orientiert – bemüht zu sein, sich auf seine Aufgaben in der jeweiligen Position zu konzentrieren und sie so gewissenhaft wie möglich und mit hohem Engagement zu erledigen. Ich bin damit gut gefahren. Im Übrigen gilt: Die Zukunft ist offen.

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WzW: Was würden Sie Studierenden raten, die eine Anstellung bei der Bundesbank anstreben? J.S.: Regelmäßig die Web-Seite der Bundesbank zu besuchen (www.bundesbank.de). Sie können dort jederzeit alle aktuellen Stellenausschreibungen einsehen und erhalten gleichzeitig einen guten Überblick über mögliche Tätigkeitsbereiche. Auch OnlineBewerbungen sind möglich. Im Übrigen stellen wir nicht nur Volksund Betriebswirte ein, sondern suchen beispielsweise auch Wirtschaftsmathematiker. WzW: Ist Ihrer Ansicht nach der Einfluss der stabilitätsorientierten Politik der Bundesbank bei der EZB noch spürbar? J.S.: Selbstverständlich. Schauen Sie sich die Grundlagen der Wirtschafts- und Währungsunion an, nämlich die Festlegungen im Maastricht-Vertrag und im Statut des ESZB und der EZB. Oder nehmen Sie die Regeln und Verfahren des Stabilitäts- und Wachstumspakts. Die Unabhängigkeit der Zentralbanken, das prioritäre Ziel der Preisniveaustabilität, die geldpolitische Strategie des EZB-Rates, die Betonung der Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen: Hier erkennen Sie wichtige Bestandteile unserer bewährten deutschen Währungsordnung wieder. Aus der Historie heraus besteht gerade für die Bundesbank im Eurosystem eine besondere Aufgabe: Der Euro, unsere heutige Währung, bildet nicht den Durchschnitt seiner Vorgängerwährungen ab, sondern baut auf der Politik und den Errungenschaften der Stabilitätskultur der ehemals stabilsten europäischen Währung auf, nämlich der D-Mark. Hier gilt es, trotz vieler Anfechtungen, Kontinuität zu wahren. WzW: Ist zu erwarten, dass dies auf Dauer so bleibt, oder sehen Sie die Gefahr einer Aufweichung? J.S.: Es ist wichtig, dass die eindeutige Stabilitätsorientierung des EZB-Rates gewährleistet bleibt. Ich halte es schon für alarmierend, wie sorglos Politiker in Europa in ihren öffentlichen Forderungen mit den Grundlagen der gemeinsamen Währung umgehen, nicht nur, um von eigenen politischen Defiziten abzulenken. Leichtfertig werden Änderungen der Währungsverfassung vorbereitet und vereinbarte Regeln nicht eingehalten. Eine Tendenz, die Stabilitätsausrichtung des EZB-Rats zu relativieren, ist unverkennbar. WzW: Herr Stark, Sie haben wesentlich an der Formulierung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes mitgewirkt. Können Sie heute noch mit dem zufrieden sein, was daraus geworden ist?

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J.S.: Ich bin überhaupt nicht damit zufrieden, wie sich die Anwendung des Stabilitätsund Wachstumspaktes entwickelt hat. Dies liegt in erster Linie an den Versäumnissen der großen Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich und Italien, rechtzeitig den Pfad der haushaltspolitischen Konsolidierung zu beschreiten. Dann nämlich wäre genügend Spielraum erwirtschaftet worden, um auch in einer länger anhaltenden Phase der wirtschaftlichen Stagnation die 3 %Defizitobergrenze nicht zu brechen. Es liegt aber auch an der EU-Kommission, die mit dazu beitrug, dass in den letzten fünf Jahren der Stabilitätspakt viel komplexer und komplizierter geworden ist und er heute den von mir verfolgten Prinzipien der Einfachheit und Transparenz kaum mehr entspricht. Die ganze sogenannte „Reform“Diskussion um den Stabilitätspakt halte ich für fatal, denn nicht die PaktRegeln sind zu stringent und inflexibel, sondern es mangelt einfach am politischen Willen, sich den neuen Regeln in der Währungsunion zu unterwerfen. Wenn es zu einer „Reform“ kommen sollte, dann dürfte am Ende eine Schwächung des gesamten Regelwerks stehen. Unabhängig von den Bedingungen in einer Währungsunion entspringt die Forderung, die europäischen haushaltspolitischen Regeln aufzuweichen, einem sehr kurzfristigen Denken. Durch die höhere Verschuldung werden die finanziellen Belastungen in die Zukunft verlagert. Ich halte es politisch für unverantwortlich, angesichts der alternden und schrumpfenden Bevölkerung künftigen Generationen – insbesondere Ihrer Generation – noch mehr finanzielle Belastungen aufzubürden. WzW: Beim Seminar der Universitäten Tübingen/Bayreuth/Leipzig bei der Bundesbank haben Sie im Rahmen der Einigung über eine neue EU-Verfassung Bedenken bezüglich einer aufgeweichten Währungspolitik geäußert. Gibt es Pläne/Szenarien für den Fall, dass die EWU scheitert bzw. auseinander fällt? J.S.: Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion hat bisher nur zum Teil die in sie gesetzten politischen und wirtschaftlichen Erwartungen erfüllt. Insbesondere die nationalen Politiken haben sich in vielen Fällen noch nicht auf die neue Realität in Europa - 22 -


eingestellt. Dieses Verhalten muss sich ändern oder es drohen Konflikte zwischen den Regierungen und den Zentralbanken. Ein Scheitern der Wirtschafts- und Währungsunion können wir uns nicht leisten. Wir sind hier zum Erfolg verdammt und deshalb werden die Deutsche Bundesbank und ich persönlich alles unternehmen, um auf eine drohende Erosion der Fundamente der Währungsunion aufmerksam zu machen. Das Interview führte Stefan während eines Hauptseminares bei der Deutschen Bundesbank.

- dialoga Eure Chance zum Jobeinstieg am 13. Januar 2005, Neue Aula 10 – 16 Uhr Am 13. Januar 2005 veranstaltet das AIESEC Lokalkomitee TübingenReutlingen in der Neuen Aula das FirmenKontaktGespräch „dialoga 2005“. Dazu seid Ihr, die Studierenden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät jeden Semesters, herzlich eingeladen. Personalexperten aus international bekannten Unternehmen informieren über Firmenprofile, Einstiegschancen, Bewerbungsverfahren, Diplomarbeiten und vieles mehr. Eigene Bewerbungsunterlagen können direkt auf der dialoga abgegeben werden. Vorab können sich examensnahe Studierende für Einzelgespräche mit den jeweiligen Wunschfirmen bei AIESEC bewerben. Darüber hinaus werden Vorträge, Workshops und Diskussionsforen zu Themen rund um Bewerbung und Jobeinstieg angeboten. Die Vorteile der dialoga liegen auf der Hand … All diejenigen, die noch nie etwas von der dialoga gehört haben, werden sich nun sicherlich fragen, wozu diese Veranstaltung eigentlich dient und was für einen persönlichen Nutzen ein jeder daraus ziehen kann. Nun, die Antwort liegt auf der Hand. Die Studierenden und Absolventen haben die Möglichkeit, direkt mit Vertretern renommierter Unternehmen, Institutionen und Organisationen ins Gespräch zu kommen, erste Kontakte zu knüpfen und die entscheidenden ersten Schritte auf dem Weg zu einem Praktikum oder Berufseinstieg zu machen. Dabei, und das ist der entscheidende Vorteil der dialoga, spart ihr euch die zum Teil aufwendige Recherche über relevante Kontaktpersonen (Ansprechpartner und dergleichen) und die im Zuge eines Bewerbungsverfahrens notwendige telefonische Kontaktierung. - 23 -


Die dialoga bietet euch dies alles, so dass ein ordentlicher Aufwand wegfällt. Das ist praktisch und erleichtert den Weg ins Unternehmen. Gleichwohl ist aber zu beachten, dass wie bei einer regulären Bewerbung einige Sachen zu beachten sind. Hierzu zählt eine adäquate Vorbereitung aber auch ein passendes Äußeres, denn bei Bewerbungen zählt bekanntlich auch der erste Eindruck. Wir wollen euch hier ein paar Tipps zur optimalen Vorbereitung auf dieses Ereignis geben, denn wie ihr wisst, ist gute Vorbereitung schon die halbe Miete. Wie sieht diese aus? Eine gute Vorbereitung beginnt schon im Dezember mit einer ausreichenden Informationsbeschaffung über die Tätigkeitsbereiche und den Praktikanten- bzw. Absolventenbedarf der Firmen, die euch besonders interessieren. Ihr könnt auch schon im Dezember an einem der vielen Workshops teilnehmen, die angeboten werden (u.a. zum Thema Bewerbungstraining und Assessment Center Training). Des Weiteren solltet ihr im Vorfeld der dialoga auch eure Bewerbungsmappen erstellen. Dazu gehört im Allgemeinen ein Lebenslauf, ein Bewerbungsfoto als Initiativbewerbung. Abschließend wollen wir euch noch darauf aufmerksam machen, wie und wo ihr euch am besten über die Firmen, die sich auf der dialoga präsentieren, informieren und für den Besuch vorbereiten könnt, damit ihr am 13. Januar auch den Erfolg habt, den ihr euch wünscht:

Worum geht es

Quelle der Informationen Informationen zu den DIALOGA-Broschüre, Unternehmen Internet (FirmenHomepages) Bewerbungsmappencheck 1.) Bewerbungsmappen -Check von Horbach Wirtschaftsberatung GmbH am 13. Januar auf der DIALOGA 2.) Career Service der Universität Tübingen

www.tb.aiesec.de/dialoga

1.)Auf der DIALOGA in der Neuen Aula im Untergeschoß (bei Horbach) 2.) Unter www.unituebingen.de/cs Download von Musterlebensläufen möglich.

Viel Spaß und viel Erfolg auf der dialoga wünscht euch Das AIESEC –Team der dialoga

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Sprichwörter und Lebensweisheiten Viele Menschen versäumen das kleine Glück, Gib jedem Tag die hance, weil sie auf das große vergeblich warten. der schönste deines Lebens zu werden. Pearl S. Buck Mark Twain Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen. François Duc de La Rochefoucauld

Schenken heißt, einem anderen das zu geben, was man selber behalten möchte. Selma Lagerlöf

Unsere Weisheit kommt aus unserer Erfahrung. Unsere Erfahrung kommt aus unseren Dummheiten. Sacha Guitry

Keine Zukunft vermag gutzumachen, was du in der Gegenwart versäumst. Albert Schweitzer

Es ist besser zu schweigen und alle glauben zu lassen man sei ein Trottel, als den Mund aufzumachen und alle Zweifel zu beseitigen. Unbekannt Goethe

Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß. Mit dem Wissen wächst der Zweifel. Johann Wolfgang von

Ein Kuss ist zweifellos die angenehmste Art, Die Bildung kommt nicht vom eine Frau am Sprechen zu hindern Lesen, sondern vom Nach- . Robert Taylor denken über das Gelesene. Carl Hilty

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Der typische WIWI oder Brauchen wir mehr W-LAN? Beschäftigen wir uns doch einmal mit Uni-Klischees. Zum Philosophen gehören ein langer Bart und ein Strickpulli, zum Physiker das karierte Holzfällerhemd- doch woran erkennt man einen WIWI? „Ist doch klar, ihr kommt doch mit Anzug und Laptop in die Uni.“, schallt uns WIWIs im Clubhaus ein vielstimmiger Chor aus Romanisten, Geologen und Rhetorikern entgegen. Stimmt das so? „Ihr lauft doch rum wie schmuddelige Soziologen!“ so erst kürzlich der Befund eines BWLProfs in einer großen Hauptstudiumsveranstaltung. Aha! Also: Am Anzug erkennt man den WIWI wohl eher doch nicht. Es bleibt also der Laptop. Wie das so ist mit den WIWIs und den Laptops, das wollten wir von der Fachschaft im vergangenen Sommersemester genauer wissen. Präzise: Wir wollten wissen, wie viele Leute (nämlich Laptopbesitzer) von einem möglichen Ausbau weiterer W-LAN- Hotspots profitieren können. Dazu hat uns das Internet-Nutzungsverhalten unserer Mitstudierenden interessiert. Um uns dieser Frage wissenschaftlich sauber nähern zu können, brauchten wir selbstverständlich empirisches Datenmaterial. „WLAN- Umfrage“, so nannten wir eine Aktion, die wir im Sommersemester in Veranstaltungen aller Semester durchgeführt haben. Das Ergebnis ist eindeutig. Das Clubhaus- Klischee „Zum WIWI gehört ein Laptop.“ zeigt immerhin eine hohe empirische Relevanz. Etwa zwei Drittel aller teilnehmenden Studierenden geben an, einen Laptop zu besitzen, weitestgehend unabhängig vom Fachsemester. Knapp drei Viertel der Studenten geben an, mindestens einmal täglich ihre Emails abzurufen. Wir lernen also: Wer immer noch glaubt, als Laptop-Nutzer zur technologischen Avantgarde zu gehören, irrt gewaltig. Wie vor Jahren bei den Handys (plötzlich hatte jeder eins!) ist gegenwärtig eine starke Tendenz zum Laptop bei Studierenden zu verzeichnen. Somit ist auch die Nutzung von W-LAN auf dem Vormarsch. Die neuen Laptop- Generationen (Centrinos) haben entsprechende Hardware ohnehin installiert, und sonst ist Aufrüsten nicht teuer. Die Möglichkeit, blitzschnell und völlig kostenlos ins Internet zu können, ist für Laptopbesitzer gewiss überzeugend. Bisher trifft man WIWIs mit Laptop öfter zum Beispiel im Brechtbau, wo in der ersten Etage Hotspots aufgestellt sind. Tja, Klischees hin - 26 -


oder her: Ausgerechnet die Romanisten im Brechtbau stehen in Sachen W-LAN- Angebot nämlich an der Spitze des Fortschritts. Die WIWI- Fakultät hinkt noch hinterher. Die Umfrage macht deutlich, die Studenten wünschen WLAN auch in der Seminarbibliothek (84% der Befragten) oder im Aufenthaltsraum (68%). Wir von der Fachschaft wollen uns jedenfalls dafür einsetzen. Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage liefern uns gute Argumente. Christian Dick

Beide heißen Robert, aber welcher bringt Euch weiter?

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Hier wird

16. 12.  2004 

Euch warm ums Herz!

Studium in 6 Semestern Unser aller Ziel? Prof. Wagner verkündete Anfang dieses Semesters in seinen Veranstaltungen, dass es erstmalig einem Studenten gelungen sei, sein Studium in 6 Semestern abzuschließen. Auch lud er bei der Einführungsveranstaltung die Erstis ein, zur feierlichen Zeugnisverleihung zu kommen und sich diesen Studenten anzuschauen. Manch einen mag nun die Angst, wie ein Tanzbär präsentiert zu werden, davon abhalten in 6 Semestern sein Diplom zu machen. Doch letztendlich ist es eine tolle Leistung, der wir alle Respekt zollen sollten. Nun stellt sich aber für jeden von uns die Frage, ob wir nicht auch unser Studium in 6 Semestern abschließen sollten. Für jeden, der sich zum Ziel setzt, in dieser kurzen Frist sein Studium abzulegen, ist das Vordiplom nach 2 Semestern beinahe Pflicht. Auch während des Hauptstudiums muss er sehr schnell unterwegs sein und es bleibt keine Zeit sich, was die Fächer betrifft, umzuorientieren. Grundlage für ein derart schnelles Studium ist ein entsprechendes Lernmanagement; nur wer sich seine Zeit sehr gut einteilt und frühzeitig beginnt, ist in der Lage derartige Mengen an Stoff zu beherrschen. Zudem ist ein kluges Timing der Klausuren Haupt-Nachtermin von Nöten. Doch selbst wenn dies alles erfüllt ist, sind wir unterschiedlich, und nicht jeder Student wird in der Lage sein, in 6 Semestern zu studieren. Andererseits wäre manch einem etwas mehr Tempo anzuraten. So sollte man, wenn nicht irgendwelche besonderen Gründe vorliegen, wirklich keine 6 Semester für sein Grundstudium benötigen. Und Prof. Wagner hat

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nicht Unrecht, wenn er sagt, dass Studenten mit sehr langen Studienzeiten schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt haben oder dass sehr kurze Studienzeiten den Weg zu guten Jobs ebnen. Es gilt grundsätzlich auf jeden Fall, dass man als Student, wenn man sich nicht ausgelastet fühlt, mehr machen sollte. Doch sollten kurze Studienzeiten um jeden Preis unser Ziel sein? Auf diese Frage muss man ganz klar mit nein antworten. Es gibt einfach noch viel mehr als die Studiendauer, das wichtig ist. Zum einen sind die erreichten Noten etwa genauso wichtig wie die Studiendauer: eine 1,0 in 8 Semestern ist immer noch besser als eine 4,0 in 6. Außerdem sollte man von dem, was man im Studium gelernt hat, auch möglichst viel behalten; als Betriebswirt nach Buchungssätzen gefragt zu werden und keine Ahnung zu haben, macht halt doch einen schlechten Eindruck. Das ist auch ein weiterer Grund für frühzeitiges Lernen. Zudem kann man sich an der Uni auch Kenntnisse aneignen, die nichts mit dem Studium zu tun haben, aber sehr wertvoll für die persönliche Entwicklung und die Zukunft sein können. So sei Beispielweise jedem Studenten, der sich für eine Sprache interessiert, geraten, sie während des Studiums zu lernen, da man später kaum mehr so gute Möglichkeiten hat wie hier. Dafür ein Semester oder zwei zu opfern ist es allemal wert. Auch sollte man aus Zeitgründen auf keinen Fall auf einen Auslandsaufenthalt verzichten, lassen sich hier doch wertvolle Erfahrungen mit anderen Kulturen machen. Auch sollte der Wunsch, schnell zu studieren, einen nicht davon abhalten, in einer studentischen Organisation mitzuarbeiten. In diesen Vereinigungen kann man sehr viel fürs Leben lernen; vom Organisieren und andere Mitglieder überzeugen bis hin zum Vor-großem-Publikumreden lernt man hier alles. Und diese Fähigkeiten sind für das spätere Leben nützlich. Auch auf Praktika oder Hiwi-Stellen darf man auf Grund der Studiendauer nicht verzichten. Heute ist ja die Berufserfahrung ein genauso wichtiger Faktor für den Beruf wie das Studium. Daneben sind natürlich auch der Aufbau und die Pflege von Partnerschaft und Freundeskreis ein wichtiger Aspekt des Studiums. So kann es für karrierebewusste Frauen auch sinnvoll sein, sich bereits während des Studiums ihren Kinderwunsch zu erfüllen; nach dem Studium kann man sich die Zeit nie mehr so frei einteilen, und ein Kind ist im Arbeitsleben mit einem größeren Zeitverlust verbunden. Unter Beachtung all dieser Nebenaspekte spricht nichts gegen ein schnelles Studium, aber vieles dafür. Wido Geis

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Bullshit Bingo Version Freie Wirtschaft Schlafen Sie manchmal ein während Besprechungen oder Seminaren? Oder wie ist es mit diesen nicht enden wollenden Konferenzen? Hier ist die Möglichkeit, das alles zu ändern! Wie wird gespielt? Kreuzen Sie einen Block an, wenn Sie das entsprechende Wort während einer Besprechung, eines Seminars oder einer Telefonkonferenz hören. Wenn Sie horizontal, vertikal oder diagonal 5 Blöcke in einer Reihe haben, stehen Sie auf und rufen laut BULLSHIT!!

Synergie

Prozeß

Projekt

Mentor

Chancen / Risken

kommunizieren

Effektivität

Ressourcen

Potential

Benchmark

Management

Visionen

Global Player

strategisch

Target

performance

Effizienz

tool

Expertise

fokussieren

Optimierung

kundenorientiert

Szenario

milestone

Problematik

Aussagen begeisterter Spieler: "Ich war gerade mal 5 Minuten in der Besprechung, als ich schon gewonnen hatte." -Martin P. - Frankfurt "Meine Aufmerksamkeit während Besprechungen ist dramatisch angestiegen." Karl A. – München "Was für ein Spiel. Nach meinem ersten Sieg sind Besprechungen nicht mehr dasselbe für mich." -Christian R - Hamburg "Die Atmosphäre während der letzten SE-Besprechung war zum Zerreissen gespannt, als 8 von uns auf den letzten Block warteten." –Thomas S. - Berlin "Der Moderator war sprachlos, als 5 von uns zum dritten Mal während einer zweistündigen Besprechung 'Bullshit' riefen." - Werner F. – Dortmund

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Bullshit Bingo Version Forschung und Lehre Dienstag nachmittag, Gebhard- Müller- Saal: an der Fakultät ist Sitzung pur angesagt. Ob Fakultätsrat, Prüfungskommission, Habil- Ausschuss oder Redaktionsbeirat der Wiwi-News: Sitzungen gibt es ohne Ende, und hier ist die Möglichkeit, das Ganze etwas aufzulockern! Wie wird gespielt?: Die Regeln sind identisch zur Version „Freie Wirtschaft“, mit einer Ausnahme: Wenn Sie fünf Blöcke in einer Reihe haben, stehen Sie auf und rufen laut „Herr Kollege!!!“ oder „Frau Kollegin!!!“, je nachdem, wer zuletzt gesprochen hat.

Hauptseminarplätze

Honorarprofessor

MLP

listenfähig

Graduiertenkolleg

Renommie rte Journals

Forschungsevaluierung

Auswahlverfahren

Prüfungsordnung

Ministerium

BA/MA

Bewerberzahlen

Elite- Uni

Einschlägigkeit

international

Senatssitzung

Ruf

Accounting and Finance

Internetpräsenz

Strukturplan

Drittmittel

Ranking

List-Fest

Credit Point

interdiszipinär

Aussagen begeisterter Spieler: "Herrn Ronnings Spiel mit den Zuckerstückchen hat endlich einen würdigen Nachfolger gefunden." -G. W. "Meine Aufmerksamkeit während Sitzungen ist exponentiell angestiegen." -M.K. "Seit ich das Spiel bei uns an der Fakultät eingeführt habe, kann ich mich vor der Wahl in neue Kommissionen kaum noch retten." -D.B. "Ich hoffe, dass ich bei den nächsten Uniwahlen endlich in den Fak-Rat gewählt werde." –U.P. "Man muss sich gar nicht mehr damit beschäftigen, die Socken der Professoren zu vergleichen." - M. Y. „Protokollschreiben macht viel mehr Spaß, seit das Ganze durch die ständigen Zwischenrufe aufgelockert wird.“ –S.T.B. Die Version „Forschung und Lehre“ stammt von Melanie und Donata, die Version „Freie Wirtschaft“ aus den Tiefen von DaimlerChrysler☺

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Veni, Wiwi, Vici.

Never change a winning team: Die Tübinger VWL holt auch weiterhin die Kastanien aus dem Feuer Nach den erfreulichen Positionierungen der Tübinger VWL in diesem Jahr (das WzW berichtete) setzt sich der Siegesfeldzug der Volkswirte auch beim nächsten Ranking fort: Bei der McKinseyUmfrage „Studentenspiegel 2004“, an der 50 000 Studierende teilnahmen, kam die Tübinger VWL auf Platz 1 (das Schönste dabei: die Konkurrenz aus der Kurpfalz verwiesen wir damit souverän auf den Blechrang 4). Silber ging an die Humboldt- Uni Berlin, und die „Mathematiker“ aus Konstanz mussten sich mit der Bronzemedaille begnügen. Allerdings ist ein Ranking ja immer nur so gut wie die Methodik, die dahinter steht. Wie in der Ausgabe des Spiegels vom 22. November zu lesen, wurden die Studierenden nach verschiedenen Kriterien befragt und dann bewertet. Die Umfrage ergibt, dass 19% der Tübinger VWL- Studenten zu den besten 10% in Deutschland gehören. Keine andere deutsche VWL- Fakultät kann dieses Ergebnis erreichen. Dabei flossen die Abitur-, Universitäts- und Examensnoten, die Studiendauer und das Alter, Stipendien, Preise und Veröffentlichungen, Sprachkenntnisse, EDV-Kenntnisse, Tätigkeit als Hiwi, Berufserfahrung, Praktika, Auslandserfahrung und Mobilität und Engagement außerhalb der Universität in die Bewertung ein. Das sind Eigenschaften, die in Tübingen schon seit Jahren hoch eingeschätzt werden und in der Internationalen VWL auch weiter gefördert werden. Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum der Internationalen VWL scheint auch die Öffentlichkeit diese Tatsache endlich anzuerkennen. Es ist nur schade, dass bei Kürzungen und Einsparungen in letzter Zeit in erster Linie die VWL getroffen wurde. Mit der Emeritierung von Prof. Starbatty im nächsten Jahr werden nur noch fünf ProfessorInnen das Fach in Forschung und Lehre vertreten. Aber vielleicht sorgt ja das herausragende Ergebnis der Tübinger VWL- Studenten für ein Umdenken bei denjenigen, die das Geld für die baden- württembergischen Fakultäten verteilen. Die Universität Tübingen als Ganzes erreichte den siebten Platz bei 41 betrachteten Universitäten. Damit scheinen sich die guten Ergebnisse aus dem Bundesländerranking des Centrums für Hochschulentwicklung auch bei der Qualität der Studierenden zu bestätigen: Vivat, Crescat, Floreat! Johanna und Donata - 34 -


Impressum Redaktion

Gastkommentare Auslandskorrespondent

Roman Hagelstein Annika Einhorn Mi-Kyong Yoon Melanie Korst Johanna von Borstel

Wido Geis Christian Dick Martin Miermeister Donata Bessey

Umer Cheema, Maren Hartmann, Susanna Stefan, Astrid Lange Stefan M. Büttner

Layout

Mi-Kyong Yoon (Master of Bildbearbeitung), Donata Bessey Moralische Unterstützung durch Roman und Xenia

Titelbild

Mi-Kyong Yoon

Werbung

Luís Fernandes, Roman Hagelstein, Donata Bessey (ein Anruf=400 Euro)

V.i.S.d.P.

Donata Bessey Landkutschersweg 10/205 72072 Tübingen

Auflage

1000 Exemplare

Erscheinungsdatum

Dezember 2004

WzW-Online

www.uni-tuebingen.de/ffw/wortzumwiwi.htm

Sprechstunde

Montag, 11-13 Uhr Mittwoch, 13-15 Uhr

Sitzung

Montag, 20 Uhr

Herausgeber

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften Nauklerstr. 47, 72074 Tübingen Tel.: 07071/29-74656 Fax: 07071/29-5231 www.uni-tuebingen.de/ffw wiwimail@web.de - 35 -


Platz f端r Eure Vorlesungmitschriften

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Wort zum WiWi Nr. 47 (WiSe 04/05)  

Tübingen, Spätherbst, die Blätter fegen einem um die Ohren und ebenso die Gerüchte: Steigen wir alle auf Bachelor/ Master (BA/MA) um? Werden...

Wort zum WiWi Nr. 47 (WiSe 04/05)  

Tübingen, Spätherbst, die Blätter fegen einem um die Ohren und ebenso die Gerüchte: Steigen wir alle auf Bachelor/ Master (BA/MA) um? Werden...

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