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Workcamp Rundu/Namibia 2007 Erfahrungsbericht Eine entwicklungspolitische Initiative zur Fรถrderung der Schulen in der Kavango-Region

Ausgearbeitet von Stefan Collet und Dominic Schwickert April 2007


1. Inhaltsverzeichnis

1. Inhaltsverzeichnis …………………………………………………………………….. S. 2 2. Adressen …..………………………………………………………………………….. S. 3 3. Einleitung ……………………………………………………………………………... S. 5 3.1 Projektvorstellung …………………………………………………………… S. 6 4. Umsetzung der Projektidee …………………………………………………………… S. 7 5. Unterkunft …………………………………………………………………………….. S. 10 6. Erfahrungsberichte ……………………………………………………………………. S. 11 7. Impressionen ……………………………………………………………………….... S. 14 8. Referenzschreiben …………………………………………………………………… S. 19 9. Karte ………………………………………………………………………………... S. 23

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2. Adressen Projektkoordinatoren •

Stefan Collet Renthof 35 35037 Marburg E-Mail: stefancollet@yahoo.de Tel.: 06421-620 0 610 (Festnetz) 0163-37 95 292 (Mobil)

Dominic Schwickert Norberstraße 25 48151 Münster E-Mail: DominicSchwickert@gmx.de Tel.: 0251-284 49 58 (Festnetz) 0163-40 15 922 (Mobil)

Schulen •

Maria Mwengere Secondary School: E-Mail des Direktors: ntusigm@anazi.co.za Tel. der Schule: +264-66-255 228

Kayengona Junior Secondary School: E-Mail des Lehrers Menezes Alberto: Mbeto05@yahoo.com Tel. des Lehrers: +264-81-246 9720 (Mobil) Tel. der Schule: +264-66-256 416

Mayana Primary School: E-Mail: über N’Kwazi Lodge Tel.: über N’Kwazi Lodge

Kontakt zu den Schulen im Circuit Ndiyona über den Subject Advisor Agustinus Muyeghu: E-Mail: muyeghua@yahoo.com Tel.: +264-66-25 8880 (Geschäftlich) +264-66-25 89250 (Geschäftlich) +264-66-25 6174 (Privat) +264-81 257 7964 (Mobil)

Partner in Namibia •

Ministry of Education in Rundu (Kavango Regional Education Office), Mr. Alfons Matjitjano Dikuua – Director of Education: E-Mail: dikuua@iway.na Tel.: +264-66-255 567/258 9999 (Geschäftlich) +264-66-258 9213 (Fax) +264-81 122 1509 (Mobil)

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Hausiku Scholastika, TRC-Managerin und zukünftiger Inspector of Education im Circuit Ndiyona: E-Mail: hscholastika@mighty.co.za Tel.: +264-81 2459692 (Mobil) +264-66-258 880 (Geschäftlich) +264-66-255 858 (Privat)

Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) Namibia, Georg Mades – Sector Coordinator Education E-Mail: georg.mades@gtz.de Tel.: +264-61-293 3345 (Geschäftlich) +264-61-293 3304 (Fax) +264-81-124 0558 (Mobil)

Friedrich-Ebert-Stiftung Namibia E-Mail: fes@fesnam.org.na Tel.: +264-61-237438 (Sekretariat) +264-61-237441 (Fax)

Partner in Deutschland •

Kaspar-Xchange gGmbH, Geschäftsführer Oliver Bohm (gleichzeitig Chairman der Mayana Mpora Foundation) E-Mail: bohm@kaspar-x.de Tel.: 0241 95 13 666 (Geschäftlich) 0241 953670 (Fax) 0179 66 04 907 (Mobil)

Reinhold Hemker, Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) E-Mail: reinhold.hemker@bundestag.de Tel.: 030-227-71185 (Berliner Büro) 030-227-76092 (Fax Berliner Büro) 01712658989 (Mobil)

Sabine Bätzing, Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) E-Mail: sabine.bätzing@bundestag.de Tel.: 030-227-77432 (Berliner Büro) 030-227-76444 (Fax Berliner Büro)

InWEnt, Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, Regionales Zentrum NRW, Konkreter Friedensdienst, Herr Henning E-Mail: andreas.hennig@inwent.org Tel.: 0211-86 89 163 (Geschäftlich) 0211 8689 151 (Fax)

Unterkunft •

N’Kwazi Lodge bzw. Mayana Mpora Foundation: Valerie und Vynand Peypers E-Mail: nkwazi@iafrica.com.na Tel.: +264-66-686 006/7 (Geschäftlich) +264-81-242 4897 (Mobil) +264-66-686 008 (Fax) 4


3 Einleitung Vorab möchten wir uns, als Projektkoordinatoren, sowie die Teilnehmer des Workcamps kurz vorstellen:

Stefan Collet 24 Jahre Student der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg im 8. Fachsemester

Dominic Raphael Schwickert 25 Jahre Student der Politikwissenschaft, Wirtschaftspolitik und Rechtswissenschaft an der Westfälschen WilhelmsUniversität Münster im 8. Fachsemester

Workcamp-Teilnehmer Tanja Lommel: 25 Jahre, Studienrichtung Chemie, Diplomandin Maria Ossege: 23 Jahre, Studienrichtung Spanisch und Französisch Lehramt, 7. Fachsemester Sebastian Rockenfeller: 25 Jahre, Studienrichtung Sportwissenschaft und Kunsterziehung, 8. Fachsemester Daniel Schäfer: 24 Jahre Studienrichtung Pädagogik und Psychologie, 1. Fachsemester

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3.1 Projektvorstellung Die Idee zum Projekt „Workcamp Rundu“ zur bildungspolischen Unterstützung der strukturschwachen Kavango-Region im Norden Namibias entstand im Frühjahr 2006. Um die bildungspolitischen Spezifika dieser Region analytisch erfassen und daraus konkrete, operative Projektmaßnahmen ableiten zu können, absolvierten Stefan Collet und Dominic Schwickert im März 2006 einen einwöchigen Aufenthalt in den Circuits Shambyu, Ndiyona und Ncuncuni. Neben der Besichtigung zahlreicher Schulen in den genannten Circuits wurden zunächst Gespräche mit den bildungspolitischen Verantwortlichen der Kavango-Region geführt. Dazu gehörten der Regionaldirektor des Erziehungsministeriums in Rundu, Mr. Dikuua, die Schulbezirksvorsitzenden von Rundu und Ndiyona, Mrs. Scholastika, sowie die Direktoren der entsprechenden Schulen in der Kavango-Region. Das Ergebnis unseres Besuchs war ein mit den lokalen Kräften vereinbarter Zweisäulen-Plan, der darauf abzielte, unsere finanziellen und personellen Möglichkeiten optimal auf die Bedürfnisse vor Ort abzustimmen. Konkret bestand der Zweisäulen-Plan aus folgenden Maßnahmen: zum einen aus der Durchführung eines 2 bis 3-wöchigen studentischen Workcamps in den Semesterferien (Zeitraum: März 2007) sowie aus einer parallel stattfindende Lern- und Lehrmateriallieferung an einige ausgewählte Schulen. (Eine detaillierter Erläuterung der Projektidee findet sich im „Planungsbericht zur Vorbereitung eines Workcamps in Namibia“ 2006) Partner Zu unseren Partner in Deutschland gehören zwei Bundestagsabgeordnete (Reinhold Hemker und Sabine Bätzing, SPD), die unser Vorhaben stützen, sowie die Kinder- und Jugendhilfeorganisation Kaspar X-change gGmbH aus Aachen. Weiterhin unterstützt die Organisation InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) die Durchführung der Projektidee finanziell. Unser Partner in Namibia ist zuvorderst die Mayana-Mpora-Foundation. Diese Stiftung gründete sich 2004 aus Mitgliedern der Organisation Kaspar X, namentlich Oliver Bohm und Jochen Höffgen, sowie den Besitzern der N’Kwazi Lodge in Rundu, namentlich Valerie und Wynand Peypers. Der namibische Bundestagsabgeordnete Mr. Gende zählt ebenso wie Angeline Mutumbo Ribebe zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung. Zudem gehören noch einige lokale Kräfte der Mayna Mpora Foundation an. Ein Ziel der Stiftung ist es, die schulischen Bedingungen in der Kavango-Region (Namibia) durch ihren Einsatz und ihre Mittel zu verbessern. Weitere gewichtige Partner vor Ort sind zum einen der Subject Advisor für den Circuit Ndyiona, Mr Muyeghu, sowie die entsprechende Bildungs- und Erziehungsinspektorin, Mrs. Scholastika. Des Weiteren unterstützt der zuständige Direktor der regionalen Vertretung des Ministeriums für Bildung in Rundu, Mr Dikuua, das Projekt.

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4. Umsetzung der Projektidee Das „Workcamp Rundu“ wurde im Zeitraum vom 09.03. – 23.03.07 mit insgesamt 6 Teilnehmern erfolgreich durchgeführt. Dabei gliederte sich die Arbeit in 2 Säulen: 1. Unterrichtsassistenz an den Schulen Maria Mwengere Secondary School, Kayengona Combined School sowie Mayana Primary School. 2. Materiallieferung an die Schulen Katere Primary School, Karuci Primary School, Shinyungwe Combined School sowie Kayengona Combined School. Zu 1. Nach einer allgemeinen Vorstellungsrunde mit den Direktoren und Lehrern der 3 genannten Schulen, wurden die Workcamp-Teilnehmer in 3 Gruppen à 2 Personen auf die entsprechenden Schulen verteilt. Der erste Tag des Workcamps wurde zum gegenseitigen Kennenlernen genutzt. Die Workcamp-Teilnehmern hatten dabei zum ersten Mal die Gelegenheit, mit den Lehrern und Schülern ins Gespräch zu kommen und erste Eindrücke des Schulablaufes und den Verhältnissen vor Ort zu gewinnen. Die Lehrer und Schüler zeigten sich im Umgang mit den Workcamp-Teilnehmern sehr motiviert und offen, so dass untereinander schnell ein freundschaftlicher Kontakt entstand. Ab dem zweiten Tag assistierten die Workcamp-Teilnehmer den jeweiligen Fachlehrern in ihrem Unterrichtsfach und gestalteten den Unterricht durch eigene Idee und Lehrmethoden mit. Dabei war besonderes bereichernd, dass einige Workcamp-Teilnehmer ihre bereits erworbenen didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten einbringen konnten. Viele Unterrichtsstunden wurden nach Absprache mit den entsprechenden Direktoren von den Workcamp-Teilnehmern auch eigenständig abgehalten, was für die Teilnehmer eine sehr interessante Erfahrung war. Unterrichtet wurde in den Fächern Chemie, Englisch, Kunst. Mathematik, Sport und Sozialkunde. Darüber hinaus durften die Workcamp-Teilnehmer auch so genannte „Life Lessons“-Stunden geben, bei denen sich jeweils eine bestimmte Anzahl von Schülern zusammenfand um aktuelle gesellschaftliche Problemfelder zu diskutieren. So ergaben sich Diskussionsrunden über Themen wie „Demokratie und Teilhabe“, „Gleichberechtigung von Mann und Frau“ und „Aids“. Neben der Unterrichtsassistenz gehörte die Hausaufgabenbetreuung verschiedener Schüler ebenso zu den Aufgaben der WorkcampTeilnehmer wie die Beaufsichtigung der unteren Jahrgangsstufen in den Pausen.

Maria Ossege beim Englischunterricht in der Klasse 7 der Kayengona Combined School.

Stefan Collet bei der Hausaufgabenbetreuung eines Schuljungen der Klasse 5.

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Sebastian Rockenfeller beim Sportunterricht an der Mayana Primary School.

Über den schulischen Rahmen hinaus wurde nach Absprache mit den jeweiligen Direktoren nach dem Unterricht ein 3-stündiger Workshop durchgeführt, an dem insgesamt 6 Klassen (ca. 100 Schüler) teilnahmen. Während des Workshops wurden sowohl Mannschaftssportarten wie Volleyball, Fußball oder Rugby als auch erlebnispädagogische Spiele und Übungen angeboten. Dazu wurde von einer Workcamp-Teilnehmerin auch ein Tanzkurs angeboten, der insbesondere bei den Mädchen der Jahrgangsstufe 5-7 sehr gut ankam.

Schüler der Maria Mwengere Secondary School beim Eisschollenspiel mit Daniel Schäfer.

Sebastian Rockenfeller während einer Vertrauensübung mit Schülern der Klasse 8.

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Gemeinsames Fußballspiel mit Schülern der Kyengona Combined School.

Dominic Schwickert als Schiedsrichter beim Volleyball.

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Weiterhin engagierten sich die Teilnehmer an verschiedenen Abenden mit den örtlichen Jugend-Fußballmannschaften.

Gemeinsames Fußballtraining mit den jugendlichen Lokalmannschaften.

Daniel Schäfer mit den „Flying Pirates“.

Zu 2. Die Materiallieferung wurde an 2 Tagen und in Begleitung von Mr. Muyeghu absolviert. Sie bestand zum einem aus dringend benötigtem Schulmaterial, wie z.B. Heften, Stiften, Farben, Spitzern, Karten und Papier sowie zum anderen aus sportlichem Equipment, wie Fußbällen, Badminton-Sets, Volleybällen und Springseilen. Ziel war es, die ärmsten Schulen mit dem Notwendigsten zu versorgen. Besonders positive Resonanz bekamen wir für die Afrika- und Weltkarten, die in Zukunft die Klassenräume ein wenig „auffrischen“ werden. Weiterhin freuten sich die Schüler über die Fußbälle, mit denen nun in den Pausen gespielt werden kann. Für jede der 4 Schulen wurde ein Paket zusammengestellt, das alle Materialien in vielfacher Anzahl enthielt. Dieses Paket wurde den entsprechenden Direktoren in Anwesenheit der Lehrerschaft übergeben und wird nun von ihnen verwaltet. Dies soll gewährleisten, dass Schulmaterialien nicht von einzelnen Lehrkräften gewinnbringend verkauft werden, was in der Vergangenheit schon des Öfteren vorgekommen ist und worauf der Bildungsminister bei unserem Vorbereitungstreffen hingewiesen hatte. Sowohl das Schulmaterial als auch das sportliche Equipment wurde in Windhoek bzw. in Rundu aus Eigenmitteln bzw. Spenden finanziert. Insgesamt konnten vor dem Workcamp etwa 1.000 Euro gesammelt werden, die vollständig für die Materiallieferung aufgewendet wurden. Der Transport wurde mit einem dafür eigens geliehenen Auto sowie durch Mr Muyeghu organisiert. Einen kleinen Restbetrag der Eigenmittel und Spenden verwendeten wir für den Kauf von Spielwaren für die Kinder der umliegenden Dörfer.

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Materialablieferung an Mrs. Mateya, Direktorin der Während der Materiallieferung an der Karuci Kayengona Combined School. Primary School mit Mr. Muyeghu.

Gemeinsames Foto mit dem Direktor und den Leh- Präsentation des Sportsequipments an der rern der Shinyungwe Combined School nach der Katere Primary School. Material- Lieferung.

5. Unterkunft Die Workcamp-Teilnehmer waren während der 2 Wochen in der N’Kwazi Lodge von Vynand und Valerie Peypers kostenlos untergebracht. Genächtigt wurde jeweils zu zweit in komfortablen Bungalows. Die Verpflegung aus Frühstück, Lunch und Abendessen wurde gegen einen verminderten Tagespreis ebenfalls von der N’Kwazi Lodge übernommen. Weiterhin unterstützten Valerie und Vynand Peypers das Workcamp durch den Transport der Teilnehmer zu den Schulen sowie durch anderweitige logistische und persönliche Hilfen.

B Blick auf den Speisepavillion der N’Kwazi Lodge.

2-Bungalow der N’Kwazi Lodge.

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Valerie und Vynand Peypers von der N’Kwazi Lodge mit den Workcamp-Teilnehmern.

6. Erfahrungsberichte a) von Daniel Schäfer: Im Vordergrund des Workcamps stand für mich, Erfahrungen mit anderen Kulturen zu sammeln und das Bildungssystem in Namibia kennen zu lernen. Die Erfahrungen, die ich sammeln konnte, waren eine große Bereicherung für mich, da ich in direktem Kontakt zu Lehrern und Schüler stand sowie durch die günstige Lage der N’Kwazi Lodge leicht in Kontakt zu den Einheimischen in den umliegenden Dörfern treten konnte. Es war sehr spannend zu sehen und vor allem zu erfahren wie ein Leben funktionieren kann, das ohne jegliche in Deutschland übliche Luxusgüter funktioniert. Angefangen bei nicht vorhandenen Bussen für den Transport der Schüler zu den Schulen, über Spielsachen bis hin zu Unterhaltungsmedien. Ich lernte eine Kultur kennen, die gerade was die Schulen betrifft, einen Standard vorweist, der für Deutschland untragbar wäre. Kinder, die keine Aufgaben machen können, da ihnen das nötige Material fehlt oder keinen Sport treiben können, da keine Bälle vorhanden sind. Lehrer, die eine unzureichende Qualifikation vorweisen, und Schulen, die über keine Mittel und Kenntnisse pädagogischer Arbeit verfügen. Auf der anderen Seite strahlten die Menschen auf mich eine ungeheure Zufriedenheit aus und machten tagtäglich das Beste aus den Ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln. Des Weiteren wurden wir überall freundlich und überaus herzlich aufgenommen, was ich in dieser Form bei Fremden bisher nur selten erlebt habe. Der von uns veranstalte Nachmittagsworkshop war für mich das Highlight des Workcamps. Wir organisierten verschiedene Stationen, an denen die Kinder Sport und diverse Spiele machen konnten. Man merkte sehr stark, wie ausgehungert die Kinder nach Abwechslung sind und mit welcher Motivation sie an allem teilnehmen, was man ihnen anbietet. Weiterhin bot der Workshop uns eine sehr gute Gelegenheit, in näheren Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu treten, da die Barriere Schüler-Lehrer-Verhältnis oftmals wegfiel. In dieser vertrauensvollen Umgebung öffneten sich die Kinder noch ein Stück mehr und es wurden viele Gespräche geführt, in denen nicht zuletzt ein gegenseitiger Austausch über die jeweiligen Kulturen und Lebensverhältnisse stattfand. Abschließend lässt sich sagen, dass das Workcamp meine Erwartungen übertroffen hat, was nicht zuletzt an der guten Organisation und Gruppenzusammenstellung von Stefan Collet und Dominic Schwickert lag. Dadurch wurde ein reibungsloser Ablauf ermöglicht, was es mir als Teilnehmer gestattete, mich voll und ganz auf das Workcamp zu konzentrieren.

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b) von Maria Ossege: In meiner Zeit in Namibia, in der Nähe der Stadt Rundu im Norden des Landes, habe ich in drei verschiedenen Schulen (Maria Mwengere, Kayengona und Mayana) Englisch unterrichtet, mit den anderen Teilnehmern einen Workshop-Nachmittag durchgeführt und an der Materialbeschaffung, sowie an der Materiallieferung für die Schulen teilgenommen. Am ersten Tag nach meiner Ankunft habe ich die Englischlehrer der jeweiligen Schulen begleitet und lediglich assistiert, um einen Überblick über die Situation in der Schule und vor allem eine Vorstellung des Wissensstandes der Schüler zu erlangen. Obwohl ich bereits im Rahmen eines sozialen Jahres ein Jahr in Ecuador unterrichtet und die Armut dort kennengelernt habe, hat mich die Lebenssituation der namibischen Bevölkerung wieder sehr berührt. Abgesehen von fehlender Kleidung, wie beispielsweise Schuhe, hatten die Kinder teilweise keine Stifte oder Hefte. Letzteres erschwerte den Unterricht teilweise. In solchen Fällen bin ich auf Spiele ausgewichen, die den Schülern sehr viel Spaß bereitet haben. Einige Stunden habe ich mit den entsprechenden Lehrern zusammen gestaltet und auch die Lehrkräfte waren sehr angetan von den Spielen, die ich ihnen daraufhin habe zukommen lassen. Mit einer neunten Klasse habe ich beispielsweise Jeopardy gespielt: ich habe mir viele verschiedene Fragen zu unterschiedlichen Themen ausgedacht, für deren Beantwortung die jeweilige Gruppe eine bestimmte Punktzahl bekommt. Den Schwierigkeitsgrad der Frage konnte die Gruppe selbst bestimmen. Die Schüler waren hoch motiviert und äußerst begeistert davon. Ich habe mich während meiner Arbeit jedoch auch ernsteren Themen gewidmet, wie beispielsweise in einer Stunde, in der ich mit einer sechsten Klasse über das Problem AIDS gesprochen habe. Auch in dieser Stunde war ich sehr zufrieden mit den Schülern, weil sie das Thema ernst genommen haben und sehr interessiert waren. Abgesehen von meiner Lehrtätigkeit in Ecuador (ein Jahr) und in Frankreich (sieben Monate) habe ich einige Praktika in Deutschland hinter mir. Abschließend kann ich sagen, dass die namibischen Schüler die weitaus motiviertesten und wissensdurstigsten von allen waren. Es war jeden Tag eine große Freude für mich mit den Schülern zu arbeiten und auch die Zusammenarbeit mit den Lehrern sowie mit den anderen Workcampteilnehmern hat ausgesprochen gut funktioniert. Abschließend möchte ich sagen, dass dieses Workcamp eine unglaublich wichtige Erfahrung für mich war. Nicht nur hinsichtlich meines zukünftigen Berufs als Lehrerin, sondern vor allem auf der persönlichen Ebene. Der Kontakt zu den einheimischen Lehrern und Schülern stand für mich dabei im Vordergrund. Durch die Lehrer und die Schüler selbst habe ich viel über die verschiedenen Lebenssituationen der Schüler erfahren und sie haben mich in die namibische Kultur eingeführt, welche mich sofort fasziniert hat. Von den Schülern war ich insofern beeindruckt, als dass der Großteil von ihnen solch eine äußerst fröhliche Natur besaß, die für mich aufgrund der bestehenden Probleme nicht als normal anzusehen ist. Ich hatte das Gefühl, dass nicht nur sie von mir, sondern auch ich von ihnen in dieser Hinsicht viel lernen kann. Vor einer Woche bin ich aus Namibia zurückgekehrt und merke jeden Tag, wie mich die Zeit dort geprägt hat. Ich gehe beispielsweise sehr viel bewusster mit Lebensmitteln oder Wasser um, weil ich ihren Wert dort schätzen gelernt habe. Ich merke allerdings wieder, wie nach meiner Zeit in Ecuador, dass es nicht unbedingt einfach ist, zurückzukehren. Die herrschende Ungerechtigkeit in der Welt und die Tatsache, dass sich ein Großteil der hiesigen Bevölkerung nicht über ihre ausgesprochen gute Lebenssituation bewusst ist, lässt bei mir Unverständnis aufkommen. Ich versuche daher, gerade mit diesen Menschen meine Erfahrung zu teilen und sie dazu zu bewegen, sorgsam mit Dingen wie Lebensmitteln umzugehen. Ich bin ausgesprochen dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Außerdem ist durch sie meine Motivation, mich weiterhin bezüglich der Arbeit in Entwicklungsländern zu engagieren, enorm gestiegen. Ich kann mir mittlerweile sehr gut vorstellen, sie zu meinem Beruf zu machen. 12


c) von Sebastian Rockenfeller: Mit dem Workcamp in Rundu wurde einer meiner großen Träume Wirklichkeit. Ich träumte davon, durch das Medium Sport Entwicklungshilfe zu leisten. Das Projekt in Namibia ermöglichte es mir endlich meine jahrelange Erfahrung und mein Wissen im Bereich Sport in einem anderen, fernen Land einzusetzen. Ich träumte immer davon barfuss, umringt von hundert Kindern, im heißen Sand zu stehen und mit Sport und Spiel ein Lächeln auf ihre Gesichter zu zaubern. Sei es am Morgen in den Schulen oder am Abend auf dem lokalen Fußballplatz: oft hatte ich das Gefühl, die Kinder von ihren Alltagsproblemen ablenken zu können. Meine persönlichen Beobachtungen und die intensiven Gespräche mit Lehrern, Direktoren und mit den Verantwortlichen des Regional Office of Education ermöglichten mir, einen guten Überblick über die Situation des Schulsports zu gewinnen. Die von uns besuchten Schulen in der Kavango-Region brauchen dringend professionelle Unterstützung in der Lehrerausbildung für den Bereich des Schulsports. Die Wichtigkeit des Faches ist zwar erkannt, jedoch ist die praktische Umsetzung nur unzureichend ausgestaltet. Traurigerweise gibt es auch keine Literatur bzw. theoretischen Leitfäden für Sportlehrer. Schon im ersten Semester meines Sportstudiums wusste ich, dass ich meine Diplomarbeit über das Thema „Sports and Development“ schreiben würde. Die kostbaren Erfahrungen in Namibia und die für mich so wichtige Erkenntnis, dass es doch so leicht ist zu helfen, haben mich in diesem Vorhaben bestärkt. Im nächsten Jahr möchte ich für 3 Monate ein zweites Mal nach Rundu fahren, um dort im Rahmen meiner Diplomarbeit ein Projekt durchzuführen. Mein Ziel, ist die Ausarbeitung eines Konzeptes, das an den bestehenden Mängeln ansetzt und durch das die Unterrichtung des Faches Sport ansatzweise verbessert werden kann. In Zusammenarbeit mit Kommilitonen möchte ich Workshops für Lehrer und Trainer der Kavango-Region anbieten. In diesen Fortbildungen werden wir versuchen, Grundkenntnisse der Sporttheorie, Sportpädagogik und Sportpraxis zu vermitteln. Zeitgleich werden wir an ausgewählten Tagen ein wöchentliches Angebot für Kinder etablieren, wodurch die Möglichkeit geschaffen wird, sich unter professioneller Betreuung und Anleitung sportlich zu betätigen. Wie anhand der kurzen Beschreibung des Folgeprojekts zu erkennen ist, war das Workcamp eine großartige Motivation für mich, sich weiter in der Kavango-Region zu engagieren. Im direkten Vergleich zu meiner Jugendarbeit, die ich in Deutschland leiste, empfand ich die Arbeit mit den Kindern an den Schulen in Rundu als sehr viel angenehmer. Die Lernbereitschaft und das Interesse der Kinder beeindruckten mich sehr. Ihr großer innerlicher Drang sich zu bewegen, zu spielen, zu singen und zu tanzen machte das Unterrichten in Rundu zu einer noch größeren Freude. Nachdem die erste Schüchternheit überwunden war, zeigten sie sich sehr offen und neugierig. Vor allem als ich mit einigen Klassen „teambildende Übungen“ aus dem Erlebnissport durchführte, vertrauten sich die Schüler mir schnell an. Insgesamt kann man resümieren, dass sich das Workcamp mehr als gelohnt hat und wir in allen Schulen sehr herzlich aufgenommen wurden. Leider waren die 2 Wochen viel zu schnell vorüber, jedoch haben wir das Bestmögliche in der Zeit realisieren können. Dies funktionierte nur, weil wir alle wunderbar als Team zusammengearbeitet haben. Ich wäre sehr gerne länger geblieben, weiß aber jetzt schon, dass ich wiederkehren werde.

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7. Impressionen Unterricht und Workshop

Sebastian Rockenfeller beim Rugby mit Schülern der Klasse 10 der Maria Mwengere School.

Tanja Lommel beim Chemieunterricht an der Kayengona Combined School.

Daniel Schäfer unterrichtet Mathematik an der Mayana Pirmary School.

Auf der Suche nach einem freien Platz. Spielestation bei Maria Ossege.

Mit Stühlen und Tischen müssen sich die Schüler beim Eisschollenspiel einen Weg durch die Klasse bauen.

Die Schüler einer 11. Klasse während einer Konzentrationsübung.

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Mit Geschick und Teamwork im G채nsemarsch voran. Der Workshop am Nachmittag.

Materialbeschaffung und -lieferung

W채hrend des Einkaufs der Schulmaterialien.

Sortieren und verpacken der Materialien f체r die einzelnen Schulen.

Nach dem Einkauf des Schulmaterials in Rundu mit dem Inhaber des Schreibwarenhandels.

Gespr채ch mit Mr. Dikuua, Direktor des Regional Education Office in Rundu und Mr Muyeghu, Subject Advisor des Circuits Rundu.

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Nach der Materialausgabe an der Kayengona Combined School.

Gemeinsames Volleyballspielen nach der Materialausgabe an der Katere Primary School.

Pr채sentation des Schulmaterials durch Mrs. Mateya kurz vor der Feier anl채sslich des Independence Day von Namibia am 21. M채rz.

Von links: Direktor der Katere Primary School, Mr. Muyeghu, und Lehrer nach der Materiallieferung.

Nach der Materiallieferung an die Karuci Primary School mit Direktor und Lehrern.

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Bilder aus der Region

Kinder aus Rundu.

Tanzende Schüler und Lehrer der Kayengona Primary School anlässlich der Feier des Independence Day.

Waschen, Spielen und Baden: Kinder und ihre Mutter am Kavangoufer.

Abendsonne am Kavango.

Fußball in der Abenddämmerung.

Schuljunge kurz vor dem Unterricht.

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Mutter und ihr Kind während des Gottesdienstes.

Beim Spaziergang durch Rundu.

Nasser Heimweg: der Weg zur N’Kwazi Lodge ist vom Kavango geflutet.

3 Fußballspieler am Spielfeldrand.

Sonnenuntergang am Kavango. Blick von der N’Kwazi Logde.

Schüler der Katere Primary School.

Fischerboot der N’Kwazi Logde.

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8. Referenzschreiben Best채tigung des Projektpartners

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Best채tigungsschreiben der Schulen

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Rechung des Schreibwarenhandels

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9. Karte Teilkarte Kavango-Region mit eingetragenen Schulen

(Die von uns besuchten Schulen sind gelb markiert.)

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Workcamp Rundu/Namibia 2007  

Projektbeschreibung/Erfahrungsbericht

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