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Freitag, 27. September 2013 | Nordwestschweiz

Niederamt

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«Stein, Metall und Holz sind meine Materialien»

Wieder illegale Arbeiter in Dulliker Bäckerei

Schönenwerd Daniel Poffa feiert heute und morgen das 20-Jahr-Jubiläum seines Bildhauerateliers

Schon wieder: Zum vierten Mal traf die Polizei in einer Bäckerei auf Mitarbeiter ohne Aufenthaltsbewilligung. Bussen fruchten bisher nicht, die Behörden scheinen machtlos. Der Verstoss gegen die Gesetze scheint hier System zu haben. Gestern Morgen trafen Polizei und Arbeitsinspektorat in einer Dulliker Bäckerei auf mehrere Personen, die weder über Aufenthalts- noch über Arbeitsbewilligungen verfügten. Ein Bulgare und ein Kosovare arbeiteten ohne gültige Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen. Eine Person aus Italien war der Meldepflicht nicht nachgekommen. Zum vierten Mal innerhalb der letzten anderthalb Jahre sind die Behörden in der Grossbäckerei auf Schwarzarbeiter gestossen. Seit April 2012 haben die Behörden bei drei Kontrollen im Dulliker Betrieb 15 illegale Personen angehalten – Bulgaren, Serben, Kosovaren, Bosnier und Kroaten.

VON LUCIEN FLURI

VON MADELEINE SCHÜPFER

Der Schönenwerder Bildhauer Daniel Poffa lädt heute Freitag, 27. September, und morgen Samstag, 28. September, Freunde und Interessierte von 15 bis 20 Uhr in sein Atelier an der Weidengasse 5 in Schönenwerd zu einem Glas Wein mit Besichtigung seiner neuen Werke ein. Er ist ein vielschichtiger Bildhauer, der sich nebst dem Stein auch dem Metall und Holz verschrieben hat. 20 Jahre Bildhauerei sind eine lange Zeit, in der man die unterschiedlichsten Ausrichtungen erlebt. Man durchwandert verschiedene Etappen, entdeckt gänzlich Neues und vertieft sich in seinen Beruf oder in seine künstlerische Tätigkeit auf eine besondere Art. Daniel Poffa lässt sich in all seinen Arbeiten von der Natur beeinflussen. Ob er den Stein behaut, raffinierte Formen schafft, Objekte und Kleinskulpturen, aber auch solche in Grossformat, immer geht es ihm darum, dem Stein eine besondere Lebendigkeit zu geben. In der neusten Zeit sind reliefartige Arbeiten entstanden, die mit Rillen besetzt sind, die zum Teil goldig angemalt oder heller bearbeitet werden und wundersame

Daniel Poffa lässt sich in all seinen Arbeiten von der Natur beeinflussen. Bewegungen auslösen: Spiralen und Kreise, wellenartige Betonungen. Man geniesst die Formen und erkennt, dass der Stein nicht einfach nur Stein ist, sondern durch die Bearbeitung besondere Lebendigkeit er-

Daniel Poffa mit seinem Werk «Ebenen», in Eisen geschliffen, und einer seiner Steinskulpturen. hält. In diesen grösseren und kleineren Reliefs geht der Künstler ganz bestimmten Formen auf den Grund und variiert mit hell und dunkel. Doch auch Metall hat ihn in der letzten Zeit angezogen und zu besonders ausdrucksstarken Arbeiten inspiriert. Es sind dies gitterartige Gebilde, besetzt mit kleinen Figuren, die aus dem Metall heraus geschnitten wurden und die Flächen beherrschen. Kleine Menschlein, die ihre eigene Dynamik entwickeln, zu einem

Ornament werden und den Betrachter auf Anhieb fesseln. Der Mensch gibt den Ton an Aber auch Holz fasziniert diesen Künstler. Er formt hohe Holzstelen mit kleinen, kopfähnlichen Gebilden, die in Gruppen beieinander stehen. Ähnliche Figuren schafft er auch in Metall, wobei der Mensch als Symbolfigur immer den Ton angibt. Arbeitet er in seinen Reliefs oft mit Spiralen, Rundungen, Kreisen oder

BRUNO KISSLING

mit weichen Wellenlinien, so wirken diese Stelen sehr streng, zurückgenommen, und bekommen ihre Ausstrahlung durch das Minimalistische in ihrer Aussage. Ob kleine Steinfiguren oder grössere, immer geht Poffa seinen Objekten auf den Grund. Er weiss um die Schwierigkeit, sich nach aussen hin bemerkbar zu machen, das weiter zu geben, was einen tief innen bewegt. Man darf auf weitere Arbeiten dieses Künstlers neugierig sein.

Musikalische Reise in das barocke Europa Schönenwerd Die WeltklasseBlockflötisten Maurice Steger und Sabrina Frey begeisterten das Publikum an ihrem Konzert in der Stiftskirche.

Die beiden Weltklasse-Blockflötisten Maurice Steger und Sabrina Frey entführten das Publikum kürzlich auf eine musikalische Reise ins barocke Europa und begeisterten mit ihren zauberhaften Klängen das Publikum in der voll besetzen Stiftskirche Schönenwerd. Bei schönstem Reisewetter lud am Sonntag Nachmittag die Hans-HuberStiftung zu einer «musikalischen Reise ins barocke Europa». Wer den Weg in die Stiftskirche Schönenwerd auf sich nahm, wurde mit Barockmusik auf Spitzenniveau belohnt und konnte im Geiste nach Deutschland, Italien und England reisen. Die Reiseleitung übernahmen die beiden herausragenden und international bekannten Schweizer Blockflötisten Maurice Steger und Sabrina Frey, nicht weniger fachmännisch begleitet von Marco Frezzato am Barockcello und Ralf Waldner am Cembalo. Nicht nur eine geografische Reise wurde geboten, sondern auch eine Zeitreise. Das Programm enthielt Werke der gesamten Barockperiode, die sich über 150 Jahre erstreckte. Gesamte Palette gezeigt Die erste Etappe führte mit der Triosonate in g-Moll Opus 2 Nummer 6 von Georg Friedrich Händel nach England, wo der Meister das Werk 1730 komponiert hatte. Sogleich wurde das Niveau der beiden Solisten und ihrer Begleiter am Basso Continuo offenkundig, besonders im drit-

Maurice Steger und Sabrina Frey bezauberten das Schönenwerder Publikum mit ihrem Spiel. ZVG ten Satz (Arioso), der die barocke Emotionswelt von tiefster Traurigkeit zelebrierte, aber auch im fulminant und virtuos dargebotenen vierten Satz, dem Allegro. Der zweite Reiseabschnitt führte nach Deutschland. Im vom Bach-Sohn Wilhelm Friedemann Bach komponierten Duo Nr. 6 in G-Dur für zwei Blockflöten ohne Begleitung zeigten Sabrina Frey und Maurice Steger ihre gesamte Palette an Virtuosität, Phrasierungskönnen und die Kunst des spannungsvollen, humorvollen und abwechslungsreichen musikalischen Dialogs, der auch auf die allerkleinsten Details achtet und in der die musikalischen Partner sich gegenseitig zu ständigen Höhenflügen anspornen. Ganz andere Klangwelten aus dem italienischen Frühbarock zeigten anschliessend «4 Canzoni». Eine klangliche Überraschung bot die «Sinfonia in Eco» von Salomone Rossi, in der Maurice Steger im Chor der Kirche konzertierte und Sabrina Frey von der Empore das Echo so präzis und klanglich sanft beitrug, dass die ganze Kirche von den Klängen der bei-

den frühbarocken Altblockflöten eingenommen wurde. Der Zwischenapplaus war entsprechend freudig und lang. Im Stück «La Pighetta» von Tarquinio Merula lieferten sich Maurice Steger an der Blockflöte und Marco Frezzato am Cello einen regelrechten musikalischen Wettstreit. Der Cellist, der ansonsten vorwiegend im Basso Continuo eine hervorragende und ausgewogene Arbeit leistete, welche es den Solisten erlaubte, ihre variationsreichen und ausgeschmückten Passagen zu gestalten, hatte hier die Gelegenheit, in hochvirtuosen Solopassagen sein ausserordentliches Können an seinem Instrument zu zeigen. Auch die Variationen über das Thema «La Monica», die vom Cembalisten Ralf Waldner mit grosser Liebe zum Detail gespielt wurde, vermittelten den Mitreisenden den Geist des barocken Italiens, der natürlich mit dem Decor der Stiftskirche wunderbar harmonierte. Meisterlich und hochvirtuos Nach einer kurzen Pause, in der das Publikum das herrliche Abend-

licht vor der Kirche genoss, entführte Sabrina Frey die Zuhörer mit der in tragischem F-Moll gehaltenen Sonate von jenem Komponisten, dem zahlreiche Werke für die Blockflöte zu verdanken sind, noch einmal nach Deutschland: Georg Philip Telemann. Dieser, so ist man nach der Interpretation von Sabrina Frey sicher, hätte an diesem Beitrag nicht nur nichts auszusetzen gehabt, sondern wäre wohl selbst wegen der äusserst überzeugend dargebotenen Tragik und Trauer des Stückes so aufgewühlt gewesen, wie manche Person im Publikum, ein Effekt, den der Komponist genau so geplant hatte. Dass Maurice Steger ein wahrer Meister nicht nur der Blockflöte, sondern auch der geschickt gewählten Konzert-Dramaturgie ist, konnte man spätestens an den weiteren Beiträgen des Abends erkennen: Nach weiteren vier frühbarocken Canzoni italienischer Meister, unter anderem einer zartschmelzenden Passacaglia für zwei Blockflöten von Tarquino Merula, einer zuckersüssen – wie der Name schon sagt – «suave melodia» und einer freudig-tänzerischen Ciaccona, schloss das Konzert mit 19 Variationen über das bekannte Thema der «Follia» in einer Version von Antonio Vivaldi. Wer denn mitzählen wollte, musste sich sehr konzentrieren, weil die hochvirtuosen Veränderungen des «Follia»-Themas in solch fulminanter Folge und mit solcher Spielfreude aufeinanderfolgten, dass man kaum merkte, wie die Zeit verflog. Mit diesem fast volkstümlich anmutenden Stück sowie einer auf einen hochenthusiastischen Applaus folgenden Zugabe entliessen die Reiseleiter das Publikum in den Schönenwerder Frühherbstabend. (MGT)

Hohe Strafen nützten bisher nicht Zwar fallen die Strafen gemäss dem Amt für Wirtschaft und Arbeit immer höher aus und betragen in der Zwischenzeit mehrere Tausend Franken. Doch dies scheint den Betreiber der Bäckerei nicht zu stören. Er tanzt den Behörden offensichtlich auf der Nase herum: «Wir haben keine Handhabe», sagt Jonas Motschi, Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit. «Es gibt keine gesetzliche Grundlage, um einen Betrieb zu schliessen.» Nur bei Restaurants kann das Amt die Bewilligung entziehen, die die Wirte für ihren Gastbetrieb brauchen. So bleiben neben Bussen nur die regelmässigen Kontrollen. «Man weiss inzwischen fast, dass man etwas findet», sagt Motschi lakonisch. Weshalb sich der Betrieb für die Bäckerei trotz der Bussen weiterhin lohnt und welche Kunden dort bestellen, bleibt unklar. Einblick in die Kundenstruktur erhält das AWA bei seinen Kontrollen nicht.

Auch schlechte Hygiene Auch das Lebensmittelinspektorat war gestern in der Bäckerei – und hat wie bei früheren Kontrollen «erhebliche Mängel bei den Hygienevorschriften» festgestellt. Doch den Kontrolleuren sind auch bei wiederholten Vergehen die Hände gebunden: Sobald die beanstandeten Mängel behoben sind, muss das Amt die Betreiber weitermachen lassen.

Hinweise Lostorf Frauenspezifische Selbstverteidigung

Die Interessengemeinschaft Igeel Lostorf lädt interessierte Mädchen ab zwölf Jahren und Frauen an den ersten beiden Samstagen im November zu einem Grundkurs in frauenspezifischer Selbstverteidigung ein. Die Teilnehmerinnen sollen dabei ermutigt werden, ihren Wahrnehmungen zu vertrauen und die eigenen Bedürfnisse selbstbewusst zu vertreten. Andererseits können sie lernen, grenzüberschreitende Situationen einzuschätzen und entsprechende Gegenmassnahmen zu treffen. Der Kurs findet unter der Leitung von Pallastrainerin Marie-Theres Wyss jeweils am Samstag, 2. und 9. November, von 9.30 bis 15.45 Uhr in der Dreirosenhalle in Lostorf statt. All jene, welche einen Grundkurs absolviert haben und das Gelernte auffrischen möchte, können den Kurs am 9. November von 13.15 bis 15.45 Uhr auch als Repetition besuchen. Anmeldungen sind zu richten an: Fabienne Götschi, Lostorf, Telefon 062 726 07 00, oder per Mail an goetschi.fabienne@ bluewin.ch. (MGT)


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