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Schäm dich – nur wofür?

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Attraktivität war in der Natur immer schon ein biologischer Selektionsvorteil. Doch als der Mensch sein Bewusstsein und den Verstand weiterentwickelte und nicht mehr 100 Prozent seiner Energie aufs nackte Überleben verwenden musste, kamen viele weitere Kriterien hinzu wie Intelligenz, Humor, Kreativität, um nur einige zu nennen. Die Diversifikation der Bewertungskriterien, sozusagen. In Bezug auf das Äussere mäanderte der Zeitgeschmack im Laufe der Jahrhunderte zwischen den Extremen Rubensfigur und Twiggy-Masse. Ach ja, vielleicht sollte man hier noch erwähnen, dass es vor allem um den weiblichen Körper ging. Aber wie gesagt, der Mensch entwickelt sich ja weiter.

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Doch dann liest man irgendwann vom Body Shaming. Ja, es ist genau das, was man dahinter vermutet. Man entdeckt (vermeintliche oder tatsächlich vorhandene) «Makel» an sich selbst, und das nagt am Selbstbewusstsein. Da führen die Augenfältchen plötzlich zum Karriereknick und die Cellulite wird zum Beziehungskiller. Die Bewertungskriterien werden also wieder eindimensionaler. Wie praktisch, wenn das Aussehen als Grund für alle Unbill des Lebens herhalten kann.

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Doch kein Trend ohne Gegentrend. Plus-Size-Models und Fotos von ungeschminkten Gesichtern der Stars und Sternchen fluten nun die sozialen Netzwerke, als würden sie wiedergutmachen wollen, was sie zuvor angerichtet haben. Hilft das? Ja und nein. Echter Fortschritt wäre es, wenn der Fokus wieder ein bisschen weg von der Fassade hin zu dem, was dahintersteckt, rutschen würde. Oder anders gesagt: Manchen würde es gut tun, sich auch mal mit dem, was im Kopf stattfindet, zu beschäftigen und nicht nur mit dessen Oberfläche.

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Aufgelesen 8  Der Unerbittliche – Biographie des Denner-Gründers Karl Schweri

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International 10 Die Welt der Gegenwartskunst Interview mit Michèle Sandoz, VIP-Chefin der Art Basel

Maike Kiessling ist eine Frau, die weiss, was sie will. Eines ihrer Ziele: wieder mehr Emoti-

Unternehmen 18 28

onalität in den Kosmetikmarkt zu bringen. Und dabei legt sie

Einfach machen Über den Mut, eigene Ideen zu realisieren «Online ist keine Bedrohung» Interview mit Maike Kiessling, General Manager Estée Lauder Schweiz

ein ordentliches Tempo vor.

National 20  Diversität bringt Vorteile Update zum Diversity Index 2016 der Hochschule Luzern

Kolumne 24 Was geschieht mit unseren Werten? Carolina Müller-Möhl über materielle und immaterielle Werte

Vorreiterinnen

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Das Leben als Künstler ist oft

26 Laure Wyss

hart. Junge Talente brauchen die Unterstützung derer, die sich

Karriere & Bildung

einen Namen machen konnten.

36 Von den Besten lernen Rolex-Initiative «Mentor & Meisterschüler»

Eine Rolex-Initiative verbindet «Mentor und Meisterschüler».

Ein Tag mit … 42 … Sara-K. Hannig Nour

Geld & Anlage 44 Mehr Sicherheit im elektronischen Zahlungsverkehr

Geniessen 34/57 Inspirationen 48 WOMEN’S TRAVEL 50 Kultur 54 Golfen – ein Sport für Frauen

WOMEN’S TALK

Gesunde Ernährung liegt ihr

58 «Gesund und jung für immer?» Rückschau auf den Talk in Basel

Rubriken

1  Darüber reden wir 5  Editorial 47  Verlosung 62  Vorschau / Impressum 64  Männersicht

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am Herzen: Sara-K. Hannig Nour baut Bioprodukte an für ägyptische Grossstädter. Dafür wurde sie nun ausgezeichnet.


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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

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iversity ist ein Begriff, der uns im Umfeld von Frauen in Berufskarrieren häufig begegnet. Es geht dabei um die personelle und kulturelle Vielfalt innerhalb eines Unternehmens. Eine Vielfalt, die – sofern sie vorhanden ist und gelebt wird – erwiesenermassen positive Auswirkungen auf die Arbeit und den Erfolg eines Unternehmens hat. Die Hochschule Luzern (HSLU) ist in diesem Bereich eine schweizweit anerkannte Kompetenzträgerin. 2016 wurde der 3. Diversity Index der Öffentlichkeit präsentiert, nun gibt es aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema, die am 3. Juli am IFZ Diversity Update in Zürich vorgestellt werden. Wir dürfen in diesem Heft schon vorab einige Aspekte davon beleuchten. Die HSLU begnügt sich aber nicht nur auf der theoretischen Ebene mit dieser Kompetenz. Über eine eigene Fachstelle Diversity trägt sie das Thema in die ganze Organisation. Jede Abteilung hat eigene DiversitätsVerantwortliche, die sich aktiv um die Einhaltung und Verbreitung der Policy bemühen. Zahlreiche Veranstaltungen und Publikationen tragen ihren Teil zur Durchsetzung der gewünschten Kultur bei. Hier wird es ganz klar: Man weiss um die Wichtigkeit der gelebten Diversität, ist sich bewusst, dass das nicht von selber kommt, und nimmt deshalb das Steuer mit viel Elan in die Hand. Von der Theorie zur Praxis zum Erfolg. In meinen Augen ein Vorbild für viele andere Unternehmen, die in dieser Thematik leider noch immer auf der Stelle treten. Ich wünsche Ihnen viel Spass und interessante Erkenntnisse bei der Lektüre der vorliegenden Ausgabe. Ihr Daniel Kaczynski, Verleger

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ENDLICH EINER, DER GENAUSO SELBSTSTÄNDIG IST WIE ICH.

DER NEUE BMW 5er TOURING. DER NEUE MASSSTAB DES AUTONOMEN FAHRENS.

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Aufgelesen

Der Unerbittliche

Der Journalist und Autor Karl Lüönd kannte den Denner-Gründer Karl Schweri noch persönlich und sagte ihm einmal bei einem Treffen, dass man seine Biografie eigentlich aufschreiben müsse. Dessen Antwort: «Das können Sie tun, wenn ich nicht mehr da bin!» Nun, anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Schweri, liegt die Biografie vor.

«Der Unerbittliche» Karl Schweri (1917 – 2001), Kämpfer für faire Preise ISBN 978-3-03810-251-9 NZZ libro nzz-libro.ch Bindung gebunden mit Schutzumschlag 240 Seiten CHF 42.–

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Meilenstein im Schweizer Detailhandel: Am 24. Oktober 1967 eröffnete in Zürich-Altstetten der erste Lebens- und GenussmittelDiscounter der Schweiz.

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enner-Chef Karl Schweri gilt heute – neben Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler natürlich – als eine der wenigen prägenden Unternehmerpersönlichkeiten des Schweizer Detailhandels. Seine besondere Leistung bestand darin, dem Discount-Format in der Schweiz zum Durchbruch verholfen zu haben. Und dafür nahm er vieles in Kauf. Er kämpfte gegen die Tabakindustrie und die Bierbrauer – hartnäckig und erfolgreich: Anfang der 1990er-Jahre fielen zuerst das Bier- und schliesslich das Tabakkartell. Der Konsumentenschutz gewann so hierzulande immer mehr an Bedeutung. Karl Schweri hatte wohl ein besonderes Gespür für Innovationen – die er als alleiniger Herrscher in seinem Unternehmen auch blitzartig umsetzte. Seine ersten geschäftlichen Erfolge konnte er in den 1950er-Jahren mit Kugelschreibern und Socken aus der neuartigen Kunstfaser Perlon verzeichnen. Letztere liess er von Zürcher Polizisten in einem «Sockenmarsch» testen. Zu Beginn der 1960er-Jahre eröffnete er testweise einen «Mini-Markt» an bester Lage in Zürich. Die Konkurrenz war von solchen Ideen damals noch meilenweit entfernt. Auch eine Art Pick-up-Station, an der Hausfrauen ihre Körbe mit Posch-

tiliste am Morgen abgeben und am Abend gefüllt abholen konnten, testete er bereits damals. Zwar hatte er nicht mit allem Erfolg, doch aus heutiger Sicht scheinen manche seiner Ideen für die damalige Zeit geradezu visionär. 1967 eröffnete Denner in Zürich-Altstetten den ersten Discounter, einfache, aufs Wesentliche beschränkte Läden, die man in dieser Form in der Schweiz bis dahin noch nicht kannte. Schweri reagierte damit blitzschnell auf den Fall der Preisbindungsvorschriften, welcher kurz zuvor von der Promarca, dem Verband der Schweizer Markenartikelhersteller, beschlossen worden war. Ein durchschlagender Erfolg bei den Konsumenten, die dem neuen Laden am Eröffnungstag buchstäblich die Türe einrannten, wie Lüönd in seiner Biografie eindrucksvoll beschreibt. In den nächsten Jahren entstanden weitere 130 Filialen. Karl Schweri setzte seine Expansionsstrategie ohne Rücksicht auf Verluste und mit hohem Tempo fort. In den 1990er-Jahren jedoch gingen die Umsätze zurück. Der Patron übergab die operative Führung an seinen damals erst 26-jährigen Enkel Philippe Gaydoul, der die Lage wieder stabilisieren konnte. Und bewies damit nochmals seine Entscheidungsfreude und sein untrügliches Gespür dafür, wo die Chancen liegen. ★ JUNI

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International

«Kunstsammeln hat Suchtpotenzial» Die Schweizer Kunsthistorikerin Michèle Sandoz lebte in Zimbabwe, Niger und China und arbeitete für Auktionshäuser und Galerien. Als Global Head of VIP Relations der Art Basel ist sie am Puls der wichtigsten Kunstmesse der Welt und pflegt die Beziehungen zu den Topsammlern. Ein Interview über Gegenwartskunst als intellektuelle Herausforderung, die Globalisierung der Kunstwelt und das Sammler-Virus. |

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Text Brigitte Ulmer Portraitbilder Nicolas Duc Ausstellungsbilder Nicole Senn

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ie Gegenwartskunst erlebt einen beispiellosen Boom: Der Luxusbrand Louis Vuitton kooperiert gerade mit Kitschkunst-Star Jeff Koons, Sammler eröffnen eigene Museen, und Kunstmessen sowie Biennalen haben sich vervielfältigt: Kunst hat in den letzten zwei Dekaden enorm an kultureller, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Mitten in diesem Spannungsfeld der Interessen baut Michèle Sandoz, Global Head of VIP Relations der Art Basel, Brücken zwischen neuen und etablierten Sammlern aus aller Welt und den Galerien. Ein Gespräch über eine Karriere im globalisierten Kunstmarkt zwischen verschiedenen Kulturen und Zeitzonen.

«Ich sehe mich als Brückenbauerin zwischen den Sammlern und den Galerien.»

Women in Business: Wie hat Ihre eigene Liebesaffäre mit der Kunst begonnen? Michèle Sandoz: Mir gefiel es schon immer, in fremde Felder vorzudringen. Das Gebiet der Kunst bietet genau das an: sich mit Fremdem auseinanderzusetzen. Ich bin in Zimbabwe geboren und teils dort, in Niger und in Neuchâtel aufgewachsen. Gleich nach der Matur in Neuchâtel ging ich für eineinhalb Jahre nach China und Taiwan, gab Franzö­ sischunterricht und lernte Chinesisch. Die chinesischen Schriftzeichen haben mich vollkommen fasziniert. Sie sind ja eigentlich verschlüsselte Bilder und Symbole. Danach studierte ich klassische ostasiatische Kunstgeschichte und ging sooft ich konnte ins Museum Rietberg. Die Leere in den Landschaftsbildern, der Umgang mit der Tusche und wie sich der Mensch in die Landschaft einzufügen hat, all das zog mich in Bann. Sie haben dann für Auktionshäuser, für eine private Kunstsammlung und für eine Galerie zeitgenössischer Kunst gearbeitet, bevor Sie zur Art Basel kamen. Warum haben Sie sich von der alten zur zeitgenössischen Kunst vorgetastet? Die klassische Kunst ist für mich Nahrung für die Seele. Es kam aber der Zeitpunkt, da ich mich mehr mit der jetzigen Welt auseinandersetzen wollte. Das konnte ich über die zeitgenössische Kunst, als ich für die Daros Latinamerica Collection arbeitete. Sie arbeiten schon über 20 Jahre in der Kunstwelt. Ist sie immer noch ein Boys-Club? Natürlich sind noch immer viele Männer in Führungspositionen, etwa in den bedeutendsten Museen. Aber in den letzten Jahren haben sich bemerkenswert viele Frauen an wichtigen Stellen gut positioniert. Die Kuratorin der diesjährigen Biennale Venedig ist die Französin Christine Macel und mit Frances Morris wird die Tate Modern neuerdings von einer Frau geführt. Sie hat die Sammlungsräume mit auffallend vielen Künstlerinnen bespielt. Es tut sich was. 12 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

Heute haben Sie es mehr mit den Sammlern zu tun als mit der Kunst direkt. Worin besteht Ihre Aufgabe als «Global Head of VIP Relations»? Ich betreibe zusammen mit meinem 40-köpfigen VIP-Team Kundenpflege auf höchstem Niveau und bin für die globale VIP-Strategie zuständig. Ich sehe mich als Brückenbauerin zwischen den Sammlern und den Galerien, die ihre Kunst in interessanten Sammlungen platzieren wollen, sei es in Privatkollektionen oder Museen. Dazu pflege ich die Beziehungen zu unseren 30 VIP Representatives in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika, und diese wiederum halten rund ums Jahr Kontakt zu den wichtigsten Sammlern, Kuratoren und Museumsdirektoren in ihren Regionen. Gerade haben wir mit den «Art Basel Cities Initiative» eine neue Plattform gegründet, auf der wir diese Kontakte zur lokalen Sammlerszene ausdehnen können. Buenos Aires ist unsere erste Partnerstadt. Mein Mantra ist, in Anlehnung an ein Zitat des japanischen Künstlers Ryunosuke Akutagawa, das der Künstler Sam Durant in einem Gemälde verwendete: «Alone we are a drop, together we are an ocean.»

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Der Kunsthandel ist sehr stark von Diskretion geprägt. Die Art Basel hingegen ist sehr öffentlich, quasi ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, bei dem jeder irgendwie dazugehören will. Wie schafft man da als VIP-Chefin Ordnung, welche Kriterien muss ein VIP-Gast erfüllen, dass er Ihre Spezialbehandlung erhält? Zusammen mit unseren Galerien laden wir ein, wer sich für die Kunst engagiert. Dies sind wichtige Sammler, Kuratoren und Museumsleute. Wir stellen sicher, dass sich diese Gäste in Ruhe informieren und neue Galerien entdecken können, interessante Ausstellungen als Teil unseres Paralellprogramms zu sehen bekommen und sich rundum gut betreut fühlen. Mittlerweile wird der Raum eng und wir müssen Platz schaffen für die jungen Sammler aus Asien oder anderen Weltgegenden, die vor fünf, zehn Jahren noch nicht nach Basel kamen. Chinesische und indische Sammler konkurrieren mit den europäischen? Unsere Statistiken zeigen tatsächlich, dass jedes Jahr Sammler aus drei bis fünf neuen Ländern hinzukommen. Das reflektiert, wie sehr sich die Kunstwelt globalisiert und vergrössert hat. Wer sind denn diese neuen VIPs? Das können junge chinesische IT-Entrepreneure sein, die Kunst sammeln und eigene Privatmuseen betreiben, oder eine ältere Generation von indischen Sammlern. In Japan ist es der Besitzer eines Konstruktionsunternehmens und Kunstpatron. Er zeigt in einer von Tadao Ando entworfenen Galerie seine Privatsammlung zeitgenössischer japanischer Kunst im ➤


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Auftakt

Die erste Art Basel fand 1970 statt. Seither hat sie sich zur international bedeutendsten Kunstmesse entwickelt. Im Bild das Mobile «Continuel mobile – Sphère rouge» des französich-argentinischen Künstlers Julio Le Parc, das an der Art Basel 2015 zu sehen war.

Dialog mit internationaler Kunst. In Bangladesh ist es ein Sammler-Ehepaar, das auch den Dakka Art Summit initiiert hat. Bei diesen Sammlern ist eine grosse Lust zu spüren, nicht nur die Kunst aus der eigenen Region zu fördern, sondern Teil des internationalen Dialogs zu sein.

Sammeln ist also nicht immer nur ein teures Privatvergnügen des einen Prozents. Nein, viele Sammler treibt eine echte Motivation an, ihre Kunst auch der Gemeinschaft zu zeigen. Auch Bildungsbemühungen stecken dahinter. 14 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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In den Jahren des boomenden Kunstmarkts sind allerdings auch vermehrt Investoren dazugekommen. Ist Kunst auch eine Kapitalanlage? Menschen kaufen Kunst aus verschiedenen Gründen. Sicherlich ist in den letzten Jahren bei einigen auch ein gewisser Investmentgedanken dazugekommen. Aber nach der Finanzkrise 2009 sind viele dieser spekulativen Käufer wieder verschwunden. Wir haben es vorwiegend mit Menschen zu tun, die eine echte Passion für die Kunst haben, sie sind sehr wissbegierig. Sammeln ist wie ein Virus. Auch die Freude am Jagen, am Besitzen kann ein Motor sein. Für einige kann es zur Sucht werden.


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«Ich schöpfe die technischen Möglichkeiten aus, um mein Team zusammenzuhalten. Es ist wie ein grosses Spinnennetz.» Wie muss man sich denn das «VIP-Erlebnis» vorstellen, das Sie den Sammlern ermöglichen? Das besteht einerseits daraus, dass wir ihnen während der Art-Basel-Woche Zugang zu Privatsammlungen, zu exklusiven Kunstevents und Museumseröffnungen ermöglichen. Wir stellen auch massgeschneiderte Besuchsprogramme für verschiedene Zielgruppen zusammen, seien es Museumsleute aus Seoul, Istanbul oder Turin oder angehende Sammler aus verschiedenen Regionen. Die Art Basel ist ja auch in Miami Beach und Hongkong präsent. Sehen Sie die Art Basel auch als Treiber der Globalisierung? Wir leben in einer globalisierten Welt und die Art Basel reagiert darauf. In China ist das Galeriensystem noch sehr jung. Kunst wurde vor allem auf Auktionen gekauft. Wir sind nun seit fünf Jahren in Hongkong präsent und haben sicherlich auch zum Verständnis beigetragen, dass Galerien wichtig und Teil dieses Ökosystems sind, weil sie junge Künstler entdecken, begleiten und fördern.

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Sie sind bilingual und teilweise in Afrika aufgewachsen. Inwiefern hilft Ihnen dieser Hintergrund, sich auf dem globalisierten Kunstparkett zu bewegen? Der leichte Umgang mit anderen Kulturen liegt tatsächlich ein bisschen in der Familie. Mein Grossvater, der Sohn eines Malermeisters, wanderte 1938 ins damalige Rhodesien aus und lernte meine Grossmutter, eine Bauerntochter aus dem Rheintal, über eine Heiratsannonce kennen. Sie war kurzentschlossen, reiste allein zu ihm nach Rhodesien, heiratete ihn und baute mit ihm ein gemeinsames Leben auf. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ich mit 19 auch alleine nach China ging. Ich glaube, ich habe tatsächlich keine Berührungsängste mit dem Fremden. Im Gegenteil: Ich fühle mich davon angezogen und irgendwie lebendiger.

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Trotzdem: Sie kommunizieren tagtäglich mit unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Zeitzonen. Wie schafft man das? Mir kommt es manchmal tatsächlich so vor, als sässe ich mit meinem Team, das über die ganze Welt verteilt ist, in einem grossen virtuellen Raum. Am Morgen telefoniere ich jeweils mit Asien oder Australien, am Mittag mit Europa, am Abend mit den USA oder mit Brasilien. Aber ich schöpfe die ➤

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technologischen Möglichkeiten aus, um mein Team zusammenzuhalten, und habe uns allen eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet. So weiss die VIP Representative in Mumbai oder in Tokio Bescheid, was in London oder in Zürich passiert, und umgekehrt. Es ist wie ein grosses Spinnennetz!

Sie nehmen an unzähligen Ausstellungseröffnungen, Sammlerund Galeriendinners teil und bewegen sich damit in einem sehr exklusiven Umfeld. Wie bleibt man da auf dem Boden? Ich habe einen siebzehnjährigen Sohn, der mich immer wieder zuverlässig erdet. Aber auch Sammler sind Menschen, die in der Realität stehen: Sie haben ja auch Berufe und müssen sich mit der realen Welt auseinandersetzen. Und letztlich hilft auch die Kunst selbst, auf dem Boden zu bleiben. Ein Künstler wie Alfredo Jaar, den ich persönlich kenne, zwingt mich, mich mit Themen auseinanderzusetzen, bei denen man am liebsten wegschauen würde. Er hat sich in einer seiner Arbeiten intensiv mit dem Genozid in Ruanda beschäftigt. Sie sind alleinerziehende Mutter und haben einen anspruchsvollen Beruf. Wie behalten Sie die Balance? Man muss sich gut organisieren, ökonomisch denken und ab und zu den Mut haben, nein zu sagen. Mein Sohn Tristan, meine Familie und meine Freunde helfen mir immer wieder, abzuschalten. Ausserdem koche ich sehr gerne mit Tristan zusammen. Aber die aussergewöhnlichen Menschen, Sammler, Künstler und Galeristen, denen ich immer wieder begegnen, regen mich an. Sie sind wie eine Sauerstoff- und MentalboosterTherapie. Welche Begegnungen haben Sie zuletzt beeindruckt? Da ist zum Beispiel ein kurzes Gespräch mit Theaster Gates über die Relocation-Geschichten im Black Cinema House. Oder das kulinarische mit dem thailändischen Künstler Rirkrit Tiravanjia, der während der Art Basel Hongkong zusammen mit der Hongkonger Starköchin Margaret Xu ein wunderbares Dinner ausrichtete. Oder die Begegnung mit einer der wichtigsten westlichen Kunstsammlerinnen in einen kleinen kubanischen Lokal in Miami Beach in Beisammensein mit jungen Galeristen. Aber auch einige Künstlerpositionen, die jetzt in der Whitney Biennale in New York gezeigt werden, wie Dana Schutz oder Jordan Wolfson: Sie zwingen uns, die Augen vor schwierigen Themen nicht zu verschliessen. Oder kürzlich Daniel Knorr, der mit die Produktion seiner Künstlerbücher für die Documenta 14 in seinem Berliner Studio gezeigt hat. Im Juni öffnen wieder die Tore zur Art Basel. Könnten Sie sich selbst Kunstwerke auswählen, die Sie nach Hause nehmen könnten, welche wären es? Oh, dazu wäre jedenfalls ein ganz grosser Lastwagen nötig. Ich wäre nämlich auch anfällig für eine Sammelsucht, bin aber, aus Rücksicht auf meine Mittel, vorsichtig. Bisher habe ich es geschafft, meine Wände vorwiegend mit Kunst von Freunden zu schmücken. Wenn ich einer Sammelleidenschaft nachgebe, dann ist es bei Parfums. ★ 16 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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5 Tipps für angehende Kunstsammlerinnen 1. Entdecken Sie so viele Galerien wie möglich. Gehen Sie an Ausstellungsvernissagen, dann können Sie sich direkt mit den Künstlern austauschen. 2.  Bauen Sie Beziehungen mit Galeristen und zu anderen Sammlern auf, die schon länger dabei sind und den Irrgarten der Kunstwelt kennen. 3. Besuchen Sie Biennalen, Kunstausstellungen und Kunstmessen in anderen Ländern. Die Welt hat sich enorm geöffnet. 4. Lesen Sie alles über Kunst, was Ihnen über den Weg kommt, Magazine, Ausstellungsberichte – und das Buch von Erling Kagges «A Poor Collector’s Guide to Buying Great Art». 5. Impulskäufe sind sehr wichtig, vor allem bei jüngeren Positionen. Durch allfällige Fehlgriffe lernt man zu erkennen, was einen wirklich bewegt.


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Unternehmen

Einfach machen Sich selbstständig zu machen erfordert einiges an Mut, vor allem wenn man eigene Geschäftsideen realisieren möchte. Doch die Idee allein ist nur ein kleiner Teil des Erfolgs, wie unser Beispiel zeigt. Text Irene M. Wrabel

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eit rund 14 Jahren verhilft der ehemalige Unternehmensberater Sven Beichler neuen Ideen zum Leben. Nach seinem Studienabschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen heuerte er 1995 bei Accenture an. Der Karriereweg schien vorgezeichnet. Doch nach acht Jahren war für den heute 48-Jährigen die Luft raus. Eine neue Herausforderung musste her. «Ich wollte selbst mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko etwas erschaffen, was für mich wesentlich mehr Sinn ergab, als immer nur Powerpoint-Folien zu produzieren.»

Mode – gibt es da überhaupt eine Verbindung? «Der Bezug zur Mode ist da. Mein Vater hatte mit die grösste Design- und Produktionsfirma für Damenoberbekleidung in der Schweiz und belieferte alle grossen Häuser Europas.» Das Grundkonzept des FASHIONHOTEL gibt es seit 2014. Durch die Gründung der Fashionhotel Management AG bekam es eine klare Linie. Es wurde eine Expansionsstrategie entwickelt, die sich finanzieren und umsetzen lässt. Nach Zürich, wo der erste Event im April stattfand, ist nun der Gang in weitere Städte in Deutschland und Österreich geplant. Mit 81 Ausstellern, 8000 Besuchern und einer grossen Medienreichweite verlief der Start in Zürich erfolgreich – auch für das gastgebende Kameha Grand, wenn man den Berichten der Veranstalter glauben darf. Das Geschäftskonzept ist aber durchaus auf andere Branchen übertragbar.

«Es gibt wesentlich Schlimmeres in der Welt, als mit einer Idee zu scheitern.»

Seine ersten unternehmerischen Schritte machte Beichler gemeinsam mit einem Freund im Cateringbereich. Nicht alles funktionierte immer sofort und reibungslos, aber mit der Zeit kam auch der Erfolg. Das Foodcateringunternehmen Sarys schrieb bald schwarze Zahlen und doch verkauften es die beiden Geschäftspartner 2009. Das sagt viel über Sven Beichler. Sein Interesse gilt der Umsetzung einer Idee – wenn diese läuft, ist er gedanklich schon wieder woanders. «Mein Antrieb liegt immer darin, ob es gelingt, aus einer spannenden Idee, die nur 20 Prozent vom Erfolg ausmacht, ein erfolgreiches Unternehmen erschaffen zu können – es also auf die ‹Strasse mit möglichst viel PS› bringen zu können.»

Sich der Angst stellen Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, sagt man – sobald es um Geld geht, ist aber auch einiges an Risiko mit dabei. Diese Angst kennt auch Sven Beichler. Doch er begegnet ihr mit einem gewissen Eigensinn: «Angst lähmt. Es ist wichtig, den Antrieb, die Motivation und den Durchhaltewillen zu behalten. Zudem muss man sich immer den Ängsten auch stellen und sie ins richtige Verhältnis rücken. Es gibt wesentlich Schlimmeres in der Welt, als mit einer Idee zu scheitern.»

Doch der umtriebige Unternehmer bleibt sich selbst treu. Sven Beichler hat schon wieder neue Ideen im Kopf. «Seit längerem verfolgt mich der Gedanke, mehr Sicherheit für die Kleinsten, unsere Kinder, im Alltag zu schaffen – ohne das Helikoptersyndrom vieler Eltern zu forcieren. Aber das muss noch warten – wie gesagt, Ideen gibt es viele, aber nur das Team und die Umsetzung bringen am Ende den Erfolg.» ★

Macherpersönlichkeit mit

Diese Haltung muss man sich leisten können. Und eine gewisse persönliche Grundvoraussetzung mitbringen, denn nicht jede und jeder ist für das Unternehmerdasein geschaffen. Wichtig ist eine gewisse Macherpersönlichkeit. Sven Beichler hat sie. «Ich bin ein grosser Anhänger von einem MVP (Minimum Viable Product), also sich Minimalziele setzen und mit minimalem Ressourceneinsatz das Produkt, die Leistung, den Markt zu testen. Sind die Minimalziele nicht erreicht: aufhören, sofort – und andere Ideen angehen.»

In vielen Branchen daheim Seine jüngste Erfolgsgeschichte schreibt er gerade mit dem FASHIONHOTEL. Die Zielgruppe sind dabei mehrheitlich Frauen. Sowohl online als auch vor Ort sind rund zwei Drittel des Publikums weiblich. Konsequenterweise ist auch das Angebot der Jungdesignerinnen und -designer und der Upcoming Brands am FASHIONHOTEL mehrheitlich auf die weibliche Kundschaft ausgerichtet. Vom Foodcatering zur

vielen Ideen: Sven Beichler.

Über das FASHIONHOTEL Zweimal jährlich, während jeweils drei Tagen, verwandeln sich ausgewählte Hotels in Pop-up-Fashion-Häuser mit Mode- und Beauty-Brands, Workshops, Fashion-Inszenierungen, DJs, Live-Bands und einem breiten F & B-Angebot. Das Fashionhotel ist ein Mix aus Shopping, Party und Event. Jedes Hotelzimmer zeigt die Kreationen und Produkte eines Ausstellers. Die clusterartige Struktur der Hotels ermöglicht eine vertraute Atmosphäre in jedem Raum. Die Besucher können nicht nur eine grosse Auswahl an bekannten Brands, sondern vor allem individuelle Labels entdecken. Durch sorgfältige Kuratierung hat der Event zum Ziel, junge Designer und Newcomer in einem originellen Setup zu fördern.

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National

Diversität bringt Vorteile Das Thema ausländische Arbeitskräfte ist in der Schweiz aktueller denn je. Doch wie sieht der Ausländeranteil in den Schweizer Unternehmen nach Hierarchiestufen tatsächlich aus? Und gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen Frauen und Männern? Der Diversity Index der Hochschule Luzern liefert Fakten zum Thema. Text Von Dr. Anina Hille, Prof. Dr. Yvonne Seiler Zimmermann und Prof. Dr. Gabrielle Wanzenried

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iversity wird zunehmend wichtig für Unternehmen – dies als Folge des technologischen, demografischen und gesellschaftlichen Wandels. Die strategische Dimension wird dabei vermehrt ins Zentrum gestellt, nicht nur als Nutzen hinsichtlich Mitarbeitenden, sondern auch hinsichtlich Innovationsfähigkeit. Zahlreiche Unternehmen haben erkannt, dass ein umfassendes und nachhaltiges Diversity Management für das Unternehmen klare Vorteile erbringt. Und der Nutzen geht weit über den ursprünglichen Bereich der Personalpolitik heraus.

sen insbesondere ausländische Mitarbeitende gerade vor der aktuellen Diskussion zum Thema Inländervorrang in der öffentlichen Wahrnehmung nicht nur auf Sympathien. Es stellt sich die Frage, wie der Ausländeranteil in den Schweizer Unternehmen tatsächlich per Hierarchiestufe aussieht und ob es diesbezüglich Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Gemäss den Ergebnissen des aktuellen Diversity Index beträgt der Ausländeranteil an der Gesamtbelegschaft im Durchschnitt über alle Hierarchiestufen hinweg 25 Prozent. Somit stammt jeder vierte Arbeitnehmende aus dem Ausland. Differenziert nach Hierarchiestufen, ist der Ausländeranteil bei den Mitarbeitenden ohne Führungsfunktion mit 22 Prozent am höchsten und im Verwaltungsrat mit durchschnittlich 13 Prozent am tiefsten.

«Die gläserne Decke scheint für Ausländerinnen durchlässiger zu sein als für Schweizerinnen.»

Nach der Verbesserung des öffentlichen Images wird an zweiter Stelle die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens genannt. In Anbetracht der weltweit zunehmenden Wettbewerbsintensität auf den meisten Märkten als eine der Folgen der Globalisierung verwundert das nicht. Am dritthäufigsten sehen die befragten Unternehmen den Nutzen von einem effektiven Diversity Management in der Verbesserung der Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Zufriedene Arbeitnehmer sind ein massgeblicher Erfolgsfaktor, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben: Es lassen sich damit nicht nur Kosten senken, sondern gute Mitarbeiter und Mitarbeitende können gehalten und neue dazugewonnen werden. Der Diversity Index der Hochschule Luzern misst die Heterogenität der Belegschaft von Schweizer Unternehmen. Das Ziel ist, die Messung der Diversität der Belegschaft in Organisationen und diese Diversität mittels einer Kennzahl auszudrücken. Die teilnehmenden Unternehmen beantworten im Rahmen einer Online-Umfrage rund 50 Fragen zur allgemeinen Organisation des Unternehmens, zu ihrem Diversity Management und zu den Dimensionen Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion sowie Gesundheit.

Die aktuelle Erhebung zeigt, dass in Schweizer Unternehmen im Durchschnitt jede vierte Person ausländisch ist und ausländische Frauen vergleichsweise mehr Stellen mit Führungsfunktion einnehmen als Schweizerinnen und auch als ausländische Männer.

Aktuelle politische Diskussion: Nationalität und Inländervorrang Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hängt zunehmend von ihrer Innovationsfähigkeit ab. Gerade in der schnelllebigen und globalisierten Welt nimmt deren Stellenwert in Zukunft weiter zu. Diverse empirische Studien zeigen, dass mit heterogen zusammengesetzten Teams die Innovationskraft erhöht werden kann. Teams, in welchen unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichem Bildungshintergrund, unterschiedlichem Geschlecht und unterschiedlichen Ethnien zusammenarbeiten, sind innovativer, effektiver und effizienter. Jedoch stos-

Führungsfunktionen: Ausländerinnen im Vorteil Es stellt sich die Frage, inwiefern sich die Nationalität bei den Frauen auf ihre berufliche Stellung auswirkt. Gemäss der aktuellen Erhebung fällt der durchschnittliche Anteil der Frauen bei den befragten Unternehmungen über alle Hierarchiestufen hinweg bei den Ausländern und den Schweizern etwa gleich hoch aus (38 bzw. 37 Prozent). Grössere Unterschiede sind dagegen in der Geschäftsleitung und bei Mitarbeitenden mit Führungsfunktion festzustellen: Der Anteil der Frauen ist bei diesen beiden Hierarchiestufen bei den ausländischen Mitarbeitenden um rund 10 Prozent höher als bei den Schweizer Mitarbeitenden. Konkret bedeutet dies, dass relativ zu ihrer Häufigkeit ausländische Frauen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine höhere berufliche Stellung einnehmen als Schweizer Frauen. Führungspositionen werden, sofern diese von einer Frau besetzt sind, eher von einer Ausländerin als von einer Schweizerin eingenommen. Weiter drängt sich die Frage auf, inwiefern sich die Chancen von ausländischen Männern und ausländischen Frauen in Bezug auf ihre berufliche Stellung unterscheiden. Auch hierzu lassen sich aus der Erhebung einige Aussagen machen: Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist über alle Hierarchiestufen hinweg jede vierte Person ausländisch. Interessant ist insbesondere, dass der Ausländeranteil der Frauen bei den Verwaltungsräten mit 29 Prozent deutlich höher ist als derjenige bei den männlichen Verwaltungsräten mit 14 Prozent. Generell kann festgehalten werden, dass ausländische Frauen tendenziell eher eine höhere berufliche Stellung haben als ausländische Männer.

Dickere gläserne Decke für Schweizerinnen? Wie die erwähnten Ergebnisse aufzeigen, scheint die gläserne Decke für Ausländerinnen also durchlässiger zu sein als für Schweizerinnen. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, ➤ JUNI

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National

dass es für ausländische Frauen nach wie vor selbstverständlicher ist, Führungspositionen einzunehmen, auch wenn sie Eltern sind. Erkenntnisse aus dem ersten Women’s Business Supper, bei dem sich Frauen aus der Wirtschaft mit Entscheidungsträgern zum Thema «Erfolgsfaktoren für die Karriere» ausgetauscht haben, untermauern diese These. Als zentrale Erfolgsfaktoren für die Karriere wurden Eigenschaften wie Mut und eine «Ask for it»-Mentalität identifiziert. Zudem wurde festgestellt, dass Frauen in der Schweiz nach wie vor einen schwierigeren Zugang zu informellen Netzwerken haben. Diesbezüglich sind Instrumente wie Mentoring und Sponsoring elementar – und bisher im Ausland verbreiteter als in der Schweiz, auch wenn in der Schweiz vermehrt Mentoring-Programme angeboten werden. Traditionelles Denken ist in der Schweizer Gesellschaft nach wie vor ausgeprägter verankert. Andererseits könnten auch die sprachliche Kompetenz und die internationale Erfahrung von Ausländerinnen ein Plus-

punkt sein, um eine höhere berufliche Position in Schweizer Unternehmen zu erhalten. Gerade für die junge Generation und insbesondere junge Frauen ist es wichtig, Auslanderfahrungen zu sammeln. Hier sind Unternehmen gefragt, solche Austauschprogramme zu fördern.

Diversity Management als Wettbewerbsvorteil Die Resultate zeigen, dass ein nachhaltiges Diversity-Management für Unternehmen einen klaren Nutzen darstellt und sich bezüglich mehrerer Dimensionen auszahlt. Sowohl auf soziokultureller als auch auf organisatorischer Ebene steht jedoch noch viel Arbeit an, und das Potenzial eines umfassenden und langfristig ausgerichteten Diversity Managements ist noch lange nicht ausgeschöpft. Es ist zu erwarten, dass sich die künftigen demografischen Entwicklungen positiv auf die Akzeptanz eines nachhaltigen Diversity Managements auswirken werden. Denn der sich klar abzeichnende Fachkräftemangel mit all sei-

Diversity Management … Der Nutzen von Diversity Management (Erhebung Diversity Index 2016)

… verbessert das öffentliche Image unserer Organisation

2.61

… verbessert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Organisation

2.47

… verbessert die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

2.38

… schafft ein Arbeitsumfeld, welches das volle Potenzial der Belegschaft nutzt

2.32

… fördert verschiedene Talente in unserer Organisation

2.29

… bringt eine diversifizierte Kunden- und Lieferantenbasis

2.27

… verbessert die finanzielle Performance des Unternehmens / der Verwaltung

2.24

… verringert den Personalwechsel in der Belegschaft … bewirkt weniger Fehlzeiten bei den MitarbeiterInnen und Mitarbeitern

1.69

… bewirkt eine Abnahme von Reklamationen und Klagen

1.69 0.2

0.7

Zustimmung zur Aussage (Max –3, Min –0)

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1.2

1.7

2.2

2.7

Quelle: Hochschule Luzern

1.81


nen Folgeproblemen wird die Wirtschaft und die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen stellen. Unternehmen, welche in Bezug auf das Diversity Management ihre Hausaufgaben gemacht haben, werden spätestens dann einen noch grösseren Wettbewerbsvorteil haben. Und davon profitieren letztlich auch gut qualifizierte Frauen. ★ Dr. Anina Hille, Dozentin, Hochschule Luzern – Wirtschaft, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, Projektleiterin

IFZ Diversity Update

Diversity Management

Die gesamte Studie zum aktuellen Diversity Index der Hochschule Luzern wird am 3. Juli 2017 im Rahmen der Konferenz «IFZ Diversity Update» in Zürich präsentiert. Dabei stellen auch die aktuell bestplatzierten Unternehmen des Diversity Index ihre Best-Practice-Beispiele vor, um andere zu inspirieren. Die Teilnahme ist kostenlos, die Platzzahl limitiert. Anmelden können Sie sich unter diesem QR-Code:

Prof. Dr. Gabrielle Wanzenried, Professorin für Banking und Finance, Hochschule Luzern –

Der Diversity Index der Hochschule Luzern Die erste Erhebung des Diversity Index der Hochschule Luzern erfolgte 2013. An der aktuellen dritten Erhebung haben insgesamt 37 Organisationen aus verschiedenen Branchen teilgenommen, die meisten sind Grossunternehmen. Mit dem Index lässt sich Diversity mittels einer Reihe von Kennzahlen für die einzelnen Dimensionen wie z.B. Geschlecht, Alter oder Nationalität als allgemein qualitatives Thema quantitativ messen. Durch die Teilnahme können sich die Unternehmen mittels eines Benchmarkings vergleichen und erhalten Infor­ mationen über ihre Stärken und Schwächen bezüglich der je­weiligen Dimensionen von Diversität. Darauf basierend können sie entsprechende Massnahmen ergreifen. Die periodische Wiederholung der Erhebung ermöglicht, allfällige Entwicklungen über die Zeit zu erkennen. Der nächste Diversity Index wird voraussichtlich im Jahr 2018 erhoben.

Wirtschaft, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

Prof. Dr. Yvonne Seiler Zimmermann, Dozentin und Projektleiterin, Hochschule Luzern – Wirtschaft, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ

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Ko l u m n e

Was geschieht mit unseren Werten? Standpunkte von Carolina Müller-Möhl

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B

ereits seit hundert Jahren pilgert die Welt an die Stadt am Rheinknie zur Baselworld, um materielle Werte der Extraklasse zu zelebrieren. Aber nicht allen war in diesem Jahr zum Feiern zumute. Man spürte, dass der Zeitenwandel der traditionsbehafteten Uhrenindustrie zusetzt. Doch nicht nur die materiellen Werte sind im Umbruch, auch die immateriellen Werte erleben eine Umwälzung. Statt über Freiheit, Gleichheit und Respekt – die Grundlagen einer funktionierenden Demokratie – zu sprechen, drehen sich die Diskussionen hauptsächlich um Populismus. Zeit also für eine grundlegende Debatte. So geschehen an der Universität Zürich, wo sich der Bestsellerautor und Philosoph Richard David Precht an einem fulminanten Vortrag dem Thema widmete. Gesellschaftliche Krisen und Veränderungen seien an sich nichts Neues, sie führten in der Geschichte denn auch immer wieder zu anderen Denkarten und Wertehaltungen, so Precht. So gelassen können wir die vierte industrielle Revolution trotzdem nicht nehmen. WEF-Gründer Klaus Schwab warnt in seinem Buch vor einem Tsunami, der auf die Gesellschaft zurollt. Und auch die Universität von Oxford prognostiziert eine verheerende Welle, die in den nächsten zwanzig Jahren fast die Hälfte aller heutigen Jobs wegschwemmen wird. Klar, dass dieses Szenario Unsicherheiten und Ängste schürt.

Angst ist die grösste Gefahr für Freiheit und ein idealer Nährboden für Populismus. Populismus aber – davon bin ich überzeugt – bietet keine haltbaren Lösungen für die ökonomischen und gesellschaftlichen Sorgen unserer Zeit. Im Gegenteil: Er stellt sich mit seinem moralischen Alleinvertretungsanspruch über den demokratischen Pluralismus. Umso wichtiger ist es, in Zeiten der Umbrüche die Fahne für Freiheit, Gleichheit und Respekt hochzuhalten. Wenn die Regierung Trump nicht an die Erderwärmung glaubt, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichtet oder einen Handelskrieg anzettelt, dann werden Klimakatastrophen, Arbeitskräftemangel und noch mehr Abgehängte die Folge sein. So weit soll es nicht kommen! Der Moment, um Visionen für unsere Gesellschaft zu entwerfen, könnte nicht besser sein. Spannende Denkansätze liefert das neue Buch des Think Tanks W.I.R.E. «Wie wir morgen leben». Es zeigt neue Gestaltungsräume und alternative Lebensmodelle für unser aktuelles Zeitalter auf. Es ist also nicht nur die Uhrenindustrie, welche eine Neuausrichtung nötig hat. Damit wir uns auch in den nächsten hundert Jahren an den glänzenden, materiellen Werten der Baselworld erfreuen können, braucht es gerade jetzt eine starke Zivilgesellschaft: Visionen und Engagement, um unsere immateriellen Werte auch im gesellschaftlichen Wandel zu erhalten. ★

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Vorreiterinnen

Laure Wyss * 20. Juni 1913, † 21. August 2002

«Ich bin zu meiner Zeit noch gefragt worden: ‹Warum müssen Sie arbeiten, verdient der Mann zu wenig?›» Text Irene M. Wrabel

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lleinerziehende, berufstätige Mütter haben auch heute nicht unbedingt das einfachste Leben. Die Schriftstellerin und Journalistin Laure Wyss führte ein solches Leben zu einer Zeit, in der dieses noch viel mehr mit Ressentiments behaftet war. Als Frau und Mutter wehrte sie sich gegen die Benachteiligung ihres Kindes, als Journalistin waren Selbstbestimmung und Gleichberechtigung ihre Themen.

Die junge Laure ging nach dem Studium zur Sekundarlehrerin für Französisch und Deutsch in Zürich nach Berlin, wo sie Philosophie-Vorlesungen besuchte. Dort lernte sie den Architekten Ernst Zietzschmann kennen. Die beiden heirateten 1937 und sie zog mit ihm nach Stockholm. 1942 kehrte das Ehepaar in die Schweiz zurück. Laure Wyss schlug hier einen neuen beruflichen Weg ein. Sie arbeitete bei der «Davoser Revue», wo sie das journalistische Handwerk erlernte. Privat lief es zunächst weniger gut. Ihre Ehe scheiterte und wurde 1945 geschieden. Doch Laure Wyss begann ein neues, ein selbstbestimmtes Leben. Sie zog nach Zürich und startete ihre Laufbahn als Journalistin. 1949 wurde ihr Sohn geboren und sie war fortan eine alleinerziehende, berufstätige Mutter. Ihrer Karriere tat dies keinen Abbruch. Das Schaffen von Laure Wyss war multimedial, als dieses Wort noch gar nicht existierte. Laure Wyss war eine Medienpionierin: In den Anfängen des Schweizer Fernsehens entwickelte sie die neue Sendung «Magazin für die Frau» und trat als Reporterin, Interviewerin und Moderatorin vor die Kamera. Von 1962 bis 1968 leitete sie «Unter uns», die erste Diskussionssendung am Schweizer Fernsehen. Sie wagte sich bereits damals an Themen wie Homosexualität, aussereheliche Kinder oder Ehescheidung. Für Tageszeitungen gab sie wöchentlich Frauenbeilagen heraus. Das «Tages-Anzeiger Magazin», von Laure Wyss mitverantwortet, war publizistische Avantgarde. «Make war not love» hiess provokativ der Titel der ersten Ausgabe, die 1970 erschien. 1975 ging sie in Rente – jedoch nicht in den Ruhestand. Mit 60 Jahren, nach ihrer Berufskarriere, entstand ihr umfangrei-

Der Zeit weit voraus: Cover der ersten Ausgabe des «Tages-Anzeiger Magazins» (7. Februar 1970)

ches schriftstellerisches Werk, das in der Geschichte der Schweizer Literatur einzigartig ist. In ihren Büchern beschäftigte sie sich mit Lebensentwürfen von Frauen, mit biografischen Umbrüchen und dem Altwerden. Sie schrieb Gedichte und griff aktuelle gesellschaftliche Themen auf. Laure Wyss hinterliess literarische Protokolle, Prosa und Lyrik – und eine Lebensgeschichte, die auch heute noch Frauen als Vorbild dienen kann. ★ Die Informationen zu diesem Artikel entstammen der Website laurewyss.ch. Diese wurde 2014 anlässlich des 100. Geburtstages der Medienpionierin über ein CrowdfundingProjekt realisiert.

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Unternehmen

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«Online als Bedrohung zu sehen ist falsch» Seit fast einem Jahr steht Maike Kiessling an der Spitze von Estée Lauder Schweiz. Über ihre Erfahrungen in dieser Zeit, ihre Pläne für das Unternehmen und ihre Visionen erzählt sie in unserem Interview. Text Iris Kuhn-Spogat

W

IB: Seit bald einem Jahr sind Sie Chefin von Estée Lauder Schweiz. Ihre Bilanz? Maike Kiessling: Ich habe erwartet, dass es sehr lange dauern würde, bis ich mit allen geredet und einen ersten Eindruck des Business bekommen habe. Aber es ging sehr schnell.

Gemütliche Schweiz? Nicht gemütlich, aber ich habe mit einer mehr abwartenden Haltung mir gegenüber gerechnet, schliesslich habe ich einen Kollegen abgelöst, der das Unternehmen sieben Jahre lange in seiner Art geführt hat. Ich bin eine Frau, habe einen anderen Speed, eine andere Mentalität. Anders inwiefern? Schweizer sind nicht langsam, aber sie lassen sich gern Zeit, um erst einmal alles genau abzuchecken. Ich habe eine andere Art an Dinge heranzugehen, sehr direkt.

| Bilder Adriana Tripa

Mal operativ in einem einzigen Land mit der obersten Verantwortung. Als ich das Angebot auf dem Tisch hatte, habe ich mich mit verschiedenen Leuten unterhalten, und alle haben gesagt, mach das, du wirst es lieben. Und so ist es.

Ist die Liebe gegenseitig? Ich glaube, ich habe mein Team hinter mir. Und inzwischen spüren alle, eine klare Führung. Wir haben die Strategie für den Schweizer Markt, unsere Kunden und Partner zusammen im Team entwickelt. Heisst: Ich weiss genau, was gemacht werden muss. Aber ich brauche sicher noch ein Jahr, bis auch die Konsumenten spüren, dass sich etwas geändert hat. Und das ist das Einzige, was am Ende für mich zählt. Wie lautet Ihr Auftrag? Unsere Marken sind in der Schweiz sehr etabliert …

Was hat Sie an dem Job gereizt? Zurück in die Schweiz, das war eigentlich nicht auf meinem Plan …

… Sie meinen verstaubt? Nein, gar nicht. Wir verkaufen unsere Produkte zu einem grossen Teil über Retailer wie Warenhäuser und Parfümerien – alles gut eingespielt. Für mich geht es nun darum, hier etwas zu bewegen, bei uns intern wie auch beim Handel, sprich im Markt.

… aber Sie sind hier. Ich habe 25 Jahre international gearbeitet und hatte einen solchen Posten nicht auf meinem Radar. Ich bin das erste

Und wie lautet Ihre Strategie? Nicht alle Marken sind genügend klar aufgestellt, daran müssen wir arbeiten. ➤ JUNI

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Unternehmen

Für mehr Markentreue? Nein, die totale Markentreue, also dass ein Kunde alles von einer Marke hat, gibt es nicht mehr. Es geht darum, dass es für eine Marke essenziell ist, dass ihr Profil so geschärft ist, dass jedes Produkt im Angebot ihr eindeutig zugewiesen werden kann. Sie streben also nach klaren Markenprofilen. Nicht nur, ich möchte grundsätzlich Schwung in den Schweizer Kosmetikmarkt bringen, denn mir scheint, hierzulande ist etwas vergessen gegangen: Kosmetik ist etwas Emotionales, aber hier wird das Business sehr funktional erledigt, indem Kunden in den Geschäften informiert, geradezu belehrt werden, das Produkt X kann das und Produkt Y jenes.

Mit Youngsters? Das war ganz spannend: Wir dachten, es ist ein echtes MillenialsKonzept und lagen damit total daneben. Da waren Leute in meinem Alter, Jugendliche mit ihren Müttern, es war alterslos. Alle fanden das cool. Und die Kassen haben geklingelt? Zu kaufen gab es in dieser Beratungszone nichts. Ganz bewusst. Warum? Wenn wir unsere Sache richtig machen, dann kaufen die Kunden unsere Produkte auch, und Sorgen um Verkaufszahlen sind komplett überflüssig. Das ist etwas vom Wichtigsten, das wir endlich begreifen und umsetzen müssen. Ist simpel in der Logik, gibt aber in der Realität viel mehr zu tun, als ich gedacht hätte. Allein Personal zu finden mit der richtigen Einstellung ist extrem schwierig. Wir haben daher angefangen, auch ausserhalb der Kosmetikbranche zu suchen.

«Wenn wir unsere Sache richtig machen, dann kaufen die Kunden unsere Produkte auch.»

Was ist daran falsch? Kunden ticken heute anders. Insbesondere auch jüngere Leute wissen viel, wenn sie in ein Geschäft kommen, und wollen nicht belehrt werden. Sie kommen nicht in die Läden oder an die Counters, um die Produkte zu kaufen – das könnten sie bequemer online –, sondern für Inspiration. Daher brauchen wir im Verkauf nun Personal mit Gespür für Menschen, Spass an den Produkten und Energie, die sprudelt. Derlei ist mir bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter viel wichtiger als Fachkenntnis. Der Trend diesbezüglich heisst ganz klar: Hiring by attitude instead of knowledge.

Happy Staff soll es richten? Sie sollen für das richtige Erlebnis in den Geschäften sorgen. Junge Leute wollen nicht einfach eine Marke, sie suchen nach Produkten, die auf sie zugeschnitten sind, und nach Experience. Die Marke ist sekundär. Primär ist das Produkt und was man damit machen kann. Sagt wer? Das ist ein Fakt, den wir uns zunutze machen müssen, indem wir uns anpassen. Die Frage ist das Wie. Wir haben vor kurzer Zeit einen Erlebnisevent für Millenials und Neukunden für Manor entwickelt, ein «Test and Learn». Und wie hat das ausgesehen? Auf einer Promotionsfläche wurden Servicecorner aufgebaut und überall konnte man etwas anderes erleben und testen. Bei Estée Lauder wurde man beraten, um die perfekte Foundation für sich zu finden, Clinique zeigte Tricks für perfekt geschminkte Augen. Auch Dyson war da mit einem neuen Föhn. Ein DJ sorgte für Stimmung, ein Männermodel, dem Masken aufgemalt werden konnten, und eine Selfiewand rundeten das Erlebnis ab. Ist super angekommen. 30 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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Wie lange haben Sie Zeit, um zu performen? Ich geniesse das Vertrauen von ganz oben und habe keinen Zeitdruck ausser meinem eigenen. Wie reagiert der Handel auf Sie respektive Ihren Trust-Ansatz? Ich renne offene Türen ein. Die Kosmetikabteilungen bei Jelmoli oder Globus wirken eher wie Kampfzonen der Anbieter denn als Komfortzonen für Konsumenten. Mir geht es nicht darum, wer den besten und am meisten Platz bekommt. Das ist kein Konsumentendenken, sondern ein Machtspiel und entspricht in nichts dem, wie Konsumenten einkaufen und was sie erleben wollen. Das heisst? Wir können nicht ohne die Retailer und sie nicht ohne uns. Umsatzmässig sind wir überall Nummer eins oder zwei, haben jeweils zwischen 30 und 55 Prozent Marktanteil. Wir wollen wachsen, sie wollen wachsen. Aber vor lauter Margen- und Umsatzdenken geht der Kunde vergessen. Das muss sich ändern. Warum machen Sie mit Ihren vielen Marken nicht einfach eigene Stores? Machen wir. Allerdings noch nicht in der Schweiz. Mein Traum ist, ein House of Beauty mit verschiedenen unserer Marken und echtem Kundenerlebnis und vielen Services, etwa, dass man sich schminken lassen kann. Gratis? Exakt.


An Erlebnisevents, sogenannten «Test & Learns», sollen Produkte und ihre Wirkung erlebbar gemacht werden.

Und wie finanzieren Sie das? Ich bin sicher, dass das Projekt von Tag eins an rentiert. Wenn wir es richtig machen, reagieren die Kunden auch und kaufen unsere Produkte. Mit solchen Ideen nehmen Sie den Retailern noch mehr Geschäft weg als bereits jetzt mit Ihren Onlineverkäufen. Online ist ein stark wachsender Einzelhandel, momentan 20 Prozent im Schweizer Markt, und wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um deren Online-Business zu stärken. Einige haben gerade erst angefangen. Online als Bedrohung zu sehen ist falsch. Niemand kauft nur online. Damit die Leute in den Laden kommen, muss das aber heute ein Ort sein, in den man gern geht. Und da können wir bei der Ausarbeitung von Konzepten helfen. Auch das braucht Zeit. Wie wichtig sind Influencer wie Instagram-Stars für Sie? Sehr wichtig. In der Schweiz läuft aber auch sehr viel von Mund zu Mund, viel mehr als in allen anderen Märkten, die ich kenne. Man hört auf Menschen, denen man vertraut, also auf Freunde, Kollegen, Familienmitglieder. Ich bin am Überlegen, wie ich Leute, die begeistert sind von einer unserer Marken, zu einem Teil unserer Familie machen kann. Sie lancieren Tupperware Parties für Make-up? Vielleicht, kann sein. So weit bin ich noch nicht. Ich informiere mich bei Leuten, die sich mit solchen Dingen auskennen, in-

terne und externe Agenturen. Ich möchte es authentisch, mit Leuten, die unsere Produkte einfach toll finden und auch die Ausstrahlung haben.

Diese Leute kennen Sie? Dank unserer Datenbanken wissen wir, wer diese Leute sind, aber wir kennen sie nicht. Das ist es ja. Das will ich ändern und jene, die Lust darauf haben, mit ins Boot nehmen. Was haben eigentlich Sie für eine Beziehung zu Kosmetik? Es ist eine grosse Liebe. Eigentlich wollte ich Lehrerin werden. Aber ich komme aus einer kleinen Bauernfamilie und konnte mir die Ausbildung nicht leisten. Meine Mutter, die Bäuerin ist und auch beim Melken immer geschminkt war, sagte, Kosmetik ist cool. Ich habe die Ausbildung gemacht – und bin dann in der Branche geblieben. Ich habe ganz unten angefangen, war insgesamt bei nur gerade drei Unternehmen in vielen verschiedenen Funktionen. Nun bin ich hier. Die Faszination? Schnelligkeit und Schönheit. Ich bin Ästhetin in allem und das hat gepasst. Sie verkaufen Träume. Das Geschäft lebt von Träumen, aber verkauft werden Produkte, die erwiesenermassen viel können und bewirken. Falten sind normal, aber die sehen heute anders aus. Aber ich bin ➤ JUNI

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Unternehmen

übrigens gar nicht so auf die Effekte aus, wir sind ja keine Gesundmacher, sondern machen das Leben einfach schöner.

meine Businesskleider loszuwerden, lade ich regelmässig meine Nachbarschaft ein.

Welches sind kommende Beautytrends? Oh, sehr viele verschiedene und sie ändern sich ständig.

Nachbarschaft? Sie sind doch eben erst von Paris in die Schweiz gekommen? Nein, ich besitze hier ein Haus, seit ich vor 24 Jahren zu La Prairie in die Schweiz gekommen bin. Meine beiden Kinder sind hier geboren und in Hinteregg aufgewachsen, ganz ländlich wie ich selbst.

Anders gefragt: Woran forschen Sie? Das läuft heute komplett anders. Die Forschung orientiert sich zu 100 Prozent an Konsumententrends und bedient die Industrie laufend mit Neuerungen in Sachen Inhaltsstoffe, Texturen, Verpackungen, Kommunikationsformen. Am laufenden Band werden daraus pfannenfertige Konzepte erarbeitet und liegen bereit. Wenn ein Trend aufpoppt, können wir blitzschnell reagieren. Würde man erst mit Forschen anfangen, wenn der Trend schon da ist, wäre man immer zu spät.

«Es geht nicht darum, ständig alles zu verändern.»

Das heisst, Sie haben alles in der Schublade und müssen nur noch richtig kombinieren? Genau. Wir haben sehr viele Zulieferer, zum Beispiel von Ingredienzien, die laufend Neues erfinden. Wir haben Teams, die nichts anderes machen, als an Texturen zu arbeiten. Für uns veranstaltet der Konzern regelmässig sogenannte Innovation Days, wo wir alles Neue zu sehen bekommen. Selbstverständlich wird das Neue nonstop erneuert. Sensationell.

Und ohne Sie? Ich habe aber immer international gearbeitet. Ich war wochentags nie da, aber am Wochenende immer. Ich hätte mir nie vorstellen können, nicht oder Teilzeit zu arbeiten. Aber ich wusste auch, dass ich nicht ohne Kinder leben will. Die Lösung, die mein Mann und ich gefunden haben, war optimal: Während des Tages hat die Kinderfrau geschaut, abends war mein Mann da. Er ist Finanzchef eines Versicherungsbrokers und nie viel gereist. Und dann am Wochenende waren wir in Hinteregg immer zusammen. Für uns vier hat das gestimmt. ★

Geschwindigkeit ist matchentscheidend. Ja. Vor allem Agilität. Ich hatte neulich ein Meeting mit Google Paris. Jemand wurde gebeten zu erzählen, wo das Unternehmen in drei Jahren stehen wird. Statt zu antworten, hat der Gefragte gelacht und gesagt: «Ich kann vielleicht etwas zu den nächsten zehn Monaten sagen, aber in drei Jahren? Keine Ahnung!» Ich selber erinnere mich noch gut an die Zeit, als 15- bis 20-Jahresprognosen üblich waren. Das ist definitiv vorbei und es ist eines meiner Hauptanliegen, das hier allen – Mitarbeitern wie Retailern – klarzumachen. Was predigen Sie konkret? Dass es nicht darum geht, ständig alles zu verändern. Es geht darum, den Markenkern noch viel stärker zu machen, dann können Experiences entwickelt werden, die den Kunden glücklich machen und nicht verwirren. Haben Sie viel Kosmetik zu Hause? Mein Gott, ja. Ich habe Schränke voll. Ich kaufe ja auch sehr viel von Wettbewerbern und probiere die Produkte dann drei, vier Tage aus. Und dann? Dann gebe ich die Sachen weiter, verteile sie hier im Büro, an Bekannte. Ich habe Abnehmer für alles, auch für meine Garderobe. Meine Winterkleider kommen ins Berner Oberland. Um 32 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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Über Maike Kiessling Maike Kiessling hat sich in den letzten 30 Jahren von der gelernten Kosmetikerin zum General Manager von Estée Lauder Schweiz hochgearbeitet. Davor war sie im Konzern, zu dem über 50 Kosmetikmarken, darunter Estée Lauder, Mac, Bobbi Brown, Tom Ford und Clinique gehören, verantwortliche Brandmanagerin für die EMEA-Region. Vor ihrem Wechsel zum Weltmarktführer im Jahr 2011 hat die Deutsche in verschiedenen Positionen brilliert, sie war unter anderem 19 Jahre lang Managing Director von La Prairie. Kiessling ist verheiratet und Mutter von zwei Teenagern.


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G e n i e s s e n_ I n s p i r a t i o n e n

3.

4. 7.

5. 6.

2.

1.

Augenweiden

1. OMEGA, Seamaster Aqua Terra Co-Axial Master Chronometer, CHF 33 100.–, omegawatches.com

2. PARMIGIANI, Modell Tonda Galaxy, CHF 23 900.–, parmigiani.com 3. AUDEMARS PIQUET, Modell Royal Oak, CHF 41 600.–, lesambassadeurs.ch 4. CARTIER, Modell Kollektion Paris Nouvelle Vague, La Pétillante rosa gold, CHF 8900.–, cartier.ch

5. CARTIER, Modell Panthère, CHF 21 700.–, cartier.ch 6. NVH JEWELS, Ring, Modell Machupicchu, Euro 2500, nvh-jewels.com 7. HERMES, Modell Nantucket Mini, CHF 14 500.–, hermes.com 34 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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photographe Iris Velghe

Cuvée Rosé. The Ultimate.

E N J O Y C H A M P A G N E L A U R E N T - P E R R I E R |R E S P O N S I B L Y JUNI

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Karriere & Bildung

Vielversprechende Talente aus sieben Kunstgattungen – Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik, Tanz, Theater und Architektur – dürfen ein Jahr lang eng mit einem weltbekannten Künstler ihres Fachs zusammenarbeiten.

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Von den Besten lernen Die Idee des Mentoring ist nicht neu. Doch immer mehr Unternehmen entdecken die aus dem akademischen Umfeld stammende Idee der Förderung junger Talente durch erfahrene Meister ihres Fachs für sich. Zwei Beispiele aus der Rolex-Initiative «Mentor und Meisterschüler». Text Irene M. Wrabel

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Karriere & Bildung

«Die Zusammenarbeit mit Sir David Chipperfield wird sich nachhaltig auf mein Verständnis der Methodologie von Architektur und Städtebau auswirken.» – Simon Kretz, im Bild mit seinem Mentor.

ARCHITEKTUR

Mentor: Sir David Chipperfield Mit einem Architekturkonzept, das «Substanz, Beständigkeit und Sinn» über Äusserlichkeiten stellt und einen bestimmten «Firmenstil» meidet, hat der britische Architekt Sir David Chipperfield Anerkennung für ein vielfältiges Schaffenswerk erlangt, das zivile und kulturelle Bauten, Wohnhäuser, Hotels und Büros ebenso umfasst wie Geschäftsinterieurs, Möbel, Beleuchtung und Geschirr. Unter seinen bedeutenden Bauten finden sich zahlreiche Museen wie das River and Rowing Museum in Henley-on-Thames (Vereinigtes Königreich), das Figge Art Museum im US-Bundesstaat Iowa, das wiedereröffnete Neue Museum in Berlin, wo er derzeit für die Museumsinsel ein neues Eingangsgebäude entwirft, und das Museo Jumex in Mexiko-Stadt. 2011 wurde ihm die Royal Gold Medal für Architektur des Royal Institute of British Architects verliehen, und im selben Jahr stellte er zwei Kunstmuseen im Vereinigten Königreich fertig: das Turner Contemporary in der Stadt Margate, das unlängst zu einem der 21 Wahrzeichen erkoren wurde, die für Grossbritannien im 21. Jahrhundert stehen, und das Hepworth Wakefield in der Grafschaft Yorkshire. Weitere laufende Projekte sind unter anderem ein Erweiterungsbau für das Kunsthaus Zürich, das Nobel-Center in Stockholm und die Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin. 38 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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Meisterschüler: Simon Kretz Der Schweizer Architekt, Städtebauer und Forscher Simon Kretz geniesst Anerkennung für seine Fähigkeit zur Gestaltung von Entwürfen in verschiedensten Massstäben – von der Sanierung denkmalgeschützter historischer Bauten über die Konzeption neuer Gebäude und Strukturen bis hin zu Projekten, die das städtische Umfeld bereichern. Seine Interessen verband Kretz im Studium der Architektur am Departement Architektur der ETH Zürich, das er 2008 mit einem Diplom abschloss. 2010 war er Mitgründer des Architekturbüros Christina Nater und Simon Kretz Architekten GmbH, 2014 wurde er Gründungsmitglied der Christian Salewski & Simon Kretz Architekten GmbH. Zuvor sammelte Kretz Erfahrungen bei Architekturbüros in Zürich und bei mehreren international renommierten Büros, darunter dem Office for Metropolitan Architecture (OMA) in Rotterdam. Seit 2009 ist er Dozent am Institut für Städtebau seiner Alma Mater, wo er 2013 zum Oberassistenten befördert wurde. Seit 2013 ist er zudem Dozent und Oberassistent am Departement Bau, Umwelt und Geomatik der ETH Zürich und lehrt Design Thinking am Center for Urban & Real Estate Management (CUREM) der Universität Zürich.


«Ich freue mich darauf, unter Philip Glass’ Anleitung eine orchestrale und elektroakustische Mittel verknüpfende Oper zu komponieren und dadurch meinen musikalischen Horizont zu erweitern.» – Pauchi Sasakiz (re.) und ihr Mentor Philip Glass.

MUSIK

Mentor: Philip Glass Der Amerikaner Philip Glass, einer der einflussreichsten Komponisten jüngerer Zeit, geniesst weltweit Anerkennung für seine unverkennbare, eindringliche Musik, deren Auswirkungen auf das musikalische und intellektuelle Leben von heute ohnegleichen sind. Seine Kompositionen, die sich über Grenzen hinwegsetzen und von Glass selbst als «Musik mit repetitiven Strukturen» beschrieben werden, umfassen mehr als 20 Opern, acht Sinfonien, Solokonzerte, Filmmusiken, Streichquartette und eine wachsende Zahl von Werken für Soloklavier und -orgel. Die bedeutendsten Kompositionen dieser Schaffensperiode sind «Music in Twelve Parts» und die fünfstündige Oper «Einstein on the Beach», ein Meilenstein der Musikgeschichte. Dieses avantgardistische Werk, das er gemeinsam mit dem visionären Theatermacher Robert Wilson (Rolex Mentor für Theater 2002 – 2003) schuf und das 1976 an der Metropolitan Opera aufgeführt wurde, verhalf Glass zu internationalem Ruhm und wurde von der «Washington Post» als «eines der wegweisenden Kunstwerke des Jahrhunderts» bezeichnet. Vervollständigt wurde die Operntrilogie durch «Satyagraha» (1980) und «Akhnaten» (1984). Zuletzt gelangten «The Perfect American», eine Oper über Walt Disneys Tod, und «Two Movements for Four

Pianos» (2013) zur Uraufführung. Für seine Filmmusiken erhielt er Oscar-Nominierungen («Kundun», «The Hours», «Notes on a Scandal») und einen Golden Globe («The Truman Show»).

Meisterschülerin: Pauchi Sasaki Die versierte Geigerin, Komponistin und Multimedia-Performance-Künstlerin Pauchi Sasaki wird für ihre allumfassende «magische Vision» gelobt. Als japanischstämmige Peruanerin wurde Sasaki von ihrer multikulturellen Erziehung und von ihrer Mutter geprägt, die selbst Künstlerin ist. Im Alter von fünf Jahren begann sie mit dem Geigenspiel. Ab 2005 wandte sie sich ausschliesslich der Musik zu. 2014 wurde ihr am Mills College in Kalifornien ein Master of Fine Arts im Studiengang Elektronische Musik und Aufzeichnungsmedien verliehen. Bereits dort trauten ihre Lehrer ihr den Sprung zum Ruhm zu. Sasaki hat sich mit verschiedensten musikalischen Stilrichtungen beschäftigt und interdisziplinär gearbeitet. So komponiert sie für Film, Video, Tanz, Theater, Installationen und ortsspezifische Projekte und setzt dabei auch neue Technologien ein. Sie gab Konzerte in Südamerika, Europa, Japan und in den gesamten USA. Beachtenswert sind ihre beiden Soloalben, ihr «Lautsprecherkleid» – eine aus 96 Lautsprechern hergestellte tragbare Klangskulptur – und Kompositionen für über 30 Filme, von denen drei Auszeichnungen in der Kategorie «Beste Filmmusik» erhielten. ➤ JUNI

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Karriere & Bildung

Die hohe Affinität zur Architektur spiegelt sich auch in den Firmengebäuden wider: der Rolex-Hauptsitz in Genf.

Die Rolex-Initiative «Mentor und Meisterschüler» Bereits seit 2002 bietet Rolex in ihrer Initiative «Mentor und Meisterschüler» vielversprechenden Talenten aus sieben Kunstgattungen – Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik, Tanz, Theater und Architektur – die Gelegenheit, ein Jahr lang eng mit einem weltbekannten Künstler ihres Fachs zusammenzuarbeiten. Im Rahmen dieses Programms konnte so im Laufe der Jahre ein weitverzweigtes internationales Künstlernetzwerk aufgebaut werden. Grosse Namen ihres Fachs wie der Schweizer Architekt Peter Zumthor, die US-amerikanische Filmlegende Martin Scorsese oder der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa haben in den vergangenen Zyklen des Programmes jungen Berufskollegen mit ihren Erfahrungen und ihrem Know-how beigestanden. Der Schweizer Uhrenkonzern lässt sich dieses prestigeträchtige Programm einiges kosten. Jeder Meisterschüler erhält während des Mentoringjahres ein Stipendium in Höhe von 25 000 Schweizer Franken, nach Ablauf des Jahres wird jedem Meisterschüler nochmals eine Summe von 25 000 Schweizer Franken zur Verfügung gestellt, die er für ein neues Werk, eine Publikation, einen Auftritt oder eine öffentliche Veranstaltung verwenden kann. Jeder Mentor erhält ein Honorar von 50 000 Schweizer Franken. Zudem wird das Mentoringjahr eines jeden Teams umfassend dokumentiert – die Meisterschüler (ebenso wie die Mentoren) profitieren also auch von einer Präsentation in der breiteren Öffentlichkeit. ★

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Ausdruck eines Lebensstils Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen wird es auf der Terrasse des Baur au Lac lebendig. Neben morgendlichem Cappucino, mediterranem Lunch oder entspanntem Dinner werden Küche und Service auch in den Stunden dazwischen ihrem legendären Ruf gerecht. Probieren Sie unsere prickelnden Signature Cocktails, hausgemaschtes Eis und verführerische Pâtisserie unter dem grössten Sonnenschirm der Stadt oder geniessen Sie leichte Salatkreationen, Fisch und Krustentiere im Schatten hundertjähriger Bäume. Und die neue Bar bietet sich als Treffpunkt mit Freunden an – bis in die lauschige Sommernacht.

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Ein Tag mit  …

Ein Tag mit Sara-K. Hannig Nour

Die gebürtige Schweizerin Sara-Kristina Hannig Nour studierte Bio-Landwirtschaft an der Universität Kairo. Ägypten wurde ihre neue Heimat, dort lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Töchtern.

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Sara-Kristina Hannig Nour erweckte eine Farm, die seit vielen Jahren in Besitz der Familie ihres Mannes war, mit biologischem Landbau wieder zum Leben und gründete «Sara’s and Lara’s Basket». Frische Bioprodukte werden direkt an ihre Kunden in den ägyptischen Städten geliefert. Saras Engagement wurde nun mit dem Cartier Women’s Initiative Award ausgezeichnet – ein grosser Tag für die Jungunternehmerin!

06.30 Der grosse Tag

Es war eine lange Woche mit vielen schlaflosen Nächten – nun ist er gekommen, der Tag der Preisverleihung, nach neun Monaten Vorbereitungszeit. Alle 18 Finalisten – je drei pro Region – haben gestern ihre letzte Präsentation vor der Jury gehalten. Noch weiss keiner von uns, wo er steht. Ich mache mich in unserem Hotelzimmer fertig, wo ich die Nacht mit meinen beiden Töchtern verbracht habe. Früh am Morgen schleiche ich mich aus dem Zimmer, um die Kinder nicht zu wecken.

15.00 Countdown Ich beeile mich, ins Hotel zurückzukommen, um meine Töchter zu sehen. Baby Taya fühlt sich immer noch nicht gut und ich bin froh, dass ich sie füttern und im Arm halten kann, während ich mich für den Abend zurecht mache. Mein Kleid ist von Malak El Azzawy, einer Freundin und ägyptischen Unternehmerin. Ich bin glücklich, Ägypten auf diese Weise vertreten zu dürfen.

der «Gewinnen o verl ieren ist zweit ra ng ig, eise a llein d iese R e ist schon ein Belohnung.»

08.30 Frühstücksgedanken Wir treffen uns zum Frühstück mit Cyrille Vigneron, dem CEO von Cartier. Eine tolle Chance, um nochmals über unsere Projekte zu sprechen. Wir unterhalten uns über das Problem der «sauberen Nahrung» und darüber, dass dieses Problem in einem Land wie Ägypten 90 Millionen Menschen betrifft.

10.00 Keine Fotos!

Bei einem Besuch des Apple Headquarter Asia Pacific können wir Gespräche zum Thema «Driving Change – Frauen bei Apple» führen. Es ist inspirierend zu sehen, wie viel Innovation und Aufbruchstimmung in dieser Branche herrscht. Die Büroräume sind fabelhaft und voller Pflanzen – leider darf man dort nicht fotografieren …

18.00 Entscheidung

Und weiter geht es im Stundentakt: Bei einem Mittagessen im St. Regis Hotel in Singapur – eine wundervolle Location! – treffen wir internationale Pressevertreter. Sie sind sehr interessiert am Thema und so nutze ich die Gelegenheit, ihnen zu erzählen, was wir bei «Sara’s and Lara’s Basket» machen.

Die Zeremonie beginnt und Hunderte von Menschen füllen den Saal. Nun liegt es in den Händen der Jury. Neben mir sitzt Samira Negm, Mitfinalistin für die MENA-Region aus Ägypten, deren bestechende Geschäftsidee das Verkehrsproblem in Kairo anpackt. Gewinnen oder verlieren ist nun zweitrangig, allein diese Reise ist schon eine Belohnung. Ich weiss, dass ich alles getan habe, um die Arbeit, die ich liebe, gut zu vertreten. Als die Siegerin der MENA-Region verkündet wird, sehe ich plötzlich meinen Namen auf dem Bildschirm! Ich kann es kaum glauben und werde stürmisch umarmt von Samira und Thea, der Finalistin aus Dubai. Überwältigt und dankbar gehe auf die Bühne, um die Auszeichnung entgegenzunehmen, und halte eine kleine Dankesrede.

14.30 Generalprobe

21.00 Es wird gefeiert

12.30 Kontakte

Langsam wird es ernst: Wir treffen uns zur technischen Probe am Victoria Hall Theatre im Zentrum von Singapur. Das Gebäude ist wirklich majestätisch, aber wir haben wenig Zeit, diese Pracht zu schätzen. Nach einem schnellen Durchlauf durch die Programmpunkte des Abends sind wir alle schon ziemlich aufgeregt und können es kaum erwarten, bis der grosse Event beginnt.

Die Stimmung ist ausgelassen nach dieser langen, aber sehr lohnenden Reise. Nun, ohne den Konkurrenzdruck, können wir alle das Zusammensein noch einmal in vollen Zügen geniessen. Mir wird bewusst, wie toll es ist, Samira und viele andere Frauen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Wir stützen uns gegenseitig und teilen den Glauben an unsere Kraft. ★ JUNI

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Geld & Anlage

Taschendiebe gibt es auch im Internet Phishing-Angriffe und bösartige Software bedrohen die Sicherheit des elektronischen Zahlungsverkehrs. Vor Übergriffen schützen Sie sich am wirksamsten mit einer gesunden Portion Misstrauen. Text Lara Surber

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ir kaufen in Onlineshops ein. Unsere Bankgeschäfte erledigen wir via E-Banking. Und stehen wir doch einmal an einer physischen Kasse, können wir unsere Einkäufe mit dem Smartphone bezahlen. Der zunehmend elektronische Zahlungsverkehr ist praktisch, birgt aber auch Risiken. Während in der analogen Welt Taschendiebe und Einbrecher unterwegs sind, haben es Gauner in der digitalen auf Zugangsdaten und Passwörter abgesehen. Oliver Hirschi, Leiter des Online-Informationsportals «eBanking – aber sicher!» der Hochschule Luzern vergleicht das elektronische Zahlen mit Autofahren. «Eine gewisse Gefahr ist immer da, aber trotzdem machen es alle. Man muss aber die nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen.» Diese Vorkehrungen werden zum einen von den Finanzinstituten vorgegeben. So wird beim E-Banking immer eine sogenannte Zwei-Faktoren-Authentifizierung angewendet: Neben einer Identifikationsnummer und einem Passwort verlangen Banken meist einen weiteren, nur für die aktuelle Sitzung gültigen Sicherheitscode. Zu diesem Zweck wird eine sogenannte Transaktionsnummer (TAN) erzeugt und dem Nutzer übermittelt. Das geschieht beispielsweise mit einer Nachricht an das Smartphone des Nutzers (Mobile TAN oder mTAN) oder indem dieser ein bestimmtes Bild mit dem Smartphone fotografiert (photoTAN). Einige Anbieter generieren den Code für den Zugang ins E-Banking auch mit einem Kartenlesegerät oder versenden Streichlisten an ihre Kunden. Neben diesen ausgeklügelten Sicherheitsbestrebungen von Finanzinstituten ist aber vor allem auch eines entscheidend für den sicheren elektronischen Zahlungsverkehr: das Verhalten der Anwenderinnen und Anwender.

Die Hardware sichern Das von Hirschi geleitete Informationsportal fasst die wichtigsten Schritte für sicheres E-Banking zusammen. Diese sind auch für den elektronischen Zahlungsverkehr im Allgemeinen gültig. Zunächst geht es darum, die Hardware optimal zu sichern. Installieren Sie dazu ein Virenschutzprogramm und eine Firewall. «Und zwar nach Möglichkeit auf allen Geräten, auch auf dem Tablet und dem Smartphone», so der Experte. Führen Sie regelmässig Software-Updates durch, um mit verbesserten Versionen bestehende Sicherheitslücken zu schliessen. Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr nutzen. Und verwenden Sie sichere Passwörter.

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So selbstverständlich diese Tipps scheinen, so häufig werden sie auch missachtet: Gemäss einer Studie des Hasso-PlattnerInstituts war letztes Jahr das meistverwendete Passwort «123456». Wie sicher Ihr Kennwort ist, können Sie auf passwortcheck.ch überprüfen. Auch Bezahl-Apps wie TWINT oder Apple Pay können Sie mit PIN respektive Fingerabdruck sichern. Und gerade wer sein Smartphone zum Bezahlen nutzt, sollte auch das Gerät selbst mit einem Code oder einer Fingerabdruck-Prüfung gegen den Zugriff durch andere schützen. ➤

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Geld & Anlage

Der kontaktlose Zahlungsverkehr macht das bargeldlose Zahlen besonders einfach und bequem für den Nutzer.

Misstrauen schützt vor Phishing-Angriffen Der grösste Gefahrenfaktor im elektronischen Zahlungsverkehr ist gemäss Hirschi aber nicht die Hardware, sondern die Gutgläubigkeit der Nutzerinnen und Nutzer bei sogenannten Phishing-Angriffen. «Da helfen technische Massnahmen nur sehr begrenzt», sagt er. Was hilft, ist gesundes Misstrauen. Phishing – eine Wortmischung aus den englischen Begriffen «Password», «Harvesting» und «Fishing» – bezeichnet den Versuch, auf vertrauliche Informationen anderer zuzugreifen. Als klassisches Phishing gilt der Angriff per Mail. Der Absender versucht mit einer mehr oder weniger glaubwürdigen Geschichte den Empfänger dazu zu bringen, sensible Daten preiszugeben oder Überweisungen zu tätigen. Die Beispiele für Phishing-Mails reichen von sehr einfach zu erkennenden und durchschaubaren Nachrichten bis hin zu solchen mit gefälschten Adressen von vermeintlich seriösen Absendern wie Banken oder Versicherungen – mitsamt korrekt scheinenden Logos, E-Mail- oder Webadressen. Ein typisches Beispiel sind Mails von Paypal zu geänderten AGB. Phishing kann auch telefonisch erfolgen und wird dann auch Vishing (VoicePhishing) genannt. Auch kann das Opfer mit Malware oder falschen QR-Codes unbemerkt auf eine gefälschte Website geführt, respektive umgeleitet werden. 2016 sind bei der Meldeund Analysestelle Informationssicherung MELANI über 4500 Phishing-Seiten gemeldet worden. http ist nicht https Grundsätzlich gilt: Kein seriöser Dienstleister fordert Sie per Mail oder Telefon dazu auf, Passwörter oder Kreditkartendaten anzugeben. Ein weiterer Hinweis auf einen unseriösen Absender sind eine unplausible Mailadresse – auch wenn der Absendername vertrauenswürdig aussieht –, viele Rechtschreibfehler oder eine unpersönliche Anrede. Klicken Sie in verdächtigen Mails nie auf Links und öffnen Sie keine Anhänge, sondern löschen Sie diese umgehend. 46 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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Beim Login ins E-Banking sollten Sie sicherstellen, dass Sie sich wirklich auf der Seite Ihrer Bank befinden. In der Adresszeile sollte «https» stehen – ein Zeichen dafür, dass die Daten verschlüsselt übertragen werden – und ein Schlosssymbol sollte angezeigt werden. Beginnen Adressen hingegen mit «http», ist das ein Hinweis auf eine gefälschte Seite. Weiter wichtig: Melden Sie sich nach getaner Arbeit korrekt aus dem E-Banking ab. «Bei der Anmeldung öffnet die Bank eine Tür für Sie. Diese Tür sollten Sie beim Gehen wieder schliessen», erklärt Hirschi. Auch empfiehlt es sich, nach der Onlinesession den Browser-Cache (Speicher) zu leeren. Wer im elektronischen Zahlungsverkehr unvorsichtig ist, dem werden nicht zwingend Daten geklaut – aber falls doch, ist es ärgerlich. Oder wie Hirschi sagt: «Legt man bei der Autofahrt den Sicherheitsgurt nicht an, verletzt man sich deswegen nicht unbedingt. Aber falls doch, trägt man eine Mitschuld.» Und den Grad der Mitschuld überprüfen Finanzdienstleister bei Missbrauchsfällen – genau gleich wie bei Verkehrsunfällen – meist sehr genau. ★

Mehr zum Thema – Tipps rund um sicheres E-Banking und ein Test zum eigenen Phishing-Wissen gibt es auf der Informationsplattform ebas.ch – Melden Sie Phishing-Mails auf antiphishing.ch und tragen Sie dazu bei, andere Internetnutzer zu schützen. Bei einigen Webmail-Anbietern geht das ganz einfach per Klick auf einen «Report spam»-Knopf. – K-Tipp führt eine Liste mit aktuellen PhishingFällen: Zur Liste gelangen Sie über diesen QR-Code:


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G e n i e s s e n_ Re i s e n

Wien ist anders Wien ist anders – reisen Sie mit uns in die Welthauptstadt mit der höchsten Lebensqualität und erfahren Sie mehr über Kultur, Lifestyle und Kulinarik.

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Das WOMEN IN BUSINESS-Reiseprogramm Freitag – Montag, 8. – 11. September 2017 1. Tag: Anreise und orientierende Stadtrundfahrt Am Vormittag Flug von Zürich nach Wien; Sightseeing-Busfahrt mit Zwischenhalt im Genuss-Feinschmecker-Treffpunkt Lingenhel, wo Ihnen ein leichter Lunch serviert wird. Ende der Fahrt beim Hotel und Zimmerbezug; gemeinsames Abendessen. 2. Tag: Führung «Wiener Weiber» – Frauenschicksale und -karrieren Wien, eine Stadt der Frauen? Auf unserem Spaziergang durch die Innenstadt entdecken wir zahlreiche Spuren von engagierten, begabten und geschäftstüchtigen Frauen aus allen Gesellschaftsschichten, die durch ihr Wirken die Historie Wiens wesentlich geprägt haben. Am Nachmittag Freizeit; gemeinsames Abendessen. 3. Tag: Führung Albertina / Ausflug in die Weinberge Am Morgen Führung durch die Albertina, die eine der bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt beherbergt. Am Nachmittag Ausflug in den wunderschönen Wienerwald mit kleinem Spaziergang durch die Weinberge und kleiner Verkostung in einem typischen Heurigenlokal. 4. Tag: Fiaker- und Riesenradfahrt Wer möchte, kann den Tag mit einer begleiteten Joggingrunde durch das morgendliche Wien beginnen (Dauer: ca. 45 Minuten). Lassen Sie sich dann nach dem Frühstück gemütlich von

Koordination der Reise

einem Fiaker vom Hotel zum Prater kutschieren. Geniessen Sie die bombastische Aussicht über Wien vom Riesenrad aus; anschliessend Bustransfer zum Flughafen und Rückflug nach Zürich (Ankunft ca. 16.50 Uhr).

Leistungen – Flug mit Austrian Airlines inkl. Taxen – 3 × Übernachtung / Frühstück im 4*-Hotel Grand Ferdinand – 2 × Abendessen – 1 × leichter Mittagslunch – Führung Albertina – Stadtführung «Wiener Weiber» – Lokale Reiseleitung für alle Führungen – Heurigenbesuch – Fiakerfahrt – Fahrt mit dem Riesenrad – Alle Busfahrten gemäss Ausschreibung Kosten Im Doppelzimmer CHF 1495.– * Einzelzimmerzuschlag CHF 300.– * Annullations- und Rückreiseversicherung auf Anfrage Der Preis ist gültig ab zehn zahlenden Personen Bitte melden Sie sich bis 30. Juni 2017 an: redaktion@womeninbusiness.ch

Medienpartner Atlas Reisen Weinbergstrasse 149 Postfach 8042 Zürich

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G e n i e s s e n_ K u l t u r

Kultur unter freiem Himmel

Mit Skulpturen im Klöntal, Literatur in Leukerbad, Tanzvorstellungen auf dem Julierpass und Openair-Konzerten für jeden Geschmack. Mein Highlight Dr. Heidi Amrein, Chefkuratorin des Schweizerischen Nationalmuseums, empfiehlt im Sommer einen Besuch der hauseigenen Ausstellung «Schmuck. Material Handwerk Kunst»: «Schmuck fasziniert seit Jahrtausenden – ob als Zierde, Erinnerungsstück, Statussymbol oder Kunstwerk. In unserer opulenten Ausstellung sind prachtvolle und oft auch überraschende historische Schmuckstücke zu sehen. Etwa der Ring, den Goethe seiner jungen Verehrten Wilhelmine Herzlieb schenkte. Werke aus dem Jugendstil – zum Beispiel von Lalique – oder von zahlreichen Künstlern wie Max Bill und Meret Oppenheim zeigen die reiche Palette der Entwicklung vom

Schmuck bis heute auf. Ein weiteres Highlight in der Ausstellung ist die originale Werkstatt der Schmuckkünstlerin Antoinette RiklinSchelbert, die einen spannenden Einblick in das Schmuckhandwerk gibt.» (ls) 19. Mai – 22. Okt. 2017 | Zürich | nationalmuseum.ch

Ausstellung photo basel Während in der Messe die Art Basel stattfindet, konzentriert man sich im Volkshaus Basel ausschliesslich auf Foto-Kunst. Die dort durchgeführte photo basel ist die «erste und einzige internationale Kunstmesse für fotografiebasierte Kunst der Schweiz». Die Veranstaltung bringt Sammler, Besucher und Käufer zusammen – 2016 haben 9000 Personen die photo basel besucht. Dieses Jahr sind knapp 40 Galerien aus der ganzen Welt an der Messe vertreten. Die photo basel findet zum dritten Mal statt und wird 2017 zum ersten Mal um «tape/ basel» erweitert. «tape/basel» findet ebenfalls im Volkshaus statt und ergänzt die photo basel mit Bewegtbildern. (ls) 14. – 18. Juni 2017 | Basel | photo-basel.com

Klöntal Triennale Unter dem Motto «Part of a Moment» wird dieses Jahr die zweite Klöntal Triennale duchgeführt. Begleitend findet bis am 30. Juli eine Ausstellung im Kunsthaus Glarus statt. Kuratiert wird die Klöntal Triennale von Alexandra Blättler und Sabine Rusterholz Petko. Sie zeigen Werke von Cristian Andersen, Rita McBride, Florian Germann, San Keller, Nik Kosmas und Maya Minder. (ls) 28. Mai – 24. September 2017 | Glarus, Klöntal | kloentaltriennale.ch

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Kulturkalender

Literatur Internationales Literaturfestival Leukerbad Den Auftakt zum 22. Internationalen Literaturfestival Leukerbad bildet traditionellerweise die literarische Wanderung von Kandersteg nach Leukerbad. Belohnt werden die Wanderinnen und Wanderer – und alle anderen Besucher des Literaturfestivals – mit den Lesungen von mehr als drei Dutzend Autoren aus aller Welt. Daneben finden weitere literarische Spaziergänge statt, eine Mitternachtslesung auf 2350 Metern über Meer und ein literarischer Abend in der Alpentherme. Es lohnt sich, Wanderschuhe und Badesachen einzupacken. (ls) 30. Juni – 2. Juli | Leukerbad | literaturfestival.ch

Theater Muttermale Fenster blau Ljöscha sucht nach seinem Vater und flieht aus dem bedrückenden Zuhause zu seinem Grossvater Leo. Ljöscha stellt ihm Fragen, doch je mehr er über seine Vergangenheit herauszufinden versucht, desto mehr weist ihn sein Grossvater ab. Auf einer anderen Erzählebene streichen Leo und Lena die Fenster blau, um sich von der Aussenwelt abzuschirmen. Ihre Beziehung ist das fehlende Puzzleteil in Ljöschas Geschichte. Die Autorin Sasha Marianna Salzmann hat mit «Muttermale Fenster blau» den Kleist-Förderpreis für junge Dramatik gewonnnen. Tobias Herzberg (im Bild) inszeniert die Schweizerische Erstaufführung im Schauspielhaus Zürich. (ls) 19. Mai – 30. Juni 2017 | Zürich | schauspielhaus.ch

Origen Nach Inszenierungen in einer Burg oder auf einem Staudamm realisieren die Veranstalter des Theaterfestivals Origen dieses Jahr ihr bislang kühnstes Projekt: Sie bauen einen 30 Meter hohen Holzturm auf dem Julierpass. Bis er Ende Juli eröffnet wird, finden verschiedene Veranstaltungen rund um die Baustelle statt: Zum Beispiel am 12. Juli, wenn Tänzer die ersten Treppenstufen des Julierprojekts erkunden. (ls) 14. Mai – 31. Juli 2017 andere | origen.ch

| Julierpass, Mulegns und

ab

Mai

Alexandra Meyer 5. Juli – 24. September 2017 Alexandra Meyer thematisiert in ihren Werken grosse Fragen der menschlichen Existenz rund um Körper, Geist und Psyche. Dabei überzeugt sie mit Humor, Ideenreichtum und Leichtigkeit. allerheiligen.ch

Der japanische Holzschnitt als Inspiration 8. Juli – 8. Oktober 2017 Der japanische Stil fand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Eingang in die Werke von Schweizer Künstlern. Das zeigt das Kunstmuseum Solothurn unter anderem mit Holzschnitten von Martha Cunz. www.kunstmuseum-so.ch

Eine elegante Freundschaft 20. Mai – 17. September 2017 Die Fondation Bolle in Morges präsentiert die weltweit erst dritte Retrospektive über Hubert de Givenchy. Im Zentrum der Ausstellung am Genfersee steht die Beziehung des französischen Modeschöpfers zu Audrey Hepburn. fondationbolle.ch

Crisi di Nervi 17. Juni – 1. Juli 2017 Das Theater Neumarkt veranstaltet ein italienisches Musikopenair vor dem Helsinkiklub. Mit professionellen Musikern und Gastauftritten. Und wer Lust hat, singt die italienischen Schlager gleich selbst mit. theaterneumarkt.ch

I Never Read 14. – 17. Juni 2017 Die Kunstbuchmesse «I Never Read» in der Kaserne Basel ist eine Messe für Verleger, Autoren, Gestalter und Künstler aus dem In- und Ausland – und für alle, die schöne Bücher lieben. ineverread.com


G e n i e s s e n_ K u l t u r

Festivals St. Galler Festspiele Oper, Tanz und Konzert: Anhänger aller drei Kunstformen werden an den St. Galler Festpielen auf dem Klosterhof des St. Galler Stiftbezirks fündig. Die Oper dreht sich dieses Jahr um die verführerische und gefährliche Nymphe Loreley, die mit ihrer Schönheit und ihrem Gesang zahlreiche Männer mitsamt ihren Schiffen in den Tod stürzt. Neben der «Loreley» von Alfredo Catalani wird das Tanzstück «Kranzrede» von Jörg Weinöhl aufgeführt. Wer klassische Konzerte bevorzugt, kann in Kirchen, Kapellen oder dem Barocksaal der bekannten Stiftsbibliothek den Werken von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt und vielen anderen lauschen. (ls) 23. Juni – 7. Juli 2017 | St. Gallen | stgaller-festspiele.ch

Festival da Jazz Das vielleicht höchstgelegene Jazzfestival der Welt feiert sein zehnjähriges Bestehen. Deshalb treten einige der Besten aus der Geschichte des Festivals auf, darunter Chick Corea, Herbie Hancock oder Paolo Conte. Aufstrebende Talente wie die Japanerin Hiromi runden das Programm ab. Die Konzerte finden in St. Moritz und Umgebung statt: In Dracula Club von Gunter Sachs, in der Sunny Bar des Kulm Hotel und auf der Terrasse des Hauser’s Hotel im Dorfkern. Der internationale Superstar Jamie Cullum (im Bild) gibt zum Jubiläum ein Gratiskonzert auf dem Oberengadiner Hausberg Muottas Muragl. (ls) 5. – 31. Juli 2017 | St. Moritz | festivaldajazz.ch

Riviera Latina Festival Weggis Vor elf Jahren hat die brasilianische Fussballnationalmannschaft in Weggis für die Weltmeisterschaft trainiert. Und ein bisschen Brasilien findet man immer noch im Dorf am Vierwaldstättersee: Immer an Pfingsten, wenn unter dem Motto «salsa y sabor» das Riviera Latina Festival Weggis stattfindet. Der Salsa–, Tanz- und Konzertevent vereint brasilianische Rhythmen und Bergpanorama. Neben Konzerten, Salsashows und -tanzflächen erwarten die Besucherinnen und Besucher im «Latino Village» Stände mit lateinamerikanischem Essen und Drinks. (ls) 2. – 4. Juni 2017 | Weggis | riviera-latina.ch

Kulturfestival St. Gallen Die kongolesische Formation Mbongwana Star, die das Kulturfestival St. Gallen im Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums St. Gallen eröffnet, kreiert einen Mix aus Dub, Post-Punk, 60er Acid-Rock und traditioneller Soukous-Musik. Die israelischen Schwestern A-WA mischen traditionelle altjemenitische Gesänge mit Hip-Hop-Beats, Reggae-Grooves und elektronischen Elementen. Und die Musik der Irin Wallis Bird ist geprägt von Irish Folk, Rock und Jazz. So unterschiedlich die Künstlerinnen und Künstler am Kulturfestival St. Gallen sind, so vielfältig ist auch das kulinarische Angebot: Nebst dem üblichen Angebot werden je nach Abend und Konzert verschiedene Köstlichkeiten aus den auf der Bühne vertretenen Ländern und Regionen zubereitet. (ls) 4. – 22. Juli 2017 | St. Gallen | kulturfestival.ch

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Film

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Song to Song In der Hoffnung auf den grossen Durchbruch lässt sich die Musikerin Faye (Rooney Mara) auf eine Affäre mit dem Musikproduzenten Cook (Michael Fassbender) ein. Die Affäre zwischen den beiden wird Faye zum Verhängnis, als sie BV (Ryan Gosling) kennenlernt. Die Musikerin und der Songwriter verlieben sich. Dumm nur, dass auch BV zu Cooks Schützlingen gehört. Von der Verbindung zwischen Faye und Cook ahnt er jedoch nichts. Die ohnehin schon komplizierte Situation spitzt sich weiter zu, als BV mit der Kellnerin Rhonda (Natalie Portman) anbandelt. (ls)

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DER WEIN CLUB FÜR GENI ESSER

Kinostart 25. Mai 2017 Romanze, Musik USA 2017 Regie Terrence Malick Hauptdarsteller Michael Fassbender, Rooney Mara, Ryan Gosling, Natalie Portman

Une vie 1819 in der Normandie. Nach ihrem Studium im Klosterinternat heiratet die überbehütete Jeanne Le Perthuis de Vauds Julien Delamare. Jeanne schwelgt noch in Kindheitsträumen und glaubt an das Gute in der Welt. Ihre We l t a n s c h a u u n g wird durch ihren Mann auf eine harte Probe gestellt: Julien ist geizig, gemein und flatterhaft und betrügt Jeanne erst mit dem Dienstmädchen Rosalie und dann mit der Nachbarin Gilberte de Fourville. Nach dem gleichnamigen Roman von Guy de Maupassant. (ls)

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Kinostart 15. Juni 2017 Drama Frankreich 2016 Regie Stéphane Brizé Hauptdarsteller Judith Chemla, Yolande Moreau, ANZEIGE

Jean-Pierre Darroussin

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G e n i e s s e n_ G o l f

«Golfen ist ein Sport für Frauen!» Exakt 90 725 registrierte Golferinnen und Golfer gab es Ende 2016 in der Schweiz. Dazu kommt eine unbekannte Zahl von Gelegenheitsspielern. Rund 36 Prozent der ASG-Mitglieder sind Frauen – international ein Spitzenwert. Ein Gespräch mit ASG-Generalsekretärin Barbara Albisetti über den Reiz des Traditionssports. Text Irene M. Wrabel

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@ Kaufleuten Zürich Mittwoch 7.6.17

Avital Meets Avital

rau Albisetti, ist Golf nur ein Sport für Reiche? Nein, sicher nicht. Golf ist ein Sport für alle! Er galt (zu) lang als Sport für reiche Leute, dies hat sich in den letzten Jahren allerdings gründlich geändert. Golf ist ein Spiel für Jung und Alt, für Familien, Paare, Singles, Sportler und auch für Leute die nicht mehr so fit sind! Alle können sich mit Golf vergnügen, den Wettkampf oder einfach die Natur geniessen!

Mandoline & Bass Virtuosi • CH-exklusiv!

Mittwoch 14.6.17

Gov´t Mule

Blues-Rock-Jam-Power • CH-exklusiv!

Durch die ASGI (Schweizer Verband der unabhängigen Golfer) und die Migros Golfparks ist der Golfsport erschwinglicher geworden. Ist das eine Konkurrenz für Sie oder arbeiten Sie mit den beiden Organisationen zusammen? Die ASGI und Migros sind beide Mitglieder der ASG, also sicher keine Konkurrenten. Ihr Ziel ist die Förderung des Golfsports bei den sogenannten clubfreien Spielern. Wir arbeiten mit beiden Organisationen zusammen und haben mit ihnen Verträge.

Donnerstag 29.6.17

Little Steven & The Disciples of Soul

Springsteens Gitarrist mit eigener Band

Dienstag 11.7.17

Steve Winwood

Es gibt heute unzählige Sportarten – warum sollte man ausgerechnet mit dem Golfsport starten? Was macht Golf so attraktiv? Da gibt es viele Gründe! Man kann in jedem Alter Golf spielen, ich sage immer: von vier bis 104. Verschiedene Studien zeigen, dass Golferinnen und Golfer im Schnitt fünf Jahre länger leben als Nichtgolfer. Es verbindet Generationen, hier kann auch die Grossmutter mit ihren Enkeln spielen. Eine im Vorjahr veröffentlichte Studie zeigt, dass Golferinnen und Golfer weniger an Depressionen leiden. Golf macht fit: Läuft man einen klassischen 18-Loch Platz ab, verbraucht dies mehr Kalorien als wenn man eine Stunde Tennis spielt. Für mich persönlich noch wichtiger: Golf spielt man in der Natur, meist an sehr schönen Orten. Zudem kann es gleichzeitig ein lockeres Spiel zur Erholung oder ein sportlicher Wettkampf sein. Es ist für jede und jeden etwas dabei. Dank dem Handicap-System ist es auch kein Problem, wenn Männer gegen Frauen spielen. Das gibt es in kaum einer anderen Sportart.

Freitag 14.7.17

Mavis Staples The James Hunter Six A Real Soul Night

Donnerstag 27.7.17

Residente

Freestyle Latino Superstar (ex-Calle 13)

Sonntag 3.9.17

John Cale

Die Velvet-Underground-Legende live im Kaufleuten

Freitag 3.11.17

Walter Trout The Blues Legend is back!

Dienstag 7.11.17

Naturally 7 Both Sides Now-Tour 2017

Donnerstag 25.1.18

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Man sagt oft, dass es im Golfsport mehr ums Geschäftemachen als um den Sport selbst geht. Wie sehen Sie das? Golf ist ein sozialer Sport. Wenn man 18-Loch spielt, ist man mindestens vier Stunden zusammen. Danach geht man in den allermeisten Fällen noch gemeinsam etwas Trinken. So lernt man sich auf und neben dem Platz besser kennen als bei vielen anderen Gelegenheiten. Die Emotionen während der Runde verbinden, zudem ist man automatisch per Du, wenn man Seite an Seite spielt. Ich würde sagen, Golf bringt die Menschen näher zusammen. Aus solchen Golf-Freundschaften können sich auch geschäftliche Verbindungen ergeben, aber für die allermeisten steht dies nicht im Vordergrund. Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Leute auf dem Golfplatz lieber nicht vom Geschäft reden. Sie möchten sich in der Natur entspannen und konzentrieren sich lieber auf den nächsten Schlag. ➤

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Programm & Tickets: www.kaufleuten • www.allblues.ch

JUNI 2017Konzert · WOMEN BUSINESS 55 | JULI Essen Sie vor dem in denINKaufleuten Restaurants

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G e n i e s s e n_ G o l f

Golfen für jedermann und -frau: In Vordermeggen, direkt an der Stadtgrenze zu Luzern, entsteht eine öffentliche Freizeit- und 9-LochGolfanlage mit Fuss- und Wanderwegnetz.

Frauen sind gesucht – wie möchten Sie noch mehr Frauen fürs Golfen begeistern? Golf ist ganz klar ein Sport für Frauen! Golf bedeutet Emotionen, ist je nachdem purer Spass oder Wettkampf, aber immer auch sozial. Man kann alleine spielen, aber noch besser ist es mit der Familie, Freundinnen oder mit dem Partner. Golf ist äusserst fair, alle Golfplätze haben verschiedene Abschläge (sogenannte Tee-Boxen) für Männer und für Frauen, sodass sich alle neutral und mit den gleichen Schwierigkeiten messen können. Der Golfsport hat ein eher konservatives Image. Gibt es da überhaupt Innovationen? Ja. Die Golf-Regeln werden ab 2019 viel einfacher werden, das sollte speziell den Neu-Golferinnen und -Golfern helfen. Die neuen Regeln sollen aber auch dazu beitragen, dass das Spiel etwas schneller wird. Bei den Amateuren werden beispielsweise 9-Loch-Turniere immer populärer. Die ASG und ich persönlich begrüssen diese Entwicklung. In gut zwei Stunden kann man dann auf 9-Loch ein «richtiges» Turnier spielen, beispielsweise bei den zahlreichen After-Work-Veranstaltungen. Es muss also nicht immer 18-Loch sein. Wenn ich mit dem Golfen beginnen möchte, was würden Sie mir raten? Wenn es geht, würde ich eine Golf-Woche planen. Speziell zu Beginn ist wichtig, dass man ein Erfolgserlebnis hat – das geht eindeutig am besten, wenn man jeden Tag mit einem ausgebildeten Golflehrer übt. Zum Einstieg und zum Kennenlernen schlage ich einen Schnuppertag bei einem unserer Clubs vor. Auf der Seite magicgolf.ch präsentieren wir alle Clubs mit ih56 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

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ren speziellen Angeboten für Einsteigerinnen unter dem Titel «Golf4you». Der Anfang ist nicht so einfach, wie man vielleicht meint, umso faszinierender wird das Spiel, wenn die Bälle schliesslich fliegen. Die Unterstützung durch den Golflehrer hilft. Ideal ist, wenn man sich mit einer Freundin anmeldet. Die Fortschritte sind dann noch motivierender und gemeinsam ist es auch einfach lustiger! ★

Über den Schweizerischen Golfverband ASG Die Association Suisse de Golf (ASG), der Schweizerische Golfverband, ist die Dachorganisation des Golfsportes in der Schweiz. Zu ihren Hauptaufgaben gehören unter anderem die Überwachung, die Unterstützung, die Regelung der Ausübung und die Entwicklung des Golfsports in der Schweiz. Die ASG wurde 1902 gegründet und hat ihren Sitz in Epalinges (VD). Barbara Albisetti ist seit 2014 Generalsekretärin des Schweizerischen Golfverbandes ASG (Association Suisse de Golf), wo sie bereits seit 2007 für Marketing und Kommunikation innerhalb des Verbandes verantwortlich war. Die Tessinerin ist selbst eine ausgezeichnete Golfspielerin. Sie war während 14 Jahren Mitglied des Nationalkaders der Girls und Damen sowie 1997 Schweizermeisterin der Ladies. Barbara Albisetti durfte die Schweiz ferner an mehreren internationalen und europäischen Meisterschaften sowie an einer Weltmeisterschaft vertreten.


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WO M E N ’ S TA L K _ R ü c k b l i c k

Gesund und jung für immer? Möglichst jugendlich und vital wirken – das scheint das Mantra des 21. Jahrhunderts zu sein. Doch wo liegen die Grenzen? Darüber diskutierte Irene M. Wrabel in Basel mit Rebecca Guntern Flückiger, Country Head Switzerland bei Sandoz Pharmaceuticals AG, und die Plastische Chirurgin Dr. med. Kathrin Cierpka. Bilder Christian Dancker Text Irene M. Wrabel

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egen jede Krankheit scheint es ein Mittel zu geben. Doch die demografische Entwicklung stellt die medizinische und pharmazeutische Forschung vor neue Herausforderungen. Neue Ansätze sind also gefragt, wie Rebecca Guntern weiss. «Bei den Therapien sind in den letzten Jahrzehnten extreme Fortschritte erzielt worden. Vor allem die Genforschung setzt hier an, man möchte genetische Veranlagungen frühzeitig erkennen und verhindern.» Ein prominentes Beispiel dafür ist die Schauspielerin Angelina Jolie, die sich

aufgrund ihrer genetischen Prädisposition – ihre Mutter starb an Brustkrebs – im Februar 2013 beide Brüste entfernen liess. Ob diese Form der Prävention sich durchsetzen wird, ist die Frage. Die Meinungen darüber gehen weit auseinander.

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Fakt ist, dass die Nachfrage nach medizinischen Angeboten vor allem im Bereich der Abwehr von Alterserscheinungen kontinuierlich steigt. Die Menschen werden immer älter und die Zahl der Demenzerkrankungen nimmt weiter zu. Eine Herausforderung auch in finanzieller Hinsicht – schliesslich ➤

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1. Lichtdurchflutet: der Saal des Grand Hotel Les Trois Rois 2. Rebecca Guntern Flückiger 3. Irene M. Wrabel 4. Kathrin Cierpka 5. Frühlingshafte Impressionen 6. Stéphanie Borge, Alice Markuly 7. Tobias Lutz, Tamara Spaar 8. Sezai Özkan, Anouk Manser 9. A votre santé! 10. Give-aways für die Gäste JUNI

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WO M E N ’ S TA L K _ R ü c k b l i c k

muss Medizin bezahlbar bleiben. Sowohl die medizinische Forschung als auch die Betreuung der Erkrankten verursachen hohe Kosten. Rebecca Guntern sieht weitere Herausforderungen für die Forschung vor allem im Bereich der Wirksamkeit von Medikamenten. «Resistenzen gegenüber bestimmten Wirkstoffen nehmen immer mehr zu, bisher bewährte Präparate nützen also nichts mehr.» In der Krebsbekämpfung sieht sie einen weiteren Schwerpunkt.

«Der häufigste Eingriff bei meinen männlichen Patienten sind Oberlidstraffungen, um aktiver und wacher zu wirken», sagt die Plastische Chrirurgin. Doch wo findet man den geeigneten medizinischen Beistand, wenn man sein Äusseres verändern möchte? Die Spezialistin rät, sich vorab gut zu informieren: «Die Schweizerische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (Swiss Plastic Surgery) kann Auskunft über anerkannte Fachärzte geben. Dabei sollte man darauf achten, dass der gewählte Kontakt auch das richtige Hauptgebiet hat. Und schliesslich sollte man auch auf sein Bauchgefühl hören, die Ärztin oder der Arzt sollte einem sympathisch sein.»

«Für eine jugendliche Ausstrahlung kann man viel selbst tun.»

Doch in der Medizin geht es nicht nur um gesundheitliche Probleme – gerade die optischen Begleiterscheinungen des Alterns lassen viele über medizinische Eingriffe nachdenken, mit denen sie jünger und vitaler wirken möchten. Kathrin Cierpka dazu: «Die Patienten kommen zu mir, weil sie unzufrieden sind. Das Thema Alter wird meist vermieden – wobei das auch gar nicht der springende Punkt ist. Meine Patientinnen und Patienten wollen nicht primär jünger, sondern ganz einfach nur schöner aussehen.»

Die Plastische Chirurgin sagt jedoch nicht zu allen Wünschen ihrer Patienten ja. Vor allem unrealistische Erwartungshaltungen lassen bei Kathrin Cierpka die Alarmglocken läuten. «Im Bereich der Hautelastizität zu Beispiel sind uns Grenzen gesetzt. In solchen Fällen lehne ich den gewünschten Eingriff schon mal ab, schlage aber alternative Lösungen vor. Ein weiterer Grund, einen gewünschten Eingriff nicht durchzuführen, ist natürlich eine allfällige Gesundheitsgefährdung.» Stichwort Alternativen: Es muss nicht immer gleich ein Eingriff sein, auch die Pharmazie bietet gewisse Hilfsmittel, um den Alterungsprozess zu verlangsamen. «Vitamin-A-Säure etwa zeigt gute Wirkung, da sie den Prozess der Zellerneuerung fördert», sagt Rebecca Guntern. «Aber auch Feuchtigkeitspflege und vor allem ein wirksamer Sonnenschutz tun viel für eine gesunde Haut.» Letzterer ist besonders wichtig, denn die Sonne meiden ist keine gute Option. Oft entsteht so ein Vitamin-D-Mangel – und dieser hat vielfältige negative Auswirkungen auf Körper und Psyche.

Was man nicht vergessen sollte, ist, dass solche Eingriffe auch ihren Preis haben. Den Trend, ins Ausland zu gehen, um dort Geld zu sparen, sieht Kathrin Cierpka kritisch. «Eingriffe im Ausland müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Doch wenn es Komplikationen gibt, müssen die Ärzte daheim ihr Bestes geben. Und das belastet dann das gesamte Gesundheitssystem.» Bei den Preisen lohnt es sich, genau hinzuschauen. «Es gibt natürlich gewisse Unterschiede. Aber alles, was extrem billig ist, sollte einen stutzig machen. Qualität hat ihren Preis.» Vor allem im Bereich der zum Einsatz kommenden Substanzen ein wichtiger Faktor: Manche Ärzte beziehen billige Produkte aus dem Internet – da ist die Qualität eben nicht immer sicher.

Der Druck, gesund und vital zu wirken, wird auch für Männer immer grösser. Im Durchschnitt liegt deren Anteil bei etwa 15 Prozent, Kathrin Cierpka kommt sogar auf einen Männeranteil von rund 20 Prozent. Der Beweggrund für Männer liegt meist im beruflichen Umfeld. Man möchte fitter wahrgenommen werden und verspricht sich dadurch grösseren Erfolg.

Doch für eine jugendliche, vitale Ausstrahlung kann man auch selbst viel tun. «Neugierig bleiben, Interesse an vielen Themen zeigen, Freude empfinden – damit tut man schon sehr viel, um bis ins hohe Alter hinein jugendlich zu wirken», rät Rebecca Guntern. Dem pflichtet auch Kathrin Cierpka bei und ergänzt: «Wenn man alte Menschen fragt, was sie jung hält, sagen die meisten, dass es ganz wichtig ist, neugierig und aktiv zu bleiben!» Und was machen die beiden selbst dafür, um möglichst lang aktiv zu bleiben? «Zufriedenheit und dafür sorgen, dass man seine Träume auch leben kann, hilft sicher» , sagt Kathrin Cierpka. «Und viel Wasser», ergänzt sie. Rebecca Guntern setzt ebenfalls auf den psychologischen Faktor: «Ich bin glücklich und zufrieden und versuche, jeden Tag zu geniessen. Genug Schlaf ist mir ebenfalls wichtig, Menschen sind schliesslich keine Maschinen.» Vielleicht sollte man sich das öfter bewusst machen. ★

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Sezai Özkan, Rebecca Guntern Flückiger, Kathrin Cierpka,

Irene M. Wrabel

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Jutta Egger, Petra Müller, Stéphanie Borge, Beatrice Aeschlimann, Sylvia Schaffhauser, Judith Bürgi Nicole Borer, Monique Sellshopp, Susanne Wyss Claudia Condello, Caroline Sütterlin Severin Schmidlin, Petra Nideröst, Jacqueline Reize Sandra Kalosse Jense, Tobias Lutz, Stephanie Defayes Susanne Renggli, Susanne Breuer Tonie B. Oester, Michaela-Maria Nazarek, Geneviève Monnet, Stéphanie Borge Zur Ansicht: der brandneue 5er BMW

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Vo r s c h a u

WOMEN IN BUSINESS

WIB

Impressum Ausgabe: Nr. 03/2017 Druckauflage: 10 000 Exemplare

10. August 2017 Packen wir’s an!

Verleger Daniel Kaczynski Geschäftsführung Christine Lesnik Editorial Managerin Irene M. Wrabel i.wrabel@womeninbusiness.ch Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe Anina Hille, Iris Kuhn-Spogat, Carolina Müller-Möhl, Yvonne Seiler Zimmermann, Lara Surber, Brigitte Ulmer, Gabrielle Wanzenried, Irene M. Wrabel Korrektorat Dominik Süess Verlagsleitung | Anzeigenleitung Christine Lesnik c.lesnik@womeninbusiness.ch Art Direction | Bildredaktion Nicole Senn nicole.senn@swisscontent.ch Bilder Nicolas Duc, Nicole Senn, Suzanne Schwiertz, Balz Murer, Denner, KEYSTONE, Adriana Tripa, Rolex /  Ambroise Tézenas / Tina Ruisinger / Bart Michiels /  Cédric Widmer, WienTourismus / Peter Rigaud, boulesse.com, Erik Tomasson, Schweizerisches Nationalmuseum, T+T Fotografie, Tanja Dorendorf, Verna & Mai36.project und Alexander and Bonin, Origen Festival, Christian Dancker, Shutterstock, Bildagenturen. Alle Bilder, soweit nicht anders vermerkt, mit Genehmigung der Urheber. Verkauf Rita Nock r.nock@womeninbusiness.ch

Das Leben ist unberechenbar. Wenn man denkt, man hätte alles im Griff, kommt – meist aus Ecken, wo man es gar nicht vermutet hätte – irgendein Störfaktor daher. Und wirft alles, was man sich so schön zurechtgelegt hatte, über den Haufen. Wie man damit umgeht, ist Persönlichkeitssache. Während die einen noch mit ihrem Schicksal hadern, haben die anderen schon nahtlos auf Plan B umgestellt. Charakterliche Dispositionen lassen sich kaum ändern. Wohl aber die Prioritäten, die man setzt. Überraschend viele Frauen neigen auch heute noch dazu, ihr Schicksal in die Hände anderer zu geben, anstatt die Angelegenheiten selbst anzupacken. Klar, manchmal ist es einfach bequem, wenn Dinge für einen erledigt werden. Was aber, wenn der Kollege Zufall wieder zuschlägt? Und dann vielleicht niemand zur Verfügung steht, der alles regelt? Wir können Ihnen auch nicht sagen, wie Sie Ihr Leben am besten planen – aber wir wollen Ihnen den Rücken stärken, Tipps geben, Inspiration sein. Das alles wieder direkt nach der Ferienzeit. Eine herrliche Sommerzeit wünscht Ihnen

Herausgeber Swisscontent AG Hottingerstrasse 12 8032 Zürich 044 245 45 15 abo@womeninbusiness.ch www.womeninbusiness.ch

Ihre

Abonnemente abo@womeninbusiness.ch Einzelpreis: CHF 9.80 Jahresabo: CHF 79.–, Ausland CHF 99.– Probeabo: (3 Ausgaben) CHF 18.– Ausland CHF 35.– Marken des Verlages: WOMEN IN BUSINESS | WOMEN’S TALK www.womeninbusiness.ch Druck und Vertrieb: AVD GOLDACH AG Haftungsausschluss: Der redaktionelle Inhalt stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Abschluss einer Finanztransaktion dar und entbindet den Leser nicht von seiner eigenen Beurteilung.

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Die nächste WIB erscheint am

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Irene M. Wrabel Editorial Manager


SAVE THE DATES 2017 06. September Bern | Hotel Schweizerhof 25. Oktober Zürich | BMW Brand Experience Center 06. November St. Gallen | Hotel Einstein 12. Dezember Zürich | Hotel Baur au Lac

Nähere Infos unter redaktion@womeninbusiness.ch Folgen Sie uns auch auf www.facebook.com/WOMENinBusinessMagazin

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Männersicht

10 Fragen an Ivano Colombo

77, Mitinhaber Colombo La Famiglia Der gebürtige Tessiner Ivano Colombo gehört zu den Schweizer Designmöbel-Pionieren und ist heute Partner des Zürcher Einrichtungsgeschäfts Colombo La Famiglia. Der ehemalige Leichtathlet wohnt in einem überschaubaren, sehr persönlich eingerichteten Landhaus im Zürcher Oberland, zu dessen Vorzügen ein riesengrosser Umschwung gehört. Den Winter verbringt der Lebensgeniesser und Ferrari-Fahrer jeweils in seinem Haus an der brasilianischen Küste.

1.

Welchen Beruf haben Sie ursprünglich erlernt?

2.

Was ist Ihnen davon geblieben?

3.

Was bedeutet Ihnen Design?

4.

Muss schönes Wohnen immer teuer sein?

5.

Was inspiriert Sie?

6.

Und was geht für Sie gar nicht?

7.

Das Leben geniessen – wie tun Sie das?

8.

Sind Sie – als ehemaliger Leichtathlet – noch immer sportlich aktiv?

9.

Welches Möbelstück haben Sie am liebsten?

10.

Was bedeutet Kreativität für Sie?

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| JULI 2017


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Das Sammelvirus Frauen am Arbeitsmarkt Aktuelle Ergebnisse des Diversity Index Geld & Anlage Wie sicher ist der OnlineZahlungsverkehr?

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Michèle Sandoz, VIP-Chefin der Art Basel, über die Welt der Kunst

APRIL 2017

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Wir holen uns die Häuser! Meret Wiedenkeller hat Grosses vor

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INNOVATION MIT TRADITION Hedy Graber, Woman of the Year 2016

Bevor der Vorhang aufgeht: Ein Blick hinter die Kulissen des Opernhauses Zürich

Geld & Anlage: Was Sie jetzt tun müssen, um 2017 zu sparen

Kultur bremst Karrieren: Was sich in den Unternehmen ändern muss

SEPTEMBER | 2016

DEZEMBER 2016 | JANUAR 2017

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Frauen in der Politik: Der schwierige Weg zum politischen Amt

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Auftakt

Breguet, créateur. Tradition Dame 7038

Sublimiert durch den Glanz ihres Werks und die Raffinesse ihres Zifferblatts aus Tahiti-Perlmutt, offenbart die Tradition Dame 7038 eine spektakuläre Architektur. Mit einem funkelnden Antlitz und technischer Präzision im Innern ist dieser Zeitmesser ein wahres Schmuckstück der Uhrmacherkunst. Wir schreiben die Geschichte fort...

B O U T I Q U E S B R E G U E T – B A H N H O F S T R A S S E 3 1 Z Ü R I C H + 4 1 4 4 2 15 11 8 8 – B A H N H O F S T R A S S E 1 G S TA A D + 4 1 3 3 7 4 4 3 0 8 8 4 WOMEN IN BUSINESS · JUNI

4 0 , R U E D U R H Ô N E G E N È V E + 4 1 2 2 3 1 7 4 9 2 0 – W W W. B R E G U E T. C O M

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WIB Juni | Juli 2017  
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