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Hilfe

direkt

Herbst 2011

Horn von Afrika Die Opferzahlen überwältigen: Rund 13 Millionen Menschen leiden unter Dürre und Hunger am Horn von Afrika. Das sind eineinhalb Mal so viele, wie Österreich

Zum Essen zu schwach: Der zweijährige Mohamed wurde von seiner Großmutter zur Untersuchung gebracht.

Einwohner hat. Unvorstellbares Leid für eine unvorstellbar große Zahl von Menschen. Das Ausmaß der Katastrophe begreifen wir leichter, wenn wir konkrete Schicksale kennen lernen. Hilfe Direkt stellt Ihnen einige Gesichter der Hungersnot vor. Zum Essen zu schwach Mohamed Abdi Musse kann vor lauter Hunger nichts essen. Seine Großmutter hat den Zweijährigen zur Untersuchung in das Dorf Magacley in der nordsomalischen Region Puntland gebracht. Sie hat Angst um ihren Enkelsohn. Die Diagnose des Arztes: Mohamed ist so stark unterernährt, dass

Auf einem Lastwagen und zu Fuß sind Awliya und ihr Sohn vor dem Hunger geflohen.

sein Körper nur noch Spezialnahrung aufnehmen kann. Zum Beispiel Erdnussbutterpaste, die World Vision in zehn abgelegenen Dörfern der Region verteilt. Das hat die

www.worldvision.at

Zahl unterernährter Kinder deutlich

Gesichter der Hungersnot

Die 22-jährige Isnino Siyat errichtet aus dürren Zweigen und Decken eine notdürftige Unterkunft. Ihr Baby trägt sie am Rücken.

gesenkt. Ein Zuhause aus dürren Zweigen Aus dürren Zweigen, die sie mit Decken behängt, baut die 22-jährige Isnino Siyat ein Zelt für sich und ihre Familie. Auf dem Rücken trägt sie ihr Baby. Vor zwei Tagen ist die junge Frau in Dadaab in Kenia angekommen, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Der Ort ist extrem unwirtlich: soweit das Auge reicht nur Wüste, Gestrüpp und notdürftige Behausungen. „Wir haben keine Vorräte mehr“, sagt Isnino. Ihr Mann kann ihr heute nicht beim Zeltbau helfen, denn er nimmt am Begräbnis seines Neffen teil. Der dreijährige Ibrahim starb kurz nach der Ankunft in Dadaab. (Fortsetzung auf Seite 3)


Informationen für Paten

Editorial

Paten treffen Paten Möchten Sie in netter Gesellschaft Informationen aus erster Hand über World Vision erhalten? Unsere Patentreffen bieten Ihnen die Gelegenheit, andere Patinnen und Paten kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen.

Liebe Patinnen und Paten, liebe World Vision Familie!

World Vision Mitarbeiter vermitteln Ihnen

Es gibt Katastrophen, die die Welt den Atem

Wissenswertes über unsere Projekte und

anhalten lassen. Der Tsunami vor fünf Jahren

beantworten Ihre Fragen – so wird unsere

und die Anschläge von 9/11 sind gute

Arbeit für Sie noch besser erlebbar.

Beispiele. Es gibt aber auch vergessene

Manchmal sind Gäste aus unseren

Krisen, denen die Öffentlichkeit kaum Beachtung schenkt. Und wenn sie schließlich

„Bei den Patentreffen bekomme ich spannende Informationen über die Länder, in denen World Vision Projekte hat. Besonders interessant finde ich, was Gäste aus diesen Ländern erzählen.Toll sind auch die Berichte anderer Paten über den Kontakt zu ihren Patenkindern.“ Univ. Prof. Dr. Ursula Lütz-Meindl, Patin aus Salzburg

doch in das Blickfeld der Medien kommen,

Bei vielen Patentreffen können Sie Gäste aus unseren Projektländern kennen lernen.

sind sie bald wieder daraus verschwunden. Auch wenn die Krise weitergeht. Der Hungersnot am Horn von Afrika droht genau das. Nachdem sie es im Sommer in

Anfang Dezember können Sie Gäste aus

unsere Schlagzeilen geschafft hat, ist es nun

Sierra Leone kennen lernen. Die genauen

ruhig geworden um diese humanitäre

Termine erfahren Sie rechtzeitig auf

Katastrophe. Dabei ist in Ostafrika kein

unserer Website www.worldvision.at.

Ende der Not in Sicht! Laut Experten wird die Situation zumindest bis Februar 2012 dramatisch bleiben.Wie schlimm die Lage

verschiedenen Städten Österreichs statt.

„Die Patentreffen sind informativ und nett. Ich freue mich immer, wenn ich dabei einen Film über eine Patenreise sehe. Ich gehe auch deswegen zu den Patentreffen, weil ich mich da mit gleichgesinnten Leuten austauschen kann.“

Bei den nächsten Treffen Ende November/

Sigrid Kirchmair, Patin aus Tirol

Kleinkindern und von Müttern auf der

Projektländern dabei und bieten Einblicke in ihre Kultur. Ein besonders beliebter Programmpunkt sind die Berichte von Paten über den Besuch bei ihrem Patenkind. Die Patentreffen finden regelmäßig in

ist, erfahren wir täglich von unseren Kollegen, die in Ostafrika im Einsatz sind. In dieser Ausgabe von Hilfe Direkt stellen wir Ihnen Schicksale von Dürreopfern vor. Diese Geschichten von unterernährten Flucht geben der Hungersnot ein Gesicht.

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Mit dem keymail Schlüsselschutz Gutes tun

WEIHNACHTSFREUDE FÜR IHR PATENKIND!

Fast jeder kennt dieses Ärgernis: Schlüssel verloren, was nun? Eine schwierige Suche beginnt. keymail bereitet Ihrer Suche ein Ende und macht jeden Briefkasten zum Fundbüro. Der Finder wirft gefundene Schlüsselbunde einfach in den nächsten Briefkasten. Sobald der Schlüssel bei keymail eingetroffen ist, erhalten Sie eine kostenlose SMS/E-Mail und Ihren Schlüssel per Einschreiben zurück. Der Schlüsselschutz kostet 18 Euro für 5 Jahre – davon gehen 8,20 Euro direkt an World Vision und kommen damit jenen zugute, die dringend unsere Hilfe brauchen – den Kindern in den ärmsten Ländern der Welt. Mehr Informationen: keymail Service Österreich, Tel.: 01 513 74 46 www.keymail.ch/at/de/worldvision

Auf Wunsch vieler Paten gibt es heuer eine Premiere: Erstmals unterstützen wir Sie dabei, Ihrem Patenkind Weihnachts- und Neujahrsgrüße zu schicken. Bunte Grußkarten mit lustigen Tiermotiven und einem eingestanzten Spiel haben wir Ihnen vor kurzem zugesandt. Ergänzen Sie die Karten mit Ihren ganz persönlichen Grüßen an Ihr Patenkind und schicken Sie sie an uns.Wir sorgen dafür, dass die Post rechtzeitig bei Ihrem Patenkind ankommt. So bereiten Sie Ihrem Patenkind bestimmt eine große Freude!

Besonders berührt hat mich die Geschichte der kleinen Zam Zam, die stark unterernährt war und mit Spezialnahrung aufgepäppelt wurde. Sie sehen: Ihre Spende rettet Leben. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Mit lieben Grüßen,

Amanda Platzer Geschäftsführerin

WEIHNACHTSKARTEN-AKTION! Auch heuer können Sie World Vision wieder mit dem Kauf von Weihnachtskarten unterstützen. Die aktuellen Motive finden Sie auf unserer Website: www.worldvision.at. Hilfe direkt Herbst 2011


Horn von Afrika (Fortsetzung von Seite 1)

Fußmarsch ins Flüchtlingslager Awliya ist mit ihren drei Kindern vor dem Hunger geflohen. Ein Lastwagen hat sie von Somalia nach Kenia mitgenommen. Doch nach einem Motorschaden musste Awliya mit ihren hungrigen und geschwächten Kindern zu Fuß den restlichen Weg in ein Flüchtlingslager zurücklegen. Nach den Entbehrungen der Flucht schöpfen sie hier neue Hoffnung.

Unterkunft für 30.000 Menschen: World Vision hat im Flüchtlingslager Dadaab 5.000 Zelte verteilt.

Was World Vision am Horn von Afrika leistet Mit unseren Hilfsmaßnahmen erreichen wir in den am stärksten von Dürre und Hunger betroffenen Ländern Somalia, Kenia und Äthiopien derzeit etwa eine Million Menschen. ■ ■ ■ ■

Wir versorgen unterernährte Kinder sowie schwangere und stillende Frauen mit Aufbaunahrung, Vitaminpräparaten und Medikamenten. Wir bieten in zwei Kinderschutz-Zentren an der äthiopisch-somalischen Grenze 1.500 Kindern Zuflucht und Betreuung. Wir garantieren die Wasserversorgung in abgelegenen Gebieten mit Tank-Lastwägen. Wir statten die Flüchtlinge mit Decken, Moskitonetzen, Küchenutensilien und Hygieneartikeln aus. In Dadaab haben wir 5.000 Zelte verteilt.

Interview

„Die Hilfe kommt an!“ Interview mit der Katastrophenhilfe-Expertin von World Vision Deutschland, Jamila Adamou, über die Arbeit von World Vision am Horn von Afrika. Wie viele Mitarbeiter von World Vision sind im Einsatz, um die Hungerkrise in Ostafrika zu bekämpfen?

In Kenia und Äthiopien arbeiten über tausend zumeist einheimische Kollegen für World Vision. Ein Drittel von ihnen hat direkt mit der Dürrekatastrophe zu tun. In Somalia sind etwa 300 Mitarbeiter im Einsatz.

Die humanitäre Situation am Horn von Afrika wird zumindest bis Februar 2012 dramatisch bleiben, sagen Experten. Um weiter helfen zu können, bitten wir Sie dringend um Ihre Unterstützung. Wie Sie helfen können, erfahren Sie auf Seite 4.

Mit welchen Problemen sind die Katastrophenhelfer konfrontiert?

Blaues Gold für dürres Land

Einige Gebiete sind schwer erreichbar: Die Dörfer liegen weit voneinander entfernt, und die Straßen sind schlecht oder fehlen überhaupt. Die Preise von Lebensmitteln und Treibstoffen sind stark gestiegen, was auch die Hilfe verteuert. Das gravierendste Problem ist der Zusammenbruch Somalias mit den daraus resultierenden Sicherheitsproblemen. Trotzdem kann ich allen Spendern versichern, dass unsere Hilfe bei denen ankommt, die sie brauchen.

Für die Dürreopfer in Ostafrika ist

Strecken mit Tank-Lastwägen zu den

sauberes Wasser die größte Kostbarkeit.

dürstenden Menschen gebracht werden.

World Vision versorgt sie mit dem

Doch zu dieser aufwändigen und kosten-

lebensnotwendigen Nass. In manchen

intensiven Form der Wasserversorgung

Gebieten sind alle Quellen versiegt,

gibt es oft keine Alternative. Die UNO

das Wasser muss über oft sehr weite

geht davon aus, dass jeder Mensch 20 Liter am Tag zum Trinken, Kochen und Waschen braucht. Dieser Wert dient World Vision als Richtwert bei der Nothilfe.

Das Dorf Kalabeyr in Nordsomalia hängt vollständig von Wasserlieferungen mit alten LKWs ab.

Hilfe direkt Herbst 2011

Mit welchen Partnern arbeitet World Vision zusammen?

In Afrika kooperieren wir mit lokalen Partnern und mit internationalen Organisationen wie dem UNO-Welternährungsprogramm und UNICEF. Wir arbeiten auch mit den Behörden und anderen Hilfsorganisationen zusammen. Was erwartet World Vision von den Regierungen in Afrika und Europa?

Die Länder in Ostafrika brauchen jetzt schnelle und großzügige Hilfe – nicht nur finanzielle, sondern auch technische und politische Hilfe. Bei den Hilfsmaßnahmen sollten die Schwächsten und benachteiligte Bevölkerungsgruppen Priorität haben, etwa Nomaden und Flüchtlinge. Als Kinderhilfswerk achtet World Vision besonders auf die Bedürfnisse der Kinder. Wir erwarten von den afrikanischen Regierungen, dass sie vorbeugende Gesundheitsund Ernährungsprogramme ausreichend fördern. www. worldvision.at

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Spendenaufruf Einige Wochen später sieht Zam Zam schon deutlich gesünder aus. Ihre Mutter ist erleichtert und glücklich!

Zam Zam mit ihrer Mutter Layla. Als World Vision Mitarbeiter die Familie entdeckten und dieses Foto machten, war das Mädchen vom Hungertod bedroht.

Die 18 Monate alte Zam Zam war stark unterernährt und kämpfte um ihr Leben. Unsere Kollegen hatten das Mädchen und seine Familie in einem somalischen Flüchtlingslager entdeckt. Mit energiereicher Erdnussbutterpaste wurde Zam Zam aufgepäppelt. Jetzt geht es ihr schon viel besser!

Flüchtlingslager in der nordsomalischen

Mutter, das sechste Kind ist unterwegs.

Region Puntland. Die Katastrophenhelfer

Sie konnte in der Nacht nicht mehr

wussten sofort: Für Zam Zam geht es

schlafen, aus Sorge um das Leben ihrer

um Leben oder Tod. Das eineinhalb-

Tochter. Das World Vision-Team versorg-

jährige Mädchen war mit seiner Familie

te Layla mit einer energiereichen

drei Monate vorher vor den Kämpfen in

Spezialnahrung für stark unterernährte

der somalischen Hauptstadt Mogadischu

Kleinkinder. Diese Erdnussbutterpaste

geflohen. Auf anstrengenden Fußmär-

mit dem Namen Plumpy’nut wird von

schen legten sie hunderte Kilometer

World Vision und anderen großen

zurück. Nun sitzen sie mit tausenden

Hilfsorganisationen weltweit eingesetzt,

anderen Vertriebenen in einem Flücht-

um die jüngsten Opfer von Hunger-

lingslager am Rand der Stadt Garowe

katastrophen zu stärken. Die Wirk-

fest. Eine aus Wellblech errichtete Hütte

samkeit von Plumpy’nut ist von der

dient der siebenköpfigen Familie als

Weltgesundheitsorganisation WHO

notdürftige Behausung.

anerkannt.

Ausgemergelt und apathisch, mit dürren

Verzweifelt über die lebensbedrohliche

Jetzt, einige Wochen später, geht es

und faltigen Armen und Beinen – so

Unternährung ihres jüngsten Kindes war

Zam Zam schon viel besser. Als unser

entdeckte ein World Vision Team das

Zam Zams Mutter Layla Mohamed. Mit

Kollege Justin Byworth Layla und ihre

kleine Mädchen Mitte August in einem

ihren 23 Jahren ist sie bereits fünffache

Familie besuchte, hatte das Mädchen schon deutlich zugenommen. Layla

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie Versorgung unterernährter Kinder und ihrer Familien in Ostafrika mit Nahrung. Bitte retten Sie Kinderleben!

DANKE! P.S.K.-Konto: 93.053.095 BLZ: 60 000 Kennwort: Hunger Afrika

Die Erdnussbutterpaste „Plumpy’nut“ ist eine Spezialnahrung, mit der World Vision stark unterernährte Kinder wieder aufpäppelt.

berichtete, sie gebe ihrer Tochter jeden Morgen und Abend Plumpy’nut. Zam Zam habe jetzt mehr Kraft, sei aber noch immer zu schwach, um aufzustehen. Zam Zams Schicksal zeigt, wie World Vision am Horn von Afrika Mädchen und Buben vor dem Hungertod bewahrt. Und das können wir nur dank Ihrer Spende. Bitte unterstützen Sie uns und retten Sie Kindern das Leben!

IMPRESSUM Herausgeber und Medieneigentümer: World Vision Österreich, Graumanngasse 7/C-2, 1150 Wien, Tel.: 01/522 14 22-0, Fax: 01/522 14 22-80, E-Mail: office@worldvision.at, www.worldvision.at; Geschäftsführung: Amanda Platzer; Redaktion: Mag. Martin Paul; Bildredaktion: Mag. Elke Alteneder; Grafische Gestaltung: senft & partner, 1020 Wien; Druck: jork printmanagement, 1150 Wien.

11Z038938M, P.b.b., Verlagspostamt 1150 Wien / ZVR Nr.: 819414678

Vor dem Hungertod gerettet!


Hilfe Direkt 3/2011  

Katastrophe am Horn von Afrika - Paten treffen Paten - Weihnachten

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