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leistungsbericht agrarhandel

2011

Stippvisite im EU-Parlament

Tiertransport ohne Leid

Die neuen EU-Bestimmungen: Beförderte Tiere dürfen weder verletzt werden noch unnötig leiden. | Seite 3

Foto: shutterstock.com

Der Agrarhandel der WK machte sich Ende Mai 2011 zu einer Factfinding-Mission nach Brüssel auf. | Seite 2


Die Zukunft der Agrarpolitik: Treffen mit der EU-Abgeordneten Elisabeth Köstinger (Mitte)

Stippvisite im EU-Parlament Der Agrarhandel der Wirtschaftskammer Steiermark machte sich Ende Mai zu einer Factfinding-Mission nach Brüssel auf. Highlights waren neben den Sehenswürdigkeiten wie dem Atomium der Besuch des Europäischen Parlaments mit dazugehöriger Pressekonferenz und interessanten Vorträgen.

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ie läuft eigentlich eine Pressekonferenz der Europäischen Kommission ab? Wie sieht das EU-Parlament von innen aus und was hat Brüssel zu bieten? Diese und viele Fragen mehr wurden auf der Fachreise des Agrarhandels der WK Steiermark in die belgische Hauptstadt beantwortet. Pünktlich um 09:40 Uhr hoben die knapp 20 Teilnehmer von Wien Richtung Brüssel ab. Bei einer gemeinsamen Stadtrundfahrt bekam man gleich einen ersten Eindruck von Brüssel.

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Nach dem Atomium mit seinen neun silbern glänzenden Kugeln wurde auch beim wohl bekanntesten Wahrzeichen für eine Fotopause Halt gemacht – dem Manneken Pis. Zukunft der Agrarpolitik Am nächsten Tag stand der Besuch des Europäischen Parlaments auf dem Tagesprogramm. Die Delegation wurde in der Generaldirektion für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung empfangen. Diskutiert wurde über die Zukunft der Agrarpolitik und Optionen für künftige gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wurden ausgelotet. „Das Qualitätspaket 2013 der Europäischen Kommission“ stand im Anschluss im Mittelpunkt. Am Nachmittag reservierte sich EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger Zeit für einen Vortrag. Nach einem weiteren Vortrag mit dem Bauernbund und einem gemeinsamen Abendessen traten die Teilnehmer am nächsten Tag mit jeder Menge europäischer Agrarinformation den Heimweg an.

 Factfinding-Mission: Wirtschaft und Kultur in der belgischen Hauptstadt


AgrarHandel

Achterbahnfahrt der Getreidepreise Die unsichere Preisgestaltung von Brot-, Futter- und Maisgetreide bereitet den Händlern Kopfzerbrechen. Wohin sich die Preise der Rohstoffe entwickeln, bleibt weiterhin unklar.

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eit vier Jahren werden alle Getreidearten an der Börse gehandelt. Die Wirtschaftskammer hat praktisch keinen Einfluss mehr auf die Preisgestaltung der Rohstoffe. Diese Tatsache bringt die Getreidehändler in die Zwickmühle, da der Preisanstieg ähnlich wie beim Rohöl nicht oder nur schwer vorhersehbar ist. Der richtige Zeitpunkt zum Einkauf bleibt im Dunklen. Zur

Orientierung: Die Brotgetreidepreise blieben im Vorjahr weiterhin auf hohem Niveau, die des Futtergetreides sind gesunken und das Preisniveau von Maisgetreide war 2011 relativ hoch, ist dann aber kurz nach der Ernte im Oktober gesunken. Fazit: Die Preisentwicklung bleibt auch im heurigen Jahr weiterhin unklar.

Tiertransport ohne Leid Neue EU-Bestimmungen für Tiertransporte: Beförderte Tiere dürfen nicht verletzt werden oder unnötig leiden. Der Gesundheitszustand der Tiere muss einwandfrei sein.

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iere sollen gesund und angstfrei in den Schlachthof gelangen. Die EU hat einheitliche Bestimmungen für den Tiertransport erlassen. Diese besagen, dass der Transportunternehmer dafür sorgen muss, dass die beförderten Tiere nicht verletzt werden oder unnötig leiden. Folgende Anforderungen müssen eingehalten werden: bewegliche und feste Rampen, Schutz vor ungünstigen Witterungs-

einflüssen, Belüftung, Einstreu, Krankenabteilungen, Aufenthaltsräumlichkeiten für Fahrer, Einrichtung zur Entsorgung, Einrichtung zur Reinigung und Desinfektion der Stallungen, strikte Zeitvorgaben für den Transport und die Einhaltung von Ruhezeiten. Der Gesundheitszustand des Tieres muss alle zwölf Stunden kontrolliert werden.

Novelle schützt vor Kosten nicht Pflanzenschutzmittelgesetz und -verordnung sind mit 14. Juni in Kraft getreten. Eine Herausforderung kommt vor allem im Bereich der Aus- und Weiterbildung auf die Gremialmitglieder zu.

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ibt es eine Änderung in einem Gesetz oder einer Verordnung, ist das oft mit zusätzlichen Kosten verbunden. So auch beim Pflanzenschutzmittelgesetz. Demnach kassiert die AGES für die Eintragung aller Lager- und Abgabestellen ins Betriebsregister 14,73 Euro im Jahr für jede gemeldete Verkaufs-

stelle. Die Pflanzenschutzmittelverordnung schreibt ausreichend geschultes Personal pro Verkaufsstand vor. In der Steiermark müssten demnach bis zu 300 Mitarbeiter einen rund 16-stündigen Kurs besuchen. Wer trägt die Kosten? Der Agrarhandel ist dabei, das zu klären.

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Verordnungen im Überblick Von der Importkontrolle bestimmter Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs über die Pflanzenschutzmittelverordnung bis hin zur Rotwild-TBC-Verordnung. Damit Sie über aktuelle Änderungen der EU-Verordnungen immer auf dem neuesten Stand sind, können Sie diese im Gremialbüro anfordern.

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Obmann

amit Sie über EU-Verordnungen einen Überblick bekommen, hält das Landesgremium folgende Infos bereit: • Rotwild-TBC-Verordnung • Verordnung zur Importkontrolle bestimmter Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs • Änderung der Saatgutverordnung • Nachtrag: Klassifizierungsverordnung • Rückverfolgbarkeit tierischer Lebensmittel • Durchführungsverordnung zur EU-Pflanzenschutzmittelverordnung

• EU-Verordnung zu Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln • EU-Verordnung zu Rückstandshöchstmengen in tierischen Lebensmitteln • Neues EU-Biologo • Codenummern für Biokontrollstellen • BVD-Verordnung: Änderungen • Produkte, deren Ein- und Ausfuhr sowie Inverkehrbringen aus Tierschutzgründen verboten sind Weitere Informationen zu den verschiedenen Verordnungen können Sie unter 0316 601-580 anfordern.

Komm.-Rat Josef Bund

Exporteure, aufgepasst! Russland-Audit für die Einhaltung der russischen Importbestimmungen. Und: Neue Zeugnisse für den Export von Zucht- und Nutzrindern in die Türkei. Gremialbereichsgeschäftsführer Mag. Günther Knittelfelder

E-Mail: landesproduktenhandel@ wkstmk.at Web: http://wko.at/stmk/produkten Tel.: 0316 601-580 Fax: 0316 601-592

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m Juli 2011 wurden die russischen Importbestimmungen verschärft. Neuansucher müssen den Antrag für eine Russlandzulassung verlängern, auch wenn ein kostenpflichtiges Audit in den Betrieb flattert. Kostenpunkt: zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Seit 15. Juni 2011 müssen für den Export von Zucht- und Nutzrindern in die Tür-

kei neue Veterinärzertifikate verwendet werden. Achtung: Die Zeugnisse stehen nur in Englisch und Türkisch zur Verfügung. Als Ausfüllhilfe gibt es eine deutsche Version – diese ist kein gültiges Zeugnismuster! Die Vordrucke gibt es auf der Website des BMG. Alle weiteren Informationen gibt es im Büro des Gremiums.

Impressum: Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: Herausgeber und Medieninhaber: Wirtschaftskammer Steiermark, Landesgremium Agrarhandel. Blattlinie: Informationsmedium für Mitglieder der Wirtschaftskammer Steiermark. Erscheinungsort: Steiermark. Für den Inhalt verantwortlich: Wirtschaftskammer Steiermark. Fotos: wenn nicht anders angegeben Wirtschaftskammer Steiermark. Redaktion und Layout: wuapaa.com – die redaktion, Dr.-Arthur-Lemisch-Platz 1, 9020 Klagenfurt. Herstellungsort: Klagenfurt. Vertrieb: Zugestellt durch Post.at. Irrtümer, Satz- und Druckfehler vorbehalten. Alle Artikel sind geschlechtsneutral gemeint.

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Leistungsbericht der Wirtschaftskammer Steiermark, Sparte Handel

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