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wufmag Veranstaltungskalender des WuF-Zentrums W端rzburg

Rosa Hilfe Gala 2010 Nr. 26

Oktober 2010

wufzentrum.de Schwulesbisches Zentrum W端rzburg


Liebe Leser_innen, der Oktober steckt voller Highlights! Ob Party oder Kulturelles, Gala oder Kultiges - diesen Monat wartet das WuF-Zentrum mit einer breiten Mischung großer Abende. Los geht’s am 8. Oktober mit Pink Flamingos und Musik, wie man sie so selten zu hören bekommt; gefolgt vom zünftigen Bremserfest mit Federweißem und Gerupftem. Den Abschluss dieses Wochenendes bildet am Sonntag, den 10. Oktober die große Rosa-Hilfe-Gala, zu Gunsten unserer schwulen Telefonberatung. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Georg Rosenthal werden wir wieder im Bockshorn einen abwechslungsreichen Abend mit guter Unterhaltung erleben. Auch das letzte Wochenende sei empfohlen. Hier treffen sich am Samstag, den 30. Oktober alle Freunde erotischer Literatur und scharfer Häppchen. Wer es dagegen lieber gruselig mag, der ist bei der Halloween-Party am Sonntag, den 31. Oktober herzlich willkommen. Auch wenn es draußen ungemütlich geworden ist, der Oktober wird uns wieder näher rücken lassen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen warmen Herbst und unterhaltsame Abende. Markus

3 Vorwort


CockArt und expressive Malerei von Horst Lenes Ausstellungscafé – Sonntag, den 24. Oktober 15 Uhr – 18 Uhr

Erotik in der Literatur Literarische und kulinarische Appetithäppchen Samstag, 30. Oktober 17 Uhr

Bei Goethe klingt es wahlweise so: Einst hatt ich einen schönen Traum Da sah ich einen Apfelbaum, Zwei schöne Äpfel glänzten dran, Sie reizten mich, ich stieg hinan.

ausstellung 4


oder etwas derber: Einst hatt ich einen wüsten Traum Da sah ich einen gespaltnen Baum, Der hatt ein ungeheures Loch; So groß es war, gefiel mirs doch. Erotik von der subtilen Anspielung bis zur geschmacklosen Pornografie und sogenannten „Einhandlektüre“ findet sich in allen literarischen Formen. Der WuF-Literaturkreis hat unter der Koordinierung von Rita und Josef eine kleine Auswahl erotischer Literaturhäppchen unterschiedlichsten Charakters zusammengestellt. Am 30. Oktober wollen wir diese Auswahl in einer unterhaltsamen Lesung im WuF-Zentrum vorstellen. Daneben und zwischen diesen literarischen Appetithäppchen wird es Gelegenheit geben, sich mit kleinen kulinarischen Häppchen und natürlich den üblichen WuF-Getränken zu stärken. (An)

5 Lieblingsbuch


Schwups informiert: Tripper (Gonorrhoe) Übertragungswege: Erreger: Gonokokken, kugelförmige Bakterien Tripper wird durch ungeschützten Vaginal-, Anal- und Oralverkehr übertragen. Auch die gemeinsame Nutzung Allgemeine Informationen: von Sexspielzeug sowie oral-anale Tripper kann mit Hilfe von AntiPraktiken (Rimming), Masturbieren biotika behandelt werden. Wichtig und Fingern kann zur Ansteckung ist dabei auch die Behandlung der führen. Sexualpartner, um eine sich wiederholende gegenseitige Ansteckung zu Schutzmöglichkeiten: vermeiden. Kondome schützen vor einer Infektion. Symptome: Bei der Verwendung Zwei bis sieben Tage nach der Infek- von Sexspielzeug tion treten bei 95% der Infizierten sollten auch Kondome klinische Symptome auf. Charakteeingesetzt werden ristisch bei Männern ist die Harnsowie auf allgemeine röhrenentzündung mit Juckreiz und Hygiene geachtet Ausfluss sowie Schmerzen beim Was- werden. (Ma) serlassen. Seltener sind Entzündungen von Nebenhoden und Prostata. Bei Frauen kommt es zur Entzündung des Gebärmutterhalses mit eitrigem Ausfluss. Bei beiden Geschlechtern können unbehandelte Infektionen zur Unfruchtbarkeit führen.

www.SchwuPs.net Schwule Präventionsarbeit Würzburg

schwups informiert 6


Öffnungszeiten: DI 08.30 - 18.00, MI 08.30 - 22.00, DO 08.30 - 19.00, FR 08.30 - 19.00, SA 08.30 - 14.00 ULMER HOF 1 • 97070 WÜRZBURG • TEL.: 0931 - 15109


Elke Winter – das Promiflittchen Nur wer ein spannendes Leben hat, kann interessante Geschichten erzählen. Elke Winter ist ganz sicher eine solche Person: Elke kam Anfang der Siebziger als Roswitha Schenkel zur Welt. Schon früh entdeckte sie ihre musikalische Begabung und schaffte schnell den Sprung aus der Lüneburger Heide auf die Bühne. Erste Erfolge wechselten sich mit Gelegenheitsjobs auf dem Spargelfeld und als Stripperin ab. Seit 1998 ist Elke durchgehend auf den Brettern, die die Welt bedeuten zu Hause. Mit Auftritten von GreCover 8

venbroich bis Las Vegas hat Elke ihr Publikum begeistert und ist aktuell neben Soloauftritten dauerhaft in „Schmidts Mitternachtsshow“ zu sehen. Am 10. Oktober tritt sie bei der Rosa-Hilfe-Gala im Bockshorn auf – eine Show, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Elke, du bist seit 25 Jahren mit der Bühne verheiratet – was denkt man bei der Silberhochzeit? Die Silberhochzeit feiere ich erst in drei Jahren – aber dennoch ist dies eine ziemlich lange Zeit. Sicherlich geschieht


in den nächsten drei Jahren noch eine Menge. Aber ich schaue nicht zurück – ich blicke nach vorne, was noch kommt. Bist du noch immer vor deinen Auftritten aufgeregt? Ich bin schon noch aufgeregt, aber nicht, weil ich glaube, das mein Programm nicht funktioniert, sonder eher, weil ich nicht weiß, wie die Menschen, die mich noch nicht kennen, auf mich reagieren. Das Publikum ist für mich aufregend. Du bist bekannt für gewagte Kleider und auffällige Frisuren. Schneiderst und frisierst du selbst? Das Outfit kreiere ich schon, aber schneidert Madonna selbst? Nein, dafür hat man doch heute Personal. Wenn man dich in drei Worten beschreiben soll, fällt mir 90-60-90 ein – passt das? Und das ist erst das erste Bein… Bei solch einer starken Frau wie dir, fragt man sich, wer der erfolgreiche Mann dahinter ist… Der erfolgreiche Mann ist der, der im Privatleben zurückgezogen und in einer stabilen und festen Beziehung seine Kraft schöpft. Der sich nur mit Menschen umgibt, die positive Energien ausstrahlen – alles andere hat nichts in meinem Leben zu suchen. Du sagst, deine Karriere geht jetzt erst so richtig los – was sind deine nächsten Ziele? Worüber ich mich wahnsinnig freue ist

die Möglichkeit, eine eigene Late-NightShow im Schmidt zu etablieren. Auch, dass ich für meine Rente vorsorgen konnte und ich ab nächstem Jahr auf der AIDA beschäftigt bin. Und natürlich auf meine nächste CD, die mit eigenen deutschen Titeln erscheint. Aber am meisten, würde ich mich freuen, mit einem Abendprogramm im Würzburger Bockshorn aufzutreten. Na, das sollte doch nach einem Auftritt bei der Rosa-Hilfe-Gala kein Problem mehr sein. Wir wünschen dir dafür und auch für alles andere alles Gute. (Bj)

9 Elke Winter


A

uch in diesem Jahr findet die nun schon traditionelle Rosa Hilfe-Gala im Bockshorn Theater statt. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Georg Rosenthal steht wieder ein bunter Abend auf dem Programm. Auch in diesem Jahr konnten Künstler_ innen gewonnen werden, die zum festen Bestandteil der regionalen und überregionalen Kultur- und Unterhaltungsszene zählen. Durch den Abend führt – wie im vergangenen Jahr – Markus Freudinger. Eröffnen wird die Benefizveranstaltung die „Wilde Hilde“ (Hildegard Pohl). Von Männern, Musik und Wonderbras handeln die witzigen Chansons „der männermordenden Blondine“ am Piano. Gnadenlos zerpflückt die eingefränkelte Blondine musikalisch alles, was ihr zwischen die Tasten kommt! Die passende Antwort wird ihr Fred Elsner am Klavier geben, der zum ersten

Mal bei dieser Gala als Solist auftritt, nachdem er in den letzten Jahren immer im Hintergrund aktiv war. Ein fester Bestandteil im Programm ist der WuF-Chor „Sotto Voce“, der aus seinem neuen Programm vortragen wird. Den Abschluss des ersten Teils bestreitet Birgit Süß, die schon in den letzten Jahren das Publikum immer wieder begeistert hat. Der zweite Teil der Veranstaltung beginnt mit dem Männerballett „ManDance Lights“. Anschließend wird „Elke Winter“ das Publikum bestimmt „zum Kochen“ bringen. Seit 2008 gehört Elke Winter zum festen Stamm der ModeratorInnen der „Schmidt Mitternachtsshow“ auf dem Hamburger Kiez. Vorsichtshalber sollte sich jede_r am nächsten Tag Urlaub nehmen, denn es könnte spät werden...

Rosa Hilfe Gala 2010 Der Eintrittspreis beträgt € 15,-, für WuF-Mitglieder € 12,Vorverkaufsstellen: WuF-Zentrum, Nigglweg 2 Die Murmel, Augustinerstr. 7 Bockshorn, Veitshöchheimer Str. 5 Tel. 0931 – 460 60 66

rosa hilfe gala 10


Argentinien öffnet Ehe

Als erstes Land in Lateinamerika hat Argentinien die Homo-Ehe beschlossen.

Nach fünf Jahren Vorbereitung und einer 14-stündigen Debatte vor der Abstimmung hat der argentinische Senat mit knapper Mehrheit das Gesetz für die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen. Das Abgeordnetenhaus hat bereits im Mai zugestimmt und die Unterschrift von Präsidentin Cristina Kirchner gilt als Formsache, da sie massiv für die Gesetzesänderung eingetreten ist. Damit ist Argentinien der erste Staat in Südamerika, in dem Homo-Ehen möglich sind. Dass das Gesetz letztendlich eine Mehrheit fand, war völlig unklar. Seit Monaten begleiten Demonstrationen von Befürworter_innen und Gegner_ innen die Debatte, teilweise mit heftigen Wortgefechten und Rangeleien. Angeheizt wurde die Debatte nicht zuletzt von der katholischen Kirche, deren Bischöfe in Buenos Aires mit Aussagen wie: „destruktives Streben im Plan Gottes“ oder einem kultuAktuelles 12

rellen Krieg gegen das Christliche in unserem Volk“ Stimmung machte. Präsidentin Kirchner hielt dagegen die „Verantwortung aller, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu schaffen, in der die Minderheiten die gleichen Rechte haben wie alle Menschen“ für angemessen. Die Mehrheit der Senator_innen überzeugt dies, so dass der Gesetzestext: „Die Ehe soll die gleichen Anforderungen und Auswirkungen haben, unabhängig davon, ob die Partner des gleichen oder unterschiedlichen Geschlechtes sind.“ eine Mehrheit fand. Großer Jubel herrschte nach dem Bekanntwerden der Entscheidung. Die Menschen vor dem Regierungsgebäude fielen sich in die Arme und riefen „Gleichheit“. Wenn wir in Deutschland nur auch einen solchen Moment erleben dürften… (Bj)


Lesben und Schwule in der WürzburgSPD

Schwul-lesbische Gleichstellung

Schwul-lesbische Gleichstellung Bis hierhin und wie weiter? Bis hierhin und wie weiter?

Seminar der Gesellschaft für politische Bildung e.V. Seminar der Gesellschaft für politische Bildung e.V. in der Akademie Frankenwarte Würzburg

in der Akademie Frankenwarte Würzburg

Freitag, 22. Oktober 2010, 19 Uhr bis Sonntag, 24. Oktober 2010, 13 Uhr

Freitag, 22. Oktober 2010, 19 Uhr bis Sonntag, 24. Oktober 2010, 13 Uhr

Mit der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft und dem Inkrafttreten des Antidiskriminierungsgesetzes wurden in Deutschland wichtige Ziele auf dem Weg zur gesellschaftlichen und rechtlichen AnerkennungLebenspartnerschaft schwuler und lesbischerund Menschen Mit der Einführung der eingetragenen dem Inkrafterreicht. Das Antidiskriminierungsgesetzes Seminar zieht eine Bilanz der Erfolge, identifiziert Ziele und entwickelt treten des wurden in Deutschland wichtige Ziele Strategien im Engagement für die rechtliche, politische und gesellschaftliche auf dem Weg gesellschaftlichen Gleichstellung vonzur Schwulen und Lesben. und rechtlichen Anerkennung schwuler

und lesbischer Menschen erreicht. Das Seminar zieht eine Bilanz der Erfolge, identifiziert Ziele und entwickelt Strategien im Engagement für die rechtliche, Kontakt (H. Mansury): 0931 / 80464-347, homaira.mansury@frankenwarte.de politische und gesellschaftliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Seminarleitung: Homaira Mansury (Frankenwarte), Michael Frank (WuF, Schwusos)

Teilnahmebeitrag: 87 € einschließlich Vollverpflegung und Unterkunft im Doppelzimmer

Seminarleitung: Homaira Mansury (Frankenwarte), Michael Frank (WuF, Schwusos)

Kontakt (H. Mansury): 0931 / 80464-347, homaira.mansury@frankenwarte.de InTeilnahmebeitrag: Zusammenarbeit mit87 den Schwusos Würzburg € einschließlich Vollverpflegung und Unterkunft im Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung

Doppelzimmer

In Zusammenarbeit mit den Schwusos Würzburg Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung


Proben-Wochenende Sotto Voce Am Wochenende vom 3. bis 5. September verlegte „Sotto Voce“, der Chor des WuF-Zentrums, seine Proben ins idyllische Wiesenbronn. Für drei Tage sollten neben dem Einstudieren neuer Songs vor allem das Miteinander und besseres Kennenlernen untereinander im Vordergrund stehen. Wir trafen uns im Haus der Evangelischen Landjugend, wo nach einem Sektempfang erst einmal eine ordentliche Brotzeit gegessen wurde. Anschließend folgte die erste Probe. Viele Songs fürs neue Konzertprogramm erwarteten uns, die auf große Begeisterung seitens der Chorler_innen stießen. Als Abendprogramm gab es zum einen eine Filmvorführ-ung über einen Rentner_innen-Chor, zum anderen ein gemütliches Lagerfeuer, an dem kräftig gesungen wurde. Der nächste Tag startete direkt nach dem Frühstück mit einem interaktiven Spiel, bei dem alle einbezogen wurden („Mäuselabyrinth“). Der sot to voce 16

Rest des Tages setzte sich aus Einsingen, Proben und reichlich Essenspausen zusammen. Die viele Zeit am Stück ermöglichte es auch, endlich einmal Tonaufnahmen der einzelnen Stimmen anzufertigen, die später an alle verteilt werden, um besser daheim üben zu können. Freizeit kam natürlich auch nicht zu kurz. Es gab die Möglichkeit zum Kickern, Tischtennis spielen und für Klavierexperimente. Durch das abwechslungsreiche Programm verging die Zeit wie im Flug. Es gab z.B. am Samstagabend eine Quizparty auf dem Gang zu den Zimmern, bei der auch das Allgemeinwissen getestet wurde. Rundum Spaß und Aktion!


á la Dartscheiben-Modell. Das Feedback war durchweg positiv.

Der letzte Tag gestaltete sich ähnlich wie der Samstag – zumindest am Vormittag: Sing sing sing. Das warmup erinnert zwar meistens eher an eine Yoga-Gruppe als an einen Chor, dies ist aber ein gutes Zeichen, denn es zeigt die Ausgeglichenheit und Harmonie untereinander. Nach dem Mittagessen stand noch der Hausputz an, der durch gute Arbeitsteilung zügig erledigt werden konnte. Bevor sich aber die Truppe endgültig trennte, musste noch eine Reflexion des Wochenendes gemacht werden

Es ist geplant, solche Ausflüge in Zukunft regelmäßig 1-2 mal pro Jahr stattfinden zu lassen, worüber wir uns alle sehr freuen. Wer sich von unseren Fortschritten überzeugen will, kann dies gern bei unseren Auftritten tun. Der nächste ist auf der Rosa Hilfe Gala am 10.10.10 – wenn das kein gutes Zeichen ist... (Da)

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FlauschRausch „It´s so fluffy“


Ich will dich nicht mehr…

Wie? ...oder was? Am Wochenende habe ich meinen ExFreund zufällig in der Stadt gesehen. Seit der Trennung vor 3 Jahren bestand unser Kontakt aus zufälligen Treffen beim Einkaufen oder Bummeln. Würzburg ist eben ein Dorf. Dieses Wochenende war es anders. Einen Menschen nach längerer Zeit wiederzusehen ist toll: Was hat sich verändert – äußerlich; wie steht man ihm gefühlsmäßig gegenüber? Aber er war nicht allein unterwegs. Den neuen Partner zu sehen schmerzt dann doch unerwartet… dabei habe ich damals unsere Beziehung beendet. Wir waren anderthalb Jahre zusammen, hatten eine tolle Zeit und ein Problem: Er war nicht geoutet und hatte es nie vor. Ich war „ein Freund“ und so sollte es auch bleiben – wir haben zusammen gewohnt. Auf Gaypartys war ich meist allein unterwegs, ebenso beim CSD. Gemeinsame schwule Freunde: Fehlanzeige. Als ich merkte, dass ich das nicht mehr will, habe ich ihn vor eine Wahl gestellt… und war danach wieder Single.

Wahrscheinlich war es einfach die Tatsache, dass er Händchenhaltend mit einer Frau, einen Kinderwagen vor sich herschiebend durch die Innenstadt lief. Ein Schlag in die Magengegend für mich: Meine Frau, mein Kind, mein Leben. Ich bin hetero – oder was auch immer. Für mich war er immer schwul, verklemmt, aber eben schwul. Sonst wäre ich keine Beziehung mit ihm eingegangen. GayRomeo bietet eben diese Möglichkeiten… anonyme, verklemmte „Heten“ können hier ihre homosexuellen Phantasien ausleben und nachher wieder zu ihrer Freundin ins Bett kriechen. Aber halt! Werde ich hier gerade intolerant? Ertappt! Das Coming Out bei Schwulen und Lesben ist von Person zu Person so unterschiedlich, dass jede Geschichte anders ist. Der eine spürt es schon mit 12, die andere merkt es mit 18 und der nächste hat nach ein paar Freunden und Sexdates eine Beziehung mit einer Frau, Kinder, Hochzeit, Reihenhaus. Und obwohl es mich getroffen hat, wünsche ich den Beiden alles Gute.

Euer Nic

(24, schwul, Single)

Kolumne 20


Lieber Nic,

Leserbrief

mit Vergnügen habe ich deine geistreiche Kolumne „Dagegen!“ im September-wufmag gelesen. Sie ist von einem erfrischendem Journalismus getragen, der auch einmal riskiert, Widerspruch zu provozieren. Da lese ich: „[Homophobie und] Dummheit wird nicht vererbt ... Mühsam muss sie der Mensch erlernen. Gefördert wird dies in der westlichen Welt durch das vom Christentum geprägte Bildungswesen.“ Auch ich empfinde Zorn und Enttäuschung über die nachhaltige Homophobie an der Spitze der römischkatholischen Kirche. Auch ich bin unzufrieden mit der Sonderrolle des kirchlich beaufsichtigten Religionsunterrichts in öffentlichen Schulen. Der Verknüpfung dieser Positionen zu dem oben zitierten Gedanken muss ich aber heftig widersprechen. In unserer Gesellschaft tritt Homophobie in bildungsfernen Schichten besonders heftig auf. Unser Bildungswesen führt bei uns also nicht unbedingt zu Dummheit und Homophobie, sondern führt geradezu davon weg.

Auch sollte der Frust über führende Repräsentanten der sogenannten katholischen Kirche nicht den Blick auf das Christentum insgesamt bestimmen. Christentum öffnet den Blick auf den Anderen, befreit von Vorurteilen und Intoleranz. Deshalb findet man in der evangelischen Kirche und auf unterer Ebene in der katholischen Kirche durchaus vernünftige Einstellungen zur Homosexualität. Was die katholische Spitze macht, hat mit Christentum nichts zu tun, sondern nur mit Machtpolitik. Aber das wäre eine Geschichte für sich. Liebe Grüße Andreas

Der von den Kirchen überwachte Religionsunterricht in Deutschland geht übrigens in erster Linie auf das Reichskonkordat zwischen Adolf Hitler und Papst Pius XI zurück. Nach dem Krieg und nach der deutschen Wiedervereinigung gab es ernsthafte Versuche es aufzuheben. Sie scheiterten am Widerstand konservativer Kräfte.


Samstag 2. Oktober 20 Uhr Ladies‘ Movie Night GB - 1992 - 90 min Opulent ausgestattete Verfilmung des 1928 von Virginia Woolf veröffentlichten surrealen Romans: Eine Transgendergeschichte mit Anspielungen auf den Lebenslauf ihrer Freundin Vita Sackville-West. Die Handlung führt episodenhaft über mehrere Jahrhunderte, in denen sich Orlando von einem Mann in eine Frau verwandelt – mit Samstag 23. Oktober 21 Uhr Tilda Swinton als Idealbesetzung dieser androgynen Titelrolle. Regie CineWuF USA - 2009 - 81 min führte Sally Potter. Der dritte Teil der beliebten „Eating Out“-Serie ist randvoll mit Anspielungen und spaßigen Situationen (so eine lustige Trauerfeier hat noch keiner erlebt). Diesmal fälscht der schüchterne Casey mithilfe seiner neuen besten Freundin Tiffani van der Slut (Rebekah Kochan) sein Onlineprofil, um den göttlichen Zak zu beeindrucken. Der Schwindel fliegt natürlich auf, und es braucht den vollen Einsatz aller Beteiligten, damit die beiden hübschen Romantiker doch noch zusammenfinden. Jeder Schwule braucht eine beste Freundin... (Da) Film 22


Bremserfest

Samstag, 9. Oktober um 20 Uhr Die Herbstfete im WuF-Zentrum mit Federweißer, Zwiebelbloatz, Gerupftem ... ... und Showeinlagen

Lady Planet

freitag, 22. Oktober ab 20 Uhr

Café - Kneipe - Bar Der neue Treff für Lesben im WuF-Zentrum! In gemütlicher Atmosphäre kann frau mal bei cooler, mal bei fetziger Musik das Wochenende einleiten.

treff.punkt8 – Überraschungskochen Dienstag, 5. oktober um 20 Uhr

Es ist schon Tradition geworden, dass im Geburtstagsmonat von treff.punkt8 ein Überraschungskochen stattfindet. Wie immer treffen wir uns und jede_r bringt mit was ihr_sein Kühl- oder Speiseschrank hergibt. Aus den vielen Zutaten kreieren wir dann ein MehrgängeMenü. Sei dabei, lass dir das nicht entgehen!


Freitag 01.10.

Samstag 09.10.

Modenschau

Die Herbstfete

Samstag 02.10.

Sonntag 10.10.

Orlando (siehe Seite 22)

im Bockshorn (siehe Seite 10 - 11)

20 Uhr Jugendgruppe DéjàWü

20 Uhr Bremserfest

20 Uhr Ladies‘Movie Night

19 Uhr Rosa Hilfe: Die Gala

22 Uhr GayDisco

Club Aperol im Tanzcafé Ludwig, Kaiserstraße 5

Montag 11.10.

Montag 04.10.

Mittwoch 13.10.

Dienstag 05.10.

bei Fragen aus dem schwulen Leben (0931) 19 446

Überraschungskochen

Donnerstag 14.10.

20 Uhr Chorprobe „Sotto Voce“

20 Uhr Chorprobe „Sotto Voce“

20 bis 22 Uhr Rosa Hilfe Beratung

20 Uhr treff.punkt 8

20 Uhr Offener Abend

Mittwoch 06.10.

Einfach vorbeikommen!

19 Uhr Schwule Ehemänner & Vätergruppe 20 bis 22 Uhr Rosa Hilfe Beratung

Freitag 15.10.

20 Uhr Jugendgruppe DéjàWü

bei Fragen aus dem schwulen Leben (0931) 19 446

Geburtstagsfeier

Donnerstag 07.10.

14.30 bis 18 Uhr ILSE-Treff

Samstag 16.10.

Freitag 08.10.

für Lesben und Schwule mit Kindern und/oder Kinderwunsch in der ESG Würzburg, Infos unter ilse.unterfranken@lsvd.de

22 Uhr Pink Flamingos

20 Uhr Thekenabend 40 plus

Le plastique c´est fantastique

Männer über 40 laden ein

20 Uhr Offener Abend

Einfach vorbeikommen!

Programm 24

Veranstaltungen


Montag 18.10.

Dienstag 26.10.

Mittwoch 20.10.

Brett- und Gesellschaftsspiele – spiel mal wieder!

20 Uhr Chorprobe „Sotto Voce“

20 bis 22 Uhr Rosa Hilfe Beratung

20 Uhr Spieleabend

bei Fragen aus dem schwulen Leben (0931) 19 446

Mittwoch 27.10.

Donnerstag 21.10.

bei Fragen: Angelika Mayer-Rutz (01 71) 6 54 82 03

20 Uhr Offener Abend

Der Treff für jung, alt, dick und dünn, schwul, lesbisch, trans, bi oder hetero – einfach vorbeikommen!

Freitag 22.10. 20 Uhr Lady Planet

Café – Kneipe – Bar

Samstag 23.10. 21 Uhr CineWuF

Eating Out 3 (siehe Seite 22)

Sonntag 24.10.

15 bis 18 Uhr Ausstellungscafé

CockArt und expressive Malerei von Horst Lenes (siehe Seite 4)

Montag 25.10.

20 Uhr Chorprobe „Sotto Voce“

19 Uhr Gesprächskreis für Eltern, Angehörige und Freunde

20 bis 22 Uhr Rosa Hilfe Beratung

bei Fragen aus dem schwulen Leben (0931) 19 446 20.30 Uhr Jugendgruppe DéjàWü

Stammtisch im Café Klug

Donnerstag 28.10. 20 Uhr Offener Abend

Der Treff für jung, alt, dick und dünn, schwul, lesbisch, trans, bi oder hetero – einfach vorbeikommen!

Samstag 30.10.

17 Uhr Erotik in der Literatur

Literarische und kulinarische Appetithäppchen

Sonntag 31.10.

21 Uhr Halloween-Party

Die Grusel-Party (siehe Seite 2)

des WuF-Zentrums

25 programm


AUSBLICK NOVEMBER 2010 Montag 01.11.

20 Uhr Chorprobe „Sotto Voce“

Dienstag 02.11. 20 Uhr treff.punkt 8

Samstag 13.11.

22 Uhr Pink Flamingos Impressum herausgegeben von

wufzentrum Schwulesbisches Zentrum Würzburg

WuF e.V. – schwulesbisches Zentrum Würzburg Nigglweg 2 | 97082 Würzburg | info@wufzentrum.de Telefon: 09 31 - 41 26 46 durch Björn Soldner & Julian Magar GbR V.i.S.d.P.: Björn Soldner Chefredaktion: Natalie Koppitz Redaktion: Björn Soldner (Bj), Markus Büttner (Ma), Nic – nic_wue@partyheld.de, David Hein (Da), Andreas Roser (An) Satz, Layout: Simon Adamski, Marcel Goldbach, Natalie Koppitz Anzeigen: armin@wufzentrum.de Vertrieb: Georg Fotos: Cover, S. 8, 9: Elke Winter S. 2: © Meltis | PIXELIO S. 4, Schokolade: © Peter Hebgen | PIXELIO S. 16, 17: David Hein S. 18,19: © Renate Franke | PIXELIO S. 23, Traube: © Ulli Przyklenk | PIXELIO S. 23, Gemüse: © Tommy S | PIXELIO Auflage: 1.000 Stück Redaktionsschluss: 10. Oktober redaktion@wufzentrum.de Ausblick & Impressum 26

Hier gibt´s das wufmag:

(unter anderem) - Alibi Sauna, Nürnberger Straße - BB Burkardus Bäck, Burkarder Straße - Buchhandlung 13einhalb, Eichhornstraße - Bürgerbüro, Rathaus - Fachhochschule, Münzstraße - Schnittpunkt Friseur, Karmelitenstraße - Stadtmensa - Wuf-Zentrum, Nigglweg Du hast Ideen für zusätzliche Auslegeorte oder Interesse das wufmag zu verteilen, melde dich bei redaktion@wufzentrum.de!


Mitgliedsantrag des WuF-Zentrums Ich unterstütze mit meinem Beitritt in den WuF e.V. – Schwulesbisches Zentrum Würzburg die Arbeit des Vereins und möchte Mitglied werden. Name, Vorname: ______________________________________________ Straße: ______________________________________________________ PLZ, Wohnort: ________________________________________________ EMail: _______________________________________________________ Telefon: ________________________ Geburtsdatum: ________________ Beitragshöhe: 4€ 6€ 10 € anderer Betrag: ______€ (Monatsbeitrag mind. 4 € inkl. ermäßigtem Eintritt zur GayDisco und – wenn nicht anders gewünscht – Zusendung des wufmag. Wir freuen uns über jede freiwillige Beitragserhöhung.) Einzugsermächtigung: Hiermit ermächtige ich den WuF e.V. widerruflich, die von mir zu entrichtenden Mitgliedsbeiträge vierteljährlich bei Fälligkeit zu Lasten meines Kontos mittels Lastschrift einzuziehen. Konto-Nr.: _______________________ BLZ: ________________________ Kreditinstitut: ________________________________________________ Ja, ich möchte den Newsletter erhalten. Hiermit will ich das wufmag nur als Onlineausgabe erhalten. Ich erkenne die Satzung des WuF e.V. in ihrer aktuell gültigen Fassung an. Die Mitgliedschaft beginnt zum jeweiligen ersten des Folgemonats. Ort, Datum: ______________________ Unterschrift:__________________



wufmag 10/2010