Issuu on Google+

KREATIVES WACHSEN LASSEN  >> 50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

JAHRESBERICHT 2013


IMPRESSUM

ABKÜRZUNGEN

HERAUSGEBERIN

ACEnet Europäisches Netzwerk der für Kulturelle Bildung ­zuständigen nationalen Kultur- und Bildungsministerien AGJ Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe BAFzA Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche ­Aufgaben BFD Bundesfreiwilligendienst BKJ Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. BKM Der/Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung BMFSFJ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BNE Bildung für nachhaltige Entwicklung CCE Creativity, Culture and Education DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt der Länder in der Bundesrepublik Deutschland DFJW Deutsch-Französisches Jugendwerk DJI Deutsches Jugendinstitut DKR Deutscher Kulturrat DPJW Deutsch-Polnisches Jugendwerk DUK Deutsche UNESCO-Kommission EiJP Eigenständige Jugendpolitik FSJ Freiwilliges Soziales Jahr INRAE International Network on Research in Arts Education KJHG Kinder- und Jugendhilfegesetz KJP Kinder- und Jugendplan des Bundes KMK Ständige Konferenz der Kultusminister KNK Kompetenznachweis Kultur LKJ Landesvereinigung Kulturelle (Kinder- und) ­Jugendbildung LVO Landschaftsverband Osnabrücker Land WAAE World Alliance for Arts Education

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. Küppelstein 34 // 42857 Remscheid Fon 02191.79 43 90 // Fax 02191.79 43 89 info@bkj.de // » www.bkj.de REDAKTION Christoph Brammertz, Tom Braun, Kirsten Witt FOTOS S 1: Mobiler Musiktreff e.V.(MOMU), Foto: Felix Mayr S. 6: TanzZeit Jugendcompany EVOKE, Foto: J. Wick S. 13: YOUNG VOICES BRANDENBURG, Foto: J. Wick S. 14: Circus Sonnenstich, Foto: J. Wick S. 17: Karl-Heinz Strötzel, LAG Kunst und Medien NRW S. 18: Stephan Dorgerloh, Foto: J. Wick S. 20: BKJ-Jubiläumsfest am 28.11.013 in der ­ Akademie der Künste, Berlin, Fotos: J. Wick, BKJ S. 21: focus Festival 2013, Foto: Tomasz Janusz Szeremeta S. 24: U-CARE International Summer Academy, Heek, Foto: BKJ/jfc Medienzentrum Köln S. 36: Projekt „Pinselklang“, MIXED UP Wettbewerbs 2012. Foto: Julia Schumann S. 44: links: Projekt „Kinder führen durchs Museum“, Museum der bildenden Künste Leipzig, rechts: Projekt „Traumatical – das ganz und gar selbstgemachte Klassenmusical“, Fotos: Simone Ahrend, SAH-Photo S.46: Projekt „Interkulturelle Leseclubs“, Künste öffnen Welten, Foto: Berliner Süden S 52: Projekt „Wir öffnen Klangwelten“, Künste öffnen Welten, Foto: Berliner Süden S. 55: Projekt „Kinderkilombo“, Künste öffnen Welten, Foto: Berliner Süden S. 56: LKJ Baden-Württemberg e. V. S. 60: LKJ Baden-Württemberg e. V. S. 61: LKJ Berlin e. V. S. 62: Projekt „Circus‘n Spice“, Circusschule Die Rotznasen, Foto: Eleonora Cucina S. 64: Projekt „Circus‘n Spice“, Circusschule Die Rotznasen, Foto: Eleonora Cucina S. 69: Projekt „Circus‘n Spice“, Circusschule Die Rotznasen, Foto: Eleonora Cucina S. 70: focus Festival 2013, Foto: Tomasz Janusz Szeremeta S 82: Aktionstag Kulturelle Bildung, 21.05.2013, im Dortmunder U, Foto: Karl-Heinz Strötzel, LAG Kunst und Medien NRW DRUCK Heider Druck GmbH, Bergisch Gladbach Auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft gedruckt. Remscheid, Mai 2014

2

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


INHALT >> Jahresbericht 2013 der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. VORWORT >> kreatives wachsen lassen – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur ......................................................................................................... Seite 4 1. S CHWERPUNKTE DER BKJ 2013 >> Ziele, Aktivitäten, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für die Zukunft ..................................................................................... Seite 7 2. D  IE BKJ IM 50. JUBILÄUMSJAHR >> 50 Jahre für Jugend, Bildung und Kultur ............................................................................................................................................. Seite 15 3. QUERSCHNITTSAUFGABEN DES DACHVERBANDES BKJ >> Innovation, Infrastrukturentwicklung, Interessenvertretung ....................................................................................................... Seite 23 4. KULTUR MACHT SCHULE >> Bildung im Schnittfeld Jugend, Schule und Kultur gemeinsam gestalten .................................................................................... Seite 37 5. BÜNDNISSE FÜR BILDUNG >> Kultur macht stark: Bildungschancen erweitern. Bildungsverantwortung übernehmen. Zusammenarbeit stärken. ......... Seite 47 6. FREIWILLIGES ENGAGEMENT IN DER KULTUR >> Engagement sichtbar machen – Vielfalt wachsen lassen ............................................................................................................... Seite 57 7. K  ULTURELLE BILDUNG INTERNATIONAL >> Austausch und internationale Vernetzung sind Quellen für neue Ideen ........................................................................................ Seite 63 8. FAKTEN >> Der quantitative BKJ-Überblick 2013 .................................................................................................................................................. Seite 71 SCHLAGLICHTER >> Themenübersicht von A bis Z ..................................................................................................................................................................... Seite 81

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

3


VORWORT >> kreatives wachsen lassen! 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur

Seit fünf Jahrzehnten setzt sich die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) dafür ein, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu vielfältigen Bildungs­ gelegenheiten erhalten. Die BKJ und das bundesweite Netzwerk ihrer 56 Mitgliedsorganisationen machen sich dafür stark, dass an allen gesellschaftlichen Orten Voraussetzungen geschaffen werden, die alle Kinder und Jugendlichen von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, kultureller wie sozialer Herkunft und Geschlecht zu einer aktiven und selbstbestimmten Aneignung von Welt befähigen. Um dem Ziel einer vollumfänglichen kulturellen Teilhabe junger Menschen näherzukommen, müssen die Akteure der Kulturellen Bildung ihre eigene Praxis fortlaufend überprüfen. Immer wieder ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit den politisch gestalteten Rahmenbedingungen erforderlich. Und nicht zuletzt ist eine engagierte Beteiligung an den gesellschaftlichen Diskursen unerlässlich: Das Recht auf Spiel und Kultur, die Umsetzung von Inklusion, die Anerkennung eines breiten Bildungsbegriffs in der Kooperation unterschiedlicher Lernorte, die Prozesse sozialer Spaltung in den Städten und die Marginalisierung der Teilhabevoraussetzungen von Kindern und Jugendlichen in den ländlichen Räumen, die Sicherung von freien Zeiten für Jugend­ liche und Kinder – dies sind nur einige der drängenden Themen. Mit dem Slogan „kreatives wachsen lassen! 50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur“ haben die BKJ und ihre Mitglieder im Jubiläumsjahr Überzeugung, Auftrag und ­Botschaft der BKJ auf den Punkt gebracht. Sie rufen dazu auf, den Talenten und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft Raum und Freiheit zu geben – und zwar ausgehend von den vielfältigen aktuellen Lebenslagen junger Menschen in Deutschland. Dies bedeutet auch: Eine gerechte Kultur des Aufwachsens ist auf eine kooperative Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik angewiesen, welche die unterschiedlichen Orte, an denen Kinder und Jugendliche fürs Leben lernen, mit ihren spezifischen Qualitäten und Arbeitsweisen anerkennt und aufeinander bezieht. Kulturelle Kinder- und Jugendbildung steht in Zeiten einer zunehmenden Institutionalisierung der Lebenswelten der jungen Generation zugleich vor der Anforderung, ihre Konzepte so weiterzuentwickeln, dass Sozialraum, Peer Group und Familie stärker als Bildungsorte von Kindern und Jugendlichen mitgedacht und konzeptionell berücksichtigt werden. Angesichts einer zunehmenden Pädagogisierung des Aufwachsens von Kindern und Jugend­ lichen ist die jugendpolitisch ausgerichtete kulturelle Kinderund Jugendbildung verstärkt dazu aufgefordert, Rahmen­ bedingungen des Aufwachsens auf ihren Beitrag zu einem

4

Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen hin zu überprüfen. Die Kulturelle Bildung steht damit unter einer doppelten ­A nforderung: Ihr muss es gelingen, die besondere Qualität ästhetischer und künstlerischer Praxis als Freiraum für eine „unverzweckte“ Selbst- und Weltaneignung hervorzuheben und sie zugleich für eine wirksame Befähigungs- und Teilhabekultur im Netzwerk der Akteure strukturell zu verankern. Die BKJ und ihre 56 Mitgliedsorganisationen sehen sich in ihrem Engagement für Teilhabegerechtigkeit in gemeinsamer Verantwortung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteure auch durch den 14. Kinder- und Jugendbericht ermutigt. Die Sachverständigen betonen: Die Wirkungszusammenhänge für Befähigungs- und Teilhabegerechtigkeit sind genauer zu betrachten und Angebote und Leistungen der Jugendhilfe so aus­zugestalten, dass sich in einem gelungenen „Gestaltungs-Mix“ aus staatlich verantworteter Bildung, Angeboten Freier Träger, Familie und Peers Teilhabe- und Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen verbessern. Nur so kann herkunftsbedingte und institutionell verursachte soziale Ungleichheit wirkungsvoll abgebaut werden. Auf dem Weg dahin müssen alle Akteure in Politik, Staat und Zivilgesellschaft zusammenwirken. Um die Kräfte zu bündeln, braucht es vielfältige Allianzen, um dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen. Jugend-, Kultur- und Bildungspolitik stehen in der besonderen Verantwortung, Rahmenbedingungen für ein teilhabeoffenes, bedarfsgerechtes und verlässliches Angebot an Kultureller Bildung zu gewährleisten – und zwar -- adressatenorientiert: durch Förderung von zielgruppen­ adäquaten und sozialraumorientierten Angeboten für alle ­Generationen und besonders für Kinder und Jugendliche ­sowie junge Menschen mit besonderen Förderbedarfen und f­ ehlenden Teilhabechancen; -- vielfältig: entsprechend der Breite kultureller Interessen, durch Förderung der Kulturellen Bildung in Bibliotheken, ­Chören und Orchestern, Medienprojekten, Jugendkunst- und Musikschulen, Kinos und Theatern, Literatur- und Tanz­ häusern, Museen, Spielmobilen, Zirkusprojekten u. v. m.; -- qualitätsbewusst: in der Verzahnung von Theorie und Praxis, in der Unterstützung von Austausch und Vernetzung, in der Erweiterung von Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie Forschung für Kulturelle Bildung. Der BKJ-Vorstand und die Mitarbeiter/innen in den Geschäftsstellen in Berlin und Remscheid bedanken sich bei den bundeszentralen und landesweiten Mitgliedsorganisationen für ihr

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


Interesse und Engagement, als bundesweites Netzwerk mit hoher Fachlichkeit und gesellschaftspolitischer Verantwortung gemeinsam die Weiterentwicklung der Kulturellen Bildung orientiert an den Lebenslagen der Kinder und Jugendlichen zu gestalten. Durch ihre fachliche Expertise sowie ihre Strukturen bis auf die Ebene vor Ort bilden die Mitglieder der BKJ als Verantwortungsgemeinschaft das Fundament für eine innovative und politisch engagierte kulturelle Kinder- und Jugendbildung, die sich jugend-, kultur- und bildungspolitisch für kulturelle Teilhabe und ein gerechtes Aufwachsen einsetzt. Die BKJ dankt ausdrücklich dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die partnerschaftliche Zusammenarbeit und für die Förderung von bundeszentralen Infrastrukturen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung über den Kinder- und Jugendplan des Bundes. Durch Projektförderungen

des Kulturstaatsministers und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung konnte die BKJ Netzwerke für lokale ­Allianzen sowie für den Wissenstransfer in der Kulturellen Bildung ausbauen. Die BKJ dankt zudem dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Angelegenheiten für die Unterstützung des BKJ-Engagements für Freiwilligendienste in Kultur und Bildung sowie der Stiftung Mercator und der Kulturstiftung des Bundes für die Förderung der BKJ als Kooperationspartner im Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“. Ihr zivilgesellschaftliches Engagement wird die BKJ auch in Zukunft ausrichten auf fachliche Innovation, Sicherung und Weiterentwicklung der Vielfalt der Orte Kultureller Bildung sowie auf eine kooperative politische Kultur, in deren Mittelpunkt ein gerechtes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen steht.

Ihre BKJ

Dr. Gerd Taube Vorsitzender

Tom Braun Geschäftsführer

REDAKTIONELLE ANMERKUNG Der Jahresbericht der BKJ erfüllt mehrere Funktionen. Er dient als Sachbericht der zuwendungsbezogenen Rechenschaftslegung gegenüber dem Bundesjugendministerium (BMFSFJ), welches den Dachverband BKJ als auf Dauer geförderte Infrastruktur über den Kinder- und Jugendplan des Bundes mit 675.600 Euro im Jahr 2013 unterstützt hat. Der Bericht erfüllt das Anliegen der BKJ-Mitglieder zur vereinsrechtlichen Rechenschaftslegung, auf dessen Basis der Vorstand und die Geschäftsführung entlastet werden können. Auch soll er das Informationsbedürfnis von Fachpartnern und Öffentlichkeit befriedigen und zur fachpädagogischen und -politischen Reflexion von Qualitäten und Notwendigkeiten eines vielfältigen kulturellen Bildungsangebots in Schule, Kinder- und Jugendbildung, Kunst und Kultur anregen. Entsprechend den unterschiedlichen Erkenntnisinteressen von Fachwelt, Mitgliedern, Politik und Zuwendungsgebern ist der Jahresbericht 2013 wie folgt gegliedert: -- Kapitel 1 reflektiert die Schwerpunkte und das Wirken des Dachverbands im Überblick und zieht daraus Schlussfolgerungen für die Kinder- und Jugendpolitik, die Kultur- und die Bildungspolitik. -- Kapitel 2 dokumentiert und reflektiert das besondere Engagement anlässlich des 50. Jubiläums der BKJ im Jahr 2013.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

-- Die Kapitel 3 bis 6 gehen vertiefend auf Ziele, Aktivitäten, Erfahrungen und Schlussfolgerungen in den zentralen Handlungsfeldern der BKJ ein. Neben den Querschnittsaufgaben des Dachverbands für fachliche Innovation, politische Vertretung und Mitgliederunterstützung werden besonders die Arbeitsbereiche Kultur macht Schule, Bündnisse für Bildung, Freiwilliges Engagement in der Kultur und Kulturelle Bildung International dargestellt. -- Kapitel 7 umfasst einen faktenorientierten Überblick zu Projekten, Veranstaltungen, Förderaktivitäten, Gremien, Publikationen etc. sowie die wirtschaftlichen Rahmendaten des Vereins BKJ e. V. im Berichtsjahr. -- Erstmals enthält der Jahresbericht auch – schlaglichtartig und exemplarisch – kompakte Darstellungen von Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen der BKJ im Jahr 2013, mit denen sie einen wichtigen Beitrag für Auftreten, Wirken und Zielerreichung des Gesamtverbands geleistet haben. Diese sind an folgendem Zeichen zu erkennen:

5


6

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


1

SCHWERPUNKTE DER BKJ 2013 >> Ziele, Aktivitäten, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für die Zukunft

GRUNDLAGEN FÜR DAS HANDELN DES DACHVERBANDS Die BKJ hat 56 Mitglieder: 42 bundeszentrale Fachverbände bzw. Institutionen für alle Künste und Felder der Kulturellen Bildung und 14 Landesvereinigungen. Sie verbindet das An­ liegen, die Kulturelle Bildung – mit Schwerpunkt in der Kinderund Jugendförderung – zu stärken und in ihren Angeboten und Strukturen weiterzuentwickeln. DAS LEITBILD DER BKJ Als Spitzenverband der Kinder- und Jugendkulturarbeit richtet die BKJ ihre Aktivitäten nach dem von ihren Mitgliedern vorgegebenen Leitbild darauf aus, - dass jedes Kind und jede/r Jugendliche in allen Bereichen der Kunst und Kultur ein reichhaltiges Angebot vorfindet, Lebensfreude entfalten und kulturelle Kompetenzen ent­ wickeln kann, - dass die Infrastrukturen der Träger kultureller Kinder- und Jugendarbeit kommunal, landes- und bundesweit sowie international gesichert sind und das Arbeitsfeld gestärkt wird, - dass kulturelle Kinder- und Jugendbildung als unverzichtbare öffentliche Aufgabe in Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Sozialpolitik anerkannt und gefördert wird, - dass die Träger kultureller Kinder- und Jugendbildung in der BKJ das Fach-, Kooperations- und Politikforum finden, ­welches die Leistungs- und Innovationsfähigkeit Kultureller Bildung sichert. ZIELE UND AUFGABEN DES DACHVERBANDS Neben diesem Leitbild sind die Satzung der BKJ, die Leistungsmaßstäbe des Kinder- und Jugendplans (KJP) sowie das ­Interesse bzw. die Verpflichtung des Bundes zur Subsidiarität und Zusammenarbeit mit freien Trägern (KJHG §4 und §83) für die Aktivitäten der BKJ maßgeblich. Daraus ergeben sich die folgenden Aufgaben: - Information und Kommunikation zur fachlichen Weiter­ entwicklung und Qualitätssicherung Kultureller Bildung, - Beratung und Dienstleistung für BKJ-Mitgliedsorganisationen und Fachkräfte der Jugend-, Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit, - Durchführung von Modellprojekten, die die Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten durch ästhetisch-künstlerische Praxis und Strukturentwicklung verbessern und gesellschaftliche Veränderungsprozesse mitgestalten,

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

- Öffentlichkeitsarbeit für die Verbreitung von Impulsen, für die

gesellschaftliche Anerkennung des Arbeitsfeldes und die Ausweitung von Bildungsangeboten mit allen künstlerischen Ausdrucksformen, -- Interessenvertretung für das Recht auf Bildung und Kunst für alle jungen Menschen, für entsprechende Rahmen­ bedingungen und die Sicherung der Infrastrukturen von ­Kultureller Bildung, -- Politikberatung für die Verankerung der Querschnittsaufgabe Kulturelle Bildung in den unterschiedlichen Politikressorts und auf allen föderalen Ebenen.

AKTIVITÄTEN 2013 Seit fünf Jahrzehnten setzt sich die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) dafür ein, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche Zugang zu vielfältigen Bildungs­ gelegenheiten in den Künsten erhalten. Dass heute ein ganzheitliches Bildungsverständnis große gesellschaftliche und politische Anerkennung erfährt und die Kulturelle Bildung als Teil der Allgemeinbildung gilt, ist auch dem Wirken der BKJ und ihrer Mitglieder zu verdanken. Doch die Verbesserung von ­Bildung und kultureller Teilhabe bleibt auch künftig eine dauerhafte Aufgabe – denn Bildung spielt heute mehr denn je eine Schlüsselrolle für die Entwicklung einer zukunftsfähigen ­Gesellschaft. Alle BKJ-Aktivitäten haben daher zu allererst der Frage standzuhalten, ob sie dazu beitragen, für alle Kinder und Jugendlichen Zugänge zu Kunst, Kultur und Bildung zu öffnen und nachhaltig sichern. Die BKJ hat sich in ihrem 50. Jubiläumsjahr 2013 bewusst dazu verpflichtet, den Erfolg ihrer Aktivitäten daran zu bemessen, inwiefern sie ausgehend von den veränderten Lebenslagen der Jugendlichen und Kinder neue Modelle einer gemeinsamen Verantwortungsübernahme an den Schnittstellen zwischen Jugendhilfe, Schule und sozialräumlichen Lebenswelten entwickeln helfen. Dass die Position der BKJ dabei eine dezidiert jugendpolitische ist, hat der Dachverband mit seinem Jahresmotiv „kreatives wachsen lassen!“ verdeutlicht: Aktivitäten der BKJ sollten das Potenzial von kultureller Kinder- und Jugendbildung als einer Kultur der Befähigung und aktiven Teilhabe sowohl für die zivilgesellschaftlichen Akteure als auch für das politische Handeln in Bund, Ländern und Kommunen erschließen. Besondere Bedeutung hatten im BKJ-Jubiläumsjahr daher die im Folgenden beschriebenen Aktivitäten:

7


INKLUSION STÄRKEN

INTERNATIONAL VERNETZEN

Die Fachstelle „Kultur macht Schule“ engagierte sich in ihrer Beratungs- und Fortbildungsarbeit im Rahmen des Fachportals www.kultur-macht-schule.de und der MIXED UP Akademie für die Weiterentwicklung neuer kooperativer Bildungskonzepte in der Zusammenarbeit von Kultur und Schule. Ausgehend von Inklusion als Leitziel setzte sich die Fachstelle 2013 besonders für die Weiterentwicklung kooperativer Bildungspraxis und für die Analyse kommunaler Strukturen und Gesamtkonzepte ein. Das BKJ-Programm „Künste öffnen Welten“ unterstütze Bündnisse für Bildung, die mit einer sozialräumlichen Verankerung das Potenzial Kultureller Bildung für die kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen entfalten, die bisher kaum über Zugänge zu Angeboten Kultureller Bildung verfügen.

Die BKJ ermöglichte 22 internationale Lernpartnerschaften über den Fachkräfteaustausch sowie Gruppenmobilitäts­ erfahrungen für Kinder- und Jugendliche in 53 internationalen Jugendkulturbegegnungen. Neben Maßnahmen zur Erweiterung der Lern- und Bildungsmöglichkeiten von Kindern, Jugend­ lichen und Fachkräften gelang es der BKJ 2013 Qualifizierungsfragen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mit dem internationalen Forschungsdiskurs zu vernetzen und die Weiterentwicklung europäischer Forschungsnetzwerke zu initiieren, so z. B. mit der Ausrichtung des World Summit on Arts Education.

JUGENDPOLITIK PROFILIEREN Die BKJ beteiligte sich intensiv an der Entwicklung von Empfehlungen des Zentrums für Eigenständige Jugendpolitik (EJP) zum Zusammenspiel außerschulischer und schulischer Lern­ orte. Die Unterstützung der entsprechenden EJP-Expertengruppe durch die BKJ wurde begleitet durch die Gestaltung und Moderation mehrerer Workshops im Rahmen der bundesweiten Tagungen des Zentrums und wurde in den Newslettern der ­ BKJ einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.

 „ JUGENDPOLITIK STÄRKEN!“: EIGENSTÄNDIGE JUGENDPOLITIK ALS THEMA IN DER DBJ Jugendpolitisches Handeln ist für die Deutsche Bläserjugend (DBJ) schon immer Teil ihrer Verbandsphilo­ sophie, deshalb hat sie die Initiative zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik (EJP) dankbar aufgegriffen und bringt sich qualifiziert in den Diskurs ein. So haben Vertreter/innen des Verbandes an den Fachforen des Zentrums Eigenständige Jugendpolitik teilgenommen. Zudem ist eine Musikerin der DBJ im Jugendbeirat des BMFSFJ vertreten. In Diskussionen und Veranstaltungen ihrer Dachverbände bringt sich die Musikjugend ein. Im Rahmen der Entwicklung der EJP engagiert sich die DBJ vor allem für unverzweckte Freiräume für junge Menschen, eine bedarfsgerechte Ausstattung der außerschulischen Infrastruktur für Jugendliche sowie ein Bild von Jugend, das die Potenziale aller Jugendlichen in den Mittelpunkt rückt. Der Jugendverband hofft, dass die EJP-Entwicklung in der neuen Legislaturperiode mehr Schwung aufnimmt und zu guten Ergebnissen für junge Menschen führt.

8

ENGAGEMENT FÖRDERN Die BKJ konnte durch die Zusammenarbeit im Trägerverbund „Freiwilligendienste Kultur und Bildung“ 1.800 Freiwillige im FSJ Kultur und 650 „Bundesfreiwillige“ in ihrem Engagement fördern und begleiten. Als bundeszentraler Träger fungiert die BKJ als Schnittstelle zwischen dem BMFSFJ, ihren Mit­ gliedern und deren Trägern. Gemeinsam mit den Partnern im Trägerverbund setzt sich die BKJ für Qualität und die Weiterentwicklung politischer Rahmenbedingungen in den Frei­ willigendiensten ein.

 MU:VDEINPROJEKT: POWER FÜR JUNGE MUSIKPROJEKTE Die Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) macht Jugendlichen ein attraktives Angebot, selbst kreativ und aktiv zu sein. „mu:vDEiNprojekt“ – der Name ist Appell: Bewegt bei euch zu Hause euer eigenes Projekt und lasst es Wirklichkeit werden. Ob das Orgateam eines Orchesters oder Jugendliche, die mit einer Straßenmusik-Combo auftreten – junge Musikorganisator/ innen können sich bei der JMD Unterstützung holen und individuelle Beratung, Workshops, Coachings und Seminare buchen. 2013 vernetzte die Initiative darüber hinaus eine Vielzahl von Projekten in ganz Deutschland und brachte die Macher miteinander in Kontakt. Im Austausch mit anderen jungen Projektteams gewannen sie Power für ihr eigenes Vorhaben. Das innovative Projekt wurde im Rahmen des Innova­ tionsfonds „Eigenständige Jugendpolitik“ vom Bundesjugendministerium gefördert. Weitere Informationen:www.muvdeinprojekt.de

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


BILDUNG GESTALTEN Als Kooperationspartner des von der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator initiierten und geförderten Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ entwickelte die BKJ als Träger der Landesbüros des Programms in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg (dort gemeinsam mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung BadenWürttemberg) neue Beratungsangebote für Schulen und ihre Kulturpartner zur Entwicklung kultureller Schulprofile. Als Kompetenzzentrum für Kulturelle Schulentwicklung konnte die BKJ als Ansprechpartner für Landesministerien und zivil­ gesellschaftliche Partner das Modell einer kooperativen Kulturschule weitervermitteln. BÜNDNISSE SCHMIEDEN 13 Mitglieder der BKJ und die BKJ selbst engagierten sich 2013 im Förderprogramm „Kultur macht stark“ des BMBF dafür, Teilhabe- und Bildungschancen flächendeckend zu verbessern und qualitätsvolle Angebote zu unterbreiten. Die BKJ trat in ihrer dachverbandlichen Rolle in einen intensiven Dialog mit der Bundesbildungspolitik. Es lag in ihrem Aufgabenfeld, gemein­ same Interessen und Strategien der Programmpartner zu identifizieren, zu moderieren und sich für die weitere Programm­ entwicklung einzusetzen. WISSEN GENERIEREN Auf einer neuen Website wurde das Handbuch Kulturelle ­Bildung digital fortgeschrieben. „Kulturelle Bildung Online“ bietet umfassende Fachinformationen und Austauschmög­ lichkeiten rund um die Kulturelle Bildung. Die BKJ kann auf diesem Wege gemeinsam mit der Universität Hildesheim, der Akademie Remscheid sowie der Bundesakademie Wolfenbüttel die aktuellste und umfassendste Wissensbasis zur Kulturellen Bildung im deutschsprachigen Raum bereitstellen. Ein ­wissenschaftlicher Redaktionsbeirat unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Max Fuchs begleitet und steuert die fachliche Ent­ wicklung der Plattform. www.kubi-online.de INTERESSEN VERTRETEN Die BKJ vertrat auch 2013 in zahlreichen Gremien die Anliegen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. So u. a. in den Gremien und im Vorstand des Deutschen Kulturrats (DKR), und der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), im Kuratorium des Fonds Soziokultur, in der Stiftung Deutsche Jugendmarke, in der Jury des BKM-Preises für Kulturelle Bildung, im Beirat des BMFSFJ für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland etc. FACHIMPULSE SETZEN Mit ihrem Magazin KULTURELLE BILDUNG sowie der BKJ-­ Schriftenreihen im Kopaed-Verlag setzt sich der Dachverband für eine profunde Fachdiskussion zu aktuellen Herausforde-

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

rungen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung ein. Leitziel ist hierbei die Verbindung von Theoriebildung und Qualifizierung für die Praxis vor Ort. Vernetzung, Anregung und Innovation sind gleichermaßen Ziele der umfangreichen Veranstaltungen im Rahmen der MIXED UP Akademie, der BKJ-Fachausschüsse, der Qualifizierungen im BKJ-Programm „Künste öffnen Welten“, der jährlichen Arbeitstagungen der BKJ sowie der Jahres­ konferenz der Landesvereinigungen der Kulturellen (Kinderund Jugend-)Bildung.

ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE 2013 Das Ziel umfassender Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Kunst und Kultur sowie einer gelingenden Bildungsbiographie und Persönlichkeitsentwicklung hat unmittelbare Konsequenzen: Eine gerechte Kultur des Aufwachsens ist auf eine kooperative Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik angewiesen, welche die unterschiedlichen Orte, an denen Kinder und Jugendliche fürs Leben lernen, mit ihren spezifischen Qualitäten und ­A rbeitsweisen anerkennt und aufeinander bezieht. Kulturelle Kinder- und Jugendbildung steht in Zeiten einer zunehmenden Institutionalisierung der Lebenswelten der jungen Generation zugleich vor der Anforderung, ihre Konzepte dahingehend weiterzuentwickeln, dass nicht nur einrichtungsgebundene Kooperationen gefördert werden, sondern dass sozialräum­ liche, Peer-orientierte und familiäre Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen als Bildungsorte mitgedacht und konzep­ tionell berücksichtigt werden. Der 14. Kinder- und Jugendbericht hebt hervor, dass einer herkunftsbedingten und institutionell erzeugten sozialen Ungleichheit wirksam nur durch eine ­Neuausrichtung des „Gestaltungs-Mix“ aus staatlich verantworteter Bildung, Angeboten Freier Träger, Markt und schließlich Eltern, Familie und Peers begegnet werden kann. Im Zusammenhang mit der Ausweitung einer Pädagogisierung des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen ist die jugend­ politisch ausgerichtete kulturelle Kinder- und Jugendbildung verstärkt dazu aufgefordert, Rahmenbedingungen des Aufwachsens auf ihren Beitrag zu einem Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen hin zu überprüfen. Die Kulturelle Bildung steht damit unter einer doppelten Anforderung: Ihr muss es gelingen, die besondere Qualität ästhetischer und künst­ lerischer Praxis als Freiraum für eine „unverzweckte“ Selbstund Weltaneignung hervorzuheben und sie zugleich für eine wirksame Befähigungs- und Teilhabekultur im Netzwerk der Akteure strukturell zu verankern. ZIVILGESELLSCHAFT IN LOKALEN BILDUNGSLANDSCHAFTEN STÄRKEN Die Akteure der Kulturellen Bildung in der BKJ wissen, wie anspruchsvoll und voraussetzungsreich sich ein gemeinsamer, aktiver Gestaltungsprozess des Aufwachsens in gemeinsamer Verantwortung darstellt. Wo Kulturelle Bildung als integraler Bestandteil von Jugendarbeit, Bildung und Kultur begriffen wird und der ganze Mensch als Subjekt Kultureller Bildungsprozesse im Fokus politischer Willensbildung steht, können ressort­ übergreifende Querverbindungen der Kulturellen Bildung

9


Allgemeinbildung zur Wirkung verhelfen. Dafür braucht es eine systembezogene Vernetzung der Träger und Einrichtungen der außerschulischen Kulturellen Bildung mit Schulen, Kindertagesstätten und sozialräumlichen Partnern in lokalen Bildungslandschaften. Auf allen Ebenen gilt es jedoch die Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Akteure der kulturellen Kinder- und Jugend­ bildung in den Planungs- und Umsetzungsprozessen lokaler Bildungslandschaften weiter auszubauen. Denn Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ist nur da erfolgreich, wo sie als Infrastruktur, Angebot und Bildungsoption Bestandteil des Sozialraums ist. Subsidiarität und dialogorientierte, partnerschaftliche Zusammenarbeit sind die Grundlage wirksamer Bildungsnetzwerke – dies b­ einhaltet auch die unmittelbare Mitbestimmung durch die Jugendlichen und Kinder. Es gehört zu den Aufgaben des Dachverbandes und seiner Mitglieder, die Prinzipien der Teilhabe und Mitbestimmung in lokalen Bildungslandschaften zu stärken und die Expertise der Träger Kultureller Bildung als Multiplika­toren für eine inklusive und teilhabegerechte Ausgestaltung lokaler Bildungsnetzwerke einzubringen und weiterzuent­wickeln. Dies setzt zugleich eine Anerkennung der unterschiedlichen Bildungsorte in ihrer besonderen Qualität sowie eine systematische Förderung ihrer Infrastrukturen voraus.

 MEDIENPREIS LEOPOLD – GUTE MUSIK FÜR KINDER Am 27. September 2013 hat der Verband deutscher Musikschulen (VdM) zum ­neunten Mal zusammen mit dem Bundesjugendministerium im WDR Funkhaus Köln den renommierten Kindermedienpreis LEOPOLD verliehen. Zuvor hatte eine Expertenjury aus 130 Bewerbungen 17 Musiktonträger für die Empfehlungs­ liste ausgewählt. Sieben Produktionen wurden mit dem begehrten Medienpreis LEOPOLD ausgezeichnet, dem Gütesiegel des VdM für besonders „gute Musik für Kinder“. Weitere Informationen: www.medienpreis-leopold.de

KOOPERATIVE GANZTAGSBILDUNG IM SOZIALRAUM ­WEITERENTWICKELN Ganzheitliche Bildung in gemeinsamer Verantwortung bedeutet, dass die Kooperationen in der Kulturellen Bildung durch die Einbeziehung neuer sozialräumlicher Partner sowie durch eine stärkere Bezugnahme der Kooperationen auf die Ein­ beziehung von Eltern, anderen Familienmitgliedern und Gleichaltrigen weiterentwickelt werden. Freiräume für die eigene kulturelle Praxis von Kindern und Jugendlichen in ihren Peers, Familien und sozialräumlichen Kulturen müssen gerade in Zeiten der Ganztagsschule als originäre Bildungsorte anerkannt und konzeptionell berücksichtigt werden. Kulturelle Bildung als Teilhabe und Befähigungskultur kann nur gelingen, wenn sie auch im sozialräumlichen Umfeld der Kinder und Jugendlichen Anerkennung erfährt. Dies verlangt zugleich, dass Angebote Kultureller Bildung für das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen ebenfalls verfügbar, zugänglich und annehmbar sein müssen. Grundlage und Ziel ist die Erfahrung einer sozialen und kulturellen Teilhabe durch die Vernetzung aller für Kinder und Jugendlichen subjektiv bedeutsamen Lernorte. Die Vielfalt kultureller Lebensweisen, Ausdruck­ formen und Traditionen müssen in der Konzeption einer ­kooperativen Bildungslandschaft zum Ausgangspunkt systematischer Planungen genommen werden. Dies verlangt von

 LESEN AUF KNOPFDRUCK? Das Symposium des Arbeitskreises für Jugendliteratur (AKJ) auf der Leipziger Buchmesse 2013 beschäftigte sich mit digitaler Kinder- und Jugendliteratur. Während Befürworter die neuen Möglichkeiten von Produktion und Rezeption betonen, fragen Skeptiker nach Grenzen und Hürden, die der Umgang mit digitalen Texten mit sich bringt. Hier eröffneten sich folgende Fragestellungen: Welche Perspektiven gibt es für neue Formen der Literaturproduktion? Welchen Unterschied macht es, ob man ein gedrucktes Buch in der Hand hält oder einen E-BookReader? Wird das Lesen durch das elektronische Medium für Kinder und Jugend­ liche aufgewertet? Wie werden Kinder in Zukunft lesen lernen? Welche Heraus­ forderungen und Chancen ergeben sich daraus für die Leseförderung? Experten aus Forschung, Vermittlung, Kritik und Produktion gingen auf diese Fragestellungen ein. Die Vorträge wurden in der Fachzeitschrift JuLit 2/2013 dokumentiert.

  S PIELMOBILE ENGAGIEREN SICH FÜR KINDERRECHTE UND MEHR „FREI(E) ZEIT“ FÜR KINDER „Kinder Rechte Stärken“: Unter diesem Motto gestaltete die BAG Spielmobile am 9. Oktober 2013 im Rahmen des inter­ nationalen Spielmobilkongresses einen Fachtag. Im Mittelpunkt stand die Ver­ änderung der Kindheit und die damit verbundenen Fragen: Haben Kinder eigentlich noch Freizeit bzw. freie Zeit, die nicht fremdbestimmt wird? Findet der Alltag der Kinder fast nur noch unter ständiger pädagogischer Betreuung statt? Welche Auswirkungen hat es, wenn Kinder keine Erfahrungen mehr im freien Spiel und völlig selbstbestimmt machen können? Wo bleibt die Zeit für informelle Bildung? Wie kann unter diesen Bedingungen ihre Selbst- und Gestaltungskompetenz ge­ fördert werden?

Bestellung: www.jugendliteratur.org/julit-2013-2.html

10

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


Jugendhilfe, Schule und Kultur eine Öffnung hin zu kultureller Vielfalt. Dazu zählen auch szenenorientierte Jugendkulturen oder neue Familienformen. Die damit verbundene Orientierung auf Vielfalt der Lebenslagen als Normalfall macht Inklusion zum Leitziel sowohl struktureller als auch methodisch didak­ tischer Weiterentwicklungen – gerade auch hinsichtlich der Profilentwicklung von Einrichtungen der Kulturellen Bildung. Hier gilt es gemeinsam mit den Mitgliedern und der Politik Voraussetzungen für die Entwicklung modellhafter Organisa­ tionsformen auf den Weg zu bringen. DIGITALE KULTURELLE PRAXIS ANERKENNEN Die Verantwortung Kultureller Bildung für ein gelingendes Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen muss anerkennen, dass die Entwicklung hin zur digitalen Netzgesellschaft die Lebenslagen nahezu aller Jugendlichen und Kinder verändert. Die durch interaktive, digitale Medien hervorgebrachte Expansion von Formaten und umfassend verbreiteten Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten sind entscheidende Grundlagen für kulturelle und soziale Teilhabe. Es ist deshalb eine dringende Forderung an die Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik, barrierefreie Zugänge bereitzustellen. Zugleich müssen alle Akteure konzeptionell stärker berücksichtigen, dass digitale Medien zentrale Sozialisationsinstanzen im Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen sind. Sie wirken als Spiel- und Lebenswelten auf Muster des Denkens, des Handelns und damit auch auf Sinnstiftung und Identitäts­ bildung. Die aktive, reflektierte und kreative Partizipation an der digitalen Medienwelt hat im Kontext kultureller Teilhabe und Chancengerechtigkeit eine Schlüsselfunktion eingenommen. Im Sinne einer kulturellen Medienbildung muss sie stärker als bisher als kulturelle Praxis anerkannt und in ihrem ästhetischen und künstlerischen Potenzial berücksichtigt werden. Dies beinhaltet zugleich auch neue Konzeptentwicklungen für künstlerische und persönlichkeitsfördernde ­Konzepte der Interaktion digitaler und analoger ästhetischer Praxis und Lebenswelten. Es bedarf zugleich mehr politischen Engagements für die Gestaltung und Entwicklung Kultureller Medienbildung. Denn ohne die ressortübergreifende Unterstützung auf Bundesebene sind die Veränderungsprozesse für Kultur und Bildung im digitalen Zeitalter nicht erfolgreich zu bewältigen. KULTURSCHULE ALS LEBENSRAUM Kulturelle Bildung in neuer Verantwortung muss auf die Ausweitung der Ganztagsschule mit einer jugendpolitischen Haltung reagieren. Das bedeutet, Schule darin zu unter­ stützen, sich mit Kunst und Kultur und in Kooperation mit außerschulischen Partnern als Lebensort auszugestalten. Auf dem Weg zu einer neuen Lernkultur für alle Kinder und Jugendlichen kann sich die Zusammenarbeit von Kultur und Schule nicht mehr allein auf Fragen nach einer gelungenen Kooperation beschränken. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen muss gefragt werden, welchen Beitrag die Kulturelle Bildung zu notwendigen Umstrukturierungen in der schulischen Bildungspraxis leisten kann. Der 2013 im Modell-

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ sowie darüber hinaus im Rahmen der MIXED UP Akademie geführte intensive Dialog mit einzelnen Bundesländern ist nun weiterzuführen und auszuweiten.

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND ERWARTUNGEN AN DIE JUGEND-, BILDUNGS- UND KULTURPOLITIK BALANCE VON BILDUNG, AUSBILDUNG UND FREIRÄUMEN FÜR PARTIZIPATION Die zunehmende Pädagogisierung und Institutionalisierung des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen ist mit der Hoffnung auf eine strukturelle Verbesserung von Teilhabechancen verbunden. So begrüßenswert die Kooperation unterschied­ licher Bildungsorte ist, so notwendig ist es jedoch zugleich, einer Verengung des Bildungsverständnisses auf Qualifizierung und Ausbildung zu begegnen. Zeitverdichtung und Verlust von selbstbestimmt zu gestaltenden Freiräumen gehen für viele Kinder und Jugendliche mit einem erhöhten Verwertbarkeitsdruck hinsichtlich ihrer außerschulischen Freizeitgestaltung einher. Für die Träger der kulturellen Kinder- und Jugendbildung gilt es daher, die Profile ihrer Einrichtungen und Angebots­ konzepte so weiterzuentwickeln, dass sie sowohl eine struk­ turelle Verankerung in lokalen Bildungsnetzwerken ermög­ lichen als auch die Potenziale freier Selbstbildungsprozesse in den Künsten und mit den Künsten für jugendliche Lebenswelten sichern. Dafür benötigen die Akteure eine angemessene Förderpolitik, welche die Vielfalt der Angebotsformen und der Orte Kultureller Bildung als Möglichkeitsräume anerkennt und sichert. Jedoch sind auch die Akteure selbst aufgefordert, auf die sich ändernden Bedürfnisse von Jugendlichen und Kindern zu reagieren. Offensichtlich steigt der Bedarf an selbst zu gestaltenden kreativen, kulturellen Freiräumen und Mitgestaltungsmöglichkeiten auf künstlerischen Wegen proportional zu den sich verengenden zeitlichen und räumlichen Freiheiten in den (Bildungs-) Biografien heutiger Jugendlicher und Kinder – was niemanden verwundern dürfte. Es gilt zukünftig verstärkt nach Modellen der Partizipation und Mitgestaltung sowohl in der Praxis der Kulturellen Bildung als auch in ihren Diskursen suchen. In dem von den BKJ-Mitgliedern vertretenen Praxisfeld werden bereits innovative Konzepte in diese Richtung erprobt: Man gibt Jugendlichen Raum und ­Möglichkeiten, die sie mit einem hohen Maß an Eigenregie ausgestalten können – den Grad des Inputs und der kulturpäda­ gogischen Begleitung bestimmen sie selbst. Junge Menschen übernehmen hier mehr Verantwortung in kulturellen Bildungsprozessen und gestalten sie maßgeblich mit. Wie groß der ­Bedarf danach ist, zeigt nicht zuletzt die ungebrochen hohe Nachfrage nach Plätzen in den kulturellen Freiwilligendiensten.

11


DEN „DIGITAL GAP“ IN DER KULTURELLEN BILDUNG ÜBERWINDEN Wer (digitalen) Medienwelten vorwiegend skeptisch gegenübersteht, wer den Gefahren der Mediennutzung mehr Bedeutung zumisst als ihren Potenzialen, wer analoge künstler­ische ­Betätigung als höherwertig ansieht gegenüber solchen ­Formen, die Medien nutzen oder einbeziehen, der wird aus Sicht der BKJ ihrer Bedeutung in der kulturellen Praxis junger Menschen nicht mehr gerecht. Kulturelle Kinder- und Jugendbildung hat ihre Ausgangspunkte in den Künsten und in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Letztere sind „Digital Natives“; sie teilen die Welt nicht in eine digitale und eine analoge Wirklichkeit. Mit den Kommunikationsformen und Gestaltungs­möglichkeiten heutiger digitaler Medien gehen sie jeden Tag mit viel Kreativität und künstlerischer Schaffenskraft um. Sie machen sich diese Medien zueigen und entwickeln deren ­Möglichkeiten auf kreative Weise weiter. Sie entwickeln dabei eigene Symbolsprachen, vielschichtige Kommunikations­formen, hybride Bildwelten, neue crossmediale Darstellungsformen – und dies in einer sehr dynamisch-lebendigen Weise. Hier finden informelle Prozesse Kultureller Bildung statt, die in der kulturellen Bildungsbio­ grafie junger Menschen eine ­zentrale Rolle spielen und deren Wert im Diskurs der Kulturellen Bildung noch nicht ansatz­ weise erkannt ist. Alle Sparten und Angebotsformen der Kulturellen Bildung tragen die Verantwortung, Kinder und Jugendliche mit allen ihren Stärken, Interessen und zentralen Fragen anzusprechen; ihnen Labore, Bühnen und Spielfelder zu bieten, in die sie selbstverständlich auch ihre mediale Kompetenz, Kommunika­ tion und Kreativität einbringen können. Es ist nicht ak­zeptabel, ­ üssen, wenn junge Menschen ihr „mediales Ich“ ablegen m bevor sie einen Probenraum, eine Werkstatt oder ein Atelier betreten. Bis diese Kluft zwischen dem analogen Teil der Kulturellen ­Bildung und einer zeitgemäßen Kulturellen Bildung, die mediale Arbeitsformen selbstverständlich integriert, überwunden ist, gilt es noch zahlreiche Brücken zu bauen, Modelle zu erproben und Ängste abzulegen. Die BKJ will gemeinsam mit Mitglieds­ organisationen auch in Zukunft dafür Plattformen bieten und Diskurse initiieren.

zu anderen fachlichen Feldern (Jugendverbandsarbeit, Sport, Politische Bildung, Internationale Jugendarbeit, Umweltbildung etc.) zu stärken. Rechtliche Grundlagen, Verwaltungsvorschriften und Abläufe in Jugendhilfeplanung, Schulaufsicht sowie Kulturförderung sind deshalb von den Ländern und den Kommunen darauf zu überprüfen, ob sie eine gemeinsame Verantwortungsüber­ nahme zulassen. Sie müssen ggf. mit dem Ziel angepasst werden, die Entwicklung und Umsetzung strukturierter und verlässlicher Handlungsmodelle für die Verankerung Kultureller Bildung im sozialen Umfeld aller Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Die Gestaltung einer gemeinsamen Verantwortung für Kulturelle Bildung bedarf zudem einer Neuregelung des Zusammenspiels der föderalen staatlichen Ebenen. Dies betrifft insbesondere die Abschaffung des Kooperationsverbots von Bund und Ländern. ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN MIT KULTURELLER BILDUNG GESTALTEN Die junge Generation hat ein Anrecht auf eine verantwortungsvolle und zukunftssichernde Politik. Besonders Jugendliche erwarten von Akteuren der Kulturellen Bildung zu Recht, in der Entwicklung von persönlichkeitsgebundenen Kompetenzen und sozialen Gestaltungsprozessen unterstützt zu werden und die Zukunft als gestaltbare und veränderbare Wirklichkeit erlebbar zu machen. Die Erfahrungen und Ergebnisse des BKJ-Projektes „Künste bilden Umwelten“ bestätigen die BKJ darin, das Potenzial Kultureller Bildung für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter hervorzuheben. Die Implementierung in und Reflexion von bestehender Praxis hinsichtlich der erarbeiteten Qualitätskriterien an der Schnittstelle von Kultureller Bildung und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist zukünftig verstärkt in Fortbildung von Künstler/innen und Kulturpädagog/innen einzubeziehen. Zugleich sollten inter- und multidisziplinären Kooperationen von Kultureller Bildung und Trägern aus anderen Bildungsbereichen sowie mit Schule, Kita, Berufsschule etc. zu Themen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung eine eigenständige Förderung erhalten können. Für den Dachverband stellt ebenso die Fortführung der Vernetzungsarbeit und die modellhafte Mitgestaltung von Regionalkonzepten und deren Gelingensbedingungen im Kontext einer Kulturellen Bildung für nachhaltige Entwicklung eine weitere Aufgabe dar.

NEUE ALLIANZEN IM SOZIALRAUM Kulturelle Bildung als ressortübergreifende Querschnittsauf­ gabe sollte nicht nur auf horizontaler Ebene die verschiedenen Akteure aus Jugendhilfe, Kultur, Schule und Sozialraum in den Blick nehmen, sondern auch auf vertikaler Ebene in einem gemeinsamen Pakt von Bund, Ländern und Kommunen verlässliche Unterstützung erfahren. Kooperationen zwischen und für Kultur und Schule sind nicht mehr nur bilateral zu denken und zu schmieden. Was sich vor Ort bereits als „Lokale Bildungslandschaft“ oder als „Kommunales Gesamtkonzept für Kultu­ relle Bildung“ etabliert, wird auch auf Länder- und Bundesebene immer notwendiger. Dabei geht es u. a. darum, die Anknüpfungspunkte – ganz im Sinne der Eigenständigen Jugendpolitik – hin

12

WEITERENTWICKLUNG DES KINDER UND JUGENDPLANS Bei der im Verlauf des Jahres 2014 anstehenden Diskussion der neuen Richtlinien des Kinder- und Jugendplans (KJP) sind unbedingt die Ergebnisse der abgeschlossenen Evaluation durch das DJI zu berücksichtigen. Die Sicherung von Qualität und Vielfalt einer Kulturellen Bildungslandschaft gelingt nur in der Gestaltung einer gemeinsamen Verantwortung und durch ein konsequentes Zusammenspiel von Öffentlichen und Freien Trägern. Jugendpolitik muss daher Subsidiarität und dialogorientierte, partnerschaftliche Zusammenarbeit weiterhin als besondere Qualität anerkennen und ausschöpfen. Dies beinhaltet auch eine ausgewogene Balance zwischen Projektförderung

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


und der Förderung bundeszentraler Infrastrukturen. Eine Weiterentwicklung des KJP muss darauf ausgerichtet sein, die Förderung der Kinder- und Jugendkulturarbeit aufgrund von neuen Strukturentwicklungen und Aufgabenfeldern – wie beispielsweise die Unterstützung ganztägiger Bildungs­ chancen durch Zusammenarbeit mit Kita und Schule – auszuweiten und die Fördermittel im Programm „Kulturelle Bildung“ in der neuen Legislaturperiode bedarfsgerecht von derzeit 8,6 auf wenigstens 10 Millionen Euro aufzustocken. BÜNDNISSE FÜR BILDUNG WEITERENTWICKELN Mit dem BMBF-Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ besteht für die BKJ und ihre Mitglieder eine gute Möglichkeit, gemeinsam mit den anderen Programmpartnern Teilhabe- und Bildungschancen flächendeckend zu verbessern und dafür qualitätsvolle Angebote zu unterbreiten. Dabei ist

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

sicherzustellen, dass der Programmerfolg in „Kultur macht stark“ sich zuvorderst an den Interessen, der Ansprache und Bindung von Kindern und Jugendlichen orientiert, die weniger Bildungschancen haben. Die BKJ wird ihren Dialog mit Bundesbildungspolitik und -verwaltung fortsetzen und sich als ��Gesprächs-, Fach- und Netzwerkpartner anbieten sowie die Interessen des Feldes Kultureller Bildung in der weiteren Programmentwicklung vertreten. In der Ständigen Konferenz aller 34 Programmpartner trägt die BKJ koordinierend wichtige Verantwortung für das Gesamtprogramm, während Vertretungsrollen und Arbeitsaufgaben im Forum der zivilgesellschaft­ lichen Partner gemeinsam entschieden und arbeitsteilig verteilt werden müssen.

13


14

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


2

DIE BKJ IM JUBILÄUMSJAHR >> 50 Jahre für Jugend, Bildung und Kultur

ZIELE UND SCHWERPUNKTE Mit einer Vielfalt an Veranstaltungen, Publikationen und Kommunikationsbausteinen sollte das 50. Jubiläumsjahr als ­Kommunikationsanlass genutzt werden, um auf die Kernan­ liegen der BKJ aufmerksam zu machen und um exemplarisch gute Kulturelle Bildungspraxis zu zeigen. Es ging der BKJ also nicht darum, sich „auf die Schultern zu klopfen“ und ihre verbandlichen Errungenschaften zu feiern, sondern um das Ziel, die Kulturelle Bildung und ihre Potenziale erlebbar zu machen, um damit der Förderung und Unterstützung kultureller Kinderund Jugendbildung eine starke Basis zu geben. JUGENDPOLITISCHER HINTERGRUND Im Mittelpunkt der Aktivitäten im Jubiläumsjahr stand die gemeinsame, von allen Mitgliedern getragene Idee: Kulturelle Bildung gibt den vielfältigen kreativen Potenzialen (insbesondere) junger Menschen Raum, wirkt sich positiv auf deren persönliche Entwicklung aus, und befähigt zu einer aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft. Mit dieser Fokussierung auf Stärken junger Menschen, die in der Beschäftigung mit den Künsten zur Entfaltung kommen, sollte die kulturelle Kinderund Jugendbildung als zentrales Feld der Eigenständigen Jugendpolitik (EJP) hervorgehoben und zugleich verdeutlicht werden, dass (außerschulische) Kulturelle Bildung eine gute politische „Heimat“ in dem für die Kinder- und Jugendpolitik verantwortlichem Bundesressort hat. Grundlegende Überzeugung der EJP ist: „Unsere Gesellschaft braucht die Jugend – ihre Ideen, ihr Engagement und ihre Potenziale. Die Mitbe­ stimmung der Jugendlichen ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig für den Zusammenhalt der Gesellschaft.“ Und es geht ihr um ein „neues, positives Bild von Jugendlichen […] das Image von Jugendlichen in Deutschland muss aufgewertet werden. Die Gesellschaft soll die positiven Leistungen Jugendlicher ernsthaft anerkennen.“ Hierzu sollten die Aktivi­ täten im Jubiläumsjahr der BKJ einen Beitrag leisten. BILDUNGSPOLITISCHER HINTERGRUND In der aktuellen Bildungsdebatte, geprägt von internationalen Vergleichsuntersuchungen und globalem Bildungswettbewerb, sehen sich Akteure und Fürsprecher einer (jugendpolitisch) motivierten kulturellen Kinder- und Jugendbildung z. B. konfrontiert mit Auswirkungen der Schulzeitverkürzung und einem auf Ausbildung verengten Bildungsverständnis. Es wird zunehmend wichtiger, den Eigensinn non-formalen Lernens in und

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

mit den Künsten gegen eine kurzatmige Verwertbarkeitslogik, schrumpfende Zeitressourcen von Schüler/innen, Bildungsdruck und eine Förder-Euphorie zu behaupten, die immer früher ansetzt und dabei dem natürlichen Forscher- und Entdeckerdrang junger Kinder zu wenig Raum lässt. Die Fokussierung auf formale Bildung in der aktuellen Debatte birgt die Gefahr einer Marginalisierung der non-formalen und informelle Bildung und ihrer Potenziale. Aktivitäten und Botschaften im Jubiläumsjahr sollten hierzu ein kommunikatives Gegengewicht bilden und prominent vertreten: Die BKJ will deutlich und für alle sichtbar Flagge zeigen für einen weiten Bildungsbegriff, für SelbstBildung in den Künsten, ausgehend von Neugier, kreativem Ausdruckswillen und Lust am Entdecken und Erforschen; für eine Bildung, die als individueller, kreativer Aneignungs­ prozess verstanden wird und ganzheitliche Bildung im Sinne von Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht. KULTURPOLITISCHER HINTERGRUND Im kulturpolitischen Diskurs wird Kulturelle Bildung zuweilen auf Kunstvermittlung reduziert, verbunden mit dem Ziel, Publikumsnachwuchs – „gebildete Kulturbürger/innen“ – in aus­ reichender Menge sicherzustellen. Kinder und Jugendliche sind aber nicht nur das Publikum von morgen, sondern sollten von den Kunst- und Kultureinrichtungen bereits heute als gleichberechtigte und gleichrangige Akteure anerkannt werden. Die BKJ ist der Überzeugung, dass Kunst - und Kultureinrichtungen ihre Vermittlungsangebote nicht ausschließlich auf eine „künstlerisch-kulturelle Alphabetisierung“ der nachwachsenden ­Generation reduzieren sollten, sondern sich für eine aktive Teil­ habe aller Kinder und Jugendlichen öffnen müssen. Sie sollten bereit sein, sich von Kindern und Jugendlichen „aneignen“ zu lassen! Darüber hinaus lässt sich bei Künstler/innen und Kulturschaffenden eine wachsende Gegenwehr gegen „Kulturelle Bildung“ feststellen. Sie fühlen sich gegen ihren Willen dazu verpflichtet, auf der Trendwelle mit zu schwimmen und sehen sich mit überfrachteten Ansprüchen hinsichtlich möglicher Bildungs­ wirkungen und gesellschaftlicher Nutzenerwartungen an ihre künstlerische Praxis mit jungen Menschen konfrontiert. Künstler/­innen und Kulturschaffende fürchten den Verlust des experimentellen, unsinnigen, widerständigen, umständlichen Charakters künstlerischen Forschens, des Scheitern-Dürfens, der Vieldeutigkeit. Exemplarisch für diese Art von Gegenwehr sei das Bildungsprogramm der ruhrtriennale 2012–2014 mit dem Titel „no education“ zitiert:

15


„No Education ist eine Gegenwehr. Fixiert auf Kulturelle Bildung unterschätzen wir häufig, was ein Mensch, also auch ein Kind, an Fähigkeiten und Intuition mitbringt. Dazu gehört auch, die Sprache der Kunst zu verstehen. Ohne Sinnzwang und mit Gefühl für ihre Vielfalt und ihre Ordnung.“

Einem verkürzten Bildungsverständnis will auch die BKJ ent­ gegenwirken, gerät mit ihrer „Marke“ Kulturelle Bildung“ jedoch häufig in die Gefahr missverstanden zu werden. Die Botschaften und Aktivitäten der BKJ im Sinne des Mottos „kreatives wachsen lassen!“ sollten dem entgegenwirken und eine Positionierung der BKJ darstellen. KULTURELLE ANEIGNUNG UND VERANTWORTUNG ERMÖGLICHEN Kinder und Jugendliche sind nicht nur das Publikum von morgen, sondern sollten von den Kultureinrichtungen bereits heute als gleichberechtigte und gleichrangige Akteure anerkannt werden. Kulturelle Bildung in der Ganztagsbildung bedeutet für die Kultureinrichtungen die Notwendigkeit, ihre Vermittlungs­­ angebote nicht ausschließlich auf eine „künstlerisch-kulturelle Alphabetisierung“ der nachwachsenden Generation zu reduzieren, sondern sich für eine aktive Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen zu öffnen. Sie sollten bereit sein, sich von Kindern und Jugendlichen „aneignen“ zu lassen!

AKTIVITÄTEN UND UMSETZUNG KEY VISUAL UND SLOGAN „kreatives wachsen lassen! 50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur“ – Key Visual und Slogan wurden im Jubiläumsjahr in die gesamte Kommunikation der BKJ eingebunden und den Mitgliedern zur Nutzung bereitgestellt, um ihre Veran­ staltungen und Kommunikation damit zu verbinden. Der Slogan „kreatives wachsen lassen!“ ruft auf, den kreativen Kräften und Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in unserer Gesellschaft Raum und Freiheit zu geben, um sich entfalten zu können. Er verweist auf die Notwendigkeit, das Kreative wachsen zu lassen, es nicht in vorgezeichnete Bahnen lenken zu wollen und keinem eindimensionalen Zweck unter­ zuordnen. Wachsen ist hier auch gemeint im Sinne von Aufwachsen: Kinder und Jugendliche sollen Gelegenheiten erhalten, sich künstlerisch zu erproben, die Welt auf kreative Weise zu erforschen und sich künstlerisch auszudrücken. Die Unterzeile bezieht dies auf die BKJ, ihr Jubiläum und ihr Handlungsfeld im Querschnitt von Jugend, Bildung und Kultur(-politik). AKTIONSTAG KULTURELLE BILDUNG UND WOCHE DER ­KULTURELLEN BILDUNG Der „Aktionstag Kulturelle Bildung“ fand am 21. Mai 2013 als Teil der „Internationalen Woche der Kulturellen Bildung“ der UNESCO und Beitrag zum Aktionstag „Kultur gut stärken“ des Deutschen Kulturrats statt. Er richtete sich an Kinder, Jugend­ liche, Eltern und Großeltern eben so wie an Fachpublikum, für

16

das es eine eigene Programmschiene gab. In allen Etagen des Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität luden Workshops, Live-Performances, Debatten und Ausstellungen zum Zuhören, Zusehen, Mitmachen und Mitdiskutieren ein; wurde erlebbar, wie Kulturelle Bildung „kreatives wachsen lässt“. Die Frage nach den Auswirkungen des digitalen Medienwandels auf die Praxis der Kulturellen Bildung bildete einen thematischen Schwerpunkt, konkret die Frage, wie sich ­Medienarbeit und „traditionelle“ Kulturpädagogik kreativ ver­ zahnen lassen. Eine Podiumsdiskussion mit Teilnehmer/innen von Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene thematisierte Rahmenbedingungen zeitgemäßer Kultureller Bildung im digitalen Zeitalter und wurde als „Kulturpolitisches Forum“ von WDR 3 im Radio übertragen. Kooperationspartner der BKJ waren die Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit Nordrhein-Westfalen, die Kulturbetriebe der Stadt Dortmund, die U2_Kulturelle Bildung im Dortmunder U, das Museum Ostwall und der Hartware MedienKunstVerein. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend Kultur und Sport des Landes ­Nordrhein-Westfalen beteiligte sich an der Finanzierung. FESTVERANSTALTUNG MIT PARLAMENTARISCHEM ABEND Am 28. November 2013, dem 50. Jahrestag der Vereinsgründung, wurde mit einem Festakt und Parlamentarischen Abend mit bundesweit eingeladenen Gästen aus Fachszene, Politik und Verwaltung das Jubiläum der BKJ gefeiert. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh, der Staats­ sekretär im Bundesjugendministerium, Lutz Stroppe, und zahlreiche Bundestagsabgeordnete gehörten zu den Gratulanten. Ein poetischer Abend mit einem Bühnenprogramm voller Klänge, Bilder, Farben und Lebensfreude, gestaltet von jungen Künstlerinnen und Künstlern in der Akademie der Künste Berlin präsentierte sowohl Vielfalt als auch Kraft der Kulturellen Bildung. Die BKJ zeigte damit Flagge und Gesicht: - Drei junge Beatboxer trugen als Showband das Programm musikalisch. Sie kommen aus einem Verein, der sich in der Förderung und Vernetzung urbaner Kulturen und der (auch internationalen) Jugendkulturarbeit engagiert. - Die Choreographie der TanzZeit Jugendcompany EVOKE mit dem Titel „Ohne mich“ ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod. Mit der großen Kraft der Unvernunft tanzen darin 14 junge Menschen gegen das Memento der eigenen Endlichkeit an. Die Vielfalt an Persönlichkeiten, Sichtweisen und Stilen – von Hip-Hop bis Kung Fu – lässt individuelle und vielseitige Stücke entstehen. Als jugendliche Vermittler mit ­tänzerischer Qualität und hohem Engagement inspiriert das Ensemble seine Generation zu eigenen Erfahrungen mit der Kunstform Tanz und animiert zum Austausch über relevante Themen. - Mit selbst entwickelten Gesangsarrangements trat der Landes­ jugendjazzchor YOUNG VOICES BRANDENBURG auf. In ­inten­siven Probephasen studieren die Nachwuchstalente anspruchsvolle Arrangements für Vokalgruppen ein und ­arbeiten in einem professionellen Umfeld an ihren Auftritten. - Anja-Maria Fischer und Hagen Häsler, Artisten im Circus ­S onnenstich, zeigten eine Partnerakrobatik. Sie sind zwei

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


Aktionstag Kulturelle Bildung am 21. Mai 2013 im Dortmunder U

von 45 Artisten zwischen 8 und 28 Jahren, viele mit DownSyndrom, die im Zentrum für bewegte Kunst e. V. eine künstlerische Heimat gefunden haben. Neben der Arbeit an den ­eigenen Programmen nehmen die Artist/innen an Zirkus­ festivals teil, organisieren Zirkuscamps und werden zu ­Zirkusübungsleitern weitergebildet. - Der Deutsche Jugendfotopreis – Bundeswettbewerb für Fotografie und Imaging zeigte mit „krass & crazy – 50 Jahre Jugendkultur“ fünf Dekaden Jugend-Foto-Kultur in drei Minuten. Bilder von Suche, Selbstsuche, Sinnsuche, von Abgrenzung und Flucht, von Heimat, von Aufbruch und Rebellion, von Gewalt und Anklage, Spaß und Trash, Liebe, Glück und Harmonie. Die Bilder zeigen, was Kinder und Jugendliche entdecken, wenn sie genau hinsehen und ihre persönlichen Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen. Manchmal ist das ziemlich krass und crazy – und immer ganz nah am Leben. Darüber hinaus bildeten Fotos aus dem Archiv des Jugendfotopreises lebendige Bühnenbilder für den gesamten Abend. In Gesprächsrunden zu den fünf Dekaden Kultureller Bildung kamen Wegbegleiter und Wegbereiter Kultureller Bildung zu Wort; eine politische Gesprächsrunde mit Staatssekretär Lutz Stroppe, dem ehemaligen und langjährigen Vorsitzenden der

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

 45 JAHRE JUGENDKUNSTSCHULEN – 30 JAHRE BJKE Auch einige Mitglieder der BKJ feierten im Jahr 2013 Jubiläen, darunter der Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrich­tungen e. V. (bjke). Der Verband nahm sein 30. Jubiläum zum Anlass, um im März 2013 in Erlangen mit Jugendkunstschulen, Politiker/innen, Wissenschaftler/innen und guten Freunden die Stärken und Herausforder­ungen des Konzepts Jugendkunstschule auf seine Zukunftsfähigkeit hin zu überprüfen. Die Veranstaltung „Phantasie fürs Leben. Neue Perspektiven für Jugendkunst­ schulen“ fand in Zusammenarbeit mit dem LJKE Bayern und der Jugendkunstschule Erlangen statt und wurde vom BMFSFJ sowie von der Kultur­f örderung der Stadt Erlangen gefördert. Weitere Informationen: www.bjke.de

17


„KULTURELLE BILDUNG KANN NIE STATISCH SEIN“ Auszüge aus der Rede von Stephan Dorgerloh, Vorsitzender der Kultusministerkonferenz (2013) und Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt anlässlich des 50. Jubiläums der BKJ am 28. November 2013 „Im Oktober hat die Kultusministerkonferenz mit ihrer Empfehlung zur Kulturellen Bildung bekräftigt, dass kulturelle Erfahrung für alle Kinder und Jugendlichen ein fester Bestandteil ihres Lebens werden muss. Denn sie ist für die Persönlichkeitsentwicklung unverzichtbar, weckt und fördert das krea­ tive Potential junger Menschen und ist eine Grund­bedingung gesellschaftlicher Teilhabe. [...] Für Schulen und alle anderen Bildungsinstitutionen ist die Kulturelle Bildung ein Grundauftrag. [...] Eine Agenda der kulturellen Kinder- und Jugend­ bildung bedarf daher einer breiten Verankerung in der Gesellschaft und in allen Teilbereichen von Kultur und Schule. Die Verbundenheit der Kultusministerkonferenz mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung habe ich bereits erwähnt. Herausheben will ich ihre Rolle als Vordenkerin in bildungs- und kulturpolitischen Fragen. Sie haben in 50 Jahren immer wieder Debatten angestoßen und bereichert, wenn ich nur an die Impulse für eine ganzheitliche Bildung für alle oder für innovative Bildungsallianzen von Schule und Kultur erinnern darf. Von der BKJ und ihren Mit­ gliedern haben uns über die langjährige Zusammenarbeit viele Anregungen erreicht, die u. a. in die bereits erwähnten Empfehlungen zur kulturellen Kinder- und Jugendarbeit eingeflossen sind. Ich danke Ihnen für dieses Engagement. [...] Ich denke, dass sich die Schnittmengen der Zusammen­ arbeit zwischen Kultusministerkonferenz und Bundesver­ einigung Kulturelle Kinder-und Jugendbildung in der Zukunft eher noch vergrößern werden. Sie, meine Damen und Herren in der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder-und Jugendbildung, sind mit Ihren Angeboten in Bibliotheken und Museen, Theatern, Zirkus, Orchestern und Chören, Spielmobilen, Musikschulen und Jugendkunstschulen, Tanz- und Medienprojekten, bundes- und landesweiten Fortbildungsakademien unverzichtbar für mehr Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

18

Besonders erwähnen möchte ich die Offenheit der BKJ gegenüber dem Ganztag. Sie haben das Netzwerk ihrer überwiegend außerschulischen Fachverbände für die Kooperation mit Kindertageseinrichtungen und Schulen erweitert und mit vielfältigen Qualifizierungsangeboten bedarfsgerecht auf­ gestellt. Die BKJ hat es vorbildlich verstanden, die Gestaltung des Ganztags und die Verankerung der Kulturellen Bildung in lokalen Bildungspartnerschaften zu unterstützen. Ihre Partnerschaft in dem Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (Bund) und ihr Engagement im ­Bundesprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ optimieren die Chancen einer engen Verbindung der Kunst­ einrichtungen mit den vorschulischen Bildungseinrichtungen und den Schulen. Ich bin mir sicher: Mit Unterstützung der BKJ können wir gemeinsam die Ganztagsschule als Chance nutzen, kulturelle Schulprofile weiter zu entwickeln und das Zusammenspiel der Akteure in und außerhalb von Schule noch effizienter und effektiver gestalten. Dies liegt ganz im Sinne der Empfehlungen der KMK zur Kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Die Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Kunst und Kultur erfordert das Handeln aller Beteiligten in einer Verantwortungsgemeinschaft. Wir empfehlen nachdrücklich die Zusammen­ arbeit von Einrichtungen der Bildung, der Kultur und der Jugendarbeit. [...] Sehr geehrte Damen und Herren, der Slogan ihres Jubiläumsjahres „kreatives wachsen lassen!“ ist eine schöne Beschreibung für die vielfältigen Aufgaben, vor denen die Kulturelle Bildung heute steht. Denn Kulturelle Bildung kann niemals statisch sein. Sie entwickelt sich aus dem künstlerischen ­S chaffen heraus in der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Brüchen, Anforderungen und Herausforder­ ungen. Da, wo vor Ort in der Region Kreatives wächst, können diese zukünftigen Herausforderungen angenommen und produktiv genutzt werden.“

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


BKJ Prof. Dr. Max Fuchs und dem aktuellen Vorsitzenden, Dr. Gerd Taube, komplettierte das Programm. Die Festrede hielt der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh (Siehe Kasten S. 18). Im Foyer, in dem der informelle Teil der Festveranstaltung und des Parlamentarischen Abends stattfand, hatten die Mitgliedsorganisationen der BKJ die Gelegenheit, ihr fachliches Profil und ihre Arbeit zu präsentieren. Die „Präsenz-, Aktionsund Genussbibliothek“ mit Büchern, Magazinen und Objekten lud zum Verweilen und Entdecken ein. BKJ und Mitglieder zeigten hier gemeinsam eine mediale Zusammenschau an Informa­tionen und Bildern aus 50 Jahren BKJ und von aktu­ellen ­P ublikationen und Entwicklungen. Verbandliche Posi­tionen und fachliche Konzepte, aber auch Praxisein­ blicke konnten dar­gestellt werden. Die Vertreter/innen der BKJ-Mitglieds­organisationen hatten die Gelegenheit, mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu aktuellen Fragen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung ins Gespräch zu kommen und gemeinsam das Jubiläum des Dachverbandes feiern. „EIN FILM VON JUGENDLICHEN ÜBER KULTURELLE BILDUNG Um eine Gelegenheit zu schaffen, bei der nicht wie üblich Fachkräfte und Bildungsreferent/innen Kulturelle Bildung reflektieren, sondern Jugendliche selbst, initiierte die BKJ ein medienpädagogisches Filmprojekt. Es wurde vom jfc Medienzentrum Köln und der Filmemacherin Lisa Glahn umgesetzt und vom Fonds Soziokultur mitfinanziert. Dank der „Participatory Video“-Methode von Lisa Glahn konnten die Teilnehmerinnen sowohl die Kunst und das Handwerk des Filmemachens ­erlernen als auch ihre persönliche Perspektive auf Kulturelle Bildung sichtbar machen. Auf künstlerische Weise stellen sie in dem Film dar, was Jugendliche bei ihren kulturellen und künstlerischen Aktivitäten antreibt und was es ihnen bedeutet. Deutlich wird: Nicht nur künstlerische Talente auf der Tanz-, Theater- oder Konzertbühne sind gefragt, ebenso wichtig für das Gelingen gerade von kulturellen Projekten sind Offenheit, Mut, Begeisterung und Durchhaltevermögen. Der 40-minütige Film „Wie du mich bewegst. Ein Film von Jugendlichen über Kulturelle Bildung“ feierte am 20. Dezember 2013 im Filmforum NRW im Kölner Museum Ludwig Premiere. Es besteht großes Interesse an dem Film seitens der BKJ Mitglieder. Das kommende Jahr soll genutzt werden, um den Film im bundesweiten Feld der Kulturellen Bildung und darüber hinaus bekanntzu­ machen und zu zeigen. JUBILÄUMSAUSGABE DES MAGAZINS „KULTURELLE BILDUNG“ In einer Doppelausgabe des Magazins KULTURELLE BILDUNG unter Mitwirkung zahlreicher Experten und Weggefährten wird dargestellt, welche Themen und Anliegen die Akteure im Feld der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in fünf Dekaden bewegt haben, wie aus dem Zusammenschluss einer Handvoll Verbände der „musischen Bildung“ ein Dachverband wurde, der mit seinen 56 Mitgliedern heute die ganze Bandbreite der Kulturellen Bildung vereint. Die Artikel machen deutlich,

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

welche Spuren gesellschaftliche Entwicklungen und der jeweilige Zeitgeist der verschiedenen Dekaden im Verbandshandeln hinterlassen hat und welche Auswirkung auf die Gegenwart und welche Aufgaben für die Zukunft sich aus den im Laufe von 50 Jahren begonnenen Diskussionen und Aktivitäten ergeben. JUBILÄUMSWEBSITE „KREATIVES WACHSEN LASSEN“ Ein Internetangebot im Blogformat ermöglichte im Jubiläumsjahr eine lebendige Online-Kommunikation rund um das Jubiläum. Die Website begleitete das Filmprojekt und versammelte – nach dem Vorbild eines Stammbuchs – zahlreiche Glückwünsche, Anregungen und kritische Anmerkungen Glückwünsche von Freunden, Partner und Wegbe­gleitern der BKJ. www.kreatives-wachsen-lassen.de PUBLIKATION: KÜNSTE, DIVERSITY UND KULTURELLE BILDUNG Kulturpolitik und Jugendkulturarbeit müssen dort ansetzen, wo Kinder und Jugendliche sind. Diese Überzeugung hat Dorothea Kolland, die Anfang der 1980er Jahre eine der ersten Bildungsreferentinnen der BKJ war, als langjährige Leiterin des Kulturamts Berlin-Neukölln mit Leben gefüllt. Dort hat sie eine auf den Sozialraum orientierte Kulturarbeit gestaltet. Sie prägte mit ihren Überlegungen und Aktionen wie den „KinderKultur-Wochen“ den weiteren und bis heute gültigen Weg des Verbandes zu einem gesellschaftspolitischen Verständnis der Kulturellen Bildung. Anlässlich ihres 50. Jubiläums hatte die BKJ Dr. Dorothea Kolland eingeladen, ihre Überlegungen und Erfahrungen in einer Publikation in der Schriftenreihe ­„ Kulturelle Bildung“ der BKJ zusammenzuführen. Kollands Reflexionen etwa zu einem interkulturellen Kunstprojekt mit afrikanischen Künstlern, zur Arbeit mit Comics, zu vielsprachiger Literatur, zu Stadtplanungsprojekten und zu „lokalen Leitkulturen“ versinnlichen grundsätzliche kulturund bildungspolitische Positionen, die die Kulturelle Bildung im Kontext der „Neuen Kulturpolitik“ verorten. FACHVERANSTALTUNGEN IM JUBILÄUMSJAHR Das Jubiläumsmotto „kreatives wachsen lassen!“ begleitete zahlreiche weitere Fachveranstaltungen der BKJ im ­Jubiläumsjahr: Den World Summit on Arts Education ­ (13.–17. Mai, ­München/Wildbad Kreuth, siehe S. 66), die Fach­ tagung ­„Kulturelle Bildung, nachhaltige Entwicklung und die Kunst der Zukunftsgestaltung“ (14. Mai, Osnabrück, siehe S. 23), eine Tagung der Fachstelle „Kultur macht Schule“ (siehe S. 40), den Fachtag zum Programm „Kultur macht stark“ (siehe S. 55) oder eine deutsch-polnisch-französische Fachtagung (siehe Kasten S. 67).

19


ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE In ihrer Kommunikationsstrategie im Jubiläumsjahr hat die BKJ einen Fokuswechsel vorgenommen: Anstatt in bewährter Weise vor allem die Potenziale und Chancen Kultureller Bildung zu betonen, gab sie stärker als bisher denjenigen eine Bühne, als deren Anwalt sie sich versteht: Kinder und Jugendlichen mit ihrem Recht auf Teilhabe an Kunst und Kultur, Bildung und gesellschaftliche Mitgestaltung. Die BKJ vermittelte die ­Botschaft, dass Kinder und Jugendliche vielfältige kreative Potenziale und Stärken bereits mitbringen, dass sie ein natür­ liches, menschliches Bedürfnis haben, sich auszudrücken, Lust, sich in Künsten zu erproben, die Welt neugierig zu erforschen – und dass die BKJ und ihre Mitglieder es als ihren Auftrag ansehen, sie dabei bestmöglich zu unterstützten. Die BKJ konnte mit ihren Mitgliedern das Jubiläumsjahr nutzen, um ihr Verständnis, ihr Profil und ihre Bedingungen für gute Kulturelle Bildungspraxis öffentlich zu konturieren. Zuschnitt, Charakter und Atmosphäre sowohl des Bühnenprogramms als auch des „informellen Teils“ am 28. November 2013 erfuhren durchweg positive Resonanz, besonders begrüßt wurde die Vielfalt und Kraft der künstlerischen Beiträge und der auftretenden jungen Menschen. Der Parlamentarische Abend war für die BKJ und ihre Mitglieder eine wichtige Gelegenheit, um mit Kultur-, Jugend- und Bildungspolitiker/innen über bundes­ politische Schwerpunkte in der nächsten Legislaturperiode ins Gespräch zu kommen: über jugendpolitische Möglichkeiten für die Unterstützung von mehr Kreativität und Freiräumen für Kulturelle Bildung, über die Notwendigkeit der Infrastruktur­ sicherung für Verlässlichkeit, Qualität und Vielfalt Kultureller Bildungsangebote, über kooperative Verfahren für verbesserte Bildungs- und Teilhabechancen durch Kulturelle Bildung und gemeinsame Anstrengungen für „Kultur macht stark“. Der BKJ standen nur in geringem Umfang zusätzliche Mittel für besondere (Kommunikations-)Aktivitäten zur Stärkung der kulturellen Kinder- und Jugendbildung im Jubiläumsjahr zur Verfügung. Die Haushaltstitel im Stammhaushalt und den Projekten der BKJ sind zweckgebunden und konnten daher naturgemäß hier kaum Entlastung bieten. So mussten insbesondere für das medienpädagogische Filmprojekt, den Aktionstag Kulturelle Bildung und andere Veranstaltungen zusätzliche Mittel akquiriert werden, was viel Zeit in Anspruch nahm – die an anderer Stelle fehlte – und den optimalen Verlauf der Aktivitäten behinderte. Maßnahmen, die in einem solchen singulären Jahr große Wir­ kungen für das Feld hätten entfalten können – wie etwa eine Plakat- und Postkartenkampagne, flankiert durch dezentrale Veranstaltungen oder ein bundesweiter, dezentraler Aktionstag „Kulturelle Bildung“ (nach dem Muster der Jugend-Kultur-Tage) – konnten nicht realisiert werden. Den Parlamentarischen Abend mit Festakt galt es trotz des knappen Budgets dem Anlass entsprechend auszugestalten. Wünschenswert wäre gewesen, den beteiligten jungen Künstler/innen, allesamt mit mindestens semi-professionellem Niveau eine angemessene Honorierung zu zahlen. Der begrenzte Etat führte auch zu einer notwendigen Begrenzung der Gäste, die kommen konnten – die tatsächliche Nachfrage bewegte sich ungefähr bei der doppelten Anzahl.

20

Die Arbeit an der Sonderausgabe des Magazins KULTURELLE BILDUNG machte zum einen deutlich, wie sich das heutige Selbstverständnis der BKJ aus einer gesellschaftspolitischen Verantwortung heraus entwickelt hat. Zum anderen lässt sich aber auch feststellen, dass die Forderungen der BKJ in früheren Jahren deutlich „politischer“ waren, eben in ihrem gesellschaftspolitischen Anspruch. Hier gilt es zukünftig wieder stärker Profil zu entwickeln und zu zeigen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND ERWARTUNGEN Die Entscheidung, stärker als bisher junge Menschen in ihrem kreativen Schaffen und mit ihrem künstlerischen Ausdruck in den Fokus zu rücken, ihrer Perspektive Raum zu geben – etwa mit dem Film über Kulturelle Bildung – wurde von unterschied­ lichen Seiten sehr begrüßt. Die BKJ sieht sich hier auf einem richtigen Weg und will in Zukunft verstärkt nach Modellen der Partizipation und Mitgestaltung sowohl in der Praxis als auch in ihren Diskursen suchen. In dem von den BKJ-Mitgliedern vertretenen Praxisfeld werden derzeit innovative Konzepte in dieser Richtung erprobt: Man gibt Jugendlichen Raum und ­Möglichkeiten, die sie mit einem hohen Maß an Eigenregie ausgestalten können – den Grad des Inputs und der kulturpädagogischen Begleitung bestimmen sie selbst. Junge Menschen übernehmen hier mehr Verantwortung in Kulturellen Bildungsprozessen und gestalten sie maßgeblich mit. Wie groß der ­Bedarf danach ist, zeigt nicht zuletzt die ungebrochen hohe Nachfrage nach Plätzen in den kulturellen Freiwilligendiensten. Es bedarf aber auch einer Öffnung in dieser Hinsicht in anderen Angebotsformen. Offensichtlich steigt der Bedarf an selbst zu gestaltenden kreativen, kulturellen Freiräumen und Mitgestaltungsmöglichkeiten auf künstlerischen Wegen proportional mit sich verengenden zeitlichen und räumlichen Freiheiten in den (Bildungs)biografien heutiger Jugendlicher und Kinder – was niemanden verwundern dürfte. Das Praxisfeld der Kultu­ rellen Bildung – die Fachstrukturen, die Träger vor Ort und die politisch Verantwortlichen – trägt jedoch hier eine einschlägige jugendpolitische Verantwortung, die es eben auch in ent­ sprechende Angebote und Möglichkeiten zu übersetzen gilt. Die BKJ erwartet, dass auch in der Jugendpolitik auf Bundesebene und der Jugendhilfe die Potenziale Kultureller Bildung für die Ziele der Eigenständigen Jugendpolitik erkannt werden und durch Modellvorhaben erprobt, weiterentwickelt und als Praxisimpulse zur Entfaltung gebracht werden können. Umfängliche und weitergehende Partizipation in der Kulturellen Bildungspraxis erfordert allerdings neben einer Weiterentwicklung auch einen Selbstverständigungsprozess zum Rollen­ verständnis der Fachkräfte und hinsichtlich der „Beziehung“ zwischen Fachkraft und Teilnehmer/in (Kind, Jugendliche/r, junge Erwachsene/r). Es gilt, die Rollen zu klären und mit den Interessen von Kindern und Jugendlichen kontinuierlich auszuhandeln.

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

21


22

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


3

QUERSCHNITTSAUFGABEN DES DACHVERBANDS BKJ >> Innovation, Infrastrukturentwicklung, Interessenvertretung

ZIELE UND SCHWERPUNKTE Die BKJ will sparten- und angebotsformübergreifend die Theorie, Praxis und somit auch die Qualität der kulturellen Kinder- und Jugendbildung weiter entwickeln helfen. Dazu greift sie, in Zusammenarbeit mit Akteuren aus ihren Mitgliederstrukturen, aktuelle Handlungsbedarfe auf und bietet Plattformen des Erfahrungsaustausches und der fachlichen Reflexion. Darüber hinaus thematisiert sie gesellschaftspolitische Fragestellungen, die für Kinder und Jugendliche relevant sind und für deren Bearbeitung die Kulturelle Bildungspraxis spezifische Lösungswege als Potenzial birgt, die es in Praxismodelle zu überführen und zu erproben gilt. Konkret beschäftigen sich Fachkräfte der Kulturellen Bildung beispielsweise mit der Frage, welche Möglichkeiten künstlerische Wege in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung bieten, wie Inklusion mit und in der Kulturellen Bildung gelingt, wie möglichst viel spielerisches ästhetisches Lernen in der frühen Kindheit ermöglicht werden kann oder wie sich der „Digital Gap“ zwischen Web 2.0 Generation und eher traditionellen künstlerischen Arbeitsweisen gewinnbringend für alle überwinden lässt. Für Politik, Verwaltung und interessierte (Fach)Öffentlichkeit will die BKJ zentraler und verlässlicher Fachpartner für die Belange der Kulturellen Bildung sein, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendbildung. Lobbyarbeit, Interessenver­ tretung und Politikberatung der BKJ zielen daher auf die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang. Die BKJ hat sich zum Ziel gesetzt, Sprachrohr und Katalysator der Interessen von Kindern und Jugendlichen im Praxisfeld Kultureller Bildung zu sein. Sie vertritt demzufolge jugend-, bildungs- und kulturpolitische Interessen auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene. Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 wurde auch darüber entschieden, wer in den nächsten vier Jahren in Deutschland Verantwortung für die Gestaltung der bundes­ politischen Rahmenbedingungen für Kulturelle Bildung trägt. Deshalb war es für den Dachverband der Kulturellen Bildung im Wahljahr besonders wichtig, zum einen den Anliegen und Interessen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung im politischen Raum Gehör zu verschaffen und – vor der Wahl – auf die Wahlprogramme der Parteien und – nach der Wahl – auf die sich in Koalitionsgesprächen herauskristallisierende politische Agenda der neuen Regierung Einfluss zu nehmen. Zum anderen war es die dachverbandliche Aufgabe der BKJ, die Haltungen

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

und Absichten der Kandidaten und Parteien im Bereich „Politik für Kulturelle Bildung“ abzufragen, auszuwerten und Ihre Mitglieder und alle Interessierten darüber zu informieren. Ziel der BKJ als Dachverband ist es nicht zuletzt, ihre Mitgliedsorganisationen durch Information und Beratung, Vernetzung und Kommunikation zu unterstützen und zu begleiten. Dies umfasst ebenso Beratungen und Dienstleistungen für die in den Fachstrukturen der BKJ-Mitglieder agierenden Fachkräfte der Jugend-, Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit.

AKTIVITÄTEN UND UMSETZUNG Alle Aktivitäten der BKJ bewegen sich im „Handlungsdreieck“ von Fachimpulsen, Interessenvertretung und Mitgliederservice. Auch die im Folgenden beschriebenen „Querschnittsaufgaben“ (d. h. sie sind nicht einem einzelnen Geschäftsbereich zu­ zuordnen) beinhalten jeweils alle drei Dimensionen. Um den Bericht jedoch sinnvoll zu gliedern, haben wir sie jeweils einem Bereich zugeordnet. So lesen sie zunächst Aktivitäten, die schwerpunktmäßig Fachimpulse gaben, dann solche, die insbesondere Interessenvertretung und Lobbyarbeit darstellen und schließlich solche, mit denen die BKJ ihre Mitglieder unterstützt und einen Beitrag zur Infrastruktursicherung geleistet hat. Wie die BKJ mit Fachimpulsen Theorie und Praxis in den Arbeitsbereichen „Kultur macht Schule“, „Kultur macht stark“, „Kulturelle Bildung international“, „Freiwilliges Engagement“ weiterentwickelt, lesen Sie in den entsprechenden Kapiteln in diesem Bericht. An dieser Stelle möchten wir Ihren Blick auf die Querschnittsthemen und -aktivitäten lenken, die der Verband darüber hinaus im Berichtsjahr aufgegriffen hat. FACHIMPULSE: KULTURELLE BILDUNG FÜR ­ NACHHALTIGE ENTWICKLUNG Was kann Kulturelle Bildung zu Transformationsprozessen im Sinne einer nachhaltigen und lebensfreundlichen Gestaltung unserer Welt beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die BKJ nun schon seit einigen Jahren. Von Juli 2012 bis Juli 2013 bot eine Kooperation mit dem Landschaftsverband Osnabrücker Land im Rahmen des – von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Klosterkammer Hannover geförderten – Projekts „Künste bilden Umwelten“ der BKJ die Gelegenheit, die Schnittmenge von Kultureller Bildung und Bildung für nachhal­ tige Entwicklung (BNE) unter die Lupe zu nehmen.

23


Ziel von „Künste bilden Umwelten“ war es u. a., mehr Akteure im Feld der Kulturellen Bildung dafür zu sensibilisieren, dass sie mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsgestaltung und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten können sowie die kulturpädagogische Praxis stärker als bisher für gesellschaftspolitische Themen und Zukunftsfragen zu öffnen. Zum anderen sollten bestehende Praxisprojekte sowie der Mehrwert ästhetischer und künstlerischer Herangehensweisen für eine nachhaltige Entwicklung sichtbar gemacht werden. Neben den bereits im Jahr 2012 begonnen und umgesetzten Aktivitäten kamen 2013 weitere hinzu: -- Entwicklung der Arbeitshilfe „Planungstool: Künste bilden Umwelten“, anhand dessen Fachkräfte aus der Kulturellen Bildung sowie aus dem Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung die Qualität ihrer Bildungsarbeit – an der Schnittstelle von beiden Bildungskonzepten – selbst reflektieren, bewerten sowie eigene Projektkonzepte entwickeln können. -- Überprüfung und Schärfung des Planungs-Tools im Rahmen eines „Qualifizierungs-Workshops“ für Multiplikator/innen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Der Workshop fand am 24. April 2013 im Theaterpädagogischen Zentrum in Lingen (TPZ) in Kooperation mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Niedersachsen statt. -- Fachtagung „Kulturelle Bildung, nachhaltige Entwicklung und die Kunst der Zukunftsgestaltung“, bei der die Ergeb­ nisse des Projektes vorgestellt und diskutiert wurden. Die Tagung fand am 14. Mai 2013 im Museum Schölerberg in ­Osnabrück statt. -- Launch des Online-Dossier „Künste Bilden Umwelten“ (Juni 2013) u. a. mit Texten zum Einlesen in den Diskurs, ­Praxisbeispielen, Tipps zum nachhaltigen Kultur- und Projektmanagement und Hinweisen zu Fördermöglichkeiten. www.kuenste-bilden-umwelten.de

24

KULTURELLE BILDUNG VON ANFANG AN Eingebettet in den Fachtag „Kultur-mit-Wirkung“ der Stadt Hannover, der Qualitätsmerkmale kultureller Kinder- und Jugendbildung zum Gegenstand hatte, fand am 8. Februar 2013 ein gemeinsames Treffen des BKJ-Fachausschusses „Kulturelle Bildung von 0-6 Jahren“ und der „Kommunalen Bundesplattform Kulturelle Bildung von 0-6 Jahren“ statt. Letztere hatte sich 2012 am Rande der Fachtagung „Kunst und Kreativität von Anfang an“ in Dresden gegründet, die die BKJ und Stadt Dresden gemeinsam ausgerichtet hatten. In dem kommunalen Gremium tauschen sich kommunale ­Vertreter/innen aus den Bereichen Jugend und Kultur ein bis zweimal jährlich über Strategien und Praxismodelle aus, wie Kulturelle Bildung von Anfang an gelingen kann. INKLUSION Mit der Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 26. März 2009 hat sich die Bundesrepublik Deutschland zu einer Inklusionspolitik bekannt, die nicht mehr den Gedanken der Fürsorge, sondern die Verwirklichung von Selbstbestimmung und Teilhabe in den Mittelpunkt stellt. Dies bringt einen gewissen Erfolgsdruck in die Debatte um Inklusion – insbesondere im Bildungsbereich. Die Frage, wie es mit der Inklusion in der Praxis und den Fachstrukturen der Kulturellen Bildung bestellt ist, beschäftigt viele Akteure in diesem Feld und damit auch die BKJ. Allerdings geht die BKJ von einem weiten Inklusionsbegriff aus, der nicht lediglich die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen meint. (Die den Inklusionsdiskurs in der formalen Bildung dominiert). Inklusion betrifft alle Menschen in ihrer Verschiedenheit ebenso wie ihre Partizipationsmöglichkeiten, ihr „Wertgeschätzt-Werden“ mit ihren individuellen Fähig­keiten

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


und Interessen. Inklusion ist also eine Haltungsfrage, ein Prozess und damit auch ein Paradigma. Es geht um das Entwickeln und Realisieren von zukunftsfähigen Modellen einer menschenfreundlichen und lebenswerten Gesellschaft. Das Konzept Kultureller Bildung, wie es die BKJ-Mitgliedsorganisationen in ihrem gemeinsamen Qualitätsrahmen vertreten, ist an dieses Inklusions-Paradigma anschlussfähig. Daraus ergibt sich die Verantwortung und Herausforderung, die in der Kulturellen Bildungspraxis liegenden Potenziale auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft zur Entfaltung zu bringen und zugänglich zu machen. Weil die BKJ gelungene Praxiskonzepte in diesem Zusammenhang auszeichnen und bekannt machen will, hat sie 2013 einen Sonderpreis „Inklusion“ beim MIXED UP Wettbewerb ausgeschrieben (siehe S. 38). Im Rahmen der MIXED UP Akademie fand der Fachtag „Kulturelle Bildung und

 MODELLPROJEKT „DIE CARUSOS  – JEDEM KIND SEINE STIMME“ Jedes Kind soll sagen können „Ich singe gern – und ich kann es auch!“ Das ist das Ziel der bundesweiten Initiative „DIE CARUSOS – Jedem Kind seine Stimme“, deren Fortbildungsprogramm für Erzieher/­ innen und Grundschullehrer/innen in Berlin im Jahr 2013 anlief. In dem Pilot­ projekt werden 50 Pädagog/innen über einen Zeitraum von zwei Jahren grund­ legende musikalische Kompetenzen vermittelt, um das Singen mit ihren Kindergruppen und Schulklassen fundiert und nachhaltig zu gestalten. Theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten werden in Seminaren und Hospitationen sowie in zwei Intensivphasen vermittelt. Im Vordergrund stehen die eigene musikalische Qualifizierung der Pädagog/innen und der Spaß am guten Singen, denn dies sind Voraussetzungen für die erfolgreiche und lustvolle Arbeit mit Kindern. Weitere Informationen: www.die-carusos.de

inklusive Schulen“ in Potsdam und der Workshop „Gelebte ­Inklusion mit Kunst und Kultur“ in Hannover statt (siehe S. 40). Im Programm „Künste öffnen Welten“ im Rahmen von ­„Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ beschäftigte sich die BKJ mit dieser Herausforderung und führte u. a. eine Fortbildung dazu durch (siehe S. 51). “ Auch unterstützte die BKJ die Einsatzstellen und Träger von Freiwilligendiensten durch Fachberatung in den Ländern darin, die Freiwilligendienste Kultur und Bildung inklusiver auszurichten. KULTURELLE MEDIENBILDUNG Die Realität der Netzgesellschaft betrifft unseren Alltag insgesamt und hat die Spiel- und Lebenswelten nahezu aller Kinder und Jugendlichen durchschlagend verändert. Heute wird eine gesamte Generation über und mit digitale/n Medien

  „DURCHBLICK“ FÜR DIE JÜNGSTEN 2013 veröffentlichte der Bundesverband Jugend und Film (BJF) in Zusammenarbeit mit der FBW – Deutsche Film- und ­Medienbewertung in der DVD-Filmreihe „Durchblick“ eine Kurzfilmsammlung mit zehn Filmen, die sich gezielt an den Bedürfnissen von Kindern im Kindergarten und in der Grundschule orientiert. Mit den Reihen „Durchblick“ und „Weitblick“ präsentiert der BJF besonders heraus­ ragende Filme für Kinder und Jugendliche zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung. Die meisten dieser Produk­ tionen werden über die beiden Reihen für den deutschen Markt erstmals verfügbar gemacht. Neben dem Film selbst ent­ halten die Durchblick-DVDs Arbeits­ material und Anregungen zum kreativen und kommunikativen Einsatz der Filme in der Jugendarbeit und in der Schule bzw. Kita. Weitere Informationen: www.durchblick-filme.de/ kurzfilme/index.htm

  SYMPOSIUM „NICHT OHNE UNS“ DER BUNDESAKADEMIE FÜR ­MUSIKALISCHE JUGENDBILDUNG TROSSINGEN Inklusion von Menschen aus benachteiligenden Lebensbedingungen als besondere Herausforderung für das Laienmusizieren war Thema eines Symposiums der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen im Oktober 2013. Im musikpraktischen Alltag sind Kinder, Jugend­ liche und Erwachsene mit Behinderungen immer noch unterrepräsentiert und finden kaum Anschluss an Ensembles und Orchester, an Musikgruppen und Chöre. In ­Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg) war zuvor im Rahmen des Projekts „Nicht ohne uns – aktive Teilhabe am Musikleben für alle“ eine Bestandsaufnahme zu Vorbehalten und zu möglichen restriktiven organisato­ rischen, inhaltlichen und methodischen Aspekten erarbeitet worden. Beim Symposium wurden erfolgreiche Modelle, methodische Beispiele und kreative Projekte vorgestellt, die Wege aufzeigen für das gemeinsame aktive Musizieren. Ein Praxistag mit vielfältigen Workshop-Angeboten zu verschiedenen methodischen Fragen gab Einblick in eine musikalische Arbeit, die alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen – mit ihren je eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen – einlädt, gemeinsam Musik zu erleben, miteinander zu singen und zu musizieren. Weitere Informationen: www.bundesakademie-trossingen.de/ nichtohneuns

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

25


sozialisiert. Dieser selbstverständliche Umgang mit Medien birgt enorme Chancen für ihre Entwicklung, doch Heran­ wachsende müssen auch geschützt und in die Lage versetzt werden, das Medienangebot einschätzen zu können, um es selbstbestimmt, kreativ und souverän zu nutzen. Das gesamte Feld der Kulturellen Bildung ist aufgefordert, die medialen Chancen und Herausforderungen theoretisch, praktisch und programmatisch anzunehmen und einen selbstkritischen und innovationsorientierten Reflexions- und Veränderungsprozess zu vollziehen. Die BKJ begleitet diesen Prozess, indem sie Akteuren der Kulturellen Bildung Gelegenheiten nicht nur zu Diskussion und Austausch über den ­Medienwandel und dessen Auswirkungen, sondern auch zur eigenen Erprobung ästhetisch-gestaltender Aktivitäten mittels digitaler Medien bietet. 2013 machte die BKJ deshalb das Thema Kulturelle Medienbildung zum Schwerpunktthema

  „AUSGRENZUNG HAT VIELE ­GESICHTER“ FACHTAGUNG AN DER AKADEMIE REMSCHEID FÜR KULTURELLE BILDUNG Ausgrenzungsbestrebungen sind so alt wie die Menschheit. Sie scheinen eine wesentliche psychische Funktion und Schutzhaltung zu sein – häufig leider mit individuell und gesellschaftlich schadenden Folgen. Die Reaktionen auf z. B. ­jugendliche Straftäter, Fußballrowdies, Drogenabhängige aber auch Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen schwanken zwischen Hilf­ losigkeit und Verharmlosung oder über­ zogener Härte und Abwehr und stabili­ sieren damit den Teufelskreis der Aus­ grenzung. „Aufklärung“, „Mahnung“, ­„Verbote“ allein können Ausgrenzungen offensichtlich nicht verhindern. In allen Bereichen der Kinder-, Jugend- und ­Kulturarbeit arbeiten künstlerisch-­ kulturell Tätige tagtäglich mit Menschen, die bezüglich ihrer Herkunft, Kultur, ­Religion, Erfahrungen und Persönlich­ keiten eine große Verschiedenheit mitbringen. Dies als Vielfalt zu integrieren, ist Aufgabe der Inklusion. Im Rahmen der Fachtagung „Ausgrenzung hat viele ­Gesichter“ wurde kritisch hinterfragt und praktisch erprobt, welche Ideen, künst­ lerisch-kulturellen Methoden und Projekte in der Kulturellen Bildung in diesem Zusammenhang Wege aufzeigen. Aus der Dokumentation der Fachtagung entsteht ein Band in der Schriftenreihe „Kulturelle Bildung“ der BKJ.

26

des Aktionstags Kulturelle Bildung im Dortmunder U, bei dem – wie der Name Aktionstag schon andeutet – das Aus­ probieren gerade digitaler künstlerischer Ausdrucksformen im Mittelpunkt stand (Siehe S. 16). EXPERTENTAGUNG: „HANDBUCH KULTURELLE BILDUNG“ Das Handbuch Kulturelle Bildung stellt den Versuch dar, das Feld Kultureller Bildung aufgrund von zentralen theoretischen Bezügen wie auch aufgrund von Rahmen- und Praxisstrukturen, Adressaten, Konzeptionen und Modellen zu beschreiben. Angesichts der Breite des Begriffs muss dieser erste Versuch unvollständig bleiben. Die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel und die BKJ veranstalteten vom 20. bis 21. März 2013 in Wolfenbüttel gemeinsam die Tagung, die auf bestehende und zukünftige Kartografierungen des Feldes

 PRAXISLEITFADEN „INKLUSION UND FILM“

 INKLUSIVES ATELIER BEIM 16. EUROTREFF

Mit seinen emotionalen Zugangsweisen zur Identität und zu den Lebenswelten Heranwachsender eröffnet das kulturelle Medium Film vielfältige Möglichkeiten für gemeinsames Lernen in heterogenen Gruppen. Dazu bietet die von VISION KINO 2013 veröffentlichte Publikation eine Fülle an Anregungen. Sie vermittelt Im­ pulse für inklusives Erleben von Filmen in der Schule und anderswo, stellt inklusive Methoden zur Filmerschließung vor und gibt Hinweise für kreatives Filmgestalten. Nicht zuletzt enthält der Leitfaden zahlreiche Tipps für handlungsorientierte Filmübungen, von denen alle profitieren können. Exemplarisch vorgestellte Praxis­ projekte sowie ein Anhang mit weiter­ führenden Informationen zum Thema Inklusion und Filmbildung sowie einer Auswahl geeigneter Filme zum Themenspektrum Inklusion, Ausgrenzung und Behinderung runden das Ganze ab. Im Anschluss daran veröffentlicht VISION KINO eine filmdidaktisch umfassend aufbereitete DVD für inklusives Lernen in der Grundschule.

Alle zwei Jahre im September findet in Wolfenbüttel das internationale Kinderund Jugendchor-Festival EUROTREFF statt. Im Rahmen des 2013 unter dem Titel „Klänge der Natur | Sounds of Nature“ stehenden Festivals wurde erstmalig ein inklusives Atelier durchgeführt. Ein Projektchor mit Schüler/innen der PeterRäuber-Förderschule und der Integrierten Gesamtschule Wolfenbüttel wurde ge­ bildet, im Vorfeld des Festivals fanden vorbereitende Workshops mit diesem Chor statt. Gemeinsam mit dem Jugendchor des Musikgymnasiums Demmin erarbei­ teten die Kinder und Jugendlichen schließlich in den fünf Festivaltagen unter Anleitung von Atelierleiter und Musik­ pädagoge Markus Detterbeck das von diesem extra für den Anlass komponierte Werk „Steinzeiten“. Ein bewegender Auftritt des Ateliers beim großen Abschluss­ konzert in der Lindenhalle vor über 1.000 Zuhörern rundete eine für alle Beteiligten gelungene Erfahrung ab. Eine Wiederholung des Konzepts für den nächsten EUROTREFF ist in Planung.

Weitere Informationen: www.visionkino.de/WebObjects/ VisionKino.woa/wa/CMSshow/1211678

Weitere Informationen: www.amj-musik.de

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


Kulturelle Bildung fokussiert. Herausgeber/innen sowie ein­ zelne Autor/innen erörterten Ergebnisse, aber auch Desiderata, Entwicklungspotentiale und zukünftige Strategien einer sinnvollen Feldvermessung und regelmäßigen Bestandsaufnahme Kultureller Bildung. WISSENSPLATTFORM „KULTURELLE BILDUNG ONLINE“ Auf einer neuen Website wird das Handbuch Kulturelle Bildung digital fortgeschrieben. Sie bietet umfassende Fachinformationen und Austauschmöglichkeiten rund um die Kulturelle ­Bildung. Mit der Plattform Kulturelle Bildung Online besteht die Möglichkeit, den Nutzer- und Autorenkreis kontinuierlich zu erweitern, das Wissen der Expertinnen und Experten öffentlich zugänglich zu machen. Die Wissensplattform erschließt das „Universum Kulturelle Bildung“ über die Rubriken Theorie,

 DEUTSCHER MULTIMEDIAPREIS FÜR KINDER UND JUGENDLICHE – MB21 Der Deutsche Multimediapreis MB21 wird gemeinsam vom Medienkulturzentrum Dresden und dem Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) ausgerichtet. 2013 wurden 21 Projekte aus ganz Deutschland prämiert, mehr als 1.300 Kinder und Jugendliche hatten sich beworben. Regina Kraushaar, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist überzeugt: „Die ausgezeich­neten Bei­träge zeigen, wie kreativ, individuell und selbstbewusst Kinder und Jugendliche ihren Ideen und Themen Ausdruck verleihen können. Mit der ­Förderung des ­Deutschen Multimediapreises möchte das Bundes­jugendministerium diesen jungen Talenten eine öffentlichkeitswirksame Plattform bieten und Anreize für neue kreative Projekte im Bereich der ­Medienpädagogik schaffen.“ Der Deutsche Multimediapreis MB21 zählt zu den bedeutendsten Wettbewerben für Kinder und Jugendliche und wird vom Bundes­ministerium für F­ amilie, Senioren, Frauen und Jugend, der Landeshauptstadt Dresden sowie weiteren Partnern gefördert. Weitere Informationen: www.mb21.de

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Praxis, Forschung und Debatte. Die Rubrik „Debatte“ ist der Ort für aktuelle, auch kontroverse Themen und Diskussionen, in die sich die Nutzer/innen jederzeit kommentierend einmischen können. Die dabei eingebrachten Aspekte und Perspektiven sollen regelmäßig in neue Artikel münden. Nachwuchswissenschaftler/innen bietet Kulturelle Bildung Online die Möglichkeit, Einblicke in ihre Forschungsarbeiten zu gewähren und diese zur Diskussion zu stellen. Die inhaltliche Basis der Plattform sind die Beiträge des Handbuchs Kulturelle Bildung, die kostenlos und ab Ende 2013 vollständig zur Verfügung stehen, laufend aktualisiert und um neue Fachartikel ergänzt werden. Damit bietet Kulturelle Bildung Online die aktuellste und umfassendste Wissensbasis zur Kulturellen Bildung im deutschsprachigen Raum. Ein wissenschaftlicher Redaktionsbeirat unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Max Fuchs begleitet und steuert die fach­ liche Entwicklung der Plattform. Zur weiteren Entwicklung von Kulturelle Bildung Online wird 2014 eine öffentliche Fachtagung unter dem Thema „Vermessung Kultureller Bildung. Streitfälle“ in der Akademie Remscheid stattfinden. Träger des Projektes sind neben der BKJ die Stiftung Universität Hildesheim und die beiden Bundesakademien für Kulturelle Bildung in Remscheid und Wolfenbüttel. Die Wissensplattform wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weitere Informationen: www.kubi-online.de NEUE TITEL IN DER SCHRIFTENREIHE „KULTURELLE BILDUNG“ DER BKJ Sechs neue Titel erschienen 2013 in der BKJ-Schriftenreihe im kopaed-Verlag, mit der die BKJ einen Beitrag zur Weiterentwicklung und Qualifizierung von Theorie und Praxis Kultureller Bildung leisten will: - „Auf dem Weg zur Kulturschule II“: Wie organisieren die Akteure die spezifische Kultur ihrer Schule? Wie lässt sich ein professionelles Handeln in einer Kulturschule beschreiben? ­Welches Potenzial bietet Unterrichtsentwicklung für Kulturschulen? Wie kann eine Kulturschule ein verlässlicher ­Partner in lokalen Bildungslandschaften sein? Diesen und weiteren Fragen gehen die von Tom Braun, Max Fuchs, Viola Kelb und Brigitte Schorn herausgegebenen WerkstattTexte aus den Perspektiven der schulischen wie der außerschulischen Partner nach. - „Entfalten statt liften“: Mit dieser Studie legt Kim de Groote erstmalig in Deutschland empirisch fundierte Forschungs­ ergebnisse vor, wie Kulturelle Bildungsangebote für Ältere gestaltet werden sollten, um den Bildungsbedürfnissen Älterer und den Veränderungen des Lernens im Alter gerecht zu werden. Die Publikation ist am Kompetenzzentrum für Kultur und Bildung im Alter (kubia) im Institut für Bildung und Kultur, Remscheid, entstanden. -- „Leseförderung durch Teilhabe“: Eine Jugendjury beurteilt für den Deutschen Jugendliteraturpreis neue Jugendliteratur und vergibt einen eigenen Preis. Eine Studie an der Universität Bamberg untersuchte das Format Jugendjury als modellhaftes Projekt der Leseförderung. Sie umfasst u. a. empirische Ergebnisse zum aktuellen Leseverhalten der jungen Juroren, zu ihren Wertungskriterien und zur Kommunikation über Lite-

27


ratur. Dabei wird deutlich, wie nachhaltig die Juryarbeit die Jugendlichen prägt, ihr Selbstbewusstsein stärkt und ihre Kompetenzen erweitert. -- „Kulturelle Bildung für alle!“: Mit diesem Buch bedankt sich die BKJ bei Hildegard Bockhorst, die über viele Jahre nicht nur den Verband, sondern das gesamte Feld der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mitgeprägt und Ende 2013 ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin der BKJ beendet hat. Die ausgewählten Texte belegen die Breite und Intensität ihres ­Engagements. Das Spektrum reicht von kulturpädagogischen Reflexionen über Fragen des Verbandsmanagements und der Gestaltung von politischen Rahmenbedingungen bis hin zu Überlegungen zu gesellschaftlichen Herausforderungen. Wegbegleiter/innen reflektieren in ihren Beiträgen unterschiedliche fachliche Aspekte Kultureller Bildungsarbeit und dokumentieren Resonanzen auf Hildegard Bockhorsts Engagement. -- „Musik machen im ‚jamtruck‘“: Der „jamtruck“ ist ein mobiles Musikprojekt für Jugendliche, bei dem die Teilnehmer/innen unter Anleitung von Musikpädagog/innen eigene Musik­ stücke entwickeln und einspielen. Dieser innovative Ansatz der Kulturellen Bildung wurde von Burkhard Hill und Jennifer Wengenroth von der Hochschule München evaluiert. Anstelle eines nüchternen Evaluationsberichts entstand eine leben­ dige Dokumentation über die Arbeit mit Jugendlichen.

 ABBILD, ZERRBILD, ODER? KONSTRUKTIONEN VON KINDHEIT IM THEATER FÜR JUNGES PUBLIKUM Das IXYPSILONZETT. Jahrbuch für Kinder- und Jugendtheater gibt Einblicke in das „Making Of“ der Darstellenden Künste, wenn diese die große Welt der Kleinen thematisieren. In der aktuellen, von Wolfgang Schneider herausgegebenen Ausgabe, die im Dezember 2013 erschienen ist, fragt die ASSITEJ e. V., der Verband der Kinder- und Jugendtheater in Deutschland, nach ­Konstruktionen von Kindheit auf den Theaterbühnen, denn Kinder- und Jugendtheater ist per se Zielgruppentheater. Kinder und Jugendliche sind als Publikum gemeint, sie spielen als Protagonisten auf der Bühne eine Rolle und die Inszenierungen setzen sich mit aktuellen und historischen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen auseinander. Wie ist das, wenn ältere Schauspieler jüngere Helden spielen? Was sind das für Konstruktionen, die Kindheit behaupten und Jugend vorführen? Kindheitsbilder stehen auf dem Prüfstand, Abbilder und Zerrbilder werden analysiert. Weitere Informationen: www.assitej.de

28

-- „Stadt(t)räume – Ästhetisches Lernen im öffentlichen Raum“: Der öffentliche Raum hat als existenzielle und personale ­Umwelt große Bedeutung für ästhetische Erlebnisse, Aktivitäten und Erfahrungen. Diesen kulturpädagogisch zu erschließen und zu inszenieren, wird zu einem neuen zentralen Ziel kulturell-ästhetischer Bildung. Der von Meike Schuster herausgegebene Band versammelt dazu Theoriebegrün­ dungen und Praxisprojekterfahrungen für eine innovative, ganzheitliche, ganztägige, sozialräumliche und subjekt­ orientierte Kulturelle Bildung 2.0 zwischen sinnlichen, künstlerischen und medialen Welten. VERANSTALTUNGEN IN ZUSAMMENHANG MIT DER INITIATIVE FÜR EINE EIGENSTÄNDIGE JUGENDPOLITIK Auch 2013 setzte sich die BKJ gemeinsam mit dem Zentrum für Eigenständige Jugendpolitik für die Weiterentwicklung politischer Rahmenbedingungen ein, die allen jungen Menschen faire Chancen, gelungene Ressourcenaufteilung von Zeit und Räumen sowie Perspektiven und Zuversicht für ein Leben in der Zukunft ermöglichen. Die BKJ und ihre Mitglieder sind überzeugt, dass die kulturelle Kinder- und Jugendbildung durch ihren Fokus auf ganzheitliche Bildungsprozesse, Stärken­ orientierung, Partizipation und Persönlichkeitsentwicklung eine tragende Säule einer starken Allianz für Jugend ist. Auch deshalb beteiligte sich die BKJ an der Gestaltung der Zwischentagung der Eigenständigen Jugendpolitik (EJP) durch die Moderation eines Workshops zum Thema „Faire Chancen für Jugendliche“, in dessen Rahmen die bisherigen Ergebnisse des Dialogprozesses vorgestellt und diskutiert wurden. Einen Schwerpunkt der Beteiligung an der EJP stellte die Mitarbeit des BKJ-Referenten Tom Braun in der EJP-Expertengruppe zur Entwicklung von Empfehlungen für das Wohlbefinden von Jugendlichen in Schule und außerschulischen Lern- und ­Bildungsorten dar. Die im Rahmen eines intensiven Konsulta­ tionsprozesses entwickelten Empfehlungen der Expertengruppe wurden im Herbst des Jahres in einem EJP-Fachforum der Öffentlichkeit vorgestellt und liegen als Publikation vor. Im Rahmen des Fachforums übernahm die BKJ eine Fachvortrag sowie und Moderation eines Diskussionsworkshops zum Schwerpunk „Selbstwirksamkeit ermöglichen“. Empfehlungen „Das Wohlbefinden Jugendlicher in Schule und außerschulischen Lern- und Bildungsorten“ (PDF): www.allianz-fuer-jugend.de/downloads/ Bildung_Empfehlungen_EiJP1.pdf BUNDESNETZWERK KOMPETENZNACHWEIS KULTUR „Stärken sichtbar machen“: Unter dieser Orientierung leisten 13 Servicestellen für den Kompetenznachweis Kultur einen substanziellen Beitrag zu einer gerechten Jugendpolitik, die alterstypische Herausforderungen von Jugendlichen anerkennt, Zuversicht und Zutrauen in die Zukunft stärkt und Übergänge zwischen den unterschiedlichen Orten des Lebens und Lernens ermöglicht. 839 Jugendliche konnten auf diesem Wege 2013 den Kompetenznachweis Kultur, den individuellen ­Bildungspass in der Kulturellen Bildung, erhalten. Grundlage

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


der erfreulichen Vergabezahlen ist das kontinuierliche Engagement der Servicestellen und BKJ-Fortbildungsbeauftragten. Gleichbleibend problematisch ist hingegen seit Jahren sowohl auf der Ebene der Servicestellen in den Ländern als auch auf Bundesebene die infrastrukturelle Absicherung dieses Engagements. Umso wichtiger ist eine Fortsetzung des ­Beratungsprozesses im Bundestreffen der Servicestellen und Fortbildungsbeauftragten. Er dient sowohl der fachlichen Weiterentwicklung als auch der Beratung von Strategien und Konzepte für eine Verankerung des Kompetenznachweis Kultur in den Regionen. GENDER MAINSTREAMING Geschlechtergerechtigkeit ist ein strukturelles und fach­ politisches Ziel der BKJ. In allen Gremien wird der GenderAspekt berücksichtigt und alle Verbandsaktivitäten werden in Hinblick darauf bewertet. Die alltägliche Arbeit des Dach­ verbands ist vom Streben nach Geschlechtergerechtigkeit geprägt. Die Mitarbeiter/innen der BKJ bemühen sich, in allen öffentlichen Äußerungen und Publikationen um eine diskriminierungsfreie und geschlechtersensible Sprache. Bei der Planung von Fach- und Fortbildungsveranstaltungen beispielsweise im Rahmen der MIXED UP Akademie achten sie bei der Auswahl von Referent/innen neben fachlicher Kompetenz auf Ausgewogenheit der Geschlechter und kulturellen Hintergründe. Gleiches gilt für Vorstand und Geschäftsführung der BKJ bei der Besetzung von Stellen in den Geschäftsstellen der BKJ. Auch bei der Neubesetzung von Vorstandsämtern wirbt der Vorstand stets für die Kandidatur von Frauen. Im Jahr 2013 hatte der Vorstand zwei weibliche und fünf männ­ liche Mitglieder.

Außerdem haben die Mitglieder der BKJ bei Ihrer Versammlung am 25. Mai 2013 Erwartungen an die politischen Parteien, die zukünftigen Bundestagsfraktionen und die Bundesregierung zur Förderung Kultureller Bildung formuliert. Diese Positionierung hat die BKJ den Bundestagkandidat/innen mit Schwerpunkten im Bereich von Jugend- Familien-, Kultur-, Bildungsund Engagementpolitik mit der Bitte um eine Stellungnahme übersandt und diese zugleich eingeladen, ihre eigenen Vor­ stellungen zur Verbesserung kultureller Teilhabe und ästhetischkünstlerischer Bildungschancen darzulegen. Persönliche Antworten der Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär, ­S ebastian Blumenthal, Reiner Deutschmann, Katja Dörner, Siegmund Ehrmann, Thomas Feist, Rosemarie Hein, Christel Humme, Kerstin Griese, Karen Marks, Sönke Rix, Ernst Dieter Rossmann, Ulla Schmidt und Jörn Wunderlich sowie Stellungnahmen der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und des SPD Parteivorstands sind daraufhin eingegangen und ebenfalls im Dossier veröffentlicht worden. Diverse Mitglieds- und Partnerorganisationen der BKJ haben im Wahljahr ebenfalls Erklärungen und Wahlprüfsteine ver­ öffentlicht. Das Online-Dossier der BKJ versammelte auch diese bereichs- und spartenspezifischen Dokumente. Einige Mit­ glieder haben nach der Wahl den Parlamentarischen Abend im

POLITIK FÜR KULTURELLE BILDUNG: AKTIVITÄTEN RUND UM DIE BUNDESTAGSWAHL Anlässlich der Bundestagswahl hat die BKJ die politischen Schwerpunkte und Zielsetzungen von Bundestagskandidat/ innen und Parteien im Bereich der Kulturellen Bildung in einem Online-Dossier „Bundestagswahl 2013 – Politik für ­Kulturelle Bildung“ zusammengestellt. Mit dem Dossier erleichterte die BKJ es allen jugend-, kultur- und bildungspolitisch Interessierten, sich einen Überblick über die Positionen und Ankündigungen von kandidierenden Parteien und Abgeord­ neten im Bereich der Kulturellen Bildung zu verschaffen. Nach der Bundestagswahl fungiert es als „Gedankenstütze“, um die Gewinner/innen der Wahl an Ihre Ankündigungen erinnern, deren Umsetzung einfordern und kritisch begleiten zu können. Für das Dossier wurden Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2013 von allen zu der Zeit im Bundestag vertretenen Parteien ausgewertet und die wichtigsten Aussagen zur Kulturellen Bildung im Allgemeinen, zu den jugendpolitischen Vorstellungen der Parteien sowie zu bürgerschaftlichem Engagement und Freiwilligendiensten dokumentiert. Nach der Wahl wurde der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD im Rahmen des Dossiers ebenfalls einer kritischen Auswertung unterzogen.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

 BAMBERGER ERKLÄRUNG DES VDM – PARTEIPOSITIONEN ZUR MUSIKALISCHEN BILDUNG Im Rahmen des 22. Musikschulkongresses‚ 13 mit über 1.500 Teilnehmern in Bamberg hat der Verband deutscher Musikschulen (VdM) die „Bamberger Er­ klärung“ mit den Forderungen „Musikalische Bildung braucht Zeiten und Räume in der Schule!“, „Struktur­ sicherung für Zugangsoffenheit und Qualität öffent­ licher Musikschulen“ und „Sicherung von Rahmen­ bedingungen musikalischer Bildung durch Steuer­ befreiungen und -erleichterungen“ mit Wahlprüfsteinen an die im Bundestag vertretenen Parteien zur Bundestagswahl 2013 verabschiedet. Weitere Informationen: www.musikschulen.de/vdm/ positionen/wahlpruefsteine2013

29


Rahmen des BKJ-Jubiläums am 28. November 2013 (siehe S. 13) zum Anlass genommen, ihre Forderungen an die Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik des Bundes zu konkretisieren. Dossier „Bundestagswahl 2012 – Politik für Kulturelle Bildung“: www.bkj.de/kulturelle-bildung-dossiers/ bundestagswahl-2013.html PARLAMENTARISCHER ABEND Das Jubiläumsfest am 28. November 2013 war für die BKJ und ihre Mitglieder eine wichtige Gelegenheit, um mit Kultur-, Jugend- und Bildungspolitiker/innen über bundespolitische Schwerpunkte in der nächsten Legislaturperiode ins Gespräch zu kommen: über jugendpolitische Möglichkeiten für die Unterstützung von mehr Kreativität und Freiräumen für Kulturelle Bildung, über die Notwendigkeit der Infrastruktursicherung für Verlässlichkeit, Qualität und Vielfalt Kultureller Bildungsangebote, über kooperative Verfahren für verbesserte Bildungs- und Teilhabechancen durch Kulturelle Bildung und gemeinsame Anstrengungen für „Kultur macht stark“.

Eine zentrale Botschaft der in der BKJ organisierten Fachorganisationen lautete: Lasst den Kindern und Jugendlichen Freiräume, die sie selbstbestimmt gestalten können und die von der Verzweckung und der Ökonomisierung nahezu aller Lebensbereiche ausgenommen sind! „Kreative Potenziale können in der ‚Verwertungsfalle‘ kaum entdeckt, geschweige denn entfaltet werden. Sie brauchen die Freiheit, Neugierde und die Fähigkeit, sich aus eigener Kraft und durch Anregung von außen entwickeln zu können – wenn möglich ein Leben lang“, positionierte sich der Generalsekretär des Deutschen Musikrats, Christian Höppner. Für die BAG Spielmobile forderte Gerhard Knecht „Initiativen zur Deregulierung des weitgehend institutionalisierten Kinderalltags, um Kinder wieder zu Subjekten zu machen“, und mehr „Wahlfreiheit im Ganztag und selbstbestimmte Freizeit außerhalb des Ganztags“. Vielfältige Freiräume und Wahlmöglichkeiten, so die Überzeugung der BKJ-Mitglieder, setzen eine vielfältige Landschaft aus Amateurtheatern, Bibliotheken, Jugendkunstschulen, Medienwerkstätten, Kinderzirkussen, Musikschulen, Musikvereinen und so weiter voraus. Anlässlich des Parlamentarischen

50 JAHRE BKJ: VIEL ERREICHT – UND VIEL ZU TUN Auszüge aus den Erwartungen der BKJ-Mitgliederversammlung an die zukünftige Bundespolitik, Berlin, 29. November 2013 Die BKJ, der Dachverband der Kulturellen Bildung mit 56 bundesund landesweiten Fachorganisationen aus allen künstlerischen Bereichen, ist überzeugt: Wer bei Jugend und Kultur spart, schadet der Bildung und gefährdet soziale und kulturelle Inklusion. In einem Sozialstaat sind die Angebote Kultureller Bildung keine freiwilligen Aufgaben. Die Förderung der Kultu­ rellen Bildung ist eine unverzichtbare öffentliche Aufgabe. Insbesondere Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf kulturelle Teilhabe und Bildung; so festgehalten in der UN-Kinderrechtskonvention (§ 31) und dem 8. Sozialgesetzbuch (KJHG, § 1 und § 11). Die Gestaltung einer gemeinsamen Verantwortung für Kulturelle Bildung bedarf des kooperativen Zusammenspiels der föderalen staatlichen Ebenen und der verlässlichen Infrastruktursicherung der zivilgesellschaftlichen Kulturpartner für ihr Engagement in Kita, Schule, Jugend- und Kulturarbeit. Jugend-, Kultur- und Bildungspolitik stehen in der besonderen Verantwortung, Rahmenbedingungen für ein teilhabeoffenes, bedarfsgerechtes und verlässliches Angebot an ästhetischer Praxis und Kultureller Bildung zu gewährleisten – und zwar

30

-- vielfältig: entsprechend der Breite kultureller Interessen, durch Förderung der Kulturellen Bildung in Bibliotheken, Chören und Orchestern, Medienprojekten, Jugendkunst- und Musikschulen, Kinos und Theatern, Literatur- und Tanzhäusern, Museen, Spielmobilen, Zirkusprojekten u. v. m.; -- adressatenorientiert: durch Förderung von zielgruppenadäquaten und sozialraumorientierten Angeboten für alle Generationen und – entsprechend der BKJ-Tradition – besonders für Kinder und Jugendliche sowie junge Menschen mit besonderen Förderbedarfen und fehlenden Teilhabechancen; -- qualitätsbewusst: in der Verzahnung von Theorie und Praxis, in der Unterstützung von Austausch und Vernetzung, in der Erweiterung von Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie Forschung für Kulturelle Bildung. Insbesondere bei der Kinder- und Jugendpolitik des Bundes sieht die BKJ die Verantwortung, die bundeszentralen Infrastrukturen kultureller Kinder- und Jugendarbeit auf Dauer abzusichern und sie in ihrer Rolle für die Förderung von kreativen und „unverzweckten“ Freiräumen in der Jugendarbeit und die kulturelle Kompetenzentwicklung zu stärken. Sie erwartet, dass diese über den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) gewährleistete Unterstützung aufgrund von neuen Strukturentwicklungen und Aufgabenfeldern, wie beispielsweise die

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


Abends brachten sie Ihre Erwartung zum Ausdruck, dass die zukünftige Jugend-, Kultur- und Bildungspolitik mehr Verantwortung für die Gewährleistung verlässlicher und stabiler Strukturen übernimmt. Dazu gehört, dass, wer sich haupt- oder ehrenamtlich für die Kulturelle Bildung engagiert, nicht durch bürokratische Regelungen bei Steuern, Abgaben und Ordnungsvorschriften in seiner inhahtlichen Arbeit blockiert wird. Andernfalls, so die Beobachtung von Volker Westermayer von der Deutschen Bläserjugend, führt beispielsweise „bei der internationalen Jugendarbeit der bürokratische Aufwand dazu, dass viele Interessierte sich doch nicht engagieren.“ Weitere Statements und Erwartungen von BKJ-Mitgliedern zu einer verbesserten Förderung von Jugend, Kultur und Bildung: www.bkj.de/index.php?id=697 Einen Tag nach dem gelungenen Jubiläumsfest am 28. November (siehe S. 13) kamen die Vertreter/innen der BKJ-Mitgliedsorganisationen am 29. November zur zweiten Mitgliederversammlung des Jahres 2013 zusammen und verabschiedeten eine neuerliche Positionierung mit Blick auf die sich zu diesem

Unterstützung ganztägiger Bildungschancen durch Zusammenarbeit mit Schule, ausgeweitet wird und die Fördermittel im Programm „Kulturelle Bildung“ in der nächsten Legislatur­ periode bedarfsgerecht von derzeit 8,6 Mio. Euro auf wenigstens 10 Mio. Euro aufgestockt werden. Von der Bildungspolitik erwarten die Mitglieder der BKJ, dass sie auf die Stärkung kreativer und künstlerischer Kompetenzen von Fachkräften in Kitas und Schulen hinwirkt, dass sie die Sicherung und Erweiterung der künstlerischen Unterrichts­ fächer unterstützt und deren Qualität durch bundesweite Fortund Weiterbildungsinitiativen gewährleistet, dass sie kreative Freiräume für non-formales und informelles Lernen in der Schule unterstützt, dass sie Forschungslücken – beispiels­ weise zu den Partizipationsvoraussetzungen und Wirkungen Kultureller Bildungsangebote – zu schließen hilft, dass sie außerschulische Bildungslandschaften als starken „dritten Lernort“ neben Schule und Familie stärkt und dass sie Chancen für Kooperationen von Kultur und Schule durch Modellprogramme und Qualifizierungsmaßnahmen wie „Bündnisse für Bildung. Kultur macht stark“ nachhaltig verbessert. Höhere Bildungs­ investitionen von Bund, Ländern und Kommunen im Bereich der Bildung mit Kunst und Kultur sollten in der kommenden Legislaturperiode unerlässlich sein. Deutschland belegt mit 5,3 Prozent seiner privaten und öffentlichen Bildungsausgaben

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Zeitpunkt abzeichnende Große Koalition und die von ihr zu stellende neue Regierung. Dieses Dokument bündelt die im Laufe des Bundestagswahlkampfs und in der Vorbereitung des Parlamentarischen Abends identifizierten Forderungen und Anliegen, die aus Sicht der in BKJ zusammengeschlossenen Fachorganisationen der Kulturellen Bildung besonders wichtig und dringlich sind. MITGLIEDERSERVICE: KOMMUNIKATIONSMEDIEN DER BKJ Kommunikation spielt bei allem, was die BKJ als Dachverband tut, eine entscheidende Rolle: Was in Modellprojekten und -programmen erprobt oder von Bildungsreferent/innen erdacht und entwickelt wird und was in den Mitgliedsorganisationen möglicherweise parallel zu vergleichbaren Frage- und Problemstellungen erdacht, erprobt und entwickelt wird, gilt es mittels des „Transmissionsriemens“ Kommunikation innerhalb der Mitgliedschaft, im gesamten Feld der Kulturellen Bildung und in benachbarten Fachstrukturen bekannt zu machen, zur Diskussion zu stellen und – im Erfolgsfall – zur Nachahmung zu empfehlen. In der digitalen Netzgesellschaft erfolgt diese

am Bruttoinlandsprodukt (2009) im Vergleich zu anderen OECDStaaten nur einen Rang im unteren Mittelfeld und muss hier zwingend mehr Fortschritte machen. Von der Kulturpolitik erwartet die BKJ, dass sie die Fördermittel für bundesweit vorbildliche Ansätze, Konzepte, Projekte und Strukturen der Kulturellen Bildung aufstockt und ihre Preise und Modellförderungen im Rahmen ihrer Anregungsfunktion und Verantwortung für Einrichtungen und Aufgaben von gesamtstaatlicher Bedeutung fortführt. Dabei sollten Lösungen gefunden werden, um erfolgreiche Projekte in verlässliche Strukturen und langfristige Förderungen münden zu lassen. Kulturpolitik für Kulturelle Bildung sollte vor allem mehr Verantwortung für Kinder und Jugendliche zeigen und jungen Menschen – unabhängig von ihrer finanziellen Lage und sozialen Herkunft – deutlich ausgeweitete Zugänge zu Kunst und Kultur öffnen. Bundeskulturpolitik sollte auch bedenken: Spitze braucht Breite! In der bisherigen Bundeskulturpolitik wurde die kulturelle Bedeutung der Breiten-, Laien- und Amateurkulturförderung vernachlässigt. Die Mitgliedsorganisationen der BKJ fordern Bund und Länder außerdem auf, sich inhaltlich und organisatorisch besser abzustimmen und Rahmenbedingungen und finanzielle Spielräume zu schaffen, die es den Kommunen ermöglichen, ihre Aufgabe zur Förderung von Kultur und Bildung zu erfüllen.

31


Kommunikation über eine Vielzahl themen-, zielgruppen- und formatspezifisch ausdifferenzierter digitaler wie klassischer Medienangebote. PLATTFORMEN FÜR FACHAUSTAUSCH UND VERNETZUNG Zu den wichtigsten Aufgaben eines Dachverbandes zählt die Organisation von Begegnung und Austausch durch die Schaffung von Gelegenheiten für Kommunikation und Kooperation. Diese boten 2013 u. a. zwei zentrale Arbeitstagungen, Netzwerk- bzw. Fachausschuss-Treffen zu den Themen Kulturelle Bildung International, Kultur macht Schule, Kulturelle Bildung von 0–6 Jahren, Kompetenznachweis Kultur, Freiwilligendienste Kultur und Bildung, bundesweite Fachtagungen und Qualifizierungen in den verschiedenen Arbeitsbereichen (siehe die entsprechenden Kapitel 2.3–2.6). bi-, tri- und multilaterale Austauschbegegnungen, internationale Partnertreffen und Kooperationstagungen, Mitwirkung in jugend-, bildungs- und kulturpolitischen Gremien und Vertretung der Kulturellen Bil-

dung gegenüber Ländern, Bundespolitik, EU und UNESCO. Exemplarisch wird an dieser Stelle die im Januar 2013 realisierte Länderkonferenz in Thüringen vorgestellt. Am 18. und 19. Januar 2013 trafen sich in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt die in der BKJ zusammengeschlos­ senen Landesvereinigungen der Kulturellen (Jugend-)Bildung (LKJ) zum Fach- und Erfahrungsaustausch. Mit bundesweiter Perspektive diskutierten LKJs und BKJ-Vorstand die Situation in den Ländern. Zum Auftakt des diesjährigen Treffens in Thüringen sprachen die Teilnehmer/innen mit Thüringens Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert, und der Abteilungsleiterin Kultur im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Elke Harjes-Ecker, darüber, wie Kulturelle Bildung im Freistaat Thüringen gestärkt werden kann. Anschließend standen der länderübergreifende Fachund Erfahrungsaustausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien angesichts aktueller Herausforderungen im Feld der Kulturellen Bildung im Mittelpunkt.

WEBSITES DER BKJ 2013

VON DER BKJ 2013 GENUTZTE SOCIAL-MEDIA-DIENSTE

-- die zentrale Website www.bkj.de mit aktuellen Nachrichten, Terminen, Stellenangeboten, Themen-Dossiers, Praxisbeispielen, Darstellungen des Verbands, seiner Mitglieder, Aktivitäten und Geschäftsbereiche, den Serviceangeboten des Ju­gend­ kulturService International und Informationen für die Medien; -- Website zum Thema „Kulturelle Bildung für nachhaltige Entwicklung; -- Website der Fachstelle Kultur macht Schule mit MIXED UP; -- Websites des Arbeitsbereichs Freiwilligendienste Kultur und Bildung und Freiwilliges Engagement; -- Website des Programms „Künste öffnen Welten“; -- Website „Qualität in der Kulturellen Bildung“; -- Jubiläums-Website „Kreatives wachsen lassen!“; -- Website „Kulturelle Bildung Online“ (zusammen mit der Universität Hildesheim und den Akademien Remscheid und Wolfenbüttel).

-- Soziale Netzwerke: Facebook und Twitter -- Videoplattformen: YouTube und Vimeo -- Flickr für Fotos -- Slideshare für Präsentationen -- Issuu für Online-Publikationen/E-Books

VON DER BKJ HERAUSGEGEBENE E-MAIL-NEWSLETTER 2013: -- Newsletter „Kulturelle Bildung“ mit 2345 Abonnenten (Stand 01/2014), -- Newsletter „Kultur macht Schule“ mit 9.635 Abonnenten (Stand 01/2014), -- Rundschreiben für die deutsch-französischen und ­deutsch-polnischen Netzwerke „jugend.kultur.austausch“, -- Rundschreiben für den Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung, -- Rundschreiben für die Bündnispartner in „Künste öffnen Welten“.

32

BROSCHÜRE „55 STARKE PARTNER – GEMEINSAM FÜR KULTURELLE BILDUNG“ Die im Mai 2013 erschienene sogenannte Mitgliederbroschüre stellt die Mitgliedsorganisationen der BKJ kompakt vor. Sie ermöglicht Dachverband wie Mitgliedern, im Rahmen ihrer Kommunikations- und Lobbyaktivitäten, im Gespräch mit potenziellen Kooperationspartnern oder bei Veranstaltungen eine „Visitenkarte“ vorzulegen, welche die beeindruckende Vielfalt der in der BKJ vertretenen künstlerischen Sparten, Angebotsformate, Einrichtungstypen, Strukturen und pädogischmethodischen Ansätze auffächert. Jede Mitgliedsorganisation stellt sich darin auf einer Doppelseite mit ihren zentralen Anliegen, Aktivitäten und Eckdaten vor. Sie ergänzt die beiden Broschüren „Kulturelle Bildung – Stark im Leben mit Kunst und Kultur“ (Imagebroschüre) und „Kultur öffnet Welten – Mehr Chancen durch Kulturelle Bildung“ (Positionspapier) von 2011. Diese drei Broschüren können – neben weiteren Hand­ reichungen – kostenlos bei der BKJ angefordert werden.

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


FÖRDERBERATUNG: FONDS SOZIOKULTUR, STIFTUNG JUGENDMARKE ETC. Als einer der fünf Bundeskulturfonds fördert der Fonds Soziokultur seit 1988 Projekte, in denen Menschen zur aktiven Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermutigt werden. Die Projekte sollen Modellcharakter haben und für andere soziokulturelle Initiativen und Einrichtungen qualitative Maßstäbe setzen. Der Fonds Soziokultur ist ein gemeinnütziger Verein, dem sieben Bundesverbände aus der soziokulturellen Arbeit, darunter die BKJ, angehören. Außer in der Mitgliederversammlung des Fonds, in der die BKJ Geschäftsführerin Hildegard Bockhorst die BKJ 2013 vertrat, wirkt die BKJ auch im Kuratorium, das über die Vergabe der Fördermittel von bis zu 1 Million Euro jährlich entscheidet, mit. Die Grundsatzreferentin Kirsten Witt leitet seit 2013 als eine von zwölf Sachverständigen für drei Jahre dieses Gremium. Die Fördermittel des Fonds Soziokultur werden von der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellt. Interessierte Antragsteller aus dem Feld der Kulturellen Bildung und der Soziokultur können sich vor Antragstellung bei der BKJ beraten lassen. Ebenfalls berät die BKJ hinsichtlich weiterer Fördermöglichkeiten auf Bundesebenes, so etwa durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke. BMBF-WEITERBILDUNGSRICHTLINIE – VERNETZUNG UND BERATUNG Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 2013 eine Weiterbildungsinitiative gestartet mit dem Ziel, durch Weiterbildung von Kunst- und Kulturschaffenden „die Qualität der Kulturellen Bildung zu erhöhen“. Gefördert werden sollen die Entwicklung und Erprobung von Weiterbildungsmodellen, die Kunst- und Kulturschaffenden „pädagogische und methodisch-didaktische Kenntnisse und Fertigkeiten z. B. im Umgang

KULTURPLANER 2013 Die wichtigsten Termine des Jahres der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung auf einen Blick, bundesweit und für ein ganzes Jahr – das bietet der „Kulturplaner“ der BKJ. Mit dem Wand­ kalender lässt sich die Terminplanung organisieren, gleichzeitig informiert er übersichtlich über zentrale Veranstaltungen wie Tagungen, Festivals, Preisverleihungen oder Aktionswochen aus allen Sparten der Kulturellen Bildung. Die Adressen der 56 Mitgliedsorganisationen der BKJ erleichtern die Kontakt­ aufnahme. Im zusammengefalteten Zustand ist der Kalender zugleich eine Informationsbroschüre über Ziele und Aufgaben der BKJ und ihre zentralen Themen- und Arbeitsfelder.

mit verschiedenen Gruppengrößen, mangelnder Motivation, Heterogenität, Interkulturalität sowie den strukturellen Rahmenbedingungen in Bildungskontexten“ vermitteln. Die BKJ sieht große Chancen für die Mitgliedsorganisationen, ihre Erfahrungen in der Weiterbildung von Künstler/innen und (kultur-) pädagogischen Fachkräften im Rahmen der Initiative einzubringen und hat sich deshalb engagiert, ihre Mitglieder zu beraten und zu vernetzen. Die Entscheidung darüber, welche Vorhaben umgesetzt werden sollen, wird das BMBF 2014 bekannt geben. BKM PREIS KULTURELLE BILDUNG Der BKM-Preis Kulturelle Bildung wurde von Kulturstaatsminister Bernd Neumann 2009 ins Leben gerufen und seitdem jährlich vergeben. Seit 2013 ist der Preis erstmals mit insgesamt 95.000 Euro dotiert. Die nominierten Projekte erhalten jeweils 5.000 Euro, die drei Hauptpreisträger jeweils 20.000 Euro. Der Preis honoriert die Arbeit von Institutionen und freien Gruppen, die sich mit der künstlerisch-kulturellen Vermittlung beschäf­tigen, und unterstreicht die Bedeutung der Kulturellen Bildung in Deutschland. Ziel ist es, allen Menschen den Zugang zu kulturellen Angeboten zu ermöglichen – auch jenen, die nicht zum traditionellen Publikum von Kultureinrichtungen gehören. Die BKJ gehört zu den vorschlagsberechtigten Einrichtungen und hat auch 2013 ihre Mitglieder dazu aufgerufen, gelungene ­Projekte für den BKM Preis vorzuschlagen. Der Vorsitzende der BKJ, Dr. Gerd Taube, leitet die Jury des BKM-Preises. Aus 120 Vorschlägen hat eine Fachjury unter Leitung des ­BKJ-Vorsitzenden Dr. Gerd Taube zehn Projekte nominiert, von denen drei gleichwertige Hauptpreisträger mit je 20.000 Euro ausgezeichnet wurden (siehe Kasten S. 34).

ARBEITSHILFEN UND WEITERE PUBLIKATIONEN ZUM DOWNLOAD UND ZUR BESTELLUNG Zahlreiche weitere von der BKJ herausgegebene Publikationen werden im BKJ-Online-Shop gegen eine geringe Schutzgebühr angeboten. 2013 erschienen beispielsweise die beiden Arbeitshilfen „Planungstool: Künste bilden Umwelten. Potenziale Kultureller Bildung für Zukunftsgestaltung.“ (siehe S. 23) und „Ohne Moos nix los?! Finanzierungshinweise und -ideen für ‚Kultur macht Schule‘“. 2013 wurde auf der Website der BKJ der Bereich „Downloads“ neu eingerichtet, in dem diese und andere Print-Publikationen sowie weitere nur als elektronische Dokumente erschienene Veröffentlichungen der BKJ kostenlos heruntergeladen werden können. Weitere Informationen: www.bkj.de/publikationen.html

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

33


ERKENNTNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN

AN DIALOG UND VERNETZUNG FÜHRT KEIN WEG VORBEI

Im Jahr der Bundestagwahl ist es der BKJ gemeinsam mit ihren Mitgliedern gelungen, Fachpolitiker/innen für die Belange der Kulturellen Bildung zu interessieren, mit ihnen über geeignete politische Schritte zu ihrer Weiterentwicklung in einen Dialog zu treten und das Recht aller Kinder und Jugendlichen auf kulturelle Teilhabe als wichtiges Ziel und fortwährende politische Aufgabe auf Bundesebene präsent zu halten. Auch diesem Engagement der BKJ – im Schulterschluss mit Partnern wie dem Deutschen Kulturrat – ist es zu verdanken, dass sich die neuen Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag zur zentralen Bedeutung Kultureller Bildung bekennen. In den Kapiteln zur Bildungspolitik und zur Kulturpolitik wird ihr Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung, Welterschließung und gesellschaftlichen Teilhabe ausdrücklich betont.

Kulturelle Bildung ist eine Querschnittsaufgabe (mindestens) der Politikfelder Jugend/Soziales, Bildung/Schule und Kultur. Die Erfahrungen auf Bundesebene wie auch in den Ländern zeigen: Ein interministerieller Dialog und eine konstruktive Zusammenarbeit über Ressort- und Parteigrenzen sowie politische Ebenen hinweg sind im Interesse der Kinder und Jugendlichen und ihrem Recht auf gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe und gerechte Bildungschancen erforderlich. Kulturelle Bildung ist außerdem ein Feld mit vielfältigen Akteuren, die sich in verschiedensten Netzwerken organisieren. Ein gelingender und kontinuierlicher Dialog dieser Akteure und Strukturen ist daher ebenso nötig.

So erfreulich das klare Bekenntnis zur Kulturellen Bildung seitens der Kultur- und Bildungspolitik im Koalitionsvertrag ist, so lässt sich leider auch feststellen, dass die Kulturelle Bildung im Bereich der Jugendhilfe nicht ansatzweise in ihrer tatsäch­ lichen Bedeutung für dieses Politikfeld benannt wird. Diese Marginalisierung – nicht nur der kulturellen Kinder- und Jugendbildung – erfordert nun entschlossenes Handeln. Die BKJ, aber auch andere Akteure und Fachstrukturen der Jugendhilfe auf Bundesebene, müssen sich nun Gehör verschaffen und darauf drängen, dass der Bund seine jugendpolitische Verantwortung nicht vernachlässigt. Kulturelle Bildung ist eine wichtige Ressource für die Ziele der Jugendpolitik. Der ­Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag im Juni 2014 wird eine gute Gelegenheit bieten, dies zu zeigen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

KULTURELLE BILDUNG IN LOKALEN BILDUNGSLANDSCHAFTEN STÄRKEN Bildung – also auch Kulturelle Bildung – ist ein individueller Prozess, der dort stattfindet, wo Menschen leben. Die sich daraus ableitende „sozialräumliche Verantwortung“ für Kulturelle Bildung muss die Grundlage von Bildungslandschaften vor Ort sein, in denen Kulturelle Bildung in vielfältigen Formen eine wichtige Rolle spielt. Es gilt, diese Bildungslandschaften weiter auszubauen und zu stärken. Alle Akteure dieser Bildungslandschaften müssen entsprechend ihrer Rolle – Träger, Verwaltung oder Politik – Verantwortung übernehmen für Kulturelle Bildung als wesentlicher Voraussetzung für Teilhabe und Bildungs­ gerechtigkeit. Die BKJ will ihren Teil dazu beitragen, diese Prozesse zu unterstützen und zu begleiten. Sie wird ihre Anstrengungen für diesen Entwicklungsprozess weiter fokussieren und sich mit den ihr als Dachverband zur Verfügung stehenden Ressourcen und Formaten einbringen.

PREISTRÄGER DES BKM-PREISES KULTURELLE BILDUNG 2013 Junge Pächter | Internationales JugendKunst- und Kulturhaus „Schlesische27“, Berlin: Das Projekt Junge Pächter gibt Jugendlichen in Berlin die ­Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum ein verwaistes Ladenlokal, eine verlassene Remise o. ä. für ihr selbst­ konzipiertes künstlerisch-kulturelles Programm zu nutzen.

Theater im Fußballverein | SJC Hövelriege e. V., NRW: Der Sport- und Jugendclub (SJC) Hövelriege führt regelmäßig Theaterprojekte mit jugendlichen Fußballern durch. Unter ­professioneller Anleitung entstand 2012 eine bemerkenswerte Inszenierung über ihre Erfahrungen bei einer Gedenkstätten­ reise nach Griechenland.

smiling doors | Junge Oper Stuttgart in Zusammenarbeit mit element 3 Freiburg: Krebskranke sowie gesunde Kinder und Jugendliche erar­ beiten gemeinsam eine eigene Musiktheateraufführung, die sich mit der Frage nach Bedeutung und Werten im Leben auseinandersetzt.

34

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE ENTFALTUNG KULTURELLER ­BILDUNG WEITER VERBESSERN Viel konnte in den letzten Jahren für die Verbreiterung der Lern- und Erfahrungsräume der außerschulischen Kulturellen Bildung erreicht werden: im Ausbau der Kooperationen mit Kita und Schule, in Freiwilligendiensten für Kultur und Bildung, in der nachhaltigen Verankerung von Kunst und Kultureller Bildung in „Bündnissen für Bildung“ und in der offenen sowie internationalen Jugendarbeit. Die Entwicklungen in Ländern wie NRW, Berlin, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen zeigen, dass die gesellschaftliche Bedeutung Kultureller Bildung zunehmend erkannt wird. Sie machen aber zugleich deutlich, dass die nachhaltige Ausgestaltung ganzheitlicher, teilhabe­ gerechter Bildungsgelegenheiten für alle Kinder und Jugend­ liche mehr braucht als zeitlich begrenzte Projektförderungen. Deshalb gilt es, die Infrastrukturförderung zu verbessern und damit die notwendigen Rahmenbedingungen für ein kontinuierliches, reichhaltiges und qualitativ hochwertiges Angebot Kultureller Bildung zu schaffen. QUALITÄTVOLLE ÄSTHETISCHE BILDUNG VON ANFANG AN ERMÖGLICHEN Im Projekt „Künste öffnen Welten“ wird die Förderung und Begleitung von Kita-Kooperationen Gelegenheiten bieten, wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln und für das Feld der Kulturellen Bildung und die Fachöffentlichkeit auszuwerten. Um dem Themenfeld „Kunst und Kultur für die Allerkleinsten“ und seiner Aktualität für die Kulturelle Bildung angemessen gerecht werden zu können, fehlen in den BKJ-Geschäftsstellen personelle und finanzielle Ressourcen. Es ist der BKJ 2013 leider weder gelungen, für ein bundesweites Modellvorhaben für die Qualifizierung von Fachkräften der frühkindlichen Bildung im Bereich der ästhetischen Bildung, für Kita-­ Kooperationen oder Elternbildung, noch für die Koordination und fachliche Begleitung einer dringend benötigten kommu­ nalen Austauschplattform für Verantwortliche vor Ort ent­ sprechende Ressourcen zu akquirieren. So können die Poten­ ziale dieser Netzwerkstruktur für das Feld der Kulturellen Bildung und die Frühkindliche Bildung derzeit noch nicht befriedigend genutzt werden, was bedauerlich ist, da die kommunale Ebene die zentrale Rolle in der Gestaltung der frühen Kulturellen Bildung spielt. Hier gilt es weitere Anstrengungen zu unternehmen. Der Deutsche Städtetag unterstützt das Anliegen und stellt eine wesentliche Kommunikationsschnittstelle zu den Kommunen dar. Der Fachausschuss „Kulturelle Bildung von 0-6 Jahren“ der BKJ hat für 2014 die Herausgabe eines Positionspapiers zum Thema „Kulturelle Bildung von Anfang an“ auf seine Agenda gesetzt.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

HERAUSFORDERUNG BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG Das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich einer hohen Resonanz. Es wurde deutlich, dass die kulturpädagogische Praxis sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und es einen großen Bedarf an Vernetzung, Wertschätzung und Einbettung dieser Projekte in aktuelle politische und wissenschaftliche Diskurse gibt. Aus diesem Anlass wurde im November 2013 u. a. auf Initiative der BKJ die „Arbeitsgruppe Kulturelle Bildung und Kulturpolitik“ im Rahmen des Runden Tisch der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung gegründet, deren Sprecherin die BKJ-Bildungsreferentin Bianca Fischer ist. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen und Ergebnisse des Projektes „Künste bilden Umwelten“ sind für die BKJ die folgenden Herausforderungen von zentraler Bedeutung: -- die erarbeiteten Qualitätskriterien im Praxisfeld verbreiten und zur Reflexion bestehender Praxis nutzen, -- Künstler/innen und Kulturpädagog/innen fortbilden, -- interdisziplinäre Kooperationen von Trägern aus Kultureller Bildung und anderen Bildungsbereichen sowie mit Schulen, Kitas etc. anregen und die vorhandene Arbeitshilfe zur Projektplanung für solche Kooperationen erweitern. Darüber hinaus gilt es, die Idee einer Kulturellen Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Arbeitsfeldern der BKJ zu verankern und das Konzept als Querschnittsaufgabe im BKJ-Mitgliederspektrum zu etablieren. Schließlich sollte die BKJ einen Beitrag leisten zur Vernetzung von Trägern, die sich des Themas annehmen und bei der Gestaltung modellhafter Regionalkonzepte mitwirken. Die BKJ wird sich daher 2014 um weitere Projektmittel zur Verfolgung dieser Herausforderungen und Handlungsschritte bemühen. Denn sie geht davon aus, dass Kulturelle Bildung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung zukunftsfähiger Modelle einer menschenfreundlichen und lebenswerten Gesellschaft leisten kann. In diesem Sinne müssen non-formale Angebote von Kunst- und Kultureinrichtungen bzw. Trägern der Jugendkulturarbeit gestärkt und ihre spezifischen Qualitäten für eine gerechte und zukunfts­ orientierte Gestaltung stärker sichtbar gemacht werden.

35


36

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


4

KULTUR MACHT SCHULE >> Bildung im Schnittfeld Jugend, Schule und Kultur gemeinsam gestalten

ZIELE UND SCHWERPUNKTE >> Faire Bildungschancen und kulturelle Teilhabe Einen Beitrag zu leisten für faire Bildungschancen und kultu­ relle Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen – dieses Ziel ist handlungsleitend für den Geschäftsbereich „Kultur macht Schule“ der BKJ. Nach wie vor erreichen die außerschulischen Angebote Kultureller Bildung einen viel zu kleinen Teil der Jugendlichen und Kinder in Deutschland und darüber hinaus noch immer mehrheitlich solche aus sozioökonomisch privi­ legierten Milieus und in städtischen Wohnumfeldern, die eine gute kulturelle Infrastruktur aufweisen. Wenngleich in den letzten Jahren vielversprechende Modelle erfolgreich erprobt wurden, die dieser Ungleichverteilung entgegenwirken, ist es noch längst nicht in befriedigendem Maße gelungen, diese guten Ansätze auch in der Fläche umzusetzen. Nach Über­ zeugung der BKJ ist die Kooperation von Kultur, Jugendhilfe und Schule in lokalen oder regionalen Bildungslandschaften, in denen sich diese Bildungsträger mit weiteren Partnern im Sozialraum vernetzen, der einzig mögliche Weg, potentiell Zugänge für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen. Kultu­ relle Teilhabe und ein ganzheitliches Lernen in und mit den Künsten muss allen jungen Menschen in Deutschland unab­ hängig von sozioökonomischer, geografischer oder kultureller Herkunft und Sozialisation möglich sein! Bei der Umsetzung dieses Anspruchs sind alle Akteure aus den Bereichen Jugendhilfe, Kultur und Schule gefragt: Träger, Institutionen und Einzelpersonen vor Ort, welche die praktische Arbeit umsetzen, ebenso wie Verantwortliche in Politik und Verwaltung auf der kommunalen Ebene wie auf Länder- und Bundesebene, wo es die richtigen Weichen zu stellen und Voraussetzungen zu schaffen gilt. Träger der Kulturarbeit in den Kommunen wie auch im ländlichen Raum sind gefordert, neue Zugänge zu schaffen, Einrichtungsprofile und Angebotsformen zu überdenken, Praxisaktivitäten für bisher kaum oder nicht beteiligte – auch heterogene – Zielgruppen zu öffnen und den Weg hin zu einer gemeinsam verantworteten Bildungspraxis konsequent zu beschreiten. Gemeinsam mit denjenigen, die die schulische Bildung verantworten und gestalten sowie weiteren Partnern aus dem Sozialraum sind sie gefordert, sich aktiv an der Ausgestaltung einer kooperativen Lernkultur zu beteiligen, die unterschiedliche Orte, Bildungsgelegenheiten und Praxisformate gleichermaßen berücksichtigt und nach­ haltig miteinander vernetzt.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Die BKJ und ihre Mitgliedsorganisationen verfolgen dabei drei zentrale Handlungsstrategien: 1. die Förderung einer kooperativen Lernkultur durch ­Kooperationen von Kultur und Schule, 2. den Ausbau lokaler/regionaler Bildungslandschaften und kommunaler/regionaler Gesamtstrategien für ­Kulturelle ­Bildung, 3. die systematische Verankerung von Angeboten Kultureller Bildung im schulischen Kontext in Zusammenarbeit mit ­außerschulischen Fachkräften der Kulturellen Bildung. Die BKJ will diese Ziele umsetzen helfen, indem sie Theorie­ entwicklung initiiert und begleitet und dem bundesländerübergreifenden Fachaustausch und Know-how-Transfer eine Plattform bietet. Außerdem ist es ihr Ziel, über die Kommunikation modellhafter Praxisbeispiele und Initiativen neue Impulse in die bundesweite Bildungslandschaft zu streuen: bundesländer-, sparten- und themenübergreifend. Dies geschieht über Formate wie den MIXED UP Wettbewerb, die MIXED UP Akademie, Fach­ tagungen, Publikationen, Vortragsaktivitäten sowie im Rahmen des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“.

AKTIVITÄTEN UND UMSETZUNG >> Mit Kultureller Bildung auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Inklusion FACHSTELLE KULTUR MACHT SCHULE Die Fachstelle „Kultur macht Schule“ bot auch im letzten Jahr der Modellförderung (Förderzeitraum: Februar 2010 bis Januar 2014) zahlreiche Gelegenheiten für den Fachaustausch und die bundesweite Vernetzung von Praxis, Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus den Bereichen Jugend, Kultur und Schule. Sie agierte als Knotenpunkt, der Fachimpulse im Querschnitt der Bereiche Jugend, Kultur und Schule aufgreift und ressortübergreifend kommuniziert. Raum für Fachaustausch und Vernetzung boten: -- der MIXED UP Wettbewerb, -- die MIXED UP Akademie mit Qualifizierungsangeboten, ­Tagungen und Fachveranstaltungen, -- Publikationen zu ausgewählten Themenschwerpunkten, -- das Onlinemagazin „Kultur macht Schule“, - das Online-Fachportal www.kultur-macht-schule.de, - der BKJ- Fachausschuss „Kultur macht Schule“.

37


MIXED UP WETTBEWERB Im Rahmen der Aktivitäten der Fachstelle „Kultur macht Schule“ bildete der Wettbewerb MIXED UP einen zentralen Baustein. Seit 2005 bewährt sich der bundesweite Wettbewerb für Kooperationen zwischen Kultur und Schule als öffentlichkeitswirksames Qualitätsentwicklungsinstrument für Kulturelle Bildung an und mit Schulen. Er wird als gemeinsamer Wett­ bewerb der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgelobt. 15.000 Euro stehen jährlich für die Vergabe von sechs Kulturpreisen in Höhe von 2.500 Euro zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist 2013 ein MIXED UP Länderpreis, der in rotierendem System von einem der 16 Kultusministerien vergeben wird. Hier entscheidet das jeweilige Bundesland über Höhe und Profil des Preises. Den Anfang als Länderpartner machte 2013 das Sächsische ­Staatsministerium für Kultus. „Durch Zusammenarbeit gewinnen!“ – Unter diesem Leitziel engagiert sich die BKJ mit dem Wettbewerb MIXED UP dafür, die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit, Kultur und Schule zu fördern und die Voraussetzungen für ganzheitliche Bildung

 SCHULKINOWOCHEN Seit 2006 bieten die von VISION KINO in Kooperation mit regionalen Partnern veranstalteten SchulKinoWochen eine Plattform, um filmkulturelle Bildung im schulischen Rahmen zu vermitteln. ­Bundesweit können Lehrer/innen mit ihren Schulklassen zu einem ermäßigten Eintrittspreis Kinovorstellungen in einem nahegelegenen Kino besuchen. Allein im Schuljahr 2012/13 beteiligten sich daran über 650.000 Schüler/innen und rund 25 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen Deutschlands. Damit zählen die SchulKinoWochen zu den erfolgreichsten Angeboten kultureller Bildung in Deutschland. Das Konzept der SchulKinoWochen basiert auf einer film- und medienpädagogisch intensiv begleiteten Vernetzung von Schulen und Kinos vor Ort. Der Kinobesuch wird in den Klassen entsprechend vor- und nachbereitet. Hierfür stehen zu jedem Film Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die zahlreiche didaktische Anregungen und konkrete Anknüpfungspunkte für den Einsatz im Unterricht enthalten.

und umfassenden Kompetenzerwerb mit Kunst und Kultur zu verbessern. MIXED UP will durch seine Anregungsfunktion Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und mehr Teilhabegelegenheiten an Kulturellen Bildungsangeboten schaffen. Die Ausschreibung richtet sich an Kooperationsteams aus Kulturpartnern und Schulen, die sich gemeinsam für mehr Kulturelle Bildung an und mit Schulen engagieren. Prämiert werden: -- Kooperationen mit Modellcharakter, -- Kooperationen, die den Lernort Schule weiterentwickeln, -- Kooperationen für ganzheitliche Bildung, -- Kooperationen, die die Schülerinnen und Schüler in den M ­ ittelpunkt stellen, -- Kooperationen mit Netzwerkcharakter. Einer der insgesamt sechs Anerkennungspreise 2013 wurde als Sonderpreis „Inklusion“ verliehen. Im Fokus stand die Frage, wie im Rahmen von Kulturkooperationen inklusive Prozesse unterstützt und begleitet werden können. Ein Preis mit dem Schwerpunkt Partizipation und Schülerbeteiligung wurde wieder von der 2011 ins Leben gerufenen MIXED UP Jugendjury

 KOOPERATION MUSIKSCHULE – ALLGEMEIN BILDENDE SCHULE

  JUGEND JAZZT: NACHWUCHS TRIFFT PROFIS

Über 4.000 Kooperationen, davon allein fast 2.300 mit allgemein bildenden Schulen aller Arten, führten die Musikschulen im Verband deutscher Musikschulen (VdM) deutschlandweit im Jahr 2013 durch. Im Bereich der Schulkooperationen trafen sie dabei auf 6.803 Bildungspartner und erreichten 176.706 Schüler/innen mit ihrem Angebot. Um seine Mitgliedschulen in dieser Aufgabe zu unterstützen und zum weiteren Ausbau des Kooperationsnetzwerkes zu ermutigen, bietet die Bundes­ geschäftsstelle des VdM Beratung und eine Vielzahl von Arbeitshilfen und Informationsmaterialien an. Die Kooperation von Musikschule und allgemein bildender Schule war Schwerpunktthema beim Musikschul­ kongress ‘13 des VdM und in den Wahlprüfsteinen an die im Bundestag vertretenen Parteien für die Bundestagswahl 2013.

Sieben junge Solist/innen, die im Rahmen eines Landes- oder Bundeswettbewerbs „Jugend jazzt mit dem ŠKODA Jazzpreis“ auf sich aufmerksam gemacht hatten, hatten 2013 erstmals die Möglichkeit, mit der International ŠKODA Allstar Band aufzutreten. Die Allstar Band besteht aus international renommierten Jazz­ musikern aus verschiedenen Ländern und geht jedes Jahr auf Tournee durch Deutschland. 2013 gaben sie vom 22. bis 29. November Konzerte in Düsseldorf, Braunschweig, Bremen, Ottersberg, Neustadt a. Rbge., Trier und Düren. Bei jedem Konzert war ein Jugend jazztPreisträger eingeladen, die Band solis­ tisch zu unterstützen. Das BMFSFJ, der Deutschlandfunk und ŠKODA AUTO Deutschland sind die ständigen Förderer von „Jugend jazzt“.

Weitere Information: www.musikschulen.de/kooperationen

Weitere Informationen: www.jugend-jazzt.de

Weitere Informationen: www.schulkinowochen.de

38

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


vergeben. Um auch Neueinsteigern in der Kooperationslandschaft von Kultur und Schule eine Chance zu geben, lobte die BKJ 2013 zum zweiten Mal einen sogenannten Start Up Preis aus. Neben großen Netzwerkinitiativen und über Jahre gewachsenen Bildungspartnerschaften sollen hier vor allem die kleinen, bilateral ausgerichteten Kooperationen frisch vernetzter Partner eine Chance bekommen, sich im Reigen der MIXED UP Bewerber zu behaupten.

Am 12. und 15. Juni 2013 kamen in Hannover die MIXED UP Jurys zusammen, um aus 90 Finalisten die sieben diesjährigen Preisträger zu ermitteln. Insgesamt 433 Bewerber hatten sich am Wettbewerb beteiligt – fast zehnmal so viele wie beim ersten Wettbewerb im Jahr 2005. In acht Jahren MIXED UP Wettbewerb ist nicht allein eine Zunahme der Bewerbungen zu verzeichnen. Auch Qualität und Vielfalt der Kooperationen haben deutlich zugenommen.

MIXED UP PREISTRÄGER UND FINALISTEN 2013

MIXED UP STUDIE DES ZENTRUMS FÜR KULTURFORSCHUNG ­A RBEITET PROJEKTTYPEN HERAUS

- „Traumatical – das ganz und gar selbstgemachte Klassen­

musical“: Eine Kooperation der Sophie-Scholl-Gesamtschule Berlin mit der MUSICAL&CO Evergreen UG. (Start Up Preis) - „Die Aquanauten“:Eine Kooperation des Theaters Osnabrück mit vier Osnabrücker Schulen, der Niedersächsischen ­Auslandsgesellschaft, dem Zoo Osnabrück, der Nackten ­­Mühle, dem Museum am Schölerberg und den Stadtwerken Osnabrück. -- „Hauptsache in Bewegung“: Eine Kooperation der Landeshauptstadt Hannover (Fachbereich Kulturelle Kinder- und ­Jugendbildung), des Wissenschaftsladens Hannover, der ­fairKauf eG und fünf Hannoveraner Hauptschulen. - „The killer in me is the killer in you, my love“: Eine Kooperation der Münchner Kammerspiele mit der Münchner Mittelschule an der Elisabeth-Kohn-Straße. - „Morgenmuffel – Live-Radio in der Grundschule“: Eine Kooperation der Gemeinschaftsgrundschule Heiligenhaus (NRW) und der Theater- und Medienpädagogin Anne Lachmuth. (Preis der Jugendjury) - „Caravan Artists on the Road“: Eine Kooperation des P.A.K.T. e. V. Freiburg mit dem E-Werk, dem Künstlerbüro agilkiosk, ­freischaffenden Künstler/innen, drei Freiburger Schulen und zahlreichen weiteren Partnern (Sonderpreis „Inklusion“) - „RAUMPIONIERE“: Eine Kooperation der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst / GFZK FÜR DICH, der Kindertages­ einrichtung Mottelerstraße und der Erich Kästner-Grundschule der Stadt Leipzig (Länderpreis) Weitere Informationen: www.mixed-up-wettbewerb.de/index.php?id=1091

Die Fachstelle Kultur macht Schule hat das Zentrum für Kulturforschung mit der Analyse der Wettbewerbsförderpraxis und der Herausarbeitung von Projekttypen beauftragt. Im Anschluss an die Studie „Zur Chronologie von MIXED UP. Empi­ rische Daten zur Kooperation von Kultur und Schule“, die die Wettbewerbsjahre 2005 bis 2010 ausgewertet hatte, nimmt die aktuelle Untersuchung die Wettbewerbsjahrgänge 2011 und 2012 in den Blick. Die Ergebnisse zeigen eine große ­Stabilität in der Kooperationspraxis zwischen Kultur und Schule. Darüber hinaus stellt die Studie folgende Entwicklungen fest: - Die Anzahl spartenübergreifender, altersheterogener und stufenübergreifender Projekte nimmt stetig zu. - Der Anteil an Kooperationen, die eine Präsentation integrieren, nimmt ab, was auf eine stärkere Prozessorientierung innerhalb der Projekte zurückgeführt werden kann. - Es gibt eine Zunahme an Projekten, die vor- und nachmittags erfolgen, und damit einen Rückgang an Kooperationen, die sich auf den Nachmittagsbereich beschränken. - Die Anzahl von außercurricularen Projekten innerhalb der Unterrichtszeit hat zugenommen. - Die Zahl der Evaluationen hat sich deutlich erhöht. - Die Beteiligung am Wettbewerb ist besonders rege in Regionen und Stadtstaaten, die kulturpolitische Strategien zur Vernetzung von Partnern aus Kultur und Bildung vorantreiben (z. B. in NRW, Berlin und Hamburg). - Der ländliche Raum ist nach wie vor nur schwach vertreten. Hier nachhaltige Vernetzungsstrategien zu entwickeln, wird eine zentrale Herausforderung der Zukunft sein. In Bezug auf die Typologisierung der MIXED UP Wettbewerbs­ projekte konnten acht Projekttypen herausgearbeitet werden, die 68 Prozent der Projekte umfassen. Dabei nehmen die Typen nicht allein die Organisationsform in den Blick, sondern auch Themen, Schulformen, Projektgröße und Dauer. Die acht herausgearbeiteten Typen werden in der Studie ausführlich mit Beispiel vorgestellt. Weitere Informationen: www.bkj.de/pub./downloads/id/7122.html

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

39


MIXED UP AKADEMIE Die MIXED UP Akademie ist der Baustein innerhalb der Fachstelle „Kultur macht Schule“, der Qualifizierungsmaßnahmen und Vernetzungsplattformen zu allen in der Fachstelle relevanten Themen offeriert. Mit ihren Angeboten unterstützt die MIXED UP Akademie den Transfer von Praxis und Theorie, bundesländer-, sparten- und themenübergreifend. Dem dezentralen Ansatz der MIXED UP Akademie und der Bundesländerberatung entsprechend konzipierte die Fachstelle „Kultur macht Schule“ der BKJ ihre Angebote in Kooperation mit Mitgliedern und MIXED UP Preisträgern. Insgesamt wurden zehn Veranstaltungen unter dem Dach der MIXED UP Akademie durchgeführt. So diskutierten zwei Expertenforen Fragen der Qualitätsentwicklung in der Kulturellen Schulentwicklung und bei der Kooperation von schulischer und außerschulischer Kultureller Bildung. Drei Workshops zu den Themen „Gelebte Inklusion mit Kunst und Kultur“, „Ästhetisches Forschen in, mit und außerhalb von Schule“ und „Die Bedeutung außerschulischer Lernorte für eine neue Lernkultur in Schule“ boten Gelegenheit zur praxisnahen Reflexion aktueller Herausforderungen. Aber auch Qualifizierung im Bereich praktischer und strategischer Themen war gefragt. So führte die BKJ 2013 zwei Fortbildungen zu Finanzierungsstrategien für Kooperationsteams aus Kultur und Schule durch sowie zwei Fachtage zu den Themen „Kommunale Gesamtkonzepte für Kulturelle Bil-

PARTNER DER MIXED UP AKADEMIE 2013 - Bundesverband Theater in Schulen (BV.TS) - BDK – Fachverband für Kunstpädagogik - Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) - Arbeitskreis für Schulmusik und allgemeine Musikpädagogik (AfS) - Stadt Nürnberg – Koordinierungsgruppe Kulturelle Bildung und Amt für Kultur und Freizeit - Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spielmobile - OpusEinhundert - Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Brandenburg - Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel und Theater Bildungsbüro der StädteRegion Aachen

dung“ und „Kulturelle Bildung und inklusive Schulen“. Eine Podiumsdiskussion im Rahmen des Festivals Schultheater der Länder 2013 zum Thema „Künstlerische Schulfächer und Strategien zur Stärkung der ästhetischen Bildung in der Schule“ rundete die Palette der MIXED UP Akademie-Veranstaltungen ab. Darüber hinaus waren die Mitarbeiter/innen der Fachstelle als Referent/innen bei zahlreichen Mitgliedern und Fachakteuren gefragt, z. B. zu den Themenfeldern Bildungslandschaften oder Künstlerische Schulfächer. FACHTAGUNG UND MIXED UP PREISVERLEIHUNG Wie man in gemeinsamer Verantwortung von Jugend-, Kulturund Bildungspolitik ein persönlichkeitsstärkendes, inklusives kulturelles Bildungsangebot ohne Zugangsbarrieren für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche gestalten kann, beschäftigte am 6. und 7. September 2013 rund 200 Besucher/ innen der bundesweiten Fachtagung „kreatives wachsen lassen. Bildung gemeinsam gestalten im Schnittfeld Jugend, Schule und Kultur“ im Museum der bildenden Künste in Leipzig. Die Herausforderungen wurden klar benannt und lebhaft diskutiert: Es gilt den vielfältigen Interessen und Bedürfnisse junger Menschen gerecht zu werden, die unterschiedlichen Kultur- und Bildungsverständnisse, Organisationsinteressen und Ressourcen von Museen, Theatern, Jugendzentren, Kitas und Schulen

ARBEITSHILFE „OHNE MOOS NIX LOS?! FINANZIERUNGS­ HINWEISE UND -IDEEN FÜR ‚KULTUR MACHT SCHULE‘“ Eine ausreichende Finanzierung ist ein entscheidender Faktor für das Gelingen erfolgreicher Kooperationen zwischen Kultur und Schule. Diese Gelingensbedingung mit konkreten Praxisinformationen und Strategietipps zu untersetzen, ist das Anliegen der Arbeitshilfe „Ohne Moos nix los!?“. Sie bietet mit der Vorstellung von Fördermöglichkeiten durch öffentliche und private Mittel einen Einblick in die Finanzierung von Kooperationen aus Kultur und Schule. Damit finden vor allem diejenigen Unterstützung, die kulturelle Bildungsprojekte in, an und mit Schulen realisieren und dabei im Schnittfeld von Kunst und Kultur, Schule und Bildung sowie Jugendhilfe verankert sind: Institutionen der außerschulischen Kulturellen Bildung in freier Trägerschaft sowie Schulen, Träger der Jugendarbeit, öffentliche Kultureinrichtungen oder Einzelpersonen – Kulturpädagog/ innen, Kulturmanager/innen und Kulturvermittler/innen. Der Fokus liegt primär auf der Ebene vor Ort, wo zumeist konkrete Praxisprojekte mit Kindern und Jugendlichen stattfinden. Doch auch auf Landes- oder Bundesebene verankerte Projekte und Institutionen finden Anregungen und Hilfestellungen. Weitere Informationen und Download: www.bkj.de/pub./downloads/id/6687.html

40

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


zu berücksichtigten und sich zu öffnen für die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern im Sozialraum. Integrierte Gesamtkonzepte und eine verlässliche Infrastrukturförderung für die außerschulischen Partner der Kulturellen Bildung sind unerlässlich, um diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, so die einhellige Botschaft der Tagung. „Wir müssen unsere alten institutionellen Empfindlichkeiten überwinden, um etwas für die Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Es gilt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Die Bereiche formaler und non-formaler Bildung können gut voneinander profitieren. Kluge Verantwortliche wissen, dass man die Verunsicherung und Störung braucht, die die Kultur in die Schule hineintragen kann.“ Dies sagte der Vorsitzende des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz, Ludger Pieper, auf dem Abschlusspodium. Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter der Abteilung Kinder und Jugend im BMFSFJ, fand in diesem Kontext anerkennende Worte für die Arbeit der BKJ, die mit ihrer Fachstelle „Kultur macht Schule“ an der Schnittstelle von Jugend, Kultur und Bildung und zwischen den Ebenen Bund, Land und Kommune für Vernetzung, Praxisqualität und Wissenstransfer sorgt: „Wir haben mit der BKJ über Jahrzehnte hinweg einen vertrauensvollen und starken Partner und sind auf einem

PUBLIKATION: „GUT VERNETZT!? KULTURELLE BILDUNG IN ­LOKALEN BILDUNGSLANDSCHAFTEN“ Das Buch liefert Impulse und praktische Tipps für alle Akteure, die sich auf den Weg zu mehr Vernetzung und Kooperation ­begeben und kommunale Gesamtkonzepte entwickeln und umsetzen möchten. Zudem greift es den aktuellen jugend- und bildungspolitischen Fachdiskurs rund um das Thema „lokale Bildungslandschaften“ auf und setzt sich mit der Rolle der ­Kulturellen Bildung im Rahmen dieser aktuellen Entwicklungen auseinander: Welche Gelingensbedingungen brauchen gute Bildungsnetzwerke? Welche Vorteile und Herausforderungen bieten sie? Wie wirken kommunale Politik und Verwaltung mit öffentlichen Jugend-, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie freien Trägern zusammen? Viola Kelb (Hrsg.) (2014): Gut vernetzt?! Kulturelle Bildung in lokalen Bildungslandschaften. Mit Praxiseinblicken und Handreichungen zur Umsetzung „Kommunaler Gesamtkon­ zepte für Kulturelle Bildung“, Reihe Kulturelle Bildung, Band. 38, München.

guten Weg. Es wird eine spannende Aufgabe sein, auch in den kommenden Jahren gemeinsam für eine starke Kinder- und Jugendbildung einzutreten.“ Den feierlichen Höhepunkt der Tagung bildete die MIXED UP Preisverleihung im Beisein des Staatssekretär im Bundesjugendministerium, Lutz Stroppe. ONLINEMAGAZIN KULTUR MACHT SCHULE Das Onlinemagazin Kultur macht Schule widmete sich in vier Ausgaben den folgenden Themen: - Bildungsgerechtigkeit und Inklusion - Sozialraum - Bildung gemeinsam gestalten - Balance von außerschulischer und schulischer Bildung. In den Rubriken „Nachgefragt“, „Reflektiert“, „Kommentiert“ und „Blitzlicht“ wurden Meinungen von unterschiedlichen Expert/innen und Fachpartnern eingefangen und an einen bundesweiten Verteiler von knapp 10.000 Abonnenten aus den Bereichen Jugend, Kultur und Bildung gestreut. Die unterschiedlichen Beiträge sind nach Rubriken geordnet auch weiterhin online abrufbar. www.kultur-macht-schule.de.

PUBLIKATION „AUF DEM WEG ZUR KULTURSCHULE II“ Der 2013 In der Schriftenreihe „Kulturelle Bildung“ im kopaed-Verlag erschiene Band II versammelt anhand von ­Werkstatt-Texten weiterführende Aspekte der Kulturellen Schulentwicklung unter Berücksichtigung der Perspektiven der außerschulischen und schulischen Partner. Tom Braun/ Max Fuchs/ Viola Kelb/ Brigitte Schorn (Hrsg.) (2013): Auf dem Weg zur Kulturschule II. Weitere Bausteine zu Theorie und Praxis der Kulturellen Schulentwicklung, Band 33, München. GLOSSAR „KULTURELLE SCHULENTWICKLUNG“ ONLINE „Partizipation“, „Ästhetisches Lernen“, „Qualitätsentwicklung“ und „Schularchitektur“ sind nur einige der Schlüsselbegriffe, die im Kontext Kultureller Schulentwicklung häufig genannt werden. Die Verankerung von Kultureller Bildung in der Schule ist eine Querschnittsaufgabe, die viele Themenfelder betrifft. Auf dem Online-Fachportal „Kultur macht Schule“ gibt die BKJ einen Überblick über die wichtigsten Begriffe, die im Rahmen von Kultureller Schulentwicklung relevant sind Weitere Informationen: www.kultur-macht-schule.de

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

41


MODELLPROGRAMM „KULTURAGENTEN FÜR KREATIVE SCHULEN“ Ausgehend vom Konzept einer „kooperativen Kulturschule“ ist die BKJ Kooperationspartner im Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ der gemeinnützigen Forum K&B GmbH, initiiert und gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator. Es findet statt in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen in Zusammenarbeit mit den zuständigen ­Ministerien, der BKJ, der conecco UG – Management städtischer Kultur und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Die BKJ begleitet seit dem Schuljahr 2011/12 gemeinsam mit der LKJ Baden-Württemberg im Rahmen des Modellprogramms 54 Schulen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg auf dem Weg zu einem kulturellen Schulprofil. Im Zentrum dieser Aktivitäten steht die Fortbildung und ­Beratung der Kulturagent/innen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Ziel ist es, diese in die Lage zu versetzen, Schulen professionell auf dem Weg zu einem kulturellen Profil beraten zu können. Deshalb beinhaltet die Qualifizierung der Kulturagent/innen Prozessbegleitung, Moderations- und Kommunikationstechniken sowie Themen wie Qualität von künstlerischen Angeboten der Kulturellen Bildung und der Auf- und Ausbau von Kooperationen mit Kulturpartnern. Auf dieser Grundlage entwickeln die Kulturagent/innen gemeinsam mit den teilnehmenden Schulen jeweils passgenaue Gesamt-

konzepte für die Verankerung künstlerisch-ästhetischer An­ gebote, Methoden und Aktivitäten und setzen damit Impulse für eine kulturelle Schulentwicklung. Ein Grundprinzip ist dabei die Kooperation mit außerschulischen Fachkräften und Institutionen der Kulturellen Bildung mit dem Ziel, langfristige Partnerschaften aufzubauen. Neben den Kulturagent/innen werden auch die als Kulturbeauftragte benannten Lehrkräfte der Schulen fortgebildet, um sie für ihre Tätigkeit als schulische/r Koordinator/innen für Kulturelle Bildung zu befähigen. Die Beteiligung am Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ ist für die BKJ ein Baustein für den Erfahrungs- und Erkenntnisgewinn sowie die fachliche Weiterentwicklung im Kontext der Kulturellen Schulentwicklung. Das Programm ermöglicht eine gemeinsame Praxisforschung mit Schulleitungen, Lehrer/innen, Kultureinrichtungen und Kulturagent/innen.

ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE >> Vor Ort gut vernetzt: Bildung als Koproduktion Die Fachstelle Kultur macht Schule hat erheblich dazu beigetragen, die bundesweite Netzwerkbildung im Arbeitsfeld anzu­ regen und zu unterstützen. Sie setzte wichtige Impulse im Rahmen des MIXED UP Wett­bewerbs und der angegliederten

CHECKLISTE KULTURSCHULE Auszug aus: Braun/Fuchs/Kelb/Schorn (Hrsg.) (2013): Auf dem Weg zur Kulturschule II, Schriftenreihe „Kulturelle Bildung“ Band 33. München. - Schule wird als Ort des Lernens, Arbeitens und Lebens ­reflektiert. - Die mehrdimensionalen Anforderungen an Schule werden in ihrer Widersprüchlichkeit reflektiert und in einer systema­ tischen Planung zueinander in Beziehung gesetzt. - Schulkultur wird als von den Mitgliedern der Schulgemeinschaft entwickelte, prozesshafte Ressource verstanden, die formale Produkte (z. B. Organisation des Stundenplans u. a.) sowie informelle Produkte (z. B. Haltungen, Mentalitäten u. a.) beinhaltet. - Die Schule verfügt über systematisch angelegte Möglichkeiten zur Selbstreflexion bzgl. ihrer Aufgaben sowie der Talente und Bedürfnisse der Mitglieder der Schulgemeinschaft. - Die fortlaufende Schulentwicklung wird als ein partizipativer Prozess der Selbststrukturierung gestaltet. - Schulentwicklungsprozesse und die Gestaltung von Lehr-/ Lernsituationen orientieren sich am Prinzip der Person, ihrer Anerkennung und Souveränität.

42

- Die Diversität der Individuen, ihrer Talente und Bedürfnisse,

wird als Normalfall anerkannt und systematisch berück­ sichtigt. - Die künstlerisch-kulturelle Dimension wird in allen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereichen des Schullebens gestärkt. - Künstlerisch-kulturelle Praxis wird im Dreieck von Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung genutzt. - In der Schulentwicklung sowie in Lehr-/Lernsituationen ­werden künstlerische Momente der Überbestimmtheit als Erfahrungs- und Reflexionsräume einbezogen. - Prinzipien der kulturellen Kinder- und Jugendbildung werden dauerhaft zu Lehr- und Lernprinzipien. - Eine Kulturschule bezieht sich in ihrer Orientierung auf ­mehrere Kulturbegriffe. - Bildung und kulturelle Teilhabe werden als Koproduktion der Akteure in Schule, Jugendhilfe, Kultur und Familie ­verstanden. - Schule wird als auf langfristige und nachhaltige Kooperation angelegter Teil einer dezentral organisierten Bildungslandschaft gestaltet.

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


MIXED UP Akademie, sorgte für bundesweiten Fachaustausch und Know-how-Transfer zu ausgewählten Schwerpunktthemen und bearbeitete unter Einbeziehung externer Fachexpert/innen auch im Bereich der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit relevante Themen und Fragestellungen. Über die Einbindung von Mitgliedsorganisationen, MIXED UP Preisträgern und vielfältigen weiteren Partnern auf Bundes-, Landes- und ­kommunaler Ebene konnten Fachimpulse ressort- und länder­ übergreifend verbreitet und wirksam gemacht werden. Das Engagement der BKJ im Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ hat auch im Jahr 2013 gezeigt, dass die strukturelle Verankerung Kultureller Bildung in Schulen ein wichtiger Schritt ist, um nachhaltig und verlässlich Angebote Kultureller Bildung gemeinsam mit Kulturpartnern für möglichst viele Kindern und Jugendliche zu ermöglichen. Zur Halbzeit des Programms im Sommer 2013 konnten in den 54 Schulen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg spürbare Veränderungen hin zu Schulen mit Schwerpunkten in der Kulturellen Bildung ausgemacht werden. Alle Schulen haben ein individu­ elles Konzept für die Verankerung künstlerisch-kultureller Angebote entwickelt und haben damit deutliche Impulse für eine Kulturelle Schulentwicklung erhalten. Die Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass dies nur mit einer qualitätsvollen ­fachlichen Begleitung und Beratung gelingen kann. Ein zentraler Baustein dafür sind die Kulturagent/innen, die als externe Berater gemeinsam mit den Schulen die Strukturen entwickeln

 KULTURSTARTER: JUGENDLICHE IN ­B ADEN-WÜRTTEMBERG WERDEN ZU ­S CHÜLERMENTOREN QUALIFIZIERT Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg hat 2013 zusammen mit dem Kultusministerium das Programm „KulturStarter – Schülermentor Kulturelle Jugendbildung“ ins Leben gerufen. Schüler und Schülerinnen ab dem 14. Lebensjahr setzen sich in den Seminaren aktiv mit Kunst und Kultur auseinander und erhalten einen Überblick über die regionale Kulturlandschaft. Sie entwickeln Ideen für Kunst- und Kulturaktionen, die sie an ihren Schulen umsetzen. Als Mentoren gestalten die Schüler das kulturelle Leben an ihrer Schule aktiv mit und sind Ansprechpartner für Kulturinteressierte. Bei Schüler/ innen und Lehrer/innen ist das Programm auf großes Interesse gestoßen. Insgesamt 190 Schüler/innen hatten sich auf die 120 Plätze beworben. Weitere Informationen: www.lkjbw.de/kulturstarter.html

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

und Projekte konzipieren. Daraus ergibt sich die Frage, wie zukünftig weitere Schulen und Lokale Bildungslandschaften von der Expertise der Kulturagent/innen profitieren können. Darüber hinaus besteht in den Schulen sowohl bei Schulleitungen als auch Lehrkräften ein hoher Fortbildungsbedarf. Damit ist immer wieder auch die Rückmeldung verbunden, dass über das Modellprogramm hinaus auf regionaler Ebene ein Fortbildungsangebot zu Fragen kultureller Profilentwicklung kaum vor­ handen ist. Um Kulturelle Bildung im Querschnitt der schulischen Handlungsfelder zu verankern braucht es eine Kultur der Anerkennung für Kulturelle Bildung in der gesamten Schul­ gemeinschaft. Eine zentrale Herausforderung stellt die ­Gewinnung einer möglichst breiten Basis der Schulgemeinschaft dar. Für eine langfristige und tragfähige Verankerung braucht es einen möglichst großen Rückhalt in der gesamten Lehrer-, Eltern-, und Schülerschaft.

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND ERWARTUNGEN >> Bildung in gemeinsamer Verantwortung gestalten Auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit und kultureller Teilhabe gewinnt ein gut austariertes Zusammenspiel der vielfältigen außerschulischen und schulischen Lern- und Bildungsorte zunehmend an Bedeutung. Unbestritten ist: Es braucht eine gemeinsame Verantwortung für ein gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, ein aufeinander abgestimmtes Agieren sämtlicher Einrichtungen und Angebote, Ressorts und Zuständigkeitsebenen. Im Zentrum stehen die Kinder und Jugendlichen selbst mit ihren jeweiligen Lebens­ lagen, Bedürfnissen und Möglichkeiten. Sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, sie stark zu machen für ein Leben in Zuversicht, ihnen eine Vielfalt an ganzheitlichen Bildungsgelegenheiten an verschiedenen Lern- und Bildungs­ orten zu offerieren, sollte das Ziel einer kooperativen Jugend-, Kultur- und Bildungsplanung sein. Der Geschäftsbereich „Kultur macht Schule“ wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten auch nach Abschluss des vier­ jährigen Modellprojekts „Fachstelle Kultur macht Schule“ dafür stark machen, die beschriebenen Entwicklungen zu flankieren. Vor dem Hintergrund deutlich reduzierter Ressourcen wird dies vor allem geschehen über: -- inhaltliche Schwerpunktsetzungen im Rahmen des MIXED UP Wettbewerbs (Preise zu ausgewählten Schwerpunktthemen, thematische Ausrichtung von Preisver­ leihungen und Fachforen), -- den Ausbau der Kooperation zwischen Bund, Land und ­Kommune im Rahmen des MIXED UP Länderpreises (Partner auf Länderebene ist 2014 die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin.), -- vielfältige Veranstaltungsformate, Themen und Partner unter dem Dach der MIXED UP Akademie,

43


-- die fachliche Begleitung des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ und entsprechende Bemühungen um eine systematische Verankerung von Angeboten Kultureller Bildung in der Schule. Orientierung bieten in diesem Zusammenhang die folgenden Herausforderungen, die auch zukünftig einer fachlichen Begleitung auf Bundesebene bedürfen, um mit Blick auf eine teilhabegerechte und umfassende Ganztagsbildung in gemeinsamer Verantwortung ein gutes Stück voranzukommen:

einer gemeinsam verantworteten Ganztagsbildung kommt dem Sozialraum eine zentrale Bedeutung zu. Hier gilt es die im Rahmen von „Kultur macht stark“ bzw. „Künste öffnen Welten“ gemachten Praxiserfahrungen zu nutzen und eine enge Verzahnung mit den entsprechenden Netzwerken und Bündnisstrukturen herbeizuführen. Auch Eltern, Familien und Peers verdienen in diesem Kontext verstärkte Berücksichtigung. KULTURELLE SCHULENTWICKLUNG

Die Landesdachstrukturen für Kulturelle Bildung in der BKJ sind wichtige Schnittstellen zu Landesministerien, zu den Landesfachverbänden und nicht zuletzt zu den Anbietern vor Ort. Viele der Landesdachstrukturen beteiligen sich an der Entwicklung und Umsetzung von Landesprogrammen und speisen die Er­ fahrungen und Kompetenzen in die Feldentwicklung ein. Vor dem Hintergrund der bildungspolitischen Zuständigkeit ist auch die Kooperation mit der KMK und den jeweiligen Kultus­ ministerien von zunehmender Bedeutung. Kommunen sind mit Blick auf die Umsetzung von mehr Kooperationen zwischen Kultur und Schule und die Entwicklung lokaler Bildungslandschaften unentbehrliche Partner – ob als Einzelakteure oder über ihre Ver­ bünde. Den Diskurs mit kommunalen Spitzenverbänden zu intensivieren, sieht die BKJ daher als eine notwendige Aufgabe an.

Die Zusammenarbeit von Jugendarbeit, Kultur und Schule hat ­ in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass sich ganze Schulprofile verändert haben. Dabei ist kulturelle Schulentwicklung nicht nur ein bildungspolitisches Thema, sondern kann nur gemeinsam mit Jugend- und Kulturpolitik realisiert werden. In den Bundesländern und Kommunen wächst das Interesse an diesem Thema enorm. Es gilt, vorhandene Konzepte einer kooperativen und inklusiven Kulturschule in gemeinsamer Anstrengung aller Ressorts und Träger zu erproben und zu etablieren. Dabei reichen vereinzelte Modelle nicht aus. Es braucht flächendeckend auf lokaler Ebene vernetzte Beratungs- und Moderationsangebote. Zentrale Herausforderungen liegen dabei in der Verankerung Kultureller Bildung in der Lehrerfortbildung sowie in den Curricula und Qualitätstableaus der Länder, im Ausbau nachhaltiger Gesamtkonzepte sowie in einem ressortübergreifenden Qualitätsdiskurs auf Bundes-, Landes und lokaler Ebene.

ÖFFNUNG IN DEN SOZIALRAUM

STÄRKUNG DER KÜNSTLERISCHEN SCHULFÄCHER

Gerade unter Aspekten der Teilhabe- und Bildungsgerechtigkeit, dies zeigen die Diskussionen und Erfahrungen, ist eine Verankerung der Akteure und Träger Kultureller Bildung ebenso wie der Schulen im konkreten Sozialraum dringend geboten. Im Sinne

Die künstlerischen Schulfächer sind unmittelbar in die innerschulischen und bildungspolitischen Entwicklungen involviert. Im Kontext von schulischen Gesamtkonzepten Kultureller Bildung sind sie eine feste Säule und daher in die Weiterent-

ZUSAMMENARBEIT MIT BUNDESLÄNDERN UND KOMMUNEN

MIXED UP Preisverleihung im Museum der bildenden Künste in Leipzig

44

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


wicklung der Kooperations- und Bündnispraxis unbedingt einzubeziehen. Daneben finden kulturelle Angebote und künstlerisch-ästhetische Methoden an Schulen auch im Kontext von nichtkünstlerischen Fächern, im Wahlpflicht- bzw. Ergänzungsbereich und in Arbeitsgruppen statt. Diese Formate müssen als eigenständige Bausteine verstanden werden und dürfen keinesfalls ein Ersatz für die vollständige Erteilung des künstlerischen Fachunterrichts sein. BERÜCKSICHTIGUNG LÄNDLICHER RÄUME Die Regionen jenseits der großen Ballungsgebiete und Metropolen verdienen besondere Aufmerksamkeit, wenn es darum geht, Modelle für nachhaltig angelegte, ressortübergreifende Kooperationen und die Ausgestaltung einer umfassenden Ganztagsbildung an vielen Orten zu entwickeln, zu begleiten und zu kommunizieren. Die Herausforderungen, Potentiale und Problemlagen im ländlichen Raum unterscheiden sich stark von denen der Ballungsgebiete und bedürfen daher besonderer Strategien und Konzepte. SCHAFFUNG VON FREIRÄUMEN Im Kontext bildungspolitischer Diskussionen um die zukünf­ tige Ausgestaltung der Ganztagsschule kommt Fragen nach der Rhythmisierung des Ganztags und nach Impulsen für die Schaffung von Freiräumen eine zunehmende Be­ deutung zu. Schulen wie außerschulische Partner sind ge­­ fragt, Modelle für einen abwechslungsreich gestalteten ­ Lern- und Bildungsalltag zu entwickeln, der ausreichend Zeit und Raum für selbst gewählte Aktivitäten, Muße und Krea­ tivitätsentfaltung vorsieht.

LERNEN IN VIELFALT Vor dem Hintergrund der nicht allein bildungspolitischen Herausforderung „Inklusion“ gilt es Modelle zu entwickeln für ein Lernen in Vielfalt, in denen Kinder und Jugendliche unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sowie von ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft miteinander und voneinander lernen. Angebotsformen und Praxisformate der Kulturellen Bildung bergen auf Basis der ihr zugrunde liegenden Prinzipien wie Stärkenorientierung, Ganzheitlichkeit, Partizipation und Diversity ein nicht zu unterschätzendes Potential mit Blick auf eine neue Lehr- und Lernkultur, die der Vielfalt und Heterogenität unserer Gesellschaft Rechnung trägt. An der Schnittstelle von Inklusion und Kultureller Bildung die Theorieund Praxisentwicklung voranzutreiben, wird daher eine zentrale Herausforderung des Geschäftsbereichs bleiben.

 KULTUR MACHT SCHULE IN ­BADEN-WÜRTTEMBERG Die LKJ Baden-Württemberg hat im Bundesland ­r echerchiert und zusammengetragen, welche Akti­ vitäten es von Seiten der Politik und Verwaltung aus den unterschiedlichsten Ressorts auf Landes- und kommunaler Ebene für Kultureller Bildung in und mit Schule gibt, mit welchen Ideen sich Stiftungen an der Entwicklung kulturpädagogischer und -vermittelnder Ansätze beteiligen und v. a. mit welchen Konzepten und Strategien die Verbände, Träger und Einrichtungen in der Praxis „Kultur macht Schule“ umsetzen. Wissenschaftliche Fachtexte begleiten diese Zusammenstellung. Entstanden ist in Zusammenarbeit mit der Fachstelle eine Broschüre „Kultur macht Schule in Baden-Württemberg“.

­

KMK-EMPFEHLUNGEN ZUR KULTURELLEN BILDUNG ÜBERARBEITET Kulturelle Erfahrung muss für alle Kinder und Jugendlichen zum Bestandteil ihres Lebens werden – das ist die zentrale Botschaft der überarbeiteten Empfehlungen der Kultus­ ministerkonferenz (KMK) zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung 2013. Hervorgehoben wird, dass die Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Kunst und Kultur das Handeln aller Beteiligten in einer Verantwortungsgemeinschaft erfordert. In der Konsequenz empfiehlt die KMK nachdrücklich die Zusammenarbeit von Einrichtungen der Bildung, der Kultur und der Jugendarbeit. Es gehe darum, „Kinder und Jugendliche für die Vielfalt der Kultur zu begeistern, ihre Kreativität und Experimentierfreude anzuregen und ihnen eigene Handlungs-, Erfahrungs- und D ­ eutungsspielräume in Bezug auf Kunst und Kultur zu eröffnen.“ Herausgestellt wird die Notwendigkeit,

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

„Aktivitäten sowohl aus dem künstlerisch-kreativen Feld als auch aus dem Bereich der vorschulischen und schulischen Bildung durch geeignete politische Maßnahmen zu flankieren und stärker miteinander zu vernetzen.“ Die BKJ begrüßt die Überarbeitung, stellt zum teil strategische Übereinstimmung fest und wird im Rahmen des Möglichen dafür Sorge tragen, den jeweils verantwortlichen Stellen die Umsetzung der ­Empfehlungen in Erinnerung zu rufen. Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur ­kulturellen ­K inder- und Jugendbildung (PDF): www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungenbeschluesse/­ 2007/2007_02_01-Empfehlung-Jugendbildung.pdf

45


46

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


5

BÜNDNISSE FÜR BILDUNG >> Kultur macht stark: Bildungschancen erweitern. Bildungs­ verantwortung übernehmen. Zusammenarbeit stärken.

HINTERGRUND UND ZIELE >> Programmatische und fachliche Grundlage für Kulturelle Teilhabe und BIldung

- qualitative Auswahl und zeitnahe Bewilligung erster Projekte

„Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ ist ein mit der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglichtes Programm, das durch 34 Verbände und Initiativen – unter ihnen 13 BKJ-Mitglieder und die BKJ selbst – umgesetzt wird. 2013 bis 2017 sollen in diesem deutschlandweit größten Förderprogramm für Kulturelle Bildung insgesamt bis zu 230 Millionen Euro dafür eingesetzt werden, Projekte und Angebote Kultureller Bildung vor Ort zu finanzieren, die vor allem denjenigen Kindern und Jugendlichen zugutekommen, die weniger Zugänge zu Kultureller Bildung und zu damit verbundenen Teilhabe- und Bildungschancen haben.

Ergänzt wurde dies durch fachliche und strategische Zielstellungen wie: - Beratung, Begleitung und Unterstützung der BKJ-Mitglieder in ihrer Programmbeteiligung, - dialogische und kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms mit dem BMBF, - fachliche Vernetzung und Partnerschaft zwischen den Verbänden und Initiativen als zivilgesellschaftliche Plattform, - Bündelung von Erfahrungen und Informationen sowie Kommunikation der Bedeutung des Programms, - Beleuchtung und Diskussion der fachlichen Potenziale des Programms, damit das Programm in seiner feldentwickelten und qualitativen Relevanz zur Wirkung kommen kann, - umfassende Information und partnerschaftliche Einbindung der politischen Akteure aus Bund, Ländern und Kommunen sowie der Fachöffentlichkeit, - Vertretung der Interessen der Mitglieder und des Feldes hinsichtlich des Gesamtprogramms „Kultur macht stark“.

Mit „Kultur macht stark“ trägt die Bundesbildungspolitik und -verwaltung gemeinsam mit den durchführenden Verbänden und Initiativen einen wichtigen Teil dazu bei, gleichwertige Lebensverhältnisse und Bildungschancen in Deutschland zu sichern und dafür die Bildungspotenziale von Kunst und Kultur zu entfalten, indem - Kinder und Jugendliche in bildungsbenachteiligenden Lebenslagen erreicht und angesprochen werden, - Kulturelle Bildung auf diese Zielgruppen ausgerichtet und weiterentwickelt wird, - lokale und bereichsübergreifende Bündnisse gemeinsame Bildungsverantwortung und -qualität sichern, - außerunterrichtliche Angebote entwickelt und die Prinzipien der außerschulischen Bildung umgesetzt werden, - zivilgesellschaftliche Verantwortung und freiwilliges Engagement gefördert werden. Mit diesen inhaltlichen Zielen bietet „Kultur macht stark“ der BKJ und ihren Mitgliedern sowie dem Feld der Kulturellen Bildung insgesamt die Möglichkeit, durch konkrete Projektpraxis Teilhabeversprechen einzulösen und den Fachdiskurs zu befördern. 2013 war das erste Jahr dieses mittelfristig angelegten Programms, das für die BKJ als Dachverband und als Programmträger unter folgenden operativen Zielen stand: - organisatorische und administrative Implementierung des Programms bei den Verbänden und Initiativen, - allgemeine Beratung und passgenaue Mobilisierung des Feldes und damit der lokalen Ebene,

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

und Angebote, - individuelle Begleitung und qualifizierende Schulung der lokalen Bündnisse.

AKTIVITÄTEN ALS DACHVERBAND UND PROGRAMMPARTNER >> Vielfältige Herausforderungen zur Umsetzung kultureller Teilhabe und BIldung ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION Aufgrund der genannten Ziele der Information und der Mobilisierung auf der einen, der fachlichen Bündelung und des politischen Dialogs auf der anderen Seite wurde die Kommunikation zum Programm über viele Kanäle und Formate unterstützt: - Für das Gesamtprogramm hat die BKJ auf ihrer Website und in ihrem Newsletter sowie über Pressemitteilungen informiert und dabei kontinuierlich die 13 Mitglieder berücksichtigen, die selbst Programmpartner sind. Um die Aufmerksamkeit und Akzeptanz des Programms zu erhöhen, hat die BKJ darüber hinaus in Fachpublikationen und Zeitschriften be-

47


richtet. Ein weiteres wichtiges Instrument sind die mehrfach durchgeführten Informationsveranstaltungen. - Zur Verbreitung der Informationen wurde der enge Schulterschluss zu den Mitgliedern der BKJ gesucht und gefunden. Außerdem fand eine intensive Vernetzung zu Fachportalen und -partnern, z. B. www.kultur-bildet.de, statt. - Für „Künste öffnen Welten“ wurde ein Corporate Design entwickelt und in einschlägigen Kommunikationsmedien genutzt: Website, Flyer, Mappen, Plakate. Mit Urkunden für die lokalen Bündnispartnern und Informationsbriefen an die Bürgermeister/innen wurden eigene Formate der Anerkennung und Würdigung umgesetzt. Die Website www.kuensteoeffnen-welten.de präsentiert nicht nur exemplarische Praxis, sondern auch Ausschreibungs- und Fachinformationen rund um das Programm.

FACHTAG „KULTUR MACHT STARK – GEMEINSAM KREATIVES WACHSEN LASSEN!“ DISKUTIERT DIE GEMEINSAME BILDUNGSVERANTWORTUNG FÜR MEHR TEILHABE 150 Teilnehmer/innen diskutierten während des BKJ-Fachtages am 24. Mai 2013 in Berlin, welche Gelingensbedingungen für das Programm „Kultur macht stark“ notwendig sind. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven eingebunden: Vertreter/ innen von Bildungs-, Kultur- und Jugendeinrichtungen auf lokaler Ebene von Verbänden und Initiativen auf Bundesebene des Bundes, der Städte und Gemeinden bzw. der Bundesländer reflektierten die Programmumsetzung. Der Fachtag hat gezeigt: Das Programm „Kultur macht stark“ ist enorm wichtig. Aber: Bei allen Forderungen nach verbesserten Rahmenbedingungen für Kulturelle Bildung geht es zunächst darum, dass die Träger der Kulturellen Bildung, sei es als Verein bzw. Einrichtung vor Ort oder als Verband auf Landes- bzw. Bundesebene, den Auftrag annehmen und umsetzen, sich mit ihren Angeboten den Kindern und Jugendlichen zuzuwenden, die weniger Bildungschancen haben. Insofern sind die Entwicklung von Bündnissen, die Ansprache von Zielgruppen, die Suche nach geeigneten Bildungskonzepten, das kritische Hinterfragen des eigenen Wirkens und Erfolges unbedingt notwendig und können nicht „wegdelegiert“ werden. Der Fachtag hat auch offengelegt, dass es viel Gesprächsund Verbesserungsbedarf in „Kultur macht stark“ gibt. ­Gelingensbedingungen für das Programm zu schaffen, heißt zusammenfassend, den kritisch-konstruktiven Diskurs zu allen

48

FÖRDERUNG UND ADMINISTRATION Im Zusammenschluss mit den sieben größten Verbänden innerhalb von „Kultur macht stark“ hat die BKJ dazu beigetragen, dass alle Programmpartner gute Ausgangsbedingungen für ihr Programm haben, indem die Mittel für alle bis Ende 2015 qua Bewilligung gesichert sind. Auch wurde eine Zusicherung des das BMBF erwirkt, dass es sich bemüht, nicht verbrauchte Mittel aus dem Jahr 2013 zu einem anderen Zeitpunkt den Programmpartnern zur Verfügung zu stellen. Auf Bundesebene hat sich die BKJ diskursiv an der Entwicklung der zentralen Verwaltungsdatenbank sowie an der Diskussion der administrativen Prozesse – mit dem Ziel der Entbüro­ kratisierung – aktiv beteiligt. Anregungen, Notwendigkeiten und Forderungen der Programmpartner wurden an das BMBF weitergeleitet.

aufgeworfenen Fragen fortzuführen: zu den fachlichen Herausforderungen, zu den administrativen Prozessen, zu den ­s trukturellen Notwendigkeiten. DIE STÄNDIGE KONFERENZ DER PROGRAMMPARTNER „KULTUR MACHT STARK“ Auf Beschluss der BKJ Mitgliederversammlung wurde eine Ständige Konferenz der BKJ-Mitglieder installiert, die Programmpartner in „Kultur macht stark“ sind. Damit wurde eine Plattform geschaffen, die nicht nur den Fachaustausch und operativen Know-how-Transfer sichert, sondern auch Abstimmungen in Hinsicht auf Kommunikation, politische Lobbyarbeit oder Administration ermöglicht. Diese Ständige Konferenz wurde später auch für Programmpartner geöffnet, die nicht Mitglied der BKJ sind, und stellt nunmehr einen zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss dar. Die Ständige Konferenz hat 2013 dreimal getagt. KÜNSTE ÖFFNEN WELTEN – QUANTITATIVE PARAMETER Die BKJ veröffentlichte 2013 drei Ausschreibungen (im Januar, im April und im August). Diese Ausschreibungen führten zu 504 Interessenbekundungen, von denen das Auswahlgremium 314 auswählte. Bis in den Dezember haben 195 Bündnisse für Bildung ihre Arbeit aufgenommen. Diese Bündnisse kommen zur guten Hälfte aus dem Mitgliedsspektrum der BKJ. Die Antragsteller sind zu drei Vierteln freie Träger und zu 15 Prozent öffentliche Träger. Bei den Trägern der Kulturellen Bildung sind die Jugendkunstschulen und Kunst-

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


Auf der Basis der Entscheidungen des Auswahlgremiums wurden im eigenen Programm „Künste öffnen Welten“ die Bündnisse durch den Prozess der formalen Antragstellung und Projektadministration begleitet. Die BKJ in ihrer Rolle als Erstzuwendungsempfänger trägt hier umfangreiche Verantwortung für die ordnungsgemäße Weiterleitung und Ver­ wendung der Mittel an häufig unerfahrene Letztzuwendungsempfänger auf der lokalen Ebene. FACHENTWICKLUNG, PROGRAMMSCHULUNG UND ­QUALITÄTSSICHERUNG Die Ständige Konferenz „Kultur macht stark“ oder der Fachtag „kreatives wachsen lassen“ waren geeignete Plattformen, sich den thematischen Zielstellungen und Umsetzungsstrategien des Programms zuzuwenden. Auf Betreiben ihrer Mitglieder­ versammlung hin hat sich die BKJ dafür eingesetzt, dass ein

werkstätten mit ca. einem Viertel am stärksten vertreten, gefolgt von Theatern/theaterpädagogischen Zentren, Chören/ Orchestern/Musikschulen, Kulturzentren/Soziokulturellen Zentren. Als formale Bildungsorte sind Grundschulen (40 Prozent), kombinierte Schulen (knapp 20 Prozent), Kitas (20 Prozent) am häufigsten eingebunden. Es werden in den Projekten die Sparten in ihrer Vielfalt be­ rücksichtigt (Bildende Kunst: knapp 60 Prozent, Theater: knapp 50 Prozent, Interkulturelle Arbeit: 40 Prozent, Tanz: 40 Prozent, Fotografie: knapp 40 Prozent, Spielpädagogik knapp 40 Prozent). Es gibt eine deutliche Tendenz zu Projekten, die interdisziplinär oder mit der Auswahlmöglichkeit unterschiedlicher Sparten arbeiten. Es werden alle Altersgruppen integriert (10–16 Jahre: ca. 55 Prozent; 6–10/12 Jahre: 50 Prozent, 16–18 Jahre: ca. 35 Prozent, 3-6 Jahre: ca. 15 Prozent). Auch gibt es eine deutliche Tendenz zu altersgemischten Projekten. Die Projekte sind vorrangig in Baden-Württemberg, Berlin und Thüringen, zuletzt auch NRW verortet. JAHRESTHEMA „SOZIALRÄUMLICHE DIMENSION KULTURELLER BILDUNGSARBEIT“ Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ist die BKJ überzeugt, dass die kulturelle, künstle­ rische und kulturpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit schwierigen Bildungsbiografien besonders erfolgreich gelingen kann, wenn deren Lebens(um)welten nicht nur unter pädagogischem Blickwinkel „beachtet“, sondern direkt und aktiv in den Projekten und Bündnissen aufgegriffen und angegangen werden.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Qualitätsverbund konzipiert und bewilligt wird, der die Qualitätssicherung aller Programmpartner durch Fachaustausch auf Bundesebene und durch Qualifizierungsangebote auf regionaler und lokaler Ebene sowie Arbeitshilfen unterstützt. Innerhalb ihres Programms „Künste öffnen Welten“ wurden die lokalen Bündnispartner durch neun Programmschulungen angesprochen, die sich unterschiedlichsten Themen in der Umsetzung des Programms widmeten (Professionelle Zusammen­ arbeit in Bündnissen, Diversitätsbewusste Bildung, Kompetenzbeobachtung und -dokumentation, Ländlicher Raum). Auch wurde ein Themenheft zum Jahresthema „Sozialraum“ ver­ öffentlicht. Nicht nur, dass die BKJ ihren Mitgliedern in Hinsicht auf ihre Rolle als Programmpartner zur Seite stand, auch für die lokalen Bündnisse in „Künste öffnen Welten“ selbst hat sie Instrumente

Das erste Jahr des BKJ-Programms „Künste öffnen Welten“ war eine Fundgrube für das Jahresthema 2013 „Sozialraum“. Es wurde erforscht und reflektiert, was den Alltag von Kindern und Jugendlichen ausmacht und was sie beschäftigt, welche Rolle Kultur in ihrem Leben spielt bzw. spielen könnte, welche Orte und Angebote sie nutzen und sich aneignen. Die BKJ veröffentlichte das Themenheft „Sozialraum: RAUM BILDUNG HORIZONTE. Kooperationen sozialräumlich gestalten“. Dieses Themenheft veranschaulicht, wie Konzepte Kultureller Bildung und Kooperationen zwischen Trägern der Kulturellen Bildung, formalen Bildungsorten und sozialräumlichen Partnern, vor allem im Rahmen von „Künste öffnen Welten“, so entwickelt und gestaltet werden können, dass die Lebenssituationen der Kinder und Jugendlichen aufgegriffen und ihre Sozialräume erweitert werden. Bestehende Bündnisse berichten praxisnah von ihren Erfahrungen in ihrem Sozialraum. Gespräche mit ausgewählten Akteur/innen aus verschiedenen Bereichen stellen ihre Perspek­ tive auf Sozialraum und Kulturelle Bildung vor. Neben der Praxis wird auch der wissenschaftlich-reflektierende Blickwinkel nicht versäumt. Themenheft „Sozialraum: RAUM BILDUNG HORIZONTE. Kooperationen sozialräumlich gestalten“: www.kuenste-oeffnen-welten.de/themenpool

49


wie Rundschreiben und Beratungsgespräche entwickelt. Die Bündnisse beteiligten sich an qualitativen und quantitativen Befragungen, mit denen eine externe Beraterin beauftragt wurde. Arbeitshilfen und -blätter unterstützten die Bündnisse in der Entwicklung und Umsetzung ihrer Vorhaben. INTERESSENVERTRETUNG UND PROGRAMMSICHERUNG Folgende Aspekte bewegten die Basis und die Programmpartner im ersten Jahr jenseits der mit dem Programmaufbau im Engeren zusammenhängenden Herausforderungen: -- eine Balance zu finden zwischen zuwendungsrechtlichen Notwendigkeiten und administrativen Erleichterungen, so dass das Programm auf lokaler Ebene und auf Bundesebene zu bewältigen ist. Jeder Programmpartner entwickelte im ­Zusammenspiel mit dem Online-Portal des BMBF Verfahren zur Organisation und Durchführung des Programms; -- sich dafür einzusetzen, dass der organisatorische und ­administrative Aufwand auf lokaler Ebene zumindest in einem Anteil anerkannt und eine Verwaltungspauschale eingeführt wird. Entsprechende Vorschläge wurden mit dem BMBF ­diskutiert und letztlich auch erfolgreich implementiert; -- die bestehenden Unsicherheiten zur Dauer und zum Umfang der Bewilligungen und zum Mittelabfluss zu bewältigen. Dies zog die Entwicklung eines professionellen Programm­ managements nach sich; -- eine Definition von „Außerunterrichtlichkeit“ zu finden, ­welche dem Programmrahmen entspricht und zugleich praxis­ tauglich und zielgruppenorientiert ist. Hier wurden in den Projekten die Umsetzungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten überprüft und Vorschläge erarbeitet. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern setzte sich die BKJ 2013 gegenüber dem Bundesbildungsministerium entsprechend dafür ein, das Programm „Kultur macht stark“ nicht nur ­f inanziell zu sichern, sondern in Zusammenarbeit mit dem BMBF die Rahmenbedingungen für die lokalen Bündnisse und Verbände/Initiativen zu verbessern.

ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE >> Wirksamer Dialog zur Realisierung Kultureller Teilhabe und BIldung In „Kultur macht stark“ zeigte sich deutlich, auf welche fach­ liche Expertise und Netzwerkkompetenz sich ein solches großes Förderprogramm stützen sollte und wie wichtig das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Verbänden; ­Bildungs-, Kultur-, Jugend- und Sozialarbeit, Bund, Ländern und lokaler Ebene ist. Im Einzelnen: - Das Programm stellt strukturell, organisatorisch und ­f ach­lich eine große Herausforderung dar. Im Programm­ management mussten das Förderministerium BMBF und die Verbände und Initiativen, die als Programmpartner mit der Umsetzung betraut sind, ihr Selbstverständnis artiku­

50

lieren, ihre Aufgaben spezifizieren und ihre Rollen finden. Es ist als großer Erfolg zu werten, dass dies zum Ende des Jahres zunehmend dialogisch gelang. Unverzichtbar sind dabei Plattformen, welche zivilgesellschaftlich organisiert und fachpolitisch motiviert sind. Gemeinsame Interessen und Strategien der Programmpartner zu identifizieren und zu moderieren war eine wichtige Rolle, welche der BKJ zufiel. - Als Programmpartner, aber auch als interessierte Fachöffentlichkeit, sind Verbände und Träger involviert, welche einen wichtigen Beitrag zur konzeptionellen Weiterentwicklung teilhabeorientierter und diversitätsbewusster Kultureller Bildung leisten können und geleistet haben: aus der Sozial­ arbeit, aus der interkulturellen Arbeit, aus der Bildungsarbeit, aus Kunst und Kultur. Deshalb ist die fachliche Vernetzung und Bündelung entscheidend. - Das Programm ermöglicht der BKJ, nicht nur eine wichtige Serviceleistung gegenüber den Mitgliedern und dem Feld zu erbringen, sondern auch in intensiven Kontakt mit der Basis zu treten und dadurch Entwicklungen in der Kulturellen Bildung sehr direkt zu verfolgen und zu bündeln. - Der Bekanntheitsgrad des Programms „Kultur macht stark“ insgesamt und des Programms der BKJ – inhaltlich eines der offensten Programme innerhalb von „Kultur macht stark“ – bei eigenen Mitgliedern, v. a. bei LKJs und einzelnen Fach­ verbänden, ist hoch. In der Zusammenarbeit haben sich die gegenseitige Information über und kommunika­tive Bündelung von Programmaktivitäten als ­Prinzipien bewährt. - Die Mobilisierung der lokalen Ebene für Teilhabe- und Bildungsprojekte gelingt fachlich unkompliziert, steht aber in engem Zusammenhang mit dem administrativen und organisa­ torischen Aufwand. Deshalb war es unbedingt notwendig, dass die mit der Aufbauphase verbundenen Hürden im ­P rogrammmanagement bewältigt werden konnten. Zu umfängliche Formalisierungen und Verwaltungsprozesse, aber auch Ablehnungen durch Auswahlentscheidungen und mangelnde Programmpassfähigkeit führten zu Schwan­ kungen in der Resonanz, denen kommunikativ begegnet werden konnte. - Der Beratungsaufwand von Interessierten und Antragstellern war sowohl im Vorfeld als auch begleitend bei der Projektumsetzung inhaltlich wie finanziell-administrativ sehr hoch. Es werden oft, im BKJ-Programm sogar mehrheitlich, Antragsteller erreicht, die gar nicht oder wenig erfahren mit öffent­ licher Förderung sind. - Die Interessenbekundungen und geförderten Projekte im Gesamtprogramm und bei der BKJ repräsentieren ein weites Spektrum. Die künstlerischen Sparten, konzeptionellen Ansätze aber auch die Trägerstrukturen und Bündnisqualitäten Kultureller Bildung werden in ihrer Vielfalt im Programm sichtbar und wirksam. Bereits die ersten Bündnisse konnten zeigen, dass die Programmziele erreicht werden können. - Gerade die Rolle von Kindertageseinrichtungen und Schulen, verbunden mit dem Ziel dezentraler Ganztagsbildung und kultureller Schulentwicklung in den Bündnissen kann nur langsam entwickelt werden. Aufgrund der beschriebenen Herausforderungen mussten zudem im ersten Jahr

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


inhalt­liche Fragestellungen etwas in den Hintergrund rücken. Den Mitgliedern der BKJ, der BKJ selbst und den weiteren Programmpartnern ist sehr an einer fachlich qualitativen Aus­gestaltung des Programms gelegen. Die durchgeführten Programmschulungen und Fachangebote für die lokalen Bündnisse stoßen auf gute Resonanz. Austausch- und Qualifizierungsinteressen konnten so berücksichtigt werden.

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND ­KONSEQUENZEN >> Weitere Entwicklungschancen für das Programm Kultureller Teilhabe und Bildung Das erste Jahr der Programmumsetzung von „Kultur macht stark“ ist als Jahr des Aufbaus und der Findung zu werten. Es lassen sich aus diesem notwendige Prinzipien und Voraussetzungen für den inhaltlichen Erfolg – Eröffnung neuer Teil­ habe- und Bildungschancen – des Gesamtprogramms und seiner Teilprogramme ableiten: -- Zuvorderst geht es darum, dass es der BKJ gemeinsam mit den anderen Programmpartnern gelingt, Teilhabe- und ­Bildungschancen flächendeckend zu verbessern und dafür qualitätsvolle Angebote zu unterbreiten. Programmerfolg in „Kultur macht stark“ sollte sich in erster Linie an den Interessen, der Ansprache und Bindung von Kindern und Jugend­ lichen orientieren, die weniger Bildungschancen haben. -- Entsprechend leitet sich eine Agenda ab, welche die Pro­ grammumsetzung im engeren betrifft und zentrale Aufgabe für die BKJ und die weiteren Programmpartner ist: die Moti­ vation und Öffentlichkeitsarbeit, die administrative und inhaltliche Begleitung, die Facharbeit und Qualitätssicherung. -- Das eigene Programm, für die BKJ also „Künste öffnen Welten“, ist daher immer wieder auf den Prüfstand in Hinsicht auf seine Wirksamkeit und Fachlichkeit zu stellen. Die BKJ wird aufgrund

 SERVICESTELLEN DER LKJ ­UNTERSTÜTZEN INFORMATION, MOBILISIERUNG UND VER­ NETZUNG In den drei Bundesländern Niedersachsen, SachsenAnhalt und Schleswig Holstein und in der Stadt München sind auf Initia­tive der ansässigen LKJs und gefördert von den jeweiligen Länderministerien Anlaufstellen entstanden, welche die Verbreitung von „Kultur macht stark“ im Bundesland stärken. Die BKJ hat diese Servicestellen ihrerseits mit Beratung und Information unterstützt.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

der Erfahrungen im ersten Jahr Programmjustierungen vornehmen, um passgenauer der Praxis entsprechend das Programm auszugestalten. Das betrifft den finanziellen Rahmen (Fördersummen, Richtwerte, Module), die Vereinfachungen von Zugängen und Formularen bzw. Prozessen (Ausschreibung, Interessenbekundung, formale Antragstellung) sowie die Kommunikationsstrategie und Mitgliedereinbindung. -- Die Umsetzung des Programms über verbandliche bzw. zivilgesellschaftliche Strukturen ist ein Mehrwert. Die Programmpartner sind weder „Ausführungsgehilfen“ oder „Umgeherstrukturen“, sondern fachliche Experten und kompetente Administratoren, die in dieser Rolle gestärkt und sichtbar werden müssen. -- Die BKJ wird ihren Dialog mit Bundesbildungspolitik und -­verwaltung fortsetzen und sich als Gesprächs-, Fach- und Netzwerkpartner anbieten sowie die Interessen des Feldes Kultureller Bildung in der weiteren Programmentwicklung vertreten. Es braucht weiter eine konstruktiv-kritische Haltung gegenüber dem BMBF, die für etwaige Problemanzeigen Lösungsvorschläge und Gesprächsangebote beinhaltet. -- Die Praxis, d. h. die lokale Ebene, und die Programmpartner auf Bundesebene sollten weiter selbstbewusst als zivil­ gesellschaftliche Akteure auftreten. Dies wird sich weiter im Spannungsfeld von – sofern notwendig – berechtigter Kritik und motivierender Programmpraxis bewegen. -- In der Ständigen Konferenz für alle Programmpartner trägt die BKJ koordinierend wichtige Verantwortung für das Gesamtprogramm, während Vertretungsrollen und Arbeits­ aufgaben gemeinsam entschieden und arbeitsteilig verteilt werden müssen. -- Es müssen strategische Allianzen gesucht werden, die den Programmerfolg auch im politischen Feld unterstützen. Dies bezieht sich nicht nur auf Bundestagsabgeordnete, sondern auch die Kultur-, Bildungs- und Jugendpolitik in den Ländern und Kommunen.

 BKJ-MITGLIEDER ÜBERNEHMEN PROGRAMMVERANTWORTUNG FÜR „KÜNSTE ÖFFNEN WELTEN“ Zahlreiche Mitglieder der BKJ haben zum Programmerfolg beigetragen, indem sie beispielsweise Informationsveranstal­tungen organisiert, Programmschulungen mitgestaltet oder Ausschreibungen begleitet haben. Im Vorfeld hat sich die BKJ mit zwei Umfragen an die Mitglieder gewandt, die nicht selbst Programmpartner sind, und sie nach ihren Beteiligungs­interessen gefragt.

51


52

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


  NEBEN DER BKJ SETZEN ­ 13 BKJ-MITGLIEDER EIGENE ­PROGRAMMKONZEPTE UM Die Mitglieder der BKJ tragen als Programmpartner entscheidend zur inhaltlichen Vielfalt und fundierten Praxisqualität in “Kultur macht stark” bei:

ARBEITSKREIS FÜR JUGENDLITERATUR (AKJ): „LITERANAUTEN ÜBERALL“

ASSITEJ BUNDESREPUBLIK ­DEUTSCHLAND: „WEGE INS THEATER“

Lesen öffnet Welten. Um möglichst vielen Jugendlichen diese Erfahrung zu ermög­ lichen, hat der Arbeitskreis für Jugend­ literatur das bundesweite Leseförderungsprojekt „Literanauten überall“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Jugendliche durch Literatur in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und ihre Bildungschancen zu erhöhen. Lesebegeisterte Jugendliche, die in einer Literaturgruppe oder einem Leseclub (z.B. in der Bibliothek, Buchhandlung, Schule) aktiv sind, entwickeln als „Literanauten“ eigene Buchprojekte und Literaturevents für bildungsbenachteiligte Jugendliche in ihrer Region. Zur Umsetzung werden lokale Bildungsbündnisse geschlossen. Zum Mitmachen aufgerufen sind vor allem Leseclubs und Literaturgruppen mit jugendlichen Mitgliedern. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Ziel des Programms ist es, Kindern und Jugendlichen Wege ins Theater zu eröffnen, die bisher keinen Zugang zu Theater haben. Gefördert werden außerschulische Projekte der Theatervermittlung mit drei möglichen Schwerpunkten: Das Projektformat „Besuch“ setzt einen starken Schwerpunkt auf den Sozialraum der angesprochenen Kinder und Jugendlichen und findet auch dort statt, das Projekt­ format „Gegenbesuch“ stellt die Rezeption von Theater in den Mittelpunkt, und im Projektformat „Scouts“ geht es darum, einen kontinuierlichen Dialog zwischen Theatermachern und Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Alle Projekte können Theaterpraxis, Rezeption und Diskussionsformate enthalten. Die Projekte werden von lokalen Bündnissen aus drei Partnern durchgeführt, von denen einer die Kompetenz im Bereich Theater einbringt.

www.literanauten.org www.wegeinstheater.de

BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT (BAG) SPIELMOBILE: „BILDUNGSLAND­ SCHAFTEN SPIELEND ERKUNDEN UND MITGESTALTEN“ Die „bildungsLandschaften“ können unterschiedliche Erscheinungsformen haben. Gemeinsam ist ihnen ein spiel- und medienpädagogischer Ansatz, der einen Brückenschlag zwischen realen und virtuellen Wirklichkeiten, zwischen formalem und informellem Lernen, zwischen etablierter Bildung und der Faszination mobiler ­medialer Kommunikation ermöglicht. Sie werden organisiert von einer mobilen spielkulturellen Einrichtung (Spiel- oder Medienmobil) und mindestens zwei weiteren lokalräumlichen Partnern. http://buendnisse.spielmobile.de

BUND DEUTSCHER AMATEURTHEATER (BDAT): „THEATER FÜR ALLE!“ Ziel des Förderprogramms ist es, für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugend­ liche neue Perspektiven und Chancen durch die aktive Teilnahme an Theater­ projekten und kulturellen Veranstaltungen zu öffnen. Hierzu gibt es fünf Formate, mit denen die verschiedensten Projektideen verwirklicht werden können: Aufbau einer Theatergruppe, Peer to Peer, Theater­ freizeiten, Theaterwerkstätten sowie Jahres- und Familienprojekte. Mindestens drei zivilgesellschaftliche Akteure schließen sich in Bündnissen zusammen: Amateurtheater, Kulturvereine und Bildungsträger sind ebenso angesprochen wie andere theaterinteressierte Initiativen, Verbände und Unternehmen. www.bdat.info/cms/front_content. php?idart=408

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

BUNDESVERBAND DER FRIEDRICHBÖDECKER-KREISE (FBK): „AUTORENPATENSCHAFTEN – LITERATUR LESEN UND SCHREIBEN MIT PROFIS“ Die in fast allen Bundesländern wirkenden Friedrich-Bödecker-Kreise gründen und betreuen gemeinsam mit Bildungs- und Kulturpartnern zahlreiche „Autorenpatenschaften“. Die Mentorenprogramme ­bringen Kinder und Jugendliche und professionelle Autor/innen zusammen. Die Teilnehmer/innen entdecken so neue Ausdrucksformen und erschließen sich einen neuen Erfahrungshorizont. In Schreibwerkstätten entwickeln sie eigene Texte, welche unter Anleitung der Autor/ innen in einem intensiven Prozess diskutiert, bearbeitet und (öffentlich) vorgetragen werden. Am Ende einer Autorenpatenschaft steht eine gemeinsame Publikation. www.boedecker-buendnisse.de

53


BUNDESVEREINIGUNG DEUTSCHER ORCHESTERVERBÄNDE (BDO) Bündnisse von Musikvereinen und lokalen Kooperationspartnern sollen insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen der Bildungsarmut von Kindern und Jugendlichen entgegenwirken. Die BDO hat dafür ein niedrigschwelliges Antrags- und Durchführungskonzept für die meist ehrenamtlich geführten, häufig im ländlichen Raum verwurzelten Musikvereine entwickelt. Seit August 2013 führen nun 78 Musikvereine und andere Organisationen bundesweit über 150 Maßnahmen pro Jahr durch. Durch integrative Maßnahmen und Einbeziehung von Gleichaltrigen sollen die Musikvereine den ­Heranwachsenden bei der Ausgestaltung einer eigenen Persönlichkeit helfen und damit die Gesellschaft nachhaltig fördern. Die BDO legt besonderen Wert auf den integrativen Charakter von musikalischer Bildung der weit über das reine Musizieren hinausgeht.

DEUTSCHER BIBLIOTHEKSVERBAND (DBV): „LESEN MACHT STARK: LESEN UND DIGITALE MEDIEN“ Das Projekt fördert die Lesefähigkeit von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen. Deren Interesse an neuen Medien wird aktiv genutzt, um fürs Lesen zu begeistern und so die Lese-, Informa­ tions- und Medienkompetenz zu stärken. Ausgangspunkt ist dabei immer eine gelesene Geschichte, die mit Hilfe digi­ taler Medien erweitert, geteilt und kreativ weiterentwickelt wird. Die fünf alters­ gerechten Maßnahmen umfassen viel­ fältige Formate und Medien wie Bilderbuchkino, Ting-Stifte, Fotogeschichten mit dem Tablet-PC oder Social Reading. www.lesen-und-digitale-medien.de

Bei „Movies in Motion“ drehen Jugendliche Filme und organisieren Filmveranstal­ tungen. Dabei gilt: Der Weg ist das Ziel. Die Filmauswahl findet über zwei Zugänge statt: Einmal können die Jugendlichen über die rezeptive Filmbildung eine Auswahl treffen. Gemeinsam werden in der Vorbereitung unterschiedliche Filme gesichtet, diskutiert und letztlich öffentlich präsentiert. Alternativ sind die Filme eigene Produktionen, die in praktischer Filmarbeit entstehen und in einer ­P remierenfeier präsentiert werden. „Movies in Motion“-Projekte werden von Bündnisse durchgeführt, die dem BJF, einem lokalen BJF-Mitglied sowie mindestens zwei weiteren lokalen Bündnis­ partnern bestehen. http://moviesinmotion.bjf.info

Mit den SINGEN.Bündnissen wird vielen Kindern die Chance geben, über das Kulturgut Singen persönlich, aktiv und interaktiv kulturelle Bildung zu erfahren. Beim gemeinsamen Singen erleben die Kinder Gemeinschaft, Zusammenhalt und Verantwortung. Aber auch individuelle Stärken sowie Persönlichkeits- und Sprach­ entwicklung werden gefördert. Die Kinder werden nach den Kriterien des kind­ gerechten Singens von einer musik­ pädagogischen Fachkraft betreut. Auch die beteiligten Erzieher/innen, Betreuer/ innen und Pädagog/innen werden aktiv in das gemeinsame Singen einbezogen. Ziel jedes Bündnisses ist eine Präsenta­ tion der erreichten musikalischen Projektergebnisse – ein kleines Konzert. Die SINGEN.Bündnisse schaffen soziale Gemeinschaft, kulturelle Interaktion und lebendige Alltagskultur. www.deutscher-chorverband.de/ singenbuendnisse/

www.orchesterverbaende.de/index. php?option=com_content&view= category&layout=blog&id=35&Itemid=67

BUNDESVERBAND JUGEND UND FILM E.V. (BJF): „MOVIES IN MOTION – MIT FILM BEWEGEN“

DEUTSCHER CHORVERBAND (DCV): „SINGEN.BÜNDNISSE“

BUNDESVERBAND MUSEUMSPÄDA­ GOGIK (BVMP): „MUSEOBILBOX“

BUNDESVERBAND TANZ IN SCHULEN: „CHANCE TANZ“

„Was aus meinem Leben sollte in einem Museum für die Menschen in der Zukunft aufbewahrt und präsentiert werden?“ Mit diesem Impuls gestalten Kinder und Jugendliche innerhalb und außerhalb des Museums eine mobile Museumsbox. Ziel ist es, den jungen Museumsneulingen Freude am Museumsbesuch zu vermitteln und sie zu ermuntern, das Museum zu einem Ort in ihrer Lebenswelt zu machen. Sie entdecken Bezüge zwischen dem eigenen Leben und den Museumssammlungen und erproben im Museum Möglichkeiten der aktiven, selbstbestimmten und kreativen Gestaltung und Präsentation. Die „MuseobilBOX“ bietet Museen bundesweit die Möglichkeit, bildungsbenach­ teiligte Kinder und Jugendliche in ihrer kulturellen Entwicklung zu fördern. Museen können sich zusammen mit zwei weiteren lokalen Partnern, die Zugang zur Zielgruppe haben und sozialräumlich verankert sind, mit Ihren Ideen bewerben.

„ChanceTanz“ fördert jährlich rund 120 lokale Projekte, in denen Kinder und ­Jugendliche unter professioneller Leitung von Tanzkünstler/innen bzw. Tanz­ pädagog/innen an einem tänzerischkreativen Prozess teilhaben und diesen aktiv mitgestalten. In lokalen Bündnissen finden sich tanzkünstlerisch und -­pädagogisch ausgewiesene Partner mit einer Schule bzw. Jugendeinrichtung und einer kulturellen Einrichtung zusammen. Die erarbeiteten Ergebnisse der Projekte werden jeweils präsentiert. Neben der aktiven Teilhabe am Tanzangebot gehören Aufführungs- oder Probenbesuchen ­professioneller Tanzkompanien sowie Gespräche und Begegnungen mit Tanzkünstler/innen zu den Angeboten. www.chancetanz.de

www.museobilbox.org

54

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


STIFTUNG LESEN: „LESECLUBS – MIT FREU(N)DEN LESEN“

VERBAND DEUTSCHER MUSIKSCHULEN (VDM): „MUSIKLEBEN!“

Leseclubs sind außerunterrichtliche Lernumgebungen, in denen sich Kinder und Jugendliche regelmäßig treffen, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und mit verschiedenen Medien kreativ zu sein. Die Stiftung Lesen richtet 120 neue Leseclubs jeweils mit zwei lokalen Bündnispartnern ein, z. B. mit Ganztagsschulen, Biblio­ theken, Jugendzentren und Mehrgenerationenhäusern. Die Stiftung Lesen be­ reitet die Akteure vor der Eröffnung des Leseclubs auf ihre Tätigkeit vor und unterstützt sie im weiteren Verlauf kontinuierlich. Neben der Ausstattung der Club­ räume ist die fachliche Unterstützung der Leseclub-Betreuer/innen und -Betreuer hierbei der zentrale Aspekt.

Immer mehr öffentliche Musikschulen nutzen die Chance und beantragen Fördermittel beim Verband deutscher Musikschulen (VdM). Seit der ersten Antragsrunde im März 2013 ist die Zahl der Musikschulen, die einen Förderantrag gestellt haben, stetig gestiegen. Aktuell leitet der VdM Fördermittel an insgesamt 260 Projekte weiter, die dem VdM-Konzept „MusikLeben!“ entsprechen. Damit ist der VdM einer der Programmpartner mit den meisten Projekten. Der VdM fördert vielfältige Maßnahmen-Formate. Diese richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche in sozialen Risikolagen und Brennpunkten, grundsätzlich werden aber alle Kinder und Jugendlichen einbezogen, um Ausgrenzungen und Stigmatisierungen zu vermeiden.

www.leseclubs.de

www.vdm-musikleben.de

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

55


Emily Knoll, Freiwillige im FSJ Kultur, Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, Ludwigsburg 56

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


6

FREIWILLIGES ENGAGEMENT IN DER KULTUR >> Engagement sichtbar machen – Vielfalt wachsen lassen

ZIELE UND SCHWERPUNKTE >> Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung

AKTIVITÄTEN UND UMSETZUNG >> Qualität und Rahmenbedingungen sichern

Als Bildungsorte, als Orte der Beteiligung, Mitgestaltung und -entscheidung in Einrichtungen und Vereinen sind Freiwilligendienste im Bereich Kultur und Bildung Brut- und Nistplatz für zivilgesellschaftliches Selbstverständnis. Über die Dienste hinaus ist Freiwilliges Engagement, sei es kurzzeitig mit Projektcharakter oder langfristig in Selbstverpflichtung etwa durch die Übernahme eines Ehrenamtes, eine Querschnittsaufgabe, die in vielen Handlungsfeldern und auf verschiedenen Ebenen der BKJ praxisrelevant ist. Die Ressourcen der Mitglieder und des Dachverbandes in beiden Themenfeldern zu bündeln und dabei die Herausforderungen fachspezifisch und aktuell zu verhandeln, ist innerverbandlich geboten und Ziel der Arbeit des Geschäftsbereichs.

Um attraktives Engagement altersgruppenunabhängig zu ermöglichen, mittels Engagement zusätzliche kulturelle ­A ngebote zu schaffen und mithin Freiwilliges Engagement im Bereich Kultur und Bildung zu stärken, bedarf es schlüssiger Qualitätskonzepte und geklärter Rahmenbedingungen. Beider Aufgaben hat sich der Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung im Berichtszeitraum angenommen.

Der Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung, in dem die Aktivitäten der BKJ und ihrer Mitglieder gebündelt werden, hat zum Ziel, Freiwilliges Engagement in der Kultur, im Besonderen Freiwilligendienstformate in Kultur und Bildung, zu konturieren und inhaltlich weiterzuentwickeln, ein Angebot von Freiwilligendiensten in föderaler Trägerstruktur zu gewährleisten sowie insbesondere den Bereich Kultureller Bildung und seine Angebots-, Einrichtungs- und Vereinsstrukturen zu stärken. Als bundeszentraler Träger fungiert die BKJ als Schnittstelle zwischen dem BMFSFJ, ihren Mitgliedern und den Trägern vor Ort und nimmt in diesem Sinne Funktionen mit unterschied­ licher Handlungslogik gleichzeitig wahr: Zum einen vertritt sie die Interessen der Träger auf Bundesebene und versucht Einfluss auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Freiwilliges Engagement und Freiwilligendienste in Kultur und Bildung zu nehmen. Dafür werden die Bedürfnisse der Mitglieder des Trägerverbundes (und ihrer Zielgruppe) in den Mittelpunkt gerückt. Andererseits gilt es, gemeinschaftliche Bedarfe im öffentlichen Interesse der Gesellschaft umzusetzen. Das erfordert wiederum eine gezielte Ausrichtung der bundeszen­ tralen Strategien der BKJ bezogen auf inhaltliche Feld- und Qualitätsentwicklung für diesen Praxisbereich.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Trägern und der BKJ regeln Qualitätsstandards. Der Prozess zur Erarbeitung neuer Qualitätsstandards für die Jugendfreiwilligendienste konnte durch eine breite und intensive Beteiligung von Trägervertreter/innen erfolgreich abgeschlossen werden. Die vorhandenen Standards für Träger, Einsatzstellen und die BKJ als bundeszentraler Träger wurden übererarbeitet und abgestimmt. So umfassen die Standards für die pädagogischen Aufgaben und die Bildungsarbeit unter anderem die individuelle Begleitung der Freiwilligen, den Strukturrahmen der Bildungstage, die Seminararbeit der Träger im Rahmen der zentralen verbind­ lichen Bildungsseminare, die zusätzlichen (freien) Bildungstage sowie die Evaluation und Weiterentwicklung des Bildungstageangebots durch die Träger. Ähnliches vollzieht sich im Bundesfreiwilligendienst, wenn auch aus einer abweichenden Ausgangslage. Basierend auf verein­ barten Standards erproben die Träger unterschiedliche Konzepte, jeweils in Kopplung an die Besonderheiten mit lokalem (Hamburg und Berlin), regionalem (Sachsen, Sachsen-Anhalt und ­Mecklenburg-Vorpommern) oder verbandsspezifischem (Blasmusik, Amateurtheater) Schwerpunkt. Die AG Qualität 27plus leitet aus diesen Erfahrungen trägerübergreifende Richtlinien ab und entwickelt die Standards damit kontinuierlich weiter. ARBEITSGRUPPE INKLUSION Spätestens mit der Ratifizierung der UN-Menschenrechtscharta für Menschen mit Behinderungen stehen auch die Freiwilligendienste vor der Anforderung, die Dienstformate inklusiv ­anzubieten und umzusetzen. Die Koordinator/innen im Trägerverbund haben sich dieses Themas angenommen und eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die von der BKJ koordiniert und moderiert wird. Wie offen sind die Zugänge in diesem Bereich Kultureller Bildung, wieviel Heterogenität ist gewollt,

57


wie viel Teilhabe ist möglich? Diese grundsätzlichen inhalt­ lichen Fragen beschäftigen die Arbeitsgruppe. Es sind Fragen, die danach verlangen, sich mit eigenen Hierarchisierungen von Unterschiedlichkeiten auseinanderzusetzen, Merkmale und Etiketten zu überprüfen, ungewollte Stigmatisierungen zu beenden.

Sachsen-Anhalt auf ihre Gegenüber aus dem ökologischen Freiwilligendienst stießen, fand auf Einladung der LKJ SachsenAnhalt in Magdeburg statt. Verabredet wurde unter anderem die konkrete Zusammenarbeit in den ländlichen Räumen zu verbessern und die Einsatzstellen aus beiden Bereichen mit­ einander zu vernetzen.

FREIWILLIGENDIENSTE IM LÄNDLICHEN RAUM

FREIWILLIGENDIENSTE SIND INTERNATIONAL – JETZT AUCH IN DEUTSCHLAND

Gemeinsam mit anderen Trägern im Verbund hat die LKJ SachsenAnhalt dem Thema „Freiwilligendienste in ländlichen Räumen“ zu erhöhter Aufmerksamkeit verholfen. Für einen Freiwilligendienst den Lebensmittelpunkt in ländliche Regionen zu legen, setzt eine bewusste Entscheidung voraus im Wissen um die Besonderheiten des Lebens auf dem Lande (Nähe zur Natur, Ruhe). Attraktiv ist der Freiwilligendienst im ländlichen Raum für zwei unterschiedliche Zielgruppen von jungen Menschen: Freiwillige, die aus der jeweiligen Region stammen (Dablei­ bende), und Freiwillige für die die geografische Lage oder das spezifische inhaltliche Arbeitsfeld der Einsatzstelle relevant ist (Zuziehende). Für die Zuziehenden gelten gewiss die Reize des Unbekannten, die bewusste Abkehr vom städtischen Leben, die Zuwendung zur Natur. Für die Freiwilligen, die am Ort bleiben, sind andere Kriterien ausschlaggebend: familiäre oder freundschaftliche Bindungen, Hobbys oder die fehlende Bereitschaft zur Abnabelung vom Elternhaus. Nach der Beschreibung dieser Ausgangslage und der aus ihr resultierenden spezifischen Herausforderungen (etwa in den Bereichen Wohnraum, Mobilität, Kommunikation, Vernetzung) hat eine Arbeitsgruppe aus Koordinator/innen des Trägerverbunds beschlossen, in den Austausch mit Trägern des Freiwilligen Ökologischen Jahres einzutreten. Ein erstes Treffen, bei dem die regionalen Träger aus Niedersachsen, Brandenburg und

Die BKJ und ihre Mitglieder pflegen zum Teil intensive Kooperationen mit internationalen Partnern. Für den Geschäftsbereich Freiwilliges Engagement war es eine stete Leerstelle, dass junge Menschen aus Deutschland zwar in unterschiedlichen Formaten Erfahrungen mittels internationaler Freiwilligendienste sammeln können, es jungen Menschen aus dem Ausland, insbesondere dem globalen Süden, aber verwehrt bleibt, freiwilliges Engagement in Form von Freiwilligendiensten in Deutschland zu erproben und bereichernde Alltagserfahrungen für ihr weiteres Leben in diesem Land zu sammeln. Dies ist nun möglich. Dank der Initiative des BMFSFJ gibt es für den BFD und das FSJ nun ein sogenanntes Incoming-­ Programm. In den Freiwilligendiensten in Kultur und Bildung hat bisher eine Freiwillige im Jugend Museum Berlin ihr FSJ absolviert. Mit der LKJ Berlin ist so bereits ein Träger gewonnen, der sich die Perspektive der internationalen Öffnung auch für die Freiwilligendienste zu eigen macht. Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz plant nachzuziehen und mit der Partner­ region Burgund in einen deutsch-französischen Freiwilligenaustausch einzutreten.

ENGAGEMENT IST ZÄHLBAR – KENNZIFFERN EINES FREIWILLIGENJAHRGANGS 1.714 Jugendliche beendeten im Sommer ihr FSJ Kultur, ihr FSJ Politik oder ihr FSJ Schule, 204 von ihnen haben dies als Bundesfreiwilligendienst geleistet. 5,37 Prozent (= 92) aller Freiwilligen waren jünger als 18 Jahre, 8,8 Prozent (= 151) haben bereits Studium und Berufsausbildung hinter sich. Ihre Nachfolger, 1.832 (+ 6,7 Prozent) junge Menschen unter 27 Jahren starteten im September in diesen Freiwilligendienstformaten, begleitet von den 13 FSJ-Trägern im Verbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung. Die 9 Träger im Verbund, die den Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung 27plus umsetzen, haben 2013 mit 632 Freiwilligen Verträge schließen können und binden damit etwa 3 Prozent aller Bundesfreiwilligen über 26 Jahre.

58

Am häufigsten engagieren sich die Freiwilligen, die mindestens 27 Jahre alt sind, in Musikverbänden oder -schulen, in Orchestern, Chören und im Theater. 10 Prozent von ihnen sind ein halbes Jahr tätig, 57 Prozent bis zu einem Jahr und 33 Prozent über ein Jahr lang (bis zu 18 Monaten) im Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung 27plus aktiv. Im Vergleich zur Gesamtanzahl an Bundesfreiwilligen gelingt es den Trägern sehr gut, Menschen ab 66 Jahren durch einen Bundesfreiwilligendienst zeitintensiv und langfristig zu binden. Im Rentenalter sind demnach 17 Prozent der Freiwilligen (4 Prozent bundesweit unter den Freiwilligen 27plus), 63 Prozent sind zwischen 41 und 65 Jahre alt und nur 5 Prozent sind jünger als 30 Jahre.

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


FACHAUSSCHUSS ENGAGEMENT UND EHRENAMT GEGRÜNDET Sehr prägend für die Arbeit des Geschäftsbereichs sind die Jugend- und generationsoffenen Freiwilligendienste. Doch ist allen Beteiligten klar, dass dies nur einen Ausschnitt der breiten Engagementpalette in der Kultur darstellt. Das Berichtsjahr hat die BKJ dafür genutzt, sich Gedanken zu machen, wie das Thema Engagement und Ehrenamt jenseits der Freiwilligendienste gebührenden Raum erhalten kann. Das Ergebnis ist ein Fachausschuss, der sich künftig ausschließlich Engagementthemen widmen soll, die die Träger der Kulturellen Bildung bewegen.

ERKENNTNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN ZUSAMMENARBEIT IM TRÄGERVERBUND Ein Glücksfall für die BKJ ist die enge Zusammenarbeit mit siebzehn kompetenten Mitgliedsorganisationen und Partnern im Trägerverbund, der sehr viel enger inhaltlich, konzeptionell und organisatorisch verbunden ist, als es beispielsweise die Mitglieder in den Fachausschüssen sind. Dreizehn Träger sind in den Jugendfreiwilligendiensten aktiv, sieben von ihnen erproben den BFD auch für Lebensältere zu etablieren, vier von ihnen bieten ausschließlich den Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung für die Altersgruppe 27plus an. Diese ­besondere Konstruktion funktioniert dank eines intensiven Austausch- und Gestaltungsprozesses. Gerade die Einführung des BFD hat es für den Trägerverbund erforderlich gemacht, Absprachen der Zusammenarbeit zu verschriftlichen und das demokratische Grundverständnis im Miteinander zu ver­ handeln. Dieser Selbstvergewisserungsprozess war notwendig und für die Zusammenarbeit im Trägerverbund förderlich. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Trägerverbund fußt auf der Partnerschaft und Netzwerkarbeit der solidarisch ­agierenden Mitglieder unter der Moderation der BKJ. Ideen, Erfahrungen und Erkenntnisse werden regelmäßig ausgetauscht, Inhalte und Strukturen vernetzt, Synergien und Transfer gewährleistet, das Lernen und Ausüben guter Praxis ermöglicht. Die Geschäftsführungen regeln auf ihren halbjährlichen Treffen die administrativen Belange, die pädagogisch tätigen Koordi­ nator/innen vereinbaren operative Umsetzungsmodalitäten, tauschen sich intensiv aus und speisen gute Erfahrungen ebenso wie offene Fragestellungen in den kollegialen Verbund ein. Bewährt haben sich Fortbildungsformate, die unmittelbar an den Aufgabenstellungen der pädagogischen Arbeit der ­Träger ansetzen. Die Bandbreite reicht von methodischen ­Trainings über jugendsoziologische Fragestellungen bis zu spezifischen Diskursen kultureller Vielfalt. Die Rolle der BKJ im und für den Trägerverbund wurde 2013 überprüft und in engem Austausch mit den Trägern erneut profiliert. So nimmt die BKJ im Rahmen des Trägerverbundes drei unterschiedliche Aufgaben wahr:

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

-- strategische und fachpolitische Aufgaben als bundeszentraler Träger; d. h. die Umsetzung der Zielsetzungen der BKJ zum Ausbau einer vielfältigen Engagementlandschaft (Engagement als Schlüsselressource für die Sicherstellung von Vielfalt in der kulturellen Bildungslandschaft) die Mitarbeit in bundeszentralen Arbeitskreisen sowie die Einschätzung bundesweiter Entwicklungen, um die Zusammenarbeit mit Bundesbehörden und Unterstützung der Träger sicherzustellen; -- Moderations- und Controlling-Aufgaben als Bundestutorat; d. h. zentrale Aufgaben der Qualitätssicherung und -entwicklung (Beratung, Schulung sowie Kontrollpflicht zur Einhaltung der pädagogischen Vorgaben und Standards); -- direktive Aufgaben als Zentralstelle; das sind verwaltende Aufgaben im Rahmen der Förderung (Antragstellung, Kontingentverwaltung, Verwendungsnachweisführung) und eine Steuerungs- und Kontrollfunktion nach Vorgaben des BMFSFJ. Die Aufgaben der BKJ erfordern unterschiedliche Module der Zusammenarbeit mit den Trägern im Trägerverbund, die sich in den Entscheidungsprozessen widerspiegeln. Den Modulen gemeinsam ist die Zielsetzung der BKJ und des Trägerverbundes, Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse transparent und partizipativ zu gestalten und – soweit möglich – Konsens im Trägerverbund herzustellen. TEILHABE UND VIELFALT – POLITISCHE DIMENSION DER ­FREIWILLIGENDIENSTE Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Platzangebot in den unterschiedlichen Freiwilligendienstformaten auf dem vorhandenen, qualitativ hohen Niveau auszubauen und so mehr Menschen die Teilhabe zu ermöglichen. Die BKJ fördert deshalb die mit dem BFD geschaffene Möglichkeit, die Freiwilligendienste generationsoffen zu erproben und arbeitsmarktneutral zu entwickeln. Entsprechend setzt sich die BKJ dafür ein, dass die Halbierung der Fördermittel für Bildung und Begleitung der Freiwilligen über 27 Jahre zurückgenommen wird. Die Akteure im Bereich Freiwilligen Engagements erwarten von der Politik das Subsidiaritätsprinzip wieder stärker zur Grund­ lage staatlichen Handelns zu machen. Im Zuge dessen ist die Doppelrolle staatlicher Behörden in steuernder und umsetzender Funktion infrage zu stellen. Die Voraussetzungen für qualitative und quantitative Weiterentwicklungen im Feld kultureller Freiwilligendienste sind gegeben: Der Bund fördert die BKJ und die ihr angeschlossenen Träger für über 1.700 Plätze in den Jugendfreiwilligendiensten (FSJ Kultur, FSJ Politik und FSJ Schule). Bei Gesamtkosten eines Platzes in Höhe von ca. 750 Euro beträgt die Förderung für die pädagogische Begleitung 2013/14 monatlich knapp 186,00 Euro. Für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) sind es 2014 bei 650 Plätzen in Vollzeitdiensten bis zu 350 Euro pro Kopf und Monat, die den kulturellen Freiwilligendiensten zugutekommen. Der BFD 27plus kann bei Weitem noch nicht flächendeckend angeboten werden, die Jugendfreiwilligendienste FSJ Politik und FSJ Schule bieten ebenfalls noch Entwicklungs­optionen,

59


und auch die Landkarte im FSJ Kultur weist in Sparten und Regionen noch erstaunlich große weiße Flecken auf. Für Freiwilliges Engagement und klassisches Ehrenamt in der Kultur sicht- und hörbarer ein Sprachrohr zu sein, erfordert den Einsatz von zeitlichen, organisatorischen und personellen ­Ressourcen. Diese bereitzustellen ist dann sinnvoll, wenn gemeinsame Interessen und Zielrichtungen identifizierbar sind und verschiedene Akteure ihr Wissen und ihre Mitarbeit einbringen. PROFILIERUNG DURCH QUALITÄTSSTANDARDS Die Erarbeitung neuer Qualitätsstandards für die Jugendfrei­ willigendienste hat einen Profilierungsprozess in Gang gesetzt, der dazu geeignet ist, das qualitativ hohe Niveau der Freiwilligendienste zu halten und inhaltlichen Anforderungen angemessen zu begegnen – das ist das Ergebnis einer ersten Trägerevaluation. Die Umsetzung der Qualitätsstandards wird durch die Träger selber als gut bis sehr gut eingeschätzt. Auch in der detaillierten Abfrage von Kennwerten zeigt sich, dass die meisten Standards durch fast alle Träger umgesetzt werden. Als diskussions­ würdig stellen sich die Begleitung der Freiwilligen durch Einzelgespräche sowie die Evaluierung der freien Bildungstage dar.

Insgesamt werden die Qualitätsstandards für pädagogische Aufgaben und Bildungsarbeit durch die Träger gut bis sehr gut umgesetzt. Um den Qualitätsstandards des Trägerverbundes zu folgen, wollen einige Träger die Arbeit in speziellen Bereichen noch verbessern. Hieran wird sichtbar, welchen Nutzen dieses Instrument für das eigenständige Handeln in einer vielfältigen Trägerlandschaft haben kann. Eigenes Agieren wird überprüft, gute Praxis vermittelt, Veränderungen werden erprobt und eingepflegt – oder es kommt zu begründeten Abweichungen, einer gemeinsamen Bewertung und gegebenenfalls Neufassung von Standards. Im BFD plant die BKJ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bildung und Kultur Remscheid ein Bildungscurriculum für lebensältere Freiwillige beispielgebend zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Formate erprobt werden, die neben einer individuellen Passung stärker auf die biographische Situation und die damit verbundenen Anforderungen an Bildungsangebote Rechnung tragen. Schritte in diese Richtung werden dazu beitragen, auch im BFD das Engagement Lebensälterer in den Mittelpunkt öffentlicher Betrachtung zu stellen.

Freiwillige im FSJ Kultur aus Baden-Würrtemberg in ihren Einsatzstellen Links: Katja Fröhlich, Schauspiel Stuttgart // Rechts oben: Martin Horny, Musikschule Trossingen // Rechts unten: Larissa Hamann, Staatsarchiv Sigmaringen

60

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


FREIWILLIGENDIENSTE AUF DEM LANDE Das FSJ und andere Freiwilligendienste können den ländlichen Raum stärken, deshalb haben es sich die Träger zur Aufgabe gemacht, die Einsatzstellen in den ländlichen Regionen zu begleiten und zu fördern. Konzepte zur Unterstützung der Freiwilligendienste im ländlichen Raum können (nur) regional umgesetzt werden. Durch die Korrelation von höheren Bildungsabschlüssen und Abwanderungstendenz sind Freiwillige aus der Region häufiger Jugendliche ohne allgemeine Hochschul­ reife, die, auch aufgrund von Haushaltseinkommen, Einstellungen und der Ausgangslage am Ausbildungsmarkt, als Zielgruppe schwerer für ein FSJ zu gewinnen sind. Das FSJ als eine Alternative zum Beginn einer Ausbildung lässt sich hier nur platzieren, wo es einen Zusatznutzen offenbart. Für beide Gruppen gilt, dass Träger und Einsatzstellen den Freiwilligen besser vermitteln müssen, was sie im materiellen und nicht-materiellen Sinne zu leisten in der Lage sind. ENGAGEMENT PLUS ARBEIT! Für beide Dienstangebote gilt, dass sie stetig den Beweis zu erbringen haben, keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in dem oftmals prekären Beschäftigungsfeld Kultureller

Bildung zu haben. Hier entsprechende Indikatoren zu ermitteln und umzusetzen ist eine der kommenden Aufgaben. Damit der Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung 27plus erfolgreich eingeführt werden kann, müssen die Dienste ­möglichst Arbeitsmarktneutral umgesetzt werden, ohne den individuellen Bedarf an Orientierung, Kompetenzzuwachs und Qualifizierung der Freiwilligen zu ignorieren. Darüber hinaus stehen die Träger vor der Aufgabe, in den Diensten für mehr Teilhabegerechtigkeit Sorge zu tragen. Die inhalt­lichen Voraussetzungen dafür gilt es zu schaffen; die gesellschaft­ lichen Voraussetzungen sind besser als manchmal vermutet. Der Begriff Inklusion hat Konjunktur, die Arbeitsgruppe Inklusion will dafür Sorge tragen, dass der Begriff Relevanz hat. Drei Viertel der Freiwilligen in den Jugendfreiwilligendiensten verfügen über die Hochschulreife. Habituell gilt die Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Bildung als Merkmal der aufstrebenden Mittelschicht und der geistigen Eliten. Entsprechend ist die Ansprache ausgerichtet. Schleichend hat sich dies auch im Bewerbungsbogen der Jugendfreiwilligendienste verfestigt. Die Koordinatorin der LKB Hessen hat sich die Mühe gemacht und den Bewerbungs­bogen auf seine exkludierende Wirkung hin untersucht. Das Ergebnis dürfte für Gesprächsstoff im Trägerverbund sorgen.

Abschlussveranstaltung FSJ Kultur Berlin/Brandenburg 2013

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

61


62

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


7

KULTURELLE BILDUNG INTERNATIONAL >> Austausch und internationale Vernetzung sind Quellen für neue Ideen

ZIELE UND SCHWERPUNKTE >> Den internationalen Dialog intensivieren

zivilgesellschaftliche Akteure der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP).

„Bildungsfernen Jugendlichen Teilhabe am internationalen Jugendkulturaustausch ermöglichen.“ – „Mehr Engagement des Auswärtigen Amtes (AA) in der Kulturellen Bildung inter­ national.“ – „Die nächste Generation der EU-Programme ­Jugend, Kultur und Bildung ab 2014.“ – „Weltweite Vernetzung der Akteure der Kulturellen Bildung.“ So lauteten einzelne Überschriften in der Jahresplanung der BKJ für das Jahr 2013 im Bereich der Kulturellen Bildung International. Vielen dieser Ziele konnte die BKJ im Verlauf des Jahres 2013, wenn auch manchmal auf Umwegen, ein Stück näher kommen.

WORLD SUMMIT ON ARTS EDUCATION ZUR FORTSETZUNG DER UNESCO-WELTKONFERENZEN

Für mehr Teilhabe von bildungsbenachteiligten Jugendlichen an internationalen Lern- und Lebenserfahrungen sollte 2013 vom JugendkulturService International der BKJ im Rahmen des BMBF-Programms „Kultur macht stark!“ ein eigenes Modell­ projekt zum internationalen Jugendkulturaustausch gestartet werden. Dieses wurde leider vom BMBF nicht in die Förderung aufgenommen. Aber ein Blick auf die vom BMFSFJ und den bilateralen Fördereinrichtungen 2013 finanziell über die BKJ unterstützten internationalen Begegnungen zeigt: Die lokalen und regionalen Träger aus den Reihen der Mitgliedsorganisationen haben es auch im Rahmen der bestehenden Förder­ möglichkeiten geschafft, signifikant mehr Jugendliche in ihre internationale Arbeit einzubeziehen, die sonst keinen Zugang zu internationalen Begegnungserfahrungen haben. Ziel aller Aktivitäten der BKJ im Rahmen des internationalen Netzwerks jugend.kultur.austausch ist es, die Kreativität und die Kompetenzen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen sowie ehren- und hauptamtlicher Fachkräfte durch inter­ kulturelle Austauscherfahrungen zu fördern. Um dafür auch neue Träger für den internationalen Austausch zu gewinnen, sollte 2013 zum ersten Mal eine bilaterale Fachtagung mit französischen und polnischen Partnern umgesetzt werden, bei der aktuelle Themen der Kulturellen Bildung grenzüberschreitend diskutiert und neue Partnerschaften vermittelt werden können. Um zukünftig auch stärker mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes konkreten Austausch mit internationalen Partnern verwirklichen zu können, sollte der Ende 2012 begonnene Kommunikationsprozess mit den Mittlerorganisationen 2013 aktiv fortgesetzt werden. Langfristiges Ziel ist dabei die Anerkennung der internatio­nalen Austausch arbeit der Akteure aus dem Bereich der Kulturellen Bildung als

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Als einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr der BKJ war 2012 die Durchführung eines World Summit on Arts Education für den Mai 2013 ins Auge gefasst worden. Diese Veranstaltung sollte eine tragfähige europäische und durch die UNESCOWeltkonferenzen zur Kulturellen Bildung entstandene weltweite Vernetzung der BKJ und ihrer Mitgliedsorganisationen weiterentwickeln. Gemeinsame Ausrichter des World Summit 2013 waren mit der BKJ die World Alliance on Arts Education (WAAE), das International Network on Research in Arts Education (INRAE), das europäische Netzwerk der für Kulturelle Bildung zuständigen nationalen Kultur- und Bildungsministerien (ACEnet), der UNESCO-Chair für Kulturelle Bildung an der Uni­ versität Erlangen-Nürnberg, die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK), die Hanns Seidel Stiftung, die Stiftung Mercator, die Stadt München und der Spielkultur e. V. in München.

AKTIVITÄTEN UND UMSETZUNG >> Vom bilateralen Jugendaustausch bis zum World Summit on Arts Education DEUTSCH-FRANZÖSISCHES NETZWERK JUGEND.KULTUR.AUSTAUSCH Im Jahr 2013 wurden 18 Begegnungen im Rahmen des deutsch-französischen Netzwerks jugend.kultur.austausch von der BKJ begleitet und mit Mitteln des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) gefördert. Mit einem Gesamt­ budget in der erfreulichen Höhe von 140.900 Euro konnten vier Fachkräftetreffen, eine Fortbildung zu theaterpädago­ gischen Methoden im Schüler/innenaustausch, ein Programm zum Wecken des Interesses für Frankreich und den deutschfranzösischen Jugendkulturaustausch, sowie zwölf Kinder- und Jugendbegegnungen durchgeführt werden. Insgesamt 642 Teilnehmer/innen nahmen an diesen Programmen teil, in denen das Thema „Europa“ eine große Rolle spielte. Sechs Jugendbegegnungen haben in Kooperation mit Organisationen aus folgenden Drittländern stattgefunden: Polen, Russland, Griechenland, USA und Senegal.

63


2013 konnten wie in jedem Jahr neue lokale Mitglieder der BKJ-Mitgliedsorganisationen gewonnen werden, die durch internationalen Austausch ihre lokale Jugendkulturarbeit erweitern und bereichern wollten. So z. B. das „Spielmobil im Kraichgau“, das gemeinsam mit einem französischen Partner ein Zirkusprojekt zur Förderung des kreativen Denkens, zur Stärkung der Wahrnehmung und des Ästhetischen Empfindens durchgeführt hat. Im Jahr 2013 wurden wieder deutsch-französische Begegnungen verwirklicht, die sich in erster Linie an Kinder und Jugend­ liche in benachteiligten Lebenslagen richteten und durch künstlerisch-kreative Methoden deren soziale Kompetenzen sowie ihre Selbst- und Fremd-Wertschätzung gefördert haben. Dabei spielte die aktive Einbindung der Jugendlichen eine wichtige Rolle. So haben beispielsweise der Verein „Stadtteil-Schule Dortmund“ und sein französischer Partner „Couleurs Citoyennes“ eine kreative Migrationsarbeit mittels der Künste (hier Musik, Tanz und Literatur) mit Kindern aus beiden Ländern umgesetzt. Auch der Verein „Interju Solingen“ ermöglichte im Märchen­ projekt „Cousins-Cousines“ mit seiner französischen Partner­ organisation zum 50-jährigen Jubiläum des deutsch-franzö­ sischen Freundschaftsvertrags jungen Menschen mit Beeinträchtigungen und besonderem Förderbedarf, durch tanz- und medienpädagogische Ansätze ihre Kreativität und Imaginationsfähigkeit zu entwickeln, Verantwortung im Team zu übernehmen und ihr Verständnis für Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen zu entwickeln. Vom 22. bis zum 24. Februar 2013 lud die BKJ ehren- und hauptamtliche Fachkräfte der kulturellen Kinder- und Jugendbildung aus Deutschland und Frankreich zur ersten deutschfranzösischen Partnertagung nach Lyon ein. Ziel dieses neuen Tagungsformats war es, sowohl den langjährigen als auch den neuen, durch die BKJ zusammengebrachten Partnerorganisa­

64

tionen aus beiden Ländern Raum und Zeit zur gemeinsamen Vorbereitung ihrer Kooperationen und Begegnungen zu geben. Neben der konkreten Planung ihrer Vorhaben konnten alle Teilnehmenden weitere Akteure des deutsch-französischen Netzwerks jugend.kultur.austausch kennenlernen und sich über ihre Begegnungskonzepte austauschen. Außerdem bot die BKJ mit diesem Netzwerktreffen die Möglichkeit, die künf­ tigen Projektträger im Hinblick auf die inhaltliche Konzeption Ihrer Jugendkulturbegegnungen zu beraten und sie mit den Richtlinien des Deutsch-Französischen Jugendwerks zur Projektfinanzierung vertraut zu machen. Konzeptionelle und inhaltliche Ansätze sowie konkrete Beispiele zur Sprachanimation in den deutsch-französischen Begegnungen wurden ebenfalls angeboten und von einer interkulturellen Trainerin und Beraterin vorgestellt und praktisch erprobt. DEUTSCH-POLNISCHES NETZWERK JUGEND.KULTUR.AUSTAUSCH Vom 18. bis zum 20. März 2013 lud die BKJ haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte der kulturellen Kinder- und Jugendbildung aus Deutschland und Polen zur ebenfalls ersten deutschpolnischen Partnertagung nach Weimar ein. Ziel der Tagung war es, den deutschen und polnischen Trägern, die für 2013 eine Begegnung planen und durchführen, die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch zu geben sowie vor Ort Beratung in Sachen Antragstellung, partnerschaftliche Zusammenarbeit im binationalen Team, Projektplanung und -evaluation durch die BKJ und durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) zu bekommen. Diese jährliche Tagung ist Teil der von der BKJ mit dem DPJW vertraglich vereinbarten Qualitätssicherung im deutsch-polnischen Jugendkulturaustausch und trägt auch zur Identifikation der lokalen Träger mit dem deutsch-polnischen Netzwerk jugend.kultur.austausch bei. Seit über 20 Jahren unterstützt und fördert die BKJ als Zentralstelle und Partner des DPJW den deutsch-polnischen Jugendkultur- und Fachkräfteaustausch. Sie berät Einrichtungen

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


der Jugendkulturarbeit hinsichtlich der Projektplanung und -förderung, hilft bei der Suche nach einer Partnerorganisation und stärkt den Austausch im Netzwerk untereinander, z. B. durch Netzwerkmails. Darüber hinaus qualifiziert und informiert sie die im deutsch-polnischen Jugendkulturaustausch aktiven Fachkräfte im Rahmen von Fachtagungen z. B. zu Methoden des Austauschs oder zu aktuellen kultur-, bildungs- und jugendpolitischen Diskursen. Im Jahr 2013 konnten über die BKJ mit Mitteln des DPJW 21 Jugendkulturbegegnungen und eine Fachkräftebegegnung (davon 13 in Deutschland und neun in Polen) sowie ein Praktikum mit insgesamt 102.700 Euro (Stand 22.01.2014) gefördert werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit sowohl die Anzahl der beantragten Jugendkultur- und Fachkräftebegegnungen

 „BLICKWINKEL JUGENDLICHER AUF DIE KRISE“: EIN TRILATERALER AUSTAUSCH DER JUGENDKUNSTSCHULE ATRIUM, BERLIN Dieses „Wanderprojekt“ setzte sich mit theaterpädagogischen Mitteln mit dem aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Kontext in Europa auseinander. Es wurde von und mit jungen Menschen aus Deutschland, Frankreich und Griechenland entwickelt, in den drei Ländern durchgeführt und vom DFJW finanziell gefördert. Junge Arbeitslose, Student/ innen und Auszubildende mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen hinterfragten die Auswirkungen der Krise auf ihr Leben und die Rolle von Kunst und Kreativität bei der europäischen Integration. Weitere Informationen: www.atrium-berlin.de

als auch die Gesamtfördersumme zurückgegangen. Im Schnitt konnten die tatsächlich anfallenden Programmkosten der Begegnungen zu etwa 52 Prozent bezuschusst werden. Die Kunstsparten der geförderten Jugendbegegnungen ­reichten 2013 wieder von Zirkus, Bildende Kunst, Spiel, Tanz, Theater, Performance, Musikproduktion, Radio- und Sound­ arbeit, über Film und Fotografie bis hin zu Kunsthandwerk und Museumspädagogik. In vielen Begegnungen wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der verschiedene Künste, Methoden und Herangehensweisen kombiniert und oftmals bereits durch die unterschiedlichen Ausrichtungen der Partnereinrichtungen entsteht. So flossen in manche Projekte neben unterschied­ lichen kulturpädagogischen Ansätzen auch geschichts-, erlebnisoder umweltpädagogische Ansätze mit ein.

 TRILATERALES TANZ-, THEATERUND MUSIKPROJEKT „DREIKLANG – TRÓJDZWIEK“ DER STIFTUNG WANNSEEFORUM, BERLIN „Ich wünschte, dass in unseren Schulen so gelernt wird wie hier“, so ein Teilnehmer der Begegnung mit den Partnern „Teatr Uhuru“ aus Polen, der Künstler­ gruppe „Mediaartes“ und dem St. Kliment Gymnasiums aus Mazedonien. Eine zentrale Rolle spielte die Heterogenität der Teilnehmenden in Bezug auf Alter, sozialer und regionaler Herkunft, Bildungsniveau und Mehrsprachigkeit. Die Diversität der Jugendlichen bot Chance und Reibung zugleich, um im Gruppenprozess einen inklusiven und wertschätzenden Umgang zu entwickeln. Weitere Informationen: www.wannseeforum.de

  DEUTSCHE CHORJUGEND BEIM FACHKRÄFTEAUSTAUSCH „DEUTSCH-RUSSISCHES JUGENDFORUM“ Im Rahmen des Fachkräfteaustauschs „Deutsch-Russisches Jugendforum“ nahmen Vertreter/innen der Deutschen Chorjugend am Workshop „Austausch Kultureller Jugendverbände“ teil. Beraten wurde darüber, wie Kulturelle Bildung in die jugendverbandsspezifischen Jugendbegegnungen aller Träger integriert ­werden kann. Dabei identifizierten die Fachkräfte folgende Herausforderungen bei der Partnersuche für bilaterale kulturelle Projekte im Laienbereich: 1. Eine ehrenamtliche Struktur im Sinne einer Interessensvertretung, in der beispielsweise die Laienmusik in Deutschland organisiert ist, existiert in Russland nicht. Es gibt keine Entsprechungen zu den bundesweit wirkenden Ansprechpartnern. Persönliche Kontakte sind auf der Suche nach den Partnern in diesem Bereich vielversprechender. 2. Die Kulturelle Bildung in Russland ist fest im Bildungssystem bzw. in schul­ ähnlich organisierten „Kunstschulen“, „Musikschulen“ etc. verankert. Der Anspruch an die Qualität der künstlerischen Leistung ist in diesem Zusammenhang häufig hoch. Hier gilt es, schon in der Planungsphase klare Vorstellungen zu kommunizieren und gemeinsame Möglichkeiten und Grenzen auszuloten.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

65


Acht der 23 geförderten Projekte wurden trilateral durchgeführt und zwar mit Partnern aus der Ukraine, Russland, Spanien, Tschechien und Mazedonien. Ein Blick auf die deutsch-polnischen Begegnungen 2013 zeigt, dass aktuelle gesellschaftspolitische Themen – wie z. B. Rassismus, Menschenrechte, Freiheit, Europa – sowie Fragen nach den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen gestern wie heute, zentraler Bestandteil der deutsch-polnischen Jugendbegegnungen sind. Gemein ist allen Projekten die direkte oder indirekte Frage: Wie wollen wir eigentlich leben? Oder auch: Wie wollen wir zusammenleben? WORLD SUMMIT ON ARTS EDUCATION 2013 Der World Summit on Arts Education konnte mit finanzieller Unterstützung des BMFSFJ, der Hanns Seidel Stiftung und der Stiftung Mercator Mitte Mai 2013 in München und Wildbad Kreuth durchgeführt werden. 140 Teilnehmende aus 43 Nationen, darunter Dank der Förderung des BMFSFJ viele aus Entwicklungs- und Schwellenländern, besuchten zuerst einen Tag lang in München Praxisprojekte, um deutsche Konzepte Kultureller Bildung kennen- und besser verstehen zu lernen. Anschließend wurden in Wildbad Kreuth drei Tage lang intensiv Forschungsfragen im Bereich der Kulturellen Bildung sowie vor allem Themen der europa- und weltweiten Vernetzung der „Community“ diskutiert. Der BKJ-Vorsitzende Dr. Gerd Taube machte in diesem Zusammenhang im Rahmen seiner Begrüßungsan­ sprache den Vorschlag, über eine europaweite Vernetzung der Akteure z. B. in Form einer European Alliance on Arts Education nachzudenken. Ein Impuls, der während der Tagung in Form eines europäischen Netzwerktreffens aufgegriffen und im Nachgang des World Summit mit der Stiftung Mercator weiterentwickelt wurde. Weitere Informationen: http://worldsummit2013.bkj.de EUROPÄISCHE LERNPARTNERSCHAFT „CULTURAL LEARNING FOR FAMILIES“ Ebenfalls auf europäischer Ebene führte die BKJ im Verlauf des Jahres 2013 die durch das EU-Förderprogramm „Grundtvig“ geförderte Lernpartnerschaft mit Organisationen aus Österreich, Spanien und Slowenien zu Ende, die sich unter dem Titel „Cultural Learning for Families“ mit der Rolle von Eltern und Familien beim Zugang von Kindern zu Angeboten der Kulturellen Bildung auseinandersetzte. In allen Partnerländern wurden unterschiedliche Praxisbeispiele besucht und ausführlich analysiert, um gegen Ende des Jahres einen gemeinsamen Abschlussbericht (in englischer Sprache) zum Thema veröffentlichen zu können. Dieser Bericht listet Qualitätskriterien für Kulturelle Bildungsangebote auf, beschreibt Beispiele guter Praxis aus den beteiligten Ländern und enthält eine Checkliste für die Planung von eigenen Angeboten unter Einbeziehung der Elternhäuser der jungen Zielgruppen. Abschlussbericht : www.bkj.de/kulturelle-bildung-dossiers/ kulturelle-bildung-international.html

66

EVALUATION DER INTERNATIONALEN JUGENDARBEIT Bereits seit Längerem führt das Deutsche Jugendinstitut (DJI) im Auftrag des BMFSFJ eine Evaluation des KJP-Förderprogramms 14.1.1. durch. Es handelt sich dabei um das sogenannte „Globalmittelprogramm“ im Rahmen der Internationalen Jugendarbeit, aus dem auch über den JugendkulturService International der BKJ Jugendkultur- und Fachkräfteaustausch mit allen Ländern ohne Einschränkung und in vielen Formen gefördert werden kann. Dieser Evaluationsprozess, in dessen Lenkungsgruppe auch die BKJ vertreten war, konnte im ­Dezember 2013 zu Ende gebracht werden. Anfang 2014 wird der Abschlussbericht veröffentlicht. Dieser wird bei der im Jahr 2014 anstehenden Neuformulierung der Richtlinien der Inter­ nationalen Jugendarbeit des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen.

ERFAHRUNGEN UND ERGEBNISSE >> Internationaler Dialog und Polylog Grenzüberschreitende bi- und trilaterale Jugendkulturbegegnungen sind für viele Kinder und Jugendliche gerade aus sozial benachteiligten Lebenslagen oftmals die erste Reiseerfahrung und fast immer die erste freundschaftliche Kontaktmöglichkeit zu Kindern und Jugendlichen aus einem anderen Land. Es fällt auf, dass im deutsch-polnischen und auch im deutschfranzösischen Jugendaustausch mit, in und durch die Künste vermehrt Kinder und Jugendliche aus Pflegefamilien, sozial benachteiligten Familien oder aus Familien mit Alkohol-, Drogenoder gesundheitlichen Problemen sowie Kinder und Jugend­ liche mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen angesprochen werden. Damit leistet das Feld der Kulturellen Bildung einen maßgeblichen Beitrag zu Teilhabegerechtigkeit von allen Kindern und Jugendlichen an internationalen Austauschmaßnahmen und zu einer Perspektiverweiterung der jungen Teilnehmenden über den nationalen Tellerrand hinaus. Gleichzeitig muss zum ersten Mal nach vielen Jahren ein Rückgang der Begegnungszahlen im deutsch-polnischen Jugend­ kultur- und Fachkräfteaustausch konstatiert werden, der zum Teil durch einen augenblicklich stattfindenden Generationenwechsel bei den Trägern vor Ort erklärt werden kann. Dies erfordert neue Anstrengungen des JugendkulturService International der BKJ und ihrer Mitgliedsorganisationen, ehren- und hauptamtliche Akteure vor Ort neu für die internationale Begegnungsarbeit anzusprechen, zu motivieren, zu gewinnen, zu qualifizieren und beratend zu begleiten. Das 2013 erstmals organisierte Format der deutsch-französischen und der deutsch-polnischen Partner- und Vorbereitungstagungen hat sich bewährt. Sie sollen weiterhin jeweils im ersten Quartal eines Jahres durchgeführt werden, da sich zu diesem Zeitraum alle Begegnungsorganisator/innen mitten in den Vorbereitungen befinden. Die deutsch-französische Tagung wurde 2013 in Kooperation mit der „Plattform für deutschfranzösische Kunst“ aus Lyon organisiert und vom DFJW finanziell gefördert. 2014 wird der französische Partner der BKJ bei

Beteiligen und vernetzen >> Durch Kulturelle Bildung Kinder und Jugendliche stärken


der Durchführung der Tagung ein „Maison des Jeunes et de la Culture, MJC“ (Jugend- und Kulturhaus) abermals in Lyon sein. Auch dieser Ansatz der BKJ, in Frankreich immer wieder mit anderen lokalen, regionalen und landesweiten Partnern zusammenzuarbeiten, hat sich deutlich bewährt, auch wenn dieses Vorgehen natürlich immer wieder größeren Vorbereitungs- und Kommunikationsaufwand bedeutet. Anlässlich des 50. Jubiläums des Élysée-Vertrags haben Deutschland und Frankreich die Regierungsbeiträge für das DFJW um insgesamt 2 Millionen Euro erhöht. Die BKJ begrüßt diese seit der Gründung der internationalen Organisation im Jahre 1963 erste Budgetaufstockung sehr, zumal sie sich im Rahmen der Sitzung des Beirats des DFJW 2012 sehr für diesen längst überfälligen Schritt eingesetzt hatte. Die BKJ sieht darin eine neue Perspektive nicht nur für die finanzielle Förderung, sondern vor allem für die Vertiefung und Ausweitung des deutsch-französischen Austauschs im Bereich der Kulturellen Bildung.

 DEUTSCH-JAPANISCHES ­S TUDIENPROGRAMM IM BEREICH DER MUSEUMSPÄDAGOGIK 2013 hat der Bundesverband Museumsspädagogik (BVMP) mit finanzieller Unterstützung des BMFSFJ zwei weitere Fachkräfteprogramme in Deutschland und Japan zur Frage von pädagogischen Angeboten in und von Museen für Kinder und Jugendliche durchgeführt. Die 2012 begonnene Zusammenarbeit des BVMP mit der Japanese Association of Museums wird 2014 fortgesetzt und offiziell zum Abschluss gebracht werden. Weitere Informationen: www.museumspaedagogik.org

TRINATIONALE TAGUNG: KUNST UND KULTURELLE BILDUNG IM WEIMARER DREIECK Vom 13. bis 15. Oktober 2013 veranstalteten die BKJ, die Stiftung Genshagen und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gemeinsam mit dem französischen Kultur­ ministerium die deutsch-polnisch-französische Fachtagung „Kunst und Kulturelle Bildung im Weimarer Dreieck“. In ihrer Begrüßung fragte die frühere Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth mit Blick auf die gemeinsame Geschichte: ­ „Was verbindet uns miteinander? Was können wir voneinander lernen? Und wie können wir menschenverletzende und -­vernichtende Aktivitäten in menschenerhaltende Aktivitäten verwandeln?“ Es sei wichtig, dass eine Kultur des Zusammenlebens entstehe, in der auch die Vielfältigkeit der Interpreta­ tionen Raum hat. Dabei könnten Kunst und Kulturelle Bildung eine wichtige Mittlerrolle einnehmen. Peter Kamp, stellvertretender Vorsitzender der BKJ, begrüßte ebenfalls die rund 70 Tagungsgäste und betonte, „dass es im Weimarer Dreieck durch den intensiven Jugendkultur- und Fachkräfteaustausch mit Unterstützung der beiden Jugendwerke bereits sehr intensive Beziehungen gibt, und dass diese internationalen Angebote der Kulturellen Bildung, die junge Menschen aus allen drei Ländern in ihrer Suche nach ihrer europäischen Identität unterstützen, von den politischen Akteuren des Weimarer Dreiecks deut­ licher wahrgenommen werden müssen“.

trilateralen Jugendkulturaustausches sehr deutlich – auch vor dem Hintergrund, dass in den nationalen Medien in allen drei Ländern nach wie vor falsche Vorstellungen, Klischees und Vorbehalte gegenüber den Nachbarländern transportiert werden. Von den Tagungsteilnehmer/innen wurde u. a. eine größere Transparenz und Sichtbarkeit der aktiven Förderer, Institutionen und Netzwerke der Kulturellen Bildung in allen drei Ländern eingefordert. Unsere gemeinsame Zukunft ist eine europäische, bei der Kunst, Kultur und Kulturelle Bildung eine wichtige Rolle spielen können. Dies fordert die Akteure aus Politik und Praxis auf, ihren Horizont zu erweitern und neben dem bilateralen auch den tri-, bzw. multilateralen Austausch verstärkt ins Auge zu fassen. Dieser Punkt des Tagungsfazits ist durchaus auch als eine Aufforderung an die beiden bilateralen Jugendwerke, DFJW und DPJW, zu verstehen, die die Durchführung der Tagung finanziell unterstützt haben. Nur mit Hilfe dieser Offenheit können ein friedliches europäisches Miteinander und die ­Gestaltung der gemeinsamen Zukunft gelingen.

Den anwesenden Künstler/innen, Kulturpädagog/innen, Ver­ treter/innen von Universitäten, Fachverbänden, Stiftungen und Ministerien wurden die Notwendigkeit und der Mehrwert des

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

67


SCHLUSSFOLGERUNGEN UND PERSPEKTIVEN >> Kulturelle Bildung in Europa wieder auf die Agenda setzen Die beim World Summit on Arts Education im Mai 2013 von der BKJ den europäischen Partnern vorgestellte Idee der Ent­ wicklung eines Konzeptes für eine European Alliance for Arts Education (Arbeitstitel) konnte gegen Ende des Jahres mit der Stiftung Mercator und der britischen Organisation Creativity, Culture and Education (CCE) in Abstimmungsgesprächen ­weiterentwickelt werden. Bis zum Februar 2015 werden nun die BKJ und CCE gemeinsam unter dem Titel „New Alliances for Europe“ ein Projekt umsetzen, in dessen Verlauf alle relevanten Schlüsselakteure im Feld der Kulturellen Bildung auf europäischer Ebene interviewt und zu ihren Vernetzungsideen und -bedürfnissen befragt werden. Dies sollen Netzwerke, Ministerien, Stiftungen sowie Praktiker/innen und Forschungseinrichtungen der Kulturellen Bildung sein, um gemeinsam eine Perspektive zu entwickeln, wie das Thema Kulturelle Bildung bis zum Jahre 2020 auf der politischen Agenda in Europa gehalten werden kann, obwohl dieser Bereich aktuell durch die virulenten Fragen der Krisenbewältigung und Belebung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes völlig aus dem Fokus von Politik und Verwaltung geraten ist. Die Ergebnisse dieser einjährigen Erhebung und die daraus entwickelten Vorschläge für eine zukünftige gemein­ same europäische Strategie sollen voraussichtlich im Februar 2015 bei einer internationalen Konferenz in Deutschland präsentiert und diskutiert werden. Gleichzeitig muss im Verlauf des Jahres 2014 das neue Förderprogramm im Bereich der Bildung der EU, Erasmus+, auf seine Fördermöglichkeiten für den Bereich der Kulturellen Bildung hin durchleuchtet und möglichst offensiv genutzt werden. Denn es fördert seit dem 1. Januar 2014 in einem Programm gebündelt den formalen Bildungsaustausch von Schulen und Hochschulen mit den Aktionen „Comenius“ und „Erasmus“ und den nicht-formalen Austausch mit dem Programm „Jugend in Aktion“ und fordert ausdrücklich auch zu bereichsübergreifenden Begegnungsformen auf. Mit dieser Perspek­tive ­werden sich im April 2014 die Mitglieder der BKJ im Rahmen des Fachausschusses „Kulturelle Bildung International“ beschäftigen. Auch das DFJW und seine Partnerorganisationen, unter ihnen die BKJ, haben im Verlauf des Jahres 2013 die Rahmen­ bedingungen für ein neues Pilotprogramm zur Förderung deutsch-französischer Begegnungen in Kooperation von schulischen und außerschulischen Trägern diskutiert. Im Jahr 2014 können nun einige solche Kooperationsvorhaben ­beispielhaft eine Begegnungsförderung nach den außer­ schulischen Fördersätzen des DFJW beantragen. Die ersten Erfahrungen sollen Ende 2014 ausgewertet werden, um anschließend möglichst eine Regelförderung solcher Kooperationsprojekte durch das DFJW zu ermöglichen. Hier bieten sich also perspektivisch interessante Möglichkeiten, die gemachten lokalen Kooperationserfahrungen im Rahmen von

68

Kultur macht Schule oder des Kulturagenten-Programms auch auf der Ebene des internationalen Austauschs weiter auszubauen. Bei der im Verlauf des Jahres 2014 anstehenden Diskussion der neuen Richtlinien des KJP sind unbedingt die Ergebnisse der abgeschlossenen Evaluation durch das DJI zu berücksichtigen. Fast alle befragten Träger und Zentralstellen haben ebenso wie die BKJ vor allem bemängelt, dass sich die Förderung der Internationalen Jugendarbeit auf eine reine Begegnungsförderung beschränkt. Anfallende Kosten im Zusammenhang mit dem Organisationsaufwand und dem hohen Personaleinsatz für den Jugendkultur- und Fachkräfteaustausch sollen schon seit Jahrzehnten aus den laufenden Haushalten der Organisa­ tionen bestritten werden, was die meisten Träger nicht mehr leisten können. Hier gilt es deutlich dem BMFSFJ gegenüber zu argumentieren, dass anfallende „Overhead“-Kosten zukünftig angemessen berücksichtigt und gefördert werden müssen, denn sonst sind bald vor Ort keine neuen Träger mehr für die so wichtige und bildungswirksame internationale Begegnungs­ arbeit zu finden, und auch der JugendkulturService International der BKJ mit seinen qualifizierenden und beratenden ­Dienstleistungen dürfte auf die Dauer nur schwer in der augenblicklichen Form aufrecht zu erhalten sein. Leider ist es auch im Verlauf des Jahres 2013 nicht gelungen, im Zuge der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland und im Zuge der Überlegungen zu einer Eigenständigen Jugendpolitik eine schon lange geäußerte und immer wieder in die politischen Beratungen eingebrachte Strategie umzusetzen, die auf der engen Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Kulturellen Bildung und der Jugendsozialarbeit im Bereich der „Berufsorientierung und Berufsvorbereitung mit Kunst und Kultur“ basiert. Hier sollten dringend deutschland- und europaweit die vereinzelt existierenden guten Beispiele, mit denen z. B. junge Schulabbrecher/innen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt werden können, gesammelt und ausgewertet werden, um in Form einer strategischen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf das in der EU so drängende Problem der exorbitant hohen Jugendarbeits­ losigkeit aktiv, kreativ und vor allem in einer viel größeren Breite zu reagieren. Für das Jahr 2014 sind Gespräche über dieses Vorhaben mit dem DFJW geplant, um eventuell mit einer bilateralen Perspektive die Leistungsfähigkeit der Träger der Kulturellen Bildung gemeinsam mit Partnern aus der Jugend­sozialarbeit in diesem Bereich deutlich sichtbar zu machen.

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

69


70

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


8

FAKTEN >> Der quantitative BKJ-Überblick 2013

PROJEKTE, WETTBEWERBE, ­MODELLFÖRDERUNGEN Cultural Learning for Families Europäische Lernpartnerschaft, gefördert durch die Europäische Kommission, Programm Lebenslanges Lernen, Grundtvig Laufzeit: 01.08.2011–31.07.2013 Fachstelle Kultur macht Schule Fachimpulse bundesweit weitergeben – das ist Aufgabe der MIXED UP Akademie und der Fachstelle zur Stärkung der ­Kulturellen Bildung im Schnittfeld von Jugendarbeit, Kultur und Schule, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Laufzeit bis 31.01.2014 Kulturagenten für kreative Schulen Ein Modellprogramm der gemeinnützigen Forum K& B GmbH initiiert und gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator, in welchem die BKJ verantwortlich ist für die Landesbüro NRW und Baden-Württemberg; dort in ­Kooperation mit der LKJ Laufzeit bis 30.09.2015 MIXED UP – Der Wettbewerb für Kooperationen zwischen ­Kultur und Schule Jährlich werden an Träger und Einrichtungen der Kulturellen Bildung für gelungene Bildungspartnerschaft mit Schulen 6 Preise mit je 2.500 Euro vergeben, gefördert vom Bundes­ ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Künste bilden Umwelten Ein Modellprojekt zur Kulturellen Bildung für nachhaltige ­Entwicklung, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Klosterkammer Hannover Laufzeit: 01.07.2012–30.07.2013 Künste öffnen Welten. Leidenschaftlich lernen mit Kultureller Bildung BKJ-Förderprogramm im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Laufzeit: 01.12.2012–31.12.2017

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

Kulturelle Bildung Online Die Wissensplattform ist ein Projekt in Trägerschaft der BKJ, der Stiftung Universität Hildesheim, der Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung e. V. und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel e. V., gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Laufzeit: 13.03.2013–28.02.2016

FACHVERANSTALTUNGEN UND ­FORTBILDUNGEN FACHVERANSTALTUNGEN Länderkonferenz Bundestreffen von LKJs und BKJ-Vorstand zur Behandlung von Bund-Länder-Fragen der Kulturellen Bildung 18./19.01.2013, Erfurt (Thüringen) Partnertagung des deutsch-französischen Netzwerks jugend.kultur.austausch 22.–24.02.2013, Lyon (Frankreich) Partnertagung des deutsch-polnischen Netzwerks jugend.kultur.austausch 08.–10.03.2013, Weimar (Thüringen) Workshop „Planungs-Tool: Künste bilden Umwelten – Von der Projektidee zum Konzept“ in Kooperation mit der LKJ Niedersachsen und dem Theaterpädagogischen Zentrum in Lingen, im Rahmen der Qualifizierung w ­ urde das von der BKJ entwickelte Planungs-Tool einem kleinen Kreis von Praktiker/innen vorgestellt und auf seine Praxis­tauglichkeit und Anwendbarkeit überprüft. 24.04.2013, Lingen (Niedersachsen) World Summit on Arts Education in Kooperation mit der World Alliance on Arts Education (WAAE), dem International Network on Research in Arts Education ­(INRAE), dem europäischen Netzwerk der für Kulturelle Bildung zuständigen nationalen Kultur- und Bildungsministerien (­ ACEnet), dem UNESCO-Chair für Kulturelle Bildung an der U ­ niversität Er­ langen-Nürnberg, der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK), der Hanns Seidel Stiftung, der Stiftung M ­ ercator, der Stadt ­München und dem Spielkultur e. V. München 13.–17.05.2013, München und Wildbad Kreuth ­(Bayern)

71


Fachtagung „Kulturelle Bildung, nachhaltige Entwicklung und die Kunst der Zukunftsgestaltung“ Abschluss- und Ergebnistagung des Modellprojekts „Künste bilden Umwelten“ 14.05.2013, Osnabrück (Niedersachsen) Aktionstag Kulturelle Bildung in Kooperation mit der LKJ Nordrhein-Westfalen, den ­Kultur­betrieben der Stadt Dortmund, der U2_Kulturelle Bildung im Dortmunder U, dem Museum Ostwall und dem Hartware ­MedienKunstVerein, gefördert durch das Ministerium für ­Familie, Kinder, Jugend Kultur und Sport des Landes ­Nordrhein-Westfalen und das BMFSFJ 21.05.2013, Dortmund (Nordrhein-Westfalen) Zentrale Arbeitstagung und Mitgliederversammlung der BKJ 24./25.05. 2013, Berlin Fachtagung „Kreatives wachsen lassen. Bildung gemeinsam gestalten im Schnittfeld Jugend, Schule und Kultur“ mit ­feierlicher Preisverleihung der MIXED UP Kulturpreise Die Fachtagung ging der Frage nach, wie im Zusammenspiel der verschiedenen Bildungsakteure aus Jugendhilfe, Kultur und ­S chule „kreatives wachsen lassen“ möglich wird. 06./07.09.2013, Leipzig (Sachsen) Deutsch-französisch-polnische Fachtagung „Kunst und ­Kulturelle Bildung im Weimarer Dreieck“ in Kooperation mit der Stiftung Genshagen, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und dem Französischen Kultur­ministerium; bei der Tagung diskutierten Kunst- und ­Kulturschaffende und Akteure der Kulturellen Bildung aus Frankreich, Polen und Deutschland den Stellenwert von Kunst und Kultur im Rahmen des Weimarer Dreiecks u. a. mit Blick auf die Potentiale des trilateralen Jugendaustauschs. 13.–15.10.2013, Genshagen (Brandenburg) Jubiläumsfest „50 Jahre BKJ – ein Fest“ und ­Parlamentarischer Abend 28.11.2013, Berlin Zentrale Arbeitstagung und Mitgliederversammlung der BKJ 29.11.2013, Berlin Filmvorführung „Wie du mich bewegst“ Premiere eines Films von Jugendlichen über Kulturelle Bildung, entstanden in einem Participatory Video Projekt in Zusammen­ arbeit mit dem jfc Medienzentrum Köln und der Filmemacherin Lisa Glahn, gefördert vom Fonds Soziokultur und dem BMFSFJ 20.12.2013, Köln (Nordrhein-Westfalen)

QUALIFIZIERUNGSANGEBOTE DER MIXED UP AKADEMIE Fortbildung „Fundraising für Kooperationsteams aus Kultur und Schule“ Die Fortbildung gab einen Überblick über Chancen und Instrumente des Fundraising sowie wichtige Tipps für die Suche nach Förderern. 17.01.2013, Aachen (Nordrhein-Westfalen) Expertenworkshop „Ästhetisches Forschen in, mit und ­außerhalb von Schule“ Eine Forschungswerkstatt die (Nachwuchs-)Künstler/innen und Wissenschaftler/innen einen Raum gab, in dem sie ­ gemeinsam ihren Forschungsfragen nachgehen konnten 27./28.03.2013, Berlin Fachtag „Kulturelle Bildung und inklusive Schulen“ Ein Fachtag, der sich mit der Fragestellung beschäftigte, wie und wo Angebote Kultureller Bildung für die inklusive ­S chul­entwicklung fruchtbar gemacht werden können 22.04.2013, Potsdam (Brandenburg) Workshop „Gelebte Inklusion mit Kunst und Kultur“ Ein Workshop, der sich mit der Fragestellung befasste, wie Inklusion und Kulturelle Bildung zusammenhängen 23.04.2013, Hannover (Niedersachsen) Theorie- und Praxiswerkstatt „Die Bedeutung der außer­ schulischen Lernorte für eine neue Lernkultur in Schule“ Der Workshop sollte durch eine theoretische Einführung, praktische Beispiele und unter Einbeziehung aller Teilnehmer/innen zu einer intensiven Diskussion über die Bedeutung der außerschulischen Lernorte führen. 31.05.2013, Dresden (Sachsen) Expertenforum „Qualität für Kulturschulen“ Das Forum gab den Expert/innen aus den Ministerien der Länder und den von ihnen beauftragten Instituten die Möglichkeit, das Thema der Theoriebildung und der Entwicklung von Praxiskonzepten für Kulturschulen in einem ausgesuchten Teilnehmerkreis zu diskutieren. 17./18.06.2013, Remscheid (Nordrhein-Westfalen) Fachworkshop „Kommunale Gesamtkonzepte für Kulturelle Bildung“ Im Rahmen dieses Fachworkshops wurden zentrale Ergebnisse der BKJ-Studie „ Quo Vadis? Empirische Analyse von Kommunalen Gesamtkonzepten zur Kulturellen Bildung“ vorgestellt, ­Erfahrungen ausgetauscht und Handlungsgempfehlungen für vor­handene und sich im Aufbau befindende Kommunale Gesamtkonzepte gegeben. 20.07.2013, Nürnberg (Bayern) Podiumsdiskussion „Verschiedene Zugänge zur Welt durch die künstlerischen Fächer – gemeinsame Strategien zur ­Stärkung der ästhetischen Bildung in der Schule“ Podiumsdiskussion zwischen Vertretern des BV.TS, der BKJ, des BDK, des VDS und des AfS, im Rahmen des Festivals ­„ Schultheater der Länder 2013“, als Fortsetzung des Dialogs

72

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


zum Thema: „Verschiedene Zugänge zur Welt durch die künstlerischen Fächer – gemeinsame Strategien zur Stärkung der ­ästhetischen Bildung in der Schule“ 16.09.2013, Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) Expertenworkshop „Qualitätskriterien Kultur und Schule“ Der Expertenworkshop hatte das Ziel, sich über aktuelle ­Entwicklungen im Bereich „Qualität von Kultur und Schule“ auszu­tauschen, vorhandene Qualitätstableaus und -­instrumentarien zu überprüfen und weiterzuentwickeln, ­Verknüpfungspunkte und Leerstellen zwischen und in den unterschiedlichen Konzepten sowie in der Gesamtschau aller Konzepte zu identifizieren. 19.09.2013, Remscheid (Nordrhein-Westfalen) Fachtag „Finanzierungsstrategien und Finanzierungspraxis“ Im Rahmen des Fachtages vermittelten Expert/innen ­praktische Tipps rund um erfolgreiches Fundraising. 21.10.2013, Berlin FACH- UND NETZWERKTREFFEN ZU „KULTUR MACHT STARK“ UND „KÜNSTE ÖFFNEN WELTEN“ Treffen der Ständigen Konferenz „Kultur macht stark“ Die Ständige Konferenz vernetzt die Programmpartner im Programm „Kultur macht stark“. 06.03.2013, Frankfurt/Main (Hessen) 10.10.2013, Berlin 15.11.2013, Berlin Netzwerktreffen mit den BKJ-Fachverbänden und Servicestellen und ­interessierten LKJs 25.04.2013, Berlin, Fachtag „Kultur macht stark – gemeinsam kreatives wachsen lassen!“ 24.05.2013, Berlin Informationsveranstaltung zu „Kultur macht stark“ ­ (in Kooperation mit weiteren Programmpartnern) bzw. für „Künste öffnen Welten“ (als Veranstalter) 23.01.2013, Potsdam (Brandenburg), durchgeführt von der LKJ Brandenburg e. V. 24.01.2013, Nürnberg (Bayern), in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Nürnberg und der LKB Bayern e. V. 11.02.2013, Berlin, in Zusammenarbeit mit der LKJ Berlin e. V. und der Kulturprojekte Berlin GmbH 05.03.2013, Frankfurt/Main (Hessen), in Zusammenarbeit mit der LKB Hessen e. V. 14.03.2013, Bremen, in Zusammenarbeit mit Quartier e. V. Bremen 10.09.2013, Hannover (Niedersachsen), in Zusammenarbeit mit der LKJ Niedersachsen e. V. 22.10.2013, Berlin, in Zusammenarbeit mit der LKJ Berlin e. V. und der Kulturprojekte Berlin GmbH 10.11.2013, Berlin, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bläserjugend 20.11.2013, Magdeburg (Sachsen-Anhalt), durchgeführt von

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

der LKJ Sachsen-Anhalt e. V. 05.12.2013, Berlin, in Zusammenarbeit mit der LKJ Berlin e. V. Programmschulungen in „Künste öffnen Welten“ Die Programmschulungen unterstützen die von der BKJ in „Künste öffnen Welten“ geförderten Bündnisse in ihrer Programmumsetzung. Workshop „Stigma // Chance? Diversitätsbewusste Kulturelle Bildung im Spannungsfeld von Interkultur, Multikultur, ­ Transkultur und Bildungsbenachteiligung – Begriffsentwirrung und Selbsterprobung“ 15./16.10.2013, Berlin Qualifizierungstag „Erfolgreich durch professionelle Zusammenarbeit! Gestaltung der Zusammenarbeit von Kulturträgern, ­sozialräumlichen Partnern und Bildungseinrichtungen“ in Zusammenarbeit mit der LAG Soziokultur und kultur­ pädagogische ­Einrichtungen e. V. 24.10.2013. Koblenz (Rheinland-Pfalz) Qualifizierungstag „Erfolgreich durch professionelle Zusammenarbeit! Gestaltung der Zusammenarbeit von Kulturträgern, ­sozialräumlichen Partnern und Bildungseinrichtungen“ in Zusammenarbeit mit der LKJ Niedersachsen e. V. 07.11.2013, Hannover (Niedersachsen) Workshop „Stärken sichtbar machen“ 15./16.11.2013, Köln (Nordrhein-Westfalen) Qualifizierungstag „Erfolgreich durch professionelle ­Zusammenarbeit! Gestaltung gewinnbringender Vernetzungsarbeit für lokale Bildungsbündnisse“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bläserjugend 23.11.2013, Stuttgart (Baden-Württemberg) Qualifizierungstag „Erfolgreich durch professionelle Zusammenarbeit! Gestaltung der Zusammenarbeit von Kulturträgern, ­sozialräumlichen Partnern und Bildungseinrichtungen“ 03.12.2013, Berlin Qualifizierungstag „Erfolgreich durch professionelle Zusammenarbeit! Gestaltung der Zusammenarbeit von Kulturträgern, ­sozialräumlichen Partnern und Bildungseinrichtungen“ 04.12.2013. Berlin Qualifizierungstag „Erfolgreich durch professionelle Zusammenarbeit! Gestaltung der Zusammenarbeit von Kulturträgern, ­sozialräumlichen Partnern und Bildungseinrichtungen“ in Zusammenarbeit mit der LKJ Schleswig-Holstein e. V. 13.12.2013, Rendsburg (Schleswig-Holstein) Workshop „Plattes Land?! Besondere Herausforderungen und Potenziale für Kulturelle Bildungsbündnisse im ländlichen Raum“ in Zusammenarbeit mit der LKJ Schleswig-Holstein e. V 13./14.12.2013, Rendsburg (Schleswig-Holstein)

73


TERMINE IM GESCHÄFTSBEREICH FREIWILLIGES ENGAGEMENT Bundesweite Bildungstage im FSJ Universität Hildesheim ­ (Kulturwissenschaften – Angewandte ästhetische Praxis) 07.–09.01.2013, Hildesheim (Niedersachsen) Stippvisite im Bundestag 20.–22.03.2013, Berlin Karlshochschule International ­University (Kunst- und Kulturwissenschaften) 27.–28.03.2013, Karlsruhe (Baden-Württemberg) PH Ludwigsburg (Kultur- und Medienbildung) 08.05.2013, Ludwigsburg (Baden-Württemberg) FH Potsdam (Kulturarbeit) 28.05.2013, Potsdam (Brandenburg) Europa-Universität Viadrina (Kulturwissenschaften) 12.06.2013, Frankfurt/Oder (Brandenburg)

Arbeitstreffen BAK FSJ/Zentralstellen BFD 06.–07.02.2013, Hannover (Niedersachsen) 10.04.2013, Berlin 12.–13.06.2013, Berlin Länderklausur: 05.09.2013, Erfurt (Thüringen) 24.–25.09.2013, Frankfurt (Hessen) 04.–05.11.2013, Erfurt (Thüringen) Jahrestagung FSJ: 19.–20.11.2013, Berlin BMFSFJ-Zentralstellentreffen BFD/FSJ 23.01.2013, Köln (Nordrhein-Westfalen) 05.03.2013, Berlin 09.07.2013, Köln (Nordrhein-Westfalen) 16.10.2013, Berlin

Hochschule für Gestaltung Offenbach (Visuelle Kommunikation) 25.-26.04.2013, Offenbach (Hessen)

Beirat Evaluation der Freiwilligendienste 14.05.2013, Bonn (Nordrhein-Westfalen) 19.11.2013, Berlin

Bildungsseminar des BDAT für BFD 27plus Reflexion/Theatertage Europäischer Kulturen 04.–05.07.2013, Paderborn (Nordrhein-Westfalen)

Beirat BFD 06.06.2013, Bonn (Nordrhein-Westfalen)

Geschäftsführungstreffen Trägerverbund 15.02.2013, Hannover (Niedersachsen) 25.06.2013, Berlin 06.–07.11.2013, Hannover (Niedersachsen) Arbeitstreffen und Fortbildungen der Koordinator/innen und pädagogischen Mitarbeiter/innen Pädagogische Standards im BFD 27plus 28.02.2013, Leipzig (Sachsen) Fortbildung: Profile der pädagogischen Begleitung 12./13.03.2013, Berlin Fortbildung: Methodentraining – Entspannungstechniken 12./13.03.2013, Berlin Fortbildung: Freiwillige in schwierigen biographischen ­Lebenslagen 11./12.06.2013, Hamburg Einführung für neue Koordinator/innen 16.-17.09.2013, Berlin Methodentraining für Seminarassistenzen 03.–06.10.2013, Hütten (Thüringen) Arbeitstreffen für Koordinator/innen 21./22.11.2013, Niddatal (Hessen) Arbeitstreffen der Finanzverwalter/innen 08.11.2013, Berlin

74

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement AG 3 – Freiwilligendienste: 12.02.2013, Frankfurt (Hessen) Fachtag Zivil.Gesellschaft. Staat: 07.03.2013, Berlin 22.10.2013, Köln FACHAUSSCHÜSSE Fachausschuss Bürgerschaftliches Engagement und ­Freiwilligendienste 17.10.2013, Hannover (Niedersachsen) Der Ausschuss konstituiert sich zurzeit neu. Fachausschuss Kulturelle Bildung International 16.04.2013, Frankfurt (Hessen) 24.09.2013, Hannover (Niedersachsen) Im Ausschuss aktive Mitgliedsorganisationen: BDK – Fachverband für Kunstpädagogik / Bundesarbeits­ gemeinschaft Spiel und Theater / Bundesverband der Jugendkunst­schulen und kulturpädagogischen Einrichtungen / ­Bundesverband Theater in der Schule / Deutscher Bibliotheksverband / Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundes­ republik Deutschland / Landesvereinigung Kulturelle Jugend­ bildung Thüringen / Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Berlin / Landesvereinigung Kulturelle Kinderund Jugendbildung ­Niedersachsen / Landesvereinigung ­Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen / Verband ­deutscher Musikschulen

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


Fachausschuss Kulturelle Bildung von 0 bis 6 Jahren Gemeinsames Treffen des BKJ-Fachausschusses „Kulturelle Bildung von 0-6 Jahren“ und der „Kommunalen Bundesplattform Kulturelle Bildung von 0-6 Jahren“, eingebettet in den Fachtag „Kultur-mit-Wirkung“ der Stadt Hannover, der Qualitätsmerkmale kultureller Kinder- und Jugendbildung zum Gegenstand hatte. 8.02.2013, Hannover (Niedersachsen) Im Ausschuss aktive Mitgliedsorganisationen: Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung / Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen / Bundesarbeits­ gemeinschaft Spiel und Theater / Bundesverband Deutscher Kinder- und Jugendmuseen / Bundesverband Museums­ pädagogik / Bundesverband Tanz in Schulen / Deutsche Chor­ jugend / Deutscher Bibliotheksverband / Deutscher Bundesverband Tanz / ­K inder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundes­ republik Deutschland / Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und Kultur­pädagogik Rheinland-Pfalz / Verband deutscher ­Musikschulen Fachausschuss Kultur macht Schule 04.11.2013, Frankfurt am Main Im Ausschuss aktive Mitgliedsorganisationen: ASSITEJ Bundesrepublik Deutschland / Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung / BKD – Fachverband für Kunstpädagogik / ­Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik / Bundesverband Museumspädagogik / Bundesverband Tanz in Schulen / ­Bundesverband Theater in Schulen / Deutsche Bläserjugend / Deutscher Bibliotheksverband / Landesarbeitsgemeinschaft ­S oziokultur und Kulturpädagogik Rheinland-Pfalz / Landes­ vereinigung Kulturelle Bildung Bayern / Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Baden-Württemberg / Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ­Berlin / Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugend­ bildung ­Niedersachsen / Landesvereinigung Kulturelle Kinderund Jugend­bildung Schleswig-Holstein / Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Thüringen / Stiftung Lesen / ­Verband deutscher Musikschulen / Vision Kino

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

FORTBILDUNGEN KOMPETENZNACHWEIS KULTUR (KNK) - 16./17.02.2013, Erich Schriever, Schwerte - 28.02./01.03.2013, Ariane Schön, Herten - 26./27.04.2013, Ines Bollmeyer, Vlotho - 01.06.2013, Mirtan Teichmüller, Würzburg - 08.06.2013, Tom Braun, Bergisch-Gladbach (Inhouse) - 10./11.07.2013, Tom Braun, Kelkheim - 13./14.09.2013, Sandra Böttcher, Leipzig - 26./27.09.2013, Erich Schriever, Aachen - 18./19.10.2013, Petra Wollny, Hamburg - 19./20.10.2013, Mirtan Teichmüller, München - 08.0/9.11.2013, Mirtan Teichmüller, Fulda (Inhouse) - 08./09.11.2013, Birgit Wolf, Hildesheim - 06./07.12.2013, Ulrike Jacob, Erfurt

13 Servicestellen engagieren sich vor Ort für den Kompetenznachweis Kultur. Gemeinsam mit den BKJ-Fortbildungsbeauftragten entwickeln sie Strategien und Konzepte für eine Ver­ netzung des Kompetenznachweis Kultur und organisieren Fortbildungen für Fachkräfte, die sich als Berater für den Kompetenznachweis Kultur qualifizieren möchten. - Servicestelle Bund Deutscher Amateurtheater - Servicestelle Bundesverband Kulturarbeit in der ­evangelischen Jugend - Servicestelle Genety e. V. Hamburg - Servicestelle LJKE Bayern e. V. - Servicestelle LKJ Berlin e. V. - Servicestelle LKJ Brandenburg e. V. - Servicestelle LKJ Niedersachsen e. V. - Servicestelle Amt für Jugendarbeit der EkvW, Nordrhein-Westfalen - Servicestelle Kulturbüro Rheinland-Pfalz der LAG Soziokultur und Kulturpädagogik e. V. - Servicestelle LKJ Sachsen e. V. - Servicestelle LKJ Sachsen-Anhalt e. V. - Servicestelle LKJ Schleswig-Holstein e. V. - Servicestelle LKJ Thüringen e. V.

75


INTERNATIONALE MASSNAHMEN

MITARBEITER/INNEN DER BKJ

ÜBER DIE BKJ ALS ZENTRALSTELLE GEFÖRDERTE MASSNAHMEN

Unterstützt wurden der Vorstand und die „Ehrenamtler/innen“ der BKJ durch die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen:

18 Maßnahmen im deutsch-französischen Jugendkulturund Fachkräfteaustausch (DFJW), davon: - 14 Maßnahmen in Deutschland, - 3 Maßnahmen in Frankreich, - 1 Maßnahme im Drittland. - Davon 13 Jugendbegegnungen, 5 Fachkräfteprogramme 23 Maßnahmen im deutsch-polnischen Jugendkulturund Fachkräfteaustausch (DPJW), davon: - 14Maßnahmen in Deutschland, - 9 Maßnahmen in Polen, - Davon 21 Jugendbegegnungen, 1 Fachkräfteprogramm. - 1 Praktikum/Hospitation -- 6 Maßnahmen im deutsch-russischen Jugendkultur- und Fachkräfteaustausch (Stiftung DRJA) - 4 Maßnahmen in Deutschland, - 2 Maßnahmen in Russland. - Davon 4 Jugendbegegnungen, 2 Fachkräftebegegnungen 28 Maßnahmen im sonstigen internationalen Jugendkultur­ austausch (BMFSFJ), davon: - 14 Maßnahmen in Deutschland, - 14 Maßnahmen im Ausland. - Davon 15 Jugendbegegnungen, 13 Fachkräftebegegnungen - Davon 11 binationale Maßnahmen, 3 multinationale Maß­ nahmen und 6 Jugendbegegnungen sowie 8 Fachkräfte­ programme.

VORSTAND DER BKJ -- Dr. Gerd Taube (Vorsitzender) -- Peter Kamp (stellvertretender Vorsitzender) -- Insa Lienemann (stellvertretende Vorsitzende) -- Dr. Eva Bürgermeister (Beisitzerin) -- Michael M. Roth (Beisitzer) -- Matthias Pannes (Beisitzer) -- Axel Schneider (Beisitzer) -- Prof. Dr. Max Fuchs (Ehrenvorsitzender) VORSTANDSSITZUNGEN 2013 -- 18./19.02.2013 in Remscheid -- 02.05.2013 in Berlin -- 16.09.2013 in Berlin -- 11.11.2013 in Frankfurt

76

In der Geschäftsstelle in Remscheid: -- Mareike Berghaus (Referentin Kulturagenten), 75 % -- Tina Biesenbach (Verwaltungsangestellte), 75 % -- Ulrike Blischke-Meyer (Verwaltungsangestellte/Projekte), 75 % -- Hildegard Bockhorst (Geschäftsführerin) 100 % -- Odile Bourgeois (Referentin JugendkulturService International), 50 % -- Christoph Brammertz (Referent Öffentlichkeitsarbeit) 100 % -- Tom Braun (Projektleiter Kulturagenten) 100 % -- Monika Demler (Projektkoordiantorin Kultur macht Schule), 75 % -- Bianca Fischer (Referentin JugendkulturService ­International), 50 % (Projektleitung „Künste bilden Umwelten“), 50 % bis Juli -- Sabine Graefe (Personal- und Finanzreferentin), 75 % -- Tanja Kohl (Verwaltungsangestellte), 50 % -- Ulrike Kluthe-Peiseler (Buchhalterin), 50 % -- Ulrike Münter (Projektleiterin Kultur macht Schule), 75 % -- Maria Norrenbrock (Lehrkraft Kulturagenten), 100 % -- Ilka Rodemann (Verwaltungsangestellte Kulturagenten), 50 % -- Jürgen Schaeffer (Webmaster und Systemadministrator) 100 % -- Karolina Wisniewska (Verwaltungsangestellte), 100 % seit Juli -- Kirsten Witt (Grundsatzreferentin) 100 % -- Rolf Witte (Geschäftsbereichsleiter Internationales) 100 % In der Geschäftsstelle in Berlin: -- Kerstin Hübner (Geschäftsbereichsleiterin Künste öffnen Welten und ­Referentin Mixed-Up Akademie) 100 % -- Friederike Zenk (Referentin Künste öffnen Welten), 65 % seit Oktober -- Lisa Paland (Fachassistentin Künste öffnen Welten), seit Februar, 50 % -- Aslı Dogan (Sachbearbeiterin Künste öffnen Welten seit Januar) 75 % -- Jens Maedler (Geschäftsbereichsleiter Freiwilligendienste Kultur und Bildung), 90 % -- Dana Hieronimus (Referentin Freiwilligendienste Kultur und Bildung) 100 % -- Anja Schütze (Referentin Freiwilligendienste Kultur und ­Bildung seit Februar), 50 % -- Maud Krohn (Referentin Freiwilligendienste Kultur und ­Bildung seit April), 50 %

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


-- Charlotte Hübsch (Fachassistentin Freiwilligendienste Kultur und Bildung), 50 % seit März -- Bärbel Noebe (Sachbearbeiterin Freiwilligendienste Kultur und Bildung), 50 % -- Susanna M. Prautzsch (Referatsleiterin Kommunikation), 90 % -- Johanna Faltinat (Fachassistentin Kommunikation seit September), 65 % -- Lea Jaenicke (Assistentin Kommunikation bis Juni), 25 % -- Annika Esser (Assistentin Kommunikation bis August), 25 % -- Kilian Schmuck (Referatsleiter Finanzen) 100 % -- Katharina Reigbert (Fachassistentin Finanzen), 50 % bis Oktober -- Dario Haux (Fachassistent Finanzen seit November), 50 % -- Nadia Pernkopf (Sachbearbeiterin Finanzen), 75 % seit September -- Patricia Otto (Auszubildende Finanzen) 100 %

VERTRETUNGEN IN GREMIEN -- Akademie Remscheid, Trägerverein >> Dr. Gerd Taube / ­Prof. Elisabeth Braun / Prof. Dr. Klaus Kramer / Thomas Wodzicki / Dr. Wolfgang Zacharias / Beatrix Commandeur -- Allianz für Bildung/BMBF >> Hildegard Bockhorst -- Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) >> ­Hildegard Bockhorst (Vorstand und Säule FO) -- Programmspezifische Arbeitsgruppe „Internationale Jugendarbeit“ des BMFSFJ >> Rolf Witte -- AGJ Fachausschuss „Europäische Kinder- u. Jugend(hilfe)politik >> Rolf Witte -- Beirat Bundesfreiwilligendienst >> Jens Maedler -- BKM-Preis Kulturelle Bildung, Jury >> Dr. Gerd Taube -- BMBF Kuratorium „Theatertreffen der Jugend“ >> Dr. Gerd Taube -- BMBF Kuratorium „Treffen junger Autoren“ >> Dr. Gerd Taube -- BMBF Kuratorium „Treffen junge Musikszene“ >> Matthias Pannes -- Bundesakademie Wolfenbüttel, Trägerverein >> Insa Lienemann -- Bundesarbeitskreis FSJ >> Jens Maedler -- Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement >> Jens Maedler -- Bundesweite Koalition Kulturelle Vielfalt >> Rolf Witte -- Culture Action Europe >> Rolf Witte -- Deutsch-Französisches Jugendwerk / Beirat >> Rolf Witte -- Deutsch-Polnischer Jugendrat (stellvertretendes Mitglied) >> Bianca Fischer -- Deutscher Kulturrat >> Prof. Dr. Max Fuchs (Vorsitzender), Hildegard Bockhorst (Sprecherratsmitglied)

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

-- DKR/Rat für Soziokultur und kulturelle Bildung >> Geschäftsführung durch Hildegard Bockhorst -- DKR/Fachausschuss Bildung >> Hildegard Bockhorst/ Kerstin Hübner (seit Herbst 2013) -- DKR/Fachausschuss Europa/Internationales >> Rolf Witte -- DKR/Dialogplattform, BMBF-Projekt „Kultur bildet“ >> Gerd Taube -- Expertengruppe „Schulische und außerschulische Lern- und Bildungsorte“ des Zentrum Eigenständige Jugendpolitik >> Tom Braun -- Fonds Soziokultur e. V. >> Hildegard Bockhorst in der Mitgliederversammlung und als Kassenprüferin -- Fonds Soziokultur/Kuratorium >> Kirsten Witt, Vorsitzende des Kuratoriums -- Forscher-Praktiker-Dialog Internationale Jugendarbeit >> Rolf Witte -- IJAB/Mitgliederversammlung >> Rolf Witte -- Konferenz „Kinder spielen Theater“ >> Katrin Brademann, Gerd Taube -- Kopaed-Beirat für die BKJ-Schriftenreihe Kulturelle Bildung >> Peter Kamp -- Kulturagenten für kreative Schulen/Beirat >> Hildegard Bockhorst -- Nationaler Beirat des EU-Programms JUGEND IN AKTION >> Rolf Witte -- Programmübergreifende Arbeitsgruppe KJP >> Hildegard Bockhorst für das Programm 2 Kulturelle Bildung -- Stiftung Deutsche Jugendmarke >> Hildegard Bockhorst als Mitglied der Mitgliederversammlung -- Runder Tisch der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE), DUK >> Bianca Fischer -- Arbeitsgruppe außerschulischer Bildung im Rahmen der UN-Dekade BNE >> Bianca Fischer -- Arbeitsgruppe Kulturelle Bildung und Kulturpolitik im Rahmen der UN-Dekade BNE >> Bianca Fischer als Sprecherin - Nationaler Beirat zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie >> Rolf Witte

MITGLIEDSORGANISATIONEN DER BKJ BILDENDE KUNST -- BDK – Fachverband für Kunstpädagogik LITERATUR -- Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) -- Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise (FBK) -- Deutscher Bibliotheksverband (dbv) -- Internationale Jugendbibliothek (IJB) -- Stiftung Lesen

77


MEDIEN -- Bundesverband Jugend und Film (BJF) -- Bundesweites Schülerfilm- und Videozentrum -- Deutscher Verband für Fotografie (DVF) -- Förderverein Deutscher Kinderfilm (FDK) -- Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikations­ kultur (GMK) -- Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) -- Vision Kino gGmbH - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz MUSEUM -- Bundesverband Deutscher Kinder- und Jugendmuseen -- Bundesverband Museumspädagogik (BVMP) MUSIK -- Arbeitskreis für Schulmusik (AfS) -- Arbeitskreis Musik in der Jugend (AMJ) -- Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) -- Deutsche Bläserjugend (DBJ) -- Deutsche Chorjugend (DCJ) -- Deutscher Musikrat (DMR) -- Internationaler Arbeitskreis für Musik (iam) -- Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) -- Bund Deutscher Zupfmusiker (JBDZ) -- Verband deutscher Musikschulen (VdM) -- Werkgemeinschaft Musik (WGM) SPIEL -- Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spielmobile TANZ -- Bundesverband Tanz in Schulen (BV Tanz in Schulen) -- Deutscher Bundesverband Tanz (DBT) THEATER -- ASSITEJ Bundesrepublik Deutschland. Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche Deutschland -- Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) -- Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel & Theater -- Bundesverband Theater in Schulen (BV.TS) -- Bundesverband Theaterpädagogik (BuT) -- Katholische Arbeitsgemeinschaft Spiel und Theater (KAST) -- Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland (KJTZ) ZIRKUS -- Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Zirkuspädagogik

78

KUNSTSPARTENÜBERGREIFENDE FACHORGANISATIONEN -- Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend (bka) -- Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kultur­ pädagogischen Einrichtungen (bjke) BUNDESAKADEMIEN -- Akademie Remscheid für musische Bildung und Medien­ erziehung (ARS) -- Bundesakademie (ba) für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel Mitglied seit 29.11.2013 -- Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen LANDESVEREINIGUNGEN -- Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziokultur und Kultur­ pädagogik Rheinland-Pfalz -- Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Kinder- und Jugendkultur -- Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern (LKB:BY) -- Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen -- Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) ­Baden-Württemberg -- Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Berlin -- Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Brandenburg (LKJB) -- Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung ­Mecklenburg-Vorpommern (LKJ MV) -- Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen (LKJ Nds) -- Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit ­Nordrhein-Westfalen (LKJ NRW) -- Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen -- Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen-Anhalt -- Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein (LKJ SH) -- Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Thüringen

FINANZEN Die Geschäftsstellen der BKJ in Remscheid und Berlin ­konnten im Berichtszeitraum 2013 mit einem Jahresetat von rund 7,3 Mio. Euro arbeiten. Zur Veranschaulichung der Mittelausstattung und -ausgaben der BKJ und ihrer Projekte werden im folgenden einige ­Rahmendaten dargestellt. Die Grundlage hierfür ist der vom Vorstand der BKJ beschlossene Haushaltsplan 2013 einschließlich Änderungen (siehe Tabelle rechts). Die Grundsicherung der BKJ als bundeszentrale Infrastruktur und Fachpartner des BMFSFJ über den Stammhaushalt erfolgte 2013 zu fast 100% durch das BMFSFJ mit Mitteln aus dem

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


­ inder- und Jugendplan des Bundes. Die Zuwendung wurde als K Projektförderung gemäß § 23 und 44 BHO gewährt. Zudem erhielt die BKJ weitere Projektförderungen; u. a. durch das ­Bundesministerium für ­S enioren, Familie und Jugend, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Deutsche

Bundesstiftung Umwelt und die Forum K&B GmbH als Gesellschaft der Kultur­s tiftung des Bundes und der Stiftung Mercator. Die im folgenden dargestellten Einnahmen der BKJ im Haushaltsjahr 2013 geben einen Überblick über die Herkunft der in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Mittel (siehe Grafik).

Einnahmen ­gerundet in €

Ausgaben­ gerundet in €

BKJ-Haushalt (Stammhaushalt)

675.600

675.600

9,2

Geschäftsbereich Kulturelle Bildung International

600.200

600.200

8,1

3.936.700

3.936.700

53,2

250.000

250.000

3,4

1.654.000

1.654.000

22,4

146.700

146.700

2,0

Kulturelle Bildung Online

35.100

35.100

0,5

Künste bilden Umwelten

27.600

27.600

0,4

Junger Blick auf Kulturelle Bildung

15.000

15.000

0,2

Arbeitshilfe Inklusion

6.000

6.000

0,1

Jugendliche im Museum

5.000

5.000

0,1

26.100

26.100

0,4

7.378.000

7.378.000

Geschäftsbereich Kultureller Freiwilligendienst Geschäftsbereich „Kultur macht Schule“/Fachstelle Förderprogramm: „Kultur macht stark“/„Künste öffnen Welten“ Modellprogramm: „Kulturagenten für kreative Schulen“

Anteil am Gesamthaushalt in %

Projekt:

Sonstige Einnahmen/Ausgaben (Mitgliedsbeiträge, Versicherungen, etc.) Gesamt

Stiftg.Mercator DBU/Klosterk/LVO

BKM

Fonds Soziokultur sonst. Zuw.geber

100

TN-Beiträge sonst.Einnahmen (Mitgliedsbeiträge, etc.) BMFSFJ (Stammhaushalt)

BMBF BMFSFJ (Projekte) Forum K&B DFJW DPJW BMFSFJ/BAFzA (Kult.Freiw.dienste)

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

BMFSFJ (Kult.Freiw.dienste)

79


Da die BKJ in erster Linie bundeszentrale Aufgaben wahrnimmt, wird einen Großteil der Mittel in den Freiwilligendiensten an ­regionale und lokale Partner weitergeleitet sowie im Bereich des internationalen Jugendaustausches werden per Projekt­ bewilligung an die regionalen und lokalen Maßnahmeträger Mittel zur Verfügung gestellt. Die Summe der weitergeleiteten und der per Maßnahmebe­ willigung gezahlten Mittel betrug im Haushaltsjahr 2013 rund 5,3 Mio. Euro.

Burkhard Hill/Jennifer Wengenroth: Musikmachen im „jamtruck“, Evaluation eines mobilen Musikprojektes für Jugendliche. Band 37. München 2013.192 Seiten. ISBN 978-3-86736-337-2. Viola Kelb (Hrsg.): Gut vernetzt?! Kulturelle Bildung in lokalen Bildungslandschaften. Mit Praxiseinblicken und Hand­ reichungen zur Umsetzung „Kommunaler Gesamtkonzepte für Kulturelle Bildung“. Band 38. München 2014. ISBN 978-3-86736-338-9.

SELBSTVERLEGTE PUBLIKATIONEN

Max Fuchs/Gerd Taube/Tom Braun/Wolfgang Zacharias (Hrsg.): Kulturelle Bildung für alle! Analysen, Standpunkte, Konzepte aus 33 Jahren Engagement für kulturelle Teilhabe. Band 40. München 2013. ISBN 978-3-86736-340-2.

Ohne Moos nix los?! Finanzierungshinweise und -ideen für „Kultur macht Schule“, mit einem Einleger „Rahmenbedingungen für eine gute Finanzierung“. Remscheid 2013. ISBN 978-3-924407-99-5.

Meike Schuster: Stadt(t)räume – Ästhetisches Lernen im ­öffentlichen Raum. Band 41. München 2013. ISBN 978-3-86736-341-9.

PUBLIKATIONEN

Planungstool: Künste bilden Umwelten – Potenziale Kulturelle Bildung für Zukunftsgestaltung. Remscheid 2013. ISBN 978-3-943909-00-5. 55 starke Partner – Gemeinsam für Kulturelle Bildung. Wir sind die Mitglieder der BKJ. Remscheid 2013 MAGAZIN KULTURELLE BILDUNG „50 Jahre BKJ – 50 Jahre Jugend Bildung Kultur“. Helft 11. 2013. ISSN 1866-8178. SCHRIFTENREIHE „KULTURELLE BILDUNG“ Tom Braun/Max Fuchs/Viola Kelb/Brigitte Schorn (Hrsg.): Auf dem Weg zur Kulturschule II. Weitere Bausteine zu Theorie und Praxis der Kulturellen Schulentwicklung. Band 33. München 2013. ISBN 978-3-86736-333-4.

BEITRÄGE IN PUBLIKATIONEN DRITTER Tom Braun: Kooperationen für eine inklusive Schulentwicklung. In: KulturKontakt Austria (Hrsg.): 16 realities. Kulturkontakt edition vol. 2. Wien 2013. ISBN 978-3-901663-00-0. Kerstin Hübner/Jens Maedler: Prozesse informeller und ­non-formaler Bildung in Jugendfreiwilligendiensten, In: Perabo, Eichhorn, Rindt u. a. (Hrsg.): Zivil.Gesellschaft.Staat. Wiesbaden. (erscheint 2014) Jens Maedler/Kirsten Witt: Gelingensbedingungen kultureller Teilhabe. In: Veronika Hammer (Hrsg.): Kulturvermittlung. ­Inspirationen und Reflexionen zur Kulturellen Bildung bei Kindern und Jugendlichen. Weinheim/Basel 2014. ISBN 978-3-7799-2926-0.

Kim de Groote: „Entfalten statt liften!“ Eine qualitative Unter­ suchung zu den Bedürfnissen von Senioren in Kulturellen ­Bildungsangeboten. Band 34. München 2013. ISBN 978-3-86736-334-1. Dorothea Kolland: Künste, Diversity und Kulturelle Bildung 30 Jahre kommunale Kulturarbeit zwischen Kultur- und Gesellschaftspolitik – Reflexionen, Erfahrungen und Konzepte. Band 35.München 2013. ISBN 978-3-86736-335-8. Ina Brendel-Perpina/Felix Stumpf: Leseförderung durch Teil­ habe, Die Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis. Band 36. München 2013. 253 Seiten. ISBN 978-3-86736-336-5.

80

kreatives wachsen lassen  >>  50 Jahre BKJ – 50 Jahre für Jugend Bildung Kultur


SCHLAGLICHTER >> Themen von A bis Z

50 Jahre BKJ ....................................................................... 4, 15ff.

Lokale Bildungslandschaften .................................... 9f., 34, 41

BKM-Preis Kulturelle Bildung ................................................... 33

Magazin KULTURELLE BILDUNG ............................................... 19

Hildegard Bockhorst ................................................................. 28

Mitarbeiter/innen .................................................................... 76f.

Cultural Learning for Families ................................................ 66

Mitgliedsorganisationen ....................................................... 77f.

Eigenständige Jugendpolitik .............................................. 8, 28

MIXED UP Akademie ......................................................... 40, 72f.

Fachausschüsse ..................................................................... 74f.

MIXED UP Studie ......................................................................... 39

Finanzen ........................................................................... 40, 78ff.

MIXED UP Wettbewerb ............................................................ 38f.

Fonds Soziokultur ................................................................. 9, 33

Partizipation ...................................................................... 11f., 20

Gender Mainstreaming .............................................................. 29

Projekte ....................................................................................... 71

Gremienvertretungen ............................................................... 77

Publikationen ............................................................................. 80

Inklusion ........................................................................ 8, 44, 57f.

Schriftenreihe Kulturelle Bildung im kopaed-Verlag .............................................................. 27f., 80

KMK-Empfehlungen zur Kulturellen Bildung ......................... 45 Sozialraum ................................................................ 10ff., 44, 49 Kompetenznachweis Kultur ............................................ 28f., 75 Ständige Konferenz „Kultur macht stark“ .......................... 48f. kubi-online.de (Handbuch Kulturelle Bildung Online) ..................................... 27

Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung ............................................................... 57, 74

Kulturagenten für kreative Schulen .................................. 9, 42 Veranstaltungen .................................................................... 71ff. Kulturelle Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ................................ 2, 23f., 35 Kulturelle Bildung von Anfang an ....................................... 4, 35

Vorstand ...................................................................................... 76 Wie du mich bewegst – Ein Film von Jugendlichen über Kulturelle Bildung .................................... 19

Kulturelle Medienbildung ............................................... 11f., 25f. World Summit on Arts Education ...................................... 63, 66 Kulturelle Schulentwicklung ................................... 11, 41f., 44 Künste öffnen Welten ......................................................... 48, 73

Zentralstelle für Internationalen Jugendkulturaustausch ................................................ 63ff., 76

Künstlerische Schulfächer ...................................................... 44 Ländlicher Raum .......................................................... 44, 58, 61

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.

81


Gefรถrdert vom


BKJ-Jahresbericht 2013