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26 – medianet special

Dienstag, 24. März 2015

Social Media Studien belegen, dass Web 2.0 in Unternehmen seit Jahren ein Thema von sehr großer Bedeutung ist

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Facebook & Co. werden oft noch falsch genutzt

Facebook holt jetzt eine Medienexpertin

© Facebook

Vienna Digital-Geschäftsführer Benjamin Ruschin: „Präsenz in Social Media ist kein Wundermittel!“ dino silvestre

Marianne Dölz (47) führt Facebook im deutschsprachigen Raum.

Wien. Beim E-Day: 15 der Wirtschaftskammer Wien wurde über die Social Media-Trends des Jahres 2015 diskutiert. Viele Marketingfachleute betonen ja seit Jahren die zunehmende Bedeutung von Facebook als Marketing-, Werbe- und Verkaufskanal. Diese Veränderung passiert laut Benjamin Ruschin, Geschäftsführer von Vienna Digital und Gründer von Manageers und Marketing Natives, nicht von selbst.

Hamburg/Menlo Park. Eine Medienexpertin übernimmt jetzt die Führung von Facebook im deutschsprachigen Raum: Die 47 Jahre alte Marianne Dölz werde künftig für Österreich, Deutschland und die Schweiz zuständig sein, gab das weltgrößte Online-Netzwerk jüngst bekannt. Dölz leitete bei der Verlagsgruppe Handelsblatt die Werbevermarktungs-Tochter IQ Media Marketing und war zuvor bei verschiedenen Mediaagenturen aktiv. Der Facebook-Manager F. Scott Woods, der den Job seit 2009 hielt, wolle sich auf eigenen Wunsch neuen Aufgaben innerhalb des Unternehmens widmen, heißt es in einer aktuellen Aussendung. „Die Leitung von Facebook im deutschsprachigen Raum ist eine Aufgabe, die mich packt und auf die ich mich wahnsinnig freue“, so Dölz. Sie wird an Martin Ott, Managing Director Northern, Central and Eastern Europe Facebook, berichten. www.facebook.com

„Man braucht eine ein Konzept, das im Einklang mit anderen Kanälen und Maßnahmen umgesetzt wird.“ Benjamin Ruschin Geschäftsführer vienna digital

„Die Präsenz in Social Media ist kein Wundermittel – man eröffnet nicht einfach eine Seite, und dann trudeln die Kunden ein. Vielmehr braucht es eine Strategie und ein Konzept, das im Einklang mit anderen Kanälen und Maßnahmen umgesetzt wird. Man muss Kunden an diversen Einstiegspunkten erreichen“, so der Digitalexperte.

© obs/Fachhochschule Lübeck/Nicole Gawlik

Innovative Plattform der FH Lübeck online

Facebook als Werbeträger Ein weiterer Trend, der sich laut Ruschin gerade abzeichnet, ist die wachsende Bedeutung von Facebook als Werbekanal, den immer mehr Unternehmen ernst nehmen und nutzen. „Dass Werbung auf Facebook nichts bringt, ist bereits widerlegt – das haben in den letzten Jahren auch Mediaagenturen und Unternehmen erkannt“, so Ruschin und er meint auch, dass „in Zukunft Facebook als Werbeträger noch viel relevanter werden wird, als es das heute bereits ist. Dieser Tatsache muss man ins Auge sehen, die Werbespendings dementsprechend anpassen und ganz klar in den Online-Bereich investieren.“ Das bedeutet aber nicht, dass jedes Unternehmen eine eigene Facebook-Seite braucht. Bedenken

Lübeck. Die Fachhochschule Lübeck mit ihrer Tochter oncampus GmbH stellt freie Bildung für alle im Web zur Verfügung. Mit der Entwicklung der anwenderfreundlichen und offenen Plattform mooin wird dieses Ziel konsequent umgesetzt. Die Plattform wurde erstmals auf der Moodle-Mahara-MootKonferenz 2015 in Lübeck vorgestellt. Dort wird freie Bildung für alle in Form von MOOCs, Massive Open Online Courses, angeboten. Die Vielfalt der Kursthemen ist breit: Vom Projektmanagement-Kurs bis zum anwenderorientierten VideoMOOC, der sich an KameraNeulinge wie Filmprofis gleichermaßen wendet, wird vieles angeboten. „Mit diesem neuen Lernformat teilen wir unser Wissen und unsere Erfahrung im E-Learning-Bereich. Die Plattformen werden mobil und nutzerfreundlich, Texte werden medial durch Videos ersetzt, und Hochschulen öffnen sich für neue Zielgruppen – freie Bildung für alle“, erklärt Andreas Wittke von der Fachhochschule Lübeck. www.mooin.oncampus.de

Vienna Digital-Chef Benjamin Ruschin: „In Zukunft wird Facebook als Werbeträger noch viel relevanter werden.“

muss man dabei allerdings, dass auch über Unternehmen, die nicht mit einer eigenen Seite in den Social Media vertreten sind, in den Online-Communities möglicherweise gesprochen wird. Daher empfiehlt sich, so Ruschin, in jedem Fall ein digitaler Selbst-Check, bei dem auch die Frage nach einer Social-MediaPräsenz gestellt werden sollte. Damit Facebook & Co nicht zur Stolperfalle für Unternehmen werden, gibt die Wirtschaftskammer Österreich bereits zum sechsten Mal Social Media-Guidelines für Mitglieder heraus und beauftragte für die Version 6.0 die Firma Vienna Digital mit der Überarbeitung und Erweiterung dieser Tippsammlung. Darin finden sich unter anderem Richtlinien für Mitarbeiter zum Umgang mit Social Media.

Fans & Follower „Die meisten Unternehmen haben über ihre Marketing-Abteilung begonnen, sich mit Social Media zu beschäftigen. Dadurch fehlen oft die entsprechenden Strukturen, um mit den Communities strategisch arbeiten zu können“, begründet Ruschin die Wichtigkeit dieser Guidelines. Diese hat sich allerdings bisher noch nicht weit herumgesprochen, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie von Christian Zich, Professor an der Technischen Hochschule Deggendorf, zeigt, bei der der

© TH Deggendorf

Zukunft im Blick (von li.): ILD Direktor Rolf Granow, Staatssekretär Rolf Fischer, Andreas Wittke, FH Lübeck.

© Katharina Schiffl

klare Strategie und

Christian Zich, Marketingexperte an der TH Deggendorf: Ernüchternde Studie.

gesamte Lebenszyklus eines „Fans“, vom Click auf den LikeButton bis zur Aufkündigung der Freundschaft, analysiert wurde.

Wenig motiviert „Hochspannend war, dass nur drei Prozent der Fans als Grund für einen Like einer Fanpage Gewinnspiele, Rabatte, etc. angaben. Das echte Interesse an einem Unternehmen, einer Marke ist der Hauptgrund für das ‚Liken‘ einer Fanpage“, so Zich. 37% der Fans gaben an, dass sie eine Fanpage liken, um Neuigkeiten und Informationen über die Marke zu erhalten. Überraschend war auch die große Anzahl von Fans (23%), die hoch emotionale Beweggründe, z.B. „entspricht meinen Einstellungen zum Leben“, für die Auswahl einer Fanpage angab. Insgesamt sind also rund 80% der Fans aufgrund ihrer Motivation potenzielle Multiplikatoren der Botschaften der Unternehmen. Und 76% der Fans gaben an, dass sie sich die Posts und Bilder auf dem Newsfeed ansehen – ein ganz erstaunlicher Wert, verglichen mit klassischen Kommunikationskanälen. Doch leider lassen sich darüber hinaus die Fans so gut wie überhaupt nicht aktivieren.

Langweilige Inhalte Denn nur noch 26% vergeben Likes, und der Anteil jener, die Postings kommentiert, teilt oder weiterempfiehlt, liegt bei mageren drei Prozent. „Diese Situation entspricht ganz und gar nicht den Prophezeiungen der Social-Media-Gurus, die ganz begeistert ein neues Zeitalter der Interaktion zwischen Unternehmen und deren Kunden in Aussicht stellten“, so Zich, der sich auch fragte, was der Grund für dieses niedrige Aktivitätsniveau der Fans ist. Seine Antwort dazu: „Vergleicht man die hohe Motivation, mit der die Fans an die Bindung einer Fanpage herangehen, und die Ideale, die sie mit dem Dasein als Fan verfolgen, mit der Qualität der Posts, so liegt die Antwort auf der Hand:

der größte Teil der Posts, die Unternehmen produzieren, sind es nicht wert, geliked, kommentiert oder geteilt zu werden.“ Oder wie es der Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz einmal recht drastisch formuliert hat: das Social Web ist ein „Wartezimmer für Idioten“. Allerdings lassen sich Menschen ungern als Idioten behandeln. Sie werden unzufrieden. Nur 30% der von Zich Befragten gaben an, „voll und ganz zufrieden“ zu sein, 56% sahen ihre Erwartungen zumindest „meistens erfüllt“, und

„Es gelingt nicht, die Einstellungen zur Marke, zum Unternehmen oder das Kaufverhalten im gewünschten Sinne zu beeinflussen.“ Christian Zich Marketingexperte und studienleiter

13% antworteten, mit den Inhalten unzufrieden zu sein. In Summe sind fast 70% der Fans mehr oder weniger enttäuscht. „Und wer unzufrieden ist, der wird über kurz oder lang die bewusste Seite links liegen lassen“, so Zich. „Als Hauptgrund für die Kündigung wurden uninteressante (34%) oder qualitativ schlechte (14%) Inhalte genannt. In Kombination mit der Aussage, dass einen die Marke nicht mehr interessiert (22%), zeigt dies ziemlich deutlich, dass die Marketer das angebotene Potenzial völlig unzureichend ausschöpfen“, fasst Zich zusammen. „Fasst man das alles zusammen, ist es nicht erstaunlich, dass es die Betreiber von Fanpages nicht schaffen, die Einstellungen zur Marke/zum Unternehmen bzw. das Kaufverhalten im gewünschten Sinne zu beeinflussen“, erklärt Zich abschließend.

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