MDZ – Das Magazin zum Markt der Zukunft

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WANDEL

Träger des Wandels Nicht jede Initiative schafft es, Menschen mit ihrer Nachricht zu erreichen und Veränderungen anzustoßen. Protestforscher Michael Deflorian erklärt, welche Faktoren für den Erfolg einer Bewegung ausschlaggebend sind, und warum gerade das richtige Timing eine große Rolle spielt.

TEXT MAXIMILIAN SCHENNER

ILLUSTRATION ALDO GIANNOTTI

Zwei Jahre nach den ersten Demonstrationen unter dem Titel Fridays for Future scheint die Arbeit der jungen AktivistInnen erste Früchte zu tragen – der Klimaschutz war eines der zentralen Themen der vergangenen Nationalratswahl, erstmals schaffte eine grüne Partei hierzulande den Sprung auf die Regierungsbank. Fridays for Future ist bei Weitem nicht die erste Klimabewegung, aber bisher vielleicht die erfolgreichste. Michael Deflorian befasst sich als Protestforscher an der Uni Wien mit Bewegungen auf der ganzen Welt und analysiert unter anderem, warum einige so erfolgreich sind und andere nicht. Dafür bedarf es erst einmal einer Definition dieses Erfolgs: „Eine Bewegung hat Erfolg, wenn sie ihre Ziele erreicht – das ist aber selten der Fall“, meint Deflorian. Oftmals sei es deshalb bereits ein wichtiger Schritt, wenn Bewegungen einen Stimmungswandel bewirken. Der Wechsel einer Führungsspitze, Veränderungen eines Regierungsprogramms oder der kulturellen Gewohnheiten könnten viel über den Erfolg einer Bewegung aussagen.

POLITIK DES WANDELS

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