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Werden Sie

„Global200 200 Protector“


4 Übersicht der Ökoregionen, in denen sich der WWF Deutschland verstärkt engagiert

Nordwest-Russland Nordostatlantik und Ostsee

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Kamtschatka Sachalin Amur-Region

Kaukasus Donau

China Westafrikanische Meeresregion (WAMER)

Amazonien/ Putumayo

Östlicher Himalaya

Elfenbeinküste/Tai-NP Kongobecken/ Lobeke-NP

Amazonien/JuruenaNationalpark/Apui­Schutz­gebietsnetz

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Namibia

Kongobecken/ Dzanga-Sangha

Madagaskar

Südostpazifik

1 Ökoregion Borneo/Herz von Borneo­ 2 Ökoregion Alpen 3 Ökoregion Mara ­ raunbär. 4 Knuffiger Alpenbewohner: der B 5 Sind auf das Wasser des Mara angewiesen: die Zebras. Regenwald: der Nashornvogel.

6 Farbenpracht im

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Mekong

Kongobecken/ Dzanga-Sangha Sumatra

1 Borneo/Sebangau Nationalpark


2000 2000 Menschen

Dringend gesucht:

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mit einem großen Herzen

Sie erinnern sich bestimmt: Auf Initiative des WWF wählten vor einiger Zeit Hunderte von Wissenschaftlern auf allen Kontinenten und in den Weltmeeren 238 einzigartige Ökoregionen aus und bestimmten deren Gefährdungsgrad. Der Schutz dieser ökologisch wertvollsten Lebensräume unserer Erde – der „Global 200“ – bleibt im kommenden Jahr eines unserer wichtigsten Ziele. Wenn uns dies gelingt, kann ein großer Teil der gefährdeten Arten in Wäldern, Feuchtgebieten, Flüssen, Seen und Meeren gerettet und ihre natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden. Der Status zum Jahrtausendbeginn: Nur knapp ein Viertel der „Global 200“ (24%) kann noch als „relativ stabil oder intakt“ angesehen werden. Mehr als ein Viertel (29%) der Ökoregionen gilt als „gefährdet“. Fast die Hälfte (47%) der Landökosysteme ist als „stark bedroht“ ausgewiesen! Wir müssen schnell handeln – und wir müssen gemeinsam handeln. Deshalb suchen wir jetzt 2000 Menschen, die es uns ermöglichen, unsere Global 200-Initiative massiv voranzutreiben. 2000 Menschen, die uns pro Jahr mit 1.000 Euro unterstützen. 2000 Menschen mit einem großen Herzen. Auch an Sie richten wir jetzt diese Bitte: Werden Sie ein „Global 200 Protector“ und unterstützen Sie uns finanziell. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr über drei ausgewählte Ökoregionen, die am dringendsten Ihre und unsere Hilfe benötigen. Und am Ende der Broschüre sagen wir Ihnen, warum es sich doppelt lohnt, ein „Global 200 Protector“ zu werden.

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BORNEO – Kahlschlag im Regenwald Die Regenwälder Borneos beherbergen einen Naturschatz von unermesslichem Wert: rund 210 Säugetier­ arten, über 600 Vogelarten, 15.000 Gefäßpflanzen sowie 400 Reptilien- und Amphibienarten. Einige Säugetierarten kommen nur hier vor, etwa der Borneo-OrangUtan, der Borneo-Gibbon und der Borneo-Zwerg­elefant. Die Pflanzenwelt umfasst unter anderem mehr als 3.000 Baumarten und über 2.000 Orchideen. Doch die beeindruckende Artenvielfalt auf der drittgrößten Insel unserer Erde ist stark bedroht. Massive Rodungen haben in den letzten Jahrzehnten riesige Waldflächen vernichtet. Die Bäume müssen zumeist Palmplantagen weichen, denn der Verkauf von Palmöl ist lukrativ. Hinzu kommen Waldbrände, die weitere Flächen vernichten. Immer mehr Lebensraum für Tiere, Pflanzen und letztlich auch für den Menschen geht verloren. Entwicklung: Er hat in den letzten 30 Jahren rund 80 Prozent seines Lebensraums verloren und ist stark gefährdet. Die Tiere sind auf Bäume und Fruchtgehölze mit versetzten Reifezeiten angewiesen, da sie sich vorwiegend vegetarisch ernähren. Zudem hat der Orang-Utan den langsamsten Fortpflanzungszyklus aller Großen Menschenaffen: Er wird erst mit sieben bis zehn Jahren geschlechtsreif. In der Regel kommt nur ein Junges zur Welt. Ein Weibchen zieht in seinem 4


1 Leben höchstens fünf Junge groß. Illegaler Handel und Wilderei fügen den Beständen weitere Verluste zu. Nicht nur für die Natur vor Ort ist der Kahlschlag eine Katastrophe. Denn jeder Baum auf Borneo zählt auch für das globale Klima! Der Regenwald speichert jedes Jahr rund 250 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Borneo ist kein Refugium am anderen Ende der Welt, das uns nichts angeht. Der WWF kämpft darum, den Regenwald zu erhalten. Kernstück unserer Arbeit ist die „Heart of Borneo“-Initiative:

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• Im Inneren der Insel entsteht eine rund 220.000 Quadratkilometer große Schutzzone aus nachhaltig genutzten Wäldern. Das „Heart of Borneo“ zieht sich durch alle drei Staatsgebiete der Insel: Malaysia, Indonesien und Brunei. Am 12. Februar 2007 unterzeichneten die Staaten die „Heart of Borneo“-Deklaration. Der WWF berät die Arbeitsgruppen der beteiligten Länder. • Bestehende Waldgebiete schützen wir, etwa durch Patrouillen. • Zerstörte Gebiete werden wieder aufgeforstet: Im Zentrum der Insel

pflanzen wir rund tausend Hektar Wald, um die bestehenden Naturschutzgebiete Betung Kerihun und Danau Sentarum zu verbinden. Dieser Waldkorridor könnte ein rettender Zufluchtsort für die Orang-Utans werden. In der malaysischen Region Sabah soll das ehemalige Forstgebiet Ulu Segama wieder aufgeforstet werden.

1 Eine junge Dayak in Kayan Mentarang trägt ihr Baby in einem Korb aus traditioneller Handarbeit. 2 Besonderer Bewohner des Regenwaldes: der Sonnenbär (Helarctos malayanus).

3 Wünschenswert: unberührte Natur in der Region Kalimantan.

• Gemeinsam mit den Menschen auf Borneo entwickeln wir zukunftsträchtige Einnahmequellen wie nachhaltige Forstwirtschaft, Fischzucht oder Obst- und Gemüseanbau.

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Wenn die Projekte im „Heart of Borneo“ gelingen, haben wir die einmalige Chance, einen Regenwald im großen Maßstab zu erhalten – und mit ihm Tausende von Tier- und Pflanzenarten sowie einen natürlichen Klimaschützer unseres Planeten.

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Die ALPEN – Artenvielfalt in rauen Bergen Die Alpen sind eine Landschaft der Superlative: In tiefen Schluchten und sanften Tälern, auf endlosen Schneefeldern und blühenden Wiesen gedeiht die größte Artenvielfalt Europas – etwa 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten. Hier erhebt sich auch der höchste Berg des Kontinents, der Montblanc, auf 4.800 Meter über dem Meeresspiegel. Die Alpen erstrecken sich über sieben Staatsgebiete: Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, die Schweiz und Slowenien. Doch sie halten auch einen problematischen Rekord – als das meistgenutzte Gebirge der Welt. Rund 14 Millionen Menschen leben hier, rund 120 Millionen Touristen

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1 kommen jährlich hinzu. Tourismus, Verkehr, Wasserkraft, Flussverbauung und Landwirtschaft greifen immer tiefer in die faszinierende Bergwelt ein, mit oft verheerenden Folgen für die Natur. Der WWF ist überzeugt, dass es möglich ist, diese einzigartige Landschaft zu nutzen und dennoch zu erhalten. Wir setzen uns für den Schutz des Lebensraums Alpen und eine nachhaltige Bewirtschaftung ein, die nicht mehr Ressourcen verbraucht als ­sich erneuern können:

• Bevor wir Naturschutzprojekte sinnvoll planen konnten, mussten wir mehr über die Artenvielfalt in den Alpen erfahren. In Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzorganisationen haben wir eine Karte erarbeitet, auf der die Gebiete verzeichnet sind, die die größte biologische Vielfalt aufweisen und daher besonders schutzbedürftig sind.

1 Gebirge in der Wildflusslandschaft Ammer. 2 Fühlt sich in den Moorgebieten der Ammer besonders wohl: der Auerhahn. 3 Der Huche, auch Donaulachs genannt, pflanzt sich in der Ammer noch natürlich fort.

• Besonders wichtig ist der Schutz der Süßwasservorkommen sowie der Flüsse als verbindende Lebensader im Gebirge. In der Wildflusslandschaft Ammer ist der WWF Deutschland bereits aktiv geworden. So muss die touristische Nutzung in der Ammerschlucht sanft gelenkt werden, um den Lebensraum seltener Arten zu sichern. Hier ist es Aufgabe des WWF, die Ansprüche unterschiedlicher Interessengruppen mit den naturschutzfachlichen Anforderungen abzustimmen.

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• Einige bereits verschwundene Tierarten möchten wir wieder ansiedeln beziehungsweise ihre Rückkehr ermöglichen, etwa Wolf, Luchs und Braunbär. Für die Rettung der Braunbären laufen bereits Projekte, die unterschiedlich erfolgreich sind. In den österreichischen Kalkalpen droht ein Ansiedlungsprojekt zu scheitern. Von den rund 35 Tieren, die dort in den letzten Jahren gesichtet wurden, leben nur noch zwei. Illegaler Abschuss und wohl auch die geringe Anzahl von vier „Gründerbären“ sind die Ursachen. Erfreulich stabil zeigt sich hingegen die Bärenpopulation im italienischen Trentino. Eines der 25 Tiere ist ins Stubaital eingewandert und hat dort als erster Bär seit über 100 Jahren überwintert. Ein klares „Nein zum Bären“ kam zuletzt in der Steiermark vonseiten der Landwirt- und Jägerschaft. Die Situation zeigt, wie viel Aufklärungsarbeit nötig ist, um die Akzeptanz gegenüber Wildtieren zu erhöhen. Das nun erstellte Verzeichnis der wichtigsten Schutzgebiete hat die Grundlage geschaffen, um in den nächsten Jahren weitere Projekte in den Alpen zu planen. Unser Ziel ist ebenso anspruchsvoll wie lohnend: die Alpen als den vielseitigsten Lebensraum Europas für Menschen, Tiere und Pflanzen zu bewahren. 7


MARA – Durst und Dürre in Ostafrika „Serengeti“ – der legendäre Nationalpark steht für Afrika pur: endlose Savannen, Hitze und Trockenheit, aber auch Millionen von Tieren wie Gnus, Gazellen, Zebras, Giraffen und Raubkatzen. Doch die Trockensavanne Ostafrikas droht zu verdursten. Ihre Lebensader, der Fluss Mara, führt immer weniger und immer schmutzigeres Wasser. Der Hauptgrund sind massive Rodungen im Quellgebiet. Der Mau-Regenwald ist bereits um die Hälfte geschrumpft. Mit dem Verlust des kostbaren Wasserspeichers trocknet das Gebiet aus. Ohne ausreichendes Wasser im Mara kann auch der berühmte Wanderzyklus der Wildtiere in der Serengeti

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und den angrenzenden Schutzgebieten nicht bestehen. Mit Beginn der Trockenzeit verlassen die Herden alljährlich ihre südlichen Weiden und ziehen gen Norden in das Masai-Mara-Schutzgebiet. Nur noch hier am Mara können sie ihren Durst löschen. Zunächst brechen die 1,2 Millionen Gnus auf, gefolgt von rund 400.000 Gazellen, 250.000 Zebras sowie Hyänen und Antilopen. An die Fährten ihrer Beutetiere heften sich Löwen, Geparden und Leoparden. Wenn die Tiere zwischen August und September am Mara ankommen, haben sie rund 500 Kilometer zurückgelegt. Zum Ende der Trockenzeit kehren sie in den Süden zurück. Es ist die größte Wanderung von Wildtieren auf unserer Erde.


1 Doch wie lange kann dieser Kreislauf des Lebens noch bestehen? Der Mara hat seit den 1970er Jahren rund 60 Prozent seiner Wassermenge verloren. Zudem wird er immer stärker verschmutzt. Um die katastrophale Entwicklung zu stoppen, ist der WWF seit 2007 aktiv. Mit den folgenden Maßnahmen wollen wir die Rodungen im Quellgebiet stoppen, neue Waldflächen aufforsten und den Mara schützen:

• Wir unterstützen die Etablierung einer Flusskommission. Sie soll die Verantwortung für das Fluss-Management tragen. Ein künftiger Rahmenplan muss ökologisch erforderliche Mindestabflüsse festlegen und regeln, wie viel Wasser dem Mara entnommen werden darf.

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• Unter Mitwirkung des WWF wurde die Vereinigung der Wassernutzer

gegründet. Sie umfasst Klein- und Großbauern sowie die Betreiber touristischer Anlagen sowie Städte und Gemeinden. Wir stellen Regeln für die Wasserentnahme auf und sorgen für deren Einhaltung.

• Alle Quellen, die von mehr als 3.000 Menschen genutzt werden, sollen

eingezäunt bzw. umpflanzt werden, um sie zu schützen. Die Wasserentnahme von Mensch und Tier wird getrennt, damit beide genügend sauberes Wasser erhalten.

Für sie ist der Mara lebensnotwendig: 1 Gepard und 2 Flusspferd. 3 Atemberaubende Landschaft des Mara-Gebietes.

• Entlang des Mara-Zuflusses Nyongores wurde ein Schutzstreifen von

Gehölzen angelegt, um die Erosion aufzuhalten. Die positiven Auswirkungen auf die Wasserqualität sind bereits spürbar.

• Am Rande des Mau-Regenwaldes

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wurde ein 100 Meter breiter Teegürtel gepflanzt. Er verhindert das illegale Eindringen der Landwirtschaft in den Wald und schützt vor Erosion. Zudem bietet die Teeernte der Bevölkerung eine neue Einnahmequelle. Der WWF will die weitere Austrocknung des Mara und die Verschlechterung der Wasserqualität stoppen. Das Motto lautet: besseres und mehr Wasser für Mensch und Tier in Ostafrika!

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Sagen Sie „Ja“ und werden Sie

Global 200 Protector Auf den vorangehenden Seiten haben wir Ihnen einige „Brennpunkte“ innerhalb unserer Global 200-Initiative vorgestellt: drei ausgewählte Ökoregionen, die jetzt unser Engagement benötigen. Sagen Sie jetzt „Ja“ und werden Sie einer von 2000 „Global 200 Protectoren“! Sie haben nicht nur die Sicherheit, dass Ihre finanzielle Unterstützung einen wichtigen Beitrag für die Zukunft dieses Planeten leisten wird – Sie können sich auch exklusiv über folgende Leistungen freuen:

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1 Besonders praktisch für längere Reisen, kurze Besuche oder auch

für zu Hause: Unseren „Global 200 Protectoren“ sagen wir mit einer exklusiven Kulturtasche danke schön. Die limitierte Auflage wurde uns freundlicherweise durch PICARD Lederwaren ermöglicht.

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2 Der WWF bietet Ihnen geführte Exkursionen in ausgewählte Global

200-Regionen an. Sie haben exklusiv die Chance, daran teilzunehmen und mit neuen Eindrücken von der WWF-Arbeit nach Hause zurückzukehren.

3 Mit ausführlichen Berichten werden Sie informiert, welche Aktivitäten

und Erfolge durch Ihre Mithilfe in einigen der besonders bedrohten Ökoregionen unserer Erde ermöglicht wurden. Damit Sie diese Berichte aufbewahren können, erhalten Sie einen attraktiven Sammelordner.

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4 Unsere Projektleiter werden Sie einmal pro Jahr zu einem Info-Abend

einladen. Dort werden Sie Interessantes über unsere Arbeit erfahren, andere Förderer kennen lernen und bestimmt auf viele Ihrer Fragen eine Antwort erhalten.

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Wir würden Sie gerne als „Global 200 Protector“ beim WWF begrüßen. 11


Bildnachweise: WWF-Canon/Sanchez & Lope | Arco Digital Images/G. Lenz, W. Layer, W. Wisniewski | WWF-Canon/Alain Compost | Fotolia/mzentrale-alex WWF/Georg Rast | Andreas Hartl | Istockphoto/Graeme Purdy | Fotolia/Werk | WWF-Canon/Helen Morf | WWF | Illustrationen: Libuse ˇ Schmidt­

WWF Deutschland · Nina Dohm · Reinhardtstraße 14 · 10117 Berlin Tel.: 030 / 311 777-731 · Fax: 030 / 311 777-631­­· E-Mail: nina.dohm@wwf.de · Internet: www.wwf.de Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft · Kontonummer 2000 · BLZ 550 205 00 Der WWF Deutschland ist eine der nationalen Organisationen des World Wide Fund For Nature mit Sitz in Gland (Schweiz)­­ Gedruckt auf 100% Recyclingpapier

Protectoren Broschüre 2011  

Beschreibung des Programms für Protectoren

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