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5 Charlie-Gibbs Protected Area

Leopardovy-Nationalpark

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Taï-Nationalpark Gabun

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Der Taï-Nationalpark ist der wichtigste Lebensraum für Schimpansen in Westafrika.

Gabun setzt ein Zeichen gegen illegalen Elfenbeinhandel.

Ü D A M E R I K A Güeppi-Sekime Nationalpark

Am Amazonas wurde der neue Nationalpark Güeppí-Sekime ausgewiesen.

Finanzierung für den Taï-Nationalpark gesichert

Die nachhaltige Finanzierung des Taï-Nationalparks im Südwesten der Elfenbeinküste ist gesichert: Der vom WWF unterstützte Trust Fund für Schutzgebiete in der Elfenbeinküste wurde im September 2012 vom Bundesentwicklungsministerium mit 9,5 Mio. Euro für den Taï-Nationalpark ausgestattet. Der WWF unterstützte die Verhandlungen und begleitet auch zukünftig als Mitglied im Stiftungsrat Schutzgebietsbemühungen in der Elfenbeinküste. Der Taï-Nationalpark ist seit 1982 als UNESCOWeltnaturerbe anerkannt. Seine 5.500 Quadratkilometer Regenwald beherbergen eine immense Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, die nur dort vorkommen. Allein acht von zwölf Primatenarten und über die Hälfte aller 1.200 bislang bekannten Pflanzenarten des Taï sind endemisch. Hier leben Westafrikanische Schimpansen, Waldelefanten, Zwergflusspferde, Zebra- und Jentink-Ducker.

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Im neuen Schutzgebiet leben ungewöhnliche Tiere wie diese Tiefsee-Rippenqualle.

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ASIEN

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7 Der Wald in Sabah ist wichtiger Lebensraum für Orang-Utans

Einigung beim Schutz der seltenen Irawadi-Delfine

Lebensraum der seltenen Amur-Leoparden geschützt

Fortschritt beim Schutz der Irawadi-Delfine

Dank der Initiative des WWF gehört die Kiemennetzfischerei als Haupttodesursache für die Irawadi-Delfine im Mekong bald der Vergangenheit an. Jahrelang gab es in der Zusammenarbeit zwischen dem WWF und der kambodschanischen Delfinkommission kaum Fortschritte. Doch Anfang des Jahres hat ein vom WWF Deutschland mitfinanzierter Workshop wieder Bewegung in die Kooperation gebracht. Zahlreiche Experten, Mitarbeiter des WWF und der Delfinkommission sowie der kambodschanischen Fischereibehörde erarbeiteten und unterzeichneten die sogenannte Kratie-Erklärung. Damit haben sich die Beteiligten auf eine gemeinsame Strategie zum Schutz der Irawadi-Delfine geeinigt. Mittlerweile hat diese Erklärung erste Früchte zum Schutz der bedrohten Tierart getragen: Ein Gesetzesentwurf sieht vor, Schutz- und Managementgebiete entlang der Delfinlebensräume auszuweisen, in denen die Verwendung von Kiemennetzen verboten ist.

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Schutzgebietsnetzwerk am Amazonas erweitert

Am 24. Oktober 2012 wurde am Putumayo Fluss der peruanische Güeppí-Sekime Nationalpark sowie die indigenen Gemeinde-Reservate Airo Pai und Huimeki mit einer Gesamtfläche von 590.000 Hektar ausgewiesen. Die neuen Schutzgebiete grenzen an den La Paya Nationalpark in Kolumbien und das Cuyabeno Reservat in Ecuador. Beachtlich ist dieser Erfolg vor allem aufgrund der Tatsache, dass die treibende Kraft von den Menschen vor Ort ausging, die sich zusammen mit dem peruanischen Umweltministerium und mit Unterstützung des WWF gegen die Interessen des Bergbauministeriums und einiger Ölkonzerne durchsetzen konnten. Dadurch sind nun riesige Primärwälder des westlichen Amazonas-Regenwaldes besser geschützt und bilden einen Block gegen die von Westen kommende Entwaldungsfront.

Orang-Utan-Wald unter Schutz gestellt

In Sabah hat die Regierung im März 2012 den nördlichen Teil des Ulu Segama-Malua Waldreservats (11.612 Hektar) als Schutzwald ausgewiesen. Damit ist die Heimat von ca. 170 Orang-Utans vor forstlicher Nutzung und Umwandlung in Plantagen geschützt. Ein wichtiger Schritt, um übernutzte Wälder der Natur zurückzugeben. Um das Gleichgewicht dieser Wälder wiederherzustellen, renaturiert der WWF in Ulu Segama-Malua eine Fläche von insgesamt 2.400 Hektar. Mit den knapp 400 Hektar in diesem Jahr konnten bereits über 1.400 Hektar bepflanzt werden. Dieser Ansatz soll als Vorbild für weitere ehemalige Forstkonzessionen gelten.

SÜDAMERIKA 4

Schutzgebiete auf Hoher See erweitert

Die Anrainerstaaten des Nordostatlantiks wiesen am Mittelatlantischen Rücken, den „Alpen der Tiefsee“, ein weiteres, rund 180.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiet in internationalen Gewässern aus: Charlie-Gibbs North High Seas Marine Protected Area. Damit stehen sieben Gebiete mit insgesamt 465.000 Quadratkilometern der Hohen See erstmals unter Schutz – eine Fläche größer als die Ostsee. Der WWF Deutschland hatte sich zwei Jahre für diese Erweiterung eingesetzt, um Kaltwasserkorallen, Tiefseeschwämme und andere Lebensgemeinschaften der Seeberge, aber auch Tiefseehaie, Wale und die Artenvielfalt in der Wassersäule zu erhalten.

Erste wichtige Schritte im Kampf gegen Wilderei

Um der massiven Bedrohung durch Wilderei und Artenhandel entgegenzutreten, haben zehn zentralafrikanische Staaten Anfang Juni 2012 einen regionalen Aktionsplan (PAPECALF) ins Leben gerufen, der die Strafverfolgung und Kooperation zwischen verschiedenen Sektoren verbessert. So sollen unter anderem Justiz, Zoll, Polizei sowie Inneres und Verteidigung intensiver mit dem Umweltsektor zusammenarbeiten und so die Wilderei von Elefanten und anderen Wildtieren effektiver bekämpfen. Ein erstes wichtiges Zeichen gegen illegalen Elfenbeinhandel setzte Gabuns Präsident Ali Bongo, indem er am 27. Juni 2012 den gesamten beschlagnahmten Elfenbeinbestand des Landes (4.825 kg, das entspricht etwa 850 Elefanten) verbrennen ließ. Der WWF und die Artenschutzorganisation TRAFFIC unterstützten Gabun bei der Registrierung der Elfenbeinbestände. Durch eine Verbrennung kann verhindert werden, dass das Elfenbein durch Korruption oder Diebstahl aus den Asservatenkammern verschwindet und in den illegalen Handel gelangt.

WELT WEIT 5

Ulu Segama-Malua

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Mekong

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Trinational de la Sangha

F R I K 2

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Neuer Leoparden-Nationalpark in Russland

Im April 2012 hat die russische Regierung in der Region Primorje den LeopardovyNationalpark von der Größe des Saarlandes ausgewiesen. Der neue Nationalpark ist die Heimat der letzten 35–40 lebenden Amur-Leoparden und von etwa zehn Amur-Tigern. Der WWF hat seit Jahren für die Einrichtung des Nationalparks geworben. Zusammen mit Partnern vor Ort hat die Umweltstiftung die notwendigen Unterlagen und Studien erstellt und konnte die Ausweisung durch ihre guten Kontakte zu den zuständigen Regierungsstellen beschleunigen. Auf der benachbarten chinesischen Seite wurden drei Waldgebiete, Suiyang, Jiaohe und Wangqing, mit einer Gesamtfläche von über 165.000 Hektar als Schutzgebiete ausgewiesen. Sie setzen den geschützten Lebensraum der Großkatzen auf chinesischem Territorium fort. So wurde dank des WWF nicht nur der verbesserte Schutzstatus von Wangqing als Nationales Naturreservat erreicht, sondern dafür auch ein anderes Gebiet festgelegt, das aus Naturschutzsicht wertvoller ist als die ursprünglich vorgesehene Fläche.


DEUTSCHLAND 12

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H SC UT DE

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Der WWF schaffte mit seinen Aktionen Aufmerksamkeit für den weltweit voranschreitenden Waldverlust. Zum Beispiel mit dem drei Meter großen Waldverlustticker, der bundesweit auf Bahnhöfen tausende Menschen für das Thema sensibilisierte. Elf prominente „Wald.Meister“, darunter Fußballnationalspieler Sami Khedira, Schauspieler Jürgen Vogel und Starköchin Sarah Wiener, unterstützten die Kampagne für mehr Waldschutz. Erfolg zeigte auch der direkte Druck auf verschiedene Branchen, bei Holz und Papier auf Nachhaltigkeit zu achten: 65 Millionen Bücher mehr als vor der Kampagne erschienen mit FSC-Zertifizierung, der „Spiegel“ stellte alle Magazine auf FSC-zertifizierte Papiere um und über 50 Prozent der produzierten Getränkekartons sind inzwischen FSC-zertifiziert.

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Das Wattenmeer ist nun besser vor schädlicher Muschelfischerei geschützt.

Die biologische Vielfalt unseres Planeten ist eine Show der Superlative: Vom Bakterium bis zum Blauwal, vom Moos bis zum Mammutbaum bevölkern mindestens 1,75 Millionen verschiedene Lebewesen die irdische Bühne. Der WWF setzt sich seit 50 Jahren für den Schutz der Arten und Lebensräume ein – von farbenprächtigen Korallenriffen bis zu saftig grünen Regenwäldern. Die Umweltstiftung hat mitgeholfen, riesige Gebiete unter Schutz zu stellen, etwa am Amazonas, in Borneo und in Zentralafrika. In Deutschland half der WWF unter anderem, das Wattenmeer und andere Naturlandschaften zu bewahren und bedrohte Arten wie Seeadler und Kraniche zu schützen. Doch die Erfolge wären nicht möglich ohne die Unterstützung vieler treuer Förderer. Dafür möchten wir Danke sagen – und wir versprechen, dass wir nicht aufhören werden, durch Projektarbeit und politisches Engagement für unsere biologische Vielfalt und die Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen zu kämpfen.

Gericht stoppt vorerst Elbvertiefung

Unser Ziel Wir wollen die weltweite Zerstörung der Natur und Umwelt stoppen und eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Natur in Einklang miteinander leben.

Reinhardtstraße 14 10117 Berlin Tel.: 030 311 777-700 E-Mail: info@wwf.de Spendenkonto 2000 Bank für Sozialwirtschaft BLZ 550 205 00

A F R IK A © Copyright des WWF International ® Warenzeichen des WWF International

Am 17. Oktober 2012 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die von Hamburg geplante Elbvertiefung gestoppt. Um dies zu erreichen, haben sich BUND, NABU und WWF im Aktionsbündnis „Lebendige Tideelbe“ zusammengeschlossen und sehen die Entscheidung als ersten wichtigen Erfolg, den massiven Eingriff in die Natur dauerhaft zu verhindern. Zwischen Nordsee und Hamburger Hafen soll die Flussmündung der Elbe erneut ausgebaggert werden, um noch größeren Containerschiffen die Einfahrt ins Hafenbecken zu gewähren. Die Entscheidung ist ein erster Etappensieg, das Hauptgerichtsverfahren erfolgt in ein bis vier Jahren. WWF Deutschland

wwf.de | info@wwf.de

Naturschutzerfolge 2012

20 Jahre erfolgreiche Arbeit am Drömling

Das vom WWF mitbegründete Naturschutzgroßprojekt Drömling in SachsenAnhalt feierte 2012 sein 20-jähriges Jubiläum. Die Niedermoorflächen zählen mit 32.000 Hektar zu den größten Deutschlands. Durch jahrhundertelange Entwässerung waren sie zu Projektbeginn in einem schlechten Zustand. Die Bilanz zum Jubiläum: 6.250 Hektar Fläche wurden für das Projekt erworben oder von Partnern bereitgestellt, Grundlage für ein 10.500 Hektar großes Naturschutzgebiet. 2012 wurden weitere 40 Hektar gekauft und die Wiedervernässung von 1.015 Hektar für 2013 vorbereitet. Heute ist der Drömling wieder ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung für zehntausende Zugvögel. Die Bestände von Weißstorch und Fischotter wachsen und auch der Seeadler ist als Brutvogel zurückgekehrt.

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Etappensieg beim Schutz der Elbe errungen

Urteil für besseren Wattenmeerschutz

Zu Beginn des Jahres gewannen der WWF und die Schutzstation Wattenmeer gemeinsam ein Gerichtsverfahren gegen naturschädliche Praktiken der Muschelfischerei. Damit ist es nun verboten, junge Miesmuscheln für die Fischerei in den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer einzubringen – ein wichtiger Schritt, um der Einschleppung gebietsfremder Arten einen Riegel vorzuschieben und somit das sensible Ökosystem zu schützen. Seit 1977 ist der WWF Deutschland bereits für das Wattenmeer an der Nordseeküste aktiv. Mit seiner Hilfe wurden Eindeichungen gestoppt und große Nationalparks gegründet. 2009 wurde das Wattenmeer von der UNESCO sogar als Weltnaturerbe anerkannt.

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Seeadler brüten wieder im Drömling.

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Ein Refugium für die seltenen Waldelefanten

Trinationales Schutzgebiet Sangha ist Weltnaturerbe

Das länderübergreifende Schutzgebiet „Trinational de la Sangha“ (TNS) im Kongobecken wird Weltnaturerbe. Dies wurde am 1. Juli 2012 vom Welterbe-Komitee der Unesco verkündet. Damit wird das Gebiet mit seiner ökologischen Vielfalt noch bekannter und erhält mehr internationale Unterstützung bei wichtigen Schutzmaßnahmen. Es ist das weltweit erste trinationale Schutzgebiet, das in die Welterbeliste aufgenommen wird. Die gesamte Fläche der drei Nationalparks ist mit rund 7.500 Quadratkilometern etwa dreimal so groß wie das Saarland. Die umgebende Pufferzone, in der nachhaltige, regulierte Nutzung möglich ist, umfasst fast 18.000 Quadratkilometer. Seltene Waldelefanten, Schimpansen, Bongo-Antilopen und Flachlandgorillas finden hier ideale Lebensbedingungen. Der WWF, der seit über 20 Jahren im Dzanga-Sangha-Gebiet, dem zentralafrikanischen Teil des Weltnaturerbes aktiv ist, hatte sich für die Aufnahme des TNS als Weltnaturerbe stark gemacht.


ERfolge 2012