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AUTOMOTIVE 2´10

Ostdeutschlands Automobilbranche steht unter Strom

A New Green Car World

DIE NEUE GRÜNE AUTOWELT


Sympathisch, zentral, vielseitig! Messen, Kongresse, Events und Konzerte – hier eröffnen sich Freiräume und Möglichkeiten für jeden Anlass und Anspruch. Moderne Tageslichtarchitektur und eine ökologisch ökonomische Gebäudeinfrastruktur sind im Messezentrum Erfurt ebenso selbstverständlich wie kurze Wege und ein Rundum-Wohlfühlklima. Entdecken Sie diese wandelbare Bühne als Ausflugsziel und für Ihre Veranstaltungsideen.

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Editorial

Wir müssen das Auto neu denken! Die Bundesregierung hat sich im jüngst beschlossenen „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen. Ich würde sogar sagen: Eine Million Fahrzeuge spätestens 2020. Dieses Ziel ist ehrgeizig, aber nicht vermessen. Wir haben in Deutschland die Kompetenz und das Know-how dazu. Auf dem Weg dorthin müssen wir aber noch einige Hürden überwinden. Ganz zentral sind die Batterien: Sie sind im Moment noch zu teuer, zu schwer und ihre Reichweite ist zu gering. Mit der Innovationsallianz LithiumIonen-Batterie, mit Maßnahmen zur Produktionstechnologie und zur Stärkung der Ausbildung, die im Rahmen des Konjunkturpakets II initiiert werden konnten, wollen wir einen Beitrag dazu leisten, hier zu innovativen Lösungen zu kommen. Vor allem aber muss das Gesamtsystem Auto völlig neu entwickelt werden. Es reicht nicht, den Tank durch eine Batterie und den Verbrennungsdurch einen Elektromotor zu ersetzen. Wir müssen das Auto neu denken! Das Auto der Zukunft wird mit dem Auto unserer Tage nicht mehr viel gemeinsam haben. Die Komponenten müssen neu aufeinander abgestimmt werden. Und schließlich werden Sicherheit und Zuverlässigkeit entscheidend sein für den späteren Markterfolg. Darüber hinaus muss auch die Infrastruktur stimmen. Elektroautos fahren nur, wenn es genügend Stromtankstellen gibt. Und letztlich geht es auch darum, dass die Energie- und Umweltbilanz am Ende besser ist als bei unseren heutigen Fahrzeugen. Hier müssen wir schnell Strategien finden. Die Elektromobilität kann einen Beitrag dazu leisten, dass wir unsere ambitionierten Klimaschutzziele erreichen. Während seit 1990 der Energieverbrauch in Deutschland insgesamt um 9,4 Prozent gesunken ist, ist er im Verkehr in der gleichen Größenordnung gestiegen. Nur regenerativ gewonnene Energie macht ein Elektrofahrzeug umweltfreundlich und senkt unsere Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten. Dass wir deshalb gleichzeitig auch auf die Förderung regenerativer Energien setzen, ist deshalb schlicht eine Frage der Vernunft.

Prof. Dr. Annette Schavan MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Klimaschutz ist zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor geworden mit enormem Potenzial an Arbeitsplätzen und Exportleistung. Deutschland ist schon heute der weltgrößte Exporteur von Umwelttechnologien. Ich bin mir sicher, dass die Bundesrepublik bald schon der größte Exporteur von Elektrofahrzeugen sein wird. Deutsche Ingenieure und Forscher werden sich auch in diesem Bereich in den nächsten Jahren an die Spitze der technologischen Entwicklungen setzen. In Deutschland hat das Auto immer eine besondere Rolle gespielt – nicht nur aus volkswirtschaftlicher Sicht, sondern auch als Identifikationsobjekt. Die deutsche Automobilindustrie hat es bislang stets geschafft, Autos zu bauen, die weltweit begehrt sind. Ich bin mir sicher, dass wir diese Spitzenstellung auch im Zeitalter der Elektromobilität werden erreichen können.

Foto: BMBF

Ihre

Bundesministerin für Bildung und Forschung

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Company/Unternehmen HELLER Maschinen GmbH Managing Director/Geschäftsführer Dipl-Ing. Bernd Heller Contact /Kontakt Bernd Heller info@hellermaschinen.de

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Editorial

We have to rethink the Car! The Federal Government recently decided to set the “National Electric Mobility Development Plan”, with the goal to deliver one million electric vehicles on German roads by the year 2020. I would even say: one million vehicles by 2020 at the very latest. This goal is ambitious, but not unattainable. In Germany we have the expertise and know-how to make this happen. However, we will have to navigate a number of obstacles along the way. In particular the batteries, which at the moment are too heavy, too expensive and the range is too low. With the lithium-ion battery alliance, we want to make a contribution and to reach innovative solutions, in the areas of production technology and education, which have been initiated in line with the 2nd economic stimulus package. Most notably, the entire car system has to be newly developed. It isn’t enough to just replace the fuel tank with a battery and the combustion engine with an electric motor. We have to rethink the car! The car of the future will not have that much in common with cars of today. The components need to be carefully matched and safety and reliability will ultimately be decisive for its market success. Furthermore, the infrastructure must also be appropriate. Electric cars will only drive if there are enough electricity service stations. And finally, it is also vital that the energy and environmental balance is ultimately better than today’s vehicles. In this case we need to quickly find a suitable strategy. Electric mobility can also facilitate that we are able to reach our ambitious environmental goals. Even though energy usage has dropped by 9.4 percent since 1990, traffic has increased by the same amount. Only energy generated by renewable means makes an electric vehicle truly environmentally friendly and reduces our dependence on oil and gas imports. That at the same time we are researching renewable energies, is simply a question of common sense.

Professor Annette Schavan, Federal Minister for Education and Research

Foto: BMBF

Climate protection has become an economic factor, with enormous employment and export potential, which cannot be underestimated. Even today Germany is the world’s biggest exporter of environmental engineering. I am sure that Germany will soon become the biggest exporter of electric vehicles. German engineers and researchers will take the lead in the technological developments of this sector over the next few years. The car has always played a special role in Germany, not only from an economic point of view but also as a status symbol. The German automotive industry has always managed to build cars that are sought-after worldwide. I am sure that we will also be able to be a global leader in the electric mobility era.

Professor Annette Schavan, the Federal Minister for Education and Research

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Automotive 2010

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AUS DEM INHALT Antriebe der Zukunft Den Anschluss nicht verlieren

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Wenige Alternativen Interview mit Prof. Dr. Klaus Augsburg von der TU Ilmenau 10

Prozesse mit mehr Effizienz Interview mit Dr. Michael Militzer, Vorstandsvorsitzender der MITEC automotive AG

Meinungen und Ansichten Autokonzerne und Zulieferer zu neuen Technologien 61 43

Zehn Jahre MAHREG in Sachsen-Anhalt Visionen für die Entwicklung eines Automotivestandortes 44

Motor wirtschaftlicher Entwicklung Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller sieht Wohlstand und Wachstum 62

Die neue grüne Autowelt Traum von klimaschonender Mobilität 12 Akzente aus Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff zur Wirtschaft

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Neue Wege zum Antrieb der Zukunft Interview mit Matthias Wissmann, Präsident des VDA 14

Aktivitäten in Ostdeutschland Interview mit Dietmar Bacher, Geschäftsführer ACOD

Erfolge für die Zukunft Der automotive thüringen e.V.

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Effiziente Nutzfahrzeuge Nicht nur neue Motoren schaffen Ersparnisse

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16 Der Norden gibt Gas Mecklenburg-Vorpommern entdeckt die Elektromobilität für sich

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18 Netzwerk durch Networking Know-how aus Berlin und Brandenburg

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Von nachhaltiger Mobilität profitieren Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig über neue Antriebskonzepte 24

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Messekalender Wichtige Messen, Kongresse und Ausstellungen in den nächsten Monaten

Optimismus unter den Herstellern Professor Willi Diez, wissenschaftlicher Leiter des Geislinger Instituts für Automobilindustrie 58

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Beschreibung des Titelbildes Die Siemens AG Unternehmen zeigte auf Genfer Autosalon (4. bis 14. März 2010) ein integriertes Ladesystem für die neue Version des Elektrosportwagens eRuf Greenster, mit einem sogenannten Doppelmotorkonzept. Siemens arbeitet als Partner des Projekts Harz.EE-mobility an der Kommunikationsanbindung von Elektroautos an das Smart Grid, das intelligente Stromnetz.

Fotos: Ingo Herzog, Yannik Willing/ddp, IFA

Innovationen bestehen Die ostdeutsche Zulieferindustrie aus Sicht des ACOD

Eine Erfolgsgeschichte Die Meinung von Dr. Jürgen Ude, Clustersprecher MAHREG Automotive

Strukturanpassung als Herausforderung Interview mit Robert Rademacher, Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes 63


Automotive 2010

Foto: German E Cars GmbH

Den Anschluss nicht verlieren Die führende Rolle auf internationalem Parkett soll, wenn es nach der Bundesregierung geht, auch im neuen Segment der Elektromobilität beibehalten werden. Schnelle finanzielle Hilfen konnte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem im Mai stattgefundenen Mobilitätsgipfel in Berlin noch nicht in Aussicht stellen. Wohl aber stellte sie eine „partnerschaftliche Verantwortung“ von Politik und Wirtschaft klar und rief gemeinsam mit Industrie, Wissenschaft und IG Metall die „Nationale Plattform Elektromobilität“ ins Leben. Mit dieser Aktion seien nun die Voraussetzungen geschaffen, weltweit mitzuhalten, erklärte die Kanzlerin vor 500 Gästen.

solchen Autos Anfang des Jahres in Detroit vor. Der „e-tron“, so der Name, soll eine Reichweite bis zu 250 Kilometer haben. Auch die anderen Eckdaten erinnern schon eher an einen Sportwagen. Von Null auf Hundert in 5,9 Sekunden, 2.650 Newtonmeter und 204 PS. Bis das Fahrzeug aber auf den Markt kommt, wird noch einige Zeit vergehen. Der Start für die Serienproduktion wird frühestens für Ende 2011 erwartet. Ebenso steht es um die deutschen Autobauer Volkswagen und Opel. Testen kann man den Audi allerdings schon virtuell auf der Playstation 3 von Sony.

Deutschlands erstes in Serie produziertes Elektroauto kommt derweil nicht wie eigentlich zu erwarten von einem der großen Autobauer, sondern von der German E Cars GmbH, die zur FRÄGER-Gruppe gehört. Fräger entwickelt bis zum Jahr 2020 dennoch lediglich 9.000 Fahrzeuge. Weit weniger, als das von der Bundesregierung im Rahmen der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ festgesetzte Ziel von einer Million Elektroautos, die zu diesem Zeitpunkt über deutsche Straßen rollen sollen.

Wie die Elektroautos finanziert oder subventioniert werden, darüber schweigt die Regierung noch. Merkel verwies im Zuge des Mobilitätsgipfels auf die 500 Millionen Euro, die vom Bund mit dem Konjunkturpaket II bis Ende 2011 für den Ausbau der Elektromobilität zur Verfügung gestellt wurden. Experten der Branche glauben, dass Deutschland aufgrund seines Potenzials in der Automobilindustrie eine führende Rolle in der Elektromobilität spielen wird, der Absatzmarkt für Fahrzeuge aber wohl eher in den Ländern liegen wird, in denen der Privatkauf staatlich subventioniert wird. Ob so das große Ziel von einer Million Fahrzeuge bis 2020 realisiert werden kann, bleibt somit fraglich. (rw)

Unterdessen liest man bei nahezu jedem Autohersteller der Welt, dass bald eine Serienproduktion von PKW mit Elektroantrieb starten soll. Audi stellte beispielsweise mittlerweile die zweite Studie eines

!

Don't Lose Touch Germany is car country - and if the German Federal Government has it their way, they will maintain their leading role on the international stage in the new Electric Mo bility segment. This was made clear by Chancellor Angela Merkel in May at the “EMobility Summit” in Berlin and at the same time spoke of the “cooperative responsibility” of both politics and the economy. Together with industry, science and IG Metall (Industrial Union of Metalworkers) she launched the “National Electric Mobility Platform”. In front of more than 500 guests, the Chancellor explained in her speech that this initiative will establish the prerequisites to keep up with worldwide competition. In the meantime, almost every car manufacturer in the world, including the German companies, has stated that the series production of an electric drive car ought to start. For example, Audi unveiled the second iteration of their E-car at the beginning of the year in Detroit. Unfortunately, it will take some time before the car makes it onto the market. Series production is expected to start at the end of 2011 at the earliest. Volkswagen and Opel are in a similar position. Experts in the sector believe that, Germany is likely to assume a leading role in Electric Mobility, due to their potential in the Automobile industry. However, they will concentrate on countries and key markets where private sales of E-cars are to be subsidised by the state.

www.german-e-cars.de

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Automotive 2010

Foto: Audi AG

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Automotive 2010

Das Auto der Zukunft Bei nahezu jedem Autohersteller der Welt ist zu lesen, dass bald eine Serienproduktion von PKW mit Elektroantrieb starten soll. Audi stellte seine zweite Studie eines solchen Autos Anfang des Jahres in Detroit vor. Der „e-tron“, so der Name, soll eine Reichweite bis zu 250 Kilometer haben. Die Leistung steht einem Ottomotor in nichts nach. Von Null auf Hundert in 5,9 Sekunden, 2.650 Newtonmeter und 204 PS. Bis das Fahrzeug aber auf den Markt kommt, wird noch einige Zeit vergehen. Der Start für die Serienproduktion wird frühestens für Ende 2011 erwartet. Ebenso steht es um die deutschen Autobauer Volkswagen und Opel. Testen kann man den Audi allerdings schon virtuell auf der Playstation 3 von Sony. (rw)

The car of the future Almost every car manufacturer in the world is in agreement, that the series production of cars with electric drive should begin. Audi unveiled the second iteration of their Ecar at the beginning of the year in Detroit. The “E-tron” is to have a range of up to 250 km (155 miles). The performance is in no way inferior to a petrol engine, with zero to 100km/hr in 5.9 seconds, 2650 N m and 204 HP. Unfortunately, it will take some time before the car makes it onto the market. Series production is expected to start at the end of 2011 at the earliest. Other German car makers, Volkswagen and Opel are in a similar position. Indeed, it is already possible to virtually test the Audi on the Sony PlayStation. (rw)

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Globale Herausforderungen wie Umwelt und Energiezukunft können nur gemeinsam von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bewältigt werden. Die Automobilindustrie ist in einer guten Lage, da sich Wirtschaft, Politik und Hochschulen an „Green Mobility“ interessieren. Dieser Zustand, dass sich diese drei näher kommen, ist nur ein Anfang und wird weitergehen. Man muss sich mehr auf den Anderen konzentrieren, meint Prof. Dr. Klaus Augsburg, Prorektor für Wissenschaft und Professor für Kraftfahrzeugtechnik an der TU Ilmenau. Die Denkweisen der OEM haben sich verändert; die Schwerpunkte gehen klar in Richtung CO2-Einsparung. Dieser Trend ist neu und wird sich als Trend der Zukunft erweisen.

„Es gibt nicht sehr viele Alternativen“

Wirtschaftsspiegel: Welche Anstrengungen übernehmen die Hersteller bei neuen Technologien und was wird da kommen? Augsburg: „Die Motorenhersteller haben die Freiheit und den Zwang, elektrische

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Antriebe zu entwickeln. Die Abgasgesetzgebung lässt dafür langfristig keine Spielräume. Das Geld kommt nur über staatliche Förderungen oder es wird von denen verdient, die über den Verkauf von Verbrennungsmotoren Geld verdienen. Dann werden im nächsten Schritt der elektrische und der verbrennungsmotorische Antrieb miteinander verbunden. Wie dieser Hybrid aussehen wird, muss sich noch zeigen. Es wird eine serielle Kopplung sein, bei der ein Elektroantrieb mit einer on-board-Elektroenergieerzeugung arbeitet. Also so etwas wie ein Notstromaggregat auf Rädern. Das ist ein kleiner Verbrennungsmotor, der die neuen Effekte der Verbrennungstechnologie aufweist, gewichtsreduziert ist und genug Energie bereitstellt. Mit kleinen Hybriden, die die Bremskraftrück gewinnung realisieren, werden schon heute Autos ausgerüstet, und ziemlich alle Autos ab etwa 2015 werden diese leichten Hybride sein. Diese Zukunftswelt ist nicht umstritten. Nur die Geschwindigkeit dieses Prozesses oder der politische Druck werden unterschiedlich bewertet.“ Wirtschaftsspiegel: Diese neue Technologie bedeutet auch eine verbesserte Umweltverträglichkeit. Wohin geht da der Trend? Augsburg: „Es gibt nur zwei richtige Mög-

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lichkeiten, das Auto energieeffizienter und umweltschonender zu machen. Das sind zum einen das Gewicht und zum anderen Triebstrangeffizienz. Ich lasse hier mal die nicht so relevanten Parameter, Rollwiderstand der Reifen und Strömungswiderstand, außen vor. An Gewicht und Effizienz der Energiewandlungen geht am Schluss nichts vorbei. Deshalb ist jeder, auch die kleinen Zulieferer aus Thüringen, gefordert, seinen Beitrag zum ‚Green Mobility‘ zu leisten. Die Entwicklungsschwerpunkte sind also definiert.“ Wirtschaftsspiegel: Hybride und Verbrennungsmotoren sind ein Weg. Was passiert mit der Brennstoffzelle? Augsburg: „Die Brennstoffzelle ist nichts anderes als ein elektrischer Antrieb mit on-board-Elektroenergieerzeugung. Antriebsseitig funktioniert er wie ein Batteriebetrieb. Und diese Batterie wird hier über eine elektrische Energiegewinnungsanlage gespeist. Es ist eine Frage von Gewicht und Reichweite und am Ende auch eine Frage der Kosten. Die Brennstoffzelle ist ein Thema, über das Viele nachdenken, aber es gibt nach meiner Auffassung niemanden, der sie vor 2030 in nennenswerten Serien anbieten wird. In den erwähnten Antriebskonfigurationen liegt langfristig ein erhebliches Kun-

Foto: Ingo Herzog

Wirtschaftsspiegel: Was treibt uns in der Zukunft an? Augsburg: „Was uns in Zukunft antreibt, ist nicht bis ins letzte Detail zu beschreiben. Es wird über vieles diskutiert, aber die Fachleute sind sich im Klaren, dass es nicht sehr viele Alternativen gibt. Wir werden in den nächsten 20 bis 30 Jahren eine Anstrengung zur Optimierung der von fossilen Kraftstoffen betriebenen Motoren erleben. Der Verbrennungsmotor klassischer Prägung ist nicht tot, er wird verbessert. Das passiert derzeit in recht deutlichen Sprüngen. Die Verbesserung der Verbrennungsverfahren hin zur Verbindung der Verfahren nach dem Diesel- und dem Otto-Prinzip sind ein erfolgversprechender Ansatz. Dabei sollen die Vorzüge beider Verfahren genutzt werden. In den nächsten zehn Jahren werden solche Fahrzeuge auf dem Markt sein. Die Vorteile sind hohe Leistungsdichte sowie kleinere und leichtere Bauweise. Da entstehen Kraftstoffeinsparungen von bis zu 30 Prozent. Der klassische Motor ist also nicht am Ende.“


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“There aren’t that many alternatives” What will be powering us in the future is relatively difficult to grasp. Much is yet to be discussed, but the experts realise that there aren’t that many alternatives. In the next 20-30 years we will witness the optimisation of the fossil fuel driven engine. The classic combustion engine is not obsolete and will be improved. The engine producers have the freedom and equally the necessity to further develop the electric drive. And this is where new market participants come into play. The development of new drive systems is expensive and has to be financed somehow. And the money is only available either from

denpotenzial, wenn man die Kosten im Griff hat.“ Wirtschaftsspiegel: Und ist Gas als Kraftstoff eine Alternative? Augsburg: „Wenn es um die Motoren geht, geht es in erster Linie um das HubkolbenPrinzip. Dass sich die Kraftstoffe ändern können ist unbestritten. Das geht entweder über Gas, also Erdgas oder Autogas, aber vermehrt kommt es zur Zumischung von anderen Kraftstoffarten. Bis zu 15 Prozent Biokraftstoffe werden heute beigemischt. Biokraftstoffe der zweiten Generation, also Kraftstoffe, die aus der gesamten Biomasse hergestellt werden, dürften ein großes Thema werden. Der Kraftstoff von vor zehn Jahren wird mit dem der Zukunft nicht mehr vergleichbar sein.“ Wirtschaftsspiegel: Sie erwähnten Gewichtseinsparungen als Mittel zur Effizienz. Kommen auch neue Materialien zum Einsatz? Augsburg: „Ein neuer Kraftstoff ist auch ein neues Material. Ein Biokraftstoff erfordert andere Technologien und insofern sind auch neue Materialien gefragt. Bei den metallischen Werkstoffen gibt es eine ganze Menge Bewegung. Aus Festigkeitsgründen kann man an manchen Stellen Titan einsetzen, mit dem leichten Werkstoff Magnesium ist vieles möglich und es gibt eine ganze Reihe von hochfesten Aluminiumwerkstoffen, die man zur Substitution vieler Stahlanwendungen nutzen kann. Die Frage ist aber nicht, ob die

State subsidies or it comes from companies themselves, who have earned money through the sales of combustion engines. The next step is to combine the electric and combustion engine drives. What this hybrid will specifically look like, has yet to become apparent. A serial coupling will link the electronic drive with the onboard electric energy production. There are only two true possibilities to make cars more energy efficient and environmentally friendly. One of these is the weight, the other is the power train efficiency. At the moment the commercial vehicle market is flourishing once again and a positive mood is starting to spread. However, the goal of electrification is

not yet in sight. One might envisage a van hybrid, however this is more difficult with a 40 tonne truck. If large, heavy batteries need to be transported, the full load capacity cannot be exploited and that defeats the purpose. What is likely to make an impact is the optimisation of diesel engines. Any attempts to reduce power consumption or to reduce the effectiveness of auxiliary consumption and improvements to the power train will be relevant for both cars and trucks. Still, trucks are unlikely to become smaller. The 40 tonne concept won’t be modified, as long as there are no fundamental changes to the logistics chain.

Festigkeit ausreicht, sondern ganz einfach die Herstellkosten und der Energieeinsatz bei der Produktion. Es wird auch heute noch und auch beim Elektrofahrzeug viel zu wenig gerechnet, welchen Energieeinsatz neben der Autoproduktion auch die Produktion der Rohmaterialien hat. Neue Materialien sind auch Kunststoffe, die an verschiedenen Stellen Stahl ersetzen können oder Faserverbundwerkstoffe. Es gibt da keinen eindeutigen Trend, wohin es gehen wird. Aber es wird auf jeden Fall Bereiche geben, wo es bei höherfestem Stahl bleiben wird. Eine Reihe von Anwendungsfeldern werden mit Kunststoffen und Verbundwerkstoffen auch im Motor ersetzt.“

aber nicht. Das 40 Tonnen-Konzept wird bleiben, so lange es keine grundsätzlichen Änderungen in der Logistikkette gibt.“

Wirtschaftsspiegel: Kommen diese Technologien auch im Nutzfahrzeugbereich vor? Augsburg: „Der Nutzfahrzeugemarkt zieht gerade wieder an, und es macht sich eine positive Grundstimmung breit. Aber das Ziel der Elektrifizierung ist hier nicht in Sicht. Man kann sich da einen Hybriden im Kleintransporter vorstellen. Aber beim 40 Tonnen Lkw ist das schwieriger. Wenn eine große Batteriemasse zu transportieren ist, fällt Nutzlast weg und das bringt nichts. Was aber durchschlägt, sind die Optimierung der Dieselmotoren, sämtliche Anstrengungen, Nebenverbraucher zu reduzieren und Abgasnachbehandlung. Leichtbauanstrengungen und die Verbesserung beim Antriebsstrang werden sowohl beim Pkw als auch beim Lkw Relevanz haben. Kleiner werden die Lkw

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Automotive 2010

Automobile 2.0 – Die neue grüne Autowelt

Laut derzeitiger Bundesregierung gilt: Bis 2020 ist Deutschland Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität. Dann sollen nicht wie heute 1.500, sondern mehr als eine Millionen ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Die eigens für das Erreichen dieses Zieles eingerichtete „Nationale Plattform Elektromobilität“ (NPE) arbeitet seit Anfang Mai an entsprechenden Strategien und Förderkonzepten: „Elektromobilität bietet enorme Chancen für Verkehr, Industrie und Umwelt. Dieses Potential müssen wir nutzen. Ich erwarte von der Nationalen Plattform schnelle Ergebnisse“, so Bernhard Heitzer, Staatssekretär im Bundeswirtschafts-

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ministerium anlässlich der ersten Sitzung der NPE. Und schnelle Ergebnisse sollte man angesichts der rasanten Entwicklung auf diesem Gebiet erwarten, denn: Die ersten serienreifen E-Fahrzeuge sind bereits auf dem Markt oder stehen kurz vor der Markteinführung. Asiatische Hersteller, allen voran Toyota oder Nissan, sind gerade im Hinblick auf eine leistungsfähige Batterietechnik momentan führend. „Die kritische Hürde sind jedoch leistungsfähige und kostengünstige Batteriesysteme. Die kritische Hürde sind leistungsfähige und kostengünstige Batteriesysteme. Rainer Brüderle (FDP), Bundeswirtschaftsminister

Die Realisierung einer Großserienfertigung in Deutschland muss jetzt schnell geschehen, um den Schlüsselsektor Automobilproduktion in unserem Land zu stärken“, weiß Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Daher wird neben der Entwicklung alternativer Motorentechnik die Forschung nach effizienten, kostengünstigen Batteriesystemen seit dem Frühjahr 2009 mit mehr als 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II gefördert. Ebenfalls gefördert wird die Weiter-

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entwicklung bereits etablierter und kombinierter Antriebskonzepte, wie Diesel-, Benzin- oder Hybridmotoren. Schließlich kann eine komplette Umstellung auf elektrische Antriebstechniken nicht ad hoc erfolgen, dessen ist sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bewusst: „Es wird einen langen Zeitraum der Koexistenz zwischen Verbrennungsmotor und Elektromobilität geben.“ Effiziente, hybride Übergangslösungen sind somit heute und in naher Zukunft gefragter denn je. Daneben birgt eine Veränderung der Fahrzeugkarosserie und des Kraftstoffgemisches weiteres Einsparpotenzial. Das zeigt beispielhaft die Studie „Optifuel Lab“ der Renault Trucks GmbH. Hier konnte durch ein neues Spoilerkonzept und einen optimierten Kraftstoff der Verbrauch eines Lkw um mehr als zehn Prozent reduziert werden. Doch es gehe nicht allein darum, schadstoffarme Antriebstechniken weiter oder neu zu entwickeln. An den Umbau der Fahrzeuge ist auch ein intelligentes Energiemanagement zu koppeln. Wenn im Jahr 2020 tatsächlich eine Millionen elektrisch betriebene Fahrzeuge auf Deutsch-

Fotos: BMWI, Foto oben: David Hecker/ddp

Mit dem Elektroauto von Erfurt nach Hamburg, ohne Zwischenstopp für das Aufladen der Batterie – das ist der Traum von klimaschonender, individueller Mobilität. Dass dieser näher rückt, zeigt nicht nur ein Blick in Forschungslabore von Universitäten und Automobilherstellern, auch auf der Straße surrt neben Diesel- und Benzin- bereits der ein oder andere Elektromotor. Der Bereich alternativer Antriebstechniken nimmt damit immer mehr Fahrt auf und gewinnt weltweit an Bedeutung. Bewegt sich Deutschland dabei auf dem Standstreifen oder längst auf der Überholspur?


Automotive 2010

Automobile 2.0 – The New Green Car World According to the current German Federal Government, by 2020 Germany will become the leading market and leading provider of Electric Mobility. By that time there should be more than one million purely electric powered vehicles on German roads, as opposed to the 1500 vehicles today. The Federal Government wants to develop the appropriate advancement of Electric Mobility with the National Platform for Electric Mobility (NPE) strategy.

such as Toyota or Nissan are currently leading the way, in terms of high capacity battery technology. Along with the development of alternative motor technology since 2009, efficient and inexpensive battery systems are to be researched with more than ¤500 million in State aid, to ensure that Germany doesn’t fall behind. The continued development of established and combined drive concepts, such as diesel, petrol or hybrid engines, will also be assisted. As a complete switch over to electric drive technologies cannot occur in an ad hoc fashion. An environmentally friendly modification of the vehicles has to be combined with an intelligent energy management

system. The E-cars only drive truly climate friendly if the energy required is generated through renewable energy sources.

lands Straßen unterwegs sein sollten, dann werden diese rund zwei Terawattstunden Strom benötigen. Das entspricht in etwa dem jährlichen Verbrauch einer 40.000 Einwohner zählenden Stadt. Ein zusätzlicher Energieaufwand, der sich sowohl in der Herstellung als auch der Verteilung ohne größere Probleme mit dem derzeitigen Stromnetz bereitstellen ließe; glaubt man einer aktuellen Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg.

Deutschland erforderlich. Denn nur so ist Elektromobilität tatsächlich auch klimaschonend. Daneben gilt es, die Attraktivität der häufig noch sehr preisintensiven Fahrzeuge zu steigern. Eine staatliche

Will man jedoch die gesetzten Klimaschutzziele erreichen und den CO2-Ausstoß reduzieren, dann ist ein massiver Ausbau erneuerbarer Energiesysteme in

Subventionierung des Neukaufs von Elektrofahrzeugen scheint sinnvoll, zumindest solange die Kosten für Elektroautos deutlich höher liegen, als die für

herkömmliche Fahrzeuge. Länder wie Dänemark, USA, China oder Großbritannien machen dies vor, seitens der Bundesregierung gibt es bislang jedoch noch keine konkreten Überlegungen. „Ohne staatliche Kaufhilfen werden die ab dem Jahr 2011 in den Markt kommenden Elektro fahrzeuge wie Blei in den Verkaufsräumen der deutschen Autohändler stehen“, prognostiziert Willi Diez, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA). (kö)

The first production ready E-cars are already on the market or are on the verge of being introduced to the market. Asian manufacturers

Es wird einen langen Zeitraum der Koexistenz zwischen Verbrennungsmotor und Elektromobilität geben. Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

Apart from this it is imperative that the often very cost intensive vehicles become more attractive. In this case, Willi Diez the scientific head of the institute of Automobile industry (Instituts für Automobilwirtschaft - IFA) believes that a state subsidisation on the new price of electronic vehicles would make sense. Countries such as Denmark, USA, China or Great Britain are leading the way, however up until now the German Federal Government have yet to consider the proposal.

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Foto CDU

Hintergründe zur Elektromobilität in Deutschland

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Automotive 2010

Viele Wege führen zum Antrieb der Zukunft

Wirtschaftsspiegel: Die deutsche Wirtschaftsleistung verzeichnet für das erste Quartal 2010 einen Aufwärtstrend. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte vor allem exportbedingt um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu. Wie ist es um die Automobilindustrie bestellt? Wissmann: „Wir sehen einen klaren Aufwärtstrend auf den internationalen PkwMärkten. Allein im Mai haben wir unsere Exporte um 46 Prozent gesteigert, im bisherigen Jahresverlauf um fast 50 Prozent. Davon profitiert die Inlandsfertigung, die seit Jahresbeginn um mehr als ein Viertel zulegte. Auf dem Inlandsmarkt hingegen sind wir auf Normalisierungskurs.“ Wirtschaftsspiegel: Ist die Krise für die Automobilindustrie damit überwunden? Wenn ja, lässt sich dann lediglich von einer kurzfristi-

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gen Erholung des Marktes sprechen? Wissmann: „Das Krisenjahr 2009 hat die Branche gefordert. Der Umsatz brach insgesamt um ein Fünftel ein, bei der Anhänger- und Aufbautenindustrie sogar um über 40 Prozent. Doch nun geht es wieder aufwärts. Allein der chinesische PkwMarkt hat in den ersten fünf Monaten um 57 Prozent zugelegt, auch die USA erholen sich, ebenso Japan. In Westeuropa hingegen werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen.“ Wirtschaftsspiegel: Wie steht es denn um die ostdeutsche Automobilindustrie; werden hier eher Pkw oder Nutzfahrzeuge produziert? Wissmann: „Wenn wir Standorte wie Eisenach, Leipzig oder Dresden betrachten, überwiegt die Pkw-Produktion. Die Leistungsfähigkeit der ostdeutschen Automobilindustrie wird etwa durch den Automotive Cluster Ostdeutschland ACOD unterstrichen, der länderübergreifenden Initiative zur nachhaltigen Entwicklung der Automobilindustrie in Ostdeutschland, die vom VDA unterstützt wird. Der ACOD umfasst die in den fünf neuen Bundesländern aktiven Automobilhersteller, Zulieferer und Dienstleister, Forschungsinstitute, Verbände und andere Institutionen.“ Wirtschaftsspiegel: Die Bundesregierung will

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Deutschland bis 2020 zum Leitmarkt und -anbieter für Elektromobilität machen und unterstützt dieses Vorhaben bis 2011 mit 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II. Kommt dieses Engagement angesichts der führenden Position asiatischer Automobilhersteller im Bereich E-Mobilität nicht zu spät? Wissmann: „Der Elektromobilitätsgipfel am 3. Mai war ein klares Signal, dass der Industriestandort Deutschland die Herausforderung alternativer Antriebe ernst nimmt. Die deutsche Automobilindustrie investiert hohe Summen in die Entwicklung von CO2-freundlichen Fahrzeugen. Dabei setzen wir nicht alles auf eine Karte, sondern verfolgen eine Fächerstrategie, die sowohl die Optimierung der klassischen Antriebe als auch Hybrid-, Elektrofahrzeuge sowie die Brennstoffzelle und den Wasserstoffantrieb umfasst. Bisher hat keiner der Wettbewerber einen uneinholbaren Vorsprung.“ Wirtschaftsspiegel: Sitzen wir 2025 also alle in Elektroautos aus Deutschland? Wissmann: „Nein, wir bleiben Realisten. Auch im Jahr 2025 wird der klassische Verbrennungsmotor die Hauptantriebsart auf unseren Straßen sein. Bis 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung eine Million Elektroautos in Deutschland

Fotos: Torsten Silz/ddp, Yannik Willing/ddp

Mit alternativen Antriebsmodellen bietet sich der deutschen Automobilindustrie ein viel versprechender Markt. Bevor die Hersteller in diesem Segment schwarze Zahlen schreiben, müssen sie erheblich in die Neu- und Weiterentwicklung CO2-armer Antriebe investieren. Wirtschaftsspiegel sprach mit Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), darüber, wie sich die deutsche Automobilindustrie auf kurze und längere Sicht verändern wird:


Automotive 2010

More than one Approach will Steer us Towards the Engine of the Future There is a clear upward trend on the international car market. In the year to date, exports have increased by almost 50 percent. Domestic production has also profited, increasing by almost a quarter since the beginning of the year. In contrast the domestic market has returned to normal. The relevance of alternative drive systems will increase over the next few decades. The German automotive industry is investing considerable sums in the development of CO2 friendly vehicles. In the process, an effective strategy is important: combustion engines have to be optimised, hybrid and elec-

fahren. Das sind drei Prozent des gesamten Pkw-Bestands. Vor allem in Großstädten kann der E-Motor punkten. Auf langen Strecken bleibt der Clean Diesel bislang unschlagbar.“ Wirtschaftsspiegel: Aktuell beträgt die Reichweite von Lithium-Ionen-Batterien etwa 170 Kilometer. Die Batteriesysteme sind jedoch recht schwer, nehmen viel Platz ein und haben eine lange Ladezeit. Gibt es Ansätze, wie sich diese Probleme in absehbarer Zeit beheben lassen? Wissmann: „Das sind die Kernfragen: Wir brauchen für die Elektroautos Batterien, die deutlich leichter, leistungsfähiger, kompakter und rasch aufladbar sind. An diesen technologischen Herausforderungen arbeiten die Entwicklungsingenieure unserer Hersteller und Zulieferer mit Hochdruck. Wenn ich die Innovationskraft dieser Schlüsselbranche betrachte, bin ich durchaus zuversichtlich, dass wir hier voran kommen.“ Wirtschaftsspiegel: Elektromobilität ist in aller Munde. Was ist mit anderen Antriebsmöglichkeiten, wie zum Beispiel der Brennstoffzellentechnik? Wissmann: „Wir haben uns auf dem Weg zur Mobilität von morgen ganz bewusst nicht auf eine bestimmte Technologie festgelegt. Wasserstoffantrieb und Brennstoffzelle bleiben damit auf der Agenda.“ Wirtschaftsspiegel: Und welche Antriebe werden sich Ihrer Meinung nach durchsetzen?

tric vehicles, as well as fuel cell and hydrogen drive systems need to be further developed. With respect to electric vehicles, Wissmann is nonetheless realistic: “Even in the year 2025 the classic combustion engine will still be the main drive system on our roads. If the Federal Government have it their way, by 2020 one million electric cars will be on German roads. That’s a mere 3 percent of the total number of cars. The electric car is likely to be particularly successful in larger cities. Up to now, the clean diesel is still unbeatable over longer distances.” According to Wissmann, even commercial ve-

Wissmann: „Für die nächsten beiden Jahrzehnte werden wir sicherlich einen Mix verschiedener Antriebsarten haben: Verbrennungsmotoren, Hybrid und Elektroantrieb, Erdgas und Wasserstoff. Langfristig wird der Anteil fossiler Energieträger zurückgehen, wir werden einen kontinuierlichen Hochlauf an alternativen Antrieben sehen.“ Wirtschaftsspiegel: Ende September wird die Internationale Automobilausstellung IAA eröffnet. Schwerpunkt werden Nutzfahrzeuge unter dem Gesichtspunkt „Ef fizient, Flexibel, Zukunftssicher“ sein. Was sind heute und in Zukunft die Strategien, um in diesem Bereich klimafreundlicher und effizienter zu werden? Wissmann: „Die 63. IAA Nutzfahrzeuge kommt zur richtigen Zeit. Die Nutzfahrzeugmärkte sind wieder auf Erholungskurs. Im Inland wurden im Mai zwölf Prozent mehr Nutzfahrzeuge als im Vorjahresmonat zugelassen. Nachdem bei den Transportern das Geschäft schon seit einiger Zeit positiv verläuft, zieht jetzt auch die Nachfrage nach schweren Lkw an. Das sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche IAA, die die Innovationsstärke dieser Industrie einmal mehr unterstreichen wird. Die neuen Fahrzeuge werden noch effizienter. Dabei geht es nicht nur um Optimierungen beim Antriebsstrang, sondern auch um eine bessere Aerodynamik – hier sind noch Potenziale zu heben, die den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen spürbar senken können. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Vielzahl an

hicles are starting to recover: “Domestically, 12 percent more commercial vehicles were registered in May compared to the month before. The van business has been moving in a positive direction for some time now and the demand for heavy trucks is also picking up.” Here the trend is also moving towards more environmentally friendly systems. According to the VDA (The German Automotive Industry Association) president, commercial vehicle manufacturers have already made great strides in the reduction of CO2-emmissions. A commercial vehicle from today uses approximately a third less fuel than at the beginning of the 1970s.

Neuheiten, die die Besucher auf der IAA in Hannover erleben werden.“ Wirtschaftsspiegel: Welche Unterschiede gibt es zwischen Pkw und Nutzfahrzeugen hinsichtlich der Entwicklung klimaschonender Antriebstechniken? Wissmann: „Beim Nutzfahrzeug geht es um CO2-Emission je Tonnenkilometer. Und da haben unsere Hersteller schon bisher erhebliche Reduzierungen erreicht. Das Nutzfahrzeug von heute verbraucht etwa ein Drittel weniger Kraftstoff als Anfang der 70er Jahre. Auch Brüssel sollte erkennen: Ein Nutzfahrzeug ist kein Pkw. So gilt beim Transporter die einfache Gleichung ‚kleiner gleich CO2-freundlicher‘ eben nicht: Wenn dieselbe Gütermenge nicht von einem großen Transporter ans Ziel gebracht wird, sondern von fünf kleineren Fahrzeugen, hat die Umwelt nichts davon, die CO2-Emissionen sind sogar höher. Und für den Spediteur und den Endkunden wird es teurer.“ Wirtschaftsspiegel: Abschließend noch eine Frage: Vermehrt setzt man bei der Karosserieherstellung auf Kunststoff und Aluminium. Dadurch werden Nutzfahrzeuge immer leichter. Wo geht der Trend hin? Zum Plastik-Lkw? Wissmann: „Das Nutzfahrzeug wird auch künftig so robust sein, dass es seine vielfältigen Aufgaben unter allen Bedingungen erfüllen kann. Ohne Stahl wird es also nicht gehen.“ DAS GESPRÄCH FÜHRTE OLIVIA KÖLLMER

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Ostdeutschland

Siegfried Bülow, ACOD und Geschäftsführer bei Porsche Leipzig, im Gespräch mit Jan Mücke, Staatssekretär Bundesverkehrsministerium

Die Struktur der ostdeutschen Automobilzulieferindustrie ist durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die vorwiegend in „nachgelagerten“ Produktionsstufen tätig sind und relativ wenige Mitarbeiter beschäftigen, geprägt. Das ergab eine Studie des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) im vergangenen Jahr. Insgesamt beschäf tigt die Branche ostdeutschlandweit etwa 180.000 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte der in den neuen Bundesländern agierenden Unternehmen der Branche haben auch in Ostdeutschland ihren Firmensitz. Im Jahr 2008 erzielte die ostdeutsche Branche einen Umsatz von etwa 38 Milliarden Euro, bei einer Wertschöpfung von zehn Milliarden Euro. Im selben Zeitraum wurden etwa 5,8 Prozent des Umsatzes für Investitionen aufgewendet. Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erläuterte Mitte Februar 2010 auf dem dritten Kongress des ACOD im Congress Center der Messe Leipzig die aktuellen Herausforderungen der Branche. Dabei machte er auf die Verantwortung der Automobilindustrie im Umweltschutz aufmerksam. So sei die Entwicklung moderner Technologien, alternativer und optimierter Antriebskonzepte sowie Brennstoffe maßgeblich für eine verbesserte Klimabilanz. Mücke zeig-

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te auch die Relevanz der ACOD-Netzwerkarbeit auf. „Wir sind uns der Bedeutung von Netzwerken wie dem ACOD, die Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Dienstleister und Initiativen vereinen, sehr bewusst.“ Ein solcher Zusammenschluss sei nicht nur eine gute Grundlage für Innovationen. Er stärke auch die Bran-

Die Zulieferer müssen sich auf neue wirtschaftliche und technologische Trends einstellen. Sven Morlok, Sachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

che und den Standort Ostdeutschland insgesamt. „Das hat sich auch in der Krise bewährt!“, so Mücke. Doch die Mehrzahl der ostdeutschen Automobilzuliefer unternehmen betreibt, so die ACOD Studie, allerdings immer noch zu wenig Grundlagenarbeit. Die Tätigkeitsschwerpunkte konzentrieren sich vorwiegend auf prozessbezogene Dienstleistungen und produktbezogene Teileherstellung. Denn nur ein Drittel betreibt eigene Produktentwicklung, der Rest beschränkt sich auf reine Produktionsleistungen. Welche Möglichkeiten der Innovationssteigerung ein Netzwerk wie der

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ACOD bietet, machte Siegfried Bülow, Vorstandsvorsitzender des ACOD e.V. und Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, auf dem Kongress deutlich: „Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen bietet der ACOD eine Plattform zum Austausch von Know-how, zur Initiierung von Kooperationen und zur Förderung von Forschungsund Entwick lungs ak ti vitäten.“ Man müsse, so Bülow weiter, den eingeschlagenen Weg mit dem Ziel fortsetzen, Ostdeutschlands Akteure weltweit als attraktive Partner in der Automobilindustrie zu etablieren. Auch Sachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok, bestätigte diese Notwendigkeit und hob hervor, wie wichtig neue Ideen für die Branche sind: „Die Anforderungen an die Zulieferer steigen. Sie müssen sich auf neue wirtschaftliche und technologische Trends einstellen. Nur wer innovativ ist, kann bestehen.“ Sowohl der Kongress als auch die vorangegangene Studie zeigen also, Ostdeutschland ist zwar auf gutem Weg, aber hat noch erhebliches Innovations-Potenzial. (bo) !

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Fotos: Uwe Meinhold/ddp, ACOD

„Nur wer innovativ ist, kann bestehen!“


Ostdeutschland

“Only those who are innovative will survive!” The structure of the East German Auto motive supplier industry is characterised by small and medium sized businesses, that are predominantly active in post production stages and who don’t employ that many employees. This was shown to be the case in an Automotive Cluster of East Germany (Automotive Cluster Ostdeutschland - ACOD) survey from last year. In total the industry employs approximately 180000 employees in all of East Germany. More than half the companies active in this sector in the newly-formed German states also have their head office in the East of Germany. In 2008 the East German sector generated a turnover of approximately 38 billion Euros, with added value of around 10 billion Euros. During the same period approximately 5,8 percent of turnover was spent on investments. The Parliamentary State Secretary at the Federal Ministry of Transport, Building and Urban Development, Jan Mücke confirmed in

the middle of February 2010 at the third ACOD Congress, the challenges facing the sector and also called attention to the responsibilities of the automotive industry in relation to environmental protection. Accordingly, the development of modern technologies, alternative and optimised drive technologies and fuels, are essential for an improved climate footprint. Mücke also highlights the relevance of ACOD networking. “We are aware of the importance of networks such as the ACOD, which unify companies, research facilities, service providers and initiatives.” This type of integration is not only a good basis for innovation. It also strengthens the industry and the East of Germany as a whole. “This has been proven during the economic downturn!” states Mücke. However, according to the ACOD survey, the majority of East German automobile suppliers are not conducting enough fundamental groundwork. Their activities are predominantly concentrated on process oriented services and product orientated parts production. Since only a third conduct their own product deve-

lopment, the remainder limit themselves to pure manufacturing services. What possibilities can an increase in innovation offer, through a network like the ACOD? Siegfried Bürlow, ACOD CEO and chairman of the board at Porsche Leipzig, made this clear at this year’s congress: “The ACOD offers small and medium sized companies in particular a platform for the exchange of information, initiation of co-operative work and for the advancement of research and development acti vities.” The Saxony State Minister for Eco nomic Affairs, Employment & Infra structure, Sven Morlok, confirms this necessity and points out how important new ideas are for the industry: “The demands placed on the suppliers are growing. They have to adapt to new economic and technological trends. Only those that innovate will survive”, maintains the minister. Both the congress and the preceding survey indicate that East Germany is admittedly on the right track, but that it also has substantial innovation potential.

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Ostdeutschland

East German Activity According to a CAR-Institute of the University of Duisburg-Essen study, car sales have exceeded the 2009 sales figures by 7.9 percent. The study also predicts a record year in 2011. The commercial vehicle industry is also slowly recovering, admittedly capacity is currently at only 60-80 percent.

There is also ample East German activity in the area of new drive systems. For example the company FRÄGER is very active in the electrification field and there are also East German battery, electric motors and performance electronics production facilities. ACOD is not only involved in driving these issues, but also supports, among others, the e-SolCar project of the Brandenburg Uni versity of Technology (BTU) in Cottbus, which the FRÄGER group is also involved in. This project is primarily concerned with gaining an insight into electric energy supply. The ACOD expertise cluster “Powertrain” is currently in the project definition stage for power train configuration with range extender. On the question of whether or not the load capacity of trucks should be enlarged, due to the increase in transport activity, Bacher contemplates: “The use of mega trailers that can already be found in various countries, with their larger load capacity theoretically also mean a saving of both fuel and CO2 emissions. An unchanged load per axle would also not lead to an increase in road surface wear. Unfortunately these vehicles are considerably bigger and less manoeuvrable, which makes them relatively unsuitable for the German road network. An alternative could for instance be an efficient rail hub or an increase in efficiency of the logistic sector.

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Dietmar Bacher, Geschäftsführer des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD)

Aktivitäten in Ostdeutschland Laut einer Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen liegt der Pkw-Absatz im Jahr 2010 7,9 Prozent über den Verkaufszahlen von 2009. Es wäre das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der Automobilindustrie. Auch für 2011 prognostiziert die Studie ein Rekordjahr. Die Nutzfahrzeugindustrie erholt sich ebenfalls langsam, allerdings liegt die Auslastung hier derzeit bei 60 bis 80 Prozent. Die Automobilindustrie Ostdeutschlands hatte weniger Insolvenzen, da hier eine geringere Export abhängigkeit vorliegt und die Kundenstruktur der Zulieferer vielfältiger ist, weiß Dietmar Bacher, Geschäftsführer des ACOD zu berichten. Wirtschaftsspiegel: Ist das Thema Kreditklemme auch ein Thema für die mittelständischen Zulieferer in den neuen Ländern? Bacher: „Die Kreditvergaben sind in Ostdeutschland nicht zurückgegangen, allerdings sind durch Basel II erhöhte Anstrengungen der Unternehmen nötig. So müssen beispielsweise Absatzstrategien und Geschäftsausrichtung deutlich präziser, fundierter und überzeugender dargestellt werden. Hinzu kommt, dass auf Grund der durch die Krise verursachten schlechteren Zahlen mit Zinsaufschlägen zu rechnen ist.“ Wirtschaftsspiegel: Welchen Stellenwert nimmt Ostdeutschland beim Thema neue Antriebe, wie Hybrid- oder Elektroantrieb, ein? Bacher: „In diesem Bereich gibt es auch in

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Ostdeutschland zahlreiche Aktivitäten. Beim Thema Elektrifizierung ist zum Beispiel die Firma FRÄGER sehr aktiv und auch für den Bereich Batterien, Elektromotoren und Leistungselektronik gibt es in Ostdeutschland Produktionsstätten. Der ACOD ist sehr am Vorantreiben dieser Themen interessiert und unterstützt daher unter anderem das Projekt e-SolCar der BTU Cottbus, an dem auch die FRÄGER-Gruppe beteiligt ist. Hierbei geht es darum, Erkenntnisse zur Elektro-Energieversorgung zu gewinnen. Auch der ACODKompetenzcluster ‚Powertrain‘ befindet sich in der Projektdefinition für die Antriebskonfiguration mit Rangeextender.“ Wirtschaftsspiegel: Sollten die Zuladekapazitäten von Lkw erhöht werden oder sehen Sie andere Möglichkeiten, den Gütertransport auf den Straßen weiterhin zu bewältigen? Bacher: „Megatrailer, wie es sie bereits in vielen Ländern gibt, bedeuten durch ihre erhöhte Nutzlast prinzipiell auch eine Einsparung an Kraftstoff und CO2-Emissionen. Eine gleichbleibende Achslast würde zudem auch nicht zu einer Erhöhung der Straßenbelastung führen. Leider sind die Fahrzeuge jedoch wesentlich größer und weniger wendig, was sie für das deutsche Straßennetz relativ ungeeignet macht. Alternativen würden beispielsweise effiziente Bahn-HUBs darstellen oder eine Effizienzsteigerung in der Logistikbranche.“

Foto: ACOD

Yet the East German Automobile Industry has had fewer bankruptcies, since the sector is less dependent on exports and the customer structure of the established suppliers is much more versatile, reports Dietmar Bacher, the Managing Director of the Auto motive Cluster of East Germany (ACOD).


Ostdeutschland

Z & intec Facts & Figures Z 2011 - THE SUBCONTRACTING FAIR 11th International Trade Fair for Parts, Components, Modules and Technologies intec - 13th Trade Fair for Manufacturing, Tool and Special-Purpose Machine Construction next trade fair duo from 1 to 4 March 2011 in Leipzig Z & intec welcomed 20,200 trade visitors in 2009 1,320 companies from more than 20 countries presented their goods and services on a gross exhibition area of 60,000 sqm

Z und intec stellen sich den Themen der Branche Vom 1. bis 4. März 2011 laden Z und intec erneut zur größten Industrie- und Investitionsgüterschau Ostdeutschlands auf das Leipziger Messegelände. Schwerpunkt der international aufgestellten Z sind Zulieferleistungen für die Automobilindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau. Das Spektrum reicht von Halbzeugen, Teilen und Komponenten über komplexe Faserverbundkunststoffe und mechatronische Systeme bis hin zu Technologien und Dienstleistungen für die Entwicklung und Fertigung von Bauteilen. Die Z hat sich seit ihrer ersten Auflage im Jahr 2000 als eine der wenigen europäischen Zuliefermessen erfolgreich etabliert und stellt Leistungsstärke und Innovationskraft der Zulieferer in den Fo-

kus. Ganz gezielt geschieht dies zum Beispiel mit der Innovationsschau. Die Z ist gleichzeitig das Schaufenster der mittelständischen Zulieferindustrie Mitteldeutschlands. Über 50 Prozent der deutschen Aussteller stammen von hier. Gerade die Ansiedlung der Automobilindustrie in dieser Region spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Zulieferindustrie in Ostdeutschland. Präsenz im Rahmen eines großen Gemeinschaftsstandes zeigen seit Jahren die ostdeutschen Automobilcluster. Am Vortag der Z 2011 wird der Automobilcluster Ostdeutschland (ACOD) auch seinen Jahreskongress in Leipzig durchführen. Am ersten Messetag folgt dann der international besetzte Kongress „Micro-

Car“ unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Michel vom Micro Materials Center Berlin am Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), Berlin, der bereits zum 4. Mal parallel zur Z durchgeführt wird. Seit dem Jahr 2007 findet die Zuliefermesse zusammen mit der intec, Fachmesse für Fertigungstechnik, statt. Zu deren Portfolio gehören Werkzeug- und Sondermaschinen, Werkzeuge, Werkzeugsysteme, Vorrichtungen, Baugruppen, Maschinenkomponenten sowie Lasersysteme zur Materialbearbeitung. Die erfolgreiche Entwicklung beider Veranstaltungen und ihr perfektes Zusammenspiel haben das Messe-Doppel in den vergangenen Jahren zu einer unübersehbaren Größe in der deutschen Messelandschaft werden lassen.

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Foto: Messe Leipzig

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Thüringen

Thüringen baut auf Erfolge für die Zukunft Als der „automotive thüringen e.V.“ („at“) am 29. August 2000 gegründet wurde, lag dem die Idee zugrunde, kleinere Thüringer Unternehmer zu vernetzen, um zusammen mit Forschungsinstituten, Universitäten und Hochschulen, neue Produkte der Automobilzulieferer zu entwickeln, um diese den OEMs oder TIER1-Lieferanten anzubieten. Ursprünglich von neun Unternehmen ausgehend, wurden in den ersten Jahren mehrere Projekte umgesetzt. Ende 2003 wurde klar, dass der damalige „Thüringer Automobilzulieferer e.V.“ zum weiteren Wachstum ein professionelles Management brauchen würde. Mit der Neuwahl des Vorstandes am 18.12.2003 wurden von den bis dahin 20 Mitgliedsunternehmen, der „automotive thüringen e.V.“ unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden, Herrn Dr.-Ing. Michael Militzer, weiter ausgebaut.

Durch viele Veranstaltungen, Arbeitskreise, Kompetenzclustertreffen bis hin zu den überregionalen Branchentagen, finden sich zahlreiche Möglichkeiten des Gedankenaustausches. Zu dem repräsentiert das Automobilcluster die Branche in Thüringen gegenüber Politik, der Öffentlichkeit und Partnerorganisationen im Inund Ausland. Ziel ist es nach wie vor, ins-

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besondere die kleineren Unter nehmen, „fit für den Markt“ zu machen. Hierzu dienen insbesondere die Arbeitskreise auf regionaler und die Kompetenzcluster auf überregionaler Ebene. Diese Kompetenzcluster werden im Rahmen der Kooperation im Automotive Cluster Ostdeutschland mit den anderen Länderinitiativen aus den Neuen Bundesländern gebildet. Auf diese Weise werden von Thüringen aus die Kompetenzträger in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen erreicht. In naher Zukunft können sich über die bereits initiierten Innovationsforen dann Wachstumskerne bilden, in denen sich Unternehmen und die Forschung zu Kooperationen für gemeinsame Projekte zusammenschlieflen. Für Thüringen ist die TU Ilmenau mit zwei Innovationsforen im Bereich Elektrik/Elektronik und Powertrainfür für den „at“ federführend tätig. Solche Kooperationen sind für die Neuen Bundesländer wichtiger denn je. Um ein

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weiteres Wachstum in der Automobilzulieferindustrie zu ermöglichen, müssen an den erfolgreichen Produktionsstandorten zusätzliche Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung unternommen werden. Wenn man bedenkt, dass von den etwa 48.000 Patentanmeldungen 2009 in Deutschland nur etwa 3.500 Patente in den Neuen Bundesländern angemeldet wurden, sieht man, dass ein enormer Nachholbedarf besteht. Hier ist eine enge Verzahnung mit den Universitäten und Hochschulen eine grundlegende Voraussetzung. Vor diesem Hintergrund sind die Anstrengungen des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Technologie für eine Brancheninitiative zu sehen, die mit einem neuen Kompetenzzentrum die Entwicklungsmöglichkeiten insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen in Thüringen verbessern helfen will. Mit diesen verbesserten Rahmenbedingungen wird es auch möglich sein, die schwieri-

Foto: Bosch

Derzeit hat der „at“ 116 Mitgliedsunternehmen. Diese repräsentieren mit ihren über 30.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatzvolumen von rund 4,2 Milliarden Euro, mehr als zwei Drittel der Wertschöpfung im Automobilbau Thüringens. Aus den Anfängen mit der Entwicklung kleinerer Projekte, ist heute ein leistungsfähiger Verband geworden, der sich als Kommunikations- und Kooperationsplattform versteht. Im „at“ haben sich die Mitgliedsunternehmen ein Netzwerk geschaffen, an welchem sie aktiv mitwirken und dessen Ausrichtung sie selbst gestalten können.


Thuringia establishes prosperity for the future At the time of the establishment of the “thuringian automotive association” (at) on the 29th of August 2000, the original idea was to network smaller Thuringian companies and together with research institutes, universities and technical colleges, help them to develop new products. These products would then be offered to OEMs or TIER1-suppliers. The “at” currently has 116 member companies. With their 30000 employees and a yearly turnover of approximately 4.2 billion Euros, this represents more than two thirds of the Thuringian Automobile manufacturing market. There are various opportunities for the exchange of ide-

as, such as diverse events, workshops, expertise cluster meetings and even national industry days. The automobile cluster additionally represents the industry in Thuringia concerning politics, publicity and partner organisations, both domestically and internationally. In the near future, the recently initiated innovation forum will establish growth cores, in which both companies and research institutes will combine and jointly work on projects. With two innovation forums in the area of electricity/electronics and power train, the TU Ilmenau is leading the way with the “at”.

gen zurückliegenden Jahre mit dem globalen Umsatzeinbruch zu kompensieren. Deshalb betätigt sich der „at“ auch sehr erfolgreich in der direkten Anbahnung von Kontakten zu den OEM und TIER1. So gelang es in diesem Jahr, einen Innovationstag in einem Entwicklungszentrum der Daimler AG in Sindelfingen zu organisieren. Zudem finden derzeit Workshops in der Opel Eisenach GmbH statt, wo sich Zulieferer über das System der kontinuierlichen Verbesserungen bei General Motors intensiv informieren können, um solche Systeme im eigenen Unternehmen umzusetzen. Man sieht, dass sich auch nach zehn Jahren, weder die Themen, noch die Aufgaben für den automotive

thüringen e.V. verringern werden. Unter dem Vorsitz von Dr. Michael Militzer und seinen Kollegen Andreas Krey (LEG Thüringen GmbH), Bernd Moser (TÜV Thüringen e.V.) und Thomas Michel (BMW Fahrzeugtechnik GmbH), sind in der letzten Mitgliederversammlung mit Herrn Nils Sander (Multicar Zweigwerk der Hako-Gruppe GmbH) und Johann Sedlmayer (Sedlmayer GmbH Metallverarbeitung) zusätzlich zwei weitere Mitglieder in den Vorstand gewählt worden, die Kontinuität und starkes Engagement im „Verband von Unter nehmern für Unternehmer“ garantieren. (su) !

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Thüringen

ContiTech investiert in Blasformtechnik ContiTech Fluid Technology steigt am Standort Waltershausen in die Kunststoffproduktion ein. Gefertigt werden hier in Blasformtechnik Kunststoffteile für Ladeluftleitungen, die bisher zugekauft wurden. „Dadurch erhöhen wir unseren Anteil an der Wertschöpfungskette und kombinieren so unsere Marktführerschaft bei Elastomer-Ladeluftschläuchen mit einer Zukunftstechnologie, die durch das Kunststoffmaterial deutliche Gewicht- und Kosteneinsparungen gegenüber Metall mit sich bringt“, erklärt Günter Frölich, Geschäftsbereichsleiter ContiTech Fluid Technology, die Investition in die Zukunftssicherheit des Standorts. Gleichzeitig betont er die zahlreichen Vorteile

Kontakt ContiTech Fluid Automotive GmbH Betriebstätte Waltershausen Eisenacher Landstraße 70 D-99880 Waltershausen Tel.: +49 (0) 3622 - 633 604 Fax: +49 (0) 3622 - 633 614 E-Mail: info@fluid.contitech.de Internet: www.conti-online.com

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für die Kunden: „Damit sind wir künftig noch näher am Markt und können die Entwicklung mit unseren Kunden direkt vorantreiben, ohne Rücksprache mit Dritten halten zu müssen. Außerdem können wir im eigenen Haus unsere Geometrien viel besser umsetzen.“ Das gelingt auch, weil ContiTech in Waltershausen auf modernste Technologien setzt. So verfügt das Werk über eine vollautomatische Anlage, die trotzdem einen niedrigen Energiebedarf hat. Die Anlage ist speziell auf die Anforderungen von ContiTech zugeschnitten – von der vollautomatischen Materialzufuhr bis zu der Nachbearbeitung durch Roboter und einer Druckstation, die jedes Teil für eine umfassende Rückverfolgung der Qualität kennzeichnet. „Wir haben die besten Einzellösungen und Werkzeuge zur optimalen Anlage zusammengestellt, die ein Maximum an Qualität sicherstellt“, bringt es Projektleiter Charles Bavoux auf den Punkt. Die in Waltershausen gefertigten Kunststoffteile werden in Hann. Münden oder im rumänischen Carei, wo die Schläuche für die Turboladerleitungen hergestellt werden, komplettiert. Als erster Kunde erhält BMW Ladeluftleitungen mit Kunst-

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stoffteilen aus Waltershausen. Daneben wird es bald weitere Produkte geben, die mithilfe der Blasformtechnik entstehen. „Der Markt verlangt zunehmend nach Vollkunststoff- beziehungsweise Kunststoff-Elastomer-Lösungen“, sagt Hannes Friederichsen, Segmentleiter Heizung, Kühlung, Turbolader. Denn Kunststoff ist nicht nur ein relativ preiswertes, sondern auch ein leichtes Material. Die dadurch erzielte Gewichtsreduzierung bei Fahrzeugen senkt deren Kraftstoffverbrauch, trägt damit wesentlich zum Klima- und Umweltschutz bei und erfüllt so die Anforderungen einer nachhaltigen Mobilität. In Waltershausen fertigen rund 770 Mitarbeiter Kühlwasser- und Klimaschläuche, Drucktücher und Mischungen. Continental gehört mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro im Jahr 2009 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antriebe und Fahrwerk, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt Continental zu mehr Fahrsicherheit und zum globalen Klimaschutz bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetzten, automobilen Kommunikation. Continental beschäftigt derzeit rund 138.000 Mitarbeiter in 46 Ländern.


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ContiTech investiert rund drei Millionen Euro – die Zahl der Mitarbeiter wächst

Klimaschlauchfertigung in Waltershausen erweitert In der ContiTech Fluid Automotive GmbH Bereich Klimaschlauchfertigung am Standort Waltershausen wird durch Weiterentwicklung und Optimierung des Prozessablaufes die Wettbewerbsfähigkeit der Klimaschlauchproduktion ausgebaut. Klimaschläuche, die in der ContiTech-Waltershausen gefertigt werden, finden ihren Einsatz in Klimaanlagen von Kraftfahrzeugen. Durch die steigende Nachfrage externer Kunden, wie den Automobilzulieferern SMA, TI-Automotive, Parker und Visteon findet eine Standorterweiterung statt. Aber auch der konzerninterne Bedarf an Klima- und Klimaformschläuchen und der neuanlaufenden Projekte bei ContiTech sind gestiegen. Dabei beläuft sich die Investitionssumme auf etwa drei Millionen Euro, die zusätzlich durch das Land Thüringen gefördert wird. Die Eigenfertigung von bisher extern zugekauften Artikeln spielt hinsichtlich der zukunftsträchtigen Investition eine entscheidende Rolle. Der bisher diskontinuierliche Prozessablauf der Klimaschlauchherstellung nimmt die jetzige Produktionsfläche fast gänzlich ein. Komplettiert wird diese mit der Montage von zwei neuen Flechtern, die schon bis Ende Juli des laufenden Geschäfts-

jahres produktionsbereit sein werden. Die Entwicklung einer neuen Technologie zum Aufbringen des Festigkeitsträgers benötigt zusätzliche räumliche Kapazitäten, die durch Aus- und Umbau bestehender Hallen geschaffen werden. Diese neue Produktionsfläche ist ausreichend groß konzipiert, um dort die neuartige kontinuierliche Strecke „Seelenextrusion-Spiralisation-Deckenextrusion“ zu platzieren. Das Verfahren „Spiralisieren“ ist ein innovatives Verfahren den textilen Festigkeitsträger aufzubringen und erhöht somit die Prozessgeschwindigkeit um zirka 75 Prozent. Vergleichend besitzen beide Garnstrukturen identische Festigkeitswerte.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden zwei Vulkanisationskesseln wird ein weiterer Dampfkessel in der neuen Halle installiert und eine komplette Endbearbeitungsstation untergebracht. Positiver Aspekt dabei ist, dass nicht nur die Absatzmenge um fast 35 Prozent gesteigert wird, sondern auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Seit 2003 konnten rund 60 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Inklusive der Zeitarbeiter/ Leiharbeiter ist die Zahl der Betriebsangehörigen auf rund 180 Mitarbeiter gewachsen und soll weiter ausgebaut werden. Die komplette Produktion in der neuen Halle soll bereits Ende des Jahres aufgenommen werden.

Kontakt ContiTech Fluid Automotive GmbH Betrieb Klimaschlauch Gothaer Straße 4–6 D-99880 Waltershausen Tel.: +49 (0) 3622 - 633 572 Fax: +49 (0) 3622 - 633 528 E-Mail: rene.kling@fluid.contitech.de Internet: www.ac-hoses.de

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Thüringen will von „nachhaltiger Mobilität“ profitieren Die Weltwirtschaft hat im vergangenen Jahr die schwerste Rezession seit dem 2. Weltkrieg durchlaufen. Das hat auch in der Automobilwirtschaft tiefe Spuren hinterlassen und die strukturelle Krise, vor der die Branche ohnedies stand, zusätzlich verschärft. Die Folge: Überkapazitäten müssen abgebaut, Konzentrationsprozesse und Marktverschiebungen bewältigt werden. Der Wettlauf um die besten alternativen Antriebskonzepte hat begonnen. Die Automobilbranche im Freistaat Thüringen kann auf Unterstützung bauen. Erste Ansätze sind bereits zu erkennen, weiß Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig:

Matthias Machnig Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

„Wie kann sich die Thüringer Branche in diesem Umfeld behaupten? Schauen wir auf die Rahmenbedingungen: Thüringen ist ein eher kleiner, dafür aber innovativer und dynamischer Wirtschaftsstandort. Realistischerweise kann man Thüringen keine Globalkompetenz für das Thema Elektrotraktion oder andere alternative Antriebe zuschreiben. Unsere Stärken lie-

gen vielfach in der Spezialisierung – die Unternehmen und Forschungseinrichtungen weisen in wichtigen Teilbereichen wie zum Beispiel bei der Optimierung von Verbrennungsmotoren, der Leistungselektronik, der Mess- und Regeltechnik, Hochleistungssensor technik, Abgasnachbehandlung, Wärmespeichertechnik oder bei intelligenten Nebenantrieben eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit auf. Experten gehen davon aus, dass von Thüringen aus wichtige Teilgebiete hybrider Antriebe geprägt werden können. Das sind keine schlechten Voraussetzungen, um vom stark wachsenden Leitmarkt ‚Nachhaltige Mobilität‘ zu profitieren. Dessen Volumen wird sich bis 2020 von derzeit 200 Milliarden auf rund 300 Milliarden Euro weltweit erhöhen. Neue Technologien wie der Elektromotor und die Brennstoffzelle werden unser Verständnis von Mobilität dabei grundlegend verändern – und zugleich die gesamte

Zeitarbeit als Frühindikator

Kontakt GeAT AG Juri-Gagarin-Ring 152 D-99084 Erfurt Tel.: +49 (0) 361 - 558 460 Fax: +49 (0) 361 - 558 4610 E-Mail: vorstand-ef@geat.de Internet: www.geat.de

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der GeAT AG: „Ich bin mir sicher, dass es 2010 mit der Wirtschaft weiter bergauf geht, denn schon das erste Halbjahr verlief in der Thüringer Wirtschaft sehr positiv. Somit werden viele Zeitarbeitnehmer erneut Stammplätze sichern, weil viele Firmen ohne Nutzung der Zeitarbeit gerade in diesen Zeiten nicht wettbewerbsfähig wären.“ Diese Einschätzung kommt nicht von ungefähr. Denn die GeAT AG hat sich schon seit 15 Jahren auf dem regionalen Arbeitsmarkt behauptet und als größter Thüringer Personaldienstleister etabliert. Gründe hierfür sieht Meyer darin, dass das Komplettangebot der GeAT AG sich besonders an die Bedürfnisse der Kunden, der Menschen und der Arbeitswelt anpasst. Aber auch der faire Tariflohn nach dem Tarif der DGB Gewerkschaft und dem iGZ Verband ist ausschlaggebend dafür, dass immer mehr Menschen ihren beruflichen Erfolg in der GeAT AG sehen. Das flächendeckende Niederlassungsnetz mit 14 Standorten in Thüringen garantiert den Arbeitnehmern und Kunden ständige und kompetente Nähe und ist somit wichtiger Bestandteil im Quali-

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Vorstandssprecher Helmut Meyer

tätssystem des Unternehmens. Heute beschäftigt die GeAT AG schon wieder über 1.200 Menschen. In einer Zeit, in der Flexibilität das Wichtigste ist, brauchen Sie einen Partner auf den Sie sich verlassen können. – Verlassen Sie sich auf die GeAT AG!

Foto oben: TMWAT

Zeitarbeit ist von jeher ein Frühindikator für den Arbeitsmarkt. Viele Firmen greifen am Anfang einer Konjunkturbelebung auf Personaldienstleister zurück, da sie die Zeitarbeit als Flexibilitätsinstrument erkannt haben mit der sie ihre Risiken mindern und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können. Da die Tendenzen in der Zeitarbeitsbranche auf Wachstum stehen, ist dies auch ein gutes Zeichen für andere Wirtschaftszweige. Das bestätigt auch Herr Helmut Meyer, Vorstandssprecher


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Automobilbranche in einer bisher nicht dagewesenen Art und Weise umkrempeln. Darin liegen auch Chancen für die Thüringer Automobilbranche. Voraussetzung dafür ist, die vorhandenen Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln und die Vernetzung aller relevanten Akteure zu verbessern. Deshalb bereiten wir derzeit gemeinsam mit der TU Ilmenau, den Unternehmen und dem Automobilcluster ‚automotive thüringen‘ eine Thüringer Brancheninitiative ‚Green Mobility‘ vor, die in den kommenden Wochen starten wird. Die Schwerpunkte der Initiative müssen aus meiner Sicht auf dem Ausbau der Forschungsinfrastruktur, der Verbundforschung, der Fachkräftesicherung und der Unterstützung von Netzwerkstrukturen liegen. Ich bin überzeugt: Eine solche auf ‚Green Mobility‘ ausgerichtete Brancheninitiative würde die Thüringer Automobilindustrie nachhaltig stärken und nicht zuletzt der Region Westthüringen neuen Schub geben. Das Jahr 2010 wird sicher noch einmal ein schweres Jahr für die Autobranche – aber wir können und werden es nutzen, um uns für die Zukunft neu aufzustellen.“ !

Thuringia Profits from “Sustainable Mobility” In the past year the global economy has gone through the worst recession since the Second World War. This has also left its mark on the automotive economy, which has been additionally exacerbated by the already present structural crisis in the industry. The consequences: Excess capacities have to be reduced, consolidation processes and market shifts must be overcome. The race for the best alternative drive concepts has begun. Thüringia is a smaller, yet innovative and dynamic industrial location. Realistically Thuringia cannot be described as a global player on the subject of electric traction or any other alternative drive technology. Our strengths lie in the varied specialisation of companies and research facilities in important subject areas such as the optimisation of combustion engines, power electronics, metrology and control systems, high performance sensor technology, after treatment of

exhaust gas, heat storage technology or intelligent auxiliary drive systems. Experts believe that Thuringia can distinguish themselves within the subject of hybrid drive systems. These are good prerequisites, to profit from the strongly growing “Sustainable Mobility” lead market. The volume of which is expected to grow from 200 billion to 300 billion Euros by 2020. The requirements for this are to continue to systematically develop the present expertise and integrate all relevant parties. Accordingly, we are currently preparing a Thuringian “Green Mobility” industry initiative, with the help of the TU Ilmenau, the companies and the Automotive Cluster “Automotive Thuringia”, which will be launched in the coming weeks. The key aspects of this initiative are the development of research infrastructure, integrated research, retention of skilled labour and the support of network structures.

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Individualität und Qualität in Leder Sie zählen nicht zu den unbedingt notwendigen Teilen und sind auch selten High-techEntwicklungen. Und doch bestimmen sie den Charakter eines jeden Fahrzeugs: Mit Leder überzogene Teile wie Handbremsgriffe, Schaltknaufe oder Lenkräder. Sie geben dem Autofahrer das Gefühl, neben all den Kunststoffen im Innenraum, auch ein warmes Naturprodukt wie Leder

in der Hand zu halten. Die Verarbeitung von Leder im Automobilbereich ist jedoch ein aufwändiges Verfahren. Geschulte und begabte Mitarbeiter fertigen bei der Salza Service Lederverarbeitung GmbH in Bad Langensalza eben jene Teile, die dem Auto ein angenehmes Gesicht verleihen. Teilweise in reiner Handarbeit wird das Leder über vorgefertigte Bedienelemente wie Schaltknauf und Lenkrad von Autos

wie BMW oder VW geklebt. Die edle Ausstattung ist oft so filigran, dass Maschinen nur bedingt zum Einsatz kommen können. Die geschickten Hände der rund 35 Mitarbeiter beweisen dann ihr Können und liefern höchste Qualität beim Kunden ab. Mit der gleichen Qualität und Individualität übernimmt Salza Service Lederverarbeitung neben der Serienfertigung aber auch Einzelauf träge. Einzelkunden, sowie Autohäuser aus ganz Deutschland geben für ihre Kunden extravagante, mit Leder überzogene Armaturen in Auftrag. Aus einem klassischen Modell wird ein Unikat in Leder. Besonders, da Salza Service Lederverarbeitung diese Einzelfer tigungen schnell und in hoher Qualität liefert, schätzen die Kunden diese Flexibilität.

Kontakt

Salza Service Lederverarbeitung GmbH Am Güterbahnhof 5 D-99947 Bad Langensalza Tel.: +49 (0) 3603 - 844 552 Fax: +49 (0) 3603 - 842 020 E-Mail: salza.service@t-online.de Internet: www.salza-service.de

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Globaler Markt als Alternative Die Thüringer Zulieferer sind im Rückblick nicht so schlecht wie befürchtet durch die Krise gekommen. Einige sehen sich sogar als Gewinner, weil sie flexibel in neue Wachstumsmärkte eingestiegen sind. Michael Lison, Projektmanager des „automotive thüringen e.V.“, schätzt die Lage durchaus positiv ein und gibt einen Ausblick auf neue Märkte: Wir stellen zunehmend fest, dass die abgeforderten Preise oft nicht einmal mehr den realen Produktionskosten entsprechen. Michael Lison, Geschäftsführer automotive thüringen e.V.

Wirtschaftsspiegel: Werden die großen Systemlieferanten die kleinen Zulieferer eines Tages so weit unter Druck setzen, dass die kaum mehr wirtschaftlich arbeiten können? Lison: „Gerade in Folge der Absatzkrise, hat sich dieses Problem weiter verschärft. Wir stellen zunehmend fest, dass die abgeforderten Preise oft nicht einmal mehr den realen Produktionskosten entsprechen. Ziel unserer Bemühungen muss es daher auch sein, um faire Vertragsbedin-

gungen zu kämpfen, beziehungsweise dies bei unseren Unternehmen zu unterstützen. Gerade bei den TIER1 werden in Zukunft enge Kooperationen kleinerer Unternehmungen notwendig werden, um auf der einen Seite die Preisvorgaben erfüllen zu können, ohne auf der anderen Seite die enormen Investitionsaufwendungen allein erbringen zu müssen.“ Wirtschaftsspiegel: Viele Zulieferer haben sich neue Kunden aus anderen Industriebereichen gesucht; ist das eine Alternative? Lison: „Natürlich haben viele Zulieferer auch Kompetenzen beispielsweise im Maschinenbau. Allerdings darf man nicht verkennen, dass sich auch in dieser Industrie die Auftragslage erheblich verschlechtert hat. Die Tendenz, sich neue Branchenmärkte zu suchen, stellen auch wir fest. Insbesondere im Hinblick auf die Luft- und Raumfahrttechnik, aber auch im Schiffbau hat vielfach eine Neuorientierung stattgefunden.“ (su)

Verkürzte Produktionszeiten von Prototypen mit anspruchsvollen Materialeigenschaften

Foto oben: at

Generative Fertigungsverfahren Die PORTEC GmbH Zella-Mehlis hat sich auf Prototypen und Kleinserien aus Metall und Kunststoff spezialisiert. Erfahrungen und Forschungsbedarfe beruhen auf einer im Hause befindlichen kompletten Verfahrenskette von Design und Entwicklung über verschiedene generative Fertigungsver fahren bis hin zur schnellen Produktion von Kunststoffteilen, Wachsmodellen und metallischen Prototypen in Feingussqualität. Ziel der Forschungsaktivitäten ist

es, Modelle und For men aus generativer Fertigung so zu behandeln, dass sie vielseitiger einsetzbar werden (Funktionsprototypen) oder Folgeprozesse verkürzen (Rapid-Shell-Casting) beziehungsweise erst ermöglichen (beispielsweise Titanguss). So sind generativ gebaute Modelle (bei PORTEC mit Schichtstärken von 80 µm) als verlorene Modelle für den Feinguss geeignet. Bei einer Verbesserung der Oberflächengüte können sie aber auch als

An Alternative Global Market In hindsight the Thuringian suppliers have come through the economic crisis relatively unscathed. Some even see themselves as winners, because they have stayed flexible and entered new emerging markets. Indeed Michael Lison, Project Manager of Auto motive Thuringia appraises the current situation in the industry as encouraging and gives his view on new market. It is becoming increasingly clear that the quoted price is often inconsistent with the actual production costs. As a result the goal of our efforts in the future has to be to fight for fairer contractual conditions and to support our companies during contract negotiations. We at Automotive Thuringia have also noticed the tendency to look for new industry markets. A number of companies have re-orientated their business to include other sectors, in particular with respect to aeronautical and aerospace engineering, but also in the shipbuilding industry.

verlorene Modelle für den Titanguss genutzt werden (bisher nur über Wachsmodell möglich). Spezielle Gefügebehandlungen von Modellen aus PulverBinder-Systemen können auch zu robusten, belastbaren Kunststoff-Modellen für Handhabe- und Montageversuche bis hin zu Funktionsprototypen mit partiell unterschiedlichen Materialeigenschaften führen. Zudem wird durch spezielle Oberflächenbehandlung generativer Modelle nicht nur ein Bedampfen mit Metall möglich, sondern es sollen auch thermisch belastbare Metallschichten aufgetragen werden können. Gemeinsam mit Kunden und Partnern stellen sich Mitarbeiter und Gesellschafter der PORTEC solchen neuen Herausforderungen, sind offen für innovative Ziele und Kooperationsvorhaben, bringen sich in Forschungsprojekte und Netzwerke ein oder initiieren diese selbst. Kontakt

PORTEC GmbH Am Köhlersgehäu 32 D-98544 Zella-Mehlis Tel.: +49 (0) 3682 - 4669 0 Fax: +49 (0) 3682 - 4669 10 E-Mail: info@portec-gmbh.de Internet: www.portec-gmbh.de

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Die MIM-Technologie bietet viele Einsatzmöglichkeiten für die Automobilindustrie

Neue Technologien für innovativen Fahrzeugbau Moderner Automobilbau orientiert sich heute an Sicherheit, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit. Doch auch Luxus und Fahrfreude sollen im Fahrzeug nicht verloren gehen. Da die Zahl der Bauteile immer höher und die Funktionen immer komplexer werden, spielen leistungsstarke Materialien wie hochfeste und beständige Metalle für den Hersteller und Zulieferer bei der Konstruktion eine entscheidende Rolle. Mit dem Einsatz der Metal Injection Moulding-Technologie profitieren Konstrukteure von einer Gestaltungsfreiheit, wie sie bislang nur bei Kunststoffen anwendbar war. Die Formgebung durch das Spritzgießen von Metallpulvern (MIM) eröffnet ein Höchstmaß an Freiheit hinsichtlich Geometrie und Werkstoff, das weit über die Grenzen der spanenden und schmelzmetallurgischen Gestaltung hinaus geht. Hinterschneidungen, Bohrungen und Sacklöcher können in beliebigen Richtungen eingebracht werden und auch Wandstärken von einem Millimeter und weniger, sowie Bohrungsdurchmesser von nur wenigen Zehntel Millimetern sind realisierbar. Reliefartige Strukturen und Gravuren, wie zum Beispiel Firmenlogos oder Artikelnummern können detailgetreu wiedergegeben werden. Selbst die

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Anwendung teurer, hochfester Legierungen, korrosionsbeständiger oder anderer hochwertiger Edelstähle wird somit möglich, da keine Kosten durch nachgelagerte Zerspanung anfallen. An MIM-Bauteilen werden hohe Oberflächengüten (in der Regel Rauigkeiten Ra < 1µm) ohne Nacharbeit erreicht. Das Gefüge der gesinterten Teile ermöglicht galvanische und elektrolytische Oberflächenveredelungen (Vernickeln, Elektropolieren) ohne Vorbehandlungen. Beim Einsatzhärten werden Einsatzhärteverläufe er reicht, deren Werte mit denen von Schmiedestählen vergleichbar sind. Im Allgemeinen sind MIM Werkstoffe auch schweißbar.

Beispiele für MIM Anwendungen in der Automobilindustrie Ventiltriebskomponenten Aufgrund der hohen Dichte, dem geringen Gewicht und hohen Festigkeiten von MIM Materialien eignen sich MIM Bauteile für den Einsatz in Ventiltriebselementen (zum Beispiel Kipphebel, Zwischenhebel, Tassenstößel). Sensortechnik In MIM lassen sich dünne Wandstärken und geschlossene Hinterschneidungen realisieren, die in der Fertigung komplexer und korrosionsbeständiger Sensorgehäuse ihre Anwendung finden. Motor und Turbolader Die MIM Technologie bietet Lösungen für Anwendungen im Hochtemperaturbereich (zum Beispiel Verstellringe und Turbinenräder).

Spritzgießmaschinen bei GKN

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Einspritzsysteme Typische Einspritzelemente, wie Düsen, Ankerplatten oder Kraftstoffverteiler, können in MIM realisiert werden. Die Fähigkeit zur Umsetzung dünner Wandstärken und geschlossener Hinterschneidungen ist auch für diese Anwendungen von großer Bedeutung.


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MIM – Der Fertigungsprozess Die Feedstockaufbereitung Hochfeine Metallpulver, Legierungselemente und thermoplastische Kunststoffe werden zu einer fließ- und spritzfähigen Masse vermischt. Die Ausgangskomponenten bilden zunächst eine zähflüssige Substanz, die abgekühlt und anschließend zu einem körnigen Granulat verarbeitet wird.

Durch das Vorfahren der Schnecke wird die fließfähige Masse unter hohem Druck mittels eines Verteilersystems in die einzelnen Kavitäten des Werkzeugs gepresst. Anschließend wird die Masse in der Kavität in ihrem Design durch Abkühlung „eingefroren“. Nach dem Abkühlen auf die Entformungstemperatur wird das Werkzeug in der Trennebene geöffnet, das erstarrte Teil wird durch Auswerfer aus der Form gedrückt.

Das Spritzgießen Der Feedstock wird auf speziellen ThermoplastSpritzgießmaschinen zu einem Formteil, dem Grünling, verarbeitet. Die Herstellung des „Grünlings“ ist mit dem konventionellen Kunststoffspritzgießen vergleichbar. Der Feedstock wird nach der Dosierung in der Spritzeinheit aufgeschmolzen und vor der Förderschnecke verdichtet.

Das Entbindern und Sintern In der anschließenden Entbinderung wird das Trägermaterial aus dem Grünling herausgelöst. Bei GKN Sinter Metals wird dieser erste Prozessschritt von einer kontinuierlich arbeitenden Sinteranlage ausgeführt. Während der Kunststoff in einer besonderen Reaktionsatmosphäre vollständig depolymerisiert, entweicht der Binder fortlaufend als Gas aus dem Formteil und

Mehr Raum für effiziente Designoptimierungen

bauteilen herstellbar sind und direkt in einem Fertigteil realisiert werden. Gewinde können beim Urformen (Spritzgießen) hergestellt werden.

GKN Sinter Metals bietet Ihnen umfassende Beratung und Service von der Entwicklung bis hin zur optimalen Konstruktion Ihrer spritzgegossenen Bauteile.

Durch Optimierung des Bauteilvolumens ist es möglich Material und somit Kosten einzusparen. Auf Grund der erreichten Gewichtsreduzierung verringern sich zusätzlich Trägheitsmomente bei dynamisch beanspruchten Anwendungen. Kleinste Geometrien können detailgetreu in MIM abgebildet werden.

Das Angebot auf einen Blick: Werkzeugdesign Prototypenherstellung Qualitätskontrolle durch Präzisionsmessgeräte nach QS 9000 und ISO TS 16949 Just-in-Time Belieferung Das GKN Werkstoffspektrum umfasst: Einsatzhärtbare Stähle, Korrosionsbeständige Stähle, Vergütungsstähle, Weich-magnetische Stähle, Legierungen für Hochtemperaturanwendungen und Werkzeugstähle

Um die Vorzüge von MIM optimal zu nutzen ist es sinnvoll, bereits in der Entwicklungsphase in MIM-Dimensionen zu konstruieren. Für den Designer ergeben sich dadurch gänzlich neue Möglichkeiten in der Auslegung und Konstruktion. Die Großserienfertigung hochkomplexer Bauteile ist durch automatisierte MIM-Prozesse wirtschaftlich realisierbar und entspricht hinsichtlich der Prozess-Sicherheit den Anforderungen der Automobil-Industrie. Kostenintensive Füge-, beziehungsweise Montageprozesse können überflüssig werden, da mittels MIM auch die komplexen Geometrien von Zusammen-

Auch neuartige Materiallegierungen, die auf die speziellen Kundenanforderungen angepasst werden, können wirtschaftlich verarbeitet werden.

hinterlässt eine offenporige Struktur. Dieses poröse Gebilde wird nun als „Bräunling“ bezeichnet. Unter Einwirkung von Temperaturen nahe des theoretischen Schmelzpunktes, sowie inerter oder auch reduzierender Atmosphären werden die Metallpartikel versintert.

Kontakt

GKN MIM-Fertigung in Bad Langensalza

GKN Sinter Metals GmbH Am Fliegerhorst 9 D-99947 Bad Langensalza Tel.: +49 (0) 3603 - 89 59 0 Fax: +49 (0) 3603 - 89 59 99 E-Mail: infomim@gknsintermetals.com Internet: www.gknsintermetals.com

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Vielfalt im Entwicklungsprozess Seit fast 20 Jahren ist das Unternehmen ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH aus Waltershausen in Thüringen als Entwicklungsdienstleister tätig. Beginnend mit den damaligen revolutionierenden Verfahren des Rapid Prototypings, der Herstellung von Modellen und Abgüssen aus den verschiedensten Ersatzwerkstoffen, bis hin zu den unterschiedlichsten Modellbauverfahren reichte hier die Palet-

te. Stets getrieben von den unterschiedlichsten Forderungen des Marktes entwickelte sich das Unternehmen weiter. Heute verfügt es sowohl über zahlreiche Systeme des Rapid Prototypings als auch über viele Techniken des Modellbaus. Hierbei kann man das Laminieren, Bepasten, Tiefziehen und RIM-Technologien aufführen. Ebenso sind große Strukturteile, wie auch geschäumte Bauteile mit

entsprechenden Gießhautoberflächen und hinterschäumten Folien kaschiert möglich. Hier können genarbte Folien auch press – beziehungsweise vakuumkaschiert ausgeführt werden. In den letzten vier Jahren wurde der Werkzeug- und Formenbau komplett neu aufgestellt. In der Kombination mit einem Kunststofftechnikum können nun auch Prototypenteile aus Aluminium-Werkzeugen, sowie Kleinstreinteile produziert werden. Lösungen aus Serienmaterial in Serientechnologien stehen dem Kunden schon in ersten Stepps testfähig zur Verfügung. Aus der Montageabteilung werden funktionsfähige Baugruppen direkt an die Linie der Kunden „just in sequence“ geliefert. Die Qualität sichern Montagelehren, Prüflehren und umfangreiche Prüf- und Messmaschinen. Kontakt

ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH Ziegeleistraße 3b D-99880 Waltershausen Tel.: +49 (0) 3622 - 4424 0 Fax: +49 (0) 3622 - 4424 44 E-Mail: info@modelltechnik.de Internet: www.modelltechnik.de

Spezialist für keramische Rohrmembranen Die TAMI Gruppe ist spezialisiert auf Entwicklung und Fertigung keramischer Rohrmembranen für die Crossflow Mikro-, Ultra- und Nanofiltration flüssiger Medien. Die Membranen werden aus Titandioxid gefertigt. Aufgrund ihrer Eigenschaften – chemische Beständigkeit von pH 1 bis 14, hohe mechanische und Lösemittel- und Temperaturbeständigkeit werden sie im Bereich der metallverarbeitenden Industrie und dem Fahrzeugbau insbesondere zur Behandlung von Entfettungsbädern, Farbspritzabwässern, Kühlschmieremulsionen beziehungsweise in allen Bereichen der Öl-Wassertrennung eingesetzt. Ein weiterer Vorteil dieser Membranen ist die Möglichkeit ihrer chemischen Regenerierbarkeit. Neben den Membranen selbst bietet TAMI eine breite Palette hochwertiger Edelstahlgehäuse an. Dabei hat der Kunde die Wahl zwischen den verschiedensten Verrohrungssystemen. Ein weiterer Service besteht in der Durchführung anwendungsspezifischer Tests. Diese Tests werden entweder direkt bei Kunden vor Ort oder im unternehmenseigenem Technikum durchgeführt und bieten die Gewähr für maßgeschneiderte Lösungen sowohl hinsichtlich der Auswahl der geeigneten Filterfeinheit als auch der Spezifizierung der wirtschaftlichsten Prozessparameter.

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Kunststoffe mit Funktion und Design Der Scheinwerfer am Auto hat nicht nur die Funktion der Fahrzeugbeleuchtung. Designer gestalten ihn auch so, dass er dem Auto sein ganz typisches Aussehen verleiht. Funktion und Design werden durch Kunststoffteile bestimmt, die auch von Ifert Plastics Technologies GmbH (IPT) aus Schweina produziert werden. Hochtemperaturbeständige Kunststoffe, die auch bei über 200 Grad nicht ihre

Eigenschaften verlieren, werden an modernen Maschinen im Spritzgussverfahren hergestellt. Kunden sind große Scheinwerferhersteller wie Automotive Lighting. Sie werden mit den Spritzgussteilen von IPT beliefert und bieten Scheinwerfer an, die in allen Fahrzeugen der Welt eingebaut werden. Neben Zierleisten und Verblendungen sind es vor allem Reflektoren und Linsen, die bei IPT hergestellt wer-

den. Grundlage der Reflektoren sind Kunststoffrohteile, die nach einer Vorbehandlung im Hochvakuum mit einer dünnen Aluminiumschicht versehen werden. Nach der Vakuummetallisierung werden die Reflektoren anschließend mit einer Schutzschicht überzogen um die Korrosion des Aluminiums zu verhindern. Mit dieser qualitativ hochwertigen Technologie können bei IPT sowohl Großserien mit Stückzahlen von 500.000 Teilen, als auch Kleinaufträge mit nur einhundert Teilen pro Jahr bearbeitet werden. Darüber hinaus bietet das Unternehmen die individuelle Veredlung von Tuningteilen an. Felgen oder Zierleisten bekommen eine Aluminiumschicht und wirken wie verchromte Teile.

Kontakt

Ifert Plastics Technologies GmbH Breiter Fahrweg 6, D-36448 Schweina Tel.: +49 (0) 36961 - 527 0 Fax: +49 (0) 36961 - 527 21 E-Mail: ifert@ifert-kunststoff.de Internet: www.ifert-kunststoff.de www.chrom-it-all.de

Effiziente Aufarbeitung von Turboladern Abgasturbolader nutzen die Bewegungsund Wärmeenergie des Verbrennungsprozesses im Motor. Moderne Fahrzeuge kommen heute ohne einen Abgasturbolader nicht mehr aus. Sie erhöhen die Leistung des Motors indem sie Energie, die als Abgas ungenutzt bliebe, zurückgewinnen. Ein Turbolader hat die Lebensdauer eines Motors, kann jedoch wieder aufgearbeitet und als neuwertiges Produkt wieder verwendet werden. Die umweltund ressourcenschonende Aufarbeitung von Turboladern hat sich die Turbokompakt GmbH zur Aufgabe gemacht. In das 2008 gegründete Unternehmen brachte der Geschäftsführer Frank Schlütter mehr als 25 Jahre Erfahrung bei der Instandsetzung von Turboladern ein. Diese Erfahrung ist auch nötig, um die sensible und anspruchsvolle Bearbeitung der hochtechnischen Produkte zu gewährleisten. Die speziell geschulten 20 Fachkräfte sind in der Lage, Teile von allen gängigen Fahrzeugen zu bearbeiten. Jeder Lader durchläuft nach der Reinigung und dem Austausch der Teile eine Feineinstellung

und wird anschließend geprüft. Turbolader arbeiten mit Geschwindigkeiten von bis zu 280.000 Umdrehungen pro Minute und bei Temperaturen von rund 1.100 Grad. Die Prüfverfahren sind sowohl aus Gründen der Sicherheit, als auch der Energieeffizienz erforderlich. Deshalb ist Turbokompakt seit Mai 2010 nach ISO 9001 zertifiziert. Die überzeugende Qualität der Produkte und die effizienten Abläufe sind wirksame Instrumente zum Erreichen von Kundenzufriedenheit.

Kontakt Frank Schlütter Turbokompakt GmbH Steinweg 8, D-98544 Zella-Mehlis Tel.: +49 (0) 3682 - 47888 90 Fax: +49 (0) 3682 - 47888 99 E-Mail: schluetter@turbokompakt.de Internet: www.turbokompakt.de www.turbolader.tv

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Firmensitz der RSP GmbH im thüringischen Saalfeld

Saugbagger im Einsatz

RSP – Vorsprung durch Technik Die Erfindung des Staubsaugers revolutionierte vor über 150 Jahren die Arbeit unzähliger Hausfrauen. Erfunden wurde der Staubsauger zwischen 1870 und 1876 in den USA. Viele Quellen berichten übereinstimmend, dass 1876 ein Patent für ein Gerät erteilt wurde, das auf einem Pferdewagen montiert war. Von dort wurde dann per Schlauch das Haus gereinigt. Damals wurde die Luftpumpe dieser Reiniger noch von Hand betrieben. Das Prinzip ist bis heute gleich geblieben. Lediglich die Sauger sind wesentlich kleiner geworden. Aber es gibt sie noch, die großen Maschinen auf Rädern. Und: Sie kommen aus Thüringen. In mittlerweile acht europäischen Ländern agieren mehr als 350 so genannter Saugbagger der in Saalfeld ansässigen Reschwitzer Saugbagger Produktions GmbH. Sie bewegen Tonnen von Schlämmen, verschiedenste Erdarten und Schmutzwasser. Für die RSP-Bagger sind Saugdistanzen bis zu 150 Meter Entfernung durch hohe Leistungen der Maschinen kein Problem. Ein Saugbagger ist nicht nur extrem funktionell, sondern vor allem für Tiefbauunter nehmen sehr wirtschaftlich. Durch deren Einsatz kann im gleichen Zeitraum die 12fache Arbeitsleistung gegenüber Handarbeit und dadurch eine Zeit- und Kosteneinsparung von mehr als 60 Prozent

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erreicht werden. Vor allem in schwer zugänglichen Bereichen und bei Baustellen mit vielen Versorgungsleitungen sowie generell in sensiblen Bereichen machen diese Geräte teures und zeitaufwendiges Handschachten überflüssig. Die aufgenommenen Materialien werden durch den Sog in die fest montierte Sammelkammer transportiert und dort zwischengelagert. Mögliche Einsatzfälle sind: Rohr- und Armaturenaustausch Sanierung und Neuverlegung von Gas-, Wasser- und Entsorgungsleitungen Rohrbrüche Straßenaufbrüche Reinigung von Straßeneinläufen Der Vertrieb der Sauganlagen erfolgt direkt und in Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern in sieben weiteren Ländern. Der Exportanteil liegt derzeit bei über 70 Prozent der Gesamtproduktion. Die heutige Saug-Technologie auf Ventilatorenbasis wurde in Salfeld selbst entwickelt und im Jahre 1999 international patentiert. Mit der Entwicklung und dem erstmaligen Bau von Doppelventilatoren öffnete RSP den Anwendern wesentlich größere Einsatzfelder. Die Fertigung erfolgt auf einer Fläche von über 5.000 Quadratmetern. Mit über 90 Mitarbeitern wer-

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den jährlich bis zu 70 Saugbagger und Sondersauganlagen montiert und geliefert. Das Unternehmen produziert Saugaufbauten auf 2-, 3-, und 4-Achs-Fahrgestellen, stationäre Sauganlagen sowie kundenspezifische Lösungen. In Verbindung mit unterschiedlichen Ventilatorleistungen werden für alle Aufgaben die passenden Lösungen gefunden. Dabei ist den RSP-Fachleuten enger und intensiver Kundenkontakt besonders wichtig. Dies ist die Basis für gezielte, praxisnahe Weiterentwicklungen. Alle drei Jahre veranstaltet RSP am Saalfelder Standort über zwei Tage internationale Kundenkonferenzen mit sehr hohem Zuspruch.

Kontakt RSP GmbH Zum Silberstollen 10 D-07318 Saalfeld-Beulwitz Tel.: +49 (0) 3671 - 5721 0 Fax: +49 (0) 3671 - 5721 21 E-Mail: info@rsp-germany.com Internet: www.rsp-germany.com


Thüringen

Geschäftsführer Dr. Eugen Schmidt

Forschung im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit im grünen Herzen Deutschlands

Die Zukunft ist regelbar Fährt man in Schleusingen von der A73 ab in Richtung Coburg, gelangt man vorbei an ausgedehnten Wäldern, Wiesen und Feldern irgendwann an den Abzweig nach Merbelsrod. Nach etwa zwei Kilometern steht man vor einem zwölf Hektar großen Firmengelände, das man am Ortsrand des 340-SeelenDorfes nicht vermutet hätte. Das 530-Mitarbeiter starke Familienunternehmen Geräte- und Pumpenbau GmbH Dr. Eugen Schmidt (GPM) entwickelt und fertigt hier modernste Technik für die Anwendungsbereiche Motorkühlung und -schmierung. Vor 71 Jahren gründete der Vater des heutigen Geschäftsführers die Firma mit fünf Mitarbeitern in einer Garage. Heute umfasst das Unternehmen neben seinem Hauptstandort in Merbelsrod mit sieben Fertigungsbereichen, einem 50 Mitarbeiter starken Entwicklungsteam und modernster Prüfstandstechnik, drei Auslandsstandorte in Brasilien, China und den USA. Mit dem äußeren Wachstum der Firma ist auch ihre Systemkompetenz gewachsen. Als der führende Entwicklungslieferant ist das traditionsreiche Unternehmen mittelfristig in den wichtigsten Automobilmärkten vertreten. Gemeinsam mit seinen Kunden entwickelt GPM intelligente und

innovative Lösungen hauptsächlich in den Bereichen Wasser- und Ölpumpen sowie komplette Module für den Pkw- und Nutzfahrzeugbereich. Auch für Abdichtungsund Betriebssicherheitsprobleme hat GPM im Segment Gleitringdichtungen Lösungen parat. Um das allgemeine Streben nach CO2-Reduzierung und Energieeinsparung zu unterstützen, arbeitet die Merbelsroder Entwicklungsabteilung verstärkt an Lösungen, die den Anforderungen des Umweltschutzes im Bereich Thermomanagement gerecht werden. Der Geschäftsleitung ist es enorm wichtig, seinen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft für künftige Generationen zu leisten. Deshalb hat man frühzeitig mit der Entwicklung von regelbaren Pumpen begonnen und bereits 2008 die erste pneumatisch schaltbare Wasserpumpe für einen Pkw-Verbrennungsmotor bei einem großen deutschen OEM in Serie gebracht. Diese arbeitet nur im Bedarfsfall und hilft so, Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß beim Fahrzeug zu senken. Eine ebenso wichtige Investition in die Zukunft ist für GPM die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Das Unter nehmen ist sich bewusst, dass sein Kapital

vorwiegend in seinen Mitarbeitern und dem damit verbundenen Know-how steckt, das immer weiterentwickelt werden muss. Kürzlich wurde in Eisfeld der Grundstein für ein Ausbildungszentrum gelegt, an dessen Kosten sich mehrere in der Region angesiedelte Firmen gemeinsam mit GPM beteiligt haben. All diese Fakten bewogen die Jury des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft im November letzten Jahres dazu, den Geschäftsführer, Dr. Eugen Schmidt, für sein Lebenswerk im Land Thüringen als Preisträger zu ehren.

Kontakt GPM GmbH Dr. Eugen Schmidt Schwarzbacher Str. 28 D-98673 Merbelsrod Tel.: +49 (0) 36878 - 64 0 Fax: +49 (0) 36878 - 64 240 E-Mail: info@gpm.eu Internet: www.gpm.eu

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Thüringen

Qualitätsplanen für viele Einsatzgebiete Sie sind ein Aushängeschild vieler Unternehmen und ziehen ständig die Blicke an: Bunt gestaltete Planen großer Sattelzüge dienen nicht nur als Transportschutz von Waren und Gütern, sondern sind auch eine wertvolle Werbefläche. Unterwegs auf Autobahnen und Straßen Europas, machen die Planen von Aufliegern und Anhängern auf deren Besitzer dauerhaft und kostengünstig aufmerksam. Hinter vielen dieser Planen steht ein seit 1990 erfolgreich geführtes Familienunternehmen aus Thüringen. Die Planen Demuth GmbH & Co. KG aus Freienorla produziert und beschriftet mit modernster Technik und qualifiziertem Fachpersonal zertifizierte Lkw-Planen und Planen aller Art in anerkannt hoher Qualität. Damit dies auch künftig garantiert ist, bildet das Unternehmen seinen Nachwuchs an technischen Konfektionären und Mediengestaltern im eigenen Haus aus. Die Mehrzahl der Kunden sind überregionale Hersteller von Nutzfahrzeugen, Aufliegern und Aufbauten. Neben diesen, vor allem großen Auftraggebern, bietet Planen Demuth jedoch auch regionalen Partnern und privaten Kunden seine Dienste an. Die Planen werden ausschließlich in Deutschland hergestellt. Dies geschieht neben dem Hauptsitz auch in einem Netzwerk von Niederlassungen in Thüringen.

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Zum Einsatz kommen dabei Qualitätsplanenstof fe mit einer speziellen Oberflächenbeschichtung. In ihren Eigenschaften weisen sie eine hohe mechanische Festigkeit auf, sind schwerentflammbar und witterungsbeständig, abwaschbar und leicht zu reparieren. Für die industrielle Anwendung bieten die Planen individuelle Möglichkeiten. So können sie als Sicht- und Spritzschutz, als Abdeck-, Hub- oder Containerplanen sowie als Rollplanen bei Transporten von Schüttgut für Baustellenfahrzeuge und landwirtschaftliche Anhänger genutzt werden. Auch Transportgefache für empfindliche Waren oder Sonnen- und Wetterschutzplanen

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können aus Planenstoff hergestellt werden. Die verschiedenen Lkw-Planen und Anhängerabdeckungen werden nach den individuellen Kundenwünschen von Planen Demuth in allen Formen und Farben gestaltet. In der hauseigenen Grafik abteilung kommen dabei Verfahren wie Digitaldruck im XXL-Format, Schablonenoder Siebdruck zum Einsatz. Die Mitarbeiter von Planen Demuth verleihen mit speziellen Klebefolien unter anderem Kleintransportern, Reisebussen, Pkw ein neues hochwertiges Aussehen. Beschriftet werden nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Werbeplakate, Schaufenster, Messestände oder Firmenschilder.

Kontakt Planen Demuth GmbH & Co. KG Gewerbegebiet 1 D-07768 Freienorla Tel.: +49 (0) 36423 - 65 000 Fax: +49 (0) 36423 - 22 290 E-Mail: info@planen-demuth.de Internet: www.planen-demuth.de


Thüringen

Erfolgreich und gestärkt aus der Krise In den zurückliegenden acht Jahren seit der Gründung hat der Kurbelwellenhersteller FEUER powertrain eine beeindruckende Entwicklung vollzogen. Ständig wurden die Produktionskapazitäten erweitert, da neue Kunden gewonnen werden konnten. Selbst in den beiden letzten Jahren, als die Automobilindustrie in eine tiefe Krise stürzte, konnte sich das Unternehmen behaupten. Als im November 2008 das 40 Millionen Euro teure Werk II in Betrieb ging, brachen gleichzeitig europaweit die Automärkte zusammen. Aufträge, die ab Januar 2009 bearbeitet werden sollten, waren plötzlich nicht mehr vorhanden. „Wir haben damals große Anstrengungen unternommen, diese Lücke mit neuen Aufträgen zu füllen. Wir hatten Glück, blieben hartnäckig an den Kunden und haben es schließlich geschafft, den Standort Nordhausen wieder nach vorn zu bringen“, beschreibt Oliver Wönnmann, Geschäftsführer von FEUER powertrain, die Ereignisse der Zeit. Doch, so meint er weiter, habe letztlich nicht nur Glück gezählt. Die Lieferschnelligkeit, ein gutes PreisLeistungs-Verhältnis und die Flexibilität sind Pluspunkte, mit denen in der schwierigen Krisenzeit neue Kunden gewonnen werden konnten. Einem Kunden, der besonders von der Abwrackprämie profitiert

hatte, konnte eine Serienlieferung binnen sechs Wochen zugesagt werden. „Es war ein Kraftakt, aber wir konnten Werk II schnell wieder unter Volllast laufen lassen“, so Wönnmann weiter. In dieser Zeit, wo anderenorts Entlassungen anstanden, stellte FEUER power train 80 neue Mitarbeiter ein. Mit der jetzigen Stammbelegschaft von 245 Mitarbeitern und dem erweiterten Kundenkreis hat sich der Kurbelwellenhersteller an die Spitze des europäischen Marktes gesetzt. FEUER powertain ist heute größter unabhängiger Hersteller von Kurbelwellen in Europa. Um diese Marktposition zu behaupten, werden auch Kurbelwellen an Industriekunden geliefert. Stahlwellen aus Nordhausen werden in Lokomotiven, Yachten und Generatoren verbaut. Denn diese Bereiche laufen stabil und können Schwankungen abfangen. Oliver Wönnmann erklärt weiter, dass die hohe Flexibilität und Schnelligkeit auch dabei geholfen haben, diese neuen Märkte zu erschließen. „Wir beschäftigen bei uns im Haus Spezialisten, die in der Lage sind, unsere Maschinen schnell umzurüsten. Andere Hersteller hingegen müssen Fachleute ihrer Maschinenlieferanten bestellen und brauchen dann einige Wochen, bis die Anlagen optimiert laufen. Diesen Zeit-

vorteil können wir nutzen und schneller den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden.“ Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre wird auch weitergehen. „Die Kurbelwelle ist bei den Automobilherstellern sehr oft noch eigene Kernkompetenz. Sie ist das Herz des Motors und steuert die gesamte Motorcharakteristik. Deshalb liegt die Entwicklungskompetenz auch bei den Automobilherstellern“, meint Wönnmann. So liege der Markt für externe Hersteller bei nur rund sechs Prozent. In den nächsten Jahren, so vermutet er, werden die großen Autohersteller Teile der eigenen Produktion abgeben. Da aufgrund der Krise einige Kurbelwellenhersteller nicht mehr am Markt seien, werde FEUER powertrain davon weiter pro fi tieren.

Kontakt FEUER powertrain GmbH & Co. KG Rothenburgstraße 27 D-99734 Nordhausen Tel.: +49 (0) 3631 - 470 0 Fax: +49 (0) 3631 - 470 409 E-Mail: info@feuer-pt.de Internet: www.feuer-pt.de

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Thüringen

Industrielackierungen der besonderen Art Mit der Gründung der b&w Biedermann & Wolschendorf OHG Pulverbeschichtung im Jahr 1991 wurde der Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen auf dem Sektor Lohnlackierungen in Thüringen gelegt. 2007 spaltete sich die Mutterfirma in die b&w GmbH Pulverbeschichtung und in die ILB Industrielackierung Biedermann GmbH auf.

Durch ständige Investition in moderne Technik auf der Basis von Marktanalysen hat ILB in den zurückliegenden Jahren den Standort Unterwellenborn beständig weiter ausgebaut. So wurden seit Mitte der 90er Jahre eine Anlage zur Großteilebeschichtung und das Sandstrahlen bis zu einer Größe von 6.000 Millimetern in Betrieb genommen und das Unternehmen um zwei Nasslackieranlagen sowie eine automatische Fertigung für das Beschich-

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ten von Kleinteilen erweitert. Eine tragende Säule der Kundenproduktion in Lohnarbeit stellen zwei Nasslackierungen und eine automatische Fertigung für das Beschichten von Kleinteilen dar. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auch auf die Automobilindustrie und ist in der Lage, im Bereich kleinteiliger Produkte der Fahrzeugindustrie mit einer Kapazität von bis zu 40 Millionen Stück pro Jahr Kundenaufträge abzuarbeiten. Auch interna-

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tionale Kunden werden in diesem Bereich bedient. Unter anderem wird eine Pulverbeschichtung für Einparkhilfe-Sensoren realisiert. ILB Industrielackierung Biedermann ist Spezialist für Technologieentwicklungen und Prozessgestaltungen im Kundenauftrag. Dabei bestimmt die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden die zeitnahe und qualifizierte Ausführung des Auftrags.


Thüringen

Das Unternehmen beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Fahrzeugindustrie, sondern hat unter anderem auch einen sehr guten Namen in der Medizintechnik. Hierbei werden speziell für Kernspintomographen die Gehäuse für internationale Unternehmen lackiert. Dabei ist die Lackierung von glasfaserverstärkten Kunststoffen eine besondere Spezialisierung von ILB und zahlreiche internationale Großunternehmen haben das Unter nehmen autorisiert, ihre Produkte in Unterwellenborn lackieren zu lassen. Die Technischen Abläufe und Prozesse unterliegen einer ständigen Überwachung, was eine gleich bleibend hohe Qualität garantiert.

Unternehmensprofil

Nasslackierung von Metallen und Kunststoffen (Einzelstücke und Großserie) Pulverbeschichtung von Aluminium, Alu-, Magnesium- und Zink-Druckguss, Eisenwerkstoffen, verzinktem Stahl Speziallösungen QS-Labor Konfektionierung Montage Logistik

Als sich 2007 die Mutterfirma in die b&w GmbH Pulverbeschichtung am Standort Saalfeld und in die ILB Industrielackierung in Unterwellenborn aufspaltete, wurde jedoch eine weiterhin enge Zusammenarbeit vereinbart. Durch den Einsatz neuer Technologien, wie sie beispielsweise bei der Pulverbeschichtung der Einparksensoren erfolgen, wird eine umweltfreundliche chromfreie Vorbehandlung und der Einsatz eines modifizierten Acrylpulverlackes mit einem NIR-Härteverfahren für den Pulverlack kombiniert. Damit können im vollautomatischen Betrieb extrem glatte High-End-Pulverlackober flächen erreicht werden.

Kontakt INDUSTRIELACKIERUNG Biedermann GmbH Pößnecker Straße 5 D-07333 Unterwellenborn Tel.: +49 (0) 36732 - 23497 0 Fax: +49 (0) 36732 - 23497 99 E-Mail: info@ilb-gmbh.de Internet: www.ilb-gmbh.de

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Thüringen

REGE Motorenteile GmbH Starkes Netzwerk sichert globalen Zukunftserfolg Global Player der Solarindustrie für die Fertigung von Wechselrichtergehäusen in Aluminium-Druckguss mit sich. Bei der Auftragsvergabe war vor allem wichtig, dem Kunden ein überzeugendes Gesamtpaket inklusive der Steuerung der gesamten Supply Chain anbieten zu können. REGE konnte hier von seinem langjährigen Netzwerk in der Automobilindustrie profitieren und sich gegen einen starken Wettbewerb durchsetzen. Zusätzlich konnte dadurch eine weitere Technologie bei der REGE eingeführt werden – die Pulverbeschichtung. Bereits im Juni 2010 wird REGE den Start of Production im Werk Witzenhausen vollziehen können und im Anschluss ein steiles Ramp up anstreben. Wachstum statt Stagnation heißt in diesem Fall die Devise für REGE. Ein weiteres Kapitel erfolgreicher Produktdiversifikation wird dem Unternehmen die Zukunftsperspektive sichern.

Seit 1987 sind die größten Kunden der REGE Motorenteile GmbH im Bereich der Automobilindustrie zu finden. Der Marktanteil unserer Kunden im Produktfeld Industriemotoren wuchs in den vergangenen Jahren ständig mit, sodass dieser Markt ebenso zu einem Garant für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens geworden ist.

Die ersten Anzeichen der vielzitierten „Wirtschaftskrise“ waren Ende 2008 in Sicht und es war absehbar, dass es nicht nur die Automobilindustrie treffen würde. Im Gegenteil: Speziell die Nutzfahrzeugbranche und auch der deutsche und internationale Industriemotorenbereich litten unter extremen Auftragseinbrüchen, die Bedarfsrückgänge von mehr als 60 Prozent zur Folge hatten. In der Regel wurden und werden solche Schwankungen letztlich zum größten Teil über die Lieferanten abgefangen, diese Einbrüche

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waren nun allerdings kaum noch zu kompensieren. Die Folgen für die REGE GmbH waren in 2009 unweigerlich zu spüren – man tat jedoch alles, um aus der gesamten Marktentwicklung und nicht zuletzt auch aus der daraus resultierenden möglichen Marktbereinigung, am Ende gestärkt hervorzugehen. Ein starkes Netzwerk und auch die Beständigkeit, sich neuen Herausforderungen täg lich zu stellen, brachte zum Jahreswechsel die Beauftragung durch einen

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Die positive Entwicklung insbesondere auf den Automobilmärkten der BRICStaaten ist ein weiteres Indiz für das langsame Erholen der Branche. Damit kann sich die REGE auch auf dem wichtigen Standbein Automotive entwickeln und gemeinsam mit den Kunden aus der ganzen Automobilwelt an der Zukunft des Automobils mitgestalten. Insbesondere den Geschäftsbeziehungen im asiatischen Raum werden weiterhin eine tragende Rolle zuteil – ab 2010 wird die REGE in Kooperation mit einem führenden Gusshersteller Aluminiumkurbelgehäuse direkt in den chinesischen Markt liefern. Ebenso sind wir beauftragt, Zylinderköpfe aus unserem Standort in Deutschland nach Korea zu liefern. Das stellt einen zusätzlichen Beweis für die Wettbewerbsfähigkeit der REGE in der Belieferung des asiatischen Marktes dar. Kontakt Unternehmenszentrale Werk Eisenach Industriegebiet Kindel 99819 Hörselberg/Eisenach Tel.: +49 (0) 36920 12 - 0 Fax: +49 (0) 36920 12 - 407 E-Mail: info@rege.de Internet: www.rege.de


Thüringen

Der Mobilitätskomplex mit Marken-Autohaus, Tankstelle und Schnell-Restaurant in Jena

Von „Null“ auf 110 in 20 Jahren Das 20-jährige Gründungsjubiläum nahm das Autohaus Reichstein & Opitz Ende Mai zum Anlass, bei einem Festwochenende Kunden, Partner und Interessierte einzuladen. Am Hauptsitz Jena-LobedaSüd wurden an den beiden Tagen als einer der Höhepunkte neue Fahrzeuge wie der Van FORD-S-MAX und der Großraum-Van FORD GALAXY vorgestellt. Anfang 1990

nutzte der Inhaber Wilfried Opitz das Glück und die Chance der Wiedervereinigung, um seinen Wunsch nach unternehmerischer Selbstständigkeit umzusetzen. Aus dem damaligen Zwei-Mann-Fahrzeughandel entwickelte sich das heutige Marken-Autohaus mit derzeit 110 Mitarbeitern und drei Standorten in Jena, Apolda und Saalfeld. Nach der Unterneh-

mensgründung schloss Opitz einen Händlervertrag mit FORD, der bis heute fortbesteht. In der Folgezeit kamen VOLVO und LANDROVER als weitere Marken hinzu. Dadurch kann auch das Segment der Premium- und Geländewagen abgedeckt werden. Für die Marken Jaguar und KIA leistet die Reichstein & Opitz GmbH einen Werkstattservice. Im Nutzfahrzeugbereich ist das Autohaus Reichstein & Opitz FORD-Kompetenzzentrum und bietet darüber hinaus einen 24-Stunden-Pannenhilfsdienst. Eine Versicherungsagentur sowie individuelle Finanzierungs- und Leasingmodelle runden die Angebotsund Dienstleistungspalette ab. Das Unternehmen trägt Verantwortung für die Region und engagiert sich in sozialen, sportlichen und kulturellen Projekten.

Kontakt

Reichstein & Opitz GmbH Amsterdamer Straße 1, D-07747 Jena Tel.: +49 (0) 3641 - 3759 0 Fax: +49 (0) 3641 - 3759 17 E-Mail: automobile@reichstein-opitzjena.de Internet: www.reichstein-opitz.de

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Thüringen

Präzision in Perfektion: Drehen, Fräsen, Räumen Wenn es um Präzision in der Metallbearbeitung geht, ist die AGA Zerspanungstechnik Gera GmbH eine exzellente Adresse. Das 1991 gegründete Unternehmen, das seit 2007 unter dem Dach der ZF Sachs AG Schweinfurt neu durchstartet, gilt insbesondere in der Automobilindustrie als leistungsfähiger, flexibler und zuverlässiger Partner für die Herstellung von Dreh-, Fräs- und Räumteilen. Dieser gute Ruf soll dem Unternehmen nun auch Türen in ähnliche Märkte öffnen. So haben die rund 120 Mitarbeiter nicht nur andere Sektoren der Fahrzeugindustrie ins Visier genommen, sondern auch den Flugzeugbau und Produzenten von Pumpenteilen. Der hochmoderne Maschinenpark in der 2.800 Quadratmeter großen Produktionshalle bietet beste Voraussetzungen für die Bearbeitung von Werkstoffen aus Stahl, Edelstahl, Aluminium und Bronze. Dabei setzt das Unternehmen insbesondere auf die Fertigung von Großserien. Rund 20 Millionen Euro wurden allein in die moderne Technik investiert, zu der 26 CNCDrehautomaten und 13 CNC-Fräsbearbeitungszentren gehören. Auf der verketteten Räumlinie werden in Verbindung mit Vertikaldrehautomaten hochkomplizierte Teile hergestellt.

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Die AGA Zerspanungstechnik Gera GmbH versteht sich als Partner ihrer Kunden von der Entwicklung eines Produkts bis zu dessen Fertigung. Die Arbeitsabläufe im Unternehmen orientieren sich an den wertschöpfenden Prozessen. Know-how, neue Fertigungsverfahren und die Kompetenz der Mitarbeiter garantieren auch die Realisierung individueller Konzepte der Kunden. Diese können sich auf die Qualität aus dem nach ISO/TS 16949:2002 zertifizierten Hause AGA Zerspanungstechnik verlassen. Moderne Messtechnik begleitet die Erzeugnisse durch den gesamten Produktionsprozess bis zur Auslieferung an den Kunden.

Zerspanungstechnik Gera GmbH Kontakt AGA Zerspanungstechnik GmbH Hermsdorf 31a D-07554 Gera Tel.: +49 (0) 36695 - 832 0 Fax: +49 (0) 36695 - 832 20 E-Mail: info@aga-zt.de Internet: www.aga-zt.de


Thüringen

EMV-Prüfzentrum

DAT-P-209/05-00 KBA-P 00079-06

CE-LAB prüft KFZ-Elektronikkomponenten Dank des Einsatzes elektronischer Komponenten wie zum Beispiel ABS und ESP ist die Sicherheit moderner Kraftfahrzeuge in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile ist der Elektronikanteil an der Wertschöpfung der Fahrzeuge auf bis zu 40 Prozent gestiegen. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen, da sich die gewünschten Sicherheits- und Komfortfunktionen nur mit elektronischen Mitteln realisieren lassen. Der Einsatz der Elektronik birgt aber auch zusätzliche Risiken. Neben der Zuverlässigkeit ist die Sicherstellung der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) eine wesentliche Aufgabe im Entwicklungsprozess. Dabei geht es um die ungewollte Abstrahlung von hochfrequenten Störungen aus den Baugruppen und die Stör festigkeit der Geräte im KFZ-typischen Umfeld. Die CE-LAB GmbH betreibt in Ilmenau ein von der DATech und dem KraftfahrtbunKontakt CE-LAB GmbH Am Hammergrund 1 D-98693 Ilmenau Tel.: +49 (0) 36 77 - 64 79 80 Fax: +49 (0) 36 77 - 64 79 99 E-Mail: info@ce-lab.de Internet: www.ce-lab.de

desamt (KBA) nach EN/ISO 17025 akkreditiertes Prüflabor zum Nachweis der EMV-Eigenschaften von Kfz und deren Komponenten. Auf einer Laborfläche von 1.000 Quadratmetern können EMV-Prüfungen nach EU-Richtlinien, OEM-Spezifikationen sowie Entstörmaßnahmen durchgeführt werden. Damit kann die CELAB GmbH als ein vom KBA gemäß EURahmenrichtlinie 2007/46/EG benannter Technischer Dienst Prüfungen für das Prüfgebiet (Elektrik/Elektronik) mit dem Prüfumfang Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) nach folgenden Prüfverfahren anbieten: EU-Richtlinie 72/245/EWG (KFZ) EU-Richtlinie 75/322/EWG (lof) EU-Richtlinie 97/24/EG (Kap. 8) UN-ECE-Regel R10, (KFZ-EUB) EMV-Richtlinie 2004/108/EG Die CE-LAB GmbH betreut Hersteller bei der Durchführung von Typgenehmigungsverfahren für die e1/E1-Kennzeichnung gemäß oben genannter Richtlinien. Zu den Kunden gehören Entwickler von elektronischen Komponenten für OEMKunden oder den Nachrüstmarkt. Die CELAB GmbH ist durch die Mitarbeit in Fachgremien aktiv an der Ausarbeitung von EMV-Normen beteiligt und kann dadurch schon frühzeitig auf kommende Anforderungen hinweisen und reagieren.

Testing of Electronic Components Thanks to the implementation of modern electronic components such as ABS and ESP, the safety of modern vehicles has increased considerably in recent years. Today, the share of electronics in the net value of cars amounts to 40 percent. An end to this trend is not anticipated, as the desired safety and comfort features can only be implemented with the assistance of electronics. Never theless, the use of electronics also poses risks. Apart from reliability, the safe-guarding of electromagnetic compatibility (EMC) is an integral task in the development process. This is mainly due to unwanted high frequency emissions from sub-assemblies and interference resistance of the equipment in a surrounding typical for vehicles. The CE LAB operates a test lab in Ilmenau for the detection of EMC characteristics of vehicles and their components, which is accredited by DATech and the federal motor transport authority (Kraftfahrt-Bundesamt) according to EN/ISO 17025. In a lab area of 1000 m², EMC tests can be carried out according to EU guidelines, OEM specifications and interference suppression measures. The CE-LAB consults manufacturers with reference to the implementation of type-approval procedures for the e1/E1 qualification and also actively participates in the development of EMC norms through cooperation in specialist communities.

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Thüringen

Der TÜV Thüringen empfiehlt die Umrüstung auf alternative Kraftstoffe nur in zertifizierten Kfz-Fachbetrieben

blueTÜV macht alternative Antriebe sicher Mit der Erfindung des ersten Verbrennungsmotors hielt die industrielle Revolution Einzug. Kurz darauf veränderte die Automobilität unsere Welt. Eine rasante technische Entwicklung setzte ein. Heute, rund 150 Jahre nach diesen bahnbrechenden Erfindungen, stehen die Ingenieure vor neuen Herausforderungen. Alternativen sind gefragt. Der TÜV Thüringen begleitet die technische Entwicklung und beschäftigt sich seit 2002 mit alternativen Antriebstechnologien und alternativen Kraftstoffen. Seit 2009 vergibt der TÜV Thüringen Zertifikate unter der Nachhaltigkeitsmarke blueTÜV by TÜV Thüringen. In den letzten zwei Jahren hat sich in Deutschland die Zahl der flüssiggasbetriebenen Fahrzeuge nahezu verdoppelt. Autogas ist an fast 5.800 Flüssiggastankstellen verfügbar, auf den Straßen sind mehr als 370.000 Autogasfahrzeuge unterwegs. Neben OEM-Fahrzeugen, die serienmäßig den preiswerten Kraftstoff tanken, kann der Autogasantrieb auch nachgerüstet werden. Dies stellt allerdings ganz neue Anforderungen an die KfzWerkstätten. Der Umgang mit dem Flüssiggas setzt ein spezifisches Know-how an die Ausstattung der Werkstätten und eine

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spezielle Qualifikation des Personals voraus. Der TÜV Thüringen empfiehlt Verbrauchern daher, die Umrüstung auf einen bivalenten Autogasantrieb nur von zertifizierten Kfz-Betrieben durchführen zu lassen. Kunden können sich dort darauf verlassen, dass nur Bauteile nach entsprechenden europäischen Regelungen und Normen verbaut werden. Vorbildliche Umrüster werden mit dem blueTÜVZertifikat des TÜV Thüringen ausgezeichnet. Als Technischer Dienst ist der TÜV Thüringen seit 2002 vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) akkreditiert. Er hat damit die Genehmigung, in seinem Prüflabor

Typzulassungen von Fahrzeugteilen nach ECE-Regelungen und EG-/EWG-Richtlinien durchzuführen. Seit 2006 arbeitet der TÜV Thüringen auf den Gebieten der Motorentechnik sowie der alternativen Antriebe eng mit dem Institut für Kraftfahrzeugtechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau zusammen. Auf den Prüfständen können die Motorenspezialisten Abgasemissionen im Rahmen der Typgenehmigung von Flüssiggas- und Erdgas-Nachrüstsystemen überprüfen, das Abgasverhalten und die Motorleistung bei Verwendung von Motoröl- oder Kraftstoffadditiven untersuchen, den Kraftstoffverbrauch bestimmen sowie Gutachten für Abgasemissionen erstellen.

Kontakt

Ralf Kleebusch, TÜV Thüringen, (l.) und Prof. Wolfgang Foken, FH Zwickau, präsentieren die KBA-Akkreditierungsurkunde

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TÜV Thüringen e.V. Melchendorfer Straße 64 D-99096 Erfurt Tel.: +49 (0) 361 - 4283 206 Fax: +49 (0) 361 - 4283 242 E-Mail: info@tuev-thueringen.de Internet: www.bluetuev.de


Thüringen

Green Mobility ist nicht nur E-Mobility Die Elektromobilität wird kommen. Daher werden auch die Thüringer Unternehmen ganz neue Wege gehen müssen, denn Umweltverträglichkeit und Ressourcenschutz werden immer wichtiger. Dr. Michael Militzer, Vorstandsvorsitzender der MITEC Automotive AG sieht hier gerade für Thüringen neue Chancen und glaubt, dass durch Energie- und Kosteneffizienz die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigen kann. Wirtschaftsspiegel: In den letzten zehn Jahren haben sich die Unternehmen vernetzt und sind Kooperationen bei konventionellen Technologien eingegangen. Wie sind die Unternehmen auf neue Märkte wie Elektromobilität vorbereitet? Militzer: „Wenn es um den aktuellen ‚Hype der Elektromobilität‘ geht, sollten wir in Thüringen die derzeitige Situation, wie sie sich in den Medien präsentiert, nicht überbewerten. Wir werden noch lange darauf warten, dass die Elektrofahrzeuge unsere Mobilität bestimmen werden. Ich denke hierbei insbesondere daran, dass wir in Deutschland und in Thüringen, Kompetenzen haben, die die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeuges auch mit konventionellen Antrieben wesentlich verbessern helfen. Zudem sind neue Fer tigungsverfahren zur Gewichtsreduzierung, intelligente energiesparende Antriebsund Getriebetechnik, gewichtsreduzierende, hybride Werkstoffalternativen und auch Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen im Prozess selbst notwendig. Wir von der MITEC Automotive AG haben ein größeres Forschungsverfahren als Projekt angemeldet, wo wir Ressourceneinsparung im Herstellungsprozess erreichen wollen. Kurz gesagt: ‚Green Mobility‘ ist nicht nur ‚E-Mobility‘. Zukunfts-

weisende Technologien müssen sich an einer Saldenbetrachtung der Ef fizienzerhöhung in den Bereichen Energie und Umwelt orientieren.“ Wirtschaftsspiegel: Fahrzeuge der Zukunft werden wohl Hybride sein. Hat Thüringen da eine Kompetenz und werden sich Unternehmen hier zusammenfinden, um gemeinsam etwas zu bewegen? Militzer: „Was die Kompetenz für alternative Antriebe in Thüringen anbelangt, haben wir in einem Modellprojekt für die Opel Eisenach GmbH nachweisen können, dass es durchaus gewisse Entwicklungs- und Produktionskapazitäten auch in diesen Bereichen gibt. Es ist wichtiger denn je, sich auf diese Bereiche verstärkt vorzubereiten, wie auch auf die Lösungsalternativen, mit welchen Speichermedien die Hybrid-Fahrzeuge ausgestattet sein sollen. In naher Zukunft sehe ich jedoch immer noch die Dominanz konventioneller Antriebe und konventioneller Bauweisen, die mit Hybriden aufgewertet werden können.“ Wirtschaftsspiegel: Wird irgendwann nicht mehr nur der Schadstoffausstoß des Autos selbst, sondern auch der Schadstoffausstoß bei der Produktion der Teile in die Umweltbilanz eingerechnet? Militzer: „Das ist genau der richtige Ansatz. Wir verfolgen dies seit einiger Zeit bei unserer Produktion. Es muss stets eine Saldenbetrachtung sein, die zum Beispiel auch unsere Produktionsprozesse nach Gesichtspunkten der Energieeffizienz und auch Kosteneffizienz steuert. Wenn heute die Energiekosten in der Produktion höher sein können als die Personalkosten, dann muss man neben den Effizienzmöglich-

Dr. Michael Militzer, MITEC Automotive AG

keiten auch nach Produktionsalternativen suchen, wo die Energie preisgünstiger und wettbewerbsfähiger angeboten wird.“ Wirtschaftsspiegel: Wird sich die Thüringer Zulieferindustrie eher auf den europäischen Markt oder den globalen konzentrieren? Militzer: „Es ist wichtiger denn je, sich auf den kommenden Wachstumsmärkten umzusehen und dort auch präsent zu sein, und diese befinden sich zweifellos nicht in Westeuropa. Wir werden von Thüringen aus aktiv unseren Mitgliedsunternehmen die Möglichkeiten für eine globalisierte Ausrichtung des Unternehmens näher bringen. Man wird über Kooperationen nachdenken müssen, wo man gemeinsam und auf allen Erdteilen produzieren kann und mit intelligenten Logistiklösungen die Kunden weltweit zufrieden stellt.“ DAS GESPRÄCH FÜHRTE SASCHA UTHE

Foto: MITEC

E-Mobility is not the only form of Green Mobility Electric mobility is coming, and with it the companies in Thuringia need to follow a different route, as environmental sustainability and resource protection are becoming increasingly important. Dr. Michael Militzer, CEO of MITEC Automotive predicts that in particular Thuringia can take advantage of these chances, by means of efficient energy and cost procedures, the companies can increase their competitive capacity. In response to the current ‘electric mobility hype’ as presented in

the media, we in Thuringia shouldn’t overestimate the importance of this sector. We will have to wait some time before electric vehicles define our movement. In this respect, I feel that in Germany and Thuringia, we have the expertise to significantly improve the environmental impact of conventional engines. Concerning expertise in alternative drive systems in Thuringia, it is clear that there are certain improvements to be made in the development and production capacity areas, as proven in the model pro-

ject for Opel Eisenach. It is more important than ever before to intensively prepare yourselves in these areas and also to work on possible solutions to the question of what battery type hybrid vehicles should be powered with. It is more important than ever before to examine emerging markets and also to be involved, and without doubt, these don’t lie in Western Europe. We want to actively make the prospect of a globally oriented future accessible to all our member companies.

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Sachsen-Anhalt

Digital Engineering – hier am Fraunhofer IFF in Magdeburg – ist für die Automobilindustrie unverzichtbar geworden.

Zehn Jahre MAHREG Automotive

Schon damals erkannten die Treiber des Netzwerkes, dass „Leichtbau“, alternative Kraftstoffe, höhere Sicherheitsanforderungen und nicht zuletzt neue umweltfreundliche Antriebskonzepte zu Veränderungen im Automobilbau führen würden. Ein erhebliches Potenzial wurde in der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen gesehen. Wissenschaftliche Einrichtung standen und stehen in der Verantwortung, haben den Anspruch für sich, neben anwendungsnahen Forschungen und Entwicklungen, fun-

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dierte wissenschaftliche Grundlagen für Forschung und Lehre zu erarbeiten. Unter nehmen hingegen, insbesondere kleinerer und mittlerer Größe in Umsatz und Personalkapazität, müssen den Spagat zwischen vermarktungsbaren – gefragten Produkten und womöglich zukunftsweisenden Entwicklungen immer wieder aufs Neue bewältigen. Die Initiatoren erkannten schon damals Stärken der Region im Leichtmetallguss, Kunststoffteilen und im Bereich des Antriebsstrangs. Allerdings wurden auch ausbaufähige Gebiete sichtbar. So sah man noch Nachholbedarf in der Kfz-Elektrik und -Elektronik, bei den innovativen Dienstleistungen aber auch in der Fachkräfteentwicklung und -bindung. Insgesamt wurde in der Bestandsaufnahme der Region die „Erhöhung des Wertschöpfungspotenzials durch innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen“ angestrebt. Schon damals sah das Netzwerk die Aufgabe in der Stärkung der regionalen Innovationskraft und sich selbst als „virtuelles Unternehmen“. Seit Beginn seiner Tätigkeit hat MAHREG Automotive, zunächst als Netzwerkmanagement und nunmehr mit der neuen Förderperiode als Cluster Management bezeichnet, vielfältige Aktivitäten initiiert und begleitet. Aus der Zusammenarbeit

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zwischen Unternehmen, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und MAHREG Automotive entstanden über 60 F&E-Projekte, zwei Wachstumskerne und entsteht nun als bisherige Krönung in Zusammenarbeit von Industrie- und Handelskammer Magdeburg und Otto-von-Guericke Universität Magdeburg das Institut für Kompetenz in Automobilität (IKAM). Gestartet ist MAHREG Automotive mit knapp über einhundert Unternehmen und Einrichtungen. Gegenwärtig arbeitet das Automotive Cluster mit zirka 170 Partnern aktiv zusammen. Zu den Angeboten gehören seit Start von MAHREG Automotive zahlreiche Messegemeinschaftsstände, ein jährliches Innovationsforum, quartalsweise die Veröffentlichung der MAHREG Nachrichten und die wöchentlichen MAHREG Automotiven MontagsMeldungen. Von Anbeginn im Jahr 2003 engagiert sich MAHREG Automotive im ACOD e.V., dem Automotive Cluster Ostdeutschland. Über diesen Zusammenschluss soll unter anderem eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtung und den in Ostdeutschland ansässigen Automobilherstellern erreicht werden. Die Unter nehmensstruktur insbesondere in Sachsen-

Foto: Dirk Mahler / Fraunhofer IFF

Vor zehn Jahren entwarfen die Gründer des Vereins Sachsen-Anhalt Automotive die Projektidee „MAHREG Automotive“ im Rahmen der BMBF-Ausschreibung „Inno-Regio“. Der Kunstname, bestehend aus den Anfangsbuchstaben der damaligen Kernregionen Magdeburg, Anhalt/Altmark und Harz-REGion, wurde bald Begriff für innovative und ganzheitliche Ideen im Bereich der Automobilzulieferindustrie und des dazugehörigen Sondermaschinenbaus. Im so genannten „Grauen Wunder“ wurden für die Unternehmen der Region die festgelegten Grundlagen und Zielsetzungen der zukünftigen Zusammenarbeit mit Visionen für die Entwicklung des Automobilzulieferstandortes Sachsen-Anhalt festgeschrieben.


Sachsen-Anhalt

10 Years MAHREG Automotive Ten years ago the founders of the SachsenAnhalt Automotive Association devised the concept for the “MAHREG Automotive” project, in line with the BMBF “InnoRegio” initiative. The acronym consists of the first letter of the key regions at that time, Magdeburg, Anhalt/Altmark and Harz REGion, and soon became known for innovative and holistic ideas in the automotive supplier sector and also the associated custom machine engineering industry. Even then the driving forces behind the network recognised that “light weight construction”, alternative fuels, an in-

Anhalt ist geprägt von kleineren und mittleren Unternehmen, die sich in den vergangenen 20 Jahren an einem gesättigten Markt haben behaupten können, jedoch häufig ohne eine wie in langjährigen Automotiv-Standorten übliche Eigenkapital- und Personaldecke. Allerdings dafür häufig in Spezialbereichen hochwertig ausgestattet und innovativ agierend. Die kleinteilige Struktur der hiesigen Unternehmen erfordert deshalb für besondere Kundenanforderungen eine Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklung, Produktion und Qualitätsprüfung. Die Aussagen des „Grauen Wunders“ wurden in 2008 mit der Strategie MAHREG 2020 zusammengefasst. Sie lauten: „Leichter, Sparsamer, Effektiver, Sicherer und Kompetenter“. In diese fünf Kategorien wurden und werden zukünftig Projekte

crease in safety requirements and last but not least, environmentally friendly drive concepts would lead to changes in automotive engineering. A substantial potential could be seen in the cooperation between academic institutions and companies. Along with application oriented research and development, academic institutions are entitled to develop sound scientific basics. Once activities started, MAHREG Automotive was firstly identified as network management and now more as cluster management, whilst initiating and overseeing various projects. MAHREG Automotive started out with just

und Veranstaltungen eingeordnet. Neben dem nicht veraltenden Thema Innovation unterstützt MAHREG Automotive seine Partner in ihren Bestrebungen nach internationalen Kontakten. Dazu wurde und wird an europäischen Projekten zur stärkeren Vernetzung mit teilgenommen, werden Kontaktbörsen besucht und Unternehmerreisen mitgestaltet. Waren die Zielländer bei den ersten dieser Aktivitäten westeuropäische Regionen, so hat sich MAHREG Automotive seit 2007 besonders der aufstrebenden Region Samara in Russland verschrieben. Dieser Landstrich an der Wolga beeindruckend gelegen, verbindet Tradition in Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau und Automotive, mit den nunmehr aktuellen Ansprüchen der russischen Bürger und westlicher Investoren. Mehrfach wurde in den vergangenen drei Jahren das Gebiet Sama-

under 100 companies and facilities. At the present time, the automotive cluster is actively working together with approximately 170 partners. MAHREG Automotive has been involved with the ACOD (East German Automotive Cluster) from the outset in 2003. These alliances should facilitate, amongst other things, trans national cooperation between companies, academic institutions and the automotive manufacturers. And although MAHREG has yet to reach financial sufficiency, it has managed to reach a number of its goals.

ra mit dem Hauptstandort des russischen Autobauers AvtoVAZ in Togliatti bereist, um Geschäftskontakte vorzubereiten und Kooperationsbeziehungen aufzubauen. Viele Ziele hat MAHREG Automotive bisher erreicht, die Eigenwirtschaftlichkeit konnte jedoch bisher noch nicht erlangt werden. MAHREG Automotive erhielt Anfang 2010 die Verlängerung seiner GAFörderung bis zum Jahr 2012. Für diese aktive Unterstützung und gleichzeitige Wirtschaftsförderung, zuerst durch den Bund, nun das Land und seine aktiven Mitglieder sowie Partner, gilt es ausdrücklich an dieser Stelle, auch für die Unternehmen des Industriesektors, DANKE zu sagen. (bo) AUTOR: C.-FRIEDRICH FAHLBERG/MAHREG AUTOMOTIVE

!

www.mahreg.de

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Sachsen-Anhalt

Trends in Saxony-Anhalt A piece of Saxony-Anhalt is a component of each and every car. Multinational con-glomerates worldwide source parts from this area of Germany, such as camshafts, gearboxes and engine blocks from the Harz Mountains, shock absorbers and drive shafts from Haldensleben and automotive plastics in Gardelegen. The automotive supplier industry has driven our States growth and as such has become a corner-stone of our economic structure, creating secure work and new jobs, states Dr. Reiner Haseloff, the Minister for Economic Affairs and Em ployment for Saxony-Anhalt.

Saxony-Anhalt has already set a course for these new themes. With the establish-ment of the Institute for Automobility Expertise (Institut für Kompetenz in Automobilität IKAM) located at the Otto-von-Guericke University, Magdeburg and at the Innovation and New Business Centre (Innovations- und Gründerzentrum), Magdeburg Barleben, the foundation has been laid to enhance the position of the supplier industry in the future. This task can only be successful through a close alliance between the economy and science. The management of this alliance is the mandate of the MAHREG Automotive supplier network. In doing so, it has already done an outstanding job. MAHREG oper-ates according to the unwritten laws of the sector: Only those that form partnerships with the best and those that integrate both science and mechanical engineering will succeed in the long-term. A growing turnover, increasing employment and the sub-sequent higher tax income are the benefits for Saxony-Anhalt.” Dr. Reiner Haseloff, Minister for Economic Affairs and Employment for Saxony-Anhalt

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Akzente aus Sachsen-Anhalt In jedem Auto steckt ein Stück Sachsen-Anhalt. Weltweit beziehen Großkonzerne Nockenwellen, Getriebe und Motorblöcke aus dem Harz, Autofedern und Gelenkwellen aus Haldensleben, Fahrzeugplastik aus Gardelegen. Die Automobilzulieferindustrie sei als einer der Wachstumsträger des Landes Grundpfeiler der Wirtschaftsstruktur, sichere Arbeit und schaffe neue Arbeitsplätze, erläutert Dr. Reiner Haseloff, Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt: „Die Entwicklung der traditionsreichen Branche war stets mit Innovationen verbunden. Und auch heute hat der Autobau nur dort eine Zukunft, wo ein Umdenken und Umsteuern eingesetzt hat. Die meist verkauften Autos der Welt werden viel Leistung mit geringerem Energieeinsatz garantieren. Sie werden sicherer sein als die heutigen Autos, und sie werden nicht mehr vom Ruf als größte Umweltverschmutzer verfolgt werden. Leichtbau, alternative Antriebsenergien, neue Werkstoffe prägen das Auto der Zukunft. All das sind Themen, zu denen in Sachsen-Anhalt neue Akzente gesetzt werden.

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Mit dem neu gegründeten ‚Institut für Kompetenz in Automobilität‘, IKAM, das an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und am Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg Barleben angesiedelt ist, wird das Fundament für eine künftig noch besser aufgestellte Zulieferindustrie gegossen. Erfolgreich kann diese Arbeit nur sein durch den Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft. Diesen Schulterschluss zu managen, ist der Auftrag des Zulieferernetzwerkes MAHREG Automotive. Es hat dabei hervorragende Arbeit geleistet. MAHREG operiert exakt nach dem Erfolgsgesetz der

Heute hat der Autobau nur dort eine Zukunft, wo ein Umdenken und Umsteuern eingesetzt hat. Dr. Reiner Haseloff, Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt

Branche: Nur wer sich mit den Besten verbündet, wer dabei die Wissenschaft einbindet und den Maschinenbau, der hat auf Dauer Erfolg. Wachsende Umsätze, wachsende Beschäftigung und damit ein höheres Steueraufkommen sind der Gewinn für Sachsen-Anhalt.“ !

www.sachsen-anhalt.de

Fotos: Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt, Tino Diesterheft, Ronny Hartmann/ddp

“Traditionally, the development of this sector has always been associated with innovation. Even today, car manufacturing needs to be rethought and restructured if it is to have a future. The world’s best selling cars will guarantee both good performance and low energy consumption. They will be safer than contemporary cars and they won’t have a reputation as a significant polluter. Light weight construction, alternative energy sources and new materials will define the car of the future.


Sachsen-Anhalt

Eine Erfolgsgeschichte für Sachsen-Anhalt

Dr.-Ing. Jürgen Ude, Clustersprecher MAHREG Automotive, Vorstandsvorsitzender des Sachsen-Anhalt Automotive e.V.

Heute, zehn Jahre später, blicken die Begründer dieser Erfolgsgeschichte mit einem durchaus selbstbewussteren Gefühl

Basierend auf Erfahrungen des erfolgreichen BMBF-Wachstumskerns AL-CAST hat MAHREG Automotive die Themenführerschaft für das ‚Kompetenzcluster Aluminium-Legierungsentwicklung und innovative Gießverfahren‘ innerhalb des ACOD-Verbundes übernommen. Ziel dieser Arbeitsgruppe unter dem Dach des ACOD ist es, Leichtbauwerkstoffkombinationen für die Anforderungen der Mobilität von morgen gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. MAHREG Automotive versteht sich als stärkender Partner für die regionale Wirtschaft und Wissenschaft für die Mobilität von morgen.“

Foto oben: MAHREG

„Nicht zurück sondern nach vorne schauten die Initiatoren des Vereins SachsenAnhalt Automotive e.V., als sie sich vor zehn Jahren an der Ausschreibung des BMBF mit der Darstellung ihrer Projektidee MAHREG Automotive beteiligten. Dabei flossen vielfältige berufliche Erfahrungen der vorhergehenden Jahre zusam-

men und mündeten in der Erkenntnis, dass in einem globalen Markt nur starke, auf regionaler Identität basierende Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie Unternehmen untereinander schlagkräftig und schnell auf die sich rasant ändernden Ansprüche der großen Autobauer reagieren können. Gemeinsam mit den hier ansässigen Unternehmen wurde der Ist-Stand analysiert und auf ausbaufähige und zukunftsträchtige Technologien und Entwicklungen hin untersucht. Entsprechend den damaligen Anforderungen des BMBF und seines beauftragten Projektträgers wurden Projektideen zusammengeführt, mehrfach bewertet, um dann anschließend integriert in ein schlüssiges Gesamtkonzept einzufließen. Ziel war damals wie heute eine nachhaltige Forcierung einer unternehmensgetragen und möglichst produktbezogenen Forschung und Entwicklung.

zurück, fassen die Ergebnisse zusammen und konzentrieren sich auf die Aufgabenstellungen von heute und morgen. Verbindungen und Kooperationen auch über die Landesgrenzen hinaus zu schaffen, bewog dann MAHREG Automotive sich im entstehenden ACOD Automotive Cluster Ostdeutschland zu engagieren. Der ACOD verbindet die in Ostdeutschland ansässigen Automobilhersteller mit den kleineren und größeren Zulieferern und den hiesigen wissenschaftlichen Einrichtungen zu Allianz für Innovation im Automobilbau in Ostdeutschland.

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Sachsen-Anhalt

A Success Story for Saxony-Anhalt “The initiators of the Sachsen-Anhalt Auto motive Association were looking forward and not back, as they participated in the BMBF tender with their outline of the MAHREG Automotive project idea. Together with the companies present here today, the current situation was analysed and promising technologies and developments with scope for improvement were examined. Project ideas were brought together, repeatedly evaluated, in accordance with the BMBF and it’s commissioned project partners of the time and then finally integrated in a coherent master plan. The goal at the time, as today, is the sustainable promotion of a company supported and preferably a production orientated research and development programme. Today, ten years later, the founders can look back on their success story with a self assured feeling, summarise the results and concentra-

te on the tasks of today and tomorrow. To develop alliances and partnerships which extend over state boundaries, MAHREG Automotive decided to become involved with the ACOD Automotive Cluster Ostdeutschland (East German Automotive Cluster). Based on their experience with the successful BMBF growth core AL-CAST, MAHREG Automotive has ta-

Schneller Prüfen mit optischer 3-D-Messtechnik

Foto: Bernd Liebl/Fraunhofer IFF, Foto oben: MAHREG

Automatisierte Prüfstrecke mit optischer 3-D-Messtechnik Neue, stark verbesserte 3-D-Messtechniken und Auswertungsmethoden, wie sie derzeit am Fraunhofer IFF in Magdeburg entwickelt werden, vereinfachen das exakte Messen von Produktionsfehlern in der industriellen Fertigung. Mittels virtueller Überlagerung von CAD-Sollvorgaben und den originalen, berührungslos erfassten

ken over the thematic leadership of the ‘expertise cluster – aluminium – development of alloy and innovative casting methods’ within the ACOD alliance. The goal of this task force, under the ACOD umbrella, is to develop and realise combinations of lightweight construction materials that meet the mobility demands of tomorrow.

punkten bei gleichzeitig kleinstmöglicher Fehlerquote möglich. So hat beispielsweise ein industriell hergestelltes Pkw-Rad rund 80 Merkmale, die es in einem solchen Prozess zu prüfen gilt. Die dafür zur Verfügung stehende Zeit beträgt jedoch maximal zehn Sekunden. Solche Aufgaben sind mit dem bloßen Auge nicht mehr zu bewältigen. Die neuen 3-D-Messtechniken automatisieren diesen Prozess und integrieren ihn fließend in den Produktionsablauf. Natürlich ist die Technik nicht an ein Einsatzgebiet gebunden. Problemlos ist sie im Automobilbau, Flugzeugbau oder anderen produzierenden Branchen einsetzbar.

Kontakt

Daten des realen Produkts ermöglichen sie einen schnellen und präzisen Geometrievergleich. Spezielle Prüfeinrichtungen erlauben die automatisierte Vermessung der Fertigungsteile direkt im Fertigungsprozess. Selbst bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten ist damit die objektive Überprüfung einer Vielzahl von Mess-

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Dr.-Ing. Dirk Berndt Sandtorstraße 22 D-39106 Magdeburg Tel.: +49 (0) 391 - 4090 224 E-Mail: dirk.berndt@iff.fraunhofer.de Internet: www.iff.fraunhofer.de

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Automotive 2010

“Working” with electricity The Fraunhofer Society stands for: practical research in innovative products. The goal? Drivable electronic energy! The Fraunhofer Institute has launched a combined venture with assistance from the German Government, to support German companies in the development of electric mobility.

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Mit dem Strom „arbeiten“ Fraunhofer-Gesellschaft, das heißt: Anwendungsorientierte Forschung für innovative Produkte. Deren Ziel? Fahrbare Elektroenergie! Mit vereinten Kräften und unterstützt von der Bundesregierung nehmen sich die Fraunhofer-Institute der Aufgabe an, die Deutschen Unternehmen in der Entwicklungsarbeit im Bereich Elektromobilität zu unterstützen. Dafür müssen Hersteller und Zulieferer, Energieerzeuger und Batteriehersteller miteinander in Dialog treten. Mit dem „Forum Elektromobilität“ stellt die Fraunhofer-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2009 dafür eine Kommunikations- und Partnerplattform bereit. Dafür haben sich insgesamt 34 Fraunhofer-Institute unter dem Schwerpunkt „Systemforschung Elektromobilität“ zusammengetan, um die Forschung systematisch und ganzheitlich voranzutreiben. Die Schlüsselqualifikation dabei heißt: Technologische Systemkompetenz. Die Fraunhofer bauen auf ihre größte Stärke – die Vielfältigkeit. Es wird an Konzepten für die Energiegewinnung, deren Transport, Verteilung und Einsatz gear-

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beitet, ebenso wie an der Optimierung der Fahrzeug- und Batteriebauweise. Während man am Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) in Erlangen und Nürnberg an der Effizienz und „Intelligenz“ der Stromspeicher arbeitet, werden am Magdeburger Institut für Fabrikbetrieb und automatisierung (IFF) die Standorte der Ladestationen und Stromtankstellen geplant, und diesbezüglich Datenbanken angelegt. „Ziel der Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität ist es, Wissen und Technologien entlang der ganzen Wertschöpfungskette und insbesondere Ziel der Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität ist es, Wissen und Technologien entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu generieren. Professor Dr.-Ing. Holger Hanselka

an den Schnittstellen zu generieren und dann der Industrie zur Verfügung zu stellen“, erklärt Professor Dr.-Ing. Holger Hanselka vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit in Darmstadt die Herangehensweise der Fraunhofer. (mü) !

www.iff.fraunhofer.de

Fotos: Fraunhofer IISB, Hannover Messe

Today, the subject of electric mobility is one of the themes of the future for car manufacturers. As Peugeot has shown in France and Nissan and Toyota have demonstrated in Japan, production ready E-cars can no longer be classed as a utopian dream. German car makers are currently working on an environmentally friendly alternative to combustion engines. To ensure that they don’t lose touch with the competition, the automobile industry must be restructured. The manufacturers and suppliers, energy producers and battery manufacturers must start a dialogue with one another; new networks and infrastructure should emerge. In collaboration with the Federal Ministry of Education and Research the Fraunhofer Institute has set up the “Electric Mobility Forum” as a communication and partner platform. Furthermore, a total of 34 Fraunhofer Institutes have joined forces with the focus on “Electric Mobility System Research”, to systematically and holistically promote the research. Concepts are currently being developed for energy generation and its transportation, distribution and usage. Likewise the optimisation of vehicles and battery design is underway. While the Fraunhofer Institute for Integrated Systems and Device Technology (IISB) in Erlangen and Nürnberg are currently working on the efficiency and “intelligence” of batteries, the scientists at the Fraunhofer Institute for Factory Operation and Automation (IFF) in Magdeburg are working on where to locate the charging points and electricity service stations. Lastly they are involved in the “Harz.ErneuerbareEnergien-mobility“ (Harz.EE-mobility) project. “The Fraunhofer electric mobility goal is to generate knowledge and technology along the complete value chain and in particular to generate interfaces that can then be provided to the industry” explained Professor Holger Hanselka from the Fraunhofer institute for Structural Durability and System Reliability in Darmstadt.


Sachsen-Anhalt

Auto Mobility Excellence Through the establishment of the IKAM institute, the MAHREG Automotive Cluster took a decisive step towards the close cooperation of the economy and science.

Anfang Oktober 2009 – Gründung des „Forschungsinstituts für Kompetenz in AutoMobilität“ (IKAM), Dr. Reiner Haseloff, Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt, Rektor Prof. Dr. K. E. Pollmann und Kanzler Dietmar Niemann von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (v.l.n.r.)

Kompetenz in AutoMobilität Durch die Etablierung des Institutes IKAM ist für die Unternehmen des Clusters MAHREG Automotive ein entscheidender Schritt getan, damit Wirtschaft und Wissenschaft enger zusammenarbeiten. Dies wird durch die Tatsache dokumentiert, dass das Forschungszentrum mit einer Betreibergesellschaft (IKAM GmbH) an zwei Standorten angesiedelt sein wird – zum einen an der Otto-von-Guericke-Universität (OvGU) in Magdeburg und zum anderen im Innovationsund Gründerzentrum Magdeburg (IGZ) mit Sitz in Barleben. Gemeinsam mit der Universität wird die Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg als Gesellschafter für die IKAM GmbH fungieren.

Foto: Uni Magdeburg

Finanziert wird die Errichtung des Forschungszentrums mit insgesamt 32,5 Millionen Euro – teils mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II und zum größeren Teil aus eigenen Haushaltsmitteln des Wirtschaftsministeriums des Landes Sachsen-Anhalt. Die Otto-von-GuerickeUniversität wurde mit der Umsetzung der Investitionen zur Errichtung des neuen Forschungsinstituts betraut. Das IKAM soll ab September 2010 seine Arbeit aufnehmen. Im Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen alternative Antriebssysteme, automo-

biler Leichtbau mit neuen Werkstoffen und innovativen Verfahren, Elektromobilität, einschließlich Brennstoffzelle und Energiespeicher. Dafür stehen beispielsweise am IGZ-Standort vier Laborbereiche zur Verfügung. Technologien für Hochleistungswerkstoffe Technologien für leichte, hochpräzise Komponenten aus Metall Prüfung und Entwicklung alternativer Antriebssysteme Nano/Mikro: Oberflächen- und Werkstoffanalysen Am Standort der OvGU werden folgende Forschungsfelder realisiert: Antriebs- und Motorentechnik Akustik Produktionstechnik Mess- und Prüftechnik Herzstück des neuen IKAM soll ein Antriebsstrang-Prüfstand sein. Mit ihm wird es möglich, innovative Antworten auf die zahlreichen Fragen zu weniger Kraftstoff, guter Umweltverträglichkeit und zu alternativen Antriebstechnologien zu finden. Mit dem IKAM setzt Sachsen-Anhalt einen überregionalen Fixpunkt in der automobilen Forschungslandschaft, der Trends in Sachen Mobilität aufnimmt und auch selbst setzt. (bo)

This can be seen by the fact that the research centre will be based within an operating company (IKAM) at two separate locations. On the one hand at the Otto-vonGuericke University (OvGU) in Magdeburg and on the other the Magdeburg Innovation and New Business Centre (IGZ) based in Barleben. Together with the University, the Chamber of Industry and Commerce (IHK) in Magdeburg act as partners to IKAM. The construction of the research centre, with a total of 32.5 million Euros, is financed partially through the 2nd economic stimulus package and to a greater extent through the Sachsen-Anhalt Department of Commerce budget. The Otto-von-Guericke University has been entrusted with the erection of the new research centre. The IKAM is to start operations from September 2010. Research and development activities at the centre will include alternative drive systems, lightweight automotive construction with new materials and procedural innovations, electric mobility, and finally fuel cells and energy storage. At the IGZ location for instance, there are 4 laboratory areas available Facilities for high-performance materials Facilities for light, highly precise metal components Assessment and development of alternative drive systems Nano/micro: Surfaces and material analysis The fields of research at the OvGU location are as follows: Drive technology and engine technology / acoustics / production engineering / measurement and testing engineering At the heart of the new IKAM will be the power train test facility. With this equipment it will be possible to find innovative answers to the numerous questions in relation to less fuel usage, excellent environmental compatibility and the search for alternative drive technologies.

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Sachsen

Konzentration auf Schlüsseltechnologien

In Fakten heißt das: Vier Fahrzeughersteller (OEM) sind mit Volkswagen, Porsche, BMW und NEOPLAN in Sachsen vertreten. Mehr als 500 Zulieferunternehmen decken fast alle Bereiche des Fahrzeugbaus ab. An drei Universitäten und fünf Fachhochschulen sowie mehr als 50 außeruniversitären Forschungseinrichtungen wird Forschung und Entwicklung betrieben und der akademische Nachwuchs ausgebildet. Derzeit werden etwa 3.500 Studenten für die Automobilbranche qualifiziert. Die Branche bietet Arbeitsplätze für über 70.000 Beschäftigte. Der Jahresumsatz liegt bei etwa 360.000 Euro pro Beschäftigtem und die Produktivität liegt bei über 116 Prozent des deutschen Durchschnitts. Die lange Tradition der Branche brachte Know-how hervor, was seit 1999 in der Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) gebündelt wird. Das Hauptanliegen von AMZ ist die Initiierung und Begleitung von Produkt- und Technologieentwicklungen. Außerdem zeichnet sich AMZ für die nachhaltige Stärkung

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sächsischer Unternehmen aus. Ziel ist dabei die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Seit Bestehen bis zum März 2010 hat AMZ 268 Projekte initiiert, aus denen beträchtliche Umsatzund Arbeitsplatzpotenziale resultierten. Aus der Arbeit von AMZ entstanden außerdem bisher zehn neue Unternehmen. In den kommenden beiden Jahren will AMZ verstärkt die Themen Innovation, Märkte und Personal fokussieren. Wissenschaftler der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb an der TU Chemnitz untersuchten die Arbeit der Verbundinitiative in den Jahren 2008 und 2009 und bewerteten deren Wirkung auf die Branche. Laut ihrer Einschätzung hat die Automobil- und Zulieferindustrie in Sachsen heute beträchtliche Kompetenzen in Forschung und Fertigung aufgebaut, und bildet durchgängige Wertschöpfungsketten für die Entwicklung und Herstellung von Fahrzeugmodulen, wie eine komplette Karosserie oder ein vollständiges Elektroniksystem, ab. Durch die Kanalisierung der Kompetenzen gelang es AMZ demnach, regionale Zentren für verschiedene Themenfelder der Automotive herauszubilden. Produktentwicklung, Werkzeug- und Anlagenbau, Fertigung, Beschichtung, IT und Logistik für den

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Karosseriebau sind im Raum ChemnitzZwickau-Erzgebirge konzentriert. Hinzu kommen Forschungseinrichtungen sowie Anbieter von Spezial- und Sonder werkstoffen besonders im Raum FreibergDresden, die an zukunftsweisenden Leichtbaumaterialien und -technologien arbeiten. Dresden und Chemnitz sind Zentren für Elektronikentwicklung und -fertigung. Rund 50 Prozent der Wertschöpfung werden hier bereits vor der eigentlichen Serienproduktion erbracht. Dieser forschungsintensive Bereich bildet zugleich eine gute Basis, um das Thema Elektromobilität voranzutreiben. Gerade das Thema Elektromobilität rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt der Forschung. Das Bundesverkehrsministerium nominierte gerade acht Modellregionen Elektromobilität – eine davon wird Sachsen. „Es beweist, dass der Freistaat bereits heute gut aufgestellt ist, und über hervorragende Kompetenzen im Bereich Mobilität, Energietechnik und Nutzung erneuerbarer Energien verfügt“, sagte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk. Das Projekt wird nun von der sächsischen Energieagentur SAENA GmbH geleitet. Vorgesehen seien neben zehn Elektro- beziehungsweise Hybridbussen auch Elektro-Nutzfahrzeuge im

Foto: Leipziger Messe/Rainer Justen

Sachsen ist mit seinen Automobilzulieferern ein wichtiger Standort und hat sich mit seiner 100-jährigen Geschichte in der Branche auf dem internationalen Markt etabliert.


Sachsen

Focus on Key Technologies With it’s countless automotive suppliers, Saxony is an important location on the international automotive market and has established itself with 100 years of history in the industry. Here the facts and figures: Four car makers (OEM) are represented in Saxony, namely Volkswagen, Porsche, BMW and NEOPLAN. More than 500 supplier businesses are able to meet the demands of almost every vehicle construction area. Research and development projects are being carried out at 3 universities and 5 technical colleges, in addition to more than 50 non-academic research institutions,

städtischen und ländlichen Raum, so der Minister. Vorwiegend kleine und mittelständische Unternehmen der Regionen Dresden und Leipzig werden an dem Projekt beteiligt sein.

Verbrennungsmotoren werden noch längere Zeit unsere Mobilität bestimmen. Dr. Claudia Scholta, AMZ-Projektmanagerin

Ministry of Transport has nominated eight model electric mobility regions, one of which is Saxony. The project will now be lead by the Saxony energy agency SAENA. The Minister of Economic Affairs Thomas Jurk states that alongside 10 electric and hybrid busses, commercial vehicles will also be introduced in both urban and rural areas. Small and medium companies primarily located in the Dresden and Leipzig regions, will be involved in the project. In April, Peter Ramsauer the Federal Transport Minister was able to experience driving an electricity powered vehicle from Saxony – the Citysax – at the Auto Mobil International (AMI) car show in Leipzig.

ganz besonderes – allein schon wegen ihres 20. Messejubiläums. Die internationale Automobilbranche steht in diesem Jahr an einer entscheidenden Wegmarke – wirtschaftlich und technologisch. Im Krisenjahr 2009 ist es uns mit der Umweltprämie gelungen, der Automobilindustrie deutliche Nachfrageimpulse zu geben. Jetzt kommt es darauf an, dass unsere Wirtschaft weltweit wieder zu einem selbst tragenden Aufschwung zurückfindet. Wir wollen deshalb zusammen mit der Branche zukunftsfähige Innovationen und intelligente Lösungen voranbringen. Dabei werden umweltschonende Technologien eine be-

sondere Rolle spielen“, hob der Minister hervor. Die Elektromobilität wird auch für die Zukunft also ein wichtiges Thema bleiben. Dennoch ist es nicht das einzige Zugpferd für die Branche. „Neben einer Schlüsseltechnologie wie dem elektrischen Antrieb gilt unsere Aufmerksamkeit genau so innovativen Themen im Bereich der Verbrennungsmotoren. Diese Antriebsart wird noch längere Zeit unsere Mobilität bestimmen und bietet viel Potenzial für Wirkungsgradsteigerung, Kraftstoff- und Emissionsreduzierung. Wir werden also das Eine tun, ohne das Andere zu lassen“, erklärt die Projektmanagerin des AMZ, Dr. Claudia Scholta. (rw/em) !

www.amz-sachsen.de

Foto: AMZ

In den Genuss, ein elektrisch betriebenes Fahrzeug aus Sachsen – den Citysax – zu fahren, kam Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bereits im April auf der Messe Auto Mobil International (AMI) in Leipzig. „Für die AMI ist das Jahr 2010 ein

where the academics of the future are also educated. This long tradition in the industry has generated knowledge, which has been concentrated at the Saxony Automotive Supplier Network (AMZ) since 1999. Since AMZ’s existence until March 2010, it has initiated 268 projects, which has resulted in significant sales and employment potential. Additionally, ten new companies have been established based on the endeavours of AMZ. In the next few years, AMZ intends to increasingly focus on the subjects of innovation, markets and human resources. Particularly the electric mobility theme is attracting more and more research attention. The German Federal

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Mecklenburg-Vorpommern

Auch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat die Elektromobilität für sich entdeckt. „Das Wirtschaftsministerium hat sowohl in den Bereichen der Technologieförderung als auch im Bereich des Klimaschutzes Aktivitäten unternommen, die Möglichkeiten der Einführung der Elektromobilität zu unterstützen“, betonte Anfang Juni Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. „Mit der Bereitstellung des notwendigen Know-hows und einer flächendeckenden Infrastruktur für beispielsweise Elektrofahrzeuge werden sich Herausforderungen und Chancen für die heimische Wirtschaft ergeben.“ Seidel befürwortet die Einrichtung eines „Zukunftsbündnisses Elektromobilität“ mit Vertretern aus der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft und Verbrauchern und hob hervor, dass bereits Interesse aus den Bereichen Automotive und Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien bekundet wurde. Das könne, so Siedel weiter, unter anderem der Tourismus-, der Energie- und natürlich auch der Automobilindustrie neuen Antrieb geben. Allein zur Automobilzulieferindustrie in Mecklenburg-Vorpommern zählen rund einhundert Unternehmen mit 4.800 Mitarbeitern. Rund einhundert Automobilzulieferer, Metallbauer und Dienstleister

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waren Ende Mai zum Branchentag der REFA an einen der Ursprungsorte der Automobilindustrie in Mecklenburg-Vorpommern in die alte Gießerei auf dem heutigen Gelände der Webasto AG nach Neubrandenburg gekommen. Die REFA, 1924 als Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung und tarifpolitisch neutraler Fachverband gegründet, bietet Lehrgänge zur Fabrikplanung, Anlagenentwicklung für neue Produkte, Produktionslogistik und Arbeitsplatzgestaltung. Von Anfang an ist die REFA-Organisation eng mit der Mit der Bereitstellung einer flächendeckenden Infrastruktur für Elektrofahrzeuge werden sich Chancen für die heimische Wirtschaft ergeben. Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern

Automobilzulieferindustrie verbunden und organisierte unter Leitung des Geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes Dr. Andreas Dikow das regionale Automobilzulieferer-Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern von 2005 bis 2009. Die aktuellen Zahlen, welche der automotive-mv e. V. in seinen regelmäßigen Umfragen in der Branche erfasst, sprechen für das Bundesland im Norden eine deutliche

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Sprache: Eine „Bodenbildung“ hat in der krisengeschüttelten Automotive-Branche des Landes Mitte des Jahres 2009 bereits stattgefunden. Die positiven Entwicklungsparameter haben sich mittlerweile verfestigt, so dass wieder von Wachstum gesprochen werden kann – dies allerdings ausgehend von den Tiefständen Mitte 2009. Gestützt wird dieser Trend zuallererst durch die weltweite Automobilkonjunktur. Mit Ausnahme Russlands steigen auf allen wichtigen Märkten wieder die Absatzzahlen. Sondereffekte der „Abwrackprämie“ in 2009 sorgen in Deutschland noch für negative Trendzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings konnte die deutsche Autoindustrie überproportional von den krisenbedingten Marktveränderungen profitieren und als typische Exportbranche auf den Schlüsselmärkten Westeuropa, USA und China Marktanteile dazu gewinnen: Die Produktion insgesamt legte im ersten Quartal um 27 Prozent, der Export gar um 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Automobilzulieferindustrie Mecklenburg-Vorpommerns wieder. Die Auftrags-

Foto: Wirtschafstminsiterium Mecklenburg-Vorpommern, Danny Gohlke/ddp

Im Norden wird wieder Gas gegeben


Mecklenburg-Vorpommern

The North Steps on the Gas Even the Federal State of Mecklenburg-Western Pomerania has discovered Electric Mobility. “The Department of Trade and Industry have begun activities technology advancement area, and in the field of environmental protection, which both facilitates the introduction of Electric Mobility”, emphasised the Minister for Economics, Labour and Tourism in Mecklenburg-Western Pomerania, Jürgen Seidel at the beginning of June. “The provision of the relevant expertise and knowledge, plus a comprehensive electric car infrastructure, will result in both opportunities and challenges for the regional economy.” Seidel favours the establish-

lage hat sich in den befragten Mitgliedsunternehmen des automotive-mv e. V. jetzt zwei Quartale hintereinander deutlich verbessert. Im zweiten Quar tal haben 40 Prozent ihre Stammbelegschaften aufgestockt oder planen dies. Auf betriebsbedingte Kündigungen konnte 2010 verzichtet werden.

Foto: automotive-mv e.V.

Die ansteigenden Produktionszahlen können damit allerdings bei weitem nicht bewältigt werden. Die Krise hat bei den Betrieben zu einer gewissen „Vorsicht“ im Einstellungsverhalten geführt, so dass vor allem die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern stark zugenommen hat. Insgesamt war hier im zweiten Quar tal ein Anstieg von 117 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum festzustellen. Die Chancen dieser Mitarbeiter, in die Stammbelegschaft zu wechseln sind bei weiterem Wachstum sehr gut – zumal die Unternehmen sich aufgrund der demografischen Entwicklung in Zukunft verstärkt Sorgen um ihren Fachkräftenachwuchs machen müssen. Insgesamt ging die Finanzmarktkrise auch an den Automobilzulieferbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern nicht spurlos vorüber. Man kann aber heute schon sagen, dass die Automobilzulieferbranche hier mit einem „blauen Auge“ davon gekommen ist. Vorausschauendes Krisenmanagement – dazu gehören flexible Arbeitszeitregelungen, die zielgerichtete Anwendung der Kurzarbeiterregelung und

ment of an “Electric Mobility Alliance” with representatives from politics, the economy, science and consumers and stresses that the automotive, hydrogen cell and fuel cell technologies sectors have declared interest in this network. Seidel goes on to state that, amongst others the tourism, energy, and naturally the automobile sectors are providing impetus. The automotive supplier industry in Mecklenburg-Western Pomerania alone employs a workforce of 4800 in approximately 100 companies. The first vehicle supplier was founded 125 years ago in Neubrandenburg. “On the present day Webasto AG site in 1885, Alfred Lythall established his agricultural work-

shop and foundry and in doing so laid the foundation for the industrial history of Mecklenburg-Vorpommern” stated the economics minister Jürgen Seidel in May, at the REFA trade association industry day in Neubrandenburg. The REFA, which was established in 1924, offers seminars on factory planning, asset management of new products, production logistics and workspace design. From day one REFA has been closely associated with the automobile supplier industry and has organised, under the guidance of the managing director, Dr. Andreas Dikow, the regional automobile supplier network in Mecklenburg-Western Pomerania from 2005 to 2009.

Neugeschäft im Non-Automotive-Bereich – hat dazu geführt, dass die Stammbelegschaften in den Betrieben gehalten werden konnten. Unternehmen wie Flamm Precomp, ml&s, Webasto, TRW und Lang Metallwarenproduktion haben unterdessen auf dem Branchentag in Neubrandenburg ein klares Bekenntnis zum Automotive-Netzwerk abgelegt. Die Organisation eines effektiven Erfahrungsaustausches und Best Practice Transfers sowie die Unterstützung von Weiterbildung und Qualifizierung stehen dabei ganz oben auf der Wunschliste der Unter nehmen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere der kleineren und mittleren

sind dies nach Erhebungen des ACOD in Ostdeutschland nur 2,7 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil noch darunter, nur 20 Prozent der Unternehmen betreiben an ihren Standorten überhaupt F&E.

Das Thema F&E ist die Achillesferse der ostdeutschen Automobilzulieferindustrie. Dr. Andreas Dikow, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied automotive-mv e.V.

Betriebe zu stärken und auf zukünftige Krisensituationen besser vorbereitet zu sein. Ein besonderes Anliegen des automotivemv ist es, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Netzwerk zu fördern und zu unterstützen. Das Thema F&E ist die Achillesferse der ostdeutschen Automobilzulieferindustrie. Während in der gesamten Automobilbranche der Bundesrepublik zirka sechs Prozent des Umsatzes in F&E-Aktivitäten investiert wird,

Im Einklang mit der Wirtschaftspolitik der Schweriner Landesregierung, wissensbasierte Arbeit und konkrete F&E-Projekte zu fördern, wird der automotive-mv verstärkt die technologieorientierte Zusammenarbeit in der Automobilzulieferindustrie Mecklenburg-Vorpommerns unterstützen und so mithelfen, konkrete Produkt- und Prozessinnovationen auf den Weg zu bringen. Namhafte Unternehmen des Netzwerkes haben sich dazu verständigt, die vorhandenen Projektansätze zusammenzuführen und vor dem Hintergrund langfristiger Ziele wie Energieeffizienz und Klimaschutz zu vernetzen. Dies betrifft nicht nur die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte – sondern auch den Energieverbrauch von automobilen „Nebensystemen“ wie Komfortsysteme (Klima, Heizung) und Sicherheitssysteme (Fahrwerk, Insassenschutz). Das sind übrigens auf Systemebene die wichtigsten Kompetenzfelder in der Automobilzulieferindustrie MecklenburgVorpommerns. (bo) !

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Berlin/Brandenburg

Geschäftsführer der Jetcar Zukunftsfahrzeug GmbH, Christian Wenger-Rosenau, stellte Ende März 2010 den Elektro-Jetcar vor.

Netzwerk durch effektives Networking

Was als Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch begann, bündelt heute die Kompetenzen von 72 hoch-leistungsfähigen Unternehmen. automotive BerlinBrandenburg sieht sich als Teil des ACOD (Automotive Cluster Ostdeutschland) nicht nur als Interessenvertretung seiner Mitglieder, sondern vor allem als Kreativschmiede für neue Formen der Zusammenarbeit, internationale Markterschließung und die Sicherung vorhandener und Schaffung neuer Arbeitsplätze. Netzwerkchef Harald Bleimeister bringt es auf den Punkt: „Bis 2015 werden Fahrzeuge zu 80 Prozent aus Zulieferteilen hergestellt. Wir müssen unsere Kräfte

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bündeln, damit wir die Chancen, die sich aus dieser Herausforderung ergeben, tatsächlich nutzen.“ Deshalb ist das Netzwerk auf allen für die Branche relevanten Konferenzen, Tagungen und Messen vertreten. Somit fördert und fordert das Netzwerkmanagement den interdisziplinären Austausch und die Kooperation von Unternehmen untereinander und zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Darum engagiert man sich seit Jahren bei der Anbahnung und Pflege von Kontakten zu nationalen und internationalen OEMs.

Denn wer in der ersten Liga wahrgenommen werden will, muss auch in der ersten Liga mitspielen können. Harald Bleimeister aBB (automotive Berlin Brandenburg)

Konkret fokussieren sich die Bemühungen des aBB seit langem auch auf die Erleichterung des Marktzugangs seiner inzwischen 72 Mitgliedsunternehmen auf internationalen Zielmärkten. Hierzu finden Informationsreisen zur Knüpfung tragfähiger Partnerschaften und zur Evaluierung interessanter Kooperationsmöglichkeiten statt. Intensive Kontakte bestehen unter anderem nach Russland und

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Indien. Demnächst wird die Türkei hinzukommen. Die Einrichtung der Branchentransferstelle Automotive mit der BTU Cottbus als Coachingpartner sowie der verstärkte Ausbau der Zusammenarbeit der Strategischen Allianz (Zusammenschluss der Netzwerke KUBRA e. V., Metallprofil, Netzwerk Logistik, BBAA, Panta Rhei gGmbH, aBB) garantiert den im aBB-Branchennetzwerk tätigen Unternehmen exzellente Bedingungen für einen umfassenden Austausch und effektive Kooperationen. Diesem Ziel dienen auch Aktivitäten wie die Initiierung und Durchführung von themenspezifischen Unternehmerstammtischen mit kurzen Referaten zu Facht hemen, denn das dient nicht nur der Verbesserung der Kommunikation untereinander sondern verschafft den teilnehmenden Unternehmen auch wertvolle Kenntnisse über die Leistungsfähigkeit und Kooperationswünsche anderer Netzwerkpartner. Um seine Mitglieder auch im Hinblick auf die immer wichtigere Frage der Personalakquisition zu unterstützen, wurde der Arbeitskreis Fachkräftesicherung ins Leben gerufen und eine internetgestützte Stellenbörse etabliert, die Anbieter und Fachkräfte gleichermaßen anspricht und zusammen bringt. Die öf-

Foto: Michael Urban/ddp

Keine deutsche Automarke verzichtet auf das Know-how der Automotive-Unternehmen aus Berlin und Brandenburg. Kein Wunder, denn die Branche gehört zu den Innovations- und Wachstumsmotoren der Region zwischen Havel und Oder. Doch dieser Erfolg ist kein Zufall. Denn jede Erfolgsgeschichte beginnt mit einer guten Idee. Und die hatten die Unternehmen zweifelsfrei, als sie sich zu dem Branchenkompetenznetz aBB (automotive Berlin Brandenburg) zusammenschlossen, welches heute zu den effektivsten und innovativsten Netzwerken der Hauptstadtregion gehört.


Berlin/Brandenburg

A Strong Network through Effective Networking No German car brand can afford to ignore the know-how of automotive companies from Berlin and Brandenburg. Yet each success story starts with a good idea. And this was without doubt the case, as the companies decided to merge to become the aBB (automotive Berlin Brandenburg).expertise network. What started as a platform for the exchange of ideas and opinions, now pools the skills and knowledge of 72 high performance companies together. As a part of the ACOD (East German Automotive Cluster), Automotive Berlin Brandenburg sees itself not only as a representative of its mem-

fentliche Wahrnehmung des aBB-Netzwerkes wird insbesondere durch die seit einem Jahr laufende Imagekampagne sowie zahlreiche Berichte in verschiedenen Medien verstärkt. Denn die sich im aBB engagierenden Unternehmen haben erkannt, dass nur eine konsequente und permanente Öffentlichkeitsarbeit dafür sorgt, dass Leistungs- und Innovationspotenziale der Branche bekannt werden und motivierte Fachkräfte nicht abwandern.

bers, but first and foremost as a creativity hotpot for new types of cooperation, international market development, the safeguarding of current jobs and the provision of new ones. Head of Networking Harald Bleimeister, aptly sums this up: “By 2015 vehicles will be constructed of up to 80 percent from supplier parts. We have to concentrate our efforts to ensure that we actually take advantage of the ensuing opportunities.” For some time now the efforts of the aBB have been focused on facilitating market access of its 72 member companies to international target markets. To that end, fact-fin-

ding trips have been organised to setup sustainable partnerships and evaluate cooperation possibilities. Particularly strong links exist with Russia and India. In the near future Turkey will join them. The establishment of the Automotive Industry Transfer Point together with the BTU Cottbus as a coaching partner, along with the continued expansion of the Strategic Alliance partnership (coalition between KUBRA, Metallprofil, Logistics, BBAA, Panta Rhei and aBB net works) will guarantee companies engaged in the aBB sector excellent conditions, ensuring comprehensive communication and effective cooperation.

nen Mitgliedsunternehmen dabei, ihre Potenziale und Stärken zu erkennen und offensiv zu präsentieren, auf nationaler und internationaler Ebene neue, viel versprechende Kontakte zu knüpfen, Märkte zu erschließen und Absatzchancen zu nutzen.“ Er ergänzt: „Vernetzung auf allen Ebenen verlangt auch Präsenz auf allen Ebenen. Denn wer in der ersten Liga wahrgenommen werden will, muss auch in der ersten Liga mitspielen können. Dass wir das können und wollen, zeigen wir ja bereits erfolgreich.“ (bo)

Netzwerkchef Bleimeister sieht sich selbst als Initiator: „Das aBB-Netzwerk hilft sei-

QUELLE: ABB

Harald Bleimeister, aBB (automotive Berlin Brandenburg)

Vom Einzelteil zum Fahrspaß.

Foto: aBB

!

Die Zulieferer der Automobilindustrie in Berlin und Brandenburg.

www.automotivemv-net.de

Breite Kompetenz entlang der Zulieferkette. www.ac-bb.de

BerlinBrandenburg

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Automotive 2010

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Automotive 2010

Das Eine tun, aber das Andere nicht lassen Die ostdeutsche Automobilindustrie kommt bislang recht gut durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. Neun von zehn Herstellern – so zumindest eine Studie des Institus für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) – blicken optimistisch in die Zukunft. Viel Zeit, sich auf dieser positiven Nachricht auszuruhen, bleibt angesichts der wachsenden Bedeutung klimafreundlicher Technologien nicht; schließlich müssen diese neu- und weiterentwickelt werden. Eine breite Aufstellung sei jetzt das Wichtigste, will man den Anschluss auf dem internationalen Automobilmarkt nicht verlieren, konstatiert auch Professor Willi Diez, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Automobilindustrie in Geislingen (IFA).

Foto: IFA

Derzeit ist Elektromobilität in aller Munde und soll die Fortbewegungsmöglichkeit der Zukunft werden. Neuesten Schätzungen zufolge, so Diez, könnten in zehn Jahren weltweit 20 bis 25 Millionen Elektroautos unterwegs sein: „Der Bereich der motorisierten Fortbewegung wird sich damit grundlegend ändern.“ Da heute mehr als 70 Prozent der von deutschen Automobilherstellern produzierten Fahrzeuge im Ausland verkauft werden, müsse man sich zwangsläufig dem Thema Elektromobilität stellen, fordert der IFA-Leiter, denn: „Kein deutscher Automobilkonzern kann es sich leisten, diesen wichtigen Trend zu verschlafen.“ Gerade für die Fahrzeugklasse der Kleinund Kompaktwagen birgt der reine Elektroantrieb enormes Potential. Die Gründe hierfür sieht Diez vor allem in der seit einigen Jahren stark gestiegenen Nachfrage in dieser Sparte. Auch was eine unkomplizierte Mobilität in der Großstadt anbelangt, erfreue sich die Fahrzeugklasse zunehmender Beliebtheit. „Speziell für Kurzstrecken in der Stadt nutzt man verstärkt Kleinwagen. Hier wird sich der reine Elektroantrieb aufgrund der begrenzten Batteriereichweite am ehesten durchsetzen“, begründet Diez und ergänzt: „Bedenkt man, dass bis zum Jahr 2050 rund 70 bis 80 Prozent der Weltbevölkerung in Ballungszentren und Städten leben werden, dann erkennt man, welche Nachfrage hier in absehbarer Zeit entsteht.“ Bei den großen Reiselimousinen hingegen werden rein elektrische Antriebsformen auch auf längere Sicht keine allzu große Bedeutung einnehmen, weiß der studierte Wirtschaftswissenschaftler. Und auch im Segment der schweren Nutzfahrzeuge werde es der reine Elektroan-

trieb bis weit in das Jahr 2070 schwer haben, prognostiziert Diez. Anders sähe es da schon bei Kleintransportern aus. Da diese ebenfalls eher im urbanen Raum und auf Kurzstrecken eingesetzt werden und, anders als ein 40-Tonner, keine allzu großen Lasten transportieren müssen, seien rein elektrische beziehungsweise hybride Antriebsformen auch hier in absehbarer Zeit denkbar. Doch gleich in welchem Segment sich Elektroantriebe in Zukunft eher durchsetzen werden – da ist sich Diez mit anderen Branchenkennern einig – ohne eine staatliche Förderung avancieren E-Fahrzeuge zum Ladenhüter: „Ohne staatliche Kaufhilfen werden die ab dem Jahr 2011 in den Markt kommenden Elektrofahrzeuge wie Blei in den Verkaufsräumen der deutschen Autohändler stehen und an Attraktivität verlieren.“ Die Gründe hierfür sieht der IFA-Leiter vor allem in der Preisintensität der Fahrzeuge. Derzeit belaufen sich die Kosten für eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Reichweite von etwa 150 Kilometern auf 15.000 Euro. Bis 2020 werden sich die Kosten für eine solche Batterie vermutlich halbieren. Auf der Grundlage dieser Bemessung hat IFA ein gestaffeltes Subventionsmodell erstellt. Diesem zufolge sei es sinnvoll, den Kauf eines Elektroautos von staatlicher Seite zunächst mit 5.000 Euro zu fördern. Bis 2020 ließe sich dieser Betrag schrittweise auf 2.000 bis 3.000 Euro zurückfahren. Bei all der Euphorie, die derzeit im Hinblick auf die Entwicklung leistungsfähiger Elektroantriebe vorherrscht, kann heute noch niemand wirklich abschätzen, welches der verschiedenen Antriebsmodelle sich langfristig durchsetzt. Fest steht für

Diez jedoch, dass es in den nächsten Jahren zu einer zunehmenden Diversifizierung der automobilen Antriebstechnologien kommen wird. Schon allein weil die Vorräte an Erdöl begrenzt seien und somit bewährte Kraftstoffe langfristig immer teurer würden. Der Faktor Klimafreundlichkeit rückt daneben gerade im Bereich automobiler Antriebstechniken mehr und mehr in den Vordergrund. Der klassische benzin- und dieselbetriebene Motor wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Kombinierte Lösungen, wie Hybrid- oder PlugIn-Hybridantriebe, sind gerade als Übergangslösungen hin zum rein elektrisch betriebenen Fahrzeug von zentraler Bedeutung. Daneben dürfen die mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Fahrzeuge ebenso wie die Brennstoffzellentechnologie nicht außer Acht gelassen werden. Auch diese sind für klimaschonendes effizientes Fahren von entscheidender Bedeutung. Gerade angesichts dieser Entwicklung und die im Hinblick auf den Schadstoffausstoß gestiegenen Anforderungen sei eine breite Aufstellung laut Diez jetzt das Wichtigste: „Es gibt dahingehend kein Entweder-oder. Man muss beides tun! Bestehende Antriebskonzepte wie Diesel oder Benziner optimieren und die Entwicklung neuer Antriebskonzepte weiter vorantreiben. Auf der einen Seite werden wir sicherlich noch viele Jahrzehnte mit Verbrennungsmotoren fahren, wobei alternative Antriebe in dieser Zeit – das ist die andere Seite – sichtlich an Bedeutung gewinnen. Von daher gilt das Prinzip: Das Eine tun, aber das Andere nicht lassen.“ Solch eine breite Aufstellung kostet natürlich enorm viel Geld. Jeder Automobilhersteller werde in den nächsten fünf Jahren gut und gerne zehn bis 15 Milliarden nur für die Neu- und Weiterentwicklung von Antriebstechnologien ausgeben müssen. Gerade deshalb gibt es im Automobilbereich immer häufiger Zusammenschlüsse oder Kooperationen – weil sich so eben die Kosten in einem gewissen Rahmen halten lassen, resümiert der Wissenschaftler abschließend. (kö) !

www.ifa-info.de

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Automotive 2010

„To do one thing without giving up on another“ Electric Mobility is likely to become the mode of transport of the future. Diez states that according to recent estimates, in as little as 10 years time there could be 20 to 25 million electric cars on our roads worldwide. “Subsequently, the motorised mobility sector is likely to radically change.” Particularly the small and compact class cars offer enormous potential in pure electronic drive. Accordingly, “smaller cars are being intensively used for shorter urban journeys. This is the class where pure electric drive is most likely to take hold, due to the limited battery range.” However, the heavy commercial vehicle segment will find it difficult to introduce pure electric drive until well into 2070, Diez predicts. Looking ahead to the future, whatever sector electric drive establishes itself in – without the promotion of a state subsidy system, sales of E-cars are likely to be poor. The IFA director perceives the main reason for this as being the prohibitive price of cars.

Currently, the cost of a lithium-ion battery with a range of around 150km is 15000 Euros. By 2020 this figure is expected to have halved. Based on this assessment the IFA has conceived a subsidy model. According to which it would be sensible for the states to sub sidise the purchase of electric cars by 5000 Euros to begin with. Today, no-one is able to accurately predict which of the various drive models will prevail in the long-term. According to Diez, the next few years will see a diversification of the automotive dive technology sector. The classic petrol and diesel fuelled engines will continue to play an important role. Combined solutions such as hybrid drive are only relevant as a transitional solution, in preparation for pure electric drive. At the same time cars driven with alternative fuels and fuel cell technology cannot be ignored. In light of these developments and the current demanding emissions requirements, according to Diez a comprehensive outlook is currently imperative: “There is simply no ‘eit-

her or’. You have to do both. Optimise existing drive technologies and press ahead with the development of new drive concepts.”Such a comprehensive outlook is expensive. Each automotive manufacturer will have to invest 10 to 15 billion Euros in the progression and development of new drive technologies in the next 5 years. To a certain extent these costs can be kept within limits through partnerships, the academic summed up.

„Wir waren immer bestrebt, eigene Wege zu gehen und etwas zu tun, was andere nicht machen“, umreißt Günter Fellmann, Geschäftsführer der Autogastechnik Triptis GmbH (AGT), seine Firmenphilosophie. So orientierte sich das Unternehmen als Auto-Fellmann bereits 1998 auf Autogas, um im Trend nach alternativen Antrieben mitreden zu können. Seit dieser Zeit baute Auto-Fellmann mehr als 4.200 Autogasanlagen verschiedenster Hersteller ein. Vor fünf Jahren wurde aus der Werk-

Kontakt Autogas Technik Triptis GmbH Zavoli Generalimporteur Deutschland Alte-Neustädter-Str. 3, D-07819 Triptis Tel.: +49 (0) 36482 - 368 0 Fax: +49 (0) 36482 - 368 20 E-Mail: info@zavoli.de Internet: www.auto-gas-technik.de

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statt die Autogastechnik Triptis GmbH gegründet. Das kleine Unternehmen ist dabei kein reiner Verkäufer, sondern prüft und testet die Produkte. „Außerdem versuchen wir die Aggregate so umzurüsten, dass man als Baukastensystem die nachfolgende Wartung und eventuelle Reparaturen kostengünstiger gestalten kann, da keine kompletten Baugruppen ausgetauscht werden müssen“, erklärt Fellmann. Bundesweit arbeitet AGT mit 600 Kunden zusammen, die Autogasanlagen einbauen und auch als einziger Gasanlagenimporteur ist die AGT GmbH zu Einbauschulungen für Kfz-Betriebe berechtigt, was der Bundesinnungsverband des Kfz-Gewerbes 2010 bestätigt hat. 2007 trat AGT dem TÜV Thüringen e.V. bei und lässt nun einen Großteil seiner Produkte testen und vom Kraftfahrt Bundesamt nach ECE-R115 abnehmen, so dass die Triptiser Autogasanlagen über eine amtliche Genehmigung verfügen. Für innovative Arbeit und Ideen erhielt die AGT GmbH 2006 den 2. Gründerpreis der ZGT und wurde 2008 mit dem Innovationspreis Thüringen ausgezeichnet.

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Autogas: Tanken für die Hälfte

Foto oben: IFA

Fünf Jahre Autogastechnik Triptis GmbH


Foto: Bosch AG, MAN Nutzfahrzeuge AG, Daimler AG

Automotive 2010

Dr. Matthias Küsell

Bernd Maierhofer

Dr. Thomas Weber

Hybrid-Chefentwickler Bosch AG

Mitglied des Vorstandes der MAN Nutzfahrzeuge AG

Daimler AG, Mitglied des Vorstandes, verantwortlich für Konzernforschung

„Ob Elektromotoren oder Leistungselektronik – in den vergangenen Jahren ist die Technik von Generation zu Generation kleiner, leistungsfähiger und automobiltauglicher geworden. Und nun wächst all das zusammen. Autos werden sehr viel umwelt- und klimafreundlicher sein. Wir gehen mit dem Bosch-Hybrid-Konzept einen anderen Weg als bei bekannten Hybridfahrzeugen im Markt. Unser Hybridpaket für Touareg und Cayenne senkt den Benzinverbauch um 40 Prozent und ist etwas ganz Neues. Wir haben ein Konzept mit nur einer Elektromaschine statt zweien entwickelt. Das vereinfacht den Wechsel zwischen rein elektrischem, hybridem und verbrennungsmotorischem Fahren, unmerklich für den Autofahrer.“

„Mit unserem neuen MAN Lion’s City Hybrid leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Entlastung der Innenstädte von Abgasen und Lärm. Wir forschen bereits seit den 70er Jahren an Hybridantrieben für Busse sowie Lkw und haben dabei viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die in die Entwicklung des MAN Lion’s City Hybrid geflossen sind. Dieser Bus ist die Basis für unsere zukünftigen Entwicklungen im Bereich der E-Mobility für Busse und Lkw.“ München ist die erste Metropole in Europa, die den neuen Hybrid im Linienbetrieb einsetzt. Weitere Busse dieses Typs kommen unter anderem in Hagen (D), Paris (F), Barcelona (E), Mailand (I), und Wien (A) zum Einsatz.

„Wir arbeiten konsequent daran, unsere Fahrzeuge noch sauberer und sparsamer zu machen. Intelligenter Leichtbau ist dabei ein wichtiger Stellhebel. Mit Toray haben wir einen starken internationalen Partner speziell auf den Gebieten Carbonfaser und CFK gefunden. Ein wichtiger Schritt – denn gerade diese Werkstoffe werden in Zukunft wesentlich an Bedeutung gewinnen. Leichtere Fahrzeuge unterstützen unseren Anspruch in puncto Nachhaltigkeit unserer Produkte. Mit unseren Maßnahmen für nachhaltige Mobilität setzen wir an allen Stellhebeln an: von umweltschonenden Antrieben über ausgefeilte Aerodynamik, einem gesamtheitlichen Energiemanagement bis hin zu intelligentem Leichtbau.“

“Whether electric motors or power electronics – in recent years the technology has become smaller, more efficient and more suitable for cars from generation to generation. And now all this comes together. Cars will be much more environmentally and climate friendly. With the Bosch Hybrid Concept we are taking a different route than other well known Hybrid vehicles on the market. Our hybrid package for the Touareg and the Cayenne lowers petrol consumption by 40 percent and is something truly new. We have developed a concept with only one electric machine instead of two. This simplifies the changeover between driving true electric, hybrid and combustion engines, making it imperceptible for the driver.”

„With our new MAN Lion’s City Hybrid we have made our contribution to climate protection and to relieve the inner cities from exhaust fumes and noise. We have been researching hybrid drive technology for buses as well as trucks since the 70s and in doing so, we have gained a great deal of useful information, which has flowed into the development of the MAN Lion’s City Hybrid. This bus is the basis for our future bus and truck developments in the EMobility sector.”

„We are working on making our vehicles even more clean and economical. Intelligent lightweight construction is an important tool. With Toray we have found a strong international partner who can support our initiative, specifically in the field of carbon fibre and CFRP (carbon fibre reinforced plastic). This is an important step – as precisely these materials will become substantially more important in the future. Lighter vehicles support our requirements in terms of the sustainability of our products. With our measures for sustainable mobility we will use all tools available to us: ranging from environmentally friendly, fuel efficient engines to sophisticated aerodynamics, central energy management and intelligent lightweight construction.

Munich is the first city in Europe to have introduced the new Hybrid into full service. Further buses of this type are to be deployed in Hagen (D), Paris (F), Barcelona (E), Milan (I), and Vienna (A).

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Automotive 2010

Robert Rademacher, ZDK; Volker Lange, VDIK

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle

Mit etwa 47 Millionen Fahrzeugen im Bestand nehme das Kfz-Gewerbe eine Schlüsselposition in der deutschen Wirtschaft ein, erläuterte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle anlässlich des einhundertsten Jubiläums des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) im Oktober letzten Jahres. „Jedes Auto hat einen Motor, das Kfz-Gewerbe ist damit Motor der wirtschaftlichen Entwicklung.“ Die individuelle und bezahlbare Mobilität sei dabei unabdingbare Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum, bekräftigte anschließend Volker Lange, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK) und untermauerte den Schulterschluss beider Verbände. Dabei stehe die Zufriedenheit der Kunden im Mittelpunkt der gemeinsamen Anstrengungen beider Verbände. Der Pkw-Markt in Deutschland zeigte auch im Mai und damit in der Periode von Januar bis Mai 2010 den von vielen Experten prognostizierten Verlauf. Im Monatsvergleich zu 2009 schloss der Mai mit einem Minus von 34 Prozent ab. Gegenüber dem Mai 2008 liegt der Verlust bei neun Prozent. In den ersten fünf Monaten des Jahres liegt der Pkw-Markt kumuliert bei einem Minus von 28 Prozent zu 2009 und zum Vergleichszeitraum 2008 bei lediglich elf Prozent Minus. Dabei entwickeln

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sich deutliche Trends, weiß Lange: „In den ersten Monaten 2010 wird beim Kauf von Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken der Trend zu Hybridfahrzeugen sichtbar. Sie erreichen bis einschließlich April fast 3.000 Zulassungen und damit ein Wachstum von 60 Prozent.“ Damit ist klar erkennbar: Das Kfz-Gewerbe und die Automobilwirtschaft sind auch Motor klimafreundlichen Wirtschaftens. Auch die gewerblichen Pkw-Neuzulassungen können gegenüber 2009 Zuwächse verzeichnen, allerdings haben sie noch nicht wie-

In den ersten sechs Monaten 2010 wird beim Kauf von Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken der Trend zu Hybridfahrzeugen sichtbar. Volker Lange, Präsident des VDIK

der das Niveau von 2008 erreicht. Die Pkw-Neuzulassungen mit Dieselmotor bleiben im Mai von der Marktentwicklung unbeeinflusst, sie erreichen annährend ihr Vorjahresniveau, ihr Anteil erholte sich damit im Mai auf 41 Prozent. In Sachen Elektromobilität sind die Kraftfahrzeughersteller international bereits gut aufgestellt. Einige der im VDIK vertretenen Marken werden zu den ersten ge-

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hören, die serienmäßige Elektrofahrzeuge, die für die Beförderung von bis zu vier Personen geeignet sind, auch in Deutschland auf den Markt bringen, weiß Lange und fordert im gleichen Atemzug: „Die Bedingungen für die Elektromobilität müssen aufgrund der internationalen Verflechtung der Automobilindustrie staatenübergreifend harmonisiert werden. Neben dem Aufbau einer mindestens europaweit standardisierten Ladeinfrastruktur und Entwicklung intelligenter Stromnetze muss der Energiemix hinsichtlich der bei der Produktion von Strom verursachten CO2Emissionen optimiert werden. In der Anlaufphase sind Marktanreizprogramme erforderlich, damit Elektrofahrzeuge für private und gewerbliche Kunden erschwinglich werden.“ Der Bedarf an umweltfreundlichen Lösungen ist offensichtlich da. Wird er von Seiten aller Beteiligten, Politk, Wirtschaft und Verbänden gemeinsam erkannt, bleibt die Automobilwirtschaft auch in Zukunft – wenn auch elektrisch betreiben und damit etwas leiser – starker Motor am Standort Deutschland. (bo) !

www.vdik.de

Fotos: ZDK-ProMotor, VDIK

Motor wirtschaftlicher Entwicklung


Automotive 2010

Strong Economic Development in Automobile Sector In May and accordingly, also in the period between January and May 2010, the Ger man car market has followed the trends forecast by many experts in the field. In comparison to the same period in 2009, the month of May concluded with a minus of 34 percent. At the same time clear trends have been developing, asserts Lange. “In the first months of 2010, strong sales of alternative drive systems clearly illustrate the trend towards hybrid vehicles. With 3000 registrations up to and including April, significant growth of 60 percent was achieved.” Consequently, the fact

is unmistakable: The automobile profession and the automotive industry are both a driving force behind making climate-friendly technology economically viable. Additionally, in comparison to 2009, an increase in new registrations for commercial vehicles has been observed; admittedly they have yet to reach 2008 levels. Registrations of diesel engine vehicles in May have remained unaffected by the general market trend, they have approximately reached the previous year’s level, raising their share in May to 41%. With respect to electric mobility, the vehicle manufacturers are already well-placed internationally. A number of brands represented by the Asso -

ciation of International Motor Vehicle Manufacturers (VDIK) will be the first to release a production electric vehicle in Germany, which meets the needs of up to four people, Lange testifies: “In the initial stages a market incentives program is required, to ensure electric vehicles are affordable for both private and commercial customers. The demand for environmentally friendly solutions on the side of the customers exists. As long as this is jointly recognised by all involved; politics, economy and the various associations, the German automotive industry - if somewhat quieter due to the Electric motor - will still be a force to be reckoned with.

Strukturanpassung als Herausforderung Robert Rademacher steht an der Spitze des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Der Düsseldorfer Automobilunternehmer vertritt als Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. die Interessen von fast 40.000 kleinen und mittelständischen Händler- und Servicebetrieben mit rund 460.000 Beschäftigten. Anlässlich des 100jährigen Bestehens seines Verbandes im Oktober 2009 äußerte sich Rademacher auch über die Herausforderungen der Branche:

Foto: ZDK

Welche Bedeutung hat das Kraftfahrzeuggewerbe für den Standort Deutschland? Rademacher: „Mit unseren Betrieben und Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von fast 130 Milliarden Euro zählt das Kraftfahrzeuggewerbe zu den großen Wirtschaftszweigen in Deutschland. Auch sind wir größter gewerblicher Ausbilder.“ Wie sehen Sie die Entwicklung Ihrer Branche in den nächsten Jahren? Rademacher: Je länger und je intensiver man sich mit der Situation unserer Branche beschäftigt, desto mehr wird klar, dass es einen einfachen Weg zu einer besseren Zukunft ohne Strukturanpassungs-Maßnahmen – auf Seiten sowohl der Automobilhersteller als auch der Händler und Werkstätten – nicht gibt. So müssen auf beiden Ebenen, Hersteller wie Handel, die

vorhandenen Kapazitäten überprüft und der künftig zu erwartenden, deutlich geringeren Nachfrage angepasst werden. Mit etwas Bestandszuwachs werden wir in Zukunft auf ein Normalmarkt-Volumen von rund drei Millionen Neuzulassungen plus/minus einer Schwankungsbreite von fünf bis zehn Prozent sowie rund sechs Millionen Gebrauchtwagen kommen.“ Wie steht es generell um Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern und KfzGewerbe? Rademacher: „Hersteller, Händler und Werkstätten sind aufeinander angewiesen. Wir wünschen wir uns in einigen Fragen der Zusammenarbeit eine gerechtere Lastenverteilung. Zum Beispiel, wenn nach dem Auslauf von Leasing-Verträgen die kalkulierten Restwerte der zurückzunehmenden Fahrzeuge bei weitem nicht erreicht werden. In den USA oder Großbritannien trägt der Hersteller das Risiko allein, in Deutschland liegt es bis dato überwiegend beim Handel. Wir fordern, dass der Hersteller auch hierzulande den Verlust übernimmt oder sich hieran zumindest beteiligt. Ein weiteres existenzielles Thema sind die Direktverkäufe der Hersteller. In Deutschland werden rund 30 Prozent aller neu verkauften Autos am Handel vorbei auf die Straße gebracht. In

Robert Rademacher, Präsident des ZDK früheren Jahren war es ein Anteil von zehn Prozent. In Richtung dieses Wertes müssen wir wieder zurück.“ Wie sieht eine Werkstatt in 25 Jahren aus? Rademacher: „Ich bin kein Hellseher. Sicher ist aber: Auch in 25 Jahren wird der Verbrennungsmotor - ob mit Benzin und Diesel befeuert - noch lange nicht ausgestorben sein. Allerdings werden wir es auch mit alternativen Antrieben und Energien zu tun haben. E-Mobilität wird vor allem in den Städten zu Hause sein.“ (bo) QUELLE: WWW.100-JAHRE-KFZGEWERBE.DE

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www.kfzgewerbe.de

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Messen & Veranstaltungen

Branchen-Messeausblick 2010/2011 08 August 2010

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Branchentag Automotive 2010 Automotive Thüringen Datum: 20.08.2010 Ort: ComCenter der LEG in Thüringen, Erfurt www.automotive-thueringen.de

IBZ- Internationale Zulieferbörse Europas Leitmesse der Automobilzulieferindustrie Datum: 06.10.2010 – 08.10.2010 Ort: Messe Wolfsburg www.izb-online.com

SEMA Show The SEMA Show - an automotive specialty products trade event. Datum: 02.11.2010 – 05.11.2010 Ort: Las Vegas (US) www.semashow.com

Bauma China Leading international trade fair in China and Asia for all sectors of the constructionmachinery industry. Datum: 23.10.2010 – 26.10.2010 Ort: Shanghai www.bauma-china.com

MY CAR Internationale Tuning & Sportwagen Show Datum: 10.11.2010 – 14.11.2010 Ort: Dortmund, Westfalenhallen www.mycar-show.de

MIAS/Interauto 2010 Datum: 25.08.2010 – 29.08.2010 Ort: Moskau Exhibition Centre www.interauto-autofairs.com Caravan Salon Messe für Reisemobile und Caravans Datum: 27.08.2010 – 05.09.2010 Ort: Messe Düsseldorf www.caravan-salon.de

09 September 2010 MOTEC Leitmesse für Montage-, Handhabungstechnik und Automation Datum: 13.09.2010 – 16.09.2010 Ort: Stuttgart Neue Messe www.motec-messe.de Automechanika Frankfurt Autoteile, Werkstatt- und Tankstellenausrüstung, IT und Management, Fahrzeugwäsche, Zubehör und Tuning. Datum: 14.09.2010 – 19.09.2010 Ort: Messe Frankfurt www.automechanika.messefrankfurt.com

Oktober 2010

Mondiale d'Automobile Pariser Automobil Salon Datum: 02.10.2010 – 17.10.2010 Ort: Paris www.mondial-automobile.com Sydney International Motorshow PKW und Nutzfahrzeuge Datum: 14.10.2010 – 24.10.2010 Ort: Exhibition Centre www.sydneymotorshow.com.au Autoshow Prag International fair of passenger-cars and light commercial motor vehicles and automobile styling Datum: 21.10.2010 – 24.10.2010 Ort: Výstaviste Praha www.autoshowpraha.cz

November 2010

Touristik und Caravaning International Datum: 17.11.2010 – 21.11.2010 Ort: Messe Leipzig www.touristikundcaravaning.de Essen Motor Show Datum: 27.11.2010 – 5.12.2010 Ort: Essen Messe www.essen-motorshow.de

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Dezember 2010

Motorshow di Bologna Datum: 04.12.2010 – 12.12.2010 Ort: Bologna www.motorshow.it MDA India Fair for motion, drive, automation technology Datum: 15.12.2010 – 18.12.2010 Ort: Mumbai www.mda-india.com Motorepoca Spanische Oldtimermesse Datum: 22.12.2010 – 24.12.2010 Ort: Feria Valencia www.feriavalencia.com

Fotos: Messe Leipzig, IAA

IAA Internationale Automobilausstellung für Nutzfahrzeuge Datum: 23.09.2010 – 30.09.2010 Ort: Hannover Messegelände www.iaa.de

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Messen & Veranstaltungen

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Januar 2011

Detroit Auto Show Größte Automobilaustellung in den USA; für PKW und Zulieferer Datum: 10.01.2011 – 23.01.2011 Ort: Cobo centre Detroit Michigan www.naias.com Automobilmesse Erfurt Automobil-, Tuning- und Verkaufsmesse Datum: 28.01.2011 – 30.01.2011 Ort: Messe Erfurt www.automesse-erfurt.de

02 Februar 2011 Chicago Auto Show Complete range of domestic and imported passenger cars and trucks; sport utility vehicles, experimental and concept cars Datum: 09.02. 2011 – 20.02.2011 Ort: Chicago McCormick Place www.chicagoautoshow.com Automobil Freiburg Pkw, Nutzfahrzeuge, Neufahrzeuge, Geländefahrzeuge, Oldtimer, Datum: 11.02.2011 – 13.02.2011 Ort: Messe Freiburg www.messe.freiburg.de

Automechanika Malaysia Malaysia International Trade Fair for Automotive Parts, Equipment & Service Suppliers Datum: 31.03.2011 – 02.04.2010 Ort: Kuala Lumpur Convention Centre www.messefrankfurt.com.hk

04 April 2011 AMITEC Fachmesse für Fahrzeugteile, Werkstatt und Service Datum: 09.04.2011 – 13.04.2011 Ort: Leipzig Messe www.amitec-leipzig.de AMICON Messe für Unterhaltungs-, Kommunikationsund Navigationstechnik im Fahrzeug Datum: 09.04.2011 – 13.04.2011 Ort: Leipzig Messe Leipzig Messe NUFAM Neben klassischen Nutzfahrzeugbereichen: Telematik, Werkstattausrüstung, Ladungssicherung, Krane, Hebezeuge Datum: 14.04.2011 – 17.04.2011 Ort: Messe Karlsruhe www.nufam.de

Auto Shanghai Internationale Autoshow Datum: 20.04 2011 – 28.04.2011 Ort: Shanghai - New International Expo Centre www.autoshanghai.auto-fairs.com New York Auto Show Internationale Automobilausstellung Datum: 22.04.2011 – 01.05.2011 Ort: Jacob Javits Convention Center, New York City www.autoshowny.com Transrussia Transport und Logistik Datum: 26.04.2011 – 29.04.2011 Ort: Moscow Expo Centre www.transrussia.ru 05 Mai 2011 Tuning World Internationale Messe für Autotuning Datum: 5.05.2011 – 08.05.2011 Ort: Messe Friedrichshafen www.tuning-world-bodensee.de Parken Fachausstellung und Fachtagung für Planung, Bau und Betrieb von Einrichtungen des ruhenden Verkehrs Datum: 11.05.2011 – 12.05.2011 Ort: Wiesbaden, Rhein-Main-Hallen www.parken-messe.de Tankstelle und Mittelstand Die Mittelstandsmesse für das Dienstleistungszentrum Tankstelle Datum: 11.05.2011 Ort: Münster Messe www.tankstellenmesse.de

Fotos: IAA; Messe Erfurt

Motorwelt Berlin Neuwagen, Tuning und Oldtimer Datum: 25.02.2011 – 27.02.2011 Ort: Berlin, Messegelände www.motorwelt-berlin.de

03 März 2011 Internationaler Autosalon Genf Auto, Zubehör, Tuning, Engineering, Design Datum: 03.03.2011 – 13.03.2011 Ort: Genf Palexpo www.salon-auto.ch

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Automotive 2010

Impressum

Herausgeber/Verleger Meier Verlags-GmbH Geschäftsführer: Jürgen Meier Josef-Ries-Str. 78, D-99086 Erfurt Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: wirtschaftsspiegel@ws-thueringen.com Internet: www.wirtschaftsspiegel.com Sitz der Gesellschaft: Niedererbach Verlagssonderveröffentlichung der Meier Verlags-GmbH in Kooperation mit Wirtschaftsspiegel Verlag Sachsen-Anhalt u.G. (haftungsbeschränkt) Weitere Verlagsprodukte

Dass nicht allein die Entwicklung neuer Elektro- oder Hybridmotoren zu mehr Effizienz und Energieersparnis führt, zeigt eine Studie von Renault Trucks. Optifuel Lab heißt das Programm, mit dem der französische Hersteller von Nutzfahrzeugen seit 2007 neben der Entwicklung alternativer auch auf die Verbesserung etablierter Antriebslösungen setzt. Denn auch wenn allerorts fieberhaft an schadstoffarmen Motoren gearbeitet wird, ist davon auszugehen, dass der Dieselmotor in naher Zukunft das dominierende Antriebskonzept für Nutzfahrzeuge sein wird. Laut Renault Trucks sei es daher wichtig, Wege zu finden, mit denen sich schon jetzt die Effizienz und Klimafreundlichkeit der Dieseltechnik verbessern lässt. So konnte durch ein neues Spoilerkonzept und eine Erhöhung des Führer-

hausdaches die Aerodynamik verbessert werden. Zudem wurden die Außenspiegel entfernt und durch ein Kamerasystem ersetzt. Damit kann der Kraftstoffverbrauch um mehr als zehn Prozent reduziert werden. Auf einer Strecke von einhundert Kilometern entspricht das einer Einsparung von 4,5 Litern. Ferner arbeitet Renault Trucks mit dem Ölkonzern Total an einem optimierten Kraftstoff; mit Michelin gilt es, den Rollwiderstand der Reifen zu verringern. Zwar lässt sich das Spoilerkonzept aufgrund der derzeitigen gesetzlichen Richtlinien noch nicht serienmäßig umsetzten; von einigen Ergebnissen profitiert man jedoch schon heute. So analysiert eine Software Kraftstoffverbrauch und Fahrverhalten. Die Studie zeigt: Im Bereich Nutzfahrzeuge ist klimafreundliches Fahren ohne großen Aufwand möglich und keineswegs reine Vision. (kö)

Weitere Autoren dieser Ausgabe: C.-Friedrich Fahlberg / MAHREG Automotive Dr. A. Dikow / automotive-mv e.V. Bianca Hesse /automotive BerlinBrandenburg e.V. Redaktionsschluss dieser Ausgabe 22.06.2010 Titelbild Siemens AG Layout s.a.m. DieAgentur GmbH, Halle (Saale) Druck Druckhaus Gera GmbH, Gera Übersetzung Jonathan Scott (Erfurt) Assistenz der Geschäftsführung/Büroleitung Juliane Kummer Vertriebsleitung/Abonnenten-Service Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: wirtschaftsspiegel@ws-thueringen.com Werbefachberater Nordthüringen Jürgen Barkewitz Tel.: 0170 7973516 E-Mail: j.barkewitz@ws-thueringen.com Ostthüringen Steffen Wolfram Tel.: 0177 2356218 E-Mail: s.wolfram@ws-thueringen.com Südwestthüringen Andreas Lübke Tel.: 0173 6825207 E-Mail: a.luebke@ws-thueringen.com Mittelthüringen Anett Greyer Tel.: 0170 2907407 E-Mail: a.greyer@ws-thueringen.com Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

Efficient Commercial Vehicles The Renault Optifuel Lab study, started in 2007 has shown: Not only the development of new technologies, but also the enhancement of established engine solutions leads to more environmentally friendly commercial vehicles. A new spoiler concept, an increase in

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the height of the driver cabin roof and the replacement of the wing mirrors with cameras improves the aerodynamics. The fuel consumption is subsequently lowered by approximately ten percent. Together with the oil company Total, fuel optimisation is seen as essential; and with Michelin the tyre rolling resistance is set to be reduced.

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Einzelpreis: 2,90 Euro Jahresabonnement: 25,00 Euro ISSN: 2190-409X Wir danken für die freundliche Unterstützung der Automobil-Initiativen der ostdeutschen Bundesländer, insbesondere dem ACOD, dem automotive thüringen e.V. (at), der MAHREG Sachsen-Anhalt, dem automotive-mv e.V. und dem automotive BerlinBrandenburg e.V. Der nächste „Branchenspiegel Automotive“ erscheint Mitte des Jahres 2011.

Foto: 2009 RENAULT TRUCKS DEUTSCHLAND GmbH

Effiziente Nutzfahrzeuge

Redaktion Kontakt: redaktion@ws-thueringen.com Chefredakteur: Daniel Bormke (bo) Tel.: 0361 55048467 E-Mail: d.bormke@ws-thueringen.com Sascha Uthe (su) Tel.: 0361 55048466 E-Mail: s.uthe@ws-thueringen.com René Weigel (rw) Tel.: 0361 55048662 E-Mail: r.weigel@ws-thueringen.com Olivia Köllmer (kö) E-Mail: o.koellmer@ws-thueringen.com Manuela Müller (mü) E-Mail: m.mueller@ws-thueringen.com


Abb. zeigt Sonderausstattungen.

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www.autohauspeter.de

99734 Nordhausen Hallesche Str. 150 Tel.: 03631 / 6120-58

37520 Osterode Herzberger Landstr. 3a Tel.: 05522 / 5076-0

99084 Erfurt Schlachthofstr. 80 Tel.: 0361 / 5540-0

99610 SĂśmmerda Frohndorfer Str. 82 Tel.: 03634 / 3704-0


Automotive 2/2010  

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