Page 42

i m m o : c ov e r

42 – financenetreal:estate

Freitag, 18. Jänner 2013

financenet@medianet.at

short

© Christian Ladewig/pixelio.de

Deutsche Immobilien auch 2013 begehrt

Unterstützung für Baugewerbe, Energieausweis Kritik vor allem an fehlenden Förderangeboten für die Mieter

Üppigere Förderrunde für die thermische Sanierung

Frankfurt. Trotz steigender Preise bleiben Immobilien in Deutschland eine wichtige Geldanlage – auch für ausländische Investoren. Der Immobilienmarkt habe eine „große internationale Anziehungskraft”, ergab eine Umfrage von Ernst & Young unter 120 Banken, Versicherungen, Immobilienfonds und börsennotierten Immobiliengesellschaften. Ausländische Investoren spielten auch 2013 eine „größere Rolle”. Trotz der insgesamt hohen Zahl an Interessenten werde das Preisniveau insgesamt weitgehend stabil bleiben, heißt es in der Studie. Auf Teilmärkten wie Wohnimmobilien seien allerdings Anstiege möglich. 2012 wurde auf dem deutschen Immobilienmarkt ein Transaktionsvolumen von etwa 36 Mrd. € erreicht. (APA)

Auffanggesellschaft für Griffnerhaus gegründet Klagenfurt. Am Mittwoch ist eine Auffanggesellschaft für den pleite gegangenen Kärntner Fertighaushersteller Griffnerhaus gegründet worden. Sie soll dem Masseverwalter ein Angebot zur Übernahme der Aktivitäten unterbreiten, das auch die Verträge mit Hauskäufern beinhaltet. Federführend an der Gewerke Errichtungs GmbH ist der bisherige Minderheitseigentümer Günter Kerbler. Auch das Land Kärnten hat bereits seine Bereitschaft zur Hilfe signalisiert. (APA)

© Panthermedia.net/Wolfgang Filser

Baukosten stiegen 2012 langsamer an

Baukosten stiegen in Österreich laut Statistik Austria um 2,1 Prozent.

Wien. Die Baukosten in Österreich sind 2012 langsamer gestiegen als 2011. Der Baukostenindex für den Wohnhausund Siedlungsbau legte 2012 im Schnitt um 2,1 Prozent auf 104,4 Punkte zu. 2011 hatte es einen Anstieg um 2,3 Prozent gegeben. Die Kosten für den Brückenbau legten 2012 im Jahresschnitt um 2,4 Prozent auf 106,7 Punkte zu, nach einem Zuwachs von 4,2 Prozent im Jahr davor; vor allem gesunkene Stahlkosten dämpften hier den Preisauftrieb. Am stärksten legten die Kosten für den Straßenbau zu: Im Jahresschnitt gab es ein Plus von 4,5% auf 110,3 Punkte. (red/ag)

Wirtschaftsminister Mitterlehner, Bau-Innungsmeister Frömmel: Förderungen werden zunehmend für größere Objekte eingesetzt.

erzeugt. Weiters konnten damit bereits 3,3 Mio. t CO2 eingespart werden. Frömmel: „Mit der Einführung des befristeten Konjunkturbonus und der Entbürokratisierung bei der Abwicklung hoffen wir auf einen neuen Schwung bei der Ausschöpfung der Fördermittel.“ Wichtig sei allerdings noch, dass „auch die Länder ihre Sanierungsförderungen entsprechend bereitstellen, um insgesamt möglichst attraktive Förderpakete für sanierungswillige Bürger zu schaffen“. Kritik am Fördermodell kommt von der Arbeiterkammer (AK): Auch heuer sei dabei auf Angebote für Wohnungsmieter vergessen worden, obwohl über 40% der Wohnungen in Österreich vermietet sind. Mitterlehner verweist im Gegenzug darauf, dass im Vorjahr bereits 46% der ausbezahl-

Lob und Kritik Im Vergleich zu 2011 waren die Privaten und Betriebe zurückhaltend bei den Investitionen in die Sanierung, daher sei weniger auf die Förderungen zurückgegriffen worden, so Mitterlehner. Ein weiterer Grund sei gewesen, dass die Baukonjunktur bis September 2012 gut lief und Baufirmen erst ab Herbst mit einer größeren Bewerbung der thermischen Sanierung begonnen hätten. Die neue Förderrunde soll nun im auftragsschwächeren Frühjahr helfen und auch neue Bau-Investitionen rascher in Gang setzen. Die Baubranche ist über die aufgestockte Förderrunde 2013 erfreut. Wie Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel vorrechnet, habe in der Vergangenheit jeder Förder-Euro 10 € an Investitionen

ten Förderungen für den (oft für Mietwohnungen bestimmten) mehrgeschoßigen Wohnbau ver-

Wie viel Geld wofür? Förderungen für die thermische Gebäudesanierung sind derzeit bis 2016 vorgesehen. Die 2012 vergebenen 77 Mio. € an Förderung haben laut Wirtschaftsministerium Investitionen von 655 Mio. € hervorgerufen und halfen 10.000 Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten. Saniert wurden 15.500 Privat- und 600 Betriebsgebäude. Österreichs Betriebe holten sich im Vorjahr 24 der für sie vorgesehenen 30 Mio. € (80%), die Privaten nützen 53,2 der für sie geplanten 70 Mio. € aus (76%). Das übriggebliebene Fördergeld aus 2012 wird heuer befristet als „Konjunkturbonus“ ausgezahlt: Dieser fließt nur, wenn das Sanierungsprojekt bis zum 30. Juni 2013 einreicht und bis 31. März 2014 abgeschlossen wird. Dafür gibt

Ernst & Young Mehr als zwei Drittel der Befragten erwarten mehr Transaktionsvolumen

Zuversicht am Immobilienmarkt Wien. Der österreichische Immobilienmarkt wird im europäischen Vergleich voraussichtlich an Attraktivität gewinnen. In der Folge könnte Österreich heuer wieder mehr größere Deals und auch insgesamt mehr Transaktionen sehen. Auch die Preise in guten Lagen dürften steigen, und zwar sowohl für Büro-, Wohn- und Einzelhandelsimmobilien. Dies sind Ergebnisse des „Trendbarometers Immobilien-Investmentmarkt 2013“ von Ernst & Young.

geworden sind“, so Alexander Wlasto, Partner bei Ernst & Young in Wien. Doch dem Markt werde im internationalen Vergleich die nötige Robustheit zugetraut. Die Banken werden sich freilich aufgrund der zunehmenden Regulierung weiterhin zurückhalten, so 85% der Studienteilnehmer. Andererseits: Während 2012 nur 36% der Befragten Versicherungen als neue Fremdkapitalgeber gesehen

haben, sind es heuer fast neun von zehn. Die wichtigsten Käufer- und Verkäufer dürften Wohnungs- und Immo-AGs auf Anbieterseite sowie Opportunity/Private-Equity-Fonds und vermögende Private auf der Nachfrageseite sein. Rund zwei Drittel der Befragten erwarten mehr Cross-Border-Transaktionen. Immer wichtiger auf der Liste der Investitionskriterien sind GreenBuilding-Standards. (red)

Große Player befragt Befragt wurden u.a. Banken, Geschlossene Fonds sowie börsennotierte und auch staatliche Gesellschaften, die am österreichischen Immobilienmarkt aktiv sind (21 Marktteilnehmer in Summe). Mehr als sieben von zehn Befragten erwarten ein insgesamt steigendes Transaktionsvolumen, und knapp neun von zehn sehen den heimischen Markt im internationalen Vergleich als attraktiv. „Der Zuwachs an Vertrauen heißt nicht, dass die Zeiten weniger stürmisch

wendet wurden – dieser Wert sei immerhin eine Verdoppelung zu 2011. (gst/ag)

facts es einen Bonus von 2.000 € bei umfassenden Sanierungen oder 1.000 € bei einer Teilsanierung. In Summe sind so bis zu 9.300 € Förderung für ein Projekt möglich. Anlaufstellen für Private Einreichungen für die Förderrunde 2013 sind bereits möglich; für private Immobilienbesitzer sind die Banken und Bausparkassen die Anlaufstelle (siehe auch: www.sanierung2013.at). Weg zur Förderung für Betriebe Informationen für Förderungen gewerblich genutzter Gebäude und (ausschließlich elektronische) Einreichungen gibt es auf der Online-Plattform von Kommunalkredit Public Consulting (KPC): www.publicconsulting.at

Im Meer „Unklare Regeln“

Strabag bremst bei Windparks

Wien. Der Baukonzern Strabag verschiebt die für die kommenden Jahre geplanten Investitionen in Höhe von mehreren Mio. € für Windkraftanlagen im Meer. Der Bauriese will „bis auf Weiteres” keine Gelder in die Errichtung einer Fabrik und Spezialschiffe zum Transport der selbst entwickelten Beton-Schwerkraftfundamente für Offshore-Windkraftanlagen aufwenden. „Es sprechen noch zu viele Gründe dagegen”, so Konzernchef Hans Peter Haselsteiner.

Vorsicht in Deutschland © Ernst & Young; Panthermedia.net/Digitalpress/Josef Muellek

2012 wurden in Deutschland Immobilien um 36 Mrd. Euro gehandelt.

Wien. Neue Runde für die Förderung der Thermischen Sanierung in Österreich – und zwar mit einem höheren Gesamtbetrag: Private und betriebliche Immobilienbesitzer haben 2012 fast ein Viertel der möglichen Fördersumme von 100 Mio. € für thermische Sanierungen liegen lassen und sich nur 77 Mio. € abgeholt. Die restlichen 23 Mio. € aus 2012 werden daher heuer zusätzlich zu den vorgesehenen 100 Mio. € heuer als zeitlich begrenzter „Konjunkturbonus” ausgeschüttet, so Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Die Höchstfördersumme steigt samt neuer 300 €Förderung für den „Energieausweis” auf 9.300 €; die Förderung darf dabei höchstens 30% der Sanierungskosten ausmachen. Damit wird der seit November des Vorjahrs vorgeschriebene Energieausweis heuer mehr Bedeutung bekommen, wird erwartet.

© BMWFJ/Ernst Kainerstorfer; WKO/Michael Hetzmannseder

Baubranche setzt seit Herbst 2012 verstärkt auf Förderung, Summe heuer auf 123 Mio. Euro erhöht.

Alexander Wlasto, Ernst & Young Wien: „Markt wird nötige Robustheit zugetraut.“

Er verwies etwa auf die „unklare rechtlichen Situation”, die „unklare Zukunft der Energiepolitik am deutschen Markt”, die „fehlende Speichertechnologie für Strom aus erneuerbaren Quellen” und die „fehlende Transportmöglichkeit der Energie vom Erzeuger zum Verbraucher”. Die Strabag ist zu 51% an 15 Projektgesellschaften zur Entwicklung von OffshoreWindparks beteiligt – daran ändere sich nichts. (red)

medianet  

medianet - die ganze Zeitung

medianet  

medianet - die ganze Zeitung

Advertisement