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Mecklenburg-Vorpommern

Auch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat die Elektromobilität für sich entdeckt. „Das Wirtschaftsministerium hat sowohl in den Bereichen der Technologieförderung als auch im Bereich des Klimaschutzes Aktivitäten unternommen, die Möglichkeiten der Einführung der Elektromobilität zu unterstützen“, betonte Anfang Juni Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. „Mit der Bereitstellung des notwendigen Know-hows und einer flächendeckenden Infrastruktur für beispielsweise Elektrofahrzeuge werden sich Herausforderungen und Chancen für die heimische Wirtschaft ergeben.“ Seidel befürwortet die Einrichtung eines „Zukunftsbündnisses Elektromobilität“ mit Vertretern aus der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft und Verbrauchern und hob hervor, dass bereits Interesse aus den Bereichen Automotive und Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien bekundet wurde. Das könne, so Siedel weiter, unter anderem der Tourismus-, der Energie- und natürlich auch der Automobilindustrie neuen Antrieb geben. Allein zur Automobilzulieferindustrie in Mecklenburg-Vorpommern zählen rund einhundert Unternehmen mit 4.800 Mitarbeitern. Rund einhundert Automobilzulieferer, Metallbauer und Dienstleister

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waren Ende Mai zum Branchentag der REFA an einen der Ursprungsorte der Automobilindustrie in Mecklenburg-Vorpommern in die alte Gießerei auf dem heutigen Gelände der Webasto AG nach Neubrandenburg gekommen. Die REFA, 1924 als Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung und tarifpolitisch neutraler Fachverband gegründet, bietet Lehrgänge zur Fabrikplanung, Anlagenentwicklung für neue Produkte, Produktionslogistik und Arbeitsplatzgestaltung. Von Anfang an ist die REFA-Organisation eng mit der Mit der Bereitstellung einer flächendeckenden Infrastruktur für Elektrofahrzeuge werden sich Chancen für die heimische Wirtschaft ergeben. Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern

Automobilzulieferindustrie verbunden und organisierte unter Leitung des Geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes Dr. Andreas Dikow das regionale Automobilzulieferer-Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern von 2005 bis 2009. Die aktuellen Zahlen, welche der automotive-mv e. V. in seinen regelmäßigen Umfragen in der Branche erfasst, sprechen für das Bundesland im Norden eine deutliche

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Sprache: Eine „Bodenbildung“ hat in der krisengeschüttelten Automotive-Branche des Landes Mitte des Jahres 2009 bereits stattgefunden. Die positiven Entwicklungsparameter haben sich mittlerweile verfestigt, so dass wieder von Wachstum gesprochen werden kann – dies allerdings ausgehend von den Tiefständen Mitte 2009. Gestützt wird dieser Trend zuallererst durch die weltweite Automobilkonjunktur. Mit Ausnahme Russlands steigen auf allen wichtigen Märkten wieder die Absatzzahlen. Sondereffekte der „Abwrackprämie“ in 2009 sorgen in Deutschland noch für negative Trendzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings konnte die deutsche Autoindustrie überproportional von den krisenbedingten Marktveränderungen profitieren und als typische Exportbranche auf den Schlüsselmärkten Westeuropa, USA und China Marktanteile dazu gewinnen: Die Produktion insgesamt legte im ersten Quartal um 27 Prozent, der Export gar um 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Automobilzulieferindustrie Mecklenburg-Vorpommerns wieder. Die Auftrags-

Foto: Wirtschafstminsiterium Mecklenburg-Vorpommern, Danny Gohlke/ddp

Im Norden wird wieder Gas gegeben

Automotive 2/2010  

Wirtschaftsspiegel Thüringen - Wir schaffen Verbindungen! Der Wirtschaftsspiegel Thüringen verlegt jedes Jahr das Branchenspecial Automotive...

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