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Das Wirtschaftsmagazin für Thüringen www.wirtschaftsspiegel.com Nr. 02/2009 · 5. Jahrgang · 78363 2,90 EURO

KLIMAFREUNDLICH

NUTZERFREUNDLICH

KUNDENFREUNDLICH

Umweltbewusstsein als Geschäftsmodell

Neue Medien als neuer Wirtschaftszweig

Der Handel als stabile Branche

Die

Macht der Marke

Werbung und Marketing als Kurshalter in turbulenten Zeiten


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Werbung wird orange communication that works

Post s.a.m. DieAgentur GmbH Mansfelder StraĂ&#x;e 56 D-06108 Halle (Saale) Fon + 49 (0) 3 45.47 06 78-0 Fax + 49 (0) 3 45.47 06 78-90 eMail post@sam-dieagentur.de iNet www.sam-dieagentur.de


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Editorial

DIE

IST AUSGEZEICHNET. 2008 Kundenmonitor: Spitzenplatz unter den Krankenkassen

Jürgen Meier, Geschäftsführer Wirtschaftsspiegel

Flagge zeigen Vor kurzem bescheinigte Thüringens Wirtschaftsminister Reinholz der Wirtschaft im Freistaat, dass die Konjunkturkrise nun endgültig angekommen sei. Er warnte aber auch davor, jetzt in die üblichen „Katastrophenreflexe“ zu verfallen. Die Industrie habe eine „Vollbremsung“ hingelegt, sagte der Minister. Nun muss beobachtet werden, wie schnell sie wieder Fahrt aufnehmen kann. Hierbei ist jeder einzelne Unternehmer gefragt, denn es hat sich bereits gezeigt, dass es keinen Sinn macht, den Kopf in den Sand zu stecken. Bei den Vorbereitungen dieser Ausgabe, die sich mit dem Thema Marketing befasst, haben wir mit vielen Experten geredet und ihre Aussagen folgten der gleichen Zielrichtung: Gerade jetzt, in schwierigen Zeiten, müssen die Unternehmen zeigen, was in ihnen steckt. Kundenbindung und Kundenpflege sind nun ebenso wichtig wie die Motivation der Mitarbeiter. Ein starker und systematischer Marktauftritt entscheidet oft über gewinnen oder verlieren. Jetzt Flagge zu zeigen und gezielt in Marketingmaßnahmen zu investieren, erleichtert es dem Unternehmen, die Krise zu meistern und im kommenden Aufschwung schnell wieder obenauf zu sein. Es reicht nicht aus, so die Meinung vieler Marketingexperten, einfach in der Versenkung mit einem Spitzenprodukt auf Käufer zu warten. Wenn der potenzielle Käufer das Unternehmen und dessen Innovationen nicht kennt, wird er nicht zum Kunden. Und ohne Kunden ist auch das beste Produkt keine Erfolgsgarantie.

Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister: kundenorientierteste Krankenkasse Fokus Money: Bestnoten in der Beratung

2009 Auch mit dem Gesundheitsfonds sind wir mehr als eine gute Wahl. Wir bieten: individuelle Leistungen wie das Gesundheitskonto, Homöopathie über die Chipkarte, besondere Wahltarife u.v.m.

Neu: SBKTerminservice Kein langes Warten mehr auf den Arzttermin, stattdessen zeitnahe Terminvorschläge bei Fachärzten und Psychotherapeuten!

Erfolgreich haben sich beispielsweise Unternehmen der Umwelttechnologie in Thüringen entwickelt. In den vergangenen Jahren erwuchs aus einer kleinen Gruppe mutiger Gründer ein breit aufgestellter Wirtschaftszweig mit wachsenden Branchenzahlen. Auch gutes Marketing für den Standort Thüringen und die Angebote der Hersteller führten diese Erfolge herbei. Ebenso die aufstrebende Medienbranche, der wir uns in dieser Ausgabe angenommen haben. Was vor einigen Jahren kaum denkbar war, ist heute Realität. Hunderte große und kleine Firmen arbeiten an neuen Konzepten für Kommunikation und Unterhaltung. Ungeachtet aller Krisenszenarien wächst gerade in diesem Bereich eine neue kreative Elite in Thüringen heran. Kontakt In diesem Heft haben wir nur eine kleine Auswahl von Branchen und Unternehmen ausgewählt, die zeigen, dass auch trotz Konjunkturrückgang Erfolge machbar sind. Sie sollen Vorbild sein für ganz Thüringen und Mut machen, dass die Krise nicht nur ein Risiko ist, sondern auch Chancen bietet.

Jürgen Meier Geschäftsführer Wirtschaftsspiegel

www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Nicole Riedel Siemens-Betriebskrankenkasse Geschäftsstelle Erfurt Johannesstraße 146, D-99084 Erfurt Tel.: +49 (0) 361 6011289 Fax: +49 (0) 361 6011298 mobil: +49 (0) 172 7911793 Internet: www.sbk.org

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Momentaufnahme

AUS DEM INHALT

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Hilfe in schweren Zeiten

Medienland Thüringen Technologieentwicklung und Kindermedien

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Umwelttechnologie Wachsendes Innovationsfeld in Thüringen Fortschritte bei ersol und Masdar Nachhaltige Entwicklungen Neues Werk für Biokunststoffe

26 29 32 33

Handel Ein Blick ins Schaufenster der Wirtschaft

34

Aus den Netzwerken Prognosen und Projekte

36

Regionen Mittelthüringen Jena Ostthüringen Nordwestthüringen Südthüringen

37 38 40 42 43

Portrait Logistiker mit sozialem Engagement

12

Expertenrat Verantwortung im Mittelstand Vergaberecht und Konjunkturpaket Bürgschaften, Garantien und Beteiligungen

49

Rubriken Editorial Parteien-Check Nachrichten Personalien Impressum

3 6 8 10 50

Wirtschaftsspiegel Thüringen · 02 /2009

46 48

Die Konjunkturkrise ist in der Thüringer Industrie endgültig angekommen. Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz Mitte März mit Blick auf die aktuellen vom Landesamt für Statistik vorgelegten Zahlen zum Industrieumsatz. Erfurt. Demnach lag der Umsatzrückgang – arbeitstäglich bereinigt – bei 19,7 Prozent und damit im gesamtdeutschen Schnitt von 20 Prozent. Reinholz sieht darin einen „drastischen Einbruch“, der sich in den letzten Monaten des vergangenen Jahres allerdings bereits abgezeichnet habe. Er warnte aber zugleich davor, jetzt in die üblichen „Katastrophenreflexe“ zu verfallen. „Die Zahlen zeigen, dass die Industrie in Thüringen und Deutschland Anfang des Jahres eine Vollbremsung hingelegt hat“, sagte der Minister. „Die Frage ist aber, wie schnell die Unternehmen jetzt wieder Fahrt aufnehmen können.“ Das hängt nach Auf fassung des Ministers vor allem von der Entwicklung der globalen Wirtschaft ab. Darüber hinaus werden auch die Hilfsangebote von Bund und Land kurzfristig ihre Wirksamkeit entfalten, zeigte sich Reinholz überzeugt. Positiv wertete der Minister, dass die Thüringer Industrie im Januar 2009 gut 3.000 Mitarbeiter mehr beschäftigt habe als im Vorjahresmonat. Ermutigend sei auch das Ergebnis einer aktuellen amerikanischen Studie, die Thüringen im Vergleich zur wirtschaftlichen Attraktivität von mehr als 1.000 Standorten zu den Top-Standorten in Westeuropa zählt. Thüringen rangiert als erster deutscher Standort nach Paris, London, Madrid und Katalonien auf Platz fünf. Die Landesregierung wird der Thüringer Wirtschaft mit einem zusätzlichen Liquiditätsprogramm im Umfang von einhundert Millionen Euro unter die Arme greifen, kündigte Ministerpräsident Althaus an „Damit wollen wir der in den letzten Jahren erfolgreich aufgebauten Thüringer Industrie helfen, besser durch die aktuel-

le Konjunkturkrise zu kommen“, so der Regierungschef. Anlass für die Hilfe sei die wirtschaftliche Situation, in der Industrieunternehmen hohe Umsatzrückgänge erleiden. Mit dem Programm solle vor allem die Eigenkapitaldecke der Unter nehmen gestärkt werden, denn: „Eigenkapital ist ein entscheidender Gradmesser für die Kreditfähigkeit eines Unter nehmens“, ergänzt Minster Reinholz. Zielgruppe des Programms ist der industrielle Mittelstand. Vorgesehen ist, über die Beteiligungstochter der Thüringer Aufbaubank (TAB) – die b-mt Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH – of-

Wir wollen der in den letzten Jahren erfolgreich aufgebauten Thüringer Industrie helfen, besser durch die aktuelle Konjunkturkrise zu kommen. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus

fene und stille Beteiligungen zu vergeben. Darüber hinaus können auch Darlehen vergeben werden, die für einen bestimmten Zeitraum tilgungsfrei bleiben. Die Mittel sind für strukturell gesunde Unternehmen bestimmt, die sich vor dem 1. Juli 2008 nicht in Schwierigkeiten befanden. Darüber hinaus könnte aus dem Liquiditätsprogramm auch der Konsolidierungsfonds für Unternehmen in Schwierigkeiten aufgestockt werden, der gegenwärtig noch über Mittel in Höhe von elf Millionen Euro verfügt. Über diesen Fonds werden kleine und mittlere Unternehmen finanziert, die sich in Schwierigkeiten befinden, aber über ein tragfähiges Umstrukturierungskonzept verfügen. Die Mittel für das neue Hilfspaket nimmt die TAB am Kapitalmarkt auf. (bo)

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www.aufbaubank.de www.thueringen.de/de/tmwta www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Foto Portrait: TSK, Foto oben: Pixelio/ Klausi

Titelthema Marketing für den Mittelstand Interview mit Prof. Dr. Drees, FH Erfurt Generische Marken und deren Namen


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Thüringen Anzeige

Innovationen gesucht!

XII. Innovationspreis Thüringen 2009 Zum zwölften Mal haben die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen, das Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit, der TÜV Thüringen e.V. sowie in diesem Jahr erstmalig die ErnstAbbe-Stiftung den Innovationspreis Thüringen ausgelobt.

Einen weiteren Höhepunkt bildete die Ergebnispräsentation der Studie „Regionale Vorausschau der Technologieentwick lung in Thüringen“ durch Prof. Michael Fritsch von der Friedrich-SchillerUniversität Jena. Die im Auftrag der STIFT entstandene Studie setzt sich kritisch mit dem kreativen Potenzial des Forschungsund Technologiestandortes auseinander. Insgesamt, so das Fazit der Studie, weist Thüringen ein „beachtenswertes“ Niveau

an Innovationsaktivitäten auf. Thüringens Spitzenposition wird dabei durch sein überregional bedeutsames Wissenspotenzial in den Bereichen Optik, Medizinund Elektrotechnik sowie durch seine vielfältige Wissenschafts- und Forschungslandschaft bestimmt. Darüber hinaus zeichnet sich der Freistaat durch ein hohes Niveau innovativer Gründungen aus und zeigt sich unter den neuen Bundesländern federführend bei der Produktivität der Innovationsaufwendungen. Um den bestehenden Nachholbedarf gegenüber den alten Bundesländern aufzuarbeiten und möglichst in Spitzenpositionen zu gelangen, ermittelt die Studie wesentliche technologieübergreifende sowie technologisch-spezifische Zukunftstrends. Die daraus resultierenden Schlussfolgerungen wurden in der anschließenden Gesprächsrunde mit dem Thüringer Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz sowie Vertretern der Thüringer Hochschulen und Clusterverbände diskutiert.

Tradition mit Zukunft Innovationen aus Bereichen, die traditionell eine Thüringer Stärke darstellen und durch ihre individuelle Entwicklung, Produktion und Gestaltung geprägt sind.

Kategorien

Mehr als einhundert Gäste kamen der Einladung der Träger zur Auftaktveranstaltung des XII. Innovationspreises Thüringen 2009 am 11. März 2009 in das KinderMedienZentrum Erfurt nach und informierten sich über die wichtigsten Neuerungen des Wettbewerbes. Neben einer Erhöhung des Preisgeldes auf insgesamt 100.000 Euro – damit ist der Wettbewerb nach Nordrhein-Westfalen der zweithöchst dotierte Landesinnovationspreis in Deutschland – wurden die Kategorien thüringenspezifisch neu gestaltet sowie der „Ernst-Abbe-Preis für innovatives Unternehmertum“ etabliert.

Industrie & Material Innovationen, die Thüringen als Industriestandort auszeichnen. Kommunikation & Medien Innovationen, die Thüringens Selbstverständnis als Medien- insbesondere auch als Kindermedienstandort widerspiegeln. Licht & Leben Innovationen, die Thüringen als international sichtbaren Standort der optischen, Lebensund Umwelttechnologien hervorheben. Ernst-Abbe-Preis für innovatives Unternehmertum Thüringer Unternehmer/innen, die sich Verdienste um den Wissenschafts- und Technologiestandort Thüringen erworben haben.

XII. Innovationspreis Thüringen 2009 Dotierung: 100.000 € | Teilnahmegebühr: keine | Anmeldeschluss: 31.05.2009 | Preisverleihung: 08.12.2009, Messe Erfurt AG | Kontakt: Dr. Sven Günther, Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen, Peterstraße 1, 99084 Erfurt, Tel. 0361 789 23 50 | info@stift-thueringen.de w w w.innovationspreis-thuer ingen.de www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

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Wahljahr 2009

Thüringer Landtagswahl 2009: Parteien und ihre Lösungen

WIRTSCHAFTSSPIEGEL Parteien-Check

ie Landtagswahl im Freistaat rückt immer näher und die anhaltende Konjunkturschwäche nistet sich im unternehmerischen Alltag ein. Gerade für den Mittelstand sind nun verbindliche politische Aussagen wichtig. Über angestrebte Lösungen der Thüringer Volkspar teien berichten die Spitzenkandidaten im vorletzten Wirtschaftsspiegel-Parteiencheck:

D.

Dieter Althaus Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender

Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise wird häufig über staatliche Beteiligungen an in Not geratene Unternehmen geredet. Sehen Sie die Notwendigkeit und die Möglichkeit, dass auch der Freistaat Thüringen Teile oder gar ganze Unternehmen aufkauft?

Staatliche Beteiligungen passen nur schwer in das Ordnungskonzept der sozialen Marktwirtschaft. Vielmehr müssen notleidende Unternehmen durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen in die Lage versetzt werden, aus eigener Kraft am Markt zu bestehen. Über die entsprechenden Förderinstrumentarien hat das Land beispielsweise in der Vergangenheit schon Kapital für Unternehmensbeteiligungen zur Verfügung gestellt (unter anderem über die bm-t). Zur Stärkung der Bilanz und zur Liquiditätsentlastung der Unternehmen sind aber auch weitere Konzepte wie das Thüringer Konzept der Mietfabrik denkbar.

Grundsätzlich gibt es über die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft, angesiedelt bei der Thüringer Aufbaubank, die Möglichkeit der Beteiligung. In der Vergangenheit hat Thüringen über die Industriebeteiligungsgesellschaft und den Industriebeteiligungsfonds Teile an Unternehmen gehalten, die so saniert und an den Markt zurückgeführt werden sollten. Grundsätzlich steht DIE LINKE solchen Maßnahmen positiv gegenüber. Diese Schritte müssen jedoch mit EU-Förderrecht vereinbar sein, dürfen nicht vom Parteibuch abhängig gemacht werden und müssen ein nachhaltiges Unternehmens- und Sanierungskonzept zur Grundlage haben.

Die verabschiedeten Konjunkturpakete erfordern, dass auch die Kommunen einen Eigenanteil beisteuern müssen. Finanzstarken Kommunen gelingt dies sicherlich leichter. Doch wie sollten dabei in Thüringen Kommunen mit klammen oder gar leeren Kassen unterstützt werden?

Die Kommunen übernehmen grundsätzlich einen Kofinanzierungsanteil von 25 Prozent. Landeszuschüsse aus dem Landesausgleichsstock in Höhe von 13 Millionen Euro werden den Eigenanteil für besonders finanzschwache Kommunen abmildern. Für Projekte zur Krankenhausförderung, bei Investitionen freier Schulträger sowie der freien Träger im Kita-Bereich übernimmt das Land darüber hinaus die komplette Finanzierung der kommunalen Mitleistung. Damit erfüllt das Land die Vorgaben aus dem Konjunkturpaket II und Investitionsleistungen kommen dort an, wo sie direkt benötigt werden.

DIE LINKE hat einen Gesetzentwurf eingebracht, damit finanzschwache Kommunen von Mitteln des Konjunkturpaketes II profitieren. Danach sollte die Investitionspauschale wieder eingeführt werden und Kommunen hätten so pro Einwohner zwischen 20 Euro und 40 Euro erhalten. Die dafür erforderlichen Mittel in Höhe von rund 92 Millionen Euro kämen aus Überschüssen der Haushaltsbewirtschaf tung. Damit können Kommunen Kredite tilgen, zusätzliche Investitionen tätigen oder ihren Eigenanteil zur Finanzierung der Konjunkturpaketmittel leisten. Der Enwurf wurde durch die CDU-Landtagsmehrheit abgelehnt.

Auf bundespolitischer Ebene wird im derzeitigen Wahlkampf über Entlastungen oder gar Steuersenkungen debattiert. Was bieten Sie im Zuge einer Regierungsbeteiligung Ihrer Partei den Thüringer Unternehmern an Entlastungen an?

Die Thüringer Förderprogramme helfen, Wachstumsperspektiven abzusichern und mögliche (Liquiditäts)-Engpässe zu überbrücken. Die Instrumente reichen von der Investitions- und Technologieförderung, über Hilfen bei der Unternehmensfinanzierung bis zur Förderung der Ausund Weiterbildung. Erfolgreiche Programme sind die revolvierende Fonds (TH Dynamik, TH Invest), die Übernahme von Landesbürgschaf ten (Bürgschaftsrahmen 2009: 200 Mio.) oder das Förderprogramm für berufliche Weiterbildung. Die Thüringer CDU setzt sich für eine umfassende Steuerreform nach den Grundsätzen „einfacher, niedriger, gerechter“ ein.

Ein Schwerpunkt der Förderprogramme wird die Förderung der einheimischen Wirtschaft sein. Die in Thüringen bisher angekündigten und eingerichteten Fonds zur Förderung von Zuschüssen und Darlehen für KMU und das Handwerk sind aufzustocken. Zu Unterstützung wird DIE LINKE ein modernes „Mittelstandsfördergesetz“ vorlegen. Dies soll unter anderem die Vernetzung zahlreicher Selbstständiger unterstützen. Zu berücksichtigen sind die Probleme der kleinen und Kleinstunternehmen. Unternehmen, die unverschuldet in Not geraten sind, sollen durch eine Taskforce im Wirtschaftsministerium, Hilfe zur Selbsthilfe erhalten.

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Bodo Ramelow Kandidat für das Ministerpräsidentenamt der Partei DIE LINKE. Thüringen

Wirtschaftsspiegel Thüringen · 02 /2009

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Wahljahr 2009

Teil 3: Konjunkturabschwung! Und nun?“

Christoph Matschie Spitzenkandidat Thüringer SPD

Uwe Barth MdB und Landesvorsitzender der FDP Thüringen

Dr. Frank Augsten Landessprecher von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Thüringen

Der Staat sollte mit dem Instrument Beteiligung an Unternehmen sehr vorsichtig umgehen. In Thüringen hat es das zum Beispiel bei Jenoptik gegeben. Ein prominentes Beispiel in den alten Ländern ist VW. In der aktuellen Krise kann staatliche Beteiligung ein wichtiger Rettungsanker sein. Vor einer Beteiligung des Freistaats an einem Unternehmen muss sehr sorgfältig die positive Zukunftsprognose geprüft werden. Eine Landesbeteiligung selbst könnte über die Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH, die der Thüringer Aufbaubank gehört und sich auch jetzt schon an Unternehmen beteiligt, erfolgen.

Verstaatlichung ist kein Ausweg aus der Krise. Gerät ein Betrieb in Not, wird er sich nicht am Markt besser behaupten, wenn aus ihm ein Staatsunternehmen wird. Wichtig ist, dass die Banken den Unternehmen Geld zur Verfügung stellen; Stichworte: Veränderungen am Rettungspaket (es bekommt nur der Geld, der es auch an KMU weitergibt) und die flexiblere Handhabung von Basel II. Nach wie vor richtig: Senkung von Steuern und Abgaben und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Das hilft der kleinteiligen Thüringer Wirtschaft mehr, als Staatsgelder nach der Holzmann-Methode zu verteilen.

Das Land Thüringen hat die Aufgabe, den wirtschaftspolitischen Rahmen so zu gestalten, dass sich die Wirtschaft nachhaltig und möglichst ohne Subventionen gut entwickelt. Dabei muss zusätzlich beachtet werden, dass die Allgemeinkosten – auch im Hinblick auf künftige Generationen möglichst – gering bleiben. Wirtschaftstätigkeit wird durch Investitionen angekurbelt – am besten in die Dinge, deren es ohnehin bedarf: Energieeinsparung und -effizienz, klimaverträgliche Energieerzeugung, Bildung, Pflege, ressourcenschonende Lebensqualität etc.

Der Eigenanteil – vom Land vorgeschrieben ist eine 25-prozentige Eigenbeteiligung – ist für viele Kommunen ein großes Problem. Deshalb fordern wir einen niedrigeren Satz. Ein weiteres Dilemma für die Kommunen sind die komplizierten Thüringer Regelungen, um an das Geld aus dem Konjunkturpaket zu kommen. Die Landesregierung hat ein bürokratisches Monstrum geschaffen, das einer schnellen Inanspruchnahme der Mittel durch die Kommunen im Wege steht. Die Unterstützung finanzschwacher Kommunen aus dem Landesausgleichsstock ist in Ordnung, muss aber zügig umgesetzt werden.

Genau diese Umsetzung zeigt die beschränkte Wirkung des teuren Konjunkturpaketes. Gelder werden an Kommunen im Verhältnis zu ihrer Größe verteilt. Dadurch gibt es nicht wenige Fälle, in denen Thüringer Kommunen unter 3.000 Euro erhalten und diese in Bildung investieren sollen. Was kommt da raus? Eine Parkbank am Kinderspielplatz? Andere Gemeinden können ihren Eigenanteil nicht beisteuern. Damit ist das Konjunkturpaket wirkungslos. Die FDP tritt mit Blick auf die Krise für eine Komplettreformierung des Steuersystems ein, statt des teuren Konjunkturpaketes mit beschränkter Wirkung vor Ort.

Den Machern des Konjunkturpaketes II kommt es nicht darauf an, gerecht auch die klammen Kommunen zu fördern. Ihr Interesse ist das schnelle Ausgeben von Steuergeldern mit der Hoffnung, dadurch die Krise abzumildern. Insoweit stellt dies für das Programm kein Problem dar, dann können reichere Gemeinden oder die Länder eben mehr ausgeben. Aus bündnisgrüner Sicht ist das gesamte Konjunkturpaket höchst fragwürdig. Das Problem, in Zukunft nachhaltiger und auch weniger konsumieren zu müssen, wird nur noch verstärkt.

Die SPD hat dafür gesorgt, dass die Beiträge zu Arbeitslosenversicherung und zur Krankenversicherung gesenkt wurden. Im vergangenen Jahr ist die Unternehmensteuerreform mit deutlich niedrigeren Steuersätzen in Kraft getreten. Über Konjunkturprogramme wird öffentliche und private Nachfrage verstärkt. Der Leitzins wurde massiv gesenkt. In Thüringen wollen wir im Zuge einer Verwaltungs- und Gebietsreform die Unternehmen von Bürokratie und damit auch Kosten entlasten. Weitergehende Entlastungen erscheinen uns angesichts der Haushaltslage momentan nicht realistisch.

Ein einfaches, niedriges und gerechtes Steuersystem. Das stärkt auch die Binnennachfrage. Die besonders mittelstandsfeindlichen Maßnahmen aus der Unternehmenssteuerreform, wie die Besteuerung von Mieten und Pachten, müssen rückgängig gemacht werden. Wir treten für die Abschaffung der mittelstandsfeindlichen Erbschaftssteuer ein. In Thüringen sind der Aufwand zur Erhebung der Erbschaftssteuer und das Aufkommen daraus in etwa gleich groß. Ihre Abschaffung ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber den Nachbarländern. Die hohen Thüringer Grundversorgungskosten (Strom, Gas, Müllabfuhr) gehören auf den Prüfstand.

Unternehmen nutzen die durch die Allgemeinheit bereitgestellte Infrastruktur, das Bildungssystem, die gewährleistete Rechtssicherheit, Verwaltung usw. Daher ist es eine Selbstverständlichkeit, dass diejenigen, die in diesem Rahmen gute Gewinne erzielen, auch dazu beitragen, dass diese Errungenschaften weiterhin in hoher Qualität zur Verfügung stehen. Wirtschaftlicher Fortschritt generiert sich durch Investitionen und nicht durch Einkommensmaximierungen Höherverdienender. Zudem müssen wir die Unternehmen unterstützen und Anreizsysteme schaffen, auch in Krisenzeiten Fachkräfte zu halten.

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Nachrichten

Workshop rund um Werkstoffe Erfurt. Heute zählt die „Zuverlässigkeit“ zu den selbstverständlichen Anforderungen an technische Systeme. Sie ist wichtiger Wettbewerbsfaktor und eine Herausforderung insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen – so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Dazu laden die Arbeitsgemeinschaft Material innovativ THÜRINGEN gemeinsam mir dem Cluster automotive thüringen e. V. und der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbh (LEG) am 14.05.2009 ins Erfurter ComCenter Brühl zu einen Workshop. Zur „ThüMat 2009 - Materialzuverlässigkeit“ werden ausgewiesene Experten aus der Praxis über eine breite Palette technologischer Fortschritte referieren, wie etwa im Karosseriebau oder bei innovativen Fertigungsprozessen. Am Beispiel aktueller Forschungsprojekte zu innovativen Werkstoffen für automobile Anwendungen, wie zum Beispiel Fasern, Hochleistungskeramiken oder Silizium-Verbünden, werden die industriellen Anforderungen betreffend der Zuverlässigkeit an Materialien und Systemen diskutiert. Die Teilnahme ist kostenfrei. (bo)

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Foto: VWT

Unternehmerreise in die Ukraine Erfurt. Die Ukraine zählt mit 48 Millionen Einwohnern zu den größten Staaten Europas. Ihre zentrale Rolle in Europa wird durch ihre Anrainerschaft sowie ihre gemeinsame Grenze mit sieben mittel- und osteuropäischen Staaten unterstrichen. Vor diesem Hintergrund bestehen vielfältige Ansatzpunkte für ein wirtschaftliches Engagement. Sowohl als Absatzmarkt als auch als Kooperationspartner bietet die Ukraine große Potenziale für die Thüringer Wirtschaft. Besonders in den Bereichen Energieeffizienz und Infrastruktur mit Blick auf die Fußballeuropameisterschaft im Jahr 2012 gibt es vielfältige gegenseitige Interessen. Mit dem Ziel, den Thüringer Unternehmern den ukrainischen Markt näher zu bringen und vorhandene Möglichkeiten aufzuzeigen, plant die Landesentwicklungsgesellschaft mbh (LEG) vom 25. bis 28. Mai 2009 eine Unternehmerreise mit dem Besuch der Hauptstadt Kiew und dem wirtschaftlichen Zentrum der Westukraine, der Stadt Lviv (Lemberg). (bo)

Foto: S. Hofschläger/Pixelio

+++ Termine für Unternehmer +++

Qualität ist messbar

Land der Ideen

Erfurt. Und zwar am Erfolg eines Unter nehmens. Deshalb hat Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz den mittlerweile 10. Thüringer Staatspreis für Qualität ausgelobt. Damit sind Thüringer Unternehmen aller Branchen und Größen aufgerufen, sich am Wettbewerb um den Preis zu beteiligen. „Gerade in Zeiten der Krise ist und bleibt Qualität ein wichtiges Verkaufsargument“, sagte Reinholz. Der Preis wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements an Unternehmen sowie erstmals auch an andere Einrichtungen, Institutionen und Vereine mit Sitz in Thüringen vergeben. Der Wettbewerb wird in Thüringen seit 1998 alljährlich – seit 2005 alle zwei Jahre – ausgeschrieben. Am letzten Wettbewerb um den Qualitätspreis im Jahr 2007 nahmen 36 Thüringer Unter nehmen teil. Fast alle Teilnehmer der letzten Jahre bestätigen, dass die Auseinandersetzung mit Fragen des Qualitätsmanagements und der Unternehmenseffizienz sowie die Selbstdarstellung in der Bewerbungsphase zu wirtschaftlichen Impulsen führten. Die teilnehmenden Unternehmen erhalten nach der Vorrunde Benchmarking-Informationen zu den einzelnen Frageschwerpunkten, aus denen sie Stärken und Schwächen ableiten können. Damit profitieren nicht nur die Preisträger, sondern alle Teilnehmer des Wettbewerbs. Die Preisverleihung findet am 24. November 2009 in der Thüringer Staatskanzlei statt. Die Bewerbung basiert auf einem Fragebogen der internationalen EFQMModell (European Foundation for Quality Management). Unter der Internetadresse des Wirtschaftsministeriums sowie der RKW Thüringen GmbH stehen die Bewerbungsunterlagen zum Download bereit. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Mai 2009. (bo)

Erneut haben Wissenschaftler im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Lebens- und Standortqualität aller Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands untersucht. Die Studie berücksichtigt insgesamt 39 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Altersstruktur, Ausbildungsplatzdichte, Kaufkraft und Produktivität auf der Ebene von 409 Kreisen und kreisfreien Städten bundesweit. Mitte April wurden die Ergebnisse der mittlerweile zweiten Studie veröffentlicht. Auch wenn der Freistaat insgesamt im Mittelfeld landete, zeigen die Ergebnisse klar, Thüringen hat besondere Standortqualitäten. Nimmt man nämlich nicht nur die zur Auswertung herangezogenen Indikatoren wie Wohlstand, Arbeitsmarkt und Wirtschaftskraft, sondern schaut gründlicher, so wird deutlich, dass Thüringen durchaus Qualitäten vorweisen kann, von denen westdeutsche Regionen noch weit entfernt sind. „Allein bei den zur Verfügung stehenden hochqualifizierten Fachkräften haben wir fünf Regionen unter den ersten 50. Nimmt man alle Regionen Thüringens, so liegt die letzte – das Altenburger Land – auf Platz 227 bei insgesamt 409 zum Vergleich herangezogenen Regionen“, freut sich Wolfgang Zahn (Bild oben), Präsident des Verbandes der Wirtschaft Thüringens. Auch bei der Kinderbetreuung habe Thüringen die Nase mit vorn. Hier seien alle 23 Thüringer Regionen unter den ersten 90. Man dürfe in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass bei der PISA-Studie Thüringen ebenfalls gute Noten erhalten habe. Solche Faktoren seien durchaus wichtig für Investoren, weiss Zahn und ergänzt: „Wir wissen, dass wir unsere Potenziale noch viel stärker nutzen und auch stärker ins Bewusstsein außerhalb Thüringens bringen müssen. Daran arbeiten wir.“ (bo)

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Foto: Stihl024/Pixelio

Foto: Kurt Michel/Pixelio

Foto: Jürgen Meier / Erfurt

Nachrichten

Turboladerwerk eröffnet

Forschung im Leitungsbau

Erweiterung der Produktion

Ichtershausen. Die IHI Charging Systems International (ICSI), ein Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Konzerns IHI und der Daimler AG, produziert seit Mitte April im neu entstehenden Produktionswerk in Ichtershausen die ersten Turbolader in der Vorserie. Die Produktion werde nun sukzessive ausgebaut, so IHI-Chef Jörg Steins. Bereits 2010 sollen eine halbe Million Turbolader gefertigt werden. Bis Ende dieses Jahres würden etwa einhundert und bis Ende nächsten Jahres voraussichtlich zweihundert Mitarbeiter beschäftigt, ergänzte er. Insgesamt werden 45 Millionen Euro investiert. Ministerpräsident Dieter Althaus überbrachte zur Eröffnung einen Zuwendungsbescheid in Höhe von zehn Millionen Euro. Dabei sicherte er den Autozulieferern die Unterstützung der Landesregierung zu, denn: „Thüringer Produkte sind auf dem Weltmarkt nicht nur wettbewerbsfähig, sondern bestimmen Entwicklungen und Trends nachhaltig mit.“ (bo)

Weimar. Gut 1,5 Millionen Euro investiert die Max-Zöllner-Stiftung in den neuen Institutssitz des Forschungsinstituts für Tief- und Rohrleitungsbau (FITR) in der Weimarer Max-Zöllner-Villa. Der Freistaat beteiligt sich am Umbau mit 651.000 Euro. Auf etwa 1.200 Quadratmetern wird sich künftig das FITR – entsprechend seiner Beteiligung an den Umbaukosten – zu vergünstigten Konditionen einmieten. Derzeit entwickelt das Forschungsinstitut mit 27 Mitarbeitern Produkte und Verfahren auf den Gebieten Leitungsbau, Wasserversorgung, Ortsentwässerung, Gas- und Fernwärmeversorgung, Energieversorgung, Geother mie, Umwelttechnik, Leitungsbionik und Straßen- und Tiefbau. Weitere Schwerpunkte sind Lösungen für den Tief- und Rohrleitungsbau, die Ausrichtung von Seminaren und Kongressen wie die des seit 1991 stattfindenden ROHRBAU-Kongresses sowie studentische Ausbildung und Erwachsenenqualifizierung. (bo)

Wiegendorf. Mit einer Investition im Umfang von 730.000 Euro erweitert der Lamellenfensterspezialist Eurolam seine Produktion in Wiegendorf bei Weimar. Die 1997 in Isseroda gegründete und seit 1998 in Wiegendorf ansässige Eurolam GmbH ist führender Hersteller von Lamellenfenstern. Zum Produktspektrum des Unternehmens zählen neben Lamellenfenstern auch Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (RWA-Anlagen), Wetterschutzanlagen, die zugleich geräuschdämpfend wirken, sowie Sonderkonstruktionen aus Aluminium und Glas. Der Absatz erfolgt zu 33 Prozent weltweit. Mit dem Investitionsvorhaben werden eine neue Produktions- und Lagerhalle errichtet. Gleichzeitig werden die Büroräume erweitert, neue Maschinen erworben und ein neues Warenwirtschafts- und Produktionssteuerungssystem installiert. Die Mitarbeiterzahl wurde bereits jetzt um drei Beschäftigte erhöht. Damit beschäftigt Eurolam nun 45 Mitarbeiter. (bo)

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www.ihi-csi.de

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www.fitr.de

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www.eurolam.de

ZU KU N FT S KO N FE RE N Z T H Ü R I N GE N

Starke Städte - Lebenswertes Land! Wir sorgen für leistungsfähige Kommunen

Datum:

Erfurt - comcenter Brühl Dienstag, 12.05.2009

Beginn:

18:30 Uhr

Adresse:

Mainzerhofstraße 10, 99084 Erfurt

Ort/Halle:

Veranstalter: SPD-Fraktion im Thüringer Landtag Jürgen-Fuchs-Straße 1 · 99096 Erfurt Telefon: (0361) 3 77 23 36 · Fax: (0361) 3 77 24 17 E-Mail: info@spd-thl.de · Internet: www.spd-thl.de

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Im Jahr 2008 feierte Michael Selle mit the agent factory GmbH 5-jähriges Firmenjubiläum. Dieses Jahr zählt das Unternehmen bereits 25 Mitarbeiter. Darunter fünf Diplomanten und auch eine Auszubildende, denn künftig wird sich the agent factory GmbH auch als Ausbildungsbetrieb engagieren und für qualifizierten Nachwuchs in der IT-Branche sorgen. Der gebürtige Berliner kam 1979 in seine Wahlheimat Jena. Nach dem Studium und den Stationen Zeiss, Jenoptik und Godyo führt er seit 2005 erfolgreich die Geschäfte der the agent factory GmbH. Das Unternehmen ist ein Technologiedienstleister für interaktive Lösungen für den mobilen Kanal.

Prof. Dr. Axel Brakhage

Der Jenaer Mikrobiologe PROF. DR. AXEL BRAKHAGE (Jahrgang 1959) ist seit März Präsident der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) und steht damit der mit 3.000 Wissenschaftlern mitgliederstärksten mikrobiologischen Fachgesellschaft Deutschlands vor. Der studierte Biologie ist Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie und Molekularbiologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jenaer Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut. 2008 wurde er zum Mitglied der in Halle ansässigen Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. (bo)

Der Weimarer Jungunternehmer und Bauhaus-Uni Student STEFAN TREBBIN (26) ist Gewinner des Wettbewerbs „Soziale Marktwirtschaft ist toll!“ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Trebbin ist Mitbegründer von Landscape Printer. Dahinter verbirgt sich eine innovative Geschäftsidee: Agrarflächen werden als Werbeflächen genutzt – ohne, dass Ernteverluste entstehen. Landscape Printer basiert auf einer automatisierten und GPS-gesteuerten Drillmaschine. Ein digitales Ausgangsbild reicht aus, um durch systematische Anordnung der Samen wachsende Bilder mit natürlichen Farben und Schattierungen entstehen zu lassen. (bo)

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Michael Selle

Stefan Trebbin

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Foto: privat Foto: EthikBank

Die EthikBank in Eisenberg hat Anfang März SYLKE SCHRÖDER zum dritten Vorstandsmitglied berufen. Sie wurde 1966 in Jena geboren und erlernte den Beruf als Facharbeiterin für Schreibtechnik, in welchem sie bis zur Wende tätig war. Die Mutter eines Sohnes begann dann vor 17 Jahren als Vorstandssekretärin, später als Direktionsassistentin bei der Volksbank Eisenberg. Die EthikBank wurde auf ihre Initaitve hin gegründet. Im Jahr 2000 erhielt Schröder Prokura und ist inzwischen Bankkauffrau, diplomierte Bankbetriebswirtin und durch die Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) geprüfte Marketing- und Vertriebsleiterin. (bo)

Foto: synchronity

Sylke Schröder

Thomas Schlickenrieder

Foto: HKI

Seit Anfang dieses Jahres ist THOMAS SCHLICKENRIEDER (41) neuer Niederlassungsleiter des Briefzentrums der Deutschen Post AG in Erfurt. Der gebürtige Bayer ist bereits seit 1988 im Postkonzern. Im Jahre 1992 schloss er ein Studium als Dipl. Verwaltungswirt (FH) ab. Von 2000 bis 2008 war er im Bereich der Produktion als Abteilungsleiter in verschiedenen Positionen in Augsburg und Rosenheim tätig. Schlickenrieder ist verheiratet, hatte Ende April Geburtstag und ist nun für die Briefund Paketbearbeitung in den PLZ-Gebieten 98000-99999 verantwortlich. Allein in Thüringen beschäftigt die Deutsche Post AG zirka 2.200 Mitarbeiter. (bo)

Foto: Trebbin

Christiane Gottwald

Erstmals in der Geschichte der Fachhochschule Erfurt gibt es mit CHRISTIANE GOTTWALD seit Anfang März an der Spitze einer Fakultät eine Geschäftsführerin. Sie ist an der Fakultät Wirtschaft-Logistik-Verkehr (WLV) für die Haushalts- und Wirtschaftsführung und die Organisation der Fakultät und für aktuell 1.346 Studierende, 33 Professoren sowie 14 weitere Mitarbeiter verantwortlich. Gottwald hat ein Studium der Betriebwirtschaftslehre an der Universität Leipzig 2006 als DiplomKauffrau (Dipl.-Kffr.) abgeschlossen, wo sie seit Juli 2006 als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt war. (bo)

Foto: privat

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MATTHIAS KÖHN (57) ist seit Anfang März alleiniger Geschäftsführer der Flughafen Erfurt GmbH. Er hat Nachrichtentechnik in Berlin studiert und ist insgesamt mehr als 30 Jahre in der Luftfahrt tätig. Dabei blickt er unter anderem auf zwölf Jahre Erfahrung als Leiter des Flughafens Kiel zurück. Er lebt seit September 2008 mit seiner Familie in Erfurt und trat sein Amt bereits im Oktober letzten Jahres an; bisher noch in Form einer Doppelspitze an der Seite des im Februar 2009 in den Ruhestand verabschiedeten Geschäftsführers Wolfgang Hesse. Köhn ist ambitionierter Marathonläufer und hat sich erfolgreich gegen 70 Bewerber durchgesetzt. (bo)

Peter Mark Droste

Der Aufsichtsrat der Jenaer Intershop Communications AG hat Mitte April PETER MARK DROSTE zum weiteren Vorstand berufen. Mit ihm konnte das Unternehmen einen renommierten Spezialisten verpflichten, der die Bereiche Mergers and Acquisitions, Marketing, PR und IR sowie die Abteilungen Finance, Operations, Legal und Human Resources verantwortet. Droste blickt auf mehrere Jahrzehnte internationaler Führungserfahrung in der Soft- und Hardware-Branche zurück. Mit großem Erfolg war er unter anderem für Nixdorf, Compaq Computer, den CRM-Spezialisten Siebel Systems und den BPM- und SaaS-Anbieter Cordys tätig. (bo)

Zum Jahresbeginn hat DIETER EICHLER (41) die Leitung des Produktionsstandortes von Demag Cranes & Components in Luisenthal übernommen. Hier fertigt das Unternehmen Standardkrane für den europäischen Markt sowie Kranfahrwerke für den weltweiten Einsatz. Eichler begann vor mehr als zehn Jahren im Konzern als Werksplaner, betreute dann als Projektleiter die Produktion am Stammsitz in Wetter. Im Anschluss daran arbeitete er drei Jahre als Werksleiter bei der chinesischen Auslandsgesellschaft in Shanghai, wo er auch den Aufbau eines neuen Produktionsstandortes für Krane und Komponenten mitverantwortete. (bo)

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Matthias Köhn

Dieter Eichler

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Foto: Universität Erfurt/ Christiane Bähr Foto privat

Die Fiege Mega Center Erfurt GmbH & Co. KG hat seit Anfang April mit UWE RATAJCZAK (45) einen neuen Geschäftsführer. Von 1991 an war der studierte Kaufmann bei der Kaufhof Warenhaus AG als Abteilungsleiter Logistik-Controlling tätig, wechselte dann zu Fiege und war dort unter anderem als Bereichsleiter der Produktion eingesetzt. Zusätzlich war der Vater zweier Kinder Niederlassungsleiter der Fiege Deutschland Stiftung in Apfelstädt. Ratajczak ist verheiratet, seit 1999 ThüringenSprecher der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. und seit 2008 Gründungsmitglied und Vorstand des neuen Logistik-Netzwerk Thüringen e.V. (bo)

Foto: Flughafen Erfurt

Uwe Ratajczak

Prof. Dr. Patrick Rössler

Foto: Intershop AG

Der Weltverband der Medienwissenschaftler, die International Federation of Communication Associations (IFCA), hat den Erfurter Kommunikationswissenschaftler PROF. DR. PATRICK RÖSSLER zu ihrem Präsidenten gewählt und hat somit nun eine Adresse in Thüringen. Darin sind alle großen nationalen Vereinigungen der Kommunikations- und Medienwissenschaft organisiert. Darunter Verbände aus den USA, Russland, Japan, China, Saudi-Arabien oder Australien. An der Universität Erfurt beschäftigt sich Rössler hauptsächlich mit empirischer Forschung und ist nun der erste deutsche Forscher, dem dieses Amt der IFCA angetragen wurde. (bo)

Foto: Demag Cranes & Components GmbH

Thomas Michel

THOMAS MICHEL hat am 1. April 2009 seine Tätigkeit als Geschäftsführer der BMW Fahrzeugtechnik GmbH Krauthausen in der Nähe von Eisenach aufgenommen. Thomas Michel, 1963 in Fulda geboren, studierte Maschinenbau und gehört seit 1994 der BMW AG an. Er sammelte zunächst in München Produktions- und Projekterfahrung im Bereich Karosseriebau, war Leiter des Kreativ-Teams und der Karosserieprototypenfertigung, bevor er vor zwei Jahren als Leiter Planung und Produktion Karosseriebau MINI ins Werk Oxford (Großbritannien) ging. Thomas Michel ist verheiratet und hat zwei Kinder. (ck)

Foto: Constanze Koch / Floh-Seligenthal

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Im Portrait

Ein wenig zurückhaltend zeigt sich Sascha Räck, Logistikleiter in der Firma KLS Kahla Logistik Service gGmbH, gegenüber Fremden. Als wollte er damit sagen: Eigentlich haben wir hier gar nichts Besonderes geleistet. Nur ein bisschen anders ist es gelaufen, als anderswo. Auch wenn er zusammen mit der Geschäftsführung alle Fäden in der Hand hält, möchte er nicht unbedingt als Werkleiter bezeichnet werden.

(Be)hinderungen aus dem Weg geräumt chuster bleib bei deinen Leisten, so sieht er das. Und damit fährt er gut. Auch wenn sein Aufgabengebiet weitaus umfangreicher ist, als es die von ihm bevorzugte Berufsbezeichnung des Logistikleiters vermuten lässt. Immerhin stapeln sich auf seinem Schreibtisch viele Dinge, die mit Controlling, Personalwesen, Ver trieb und Koordination logistischer Prozesse zu tun haben. Seit Dezember 2007 ist er also Logistikleiter. Eigentlich wäre daran wirklich nichts Außergewöhnliches, wäre da nicht der Hinweis, dass ein Großteil seiner Mitarbeiter behindert ist. Für ihn ist das Alltag. Völlig normal eben. Aber er versteht auch die vielen Fragen, die von Außenstehenden immer wieder aufkommen, wenn das Thema auf den Tisch kommt. Immerhin war vieles davon vor 2007 auch für ihn noch Neuland.

S.

Im Dezember 2007 wurde die KLS als Integrationsunternehmen und Tochterunter nehmen des Saale Betreuungswerkes der Lebenshilfe Jena in Kahla gegründet. Die KAHLA/ Thüringen Porzellan GmbH plante zu diesem Zeitpunkt die Ausgliederung ihrer Logistikaktivitäten und das Saale Betreuungswerk der Lebenshilfe Jena gGmbH suchte eine neue Möglichkeit für die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt. Auf diese Weise wurde ein neues Logistikunternehmen aus Behinderten und nicht Behinderten, erfahrenen KAHLA-Mitarbeitern errichtet. Es sollte vor allem eines erreicht werden: Die Mitarbeiter sollten, ob nun mit oder ohne 12

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Behinderung, gleich behandelt werden. Mit den gleichen Anforderungen, dem gleichen Zeitdruck aber auch den gleichen Zwängen. Dieses Ziel wurde erreicht. Jeder seiner Mitarbeiter hat das Gefühl, in einem Betrieb mit wirtschaftlichen Zwängen zu arbeiten. Genau wie in anderen Unternehmen auch. Das hatte entscheidende Vorteile; weg von den persönlichen Unsicherheiten und Zweifeln an der eigenen Leistungsfähigkeit. Bei KAHLA Logistik Service gibt es deshalb ganz normale Abteilungsleitungen ohne besondere Gruppen-Anleitung, wie man das sonst von geschützten Werkstätten her kennt. Drei Auftragskoordinatoren managen die Abläufe innerhalb der Firma. Der Unternehmensstart im Jahr 2007 fiel direkt in die weihnachtliche Hochsaison des Porzellanhandels. Trotz dieser Umstände sowie der neuen Mitarbeiter sei es nachweislich gelungen, die erwartete Leistungsfähigkeit und Qualität eindrucksvoll aufrecht zu erhalten, erläutert Räck und ergänzt: „Das war eine Herausforderung an uns alle.“ Jeder, der hierher kommt, hat das Gefühl, in einem völlig normalen Logistik-Unternehmen zu sein. Dem beiläufigen Betrachter fällt kein Unterschied beim Betriebsrundgang auf. „Wir sind jetzt übrigens schon an drei behinderten Mitarbeitern vorbeigelaufen“, verkündet Sascha Räck ganz beiläufig. Spätestens jetzt wird klar, dass es für alle Beteiligten keinen Unterschied zu anderen Mitbewerbern gibt. Was zähle, das sei der Spaß an der Arbeit und die persönliche Leistungsbereit-

schaft. „Dabei muss man aber anmerken, dass wir keine Schwerstbehinderten beschäftigen können. Neben Verpackung und Kommissionierung sind auch Transportaufgaben, Anlieferkoordination oder Qualitätsmaßnahmen von der KLS und ihren Mitarbeitern zu stemmen. Gearbeitet wird sechs bis acht Stunden am Tag. Das gelte übrigens für jeden der Angestellten. Ob behindert oder nicht! Junger Chef auf neuen Wegen Sascha Räck war, bevor er die Stelle als Logistikleiter bei der KLS antrat, schon als Logistiker im Porzellanwerk Kahla beschäftigt. Zunächst erlernte er den Beruf des Speditionskaufmannes. Später studierte er noch Wirtschaftsingenieurwesen. „Ich hatte die Wahl zwischen einem ganz normalen Speditionskaufmann oder dem Management. Das war für mich die nötige Motivation für das Studium“, berichtet er. Daraufhin konnte er sich bei KAHLA/Thüringen Porzellan als Projektmanager Logistik beweisen. Eineinhalb Jahre später kam die Neuorientierung auf den jetzigen Job. Mit gerade mal 30 Jahren hat er viel erreicht. Aber da gab es auch persönliche Zweifel. Beispielsweise, ob man mit so jungen Jahren das nötige Vertrauen bekommt, das man braucht, um bestehen zu können. Schließlich gab es einige Neugierige, die sehen wollten, was er wie umsetzt. Umso mehr wollte er beweisen, wie er sich mit dem Unternehmen identifiziert. So machte er sich auf die Suche nach neuen Möglichkeiten und Wegen. Und genau dieses Konzept kam bei seinen Mitarbeitern bestens an. www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com


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Im Portrait

Der Großteil der behinderten Mitarbeiter kam in die KLS übrigens aus der Arbeitslosigkeit. Von einhundert Männern und Frauen wurden 70 zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Am Ende konnten davon 19 ausgewählt werden. Ein Teil von ihnen absolvierte zunächst eine Trainingsmaßnahme. Damit sollten alle Eventualitäten und Probleme ausgeschlossen werden. Und es hat sich für alle gelohnt, die hier in der KLS beschäftigt sind. Ausgestattet wurden sie mit unbefristeten Arbeitsverträgen und branchenüblichen Tarifen. „Es hat schon einiges an Zeit gebraucht, bis jeder in den ganz normalen Arbeitsprozess rein gefunden hatte. Jetzt haben wir ein Jahr Erfahrung vorzuweisen. Meine Einschätzung lautet: Es funktioniert. Wir haben die gleichen Probleme wie ein ganz normales Unternehmen sie eben immer mal hat“, beteuert Räck. Besonders gefalle es ihm, dass Behinderte und Nichtbehinderte im Unternehmen richtig gut miteinander auskommen. Das war nicht immer so. Am Anfang gab es schon mal das eine oder andere Problem. Inzwischen sind diese Vorbehalte längst ausgeräumt. Unter den Kollegen herrscht www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

ein ganz normales Arbeitsklima. Man trifft sich am Arbeitsplatz, in den Pausenräumen oder zu einer gemeinsamen Zigarette. Es hat sich gezeigt, dass sich jeder Mitarbeiter im Unternehmen seiner Verantwor tung bewusst ist. Auch unter Zeitdruck stimmt die Qualität. Die Leute strengen sich an. Und das wiederum wird vom Chef honoriert. Der versucht seinerseits, Gerechtigkeit walten zu lassen. „Ich bin sehr teamorientiert. Und geduldig – zumindest meistens“, beschreibt er sich selbst. Deshalb fühlen sich seine Leute gut aufgehoben, ernst genommen und gebraucht. Übrigens sind im Unternehmen

Wir etablieren uns auf dem Markt als völlig unabhängiger und äußerst flexibler Produktionslogistiker.

Sascha Räck

75 Prozent Frauen beschäftigt. Außerdem wurde schon nach so kurzer Zeit in die Ausbildung investiert. Azubi Robert Eckardt ist der erste Lehrling. Noch in diesem Jahr sollen weitere junge Leute eine Chance auf eine Ausbildungsstelle erhalten. Hilfe von außen So ein Findungsprozess eines Unternehmens braucht Hilfe. Die kam von der Stiftung Aktion Mensch und vom Integrationsamt. Allerdings gilt dafür eine zeitliche Begrenzung. Nach zwei Jahren läuft diese Unterstützung aus. Das Projekt hat deshalb nur dann eine Chance, wenn es bis dahin auf eigenen Beinen steht. Die Geschäftsführung und der Logistikchef sehen diesem Zeitpunkt optimistisch entgegen. „Wir etablieren uns auf dem Markt

als völlig unabhängiger und äußerst flexibler Produktionslogistiker. Wir haben bereits die Produktionslogistik für Kahla Porzellan und weitere Unternehmen aufgebaut, so können wir auch für neue Partner unsere Zuverlässigkeit beweisen. Für einen Onlineshop übernehmen wir seit 2008 den weltweiten Versand. Um unsere Angebote weiter auszubauen, müssen wir aber offensiv auf den Markt gehen“. Die Unternehmenspläne sind klar umrissen. Neben den Dienstleistungen auf dem Gebiet der Verpackung und der Distribution baut die Firma die Bereiche Beschaffungskoordination und Lagerung, Transportdienstleistungen und Logistikplanung aus. Dabei kommt dem Unternehmen zugute, dass es flexible Kapazitäten aufweisen kann. Ein Muss, um in der Logistik-Liga mitspielen zu können. Von Seiten der Geschäftspartner gibt es so gut wie keine Berührungsängste. Offenbar kommt das Konzept – gleiche Leistung für alle – auch bei den Kunden gut an. Natürlich sind gute Kontakte in die gesamte Logistik-Welt von entscheidendem Vorteil. Aber nicht jeder Auftrag ist machbar. Das weiß keiner besser als Sascha Räck. „Die Kunden verhandeln mit mir und ich entscheide, ob wir den Auftrag annehmen können oder nicht. Denn ich weiß am besten, was für uns machbar ist oder nicht. Und ich kann mir auch sicher sein, dass meine gesamte Mannschaft hinter mir steht“, versichert er. (df)

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Fotos: Doreen Fischer, Schirnrod

Auch für Sascha Räck war die neue Aufgabe ein Lernprozess. Plötzlich musste er sich mit Sozialgesetzen, völlig anderen Kündigungsschutzklauseln, dem etwas anders gearteten Arbeitsschutzrecht auseinandersetzen. Fragen zu Arbeitnehmerschutzrechten, Arbeitszeitrichtlinien und Haftungsrichtlinien standen auf der Tagesordnung. „Klar, der Verwaltungsaufwand ist weitaus größer. Neu waren für uns die Abstimmungen mit dem Integrationsamt und dem Sozialamt“, erklärt er.

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Marketing

Marketing – die zentrale Rolle im Unternehmen

I.

In der allgemeinen Zurückhaltung, die das Hier und Heute bestimmt, lassen sich mit bisherigen Maßnahmen keine neuen Märkte und Kunden erschließen. Dazu bedarf es neuer Ideen und der Offenheit, diese auch gezielt umzusetzen. Ohne ein konkret geplantes Marketing und ohne den festen Willen, dieses Marketing auch zum obersten Leitmotto der Unternehmensphilosophie zu erheben, wird es vor allem für kleinere Unternehmen künftig schwierig, sich am Markt zu behaupten. Marketing, ein weit gefasster Begriff, findet in vielen Unternehmen fast gar nicht, oder nur unzureichend statt. Ein Grund dafür ist beispielsweise die fehlende Erkenntnis, dass Marketing weit mehr ist, als einfach nur Werbung für ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen Service. In seiner eigentlichen Bedeutung erklärt der Begriff „Marketing“ die Vermarktung und das auf den Markt bringen. Seine Funktion ist hingegen viel weitreichender. Alle Entscheidungen des Unternehmens, sein Auftreten und seine Ziele, aber auch seine Stellung am Markt und seine Kunden sind Teil des Marketings. Somit liegt allen Handlungen und Entscheidungen immer 14

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ein fundiertes Marketing zugrunde und fungiert somit als zentrale Stelle im Unternehmen. Doch genau hier kommen erste Mängel zutage. In vielen, vor allem kleineren Unternehmen, hat sich der Marketinggedanke noch nicht ausreichend durchgesetzt. Zwar haben die Unter nehmer erkannt, dass ohne Investitionen in diesen Bereich vieles schwieriger wird und sind auch sensibilisiert, jedoch haben sie vielfach noch nicht die gewichtige Rolle von systematischen Marketingstrukturen erkannt. „Es wird zunehmend klar, dass der Engpass heute nicht mehr in der Produktion liegt, sondern im Absatz und im Marketing. Der Absatzkanal spielt eine zentrale Rolle und hier muss einfach in

Der Absatzkanal spielt eine zentrale Rolle. Prof. Dr. Norbert Drees Fachhochschule Erfurt

die gesamte Absatzorganisation eine Struktur gebracht werden. Daran mangelt es in vielen Unternehmen“, gibt Prof. Dr. Norbert Drees, Experte an der Fachhochschule Erfurt im Fachgebiet Marketingmanagement und Kommunikation, zu bedenken. (Interview Seite 18) Jedoch können die Unternehmen ganz unkompliziert auf die Hochschulen im Land zugehen und dort Rat und Unterstützung suchen. Studenten der Wirtschaftswissenschaften sind dankbare Berater, die im Rahmen von Haus- oder Abschlussarbeiten das Un-

ter nehmen durchleuchten, beziehungsweise Kundenkreise und Bedarfe am Markt analysieren. Und das für wenig Geld. Denn gerade derzeit sind die Kosten, die im Unternehmen anfallen ein wichtiges Thema. Doch im Marketingetat zu sparen, ist der falsche Weg mahnen Experten. „Es liegt in der Natur des Menschen, dass er in Krisenzeiten schon immer kreativer war als in Zeiten der Hochkonjunktur. Demzufolge ist es jetzt sinnvoll, sein Marketing zu überdenken, neue Ansätze zu entwikkeln und immer bei der Frage zu bleiben, was es bringt. Dann erübrigt sich die Frage was es kostet und ob ich sparen muss“, erläutert Heiko Rittweger, von RITTWEGER und TEAM Werbeagentur GmbH aus Suhl. Marketing überdenken heißt in diesem Fall, zu überprüfen, welche Maßnahmen sich bisher als effizient erwiesen haben und welche eher spärliche Erfolge brachten. Außerdem besteht vermehrt die Möglichkeit, Kosten durch den Einsatz neuer Wege im Rahmen zu halten. Mit einem ansprechenden und informativen Inter netauftritt sowie gezielten Mailing-Aktionen können Kunden erreicht werden, ohne dass der finanzielle Aufwand ansteigt, wie beispielsweise mit großen Werbekampagnen. Doch pauschal und ohne Ausnahme auf den Kommunikationsweg Internet zu www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Foto Portrait: FH Erfurt, Foto oben: Gabi Schönemann/Pixelio

n dieser Zeit, in der die Flut schlechter Nachrichten kaum abzureißen scheint, ist es schwierig, positive Gedanken zu fassen und optimistisch in die Zukunft zu sehen. Dennoch finden sich genügend Beispiele von Unternehmen, die mit Elan und Weitsicht auf eine Zeit nach dieser Zeit blicken. Strategien werden geplant, Produkte entworfen und Kampagnen entwickelt.


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setzen, ist der falsche Weg. „Es ist abhängig von der Zielgruppe und dem Zweck, den ich erreichen möchte, ob ein Brief oder eine E-Mail der richtige Weg sind. Wenn ein Kunde auf ein schnelles Angebot wartet ist die Mail die bessere weil schnellere Alternative. Geht es aber

Marketing effektiv einsetzen und Chancen nutzen. Jens-Christian Porsch Marketing Club Erfurt

Foto Portrait : Marketing Club Erfurt

um ein Kundenevent, ist ein professionell gestalteter Flyer natürlich eleganter“, erklärt Jens-Christian Porsch, Geschäftsführer des Marketing Club Erfurt. In seiner Erfurter Agentur VSP Media Service berät er Unternehmen in Marketingfragen und weiß daher zu gut um die vielfältigen Probleme und Vorbehalte der Unter nehmen. Manche befürchten, dass die Kosten für eine Überarbeitung des Marketings zu hoch werden, andere scheuen den Schritt nach außen, weil sie dort neidische Konkurrenten vermuten, die darauf aus sind, Ideen zu klauen. Grundsätzlich müsse aber beim Unternehmer die Bereitschaft und das Verständnis vorhanden sein, Geld und Zeit in Marketing zu investieren, so Porsch weiter. Davon kann auch Stefan Wieczorek berichten. Als Inhaber der Erfurter Agentur SAYS-marketing steht er tagtäglich in Kontakt mit Kunden, denen er von Effizienz und Lösungsansätzen berichtet. Seiner Meinung nach ist heute wichtiger denn je, der Krise etwas Positives abzugewinnen. Denn durch das gezielte Einsetzen von Geld können mit außergewöhnlichen Sachen schnelle Erfolge beim Kunden erreicht werden. Durch gezieltes Marketing, also weg von der Streuwebung, kann mehr Effizienz erreicht werden. „Ich brauche nichts zu machen, wenn ich es niemandem sage“, begründet Wieczorek seine Herangehensweise in Beratungsgesprächen. Hier liegt in der Tat ein häufiger Fehler. Viele Unternehmen schätzen den Markt und ihre Kunden völlig falsch ein und meinen: es sei ausreichend, ein gutes Produkt herzustellen und dann kämen Kunden von allein. Jedoch sollten sie erstens den Kunden dazu befragen, was denn ein gutes Produkt in seinem Sinne ist, und zweitens sollte das Produkt auch beworben werden. In welcher Form auch immer. Hier reicht manchmal schon der gute Name des Unternehmens, der allerdings auch nur auf der Grundlage eines www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

guten Marketings entstanden ist. Mit einem guten Namen kann das Unter nehmen aber mehr für sich generieren als nur Kunden und Umsätze. Frank Diemar, Geschäftsführer der Werbeagentur Diemar, Jung & Zapfe, führt an, dass durch die Bekanntheit eines Unternehmens die Besetzung offener Stellen leichter werde. „Viele Unter nehmen glauben, Marketing und Marke sind nur etwas für die Großen.“ Doch wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden sollen, fehlen oftmals geeignete Bewerber, weil diese das Unternehmen entweder gar nicht kennen oder es nicht als attraktives Unternehmen wahrnehmen. „Marketing ist demzufolge nicht nur eine Sache dem Kunden gegenüber, sondern auch der Name als Arbeitgeber ist wichtig“, empfiehlt Diemar. Dabei gelte es jedoch auch, dem bestehenden Mitar-

beiter seine Wertigkeit zu vermitteln und ihn dadurch zu motivieren. Denn oft ist es der Mitarbeiter, der an vorderster Front seinen Arbeitgeber repräsentiert und erster Multiplikator ist. Doch all diese Erkenntnisse nützen wenig, wenn der Marketinggedanke nicht fest im Unternehmen verankert ist. Darin sind sich alle Experten einig. Grundlage dafür ist, dass die Unter nehmensführung die gleichen Interessen vertritt, wie der für das Marketing Beauftragte. Marketing als Chefsache? Heiko Rittweger erklärt dies so: „Hier gibt es zwei Ansätze. Der erste ist: Ware wird erst dann zum Wert, wenn Sie verkauft ist. Das gilt für alle Bereiche. Der zweite ist: Wenn ein Teil meiner Wertschöpfung aus Innovationen besteht, die auf Kundenbedürfnisse abzielen, steigt der Kommunikationsbedarf beziehungsweise Kommunikation wird zum Teil der Wertschöpfung. Wenn diese Gewichtungen im Unternehmen bewusst Anzeige

Schwarzbierbrauerei schärft das Markenprofil mit neuer Kampagne

„Köstritzer gibt Momenten Seele“ Mit einer neuen Werbekampagne baut die Köstritzer Schwarzbierbrauerei seit letztem Sommer die Marktführerschaft im Schwarzbiersegment weiter aus. Alleine 2008 konnte im Vergleich zu 2007 der Markt anteil des Schwarzbierherstellers im Schwarz- und Dunkelbiersegment in Deutschland um fast zwei Prozentpunkte auf 27,1 Prozent ausgebaut werden (Quelle: AC Nielsen). „Mit der neuen Kampagne bewegen wir uns nach wie vor im Interessensfeld Musik, womit wir im deutschen Biermarkt für Köstritzer Schwarzbier ein unverwechselbares Image seit Mitte der 90er Jahre aufgebaut haben“, so Stefan Didt, Köstritzer Marketingdirektor. Die neuen Ansatzpunkte der Kampagne basieren auf Marktforschungsergebnissen der Schwarzbierbrauerei. Diese zeigen, dass Köstritzer besonders mit intensiven und stimmungsvollen Momenten in Verbindung gebracht wird. Der neue Fernsehspot als auch der aktuelle Claim „Gibt Momenten Seele“ spiegeln diese Ergebnisse wider.

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Umsätze rückläufig Die angespannte Wirtschaftslage beeinflusst auch die Situation der Media-Agenturen in Deutschland: Die Befragten rechnen für 2009 mit rückläufigen Budgets auf Seiten der Werbungtreibenden sowie mit entsprechend sinkenden Umsätzen im eigenen Geschäft. Der Druck auf die Honorare der MediaAgenturen wird im Laufe des Jahres weiter steigen. Nichtsdestotrotz haben die MediaAgenturen bislang kaum personelle Konsequenzen aus der aktuellen Lage gezogen. Die Befragten begründen ihre Entscheidung damit, dass qualifiziertes Personal auch in schwierigen Zeiten Voraussetzung für gute Arbeit und die Zufriedenheit der Kunden sei. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuell veröffentlichte Wintermonitor der OMG, Organisation der Media-Agenturen im GWA. Deren Mitglieder rechnen für das Jahr 2009 mit einem Rückgang der BruttoWerbeaufwendungen um insgesamt 2,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Sommer 2008 gingen die Befragten noch von einer Steigerung um 0,5 Prozentpunkte aus. Nach Branchen betrachtet werden im Automobilmarkt mit rund zwölf sowie im Bereich der Finanzdienstleistungen mit elf Prozent besonders gravierende Kürzungen erwartet. Lediglich bei den Online-Dienstleistungen prognostizieren die Media-Agenturen eine deutliche Steigerung der Brutto-Werbeaufwendungen um 12,7 Prozent. (su)

Wachstumsmarkt online Auch 2009 wird der Online-Werbemarkt wachsen. Die vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. auf der Jahrespressekonferenz vorgestellte Prognose des Online-Vermarkterkreis (OVK) liegt bei rund vier Milliarden Euro. Damit würde die Online-Werbung entgegen aller Trends in anderen Wirtschaftsbranchen die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre weiter schreiben. „Online-Werbung gewinnt auch 2009 weiter an Bedeutung, bleibt aber nicht von der Weltwirtschaftskrise verschont. Für 2009 rechnen wir dennoch mit einem Wachstum des Bruttowerbevolumens um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Paul Mudter, Vorsitzender des OVK im BVDW. Mit rund 3,65 Milliarden Euro erreichte die Online-Werbung im zurückliegenden Jahr 2008 erneut eine Rekordmarke. (su)

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sind, muss Marketing nicht unbedingt Chefsache sein. Der Mitarbeiter, der diese Aufgabe übernimmt, muss nur gleichberechtigt neben dem Produktionsleiter stehen. Hier sehe ich den Schwachpunkt vieler Unternehmen.“

Es ist jetzt sinnvoll, sein Marketing zu überdenken und neue Ansätze zu entwickeln. Heiko Rittweger, RITTWEGER und TEAM Werbeagentur GmbH Suhl

Ein weiterer solcher Schwachpunkt sind die Menschen im Unternehmen selbst. Allzu oft haben sie den Marketinggedanken verinnerlicht und handeln mit bestem Wissen und Gewissen ganz im Sinne der Zielvorgaben des Unternehmens, doch droht schnell die Gefahr, dass eingefahrene Wege nicht verlassen werden. Das, was gestern gut war, kann aber morgen schon nicht mehr aktuell sein. In den zurückliegenden Jahren haben sich die Lebenszyklen der Produkte enorm verändert. Oftmals existieren sie nur für eine Saison und verschwinden dann von der Bildfläche. Andere unterliegen einer ständigen Veränderung und Verbesserung. Diese Änderungen müssen jedoch auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Denn die Öffentlichkeit, also der Kunde, weiß nicht um diese Veränderung, erwartet aber gleichzeitig immer wieder neue Ideen und innovative Herangehensweisen. Hier ist operatives Marketing gefragt, also die strategische Planung, wie es auf Grundlage heutiger Daten künftig weitergeht. Kommunikation hat dabei oberste Priorität. „Ungeschönt miteinander reden und sich die Wahrheit sagen bringt in vielen Fällen mehr, als gute Maßnahmen, die nicht von allen im Unternehmen unterstützt werden. Auch ehrliche Kommu-

nikation ist Marketing“, meint dazu Axel Wieczorek, der gemeinsam mit seinem Bruder Stefan Wieczorek die Agentur SAYS-marketing betreibt. Die Profis für die Mischung aus Marketing und Kommunikation haben sich deutschlandweit zu Marketing Clubs zusammengeschlossen. Der größte in Thüringen mit rund 110 Mitgliedern ist der Marketing Club Erfurt. Eine der Aufgaben des Clubs ist es, den Mitgliedern ständige Weiterbildung zu gewährleisten. Dazu finden regelmäßig Vorträge von verschiedenen Referenten zu marketingrelevanten Themen statt. Weiterhin bieten regelmäßige Veranstaltungen wie „Marketing vor Ort“ den Mitgliedern die Möglichkeit, in Unternehmen Einblicke zu erhalten, die normalerweise verschlossen sind. Dort lernen sie auch die jeweiligen Marketingstrategien der Unternehmen kennen; somit besteht eine ideale Möglichkeit zu einem intensiven Gedankenaustausch. Mit „Marketing vor Ort“ soll aber auch aufgezeigt werden, wie mit relativ wenig Aufwand, aus jedem Unter nehmen ein Eventmittelpunkt werden kann. Erfurts Marketing Club-Geschäftsführer und Inhaber der Agentur VSP Media Service, Jens-Christian Porsch sieht aber auch immer den Netzwerkgedanken des Clubs und die damit verbundenen Chancen für sich, sein Unternehmen, aber auch die gesamte Region von Eisenach bis Gera und von Nordhausen bis Suhl, in der die Mitglieder ansässig sind. „Gerade Unternehmen aus der Industrie und der Produktion haben es nicht leicht, an Neuigkeiten und Themen aus dem Bereich Marketing zu gelangen. Diese Infor mationen sollen sie hier bei uns im Marketing Club bekommen und für sich und ihr Unternehmen nutzen", so Porsch. Natürlich hat ein regionales Netzwerk auch den Vorteil, dass die Vergabe von Aufträgen, also ganz klassisches Marketing, hier sehr schnell und unkompliziert im direktem Gespräch am Rande erfolgen kann. „Es ist nicht ungewöhnlich“, so Porsch weiter, „dass sich ein Unter nehmer bei einer Veranstaltung einen Experten einkauft, der ihm das Layout für einen Flyer entwirft, den er dann auch bei einem anderen Clubmitglied drucken lässt.“ Deutschlandweit haben sich 65 Marketing Clubs unter der Dachorganisation des Marketing Verbands organisiert. Insgesamt verzeichnen die Clubs mehr 13.000 Mitglieder. (su)

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Foto Portrait: RITTWEGER und TEAM Werbeagentur GmbH Suhl, Foto oben: DWP/Fotolia.com

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Erklären und Testen: Besucher können Produkte selbst ausprobieren.

Unverzichtbar: Messen und Ausstellungen sind wichtiger Baustein im Marketingmix

Eine gute Gelegenheit: Fachleute nutzen den direkten Kontakt zu ihrer Zielgruppe.

D.

zieren. Solche Voraussetzungen bedingen minimale Streuverluste.

„Produkte werden immer erklärungsbedürftiger. Angebote immer vielfältiger. Dementsprechend benötigen Hersteller und Anbieter eine Bühne, die sie mit den Zielgruppen direkt in Kontakt bringt. Eine bessere und persönlichere Kommunikationsplattform als Messen gibt es nach wie vor nicht.“ Davon ist Johann Fuchsgruber, Vorstand der Messe Erfurt AG, überzeugt, und die stabilen Aussteller- und Besucherzahlen bestätigen die Einschätzung. Messen und Ausstellungen sind Branchentreffpunkte. Nirgendwo wird direkter verhandelt als hier. Nirgendwo lässt sich schneller erkennen, was im Markt ein Top oder ein Flop wird. Bessere Stimmungsbarometer lassen sich kaum finden, wenn die Messebeteiligung richtig realisiert sowie vor- und nachbereitet wird. Welche Messe passt zu den eigenen Produkten und Dienstleistungen? Die Antwort sollten Aussteller kennen. Hilfreich ist in jedem Fall eine gründliche Recherche im Vorfeld. Der Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft – kurz AUMA – bietet dafür fundierte Informationen. Hier liegt auch die Geschäftsführung der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM), die qualitativ hochwertige und verlässliche Zahlen von rund 300 Messeveranstaltern in Deutschland liefert. Als Spitzenverband der deutschen Messebranche ist der AUMA der Zusammenschluss der Kräfte, die als Partner den Messemarkt gestalten, also der Aussteller, Besucher, Veranstalter und Serviceunternehmen. Da-

Dabei sein statt nur mitmachen Nach der Entscheidung für eine Messebeteiligung geht es darum, den Messeauftritt modern und effizient zu gestalten. Standplätze mit hoher Besucherfrequenz sind gefragt. Außer den Kosten für den Standbau sollte ein Budget für begleitende Aktionen eingeplant werden. Presse, Kunden und Interessenten benötigen Informationen über die bevorstehende Messeteilnahme. Die eigene Homepage des ausstellenden Unternehmens eignet sich für diesen Informationstransfer ebenfalls. Mittels Gastkarten können Geschäftspartner und Lieferanten zur Messe eingeladen werden. Viele Messeveranstalter bieten Ausstellern die Möglichkeit von Werbeeinträgen in Katalogen und von Sponsorings. Oft werden verschiedene Sponsorenpakete geschnürt, die je nach finanziellem Einsatz vom Logoaufdruck auf Gastkarten bis zur Exklusivpräsenz auf allen für die einzelne Messe produzierten Werbepublikationen reichen können. Während der Messe zählen Kleinigkeiten. Nützlich ist das Erstellen einer Checkliste, auf der alles von Ersatzkleidung bis Visitenkarte notiert wird. Das Standpersonal muss geschult und motiviert sein. „Kann ich Ihnen weiterhelfen?“ Auf diese Frage antworten Besucher in der Regel mit „nein“. Besser ist es, einen konstruktiven Einstieg zu wählen oder Gewinnspiele als Gesprächsöffner zu nutzen. Im Verlauf des persönlichen Kontaktes gilt es, Adressen zu sammeln. Wer dem potenziellen Kunden verspricht, sich später bei ihm zu melden, muss sich auch daran halten. Schließlich lassen sich Messeerfolge auch immer erst mit Blick auf die Folgeaufträge messen. Dabei können zwischen dem Erstkontakt während der Messe und dem tatsächlichen Kauf oftmals einige Monate verstreichen.

er Mittelstand bleibt im Visier der Messewirtschaft. Mit immer spezielleren Angeboten sprechen Veranstalter gerade kleine und mittlere Unternehmen an. Im Trend liegen die Spezialisierung von Messethemen, Sponsoringangebote und Gemeinschaftsstände, um den Kostendruck und den Organisationsaufwand für das einzelne Unternehmen zu relativieren.

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Johann Fuchsgruber, Vorstand der Messe Erfurt AG

Mehr Erfolg pro Quadratmeter Messen und Ausstellungen rechnen sich neben sind alle wesentlichen messeinteressierten Fachverbände der Industrie darin organisiert. Hinzu kommen die Veranstalterorganisationen GDG (Gemeinschaft Deutscher Großmessen), IDFA (Interessengemeinschaft Deutscher Fachmessen und Ausstellungsstädte) und FAMA (Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.). Letzterer fokussiert auf das regionale Messegeschehen. Regionale Messen und Ausstellungen garantieren dem Aussteller Überschaubarkeit und eine gute Kosten-Nutzen-Relation. Hier stellen Unternehmen aus, die nur wenige Kilometer vom klar definierten Publikum entfernt agieren und produNützliche Recherchequellen:

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www.auma.de www.fkm.de www.fama.de

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Marketing beginnt im Kopf und braucht fitte Mitarbeiter Seit mehr als 15 Jahren ist Professor Dr. Norbert Drees an der Fachhochschule Erfurt im Fachgebiet Marketingmanagement und Kommunikation tätig. Daneben ist er Mitgesellschafter des IMK Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung GmbH Erfurt. Der Wirtschaftsspiegel Thüringen sprach mit dem Marketing-Experten über die Bedeutung von Marketingaktivitäten für den Thüringer Mittelstand.

Foto: FH Erfurt

ben und frischen Wind ins Unternehmen tragen.“

Prof. Dr. Norbert Drees Fachhochschule Erfurt, Marketingmanagement und Kommunikation Wirtschaftsspiegel: Haben die Unternehmen auch in den derzeit schwierigen Zeiten die Bereitschaft, in Marketingaktivitäten zu investieren? Drees: „Der Unternehmer ist generell für das Thema sensibilisiert. Es wird zunehmend klar, dass der Engpass heute nicht mehr in der Produktion liegt, sondern im Absatz und im Marketing. Der Absatzkanal spielt eine zentrale Rolle und hier muss einfach in die gesamte Absatzorganisation eine Struktur gebracht werden. Daran mangelt es in vielen Unternehmen. Ich erlebe dies oft, wenn ich mit Unternehmern im Gespräch bin. Auf Basis einer klaren Marketingplanung haben leider nur wenige Unternehmen ein fundiertes und klar strukturiertes Marketing.“ Wirtschaftsspiegel: Wo sehen Sie dafür die Gründe? Drees: „Ich erkenne da vor allem zwei Gründe. Einerseits sehen manche Unternehmen nicht die Notwenigkeit, dass es Strukturen braucht. Neben dieser Erkenntnis fehlt oft das Know-how, man weiß schlicht nicht wie es geht und mit welchen Mitteln was erreicht werden kann. Wenn man sich keine erfahrenen Leute leisten will oder leisten kann, rate ich dazu, frische Absolventen der Hochschulen einzustellen, die Marketingplanung und systematische Kommunikation gelernt ha-

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Wirtschaftsspiegel: Was raten Sie einem Unternehmen? Soll sich der Unternehmer selbst Kenntnisse aneignen, qualifiziertes Personal einstellen oder das Marketing an externe Stellen wie beispielsweise Agenturen auslagern? Drees: „Auch wenn jemand im Unternehmen in der Marketingplanung fit gemacht wurde und er Strukturen erarbeiten kann, hat er noch nicht gelernt wie man beispielsweise Flyer designt. Es wären verschwendete Ressourcen, wenn das jemand aus dem Unternehmen macht, denn das Ergebnis wäre dann suboptimal. Hier sind Agenturen, die sehr sachbezogene Aufgaben haben, eine bessere Alternative. Es gibt dafür Experten, genauso wie bei Marktuntersuchungen, auf die sich wichtige Unternehmensentscheidungen aufbauen. Dafür braucht man grundsätzlich fundierte Daten.“ Wirtschaftsspiegel: Wie kommt der Mittelstand an Daten? Drees: „Er kann zum Beispiel viel durch eine Sekundäranalyse erfahren. Wir von der Hochschule suchen händeringend nach Partnern für Bachelorarbeiten, die unseren Studenten Einblick in ihre Daten geben und die Studenten analysieren dann das weitere Vorgehen. Die Studenten sammeln Sekundärmaterial, beobachten den Wettbewerb oder sie ermitteln in einer Primärstudie Daten, die es so noch nicht gibt. Es steht jedem Unter nehmen offen an die FH zu kommen und handfeste und fundierte Ergebnisse zu bekommen.“ Wirtschaftsspiegel: Verschließen sich die Unternehmen davor, Studenten ins Haus zu lassen oder wissen sie vielleicht gar nicht, dass diese Möglichkeit besteht? Drees: „Beide Gründe kommen zusammen. Viele Unternehmen wissen tatsächlich nicht, dass so etwas angeboten wird. Aber viele tun sich auch schwer, Daten und Fakten preis zu geben. Die Angst ist da, dass interne Daten weitergegeben werden könnten. Das ist aber nicht der Fall. Bei uns geht keine einzige Bachelorarbeit nach draußen in die Öffentlichkeit. Wenn jemand darüber hinaus sicher sein will, dass nichts nach außen dringt, kann er ei-

nen Sperrvermerk in der Arbeit hinterlegen. Die Arbeit wird auch nur von zwei Leuten gelesen und bewertet. Als drittes scheuen vielleicht auch manche den Aufwand, der dahintersteht. Über diesen Schatten muss man springen, denn man will ja etwas und bekommt etwas.“ Wirtschaftsspiegel: Sind die Studenten so praxisnah ausgebildet, dass sie mit den Daten Bewertungen und Analysen aufstellen können? Drees: „Ich denke ja, auf jeden Fall. Es gibt immer gute und schlechte Arbeiten. Aber wenn die Studenten losgehen, haben sie ja schon ein gewisses Niveau und Hintergrundwissen. Außerdem werden sie von fachkompetenten Professoren betreut. Der Fachbezug ist gegeben weil die Hochschuldozenten mindesten fünf Jahre Berufserfahrung mitbringen und darüber hinaus eine fachbezogene Promotion vorweisen müssen. Ich diskutiere mit den Studenten dasselbe, was ich auch in Seminaren beim Kunden bespreche.“ Wirtschaftsspiegel: Was kann der Unternehmer konkret tun um sein Marketing zu verbessern? Drees: „Zu oberst muss der Marketinggedanke fest und breit im Unternehmen verankert sein. Darüber hinaus sollten konkrete Marketingaufgaben konkreten Personen zugewiesen sein, die dann auch einen Teil ihrer Arbeitszeit genau hierfür reservieren. Und Marketing ist in diesem Fall nicht nur die Kundenakquise. Darüber muss man sich im Klaren sein und sich eben auch um den Internetauftritt oder die Messepräsentation kümmern. Es muss oft nicht mehr Geld für Marketing ausgegeben werden. Aber das Geld, das der Unternehmer ausgibt, sollte gezielt eingesetzt werden. Aber dafür müssen die Ziele definiert sein. Das Marketing fängt im Kopf des Chefs an. Nur dann werden ihm auch die Mitarbeiter im kundenorientierten Denken folgen. Denn der Kunde bestimmt den Erfolg des Unternehmens, und sonst niemand. Er allein entscheidet letztendlich subjektiv, ob er sein Geld für die Leistung ausgeben möchte, die ein Unternehmen am Markt anbietet.“ DAS INTERVIEW FÜHRTE SASCHA UTHE

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Dein Thüringer Wir tschaft smagazin · Wirtschaft und Du

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Wir kennen schon heute Ihre Fachkräfte von morgen!

Der Wirtschaftsspiegel Thüringen verlegt seit September 2008 eine neue Wirtschaftszeitschrift für Jugendliche. Die WiYou wird unter anderem an alle Schulen, Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten in Thüringen verschickt. Ziel ist die Vernetzung zukünftiger Azubis und potentieller Fachkräfte mit den regionalen Unternehmen.

Stell dir vor ...

Du stellst dich vor! So bewirbst du dich erfo lgreich.

Themen der aktuellen Ausgabe

Stell dich vor – Der Weg zur Ausbildung Tipps rund um die Bewerbung Fragen an Personaler – Die Gegenseite des Bewerbers Welche Anforderungen werden an Azubis gestellt? Was sollten Bewerber beim Vorstellungsgespräch beachten? Noten, Auftreten und Eigenschaften des Bewerbers Das Recht im Bewerbungsgespräch – Gestaltung von Fragen und Antworten Welche Fragen dürfen gestellt werden? Auf welche Fragen muss man nicht antworten? Gespräch zwischen Schülern und Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar WiYou ermöglichte ein Treffen zwischen der SBBS und dem Thüringer Landwirtschaftsminister Tag der Berufe in Arnstadt und Erfurt Zusammenfassung des Tages der Berufe mit über 290 Unternehmen

Dabei setzt WiYou auf unterschiedliche Themenschwerpunkte, um das junge Zielpublikum für die Region zu interessieren. In sechs Ausgaben pro Jahr sind dabei immer wirtschaftliche Hintergründe, aktuelle Themen sowie der Fokus auf verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten Gegenstand redaktioneller Ausarbeitungen. Unternehmen wird mit WiYou ein neuer Weg bereitet, sich umfassend bei ihren zukünftigen Mitarbeitern zu präsentieren. Von der Imagekampagne über die komplette Vorstellung des Unternehmens mitsamt seinen Ausbildungsangeboten oder Stellenangeboten ist in dem neuen Thüringer Format fast alles möglich. Nutzen Sie die neue Möglichkeit auch für Ihre Nachwuchswerbung! Mit WiYou erreichen Sie Ihre Azubis von morgen! Ob Praktikum oder Ausbildungsplatz – Ihr Bedarf wird an die richtigen Stellen kommuniziert. Wirksame Werbung für Universitäten und Fachhochschulen! WiYou bietet die ideale Plattform um zukünftige Studenten anzusprechen! Nutzen Sie die Möglichkeiten der WiYou! Interessieren Sie sich für Azubis und Fachkräfte? Dann rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine Mail. Tel.: 0361 / 6019132 Mail: info@wiyou.de Belegexemplar gewünscht? Wir schicken Ihnen gerne die WiYou zu. Melden Sie sich per Mail oder rufen Sie uns an.

Jugend forscht Projekte, Leute und Sieger

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„Arbeit ist der schönste Ausgleich zu dem bisschen Freizeit“ Von Kommunikation über Telefonmarketing, Kalt-Akquise, einwandfreies Auftreten und Verkauf gestaltet die Trainerin Claudia Schubert jeden ihrer Workshops individuell auf das Unternehmen und dessen Ziele hin abgestimmt. stellen zu finden und auf beiden Seiten, also beim Mitarbeiter und seinen Vorgesetzen, Gesprächsbereitschaft herzustellen. Die gleiche Bereitschaft muss aber auch gegenüber dem Kunden zugrunde liegen. Oftmals wissen die Unternehmen und die Mitarbeiter gar nicht genau, was ihre Kunden wollen. Hier kann man ganz einfach nachfragen und so im Kleinen Marktforschung betreiben.“

Claudia Schubert Schubertpower, Agentur für Marketing

Wirtschaftsspiegel: Der Begriff des Marketing lässt sich weit fassen. Für Sie stehen die Mitarbeiter eines Unternehmens auch als Marketinginstrument im Mittelpunkt. Wie begründen Sie diese Herangehensweise? Schubert: „In erster Linie wird ein Unter nehmen natürlich durch seine Mitarbeiter geprägt. Sie sind es, die mit den Kunden zusammenarbeiten und nach Außen hin die Philosophie des Unternehmens vertreten. Alles, was an Wissen, Kompetenz, Know-how und Innovationspotenzial vorhanden ist, liegt in den Mitarbeitern. Sie sind also, neben den Kunden, das wichtigste, was ein Unternehmen zu bieten hat und bilden die vorderste Front für das Image und die Präsentation.“ Wirtschaftsspiegel: In Workshops, Unternehmensanalysen und Seminaren bewerten und beurteilen Sie die Mitarbeiter eines Unternehmens. Worauf legen Sie dabei besonderen Wert und welche typischen Fehler oder Schwächen fallen Ihnen besonders oft auf? Schubert: „Ganz besonders wichtig ist mir, dass die Mitarbeiter ehrlich sind und vor allem den Mut haben, zu ihren eigenen Schwächen zu stehen. Nur so kann ich etwas erfahren und gemeinsam mit meinem Gesprächspartner eine Strategie erarbeiten, wie er sein Können, seine Inspirationen und seine Kompetenzen besser einsetzen kann. Oft haben die Mitarbeiter gute Ideen, die sie gern in ihre Arbeit einbringen möchten, wissen aber nicht wie. Da helfe ich nach und versuche Schnitt20

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Wirtschaftsspiegel: Sie beraten, organisieren und inspirieren Unternehmen. Was genau aber unterscheidet Sie von anderen Marketingagenturen? Schubert: „Ich halte nicht nur Seminare oder Workshops ab, sondern ich arbeite aktiv bei der Umsetzung von den erarbeiteten Maßnahmen mit. Da ich selbst viele Jahre im Verkauf tätig war, bringe ich genügend praktische Erfahrungen mit, die ich bei meinen Kunden einsetzen kann. Ich gehe auch nicht mit meinen vorgefertigten Seminarunterlagen ins Unter nehmen und trage meine Mitschriften vor, sondern jeden Workshop oder jedes Seminar bereite ich immer auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Firma vor. Das ist zwar sehr aufwändig, aber am Ende lohnt es sich für ein erfolgreiches Arbeiten. Die Grundprinzipien im Verhalten der Mitarbeiter und deren Aufgaben im Verkauf sind zwar häufig recht ähnlich, aber die Menschen und die Produkte sind es nicht. Da gehe ich individuell auf die jeweilige Situation ein und beobachte die Menschen in ihren Lebenslagen. Diese Erfahrungen bereichern mich für meine Arbeit als Trainer sehr, weil ich zum größten Teil merke, wie es definitiv nicht funktioniert und ich kann zielgerichtet beratend und unterstützend zur Seite stehen.“ Wirtschaftsspiegel: Sie selbst sind Unternehmerin und können daher gut einschätzen, welche Themen die Unternehmen im Land bewegen. Haben Sie ein paar kleine Tipps, wie ein Unternehmen seinen Stellenwert ohne viel Aufwand erhöhen kann? Schubert: „Tipps habe ich sicherlich eine ganze Menge und Themen gibt es auch genug für unendliche Diskussionen, welche die Unternehmen beschäftigen. Aber dazu muss ich das Unternehmen und seine Menschen kennen lernen. Ohne viel Aufwand den Stellenwert eines Unternehmens erhöhen, ist ein sehr individuelles und sensibles Thema und lässt sich nicht

global formulieren. Meistens geht es dahin, dass ein Unternehmen die eingefahrenen Schienen verlassen muss, um seinen Wert zu erhöhen. Dazu bedarf es aber meist einer umfassenden Beratung, für die ich jederzeit zur Verfügung stehe.“ Wirtschaftsspiegel: Mitarbeiter beurteilen und motivieren, Unternehmen beobachten und Verbesserungen anregen sind Ihre Stärken. Wie motivieren Sie sich selbst und was gibt Ihnen die Kraft, immer neue Ideen für Ihre Kunden zu entwickeln? Schubert: „Die erste Motivation ist mein eineinhalbjähriger Sohn. Für ihn möchte ich gern ein Vorbild sein und ihm aufzeigen, was im Leben alles machbar ist. Natürlich sind aber auch meine Kunden selbst Antrieb zur Entwicklung neuer Ideen. Wenn ich fühle, dass ich etwas Gutes getan habe und meine Kunden erkannt haben, wo ihre Chancen liegen und diese in die Tat umsetzen und dann den Erfolg merken, bin ich motiviert und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Außerdem genieße ich die Freiheit meiner Selbständigkeit sehr. Mit Freiheit meine ich, dass ich mir neue Geschäftsfelder und Geschäftspartner suchen kann.“ Wirtschaftsspiegel: „Arbeit, das ist für mich der schönste Ausgleich zu dem bisschen Freizeit“ schreiben Sie auf Ihrer Internetseite. Woher nehmen Sie diesen Unternehmergeist? Schubert: „Der Unternehmergeist in meiner Familie hat eine sehr lange Tradition. Mein Urgroßvater war Fabrikant und gründete die Firma CAMICO – Glas- und Metallwarenfabrik in Langewiesen. Mein Großvater leitete die Firma bis zur Enteignung 1972 weiter. Leider gab es nach der Wende keine Möglichkeit, das Unternehmen weiter zu führen. Ich kenne es aus meiner Familie nur so, dass man das Private und Dienstliche unter einen Hut bringen kann und es trotzdem auseinander hält. Außerdem macht mir meine Arbeit einfach Spaß. Kontakt Agentur für Marketing Claudia Schubert D-99310 Arnstadt Tel.: +49 (0) 3628 - 58 41 02 E-Mail: cs@schubertpower.de Internet: www.schubertpower.de

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gangen sind. Dieser Paragraph ist in Deutschland allerdings noch nie angewendet worden, da solche Fälle nur schwer nachweisbar sind.

Haben Sie sich heute Morgen vielleicht die Haare gefönt? Sicher haben Sie sich dabei allerdings keine Gedanken um die Herkunft des Verbs gemacht, und wenn, vermuteten Sie wahrscheinlich eine Verbindung zu dem warmen Alpenwind, welcher Föhn genannt wird. Und damit lagen Sie schon ziemlich richtig, wenn auch nicht ganz. Tatsächlich ist das Verb fönen lediglich ein Kunstwort, welches sich aus einem Markennamen gebildet hat, nämlich aus der Marke FOEN. 1909 war es die Firma AEG, die den elektrischen Haartrockner als Innovation auf den Markt brachte, und AEG verlieh dem Gerät den Namen Fön, abgeleitet vom warmen Windstrom der Alpen. Heute benutzt die Allgemeinheit für alle elektrischen Haartrockner den Namen FOEN, ohne allerdings Wert darauf zu legen, dass dieser tatsächlich von AEG ist. Alle anderen Fir men dürfen ihr Produkt übrigens Nicht FOEN nennen. Der perfekte Markenname eines Produktes ist für Unternehmen unerlässlicher Garant für das wirtschaftliche Handeln. Dessen Suche erfordert Zeit, Kreativität und einen hohen Kostenaufwand. Der Markenname dient zur eindeutigen Identifikation eines Produktes. Mit ihm wird es beworben und er dient oftmals als Aushängeschild für ein Unternehmen. In ihm vereinigen sich Corporate Identity, Image und Ansehen einer Firma. Deshalb werden bestimmte Produkte nicht nur wegen ihres erwarteten Nutzens erworben, sondern weil der Konsument das mit einer Marke verbundene Image kauft. In seltenen Fällen ist ein Produktname so eingängig, dass er in den üblichen Sprachgebrauch übergeht und dadurch den allgemein üblichen Sprachbegriff der Produktgattung ablöst, so wie es beim FOEN der Fall ist. Man spricht bei diesem Phänomen von generischen Markennamen. Weitere www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Beispiele sind die Marken „Tempo“ für Papiertaschentücher oder „Tesa“ für durchsichtiges Klebeband. Verschiedene begünstigende Faktoren sind für eine derartige Entwicklung notwendig. Beispielsweise muss das Produkt eine Innovation sein. Weiterhin sollten eine phonetische Bevorzugung der Marke sowie als grundlegender Faktor eine sehr hohe Markenbekanntheit des Produktes vorliegen.

Eine Ähnlichkeitsrecherche in allen relevanten Markendaten sollte die Basis für jede Markenanmeldung sein. Gregor Krey, tulex GmbH Düsseldorf Eigentlich sollte ein generischer Markenname demnach das anzustrebende Ziel aller Unternehmer sein? Doch es gibt einige Dinge zu beachten. Neben dem offensichtlichen Problem beim FOEN, also dass nur Wenige wissen, dass allein Produkte von AEG auch tatsächlich so heißen, gibt es auch rechtliche Hindernisse, die bedacht werden müssen. Die wichtigste Funktion einer Marke ist die eindeutige Zuordenbarkeit eines Produktes zu einem Unternehmen. Ist diese Funktion nicht oder nicht mehr gegeben, kann es dazu führen, dass der Markenname nicht mehr schutzfähig ist. Das Markengesetz regelt unter Paragraph 8 die absoluten Schutzhindernisse einer Marke. Dazu zählen unter anderem eben solche Marken, die im allgemeinen Sprachgebrauch üblich sind. Darüber hinaus regelt Paragraph 49 des Markengesetzes im Besonderen die Fälle, in denen bereits eingetragene Marken nicht mehr schutzfähig sind, bei denen die eingetragenen Zeichen nachträglich in den allgemeinen Sprachgebrauch überge-

Also: wenn Sie sich morgen früh die Haare fönen, dann schauen Sie doch mal, ob Sie tatsächlich einen FOEN benutzen. (jw)

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www.tulex.de

Buchtipp

„Entstehung und Auswirkung generischer Markennamen – Theoretische Konzeptualisierung und Durchführung von Fallstudien“ Autor: René Weigel erschienen im: Verlag Dr. Müller ISBN: 978-3-639-01919-3

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Foto Portrtait: tulex, Foto oben: AboutPixel (Broiler)

Nicht jeder Haartrockner ist ein FOEN

Anders sieht es bei international agierenden Unternehmen aus. Für den Fall, dass ein Markenname auch in anderen Ländern generisch wird, kann es durchaus zum Verlust des Markenschutzes und damit des Rechtes der ausschließlichen Nutzung kommen. Das ist beispielsweise dem Bayer-Konzern mit der Marke „Aspirin“ in den USA passiert. Dort darf jeder Hersteller von Kopfschmerztabletten die Produktbezeichnung Aspirin verwenden und damit werben. Sinnvoll ist es daher, schon beim Aufbau einer Marke an den weiteren Markenschutz zu denken. „Internationalisierung, kurze Produktzyklen und das konstante Domainwachstum im Internet führen zu immer mehr markenrechtlichem Streitpotenzial. Eine professionelle Ähnlichkeitsrecherche in allen relevanten Markendaten sollte heutzutage die Basis für jede Markenanmeldung sein“, erklärt Gregor Krey, Geschäftsführer der Düsseldorfer tulex GmbH. Portale wie www.tulex.de helfen vor allem dem Mittelstand, mit wenig Aufwand einen kompletten Markenschutz von Beginn an zu gewährleisten. Weiter erläutert Krey, dass die Eintragung einer Marke und die Fortführung der kontinuierlichen Markenüberwachung auch heute noch von vielen Unternehmen vernachlässigt werde. Und dies, obwohl viel Kapital in den Markenaufbau investiert würde.

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Wettbewerb um intelligente Produkte und Technologien

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Unbekannte hatten die übergroße Figur von ihrem Platz am Erfurter Rathaus entführt. „Das macht man nicht! Man hätte ihn fragen müssen, aber selbst dann hätte er sicherlich nicht zugestimmt. Bernd will nicht entführt werden. Er findet Entführungen ‚Mist‘ und ganz besonders seine eigene“, sagte Steffen Kottkamp, Programmgeschäftsführer des Kinderkanals von ARD und ZDF zu diesem schrecklichen Vorfall. Anderthalb Wochen später hatte der Spuk ein Ende. Die Polizei befreite das mürrische Kastenbrot aus der Gewalt der Geiselnehmer und nicht nur Erfurt konnte wieder aufatmen. Fans aus ganz Deutschland hatten das Schicksal von Bernd mitverfolgt. Seit dem Jahr 2000 begeistert der Star des Kinderkanals KI.KA. seine Zuschauer. Im April 2004 wurde das mürrische Brot für die konsequente Verfechtung der schlechten Laune mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Bernd das Brot ist also der Star des KI.KA. und kommt aus Erfurt. Weniger grummelig, dafür mindestens ebenso erfolgreich ist das Team der Serie „Schloss Einstein“. Erstmals ausgestrahlt 1998, entwickelte sich die Serie zu einem Publikumserfolg und wird seit 2007, dem Beginn der 11. Staffel, in Erfurt produziert. Mittlerweile erreicht „Schloss Einstein“ in seiner Zielgruppe der zehn- bis 13-jährigen, eine Zuschauerquote von fast 18 Prozent, Tendenz steigend. Die einzel22

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nen Folgen entstehen in unmittelbarer Nähe des KI.KA. im Kindermedienzentrum. Im von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) errichteten Kindermedienzentrum in Er furt finden kleine und mittelständische Medienunternehmen Büround Studiokapazitäten sowie eine umfassende medientechnische Infrastruktur. Auch wenn das Kindermedienzentrum seinen Fokus auf die Kindermedien gesetzt hat, haben auch andere Medienunternehmen die Möglichkeit, sich dort anzusiedeln. Aufgrund von Förderungen durch den Freistaat und den Bund kann das Zentrum seine technischen Anlagen und Studios zu günstigen Preisen anbieten.

Neue Formate müssen sowohl unterhaltsamen als auch lehrreichen Anforderungen genügen. Klaus P. Jantke, Leiter Abteilung Kindermedien

In diesem Umfeld soll auch die Forschung nicht zu kurz kommen. Die neue Außenstelle des Ilmenauer Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie (IDMT), die Ende Oktober 2008 offiziell ihre Arbeit in Erfurt aufnahm, soll den Umgang von Kindern mit Medien beobachten. Sie wird zukünftig das breite Feld von der technologischen Innovation bis hin zu sozialwissenschaftlichen Aspekten im Bereich Medien für Kinder erforschen. „Die junge Forschergruppe sucht nach Wegen, um das Potenzial der digitalen Welt für Kinder

zu erschließen. Denn neue Spiel-, Web-, Fernseh- und DVD-Formate müssen sowohl unterhaltsamen als auch lehrreichen Anforderungen genügen“, so beschreibt Klaus P. Jantke, Leiter der Abteilung Kindermedien, die grundlegende Arbeit. „Die neue Abteilung analysiert daher Angebote wie Spiele, Webanwendungen und interaktives Fernsehen und setzt die gewonnenen Erkenntnisse gezielt für die Konzeption neuer Anwendungen ein“, so Jantke weiter. Die Erfurter Außenstelle wird unter anderem vom Land Thüringen unterstützt und ist in ein Netz aus verschiedenen Thüringer Forschungseinrichtungen eingebettet. Diese sehr breit gefächerte Kooperation ermöglicht eine Einbindung unterschiedlicher Perspektiven in den Forschungsprozess. Seit über fünf Jahren engagiert sich das Unternehmen für Filmproduktionen Tradewind Pictures aus Erfurt und Köln mit dem Spitzenqualifikationsprogramm „TP2 Talentpool“ für den Filmnachwuchs in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Junge Talente haben in dem 12-monatigen Programm die Chance, ihre eigenen Spiel- und Dokumentar filmprojekte weiterzuentwickeln. Junge Talente, das sind Studierende und Absolventen sowie Angestellte und Freiberufler, die mit viel Kreativität und Engagement ihr Talent weiterentwickeln und eine professionelle Karriere in der Filmbranche einschlagen möchten. Das „TP2 Talentwww.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Fotos: Fraunhofer IDMT

roßer Aufruhr herrschte Ende Januar in Erfurt. „Bernd ist weg“ hieß die Schreckensmeldung.


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Medienland Thüringen

Den Mediennachwuchs im Blick hat auch die Bauhaus-Universität Weimar. Wohl kaum eine Universität in Deutschland dürfte der wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Medien ein größeres Gewicht beimessen. An der 1996 eingerichteten Fakultät Medien begegnen sich Geisteswissenschaftler und Ökonomen, Informatiker und Natur wissenschaftler, Künstler und Gestalter. Gemeinsam tragen sie der wachsenden Bedeutung der Medien Rechnung. Die Fakultät praktiziert damit im Kleinen die Philosophie der Universität: ver netztes Denken und der Blick über die Disziplinen hinaus stehen im Vordergrund. Das Weimarer Studienprogramm bildet kreative und wissenschaftlich arbeitende Medienschaffende aus. Schwerpunkt ist das Projektstudium – an der Schnittstelle von Lehre und Forschung erarbeiten Studierende gestalterische und analytische Lösungen für offene Fragen. Die Modularisierung der Lehre ermöglicht die Ausrichtung des Studiums an den eigenen Interessen und aktuellen Entwicklungen der beruflichen Praxis. Eine Reaktion auf die sich ändernden Bedingungen eines internationalen Medienmarktes war die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge 2003.

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Die vier Universitäten in Ilmenau, Jena, Weimar und Erfurt qualifizieren rund 4.000 Studenten in den Fächern Medienwirtschaft, Angewandte Medienwissenschaft, Medientechnologie, Mediengestaltung, Medienkultur und -systeme oder Kommunikationswissenschaft. Insgesamt haben an den Thüringer Hochschulen und Berufsakademien 22 Studienrichtungen besondere Relevanz für die Branche. Darunter finden sich deutschlandweit so einmalige Studienangebote wie Mediengestaltung in Verbindung mit Kunst und Design an der Bauhaus-Universität Weimar oder interdisziplinäre Informatikstudiengänge an der Technischen Universität Ilmenau. Passend zum Schwerpunkt „Kindermedienland“ gibt es an vielen Hochschulen Forschungsprojekte zum Thema „Kindermedien“. Thüringen verfügt über ein beachtliches Innovationspotenzial. Dieses Fazit zieht eine Studie des Lehrstuhls für Unternehmensentwicklung, Innovation und wirtschaftlichen Wandel an der FriedrichSchiller-Universität Jena, die im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum XII. Innovationspreis Thüringen 2009 in Erfurt vorgestellt und diskutiert wurde. Die Studie entstand im Auftrag der STIFT, die im Rahmen ihres Projekts „Regionale Vorausschau der Technologieentwicklung in Thüringen“ kritisch nach dem kreativen Potenzial des Forschungs- und Technologiestandorts fragte. Das Ziel war es, im Wettbewerb um intelligente Produkte und Technologien weiterführende Impulse aufzeigen zu können. Hierfür wurde die Denkfabrik Thüringen einem Check up unterzogen, der ein „gesundes Unter nehmen“ zeigt, das dabei ist, seine Energiequellen und Antriebssysteme vor dem Hintergrund einer global heraufziehenden Rezession auf neue Herausforderungen einzustellen. (su)

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www.kindermedienzentrum.com www.kika.com

Lottomittel für Hörfunk Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU) übergab am 13. März einen Lottomittelbescheid in Höhe von 4.500 Euro an den Offenen Hörfunkkanal Jena. Im Rahmen des medienpädagogischen Projekts RABATZ soll die Lernwerkstatt Radio und das Projekt „Fach-Chinesisch-Hör-SpielBuch“ unterstützt werden. Der Sender feierte zudem am 13. März 2009 seinen 10. Geburtstag, nachdem er 1999 den regulären Sendebetrieb aufgenommen hatte. RABATZ ist ein Projekt zur Intensivierung der medienpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in offenen Kanälen. Es wird seit Ende 1999 von der Thüringer Landesmedienanstalt finanziert und gefördert.

Filmpreis für Erfurter Studenten Die „GOLDENE FILMthuer“ ging in diesem Jahr erstmals an zwei Erfurter Studierende. Antje Grebing und Benedikt Fecher haben mit ihrem Kurzfilm „kaffeesatz und aschenbecher“ den begehr ten Hauptpreis des Landesfilmfestivals Thüringen gewonnen. Der Film konnte sich zunächst in der Kategorie Stimmung / Fantasie / Experiment durchsetzen und erhielt auch in der Gesamtbewer tung die höchste Punktzahl. Die „GOLDENE FILMthuer“ ist die Auszeichnung des jährlichen Landesfilmfestivals Thüringen und wird vom Thüringer Landesverband der Filmautoren e.V. verliehen. Die Sieger wurden am Samstag, dem 14. März, bei der „FILMthuer.09“ in Jena gekürt.

14. Mediensymposium Online-Netzwerke haben sich als eine feste Größe etabliert. Vor allem die jüngeren Generationen nutzt die „virtuelle Gesellschaft“, um Kontakte zu knüpfen. Der hohe Zuspruch, den die Online-Netzwerke verbuchen, verändert das soziale Gefüge, beeinflusst die Wahrnehmung und den Umgang mit Medien und wirft somit Fragen auf. Mittelpunkt des 14. Thüringer Mediensymposiums am 10. Juni im KinderMedienZentrum werden Fragen und Antworten zu dieser Entwicklung sein. Im Fokus stehen Möglichkeiten für die demokratische und politische Mitwirkung von Bürgern ebenso wie die Auswirkungen veränderten Medienverhaltens.

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Fotos: Fraunhofer IDMT

pool“ Programm vermittelt ihnen das dazu notwendige Fachwissen, fördert ihre persönlichen Qualifikationen und gibt einen intensiven Einblick in die Struktur der Filmbranche. Das Programm ist so ausgerichtet, dass die Möglichkeit zur berufsbeziehungsweise studienbegleitenden Teilnahme besteht. Ab April 2009 startet das Programm und nimmt die Teilnehmer mit auf einen einzigartigen cineastischen Weg hin zum Profi. Im TP2-Programm finden interdisziplinäre Workshops statt, in denen Experten aus der Filmbranche fachspezifisches Wissen und ihre persönlichen Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben.

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Eisenach. Drei von vier Internetnutzern sehen Videos im Netz. Jeder Nutzer von Online-Videos schaut täglich etwa vier Clips. Das hat der Hightech-Verband BITKOM herausgefunden. „Dank immer zahlreicheren und immer schnelleren Breitbandanschlüssen steigt die Beliebtheit von Online-Videos“, weiß Achim Berg, Vizepräsident des BITKOM. Diesen Trend hat Thomas Prausse zum Geschäftsmodell gemacht, und Anfang März im Gründer- und Innovationszentrum Stedtfeld (GIS) das

erste virtuelle TV-Studio in Eisenach eröffnet. Dort können nun Firmen, Vereine und andere Gesellschaften aber auch Privatpersonen eigene Videos produzieren und streamen, also für´s Internet aufbereiten lassen. Mit der gesteigerten Nachfrage nach Filmen im Internet wird das Studio mit Greenroom für kleine und mittlere Unternehmen zum erschwinglichen Ort für eigene Produktpräsentationen, Ankündigungen oder Gesprächsrunden in Fernsehqualität. Was früher nur große Un-

ternehmen über teure Homeshoppingkanäle nutzen konnten, wird so für jedermann möglich – die Erklärung des Angebotes und des Mehr wer tes. Mit dem traditionellen Fernsehen können die Online-Videos freilich nicht verglichen werden. „Im Internet werden derzeit überwiegend kurze Videos angeschaut“, erläutert Berg. Gerade einmal vier Minuten Länge hätten die Internet-Filme Durchschnitt. Aktuelle Marktforschungen haben ergeben, dass audio-visuelle Werbebotschaften die Umsatzzahlen vervielfachen. (bo)

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www.bitkom.org

Wirtschaftsspiegel-Tipp Der Wirtschaftsspiegel Thüringen ermöglicht seinen Kunden durch die Kooperation mit ESA-Film, Imagevideos von bis zu drei Minuten Länge zu produzieren. Diese werden den Unternehmen zur Verfügung gestellt und außerdem auf den Internetseiten des Wirtschaftsspiegels veröffentlicht. Dieses Angebot richtet sich vor allem an mittelständige Unternehmen, die bisher aus Kostengründen von der Produktion eines Imagefilms abgesehen haben. Und für Anzeigenkunden des Wirtschaftsspiegel (Anzeigen ab 1/2 Seite) ist dieser Service sogar kostenfrei. Kontakt: 0361 - 6019132 wirtschaftsspiegel@ws-thueringen.com Anzeige

Wir haben einen Vogel – in Gold! Und auf den ist das Kindermedienland Thüringen besonders stolz: Seit 30 Jahren hat der GOLDENE SPATZ hier sein Nest. Seit dem ersten Flugversuch im Jahr 1979 zieht der GOLDENE SPATZ Kinder und Produzenten gleichermaßen in seinen Bann. Kein Wunder, schließlich weiß der GOLDENE SPATZ ganz genau, was Kinder wollen: Film- und Fernsehproduktionen, die von ihrer Welt erzählen. Klar, dass dieses Kriterium entscheidend ist, wenn es darum geht, die besten Wettbewerbsbeiträge auszuwählen und zu prämieren. Und wer könnte das besser als die Kinder selbst? In den vergangenen 30 Jahren hat der GOLDENE SPATZ sich zum größten Kindermedienfestival seiner Art in Deutschland gemausert. Er gilt als der Treffpunkt in Sachen Kinderfilm und -fernsehen. Für Thüringen ist er aber weitaus mehr. Das Kinder-Medien-Festival GOLDE-

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sonders bei der Vermittlung von Medienkompetenz. Das Kindermedienland Thüringen freut sich jedes Jahr über sein Goldstück: das Kinder-Medien-Festival GOLDENER SPATZ.

NER SPATZ ist der Vorbote, Wegbereiter und ein starker Partner für das Kindermedienland Thüringen. Jährlich pfeift er von den Dächern, dass starke Medien für Kinder aus Thüringen kommen. Als Medienstandort hat sich der Freistaat Thüringen besonders der Förderung und Produktion von hochwertigen Kindermedien verschrieben. Qualität steht bei uns ganz oben: bei der Entwicklung neuer Medien für Kinder, bei der Produktion, Verbreitung oder Präsentation von Inhalten und be-

Kontakt Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien Werner-Seelenbinder-Str. 8 D-99096 Erfurt Tel.: +49 (0) 361 - 3791740 +49 (0) 361 - 3791757 E-Mail: presse@tmblm.thueringen.de stabsstelle-medien@ tmblm.thueringen.de

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Videonutzer: Unique Viewer, *Prognose; Quelle: Comscore/BITKOM

Online-Videos erhöhen Umsatzzahlen


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Medienland Thüringen Anzeige

Das Recht der Medien Mitteldeutschland hat sich zum modernen Medienstandort etabliert. Vor allem die Filmbranche hat in Thüringen eine sichere Heimat gefunden. Doch professionelles „Flimmern“ und die Erschließung neuer medialer Wege ist investitionsintensiv. Von Möglichkeiten der Unterstützung und den rechtlichen Rahmenbedingungen weiß der Gothaer Medienexperte Rechtsanwalt Thomas Dahmen zu berichten:

IHR ANLIEGEN kommt uns gerade RECHT!

Wirtschaftsspiegel: Flimmer- und Medienland Thüringen – was hat das eigentlich mit Recht zu tun? RA Dahmen: „Eine ganze Menge! Denn gleich ob Print, Rundfunk oder Fernsehen, Film oder Multimedia – die Freiheit der Medien ist begrenzt durch Presse- und Rundfunkgesetze, das Urheber rechtsgesetz, das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, das Teledienstgesetz und letztlich auch durch das Grundgesetz. Häufig geht es aber auch um die Prüfung und Sicherung von Rechten sowie um den Schutz von Ideen und Konzepten. Wie Sie sehen, geht es um begleitende juristische Betreuung, vor allem aber auch um Problemprophylaxe.“ Wirtschaftsspiegel: Ideen sind frei, aber scheitern diese nicht häufig an der finanziellen Umsetzbarkeit? RA Dahmen: „Kreativität ist eines der Markenzeichen der Medienlandschaft in Thüringen trotz nicht optimaler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Da ist es umso wichtiger, alle Möglichkeiten auszuschöpfen; vor allem im Filmbereich geht ohne Förderung fast nichts mehr. Neben der Filmförderungsanstalt (FFA) sind auch Filmstiftungen wie die Mitteldeutsche Medienförderung zu nennen. So hat die EU-Kommission gerade die Beihilfevorschriften für die Filmförderung bis zum 31.12.2012 verlängert. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die nationale Filmförderung. An dieser Stelle arbeiten Jurist und Steuerberater eng miteinander.“ Wirtschaftsspiegel: Wenn jemand zu Ihnen kommt, um ein Medienoder Filmprojekt zu verwirklichen, was raten Sie ihm? RA Dahmen: „Zunächst geht es um die Machbarkeit, aber auch um die richtige Unternehmensform. Hierbei kommt es auf den Einzelfall an, also die Größe des geplanten Projektes, benötigte Mitarbeiter (Freelancer), Etatvolumen und so weiter. Und dann geht es natürlich auch um den Abschluss von Verträgen mit dem Regisseur, den Darstellern oder dem Drehbuchschreiber.“

RECHTSANWALT THOMAS DAHMEN Arbeitsrecht Mietrecht Wirtschaftsrecht

Wirtschaftsspiegel: „Geflimmert“ wird heute auch zunehmend am PC. Was bedeutet das Internet für die Medien und vor allem für den Film? RA Dahmen: „Möglichkeiten und Chancen, aber auch Risiken verbergen sich hinter der Online-Nutzung. Das Internet hat dabei nicht nur bei der Bewerbung von Filmen eine zunehmende Bedeutung gewonnen. Deshalb ist bereits bei den Rechteübertragungen darauf zu achten, dass diese umfassend erfolgen, da anderenfalls Nachzahlungen und Schadensersatz wegen Verletzung von Urheber- und Leistungsschutzrechten drohen. Und aufs Nachverhandeln sollte man sich ohnehin nicht verlassen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und auch all diejenigen, die Handel im Internet betreiben oder zumindest dort werben, haben einen zunehmenden Beratungsbedarf zu verzeichnen. Da geht es nicht nur darum, die Vorschriften des BGB über den Fernabsatzvertrag zu beachten, sondern auch Verhaltensweisen zu vermeiden, die irreführend im Sinne des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb sein könnten.“ DAS GESPRÄCH FÜHRTE CHEFREDAKTEUR DANIEL BORMKE

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Urheber- und Medienrecht

RECHTSANWALT THOMAS UNGER Erb- und Scheidungsrecht Verkehrszivilrecht Ordnungswidrigkeitenrecht Strafrecht

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Thüringen

Umwelttechnologie in Thüringen

Umwelt, Arbeitsplätze und Energieersparnis in einem Paket

A.

Das rechnet sich nicht nur in der Bilanz des Unternehmens, sondern vor allem auch für die Umwelt. Seit kurzem ist nun auch das neue Blockheizkraftwerk angeschlossen. Das Alte musste weichen. „Die Technologie von damals war einfach noch nicht so weit ausgereift, dass alles optimal gelaufen wäre“, berichtet Silvio Reimann, Geschäftsführer der Milch Land GmbH Veilsdorf. Auch die Geraer Verkehrsbetriebe setzen auf Umwelttechnologie. Allerdings nutzt man hier die Kraft der Sonne. Die Südfassade der Lackierhalle des 1997 errichteten Betriebshofes entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Wär melieferant. Der so genannte „Solarwall“ 26

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besteht aus Solar-Luft-Kollektoren. Sprich aus schwarzen Metallleisten, in die tausende Löcher gebohrt sind. Jedes kaum so groß wie ein Stecknadelkopf. In diese schlüpft die Außenluft, heizt sich auf dem Weg nach oben durch die dunklen Leisten bis auf 60 Grad auf und beheizt dann die Trockenkammer der Lackiererei. Doch damit nicht genug. Der moderne Betriebshof wurde mit einem Blockheizkraftwerk ausgestattet, die anfallenden Abwässer werden biologisch aufbereitet und die Fahrzeugwaschanlage wird zum Teil aus Regenwasserspeichern gespeist. Die Umweltwirtschaft zählt zu den am stärksten wachsenden Innovationsfeldern in Thüringen. Neben der regenerativen Energieerzeugung sind vor allem Lösungen zur Erhöhung der Energieeffizienz, des effektiven Ressourceneinsatzes, des Flächenverbrauches und der Bereitstellung von Wasser gefragt. Thüringer Unternehmen haben die zukunftsweisenden Anforderungen erkannt. Nicht umsonst sind Produkte und Dienstleistungen von hier weltweit etabliert. Auch wenn dies in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig wahrgenommen wird. Viele Betriebe nutzen zunehmend die Chancen, die ihnen der

Markt erschließt. Damit steuern sie den steigenden Energiekosten entgegen, sichern Arbeitsplätze und schaffen eine Basis dafür, dass sie möglicherweise stärker aus der Wirtschaftskrise herauskommen, als sie hineingegangen sind. Was die Wirtschaft in Sachen Umwelttechnologien vorgemacht hat, das setzte das Land Thüringen mit einem Bioenergieprogramm um. Derzeit sind 47 Landesliegenschaften mit Biomasseheizung ausgestattet. Tendenz steigend. Pro Jahr sollen fünf weitere derart ausgestattete Gebäude dazukommen. Immerhin können in diesen Biomasseheizungen heimische Produkte wie Waldhackgut, Resthölzer, Pellets, Rinde, Stroh oder Biogas zu Energie umgewandelt werden. Unterdessen gibt es positive Signale aus der Solarbranche. Erstmals in ihrer Geschichte übersteigt das Angebot der Module die Nachfrage. Die Folge sind sinkende Kosten. Was den Endverbraucher freut, stellt die Photovoltaik-Industrie vor unternehmerische Herausforderungen. Jetzt machen sich fundierte Kenntnisse über die Entwicklung der Märkte bezahlt. Daher wurden Marktforschungsberichte www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Foto oben: KViB, Foto Portrait rechts oben: LEG

us Gülle mach Strom. Was vor einigen Jahren noch als revolutionär galt, das ist in Thüringen schon lange Normalität geworden. Die Zahl der Biogasanlagen ist im Freistaat sprunghaft gestiegen. Eine Vorreiterrolle nahm beispielsweise die Milch Land GmbH Veilsdorf ein. 1999 erbaute der landwirtschaftliche Betrieb seine Anlage. Zwei Jahre später ging man ans Netz. Inzwischen gab es erste Erneuerungen. Sobald die Bauphase komplett abgeschlossen ist, sollen 500 kW Strom pro Stunde erzeugt werden.


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Umwelttechnologie in Thüringen

in Auftrag gegeben. Unterdessen nutzen umweltbewusst agierende Firmen diese Tendenz und sehen die Preisentwicklung als Chance für sich selbst. Sie investieren jetzt kostengünstig, um anschließend an den Energiekosten sparen zu können. Allerdings geht diese Rechnung nur dann auf, wenn die Kreditgewährung und Projektfinanzierung durch die Banken nicht weiter verschärft wird. Diese Entwicklung, die übrigens kein Thüringer Phänomen ist, bereitet einigen Umweltschützern ernsthaftes Kopfzerbrechen. Dabei gibt es geniale Lösungsvorschläge, wie man Energie auf umweltbewusste Weise gewinnen kann. Bestens geeignet sind dafür Brachen. Dort, wo früher Abfälle die Umwelt belasteten, könnten künftig Solaranlagen stehen. „Wenn wir Brachflächen zu Standorten für erneuerbare Energien gestalten, schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe", erläutert Andreas Krey, Geschäftsführer der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft mbH (LEG) und ergänzt: „Wir schonen die grüne Wiese, indem wir bereits genutzte Areale recyceln, wir errichten Stätten der Energieversorgung inmitten unserer Städte und wir schaffen die Basis für Arbeitsplätze“. Eine neue Standortidee ergibt sich durch die schwimmenden Solarmodule. Ein

Testmodell ist seit Mai 2008 auf dem Kiesgewässer „Sundhäuser See“ bei Nordhausen in Thüringen zu finden. Die Idee zu den Anlage findet ihren Ursprung in einem Gemeinschaftsprojekt von fünf Mitgliedsunternehmen. Zusammen mit dem Kooperationsverbund innovative Baustoffe (KViB) hatten sich ein Energieversorger, ein Stahlbauer, ein Modulhersteller, die

Wenn wir Brachflächen zu Standorten für erneuerbare Energien gestalten, schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe. LEG-Geschäftsführer Andreas Krey

Fachhochschule Nordhausen sowie das ortsansässige Tauchsportzentrum an einen Tisch gesetzt und überlegt, wie man Wasserflächen von Kiesgruben nutzen könnte. So entstand das „Solar - Ponton I“. Dahinter verbirgt sich eine Stahl-Konstruktion aus Schwimmkörpern, die eine sichere Plattform für die Aufständerung der Solarmodule bieten. Die Anlage bietet einige Vorteile. Der bei Dach- oder Freilandanlagen auftretende Effekt, dass mit steigenden Temperaturen der Wirkungsgrad der Solarzellen sinkt, wird durch die indirekte Kühlung über einer Wasser-

oberfläche gemindert. Durch die leichte Beweglichkeit auf dem Wasser können bei Bedarf aufwandsarme Nachführsysteme installiert werden, welche die Module in einen optimalen Winkel zur Sonne bringen. So lässt sich die Stromausbeute weiter optimieren. „Für Investoren bieten gesetzlich gesicherte Stromeinspeiseverträge über 20 Jahre hohe Planungs- und Finanzierungssicherheit“, weist Netzwerkmanager Horst Huck (Bild linke Seite) auf einen wichtigen Nutzen hin. Völlig neue Wege geht Thüringen im Bereich der Geothermie. Ziel ist die Gewinnung von Wär me aus Grundwasservorkommen im Abstrom kontaminierter Böden, die aufgrund mikrobieller Aktivitäten eine erhöhte Temperatur aufweisen. Was wie Science fiction klingt, hat durchaus wissenschaftliche Hintergründe. Laut Technologiedatenbank der LEG sind im Freistaat 228 Unternehmen mit rund 10.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig. Hier stecken Potenziale, die der Wirtschaft und der Umwelt einiges an Vorteilen bescheren dürften. (df)

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www.baustoffe-kvb.de

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Ökologische Wärme aus der Produktion Durch den Einsatz von Umwelttechnologien können Heizkosten minimiert werden Der Kunststoffspezialist Gramß GmbH aus Spechtsbrunn hat es sich zum Ziel gesetzt, seine Produktion ökologisch und umweltgerecht zu gestalten. Dazu werden ausschließlich Rohstoffe verwendet, die recyclebar sind. Darüber hinaus wird das Kühlwasser der technischen Anlagen in einem geschlossenen Kreislauf aufbereitet und in den Fertigungsprozess zurückgeführt. Bei so viel Engagement für die Umwelt bedurfte es keiner großen Überlegungen, die im Kühlsystem anfallende Wärme zum Heizen der Gebäude und des Brauchwassers zu nutzen. Die Wärme der Produktion muss also nicht an die Umgebung abgegeben werden. Bei der Gramß www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Kunststoffverarbeitung wird das Prinzip der Wärmerückgewinnung schon seit 2004 verfolgt. Im vergangenen Jahr, als der Hersteller von Schraubverschlüssen und Kunststoffbechern eine neue Produktionshalle einweihte, wurde die bestehende Anlage zur Wärmerückgewinnung noch einmal erweitert. Seither benötigt das Unternehmen lediglich während der Weihnachtsfeiertage geringe Mengen Gas zum Heizen der Räume. Die Kunden erhalten somit ein komplett umweltfreundlich hergestelltes Produkt. Das Unternehmen selbst kann darüber hinaus seine Heizkosten enorm senken und die Lebensdauer der Heizanlage erhöhen.

Kontakt Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung Fichtig 2 D-98743 Spechtsbrunn Tel.: +49 (0) 36703 - 70050 Fax: +49 (0) 36703 - 700570 E-Mail: info@gramss-gmbh.de Internet: www.gramss-gmbh.de

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Innovative Fertigungstechnik für Solarmodule Böhm-Solar Equipment Technology GmbH mit Sitz im thüringischen Zella-Mehlis ist ein Joint Venture zwischen der Böhm AG und der Saphire Holding ApS, Dänemark. Kooperationspartner der Böhm-Solar in Entwicklung und Fertigung sind die RAcell Solar A/S, Kopenhagen, Yakov Safir persönlich und die Böhm Fertigungstechnik Suhl GmbH – mit 20-jähriger Erfahrung im Geräte- und Sondermaschinenbau – ein ehemaliges Unternehmen der Zeiss-Jena Gruppe. Böhm-Solar Equipment Technology entwickelt, fertigt und vertreibt Einzelkomponenten sowie manuell betriebene, semiautomatische oder vollautomatische Turn-Key Anlagen zur Herstellung von Solarmodulen. Besonders hervorheben möchten wir unser neuestes Erzeugnis, den ultra-großen Doppellaminator STAR 4000 DD mit einer Gesamtlaminierfläche von 24 qm und einem vollautomatischen Handling-System zum Be- und Entladen der Module. Damit lassen sich Sondermodule mit einer Kontakt Böhm Solar Equipment Technology GmbH Deutschland Böhmstraße 1 / Industriegebiet D-98544 Zella-Mehlis Tel.: +49 (0) 3682 - 452 262 Fax: +49 (0) 3682 - 452 265 E-Mail: info@bs-equipment.com Internet: www.bs-equipment.com 28

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Größe von 3x4 m, d.h. 12qm auf 2 Ebenen laminieren, was unseren STAR 4000 DD zu einer der leistungsfähigsten Maschinen weltweit macht. Es können sowohl kristalline als auch Dünnschichtmodule verarbeitet werden. Optional kann der Laminator mit einer Kühlstation oder Kühlpresse ergänzt werden. Neben diesem Kernstück einer Modulfer tigung liefert Böhm-Solar selbstverständlich auch alle Komponenten, die zum Betreiben einer Komplettlinie erforderlich sind. Im eigenen Haus werden z.B. die Transportstrecken, diverse Modulliftsysteme sowie die Stationen für die Bearbeitung der Module nach dem Laminieren wie Randschneidestation, Rahmenpresse und Flipper gefertigt. In enger Zusammenarbeit mit der Firma Microspace – einer ebenfalls zur BöhmGruppe gehörigen Tochter – wurde ein integriertes Qualitätskontroll- und Prüfsystem entwickelt, bestehend aus Zellentester, Modul-Lumineszenzprüfstation, Solarglasprüfstation und Flash Tower. Sie können davon ausgehen, dass die mit Böhm-Solar-Technik gefertigten Module höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen und über einen sehr langen Zeitraum zuverlässig funktionieren. BöhmSolar gibt Ihnen die Sicherheit einer ertragreichen Investition in die Zukunft. www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com


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Mit der Grundsteinlegung für das neue Produktionswerk für kristalline Solarzellen und Module hat die Bosch-Gruppe in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 24. März mit der Erweiterung ihrer Solarproduktion im thüringischen Arnstadt begonnen. „Diese Investition ist Teil unserer zunehmenden Aktivitäten im Bereich der regenerativen Energien. Diese gewinnen immer mehr an Bedeutung und sind aus dem Energiemix der Zukunft nicht mehr wegzudenken. Bosch hat dies frühzeitig erkannt und ist bereits heute ein bedeutender Anbieter für die Windkraftbranche sowie von Solarkollektoren und Wärmepumpen in der Thermotechnik“, sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Mit der neuen Fertigungsstätte der BoschTochter ersol werde eine zusätzliche Fertigungskapazität von bis zu 90 Millionen Solarzellen pro Jahr geschaffen. Daraus ergibt sich mit der durchschnittlichen Sonneneinstrahlung von Erfurt eine Stromleistung, mit der man theoretisch die Privathaushalte der Stadt versorgen kann. Bis 2012 investiert Bosch in Arnstadt 530 Millionen Euro. Rund 1.100 neue Arbeitsplätze entstehen. „Thüringen ist einer der bedeutendsten Standorte der Solarwirtschaft - und dazu gehört die ersol Solar Energy AG. Sie ist Teil eines innovativen, wachstumsstarken Industriezweiges, der sich in Thüringen in den letzten Jahren gebildet hat. Und der über glänzende Perspektiven verfügt“, sagte Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin, Birgit Diezel. In dem neuen Gebäude wird eine Produktionsstätte für kristalline Solarzellen sowie eine Modulfertigung untergebracht sein. Die ersol www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Solar Energy AG wird durch diese Investition ihre heutige Fertigungskapazität im kristallinen Bereich auf eine Nominalkapazität von rund 630 Megawatt peak nahezu verdreifachen und ihren Wachstumskurs kräftig fortsetzen. Zudem wird die bestehende Forschung und Entwicklung erweitert und ein neues Ver waltungsgebäude gebaut. Produktionsstart ist für Anfang 2010 geplant. „Energietechnik steht im Fokus unserer langfristigen Strategie“, betonte Dr. Siegfried Dais, stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. „Denn auf Dauer werden Energiebedarf und Energiepreise erheblich steigen und Ressourcenschonung sowie Klimaschutz immer dring lichere Aufgaben unserer Gesellschaft werden“, sagte Dais. Die BoschTochter ersol erzielte seit 2005 Zuwachsraten von durchschnittlich 70 Prozent. „Die Grundsteinlegung findet in einer Zeit statt, wo es gerade wichtig ist, nicht die Investitionen in die Zukunft zu vergessen, sondern uns auf die Zeit nach der internationalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise vorzubereiten“, lobte Kanzlerin Angela Merkel das Engagement des Unternehmens. Die ersol Solar Energy AG produziert und vertreibt siliziumbasierte Photovoltaik-Produkte. Die ersol Gruppe besteht aus den Unternehmensbereichen Silicon, Wafers, Solar Cells und Modules. Primäres Ziel des Unternehmens ist es, sich als Hersteller von hochwertigen Silizium-Solarzellen und Dünnschicht-Solarmodulen weiter zu etablieren und überproportional am erwarteten Wachstum der Photovoltaik-Branche teilzuhaben. (su)

Richtfest bei Masdar Der Rohbau steht! „Nun beginnt die Installation der Produktionsanlagen für Dünnschicht-Solarmodule der neuesten Generation“, sagte Dr. Rainer Gegenwart, Geschäftsführer von Masdar PV, am 8. April beim Richtfest für die Fabrik von Masdar PV in Ichtershausen. Gemeinsam mit rund 400 Mitarbeitern der Auftragnehmerseite und von Masdar PV, Nachbarunternehmen und Vertretern der Kommunen, feierten die Bauherren den erreichten Meilenstein. Rund 90 Millionen Euro hat Masdar bereits in den Standort Ichtershausen, nahe Erfurt, investiert. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 150 Millionen Euro. Weitere 300 Millionen Euro fließen künf tig in den Bau einer doppelt so großen Produktionsstätte in Taweelah, nahe Abu Dhabi. Noch im April wird die Produktionslinie von Applied Materials, teilweise mit einem Schwer transport, geliefert und installiert. Voraussichtlich ab Oktober beginnt die Produktion der großflächigen DünnschichtSolarmodule. „Seit unserer Gründung im Jahr 2008 haben wir bereits 50 Arbeitsplätze in Erfurt geschaffen! Mit der Vorbereitung auf den Produktionsstart und dem weiteren Ausbau des Standorts werden wir zum Jahresende ungefähr 190 qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen. Damit schaffen wir die Basis, um mit unserem Know-how und der fortschrittlichen Technologie Masdar PV in den kommenden Jahren als einen der führenden Player im Markt für Dünnschicht- Solarmodule zu etablieren“, erläutert Joachim Nell, Geschäftsführer der Masdar PV, im Rahmen des Richtfests. (su)

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www.masdarpv.com

www.ersol.de 02 /2009 · Wirtschaftsspiegel Thüringen

Fotos: Sascha Uhte, Erfurt

Investition in die Zukunft

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Entscheidung für Kompetenz und Qualität Die IBS Anlagen und Montage GmbH ist der kompetente Partner, wenn es um schnittstellenlose Umsetzung von Vor richtungen, Sondermaschinen und Produktionsanlagen geht. Gegründet im Oktober 2007 durch die beiden Geschäftsführer der IBS Dr. Schnürer GmbH in Karlsruhe, verfügt der Standort Suhl inzwischen über 20 erfahrene Mitarbeiter. Die Karlsruher IBS ist seit Jahren erfolgreich im Engineering tätig. Die Leistungen umfassen Planung und Konstruktion bis hin zur Simulation und Inbetriebnahme automatisierter Anlagen im Karosserierohbau. Die 85 Mitarbeiter in Karlsruhe arbeiten seit Jahren erfolgreich für weltweite Automobilhersteller und deren Zulieferer. Von diesen Erfahrungen profitiert jetzt auch die IBS Anlagen + Montage GmbH. In der Produktionsstätte Suhl werden sowohl Vor richtungen und Anlagen angefertigt

(hauptsächlich Schweiß- und Montageanlagen, Robotergreifer, Transfersysteme und Automatisierungseinrichtungen, jeweils inclusive Steuerungstechnik, Messtechnik, Elektrik usw.), als auch die kompletten Montage- und Installationsarbeiten durchgeführt. Hierbei fließt natürlich auch die Erfahrung im Bereich der Roboterprogrammierung ein. Die Mitarbeiter installieren diese Vor richtungen und Anlagen beim Kunden und nehmen sie in Betrieb. Außerdem werden Einzel- und Serienfertigungen von Einzelteilen oder Baugruppen in Auftrag genommen. Die zur Verfügung stehende maschinelle Ausstattung umfasst sämtliche spanabhebenden Verfahren. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, große Teile auf einer CNC-Fräsmaschine mit einem Verfahrweg von bis zu acht Metern zu bearbeiten. Das Schweißen großer Baugruppen und die Montage kom-

plexer Einheiten sind obligatorisch. Geprüft wird auf einer modernen Koordinaten-Messmaschine mit einem Messbereich von bis zu fünf Metern. Alle Leistungen sind selbstverständlich nach der Euronorm zertifiziert. Zu den Kunden von IBS Anlagen + Montage GmbH zählen sowohl namhafte Automobilhersteller und deren Zulieferer, Firmen des Sonder fahrzeugbaus, als auch Firmen des klassischen Maschinenbaus und der Konsumgüterindustrie. In den zurückliegenden Jahren wurden bereits Aufträge für Volvo, Siemens, Volkswagen und Dürr ausgeführt. Die engagierten und motivierten Mitarbeiter der IBS Anlagen + Montage GmbH freuen sich, vor Ort das volle Leistungsspektrum eines innovativen Unternehmens bieten zu können. Alles in allem bietet das Unternehmen in Suhl perfekte Lösungen im Vorrichtungs- und Anlagenbau.

Kontakt IBS Anlagen + Montage GmbH Pfütschbergstrasse 4 D-98527 Suhl Tel.: +49 (0) 3681 - 35 30 390 Fax: +49 (0) 3681 - 35 30 3939 E-Mail: info@ibs-ka.de Internet: www.ibs-ka.de

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Umwelttechnologie in Thüringen

Mehr Planungssicherheit bei Investition in Kleinkläranlagen

Erfurt. „Mit diesem Gesetz wird die Planungshoheit der Zweckverbände gewahrt, dem Bürger Planungs- und Investitionssicherheit gegeben und insbesondere ein Beitrag zur Verbesserung der Gewässergüte geleistet“, erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar. Die Regelungen gelten außerdem ausschließlich

für Eigentümer oder Besitzer, von deren Grundstücken Abwasser direkt und ohne Umwege über eine Abwasserleitung des kommunalen Entsorgers in das Gewässer eingeleitet wird. Für eine Kleinkläranlage für maximal vier Einwohner betragen die Kosten, ohne Einbau und Transport, durchschnittlich etwa 5.000 Euro. Allerdings können die Kosten je nach gewähltem Typ der Anlage schwanken. Das Land beabsichtigt, den Einbau oder die Sanierung einer Kleinkläranlage finanziell zu fördern. Diese „Abwrackprämie“ für Kleinkläranlagen ist Gegenstand einer gesonderten Förderlichlinie. Die Gesetzesänderung enthält außerdem Vorgaben, die die Kontrolle von Betrieb und Wartung sicherstellen. Übrigens können dabei weitere finanzielle Belastungen auf die Eigentümer zukommen. Die jährlichen Kosten einer Wartung liegen bei vollbiologischen Anlagen bei bis zu 300 Euro. Plus Kontrolle durch die Abwasserbeseitigungspflichtigen, die weitere etwa 50 Euro pro Jahr

ausmachen. Sklenar betont, dass: „durch den Einsatz von vollbiologischen Kleinkläranlagen als dauerhafte Form der Abwasserentsorgung örtlich gegebenenfalls zu hohe Anschlusskosten für zentrale Anschlüsse an Kläranlagen vermieden werden können!“ Eine Entscheidung, ob eine ordnungsgemäße Abwasserentsorgung dauerhaft über private Kleinkläranlagen beziehungsweise über öffentliche Abwas-

Durch den Einsatz von vollbiologischen Kleinkläranlagen können zu hohe Anschlusskosten für zentrale Anschlüsse an Kläranlagen vermieden werden.

Dr. Volker Sklenar seranlagen erfolgen soll, liegt nun in der Hand des zuständigen Abwasserverbandes oder der eigenentsorgenden Gemeinde. Nun kann flexibler auf die demografische Entwicklung reagiert werden. Neue zentrale Systeme, deren dauerhafte Auslastung im ländlichen Raum möglicherweise nicht gewährleistet werden, müssten gar nicht erst errichtet werden. (df)

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Foto: TLMNU

Am 22. April 2009 hat der Thüringer Landtag die Novelle des Thüringer Wassergesetzes verabschiedet. Der Gesetzentwurf verpflichtet die Abwasserverbände und eigenentsorgende Gemeinden (kommunale Aufgabenträger) zu verbindlichen Aussagen, wo in ihrem Zuständigkeitsbereich in den nächsten 15 Jahren ein zentraler Abwasserentsorgungsanschluss nicht geplant ist. Im Gegenzug erhält ein Grundstückseigentümer durch das Thüringer Wassergesetz Bestandsschutz, wenn er in diesen Gebieten eine Kleinkläranlage nach dem aktuellen Stand der Technik errichtet. Der kommunale Aufgabenträger kann in diesem Fall das betreffende Grundstück nicht an die zentrale Abwasserentsorgung anschließen. Dieser Schutz besteht innerhalb von 15 Jahren nach Inbetriebnahme der jeweiligen Kleinkläranlage.

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Die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Nachhaltige Entwicklung“ sind in aller Munde. Doch was bedeuteten sie eigentlich? Viele Menschen können nur unzureichend erklären, was damit gemeint ist. Schlicht gesagt geht es darum, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung dauerhaft in Einklang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen zu bringen. Es geht um unsere Zukunft sowie um die unserer Kinder und Enkel. Erfurt. Nachhaltigkeit heißt, eine lebenswerte Umwelt mit ausreichenden Entwicklungsmöglichkeiten zu hinterlassen. Jeder weiß es, dass fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zu den begrenzten Rohstoffen gehören. Und dass ihre Gewinnung mit immer größerem Aufwand verbunden ist. Möglichkeiten gibt es genug. Sonne, Biomasse, Wasser, Erdwärme und Wind – all das kann und sollte genutzt werden. Erfolgt dieses Umdenken freiwillig und mit Partnern aus Wirtschaft und Politik, dann ist nachhaltiges Wirtschaften in Sachen Klima- und Umweltschutz kein leeres Versprechen mehr. Die Thüringer Landesregierung und die Spitzenorganisationen der Thüringer Wirtschaft unterzeichneten Ende März im Thüringer Landtag (Bild oben) die Fortführung des Nachhaltigkeitsabkommens Thüringen. „Die Nachhaltigkeitspolitik in Thüringen verankert das Bewusstsein für Natur und Umwelt fest in der Gesellschaft. Die Beteiligten am Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen tragen entscheidend dazu bei.“ sagte Dr. Zeh, Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten. Nach der Unterzeichnung wurden weitere elf Thüringer Unter nehmen in das 2004 gegründete Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAT) aufgenommen. Damit nehmen nun 281 Thüringer Betriebe, Or32

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ganisationen und Einzelunternehmer teil. Dazu zählen unter anderem die AkzoNobel Functional Chemicals GmbH & Co. KG (Greiz), der TÜV Thüringen e. V., die Müller Weingarten AG Niederlassung Umformtechnik Erfurt oder die German Pipe GmbH (Nordhausen), die GEALAN Tanna Fenster-Systeme GmbH aber auch die Ingenieurkammer Thüringen.

Die Nachhaltigkeitspolitik in Thüringen verankert das Bewusstsein für Natur und Umwelt fest in der Gesellschaft. Dr. Zeh, Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten

Viele Beispiele belegen, wie das Nachhaltigkeitsabkommen schon heute wirkt. Im südthüringischen Viernau beispielsweise werden alternative Energien zunehmend genutzt. Die 2002 fertig gestellte Photovoltaikanlage auf der Sporthalle war das erste große Projekt dieser Art. Sie verfügt über eine Kollektorfläche von 260 Quadratmetern und liefert im Schnitt einen Ertrag von 26.000 Kilowattstunden im Jahr. Realisiert wurde auch die Beheizung des Sportlerheimes und des Kindergartens mit Erdwärme. Diese Erfolge brachten der Gemeinde den Titel „Solar-Kommune“ ein. Inzwischen gibt es weitere Projekt-

ideen, die die Nutzung alternativer Energieträger auch für das Rathaus, das Feuerwehrgerätehaus und die alte Schule mit Heimatmuseum vorsehen. In der Schule soll eine Holzhackschnitzelanlage die alte Heizung ersetzen, die trotz Leerstand des Gebäudes jährlich für 3.000 Euro Öl verschlingt. Ein weiteres Beispiel kommt aus Heiligenstadt. Was können sich Architekten und Haustechniker besseres wünschen als Sätze wie diesen aus dem Munde ihrer Kundschaft: „Wir haben hier sehr gute Arbeitsbedingungen und fühlen uns wohl.“ Dass sie das auch noch sagen, nachdem sie den ersten Winter überstanden haben, freut vor allem die Erdwärme-Experten. Das Projekt ist eines von wenigen großen in der Region, bei denen aus kostenloser Erdwärme Energie zum Heizen und zum Kühlen erzeugt wird. In dem großzügigen Bauwerk gibt es weder Heizkörper noch einen Schornstein. „Der Rohbau ist die Heizung“, bringt Geotechniker Hartmut Pingel das Prinzip auf den Punkt. Ther misch aktivierte Decken, Fußböden und Wände sowie eine Lüftungsanlage heizen im Winter und kühlen im Sommer. 24 bis zu 75 m tief unter dem Gebäude eingebrachte Erdsonden „befördern“ die durchschnittlichen zwölf Grad Wärme zu einer erdgekoppelten Wärmepumpe, dem Herz der Klimaanlage. Nach nur vier bis acht Jahren hat sich eine solche Anlage bereits amortisiert. (df)

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www.nachhaltigkeitsabkommen.de www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Foto Portrait: TSK, Foto oben: NAT

Lebenswerte Umwelt für unsere Kinder


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Umwelttechnologie in Thüringen

Sicherheit für Verbraucher und Werkstätten Bei den alternativen Kraftstoffen für Kraftfahrzeuge hat sich Autogas in den letzten Jahren fest etablieren können. Die Zahl der flüssiggasbetriebenen Fahrzeuge hat sich in Deutschland seit 2006 mehr als vervierfacht. Autogas ist inzwischen an etwa 5.000 Flüssiggastankstellen verfügbar, mehr als 340.000 Autogasfahrzeuge tanken den umweltfreundlichen Kraftstoff. Der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) und der TÜV Thüringen e.V. empfehlen die Umrüstung auf Autogas nur in zertifizierten Kfz-Fachbetrieben. Bis zum Jahr 2015 rechnet der DVFG mit 1,5 Millionen Autogasfahrzeugen in Deutschland. Neben dem ständig steigenden Neuwagenangebot verschiedener Hersteller verzeichneten die Werkstätten 2008 einen regelrechten Boom bei der Umrüstung auf Autogas. Die gestiegene Nachfrage nach den autogasbetriebenen Kfz stellt allerdings ganz neue Anforderungen an die Kfz-Werk stätten. Der Umgang mit dem Flüssiggas erfordert ein spezifisches Know-how an Ausstattung und die Qualifikation des Personals. Das gilt für Umrüstbetriebe genauso wie für die War tung.

Der Umwelt und Sicherheit zuliebe Ein australischer Spezialist für Biokunststoffe errichtet ein neues Werk in Thüringen. Damit werden im Freistaat künftig umweltfreundliche Kunststoff-Folien produziert. Der australische Spezialist für biologisch abbaubare Verpackungsmittel, Plantic Technologies Ltd., errichtet ein Werk zur Produktion von Biopolymeren in Schorba bei Jena. Dazu investiert das Unternehmen mehr als 8,3 Millionen Euro und schafft 36 neue Arbeitsplätze.

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Millionen Euro an das Unternehmen. Die neue Betriebsstätte der Plantic Technologies GmbH in Schorba wird künftig über eine komplette Unter nehmensstruktur verfügen, von Beschaffung, Personalwesen, Forschung, Entwicklung bis zu Marketing und Absatz. Produziert werden unter anderem Primär- und Sekundärverpackungen, so genannte „Trays“, für die

Der TÜV Thüringen bietet neben dem Zer tifizierungsverfahren für Autogasfachbetriebe auch die Beratung von Umrüstfachbetrieben an. In seinem vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) akkreditierten Prüflabor führt der TÜV Thüringen Prüfungen zur Typgenehmigung von Flüssiggasanlagen und deren Einzelkomponenten durch. Bei der Entwicklung hochporöser silikatischer und oxidischer Funktionselemente zur Gasreinigung von Alternativ-Kraftstoffen arbeiten die Autogasspezialisten des TÜV Thüringen eng mit dem Hermsdorfer Institut für Keramik e.V. zusammen. (bo)

Mit Plantic kommt eine innovative Technologie nach Thüringen, die erhebliches Wachstumspotenzial hat. Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz

Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Der Absatz soll europaweit erfolgen. Der bisherige Sitz der deutschen Niederlassung in Friedberg/Hessen wird aufgegeben und die deutschen Produktions- und Vertriebsaktivitäten zentral von Thüringen aus gesteuert. Erste anwendungstechnische Entwicklungen wurden bereits durchgeführt. Die Produktion startet im Frühsommer 2009. Plantic Technologies Ltd. mit Sitz in Altona bei Melbourne (Australien) wurde 2001 gegründet und beschäftigt derzeit weltweit etwa 50 Mitarbeiter. (bo)

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www.plantic.com.au

Foto Portrait: TMWTA / Foto oben: PLANTIC Technologies

Schorba. Die Plantic Technologies GmbH entwickelt und produziert Folien aus Kunststoff, die vollständig biologisch abbaubar sind, sich jedoch in Aussehen und Beschaffenheit praktisch nicht von herkömmlichen Plastikmaterialien unterscheiden. Grundstoff der Produktion ist Maisstärke mit hohem Amylosegehalt, die aus einer speziellen Maisart in den USA beziehungsweise Australien gewonnen wird. Mit der Investition in Thüringen will Plantic seine Präsenz auf dem europäischen Markt für Biokunststoffe deutlich ausbauen. In Schorba werden dazu Fertigungsanlagen zur Thermoformung sowie Extrusionsanlagen errichtet. Diese Anlagen ermöglichen die schnelle Herstellung von Prototypen, aber auch höhere Produktionsmengen bei besserer Qualität, geringeren Produktionskosten und kürzeren Lieferketten. Seetransporte von Australien nach Europa, die derzeit zehn Prozent der Plantic-Kosten ausmachen, entfallen. „Mit Plantic kommt eine innovative und umweltfreundliche Technologie nach Thüringen, die erhebliches Wachstumspotenzial hat“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz und übergab eine einen Zuwendungsbescheid über knapp 2,3

Aus Alt(lasten) Neu(erungen) machen Mit dem Projekt „Biogeothermie – Wärmenutzung aus natürlichen exothermen Reaktionen im Grundwasser“ baut Thüringen seine Forschungsaktivitäten im Bereich der Geothermie aus. Mit dem Aufbau einer Versuchsanlage wird Gewinnung von Wärme aus Grundwasservorkommen in kontaminierten Böden, die aufgrund mikrobieller Aktivitäten eine erhöhte Temperatur aufweisen, erforscht Im Freistaat sind derzeit 228 Unternehmen mit rund 10.000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von 1,4 Milliarden Euro in diesem Bereich aktiv. (bo)

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Handel

Schaufenster der Wirtschaft

S.

Seit die Menschen ihre Waren von einem Teil des Kontinents in einen anderen transportierten, querten sie auch das Gebiet des heutigen Freistaates. Das Beispiel der Stadt Erfurt zeigt sehr deutlich, wie der frühe Handel das Bild der Städte prägte. Entlang der Handelswege entstanden Handelsplätze. In den kleinen Gassen der mittelalterlichen Städte boten die Händler ihre Waren an und nutzten die Zeit während ihres Aufenthalts für Gespräche über Neuigkeiten aus anderen Regionen. Der Handel war also die erste überregionale Kommunikationsplattform. Gleichzeitig entwickelte er sich auch zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig, der nicht nur dem Händler, sondern auch den Städten ein beachtliches Vermögen einbrachte. Die Erfurter Krämerbrücke ist dafür ein anschauliches Beispiel. Seine kommunikative Bedeutung hat der Handel längst verloren. Dennoch sind die Händler von heute, ganz im Sinne der Kunden, eine kommunikative Berufsgruppe, die den Servicegedanken immer groß schreibt. Die Aufgabe als finanzielle Säule der Gesellschaft aber ist dem Handel geblieben. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der deutsche Einzelhandel einen Umsatz von über 400 Milliarden Euro. Trotz der wirtschaftlichen Krise verbuchten die Händler ein leichtes Umsatzplus. Darin zeigt sich, dass die Branche gut aufgestellt ist und sich robust entwickelt hat. Den 34

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neuen Möglichkeiten des E-Commerce hat sich der Handel erfolgreich gestellt. Mehr und mehr wird nun das Internet zu einer Handels- und Kommunikationsplattform und löst den klassischen Einzelhandel in seiner Rolle ab. Für das Jahr 2009 plant die Branche Umsätze in Höhe von rund 22 Milliarden Euro, Tendenz weiter steigend. In Thüringen beendete der Handel das vergangene Jahr mit einer Umsatzsteigerung von 1,3 Prozent. Die Betrachtung einzelner Wirtschaftsgruppen zeigte im Dezember 2008 gegenläufige Entwicklungen im Thüringer Einzelhandel. Im Vergleich zum Dezember 2007 waren Umsatzeinbußen im „Einzelhandel mit Wa-

Vertrauen ist eben eine wichtige Währung, vor allem in unsicheren Zeiten. Stefan Genth HDE-Hauptgeschäftsführer

ren verschiedener Art“ von 5,8 Prozent und im „Facheinzelhandel mit Nahrungsmitteln“ von fünf Prozent zu verzeichnen. Umsatzsteigerungen erreichten hingegen „Apotheken und Facheinzelhandel mit medizinischen Artikeln“, der „sonstige Facheinzelhandel“ und der „nicht in Verkaufsräumen tätige Einzelhandel“. Insbesondere der „nicht in Verkaufsräumen tätige Einzelhandel“ wie beispielsweise Markthandel, Brennstoffhandel und Internet handel konnte mit Steigerungen von real 21 Prozent gegenüber Dezember 2007

sehr deutliche Umsatzzuwächse verbuchen. Die Beschäftigtenzahl im Thüringer Einzelhandel stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent. Nach Ergebnissen des Thüringer Landesamtes für Statistik verbuchten die Thüringer Unternehmen des Großhandels und der Handelsvermittlung im Jahr 2008 nominal um 4,2 Prozent höhere Umsätze als im Jahr 2007. Im Thüringer Großhandel und in der Handelsvermittlung waren 2008 im Jahresdurchschnitt 2,4 Prozent weniger Personen beschäftigt als im Vorjahr. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten sank um 1,7 Prozent, die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 5,4 Prozent. Insgesamt betrachtet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) die momentane Lage als nicht all zu rosig. Eine allgemeine Kreditklemme gebe es aber derzeit im Einzelhandel nicht, doch die Konditionen hätten sich verschärft, berichtet der Verband nach einer Trendumfrage. „In der Regel aber ist die Kreditversorgung im Handel durchaus noch intakt. Vertrauen und langjährige Beziehungen zu ihren Hausbanken machen sich jetzt für viele Unternehmen bezahlt“, sagte dazu HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Viele Einzelhändler, die heute noch nichts von einer Kreditkrise spüren, würden dies aber in den kommenden Monaten erwarwww.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Foto oben: Galeria Kaufhof GmbH, Foto Portrait: HDE

chon seit Jahrhunderten profitiert Thüringen von seiner zentralen Lage in der Mitte Europas.


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ten. Insgesamt würden sich die Banken bei der Kreditgewährung für Einzelhandelsunternehmen restriktiver verhalten, so Genth. Sie würden genauer prüfen, Laufzeiten verkürzen und eher kleinere Kreditsummen gewähren. Manche Geldinstitute seien gerade gegenüber Einzelhandelsprojekten sehr zurückhaltend. Händler, die jedoch über lange Jahre eine gute Finanzkommunikation mit ihren Geldgebern gepflegt hätten, würden gegenwärtig sogar profitieren. Genth: „Vertrauen ist eben eine wichtige Währung, vor allem in unsicheren Zeiten.“ Hilfreich sei auch, dass die Einzelhandelshandelsunternehmen im Zuge von Basel II ihre Finanzen etwas besser sortiert, strukturiert und sogar die Eigenkapitalausstattung erhöht hätten. Sie würden auch ihre Investitionsentscheidungen und Finanzplanungen überdenken und Kosten auf den Prüfstand stellen.

einer Kaufkraft beziehungsweise einem durchschnittlichen verfügbaren NettoEinkommen von 18.946 Euro im Jahr, das die Deutschen für Lebensunterhalt und Konsum ausgeben können. Das sind umgerechnet rund 210 Euro pro Person mehr als im letzten Jahr, was einer Steigerung von 1,1 Prozent entspricht. Damit wird der

Die Entwicklung der realen Kaufkraft im kommenden Jahr stagniert. Simone Baecker-Neuchl Leiterin „Market Data & Research“ Anstieg des privaten Wohlstands in 2009 aber voraussichtlich von der derzeit prognostizierten Inflation ausgeglichen. Simone Baecker-Neuchl, Leiterin der Abteilung „Market Data & Research“ bei GfK GeoMarketing und Projektleiterin der Kaufkraft-Studie, kommentiert: „Die Er-

gebnisse bedeuten vor dem Hintergrund der weiter steigenden Lebenshaltungskosten, dass die Entwicklung der realen Kaufkraft im kommenden Jahr, bezogen auf den Durchschnitt, voraussichtlich stagniert. Vieles hängt aber von der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes und dem Verlauf der Finanzkrise im nächsten Jahr ab. Ob die einzelnen Menschen unterm Strich mehr oder weniger haben werden, hängt davon ab, ob sie individuell an den wachsenden Nettolöhnen in einigen Branchen profitieren oder beispielsweise durch Zeitarbeit oder gar Stellenverlust in anderen Branchen Einbußen hinnehmen müssen.“ Derzeit arbeiten in Thüringen rund 90.000 Menschen im Einzelhandel. (su)

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www.einzelhandel.de www.gfk-geomarketing.de

Neben Bankkrediten seien Lieferantenkredite gerade für kleine und mittlere Handelsunternehmen eine wichtige Finanzierungsmöglichkeit. In der Krise würde sich jedoch auch bei den Lieferanten die Liquidität verschlechtern. Folge seien verkürzte Laufzeiten und Wertstellungen. „Allerdings zahlen sich auch hier langfristige Beziehungspflege und gegenseitiges Vertrauen aus. 15 Prozent der Befragten berichten, dass Lieferanten aus Kulanz in der Krise durchaus auch größere oder längere Kredite gewähren“, erklärte Genth. Zum Einzelhandelsumsatz 2009, zum Konjunkturpaket und zur Unternehmenssteuerreform äußerte sich Stefan Genth dahingehend, dass 2009 zweifellos ein schwieriges Jahr werden wird. Die Wirtschaftskrise wird ihn treffen – aber wann, wie hart und wie lange ist ungewiss. Entscheidend wird die Entwicklung am Arbeitsmarkt sein.

www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Grafik und Foto Portrait: GfK Geomarketing

Nach den Ergebnissen einer KaufkraftStudie der GfK GeoMarketing hält sich der Anstieg des Wohlstands in 2009 wahrscheinlich die Waage mit der Inflationsrate. Damit stagniert die Entwicklung der realen Kaufkraft im kommenden Jahr. Die Studie zeigt auch, dass zwischen den Regionen Deutschlands große Unterschiede im durchschnittlichen Kaufkraftniveau existieren. Die Ergebnisse der KaufkraftStudie 2009 besagen, dass den deutschen Verbrauchern für das Jahr 2009 Nettoeinkommen in Höhe von insgesamt rund 1.558 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten sind hier inbegriffen. Pro Kopf entspricht dies 02 /2009 · Wirtschaftsspiegel Thüringen

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Prognose für Solarwirtschaft

Fokus Kunststoffe

Projektstart mit Förderung

Erfurt. Bereits im März legte das Thüringer Landesamt für Statistik seine Sonderveröffentlichung „Solarwirtschaft in Thüringen“ vor, in der die Entwicklung des weltweiten Photovoltaik-Marktes analysiert wurde.

Jena/Erfurt. Vom 26.–27. Mai findet auf der Messe Erfurt die Fachmesse und Anwendertagung für Rapid-Technologie statt, die Rapid.Tech. Parallel dazu veranstaltet das Kunststoffcluster Thüringen PolymerMat e.V. zum ersten Mal den Mitteldeutschen Kunststofftag des mitteldeutschen Kunststoffnetzwerkes (MKN). Das Mitteldeutsche Kunststoffnetzwerk MKN ist ein Zusammenschluss des AMZ-K Netzwerk Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen, KuBra e.V. Kunststoffnetzwerk Berlin-Brandenburg e.V., Polykum e.V. Fördergemeinschaft für Polymerentwicklung und Kunststofftechnik in Mitteldeutschland und des PolymerMat e.V. Kunststoffcluster Thüringen.

Erfurt. Nachdem der Zuschlag beim Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF nicht an den Bewerber „CoOPTICS Thüringen“ ging, sicherte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz eine Förderung der geplanten Projekte durch das Land zu. Die Rede war im Herbst 2008 von etwa 20 Millionen Euro. Jetzt steht die Gesamtsumme der Förderung fest und der erste Förderbescheid wurde übergeben. Mit 27,5 Millionen Euro wird die Zusage demnach um 7,5 Millionen Euro übertroffen. Acht große Forschungsprojekte mit 31 beteiligten Unternehmen und fünf Forschungseinrichtungen werden in den nächsten drei Jahren gefördert. „Die Optik ist die innovative Vorzeigebranche Thüringens und wird vom Land gezielt gefördert“, sagte Reinholz. „Mit der Umsetzung von ‚CoOPTICS Thüringen‘ sollen in den kommenden Jahren mehr als 200 Arbeitsplätze neu geschaffen werden.“

Für die Thüringer Solar wirtschaft werden in dieser Veröffentlichung gute Absatzchancen prognostiziert. Nachdem die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen auf Grund der derzeitigen Wirtschaftssituation um 17 Prozent gesunken war, wird ab 2010 wieder mit einer steigenden Nachfrage gerechnet. Die bisherigen Wachstumsraten liegen bei durchschnittlich 48 Prozent im Jahr. Ab 2012 bis 2020 werden immerhin noch 28 Prozent vorausgesagt. Thüringen hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz einen Anteil von zehn Prozent am Gesamtumsatz der Photovoltaikbranche. „Wir werden alles daran setzen, diesen Umsatzanteil in den kommenden Jahren noch weiter auszubauen“, so der Minister. Schon Ende des Jahres 2007 startete die Landesregierung mit der „Solarinitiative Thüringen“. Das erweist sich gerade in der Konjunkturkrise als Vorteil, wie anhaltende Investitionen in der Branche in Thüringen zeigen. „Wir sind frühzeitig auf den Solarzug aufgesprungen und gehören in diesem Bereich heute zu den wichtigsten Produktionsstandorten in Deutschland und Europa“, so Reinholz weiter. Im März startete die Ersol Solar Energy AG mit der Grundsteinlegung für ein neues Werk in Arnstadt, das jüngste Projekt der Solarwirtschaft in Thüringen. Bis 2012 entstehen hier bis zu 1100 neue Arbeitsplätze bei einem Investitionsvolumen von 530 Millionen Euro. (jw)

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Foto: Jenoptik

Foto: PVCrystalox

Foto: Messe Erfurt

Aus den Netzwerken

www.solarvalley.org

Wirtschaftsspiegel Thüringen · 02 /2009

Aktuelle und zukünftig in den Fokus der Kunststoffindustrie rückende Themen stehen für Kunststoffhersteller, -verarbeiter und Forschungseinrichtungen im Mittelpunkt. Lange Traditionen und neu er reichtes Know-how in der Kunststoff industrie verpflichten sozusagen zu einer gemeinsamen Veranstaltung. Das MKN ruft deshalb diese neue Veranstaltungsreihe auf den Plan, die die vorhandenen Stärken der Region aufzeigen und die zukünftigen Stärken verdeutlichen soll. Fünf Themenschwerpunkte bilden das Programm des 1. Mitteldeutschen Kunststofftages: Strategische Aspekte, Planung und Simulation in der Kunststofftechnik, Werkzeugbau und Betriebsmittelkonstruktion, Sonderwerkstoffe in der Kunststoffverarbeitung, optimierte Fertigungsverfahren – Verlängerung der Wertschöpfungskette. Außerdem konnte Andreas Maashoff, Design Director der Johnson Controls GmbH als Keynote-Speaker gewonnen werden. (jw)

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Rapid.Tech 26.–27. Mai 2009 Messe Erfurt www.rapidtech.de

„Wir freuen uns sehr, dass die Landesregierung entschlossen weiter auf Hochtechnologien aus der und durch die Optik setzt“, sagte Professor Andreas Tünner mann, Sprecher des CoOPTICS-Netzwerkes. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es entscheidend, dass innovative Produkte und Konzepte der Zusammenarbeit – vor allem auch für die Ausbildung der zukünftig benötigten Fachkräfte – entstehen.“ Die Initiative „CoOPTICS - Cooperate in Optics“ war als Bewerbung der Thüringer Optik-Industrie um die SpitzenclusterFörderung des Bundes ins Leben gerufen worden. Leitziel ist es, die Optik-Region Jena zu einem Innovationsmotor für optische Technologien in Europa auszubauen und die Maßstäbe in der Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich mitzubestimmen. (jw)

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www.cooptics.de www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com


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Mittelthüringen

+++ Die Mitte in Kürze +++

Foto: HWK Erfurt

Foto: Pixelio/tommyS

Ab Juli 2009 gelten die neuen EU-Sicherheitsbestimmungen für Flughäfen. In diesem Zusammenhang findet ein Umbau am Terminal B des Flughafens Erfurt statt. Damit werden internationale Standards in Hinsicht auf Sicherheit und Komfort erfüllt. (jw)

Präzise Suchmaschine

Effekte für Handwerker

Erfurt. Multilineares Interface, Definition eigener Parameter, umfassender Überblick im Zugriff auf Wissen. So lesen sich die Schlagworte einer der neuen Suchmaschine von Q-Sensei. Q-Sensei ist ein Zusammenschluss des Erfurter Unter nehmens Lasilo GmbH und der US-amerikanischen Gesellschaft „QUASM Corporation“. Hinter den Worten verbergen sich die Eigenschaften einer neu entwickelten Suchmaschine der Kooperation. Ziel war es, wissenschaftliche Informationen auf eine neue, effiziente Art und Weise zugänglich zu machen. Im Vergleich zu herkömmlichen Suchmaschinen bietet Q-Sensei ein tiefgründigeres, komfortableres und präziseres Finden von Informationen. Dazu wird derzeit der Zugriff auf über sieben Millionen wissenschaftliche Artikel ermög licht, die mit größter Genauigkeit durchsucht werden können.

Ein Großteil der Investitionen aus dem Konjunkturpaket II wird in die Sanierung öffentlicher kommunaler Gebäude fließen. Als Dienstleister vor Ort erwartet vor allem das Bau- und Ausbauhandwerk von diesen Investitionen spürbare Effekte. Die Schwellenwerte im Zuge der Änderungen der VOB und der Thüringer Vergabe-Mittelstandsrichtlinie wurden für „freihändige Vergaben“ auf 100.000 Euro und für „beschränkte Ausschreibungen“ auf eine Millionen Euro deutlich angehoben.

Die Q-Sensei Technologie verbindet verschiedene Kategorien – oder Dimensionen – von Suchvorschlägen, wie zum Beispiel Autor, Stichworte, Sprache und Jahr der Veröffentlichung, miteinander, wodurch ein mehrdimensionales Navigieren möglich wird. Durch die Möglichkeit, Suchvorschläge beliebig miteinander zu kombinieren, hinzuzufügen und zu entfernen, können Nutzer jederzeit bequem ihre Suche erweitern und anpassen und so auch Literatur finden, die ihnen ansonsten entgangen wäre. Sobald Nutzer die gewünschten Ergebnisse gefunden haben, können sie auf weitere Informationen zu jedem Treffer zugreifen. Dazu zählen Zitate, Webseiten oder verwandte Wikipedia-Artikel. Außerdem werden weitere verwandte Themen oder Einträge aus der Q-Sensei-Datenbank angezeigt, die als Ausgangspunkt für eine neue Suche dienen können. (jw)

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www.qsensei.com

www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Das regionale Handwerk erwartet in Kombination diese Richtlinienänderungen und der Investitionen aus dem Konjunkturpaket eine deutliche Verbesserung der Auftragslage im Bau- und Ausbaugewerbe in den kommenden Monaten. Allein besteht die Gefahr darin, dass mit Anstieg der Schwellenwerte auch die Korruption ansteigt. Daher sollte laut Handwerkskammer ein Höchstmaß an Transparenz im Vergabeprozess realisiert werden. Aus dem Konjunkturpaket II stehen Land und Kommunen rund 423 Millionen Euro zur Verfügung. „Eine entsprechende Ausschreibungspraxis in den Vergabestellen kann in den kommenden Monaten maßgeblichen Anteil daran haben, dass qualifizierte Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in den kleinen und mittleren Betrieben gesichert werden“, so Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. In diesem Zusammenhang ruft HWKHauptgeschäftsführer Malcherek die Handwerksbetriebe auf, sich in den zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern, wie der energetischen Gebäudesanierung, dem Bauen im Bestand und der Nutzung erneuerbarer Energien weiter zu qualifizieren. (jw)

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Auch in Zeiten wirtschaftlicher Rezession gibt es Lichtblicke für Personaldienstleister. Das Erfurter Unternehmen jobs in time konnte 110 Arbeitsplätze per Neuvertrag über drei Jahre sichern. (jw) Der Dämmstoffspezialist va-Q-tec eröffnete im April ein Werk in Kölleda. Damit schafft ein nach Worten des Thüringer Wirtschaftsministers Reinholz „hochinnovatives Unternehmen"“ 25 neue Arbeitsplätze. Der Standort soll zukünftig auf bis zu 100 Arbeitsplätze erweitert werden. (jw) Die Universität Erfurt erhielt 3,8 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm von Bund und Ländern. Diese sollen vorwiegend zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes an der Nordhäuser Straße eingesetzt werden. Unter anderem ist eine Photovoltaikanlage geplant. (jw) Bereits zum vierten Mal wurde durch die weimar GmbH die Verleihung des Wirtschaftspreises ausgerichtet. Fünf Unternehmen wurden in den Kategorien „Familienfreundliches Unter nehmen“, „Besonderes kommunales Engagement“, „Existenzgründer“, „Innovative Produkte und Technologien“ und „Erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit“ ausgezeichnet. (jw) Anfang März wurde die Richtkrone über den Rohbau der mehrstufigen Reisegepäckontrollanlage am Flughafen Erfurt gehoben. Der Anbau war nötig, da die EU eine Verordnung erlassen hat, in der festgelegt wurde, dass das Reisegepäck künftig nicht mehr vor, sondern hinter den Check In-Schaltern 100-prozentig zu kontrollieren ist. Die Bausumme war mit etwa 2,5 Millionen Euro veranschlagt, mit Unterstützung der Landesregierung konnte ein Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,7 Millionen Euro an die Flughafen Erfurt GmbH erteilt werden. (su)

www.hwk-erfurt.de 02 /2009 · Wirtschaftsspiegel Thüringen

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Jena

+++ Jena in Kürze +++

Der Jenaer E-Commerce-Spezialist Demandware liefert die Shopping-Plattformen für den Sportartikelanbieter SportScheck sowie für das internationale Mode- und Lifestyleunter nehmen s.Oliver. Beide Unternehmen nutzen die On-Demand-Lösung als Basis für das internationale Wachstum und zum Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten. (jw) Die innovativsten IT-Lösungen für den Mittelstand wurden auf der CeBIT mit dem Innovationspreis-IT 2009 ausgezeichnet. Die JENTECH Datensysteme AG aus Jena gewann mit ihrer Unter nehmenssoftware ZEPHIR Avenue, einer Komplettlösung für mittelständige Handels- und Industrieunternehmen als Landessieger Thüringen. (jw) Intershop und prudsys unterzeichneten einen Vertrag zum Ausbau ihrer Kooperation. prudsys ist im deutschen Markt der führende Anbieter für Echtzeit-Empfehlungs-Technologien (Recommendation Engines, RE). Unter nehmen, die Enfinity Suite 6 von Intershop als E-Commerce-System einsetzen, können künftig das Potenzial beider Lösungen noch einfacher nutzen als bisher. (jw) Einen neuen Teilnehmerrekord gab es bei den Bewerbungen aus Jena um den IQ Innovationspreis 2009. Insgesamt 19 Unternehmer, Gründer, Studierende und Forscher aus der Stadt haben sich um den Preis beworben. Die Preise werden am 10. Juni in der Moritzburg in Halle verliehen. (jw) 38

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Foto: Jenoptik

Die unabhängige SEM-Agentur Finnwaa realisiert ab sofort das Suchmaschinenmarketing für den Online-Shop www.kahla-porzellanshop.de. Eine auf die Traditionsmarke zugeschnittene SEM-Kampagne soll den Internet-Shop die KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH im Online-Markt etablieren und den Bekanntheitsgrad der Marke KAHLA nachhaltig ausbauen. (jw)

Foto: Analytik Jena

Vom 30. Juni bis zum 03. Juli 2009 findet an der Fachhochschule Jena zum sechsten Mal ein Optik-Design-Lehrgang mit Dr. Brian Blandford aus London statt. Der Kurs wird seit 2003 durchgeführt, um die Teilnehmer auf dem aktuellen Stand in der Entwicklung von Optiken zu halten. (jw)

Wachstum prognostiziert

Umsatzplus für Jenoptik

Jena. Die Analytik Jena AG geht von einem zweistelligen organischen Wachstum im bisherigen Geschäft aus. Das sagte der Vorstand anlässlich der ordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens. Die Gesellschaft rechne im aktuellen Geschäftsjahr mit einer Steigerung des Umsatzes um über 20 Prozent auf 65 bis 69 Millionen Euro. Im operativen Ergebnis (EBIT) erwarte Analytik Jena eine Steigerung von mindestens 25 Prozent auf 5,8 bis 6,6 Millionen Euro.

Jena. Der Jenoptik-Konzern erzielte 2008 ein Umsatz- und Ergebnisplus von fünf Prozent. Zusammen mit dem verbesserten Finanz- und Beteiligungsergebnis erreichte das Ergebnis nach Steuern 16,6 Millionen Euro. „Jenoptik ist für ein schwieriges Jahr 2009 gerüstet“, so Jenoptik-Chef Michael Mertin (Foto) zur Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Jena. „Wir haben unseren Konsolidierungskurs fortgesetzt und das Kerngeschäft weiter ausgebaut. Es ist uns damit gelungen, den Konzern in stabiles Fahr wasser zu bringen.“ Das positive Ergebnis ist laut Konzernangaben im Wesentlichen auf Gewinne von Marktanteilen mit Laseranlagen im Photovoltaik Markt zurückzuführen.

Analytik Jena bewertet das derzeitige wirtschaftliche Umfeld national und international als schwierig. Dies spiegelt sich auch in den Prognosen wider, die mit einer breiten Spanne angegeben werden. Dennoch erwartet das Unternehmen auf Basis des aktuellen Geschäftsverlaufs und der nach wie vor guten Auftragslage, die aufgezeigte positive Unternehmensentwicklung fortzusetzen. Der führende Hersteller von Analyseinstrumenten und Life Science-Lösungen erwarb im Februar mit 51,2 Prozent die Mehrheit an der CyBio AG und verstärkt damit signifikant den Bereich bio solutions. CyBio ist innerhalb des Marktes High Throughput Screening (HTS) eine international anerkannte und gut eingeführte Marke mit konstanten Umsätzen zwischen 14 und 16 Millionen Euro jährlich. Hierauf aufbauend erfährt der Bereich bio solutions der Analytik Jena AG einen deutlichen Umsatzschub. Der Konzern kann so dem Ziel, in zwei bis drei Jahren die wichtige Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro zu überschreiten, deutlich näher kommen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres (per 31. Dezember 2008) wurde im Instrumentengeschäft ein Umsatz von 17,148 Millionen Euro (Vorjahr: 14,625 Millionen Euro) erzielt. Dies entspricht einer Steigerung um 17,3 Prozent. (jw)

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www.analytik-jena.de

Weiterhin war eine starke Nachfrage nach Sicherheitstechnik zu verzeichnen und der internationale Verkehrssicherheitsmarkt wurde seit dem 2. Halbjahr 2008 belebt. Außerdem schaffte Jenoptik eine weitere Integration der französischen Etamic-Gruppe und damit die Entwicklung zum globalen Systemanbieter für industrielle Fertigungsmesstechnik. Schlussendlich führte auch die Trennung von Randaktivitäten, wie der Ausstieg aus der Entwicklung der EUV-Strahlquelle und die Abgabe der Mehrheit am Laser-DisplayGeschäft zur positiven Entwicklung des Geschäftsergebnisses. Die derzeitige Konjunkturentwicklung erlaubt laut Konzernangaben allerdings keine Aussagen zu Umsatz und Ergebnis für das Jahr 2009. Insgesamt geht der Jenoptik-Konzern davon aus, dass Umsatz und Ergebnis das Niveau von 2008 nicht erreichen werden. Dennoch ist sich Jenoptik-Chef Mertin sicher, dass durch die stabile Positionierung und eine breite Aufstellung das Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. (jw)

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Jena Anzeige

Das iPhone als Vertriebsmitarbeiter

Eine Firma, die solche Programme entwickelt und bereitstellt, ist die Thomas Dingler Softwareentwicklung in Jena. Seit der Gründung im Januar 2007 hat sich das kleine Unter nehmen mit mittlerweile vier Mitarbeitern und zwei Bacheloranden, die wohl beide im Unternehmen bleiben werden, zu einer festen Größe in der Branche entwickelt. Thomas Dingler, Inhaber des Unternehmens, hat sich dabei auf zwei Bereiche der Softwareentwicklung spezialisiert. Zum einen entwickelt die Firma eigene Softwareprodukte für Mac und PC, zum anderen fungiert sie als Dienstleister in der Erstellung von Software für das iPhone. So wurden bereits Sprachführer in über 20 Sprachen für einen Verlag realisiert. Auch Stadtführer für verschiedene Städte sowie ein umfangreicher Reiseplaner für Geschäftsreisende gehören zu den Produkten der Thomas Dingler Software-

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entwicklung. Gerade wurde auch die erste eigene Applikation fertig gestellt und ist im AppStore erhältlich. Der RemoteCalendar ermöglicht uneingeschränkten Zugriff auf viele Kalender-Server, wie Google Calendar, Apple iCal Server oder Oracle Beehive Server. Mit dem kleinen Programm können diese Kalender einfach über das Internet mit dem iPhone synchronisiert werden. Im Vordergrund stehen für Tho mas Dingler jedoch weiterhin Auftragsarbeiten. Zielgruppe sind dabei grundsätzlich alle endnutzerorientierten Unternehmen. Vor allem Verlage, Film me dien, Radiosender und Zeitungen schaffen über diesen Weg einen Mehr wert für ihre Konsumenten und können ihr Marketing ausbauen. Unternehmen können Produktpräsentationen auf dem iPhone effektiv und kostengünstig realisieren. Dadurch erreichen sie einen optimalen Vertrieb ihrer Produkte, da sie über den AppStore alle iPhone-Nutzer erreichen. Thomas Dingler Softwareentwicklung bietet dabei den kompletten Service von der Erstellung der Software bis zum Einpflegen von Daten. Ebenso entwickelt das Unternehmen auch Redaktionssysteme, also sozusagen den leeren Rahmen, mit dem der Kunde dann selbstständig weiterarbeiten kann. Das iPhone ist dabei immer als Mehrwert und neuer günstiger Ver triebsweg zu betrachten. „Geld verdient man durch gute Inhalte, die vorher auch schon in anderen Kanälen

nachgefragt wurden.“, so Thomas Dingler. Das zweite Standbein ist die Entwicklung einer eigenen Produktlinie für PC und Mac. Thomas Dingler Softwareentwicklung hat sich auf die Erstellung von Ver waltungssoftware für alle kursorientierten Unter nehmen spezialisiert. Zielgruppe sind folglich Tanz-, Ballett-, Yoga- oder Kampfsportschulen, beziehungsweise alle Unternehmen, die verschiedene Kunden, Räume, Kurse oder Kursleiter inklusive dem Zahlungsverkehr und Veranstaltungsmanagement organisieren müssen. Derzeit ist die Verwaltungssoftware TanzProfi für Ballett- und Tanzschulen erhältlich. An weiteren Produkten der Linie wird zur Zeit noch gearbeitet. Außerdem kommen auch neue iPhone Applikationen auf den Markt. Der Wirtschaftsspiegel Thüringen ist zum Beispiel als erstes Verlagsprodukt aus Thüringen mit dieser Ausgabe auf dem iPhone erhältlich. Darüber hinaus entwickelt Thomas Dingler Softwareentwicklung gerade eine Übersetzungssoftware in deutsch-englisch / englischdeutsch und ein Quizspiel mit MultipleChoice-Antworten. Für die Zukunft sind dann auch größere Forschungsprojekte in der Planung. AUTOR: JULIUS WOLF

Kontakt Thomas Dingler Softwareentwicklung Wildenbruchstraße 15 D-07745 Jena Tel.: +49 (0) 3641 - 6349688 Fax: +49 (0) 3641 - 6349689 E-Mail: info@thomasdingler.de Internet: www.thomasdingler.de

02 /2009 · Wirtschaftsspiegel Thüringen

3D Visualisierung: zoomatra GbR, Jena

Dass ein iPhone mehr als nur modisches Accessoire ist, hat sich vor allem bei den Businessanwendern herumgesprochen. Weltweit nutzen derzeit mehr als zehn Millionen Menschen das iPhone, über eine Million davon in Deutschland, Tendenz: steigend. Der durchschnittliche Nutzer ist männlich und 35 Jahre alt. In dieser Gruppe ist besonders der Unter nehmer interessant. So gibt es unzählige kleine Programme, so genannte Applications, kostenlos oder zu geringen Preisen, mit denen sich der unternehmerische Alltag einfacher gestalten lässt.

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Ostthüringen

Die drei Unternehmen SCHOTT, Carl Zeiss und Jenoptik bündeln am Standort Jena ihre Ausbildung in Thüringen. Die JENOPTIK AG wird neben der SCHOTT JENAer GLAS GmbH und der Carl Zeiss Jena GmbH dritter Gesellschafter des Bildungszentrums. (jw) Das Deutsche Kinder-Medien-Festival GOLDENER SPATZ wird am 24. Mai in Gera eröffnet. Die Jury, bestehend aus 24 Kindern zwischen neun und 13 Jahren verleihen dann zum 30. Mal die Hauptpreise an die 39 Wettbewerber in sechs Kategorien. (jw) Carl Zeiss und Sony Corporation setzen ihre gemeinsame Arbeit fort. Die nächsten fünf Jahre möchte der Jenaer Konzern die Kooperation mit seinem langjährigen Partner noch enger gestalten. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung und kommerzielle Verwer tung neuer Bildsysteme. (jw) Die EthikBank mit Sitz in Eisenberg und die Pax-Bank haben eine Kooperationsvereinbarung für ihr Privatkundengeschäft geschlossen. Ab Mai wird die Pax-Bank denjenigen Interessenten die EthikBank empfehlen, die vorrangig die Instrumente einer Direktbank nutzen wollen sowie keiner Konfession angehören. (jw) Der Wissenschaftszug machte vom 3. bis 5.5.2009 halt in Jena-Göschwitz. In dem 300 Meter langen Sonderzug, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, beschäftigt sich eine Ausstellung mit der Veränderung unseres Lebens durch Forschung und Technik. (jw) Spitzenreiter in Thüringen ist einmal mehr Jena. Und zwar bei den Immobilienpreisen. Während im Durchschnitt die Preise für Bauland von 95 Euro pro Quadratmeter auf 75 Euro sanken, stiegen Jenas Preise von 160 Euro auf 185 Euro. (jw) 40

Wirtschaftsspiegel Thüringen · 02 /2009

Foto: IGZ Rudolstadt

Der PolymerMat e.V. mit Sitz in Jena organisiert in diesem Jahr zum ersten Mal den Mitteldeutschen Kunststofftag des Mitteldeutschen Kunststoffnetzwerkes MKN. Er findet parallel zur Fachmesse und Anwendertagung für Rapid-Technologie Rapid.Tech vom 26. bis 27.05.2009 auf der Messe Erfurt statt. (jw)

Foto: Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH

+++ Der Osten in Kürze +++

100. Gründer in Rudolstadt

Land der Ideen

Rudolstadt. Seit April ist die Zahl der Ansiedlungen junger technologieorientierter Unternehmen durch das Innovations- und Gründerzentrum Rudolstadt (IGZ) dreistellig. Damit bestätigt sich der anhaltende Trend von durchschnittlich sieben bis acht Neuansiedlungen pro Jahr. Das hundertste Unternehmen in der Reihe heißt pro-electric \ ing. GmbH und liefert Ingenieurdienstleistungen und technische Fachplanungen auf dem Gebiet der Energieerzeugung und -nutzung. Die lohnenswerte Initiative wird durch die Zahl der bisherigen Insolvenzen gestärkt: gerade fünf Unternehmen mussten seit Bestehen des IGZ 1996 Insolvenz anmelden.

Saalfeld. Die Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH ist „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“. Damit ist sie Teil der Veranstaltungsreihe „365 Orte im Land der Ideen“, die gemeinsam von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank durchgeführt wird. Von mehr als 2.000 Bewerbungen prämierte die Jury die 365 besten Ideen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Technik, Gesellschaft und Sport, Kunst und Kultur. Als „Ausgewählter Ort“ wird die Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler im Jahr 2009 Deutschland als das „Land der Ideen“ repräsentieren. „Wir sind sehr stolz und glücklich über diese Auszeichnung. Für uns ist dieser Preis eine Bestätigung mit voller Kraft an feenhaften Ideen zu arbeiten und die Feengrotten weiter zu entwickeln“, so Yvonne Lenz-Habermann, Geschäftsführerin der Tourismus GmbH.

Derzeit befinden sich 26 Firmen mit 120 Mitarbeitern in den Räumen des IGZ. Die anderen nutzten erfolgreich das Gründerzentrum als Startrampe und sind mittlerweile an neue Standorte umgesiedelt. Möglich wird die gute Leistung unter anderem durch die Zusammenfassung der kommunalen Wirtschaftsförderung des Landkreises, sowie der Städte Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg als gemeinsame Wirtschaftsförderagentur. Weiterhin siedelten sich unter dem gemeinsamen Dach auch die Beratungsstellen der GfAW, der IHK und der Thüringer Aufbaubank an. „Wir können uns damit als Haus der Wirtschaft in der Region bezeichnen. So werden wir auch von den regionalen Unternehmen wahrgenommen“, sagte Knut Jacob, Geschäftsführer des IGZ. Derzeit belaufen sich die eingesetzten Fördermittel in den Unternehmen auf etwa 6,2 Millionen Euro. Unternehmen finden darüber hinaus eine komplette Infrastruktur für ihre Vorhaben und können sich auf eine Kaltmietenförderung des Landes in den ersten drei Jahren des Bestehens stützen. (jw)

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www.igz-rudolstadt.de

Thüringen hält einen originellen Weltrekord: Saalfeld besitzt die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“, meldet das Guiness-Buch der Rekorde. Und weil die Höhlen so zauberhaft leuchten und funkeln, heißen sie Feengrotten. Über Jahrhunderte dienten sie als Bergwerk, bis sie 1914 als Schaubergwerk eröffnet wurden und seitdem mehr als 17 Millionen Gäste aus aller Welt begeisterten. Jährlich begeben sich rund 200.000 Menschen auf die Suche nach den geflügelten Zauberwesen. Diese tanzen seit 2007 nicht nur in den Höhlen, sondern auch über der Erde: im Feenweltchen, einem idyllischen Waldstück, in dem sich auch Elfen, Kobolde und Trolle verstecken. Dort warten unter anderem das Feenwipfelschloss, der Helle Hain der Lichtelfen und das Dunkle Reich der Waldgeister auf die Besucher. (jw)

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www.feengrotten.de www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com


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Foto: HWK Gera

Foto: AUDI AG

Foto: Messe Chemnitz

Ostthüringen

Positiv in die Zukunft

Dritte Auflage der SIT

Handwerk bietet Ausbildung

Erfurt/Gera. Trotz der Krise auf dem Automobilmarkt und deren Zulieferindustrie will Insolvenzverwalter Rolf Rombach die ins Strudeln gekommene Dagro GmbH mit Sitz in Gera auf die Zielgerade bringen. Die geplante Qualifizierungsgesellschaft für die Mitarbeiter des Unternehmens wird nur in sehr kleinem Umfang zum Tragen kommen. Für die überwiegende Mehrheit der derzeit 375 Beschäftigten wird es bei der Dagro weiter gehen. Derzeit wird mit verschiedenen Investoren über eine Fortführung des Unternehmens verhandelt. Die Dagro arbeitet als sogenannter T1-Lieferant, das bedeutet als direkter Zulieferer für starke Marken der Automobilindustrie, unter anderem für die Audi AG, BMW AG, AMG Mercedes oder die Porsche AG.

Chemnitz. Der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tilleich wird am 10. Juni 2009 die Industrie- und Technologiemesse SIT in der Messe Chemnitz eröffnen. Messechef Michael Kynast sieht darin auch eine gestiegene Wertschätzung der SIT als Leistungsschau und Kommunikationsplattform für den Maschinen- und Anlagenbau der Region Südwestsachsen: „Ich freue mich sehr über die Zusage des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, die SIT 2009 zu eröffnen. Damit wird Chemnitz als Wiege des deutschen Maschinenbaus mit seiner immer wieder unter Beweis gestellten Innovationskraft gewürdigt. Gleiches gilt natürlich für die SIT, die auch in den jetzigen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zeigt, welches Potenzial die Region hat, um auf die Herausforderungen der Märkte zu reagieren.“

Gera. Ungeachtet der Wirtschaftskrise ist die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk der Handwerkskammer für Ostthüringen ungebrochen hoch. Noch immer melden ausbildungswillige Handwerksunternehmen für das kommende Ausbildungsjahr ihre Bewerbergesuche in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Ostthüringen. Gegenwärtig bietet die OnlineLehrstellenbörse der Handwerkskammer für Ostthüringen knapp 80 qualifizierte Lehrstellenangebote in nahezu 30 verschiedenen Ausbildungsberufen an.

Die hochwertigen Lederinnenausstattungen aus Gera werden überwiegend von Hand hergestellt und finden sich auch in noblen Marken wie Bugatti oder Lamborghini wieder. Gerade Audi und AMG Mercedes haben großes Interesse an der Erhaltung des Standortes in Gera, da der Entwicklungsauftrag für eine für das kommende Jahr geplante Serie von AMG Mercedes in Auftrag gegeben wurde. Außerdem fertigt Dagro auch das Interieur des Sportwagens R8 von Audi. Die Gespräche mit den möglichen Investoren werden deswegen zwischen dem Insolvenzver walter Rolf Rombach und den wichtigen Auftraggebern Audi und Mercedes AMG koordiniert und inhaltlich begleitet. Dass trotz dieser guten Perspektiven und der hervorragenden Produktqualität die Dagro Federn lassen muss, ist nicht zuletzt den stark zurück gehenden Stückzahlen in der Branche geschuldet. Rombach ist sich jedoch sicher, mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft eine konstruktive Lösung in die Realität umzusetzen. (jw)

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www.dagro.de

www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

Die SIT 2009 bietet mit ihrem Leitmotiv „Wir verknüpfen die Kompetenzen der Region!“ für die klein- und mittelständischen Unternehmen der Region neben der Präsentations- und Verkaufsplattform auch ein anspruchsvolles Fachprogramm. Der Raum Ostthüringen kann durch seine Nähe zu Chemnitz ebenfalls von der Messe profitieren. Das erstmals dreitägige IT Anwenderforum mit integrierten Workshops rückt die Informationstechnologie noch stärker in den Focus der SIT 2009. Auch der SIT Ingenieurtag am 12.06.2009 überzeugt mit hochkarätigen Referenten, anwenderbezogenen Inhalten und wird – konzipiert von Fachleuten für Fachleute – die Experten der verschiedenen Branchen zusammenbringen. Bereits 2008 war die SIT der Treffpunkt für Anwender neuer Technologien und Innovationen in Südwestsachsen und konnte sich durch großen Aussteller- und Besucherzuwachs als erfolgreiche Messe etablieren. (su)

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www.sit-chemnitz.de

„Diese Tendenz macht deutlich, dass sich das Ostthüringer Handwerk seiner Verantwortung stellt, die Fachkräfte von Morgen selbst auszubilden. So sind unsere Betriebe auch nach der momentanen schwierigen wirtschaftlichen Lage gut aufgestellt“, so Hans Joachim Reiml, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Ostthüringen. „Die Kraftfahrzeugbranche bietet enorm viele freie Lehrstellen, so viele wie seit Jahren nicht mehr“, so Reiml weiter. Erhöhter Bedarf besteht auch in der Elektro- und Metallbranche. Wer einen guten Realschulabschluss und gute Noten in den Naturwissenschaften vorweisen kann, hat hier gute Chancen in eine dreieinhalbjährige Ausbildung als Elektroniker/-in oder Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu starten. Mädchen kommen im Handwerk aber auch nicht zu kurz. So werden beispielsweise Bürokaufleute, Fachverkäufer/-innen im Lebensmittelhandwerk, Friseure/innen oder Raumausstatter/-innen gesucht. Wer gern mit Menschen zusammen arbeitet und Kreativität mitbringt, kann hier seinen zukünftigen Ausbildungsplatz finden. (su)

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www.hwk-gera.de 02 /2009 · Wirtschaftsspiegel Thüringen

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Nordwestthüringen

Die internationalen Ratingagenturen Standard & Poors und Moodys bewerten die K+S Aktiengesellschaft im Rahmen ihrer Rating-Aufnahme im Investment Grade Bereich. Standard & Poors stuft K+S mit „BBB+“ ein, Moodys vergibt ein Rating von „Baa2“. Der Ausblick beider Agenturen ist „stabil“. (su) Staatssekretär Roland Richwien setzte am 8. April den ersten Spatenstich für den Ausbau der Ortsteildurchfahrt Kloster in Bad Salzungen. Der Ausbau der Landesstraße L 1121 erfolgt in zwei Abschnitten. Bis August soll der erste Abschnitt bis zur Straße „Am Lindenberg“, bis Mitte Dezember der zweite Abschnitt bis zur Zufahrt Deponie fertig gestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf 2,6 Millionen Euro. (su) Ministerpräsident Althaus hat das Hilfsangebot für das Eisenacher OpelWerk bekräftigt. „Wir haben angeboten, Opel Eisenach zu entlasten“, sagte Althaus am 22. April 2009 vor der Landespressekonferenz. Das Hilfspaket liege der Unternehmensführung vor und wurde bei einem Gespräch zwischen Opel und Ver tretern der Landesregierung beraten. (su) Das REWE City Center in Bleicherode steht nach abgeschlossener Sanierung seinen Kunden ab sofort wieder in vollem Umfang zur Verfügung. Die offizielle Neueröffnung nahm Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Prof. Dr. Christian C. Juckenack gemeinsam mit den Eigentümern des Gebäudes und der REWE-Handelsgruppe als größtem Investor vor. In den Umbau des Objekts, der am 5. Januar gestartet war, sind insgesamt rund 1,6 Millionen Euro investiert worden. (su) 42

Wirtschaftsspiegel Thüringen · 02 /2009

Foto: LEG Thüringen

Der Freistaat Thüringen fördert mit fast einer Million Euro zwei Verbundprojekte an der Fachhochschule Nordhausen. Dabei handelt es sich um ein Projekt der FH und der GÖPEL electronic GmbH Jena zur Entwicklung des flexiblen Interface- Systems INTERFLEX für die Fehlerdiagnose an Fahrzeugen. Träger des zweiten Projekts ist die MAB Maschinen- und Anlagenbau GmbH. FH und MAB kooperieren bei der Entwicklung eines Funktionsmodells zur Probenentnahme aus Abfallbehandlungsanlagen. (su)

Foto: Pixelio, casiocan/R.B.

+++ Der Nordwesten in Kürze +++

Investition in Nordhausen

Erschließung beginnt

Nordhausen. Der Standort Nordhausen der GP Günter Papenburg AG wird ausgebaut. Dazu investiert das Unternehmen knapp 10,5 Millionen Euro und schafft 28 neue Arbeits- und zwölf Ausbildungsplätze. Das Thüringer Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit 1,4 Millionen. Den Zuwendungsbescheid übergab Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz bei einem Unter nehmensbesuch.

Nordhausen. Eine wichtige Etappe nahmen LEG Thüringen und Planungsverband jetzt bei der Entwicklung der Industriegroßfläche „Goldene Aue“: Am Dienstag, 31. März 2009, unterzeichneten Andreas Krey, Geschäftsführer der LEG, und Wolfgang Heim, Vorsitzender des Planungsverbandes „Industriegebiet Goldene Aue“, den Erschließungsvertrag für die Entwicklung des insgesamt rund 100 Hektar großen Gebietes. Der Vertrag legt die Basis dafür, dass die LEG die Fläche mit Straßen, Wegen, Brücken und Versorgungsleitungen versehen kann; den Anfang machen wichtige Bauwerke des Hochwasserschutzes. Die Erschließung wird gefördert aus Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“(GA).

Im Betriebsteil Nordhausen – der ehemaligen HBM/NOBAS GmbH – produziert Papenburg Baumaschinen, vor allem Motorgrader. Diese kommen unter anderem im Straßen- und Tiefbau, Deponie-, Gleisund Autobahnbau, bei der Wegeunterhaltung in der Land- und Forstwirtschaft sowie in Bergwerken zum Einsatz. Der Absatz erfolgt nach Unternehmensangaben zu 25 Prozent in Deutschland und zu 75 Prozent im Ausland. So besteht eine Vertriebsvereinbarung mit dem US-amerikanischen Baumaschinenhersteller Terex. Mit der guten Exportentwicklung ist auch die Abhängigkeit der Papenburg AG von der Baukonjunktur im Inland gesunken. Derzeit werden in Nordhausen Grader in den Gewichtsklassen 8,5; 11,5; 15; 18,7 und 23 Tonnen produziert. Mit der aktuellen Investition soll diese Produktpalette um Grader der Gewichtsklasse 13 Tonnen erweitert werden. Kernstück der Investition ist die Anschaffung einer neuen Montagelinie. Daneben sollen ein neues Logistik- sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eingerichtet und mehrere CNC-Werkzeugmaschinen angeschafft werden. Außerdem investiert das Unternehmen in neue Schulungs- und Ausbildungsanlagen für die Kunden und in Sozialeinrichtungen für seine Mitarbeiter. (su)

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www.gp-papenburg.de

„Nordthüringen rückt nicht zuletzt wegen des fortgesetzten Autobahnbaus und der positiven Entwicklung der ‚Ideenschmiede‘ FH Nordhausen zunehmend in den Fokus von Investoren“, sagte Krey bei der Vertragsunterzeichnung. „Das Industriegroßgebiet ‚Goldene Aue‘ entwickeln wir in diesem Zusammenhang zur strategischen Ressource, um in den kommenden Jahren für Investoren mit großflächigen Projekten angebotsfähig zu sein.“ Bereits vor zehn Jahren hatte der 1998 gegründete Planungsverband mit der LEG einen Vertrag über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Großfläche im Umfang von 100 Hektar unterzeichnet. 2006 schlossen die Partner einen Entwicklungsvertrag, der die Aufgaben der LEG definierte, darunter Grunderwerb, Vorlage des Erschließungsver trages und spätere Vermarktung. Im Rahmen des Grundstückserwerbs hat die LEG inzwischen über 55 Hektar angekauft. (su)

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www.goldeneaue-nordhausen.de www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com


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Südthüringen

Foto: IHK Suhl

Foto:Pixelio, casiocan/R.B.

+++ Der Süden in Kürze +++

Investition unterstützt

Gute Noten für Akademien

Königsee. Der Hersteller von Präzisionswerkzeugen Werkö GmbH in Königsee weitet seine Produktion aus. Dazu investiert das Unternehmen drei Millionen Euro in die Anschaffung neuer Fertigungstechnik. Das Thüringer Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit 510.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GA). Einen entsprechenden Fördermittelbescheid übergab Staatssekretär im Thüringer Wirtschaftsministerium, Prof. Dr. Christian Juckenack, Ende April.

Suhl. Grau ist alle Theorie – und deshalb schwören die breit aufgestellten Unternehmen in Südthüringen vor allem auf eins: Auf bunte Vielfalt von der Berufsakademie. Die Studieneinrichtung mit starker Praxisorientierung genießt einer Umfrage der IHK Südthüringen zufolge eine hohe Wertschätzung.

Werkö produziert und vertreibt anwendungsorientierte und kundenspezifische Präzisionswerkzeuge aus HSS-Stahl und Hartmetall. Kunden sind in der Fahrzeugund Luftfahrtindustrie angesiedelt, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Medizintechnik. Mit der aktuellen Investition erhöht sich zugleich die Beschäf tigtenzahl von 56 auf 62 Mitarbeiter. Die Werkzeugproduktion am Standort Königsee hat eine lange Tradition. 1938 wurde hier die Werkzeugfabrik Königsee (Werkö) gegründet. Im Jahr 1952 folgte die Umwandlung in einen Volkseigenen Betrieb (VEB). Nach der Wende wurde Werkö in eine GmbH umgewandelt. Vor zehn Jahren übernahm der US-amerikanische Konzern Milacron das Werk in Königsee. 2002 akquirierte die amerikanische Kennametal Inc. die Werkzeugfabrik. Die heutige Werkö GmbH entstand im vergangenen Jahr durch Herauslösung des Geschäftsbereichs HSS-Fertigung aus der Kennametal Unternehmensgruppe. Hauptgesellschafter des Unternehmens ist die chinesische Top Eastern Drills Co. Ltd. (sk)

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www.werkoe.de

www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

„Vier Fünftel der Thüringer Unternehmen kennen die Ausbildung an Berufsakademien, die sie im Durchschnitt mit der Note 2,1 (gut) bewerten“, so Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen. Und weiter: „Die Praxisorientierung hat eine hohe Akzeptanz in der Wirtschaft.“ Grund genug für Pieterwas, sich für einen zusätzlichen Berufsakademie-Standort in Südthüringen stark zu machen. Die Wirtschaft in Südthüringen habe schließlich seit langem einen erhöhten Fachkräftebedarf. Mit einer Berufsakademie würden die Fachkräfte direkt aus der Region kommen und auch bleiben. Damit könne zugleich dem Problem der Abwanderung begegnet werden. Seit zehn Jahren hat sich die Berufsakademie inzwischen schon bewährt. An den beiden – derzeit einzigen – Standorten in Eisenach und Gera gibt es Studiengänge in den Fachgebieten Informations- und Kommunikationstechnologien, Engineering, Elektrotechnik/Automatisierungstechnik, Praktische und Wirtschaftsinformatik, Soziale Arbeit und Betriebswirtschaft. Eine breite Palette, die jedoch – ginge es nach der Wirtschaft – noch erweitert werden könnte. Fachrichtungen wie Energietechnik und Bau, Umwelttechnik und Optoelektronik stehen auf den Wunschlisten der Unternehmen. (sk)

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www.suhl.ihk.de

Ab sofort ist die Änderung der Vergabe-Mittelstandsrichtlinie in Kraft. Damit wird die Vergabe öffentlicher Aufträge im Zuge des Konjunkturpakets II für Thüringen neu geregelt. Die zulässigen Beträge werden für eine beschränkte Vergabe von 500.000 Euro auf eine Million Euro erhöht. Für eine freihändige Vergabe wird der Betrag von 50.000 auf 100.000 Euro geändert. „Die Kommunen haben es damit in der Hand, die zusätzlichen Mittel zügig in Aufträge und damit in die heimische Wirtschaft fließen zu lassen“, betonte Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK-Südthüringen. (sk) Aufatmen im Thüringer Wald: Das Raumordnungsverfahren für die Rhöntrasse B87n ist abgeschlossen und die Umsetzung des Straßenbauprojekts damit ein Stück näher gerückt. Nicht nur Schwerpunktbranchen wie die Metallverarbeitung, Sensortechnik und Er nährungswirtschaft ziehen Nutzen aus der Trasse. Viele Südthüringer sehen in der Bundesstraße einen Zugewinn an Lebensqualität: Pendler gewinnen Zeit. Anwohner werden vom beträchtlichen Durchgangsverkehr entlastet.(sk) Eine Doppelbelastung für Fuhrunter nehmen hat die IHK-Südthüringen öffentlich moniert. Zur schlechten Wirtschaftslage kämen noch die seit Jahresbeginn erhöhten Kosten für die Maut. Produktionseinschränkungen, Kurzarbeit und ein Rückgang der Aufträge ließen den Unter nehmen keine Chance, Preise an die Kunden weiter zu geben. Der Lösungsansatz des IHK-Verkehrsausschusses: eine gesetzlich verbindliche Abgabe, die jeder Frachtzahler gegenüber dem Transportunter nehmen zu entrichten hat. (sk) Ein grünes Zentrum mit großzügigem Stadtplatz – so stellen sich die Projektgemeinschaft Hks Hestermann Rommel Architekten + Gesamtplaner/Erfurt und Heinisch Landschaftsarchitekten/ Gotha das Wintersport-Mekka Oberhof im Jahr 2015 vor. Sie lieferten den Siegerentwurf im städtebaulichen Ideenwettbewerb „Oberhof 2015“ und verwiesen damit 23 weitere Entwürfe in die Rundablage. Bürger meister Thomas Schulz begrüßte die Entscheidung: „Unsere neue Ortsmitte soll ein attraktiver Raum für Wohnen, Freizeit und Handel werden.“ (sk) 02 /2009 · Wirtschaftsspiegel Thüringen

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Südthüringen Anzeige

100 Jahre Rockenstein in Schleusingen Vor 100 Jahren, genau am 1. Mai 1909, kam Adolf Rockenstein nach Schleusingen – der Urgroßvater der beiden Firmeninhaber der Rockenstein GmbH, Alexander und Lutz Rockenstein. In einem alten Fachwerkgebäude bauten er und später seine Kinder Walter und Wilhelm bis in die 50iger Jahre eine moderne Strickerei für Damen- und Herrenstrümpfe auf. Nach der Enteignung gab es keinen Stillstand. Großvater Walter und der Vater der beiden Brüder, Joachim, errichteten eine neue kleine Firma mit den gleichen Erzeugnissen und entwickelten sich zu einer innovativen Firma. Doch den Funktionären der DDR gefiel dies nicht und so wurde die Fertigung von Strümpfen einfach verboten. Um für die bisherigen Mitarbeiter eine Arbeit zu schaffen, wurden bis zur Wende für die Fa. Carl Zeiss Zielfernrohre montiert. Nun standen die Produktionsräume leer und wiederum eine Neuorientierung bevor. Als sich 1990 die Gelegenheit ergab, einen Pulverbeschichter zu erwerben, wurde die Chance genutzt und somit der Grundstein für einen der innovativsten Oberflächenveredlungsbetriebe in Thüringen gelegt. Es entwickelte sich seit 1991,

gegründet von Lutz Rockenstein und wenig später zusammen mit Alexander Rockenstein, ein Betrieb, der sich als Dienstleister für metallverarbeitende Firmen mit den Schwerpunkten Strahlen, Schleifen, Pulverbeschichten und Nasslackieren inzwischen einen Namen weit über Thüringens Grenzen hinaus gemacht hat. Die wichtigsten Prinzipien der Kundenorientierung sind hohe Flexibilität und ein breites Produktionsspektrum bei erstklassiger Qualität. Der Veredlung unterzogen werden zum Beispiel die unterschiedlichsten Gehäuseteile, Maschinenverkleidungen und Grundkörper in verschiedenen Ausführungen, Leuchtenteile, Vordächer, Zaun-, Geländer- und Treppenanlagen, und als Besonderheit Fahr räder renommierter deutscher Hersteller sowie Anbauteile für diese Produktgruppe. Die Pulverbeschichtung und Nasslackierung als Kerngeschäft kann mit einer 18jährigen Erfahrung angeboten werden. Zufriedene Kunden, die ihre Produkte in Schleusingen veredeln lassen, sind unter anderem Siemens, Loewe, Kapp, Braun,

Coexal, CoolTec und im Fahrradbereich Cube, Steppenwolf, Radon. Sowohl für die Kfz-Industrie und ausgefallene, anspruchsvolle Anwendungen, als auch für den Endkunden, der beispielsweise seinen Oldtimer wieder herrichten will, wird mit durchgängig hohem Anspruch gearbeitet. Die Produktionsanlagen sind so ausgerichtet, dass sowohl Einzelstücke als auch Großserien kostengünstig gefertigt werden können. Auch vorbereitende Arbeiten wie Schleifen, Sweepen und Strahlen mit Glasperlen oder mineralischen Materialien werden von qualifizierten Mitarbeiten ausgeführt. Eine fachgerechte Bearbeitung ist von Anfang an garantiert. Häufig werden bei komplizierten Teilen Abdeckungen für lackfreie Stellen benötigt. Auch dies kann dank hochwertiger Plotttechnik für Abdeckfolien in komplizierten Konturen angeboten werden. Die Kombination mit mehreren Lackiervorgängen ist notwendig, um die heute anspruchsvollen Designs bei Fahrrädern zu verwirklichen. Die meisten Tätigkeiten erfordern Handarbeit, so dass die Firma heute über 100 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz bietet.

Kontakt Rockenstein GmbH Industriestraße 3 D-98553 Schleusingen Tel.: +49 (0) 36841 - 3310 Fax: +49 (0) 36841 - 331 33 E-Mail: info@rockenstein-gmbh.de Internet: www.rockenstein-gmbh.de

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Wirtschaftsspiegel Thüringen · 02 /2009

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Foto: A. Lübke, Suhl

Foto: Pixelio/klicker

Foto: www.oekolandbau.de/Copyright BLE/Thomas Staphan

Südthüringen

Ausbildungsservice

Messerscharfe Produktion

Fachkräfte der Industrie

Suhl. Ein Betriebspraktikum ist eine ideale Möglichkeit für Schüler, um bei der Suche nach dem Beruf fürs Leben einmal hinter die Kulissen schauen zu können. Oft existieren völlig falsche Vorstellungen vom angestrebten Berufsbild und es ist nicht bekannt, welche Voraussetzungen erforderlich sind, um den gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

Eisfeld. Der Rasiertechnik-Spezialist Feintechnik GmbH weitet die Produktion am Stammsitz Eisfeld aus. Dazu investiert das Unternehmen 17,5 Millionen Euro und schaf ft 35 neue Arbeitsplätze. Der Freistaat Thüringen unterstützt das Vorhaben mit knapp 2,9 Millionen Euro. Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz informierte sich Anfang Mai bei einem Werksbesuch über die Unternehmensentwicklung und den Stand des Investitionsvorhabens.

Zella-Mehlis. Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz hat Mitte April das neue Kunststoffzentrum des BildungsCenters Südthüringen e.V. (BCS) in ZellaMehlis eröffnet. In dem Zentrum sollen künftig Fachkräfte für die regionale Kunststoffindustrie ausgebildet werden. Die Gesamtkosten zur Errichtung und Ausstattung des Zentrums belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro.

Das Team des Ausbildungsservice „Thüringer Wald“ hat in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region einen umfangreichen Praktikumskatalog erstellt. Unternehmen aus Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistungen bieten über 450 Praktikumsstellen in den verschiedensten Berufen an. Laufend kommen neue dazu. Für interessierte Schülerinnen und Schüler lohnt sich in jedem Fall ein Blick in das vielfältige Angebot. Der Ausbildungsservice „Thüringer Wald“ ist ein im Rahmen des Jobstarter-Programms des Bundesinstituts für Berufsbildung gefördertes Projekt, eingebunden in das Regionalmarketing Thüringer Wald. (su)

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www.ausbildungsservice-tw.de

Die Feintechnik GmbH in Eisfeld – im Jahr 1920 unter dem Namen Ritzma-Werke gegründet, einziger Hersteller von Nassrasurtechnik in der ehemaligen DDR und 1991 reprivatisiert – produziert Rasur technik, Rasier- und Industrieklingen sowie Kunststoffspritzteile, unter anderem unter dem Markennamen „croma“. Etwa 60 Prozent des Unternehmensumsatzes werden im Ausland erzielt, vor allem in Afrika, Asien und Westeuropa. Die Feintechnik GmbH zu den fünf größten Herstellern der Welt für Nassrasierer. (su)

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www.feintechnik.com

„Das Kunststoffzentrum wird einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung für die Wirtschaft leisten“, so Wirtschaftsminister Reinholz. Das gelte auch in der momentanen Krise, die nach seiner Auffassung verstärkt für die Mitarbeiterqualifizierung genutzt werden sollte. Künftig werde in der Thüringer Wachstumsbranche Kunststoff die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern wieder ansteigen: Nach Branchenschätzungen wird sich im Freistaat Thüringen allein in diesem Bereich bis zum Jahr 2012 ein Fachkräftebedarf von rund 3.000 Mitarbeitern ergeben. (su)

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www.bcsev.de

Ja, ich abonniere den WIRTSCHAFTSSPIEGEL THÜRINGEN ab sofort zum jährlichen Bezugspreis von 11,50 Euro (inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer und Porto). persönliche Angaben Name / Vorname bzw. Firma

Zahlungsweise Rechnung

Straße, Hausnummer

Geldinstitut

PLZ / Ort

Bankleitzahl

Datum / Unterschrift

Kontonummer

Abbuchung

Ihr Widerrufsrecht: Das WIRTSCHAFTSSPIEGEL Abonnement kann innerhalb einer Woche nach Bestelldatum durch eine schriftliche Mitteilung an den WIRTSCHAFTSSPIEGEL LeserService widerrufen werden. Die Frist beginnt mit der Absendung der Bestellung (Poststempel). Das WIRTSCHAFTSSPIEGEL Abonnement verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn nicht spätestens 12 Wochen vor Ablauf des Vertrages schriftlich gekündigt wird.

Datum / Unterschrift

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Einfach ausfüllen, ausschneiden und absenden an: WIRTSCHAFTSSPIEGEL LeserService, Josef-Ries-Str. 78, 99086 Erfurt Fax: 0361 - 550 44 66

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Expertenrat Anzeige

Mittelständische Unternehmen sind als Zulieferer innerhalb der Lieferkette ein Garant für die zuverlässige Erfüllung von Standards und Normen. Dies hat sich nicht zuletzt mit der Einführung von normierten Qualitätsmanagementsystemen bewahrheitet. Doch Kunden des Mittelstandes fragen nicht mehr allein nach der Qualität und dem Preis von Produkten und Dienstleistungen, sondern auch nach der übernommenen Verantwor tung von Unternehmen zu Themen wie Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen – und das weltweit. Lieferverantwortung 2.0

Corporate Responsibility – unternehmerische Verantwortung im Mittelstand

Eine besondere Herausforderung von gerade mittelständischen Unternehmen stellt die Einbindung der eigenen Vorlieferanten dar.

Rolf-Peter Stockmeyer

sässig sind, ist besonders schwierig. Zwei Aussagen aus verschiedenen Branchen verdeutlichen die Zusammenhänge: „Ich kaufe zunehmend in Ländern, mit denen ich nicht vertraut bin. Wie stelle ich sicher, dass soziale Risiken vor Ort nicht meine Unternehmensziele gefährden?“ (Automobilbranche) „Bei Audits wurde schon des Öfteren festgestellt, dass ausländische Betriebe in der Lie46

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ferkette nur sehr schlechte Bedingungen für Arbeiter bieten.“ (Chemieindustrie) Wie soll nun ein mittelständisches Unternehmen mit Corporate Responsibility umgehen? Der erste Schritt ist eine Ermittlung der im Hinblick auf Umwelt, Arbeitsbedingungen und Menschenrechte gestellten Anforderungen. Weiterhin sollte abgeschätzt werden, welche Anforderungen in absehbarer Zeit ergänzend an das Unternehmen gestellt werden. Diesem Anforderungskatalog sollte dann gegenübergestellt werden, welche Aktivitäten das Unternehmen heute durchführt (zum Beispiel ein zertifiziertes Umweltmanagement). Das Delta zwischen Anforderungen und heutigen Aktivitäten sollte bewertet und je nach Risikogröße zielgerichtet abgearbeitet werden. Außerdem sollte das Unter nehmen seine Nachhaltigkeitserfolge regelmäßig nach außen kommunizieren (so zum Beispiel im Internet oder mittels Nachhaltigkeitsbericht). Die Durchsetzung ökologischer und sozialer Normen innerhalb der gesamten Lieferkette bedeutet aber nicht nur die Umsetzung von Vorgaben sondern auch Flankenschutz für die eigene Unternehmensstrategie. Eine frühzeitige Implementierung geeigneter Managementsysteme und Reportingtools schaffen für mittel-

ständische Unternehmen die Zugangsvoraussetzung als Zulieferer innerhalb der Supply Chain aber auch einen Vorsprung im Wettbewerb um Nachwuchskräfte, eine Sicherung der eigenen Unternehmensreputation und die Sicherheit in der eigenen Lieferkette. TEXT: ROLF-PETER STOCKMEYER

Kontakt PricwaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Büro Erfurt Parsevalstraße 2 D-99092 Erfurt Tel.: +49 (0) 3 61 5586 0 Fax: +49 (0) 3 61 5586 300 Internet: www.pwc.de/de/sustainability Rolf-Peter Stockmeyer Wirtschaftsprüfer/Steuerberater/Partner Tel. +49 (0) 361 5586 115 Fax +49 (0) 361 5586 260 rolfpeter.stockmeyer@de.pwc.com Hans-Peter Dittmar Master of Laws/Manager Tel. +49 (0) 30 2636 4256 Fax +49 (0) 30 2636 4596 hans-peter.dittmar@de.pwc.com

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Große Industrieunternehmen müssen die sichere Einhaltung ökologischer und sozialer Anforderungen gewährleisten, schon allein um die Unternehmensreputation und den Markenwert zu schützen. Themen wie Klimaschutz, Menschenrechte oder Produktsicherheit werden deshalb von den großen Unter nehmen an ihre Geschäftspartner weitergegeben. Entlang der gesamten Lieferkette wird darum durch geeignete Maßnahmen, Prozesse und Kontrollsysteme sichergestellt, dass alle Geschäftspartner die unternehmerische Verantwortung wahr nehmen. Eine besondere Herausforderung von gerade mittelständischen Unternehmen stellt die Einbindung der eigenen Vorlieferanten dar. Die Kontrolle vereinbarter Standards bei Zulieferern, die außerhalb Europas an-


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Thüringen

Das Qualitätssiegel „Berufswahlfreundliche Schule“ konnte an 38 Thüringer Schulen neu beziehungsweise wiederholt verliehen werden.

Der Fachkräftenachwuchs von morgen lernt heute in den Thüringer Schulen Das Qualitätssiegel „Berufswahlfreundliche Schule“ (Q-Siegel) war im letzten Jahr zum vierten Mal in Folge thüringenweit für Regelschulen, Förderzentren und Gymnasien ausgeschrieben worden. Das Q-Siegel 2008 wurde am 21. Januar 2009 an 16 Schulen im Erstaudit und an 22 Schulen im Rezertifizierungsaudit verliehen. Erfurt. Das Q-Siegel bescheinigt den ausgezeichneten Schulen, dass sie mit klaren Konzepten, nachhaltigen Aktivitäten und festen regionalen Partnern daran arbeiten, Schülerinnen und Schüler auf die Berufsund Studienwahl vorzubereiten. Dazu haben im Vorfeld der Zertifizierungen 43 Jurorinnen und Juroren in 41 Thüringer Bewerberschulen die Qualität der

Unternehmen haben die Chance, sich schon heute um ihre Fachkräfte von morgen zu bemühen. Constanze Koch, Autorin und Jurysprecherin im Projekt Q-Siegel

Berufs- und Studienwahlvorbereitung bewertet. Die Vertreter kommen aus Unternehmen, von Kammern und Verbänden, der Agentur für Arbeit, des Thüringer Kultusministeriums und sind Elternsprecher. Berufs- und Studienorientierung hängen heute in besonderem Maße davon ab, wie www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

es gelingt, Schule und Unterricht zu öffnen, um Schülerinnen und Schülern lebensnahe, vielfältige und individuelle Erfahrungen – zusätzlich zum Lernort Schule – zu ermöglichen. Betriebliche Praktika der Schüler, Betriebserkundungen, Kooperationen mit Unternehmen und Einrichtungen in der Region, die Zusammenarbeit mit externen Partnern im Unterricht oder der Unterricht im Betrieb sind spezifische Ansätze, die Schüler über einen Zeitraum von mehreren Schuljahren auf ihre künftige Ausbildung zu lenken und ihnen so zu ermöglichen, sich bewusst für einen Ausbildungsberuf oder eine Studienrichtung zu entscheiden. Nur Schülerinnen und Schüler, die wissen, wofür sie lernen und welche Anforderungen künftig an sie gestellt werden, können die Berufs- und Studienwahlentscheidung fundiert treffen – eine wichtige Voraussetzung, um sich am späteren Arbeitsplatz als engagierte Mitarbeiter einbringen zu können. Eine bessere Ausbildungsreife der Schülerinnen und Schüler ist dringend geboten, um die Abbrecherquote bei Auszubildenden und Studierenden von aktuell 20 Prozent zu verringern. Der Erfolg von Schule-Wirtschaft-Kontakten liegt auf der Hand. Die Schulen erhalten fachliche und praxisorientierte Unter-

stützung für die Unterrichtsgestaltung und den Schülern wird ein realistisches Bild von der Arbeitswelt vermittelt. Dadurch kann die Wirtschaft deutlich machen, was sie von ihren künftigen Facharbeitern oder Ingenieuren erwartet und wie das Leistungsprinzip im Arbeitsalltag funktioniert. Und: Unternehmen haben die Chance, sich schon heute um ihre Fachkräfte von morgen zu bemühen. Das ist mit Blick auf die Erhaltung und Attraktivität von Thüringer Wirtschaftsstandorten nicht unwesentlich. Beispielhafte und erfolgreiche SchuleWirtschaft-Aktivitäten gibt es thüringenweit. Im Q-Siegel-Prozess wird das deutlich. Ein Aufeinanderzugehen ist sicher von beiden Seiten gefragt. Hilfestellung geben auch die Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT in Thüringen. AUTORIN: CONSTANZE KOCH

Kontakt Medienbüro KOCH, Constanze Koch Hoher Weg 19, D-98593 Floh-Seligenthal Telefon: +49 (0) 3683 - 60 64 13 Telefax: +49 (0) 3683 - 60 64 13 E-Mail: con.koch@t-online.de Internet: www.medienbuero-koch.de Projekt Q-Siegel E-Mail: qsiegel@bwtw.de Internet: www.schule-wirtschaftthueringen.de

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Expertenrat Anzeige

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WEISSKOPF RECHTSANWÄLTE PARTNERSCHAFT Juri-Gagarin-Ring 53 D-99084 Erfurt Telefon: +49 (0) 361 - 56 562 0 Telefax: +49 (0) 361 - 56 562 36 E-Mail: office@weisskopf-law.com Internet: www.weisskopf-law.com

Rechtsanwalt Justus Kehrl, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

Das Konjunkturpaket führt zu Änderungen im Vergaberecht.

Vergaberecht Modernisierung und Konjunkturpaket

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Danach kann die Vergabe von Bauleistungen bis 100.000 Euro Auf tragswert netto im Wege freihändiger Vergabe und bis zu einer Million Euro im Wege beschränkter Ausschreibung erfolgen. Unabhängig davon hat das Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts den Bundesrat am 13.02.2009 erfolgreich passiert. Die Modernisierung bezieht sich, im Gegensatz zum Konjunkturpaket, dauerhaft auf folgende Kernpunkte.

hang mit dem Auftragsgegenstand stehen. Informationspflichten des Auftraggebers erweitert; Neue Fristen Neu eingefügt wurde § 101 a GWB, anstelle des bisherigen § 13 VgV. Der Auftraggeber hat die betroffenen Bieter, deren Angebote nicht berücksichtigt werden sollen, über den Namen des Unternehmers, dessen Angebot angenommen werden soll, über die Gründe der vorgesehenen Nichtberücksichtigung ihres Angebotes und

Stärkere Berücksichtigung der Interessen des Mittelstandes Mittelständische Interessen sind vornehmlich dadurch zu berücksichtigen, dass Leistungen in der Menge aufgeteilt werden (Teillose) und getrennt nach Art oder Fachgebiet (Fachlose) vergeben werden sollen. Wird ein Generalunternehmer mit der Wahrnehmung oder Durchführung einer öffentlichen Aufgabe betraut, hat er gegenüber Nachunternehmern entsprechend zu verfahren. Diese Regelung ist nicht nur ein Programmsatz, sie ist ein durchsetzbarer Anspruch. Sie erweitert die Aspekte, die die Vergabestelle bei der Vergabe von Aufträgen zu berücksichtigen hat. Dies dürfte vor allen Dingen in der Einführungsphase bedeuten, dass die Verfahren angreifbarer sind. Neue Wertungskriterien Es wurden neue Bewertungskriterien zugelassen, es dürfen nunmehr auch soziale, umweltbezogene oder innovative Aspekte bei der Bewertung berücksichtigt werden, wenn sie in einem sachlichen Zusammen-

WEISSKOPF Rechtsanwälte Partnerschaft ist eine große, regionale, spezialisierte Wirtschaftsrechtskanzlei mit 16 Rechtsanwälten. WEISSKOPF Rechtsanwälte sind im privaten und öffentlichen Wirtschaftsrecht, vornehmlich in speziellen Bereichen des Handels-, Gesellschafts- und Steuerrechts, des Bauund Immobilienrechts, des Arbeitsrechts, des Vergaberechts, des Nachfolgerechts, des Krankenhausrechts, des Kommunalrechts, des öffentlichen Versorgungsrechts (Wasser, Abwasser, Energie) und des öffentlichen Unternehmens- und Privatisierungsrechts tätig. Ziel von WEISSKOPF Rechtsanwälte ist es, als Wirtschaftsrechtskanzlei in Thüringen noch fokussierter als bisher die vorwiegend mittelständischen Unternehmen aus dem privaten und öffentlichen Bereich der Region und des gesamten Bundesgebietes beraten zu können. Für WEISSKOPF Rechtsanwälte stellt die nachhaltige fachliche und branchenspezifische Spezialisierung das wesentliche Element für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Arbeit dar.

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über den frühen ersten Zeitpunkt des Vertragsschlusses unverzüglich in Textform zu informieren. Ein Vertrag darf erst 15 Kalendertage nach Absendung der Information nach S. 1 und S. 2 geschlossen werden. Wird die Information per Fax oder auf elektronischem Weg versandt, verkürzt sich die Frist auf zehn Kalendertage. Die Frist beginnt am Tag nach der Absendung der Information durch den Auftraggeber; auf den Tag des Zugangs beim betroffenen Bieter und Bewerber kommt es nicht an. Nichtigkeit von Verträgen auch bei De-facto-Vergaben Ein Vertrag ist von Anfang an unwirksam, wenn der Auftraggeber gegen die Informationspflicht verstoßen hat, oder einen Auftrag einem Unternehmen erteilt, ohne andere Unternehmen am Vergabeverfahren zu beteiligen und dieser Verstoß in einem Nachprüfungsverfahren festgestellt worden ist. Enge Fristen für die Geltendmachung und Rügepflichten Die Unwirksamkeit muss in einem Nachprüfungsverfahren festgestellt werden. Dieses muss spätestens innerhalb von 30 Kalendertagen ab Kenntnis des Verstoßes, jedoch spätestens sechs Monate nach dem Vertragsschluss geltend gemacht worden sein. Die Vergabestelle kann die Frist von sechs Monaten nach dem Vertragsschluss wirksam verkürzen, wenn sie die Auftragsvergabe im Amtsblatt der Europäischen Union bekannt macht. Die Frist endet dann 30 Kalendertage nach Veröffentlichung der Bekanntmachung. Erweitert wurden die Rügeverpflichtungen, bei deren Verletzung das Verfahren vor der Vergabekammer unzulässig ist. Der Bieter muss Verstöße nicht nur unverzüglich rügen, sondern gegen die Zurückweisung einer Rüge binnen 15 Tagen vorgehen, will er seine Rechte nicht verlieren. AUTOR: RA RECHTANWALT JUSTUS KEHRL

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Expertenrat

Foto: Matthias Nachbaur / Pixelio

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Annette Theil-Deininger (Sprecherin), Michael Burchardt, Geschäftsführung der BBT und der MBG

Bürgschaftsbank Thüringen GmbH (BBT) und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH (MBG)

Bürgschaften, Garantien und Beteiligungen auch in schwieriger Zeit In der jüngsten Vergangenheit wurden für den wirtschaftlichen Verlauf des Jahres 2009 in Deutschland durch unterschiedliche Wirtschaftsinstitute die Prognosen der Konjunkturdynamik nach unten korrigiert – minus sechs Prozent zuletzt. Trotz der eingetrübten Konjunkturaussichten gibt es durchaus positive Ansätze, denn jede Krise bietet auch Chancen, die es zu nutzen gilt. Gerade die Thüringer Wirtschaftsstruktur lässt erwarten, dass die Unternehmen diesen Konjunkturabschwung besser verarbeiten können als in früheren Zeiten.

dern auch für Betriebsmittelfinanzierungen, also für KK-Linien oder für Gewährleistungsverpflichtungen. Ziel ist, die Liquidität und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen auch 2009 und darüber hinaus sicherzustellen.

„Verantwortung übernehmen – gemeinsam für den Freistaat Thüringen“ ist das zentrale Leitthema der Bürgschaftsbank Thüringen und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft in dem sich als schwierig abzeichneten Jahr 2009, denn trotz der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise konnte die BBT eine positive Bilanz aus dem Geschäftsjahr 2008 ziehen. Die Geschäftszahlen weisen der Zuversicht den Weg: 2008 wurden in Thüringen mit Hilfe von Bürgschaften immerhin Investitionen in Höhe von 80 Millionen Euro angestoßen. Dies ist unter dem Blickwinkel der gegebenen Bedingungen eine positive Bilanz. Die zentrale Erkenntnis ist: BBT und MBG zeigen in Zeiten, die von Unstabilität und Unsicherheit geprägt sind, ihre Bodenhaftung und Effektivität.

BBT und MBG – rettende Anker Ob der Finanzierungsanlass für Investitionen, Geschäftserweiterung, Nachfolge, MBO, MBI, Gesellschafterwechsel, Unternehmensgründung oder Betriebsmittelfinanzierung besteht – er setzt die frühestmögliche Gesprächsführung voraus! Nur dann können die Selbsthilfeeinrichtungen der gewerblichen Wirtschaft funktionieren. Denn: Weder BBT noch MBG dürfen Sanierungsangelegenheiten begleiten.

Bürgschaften sprechen für unternehmerische Vernunft Wie befürchtet ist auch die Thüringer Industrie mit Einbußen in das Jahr 2009 gestartet. Die Umsatzeinbrüche zeigen, wie tief die regionale Wirtschaft bereits von der Krise betroffen ist. Besonders hart trifft es den Investitionsgüterbereich. Wegen der anhaltenden Nachfrageflaute wollen die Unternehmen ihre Ausgaben weiwww.wirtschaftsspiegel-thueringen.com

ter einschränken und weniger in Maschinen und Anlagen investieren. Umsatzeinbrüche, Auftragsstornierungen und Zahlungsausfälle sind die Hauptursachen für finanzielle Engpässe. Kleine und mittlere Unternehmen können meist nur auf ein geringes Eigenkapital zurückgreifen und dabei nicht ausreichende Sicherheiten für zusätzlich erforderliche Darlehen aufbringen. In einer solchen Situation können die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft ein erster Ansprechpartner neben der jeweiligen Hausbank sein. Denn die Bürgschaftsbank stellt auch in schwierigen Phasen Bürgschaften zur Verfügung. Kreditsicherheiten durch Bürgschaften Seit geraumer Zeit ist ein zunehmendes Interesse an Bürgschaften zu verzeichnen. Dem wollen BBT und MBG offensiv begegnen. Als Förderinstitute wollen sie ihren Beitrag zur Unterstützung der mittelständischen Unternehmen in Thüringen leisten. Mit Bürgschaften, Garantien oder stillen Kapitaleinlagen können beide Institute gerade jetzt notwendige und zukunftsweisende Geschäftsinvestitionen unterstützen. Bürgschaften gelten ausdrücklich nicht nur für Investitionen, son-

Kontakt

Bürgschaftsbank Thüringen GmbH, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH Bonifaciusstraße 19 D-99084 Erfurt Telefon: +49 (0) 361 - 2135 0 Telefax: +49 (0) 361 - 2135 100 E-Mail: info@bb-thueringen.de info@mbg-thueringen.de Internet: www.bb-thueringen.de www.mbg-thueringen.de 02 /2009 · Wirtschaftsspiegel Thüringen

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Impressum

Foto: Gert Altmann

Das Wirtschaftsmagazin für Thüringen

Abmahnung! Und dann? Mittelständische Unternehmen werden derzeit in zunehmendem Maße von wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen geplagt. Die Betroffenen sind in einer solchen Situation häufig überfordert und werden durch die meist hohen Kostenforderungen und die kurzen Fristen unter Druck gesetzt. Was ist das überhaupt, eine „Abmahnung“? Die Abmahnung ist eine förmliche Aufforderung an eine Person, ein bestimmtes Verhalten künftig zu unterlassen. An sich ist sie ein sinnvolles Institut zur außergerichtlichen Bereinigung von Streitigkeiten. Leider wird die Abmahnung zunehmend missbraucht, um missliebige Konkur renten vom Markt zu verdrängen oder hohe Kostenerstattungsansprüche zu erlangen.

Nehmen Sie die Abmahnung in jedem Falle ernst! Die Reaktionsmöglichkeiten sind vielfältig und von einem Laien nicht zu überblicken. Nichts zu tun, ist in diesen Fällen der größte Fehler. Wie man am besten reagiert, hängt davon ab, ob die Abmahnung sachlich berechtigt oder unberechtigt ist. Meist ist zur Beurteilung dieser Frage nicht der Betroffene selbst, sondern nur ein Rechtsanwalt in der Lage. Das Wettbewerbsrecht ist äußerst kompliziert und es gibt eine Vielzahl teils gegenteiliger Entscheidungen der Gerichte. Sie sollten daher stets einen Anwalt aufsuchen, der im Wettbewerbsrecht erfahren ist. Es ist immer sinnvoll, sich über die Erfolgsaussichten einer Verteidigung beraten zu lassen und gegebenenfalls zu versuchen, mit der Gegenseite in Verhandlungen zu treten. Recht oft gelingt es, dem Gegner eigene Fehler nachzuweisen, die dann bei Vergleichsverhandlungen als „Verhandlungsmasse“ verwendet werden können.

Der Experte im Profil Tino Gunkel wurde 1975 in Heiligenstadt geboren. Nach dem Studium an der Universität Göttingen, welches er mit Prädikatsexamen beendete, absolvierte er ab 2002 das Referendariat am OLG Braunschweig und erlangte im Mai 2004 die Richterbefähigung. Ende 2004 eröffnete RA Gunkel seine Kanzlei in Erfurt. Er bearbeitet zum Beispiel Wettbewerbs-, Urheber- und Apothekenrecht und Rechtsprobleme mit Bezug zum Internet. Neben mittelständischen Unternehmen zählen Körperschaften des öffentlichen Rechts wie die Landesapothekerkammer Thüringen zu seinen Mandanten. 50

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Die vorformulierten Unterlassungserklärungen sollten Sie keinesfalls ungeprüft unterzeichnen, sondern allenfalls in modifizierter Form abgeben. Zumindest können oft die Kosten der Abmahnung gesenkt werden, da der „Streitwert“ von vielen Anwälten oft deutlich zu hoch angesetzt wird. Mein Rat lautet daher: Lassen Sie sich beraten, es lohnt sich! TEXT: RA TINO GUNKEL

Kontakt Rechtsanwalt Tino Gunkel Straße des Friedens 4, D-99094 Erfurt Tel. +49 (0) 361 / 2252537 (24h-Hotline) Direkt: +49 (0) 361 / 2622321 Fax +49 (0) 361 / 2622320 Mail: info@rechtsanwalt-gunkel.de Internet: www.rechtsanwalt-gunkel.de

Der Wirtschaftsspiegel Thüringen erscheint im Medienverbund mit dem Wirtschaftsspiegel Verlag Sachsen-Anhalt KG, Rosengrund 7, 39130 Magdeburg. Herausgeber Meier Verlagsgesellschaft mbH Josef-Ries-Str. 78, D-99086 Erfurt Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: wirtschaftsspiegel@ws-thueringen.com Internet: www.wirtschaftsspiegel.com Geschäftsführer Jürgen Meier Assistenz der Geschäftsleitung Juliane Kummer Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: wirtschaftsspiegel@ws-thueringen.com Redaktion Chefredakteur: Daniel Bormke (bo) Tel.: 0361 55048467 E-Mail: d.bormke@ws-thueringen.com Sascha Uthe (su) Tel.: 0361 55048466 E-Mail: s.uthe@ws-thueringen.com Sylvia Kreyßel (sk) Tel.: 0172 3666791 E-Mail: s.kreyssel@ws-thueringen.com Doreen Fischer (df) Tel.: 0170 9023849 E-Mail: d.fischer@ws-thueringen.com Weitere Autoren dieser Ausgabe: Julius Wolf (jw) Werbefachberater Südwestthüringen Andreas Lübke Tel.: 0173 6825207 E-Mail: a.luebke@ws-thueringen.com Ostthüringen/Jena René Weigel Tel.: 0177 3004802 E-Mail: r.weigel@ws-thueringen.com Mittelthüringen Anett Greyer Tel.: 0170 2907407 E-Mail: a.greyer@ws-thueringen.com Redaktionsschluss dieser Ausgabe 04.05.2009 Titelbild Procter & Gamble Layout Druck

s.a.m. DieAgentur GmbH, Halle (Saale) Druckhaus Gera GmbH, Gera

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manus kripte, Fotos und Illustrationen. Einzelpreis: 2,90 Euro Jahresabonnement: 11,50 Euro ISSN: 1860-8558 Der nächste Wirtschaftsspiegel Thüringen erscheint in der 33. KW 2009 Druckunterlagenschluss: 29.07.2009

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NUTZERFREUNDLICH KLIMAFREUNDLICH Das Wirtschaftsmagazin für Thüringen www.wirtschaftsspiegel.com Nr. 02/2009 · 5. Jahrgang · 78363 2,90 EURO...

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