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Fantasie 2013 Hospiz

der tornowgraph 43-13 Preise: Schüler 1€, Lehrer 2€ Schülerzeitung des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder


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Wir sind doch alle verrückt

Phantasievolle Jugendliche kreieren eine neue Grammatik

„Wir sind doch alle verrückt“! - dieser Ausruf fiel irgendwann mal in einer Redaktionssitzung und mein erster Gedanke dazu war: „Ja, stimmt!“ Was an uns ist denn bitte schön nicht verrückt? Hier einige Beispiele: Wir stehen

Nach dem Genitiv sein Tod liegt nun auch der Akkusativ in sein letzten Zügen. Ihm seine treuen Anhänger verweilen in stiller Trauer und werden sein Verdienst für die Deutschen ihre Sprache nie vergessen. Da soll noch einmal jemand sagen, die Deutschen seien ein Volk phantasieloser Bürokraten. Was haben wir nicht schon alles an neuen Errungenschaften hervorgebracht für unsere gute alte Sprache. Als wäre sie nicht bereits kompliziert genug. Laufend werden weitere Wörter und Redewendungen in den Duden aufgenommen, die neue Rechtschreibung konsternierte die älteren Generationen aufs Höchste und nicht einmal die Generation, die mit ebendiesen Regeln aufwuchs, scheint ihrer mächtig zu sein. Selbstverständlich konnten wir alle einst die wunderbarsten Grundschulmerksätze herunterbeten. Doch das ist bei den Meisten ja nun sicher schon mindestens acht Jahre her. Aus diesem Grund hier noch einmal die Regeln für die beiden meistmisshandelten Kasus:

fremden Sprachen und die Dialekte verschiedener Gegenden waren die Faktoren der ersten Sprachdifferenzierungen. Seit der schlussendlichen Festigung des Neuhochdeutschen sind die Wandlungen meist von sprachökonomischer Natur; die Sprache wird aus Gründen der Zeitersparnis oder der Bequemlichkeit verkürzt und vereinfacht. Im Laufe der Zeit erfolgt ein Umlernen durch den wiederholten und sich langsam ausbreitenden Gebrauch der neuen Form, bis sie sich schließlich durchsetzt. Sprachwandel entsteht demnach durch Regelverletzungen. Doch ist etwas automatisch richtig, weil alle es falsch machen? Wird eine Regel aufgehoben, sobald sich einfach niemand mehr daran hält? Damit machte man es sich doch wahrlich zu einfach.

1. jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe auf, schlingen schnell unser Frühstück in uns hinein, um dann zum Bus zu rennen, den wir noch ganz knapp bekommen. Das allein finde ich schon ziemlich verrückt. 2. Hören wir uns jeden Tag einen mindestens sechs Stunden langen Vortrag von den Lehrern an, der uns, mehr oder weniger, interessieren sollte (totaler Humbug!). 3. Bekommen wir Hausaufgaben auf, die wir am Nachmittag erledigen sollen, was wir tatsächlich zumeist auch tun. Wir sitzen dann zu Hause oder in der Bahn und lesen Texte in Rekordzeit, schreiben Stichpunkte wie auf der Flucht und versuchen dabei verzweifelt etwas zu lernen. Das sieht manchmal echt fanatisch aus. Das bisschen Zeit, das der Tag dann noch so bietet (Mal ganz ehrlich, wer ist auf die Idee gekommen, dass der Tag nur 24 Stunden hat??), nutzen wir wofür? Ja, für 4. Nacharbeit, wenn man krank war, Vorbereitung auf den nächsten Tag und so weiter.

Vorschauversion Vorschauversion Bei der Frage WESSEN? bloß den Genitiv nicht vergessen! Stellt man sich die Frage WEN?, wird gern ein Akkusativ gesehen! Doch woher kommt dieser unsichere Gebrauch, dieser rüpelhafte Umgang mit der Grammatik? Ist wieder einmal die Gesellschaft schuld? Oder trägt die Werbebranche die Verantwortung, die ausgerechnet an Korrekturlesern zu sparen scheint? Versetzt es nur mir einen Stich, falsche Formulierungen und abenteuerlich willkürlich gesetzte Apostrophe in öffentlichen Medien zu sehen? Der Wandel der deutschen Sprache ist ein vieldiskutiertes Thema, welches seine Anfänge noch in der vorchristlichen Zeit findet und ein durch mehrere Aspekte beeinflusster, steter Vorgang ist. Lautverschiebungen, Übernahme und Entlehnung von Wörtern aus

Glücklicherweise gehört Deutsch noch nicht zu den toten Sprachen, sondern unterliegt noch immer einem ständigen Wandel. Der derzeitige ist geprägt von der Sprachinnovation, da unser heutiger Wortschatz die kontinuierlich neuentstehenden Begebenheiten, Tätigkeiten und Erfindungen kaum zu fassen vermag, sodass die deutsche Sprache immer mehr an Vielfalt gewinnt. Doch ob sich diese ebenfalls in der Grammatik niederzuschlagen hat, sodass alle Regeln scheinbar inexistent werden und ein korrekter Ausdruck schier unmöglich wird, bleibt eine offene Frage. Vielleicht kann man hier auf die Theorie der Modeexperten setzen: Alles kommt wieder! Elena Stuke, Jgst. 12

Ich könnte hier noch viele Beispiele in anderen Bereichen als nur der Schule nennen, aber das ist, glaube ich, nicht nötig. Das Alles sind klare Beweise dafür, dass wir verrückt sind. Aber das kommt nicht von uns selbst, sondern wird seit Generationen entwickelt und weitergegeben, sodass unsere Kuriositäten aus unserer Gesellschaft nicht mehr zu entfernen sind. Es gibt lediglich einige wenige, die dies erfasst haben und sich dagegen wehren. Aber das ist auch nicht der richtige Weg, denn wir leben doch ganz glücklich, so wie wir sind. Und genau das ist der Knackpunkt: Wir lieben unsere Verrücktheit, wir sind fanatisch! Würde ein kleines grünes Männchen aus dem Weltall zu uns kommen würde und jemand zu ihm sagen: „Du bist aber komisch!“, würde es garantiert anfangen zu lachen. Ich könnte es ihm nicht verübeln, es hätte Recht. Wir könnten allesamt mit freundlichen Grüßen in die Klapse eingeliefert werden. Raya Preiss, 9l

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Auf dem Festland

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Saskia Kurzweg hat in Potsdam Kommunikationsdesign studiert. 2010 eröffnete sie mit ihrer jetzigen Partnerin, Franziska Walther, ein Designstudio namens „kurzweg.walther“. Vor kurzem gewannen die beiden einen Wettbewerb, dessen Preis der Auftrag zur Gestaltung des neuen Bildungsforums war. „Nach der Präsentation von fünf Agenturen wurde kurzweg.walther nach einem Punktesystem, vergleichbar mit dem der Schule, ausgewählt.“, so Frau Dr. Sigrid Sommer, die Leiterin des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit/Marketing am Bildungsforum. Es befindet sich im Inneren Potsdams, direkt am Platz der Einheit (vormaliges Bibliotheksgebäude) und ist mit der Straßenbahn vom Potsdamer Hauptbahnhof in weniger als fünf Minuten zu erreichen.

los...“

Saskia, bei so einem großen Auftrag benötigt man ja haufenweise Ideen. Woher nimmst du deine? Die Ideen hole ich mir von den unmöglichsten Dingen. Als Franziska und ich mal den Auftrag hatten, eine Straßenbahn zu verschönern, saßen wir den ganzen Tag an einer Haltestelle und haben den Bahnen zugeschaut. Und es hat geholfen! Wenn ich dann eine Idee habe, lege ich einfach los, fange an, Figuren und Ebenen zu erstellen, lege sie übereinander, mache sie transparent. So entstehen wieder neue Figuren und Ebenen. Der passende Text fällt mir meist erst später ein.

entschieden, denn das Urheberrecht liegt beim Architekten. Auf jeden Fall kümmern wir uns um die sogenannte “Corporate Identity“. Das umfasst das gesamte Erscheinungsbild des Forums nach außen und nach innen hin. Also das Logo, die Internetseite, die Visitenkarten und so weiter. Gab es Vorgaben? Ja, uns wurden bestimmte Farbmuster vorgegeben, mit denen wir arbeiten sollten. Du kennst doch sicher das Logo der Stadt Potsdam. Es hat so ein dunkles Blau. Und genau dieses Blau wird wegen des Wiedererkennungseffektes auf allen Plakaten und Flyern der Stadt angewandt. Jeder, der einen kurzen Blick darauf wirft, soll wissen:

Dann hoffen wir auf schnelle Bauarbeiter!

Oh, das ist also von der Stadt Potsdam!

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Was habt ihr vor, am Bildungsforum zu machen? Ob wir die große, weiße Wand mit von uns gestalteten Postern behängen, ist noch nicht genau

und Landesbibliothek Rot und die Volkshochschule Ocker. Wenn man nun ein Plakat des gesamten Bildungsforums hat, findet man alle diese Farben und das Blau der Stadt darauf. Wenn nun aber zum Beispiel nur die Stadt- und Landesbibliothek ein Plakat druckt, dann finden sich dort auch nur ihr Rot und das Blau der Stadt. Wann geht’s denn los mit der Gestaltung? Es gibt, soweit ich weiß, bauliche Schwierigkeiten. Wann die Institutionen einziehen können, steht noch in den Sternen. Und wir müssen uns ja nach der Stimmung des Gebäudes richten. Also müssen wir vorerst noch warten. Wir stehen aber in den Startlöchern und warten nur noch auf das „Go!“.

Und so soll es auch in Zukunft mit dem Bildungsforum sein. Jede Institution bekommt im Forum seine eigene Etage. Und jede Etage soll seine eigene Farbe bekommen. So bekommt die Wissenschaftsetage Türkis, die Stadt-

Felix Hertneck, 7l Charlotte Salomon, 9b


Kunst und Kultur

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die Macht aLs Witz Groteskes Spiel entführt die Zuschauer in die Welt des feigen und machtgierigen König Übü Nun war es soweit: Der Theaterkurs 12/3 (Leitung: Hans-Albrecht Weber) brachte eine interessante Version des Stückes „König Übü“ auf die Bühne. Fast anderthalb Stunden begeisterten die 15 Schauspieler das Publikum mit Wortwitz, großer Spielfreude und einem herausragenden Bühnenbild sowie faszinierenden Kostümen. Die Kostüme haben sie - nebenbei gesagt - in einem Kostümworkshop entworfen und das Bühnenbild selbst gestaltet. Und beides ist sehr gut gelungen. Das Stück, welches Alfred Jarry 1888 geschrieben hat, handelt von dem feigen Dragonerhauptmann Vater Übü (Justus Grunewald), der auch ein Vertrauter des Königs ist. Er allein ist eigentlich ziemlich harmlos, dumm und isst eigentlich nur gern und viel. Aber seine Frau, Mutter Übü (Magdalena Weber), macht ihn zu einer wichtigen Spielfigur auf dem Weg zur Königskrone. Vater Übü soll nämlich mit Hilfe des Hauptmanns Fettfleck (Lasse Hansen) den König Wenzelslaus von Polen (Ezra Lenz) und dessen Familie auslöschen. Nach dem Königsmord übernimmt er die Macht und lässt macht- und geldgierig Adlige, Finanz- und Justizmeister enthaupten. Er regiert nur zu seinem eigenen Wohl, ist geizig und zerstörerisch. Doch der zum Feind gemachte

Hauptmann Fettfleck und der Sohn des gefallenen Königs, Lausbublaus (Konstantin Bothe), finden in der russischen Zarin Alexia (Charlotte Seltmann) eine verbündete, um König Übü zu stürzen. Nach langem Hin und Her fliehen Mutter und Vater Übü mit einem Boot. Das Ensemble überzeugte das Publikum mit ausgefallenen Ideen: So regierten die Könige beispielsweise nicht mit einem Zepter in der Hand, sondern mit einer goldbemalten Klobürste. Eine ausgefallene Tanzeinlage lieferte ein Bär, der den Gangnam Style á la Rapper Psy tanzte. Zum Schmunzeln brachten einen auch die liebevoll ausgeübten Sprachfehler der Darsteller, zum Beispiel die lispelnde Königin Rosamunde (Aglaia Merker). Auch die selbstkreierten Namen der Figuren sorgten für Heiterkeit. Die große Menge an Papier bei Bühnenbild und Kostümen fiel auf – der reitende Bote (Friedrich Schumann) auf seinem Papierpferd, der Papierreifrock der Zarin, das Fluchtboot der Übüs und viele Papierhüte.

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Besonders gut hat mir persönlich die Szene gefallen, in der König Übü eine Rede an das Volk hält und wir - das Publikum - Fähnchen bekommen hatten und jedes Mal freudig wedelten, wenn die „Hurra-Tafel“ hochgehalten wurde. Egal welche Dummheiten König Übü sagte, wir haben gejubelt. Das ganze Stück wirkt wie eine einzige Parodie auf Machtausübende und die, die es werden wollen.

Charlotte Salomon, 9b


Der Anhang

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Rezepte

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„Im Meer schwimmen Krokodile“ Fabio Geda

Wenn ich überlege, welche Bücher, die ich gelesen habe, mich wirklich noch lange beschäftig haben, mich gerührt haben und nicht aus meinem Gedächtnis verschwinden wollen, dann fällt mir als Erstes das Buch von Fabio Geda „Im Meer schwimmen Krokodile“ ein.

Es ist die Geschichte eines anfangs zehnjährigen afghanischen Jungen, der seine Familie verlassen muss und von seiner Mutter an die Grenze zu Pakistan geschmuggelt wird, die ihn ohne Vorwarnung in der Nacht verlässt. Ein kleiner Junge, der nie den Mut verliert, auch nicht als er immer wieder nach Pakistan geht, um dort ein besseres Leben zu führen und jedes Mal wieder hinaus geworfen wird. Auch nicht, als er mit einer Gruppe anderer Afghanen das Gebirge überquert um in die Türkei zu kommen und dabei viele einfach verschwinden. Sie kommen an einer Gruppe sitzender Menschen vorbei, doch als sie diese ansprechen merken sie, dass diese schon lange erfroren sind. Er sitzt drei Tage lang unter einem Zwischenfußboden eines Lasters, nur mit einer Flasche Wasser ausgestattet, und erzählt von der Schönheit dieser Welt. Es ist faszinierend, die Welt durch Enaiats Augen zu sehen, der sich jeden Tag darüber freut, am Leben zu sein. Später überquert er mit vier anderen Jungen das Meer, um nach Griechenland zu gelangen. Doch sie schleichen sich nicht auf eine Fähre, sondern wählen ein Schlauchboot. Einer der Jungen geht über Bord und ertrinkt, dann stellen sich die übrigen die Frage, ob es im Meer Krokodile gibt und irgendwie beschäftigt sie diese Frage bis sie Griechenland erreicht haben. Doch Enaiat bleibt nicht dort, er hat Probleme mit der Polizei.

Du suchst einen leckeren Nachtisch, der sich gut und einfach vorbereiten lässt? Wenn du gerne Joghurt und Waldbeeren magst, ist eine Joghurt-Terrine mit Beerengelee genau das Richtige! Achtung: 8Stunden Kühlzeit!!! Du brauchst für 4- 6 Portionen: Für das Gelee: • 3 Blatt Gelatine • 200 ml Kirschsaft • 100 ml Johannisbeersaft (rot) • 1 EL Zucker • Waldbeeren (es können auch gefrorene verwendet werden!) Für die Joghurtcreme: • 4 Blatt weiße Gelatine • Saft von 3 Limetten • 500 g Vollmilchjoghurt • 200 g Schlagsahne • 1 Pck. Vanillezucker

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Erst in Italien endet seine Odyssee. Und nach langen Bangen bekommt er eine Aufenthaltsgenehmigung. Egal wie das Schicksal spielte, er glaubte stets an das Gute und an sein Ziel, ein Versprechen dass ihm seine Mutter abgenommen hat, dass das Leben immer lebenswert ist. Raya Preiss, 9l

1. Für das Gelee: Gelatine einweichen, Säfte und Zucker zusammen erwärmen, die Gelatine darin auflösen, 3EL Beeren zugeben. Das Ganze in eine Kastenform füllen, die vorher mit Frischhaltefolie ausgekleidet wurde. 3 Stunden kühlen! 2. Für die Creme: Gelatine aufweichen, Zucker mit Limettensaft erwärmen, die Gelatine darin auflösen und unter den Joghurt rühren. Die Sahne mit dem Vanillezucker steifschlagen und unter den Joghurt heben. Zum Schluss die Creme VORSICHTIG UND LANGSAM auf dem festem Gelee verteilen und über Nacht kaltstellen. 3. Fertig! Jetzt muss die Terrine nur noch in Scheiben geschnitten werden und auf den Tisch! Guten Appetit! Rezept aus: Meine Familie & Ich

Raya Preiss, 9l


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