Page 44

Sachsen-Anhalt

Digital Engineering – hier am Fraunhofer IFF in Magdeburg – ist für die Automobilindustrie unverzichtbar geworden.

Zehn Jahre MAHREG Automotive

Schon damals erkannten die Treiber des Netzwerkes, dass „Leichtbau“, alternative Kraftstoffe, höhere Sicherheitsanforderungen und nicht zuletzt neue umweltfreundliche Antriebskonzepte zu Veränderungen im Automobilbau führen würden. Ein erhebliches Potenzial wurde in der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen gesehen. Wissenschaftliche Einrichtung standen und stehen in der Verantwortung, haben den Anspruch für sich, neben anwendungsnahen Forschungen und Entwicklungen, fun-

44

dierte wissenschaftliche Grundlagen für Forschung und Lehre zu erarbeiten. Unter nehmen hingegen, insbesondere kleinerer und mittlerer Größe in Umsatz und Personalkapazität, müssen den Spagat zwischen vermarktungsbaren – gefragten Produkten und womöglich zukunftsweisenden Entwicklungen immer wieder aufs Neue bewältigen. Die Initiatoren erkannten schon damals Stärken der Region im Leichtmetallguss, Kunststoffteilen und im Bereich des Antriebsstrangs. Allerdings wurden auch ausbaufähige Gebiete sichtbar. So sah man noch Nachholbedarf in der Kfz-Elektrik und -Elektronik, bei den innovativen Dienstleistungen aber auch in der Fachkräfteentwicklung und -bindung. Insgesamt wurde in der Bestandsaufnahme der Region die „Erhöhung des Wertschöpfungspotenzials durch innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen“ angestrebt. Schon damals sah das Netzwerk die Aufgabe in der Stärkung der regionalen Innovationskraft und sich selbst als „virtuelles Unternehmen“. Seit Beginn seiner Tätigkeit hat MAHREG Automotive, zunächst als Netzwerkmanagement und nunmehr mit der neuen Förderperiode als Cluster Management bezeichnet, vielfältige Aktivitäten initiiert und begleitet. Aus der Zusammenarbeit

Wirtschaftsspiegel Thüringen · Verlagssonderveröffentlichung · www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

zwischen Unternehmen, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und MAHREG Automotive entstanden über 60 F&E-Projekte, zwei Wachstumskerne und entsteht nun als bisherige Krönung in Zusammenarbeit von Industrie- und Handelskammer Magdeburg und Otto-von-Guericke Universität Magdeburg das Institut für Kompetenz in Automobilität (IKAM). Gestartet ist MAHREG Automotive mit knapp über einhundert Unternehmen und Einrichtungen. Gegenwärtig arbeitet das Automotive Cluster mit zirka 170 Partnern aktiv zusammen. Zu den Angeboten gehören seit Start von MAHREG Automotive zahlreiche Messegemeinschaftsstände, ein jährliches Innovationsforum, quartalsweise die Veröffentlichung der MAHREG Nachrichten und die wöchentlichen MAHREG Automotiven MontagsMeldungen. Von Anbeginn im Jahr 2003 engagiert sich MAHREG Automotive im ACOD e.V., dem Automotive Cluster Ostdeutschland. Über diesen Zusammenschluss soll unter anderem eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtung und den in Ostdeutschland ansässigen Automobilherstellern erreicht werden. Die Unter nehmensstruktur insbesondere in Sachsen-

Foto: Dirk Mahler / Fraunhofer IFF

Vor zehn Jahren entwarfen die Gründer des Vereins Sachsen-Anhalt Automotive die Projektidee „MAHREG Automotive“ im Rahmen der BMBF-Ausschreibung „Inno-Regio“. Der Kunstname, bestehend aus den Anfangsbuchstaben der damaligen Kernregionen Magdeburg, Anhalt/Altmark und Harz-REGion, wurde bald Begriff für innovative und ganzheitliche Ideen im Bereich der Automobilzulieferindustrie und des dazugehörigen Sondermaschinenbaus. Im so genannten „Grauen Wunder“ wurden für die Unternehmen der Region die festgelegten Grundlagen und Zielsetzungen der zukünftigen Zusammenarbeit mit Visionen für die Entwicklung des Automobilzulieferstandortes Sachsen-Anhalt festgeschrieben.

Automotive 2/2010  

Wirtschaftsspiegel Thüringen - Wir schaffen Verbindungen! Der Wirtschaftsspiegel Thüringen verlegt jedes Jahr das Branchenspecial Automotive...

Advertisement