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Impact Verwaltungsräte: Wovon träumten sie als Buben? Seite 6

HR-Chef: «Mein erster Tag auf der Baustelle» Seite 14

Umfrage: Sind die Walliser wirklich so anders? Seite 34 Herbst 2011 Ausgabe 16

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Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Übersicht

Übersicht

Plattform Was unsere Verwaltungsräte bewegt

Plattform Zügig und optimistisch in die Zukunft

Bauprojekt Riedmühlepark: Hochwertige Wohnüberbauung

Baustellen Weinbergtunnel: eine grosse Herausforderung…

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HR-Chef: «Mein erster Tag auf der Baustelle» Seite 14

Umfrage: Sind die Walliser wirklich so anders? Seite 34 Herbst 2011 Ausgabe 16

Das Magazin für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Wovon man spricht Welcher Umwelttyp sind Sie? Testen Sie!

Umfrage im Wallis Sind die Walliser wirklich so anders?

Vermischtes Lesen Sie das Mitarbeitermagazin Impact gern?

Vermischtes Der schiefe Kran von Oberentfelden

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Titelbild: Mitarbeiter auf der Baustelle «Überbauung Brückenweg» in Visp (siehe Mitarbeiterumfrage Seite 34; Foto: Esther Bürki)

Impressum Mitarbeitermagazin des Implenia Konzerns Erscheint dreimal jährlich

Übersetzungen: iTranslations GmbH, Zug

Adresse der Redaktion: Implenia Management AG, Redaktion Impact Industriestrasse 24, 8305 Dietlikon redaktion@implenia.com

Design: Fritz Affolter, Implenia Management AG, Dietlikon

Redaktionskomitee: Gabriela Bouras, Implenia Construction SA, Genève Andrej Berndt, Implenia Industrial Construction, Wallisellen Esther Bürki, Implenia Management AG, Dietlikon Philip Doka, Implenia Real Estate, Dietlikon Eva Fausch, Implenia Bau AG, Chur Thomas Foery, Implenia Management AG, Dietlikon Sylvie Pichault, Implenia Bau AG, Basel Claude Vollenweider, Implenia Management AG

Nächster Redaktionsschluss: 15. Oktober 2011

Fotos: Implenia; Martina Meier, Zürich; RDB/SI/Reichenbach; IG Zalo c/o Basler & Hofmann AG; R. Ruggiero, Flawil

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Druck: Printlink AG, Zürich

Adressänderungen Als Mitarbeitende senden Sie Ihre Adressänderung an: Implenia Management AG, Human Resources, Adressänderung, Bahnhofstrasse 24, 5001 Aarau, oder hr-help@implenia.com Als Pensionierte wenden Sie sich an: Implenia Vorsorge, Adressänderung, Bahnhofstrasse 24, 5001 Aarau. Als Kunde melden Sie Ihre Änderung an: Implenia Management AG, Redaktion Impact, Industriestrasse 24, 8305 Dietlikon.

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Vorwort

Liebe Mitarbeiterinnen und liebe Mitarbeiter Vor einem Jahr hatte ich im damaligen Impact-Interview auf die Frage nach meinem ersten Eindruck geantwortet, dass ich bei Implenia sehr offene, direkte und engagierte Mitarbeitende getroffen hätte, die mit beiden Beinen auf dem Boden stünden. Nach zwölf intensiven und arbeitsreichen Monaten sowie unzähligen Gesprächen mit vielen von Ihnen kann ich mit Freude bestätigen, dass mich mein erster Eindruck nicht getäuscht hat. Beeindruckende Leistungen Auch meine Faszination und mein Respekt für Ihr Engagement in unseren Bauprojekten hat sich nicht vermindert, sei es für die hochkomplexen logistischen Abläufe auf der Baustelle mitten im Stadtzentrum, für das enorme Know-how in den unterschiedlichen Bauproduktionsverfahren oder für die detaillierten Abklärungen und organisatorischen Vorbereitungen auf einer Tunnelbaustelle, bei einer Strassensanierung, einer Wohnüberbauung oder einem Bürogebäude, bei Spezialbohrungen oder als Kundenmaurer. Ich bin beeindruckt von Ihren Leistungen und bedanke mich herzlich für Ihren unermüdlichen Einsatz – im Gotthardtunnel, auf der Poya-Brücke, beim Pumpspeicherkraftwerk in Emosson, an der Europaallee in Zürich oder auf einer weiteren unserer rund 4000 Baustellen – aber natürlich auch am Telefon, im Büro und auf dem Werkhof. Mit Kurskorrekturen zurück auf Erfolgskurs Zur Frage nach meinem Führungsstil hatte ich im damaligen ImpactInterview den Implenia Konzern mit einer Gruppe von Segelbooten verglichen, bei welcher meine Aufgabe darin bestehen würden, die Bojen so zu setzen, dass die Boote auf dem gewünschten Kurs bleiben würden. Speziell im Konzernbereich Bau Infra werden angesichts des aktuell schwierigen Geschäftsgangs einige Bojen umplatziert und Massnahmen getroffen, damit wir wieder auf Erfolgskurs kommen. Lesen Sie mehr dazu auf den Seiten 10 und 11.

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Ein herzliches Willkommen nach Norwegen Der wichtige Meilenstein in unserer Auslandstrategie – die Übernahme der Norweger Infrastruktur- und Tunnelspezialistin Betonmast Anlegg AS – zeigt, wie wir unsere Zukunft aktiv gestalten. Auf den Seiten 4 und 5 finden Sie die Hintergründe zu dieser Übernahme. Ich möchte an dieser Stelle unsere 250 norwegischen Kolleginnen und Kollegen herzlich bei uns willkommen heissen. Wir freuen uns auf eine intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit – und wir freuen uns auf die Implenia in Norwegen. Innovation als Wert mit Handlungsbedarf Innovation ist einer unserer acht Unternehmenswerte. Um diesem Wert auch das notwendige Gewicht zu geben, haben wir ein konzernweites Innovationsteam gegründet und eine Innovationsinitiative gestartet. Das Innovationsteam, das sich auf den Seiten 12 und 13 vorstellt, hat die Aufgabe, den Innovationsprozess zu etablieren und zu stärken. Wir brauchen innovative Ideen in allen Anwendungsbereichen, und wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass das enorme Wissen in unserem Konzern auch an den richtigen Stellen verfügbar ist – über organisatorische Grenzen hinweg, ganz im Sinne unseres Slogans «One company, one goal, one spirit». Ich wünsche Ihnen bei der Lektüre dieser neuen Impact-Ausgabe viel Vergnügen. Hanspeter Fässler, CEO hanspeter.faessler@implenia.com

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«Welcome on board» Der Schritt von Implenia in Richtung Norden kam für viele Mitarbeitende unerwartet. Für diejenigen, die bei den diversen Ausschreibungsverfahren mitgewirkt haben, die Implenia in Norwegen im Tunnel- und Infrastrukturbau eingereicht hat, ist die Überraschung weniger gross. Denn bei den gemeinsamen Offertstellungen von Implenia und dem Unternehmen Betonmast Anlegg im skandinavischen Markt lernten sich die beiden Firmen kennen, kamen sich näher und entdeckten, dass aus der Arbeitsgemeinschaft eine engere Partnerschaft vorstellbar und wünschenswert wäre. Rund 250 neue Mitarbeitende Aus dem Wunsch heraus entwickelten sich viele Gespräche. Bis es so weit war und die Nachricht am 8. Juli publikgemacht werden konnte, wurde hinter den Kulissen emsig gearbeitet. Seit dem 18. Juli ist es amtlich besiegelt: Implenia besitzt 80 Prozent des Aktienkapitals der Betonmast Anlegg AS. Somit ist Implenia um eine Geschäftsdestination, diverse Marktchancen im wachsenden norwegischen Infrastrukurmarkt sowie um rund 250 Mitarbeitende reicher. Und die norwegische Spezialistin im Infrastruktur- und Tunnelbau erhält ein Schweizer Mutterhaus mit rund

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6000 Kolleginnen sowie Kollegen. Zudem wird sie demnächst ihren alten Namen ablegen und ebenfalls mit unserem Logo und Namen auftreten. Norwegisches Bahn- und Strassennetz von morgen Implenia ist der zweiten Aussage unserer Konzernvision «Wir etablieren uns als anerkannter internationaler Experte für anspruchsvolle Infrastrukturprojekte» einen grossen Schritt nähergekommen. Wir werden nicht nur die Schweiz von morgen bauen, sondern auch die Infrastruktur von Norwegen. Dort sind die Aussichten sehr gut, denn Norwegen plant in den nächsten zehn Jahren Investitionen von rund CHF 50 Mia. in sein staatliches Bahn- und Strassennetz. Und da wir der erste Baukonzern ausserhalb Skandinaviens sind, der in Norwegen eine starke Präsenz hat, sind unsere Chancen gut, uns von diesem Kuchen ein rechtes Stück abzuschneiden. Optimale Synergien Die beiden Unternehmen ergänzen sich zudem sehr gut. Betonmast Anlegg ist seit langem im Infrastrukturbau und mit der Akquisition der Firma Mika 2010 auch im von uns angestrebten Zielmarkt Tunnelbau

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Herzlich willkommen: Das dynamische Team und das unternehmerisch denkende Management von Betonmast Anlegg werden sich mit ihrer ähnlichen Unternehmenskultur bestimmt schnell in unserer Implenia-Welt integrieren.

tätig. Implenia bringt ihrerseits Spezialkenntnisse im Bereich Vortriebsbohrung – bis anhin ein in Norwegen nicht angewandtes Verfahren – sowie zusätzliche Manpower und Kapitalkraft ein. Die Übernahme bedeutet für Implenia im Konzernbereich Industrial Construction ein bedeutendes Umsatzwachstum. Der heutige Umsatz erhöht sich um rund zwei Drittel, und ein weiteres starkes Wachstum ist geplant. Da

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wir uns im Schweizer Tunnelmarkt wieder auf ein tieferes Volumen wie vor den grossen Neat-Bauten einstellen müssen, ist dieses externe Wachstum sehr zu begrüssen. Esther Bürki, Communications Manager, Implenia Management, Dietlikon esther.buerki@implenia.com

«Im Namen der Konzernleitung und der rund 6000 Implenia-Mitarbeitenden heisse ich Sie, liebe Mitarbeitenden von Betonmast Anlegg, herzlich willkommen und wünsche Ihnen einen guten Einstieg in der Implenia-Familie. Sie alle sind für unser Unternehmen eine grosse Bereicherung; zusammen werden wir in Norwegen und Nordeuropa einen grossen Schritt weiterkommen.»

«Es freut mich sehr, dass die Gespräche mit Hanspeter Fässler und seinem Team in den vergangenen Monaten zu einem solch positiven Ausgang geführt haben. Ich bin überzeugt, dass die Kooperation zwischen Implenia und uns eine echte Win-win-Situation darstellt. Gemeinsam werden wir unsere Marktpräsenz in Norwegen und in ganz Skandinavien weiter ausbauen können.»

Hanspeter Fässler, CEO Implenia, Dietlikon

Petter Vistnes, Präsident und CEO Betonmast Anlegg, Oslo

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Was unsere Verwaltungsräte bewegt Sie wirken im Hintergrund, man kennt sie allenfalls vom Hörensagen, und doch sind diese acht Personen enorm wichtig für das Funktionieren unserer Firma. Sie treffen sich in der Regel sechs- bis achtmal pro Jahr, aus aktuellem Anlass manchmal auch kurzfristig. Sie beraten und entscheiden über die Strategie, legen den Dividendenantrag an die Generalversammlung fest, genehmigen die Gehälter der Konzernleitung, entscheiden über neue Investitionen in den Maschinenpark, verabschieden den Verhaltenskodex und das neue Gehaltssystem. Wir haben unseren acht Verwaltungsräten folgende drei Fragen gestellt: 1. Was hatten Sie als Kind für einen Berufswunsch, und welchen Traum wollen Sie in Zukunft noch verwirklichen? 2. Weshalb engagieren Sie sich für Implenia? 3. Was bedeutet Ihnen das Thema Nachhaltigkeit? Anton Affentranger 6

Verwaltungsratspräsident seit Dezember 2005 (seit 1999 im VR von Zschokke), wohnhaft in Hermance 1. In meiner Jugend wollte ich Diplomat werden. Glücklicherweise bin ich es aber nicht geworden! Ich habe noch sehr viele Träume: Um diese zu verwirklichen, träume ich von einem sehr langen Leben. 2. Weil es sich lohnt, einen Beitrag zur Verwirklichung der Implenia-Vision zu leisten. Persönlich bin ich überzeugt, dass nur nachhaltige Unternehmungen zukunftsfähig sind: darum auch mein Engagement für eine nachhaltige Implenia.

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Markus Dennler 5

Vizepräsident des Verwaltungsrats seit Dezember 2005 (seit 2005 im VR von Batigroup), wohnhaft in Zürich 1. In jungen Jahren wollte ich Architekt und Ingenieur werden. Aber wie so oft im Leben kommt es anders, als man denkt. Zumindest habe ich jetzt bei Implenia mit dem Bauen zu tun, wenn auch nur indirekt. Den Traum, den ich mir noch erfüllen möchte, ist ein eigenes Haus nach eigenen Plänen zu bauen. 2. Unsere Firma hat eine grosse Bedeutung für die Schweizer Bevölkerung und Wirtschaft, vor allem auch als Arbeitgeberin. Es erfüllt mich jeweils mit grossem Stolz, unsere Bauwerke nicht nur zu besichtigen, sondern die Tunnels und Strassen auch zu benutzen. 3. Zur Nachhaltigkeit gibt es keine Alternative, da unsere Umwelt auch künftigen Generationen möglichst intakt zur Verfügung stehen muss.

Hans-Beat Gürtler 3

seit April 2010 im Verwaltungsrat, wohnhaft in Lupsingen 1. Wie bei den meisten Buben haben sich meine Traumberufe mit zunehmendem Alter verändert. Meistens war wohl der Anblick eindrücklicher Maschinen der Auslöser, von Baggern über Traktoren, Frachtschiffe und Lokomotiven bis hin zu Flugzeugen. Da unsere Familie mit einer Baumeisterfamilie eng befreundet war, fand ich auch Baustellenberufe immer wieder erstrebenswert, vor allem der Chef zu sein. Heute setze ich mich voll für die Firmen ein, in deren Verwaltungsrat ich tätig bin. Neben Fortschritten, vor allem bei den forschenden Firmen, gibt es auch schwierige Situationen, widrige Umstände und allerlei sonstige Probleme. Wenn dann eine dieser Firmen ein grosser Erfolg wird, ist das wie die Erfüllung eines Traums.

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Unser Verwaltungsrat in corpore (v.l.n.r.): Phillippe Zoelly, Toni Wicki, Theophil Schlatter, Hans-Beat Gürtler, Anton Affentranger, Markus Dennler, Patrick Hünerwadel, Moritz Leuenberger.

2. Ich finde Implenia eine super Firma. Die Grossprojekte, die von ihr realisiert werden, die ungeheure Komplexität solcher Strukturen, sind einfach fantastisch. Man denke nur an den Gotthard-Basistunnel oder die neueren Überbauungen in Basel wie VoltaWest und VoltaZentrum samt der Dreirosenbrücke gleich nebenan. Für mich ist es ausgesprochen motivierend, zusammen mit einem kompetenten Verwaltungsrat die langfristige Zukunft einer solchen Firma mitzugestalten. 3. Nachhaltigkeit ist im Grunde nichts weiter als gesunder Menschenverstand und deshalb eine Notwendigkeit. Das war schon immer so, lange bevor der Begriff in Mode kam. Oder eher: kommen musste, um den Fehlentwicklungen entgegenzuwirken, die von kurzfristigen finanziellen Anreizsystemen gefördert werden. Dass wirtschaftliches Handeln sowohl ökologische als auch ökonomische und soziale Folgen abwägen und optimieren muss, ist für mich seit je selbstverständlich.

Patrick Hünerwadel 1

seit Dezember 2005 im Verwaltungsrat, wohnhaft in Zumikon 1. Zuoberst auf meiner Liste stand Architektur. In einem Aufsatz aus meiner Primarschulzeit stellte ich mir vor, als Architekt Hochhäuser zu bauen und mit dem Helikopter von Bau zu Bau zu fliegen. Später folgte dann allerdings die Einsicht, dass Freude am Zeichnen und Talent zum Entwerfen zweierlei Dinge sind. So verwende ich heute beruflich statt Reissblei die spitze Feder und erfreue mich an überzeugender Architektur und technologisch hervorragenden Bauten anderer. Ein altes Haus selber umzubauen, das wäre ein Traum, den ich gerne verwirklichen würde.

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2. Ich bin dem Bauen von Kindesbeinen an verbunden. Mein Vater und mein Onkel haben die Preiswerk & Cie AG über Jahrzehnte geleitet. Ich nahm 1995 Einsitz in den Verwaltungsrat der Preiswerk und gehörte nach ihrer Fusion dem Verwaltungsrat der Batigroup an. Als solcher durfte ich die Fusion zu Implenia mit begleiten und gestalten. Implenia ist für mich zum einen die konsequente Weiterverfolgung der bereits in der Preiswerk gepflegten Idee eines integrierten Baudienstleisters und -produzenten, eröffnet aber gleichzeitig neue Horizonte und Themen. Kontinuität, stete Weiterentwicklung und zuweilen auch grosse Schritte machen die Faszination der Tätigkeit als Verwaltungsrat in unserem Unternehmen aus. 3. Nachhaltiges Bauen und Wirtschaften ist für mich von jeher ein ebenso selbstverständlicher wie wesentlicher Grundsatz, wobei dieses Thema nicht in allen Aspekten neu ist, wenn ich etwa an die Verpflichtung zu sozial verantwortlichem Unternehmertum im weitesten Sinn denke. Neu ist dagegen das Bündeln der verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit. Von grösster Bedeutung ist jedoch die Integration des Themas in die Unternehmensstrategie. Damit ist sichergestellt, dass Nachhaltigkeit bei uns nicht nur Modewort und Lippenbekenntnis bleibt, sondern verbindliche Leitlinie für die gesamte unternehmerische Tätigkeit auf allen Stufen und in all ihren vielfältigen Facetten ist. Dass dies möglich war und von allen Mitwirkenden bei Implenia getragen und umgesetzt wird, erfüllt mich mit Stolz.

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Die letzte Generalversammlung fand am 19. April 2011 im WTC in Oerlikon statt.

Die drei Fragen an unsere Verwaltungsräte: 1. Was hatten Sie als Kind für einen Berufswunsch, und welchen Traum wollen Sie in Zukunft noch verwirklichen? 2. Weshalb engagieren Sie sich für Implenia? 3. Was bedeutet Ihnen das Thema Nachhaltigkeit?

Moritz Leuenberger /

seit April 2011 im Verwaltungsrat, wohnhaft in Zürich 1. In einem frühen Schulaufsatz beschrieb ich, später Pfarrer in Abläntschen werden zu wollen, der während der Woche den Bauern helfe, abends Velo fahre und am Sonntag die Gemeinde versammle. Später wählte ich dann ein Studium, das meinen Lebensweg so wenig wie möglich vorzeichnen und mir alle Möglichkeiten offenlassen sollte. Weder Bundesrat noch Verwaltungsrat war ein Traum, und ich träume auch jetzt nicht, sondern weiss, dass sich immer wieder neue Türen zu neuen Wegen öffnen. 2. Als Bundesrat konnte ich das UVEK (Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation) als Departement der Nachhaltigkeit gestalten, also Infrastrukturen, Umwelt und Sicherheit miteinander vereinen. Dabei habe ich der Privatwirtschaft immer wieder gepredigt (vgl. meinen Schulaufsatz), dass sie selber die Verantwortung habe, die Nachhaltigkeit voranzutreiben, und dass nicht alles vom Staat geregelt werden sollte. Jetzt habe ich Gelegenheit, dies in der grössten Baufirma der Schweiz konkret anzugehen, und darauf freue ich mich.

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Theophil Schlatter ,

seit April 2011 im Verwaltungsrat, wohnhaft in Wädenswil 1. Wie fast jeder Knabe wollte ich einmal Pilot werden. Nach der Matura interessierten mich dann aber zwei alternative Studienrichtungen, nämlich die Wirtschaftswissenschaften und das Bauingenieurwesen. Ich entschied mich schliesslich für das Studium an der Universität St. Gallen. Mein Traum ist immer noch die Miete einer Wohnung in Paris. 2. Einerseits habe ich meine berufliche Karriere im Finanzbereich absolviert, andererseits ist die Bauwirtschaft eine sehr attraktive Branche, die mich schon immer interessiert hat. Als langjähriger CFO von Holcim konnte ich in beiden Bereichen eine gewisse Erfahrung sammeln. Implenia suchte einen Verwaltungsrat für das Audit Committee. Da ich heute pensioniert bin und nach wie vor eine Affinität zum Finanzwesen und zur Bauwirtschaft habe, fanden wir uns. 3. Der unternehmerische Erfolg wird nicht mehr eindimensional am wirtschaftlichen Gewinn gemessen, sondern an der Nachhaltigkeit. Diese bedeutet für mich nicht nur ökonomischer, sondern ebenso ökologischer und sozialer Erfolg. Die erfolgreichen Unternehmen der Zukunft werden sich durch ihre Nachhaltigkeit auszeichnen.

Toni Wicki )

seit Dezember 2005 im Verwaltungsrat, wohnhaft in Oberrohrdorf 1. Obwohl man mir in der Mittelschule den Beruf des Pfarrers nahezulegen versuchte, galt mein Interesse der Fliegerei, der Technik und dem handwerklichen Gestalten. Somit lag der Beruf des Maschineningenieurs auf der Hand. Nach meinem 40-jährigen Berufsleben möchte ich noch einige Dinge tun, die vorher etwas zu kurz gekommen sind. Dazu gehören Werken, Segelfliegen, Reisen und die Beschäftigung mit der Physik. In meinem Garten soll möglichst bald eine minutengenaue Präzisions-Sonnenuhr die Zeit anzeigen.

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Vier Fragen an die «Neuen» Moritz Leuenberger und Theophil Schlatter sind seit der letzten Generalversammlung im April Mitglied des Verwaltungsrats. Von ihnen wollten wir deshalb speziell wissen, wie sie ihre Funktion bei Implenia auffassen. Wo sehen Sie Handlungsbedarf in Sachen Nachhaltigkeit bei Implenia? Leuenberger: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit muss sich im ganzen Konzern verankern. Das betrifft nicht nur einige Spezialisten, und es geht nicht nur um das Bauen. Es lohnt sich für jeden Bereich, nachhaltige Neuerungen zu suchen und voranzutreiben, auch wenn zunächst umgedacht werden muss. Schlatter: Themen, die uns beschäftigen werden, sind die breitere wirtschaftliche Abstützung, die Mitarbeiterentwicklung und der Fokus auf den umweltfreundlichen Bau. Wo möchten Sie und Ihre Kollegen im Verwaltungsrat Implenia in Zukunft hinführen? Leuenberger: In unserer Firma sollte ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entstehen, die Freude, für unser ganzes Land zu arbeiten und auf die vielen Werke blicken zu können, die wir bauen. Und wir sollten von der Öffentlichkeit ebenso wahrgenommen werden. Kürzlich hat mich eine Frau darauf angesprochen, dass die Strasse vor ihrem Haus renoviert werde. Ich dachte schon, sie reklamiere wegen des Baulärms, aber sie sagte: «Es ist wunderbar, wie effizient und freundlich die Arbeiter von Implenia miteinander und zu uns Anwohnern sind.» So sollen alle von uns denken können. Schlatter: Das Ziel muss es sein, dass Implenia zum Leader in Sachen Nachhaltigkeit avanciert. Wo sehen Sie Ihren persönlichen Einflussbereich bei Implenia? Leuenberger: Abgesehen von meinen Erfahrungen mit Nachhaltigkeit komme ich aus der Politik, sehe also viele Entscheide auch unter dem Blickwinkel der Öffentlichkeit und der Medien. Ich bin kein Insider der Baubranche, stelle vielleicht ungewohnte Fragen und kann so wieder neue Aspekte in die gemeinsame Führungsarbeit des Verwaltungsrats bringen. Schlatter: Wichtig scheinen mir die Governance, die Mitarbeiterentwicklung und der wirtschaftlich nachhaltige Erfolg zu sein. Haben Sie schon immer mit einem Baudienstleistungsunternehmen geliebäugelt? Leuenberger: Nein, zu diesem neuen Beruf bin ich wirklich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Ich will mich allerdings nicht mit Maria vergleichen und Implenia auch nicht mit dem Christkind. Aber unverhoffte Kombinationen können manchmal doch ganz fruchtbare Folgen haben… Schlatter: Ja, die Bauwirtschaft hat mich schon immer fasziniert. Sie ist kreativ, technisch anspruchsvoll und von grosser gesellschaftspolitischer und sozialer Bedeutung.

2. Implenia ist eine faszinierende Firma. Sie entwickelt, gestaltet und baut mit Tausenden von qualifizierten Mitarbeitenden. Sie repräsentiert verschiedene meiner Wunschtätigkeiten und Neigungen. Für mich ist es faszinierend, bei der Erarbeitung und der Umsetzung der Strategie mitzudenken und meine Erfahrungen aus anderen Bereichen ins Team einzubringen. Im Verwaltungsrat und insbesondere im Audit Committee geht es uns darum, die Interessen der verschiedenen Anspruchsgruppen (Kunden, Mitarbeitende, Aktionäre, Gesellschaft, Politik) abzuwägen, daraus für die Firma die Strategie, entsprechende Rahmenbedingungen und Richtlinien abzuleiten und ihre Umsetzung und Einhaltung zu begleiten. Das ist die Voraussetzung, damit Implenia gesund weiterwachsen und gedeihen kann. 3. Nachhaltigkeit bedeutet für mich Verantwortung, ja sogar Pflicht gegenüber der Schöpfung, der Umwelt und insbesondere auch gegenüber den nachfolgenden Generationen. Nachhaltigkeit soll nicht missionarisch, sondern als umspannende Grundhaltung das Denken, Planen und Handeln und damit den langfristigen Erfolg von Implenia beeinflussen.

Im Fall von Implenia ist das sehr einfach, denn im Verwaltungsrat und seinen Ausschüssen diskutieren wir immer über Implenia, ein durch und durch passioniertes Unternehmen, sei es, wenn es sich um die Mitarbeitenden, die man in der Firma antrifft, die Geschäftstätigkeit im eigentlichen Sinne oder die Herausforderungen, die es zu meistern gilt, handelt. Mir gefällt es, dass ich die «Sensibilität» der französischen Schweiz in den Verwaltungsrat einbringen kann. 3. Wie viele andere dachte ich, bei der Nachhaltigkeit geht es in erster Linie darum, die Umwelt zu schützen, und dass man deshalb gezwungen ist, die im Rahmen der Nachhaltigkeit entstehenden Kosten kompromisslos zu akzeptieren. Mit der Zeit hat es sich jedoch herausgestellt, dass es bei der Nachhaltigkeit auch um soziale Gerechtigkeit im Sinne einer Entwicklung geht, die die Bedürfnisse der gegenwärtigen und der zukünftigen Generationen berücksichtigt. Es ist erfreulich, sollte aber gleichzeitig auch normal sein, dass diese Komponente ein integrierter Bestandteil der Geschäftsaktivitäten von Implenia ist. Deshalb bin ich überzeugt, dass die Nachhaltigkeit, ein wichtiger Aspekt der Unternehmenskultur, ihrerseits einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung Implenia haben wird.

Philippe Zoelly `

seit Dezember 2005 im Verwaltungsrat, wohnhaft in Meinier 1. Architekt. Einer meiner Onkel, eine aussergewöhnliche Persönlichkeit, war ein leidenschaftlicher und sehr talentierter Architekt. Er hat mich sicherlich beeinflusst. Trotz meinem Alter habe ich immer noch viele Träume, die ich umsetzen möchte, sowohl im Bereich der Wissenserweiterung als auch im Freizeitbereich. 2. Wieso nicht? Nein, ernsthaft: Übernimmt man ein Mandat als Verwaltungsrat, hat man die Pflicht und die Verantwortung, sich hundertprozentig einzusetzen.

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Sarah Levy, Legal Counsel/Generalsekretärin, Dietlikon, und Esther Bürki, Communications Manager, Dietlikon sarah.levy@implenia.com esther.bürki@implenia.com

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Letztes Jahr flog Implenia auf Rekordhöhe und konnte diesen März zum fünften Mal in Folge ein sehr gutes Geschäftsergebnis präsentieren. Nach einem leicht durchzogenen ersten halben Jahr 2011 fährt unser Unternehmen mit solider Komposition gradlinig in Richtung weiterer Erfolge.

«Gut aufgestellt, geht’s zügig vorwärts und mit viel Schwung in die Zukunft» Herr Fellmann, kürzlich hat Implenia die Geschäftszahlen des ersten Halbjahrs 2011 den Medien präsentiert. Wie zufrieden sind Sie als CFO mit den jüngsten Zahlen? Beat Fellmann: Wir haben sicherlich anspruchsvolle sechs Monate hinter uns. Das Ergebnis würde ich als eher durchzogen beurteilen. Auf der einen Seite macht uns natürlich das schwierige Ergebnis der Bau Infra zu schaffen, was auch im Gesamtkonzernergebnis Spuren hinterlassen hat. Das Konzernergebnis ging um 66,1% auf 4,2 Mio. Franken zurück. Auf der anderen Seiten konnten wir in den Bereichen Real Estate und Industrial Construction sehr erfreuliche Resultate erzielen. Die Generalunternehmung hat sogar ein Rekordergebnis erbracht. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir im zweiten Halbjahr nicht nur in der Bau Infra, sondern als Gesamtkonzern sehr gefordert sein werden. Wie erklären Sie diesen Gewinnrückgang? Vor allem in der Bau Infra lief es nicht wie gewünscht. Dies hat zum einen damit zu tun, dass der Bereich in einigen Projekten mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und die Projekte nicht wie erwartet abschliessen konnte. Hinzu kommt, dass vor allem im Hochbau in den Zentren Zürich und Basel der Preisdruck nach wie vor sehr gross ist. Teilweise kann in diesen Regionen kaum mehr gewinnbringend gearbeitet werden. Vor diesem Hintergrund fokussieren wir bei der Akquise nach Möglichkeit auf Projekte, die eine Mindestmarge ermöglichen. Dies führt dazu, dass wir eher weniger Projekte akquirieren und deshalb punktuell mit

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Auslastungs- und Kapazitätsproblemen zu kämpfen haben. An dieser Strategie führt aber kein Weg vorbei, wenn wir auch in Zukunft profitabel sein wollen. Gehen wir nochmals zu den erfreulichen Entwicklungen zurück. Worüber haben Sie sich besonders gefreut? Über den Geschäftsgang im Konzernbereich Real Estate sowie im Tunnelbau. Die Performance der Generalunternehmung verdient das Prädikat sehr gut. Ihre Auftragsbücher waren per 30. Juni 2011 bestens gefüllt. In der Zwischenzeit ist uns zusätzlich der Totalunternehmerauftrag für das Baufeld E der Zürcher Europa-Allee mit einem Auftragswert von 83 Mio. Franken erteilt worden. Die Details dazu finden Sie auf Seite 39. Was ist beim Tunnelbau erfreulich? Auch er hat ein sehr starkes Ergebnis erzielt. Mit der Übernahme der norwegischen Betonmast Anlegg AS haben wir zudem einen Meilenstein unserer Auslandstrategie realisiert. Dieser hilft, den absehbaren Volumenrückgang im Inlandgeschäft durch ein stärkeres Engagement im Ausland zu kompensieren. In den letzten 18 Monaten haben Sie überall und immer wieder über das investierte Kapital gesprochen. Wo stehen wir heute? Wir haben zweifelsohne in vielen Profitcentern und Niederlassungen grosse Fortschritte gemacht. Trotzdem sind wir gerade in den Herbst-

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Beat Fellmann, Leiter Corporate Center und CFO (links). Arturo Henniger, Leiter Konzernbereich Infra. Die wichtigsten Zahlen (in Mio. CHF) Umsatz Real Estate Bau Infra Industrial Construction Konzern total EBIT vor Sonderkosten Real Estate Bau Infra Industrial Construction Konzern total Konzernergebnis Auftragsbestand Investiertes Kapital Eigenkapital Mitarbeitende (Vollzeitstellen)

monaten besonders gefordert, bei den Themen «Rechnungsstellung» und «Geldeinfordern» nicht nachzulassen. Was wir nicht rechtzeitig an den Kunden fakturieren und einfordern, haben wir per Jahresende nicht in unserer Kasse. Sie erwähnen unsere Kasse – wie sieht es mit unserem Kassenbestand aus? Implenia verfügt glücklicherweise über ausreichend Liquidität. Wir fahren diesbezüglich eine recht konservative Strategie. Mir ist es wichtig, dass sich Implenia nicht als Bank von unseren Kunden und Lieferanten betätigt. Und wie beurteilen Sie unsere Bilanz nach der Akquisition von Betonmast? Auch nach der Akquisition in Norwegen verfügen wir über eine starke Bilanz. Die Eigenkapitalquote liegt unverändert auf guten 30 Prozent. Wie sind Ihre Prognosen für das zweite Halbjahr? Für die Konzernbereiche Real Estate und Industrial Construction blicken wir optimistisch in die Zukunft. Für Bau Infra sind wir zuversichtlich, dass die getroffenen Massnahmen zu einer Stabilisierung beitragen werden. Implenia ist als Konzern gut aufgestellt und bereit, ein weiteres Kapitel unserer Erfolgsgeschichte zu schreiben. Mein herzlicher Dank geht an Sie alle, die Tag ein, Tag aus für unsere Firma einen grossartigen Einsatz leisten.

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Konkrete Massnahmen bei der Bau Infra Herr Henniger, bei der Bau Infra sprach CFO Beat Fellmann die Schwierigkeiten an, die durch den grossen Preisdruck entstehen. Arturo Henniger: Ja, wir stecken in einem Dilemma. Entweder akquirieren wir mehr Projekte zu ungenügenden Margen. Dann haben wir zwar eine gute Auslastung, aber unser Gewinn ist dementsprechend niedriger. Oder wir akquirieren eher profitablere Projekte und riskieren damit, dass wir nicht voll ausgelastet sind. Welche Variante wählen Sie? Langfristig gibt es nur eine Lösung: Wir konzentrieren uns stärker auf Bereiche, die bezüglich Preisdruck weniger kritisch sind. Dazu gehört beispielsweise der Ingenieuroder Spezialtiefbau. Dennoch waren wir gezwungen, in den betroffenen Hochbauzentren Zürich und Basel Kapazitäten anzupassen. Was bedeutet dies konkret? In Zürich, Basel und Bern mussten wir 125 temporäre Stellen sowie 55 Fixstellen abbauen. In anderen Regionen und Sparten haben wir aber im gleichen Zeitraum 133 Stellen aufgestockt. Mit diesen Anpassungen stellen wir längerfristig sicher, dass der Konzernbereich wieder auf gesundem Fundament steht. Sind weitere Stellen gefährdet? Wir können heute nicht ausschliessen, dass auch im zweiten Halbjahr in den betroffenen Regionen Massnahmen nötig sein werden. Bevor dies passiert, werden wir versuchen, unsere weitreichende Präsenz im Schweizer Markt gezielt zu nutzen, um überregional Personal- und Ressourcen auszugleichen und damit eine gewisse Stabilisierung sicherzustellen.

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Stillstand ist Rückschritt! Märkte und Kundenbedürfnisse verändern sich laufend, und die Konkurrenz schläft nicht. Will man als Unternehmen langfristig erfolgreich sein und bleiben, darf man sich nicht auf bisher Erreichtem ausruhen und muss sich ständig weiterentwickeln. Wie kann es gelingen, den Mitbewerbern immer einen Schritt voraus zu sein? Wie stellt man es an, dass man Trends möglichst früh erkennt, um schon heute die Erschliessung der Märkte von morgen anzupacken? Und wie lässt sich dabei auch noch die Effizienz steigern? Das Zauberwort heisst «Innovation». Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man als Unternehmung Innovation betreiben kann: Entweder man reagiert und Innovationen ergeben sich aus dem Tagesgeschäft, man geht auf Kundenwünsche ein, oder Veränderungen drängen sich aus dem laufenden Betrieb heraus auf. Oder aber man agiert, indem man professionelles Innovationsmanagement betreibt. Ein interdisziplinäres Team hat den Auftrag erhalten, eine konzernweite Innovationsinitiative zu starten. Seit Februar ist das Implenia-Innovationsteam unter der Führung von Philip Doka und Hanspeter Stadelmann bereits mit vollem Elan am Werk. Die Mitglieder (vgl. gelbe Spalte rechts) haben sich – wie aus den verschiedenen persönlichen Bekenntnissen

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hervorgeht – zum Ziel gesetzt, auf breiter Front Innovationsideen aufzuspüren, die Ideen mit dem grössten Innovationspotenzial zu identifizieren, daraus Projekte zu entwickeln und diesen schliesslich in der Praxis als erfolgbringende Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen. Eingespielte Denkmuster aufbrechen Es geht wohl allen gleich: Wir sind gefangen im Strudel unserer täglichen Aufgaben und sind froh, wenn wir abends unser Tagesziel einigermassen erreicht haben. Da bleibt wenig Zeit, sich zurückzulehnen und heute Ideen für die ferne Zukunft zu entwickeln. Es ist ganz normal, dass sich durch den Alltagstrott ein gewisser «Röhrenblick» einstellt. Die Innovationsinitiative setzt genau hier an. Sie versucht, die eingespielten Muster aufzubrechen. Im Bewusstsein, dass in jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin ein grosses Innovationspotenzial schlummert, sind alle Mitarbeitenden aufgerufen, querzudenken. Wie könnte man Arbeitsprozesse effizienter gestalten, wo gibt es organisatorische Abläufe, die man verbessern sollte? Wo haben Mitbewerber Vorteile, weil sie Markttrends besser aufnehmen als wir? Wo haben unsere Kunden Bedürfnisse, welche wir mit neuen Produkten, Dienstleistungen und/oder Verfahren befriedigen könnten?

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Das Innovationsteam spürt Innovationsideen mit grossem Potenzial auf und entwickelt daraus erfolgversprechende Projekte.

Implenia-Innovationsteam «Nicht immer von Grund auf neu: vorhandenes Wissen, neu zusammengesetzt – auch eine mögliche Innovation.» Philip Doka, Co-Leitung Innovationsteam, Leiter IDE Schweiz, Implenia Development AG, Dietlikon «Undokumentiertes Wissen wird – ebenso wie jede neue Idee – erst durch die professionelle Entwicklung und Umsetzung zur bahnbrechenden Innovation.» Hanspeter Stadelmann, Co-Leitung Innovationsteam, Geschäftsbereichsleiter Ingenieurbau, Implenia Bau AG, Zürich «Ich erhoffe mir neue Konzepte für städtebauliche Lösungen, welche die urbanen Zentren wohnlicher machen und nachhaltig prägen werden.» François Guisan, Nachhaltigkeitsverantwortlicher, Reuss Engineering SA, Onex Gute Ideen sind gefragt Das Innovationsteam hat in den letzten Wochen aus den bereits eingegangenen Ideen mehrere konkrete Projekte zu vielversprechenden Innovationen initialisieren und in Angriff nehmen können. Im nächsten Impact werden wir über den aktuellen Stand dieser spannenden Projekte berichten. Für eine erfolgreiche Zukunft ist es enorm wichtig, trotz grosser Arbeitsbelastung nicht betriebsblind zu werden, sondern innovativ zu bleiben. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind deshalb weiterhin aufgerufen, dem Innovationsteam ihre Ideen einzureichen, wo noch Reserven, Verbesserungen und neue Geschäftsideen darauf warten, entdeckt und freigesetzt zu werden. Die Innovationsinitiative ist erst am Anrollen. Seien Sie unternehmerisch, helfen auch Sie mit, dass Implenia erfolgreich bleibt! Senden Sie gute Ideen an: innovation@implenia.com. Philip Doka philip.doka@implenia.com

Hanspeter Stadelmann

«Innovation heisst für mich, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, um Neues zu (er)finden und umzusetzen.» Daniel Hardegger, PC Leiter, Implenia Bau AG, Zürich

«Innovation ist kein Zufall, sondern ein zentraler Baustein für den langfristigen Unternehmenserfolg.» Roman Neuenschwander, Fachassistent CEO, Implenia Management AG, Dietlikon «Der Erfindergeist soll mit der Freude an Neuem geweckt und gefördert werden.» Werner Schmid, Baustellenchef /Projektleiter, Implenia Tunnelling, Aarau

hanspeter.stadelmann@implenia.com

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1. Amag-Baustelle in Schlieren: HR-Chef Thomas Foery und Bauarbeiter Zemaj Brahim (aus Kosovo, seit 27 Jahren in der Schweiz auf dem Bau) verstehen sich auf Anhieb sehr gut. 2. Aufgestanden ist Thomas Foery um 4.45 Uhr. Schon als Student hat er in den Semesterferien auf dem Bau gearbeitet und das Frühaufstehen gelernt.

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Fotos: Esther Bürki

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«Mein erster Tag auf der Baustelle» «Schon lange einmal wollte ich raus aus meinem Büro und einen Tag mit unseren Bauarbeitern auf der Baustelle verbringen. Mit einem Thermoskrug Kaffee, einem Znünibrot und voller Erwartung stand ich an jenem Morgen um 6.15 Uhr in Schlieren vor der Amag-Baustelle und war überrascht, dass die ersten Arbeiter bereits seit 6 Uhr beim Kaffee zusammenstanden und schwatzten. Werde ich körperlich wohl mithalten können, war vorerst meine erste Sorge, und gespannt war ich, wie mich das Team in seinen Reihen aufnehmen wird. Chefpolier Gregor Lüthi liess mir die Wahl, welcher Gruppe ich mich zuteilen lassen wollte. Ich entschied mich für die Betonierarbeiten. Gestern noch herrschten hier Temperaturen um die 40 Grad. Heute Morgen war’s glücklicherweise kühl und relativ feucht, und nur die Betonanlage protestierte zu Beginn mit mehrmaligem Pausieren. Das Team liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Meine Anwesenheit schien kaum zu stören, ganz im Gegenteil, ich wurde innert Kürze als Kollege akzeptiert. So schnell Teil des Arbeitsprozesses und des Teams zu werden, hatte ich mir nicht vorgestellt. Der unkomplizierte und doch fürsorgliche Umgang untereinander war beeindruckend. Hatte einer Durst,

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übernahm kurz ein anderer seinen Platz. Stand jemandem ein Holzgestell im Weg, räumte es ein anderer schnell weg. Gesprochen wurde wenig, denn der Baulärm übertönte fast alles. Deshalb verständigte man sich ohne Worte, und trotzdem entstand Nähe untereinander. Überrascht war ich, wie stimmig, harmonisch und konstruktiv die Zusammenarbeit war. Jeder ist auf jeden angewiesen, jeder ist in seiner Funktion kompetent. Stand eine Entscheidung an, kam der Chef zum Zug. Und weil um 12 Uhr der Boden nicht – wie vorgesehen – fertig betoniert war, machte meine Gruppe diskussionslos weiter. Fazit nach diesem Baustellentag: meine grosse Anerkennung für den unglaublich engagierten Einsatz in dieser kollegialen Atmosphäre bei allen möglichen Wetterbedingungen – und so wird Tag für Tag auf unseren 4000 Baustellen gearbeitet. Ich bin beeindruckt.» Thomas Foery, Leiter Human Resources Implenia Konzern, Dietlikon thomas.foery@implenia.com

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7 3. HR-Chef Thomas Foery (links) packt sofort mit an. 188 m³ Beton werden an diesem Morgen für die Decke des zweiten Stockwerks verarbeitet. Zum Team gehören Vorarbeiter Filipe Miguel, Betonmaschinist Josef Suter, Bauarbeiter Zemaj Brahim, Schaler Antonio Nasimento, Maurer Jobi Stäubli, Kranführer Zulji Zikrija sowie Maurerlehrling Oliver Boll. 4. 12.45 Uhr: zufriedener HR-Chef, schweissgebadet! 5. Chefpolier Gregor Lüthi (links) erklärt die firmeneigene Betonanlage, die das Arbeiten erheblich erleichtert. 6. Bauführer Marc Wyss (rechts) organisiert am Mittag kurzum einen Grilleur, und die rund 20 Arbeiter auf der Baustelle werden mit feinem Fleisch und diversen Salaten verpflegt. 7. Beim gemeinsamen Mittagessen im Baustellencontainer hört Thomas Foery, was die Bauarbeiter beschäftigt. 8. Eine spendierte Getränkerunde um 15 Uhr verschafft nochmals den letzten Energieschub vor Feierabend.

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Christian Krauer und Daniel Spörri als Ehrengäste beim Zürcher Sechseläuten, neben Renzo Simoni (v.l.n.r). Markus Keller in der Schachtkopfkaverne Sedrun.

Guido Meier, mit Vertretern von Ashghal, Katar.

Implenia Tunnelling: ein Geschäftsbereich aufgestellt für die Zukunft Der Dienstleistungsbereich Untertagbau ist von jeher ein wesentlicher Bestandteil von Implenia und ihrer Geschichte. Wohlüberlegt hat man vor gut einem Jahr den Geschäftsbereich Tunnelling in den Konzernbereich Industrial Construction überführt und im Kontext der Gesamtstrategie neu formiert. Implenia Tunnelling soll, wie in der Vision von Implenia verankert, der Wunschpartner für Infrastrukturprojekte sein und sich international zu diesem entwickeln. Seit 1. Juni 2011 ist die neue Führung, mit Hauptsitz in Wallisellen, offiziell im Amt. Olivier Böckli, Leiter Implenia Tunnelling, sieht die diversen Änderungen als wichtigen und erforderlichen Schritt Richtung Zukunft, kann aber die daraus resultierenden Bedenken der Mitarbeitenden nachvollziehen: «Eine spezielle Herausforderung stellt der Umstand dar, dass sich der Geschäftsbereich Tunnelling in zahlreichen Aspekten verändert: neuer Name, neuer Standort, neue Aufgaben, Generationenwechsel, anspruchsvolle Marktlage, um nur ein paar Stichworte zu erwähnen. Bei jedem Wechsel wird bekanntes und vertrautes Terrain verlassen. Jeder Wechsel gibt aber auch die Möglichkeit, neue Chancen nutzen. Die grosse Herausforderung wird nun sein, erfolgreich den mit den auslaufenden Gotthardprojekten entfallenen Auftragsbestand auf dem nationalen und internationalen Markt zu kompensieren und sogar zu übertreffen, und hierbei unsere wichtigste Ressource – unsere Mitarbeitenden – während der aktuell anspruchsvollen Phase zu Höchstleistungen zu motivieren.»

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«Wir sind mehr als überzeugt, dass Implenia Tunnelling gut für die Zukunft aufgestellt ist, sowohl im Heimmarkt Schweiz wie auch international.» Denn, so erläutert Luzi Gruber, Leiter Konzernbereich Industrial Construction, weiter: «Der Geschäftsbereich verfügt über die notwendigen Ingredienzen: herausragende Kompetenzen und Referenzen, die ihresgleichen suchen, kombiniert mit einer internationalen Marktnachfrage.» Die Neuausrichtung von Implenia Tunnelling führte selbstredend auch zu personellen Veränderungen. Mit dem Abschluss der langjährigen Vortriebsarbeiten am Gotthard-Basistunnel und der bevorstehenden Internationalisierung drängten sich auf verschiedenen Ebenen Funktionswechsel auf. Im Rahmen von zahlreichen Mitarbeitergesprächen und Personaldispositionen konnte ein nachhaltiges Reengineering lanciert werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen vier bekannte Gesichter vor, die aufgrund der Weiterentwicklung von Implenia Tunnelling die Gelegenheit eines Funktionswechsels ergriffen haben. Sandra Guetg, Verantwortliche Marketing/Communication, Implenia Industrial Construction, Wallisellen sandra.guetg@implenia.com

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Der Geschäftsbereich Tunnelling bildet zusammen mit Prime Buildings den Konzernbereich Industrial Construction (IIC). Die Auslandstandorte sind dem Leiter IIC unterstellt.

Implenia Tunnelling Olivier Böckli

Schweiz Integrales Management-System, Qualitäts-/UmweltManagement Christian Krauer Arbeitssicherheit & Gesundheit Gerald Heckmann Assistenz Monika Da Pra

Akquisition

Olivier Böckli

Ressourcen-Pool

Ressourcen-Pool

Tender Factory

Maschinen techn. Abteilung

•Tender-Management •Kalkulation •Technisches Büro

Special Tunnel Works

Beat Meier

Special Tunnel Works

Personaldisposition

TU/EPC

Thierry Schaller/Jürg Bernold

Norwegen P. Vistnes/R. Kotacka Mittlerer Osten Mamdouh Nasr Optionale Märkte

Norwegen Petter Vistnes Mittlerer Osten Ernst Schmid Optionale Märkte

Konrad Annen

Hans Rudolf Meier Schweiz Guido Meier International René Kotacka/ Thierry Schaller

Internationale Zielmärkte

Produktion

René Kotacka René Kotacka

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Franz Mazenauer

Pierre Steffen Emilio Amarilli (Werkhof)

Schweiz

Olivier Böckli, Leiter Implenia Tunnelling.

Carlo Ginnetti

Totalunternehmung

Christian Krauer Leiter Integrales Management-System, Projektleiter Torre, Turin

Markus Keller Baustellenleiter Transco Sedrun

«Der Durchschlag in der Weströhre des Gotthard-Basistunnels war für mich gleichzeitig der krönende Abschluss der Vortriebsarbeiten in Sedrun. Dies bildete den idealen Zeitpunkt für einen Stabwechsel, laufen diese Arbeiten doch über meine Berufszeit hinaus. Ich bin besonders glücklich, dass wir die Nachfolgeregelung – ein Generationenwechsel – im Rahmen der eigenen Firma bewältigen konnten. So finde ich nun Gelegenheit, meine bald 38-jährige vielfältige Berufserfahrung in neue Projekte einfliessen zu lassen und jüngeren Kadern zur Verfügung zu stellen. Eine sehr schöne Aufgabe.»

«Nach zahlreichen Einsätzen auf Tunnelbaustellen bin ich 2007 ins ‹Stammhaus› zurückgekehrt. Dabei habe ich in den vergangenen vier Jahren in einer Stabsfunktion für Luzi Gruber gearbeitet. Mit der neuen Funktion als Baustellenleiter habe ich nun die Chance erhalten, eine neue Führungsherausforderung anzunehmen. Die Faszination als Team, ‹das Unmögliche möglich machen›, sind Grundorientierungen, welche in mir verankert sind. Mit der neuen Aufgabe kann ich meinen beruflichen Bedürfnissen sowie meiner Passion für den Tunnelbau vollumfänglich nachkommen bzw. ‹ausleben›.»

Daniel Spörri Baustellenchef und neu Projektleiter Consorzio TAT «Bald 14 Jahre ist es her, seit sich mein Arbeitsalltag rund um den längsten Tunnel der Welt dreht. In interessanten und intensiven Jahren konnte ich mich schrittweise zum Baustellenchef entwickeln und im Jahre 2001 die ‹Multifunktionsstelle Faido› sowie später die Loskombination Bodio – Faido leiten. Per 1. Juli 2011 durfte ich nun den Wechsel zum Projektleiter vollziehen und für Implenia den Vorsitz der Geschäftsleitung Consorzio TAT übernehmen. Das in mich gesetzte Vertrauen spornt natürlich an, die grossen Herausforderungen am ‹Jahrhundertprojekt› weiterhin tatkräftig anzupacken!»

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Guido Meier Tender Manager Special Tunnel Works für internationale Projekte «In al-Ain, Abu Dhabi, ist unsere erste internationale Microtunnelling-Baustelle operativ tätig. ‹Swissness› ist gefragt, und die Auftragspipeline soll gefüllt werden. Die neue Aufgabe als Tender Manager STW bietet für mich die Möglichkeit, das internationale Geschäft zusammen mit den Länderverantwortlichen auszubauen und die Werte von Implenia in den internationalen Märkten als erfolgbringende Faktoren zu etablieren. Die Neuorganisation des Special Tunnel Works ermöglicht mir, die internationale Entwicklung von Implenia aktiv mitzugestalten und meine Erfahrung in einer neuen Funktion einzubringen.»

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Bauprojekte und Baustellen

Haus 2: Mauerwerk Erdgeschoss.

Aushub mit Liftunterfahrt.

Häuser 2, 3 und 4.

Ferienpark Mirasol: sicher ist sicher mit Implenia Auf dem Areal des ehemaligen Tennisplatzes des Hotels Adula in FlimsWaldhaus werden zurzeit 5 Mehrfamilienhäuser mit je 7 bis 9 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 51 Parkplätzen realisiert. Mit dem anspruchsvollen Aushub und der Sicherung der Baugrube sowie den Baumeisterarbeiten wurde die Implenia Bau AG Chur beauftragt. Die Wohnungen sollen vorwiegend als Eigentumswohnungen verkauft werden. Der eigentliche Baubeginn erfolgte im Mai 2010. Bedingt durch die grossen Niveauunterschiede der Häuser und der Tiefgarage war in erster Priorität die Liftunterfahrt mit einer Höhe von 12 m zu erstellen. Die Baugrubensicherung besteht aus einer 15 cm dicken Schicht Spritzbeton, dem Stahlfasern beigemischt wurden. Auf diese Weise mussten in einem teilweise gefährlichen Umfeld keine Bewehrungen eingebaut werden. Den Spritzbeton trugen wir mit einer Betonpumpe und einem Spritzroboter auf, der auf einen 7-TonnenRaupenbagger montiert war. Geologische Herausforderung Das Aushubmaterial wies alle erdenklichen geologischen Facetten auf. Selbst auf kleinstem Raum war der Boden ausserdem teilweise mit Fels, Schotter, Sand, Lehm und Findlingen durchsetzt. Dieses geologische «Durcheinander» ist jedoch für diese Gegend typisch, handelt es sich

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doch um Material aus dem Flimser Bergsturz, der vor rund 10 000 Jahren stattfand. Aufgrund der komplexen Geologie erwiesen sich Aushub und Sicherung der Baugrube als höchst anspruchsvoll und zeitintensiv. Aushubmaterial, das sich zur Wiederverwendung eignete, wurde vor Ort mit einer mobilen Brechanlage aufbereitet und wurde später als Schüttmaterial für die Liftunterfahrt und die Hinterfüllung eingesetzt. Nach dem teilweisen Abschluss des Aushubs konnten wir im Juni 2010 mit den Hochbauarbeiten beginnen. Gemäss Terminplan sollten bis Ende Oktober die Häuser 3 und 4 sowie die erste Etappe der Tiefgarage und bis Ende 2010 das Kellergeschoss von Haus 2 fertiggestellt sein. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, entschlossen wir uns, an sechs Tagen pro Woche zu arbeiten. Ein Fall für unsere Profis Um mit Haus 3 überhaupt beginnen zu können, mussten massive Fundamentriegel erstellt sowie die hohe Liftunterfahrt wieder aufgefüllt werden. Da somit praktisch das gesamte Haus auf die Schüttung zu liegen kommt, waren die Anforderungen an die Verdichtungswerte der Hinterfüllung sehr hoch. Bereits während des Aushubs wurden in verschiedenen Probefeldern die Kriterien für die Verdichtbarkeit des Materials ermittelt. Dank dieser Vorversuche konnte aus dem vorhandenen Material das für die Hinterfüllung geeignete separiert werden.

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Bauprojekte und Baustellen

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Betonieren der Bodenplatte von Haus 3.

Aus Termingründen liessen wir die Betonwände für das Haus 3 vorfabrizieren. Das im Gegensatz dazu unkompliziert zu erstellende Haus 4 wurde konventionell gebaut. Ende Oktober 2010 konnten wir für beide Häuser termingerecht den Dachstuhl aufrichten.

leitungen und Zufahrtsstrassen zu bauen. Parallel dazu erfolgt der Innenausbau, so dass die ersten Wohnungen ab September 2011 den neuen Besitzern übergeben werden können.

Das Haus 2 ist von der Herausforderung her vergleichbar mit Haus 3 und kommt ebenfalls auf eine Schüttung zu liegen. Da das Wetter im Herbst sehr regnerisch und kalt und keine Zeit zu verlieren war, beschlossen wir, die Liftunterfahrt mit «stabilisiertem» Material zu hinterfüllen. Bei diesem Verfahren wird dem Hinterfüllmaterial je nach Beschaffenheit und Feuchtigkeit Zement oder Kalk beigemischt, was zu einer höheren Festigkeit führt. Zudem waren wir dadurch weniger witterungsabhängig. Das Material wurde von unserer Stabilisierungsgruppe im Werkhof Bonaduz aufbereitet, nach Flims transportiert und noch vor Ende Jahr fertig eingebaut und verdichtet. Damit stand einem frühzeitigen Start im neuen Jahr nichts mehr im Weg. Dank dem auch in dieser Höhenlage sehr milden Winter 2010/11 konnten wir bereits im Februar die Arbeit wieder aufnehmen, und Mitte März wurde mit den Arbeiten für den restlichen Aushub der Baugrube begonnen.

ciril.disch@implenia.com

Ciril Disch, Bauführer Hochbau, Implenia Bau AG, Chur

Zahlen und Fakten Bauherr: Bauingenieur: Bauunternehmung: Hauptmengen: Spritzbeton: Armierung: Beton: Bauzeit: Investitionssumme:

Allod Immobilien AG Liesch Ingenieure AG, Chur Implenia Bau AG, Chur Aushub 20 000 m³ 1400 m² 450 t 5600 m³ 2010 – 2012 5,5 Mio. CHF

Auch im laufenden Jahr steht ein sportliches Bauprogramm an. Neben der Fertigstellung des Aushubs und der Erstellung der verbleibenden Häuser sowie der Tiefgarage gilt es, verschiedene Stützmauern, Werk-

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Bauprojekte und Baustellen

Die Qualität des geplanten Projekts besteht aus der lockeren Überbauung mit viel Freiraum zum Flanieren und Verweilen.

Die bestehenden Gebäude wurden ab Ende August 2011 abgebrochen.

Riedmühlepark: von der Gewerbebrache hin zur hochwertigen Wohnüberbauung Dietlikon hat sich mehrfach für die Umzonung eines bisherigen Gewerbeareals im Nordosten der Zürcher Gemeinde in eine Wohnzone ausgesprochen. Im Rahmen einer Projektentwicklung durch Implenia Development AG entsteht zurzeit eine hochwertige und nachhaltige Überbauung mit über 100 Wohnungen. Die Wohnüberbauung Riedmühlepark, die auf einem Teil des Areals der ehemaligen Piatti AG (heute AFG Arbonia-Forster-Holding AG) erstellt wird, umfasst insgesamt 119 Wohnungen. Davon entfallen 76 Eigentumswohnungen auf 6 und 43 Mietwohnungen auf 2 Mehrfamilienhäuser. Dazu kommen insgesamt 193 Parkplätze. Die Erschliessung folgt dem Trend, dieses Areal mittelfristig vollumfänglich von einer Gewerbe- in eine Wohnzone umzuwandeln. Vom Studienwettbewerb hin zur Baubewilligung Aufgrund einer Umstrukturierung und Produktionsverlagerung stand die Liegenschaft an der Riedmühlestrasse 15 praktisch leer. Im Jahr 2008 beauftragte die Eigentümerin deshalb die Implenia Development AG mit einer Projektentwicklung, um das wirtschaftliche Potenzial auszuschöpfen. Der Ansatz war, die Gewerbezone mittels eines Gestaltungsplans in ein Wohnquartier zu verwandeln. Im Winter 2008/09 wurde ein

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Studienwettbewerb mit sechs Architekturbüros durchgeführt. Für diese lag die Herausforderung darin, aus einem Perimeter, der sich im Hochwasserschutzgebiet befindet und durch den Altbach, eine Landwirtschafts- und eine Gewerbezone (Produktion der Bruno Piatti AG) begrenzt war, ein attraktives, hochwertiges Überbauungsprojekt mit einem Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen zu entwerfen. Der Vorschlag des Architekturbüros A.D.P. Walter Ramseier AG aus Zürich erfüllte die Anforderungen am besten, und das Siegerprojekt bildete deshalb die Grundlage für einen Gestaltungsplan und die weitere Planung. Dank der guten Zusammenarbeit mit den kantonalen und kommunalen Behörden wurde der Gestaltungsplan Ende März 2010 von der Gemeindeversammlung mit grosser Mehrheit angenommen. Ende November 2010 erwarb die Implenia Development AG das Areal. Eine zentrale Auflage für den Gestaltungsplan aus der Gemeindeversammlung lautete, dass das ursprünglich im Minergie-Standard konzipierte Projekt neu die Anforderungen des Minergie-P-Standards zu erfüllen hatte. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Gesellschaften des Konzernbereichs Real Estate konnte das Vorprojekt zügig vorangetrieben werden. Im Oktober 2010 wurde die Baueingabe für das nun wirtschaftliche und marktfähige Projekt eingereicht. Die Baubewilligung wurde Mitte Juni 2011 rechtskräftig erteilt.

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Bauprojekte und Baustellen

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Die Wohnungen sind grosszügig gestaltet und sehr hell.

Vermarktung auf guten Wegen Für die Vermarktung der Eigentumswohnungen konnte als Maklerin die Kuoni Mueller & Partner AG aus Zürich gewonnen werden, die schon das ebenfalls durch die Implenia Development AG entwickelte Projekt Dahlienpark erfolgreich verkauft hatte. Der offizielle Vermarktungsstart für die erste Etappe mit 43 Wohnungen erfolgte Anfang April 2011, und Mitte August lagen dazu bereits für 45 % Reservationen vor. Parallel dazu wird seit März 2011 mit der Implenia Investment Management AG ein Bieterverfahren zu den Anlageobjekten durchgeführt. Die Verkaufsabwicklung dieser Liegenschaften wurde Ende Juli erfolgreich abgeschlossen. Etappenweise Realisation bis Winter 2013/14 Die Abbrucharbeiten und die fachgerechte Entsorgung der asbesthaltigen Materialien der bestehenden Liegenschaft beanspruchen rund vier bis fünf Monate und sollten Ende 2011 abgeschlossen sein. Zurzeit laufen weitere Untersuchungen, damit die belasteten Materialien eingegrenzt und entsprechend ausgeschrieben werden können. Der Baubeginn ist für Januar 2012 geplant. Da die schwierigen Grundwasserverhältnisse eine technische Herausforderung stellen, erfolgt die Realisierung gestaffelt. Um das Marktrisiko zu minimieren, wird die Vermarktung in zwei Etappen geführt. Der Bezug der Wohnungen der ersten

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Etappe einschliesslich der Mietwohnungen ist für den Sommer 2013, jener der restlichen Wohnungen für den Winter 2013/14 vorgesehen. Negussu Mengstu, Projektentwickler, Implenia Development AG, Dietlikon negussu.mengstu@implenia.com

Kennzahlen Gesamte Grundstückfläche: Ertragsfläche: Anzahl Eigentumswohnungen: Anzahl Mietwohnungen: Anzahl Parkplätze in Tiefgeschoss: Bezug: Investitionssumme:

17140 m² 13 800 m² 76 in 6 Mehrfamilienhäusern 43 in 2 Mehrfamilienhäusern 193 Sommer 2013 bis Winter 2013/14 85 Mio. CHF

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Bauprojekte und Baustellen

Erstellung des Durchgangs im dritten Untergeschoss mit Hilfe einer Seilsäge.

Verstärkung des Bodens mit Bodennägeln.

Musikhochschule Genf: Umfassender umbau eines geschichtsträchtigen Gebäudes Das 150-jährige Domizil des Conservatoire populaire de musique wird im Rahmen eines umfassenden Umbau- und Renovationsprojekts fit für die Zukunft gemacht. Implenia ist mit verschiedenen anspruchsvollen Arbeiten dabei. Ein Haus mit Geschichte Das Gebäude des Genfer Conservatoire populaire de musique blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Erbaut wurde es von 1861 bis 1865 auf einem Grundstück am Südhang des Quartier des Tranchées auf ehemaligen Befestigungsanlagen. Erste Umbauaktivitäten im Gebäudeinneren erfolgten 1968, darunter der Bau eines Konzertsaals im dritten Untergeschoss, die Einrichtung eines äusseren Zugangs zum Konzertsaal und der Bau eines Ballettsaals im Erdgeschoss. Eine nächste Umbaurunde fand 1971 statt mit dem Bau einer Terrasse und einer Grenzmauer auf der Seite der Rue d’Ivernois. Vier Jahre später erwarb der Kanton Genf das Gebäude, worauf bis 1982 umfassende Umbauaktivitäten im Gebäudeinneren erfolgten. Im gleichen Jahr wurde aus dem bisherigen Mietobjekt eine Musikschule.

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Das Gebäude besteht aus zwei Unter- und fünf Obergeschossen, darunter das Dachgeschoss. Dazu kommt in einem dritten Untergeschoss ein Raum, der als Auditorium dient und vor rund 40 Jahren errichtet wurde. Die Struktur des Gebäudes ist charakteristisch für das 19. Jahrhundert: tragende Elemente aus massivem Mauerwerk, im Untergeschoss gemauerte Bodenplatten, in den Obergeschossen Bodenplatten in Holzbauweise und ein Ziegeldach. Das Auditorium besteht aus Stahlbeton, Mauern, Schlitzwänden, Bodenplatten, einem Unterzug mit Deckenschalung und der Isolierung. Zukunftsorientiertes Umbau- und Renovationsprojekt Um den künftigen Anforderungen an dieses historische Gebäude zu genügen, entschloss sich der Kanton Genf als Eigentümer zu einem umfassenden Umbau- und Renovationsprojekt «von oben bis unten». Dies beginnt bei der Dachsanierung einschliesslich Isolierung. Die Steinfassaden einschliesslich des Aussenbereichs werden vollständig neu verputzt. Dazu kommen die Renovierung aller Fenster und Türen im Innen- und Aussenbereich und ein kompletter Austausch des Lifts und des Glasgehäuses. Der Dachboden wird zu Dienst- und Verwaltungsräumen umgestaltet.

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Gebäude der Musikhochschule Conservatoire populaire de musique an der Rue Charles-Bonnet 8 in Genf mit Baugerüst und provisorischem Dach.

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Die bestehende Bodenplatte des Konzertsaals wird wegen ihrer ungenügenden Tragfähigkeit abgerissen und durch eine Neukonstruktion zur Stützung neuer Lasten und Anbauten ersetzt.

Asbestbelastete Räume Gewisse Böden sollen verstärkt werden, und teilweise werden gemischte Böden eingebaut (Holz, Nägel, Bodengitter und Beton). Renoviert werden ausserdem der Empfangsbereich im Erdgeschoss sowie sämtliche Unterrichtsräume. Die bestehende Bodenplatte des Konzertsaals wird wegen ihrer ungenügenden Tragfähigkeit abgerissen und durch eine Neukonstruktion zur Stützung neuer Lasten und Anbauten ersetzt. Der Konzertsaal selber erfährt eine vollständige Neugestaltung und erhält eine Zugangstreppe sowie eine Kabine für die audiovisuelle Regie. Um einen Grossteil der Untergeschosse auf das Niveau des Konzertsaals im dritten Untergeschoss abzusenken, werden diese untermauert. Damit verbunden ist eine Verlängerung des Fahrstuhlschachts und des Treppenhauses. Last, but not least sieht man eine Kernsanierung der asbestbelasteten Räume vor, vor allem der Untergeschosse und des Konzertsaals.

Zahlen und Fakten Bauherr: Beginn Umbau: Fertigstellung: Bauvolumen: Architekturbüro: Auftragsvolumen:

Baudepartement des Kantons Genf März 2011 April 2012 10 700 m³ Frei & Stefani SA 2 Mio. CHF

Implenia wurden der Gerüstbau, das provisorische Dach, das Mauerwerk, die Stahlbetonarbeiten sowie die Steinbehauung anvertraut. Jean-Charles Ragozini, Abteilungsleiter Umbau/Renovation, Implenia Construction SA, Onex jean-charles.ragozini@implenia.com

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Bauprojekte und Baustellen

Alain Robbe und Rolf Seiler von LRS Architectes Sàrl, Gewinner des Wettbewerbs.

The Global Fund: ein «Trèfle» für eine wohltätige Organisation The Global Fund, ein globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, setzt bei der Planung und beim Bau des künftigen Sekretariat in Genf auf Implenia. Spezieller Entwicklungsvertrag Da der Sitz des Fonds weiterhin im Kanton Genf verbleiben sollte und gleichzeitig bedarfsgerechte Räumlichkeiten erstellt werden mussten, wandten sich die Verantwortlichen an die Immobilienstiftung für internationale Organisationen (FIPOI). Diese organisierte 2009 eine Ausschreibung für Investoren/Bauunternehmen, die Implenia für sich entscheiden konnte. Im August 2010 unterzeichneten wir mit dem Fonds einen «Entwicklungsvertrag». Darin verpflichtete sich Implenia zu folgenden Aufgaben: Projektentwicklung, Vermarktung durch Investorenausschreibung sowie Bau des künftigen Gebäudes als Totalunternehmerin. Dieser Vertrag kennt einige Besonderheiten. Einerseits sind sämtliche Leistungen innerhalb einer festgesetzten Frist und eines im Voraus vereinbarten Budgets

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zu erbringen. Andererseits liegt die Entscheidungsbefugnis zur Projektausrichtung nicht beim Eigentümer der Immobilie, sondern beim Fonds als künftigem Hauptmieter, der rund 70 % der verfügbaren Fläche in Miete übernehmen wird. Ein «ausgezeichnetes» Projekt Das geplante Gebäude soll auf einem etwa 15 000 m² grossen Grundstück in der Gemeinde Le Grand-Saconnex errichtet werden, das dem Kanton Genf gehört und im Baurecht bereitgestellt wird. Das ausschliesslich administrativen Zwecken dienende Gebäude wird im Minergie-Standard gebaut. Bei einem gesamten Investitionsvolumen von über 100 Mio. CHF entstehen auf einer Bruttogeschossfläche von ca. 25 000 m² insgesamt 1000 Arbeitsplätze. Gemäss Vertrag schrieb Implenia Ende 2010 einen Architekturwettbewerb aus und lud dazu acht renommierte Architekturbüros ein. Die Wettbewerbsjury mit Vertretern des Fonds, von Implenia und den kommunalen und kantonalen Behörden zeichnete schliesslich drei Entwürfe aus, wovon letztlich das Projekt «Trèfle» von LRS Architectes Sàrl

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Bauprojekte und Baustellen

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Modell des Gewinnerprojekts «Trèfle» (links). Vernissage des Architekturwettbewerbs (rechts unten).

obsiegte. In der Begründung führte die Jury aus: «Die pragmatische Geometrie macht das Objekt einzigartig und sorgt gleichzeitig dafür, dass sich die Form nahtlos in die unmittelbare Umgebung integriert. Zudem ermöglicht die Dreigliederung des Objekts eine Aufteilung der Nutzfläche entsprechend der Cluster-Struktur des globalen Fonds. Dies schafft die Voraussetzungen für eine effiziente Gebäudenutzung.» Übergabe für 2015 geplant Eine Baukostenoptimierung war notwendig, um die Einhaltung der vertraglichen Kostengrenze zu garantieren. Der Abschluss dieser Phase stellte einen Meilenstein für Implenia dar. Momentan befindet sich das Projekt in der Phase des Bebauungsplans, anschliessend folgt das Verfahren zur Erlangung der definitiven Baubewilligung. Der Baubeginn ist für 2013 und die Übergabe des Gebäudes an den Fonds für 2015 geplant.

The Global Fund Der globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ist eine internationale Finanzinstitution mit dem Auftrag, durch die Sammlung und Vergabe von Geldmitteln eine flächendeckende Prävention und Behandlung dieser Krankheiten zu ermöglichen. Durch sein Engagement hat der Fonds bisher 21,7 Mia. US-Dollar zur Unterstützung von Programmen in 150 Ländern bereitgestellt. Dank diesen Mitteln konnten bis heute 6,5 Millionen Leben gerettet werden! Der erst 2002 gegründete Fonds verzeichnet ein schnelles Wachstum und beschäftigt aktuell rund 700 Mitarbeitende und Berater.

Stéphanie Castella Cave, Stellvertretende Leiterin Implenia Development Westschweiz, Onex stephanie.castellacave@implenia.com

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Bauprojekte und Baustellen

Übersicht zu den vier Abschnitten der Durchmesserlinie.

Armierungsarbeiten zur Abfangdecke der Unterfahrung Südtrakt.

IG Zalo c/o Basler & Hofmann AG

Weinbergtunnel: eine grosse Herausforderung im Herzen Zürichs Aufgrund der starken Zunahme des Bahnverkehrs haben sich die SBB und der Kanton Zürich entschlossen, mit der Durchmesserlinie eine neue zweispurige Eisenbahnverbindung mitten durch die Stadt Zürich mit einem viergleisigen unterirdischen Durchgangsbahnhof unter dem Hauptbahnhof Zürich zu realisieren. Weinbergtunnel als zentraler Teil der Durchmesserlinie Der Weinbergtunnel ist ein Kernstück der in vier Abschnitte unterteilten Durchmesserlinie. Er führt von Oerlikon in einer geschwungenen Linienführung mit einem minimalen Radius von 635 m zum Hauptbahnhof Zürich. Zu diesem dritten Abschnitt gehören der Doppelspurtunnel mit parallelem Flucht- und Rettungsstollen sowie die Unterquerung des Südtrakts des Hauptbahnhofs. Der Auftrag dazu ging im September 2007 an die Arbeitsgemeinschaft Tunnel Weinberg (ATW) unter der Federführung und technischen Leitung von Implenia Tunnelling. Die Inbetriebnahme der Durchmesserlinie ist auf Mitte 2014 geplant.

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Unterfahrung Südtrakt mit bergmännischer Deckelbauweise Die Aufweitung des Doppelspurtunnels zum viergleisigen Bahnhof erfolgt direkt unter dem denkmalgeschützten, 150-jährigen Südtrakt des Hauptbahnhofs Zürich mit einer bergmännischen Deckelbauweise. Der Tunnelquerschnitt besteht aus einem rechteckigen Kastenprofil mit einem Ausbruchquerschnitt zwischen 225 und 340 m². Die Unterfahrung stellt als Vortrieb im innerstädtischen Bereich, direkt unter der Bebauung mit minimaler Überdeckung, eine grosse Herausforderung dar. Zahlreiche Bauverfahren gelangen unter schwierigen Randbedingungen zur Anwendung. Implenia Tunnelling kann dazu auf das Know-how der verschiedenen Spezialabteilungen von Implenia wie Spezialtiefbau, Ingenieurtiefbau, Holz- und Schalungsbau sowie Tiefbau zurückgreifen. Unter engsten Platzverhältnissen Die Platzverhältnisse am Hauptbahnhof Zürich sind äusserst beschränkt. Deshalb mussten eine Veloplattform über der Limmat und umfangreiche Installationsplattformen, rund 11 m über Terrain, als Lager- und

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Bauprojekte und Baustellen

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Längsschnitt.

IG Zalo c/o Basler & Hofmann AG

Umschlagflächen über dem öffentlichen Raum erstellt werden. Die Fundation der Plattformen war schwierig, da der gesamte Untergrund vor dem Hauptbahnhof wegen des Einkaufszentrums Shop-Ville und der zentralen Anlieferung unterhöhlt ist. In diesem Umfeld war es nicht leicht, den Standort des Turmdrehkrans, der mit einer Traglast von 40 t das Schlüsselgerät der Baustelle ist, festzulegen. Der Bereich der Unterfahrung Südtrakt liegt im Grundwasser. Deshalb wurde eine umfangreiche Grundwasserhaltung mittels Kleinfilterbrunnen entlang beider Längsseiten des Südtrakts erstellt, um dadurch den Grundwasserspiegel um rund 10 bis 12 m abzusenken. Zurzeit werden 5000 l Grundwasser/Minute gepumpt. Für die Erstellung der Unterfahrung des Südtrakts mussten vorgängig die öffentliche Strasse auf Hilfsbrücken verlegt und Teile des Shop-Ville sowie der zentralen Anlieferung unter Betrieb abgebrochen und durch Provisorien ersetzt werden. Erst danach konnten wir die bis zu 33 m tiefen Schlitzwände unterhalb der Hilfsbrücken bei beschränkten Arbeitshöhen erstellen. Nach dem Schachtaushub bis auf Kote der künftigen Tunneldecke wurden die beiden Längsstollen in Angriff genommen.

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Tunnelbau direkt unter den Füssen der Passanten Die Längsstollen sind eigentliche Hilfsstollen, damit der bergmännische Deckel sowie die Schlitzwände unter dem Bahnhof erstellt werden können. Die Überdeckung beträgt in der Regel 1 bis 2 m. Teilweise werden die Fundamente des Südtrakts tangiert und die Fussgängerpassage zum Shop-Ville durchfahren. Die Tunnelbauarbeiten erfolgten also im wahrsten Sinn des Wortes unter den Füssen der Passanten. Die Längsstollen im Limmatschotter wurden mit einem doppelten Rohrschirm und Brustankern vorauseilend gesichert. Dank der konsequenten Einhaltung der Vorgaben betrugen die Setzungen lediglich wenige Millimeter. Aus den Längsstollen erstellte unser Spezialtiefbau als Subunternehmer die 23 m tiefen Schlitzwände, die später das Auflager der Tunneldecke bilden. Die Grösse der Schlitzwandbagger hatte das Normalprofil der Längsstollen vorgegeben. Die ausserordentlich engen Platzverhältnisse erforderten für diese Bauphase innovative Lösungen.

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Bauprojekte und Baustellen

Schlitzwandherstellung in den Längsstollen.

Querschnitt der Deckelbauweise zur Unterfahrung des Südtrakts.

IG Zalo c/o Basler & Hofmann AG

Die Spezialisten in ihrem Element Der anschliessende Vortrieb der 29 Querstollen erfolgte im Pilgerschrittverfahren aus den 110 m langen Längsstollen heraus. Die vorauseilende Sicherung wurde mit Spiessen und Brustankern erstellt. Der Ausbruch wird wie bei den Längsstollen mit Netzen, Gitterbögen und Spritzbeton gesichert. Die Querstollen wurden unmittelbar nach dem Ausbruch mit Tunneldichtungsbahnen abgedichtet, und der Querträger wurde bewehrt und betoniert. Aufgrund des grossen Armierungsgehalts und der erschwerten Zugänglichkeit kam ausschliesslich selbstverdichtender Beton (SCC) zum Einsatz. Zurzeit erstellen wir, ebenfalls mit SCC-Beton, etappenweise die in den Längsstollen verlaufenden, 110 m langen Längsträger.

Anschliessend werden die ganze Abfangkonstruktion (Tunneldecke) mit 180 Kabeln vorgespannt und, um beim späteren Aushub die Setzungen zu minimieren, die Schlitzwände mittels der 120 eingebauten Flachpressen vorbelastet. Die ausbetonierten und vorgespannten Querstollen bilden die Abfangdecke der bergmännischen Deckelbauweise. Aus den begehbaren Längsstollen heraus kann die Vorspannung jederzeit kontrolliert und falls nötig ausgewechselt werden. Der Aushub des künftigen Fahrraums für die Züge geschieht in zwei Etappen und wird noch in diesem Jahr in Angriff genommen. Nach der ersten Etappe muss eine 400 t schwere temporäre Stahlspriessung eingebaut werden, um die Stabilität bei der zweiten Aushubetappe zu gewährleisten. Abschliessend werden die 2 m dicke Bodenplatte und die Innenwände betoniert. Für diesen herausfordernden Bauabschnitt sind eine minuziöse Planung der Abläufe, der Ver- und Entsorgung der Baustelle sowie eine perfekte Koordination aller Subunternehmer unabdingbar. Oliver Erzinger, stellvertretender Baustellenchef, Arge Tunnel Weinberg, Implenia Industrial Construction, Wallisellen oliver.erzinger@implenia.com

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Bauprojekte und Baustellen

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Installationen vor dem Hauptbahnhof Zürich.

Zahlen und Fakten Bauherr: Baubeginn: Inbetriebnahme: Tunnellänge: Werkvertragssumme: Ausbruchvolumen:

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SBB AG und Kanton Zürich 2007 nach Planung Mitte 2014 4800 m (Unterfahrung Südtrakt 110 m) Baulos 3: 3370 Mio. Franken, davon 80 Mio. CHF für die Unterfahrung Südtrakt 600 000 m³

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Wovon man spricht

Verbraucher mit Optimierungspotenzial (21–29 Punkte) Wenn es sich anbietet, können Sie sogar recht umweltbewusst leben. Aber sobald es etwas komplizierter wird, lassen Sie gerne die anderen für Sie aktiv werden, womöglich nicht nur beim schonenden Umgang mit der Umwelt. Tipp: Ein wenig mehr Einsatz Ihrerseits wäre prima! Das kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern wirkt sich schliesslich wieder auf Sie aus. Ganz allgemein!

Unverbesserlicher Verschwender (12–20 Punkte) Ihnen käme es nicht in den Sinn, sich auf irgendeine Weise einzuschränken. Tipp: Doch jeder kann einen kleinen Beitrag leisten, und so können wir schon viel erreichen und mit der Zeit auch Druck auf andere machen. Aber das funktioniert nur, wenn wir einen Schritt voraus sind und all unsere Möglichkeiten ausschöpfen.

Welcher Umwelttyp sind Sie? Die konzernweite Sensibilisierung in Sachen Nachhaltigkeit ist eine wichtige Aufgabe in unserem Unternehmen. Nach den zwei letzten Impact-Berichten nähern wir uns der Thematik «schonender Umgang mit der Umwelt» von der eher heiteren Seite. Kreuzen Sie zu jeder der 12 Fragen jeweils diejenige Antwort an, welche am ehesten Ihnen entspricht. Merken Sie sich Nummer und Buchstabe, und notieren Sie sich zu jeder Antwort die entsprechende Punktzahl. Rechnen Sie die Punkte zusammen. Die Summe zeigt Ihnen, welcher Umwelttyp Sie sind. 1 Ich werfe die PET-Flasche A in die PET-Sammelstelle und fahre dafür extra mit dem Lift mehrere Etagen oder mit dem Auto/Töffli fünf Minuten. B in den Abfall, weil die PET-Sammelstelle zu weit weg ist. C in die PET-Sammelstelle, wenn ich sowieso daran vorbeigehe. D ich benutze immer nur meine persönliche Flasche, die ich immer wieder fülle. 2 A B C D

Abfall versuche ich zu verhindern, und den Rest entsorge ich getrennt. gibt es nicht, man kann alles noch für etwas gebrauchen. werfe ich immer vorbildlich in den Eimer. gibt es immer, und ich lasse alles liegen oder verbrenne es grad direkt. So spare ich Zeit, Geld und den Transport.

3 Wenn ich einen Raum verlasse, A bin ich so im Schuss und Stress oder in Gedanken versunken, dass ich gar nicht ans Lichterlöschen denke. B lösche ich das Licht, wenn sich niemand mehr im Raum befindet. C bin ich immer mit anderen zusammen, jemand kümmert sich dann schon um solche Sachen. D lösche ich konsequent das Licht und schalte alles aus, egal wer sich noch im Raum aufhält.

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4 Wenn ich abends das Büro verlasse, A drehe ich den Hauptschalter, egal ob sich noch jemand im Büro aufhält oder nicht, schliesslich ist um 17 Uhr Feierabend. B lasse ich meinen Radio und PC laufen, damit sie mich morgens wieder begrüssen können. C schalte ich alle meine persönlichen Geräte aus und, falls niemand mehr da ist, auch das Licht. D schalte ich den PC auf Stand-by, damit ich am Morgen sofort wieder mit der Arbeit beginnen kann. 5 A B C

Wenn ich am Morgen ins Büro komme, organisiere ich eine Sturmlüftung und drehe alle Heizungsregler auf Stufe 0. öffne ich wenn möglich kurz alle Fenster. kippe ich das Fenster, um den Sauerstoffgehalt in der Luft zu verbessern, und drehe ich alle Heizkörper voll auf, da es so kalt ist. Am Mittag werden sie sowieso wieder heruntergedreht, weil’s dann zu warm ist. D lasse ich alles, wie es ist, nachdem ich kurz mein Fenster geöffnet habe. 6 Wenn ich beim Reinigen von Geschirr/Geräten oder beim Händewaschen unterbrochen werde, A lasse ich das Wasser weiterlaufen. B drehe ich den Wasserhahn zu. C ich wasche nicht selbst ab, lasse das jemanden oder die Abwaschmaschine tun. D ich wasche grundsätzlich nicht ab, weil wir Wasser sparen sollen. 7 An Sitzungen oder Meetings A fahre ich mit meinem Auto, wenn es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht grad praktisch ist. B nehme ich nur teil, wenn ich mit dem Velo oder zu Fuss gehen kann. Wenn ich selbst einlade, dann so, dass die Teilnehmer zu Stosszeiten unterwegs sein müssen, damit sie mit den ÖV anreisen.

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Wovon man spricht

RDB/SI/Kurt Reichenbach

8 Wenn ich Auto fahre, dann A würde ich überall mit 30 km/h fahren, das ist am sparsamsten, und die anderen können auch nicht schneller fahren. Aber ich fahre nicht Auto! B versuche ich, möglichst in hohen Gängen und ausgeglichen zu fahren, aber meist bin ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. C möglichst hochtourig, damit man meinen Kraftboliden auch gut hört und der Motor schön warm wird (ausserdem bin ich dann schneller weg). D mit Klimaanlage möglichst schnell, direkt und staufrei zum Ziel. 9 Wenn ich kurz aus dem Auto steigen muss oder die Baumaschine verlasse, A lasse ich alles laufen (wie auch bei Rotlicht), weil das Ausschalten und Wiederanlassen viel Energie und Zeit braucht. B Ich boykottiere alle Fahrzeuge (Maschinen wie Personenwagen) und schalte alle laufenden Motoren aus. C überlege ich schnell, ob es wirklich nötig ist, dass ich aus-/absteige, oder ob es sich auch verschieben lässt. Wenn es nötig ist, schalte ich alles ab, wie auch bei Rotlicht. D schalte ich den Motor aus, bei Rotlicht hingegen vergesse ich es jeweils. 10 Ich spare Papier, indem ich A nichts ausdrucke und einseitig beschriebene Blätter aus dem Altpapier beschreibe. Damit auch andere sparen, nehme ich das Papier aus dem Drucker oder fülle ihn mit Altpapier. B die Werbe- und Hotelblöcke benutze und Altpapier getrennt entsorge. C mir überlege, ob ich das Dokument wirklich in gedruckter Form brauche und wenn ich es brauche, drucke ich nach Möglichkeit schwarz-weiss und doppelseitig oder zwei Seiten auf einem Blatt. D alles ausdrucke und für meine Nachfolger aufbewahre, immer eine Version in Schwarz-Weiss und eine farbig.

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Extremer Stur-Sparer (40–48 Punkte) Sie verzichten auf fast alles und sorgen dafür, dass auch die anderen die Umwelt schonen. Es gibt für Sie keine Toleranz in diesem Bereich. Die Umwelt ist dafür einfach zu einmalig und zu wichtig. Tipp: Es ist okay, wenn Sie für sich alles geben, aber Ihre Umwelt sollte nicht darunter leiden. Es wäre nett, wenn Sie Ihre Aktionen etwas rücksichtsvoller angehen würden, sonst verärgern Sie Ihre Mitmenschen nur und bewirken genau das Gegenteil von dem, was eigentlich Ihr Ziel wäre.

Vorbild-Optimierer (30–39 Punkte) Sie tun alles, um Ihren Anteil an der Umweltverschmutzung und am Ressourcenverbrauch zu minimieren, und Einschränkungen stören Sie überhaupt nicht. Sie verhalten sich vorbildlich und trotzdem auch tolerant den anderen gegenüber. Weder müssen Sie missionieren, noch Verhaltensänderungen bei anderen erzwingen. Sie machen alles, was Ihnen möglich ist und Sie sind bereit, sich zu engagieren. Tipp: Machen Sie weiter so!

C organisiere ich mich mit meinen Arbeitskollegen zu Fahrgemeinschaften. Das gilt auch an firmeninterne Anlässe, wenn es nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln machbar ist. D fahre ich generell allein mit meinem (kraftvollen, sportlichen) Auto hin.

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11 Mein Mittagessen (Lunch) A esse ich zu Hause oder im Restaurant, auch wenn ein Weg länger als zehn Minuten Autofahrt bedeutet. B kaufe ich schön abgepackt bei der Bäckerei oder unterwegs. C nehme ich in einer Lunchbox mit, welche ich zu Hause wieder fülle, oder ich gehe zu Fuss in die Kantine oder ins Restaurant. D nehme ich in der Hand mit und lege es unverpackt in die Cafeteria (den Kühlschrank habe ich zu Sparzwecken ausgeschaltet). Das Erstaunliche ist, ich muss meinen Lunch nicht einmal anschreiben. 12 A B C D

Den Lift benutze ich nur, wenn es wirklich nicht anders geht (Transport). wenn es einen hat. NIE! Und wenn ich oben bin, blockiere ich ihn! nur aufwärts oder über mehrere Etagen.

Frage/Buchstabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

A 2 3 1 4 4 1 2 4 1 4 1 3

B 1 4 3 1 3 3 4 3 4 2 2 1

C 3 2 2 3 1 2 3 1 3 3 3 4

D 4 1 4 2 2 4 1 2 2 1 4 2

Total Punkte:

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Umfrage

Dominik Eberle mit seinem VW Polo GTI (Baujahr 2011, Hubraum 1,4 l, 1269 kg, 5,9 l/100 km, 139 g CO2/km).

Paul Blust mit seinem BMW Z1 (Baujahr 1991, Hubraum 2,5 l, 1250 kg, 12 l/100 km, 234 g CO2/km).

Die Implenianer und ihre Liebe zum Auto (II) Das Auto ist bei uns ein häufiges Gesprächsthema, aber welche Autos fahren die Mitarbeitenden von Implenia eigentlich? In der Fortsetzung unserer Serie stellen wir drei weitere Mitarbeiter mit ihren Autos vor, auch diesmal eine keineswegs repräsentative Auswahl. Anfang Jahr haben zwei Projektleiter der Implenia Generalunternehmung (Mario Bearth und Franz Rohr) in einer Diplomarbeit das Mobilitätsverhalten untersucht. Die Umfrage bei 220 Mitarbeitenden der Implenia Real Estate zeigt folgende Ergebnisse: • Häufigste Marken: VW 17%, Opel 8 %, BMW 8 %, Peugeot 7%, Audi 7% • Treibstoff: 66 % Benzin, 34 % Diesel • Durchschnittlicher Verbrauch pro 100 km: 8,1 l Benzin, 6,9 l Diesel • Durchschnittsalter der Autos: 6,5 Jahre (ältestes 21 Jahre) • Durchschnittlicher Arbeitsweg (ein Weg): 21,5 km, 28 Minuten • 92,5% haben keine Mitfahrer beim Arbeitsweg Bret Kraus, Leiter Integrales Management-System, Implenia Real Estate, Dietlikon

Paul Blust, 63, Projektleiter Implenia Generalunternehmung, St. Gallen Den BMW Z1 habe ich zum ersten Mal bei einem Kollegen gesehen, und er hat mir sofort gefallen. Er hat ein klassisches und sehr schönes Design. Das Besondere an ihm ist, dass die Türen nach unten geschoben werden. Einmal hat mich ein Zollbeamter völlig verblüfft gefragt, wo denn die Türen seien, die kurz vorher noch da waren. In die Schweiz wurde der Z1 nie offiziell importiert, bei meinem Umzug von Berlin in die Schweiz habe ich ihn mitgenommen. Ein Nachteil ist, dass es keine Ersatzteile ab Werk gibt. Man muss über eBay suchen oder Teile einzeln anfertigen lassen, was dann sehr teuer wird. Der Z1 ist ein Spassmobil, es ist wie Motorrad-Fahren ohne Helm. Er klebt förmlich auf der Strasse und fährt sich wie ein Gokart. Von einem solchen Freizeitauto erwarte ich vor allem Spass am Fahren und dass es etwas Spezielles bietet. Und es ist schon eindrücklich, wenn man mit offenem Dach 220 km/h fährt. Früher fuhr ich viel mit dem BMW, denn ich betreute mehrere Baustellen in Deutschland. Heute fahre ich nur noch wenig, aber meine Tochter will ihn später übernehmen und freut sich jetzt schon darauf.

bret.kraus@implenia.com

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Umfrage

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Reto Ulmi mit seinem Toyota Prius (Baujahr 2008, Hubraum 1,5 l und Elektromotor, 1400 kg, 5,3 l/100 km, 124 g CO2/km).

Dominik Eberle, 23, Verantwortlicher Marketing/Kommunikation Konzernbereich Real Estate, Dietlikon Kaum hatte ich mit 18 meinen Fahrausweis in der Tasche, kaufte ich mir mein erstes Auto. Bisher waren es immer Youngtimer. Der Polo ist nun mein siebtes Auto, jedoch mein allererster Neuwagen. Nach der Probefahrt wusste ich es sofort: Dieses Auto ist es und kein anderes. Allerdings musste ich zuerst noch sechs Monate bis zur Herstellung und Auslieferung warten. Alle zwei Wochen verpasse ich ihm eine spezielle Autowäsche, einmal pro Jahr lasse ich die Karosserie von einem Profi pflegen. Schon als Kind habe ich mich für Fahrzeuge aller Art und Marken interessiert. Doch die zwei Buchstaben unseres damaligen Familienwagens haben mich geprägt und wahrscheinlich für immer leidenschaftlich angesteckt. Einmal jährlich fahre ich an das grosse VW-Treffen am Wörthersee in Österreich, und dieses Jahr will ich unbedingt einmal die Autostadt in Wolfsburg besuchen. Das Auto dient mir nicht nur als Transportmittel, sondern hat auch einen gewissen Fun-Faktor. Wichtig sind mir gute Fahreigenschaften, Qualität und Verlässlichkeit. Den Polo GTI habe ich gekauft, weil er genau dies erfüllt und mir zudem vom Design her gefällt. Ein Golf lag leider nicht im Budget. Vielleicht werde ich mir mal mein absolutes Traumauto leisten können: einen VW Golf GTI Pirelli der ersten Generation.

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Reto Ulmi, 56, Projektleiter Tunnelling Westschweiz, Echandens Zu diesem Auto hat mich Bertrand Piccard inspiriert, als er an einem Vortrag seinen Toyota Prius mit Hybridantrieb erwähnte. Kurz darauf machte ich eine Probefahrt beim Garagisten und war begeistert. Das Auto ist zwar kein Sportwagen, hat aber dank dem Elektromotor einen sehr guten Anzug beim Beschleunigen. Da lasse ich beim Ampelstart den einen oder anderen leicht hinter mir. Für mich ist die Marke an sich nicht so wichtig, aber ich wollte ein Auto, das technologisch fortschrittlich ist, um ein Zeichen zu setzen. Ich finde, wenn ein grosser Autobauer etwas Neues und Gutes herstellt, soll man es auch kaufen. Interessanterweise ist der Prius sogar rund 20 % wirtschaftlicher als ein Auto gleicher Grösse. Der Toyota Prius ist nicht das schönste Auto, das ich bisher hatte. Ein Auto muss mich aber vor allem von A nach B transportieren. Es muss zudem laufruhig sein, um Radio zu hören. Auch soll man bequem sitzen können und genug Platz für den Transport von Gepäck haben. Im Prius fühle ich mich wie in einem Wohnzimmer. Zudem hat der Kofferraum genug Platz für meine Fallschirmausrüstung. Wenn die Rücksitzlehne umgeklappt wird, entsteht eine ebene Ladefläche. So hat es sogar genug Platz zum Schlafen, was ich schon ausprobiert habe.

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Umfrage bei der Implenia Bau Infra im Wallis

Sind die Walliser wirklich so anders als der Rest der Schweiz, und ist dies bei Implenia auch der Fall? «Ja, auch bei Implenia läuft im Wallis vieles anders als in anderen Regionen. Zum Beispiel haben wir keine Sparten, sondern drei Regionen mit dem Hauptsitz in der Mitte – in Vétroz. Meine drei Regionenleiter sind deshalb Allrounder und kümmern sich gleichzeitig um Hoch-, Tief- sowie auch Strassenbauprojekte. Zudem sind wir bei diversen Kiesgruben, Beton- und Schwarzbelagsanlagen als Partner beteiligt, was uns Vorteile gegenüber unserer Konkurrenz bringt. Auch funktioniert hier vieles über persönliche Beziehungen. Und wenn einer unserer Mitarbeitenden in einer Gemeinde politisch aktiv ist, kommen die Aufträge fast wie von allein. Aber schliesslich zählen unsere Qualität und die Termineinhaltung, und damit sichern wir uns viele Aufträge – auch bei öffentlichen Ausschreibungen.»

«Als Frau im Bausektor muss man hart im Nehmen sein. Während die Walliser für ihren Machocharakter bekannt sind, sind die Walliserinnen wahre Kämpfernaturen, die sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die 17 Arbeitsjahre bei Implenia und ihren vielen Vorgängerfirmen haben mich geschult. Dennoch ist meine Verantwortung für die rund 350 Mitarbeitenden kein Zuckerschlecken. Vor kurzem sind als neue Herausforderung nebst dem gewerblichen Personal auch die TKPs dazugekommen. Ich freue mich auf diese Aufgabe und hoffe, die hohen Erwartungen, die an mich gestellt werden, zu erfüllen. Dazu bin ich auf eine optimale Zusammenarbeit und einen umfassenden Informationsfluss angewiesen – und bestimmt gibt es auch Missverständnisse, die Farbe ins Zusammenleben bringen und den Alltagstrott aufbrechen.»

«Für mich ist die Zusammenarbeit ein ganz wichtiger Punkt, denn als Leiter für die Region Mitte bin ich sozusagen der Schinken im Sandwich, zwischen dem Oberund Unterwallis. Wenn Not am Mann ist, helfe ich mit meinen Bauführern, Polieren und Arbeitern meinen zwei Kollegen Hildbrand und Formaz aus. Denn ohne diese Zusammenarbeit könnte keiner von uns ein grösseres Bauprojekt alleine stemmen. Und mein grösster Wunsch wäre es, diese Philosophie der Zusammenarbeit in die restliche Schweiz zu exportieren. Erste Erfolge konnten wir bereits mit den Implenianern in Graubünden, die uns auch mit Maschinen und Arbeitern aushelfen, und mit den Kantonen Waadt und Freiburg verbuchen. Und dies freut mich natürlich sehr.»

«In meiner Region, dem Unterwallis, das sich auf einer Länge von über 50 km erstreckt, ist die Konkurrenz an Bauunternehmen relativ gross – durch die Nähe zum Waadtland und zur Region Freiburg. Dies ist vielleicht der Grund, weshalb ich mit meiner Mannschaft sehr oft in Konsortien zusammenarbeite. Aber mir gefällt meine Aufgabe über alles, gerade auch weil ich als Allrounder gefragt bin und nicht als «nur» Hochbau- oder «nur» Tiefbauspezialist. So haben wir sämtliche Installationsplätze und Zufahrtswege zur Baustelle Nant de Drance erstellt und auch die Arbeiten ausserhalb des Tunnels zum Pumpspeicherkraftwerk Emosson erstellt. Handkehrum sind wir im Hochbau gefragt. Diese Abwechslung möchte ich keineswegs missen.»

Peter Maurer, Leiter Wallis, Vétroz

Geneviève Rouiller, Verantwortliche Human Resources Wallis, Vétroz

François Pignat, Regionenleiter Wallis Mitte, Vétroz

Ignace Formaz, Regionenleiter Unterwallis, Vétroz

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Umfrage bei der Implenia Bau Infra im Wallis

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«Hätte ich einen französischen Nachnamen, hätte ich hier im deutschsprachigen Oberwallis keine Chance. Engagiert man sich wie ich nicht in der Politik, muss man gut vernetzt sein, denn unsere Region – von Gletsch bis zum Pfynwald – funktioniert wie ein Dorf, wo jeder jeden kennt und vieles über Beziehungen läuft. Zurzeit haben wir dank dem Lötschbergtunnel ein hohes Arbeitsvolumen. Im Raum Visp entstehen rund 400 neue Wohnungen: Davon bauen wir 79 neben dem Bahnhof auf einer Parkhalle mit Ladengeschoss. Aber auch Doppelturnhallen, Massnahmen gegen Steinschläge sowie Tief-, Strassenbau- und Belagsarbeiten gehören zu meinen Dossier, das wie der Aufgabenbereich – von der Akquisition über die Kalkulation bis hin zur Ausführung sowie auch Personalbetreuung – sehr vielfältig ist.»

«Ein Teil meiner 22 Arbeiter – hauptsächlich Portugiesen, ein paar Italiener, ein Mazedonier und einige Schweizer – und ich fahren tagtäglich von Vétroz ins Oberwallis. Das sind rund zwei Stunden Wegzeit pro Tag, da wir hier in Visp bei dieser Grossüberbauung neben dem Bahnhof aushelfen. Das Klima ist ideal: ausserordentlich trocken und viel Sonne. Dies trägt dazu bei, dass wir im Timing gar etwas voraus sind, was sich aber im kommenden Winter wieder leicht ändern könnte. Aber der Zeitdruck ist enorm. Für eine Überbauung in dieser Grössenordnung bräuchte man eigentlich zwei Jahre. Wir realisieren sie in eineinhalb Jahren, indem wir mit Material und Technik die fehlenden sechs Monate kompensieren.»

«Meine Spezialität sind Pflastersteine, und diese sind bei uns en vogue. Denn kaum hatten wir die Altstadt von Sion mit rötlichen Pflastersteinen ausgelegt, fragte uns Sierre an, ob wir die Fussgängerzone mit gelblichen Steinen bepflastern können. Und als Drittes haben wir die Fussgängerzone von Martigny mit rötlichen und grünen Steinen verschönert. Meine zwei Equipen zu vier Arbeitern – die meisten aus demselben portugiesischen Dorf – sind schon lange hier und wahre Künstler im Pflastersteinlegen. Was mir besonders gefällt, ist der Stolz der Arbeiter auf ihr Können und gleichzeitig auf unser gemeinsames Resultat, das in tagelanger Handarbeit unter den neugierigen Augen von Passanten Meter um Meter gewachsen ist.»

«Logistik ist im Wallis eine Sache für sich. Denn vom Oberwallis bis ins Unterwallis zählen wir 190 Strassenkilometer – die Nebentäler nicht eingerechnet. Oft müssen wir die Maschinen auf Lastwagen laden, damit die Verlegung vom Werkhof in Vétroz auf die Baustelle nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber auch dann sind die Strassen teilweise sehr kurvenreich und langsam befahrbar. Was für mich persönlich in unserem Unternehmen am meisten zählt, sind die Zusammenarbeit und die Kraft, die daraus entsteht. Bei der Umfahrung Lausanne beteiligt sich Implenia zum ersten Mal in grösserem Rahmen mit vier Kantonen: Waadt, Genf, Freiburg und Wallis. So zeigen wir deutlich, wie stark Implenia sein kann.»

Sacha Hildbrand, Regionenleiter Oberwallis, Visp

Marc-Oliver Bruhin, Polier, Vétroz

Frédéric Fontannaz, Bauführer, Vétroz

Pascal Bonvin, Bauführer, Martigny

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Vermischtes

Im Ausland ist die Beschaffung eine echte Herausforderung. Doch die neue Crew konnte bereits erfolgreich im Implenia-Look ausstaffiert werden. Aber beginnen wir der Reihe nach, von Implenias erstem Ausführungsprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu berichten: Ende Juni war die Werkstatt auf dem zentralen Lagerplatz in al-Ain wie geplant fertig eingerichtet, was bedeutete, dass wir mit den Arbeiten beginnen konnten. Die Baustelle befindet sich übrigens in einer aufstrebenden Stadt mit 400 000 Einwohnern, etwa 1,5 Autostunden von Abu Dhabi und Dubai entfernt. Implenia ist Subunternehmerin der lokalen Baufirma NBHH. Das Gesamtprojekt besteht aus dem Bau eines neuen Abwassernetzes, das mehrheitlich in offener Grabenbauweise erstellt wird. Bei besonderen Abschnitten wird die technisch anspruchsvolle Microtunnelling-Methode angewendet.

eine ganze Reihe von Herausforderungen, die man in der Schweiz kaum kennt. Sämtliches Material – von den Baustellenkleidern bis hin zu Kleinwerkzeugen wie Hammer und Nägel – muss neu beschafft werden, wobei zuerst geeignete Bezugsquellen herauszufinden sind. Zudem erschweren im Sommer die extremen Temperaturen von 40 bis 50 °C die Arbeitsleistung und erfordern besondere Massnahmen wie Nachtarbeit. Doch dies alles macht das Al-AinProjekt enorm spannend. Unser Leistungsumfang umfasst die Vortriebsarbeiten auf einer Gesamtlänge von 6 km bei Durchmessern von 1,4 und 1,6 m. Daneben bestehen Optionen für weitere 3,6 km Vortrieb. Die restlichen Arbeiten wie Lieferung der Rohre, Erstellung der Schächte und Abtransport des Aushubmaterials werden durch NBHH ausgeführt.

Hotline für Krankheitsfälle – Hilfeleistung in fünf Sprachen. Dem Konzern liegt die Gesundheit ihrer rund 6000 Mitarbeitenden sehr am Herzen. Laut Statistiken sinken die Absenzwerte der Mitarbeitenden mit einem vermehrten Engagement der Vorgesetzten und des HRPersonals im Krankheitsfall. Implenia möchte diese Nähe fördern. Deshalb arbeitet unser Konzern mit dem Gesundheitsdienst der Firma PMSE SA zusammen. Die Fachpersonen der PMSE SA bieten gratis fachkundige Beratung sowie Hilfe bei Fragen aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Familie, Finanzen, usw.: unter der Hotline-Nummer: 079 403 24 65 oder 022 970 19 06 – in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch und Spanisch. Auf Wunsch können Sie auch einen Termin vereinbaren. Die Fachpersonen unterliegen der beruflichen Schweigepflicht. Bei längerer Krankheitsabwesenheit klären die Pflegefachfrauen der Firma PMSE SA persönliche, medizinische und soziale Fragen ab, vernetzen Mitarbeitende, Vorgesetzte, Ärzte, Versicherungen und Fachstellen und bieten Unterstützung bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Eine frühzeitige Intervention bei chronischen Krankheitsverläufen kann helfen, Arbeitsplätze zu erhalten. PMSE SA unterstützt Implenia auch bei der Umsetzung von Gesundheitsaktionen. Jährlich wird in Absprache mit dem Team «Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz» ein Schwerpunktthema definiert. 2011 fiel der Schwerpunkt auf das Thema «Ergonomie am Büroarbeitsplatz» bzw. «Richtiges Heben und Tragen» auf den Baustellen. Mit diesen Gesundheitsaktionen und Schulungen möchte Implenia die Gesundheitskompetenzen ihrer Mitarbeitenden stärken und die Eigenverantwortung für eine gesunde Lebensweise fördern.

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Eine längere Reise hat das nun verwendete Microtunnelling-Inventar hinter sich. Es stammt von Microlog, einem Joint Venture zwischen Implenia und der italienischen Firma I.C.O.P., und wurde aus Italien per Schiff nach Dubai und anschliessend auf dem Landweg nach Al-Ain transportiert. Wie bereits erwähnt, bietet das Projekt

Stefan Trenkle, Techn. Sachbearbeiter/ Bauführer, Implenia Industrial Construction, Wallisellen stefan.trenkle@implenia.com

Christina Köchli, Assistant UBS Multinationals

Jubiläumswettbewerb mit UBS. Sie erinnern sich: Zum fünften Geburtstag von Implenia sponserte die UBS einen Wettbewerb. Die Zahl der Einsendungen lag mit 22 richtigen Talons diesmal extrem tief. Vielleicht lag es daran, dass das Weltklasse-Meeting in Zürich nicht jedermanns Sache ist. Die drei Gewinnerinnen und zwei Gewinner freuten sich jedenfalls riesig, und dies waren: Patricia Lescak, Miriam Pellandini, Helga Dünki, Silvan Emele und Stefan Trenkle. Denn nebst den vier Weltklasse-Tickets überreichte Christina Köchli, Assistant UBS Multinationals, auch ein Goldvreneli, einen Carand’Ache-Kugelschreiber und eine Umhängetasche.

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Vermischtes

Implenia lässt im Europa-Park Seefahrerträume wahr werden. Leuchttürme gehören demnächst auch zu unseren Referenzen. Der erste 35 m hohe Leuchtturm mit Turmsuiten ist zwar bloss Attrappe und sehr weit weg vom Meer: Er wird in Deutschlands grösstem Freizeitcenter, im

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Europa-Park Rust, errichtet und nächsten Som-mer zusammen mit dem 4-Stern-Hotel Bell Rock eröffnet. Der maritime Stil findet sich auch in den rund 200 Standardzimmern wieder. Für die 30 Suiten sind individuelle Einrichtungen vorgesehen, zum Beispiel als Suite von Sir Francis Drake (erster englischer

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Weltumsegler) oder von Admiral Nelson (britischer Befehlshaber bei der Schlacht von Trafalgar u.a.). Die Auftragssumme für Implenia beläuft sich auf rund 19 Mio. Euro. Die Ausführung als Generalunternehmerin sowie die Rohbauarbeiten übernimmt Implenias deutsche Niederlassung mit Sitz in Rümmingen.

Kreuzworträtsel

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Horizontal 2

1. Welche Stadt liegt in der Nähe zu Implenias neuster Baustelle in den Vereinigten Arabischen Emiraten? 2. Welchen Berufswunsch hatte Verwaltungsrat Moritz Leuenberger als Kind? 3. Aus welchem Land kommen die rund 250 neuen Mitarbeitenden? 4. Wie heisst unser vierter Umwelttyp auf Seite 31?

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Wie heisst der neue Ferienpark in Flims? Was wollte Verwaltungsratspräsident Anton Affentranger werden? In welcher Region wurde die Mitarbeiterumfrage gemacht? Was bekämpft der Global Fund unter anderem? In welcher Stadt renovierte Implenia die Musikhochschule? Gehört Volvo zu den häufig gefahrenen Automarken bei Implenia?

Die Lösung des letzten Wettbewerbs: 1a, 2a, 3a, 4a und 5a

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Der schiefe Kran vom Werkhof Oberentfelden. Es hagelte, blitzte, donnerte und stürmte. Die Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch, den 13. Juli, wird Willy Steinmann, Leiter des Oberentfelder Werkhofs, nicht so leicht vergessen. Mitten in der Nacht erhielt er von der Feuerwehr die Mitteilung, dass ein Kran schief stand und kippen könnte. Die Strasse musste daraufhin unverzüglich für 12 Stunden gesperrt werden. In den frühen Morgenstunden machten sich dann rund zehn Personen vom Werkhof auf, den Kran wieder in die Senkrechte zu bringen. Schnell zeigte sich, dass dies kein Sonntagsspaziergang werden würde. Der Kran war nämlich an drei von vier Stellen aus der Fahrschiene gehüpft. Deshalb galt es, zu verhindern, dass der Kran total kippte. Die Werkhofmitarbeiter befestigten Gegengewichte, die für genügend Stabilität sorgten. Um den Kran in einem zweiten Schritt wieder fest in der Fahrschiene zu verankern, wurde ein Pneukran benötigt.

Da vor Ort keiner erhältlich war, griff die Konkurrenz unter die Arme: Um 15 Uhr traf dann ein Pneukran der Firma Rothpletz, Lienhard + Cie AG ein, der den Kran mit Hilfe einer 100-Tonnen-Hydraulikpresse anhob und wieder dort platzierte, wo er hingehörte. Geschafft, der Kran stand wieder gerade. Nach der

Implenia ist ein nachhaltiges Investment. Auf Anhieb hat Implenia Zugang zum Socially Responsible Investment Universe der niederländi-schen Bank Kempen Capital Management erhalten. Dies erhält, wer sich über die gesetzlichen Vorschriften hinaus für die Gesellschaft, die Mitarbeitenden und die Umwelt engagiert. Implenia gehört damit zu den weltweit rund 300 Unternehmen (26 davon aus der Schweiz), die für Nachhaltigkeits-Investments von Kempen Capital Management in Frage kommen. Die Finanzwelt beginnt zu erkennen, dass Nachhaltigkeit für uns nicht bloss Lippenbekenntnis ist, sondern wir sie entsprechend unserer Vision «Nachhaltigkeit ist unsere Leidenschaft» ernst nehmen.

Lesen Sie das Impact gern? Welche Seiten lesen Sie als Erstes? Ist es das Vorwort unseres CEO, die Mitarbeiterumfrage, der Wett-bewerb oder die diversen Kurztexte auf der Seite «Vermischtes»? Über welche Themen würden Sie gern noch mehr lesen? Gefällt Ihnen die «Verpackung» des Impact, oder finden Sie, das Layout, die Bilder und die ganzseitigen Artikel müssten grafisch stark überholt werden? Lesen Sie das Impact in Deutsch oder auf Französisch, oder würden Sie eine andere Sprache bevorzugen? Uns interessiert sehr, was Sie denken. Kreuzen Sie doch bitte die entsprechenden Antworten auf dem eingehefteten Talon in der Heftmitte an, und ergänzen Sie nach Bedarf. Mit Ihren zahlreichen Feedbacks tun Sie uns einen grossen Gefallen. Danke.

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Arbeit gab’s für die hungrigen Männer eine Belohnung: feinste Elsässer Nudeln mit Salat – zubereitet von Marlyse Gallati und der lernenden Kauffrau, Natascha Cavegn. Letzterer dankt die Redaktion ganz herzlich für ihre Einsendung dieser interessanten Geschichte.

Marathonteam für Bahntunneldurchquerung gesucht. Der 5. Lucerne Marathon vom 30. Oktober 2011 führt zu seinem Jubiläum durch die neuen Tunnels Allmend und Hubelmatt der Zentralbahn, für deren Tieflegung Implenia als Totalunternehmerin verantwortlich war. Gesucht werden Marathonläuferinnen und -läufer, damit ein ImpleniaTeam zusammengestellt werden kann. Die Laufzeiten der fünf Bestklassierten des Marathon- oder Halbmarathonteams werden zusammen das Teamresultat ergeben. Laufsportfreunde melden sich bitte bis 3. Oktober 2011 unter www.lucernemarathon.ch an sowie gleichzeitig auch bei Implenia-Baustellenleiter Jürg Biese (juerg.biese@implenia. com). Er wird die Anmeldung des Teams koordinieren. Übrigens: Neben der Volldistanz gibt es einen Halbmarathon (21 km) und einen Schnuppermarathon (8 km), wobei alle in den Genuss des Tunnellaufs (rund 1,3 km) kommen werden. Aber auch Laufmuffel können die im Rohbau fertig erstellten Tunnels besichtigen. Am Samstag, 29. Oktober 2011, findet ein «Tag der offenen Portale» statt.

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Vermischtes

Kleine Stadt in der Grossstadt. Und wir bauen mit: Implenia gewann unlängst die öffentliche Ausschreibung zur Realisierung eines weiteren Teils der künftigen Zürcher Europaallee mit 6000 Arbeitsplätzen, 1800 Studienplätzen, 400 Wohnungen, diversen Läden, Restaurants und Fitnesscenter. Nach den Baufeldern A

und C erstellen wir für die SBB als Bauherrin also auch das Baufeld E, das sich auf der Höhe Lager/Kanonengasse mit Ausrichtung auf den künftigen GustavGull-Platz befindet. Im Erdgeschoss sind öffentliche Nutzungen vorgesehen. In den vier darüberliegenden Geschossen sind Büroflächen und in den

Umbau unter erschwerten Bedingungen. Heute ahnt niemand mehr, wie es während der monatelangen Umbauarbeiten zu- und herging. Denn das Tivoli Spreitenbach ist seit seiner Eröffnung die schönste Einkaufsmeile im Aargau geworden. Unter der Leitung der Bauführer Peter Schurter und Christian Anner sowie der Chefpoliere Alex Bucher und Daniel Sgier wurde das Einkaufszentrum während der regulären Öffnungszeiten renoviert, was zum Beispiel bedeutete, dass in den ersten Wochen fast 24-Stunden-Betrieb auf der Baustelle herrschte und auch an den Wochenenden durchgehend gearbeitet wurde. Denn die ersten Abbrucharbeiten mussten zügig erledigt werden, und in Spitzenzeiten waren bis zu 40 Arbeiter, 3 Poliere und 3 Vorarbeiter im Einsatz. Unvergesslich bleibt der Crew wahrscheinlich der äusserst anspruchsvolle Lifteinbau, während die Kundschaft des 3M-Migros gemütlich ihre Einkäufe erledigte. Logistisch gesehen verlangte diese Renovation im Tivoli auch einiges Organisations- und Improvisationsgeschick ab. Betoniert wurde mit langen Pumpleitungen und viel Manpower, und viele Detailplanungen änderten sich laufend mit den Gegebenheiten vor Ort. Nichtsdestotrotz: Gratulation zur mit Bravour gemeisterten Renovation.

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beiden Turmbauten diverse Wohnungen geplant. Die Architektur stammt von Caruso St. John, London, und Bosshard Vaquer, Zürich. Die schlüsselfertige Übergabe der Gebäude in MinergieEco ist ab Dezember 2013 vorgesehen. Implenias Totalunternehmerauftrag beläuft sich auf rund 83 Mio CHF.

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Interessante Geschichten und Schnappschüsse gesucht Haben Sie in letzter Zeit etwas Spannendes oder Lustiges an Ihrem Arbeitsplatz erlebt, das auch die anderen Implenia-Mitarbeitenden interessieren könnte? Befindet sich in Ihrem Fotoarchiv ein Schnappschuss, den wir hier im Impact veröffentlichen sollten? Gibt es eine Geschichte oder ein Thema, über das Sie unbedingt mehr erfahren möchten? Betätigen Sie sich als Journalist oder Journalistin, als Fotografin oder Fotograf oder als Ideenlieferanten, und helfen Sie mit, dass auch die kommenden Impact-Ausgaben vielfältig und abwechslungsreich daherkommen. Die Redaktion freut sich über Ihre Zustellungen an redaktion@implenia. com oder Implenia, Redaktion Impact, Industriestrasse 24, 8305 Dietlikon.

Alle steigen auf Elektrovelos um. Im letzten Impact berichteten wir über die nachhaltige Aktion in Onex, und schon geht’s weiter in Chur, Lugano und St. Gallen. Die Bikes werden von den Projekt- und Baustellenleitenden (im Bild: Cornelia Bühler und Stefan Gemperli in Chur) benutzt, um auf die Baustellen im Stadtgebiet und der näheren Umgebung zu fahren. Dadurch fallen Parkplatzsuche, Parkplatzgebühren sowie KM-Entschädigung weg, und man gewinnt Zeit, Nerven und einen Kopf an der frischen Luft. Zur Info: Implenia ist daran, ein E-Bike-Angebot für Mitarbeitende auszuarbeiten. Wir bleiben dran.

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Sind Sie schon «Fit4Marathons»? Wer jetzt mit dem Kopf nickt, hat wahrscheinlich an einem der drei Laufseminare in Aarau, Lausanne und Zürich mit Ruedi Wild teilgenommen. Lauffreudigen Impenianerinnen und Implenianern hat der Triathlon-Weltmeister einen Nachmittag lang wertvolle Tipps mit auf den Weg respektive die Laufstrecke gegeben. Welche Trainingsarten gibt es? Wie kann ich mich für regelmässiges Training motivieren? Wie werde ich schneller? Auf diese und viele weitere Fragen ging Ruedi Wild im theoretischen Teil des Seminars ein. Weiter standen Laufpraxis sowie Stretching und Rumpfübungen auf dem Programm. So waren alle Teilnehmenden nach drei Stunden um

Schönheitskur für www.implenia. Seit Anfang September präsentieren wir uns im Internet in einem neuen Gewand, das auf einem Fundament modernster Technik steht. Der Startschuss ist gefallen, nun wird der Auftritt inhaltlich Schritt für Schritt weiter ausgebaut. Wer von jetzt an unsere Website besucht, wird sich deutlich schneller darauf zurechtfinden und innert kürzester Zeit die gesamte Angebotspalette des Konzerns kennenlernen. Beim Relaunch der Website wurde neben einer optischen Auffrischung besonderen Wert auf Benutzerfreundlichkeit und Menüführung gelegt. Erfahren Sie in der nächsten Impact-Ausgabe mehr über die neue Website, die Ideen dahinter und die Arbeit, die darinsteckt. Bis dahin wünschen wir frohes Surfen.

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zahlreiche Schweisstropfen ärmer, aber an Tipps, Tricks und Begeisterung für den Laufsport reicher, wie eine Teilnehmerin bestätigt: «Das Seminar war sehr interessant und motivierend. Ich werde meine Joggingschuhe in Zukunft sicher öfter schnüren.» Wo die Eingangsfrage nur Kopfschütteln ausgelöst hat, besteht kein Grund zum Hadern: Es ist nie zu spät für den Einstieg. Das Laufen und die Bewegung im Freien sind ein guter Ausgleich zum stressigen Alltag und wirken sich positiv aufs Wohlbefinden und das Körperbewusstsein aus. Aber auch der Spass kommt nicht zu kurz, wenn man sich an Ruedi Wilds Motto «Nach dem Effort darf man sich ruhig belohnen» hält. Probieren Sie es aus.

Unser neuster Mitarbeiter. «Bronco» bringt Leben in die Redaktion. Er schreibt zwar wenig, telefoniert viel und sehr laut und macht lange Mittagspausen. Und abends freut er sich riesig, wenn ihn sein Herrchen, Peter Eberhard, pensionierter Bauleiter der Implenia Generalunternehmung in Dietlikon, wieder abholt.

Implenia am Holzerfäscht in Bergdietikon. Für Gross und Klein gab’s an jenem Sonntag im Juli in Bergdietikon zu staunen. Bei den ganz Kleinen begann das Herz aber eindeutig schneller zu schlagen, als sie auf den Implenia-Bagger klettern und an den Knöpfen drehen durften.

Schnell saugen statt lange baggern. Im Profitcenter Aargau steht seit kurzem der erste Implenia-Saugbagger im Einsatz. Er erleichtert die Sanierung und Neuverlegung von Gas-, Wasser-, Kabel- und Entsorgungsleitungen, ist aber auch bei Rohr- und Leitungsbrüchen sehr hilfreich. Die Vorteile des Saugbaggers sind vielfältig: Er reduziert die Handarbeit, ist schnell einsatzbereit und erreicht unzugängliche Orte. Zudem ist er überaus leistungsstark: Sein Ventilator erzeugt einen Luftstrom von bis zu 44 000 m3/h und einen maximalen Unterdruck von 55 000 Pascal. Über den bewegbaren Schlauch kann der Saugbagger feste Partikel bis zu einer Grösse von 20 cm aufnehmen. All dies zahlt sich im Arbeitsalltag aus, wie Alfred Tanner, Leiter Werkhof Buchs, bestätigt: «Wir haben verschiedentlich Erfahrungen mit zugemieteten Saugbaggern gemacht. Sie waren überaus positiv. Deshalb haben wir uns für die Anschaffung eines eigenen Saugbaggers entschieden, der schon nach kurzer Zeit gut ausgelastet ist.»

Tessiner Kollegen auf Segeltörn. Wenn das Wetter mitspielt, arbeiten sie nicht nur zusammen, sondern segeln gemeinsam (v.l.n.r.): Cosimo Mazzotta, Paolo Scacchi, Philippe Polledri und Edoardo Chiappini als Fotograf.

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