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Automotive 2010

More than one Approach will Steer us Towards the Engine of the Future There is a clear upward trend on the international car market. In the year to date, exports have increased by almost 50 percent. Domestic production has also profited, increasing by almost a quarter since the beginning of the year. In contrast the domestic market has returned to normal. The relevance of alternative drive systems will increase over the next few decades. The German automotive industry is investing considerable sums in the development of CO2 friendly vehicles. In the process, an effective strategy is important: combustion engines have to be optimised, hybrid and elec-

fahren. Das sind drei Prozent des gesamten Pkw-Bestands. Vor allem in Großstädten kann der E-Motor punkten. Auf langen Strecken bleibt der Clean Diesel bislang unschlagbar.“ Wirtschaftsspiegel: Aktuell beträgt die Reichweite von Lithium-Ionen-Batterien etwa 170 Kilometer. Die Batteriesysteme sind jedoch recht schwer, nehmen viel Platz ein und haben eine lange Ladezeit. Gibt es Ansätze, wie sich diese Probleme in absehbarer Zeit beheben lassen? Wissmann: „Das sind die Kernfragen: Wir brauchen für die Elektroautos Batterien, die deutlich leichter, leistungsfähiger, kompakter und rasch aufladbar sind. An diesen technologischen Herausforderungen arbeiten die Entwicklungsingenieure unserer Hersteller und Zulieferer mit Hochdruck. Wenn ich die Innovationskraft dieser Schlüsselbranche betrachte, bin ich durchaus zuversichtlich, dass wir hier voran kommen.“ Wirtschaftsspiegel: Elektromobilität ist in aller Munde. Was ist mit anderen Antriebsmöglichkeiten, wie zum Beispiel der Brennstoffzellentechnik? Wissmann: „Wir haben uns auf dem Weg zur Mobilität von morgen ganz bewusst nicht auf eine bestimmte Technologie festgelegt. Wasserstoffantrieb und Brennstoffzelle bleiben damit auf der Agenda.“ Wirtschaftsspiegel: Und welche Antriebe werden sich Ihrer Meinung nach durchsetzen?

tric vehicles, as well as fuel cell and hydrogen drive systems need to be further developed. With respect to electric vehicles, Wissmann is nonetheless realistic: “Even in the year 2025 the classic combustion engine will still be the main drive system on our roads. If the Federal Government have it their way, by 2020 one million electric cars will be on German roads. That’s a mere 3 percent of the total number of cars. The electric car is likely to be particularly successful in larger cities. Up to now, the clean diesel is still unbeatable over longer distances.” According to Wissmann, even commercial ve-

Wissmann: „Für die nächsten beiden Jahrzehnte werden wir sicherlich einen Mix verschiedener Antriebsarten haben: Verbrennungsmotoren, Hybrid und Elektroantrieb, Erdgas und Wasserstoff. Langfristig wird der Anteil fossiler Energieträger zurückgehen, wir werden einen kontinuierlichen Hochlauf an alternativen Antrieben sehen.“ Wirtschaftsspiegel: Ende September wird die Internationale Automobilausstellung IAA eröffnet. Schwerpunkt werden Nutzfahrzeuge unter dem Gesichtspunkt „Ef fizient, Flexibel, Zukunftssicher“ sein. Was sind heute und in Zukunft die Strategien, um in diesem Bereich klimafreundlicher und effizienter zu werden? Wissmann: „Die 63. IAA Nutzfahrzeuge kommt zur richtigen Zeit. Die Nutzfahrzeugmärkte sind wieder auf Erholungskurs. Im Inland wurden im Mai zwölf Prozent mehr Nutzfahrzeuge als im Vorjahresmonat zugelassen. Nachdem bei den Transportern das Geschäft schon seit einiger Zeit positiv verläuft, zieht jetzt auch die Nachfrage nach schweren Lkw an. Das sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche IAA, die die Innovationsstärke dieser Industrie einmal mehr unterstreichen wird. Die neuen Fahrzeuge werden noch effizienter. Dabei geht es nicht nur um Optimierungen beim Antriebsstrang, sondern auch um eine bessere Aerodynamik – hier sind noch Potenziale zu heben, die den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen spürbar senken können. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Vielzahl an

hicles are starting to recover: “Domestically, 12 percent more commercial vehicles were registered in May compared to the month before. The van business has been moving in a positive direction for some time now and the demand for heavy trucks is also picking up.” Here the trend is also moving towards more environmentally friendly systems. According to the VDA (The German Automotive Industry Association) president, commercial vehicle manufacturers have already made great strides in the reduction of CO2-emmissions. A commercial vehicle from today uses approximately a third less fuel than at the beginning of the 1970s.

Neuheiten, die die Besucher auf der IAA in Hannover erleben werden.“ Wirtschaftsspiegel: Welche Unterschiede gibt es zwischen Pkw und Nutzfahrzeugen hinsichtlich der Entwicklung klimaschonender Antriebstechniken? Wissmann: „Beim Nutzfahrzeug geht es um CO2-Emission je Tonnenkilometer. Und da haben unsere Hersteller schon bisher erhebliche Reduzierungen erreicht. Das Nutzfahrzeug von heute verbraucht etwa ein Drittel weniger Kraftstoff als Anfang der 70er Jahre. Auch Brüssel sollte erkennen: Ein Nutzfahrzeug ist kein Pkw. So gilt beim Transporter die einfache Gleichung ‚kleiner gleich CO2-freundlicher‘ eben nicht: Wenn dieselbe Gütermenge nicht von einem großen Transporter ans Ziel gebracht wird, sondern von fünf kleineren Fahrzeugen, hat die Umwelt nichts davon, die CO2-Emissionen sind sogar höher. Und für den Spediteur und den Endkunden wird es teurer.“ Wirtschaftsspiegel: Abschließend noch eine Frage: Vermehrt setzt man bei der Karosserieherstellung auf Kunststoff und Aluminium. Dadurch werden Nutzfahrzeuge immer leichter. Wo geht der Trend hin? Zum Plastik-Lkw? Wissmann: „Das Nutzfahrzeug wird auch künftig so robust sein, dass es seine vielfältigen Aufgaben unter allen Bedingungen erfüllen kann. Ohne Stahl wird es also nicht gehen.“ DAS GESPRÄCH FÜHRTE OLIVIA KÖLLMER

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Automotive 2/2010  

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