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Impact 2012: Implenias Weichen auf Erfolg gestellt Seite 4

Tunnelbohrmaschinen: von Buchrain nach Bahrain geschickt Seite 16

Umfrage: Wie arbeitet Ihr unter Wasser? Seite 30 Fr端hling 2012 Ausgabe 18

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Das Magazin f端r unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Übersicht

Übersicht

Plattform Frühsport zur Unfallvorbeugung

Plattform Implenia im Jahr 2020…

Reportage Von Buchrain… auf die Reise geschickt

Bauprojekte und Baustellen «Neugrüen» Mellingen: grösste Holzbausiedlung

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Seite 12

Seite 16

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Bauprojekte und Baustellen Lausanne: interne Zusammenarbeit trägt Früchte

Umfrage Im Wasser arbeiten: Wie ist dies möglich?

Vermischtes Wo die Winterspiele 2014 eröffnet werden

Vermischtes Lehrlingsausbildung während der Kälteperiode

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Seite 30

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Titelbild Die Tauchequipe des Wasserbaus in Vevey bei der Sanierung der Hafenanlage (siehe Seite 30, Umfrage beim Wasserbau; Foto: Marc-André Marmillod)

Impressum Adresse der Redaktion: Implenia Management AG, Redaktion Impact, Industriestrasse 24, 8305 Dietlikon, redaktion@implenia.com Redaktionskomitee: Andrej Berndt, Industrial Construction, Wallisellen Philipp Bircher, Marketing/Kommunikation, Dietlikon Gabriela Bouras, Construction, Infra, Genève Esther Bürki, Marketing/Kommunikation, Dietlikon Eva Fausch, Bau, Infra, Chur Thomas Foery, Human Resources Konzern, Dietlikon Sylvie Pichault, Bau, Infra, Basel Maria Sommer, Human Resources Development, Dietlikon Roger Teuscher, Marketing/Kommunikation, Dietlikon Claude Vollenweider, Marketing/Kommunikation, Dietlikon Fotos: Implenia; Daniel Zihlmann; Marc-André Marmillod; Pierre Albouy; Gerry Amstutz und Franz Rindlisbacher; Fotostudio Di Cristo & Ruggiero

Design: Lacher-Dumas Communications, Zürich 01.DE-FR.007.05.12

Mitarbeitermagazin des Implenia Konzerns, erscheint dreimal jährlich

Druck: Printlink AG, Zürich Nächster Redaktionsschluss: 15. Juni 2012

Adressänderungen Als Mitarbeitende senden Sie Ihre Adressänderung an: Implenia Management AG, Human Resources, Adressänderung, Bahnhofstrasse 24, 5001 Aarau, oder hr-help@implenia.com Als Pensionierte wenden Sie sich an: Implenia Vorsorge, Adressänderung, Bahnhofstrasse 24, 5001 Aarau. Als Kunde melden Sie Ihre Änderung an: Implenia Management AG, Redaktion Impact, Industriestrasse 24, 8305 Dietlikon.

Übersetzungen: iTranslations GmbH, Zug

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Plattform

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Vorwort

Liebe Mitarbeiterinnen und liebe Mitarbeiter Seit dem letzten Impact haben wir alle viel bewegt. Das letzte Geschäftsjahr haben wir mit Bravour abgeschlossen, so konnten wir Anfang März erstklassige Ergebnisse bekanntgeben. Ich hatte die Ehre und – ehrlich gesagt – auch das Vergnügen, unsere Ergebnisse zusammen mit unserem CFO, Beat Fellmann, unseren Investoren und der Presse zu präsentieren. Dieses Ergebnis wurde mit viel Respekt aufgenommen: Wir haben unsere Konkurrenz, die Presse und unsere Investoren positiv überrascht. Diese erstklassige Performance ist nur durch Ihren Top-Einsatz zustande gekommen. Dafür kann ich nur eins sagen: «Danke!» Sie dürften echt stolz sein. Nun, 2011 ist leider bereits Geschichte. Wir sind voll im 2012 drin, der kalte Winter ist vorbei, und unsere Baustellen laufen wieder auf Hochtouren. Es geht auch in diesem Jahr darum, weiterzukommen, neue und gute Kundenaufträge zu holen, Projekte gut abzuwickeln und vieles mehr. Eins spüre ich klar: Wir stehen nicht still! Mit dieser Impact-Ausgabe stellen wir Ihnen wiederum ganz viele Mitarbeitende bei ihrer Arbeit vor. Sie können zahlreiche Beispiele dafür entdecken, wo unsere Arbeitskolleginnen und -kollegen im Einsatz stehen, und die zeigen, wie vielfältig unser Unternehmen ist: Nehmen Sie zum Beispiel unsere Tauchequipe, die alle möglichen Bauarbeiten unter Wasser ausführt; unsere Werkhofmitarbeitenden, die zwei Tunnelbohrmaschinen in den Mittleren Osten schicken; unser Genfer Notfallteam, das beim Wasserrohrbruch auf der wichtigsten, sechsspurigen Strasse in Genf oder beim grössten Brand seit 35 Jahren Hilfe leistet; unsere Kollegen in Norwegen, die interessante Aufträge hereinholen und neue Wahrzeichen konstruieren; unsere Projekt-

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entwickler, die in Basel und in Benglen die Schweiz von morgen bauen; unsere HR-Development-Abteilung, die in uns schlummerndes Potenzial wecken will; unsere Kolleginnen und Kollegen, die sich über die Konzernbereichsgrenzen zusammenschliessen und dadurch mehr Aufträge gewinnen; unsere Verantwortlichen für Arbeitssicherheit, die immer wieder neue Wege finden, um die Gesundheit zu schützen, usw. «Chapeau…!» kann ich da nur sagen, wie schon mein Kollege René Zahnd, der auf einer Baustelle in Bern über die Fertigkeiten der Mitarbeitenden staunte. Noch gespannter als sonst warte ich auf die nächste Impact-Ausgabe, die im Herbst erscheinen wird. Sie wird nicht nur mit weiteren einzigartigen Geschichten aus unserer Implenia, sondern auch in einem neuen Gewand daherkommen. Lassen wir uns überraschen! Herzlich, Anton Affentranger anton.affentranger@implenia.com

PS: Einige unter uns haben kürzlich die Herausforderung des Zürichund des Genfer Marathons angepackt. Was kommt mir da in den Sinn? Leidenschaft, Teamspirit, Professionalität (eines perfekten Profis wie Ruedi Wild!) und Höchstleistung… oder in einem Wort ganz einfach zusammengefasst: Implenia!

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Implenia überzeugt – in den Schweizer Medien war das Echo auf die im März veröffentlichten Jahreszahlen 2011 durchwegs positiv.

Operatives Ergebnis

77,7 58,3

57,1

19,4

12,3

2010

2011

3,7%

10,5

2009

3,3%

2,6% 23,7

2008

3,0%

1,6% 32,8

0

5,9

20

6%

2007

40

38,7

60

10% 8%

35,3

59,0

80

67,6

100

81,4

93,7

(in Mio. CHF)

4% 2%

1. Semester Privera-Verkauf CHF 11,3 Mio.

0%

2. Semester Marge

Ergebnis 2011: eine beeindruckende Leistung! 2011 war für Implenia finanziell ein ausgezeichnetes Jahr, wir alle können stolz darauf sein. Sowohl beim Umsatz (2,5 Mia. CHF; +6%), beim Gewinn aus dem operativen Geschäft (94 Mio. CHF; +22%) wie auch beim Konzerngewinn (61 Mio. CHF; +17%) haben wir Bestmarken erreicht. Seit der Gründung von Implenia 2006 ist es uns gelungen, den Erfolg unseres Tuns Jahr für Jahr zu steigern (siehe Grafik). Diese Entwicklung ist beeindruckend und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Real Estate: Generalunternehmung und Projektentwicklung mit Rekord Die Generalunternehmung war 2011 gut unterwegs und hat ihr Mittelfristziel von 20 Mio. CHF EBIT bereits zwei Jahre früher als geplant erreicht. Mit einer EBIT-Marge von 1,7% besteht weiterhin Verbesserungspotenzial, das es durch weitere Optimierung der Prozesse und insbesondere die erfolgreiche Einführung des neuen Riskmanagements in den kommenden Monaten und Jahren zu realisieren gilt. 2011 hatte die Generalunternehmung damit zu kämpfen, dass sie für ihre Tätigkeit mehr Kapital brauchte als in den Vorjahren. Wir sind überzeugt, dass sie mit den angedachten Massnahmen auch beim investierten Kapital auf den alten Erfolgspfad zurückkehren wird. Mit der Projektentwicklung haben wir Banken, Analysten und Investoren so richtig überrascht. Vor wenigen Jahren hat uns niemand geglaubt, dass wir aus dieser Tätigkeit mal ein EBIT in der Grössenordnung von rund 25 Mio. CHF erzielen werden. Der stete Ausbau unserer «Landbank» zahlt sich nun mehr und mehr aus. Auch 2011 konnten wir wieder in für Implenia matchentscheidende Projekte investieren: «Wrighthouse» in Opfikon, «The Metropolitans» in Zürich oder das «Unterfeld» in Baar bei Zug sind dabei nur einige Beispiele. Zudem realisieren wir in Basel mit der «schorenstadt» ein Leuchtturmprojekt für die 2000-Watt-Gesellschaft.

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Bau Infra: nach einem harzigen Start rasch gehandelt In der Bauproduktion lief es im ersten Semester 2011 nicht wie gewünscht. Die rasche und transparente Analyse der Probleme sowie die danach eingeleiteten Korrekturmassnahmen haben die Ertragslage stabilisiert. Im zweiten Halbjahr ist es uns denn auch gelungen, an das gute Ergebnis aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Die Westschweiz hat es als einzige Region geschafft, sowohl das Budget als auch die Vorjahreswerte zu übertreffen. Nun heisst es, einen Schritt weiter zu gehen und die eingeleiteten Massnahmen insbesondere in der Deutschschweiz konsequent umzusetzen. Die Konzernleitung hat in ihrem Strategieworkshop Ende April die Situation der Bau Infra nochmals eingehend diskutiert und hält unverändert an der mittelfristigen EBITZielsetzung von 30 Mio. CHF (bei unverändertem Umsatz) fest. Industrial Construction: sehr gutes Tunnelling-Ergebnis in der Schweiz und zweiter Heimmarkt in Norwegen gefunden Der Bereich Tunnelling in der Schweiz ist 2011 hervorragend gelaufen und hat viel zum sehr erfreulichen Ergebnis des Konzernbereichs Industrial Construction beigetragen. Zusätzlich Schwung hat auch die Einigung des Consorzio TAT (Implenia Anteil 25%) mit der AlpTransit Gotthard über Nachtragszahlungen sowie über die bis zum Abschluss unserer Arbeiten zu leistenden Zahlungen gebracht. Seit dem erfolgreichen Zukauf in Norwegen ist es uns gelungen, unter dem Namen Implenia wichtige und spannende Aufträge zu akquirieren. Auch wenn das «Pflänzchen» noch klein ist, haben wir Grosses vor mit dem neuen Heimmarkt Norwegen. Zurzeit wird an rund 30 Projekten gearbeitet. Dank dem künftigen Wachstum in Norwegen können wir das sich reduzierende Volumen im Tunnelbau Schweiz mehr als kompensieren. Unsere Freude an Implenia Norge teilen wir übrigens mit vielen unserer Aktionäre und Kreditgeber. Die Basis ist gelegt, dass wir unser angestrebtes Ziel von 20 Mio. CHF EBIT nachhaltig erreichen können.

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Die Generalversammlung 2012 markierte den Abschluss eines erfolgreichen Geschäftsjahres 2011.

Corporate Center: hohe Kostendisziplin bei gleichzeitiger Mehrleistung Trotz markanten Mehrleistungen (z.B. im Rechtsdienst und im Controlling) sind die Kosten für das Corporate Center seit fünf Jahren praktisch unverändert. Mit den zentralen Dienstleistungen wird einerseits die Effizienz und Zuverlässigkeit der administrativen Prozesse sichergestellt, andererseits aber auch für die Einhaltung wichtiger gesetzlicher und regulativer Bestimmungen gesorgt (z.B. Börsenbestimmungen, Wettbewerbsrecht usw.). Mit der Neupositionierung der Personalabteilung und dem Aufbau eines zentralen Einkaufs wurden in den letzten Monaten wichtige Akzente gesetzt. Stark finanziert – attraktive Dividende für Aktionäre Abschliessend bleibt festzuhalten, dass Implenia über eine starke Bilanz, eine bis ins Jahr 2016 gesicherte Finanzierung sowie über eine gesunde Liquidität verfügt. Unsere Eigenkapitalbasis ist im Branchenvergleich sehr solide. Dank dem guten Ergebnis 2011 konnte unseren Aktionären eine attraktive Dividende ausgeschüttet werden. Wer in Implenia investiert ist – und das sind dank unserem attraktiven Aktienbeteiligungsprogramm glücklicherweise auch immer mehr Mitarbeitende – kommt auf eine beachtliche Rendite von 4,7% (inkl. Steuereffekt). Bereits sind wir intensiv mit den Herausforderungen des laufenden Jahres beschäftigt. Trotzdem dürfen wir nach wie vor mit Freude und Genugtuung festhalten, dass wir 2011 das Fundament unserer Implenia massgeblich verstärkt haben. Dafür danke ich Ihnen herzlich! Beat Fellmann, CFO und Leiter Corporate Center, Dietlikon beat.fellmann@implenia.com

Ausblick 2012: Zuversicht dank mehr Kundennähe Hoher Auftragsbestand – Optimierungsprojekte und Wachstumsinitiativen Nach wie vor bewegen wir uns beim Auftragsbestand auf einem Niveau von etwas mehr als 3 Mia. CHF! Dies ist ein ausgezeichneter Wert und demonstriert klar das Vertrauen unserer Kunden und ihre Anerkennung unserer technischen Leistungsfähigkeit. Besonders erfreulich unterwegs ist Implenia weiterhin in den Regionen Westschweiz und Tessin. Dieses Jahr fokussieren wir unsere Anstrengungen auf Kundennähe und verbesserten Kundenservice. Ich bin zurzeit daran, mit einer kleinen Gruppe mit Vertretern aus allen Divisionen das Thema Account Management zu schärfen und konkrete Massnahmen zu erarbeiten. Ich werde Sie gerne im Verlaufe des Jahres über dieses wichtige Thema informieren. Zudem habe ich mit meinen Kollegen eine neue Konzernleitungssitzung eingeführt. An dieser Sitzung, die alle vier Wochen am Freitagnachmittag stattfindet, sollen nur Themen im Zusammenhang mit Kunden besprochen werden. Die Woche mit dem Kunden im Kopf abschliessen – das ist unser Motto. Mit dem Projekt «Modernisierung» machen wir uns schliesslich Gedanken, wie wir in der Schweiz weiter wachsen können. Sie sehen also, dass wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern an allen Fronten (zentraler Einkauf Konzern, Riskmanagement GU, Neuorganisation Hochbau D-CH, Verbesserung der Infra-Logistik usw.) notwendige Massnahmen für den langfristigen Erfolg von Implenia vorbereiten und realisieren. Lassen Sie uns also mit Zuversicht die Zukunft anpacken! Anton Affentranger

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Verwaltungsratspräsident Markus Dennler besucht die Baustelle Riedmühlepark in Dietlikon und lässt sich von Bauführer Thomas Bucher über den aktuellen Stand der Arbeiten informieren.

«Implenia kann ihre Dynamik und Durchschlagskraft weiter steigern» Seit Oktober 2011 präsidiert er den Implenia Verwaltungsrat und prägt in dieser Funktion die Strategie unseres Unternehmens mit. Markus Dennler hat sich mit Impact über seine Aufgaben, seine Werte und die künftigen Herausforderungen für Implenia unterhalten. Herr Dennler, was schätzen Sie am meisten an Ihrer Aufgabe? Markus Dennler: Die Strategie eines Unternehmens mitzuprägen, das die Schweiz von morgen entwickeln und bauen will, ist sehr spannend. Zudem vertrete ich das Unternehmen auch nach aussen gegenüber unseren Aktionären und weiteren «Stakeholdern». Dies für ein Unternehmen zu tun, auf das ich stolz bin, empfinde ich als sehr befriedigend. Gibt es bestimmte Grundwerte, die Sie bei Ihrer Arbeit leiten? Werte wie Teamspirit, Offenheit und Transparenz stehen für mich ganz oben. In meiner Rolle als Verwaltungsratspräsident lege ich viel Wert darauf, dass wir diese im Verwaltungsrat auch leben. Wie muss man sich das konkret vorstellen? Mir ist wichtig, dass der Verwaltungsrat als Team funktioniert. Wir haben das Glück, dass jedes Mitglied einen sehr unterschiedlichen Hintergrund und Erfahrungsschatz mitbringt. Themen können somit aus verschiedenen Blinkwinkeln betrachtet werden. Ich lege Wert darauf, dass wir auch unterschiedliche Meinungen im Verwaltungsrat offen diskutieren. Die beiden Verwaltungsräte Toni Wicki und Philippe Zoelly sind ja bekanntlich per April 2012 aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Können Sie bereits etwas zur Nachfolge sagen? Wir suchen zurzeit intensiv nach Persönlichkeiten – unter anderem nach einer Vertretung aus der Romandie –, die den Implenia Verwaltungsrat ergänzen werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens

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an der Generalversammlung nächstes Jahr unseren Aktionären eine Kandidatin oder einen Kandidaten präsentieren können. Wie würden Sie die Aufgabe des Verwaltungsrats beschreiben? Der Verwaltungsrat hat als Gremium die Aufsicht über den Konzern. Wichtig dabei: Indem sich dieser auf strategische Fragen konzentriert und die Konzernleitung operativ tätig ist, stellen wir eine klare «Gewaltentrennung» sicher. Es ist wichtig, dass der Verwaltungsrat Distanz zum operativen Tagesgeschäft wahrt, denn er muss die langfristigen Chancen, Risiken und Herausforderungen des Unternehmens weitblickend beurteilen können. Er muss die strategischen Weichen so stellen, dass Implenia langfristig erfolgreich sein kann. Wo sehen Sie diese langfristigen Chancen? Anlässlich der Generalversammlung 2012 habe ich von sogenannten «Makrotrends» gesprochen. Nehmen Sie hier zum Beispiel das Thema Energiewende und den Entscheid des Bundesrates im letzten Jahr, langfristig aus der Atomkraft auszusteigen. Dies bedeutet, dass wir uns in der Schweiz bereits heute Gedanken machen müssen, wie wir die daraus entstehende «Energielücke» schliessen können. Wenn man sich vor Augen führt, dass heute mehr als die Hälfte des Bruttoenergieverbrauchs direkt oder indirekt für die Erstellung und den Betrieb von Bauten benötigt wird, zeigt sich, dass wir als Baudienstleisterin einen wichtigen Beitrag leisten können. Deshalb überlegen wir uns zurzeit unter dem Stichwort «Modernisierung», welche Lösungen wir unseren Kunden in diesem Bereich zukünftig anbieten können. Wo sehen Sie weitere langfristige Herausforderungen für Implenia? Ich bin überzeugt, dass Implenia grosses Potenzial hat und ihre Dynamik und Durchschlagskraft weiter steigern kann. Themen wie

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Markus Dennler in Kürze Markus Dennler ist seit 1. Oktober 2011 Verwaltungsratspräsident der Implenia und war vorher seit März 2006 deren Vizepräsident. Seit 2005 bis zur Fusion mit der Zschokke Holding AG im Jahr 2006 war er Präsident des Verwaltungsrates der Batigroup Holding AG. Er ist Mitglied des Verwaltungsrates der Swissquote Holding AG, der Zattoo International AG sowie der Petroplus Holdings AG und Vizepräsident der Allianz Suisse sowie Vorstandsmitglied der British-Swiss Chamber of Commerce. Nach seiner Ausbildung an der Universität Zürich, die er mit dem Doktorat der Rechtswissenschaften abschloss, erwarb er das Anwaltspatent. Er trat 1986 in die Credit Suisse Group ein und wurde im Jahr 2000 Mitglied der Geschäftsleitung der Credit Suisse Financial Services. Anfang 2005 machte er sich in Zürich als Rechtsanwalt selbständig.

Raumplanung, Verdichtung und Nachhaltigkeit werden zudem künftig weiter an Gewicht gewinnen. Gerade als Projektentwicklerin werden wir hier gefordert sein. Zudem haben wir grosses Potenzial als Firma, wenn es uns gelingt, unser integriertes Geschäftsmodell weiter zu optimieren und gegenüber unseren Kunden noch stärker als «one company» aufzutreten. Und eine weitere Chance liegt für Implenia natürlich im Ausland. In Norwegen haben wir nun gemeinsam mit dem schlagkräftigen Team vor Ort die Chance, unser Know-how im Infrastruktur- und Tunnelbau unter Beweis zu stellen. Sehen Sie auch Risiken? Ob wir unsere Ziele erreichen können, hängt zu einem grossen Teil davon ab, ob es uns auch gelingt, genügend qualifizierte Mitarbeitende und neue Talente für das Unternehmen zu gewinnen. Dies ist wiederum abhängig davon, wie attraktiv wir als Arbeitgeberin sind. Gleichzeitig müssen wir auch die Entwicklung der bestehenden Mitarbeitenden mit einem umfassenden internen Aus- und Weiterbildungsangebot fördern. Ein weiteres Thema, das uns auch weiterhin beschäftigen wird, sind die engen Margen in unserem Geschäft. Wenn wir in der Generalunternehmung und der Bauproduktion auch weiterhin profitabel sein möchten, führt kein Weg daran vorbei, weiterhin an unserer Effizienz und unserem Risikomanagement zu arbeiten. Gibt es eine Implenia Baustelle, die Sie besonders fasziniert? Das Spannende ist ja, dass jedes unserer Projekte ein Prototyp ist, ob es sich nun um eine Grossbaustelle wie den Gotthard oder um eines unserer zahlreichen kleineren Projekte handelt. Ich würde sogar sagen: Jedes unserer Bauprojekte ist wie ein kleines Kunstwerk. Ins Staunen bringt mich beispielsweise unsere Europaallee-Baustelle hier in Zürich. Es ist doch unglaublich, wie es unsere Leute schaffen, die Logistik an

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dieser zentralen Lage so reibungslos abzuwickeln, dass man kaum etwas von der Baustelle bemerkt! Erlauben Sie uns noch eine Abschlussfrage: Was macht Markus Dennler nach einer intensiven Verwaltungsratssitzung, um seinen Kopf «durchzulüften»? Hervorragend entspannen kann ich mit klassischer Musik. Ich gehe oft in ein Konzert. Es kann auch schon mal vorkommen, dass ich mich ganz spontan entscheide, eine Aufführung zu besuchen. Zuletzt war dies beim Musical «Singin’ in the Rain» in London der Fall, das ich übrigens nur empfehlen kann. Interview: Philipp Bircher, Leiter Kommunikation Konzern philipp.bircher@implenia.com

4 Fragen, 4 Antworten Das «Margritli» ist für mich… ein Sympathieträger. Hätte ich einen Bauberuf gewählt, dann wäre ich… Architekt geworden. Implenia ist eine tolle Firma, weil… tolle Menschen für das Unternehmen arbeiten. Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde ich… mir gar nichts wünschen, denn ich bin rundum glücklich.

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Damit der Start ins Berufsleben gut gelingt: Die Betreuung der kaufmännischen Lernenden gehört zu den Aufgaben der Abteilung HR Development.

Maria Sommer, Leiterin der Abteilung HR Development

«Motivierte und qualifizierte Mitarbeitende sind für die Wettbewerbsfähigkeit zentral» Seit kurzem gibt es bei Implenia die HR-Development-Abteilung. Wie sich im Arbeitsalltag gezeigt hat, kann der Name zu Verwechslungen führen. Sicher ist, die Abteilung HR Development beschäftigt sich weder mit der Projektentwicklung, noch ist sie die zuständige HR-Abteilung für Implenia Development. Im Interview erklärt Maria Sommer, Leiterin der Abteilung, die Zuständigkeiten und mit welchen Massnahmen sie die Ziele erreichen wollen. Wofür ist die Abteilung HR Development zuständig? Maria Sommer: Beim HR Development geht es um die Personalentwicklung, also um das Fördern und Fordern der Mitarbeitenden. Unsere Massnahmen unterstützen einerseits aktiv die persönliche und berufliche Entwicklung der Mitarbeitenden, andererseits leisten sie einen bedeutsamen Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele. Denn motivierte und qualifizierte Mitarbeitende sind für die Wettbewerbsfähigkeit von Implenia zentral. In unseren Zuständigkeitsbereich fallen auch die Betreuung der 20 kaufmännischen Lernenden sowie das Personalmarketing.

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Das HR Development befindet sich in der Aufbauphase, trotzdem haben Sie mit dem Karriereprogramm Baukostenplanung (mehr Informationen dazu auf www.implenia.com > Karriere > Aus- und Weiterbildung) schon ein grosses Projekt lanciert. Welche weiteren Projekte haben Sie bereits in Angriff genommen? Neben der laufenden Bedarfsanalyse und der Evaluierung von bisherigen Schulungsangeboten sammeln wir die Schulungshistorie der Mitarbeitenden, um bereits besuchte Schulungen in unser neues Veranstaltungsmanagement einpflegen zu können. Dieses Online-Tool wird demnächst erscheinen. Ein weiteres Projekt ist die Code-ofConduct-Schulung. Im Sommer wird allen technisch-kaufmännischen Mitarbeitenden ein E-Learning zum Code-of-Conduct zur Verfügung stehen. Aus- und Weiterbildung sowie Talentmanagement gehören auch zu unseren Nachhaltigkeitsprojekten. Welche Aktivitäten sind diesbezüglich im Gange? In einer Projektgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Konzernbereichen wurden die dringlichsten Bedürfnisse eruiert. Durch Angebote aus den Bereichen Vertragsmanagement oder auch

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HR Development hat auch mit Selbstverantwortung zu tun, hohe Lernbereitschaft beschleunigt die Entwicklung. Alle Aus- und Weiterbildungsmassnahmen sollen zielgerichtet sein. Die Teilnehmenden eines Persönlichkeitsentwicklungsseminars setzen diesen Grundsatz bei einem kurzen Exkurs in die Welt des Fechtens um.

Fremdsprachen können wir diese in der Zwischenzeit bereits abdecken. Selbstverständlich bleiben wir nun am Ball und gehen über die dringlichsten Bedürfnisse hinaus, schliesslich wusste bereits der chinesische Philosoph Laotse vor mehr als 2500 Jahren: «Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.» Welche Leistungen und welchen Mehrwert wird HR Development nach Abschluss der Aufbauphase erbringen? Unser Ziel ist die Erstellung eines zentral koordinierten Schulungskatalogs. Dieser soll einerseits Schulungsangebote im Fachkompetenzbereich (Sprachen, MS-Office-Kurse usw.) enthalten, andererseits aber auch zielgruppenspezifische und massgeschneiderte Programme wie das Management Development umfassen. Dank dem bereits erwähnten Veranstaltungsmanagement werden sich die Mitarbeitenden künftig selbst über das aktuelle Angebot informieren können. Zur Stärkung des internen Know-how-Transfers möchten wir auch vermehrt interne Fachexperten als Referenten gewinnen und Schulungen konzernbereichsübergreifend durchführen. Für den Mehrwert muss jedoch auch jeder und jede Mitarbeitende selbst sorgen, denn HR Development hat immer mit Selbstverantwortung zu tun. Ohne Lernbereitschaft kann keine Entwicklung stattfinden. Wichtig sind auch die Vorgesetzten.

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Sie definieren gemeinsam mit den Mitarbeitenden in den jährlichen Mitarbeitergesprächen die Entwicklungsziele und sollen förderliche Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich die Mitarbeitenden entfalten und ihre Ziele erreichen können. Weiterbildung macht man ja nicht zum Selbstzweck. Wie stellen Sie sicher, dass Sie die HR-Development-Schwerpunkte dort setzen, wo wir unsere Marktposition am meisten stärken können? Veränderte Arbeitsanforderungen ziehen veränderte Qualifikationserfordernisse mit sich. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu wissen, wo Fachmangel herrscht, um rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen. Wir sind da auch auf Informationen unserer internen Fachexperten angewiesen. Der Schulungsbedarf ergibt sich ausserdem aus den vorhin erwähnten jährlichen Mitarbeitergesprächen. Darüber hinaus leiten sich unsere HR-Development-Aktivitäten aus der Strategie von Implenia ab. Wenn man weiss, wo die Reise hingehen soll, muss man auch wissen, wie man dort hingelangt.

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Kraft- und Gleichgewichtsübungen dienen dazu, das Stolper- und Sturzrisiko zu reduzieren.

Dank dem Einbezug des Implenia Footbags erhalten die Übungen eine spielerische Komponente.

Frühsport zur Unfallvorbeugung Rund jeder dritte unfallbedingte Absenztag im Konzernbereich Bau Infra ist auf einen Fehltritt oder einen Sturz zurückzuführen. Grund genug, um bei der Unfallprävention einen Schwerpunkt auf diese sogenannten Stolperunfälle zu legen. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang, dass die Suva im Jahr 2010 die auf fünf Jahre ausgelegte Kampagne «stolpern.ch» lanciert hat. Sie setzt auf die Elemente Verhältnis, Verhalten und körperliche Leistungsfähigkeit. Verbesserung der Gleichgewichts- und Kraftfähigkeit Bau Infra hat im Jahr 2010 bereits erste Kampagneninstrumente zu den Themenbereichen Verhältnis und Verhalten umgesetzt. Vor kurzem nun haben wir ein Pilotprojekt zur körperlichen Leistungsfähigkeit gestartet. Wie verschiedene Studien belegen, erhöhen eine schwache Beinmuskulatur und ein mangelhaftes Gleichgewicht das Fehltritt- und Stolperrisiko. Gerade im Arbeitsalltag auf dem Bau sind in verschiedenen Situationen eine gute Beinkraft und ein genügendes Gleichgewicht gefordert, um unerwartete Stolpersituationen besser ausbalancieren zu können und so Stürze zu vermeiden. Folglich setzt das Pilotprojekt «Fit bei der Arbeit» bei der Gleichgewichts- und Kraftfähigkeit der Teilnehmenden an.

«Fit bei der Arbeit» sieht vor, dass der Polier jeweils gleich nach Arbeitsbeginn mit seinem Team eine zehnminütige Trainingseinheit durchführt. Diese besteht aus jeweils drei Übungen, deren Schwierigkeitsgrad monatlich gesteigert wird. Der Einsatz eines Footbags steigert die Attraktivität der Übungen und bringt eine zusätzliche spielerische Komponente rein. Zehn Poliere, die sich mit ihren Teams am Pilotprojekt beteiligen, wurden von der Suva speziell dafür ausgebildet. Wissenschaftliche Begleitung Mit «Fit bei der Arbeit» sind wir im Januar gestartet. Die Pilotphase wird Ende Juni dieses Jahres abgeschlossen sein. Im Anschluss wird das Projekt ausgewertet und evaluiert. Dafür zuständig ist das Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Basel, das seit Beginn im Projektteam dabei ist. Gegen Ende Jahr werden die Resultate vorliegen und der Suva viele Anhaltspunkte zum weiteren Vorgehen und Bau Infra eine Entscheidungsgrundlage über die flächendeckende Einführung von «Fit bei der Arbeit» liefern. Dario Bischofberger Leiter Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Implenia Bau Infra (siehe auch Kasten nebenan) dario.bischofberger@implenia.com

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Auf der Baustelle Pont de la Poya in Fribourg beginnt der Tag mit «Fit bei der Arbeit».

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Implenia Footbag: Wer wissen möchte, was man mit einem Footbag alles anstellen kann, gebe auf www.youtube.com den Suchbegriff «Footbag» ein.

Nachgefragt bei Sandra Mathis, Projektleiterin bei der Suva Welche Ziele verfolgt die Suva mit dem Programm «Fit bei der Arbeit»? Wir wollen die Anzahl Stolper- und Sturzunfälle von Bauarbeitern reduzieren. Stolper- und Sturzunfälle haben unterschiedliche Ursachen. Neben ungünstigen Verhältnissen – beispielsweise schlechten Lichtverhältnissen oder rutschigen Bodenbelägen – und ungünstigem Verhalten wie dem Tragen von ungeeigneten Schuhen haben auch die körperlichen Voraussetzungen einen Einfluss. Genau hier, bei der Verbesserung der körperlichen Voraussetzungen, setzt unser Projekt an. Durch das regelmässige Durchführen der Kraft- und Gleichgewichtsübungen mit dem Footbag verfolgen wir das Ziel, die Kraft in den Beinen, das Gleichgewicht und die Koordination der Bauarbeiter zu verbessern und so das Stolper- und Sturzrisiko zu reduzieren. Ausserdem haben die Übungen auch eine soziale Komponente und können dadurch den Teamgeist stärken. Weshalb haben Sie Implenia als Partnerin für das Pilotprojekt ausgewählt? Implenia ist ein Grosskunde der Suva, mit dem wir schon lange gut zusammenarbeiten. Das Thema Unfallprävention wird vorbildlich

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angepackt, und Nachhaltigkeit geniesst hohen Stellenwert, deshalb sind wir mit unserem Pilotprojekt auf Implenia zugegangen. Wie sind die ersten Reaktionen auf den Baustellen ausgefallen? Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Einige waren sehr skeptisch, andere sehr offen und aufgeschlossen. Durch das Ausprobieren wurde bei den meisten der Ehrgeiz geweckt, ihre körperlichen Voraussetzungen zu verbessern. Und nach den ersten Wochen der Durchführung war auch die Skepsis verloren, da die Bauarbeiter viel Spass an den Übungen haben und merken, dass sie etwas bewirken.

Neuer Leiter Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei Bau Infra Seit dem 1. April 2012 ist Dario Bischofberger Leiter Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei Bau Infra. Dario Bischofberger ist seit 2006 als Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätsbeauftragter im Geschäftsbereich Mitte der Implenia tätig. Er übernimmt die Aufgaben von Thomas Wyss, der Implenia verlassen hat. Seitens Implenia hat Thomas Wyss das hier vorgestellte Pilotprojekt aufgegleist und betreut, Dario Bischofberger führt es nun weiter.

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Stephan Gürtler

Rainer Preisshofen

Implenia im Jahr 2020… In den letzten sechs Monaten sind bei uns wieder rund 200 neue Gesichter aufgetaucht. Die Menschen dahinter haben Sie vielleicht schon kennengelernt. Bei drei Mitarbeitenden, die Leitungsfunktionen übernommen haben, wollten wir es genauer wissen. 1. Was hat Sie in Ihrer ersten Zeit bei Implenia am meisten überrascht? 2. Welches Bauprojekt brachte oder bringt Sie immer wieder ins Staunen? 3. Wo sehen Sie Implenia im Jahr 2020? 4. Womit verbringen Sie in Ihrer Freizeit am meisten Zeit? Rainer Preisshofen

Leiter Prime Buildings, Industrial Construction, Wallisellen, Chef von 12 Mitarbeitenden 1. Mich freuten die Offenheit, Herzlichkeit sowie der Spirit. Man bekommt schnelle und unkomplizierte Unterstützung aus allen Unternehmensbereichen. Das von einigen angekündigte «Silodenken» im Konzern ist nicht so verbreitet, was mich freut. 2. Mich beeindruckt unser Projekt in Turin, der Torre Intesa Sanpaolo: ein rund 190 m hohes Bürogebäude, geplant von Renzo Piano mit aufwendigem Stahlbau und Fassadengestaltung. 3. Ich sehe Implenia als ganzheitlichen internationalen Baukonzern, der alle Themen rund um die Immobilie von der Planung über Finanzierung, Bauen und Betrieb abdeckt. Der Weg in die Internationalität ist mit Risiken verbunden und erfordert Flexibilität. Sie ist aber aus meiner Sicht ein wesentlicher Schritt, die wachsende Globalisierung erfolgreich zu überstehen. Deshalb bin ich optimistisch, dass wir 2020 als internationaler und zuverlässiger Partner wahrgenommen werden. 4. Am liebsten verbringe ich meine Zeit mit meiner Familie, die mir den nötigen Ausgleich und die Ablenkung zum Alltag gibt. Auch möchte ich die Schweizer Landschaft entdecken, am liebsten mit dem Mountainbike oder zu Fuss. Wenn ich mal komplett ausspannen möchte, gehe ich mit meinem Sohn und meinen Freunden angeln.

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Stephan Gürtler

Geschäftsbereichsleiter Bau Infra, Hochbau Deutschschweiz, Zürich, Chef von 750 Mitarbeitenden in der Schweiz und in Süddeutschland 1. Von innen gesehen ist Implenia wesentlich dynamischer, als man es von aussen wahrnimmt. Erwartet habe ich, dass unsere Administration, unterstützt durch Tools wie IT, SAP und IMS, professionell aufgestellt ist und sich dies in den Gemeinkosten niederschlägt. Erstaunt hat mich jedoch, dass Implenia den Branchenvergleich in Sachen Verwaltungskosten nicht scheuen muss. 2. Unser modern eingerichteter Holzbaubetrieb in Rümlang zählt zu den leistungsfähigsten seiner Art in der Schweiz. Ein gutes Beispiel für seine Arbeit ist das Projekt Giesserei in Winterthur. Im Auftrag der Genossenschaft GESEWO erstellen Christian Kündig, Leiter des Holzbaus, und sein Team eine moderne Minergie-P-Eco-Wohnüberbauung mit 160 Wohnungen komplett in Holzbauweise. Die im Betrieb vorgefertigten Decken- und Wandelemente werden auf der Baustelle zwischen den konventionell erstellten Treppenhäusern montiert. Die Bauzeit verkürzt sich enorm. Der fertige Bau benötigt auch keine lange Trocknungszeit, sondern kann verzugslos innen ausgebaut werden. 3. Implenia wird seine Marktstellung in der Schweiz sukzessive ausbauen. Auf der Basis des Kerngeschäfts von Bau Infra und der Generalunternehmung wird die Wertschöpfungskette von unserer Entwicklungsabteilung von Arealen und Brachen, mit Neubauten und vor allem auch mit Umbauten und Umnutzungen verstärkt und erweitert werden. In zehn Jahren werden wir ein Gesamtdienstleister für Immobilien und Infrastrukturen sein. 4. Ich habe das Glück, dass unsere vier Kinder (16, 18, 20, 21) mindestens so sportbegeistert sind wie meine Frau und ich. Wir haben uns alle dem Orientierungslauf (OL) verschrieben. Während der Saison sind wir praktisch jedes Wochenende an einem Wettkampf in der Schweiz und im Sommer auch im Ausland anzutreffen. Dazwischen zeichne ich gelegentlich OL-Karten oder organisiere selber Wettkämpfe. Wenn noch Zeit bleibt, entwerfe und schreinere ich gerne Möbel.

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Plattform

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André Métral

Jens Sasse

Jens Sasse

Leiter Procurement Konzern, Dietlikon, Chef von fünf Mitarbeitenden 1. Die ersten Tage waren stark von bilateralen Gesprächen geprägt. Mir war es sehr wichtig, zu verstehen, wie Implenia funktioniert und welche Anforderungen die Mitarbeitenden an die neue Einkaufsorganisation stellen. Überrascht haben mich der ausgeprägte Nachhaltigkeitsgedanke und der gemeinsame Spirit, aber auch das enorme Potenzial, das wir im Einkauf noch viel zu wenig nutzen. Übrigens ist der Schweizer Baumarkt für mich unerwartet vielschichtig und sehr unterschiedlich geprägt. 2. Am meisten war ich von der Leistung am Gotthardtunnel beeindruckt. Den Abschnitt Faido habe ich selbst mehrfach besichtigt. Mich faszinieren aber auch Hochhausbauten wie der Park Tower in Zug, Middle-East-Projekte und andere Auslandmärkte. 3. Ich sehe Implenia 2020 als unabhängigen, international agierenden Konzern, der bekannt ist für seine Qualität, Termintreue, Nachhaltigkeit und Innovation. Durch die Etablierung in diversen ausländischen Wachstumsmärkten und Zukäufe im In- und Ausland werden wir hoffentlich unabhängiger vom Heimatmarkt Schweiz sein, aber auch unsere Marktstellung im Inland behaupten. Für meinen Verantwortungsbereich wünsche ich mir, 2020 eine anerkannte vernetzte und effiziente Einkaufsorganisation aufgebaut zu haben, die einen grossen Anteil zur Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns beiträgt. Der Einkauf ist integraler Bestandteil der Projekte, Schlüsselwerke werden von spezialisierten Facheinkäufern betreut und grenzübergreifendes, globales Sourcing wird als Selbstverständlichkeit angesehen. 4. Da meine Familie derzeit noch in Deutschland lebt, verbringe ich die Wochenenden intensiv mit meiner Familie, insbesondere der knapp dreijährigen Tochter. Reisen ist eine meiner grossen Leidenschaften. Ich segle und surfe gerne. Dabei kann ich richtig abschalten und Kräfte für neue Herausforderungen tanken. In den Ferien werde ich mit meiner Familie weiter die Schweiz erkunden und vielleicht als «Norddeutscher aus dem Flachland» im Winter noch das Skifahren in den Bergen erlernen.

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«Unsere Vielfalt ist mir stets gegenwärtig» Viele Mitarbeitende sind schon seit einigen Jahren bei Implenia. Einige von ihnen übernehmen im Verlaufe der Zeit neue Funktionen. Zu ihnen gehört André Métral, der 1989 seinen ersten Arbeitstag hatte. Am 1. Oktober 2011 übernahm er von André Hagmann die Funktion Leiter Bau Infra Romandie. Auch ihm haben wir unsere Fragen gestellt. André Métral

Leiter Bau Infra Romandie, Onex, Chef von 1100 Mitarbeitenden 1. Nach 22-jähriger Tätigkeit, mehreren Wechseln von Funktionen und Firmennamen war es für mich erneut an der Zeit für eine Veränderung. Daher ergriff ich die mir gebotene Gelegenheit, Chef von 1100 Mitarbeitenden zu werden. Heute weiss ich, dass sich meine Hoffnungen auf die berufliche Veränderung und die neuen Aufgaben erfüllt haben. Ich bin sehr zufrieden. 2. Begeistert bin ich von den technischen Möglichkeiten unseres Konzerns. Unsere Referenzbauten und Innovationen faszinieren mich. Was mich bei den breitgefächerten Tätigkeiten jedoch immer wieder überrascht, ist die Vielfalt der möglichen Ansätze für einen Auftrag und die Vielzahl von Entscheidungsmöglichkeiten in jeder Projektphase. Am Ende merkt man den Unterschied zwischen dem optimalen Weg eines professionellen, motivierten Teams und dem mühevollen Vorwärtskommen, das die Folge einer einzigen unglücklichen Entscheidung, eines Versagens oder mangelnder Weitsicht sein kann. 3. Eine Reihe von Herausforderungen liegt vor uns. Unsere Vielfalt ist dabei stets gegenwärtig: Manchmal ist sie ein klarer Vorteil, in anderen Situationen wiederum eine Belastung. Bei diesem und anderen Themen gilt es, aus der Vielfalt positive «Unternehmenssubstanz» zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass wir Schritt für Schritt, systematisch und mit konsequentem Blick auf den Markt noch weitere kluge Entscheidungen treffen werden, die es uns ermöglichen, das Wachstumsziel des Konzerns zu erreichen und unsere Rentabilität und unseren guten Ruf bis 2020 weiter zu verbessern. 4. Meine Freizeit verbringe ich hauptsächlich mit meiner Familie und mit Sport an der frischen Luft. Im Urlaub mache ich gerne Entdeckungs- oder Kulturreisen und lese gute Bücher.

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Reportage

Frühmorgens mitten auf der Baustelle Murtenstrasse 143 in Bern: René Zahnd (Mitte), Leiter Konzernbereich Real Estate, freut sich mit Bau-Infra-Polier Marcel Müller (l.) und Projektleiter Olaf Nawroth (r.), dass die Überbauung kein Sorgenkind mehr ist.

Text: Esther Bürki, Fotos: Daniel Zihlmann

«Chapeau…!» Ein Tag auf der Baustelle Das wollte sich Konzernbereichsleiter René Zahnd nicht entgehen lassen. Den Anfang hatte bereits HR-Chef Thomas Foery gemacht (siehe Impact Nr. 16). Und auch der Leiter von Implenia Real Estate war sich nicht zu schade, mit einer Betonierequipe im Einsatz zu stehen. Dienstagmorgen, Murtenstrasse 143, fünf Autominuten vom Berner Bahnhof… Die 70-Millionen-Überbauung «Ark143» hat hektische Zeiten hinter sich, Bauherrenwechsel mitten im Projekt, gefolgt von viel zu vielen Planänderungen usw. Heute ist aber die Bauleitung zufrieden. «Das Schlimmste haben wir überstanden. Jetzt sind wir auf gutem Wege», erklärt Olaf Nawroth, Projektleiter Generalunternehmung, mit einem Lächeln im Gesicht. René Zahnd kennt die Vorgeschichte nur zu gut und nickt zustimmend. Dachgeschoss des Trakts Ost Die Betonierarbeiten, rund 115 m³ Beton, sind voll im Gang. René Zahnd packt kräftig zu, und bereits nach fünf Minuten kann man seine neue Kleidung nicht mehr vom Rest der Equipe unterscheiden. «Was so leicht aussieht, braucht Kraft», meint er und lacht, «und natürlich etwas Übung.» Auch wenn der Beton besser verteilt werden müsste, lässt sich der Vorarbeiter nichts anmerken. Überhaupt spielt es keine Rolle, ob René ein Chef, einer vom Management oder ein Kollege ist, der mit ihm die Arbeit verrichtet. 20 Jahre als Vorarbeiter bei Implenia und all ihren Vorgängerfirmen – nichts lässt Julián Correa aus der Ruhe bringen. Znünipause im Baustellencontainer Magaziner Gaston Elsasser hat wie jeden Morgen Würste für die Mannschaft grilliert. René Zahnd setzt sich dazu und kommt direkt ins

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Gespräch mit Mitarbeiter Francesco Mazzotta, der als Italiener schon 25 Jahre in der Schweiz lebt. Der anstehende Fussballmatch zwischen Barcelona und AC Milan ist natürlich ein passendes Thema, aber auch Implenia als Arbeitgeberin wird diskutiert. «Wir sind das grösste Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz», erklärt Francesco Mazzotta voller Stolz, «das gibt uns Sicherheit.» 45 m über Boden in der Führerkabine des Krans Mit höchster Konzentration steuert Kranführer Manuel Portela die 100 bis 200 kg schweren Eisenplatten an die richtige Stelle. René Zahnd schaut ihm fasziniert über die Schulter und erinnert sich an seine Arbeitseinsätze als Student in einem Hochregallager, wo die höchsten Arbeiten nicht gerade auf 50 m, aber doch auf 30 m über Boden auszuführen waren. «Da muss man extrem präsent sein», meint er zum Kranführer, als just der zweite Baustellenkran den Weg des anderen kreuzt. «Chapeau…!» Fazit im Bauleitungscontainer «Man spürt bei euch so richtig, dass enorm viel Dampf dahintersteckt und ihr alle mit viel Herzblut einen tollen Job verrichtet», resümiert René Zahnd bei einem Kaffee mit Bauleiter Maik Kühne, Projektleiter und Polier seinen Besuch an der Berner Murtenstrasse, wo für Berner Verhältnisse Ende 2012 eine Grossüberbauung an den Bauherrn übergeben werden kann. «Ich finde es toll, wie die Zusammenarbeit im Team funktioniert und was ihr alles unter Zeit- und Kostendruck sowie bei manchmal schwierigen Wetterverhältnissen realisiert – insbesondere im extrem kalten Februar dieses Jahres. Ihr dürft stolz auf euch sein und Implenia ist es mit euch.»

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Kranführer Manuel Portela hat selten so viel Besuch in seiner kleinen Kabine: einen Konzernbereichsleiter, einen Fotografen und eine Journalistin.

Reportage

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In ein paar Jahren wird dieser Stadtteil von Bern ganz anders aussehen. Diese Überbauung «Ark143» mit Mietwohnungen, Büros und Gewerbe ist die erste dieser Art. Aldi ist im Erdgeschoss bereits eingezogen (Bild oben). Betonieren ist Teamarbeit: Hochbaulehrling David Pellegrino, Projektleiter Olaf Nawroth, Polier Marcel Müller, Konzernbereichsleiter René Zahnd, Temporärmitarbeiter Bruno Domingos und Vorarbeiter Julián Correa (v.l.n.r.).

Znünipause: Magaziner Gaston Elsasser serviert Bratwürste und Cervelats.

Wenn mal ein grosser Chef wie René Zahnd bei der Znünipause dabeisitzt, wird erst recht diskutiert, und weil er so zugänglich und offen wirkt, wird auch Kritisches nicht verschwiegen.

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Reportage

Die meisten Bohrmaschinenteile wurden am Schluss neu lackiert und entsprechend beschriftet: Werkstattchef Erwin Aregger und Erstjahrlehrling Remo Fischer beim letzten Schliff.

Die Baustromverteiler mussten fachgerecht verpackt werden: Okan Kozar beim Einschrumpfen der Teile.

Von Buchrain nach Bahrain – Tunnelbohrmaschinen auf die Reise geschickt Im Rahmen eines Seminars hatte sich das Kader von Implenia Industrial Construction Anfang November vertieft mit der Vision auseinandergesetzt, wie Implenia international tätig sein will. Unsere grosse Vision, die wir in vielen kleinen Schritten in die Wirklichkeit umsetzen wollen, indem wir daran glauben und dementsprechend handeln... Positiv motiviert wieder im Alltag, überlegte ich, wie man das Erarbeitete in die Tat umsetzen könnte. Der Werkhof Tunnelling bediente bis anhin ausschliesslich nationale Projekte. Sportlicher Zeitplan Lediglich zwei Wochen später, Mitte November, wurde entschieden, dass beim Projekt Muharraq, im Königreich Bahrain, Inventar aus der Schweiz zum Einsatz kommt. Das Projekt bedarf fünf Tunnelbohrmaschinen (AVN) mit einer gesamten Vortriebslänge von 15 871 m. Zwei Maschinen werden im Unterakkord betrieben, und drei Maschinen betreibt Implenia selbst, mit zwei Tunnelbohrmaschinen aus der Schweiz und einem zugemieteten System. Die maschinentechnische Abteilung (MTA) wurde sodann mit der Bereitstellung der Systeme beauftragt. Gemäss Zeitplan war dies eine sportliche Aufgabe. Denn das erste Vortriebssystem sollte Mitte Januar 2012 bereits ausgeliefert sein und das zweite bis Mitte Februar folgen. Im Wissen, dass Eile angesagt ist, haben wir diese neuartige Herausforderung sogleich angepackt.

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Transportofferten von grosser Spannweite Als Erstes musste definiert werden, was aus den eigenen Beständen geliefert werden kann bzw. welche Elemente noch organisiert werden müssen. Microtunnelling ist eine materialintensive Vortriebsmethode, die nebst den Hauptgeräten eine Vielzahl von Kleinteilen umfasst. Um eine möglichst geringe Fehlerquote zu gewährleisten, wurde jedes System mit dem dazugehörenden Materialauszug schematisch aufgezeichnet. Diese Auszüge bildeten die Grundlage für die ersten Abschätzungen von Gewicht und Volumen, da der Transport bereits vorher in die Wege geleitet werden musste. Sieben TransportlogistikUnternehmungen wurden angefragt, die Preisspanne der fünf eingegangenen Offerten lag bei satten 100 Prozent. In der Werkstatt wurde auf vollen Touren gearbeitet, gar mit personeller Unterstützung von der Bauabteilung. Die Vortriebsanlagen mit den dazugehörenden Betriebscontainern wurden minuziös durchgecheckt und instand gestellt. So wurden beispielsweise alle Hydrauliksysteme, inklusiv mehrerer Kilometer Schläuche umgeölt und gespült. Die restlichen Anlagen wie Separation, Bentonit-Aufbereitung sowie -Schmiersysteme, Injektionsanlagen und die verschiedenen Steuer-, Vermessungs- und Elektrosysteme wurden alle geprüft und bei Bedarf repariert. Die Förder- und Speisepumpen wurden einer kompletten

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Reportage

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Das letzte Teil ist geladen: Peter Stadler und seine Kollegen können stolz auf ihre Leistung sein.

Der Pressrahmen passte zwar in den Container, musste aber seitlich hineingeschoben werden.

Revision unterzogen. Abschliessend wurden die meisten Teile der Anlage neu lackiert.

ersten Lastwagen vom Werkhof los, und am 16. Dezember war das erste Vortriebssystem, rund 70 t, auf Achse.

Mit zolltechnischen Details auf Neuland Die Detailplanung der Transportlogistik stellte uns vor unbekannte Herausforderungen. Diverse Fragen mussten geklärt werden: Welche Einfuhrbestimmungen gelten? Wie soll die Ausfuhr zolltechnisch geregelt werden? Welchen Papiere bedarf es, und in welcher Form müssen diese bereitgestellt werden? Welche Gebinde stehen zur Verfügung, und welche Anforderungen werden an die Ladungssicherung gestellt? Verpackungsmaterial? Um diese Aufgaben erfolgreich zu meistern, haben wir uns neben der Zusammenarbeit mit dem gewählten Spediteur Schenker Logistik Schweiz in puncto «verpackungstechnischer Fragen» von der Firma Egolf Verpackungs AG beraten lassen.

Zweite Ladung mit 130 t Material Aufgrund der Erfahrungen des ersten Transports konnten wir den zweiten, wesentlich umfangreicheren, gelassener angehen. Dennoch wurde ab dem 9. Januar wieder auf vollen Touren gearbeitet. Am 2. Februar war nach einer Woche Ladezeit dann auch der letzte Lastwagen beladen und weitere 130 t Material unterwegs. Die gesamten Sendungen hatten einen Wert von rund 6,5 Mio. Franken. Heute wissen wir, dass beide Transporte termingerecht im Hafen von Bahrain angekommen sind. Nun laufen vor Ort die Vorbereitungen, um nach Plan den Vortrieb zu starten.

Eine nächste Hürde waren die Bereitstellung und die administrative Erfassung der Sendung. Die bestellten Anlageteile wurden just in time angeliefert. Alle Teile mussten nun positioniert und den Versandpapieren entsprechend zugeordnet werden. Ab einem gewissen Stadium beschäftigte jede Änderung mehrere Personen, weil diese überall nachgetragen werden musste. Am 15. Dezember fuhren dann die

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Ein «kleiner» Schritt hin zum internationalen Partner ist getan und hoffentlich ein Beitrag für einen erfolgreichen Start in Bahrain. Alle beteiligten Mitarbeiter und Kollegen dürfen stolz darauf sein. Emilio Amarilli Leiter Werkhof Tunnelling, Buchrain emilio.amarilli@implenia.com

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Reportage

Erschwerte Bedingungen: Der Wind bläst bei −16 °C mit 90 km/h über den Quai du Général-Guisan, was einer gefühlten Temperatur von −33 °C gleichkommt. Und sämtliche Beton- und Belagswerke sind wegen der Kälte bis auf Weiteres geschlossen.

Genfer Hauptachse: Wasserrohrbruch bei −16 °C Es ist Sonntag, 5. Februar 2012: Genf erwacht zum Leben, die Strassen sind mit einer dicken Eisschicht bedeckt, es ist sibirisch kalt, die Böden sind schon seit mehr als einer Woche gefroren, die Wasserleitungen bersten. Das Implenia-Notfallteam ist bereits mit der Reparatur eines Wasserrohrbruchs beschäftigt, als um die Mittagszeit wiederum das Telefon des Bauführers klingelt. Nochmals ein Wasserrohrbruch! Dieses Mal befindet er sich am Quai du Général-Guisan, der Genfer Hauptachse, die die beiden Ufer des Genfersees miteinander verbindet. Wegen des Rohrbruchs musste der Quai du Général-Guisan auf der Höhe des Hotels Métropole für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Das Verkehrschaos liess nicht lange auf sich warten, weshalb die Polizei und die Services Industriels de Genève (SIG) nicht lange zögerten, den Wasserrohrbruch als Notfall zu deklarieren, und alles daran setzten, den Verkehr auf dem Strassenstück, das Genf in zwei Teile spaltet, so schnell wie möglich wiederherzustellen. Auf Implenia lastete ein enormer Druck. Schnell musste eine technische Lösung her: Maschinen bereitstellen, eine reibungslose Abfolge der Wechsel zwischen den verschiedenen Teams gewährleisten,

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logistische Schwierigkeiten regeln, und das alles, während der Betrieb auf den anderen Baustellen in der Region Genf witterungsbedingt eingestellt worden war. Doch das war längst nicht alles: Die extremen Bedingungen erschwerten die Umsetzung der technischen Lösungen und die Ausführung der Arbeiten. Zudem waren sämtliche Beton- und Belagswerke bis auf Weiteres geschlossen, d.h. bis zur einer Normalisierung der meteorologischen Bedingungen. Der Wind blies mit über 90 km/h, und die Temperatur stieg nicht über −16 °C. Zusammen mit dem Wind kam dies einer gefühlten Temperatur von ungefähr −33 °C gleich, was für die Arbeiter ein erhöhtes Risiko bedeutete. Deshalb war es wichtig, dass sich die Teams bei der Arbeit regelmässig abwechselten. Bei solchen Temperaturen durfte man nicht länger als 90 Minuten am Stück draussen arbeiten, gefolgt von einer 30-minütigen Pause in einem geheizten Raum. Deshalb nahm die SIG kurzerhand das Mitarbeiterrestaurant des Hotels Métropole in Beschlag und stellte es den Arbeitern zum Aufwärmen zur Verfügung.

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Neben dem Notfallteam steht auch unser Belagseinbauteam im Einsatz, damit die sechsspurige Strasse nach vier Tagen Totalsperre endlich wieder für die rund 90 000 Fahrzeuge pro Tag freigegeben werden kann.

Reportage

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Freuen sich über den Anschlussauftrag: Polier José Regalo de Almeida und Tony Pinet, Leiter Notfalleinsätze in Genf (r.). Als Dankeschön wurden unsere Mitarbeitenden vom Bauherrn, den Services Industriels de Genève, zu einer warmen Mahlzeit eingeladen.

Die Fahrbahn hatte durch den Wasserrohrbruch erhebliche Schäden erlitten. So musste Implenia nach der Leitungsreparatur den Belag auf einer Fläche von über 400 m² ausbauen. Zudem konnte man die Fahrbahn nicht in diesem Zustand belassen, da sie die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährdet hätte. Sechs Fahrspuren waren betroffen, sprich: die gesamte Breite des Quai du Général-Guisan. Da auf diesem Strassenabschnitt täglich mehr als 90 000 Fahrzeuge verkehren, musste man schnell eine zuverlässige Lösung für den Einbau eines neuen Belags finden. Schliesslich entschied man sich für einen Kaltbelag, der in der Schweiz nicht erhältlich war, jedoch im benachbarten Frankreich in der Nähe von Chambéry (in Richtung Valence) hergestellt wird. Die Lieferung erfolgte mit einem Sattelschlepper direkt ab Werk. Gleichzeitig bot Implenia ihr Belagseinbauteam auf, das dann den Kaltbelag mit Hilfe eines Fertigers einbaute, wie das auch bei herkömmlichem Heissbelag üblich ist.

Räumlichkeiten für den beherzten Einsatz während der Reparatur der Fahrbahn auf der Genfer Hauptverkehrsachse. Die Strasse konnte am Mittwoch um 19 Uhr, und zwar früher als geplant, wieder für den Verkehr freigegeben werden. Im Anschluss beauftragte die Bauherrschaft Implenia Genf mit der Reparatur der beschädigten Fahrbahn auf einer Länge von über 600 m – und dies wegen ihrer Reaktionsfähigkeit und Professionalität. Tony Pinet Bauleiter und Leiter Notfalleinsätze, Bau Infra, Onex tony.pinet@implenia.com

Sowohl die Baustellenleiter wie auch die Verantwortlichen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz waren anwesend, um einwandfreie technische Entscheidungen zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden bei dieser «Mission» nicht zu Schaden kommen. SIG, der Auftraggeber, bedankte sich bei den beteiligten Arbeitern – insgesamt 27 Personen – mit einer warmen Mahlzeit in den SIG-

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Reportage

Der Einsatz der Feuerwehrmänner ist nicht ungefährlich.

Das Wohnhaus an der Avenue de la Jonction 9 brennt lichterloh – vom Erdgeschoss bis zum Dach.

Grösster Genfer Brand seit 35 Jahren Der Wasserrohrbruch (siehe Seite 18) stellte fürs Genfer Notfallteam eine grosse Herausforderung dar. Dass aber, kaum erholt, eine Woche später noch die grössere Aufgabe auf das Team wartete, hätte niemand geahnt. Es ist Montag, der 13. Februar, 11 Uhr vormittags. Wegen eines Wohnhausbrands wird das Genfer Notfallteam an die Avenue de la Jonction 9 aufgeboten. Später erzählt uns ein Feuerwehrmann des Service d’Incendie et de Secours (SIS), dass es sich um einen der grössten Genfer Brände seit 35 Jahren handelt. Martin, der Feuerwehrkommandant, informiert uns über die aktuelle Lage und die drohende Einsturzgefahr. Wir müssen schnell und effizient reagieren, verschiedene Teams mobilisieren und Ausrüstung, Material, Maschinen sowie den Transport organisieren. Ungünstige Wetterbedingungen erschweren die Arbeit. Das Löschwasser gefriert fortlaufend. Die Temperatur beträgt knapp −6 °C, der Schnee lässt nicht lange auf sich warten, und die Bise macht es auch nicht angenehmer. Das Gebäude ist baufällig, die Böden zwischen den einzelnen Stockwerken sind aus Holz, und ein Teil der Metallstruktur im Gebäudeinnern konnte der grossen Hitze nicht standhalten, die sich während des Brands entwickelte. Eine neue Herausforderung für das Implenia-Notfallteam… Zuerst werden die Böden mit einer geeigneten Abstützung gesichert, die vom Brand betroffenen Wohnungen leergeräumt und die verkohlten Überreste abtransportiert. Sobald die Einsturzgefahr gebannt ist,

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werden diese Arbeiten ohne Unterbruch und in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ausgeführt. Der SIS hat nämlich darauf bestanden, dass die Arbeiten nicht unterbrochen werden dürfen – daher ist Schichtarbeit angesagt – drei Schichten zu jeweils acht Stunden – und der Einsatz mehrerer Teams. Zudem fordert der SIS, dass stets ein Ingenieur am Brandort anwesend ist. Als Verstärkung wirken Bauteams von Implenia aus Genf sowie unser Gerüstbau, die ihre Ressourcen ebenfalls zur Verfügung stellen. Die Gerüstbauer übernehmen die Aufgabe, den verbrannten Teil des Balkenwerks mit einer festen Plastikplane abzudecken, damit das Gebäude nicht der Witterung ausgesetzt ist. Um die Böden abzustützen und zu sichern, brauchen wir mehr als 550 Stützbalken verschiedener Grösse, Doka-Schalungsträger mit einer Gesamtlänge von über einem Kilometer und rund 10 m³ Bohlenbelag. Wir müssen ungefähr 20 t verschiedenster verkohlter Überreste zur Sortierung auf die Mülldeponie abtransportieren. Um die Ladezeit zu optimieren und die Sicherheit der Arbeiter und der Anwohner zu gewährleisten, setzen wir einen automatischen Hebekran ein, der die leeren Mulden so nah wie möglich an die auszuräumenden Wohnungen heranbringt. Dadurch können wir das Material zudem sehr schnell aus den betroffenen Stockwerken wegschaffen. Während der Nacht unterstützt der SIS die Mitarbeitenden mit heissen Getränken und Kuchen sowie mit einem geheizten Zelt, das speziell wegen des Brands errichtet wurde.

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Reportage

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Der Schnellmontagekran wird zum Abtransport des verkohlten Materials und zur Zuführung der Stütz- und Sicherungselemente eingesetzt.

Damit das Wohnhaus nicht in sich zusammenbricht, werden die Böden abgestützt – und dies unter schwierigen Bedingungen für unsere Mitarbeitenden.

Dank unserem Know-how und unserer Effizienz konnten wir hervorragende Arbeit leisten, die von sämtlichen Genfer Sicherheitsdiensten gewürdigt wurde. Wir hoffen deshalb auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit. Denn ist man in schwierigen Situationen bereit, von Anfang bis zum Ende mitzuarbeiten, können sich aufgrund der internen Synergien, die sich daraus entwickeln, bestimmt auch Folgeaufträge ergeben. Ein grosses Dankeschön für diesen ausserordentlichen Einsatz geht deshalb an all unsere an diesem Einsatz beteiligten Teams von Genf: Ihr habt einwandfrei zusammengearbeitet und noch nie da gewesene Herausforderungen gemeistert und somit unser Motto einmal mehr unter Beweis gestellt: «One company, one goal, one spirit.» Nur dank euch war dies alles möglich! Tony Pinet, Bauleiter und Leiter Notfalleinsätze, Bau Infra, Onex tony.pinet@implenia.com

PS: Erfreulicher Nachtrag zu dieser Aktion: Im Rahmen der Wiederinstandsetzung dieser Liegenschaft erhielten wir den Zuschlag für die Erstellung des Fassadengerüsts und des provisorischen Dachs. Auch die Journalisten waren bei der Brandbekämpfung vor Ort und berichteten am nächsten Tag im Detail in den Zeitungen.

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Bauprojekte und Baustellen

Nie zuvor wurde in der Schweiz eine Wohnsiedlung vergleichbarer Grösse im Minergie-A-Eco-Standard realisiert.

Transparente Kommunikation: Dario Filippi erläutert an einer Anwohnerveranstaltung den Bauablauf und klärt über mögliche Emissionen auf.

«Neugrüen» Mellingen: eine der grössten Holzbausiedlungen der Schweiz Im März 2012 hat die Generalunternehmung in Aarau mit der Realisierung einer der grössten nachhaltigen Siedlungen der Schweiz begonnen. Im Auftrag der Credit Suisse erstellen wir im aargauischen Mellingen die Wohnsiedlung «Neugrüen», die total 198 Wohneinheiten umfasst. Sie verteilen sich auf 9 Mehrfamilienhäuser und 68 Reihenfamilienhäuser. Hinzu kommen 2600 m² Dienstleistungsfläche, 5 unterirdische Autoeinstellhallen mit 160 Parkplätzen sowie 140 oberirdische Parkplätze. Das von Schwarz Architekten, Zürich, konzipierte Projekt zeichnet sich durch höchste Energieeffizienz aus. Die rund 200 Wohneinheiten sind Minergie-P-Eco zertifiziert. Mit den vorgesehenen Solarzellen auf den Dächern, die den Bedarf an Allgemeinstrom der Wohnsiedlung abdecken, ist zudem der Grundstein für eine Minergie-A-Eco-Zertifizierung gelegt. Noch nie zuvor wurde in der Schweiz eine Wohnsiedlung vergleichbarer Grösse im Minergie-A-EcoStandard realisiert. Die Projektsumme für den Totalunternehmerauftrag beläuft sich auf rund 88 Mio. CHF. Hochwasserschutz mit Aushubmaterial Ende Februar sind wir plangemäss mit den Vorbereitungsarbeiten gestartet. Das Grundstück war bis anhin mit keinerlei Werkleitungen

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versorgt. Hingegen führte die Hauptwasserversorgung des Städtchens Mellingen über das Grundstück und musste umgeleitet werden. Für das Aushubmaterial gab es einen wertvollen Verwendungszweck in der unmittelbaren Nähe, der aber hoffentlich selten bis nie gebraucht wird. Wir schütteten mit dem Material einen Hochwasserschutz auf, der inskünftig der Siedlung «Neugrüen», aber auch benachbarten Quartieren dienen wird. Mitte Mai sind nun die Baumeisterarbeiten angelaufen. Wir arbeiten in verschiedenen Etappen und werden die ersten vier Häuser in einem 3-Wochen-Rhythmus hochziehen. Teil der ersten Etappe ist auch das Musterhaus, das wir bereits im Mai 2013 der Bauherrschaft übergeben müssen. Die Übergabe der weiteren Gebäude erfolgt etappenweise bis im Mai 2014. «One company»-Projekt Erfreulich ist, dass verschiedene Abteilungen des Konzerns ihr Know-how zur Realisierung von «Neugrüen» beisteuern. Implenias Tochtergesellschaft Reuss Engineering fungiert als Sub-Generalunternehmerin für den Bereich Haustechnik. Die Baumeisterarbeiten führt

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Bauprojekte und Baustellen

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Mittlerweile zeichnen sich die Konturen der Siedlung «Neugrüen» deutlich klarer ab als noch kurz nach dem Startschuss im März 2012.

das Profit-Center Aarau der Bau Infra aus. Alle Strassen und fast alle Werkleitungen werden vom Tiefbau ausgeführt. Eine weitere wichtige Rolle bei der Realisierung kommt der Sparte Holzbau zu. Bis auf vier Ausnahmen werden alle Gebäude komplett in Holzbauweise realisiert. Bei den vier Ausnahmen wird das Erdgeschoss mit vorfabrizierten Betonelementen erstellt, ab der ersten Etage kommt aber auch da Holz zum Einsatz. Der Implenia Holzbau hat den Auftrag für die gesamte Wohnsiedlung erhalten. Es handelt sich dabei um den grössten Auftragseingang in der Geschichte unseres Holzbaus. Generell sind Superlative angebracht: «Neugrüen» zählt nämlich mit Sicherheit zu den grössten Holzbausiedlungen der Schweiz. Gut möglich, dass es sogar die grösste ist.

Zahlen und Fakten Bauherr: Totalunternehmung: Generalplaner: Baumeisterarbeiten: Holzbau: Haustechnik: Bausumme: Baubeginn: Bauende:

Credit Suisse Real Estate Implenia Generalunternehmung, Aarau Schwarz Architekten, Zürich Implenia Bau Infra, Aarau Implenia Bau, Rümlang Reuss Engineering 88 Mio. CHF März 2012 Mai 2014

Dario Filippi Abteilungsleiter, stellvertretender Leiter Geschäftsstelle Implenia Real Estate, Aarau dario.filippi@implenia.com

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Bauprojekte und Baustellen

Heute noch grüsst das heruntergekommene Zentrum am Eingang von Benglen.

Schon bald wird die Projektentwicklung «Gerlisbrunnen» Benglen aufwerten.

«Gerlisbrunnen» bringt Leben ins Zentrum von Benglen Das Zentrum von Benglen hat eine bewegte Vergangenheit. Wo früher der Detailhandel aktiv war, die Post eine Filiale führte und ein Restaurant betrieben wurde, ist schon seit einiger Zeit nicht mehr viel los. Eine Pizzeria hat sich bislang erfolgreich über Wasser gehalten, alle anderen Einkaufsmöglichkeiten oder Dienstleistungen sind trotz mehrfacher Wiederbelebungsversuche geschlossen. Nicht ganz zu Unrecht wird das Zentrum heute von vielen Anwohnerinnen und Anwohnern des Ortsteils der Gemeinde Fällanden und auch von der lokalen Presse als Schandfleck bezeichnet. Als Opfer von Vandalenakten steht es heruntergekommen und verwahrlost am Eingang von Benglen. Neuer Quartierladen Implenia hat das Grundstück im Jahr 2008 erworben und wird es nun mit dem Projekt «Gerlisbrunnen» zu neuem Leben erwecken. Entstehen werden 44 Eigentumswohnungen, die vom renommierten Architekturbüro Atelier WW aus Zürich geplant wurden. Zudem umfasst das Projekt den Bau von 525 m² Gewerbefläche. Einen Teil davon wird die Genossenschaft «Quartierladen Benglen» kaufen, die vor 20 Jahren in der Absicht gegründet wurde, dafür zu sorgen, dass sich Benglerinnen und Bengler vor Ort mit Lebensmitteln eindecken können. Dies wird

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also nach einem längeren Unterbruch wieder möglich sein, sobald das Projekt realisiert ist. Die Nutzung der weiteren Gewerbeflächen ist derzeit noch offen. Dass Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel im Dorf ein grosses Bedürfnis der Benglerinnen und Bengler sind, zeigte sich auch an einer überaus gut besuchten Informationsveranstaltung des Quartiervereins Benglen im November letzten Jahres. Engagiert und kontrovers wurde über die Vergangenheit des Zentrums und über die generelle Situation von Benglen diskutiert. Wir hatten auf Einladung des Quartiervereins die Gelegenheit, an diesem Anlass unser Projekt vorzustellen. Die Reaktionen zeigten uns, dass die Überbauung «Gerlisbrunnen» auf grosse Akzeptanz stösst und man froh ist, wenn der Schandfleck bald verschwindet. An seiner Stelle werden in naher Zukunft ein Atelier und zwei Wohnhäuser mit 2,5- bis 5,5-Zimmer-Eigentumswohnungen stehen, die sich durch hohe Wohnqualität im Minergie-Standard auszeichnen. Eine grosszügige Begegnungszone mit viel Grün, Bänken und Spielgärten zwischen den beiden Wohnhäusern macht die Siedlung noch attraktiver.

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Bauprojekte und Baustellen

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«Gerlisbrunnen» schafft neben Wohnraum auch die Voraussetzungen, dass Benglen wieder einen Dorfladen erhält.

Geduld war gefragt Die Realisierung des Projekts «Gerlisbrunnen» wird im Herbst 2012 mit dem Abbruch des alten Zentrums beginnen. Bis dahin war es ein langer und steiniger Weg. Mit dem Projekt verbunden ist ein Strassenbauprojekt der Gemeinde, das unter anderem die Verlegung der Bushaltestelle beim Zentrum und die Erneuerung der Werkleitungen umfasst. Bereits im Oktober 2009 bewilligt, wurde die Umsetzung des Strassenprojekts bis Mai 2011 durch Einsprachen bis vor Bundesgericht hinausgezögert. Die Arbeiten sind nun aber am Laufen und sollten bis Ende Juli abgeschlossen sein.

Zahlen und Fakten Bauherr: Generalunternehmer: Architektur: Investitionssumme: Baubeginn: Bauende:

Implenia Development, Dietlikon Implenia Generalunternehmung, Dietlikon Atelier WW, Zürich CHF 37 Mio. voraussichtlich November 2012 Frühling 2014

www.gerlisbrunnen.ch

Damit nicht genug: Die gleichen Rekurrenten reichten auch Einsprachen gegen unser Hochbauprojekt ein. Das Baurekursgericht hat diese jedoch Ende 2011 in 19 von 20 Punkten so klar und deutlich abgewiesen, dass auf einen Weiterzug des Urteils verzichtet wurde und unsere Generalunternehmung nach minimalen Anpassungen mit der Realisierung unserer Projektentwicklung beginnen kann. Roland Ebneter, Projektleiter, Implenia Development, Dietlikon roland.ebneter@implenia.com

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Bauprojekte und Baustellen

In der Kranführerkabine auf 65 m über Boden hat Bruno Futuro den besten Überblick. Mitarbeiter Laurenço Armindo hofft, dass das Verwaltungsgebäude der CSS im Oktober 2012 planmässig fertig wird.

Lausanne: interne Zusammenarbeit trägt Früchte In Lausanne-Vennes entsteht zurzeit ein neues Verwaltungsgebäude für die Krankenversicherung CSS. Es wird nach dem Endausbau 2012 verschiedene bisherige Standorte im Kanton Waadt zusammenfassen und rund 650 Mitarbeitenden einen Arbeitsplatz bieten. Das Projekt ging aus einem Architekturwettbewerb im Jahr 2009 hervor, den das Lausanner Büro Brauen + Wälchli aufgrund der überzeugenden Kombination von Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und architektonischer Gestaltung für sich entschied. Vertrag dank internem Zusammenschluss Der Vertrag mit der CSS ist einmal mehr aufgrund guter interner Zusammenarbeit über die Konzernbereichsgrenzen hinweg zustande gekommen: Im Frühling 2010 hatte sich die Generalunternehmung mit sieben weiteren Unternehmen im Rahmen einer Vorauswahl für einen Totalunternehmerwettbewerb qualifiziert. Um die Chancen von Implenia zu erhöhen, hatte man sich zu einer internen Partnerschaft zwischen der Generalunternehmung und der Division Bau Infra entschlossen. Diese kam bereits in der Angebotsphase zum Tragen. So konnte Implenia den Totalunternehmervertrag für sich entscheiden, das heisst, die zwei Konzerneinheiten konnten sich gemeinsam vor ihren Konkurrenten platzieren. 12 000 m³ Stahlbeton Seit Aufnahme der Bauarbeiten im April 2011 hat das Team folgende Arbeiten ausgeführt: Einrichtung der Baustelle, Erdarbeiten, Spezial-

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arbeiten sowie Bau von Schmutzwasserkanälen. Im Juni 2011 hat das Betonwerk die Betonproduktion aufgenommen. Nach sechs Monaten waren vor Ort bereits 12 000 m³ Stahlbeton eingebaut. Ende März dieses Jahres betrug die Gesamttonnage rund 1600 t Stahl und 9 t Anschluss- und Verbindungsstangen. Das Gebäude setzt sich sternförmig aus fünf Büroflügeln mit einem gemeinsamen Eingangsbereich in der Mitte zusammen. Das Erdgeschoss wird Seminar- und weitere Gemeinschaftsräume beherbergen. Dank den durchgehenden Glasfassaden wird das Licht bis weit ins Innere der Räume gelangen können. Zur Errichtung dieses sternförmigen Gebäudes – in Anlehnung ans CSS-Logo –, einschliesslich des zentralen Bewegungsbereichs mit Platten von geringer Dicke zur Reduzierung des Eigengewichts und der seismischen Auswirkungen, werden drei Baukräne eingesetzt. Dazu kommt ein vorgespanntes Kabelsystem: mit 9000 verschraubten Stangen mit einem Durchmesser von 30 bis 60 mm. Die Armierungen werden im Werk vorgefertigt und anschliessend auf der Baustelle aufgebaut. Das Projekt hat eine Fassadenfläche von 9000 m², bestehend aus vorgefertigten, klarlackierten Brüstungen aus Stahlbeton mit glatter Oberfläche, die eine sehr sorgfältige Montage erfordern. Im oberen Teil befinden sich dreifach verglaste Fenster mit Holz-Aluminium-

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Bauprojekte und Baustellen

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Dass die Höhe der Vorspannkabel exakt sind, überprüft Manuel Condoso. Anschliessend werden die Kabel mit Hilfe einer Winde mit 140 t gespannt und eingespritzt.

Angelo Garrot, António Vaz und Manuel Condoso (v.l.n.r.).

Bauführer Raphaël Livio (r.) im Gespräch mit einem Heizungstechniker der Firma Alvazzi.

Fernando Silva und Laurenço Armindo (l.).

Rahmen. Die Gebäudeversicherung (ECA) hat für dieses Projekt nach Erteilung der Baubewilligung den Einbau eines zusätzlichen Treppenhauses verlangt, um die sichere Evakuierung der Gebäudenutzer zu gewährleisten. Aufgrund der Komplexität des Bauprojekts werden auf der Baustelle rund 45 Maurer und Eisenleger eingesetzt. Eine optimale Zusammenarbeit zwischen der Generalunternehmung und der Bau Infra ist ein absolutes Muss, um die Einhaltung des vertraglich vereinbarten Baufristenplans zu gewährleisten und Lösungen für die technischen Herausforderungen zu finden, die das Projekt stellt. Das 48-Mio.-Projekt muss innerhalb von 18 Monaten umgesetzt werden, damit das Gebäude im Oktober 2012 plangemäss an die Bauherrschaft übergeben werden kann. Eine echte Challenge für das waadtländische Implenia-Team! Michel Dougoud, Projektleiter Generalunternehmung, Renens michel.dougoud@implenia.com

Pierre-Yves Dénéréaz, Gebäudeverantwortlicher Bau Infra, Echandens

Solarzellen auf den Bürocontainern Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung hat Implenia Real Estate auf vier Bürocontainern der CSS-Baustelle in Lausanne feste Sonnenkollektoren montiert. Der Anstoss dazu kam von François Guisan, unserem Nachhaltigkeitsintegrator, der für die Implenia-Tochtergesellschaft Reuss Engineering tätig ist. Die Kollektoren haben eine Fläche von 48 m² und produzieren jährlich insgesamt 6140 kWh Strom zur Versorgung der Bürocontainer. Die restliche Energie wird in das lokale Stromnetz eingespeist. Während ihrer gesamten Betriebszeit produzieren die vier Container gesamthaft rund 150 000 kWh. Damit liessen sich rund 30 durchschnittliche Privathaushalte während eines Jahres mit elektrischem Strom versorgen.

pierre-yves.denereaz@implenia.com

Yves Semadeni, Account Manager Generalunternehmung, Renens yves.semadeni@implenia.com

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Die Nutzung von Sonnenkollektoren ist durchaus auch auf anderen Baustellen denkbar. Die Kollektoren können zusammen mit den Baustellencontainern verlegt werden. Aufgrund dieses ersten Versuchs wird die Möglichkeit untersucht, das Konzept auf weiteren Baustellen einzuführen.

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Bauprojekte und Baustellen

Einzelne Brückenteile werden in Rotterdam verfrachtet und gelangen auf dem Seeweg…

Ein neues Wahrzeichen für Oslo Mitten in der norwegischen Hauptstadt Oslo dehnt sich neu die Nordenga-Brücke über die Geleise aus, die zum grössten Bahnhof des Landes führen. Mit der aussergewöhnlichen und eindrücklichen Stahlkonstruktion von Implenia haben Oslos Bewohnerinnen und Bewohner wie auch Touristen ein neues Wahrzeichen erhalten. Die weisse Brücke wird von nun an in keinem Reiseführer zu Oslos Zentrum rund um den Hauptbahnhof und die Busstation fehlen. Attraktive Gestaltung, die ins Auge sticht Das massive weisse Stahlgerüst, das die Nordenga-Brücke einzigartig macht, hat der Produzent aus Rotterdam (Niederlande) auf dem Seeweg nach Oslo verfrachtet. Das Gerüst ist 35 m hoch, während die Fahrspur die 19 Geleise in 7 m Höhe überquert. Die gesamte Brücke weist eine Länge von 306 m auf, wovon 160 m aus insgesamt 1900 t Stahl gebaut sind. Für den Autoverkehr verfügt die Brücke über zwei Fahrspuren, je eine pro Richtung. Zusätzlich gibt es eine 5 m breite Spur für Fussgänger und Velofahrer. Diese mussten früher durch den stark frequentierten Bahnhof oder eine weiter ostwärts gelegene Brücke, wollten sie die Geleise überqueren.

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Die Herausforderungen bei der Konstruktion der Brücke waren gross. Um den Bahnverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wurde nach Vorgabe der norwegischen Behörde für den nationalen Zugverkehr in Zeitfenstern gearbeitet, die genau eingehalten werden mussten, um die rechtzeitige Eröffnung nicht zu gefährden. Zudem verlangten die Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe zu technischen und elektrischen Zugverkehrsinstallationen nach besonderen Sicherheitsmassnahmen. Ein neuer Stadtteil wird zugänglich gemacht Planung und Realisierung der Nordenga Brücke sind Teil eines grossen Stadtentwicklungsprojekts («E18-Bjørvika-Projekt»), das den Strassenverkehr weg von der Küste von Oslos Fjord führen will, um diese Gegend attraktiver für Wohn- und Freizeitnutzungen zu machen. Der nahe der Küste gelegene Stadtteil Bjørvika war lange Zeit Heimat für heruntergekommene Lagerhallen in abgeriegelten Hafengebieten. Durch Geleise für Zug und Tram sowie die vielbefahrene Autobahn A6 vom Rest der Stadt abgeschottet, war er für die Bevölkerung schwer erreichbar und wenig attraktiv. Die Eröffnung der Nordenga-Brücke

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Bauprojekte und Baustellen

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… nach Oslo, wo daraus ein neues Wahrzeichen erstellt wird: die Nordenga-Brücke.

stellt nun einen Meilenstein der zweiten Phase des Stadtentwicklungsprojekts dar, die darauf fokussiert, bis 2015 den Zugang zu Bjørvika zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Ziel ist es, dass sich die Stadt zum Fjord hin öffnet. Die Küste soll aus allen Richtungen erreichbar sein, und die Bevölkerung soll zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart – vom mittelalterlichen Ruinenpark bis zum neuen Opernhaus – pendeln können. Die Küstenregion wird sich auch zu einer attraktiven Gegend für boomende Unternehmen mit grosser Nachfrage nach Büroräumlichkeiten oder für kulturelle Institutionen wie Galerien, Museen oder Bibliotheken mausern. Mit den geplanten rund 5000 Wohnungen entsteht in Bjørvika ein lebendiger Stadtteil mit grünen Parks für Spaziergänger und Radfahrer. Ingeborg Hagen, Marketing Coordinator, Implenia Industrial Construction, Oslo ingeborg.hagen@implenia.no

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Implenia gibt in Norwegen Gas Schlag auf Schlag folgen in Norwegen Auftragseingänge für interessante und wichtige Referenzprojekte. Zwei haben wir für eine kurze Vorstellung herausgepickt: «E39» Strassenbauarbeiten, zwei Tunnels von je 600 m Länge, vier Portale, ein Betonviadukt, drei kleinere Brücken und abgetrennte Fahrspuren für Fussgänger und Velofahrer – der Gewinn des Projekts «E39» ist der erste grosse Akquisitionserfolg von Implenia in Norwegen seit der Übernahme von Betonmast Anlegg im Juli 2011. Die «E39» ist eine vierspurige Autobahn entlang der norwegischen Westküste, die nun in der Nähe der Stadt Bergen ausgebaut wird. Die Bauarbeiten für das 50-Mio.-CHF-Projekt (entspricht 319 Mio. NOK) laufen seit März und werden voraussichtlich im Mai 2014 abgeschlossen. Bahninfrastrukturauftrag in Drammen Mit dem Ziel, die Zugverbindungen im Osten des Landes deutlich zu verbessern, wird im Dezember 2014 in Norwegen ein neues Routensystem für die Bahn eingeführt. Zusätzlich werden bald neue, längere Züge auf Norwegens Schienen verkehren, die grössere Wende- und Abstellgeleise benötigen. Dies hat auch im Umfeld des Bahnhofs der Stadt Drammen (knapp 50 km westlich der Hauptstadt Oslo gelegen) Änderungen zur Folge. Den Zuschlag für die Ausführung der Aus- und Umbauarbeiten hat ebenso Implenia erhalten. Der Auftrag umfasst die Erneuerung sowie den Umbau von Abstellgleisen, die Erweiterung der bestehenden Wendegleise, Aushubarbeiten, den Rückbau kleinerer Gebäude im Umfeld des Bahnhofs, die teilweise Erneuerung der Fahrleitungen sowie die Neuorganisation von Kabeln, Leitungen und Abwassersystemen.

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Umfrage bei der Wasserbauequipe in der Romandie

Im Wasser arbeiten: Wie ist dies möglich? «Meine rund 20-köpfige Equipe Wasserbau ist ein Kleinstunternehmen in unserem Grosskonzern, das noch nicht sehr bekannt ist. Seit über 40 Jahren erledigen wir alles unter Wasser, was sonst auf normalem Weg nicht machbar ist. Wir schweissen, betonieren, sanieren Brückenpfeiler, Häfen- und Kläranlagen, Kraftwerke und holen ölverseuchte Holzstücke aus tiefen Brunnen. Viele Kunden reagieren echt erstaunt, wenn wir ihnen unsere Methode vorschlagen, die überhaupt nicht teurer ist. Ganz im Gegenteil. Bis jetzt beschränkte sich unser Radius auf den Genfersee, aber meine Vision wäre eine schweizweite Tätigkeit.»

«Früher habe ich Pipelines für Gas und Petrol gelegt. Seit fünf Jahren betreue ich die Baustellen des Wasserbaus rund um den Genfersee. Jede Baustelle ist ein Unikat, nie stellen sich uns dieselben Aufgaben. In Vevey sanieren wir im Moment die Hafenanlage. Die Arbeiten unter Wasser sind das ganze Jahr möglich. Einzig wenn es auf dem See heftig windet, verunmöglicht der hohe Wellengang das präzise Arbeiten unter Wasser. Und dieses Jahr mussten wir im Januar, was aber sehr unüblich ist, über eine Woche pausieren, weil das Seeufer eine einzige Eisfläche war.»

«Sieben Jahre tauche ich schon, um zu arbeiten. Das Hobbytauchen habe ich daher an den Nagel gehängt. Nach Feierabend gehe ich jetzt lieber fischen. Am Hafen von Vevey arbeite ich maximal drei Stunden pro Tag unter Wasser, jeweils eineinhalb Stunden, eine halbe Stunde Pause und dann nochmals eineinhalb Stunden. Ich arbeite höchst konzentriert. Ab und zu schaut ein Egli vorbei. Aber man kann sich nicht vorstellen, was sonst alles auf dem Seegrund beim Hafen liegt: Krücken, Velos, Geld, ganze Portemonnaies… Den Rest des Tages erledige ich andere Arbeiten, die auf der Baustelle anfallen.»

«Meine europäisch anerkannte Tauchausbildung habe ich in Marseille, dem einzigen Ausbildungszentrum in Europa, erlangt. Danach arbeitete ich längere Zeit auf Ölplattformen im Meer, später ging es in den Kongo, nach Nigeria und Russland. Jetzt fühle ich mich für meine zwei Kollegen sowie für die vier weiteren, die als Externe bei Bedarf zugezogen werden, ganz und gar verantwortlich. Wir arbeiten immer im Team, einer taucht, der andere überwacht oben, hilft ihm beim An- und Ausziehen des Tauchanzugs und überprüft die Sauerstoffleitung. Denn Tauchen ist mehr als nur zusammen arbeiten. Da geht es um grosses gegenseitiges Vertrauen.»

Alain Berrut Leiter Wasserbau Romandie

Grégory Wilk Bauführer beim Wasserbau

Sébastien Verdel Taucher Wasserbau

Thierry Aillain Chef Tauchequipe Wasserbau

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Umfrage bei der Wasserbauequipe in der Romandie

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«Mit dem Hobbytauchen fing es bei mir an, dann tauchte ich fürs Militär in Frankreich. Mit meiner Ausbildung als Bauführer arbeitete ich zuerst im Strassen- und Hochbau. Nur mag ich es, wenn es im Job Abwechslung gibt, und jetzt ist es die Kombination von Tauchen und Arbeiten. Verrückt ist, dass wir die Arbeiten aller Berufsgattungen unter Wasser ausführen. Bei den Brückenarbeiten in der Stadt Genf haben wir sogar direkt in der Strömung gearbeitet – mit einer speziellen Vorrichtung, die das Wasser am Taucher vorbeileitet. Unvergesslich bleibt mir auch der 40 m tiefe Brunnen, der zuunterst nur noch 85 cm breit war, und ich fast drin steckenblieb.»

«Ich bin einer der drei Kapitäne unserer Equipe, die unser Ponton bedienen und der die anderen ausbildet. Auch bin ich einer, der auch ohne Schwimmweste schwimmen kann. In Portugal an drei Flüssen aufgewachsen, lernte ich es schon früh. Seit 27 Jahren bin ich nun in der Schweiz, aber das Wasser zieht mich magisch an. Unser Ponton bringt rund 150 t auf die Waage. Meist stehen noch 40 t Container sowie Maschinen und Material darauf. Vorwärts geht es rund 8 km/h. Bei diesem Schneckentempo brauche ich rund 1,5 Tage von Genf nach Vevey. Aber der Container ist wie unser kleines Zuhause.»

«Mit dem Bagger im Wasser zu buddeln, dazu braucht es viel Übung und Fingerspitzengefühl. Deshalb gehöre ich dieser Equipe an, da ich genau dieses Gefühl für Maschinen habe und auch nicht gerade das Gleichgewicht mit meinem Fahrzeug verliere, wenn es auf dem Ponton halt ein bisschen wackelt. Ich habe beim Spezialtiefbau angefangen, aber in der Wasserbauequipe gefällt es mir sehr. Einerseits weil die Baustellen sehr vielfältig sind, und andererseits, weil mir meine Kollegen, manche eben wie ich aus Portugal, sehr wichtig sind. Man fühlt sich wie in einer grossen Familie.»

«Vor 17 Jahren habe ich mit Pickel und Schaufel kleine Tunnels von Hand gegraben. So schafften wir 2 bis 3 m pro Tag. Heute bedienen wir zu viert unsere kleine Microtunnelling-Maschine und kommen 10 m pro Tag. Die Maschine gehört ebenso zum Team Wasserbau. Denn neben den Wasserarbeiten erstellen wir auch Spundwände oder Microtunnels. Unsere momentane Baustelle liegt unter der Genfer Pont-Butin-Brücke, wo täglich Zehntausende von Fahrzeugen oben drüberbrausen. Dank der Microtunnelling-Methode muss die Strasse nicht gesperrt werden, und wir bohren ungestört die Tunnels für die zwei Fernwärmeleitungen.»

Jean-Philippe Rauch Bauführer Wasserbau

Armando Alves Constantino Schiffskapitän Wasserbau

Miguel Marques Brito Maschinist Wasserbau

Vilko Hunjek Microtunnelling-Mitarbeiter Wasserbau

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Impact

Vermischtes

Impact

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Portrait einer Bauingenieurin

Die Neuausrichtung des Real Estate

Seite 6

Seite 4

Mitarbeitende als Aktionäre?

St. Jakob-Turm, Basel

Seite 16

Seite 6

Preisrätsel

Preisrätsel

Seite 26

«Vision to Reality»

Seite 3

Seite 6

Die neue Werbekampagne

Interview mit Beat Fellmann

Seite 18

Seite 10

Preisrätsel

Preisrätsel

Seite 24

Seite 34

Sechs Jahre mit 18 Ausgaben sind eine lange Zeit. Allein die Titelbilder erzählen eine Geschichte, die geprägt ist vom Wandel unseres Unternehmens und ihrer Mitarbeitenden. Nun ist der Moment gekommen, in dem wir das Magazin neu verpacken und mit neuem Inhalt füllen möchten. Es wird spannende und unterhaltende neue Rubriken geben, aber auch langjährige, beliebte Elemente wie zum Beispiel der Wettbewerb werden nicht fehlen. Mehr verraten wir heute noch nicht. Lassen Sie sich von der ersten Ausgabe des neuen Impact im Herbst überraschen!

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Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Implenia 2009: volle Auftragsbücher Seite 3

Wie verpflegen sich die Arbeiter? Seite 8

Weshalb ist Implenia so beliebt? Seite 20

Frühling 2009 Ausgabe 9

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Impact

Ade…, es war eine gute Zeit

Winter 2008/2009 Ausgabe 8

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Impact

Vorwort von Anton Affentranger

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Seite 20

Frühling 2007 Ausgabe 3

Impact

Herbst 2008 Ausgabe 7

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Impact

Impact

Winter 2006/2007 Ausgabe 2

Neuer CEO: Mit Hanspeter Fässler im Gespräch

Gotthard: Wie geht’s nach dem Durchstich weiter?

Seite 4

Seite 6

Konzern: Wir wollen stolz sein auf eine nachhaltige Implenia

Kommunikation: mehr Dialog, mehr Wissenstransfer

Seite 6

Seite 10

Lehrlinge: Wie gefällt Ihnen Ihre Lehrzeit bei uns?

Schweizer Rekord: Wir bauen die längste Schrägseilbrücke

Seite 28 Herbst 2010 Ausgabe 13

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Seite 16 Winter 2010/2011 Ausgabe 14

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Impact

Impact

Impact

Vermischtes

Vorwort von Kathrin Martelli

Die Tetrag Automation AG

Seite 4

Seite 4

Implenia Global Solutions

Über den neuen Lötschberg-Basistunnel

Implenia goes Russia

Seite 6

Seite 6

Seite 6

Preisrätsel

Preisrätsel

Preisrätsel

Seite 28

Seite 20

Implenia – Rückblick und Ausblick Seite 4

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Implenia: Wir bauen die Schweiz von morgen

Implenia: Wir wollen offen, ehrlich und fair sein

Seite 3

Seite 3

Seite 4

Schweizer Banken: Implenia geniesst guten Ruf

Neue Aufträge: Auf dem besten Weg ins Ausland

Arbeitssicherheit wird bei uns grossgeschrieben

Seite 4

Seite 6

Seite 8

Challenge? Acht Mitarbeitende erzählen von ihrer Arbeit

Was soll sich ändern? Acht Mitarbeitende sprechen Klartext

Wie ist das Leben im Baustellendorf? Tunnelarbeiter erzählen

Seite 28

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Seite 24 Frühling 2010 Ausgabe 12

Impact

Impact

Winter 2009/2010 Ausgabe 11

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Impact

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Erfolgreich: dank dem Einsatz von 6000 Mitarbeitenden

Verwaltungsräte: Wovon träumten sie als Buben?

2012: Zukunft mit Leidenschaft anpacken

Seite 4

Seite 6

Seite 4

Löhne: Transparenz war längst fällig

HR-Chef: «Mein erster Tag auf der Baustelle»

Eco-Drive: Wie wir nachhaltig fahren

Seite 6

Seite 14

Seite 18

Innovation: millimetergenau Rohre einziehen

Umfrage: Sind die Walliser wirklich so anders?

Umfrage: Was soll Ihr Chef wissen?

Seiten 12 und 28 Frühling 2011 Ausgabe 15

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Anton Affentranger: Was freut unseren CEO insbesondere?

Seite 22 Herbst 2009 Ausgabe 10

Seite 24

Frühling 2008 Ausgabe 6

Impact

Winter 2007/2008 Ausgabe 5

Impact

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Impact

Herbst 2007 Ausgabe 4

Seite 34 Herbst 2011 Ausgabe 16

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Seite 34 Winter 2011 Ausgabe 17

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Vermischtes

Hier in Sotschi werden die Olympischen Winterspiele 2014 eröffnet. Aktuell besteht jedoch die grösste Herausforderung darin, die Ausführungsarbeiten voranzutreiben, ohne zu wissen, wie der Stadioninnenausbau für die Veranstaltung der Zeremonien 2014 aussehen soll. Denn zurzeit fehlt das entsprechende Konzept dazu. Was aber feststeht, ist, dass im Zentralstadion mit den 40 000 Sitzplätzen die Eröffnungs- und Abschlussfeiern sowie die Preisverleihungen bei den Olympischen Winterspielen und Paralympischen Winterspielen 2014 stattfinden. Zudem wird es zukünftig als Fussballstadion mit 25 000 bis 40 000 Sitzplätzen eingesetzt, 2018 bei den Spielen des World Cup. Die Grundsteinlegung fand im September 2010 statt. Die Übergabe an den Betreiber ist auf Sommer 2013 geplant. Implenia ist bei diesem Projekt mit der Abteilung Prime Buildings als Projektmanager und Consulter für den General Project Manager, Botta Management Group International, tätig.

Dritter Platz beim «Prix Santé». Implenia wurde von der Schweizer Sektion der Europäischen Vereinigung für die Förderung der Gesundheit (AEPS) für ihr Sensibilisierungsprogramm in der Romandie zum Thema Alkohol ausgezeichnet (Preisübergabe: Urs Näpflin, Vizepräsident AEPS, Jean-Michel Gautier, Implenia-Projektleiter, Thomas Foery, Implenia-HR-Chef). «Wie das Thema angegangen wurde, ist bisher einzigartig. Implenia setzte sich zum Ziel, die Mitarbeitenden zu unterstützen, statt sie anzuklagen oder zu bestrafen», hiess es in der Laudatio. Die Interventionen richteten sich an 1200 Mitarbeitenden in der Romandie. In einer ersten Schulung hatte Implenia – zusammen mit Fachleuten der Westschweizer Gesundheitsorganisation PMSE – die Führungskräfte über Alkohol, seine Auswirkungen und das unterschiedliche Konsumverhalten informiert. Die Führungskräfte führten daraufhin mit ihren Mitarbeitenden ein Sensibilisierungsprogramm durch. Die Ergebnisse zeigen eine breite Akzeptanz: Das Thema Alkohol wurde bei Implenia enttabuisiert, und es wurden unterstützende Massnahmen für Personen mit Alkoholproblemen entwickelt. Das Pilotprojekt will Implenia auf die ganze Schweiz ausdehnen.

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Vermischtes

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prozess auch auf die Betriebsenergie sowie die Mobilität gelegt werden. Um den Verbrauch an grauer Energie möglichst tief zu halten, wird «schorenstadt» in Holzbauweise realisiert. Dass die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner ihre Mobilitätsbedürfnisse nachhaltig abdecken können, wird mit verschiedenen Massnahmen sichergestellt. So handelt es sich bei «schorenstadt» um eine autoreduzierte Siedlung mit 0,7 Parkplätzen pro Wohneinheit, die über keinen motorisierten oberirdischen Verkehr, aber über Ladestationen für Elektrofahrzeuge und E-Bikes verfügt. Noch in Abklärung befinden sich Massnahmen wie eine Taktverdichtung beim öffentlichen Verkehr oder das Einrichten eines Mobility-Carsharing-Standorts.

«schorenstadt»: ein Leuchtturmprojekt für die 2000-Watt-Gesellschaft Im Basler Hirzbrunnen-Quartier entwickelt und baut Implenia einen Teil der Schweiz von morgen. Mit «schorenstadt» – bestehend aus 43 Stadthäusern und 22 Eigentumswohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern – entsteht

Nie mehr Überschwemmungen in Lyss. Mit einem Zeitungsinserat bedankten sich die Gemeinden am Lyssbach u.a. auch bei Implenia für die termingerechte und ausgezeichnete Ausführung der Bauarbeiten beim Hochwasserentlastungsstollen.

das erste baselstädtische Wohnbauprojekt für die 2000-Watt-Gesellschaft, das die Anforderungen an den neuen SIA-Effizienzpfad Energie (2011) und den Minergie-P-EcoStandard erfüllt. Damit dies gelingt, musste das Hauptaugenmerk bei der Entwicklung neben der grauen Energie im Erstellungs-

Anlässlich der Vorstellung des Projekts vor den Medien zeigte sich auch der Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements des Kantons Basel-Stadt, Regierungsrat Dr. HansPeter Wessels, erfreut über die Realisierung des Leuchtturmprojekts: « ‹schorenstadt› wird die Entwicklung des HirzbrunnenQuartiers positiv mitprägen und als Projekt für die 2000-Watt-Gesellschaft weit über die Kantonsgrenzen hinaus strahlen.»

Seit dem 30. November 2011 ist der Hochwasserentlastungsstollen betriebsbereit und kann im Bedarfsfall ein Hochwasser sicher um Lyss herumführen. Überschwemmungen wie im Sommer 2007 gehören somit für Lyss der Vergangenheit an. Der Vorstand des Gemeindeverbands Lyssbach dankt allen bestens, welche sich in irgendeiner Form an der Umsetzung dieses grossen Projekts beteiligt haben. Ein spezieller Dank geht an die Wehrdienste Lyss für ihren Einsatz, den Kanton Bern für die rasche Realisierung des Stollens, die Planer und Ingenieure für die Erarbeitung des Projekts und an die Bauunternehmung für die fristgerechte und tadellose Bauausführung.

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Vermischtes

Lehrlingsausbildung während der Kälteperiode. Im Februar waren viele unserer Baustellen wegen der extremen Kälte eingestellt worden. Lehrlingsausbildner und Bauführer Adrian Geissmann sowie Hochbau-Polier Martin Wegner wussten sich zu helfen, wie sie zehn Maurerlehrlinge verschiedener Lehrjahre aus den Kantonen Aargau und Zürich sinnvoll beschäftigen konnten. Die Holzbauabteilung in Rümlang stellte ihnen ihr Sitzungszimmer und den Schulungsraum zur Verfügung. In den ersten zwei Tagen führten alle das Arbeitsbuch nach. Anschliessend trainierten sie Testaufgaben für sämtliche Schulfächer. Da ja nicht alle Lehrlinge auf dem

Herzliche Gratulation zu 40 Dienstjahren. Das Profit-Center Aargau bedankt sich bei seinem Kalkulator Hansjürg Fuhrer für seinen unermüdlichen Einsatz, seine zuvorkommende Hilfsbereitschaft, für die wundervollen Festtagsdekorationen in seinen Büroräumlichkeiten sowie für seinen tollen Jubiläumsapéro mit selbstgemachter Gulaschsuppe. Auch wir gratulieren ihm zu seinen 40 Dienstjahren, zu seiner Kunstvernissage mit eigenen Reiseskizzen und Schnitzereien und schicken ein Dankeschön an Janine Greiner für ihre Initiative, den Jubilar im Impact gebührend zu erwähnen.

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gleichen Ausbildungsstand waren, halfen die Drittjahrlehrlinge den jüngeren bei schwierigen Aufgaben. Mitte Woche besuchten sie das Ausbildungszentrum Effretikon, wo sie interessante Diskussionen über Anwendung und Einsatz verschiedener Baumaterialien führten. In den zwei letzten Tagen dieser Woche ging es ans Praktische: Mit einem Schalungsobjekt in der Garage des Werkhofs – unter gleichen Bedingungen wie an Lehrlingsprüfungen. Das Objekt, eine Aufgabe aus dem zweiten Lehrjahr, war relativ anspruchsvoll für die Jüngeren. Aber auch hier wurde emsig zusammengearbeitet. Fazit: Es war eine gelungene Woche. Dank auch dem Holzbau und Werkhof Rümlang.

Spezialität Fugenverguss. Fugenarbeiten auf Landepisten, an Bushaltestellen, in Kreiseln, in Neubauten, Fugen in Beton- oder Asphaltbelägen: Fugen jeglicher Art gehören zum Spezialgebiet der Arbeitsgemeinschaft FVE. Sie ist zuständig für Heiss- und Kaltvergussverfahren, Grooving, Rillierung, Grinding, Risssanierungen. Begonnen hatte die Zusammenarbeit vor fünf Jahren mit einem Grossauftrag am Flughafen Zürich Kloten. Seither bildet Implenia mit den Firmen Walo Bertschinger, Specogna und OAT aus Deutschland eine selbständige Firma. Ihr zentral gelegener Werkhof im aargauischen Seon erlaubt kurze Anreisezeiten in die ganze Schweiz. Weitere Informationen erteilt FVE-Leiter Antonio D’Avino: Tel. 044 745 23 41 oder 079 702 08 24.

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Vermischtes

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Kreuzworträtsel 6 1

Horizontal 1. Worauf ist jeder dritte Absenztag bei Bau Infra zurückzuführen? 2. Wie heisst der Verwaltungsratspräsident? 3. Bei welcher Equipe fand die Mitarbeiterumfrage statt? 4. Wie heisst eine der grössten Holzbausiedlungen der Schweiz? 5. In welcher russischen Stadt ist Implenia aktiv?

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Ab nach London! Ganz viele Augen werden im Juli und August nach London blicken, wo dieses Jahr die Olympischen Sommerspiele über die Bühne gehen. Neben vielen Weltklasse-Athletinnen und -Athleten wird bald auch Eva Kuchling, Sachbearbeiterin HR-Administration in Aarau, nach London fliegen. «Glücksfee» Frank van der Velde, Verantwortlicher Marketing & Kommunikation Bau Infra, hat unter den zahlreichen Einsendungen ihre Karte gezogen und sie somit zur Gewinnerin des Impact-Wettbewerbs gemacht. Ob Eva Kuchling im Rennen um das heissbegehrte olympische Edelmetall ein Wörtchen wird mitreden können, entzieht sich unserer Kenntnis. Was hingegen sicher ist: Wir wünschen ihr einen wunderschönen Aufenthalt in Englands Hauptstadt. Für all diejenigen, bei denen es wieder nicht geklappt hat: Oben auf dieser Seite wartet bereits die nächste Chance.

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Vertikal 6. In welcher Stadt stand Konzernbereichsleiter René Zahnd im Einsatz? 7. Wo baut Implenia für die CSS ein neues Verwaltungsgebäude? 8. Wo baut Implenia eine 2000-WattSiedlung? 9. Wo hatte das Notfallteam alle Hände voll zu tun? 10. Von welchem Werkhof starteten die Tunnelbohrmaschinen nach Bahrain? 11. Wie heisst die Leiterin der neuen Abteilung HR Development? Lösungswort des letzten Kreuzworträtsels: miteinander

30 Implenia-Mitarbeitermagazin 1/2012 Panorama

Wir Implenia «one company, one goal one spirit» Schicken Sie uns Ihr Foto für ein spannendes Panorama: redaktion@implenia.com

Wanted: Implenia-Gesichter In der Herbst-Ausgabe führen wir im Impact eine neue Seite ein. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung: Machen Sie ein Foto von Ihren Kolleginnen, Kollegen oder von sich selbst, zücken Sie die Handycam in der Znünipause, bei der Weiterbildung oder beim Team-Ausflug und schicken Sie uns Ihre Schnappschüsse an redaktion@implenia.com

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Vermischtes

Spezialfilm für die Generalversammlung. Damit unsere Aktionäre miterleben können, wie es auf unseren Baustellen zu- und hergeht und über welche speziellen Stärken Implenia als Unternehmen verfügt, hat die Filmabteilung (Marketing/Kommunikation des Konzerns) im Eiltempo einen Film gedreht. Auf der Baustelle Europaallee in Zürich traten insbesondere Richard Mink und Peter Schick (r.) als Vertreter der Generalunternehmung in Aktion und überraschten den Filmer Tobias Volkamer (Agentur VBvisual) geradezu mit ihrem schauspielerischen Talent. Der Kurzfilm ist – wie schon andere interessante Filmbeiträge – auf unserer Homepage (http://www.implenia.com/de-ch/medien/ mediathek/filme) zu sehen.

Früh übt sich, wer Implenia-Werbeträger werden will. Seit ein paar Monaten sind die erfolgreichen E-Junioren des FC Oftringen mit dem Margeritli auf ihrem Dress in Aktion. Besser könnte das Werbebudget nicht eingesetzt werden. Die nachhaltige Initiative stammt von Olivier Böckli (l.), Leiter Implenia Tunnelling, und Maurizio Carlino (r.), Trainer und HR-Bereichsleiter Implenia Industrial Construction.

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Nachhaltig und kostensparend. Unsere Nachhaltigkeitsarbeitsgruppe «Umwelt» hilft auch Kosten sparen und empfiehlt deshalb den Trinkwasserspender Kärcher Modell WPD 100. Nebst der Förderung der Nachhaltigkeit – gegenüber den Mineralwasserflaschen entfallen die CO2-Emissionen für Herstellung, Wasserlieferung, Recycling und Entsorgung – wird bereits ab zehn Mitarbeitenden eine Kostenersparnis von CHF 1000 pro Jahr erreicht. Das günstige Modell WPD 100 wird an der Trinkwasserleitung angeschlossen, hat ein Filtersystem und eine automatische thermische Desinfektion. Das Wasser kann kalt (mit oder ohne Kohlensäure), ungekühlt oder heiss bezogen werden. Ein Power-Save-Modus hilft, den Energiebedarf zu senken. Für einen Vergleich finden Sie den Kostenrechner «Trinkwasserspender vs. Wasserflaschen» im Intranet unter: Corporate Center ––> Beschaffungsportal ––> I-Vereinbarungen ––> Kärcher AG. Ziel ist es, möglichst viele Standorte mit diesem Trinkwasserspender WPD 100 auszustatten.

Der Unternehmergeist ist stets präsent. Unsere Mitarbeitenden sind innovativ und denken unternehmerisch. So hat beispielsweise Luís Gomes, Polier auf der Baustelle Tunnel Sous-le-Mont, eine kleine Schalung entwickelt, um eine Leitung einzubetonieren, die in der Standspur eingebaut wird. Damit wird die Arbeitsqualität optimiert, der Nutzeffekt verbessert und der Materialverbrauch reduziert. Die Schalung ist mit einem Betonrüttler zur Verdichtung des Betons sowie Rädern zur einfachen Verschiebung ausgestattet. Die Räder sind fest miteinander verbunden, damit fortlaufend betoniert und die Schalung synchron mit dem Fahrmischer bewegt werden kann. Der Fahrmischer zieht zudem die Schalung. Wir gratulieren Luís Gomes und seinem Team zu dieser Innovation und bedanken uns bei Thierry Schaller für diesen Text.

09.05.12 16:54

Impact Nr. 18  

Mitarbeitermagazin von Implenia, deutsch

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