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Dein Thüringer Wirtschaftsmagazin · Wirtschaft und Du

Stell dir vor ...

Du stellst dich vor! So bewirbst du dich erfolgreich.

02 ı 2009 2. Jahrgang


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Werbung wird orange communication that works

Post s.a.m. DieAgentur GmbH Mansfelder StraĂ&#x;e 56 D-06108 Halle (Saale) Fon + 49 (0) 3 45.47 06 78-0 Fax + 49 (0) 3 45.47 06 78-90 eMail post@sam-dieagentur.de iNet www.sam-dieagentur.de


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Der erste Eindruck zählt Sascha Uthe, Redaktionsleitung

Ganz gleich, ob beim Bewerbungsschreiben, beim Vorstellungsgespräch oder beim Probearbeiten, der erste Eindruck, das erste Bild, das dein neuer Chef von dir hat, beeinflusst ganz enorm, ob du die Stelle bekommst oder nicht. So ist das nun einmal im Leben. Du kannst noch so gut sein, aber wenn du dich nicht gut verkaufen kannst, hast du es schwer. Also kämpf! Sei du selbst, nur etwas besser. Denn es gibt nur einmal die Chance auf ein Vorstellungsgespräch in einer Firma. Einen zweiten Versuch wird dir sicher niemand erlauben. Also muss alles stimmen. Damit du am Besten keine Fehler machst, solltest du dich gut vorbereiten und umfassend informieren. In dieser WiYou-Ausgabe haben wir einige Themen aufgegriffen und zusammengestellt, worauf du achten solltest und was alles schief gehen kann. Richtig machst du es, wenn du dir genügend Zeit nimmst. Also keine Bewerbung in zwei Minuten schreiben und dann auch noch mit Tippfehlern versenden. Wenn dein Anschreiben einfach nur ein Standard-Brief, ist bei dem nur der Firmenname ausgewechselt wird, merkt das der Leser schnell. Er ist Profi mit Bewerbern, du noch ein Beginner. Im Bewerbungsgespräch hilft es auch, wenn du Zeit mitbringst. Auf die letzte Minute ankommen und noch völlig außer Atem auf Fragen antworten, macht kein gutes Bild. Wenn du aufgeregt bist drückt dein Gesprächspartner ein Auge zu. Dafür hat er Verständnis. Aber schlecht vorbereitete Gespräche, unpassende Kommentare oder gar unfreundliches Auftreten sind absolut tödlich. Wenn du zeigst, dass du dir Gedanken gemacht hast und dir der Situation bewusst bist, bringt das Punkte. Lass dich nicht aus der Fassung bringen und verfolge einfach dein Ziel; dieser Job muss es sein.

Dein Thüringer Wirtschaftsmagazin · Wirtschaft und Du

02 ı 2009 2. Jahrgang

Stell dir vor ...

Du stellst dich vor! So bewirbst du dich erfolgreich.

Natürlich wird nicht jede Bewerbung und jedes Gespräch ein echter Erfolg sein. Mit Rückschlägen musst du rechnen. Aber nimm es nicht persönlich. Manchmal hast du einfach nicht deinen Tag und manche Unternehmen haben einfach andere Vorstellungen. Sieh es einfach so; das Unternehmen hätte nicht zu dir gepasst. Also Kopf hoch und weitermachen. Irgendwann wird es klappen und ein freundlicher Personalchef drückt dir mit einem freundlichen Lächeln fest die Hand und sagt: Willkommen im Team.

HOBBY-REDAKTEURE GESUCHT! Du interessierst dich für unsere Themen und hast eigene Ideen? Du schreibst gern und möchtest bei WiYou mitmachen? Schick uns deine Vorschläge und sei dabei: info@wiyou.de

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Impressum

Das Thüringer Wirtschaftsmagazin für Jugendliche erscheint im Medienverbund mit dem

Thüringen Herausgeber: Meier Verlagsgesellschaft mbH Josef-Ries-Str. 78, D-99086 Erfurt Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: info@wiyou.de Internet: www.wiyou.de

Hilfe bei der Berufsentscheidung

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Tierische Berufe

Geschäftsführer Jürgen Meier

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Aus dem Inhalt

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Friseure von Welt In Thüringen werden Weltmeister ausgebildet

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GeAT AG Ein interessanter Arbeitgeber aus Thüringen stellt sich vor

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Ministerbesuch Landwirtschaftsminister Sklenar besuchte das Gymnasium Weimar und sprach mit Abiturienten

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8

Total tierisch Filmtiertrainer oder Stylist für Vierbeiner sind Berufe mit vielen Kontakt zum Tier

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Dein Recht Rechtsanwalt Axel Metzner sagt, welche Fragen gestellt werden dürfen und welche nicht

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Tag der Berufe 290 Unternehmen aus Thüringen stellten sich im März ihren künftigen Mitarbeitern vor

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BLICK Berufsentscheidung, Bewerberwerkstatt und Bewerbung – die Berater von BLICK helfen weiter

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Schülersprecher Christoph Zimmermann erklärt in WiYou, wie die Landesschülervertretung gewählt wird

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Angebote Unternehmen bieten interessante Stellenangebote

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EUre Debatte Junge europäische Föderalisten erklären Europa und zählen auf deine Stimme

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Anfragen Jugendliche suchen über WiYou einen Ausbildungsplatz und stellen sich vor

15 Termine Alle wichtigen Termine für dich im Überblick

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Editorial

3

Stell Dich vor Ein paar kleine Tipps rund um deine Bewerbung

5

alles digital Bewerbungsunterlagen per Mail versenden liegt im Trend

6

Assessment Center Ein aufwändiges Auswahlverfahren erwartet dich

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Fragen an Personaler Personalchefs erzählen, was ihnen beim Bewerbungsgespräch wichtig ist

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Assistenz der Geschäftsleitung Juliane Kummer Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: info@wiyou.de Redaktion Chefredakteur: Daniel Bormke (bo) Tel.: 0361 55048467 E-Mail: d.bormke@ws-thueringen.com Redaktionsleitung: Sascha Uthe (su) Tel.: 0361 55048466 E-Mail: s.uthe@wiyou.de Elisabeth Kirchner (ek) Tel.: 0177 5807778 E-Mail: e.kirchner@wiyou.de Redaktionsausschluss dieser Ausgabe 24.04.2009 Werbefachberater Südwestthüringen Andreas Lübke Tel.: 0173 6825207 E-Mail: a.luebke@ws-thueringen.com Ostthüringen/Jena René Weigel Tel.: 0177 3004802 E-Mail: r.weigel@ws-thueringen.com Mittelthüringen Anett Greyer Tel.: 0170 2907407 E-Mail: a.greyer@ws-thueringen.com Titelbild fotolia.de Layout s.a.m. DieAgentur GmbH, Halle (Saale) Druck Druckhaus Gera GmbH, Gera Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Die nächste Ausgabe erscheint in der 24. KW 2009 Druckunterlagenschluss: 22.05.2009

Fotos: Matty Symons/fotolia.de, CallallooAlexis/fotolia.de


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h c i d l l Ste vor! t nn es nich ng. Ich ka u b er guck n ew n B a will, d e Thema bewerben h „Das lästig ic m h ic n. Wenn rbeitsamt“ mehr höre geh aufs A er d o et rn ich im Inte

Das sagte ein 17-jähriger den Reportern von WiYou als wir mit den Recherchen für diese Ausgabe begannen. Okay, da hatte er Recht. Also überlegten wir uns, was wirklich interessant und wichtig, informativ und relevant für dich ist und was auch einen Mehrwert, einen Nutzen für dich hat. Wir wollen uns nicht mit den Berufsberatern der Arbeitsagentur oder den Verantwortlichen aus den Personalabteilungen der Unternehmen vergleichen. Das sind die echten Experten. Aber wir fassen in dieser Ausgabe einmal zusammen, was rund um deine Bewerbung alles wichtig ist, worauf du achten solltest und was beim Bewerbungsgespräch alles auf dich zukommen kann. Die Bewerbung ist deine Visitenkarte und das Vorstellungsgespräch ist der erste persönliche Kontakt zum Unternehmen. Die Personalchefs wissen zwar meistens, dass die jungen Bewerber kaum Erfahrungen rund um das Thema Bewerbung haben und sehen über kleine Fehler hinweg. Aber allzu große Patzer sollten nicht passieren. Sei einfach du selbst und sei überzeugend. Sei authentisch aber

Fotos: Digitalpress/fotolia.de, Ragne Kabanova/fotolia.de

mach dich auch ein wenig interessant. Sowohl in der Bewerbung, als auch im Gespräch. Dein Gegenüber ist ein Profi, dem du nichts vormachen kannst. Also solltest du in deinen Ausführungen ehrlich sein und dich nur hier und da vielleicht ein wenig besser machen als du bist. Pass aber in deinem Vorstellungsgespräch auf, dass du nicht die ganze Zeit redest. Der Personalchef führt das Gespräch; nicht du. Auch in deinen Bewerbungsunterlagen sollte nur das stehen, was wichtig ist. Schreibst oder redest du zu viel, folgert dein Leser oder Zuhörer daraus, dass du ein Selbstdarsteller bist, der sich nicht unterordnen kann, oder jemand, der sich hinter vielen hohlen Worten versteckt. Also sei einfach natürlich und zeig deinem Gegenüber, dass du dich in der Situation wohl fühlst. Das schafft Sympathie. In dieser Ausgabe findest du Stellengebote und Stellengesuche, auf der FAQ-Seite findest du Rat von Experten des Rechts und welche Voraussetzungen für welche Branche notwendig sind. Diese Ausgabe hilft dir im Bewerbungs-Dschungel zurecht zu kommen. Außerdem hast du jederzeit die Möglichkeit dich bei uns zu melden, um Rat zu fragen, mitzumachen oder dich vorzustellen. Mit WiYou zum Job? Stell Dich vor!

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Es geht auch digital Recht vielfältig sind mittlerweile die Möglichkeiten, sich bei einem Unternehmen vorzustellen. Neben dem Klassiker, der Bewerbungsmappe, wünschen viele Unternehmen heute auch Online-Bewerbungen. Manche Unternehmen, vor allem die größeren, haben auf ihren Internetseiten vorgefertigte Formulare, die einfach nur ausgefüllt werden müssen. Lebenslauf, Zeugniskopien oder sonstige Unterlagen werden am Ende einfach als Anlage angefügt und weg ist die Bewerbung. Andere Unternehmen erwarten eine online-Bewerbung per Mail. Dazu werden die Dateien wie Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Foto und Zeugniskopien als Anlage der eMail angefügt und abgesendet. Viele Unternehmen wünschen sich, dass Anlagen wie Zeugniskopien, Praktikumsbescheinigungen, Diplomurkunden und ähnliches in einer kompletten Datei, normalerweise im PDF-Format, vorliegen sollen. Das macht es dem Leser einfacher, den Überblick zu behalten. Um es ihm noch einfacher zu machen, sollten nicht unbedingt alle Bescheinigungen angefügt werden. Ein kleiner Hinweis im Bewerbungsschreiben oder im Lebenslauf, dass weitere Bestätigungen auch nachgereicht werden können, reicht den Personalabteilungen normalerweise aus. Eingeleitet werden die onlineBewerbungen mit einem Deckblatt, auf dem der Name, der Zweck des Schreibens, also die Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, und ein Foto stehen. Das Foto kann darüber hinaus auch noch als zusätzliche Datei angefügt werden. Dabei sollte aber die Größe des Bildes beachtet werden. Ein hochauflösendes Foto hat gern mal mehr als zehn MB und dauert dementsprechend lang beim Hoch- und Runterladen. Auch die PDFDokumente brauchen keine Auflösung, dass sie auf eine Hauswand gedruckt werden können. Das macht es dem Empfänger, der täglich viele Bewerbermails bekommt, angenehmer. Es geht aber auch noch leichter. Viele Internetportale bieten die Möglichkeit, Bewerbungsseiten online zu stellen. Alle vorhandenen Dateien, Zeugnisse oder Fotos stehen auf einer Homepage und die Personalabteilungen können jederzeit darauf zugreifen. So etwas kann sich selbst erstellen, wer damit Erfahrungen hat. Für wenig Geld übernehmen das aber auch Profis. Wichtig bei allen online versendeten Bewerbungen ist die eMail-Adresse. Die sollte seriös sein, auch wenn sich Adressen wie hasimausi87@irgendwas.de leicht merken lassen. Der Vorteil von online-Bewerbungen ist unter anderem der Preis. Kein Papier, keine Mappe, kein Briefumschlag und kein Porto. Bei zig Bewerbungen, die manche Stellensucher schreiben, eine echte Ersparnis. Außerdem ist die Bewerbung sofort nach dem Absenden beim Empfänger. Trotzdem ist es zu empfehlen, auch in der online-Bewerbung darauf hinzuweisen, dass auf Wunsch eine klassische Bewerbungsmappe mit der Post zugesendet werden kann.

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Stell dich vor In Gedanken versunken sitze ich in dem kleinen Vorzimmer, welches zur Personalchefin führt. Ich bin aufgeregt aber fest entschlossen, wenigsten bis zum AC zu kommen. Im Vorstellungsgespräch will der Personalverantwortliche des Unternehmens den Bewerber kennenlernen und herausfinden, ob er ins Team passt. Ich passe in fast jedes Team, das dürfte nicht das Problem werden. Der Sinn eines Vorstellungsgesprächs liegt darin, sich am besten zu verkaufen – sich zu vermarkten. Aber eine goldene Regel sollte eingehalten werden: Ehrlichkeit. Ich bin gut vorbereitet und kann mein Wissen über das Unternehmen einstreuen. Während des Vorstellungsgespräches habe ich die Gelegenheit meine Vorzüge auf den Punkt zu bringen. Wichtig ist, Dinge zu erwähnen, die nicht im Lebenslauf stehen. Im Vorfeld habe ich mir stichwortartig konkrete berufliche Inhalte und spezielle Kenntnisse notiert. Dabei ging ich Fragen nach, wie: Was unterscheidet mich von anderen Bewerbern? „Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?“, wollen Personalentscheider häufig wissen. Ich lasse auch meine Hobbys mit einfließen. Da sieht die Personalerin, dass ich außerschulisch engagiert bin. Auswendig gelernte Floskeln und Schlagwörter sind sinnlos. Drei für die Stelle relevante Stärken habe ich mir überlegt, und mir jeweils Beispiele, die diese Stärken veranschaulichen, notiert. Das Gleiche habe ich für die Schwächen getan und mir Lösungen überlegt, wie ich die Schwäche ausgleichen kann. Zum Beispiel bin ich manchmal zu offen. „Da ich Offenheit schätze, habe ich unabsichtlich den einen oder anderen Mitschüler vor den Kopf gestoßen. Ich bemühe mich inzwischen aber um diplomatischeres Vorgehen“, sage ich. Während des gesamten Gesprächs achte ich auf meine Körperhaltung, weil ich weiß, dass Personaler darauf achten: Die äußere Haltung zeigt die innere Haltung. Ich spiegle die Körperhaltung der Personalchefin. Das macht mich unbewusst sympathisch. Außerdem sitze und stehe ich immer gerade. Natürlich stecke ich nicht die Hände in die Hosentaschen und verstecke sie auch nicht hinter meinem Rücken. Und ganz wichtig ist, auch wenn es manchmal schwer fällt: Augenkontakt. Ein kleiner Trick: ich schaue auf die Nasenwurzel (zwischen den Augen). Den Unterschied erkennt keiner. Im Vorfeld holte ich mir Hilfe. Es gibt viele Bildungsträger, wie beispielweise das bwtw (Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft), oder die Berufsberater, die Unterstützung bieten. Puh. Das Gespräch dauerte 20 Minuten. Geschafft! Und ich bin, wie ich es mir vornahm, eine Runde weiter.

Fotos dieser Doppelseite: Anatoly Tiplyashin/fotolia.de


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Assessment Center

Dein erster Tag

Ziemlich aufgeregt sitze ich auf der Couch. Meine Hände sind feucht und ich rutsche die ganze Zeit hin und her. Mit mir im Raum sitzen weitere Anwärter auf den Arbeitsplatz. „Wir suchen eine/n Bürokaufmann/-frau. Sie erledigen in unserer Firma kaufmännischverwaltende und organisatorische Tätigkeiten...“ hieß es in der Stellenausschreibung. Die erste Hürde, das Bewerbungsgespräch, habe ich erfolgreich hinter mich gebracht. Und nun: AC. Assessment Center. Beur teilungszentrum. Das kommt aus dem englischen to assess - beurteilen. AC ist das Personalauswahlverfahren eines Unternehmens, in dem unter mehreren Bewerbern diejenigen ermittelt werden sollen, welche den Anforderungen des Unternehmens am besten entsprechen. Hierzu werden die Bewerber vor verschiedene Probleme gestellt und im Umgang mit diesen bewertet.

Endlich ist alles geschafft. Du weißt welcher Beruf der richtige ist und welches Unternehmen zu dir passt.

Endlich! Die Tür geht auf und ein älterer Mann mit schütterem Haar bittet uns herein. Und los geht’s mit den Tests. AC werden mehrtägig durchgeführt und sind ein kosten- und zeitaufwändiges Auswahlverfahren. In der Regel werden AC nur bei besonderen Stellenbesetzungen verwendet (meine scheint dazu zu gehören). Ich glaube es sitzen auch Hochschulabsolventen hier, die einmal Führungskräfte werden möchten. Das Entwicklungs-AC wird zum gezielten Aufbau von Mitarbeitern eingesetzt. Dann gibt es noch das Evaluations-AC, das werde ich bestimmt am Ende meiner Ausbildung durchlaufen. Es wird nach einer Ausbildung evaluiert, ob die Kandidaten die Inhalte auch in die Praxis und in ihr eigenes Verhaltensrepertoire übernommen haben. Das PotenzialAssessment für Schüler und Berufseinsteiger: es dient zur Klärung der Potenziale und Fähigkeiten, schwerpunktmäßig zur Analyse der eigenen Stärken. Als Methoden werden natürliche Reaktion eines Menschen auf Stress getestet. Flucht oder Angriff sind die häufigsten Reaktionen. Der Stress (Flucht- oder Angriffsinstinkt) wird kombiniert mit diversen Leistungstests und gruppendynamischen Aufgaben. Mit anderen Worten: der Prüfling soll in einer extremen Situation getestet werden. Und diese Situation finde ich extrem extrem. AC beginnen meist mit strukturierten Interviews und es folgen Gruppendiskussionen (Jeder gegen Jeden). Bei den Postkorbübungen, Helicopter-View findet eine anschließende Befragung, in der der Kandidat seine Entscheidungen begründen muss, statt. Womit ich überhaupt keine Probleme habe, sind die Rollenspiele, bei denen Vorgesetzter-Mitarbeiter-Gespräche oder Kollegengespräche simuliert werden. Es folgt in der Regel das Abschlussgespräch mit Auswertung. Wie in meinem Fall dauert das AC zwei Tage und es folgt eine Essenseinladung (Gabeltest). Nach zwei Tagen ist alles vorbei. Ich habe den Job leider nicht bekommen, bin dafür aber gewappnet für das nächste AC.

Du hast dich durch den Dschungel von Bewerbungen, Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen geschlagen. Hast Niederlagen und Enttäuschungen wegstecken müssen. Irgendwann hat es dann aber doch geklappt und endlich hast du deinen Vertrag unterschrieben und es kann losgehen. Der erste Arbeitstag steht bevor. Alles wird neu, alles ist anders und alles ist fremd. Aber keine Angst. Du bist nicht der erste Azubi, der im Unternehmen angefangen hat. Die wissen schon, was sie mit dir machen müssen. Meistens hast du ja schon einmal mit dem Personalchef oder Ausbildungsverantwortlichen zu tun gehabt, kennst also wenigstens schon mal ein Gesicht. Die anderen Leute werden dir auch noch vorgestellt. Am ersten Tag heißt es aber: Belehrungen, Unterweisungen und Richtlinien anhören. Die Berufsgenossenschaft passt auf, dass Arbeitsunfälle vermieden werden. Also erzählt dir dein neuer Arbeitgeber, wie du mit Gefahrengütern umgehen sollst, wie du dich und deine Kollegen nicht in Gefahr bringst und auch dass du nicht klauen darfst. Es ist zwar ziemlich langweilig, muss aber sein, denn am Ende der langen Unterweisung musst du für alles unterschreiben. Worte wie Sorgfaltspflicht, Verschwiegenheit und Pünktlichkeit werden fallen. Verantwortung dem Unternehmen und seinen Kunden gegenüber. Hilfsbereitschaft, Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative werden von dir gefordert. Das klingt für den ersten Tag ganz schön viel und leicht fühlst du dich überfordert. Und das, obwohl du noch gar nicht gearbeitet hast. Aber all das wird dir auch noch an den ersten Tagen in der Berufsschule erklärt. Rechte und Pflichten von Auszubildenden gehören zu den Grundthemen der ersten Schulstunden. Der Arbeitgeber redet gern von den Pflichten, in Berufsschule erfährst du endlich auch etwas über deine Rechte. Zum Beispiel, dass der Arbeitgeber dich bezahlen muss. Das klingt doch schon besser. Endlich eigenes Geld für die geleistete Arbeit. Beim Thema Arbeitszeiten solltest du auch genau hinhören. Es gibt den einen oder anderen Unternehmer, der hier nicht so genau ins Gesetz sieht und manchmal Vorschriften missachtet. Lass dir so etwas nicht gefallen und sprich Missstände an, wenn sie dir auffallen. Also keine Angst, niemand lässt dich allein. Und wenn dich dein Unwohlsein nicht verlässt, denk einfach daran, die haben alle mal ihren ersten Tag gehabt und standen auch ganz hilflos vor einem neuen Abschnitt in ihrem Leben.

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Welcher Notendurchschnitt ist maßgeblich?

2 Welche fachlichen Kompetenzen muss ich mitbringen? 3 Welche Kleiderordnung muss ich beachten?

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Welche charakterlichen/ persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

Fragen an Personaler

Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus Satis saetosus cathedras vix spinosus

Steckbrief

Steckbrief Name: Position:

Name: René Linz Unternehmen: SECONDRED Newmedia GmbH Position: Geschäftsführer Branche: Medien/ Grafik

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sehr gutes bis mittleres Abitur je nach Ausbildungsberuf entsprechende Erfahrungen im Bereich der neuen Medien Die Kleiderordnung wird bei uns zweirangig bewertet. Sicher sollte der Bewerber ein gepflegtes Äußeres haben. Viel wichtiger sind für uns aber fachliche und menschliche Kompetenzen

Katja Pfef fer-Rös e Sekretariat / Pe rsonalreferentin Unternehmen: Schuster Kunsts tofftechnik GmbH Branche: Kunststofftechn ik

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bis zu 2,5 Grundkenntnisse Office, gute Mathe-, Deutsch- und Englischkenntnisse. ordentlich und gepflegt

Ergeiz, Fleiß, Detailtreue, Genauigkeit, Ehrlichkeit, Offenheit, Teamfähigkeit

selbstsicheres Auftreten, freundlich und zuvorkommend, gute Auffassungsgabe, teamfähig, ordentliches und gepflegtes Äußeres, belastbar, zielstrebig, ehrgeizig, flexibel und begeisterungsfähig

Die SECONDRED Newmedia GmbH bildet aus: Fachinformatiker, Fachrichtung Anwendungsentwickler, Mediendesign / Berufsakademie, Mediengestalter Digital & Print, Fachrichtung Gestaltung & Technik

Schuster Kunststofftechnik bildet aus: Industriekauffrau /-mann, Mechatroniker, Fachkraft für Lagerlogistik und Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik.

Was macht ein Mediengestalter? Als Mediengestalter beschäftigst du dich mit Gestaltungs- und Produktionsprozessen. Du erlernst den Umgang mit Grafikprogrammen, beschäftigst dich mit Designtheorie und Medienberatung und bist am Ende Mediengestalter Digital und Print. Als Studiengang wird Mediendesign an Hochschulen angeboten. Hier lernst du in den Fächern Management- und Wirtschafts-, Kommunikations- und Designtheorie, Konzeptionsmethodik und Projektmanagement alles über die Gestaltung von Medien.

Was macht ein Mechatroniker? Neben der Wartung und Instandhaltung erlernst du die Vormontage von Komponenten, das Aufstellen und Montage der Maschinen und Anlagen beim Kunden, das Verlegen der Ver sorgungsleitungen und die Inbetriebnahme sowie Funktions- und Sicherheitsprüfungen durchzuführen. Du wirst dazu ausgebildet, dass du selbstständig an elektrischen und mechanischen Anlagen arbeiten darfst.

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Fotos dieser Doppelseite: Klaus Eppele/fotolia.de


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Steckbrief

Steckbrief Name: Position: Unternehmen:

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Prinzipiell sollte der Durchschnitt „befriedigend“ nicht unterschritten werden. Deutsche Staatsbürgerschaft, Eintreten für die freiheitlich demokratische Grundordnung, keine Vorstrafen, keine hohen Schulden (gemessen am Einkommen), kein Betäubungsmittelmissbrauch, Alter mindestens 17 Jahre, maximal 31 Jahre (Ausnahmen sind möglich) Trage Kleidung, in der du dich wohlfühlst. Die Kleidung sollte sauber, gepflegt und der gewünschten beruflichen Laufbahn angemessen sein. hohes Verantwortungsbewusstsein, ausgeprägte Leistungs- und Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit und Flexibilität, Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung, Grundkenntnisse in einer Fremdsprache, Mobilität, Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen, körperliche Fitness Was macht ein Offizier im Heer? Neben der allgemeinen Grundausbildung stehen vor allem Gefechtsdienst, Fitness, einsatzbezogene Ausbildungsanteile aber auch Wehrrecht, Menschenführung und Methodik auf dem Dienstplan. Danach folgt der Offizierlehrgang 1 an der Offizierschule des Heeres. Aufgaben eines Leutnant in den Landstreitkräften werden erlernt, sowie Sprachausbildung, ein Truppenkommando oder ein Praktikum zur Vorbereitung auf ein Studium.

Foto: Klaus Eppele/fotolia.de

Name: Position:

Benedict Janich Oberleutnant zur See Bundeswehr

Unternehmen: Branche:

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Jan de Wit FilialGeschäftsführer KARSTADT Handel

Mittlere Reife mit Schnitt 2,5, Deutsch und Mathe keine 4 Spaß an den Produkten, Spaß am Lernen, Interesse an Weiterbildung Ordentlich und gepflegt. „Kleider machen Leute“ ist ein oberflächlicher Spruch, aber bei einem Erstgespräch ist natürlich auch der optische Eindruck wichtig. Die Kleidung sollte authentisch sein. Wer sich für Karstadt interessiert, sollte gemerkt haben, dass unser Teamdress „schwarz-weiß“ ist und eventuell seine Garderobe darauf abstimmen positive Grundeinstellung, natürliches und offenes Auftreten, kommunikativ, extrovertiert, motiviert – Mir ist ein offener und kommunikativer Bewerber mit einem etwas schlechterem Notendurchschnitt lieber als ein „Einserkandidat“, der introvertiert ist. KARSTADT Warenhaus GmbH bildet aus: Einzelhandelskauffrauen und -männer Was macht ein Kaufmann/-frau im Einzelhandel? Kaufleute im Einzelhandel beschäftigen sich vorwiegend mit dem Verkauf unterschiedlicher Konsumgüter. Du informierst, berätst und verkaufst Ware an den Kunden. Betriebswirtschaftliche Aufgaben im Personal- und Rechnungswesen, Ladendekoration und die Sortimentsgestaltung gehören zum Alltag eines Kaufmannes-/frau im Einzelhandel.

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Wichtig während eines Vorstellungsgesprächs ist zu wissen, welche Rechte und Pflichten du hast. Auf welche Fragen musst du antworten und auf welche nicht? Darfst du kostenfrei Probearbeiten und wie wichtig ist deine Vergangenheit? Personalchefs wollen so viel wie möglich über den Beweber wissen, aber welche Fragen dürfen sie stellen?

WiYou hat nachgefragt ...

Das Recht im Bewerbungsbespräch welche Fragen muss man ? Auf antworten und auf welche nicht? Können Sie uns 5 Fragen nennen, auf die man antworten muss? Axel Metzner: Ein Bewerbungsgespräch dient dem persönlichen Kennenlernen von Bewerber und Arbeitgeber. Der potenzielle Arbeitgeber möchte in dem Gespräch nicht nur etwas über die fachliche Qualifikation sondern auch über die soziale Kompetenz des Bewerbers erfahren. Der Arbeitgeber will und muss am Ende entscheiden, ob der Bewerber fachlich für die Stelle geeignet ist und ob er menschlich zu den anderen Mitarbeitern seiner Abteilung passt, um mit diesen später zusammenzuarbeiten. Der Bewerber sollte daher offen auftreten und Fragen des Arbeitgebers ehrlich beantworten. Beliebte und zulässige Fragen sind beispielsweise: zum bisherigen beruflichen Werdegang, also zu Ausbildung oder zu den vorangegangenen Arbeitgebern weshalb sich der Bewerber gerade für das Unternehmen als zukünftigen Arbeitgeber entschieden hat worin der Bewerber seine Stärken und Schwächen sieht weshalb der Bewerber meint für die ausgeschriebene Stelle in dem Unternehmen geeignet zu sein Und können Sie uns 5 Fragen nennen, die wahrheitsgetreu zu beantworten sind? Axel Metzner: Der Bewerber muss wahrheitsgetreu auf sämtliche Fragen antworten, die einen sachlichen Bezug zu seiner späteren Arbeit haben. Er muss daher auf Fragen über eine eventuelle Vorstrafe wegen Diebstahls, Unterschlagung oder Sachbeschädigung wahrheitsgemäß antworten, wenn ihm sein zukünftiger Arbeitgeber Vermögenswerte anvertraut, beispielsweise den Bewerber als Kassierer oder in der Buchhaltung einsetzen möchte. Ebenso sind Fragen zur Gesundheit wahrheitsgetreu zu beantworten, wenn der Bewerber in seinem späteren Beruf mit gesundheitsgefährdenden Stoffen zu tun hat und deshalb Nachteile zu befürchten sind. Genauso muss eine weibliche Bewerberin die Frage nach einer (möglichen) Schwangerschaft wahrheitsgetreu beantworten, wenn ihre neue Tätigkeit eine Gefahr für ihr ungeborenes Kind darstellen könnte.

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Nennen Sie uns Fragen, die in einem Bewerbungsgespräch von Seiten des Arbeitgebers nicht gestellt werden dürfen. Axel Metzner: Fragen zur Gewerkschaftsangehörigkeit, zu Vorstrafen, zur Gesundheit, zu den familiären Verhältnissen und zur Religion sind unzulässig und können wahrheitswidrig beantwortet werden, wenn eine Kenntnis dieser Umstände für die Tätigkeit auf der ausgeschriebenen Stelle für den Arbeitgeber nicht erforderlich ist. Wenn diese Fragen trotzdem auftauchen, was kann man dann antworten? Axel Metzner: Der Bewerber sollte in diesem Fall antworten, dass es sich dabei um eine persönliche Frage handelt, die er nicht beantworten möchte. Der Bewerber darf allerdings auf diese Fragen auch die Antworten geben, von denen er glaubt, dass sein Gesprächspartner sie hören will. Was ist Ihre Lieblingsfrage, die Sie an zukünftige Mitarbeiter stellen? Axel Metzner: Warum glauben Sie, dass Sie der richtige Mann / die richtige Frau für die ausgeschriebene Stelle sind?

antwortet man auf die Frage: welche ? Was Stärken und Schwächen haben Sie? Axel Metzner: Bei dieser Frage sollte man seine fachlichen Stärken und erworbenen Qualifikationen und seine persönlichen Stärken herausstellen. Der Arbeitgeber möchte bei dieser Frage gerade etwas über die Persönlichkeit des Bewerbers erfahren. Allerdings sollte man an dieser Stelle auch von sich aus seine Schwächen ansprechen. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass kein Mensch nur Stärken hat. Die Antworten sind dadurch authentischer.


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Axel Metzner Partner der WEISSKOPF Rechtsanwälte Partnerschaft WEISSKOPF Rechtsanwälte ist eine große regionale spezialisierte Wirtschaftsrechtskanzlei in Thüringen mit zurzeit 16 Rechtsanwälten.

antwortet man auf die Frage: welche ? Was Gehaltsvorstellungen haben Sie?

tun, wenn der Bewerber vor Ablauf ? Was der Probezeit gekündigt wird?

Axel Metzner: Entscheidend ist, dass der Bewerber sich auf das Gespräch vorbereitet hat. Dazu gehört auch, dass der Bewerber sich über die Branche und die Größe des Unternehmens kundig gemacht hat. Anhand dieser Kennzahlen und der Art der ausgeschriebenen Stelle kann man Durchschnittsgehälter ermitteln, an denen man sich orientieren kann. Dabei sollte man bei der Beantwortung der Frage nach dem Gehaltsvorstellungen nicht zu hoch pokern, sich allerdings auch nicht unter Wert verkaufen. Je qualifizierter ein Bewerber ist, desto besser kann er natürlich auch höhere Gehaltsvorstellungen begründen.

Axel Metzner: Bei Probezeiten von bis zu sechs Monaten hat der Arbeitnehmer nur in ganz besonderen Ausnahmefällen eine Möglichkeit sich mit Erfolg gegen die Kündigung zu wehren, weil das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet. In der Praxis wird dies fast nie gelingen. Sofern eine Probezeit von mehr als sechs Monaten vereinbart wird und der Arbeitgeber in der Regel mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt und die Kündigung erst nach sechs Monaten erfolgt , dann gilt das Kündigungsschutzgesetz. Der Arbeitnehmer kann dann die Wirksamkeit der Kündigung gerichtlich überprüfen lassen.

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Darf ein Unternehmen den Bewerber kostenlos Probe arbeiten lassen?

Axel Metzner: Nein. Lässt ein Unternehmer einen Bewerber für sich arbeiten, dann muss er ihm hierfür eine Vergütung zahlen. Das gilt unabhängig von der Bezeichnung der Tätigkeit durch den Unternehmer, beispielsweise als Praktikum. In diesen Fällen schuldet der Unternehmer dem Bewerber die „übliche“ Vergütung, das heißt das für die betreffende Tätigkeit geltende Tarifgehalt oder bei Fehlen eines Tarifvertrags die in der Regel für diese Tätigkeit gezahlte Vergütung.

Fragen sollte der Bewerber ? Wieviele stellen? Axel Metzner: Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die Anzahl der Fragen des Bewerbers hängt vom Verlauf des Bewerbungsgesprächs und seines Informationsbedürfnisses ab. Sofern der Arbeitgeber in dem Gespräch bereits das Unternehmen und die zu besetzende Stelle ausführlich beschrieben hat, dann ist die Zahl der offenen Fragen sicherlich gering. Sofern dies nicht erfolgt ist, kann der Bewerber ausführlich nachfragen. Schließlich will und muss er auch einen Einblick in die Tätigkeit des Unternehmens und die Anforderungen an seine mögliche Arbeitsstelle haben, um sich entscheiden zu können, ob die ausgeschriebene Stelle für ihn infrage kommt.

Foto: Axel Metzner

sollte ein Bewerber seinen ? Wie Studienabbruch erklären? Axel Metzner: Mit der Wahrheit. Hat der Bewerber das Studium bereits nach ein oder zwei Semestern abgebrochen, spricht bereits die Dauer dafür, dass dem Bewerber das Fach nicht gelegen hat. Erfolgte hingegen der Abbruch erst nach fünf oder sechs Semestern, spricht auch hier die Dauer dafür, dass der Bewerber aus mangelnder fachlicher Eignung, zum Beispiel weil er durch eine Prüfung gefallen ist, das Studium aufgegeben hat oder aufgeben musste.

Informationen muss der ? Welche Bewerber über das Unternehmen haben? Axel Metzner: Der Bewerber sollte sich in Vorbereitung des Gesprächs möglichst genau über das Unternehmen und die zu besetzende Stelle informieren und diese Informationen auch in das Gespräch einfließen lassen. Der Umfang der Informationen signalisiert dem zukünftigen Arbeitgeber ein besonderes Interesse des Bewerbers an seinem Unternehmen.

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Thema Bewerbung: Eine optimale Anlaufstelle für deine Fragen ist das Projekt BLICK des Bildungswerks der Thüringer Wirtschaft. Die Mitarbeiter sind Profis, wenn es um das Thema Bewerbung geht.

Berufsorientierung lebendig, informativ, chancenorientiert und kreativ

„Was willst du mal werden? Was möchtest du nach der Schule machen? Welche Berufe sind zukunftsorientiert? Wo soll es mit dir mal hingehen?“ Lauter solche Fragen kannst du dir anhören, wenn du kurz vorm Abschluss stehst. Ob Penne oder Realschule – du musst es nicht sofort wissen, aber du solltest wissen, wo du Hilfe bei der Orientierung findest. Eine optimale Anlaufstelle ist das Projekt BLICK des Bildungswerks der Thüringer Wirtschaft. Die Mitarbeiter sind absolute Profis, wenn es um das weite Thema Bewerbung geht. Hier bekommst du Hilfe in deiner Berufsentscheidung, Tipps, welche Berufe zur Zeit gefragt sind, welche Berufe in Zukunft aktuell sein werden sowie Unterstützung bei der Erstellung deiner Bewerbungsmappe – dein Aushängeschild schlechthin. Du erhältst die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in verschiedenen Praktika zu sammeln und so ein realistisches Bild deines Studien- beziehungsweise Berufswunsches zu erhalten. Zum Projekt BLICK gehört die Bewerberwerkstatt. Hier lernst du wie ein Anschreiben wirklich auszusehen hat, was hineingehört und wie es aufgebaut sein sollte, was in den Lebenslauf gehört und was nicht und wie du selbstsicher auftrittst. Mit BLICK zur perfekten Bewerbung.

www.schule-wirtschaft-thueringen.de

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Und wie sieht diese nun aus? „Das liegt im Auge des Betrachters“, so Kathleen Steinhäuser, Leiterin der Bewerberwerkstatt. „Es gibt Spielregeln, die eingehalten werden müssen; Form ist Inhalt. Aber dennoch benötigt eine Bewerbung eine persönliche Note“, sagt sie. Wichtig ist immer, dass du deine Qualifikationen angibst. Aber achte darauf, dass nicht jedes besuchte Pferdeoder Schachturnier aufgeführt wird. Bücher wollen Personaler nämlich nicht lesen. Ist die Bewerbung abgeschickt, kannst du nach zwei Wochen in dem Unternehmen anrufen und nachfragen, ob deine Bewerbung eingegangen ist. Auch Initiativbewerbungen machen Sinn, solange sie auf das Unternehmen und den Beruf abgestimmt sind. „Wir beraten nicht, was Jemand werden könnte. Das ist nicht unsere Aufgabe. Sondern wir finden heraus, welche Schlüsselqualifikationen der Bewerber hat und in welche Berufsgruppe sie passen. Wir helfen bei der Orientierung“, so Steinhäuser weiter. Ob du mit deiner Bewerbung letztendlich die Stelle bekommst, ist oft auch Zufall. Schon ein mancher kam zu spät zum Vorstellungsgespräch und bekam die freie Stelle trotzdem. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, aber dennoch ist es das Wichtigste gut vorbereitet zu sein und ein bestmögliches Aushängeschild zu haben- eben alles im Blick zu haben.

Fotos dieser Doppelseite: Matty Symons/fotolia.de, CandyBoxPhoto/fotolia.de


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Thema Bewerbung:

Wie sollte ein optimales Anschreiben aussehen und wie nicht? Welche Fehler gibt es und wie kannst du sie vermeiden? Hier ein Beispiel, wie ein gutes Anschreiben aussieht – und wie besser nicht.

Shre gehrte Härren und Dahmen ...

Firma: Müller Ba ckwaren Müller Str.20 990... Miriam Schmidt Schmidtstädter Str aße 123 990... Bewerbung als Ausbi ldung

Miriam SchmidtStraße 123 Schmidtstädter 990... Tel: 0173/1234567t@...de Mail:max.schmid Schreinerei Meier Herrn Meier Holzstraße 12 990...

als Tischler

Sehr geehrter Herr

01.03.2003

z als Tischler en Ausbildungsplat Bewerbung um ein Meier, zur Sehr geehrter Herr Ihr Stellenangebot für Arbeit fand ich r tu en Ag r de te auf der Internetsei schler. t Ausbildung zum Ti im Sommer ??? mi lschule ???, die ich ge Re r de se las .K 10 die sen werde. Zur Zeit besuche ich chulabschluss verlas einem guten Reals aterial Holz inbearbeitenden Mvon zu t gu d un sechs Jahren n ge t dem vielseiti n Kindheit. Bereits im Alter hule, sowie ein Der Umgang misei he hsc frü hoc er lks ein Vo m r t de teressiert mich e erste Skulptur. Mehrere Kurse an Wunsch gestärkt, Tischler zu schnitze ich ein r Schreinerei Egon haben meinen, kenne die Unterschiede zwiPraktikum in de ge über gute Materialkenntnisse iedenen Werkzeugen umgehen. werden. Ich verfü n Holzarten und kann mit versch schen den einzelne e Bescheinigung und bereits 2001 ein f Ru en ich ffl alt tre mmer erh en. t einen vor Ihre Schreinerei haAusbildungsbetrieb der Handwerkska er eugen. als zertifiziert iter von mir überz lichen Gespräch we sön per em ein in Gern möchte ich Sie

Müller, da ich gern mit Ho schnitze, möchte lz arbeite und auch schon einige Holzschiffchen selber gärn den Beru gevielen die Schiich ffchen so gut, dahf des Tischlers erlehrnen. Meiner Om Tischler.Auf ihre Fi sss a sie m einte immer an ihrer Fi rma wurde ich durch einen Freuich währe ein guhter nd rm a au vorbei fährt. fmerksam, der Ich bin fleissig und lehrne schnell. Über ein Vorstellun gsgespräch freue ich mich sehr. Ihre Miriam Schmi dt Anlagen Lebenslauf

Grüßen Mit freundlichen Miriam Schmidt Anlagen

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NIMM PLATZ. Stellenangebote in WiYou Hier erreichen Unternehmen direkt Jugendliche aus Thüringen, die an einer beruflichen Karriere und einem attraktiven Ausbildungsangebot interessiert sind. Kontakt: info@wiyou.de

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Die efm-systems GmbH entwickelt und vertreibt als Mikrosystemhaus miniaturisierte Auswertesysteme für den Aufbau von smarten Sensor-/ Aktorsystemen. Zur Unterstützung unseres Teams suchen wir ab sofort eine/n

Diplomingenieur/-in Elektrotechnik Ihre Tätigkeiten umfassen die Arbeitsgebiete Messtechnik, Sensornetzwerke und Mechatronik. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Entwicklung von Systemen und Geräten – vom Prototyp bis hin zur Kleinserie. Sie verfügen über ein abgeschlossenes Studium der Fachrichtung Elektrotechnik oder Mechatronik mit Schwerpunkt Elektrotechnik oder über langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet. Kenntnisse in der Programmierung von Mikrocontrollern und Steuerungen wären von Vorteil. Ihr Vermögen, sich schnell in neue Aufgaben einzuarbeiten und die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten und interdisziplinär zu denken, ergänzen Sie durch praktische Fertigkeiten. Wenn Sie Interesse an einer abwechslungsreichen Aufgabe in einem jungen, wachsenden Unternehmen haben, senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bitte per Post oder E-Mail zu Händen Frau Schlenker. efm-systems GmbH | Heerstraße 105 | 70563 Stuttgart www.efm-systems.de | E-Mail: schlenker@efm-systems.de


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Du suchst einen Ausbildungsplatz ? Dann setz dich mit der WiYou-Redaktion in Verbindung und wirb in WiYou für dich. Unternehmen, die sich für dich interessieren, erfahren von uns deine Kontaktdaten. Kontakt: info@wiyou.de

Gesucht!

Ausbildungsplatz

Die Erfahrungen mit Logistik, Verkauf aber auch das Zusammenarbeiten mit Menschen ist es, was mich für den Beruf begeistert. Ich möchte eine Lehre als Kaufmann im Einzelhandel beginnen, da ich sehr gerne im Team arbeite, gut beraten kann und bereits im Bereich Handel tätig war. Schon in der Schule absolvierte ich zwei Schulpraktika und war von 2001 bis 2004 als Pauschalkraft in einem EDEKA – Neukauf Markt tätig. Der Kaufmann im Einzelhandel oder auch Großhandel ist schon immer mein Traum gewesen, welchen ich nun auch zu meinem Beruf machen möchte. Egal ob im Bereich Lebensmittel oder Warenverkauf. Beides hat seinen eigenen Reiz. 2001 habe ich die 10. Klasse der Realschule abgeschlossen und fing 2001 eine Lehre zum staatlich geprüften Wirtschaftsassistenten an, die ich 2003 erfolgreich beendete. 2004 wurde ich für 23 Monate zur Bundeswehr berufen und beendete meinen Dienst am 31.05.2006. Seit dem 22.06.2006 bin ich bei BuW angestellt und arbeite dort im EDV-technischen Support. In meiner Freizeit bin ich Vorstandsmitglied in einer Reservistenkameradschaft. Sportlich aktiv bin ich beim Skifahren, ich lese gern und bilde mich durch Fachmagazine weiter. Freunde sind in meiner Freizeit sehr wichtig.

Der Beruf der Kauffrau für Bürokommunikation ist vielfältig und interessant. Für mich ist es eine passende Aufgabe, Dinge zu ordnen, zu organisieren und in Kontakt mit Kunden zu treten. Kenntnisse im Umgang mit verschiedenen Anwenderprogrammen, wie Microsoft Word oder Power Point erleichtern mir den Zugang zu Datenbanken und Netzwerken.

Name Jens Wäsch Geburtsdatum 19.06.1983

Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel

Ein einwöchiges Praktikum in einem Hotel sowie zwei Praktika, organisiert von der Handwerkskammer Aachen, bei denen ich Erfahrungen in der KFZBranche und im Büro einer Farbtechnikfirma gesammelt habe, verfestigten meinen Beschluss, den Beruf der Kauffrau für Bürokommunikation zu erlernen. In meiner Freizeit gehe ich gerne mit meinen Freundinnen ins Kino oder Shoppen oder auch einfach mal ein Eis essen. Gern beschäftige ich mich aber auch mit dem Computer.

Name Jessica Saalfeld Geburtsdatum 16.03.1993

Ausbildung zum Kauffrau für Bürokommunikation Fotos: privat

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N I P e g An

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Fotos dieser Doppelseite: Marc Dietrich/fotolia.com

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Wie aus Jung-Friseuren Weltmeister werden illst auch du Friseurin werden? Dann liegst du voll im Trend. Es ist der Traumberuf vieler Mädchen. Seit ein paar Jahren aber auch der vieler Jungen. Doch zwischen einfach nur Friseur und dem Friseur mit dem gewissen Etwas gibt es gewaltige Unterschiede.

W.

m Viernauer Salon Hoffmann setzt man auf das Besondere, das etwas Andere und den Mut zur Mode. Wer hierher kommt, der geht nicht mit einer 0-8-15 Frisur wieder heim. Dafür sorgt Bernd Hoffmann, Senior und Mentor seines jungen Teams. Er macht aus seinen Azubis deutsche Meister, Europameister, ja sogar Weltmeister. Dreien von ihnen hat er bereits zu dem begehrten Titel verholfen. Und jetzt feilt er gewaltig an Alexander Kirchner. Der Steinbacher lernt bei ihm.

I.

einen ersten Wettbewerb absolvierte Alexander schon im ersten Lehrjahr. Seitdem ist er in Nürnberg zur deutschen Meisterschaft, in Oslo zu den Norway Cup Open, und, und, und angetreten. Im Moment bereitet er sich im Junioren-Herrenfach auf die Europameisterschaft in Athen vor. „Spätestens 2010 möchte ich bei den Weltmeisterschaften in Paris dabei sein. Ob es gleich ein Titel wird, das glaube ich noch nicht. Aber es ist schon mein großes Ziel, irgendwann einmal Weltmeister zu werden“, gibt er sich optimistisch. Doch dafür muss er hart trainieren. Nach Möglichkeit jeden Tag. „Da gibt es kein Aber. Wenn irgendwann zwischendurch mal Zeit ist, dann wird geübt.“ Das Schöne daran: Er bekommt Unterstützung von den beiden Weltmeisterinnen Alexandra und Susan, die ebenfalls in diesem Salon ausgebildet wurden und hier auch weiterhin arbeiten.

S.

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www.planet-beruf.de

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www.hwk-erfurt.de

Alexander (18) Auszubildender im 3. Lehrjahr Ich möchte immer besser sein als andere. Wenn ich meine Lehre abgeschlossen habe, dann steige ich im elterlichen Salon ein. Dort möchte ich etwas frischen Wind reinbringen. Neue Ideen, neue Schnitte, neue Farben. Ich hoffe, dass ich mit diesem Pepp neue Kunden anlocken kann. (Dass er mit dieser Meinung voll ins Schwarze trifft, das zeigen die vielen Kunden, die unbedingt von Susan und Alexandra frisiert werden wollen).

Alexandra Klein (25) Weltmeisterin im Team und Junioren-Herrenfach und Europameisterin Ich habe rund 30 Pokale gewonnen, dazu auch etliche Urkunden und Medaillen. Die sind alle hier im Geschäft zu sehen. Die Entscheidung, bei den Wettkämpfen mitzumachen, wurde vom Chef gefördert. Mir hat es viel gebracht. Man sieht viel von der Welt. Auch jetzt sind wir an den Wochenenden unterwegs, um bei Modepräsentationen dabei zu sein. Viele meiner Kunden sind Modelle. Mein Tipp: Man sollte nie auf dem alten Stand stehen bleiben.

Susan Hoffmann (26) Doppel-Weltmeisterin in Chicago, 2 x Vize-Weltmeisterin im Juniorenbereich

Friseur / in „Waschen, schneiden, legen“ macht nur einen Teil des Faches aus. Friseure beraten ihre Kunden bei der Wahl der Frisur. Anfänger sollten Gespür für Mode, Geschmack und handwerkliches Geschick mitbringen. Chemische Grundkenntnisse sind von Vorteil. Gepflegtes Aussehen, auch außerhalb des Salons, und der tägliche Blick in die Zeitung, das ist einfach unverzichtbar.

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Ich war in Oslo, Riga, Moskau, Mailand, Paris, Athen, Helsinki, Wien … alles nur zu Wettkämpfen. Von den Orten sieht man allerdings nicht viel. Jetzt habe ich an die 50 Pokale. Aber es ist hart, überhaupt dort hin zu kommen: Ein bis zwei Mal im Monat ein ganzes Trainingswochenende – vor der WM komplett eine Woche nur Training. Man steht den ganzen Tag am Stuhl. Das ist echt anstrengend. Jetzt werde ich in Jurys weitermachen und mich im Modeteam deutschlandweit einbringen. Und wenn mich jemand für Seminare buchen möchte, dann bin ich dabei. Aber jetzt kümmern wir uns erst mal um die, die später auch noch Weltmeister werden wollen.

Fotos: Kynata/fotolia.de, Doreen Fischer


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t i e b r A r e d i Spaß be Sieben Uhr

morgens, der Wecker klingelt. Nun schnell aus dem Bett springen – aber der Muskelkater bremst. Auf in einen Tag voll neuer Herausforderungen. „Acht Stunden Arbeitstag und das abendliche Training mit den Mädels warten nun auf mich“, so beschreibt Sabine Oelsner, Leistungssport-Volleyballerin, mit wenigen Worten ihren Tagesablauf.

Tag für Tag dieselbe Herausforderung und dennoch von Langeweile keine Spur. Sabine ist Auszubildende bei der GeAT AG, einem erfolgsorientierten Thüringer Personaldienstleistungsunternehmen und erlernt dort den Beruf der Kauffrau für Bürokommunikation. Was Sabine nach 13 Jahren intensiven Leistungssport gelernt hat, hilft ihr im Berufsleben jeden Tag aufs Neue weiter. Mit Ausdauer und viel Disziplin aber auch mit dem nötigen Spaß ein straffes Programm zu bewältigen. „Doch neben einer Menge Stress hat mich dieses selbst gewählte Leben doch so Einiges gelehrt“ meint Sabine. Mannschaftsgeist und fairer Umgang im Team zählen sowohl im Sport, als auch im Beruf. Bei der GeAT AG ist diese Tugend ein Leitmotiv des täglichen Handelns und Denkens. Außerdem sieht sich der größte Thüringer Personaldienstleister auch in der Verantwortung, jungen Menschen eine Perspektive und einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. „Jugendlichen eine Perspektive für ihr Berufsleben geben, dass ist unser Ziel, welchen wir auch in der jetzigen Zeit konsequent verfolgen!“, berichtet der Vorstandssprecher der GeAT AG Helmut Meyer und kündigt an, dass die GeAT AG auch im Ausbildungsjahr 2009 wieder drei Ausbildungsstellen im Unternehmen zur Verfügung stellt. Wenn du Interesse hast, mit hoher Eigenverantwortung und echten Zukunftschancen ins Berufsleben zu starten, ist die GeAT AG genau dein Ansprechpartner. Zwei interessante Ausbildungsstellen bietet der Personaldienstleister an: Kaufmann/-frau für Bürokommunikation und Personaldienstleistungskaufmann/- frau. Wenn du nach der Ausbildung deine Perspektiven im Unternehmen siehst, bietet dir die GeAT AG bei guten Noten und hohem Engagement, die Möglichkeit eines weiterführenden Studiums an der GeAT-Akademie zu beginnen.

Fotos: GeAT AG

Anzeige Außerdem führt das Unternehmen mit engagierten Studenten bezahlte Praktika im Bereich Personal und Marketing durch und ermöglicht Diplomarbeiten zu praxisnahen Themen aus dem Wirtschaftszweig Zeitarbeit zu verfassen. Die GeAT AG verwendet die Ergebnisse selbstverständlich zur eigenen Marktstellung. „Wir schlagen Brücken und verbinden erfolgreiche Praxis mit unserer Zukunft, den Talenten von morgen“, führt Helmut Meyer an. „Arbeit und Sport liegen daher näher beieinander als man denkt, erst Recht weil sich der eigene Arbeitgeber als Sponsor des SWE VolleyTeams engagiert und ich jederzeit von meinem Ausbildungsbetrieb Unterstützung erhalte“ freut sich Sabine und ist auch ein wenig stolz, dass ihr Arbeitgeber viel soziales Engagement zeigt. Engagiert ist die GeAT AG auch gegenüber ihren Azubis, die seit kurzem mit ihrem neuen Azubi Mobil, das ihnen ihr Arbeitgeber zur Ver fügung stellt, im Auftrag des Kunden quer durch Thüringen reisen können.

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... und beim S por

www.geat.de

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Besucher im Gymnasium Donnerstag um zehn in der Aula. So begann der 26. Februar für 40 Schüler der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Wirtschaft/ Verwaltung und Ernährung SBBS in Weimar.

Einige Wochen zuvor hatten die Schüler gegenüber der WiYouRedaktion den Wunsch geäußert, mit dem Thüringer Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar ins Gespräch zu kommen. Ihr Interesse am Agrarminister erklärt sich durch ihre Ausbildung. Derzeit besuchen die jungen Leute die SBBS zu ihrer theoretischen Ausbildung zum Landwirt, um im Anschluss in einem weiteren Jahr ihr Abitur zu bekommen. In einer kurzen Eröffnungsrede machte der Minister den Azubis Mut. Obwohl die Landwirtschaft in der Bevölkerung noch nicht die Akzeptanz findet, die ihr gerecht wird, erläuterte Minister Sklenar, hat die Produktion von Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln auf jeden Fall eine solide Zukunft. „Eine hochmoderne Landwirtschaft braucht junge und gut ausgebildete Leute, wie sie hier ausgebildet werden“, lobte er die um ihn sitzenden Schüler und Azubis.

zu finden. Da das Angebot, Berufsausbildung zum Landwirt mit Abitur bisher als Pilotprojekt läuft, war das Interesse groß, wie es denn in den nächsten Jahren weitergehen wird. Sklenar regte auf diese Frage hin an, das Projekt auch länderübergreifend aufstellen zu wollen. Es könnte also gut sein, dass in den nächsten Jahren auch Azubis aus den benachbarten Ländern nach Thüringen kommen und hier ihre Ausbildung absolvieren. „Wir müssen uns ganz einfach öffnen und die Scheuklappen ablegen. Damit können wir für Thüringen werben und mehr Schüler in diese Ausbildung bringen“, zeigte sich Sklenar entschlossen. Nach der allgemeinen Fragerunde mischte sich der Landwirtschaftsminister unter die jungen Schüler und führte weitere Gespräche. Nach etwa zwei Stunden, soviel Zeit hatte sich der Politiker genommen, löste sich die Gruppe auf und für die Schüler begann der normale Schulalltag.

Willst du ... Ohne Scheu gegenüber dem hohen Vertreter der Politik stellte die Runde anschließend ihre Fragen an den Gast. Wie es denn mit der finanziellen Unterstützung der Gymnasiasten nach der Ausbildung aussieht, war ihnen besonders wichtig. Leider konnte Minister Sklenar hier keine positiven Nachrichten überbringen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern zahlt der Freistaat keine zusätzlichen Beihilfen aus. Nach ihrer Ausbildung, bei der die Azubis auch Geld verdienen, sind sie im Jahr bis zum Abitur auf Bafög oder die Unterstützung der Eltern angewiesen. Der Minister versprach hier aber eine Verbesserung und kündigte an, mit dem Kultusministerium in dieser Frage eine Lösung

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auch etwas Abwechslung im Unterricht? Hast du Fragen an einen Vertreter aus der Politik oder der Wirtschaft? Schreib einfach eine Mail an die WiYou-Redaktion und wir suchen den passenden Gesprächspartner für dich.

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info@wiyou.de

Fotos: Sascha Uthe


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Die Tierflüsterer Wer tierische Herausforderungen sucht, kann sie auch im Beruf finden. Tierarzt, Landwirt oder Zootierpfleger zählen dabei zu den klassischen Jobs rund ums Tier. Die Bandbreite ist jedoch viel größer und facettenreicher. Filmtiertrainer, Tier fotograf, Stylist für Vierbeiner oder auch Tierheilpraktiker und Hundepsychologe gehören zu den modernen Trendausbildungen. So unterschiedlich die Voraussetzungen hinsichtlich Schulabschlüssen und Praktika sind, Erfahrungen im Umgang mit tierischen Zwei- und Vierbeinern sind in jedem Fall erwünscht. Je mehr, desto besser klappt es später in Ausbildung und Beruf.

vielen Jahren auch Therapiebegleithunde aus. Diese speziell geschulten Vierbeiner werden immer häufiger in der so genannten tiergestützten medizinischen Behandlung von Patienten eingesetzt. Gemeint sind Psycho-, Ergo- und Physiotherapie, Logopädie sowie pädagogische Einsatzfelder. „Die Begegnung von Mensch und Tier mobilisiert körperliche, seelische, geistige und soziale Kräfte“, davon ist Monika Addy überzeugt. olide Fachausbildungen zu Tierpsychologen oder Verhaltenstrainern lassen sich an anerkannten Instituten absolvieren. Die Studienzeit dauert je nach Richtung zwischen 24 und 36 Monaten. Am DIFT wird der Unterricht von einem Dozententeam gehalten, das sich aus Tierpsychologen, Humanpädagogen, Tierphysiotherapeuten sowie Heilpraktikern, Tierärzten, Biologen, Trainern

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m die eigenen Illusionen mit der Realität des späteren Berufsalltags abzugleichen, helfen Informationen im Vorfeld. Ideal ist es, Fachleute im tierischen Jobeinsatz zu erleben. Das erscheint umso sinnvoller, da es an aussagekräftigen Anschauungsmaterialien gerade über neue Berufsbilder oft mangelt. Die richtigen Ansprechpartner finden Jugendliche dort, wo sich alles um Tiere dreht. Tierarztpraxen und Tierheime, aber auch Veranstaltungen wie Tierschauen sind hierfür die Anlaufstellen. Beispielsweise lassen sich Veterinärmediziner, Tierhomöopathen und -physiotherapeuten, Tier trainer oder Ausbilder von Rettungs- und Therapiehunden während Rassehundeausstellungen antreffen.

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Hund, Katze und Pferd verstehen Monika Addy ist eine dieser Therapeutinnen für alle „Felle“. Der Weg zu ihrem anspruchsvollen Beruf begann für die Tierpsychologin ebenfalls tierisch. „Hunde, Katzen und Pferde waren meine ständigen Begleiter. So fing ich an, schwerstmisshandelte Tiere vom Tierschutz aufzunehmen und wieder aufzubauen. Aber um die Tiere wirklich zu verstehen, musste ich wissen, was in ihnen vorgeht. Ich studierte drei Jahre Tierpsychologie und anschließend zwei Jahre Humanpsychologie. Seit 1998 bilde ich in unserem Institut DIFT - Deutsches Institut für Tierpsychologie & Tierheilkunde selbst Studenten aus. Ich verstehe mich als Sprachrohr von Mensch und Tier auf dem Weg zu einem entspannten, freudigen Miteinander“, sagt Monika Addy. Dass dieses Miteinander manchmal auch schmerzhaft gestört ist, belegen Nachrichten über bissige Hunde. Aus Sicht der Tierpsychologin entstehen Verhaltensprobleme beim Hund durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren: „Tierart und manchmal auch Rasse sowie Temperament des Hundes und die Lebensverhältnisse seines Menschen prägen.“ Monika Addy bildet seit

hein c s r e r h ü f e nd CACIB-Hu e arakterkund gstipps, Ch n ru h ä st rn E Te , und Menschen im ung Erziehungsn Hund zum en Bewältig vo er n d o d ti n a u ik n en lt a h er Kommu V rtes lten / gestö tung Norm-Verha eren Bedeu d d n u n se ei sw sstellung, en Verhalt ehunde-Au ss a R n le a Nation um 11.00 onalen und 009, jeweils ti 2 i a n rn Ju te . In 14 er . und lungskaswährend d alle 1, am 13 der Ausstel H n a g in er Einzulösen R es er -L n u ei o um Erfurt, kl erhalten WiY Euro). Messezentr Gutscheines s (statt 6,50 se ie ro d u E e g 4 a n rl o vo V is en re P eg n G Uhr. ermäßigte eskarte zum se eine Tag

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Fotos: Messe Erfurt, CallallooAlexis/fotolia.de

und Verhaltenstherapeuten zusammensetzt. „Wer einen solchen Beruf erlernen möchte, sollte neben Tierliebe eine gute Auf fassungsund Beobachtungsgabe mitbringen. Insbesondere Teamfähigkeit ist sehr vorteilhaft“, rät Monika Addy. Die Tierpsychologin ist demnächst live während der Internationalen und Nationalen Rassehunde-Ausstellung in Erfurt zu erleben und bietet dann vor Ort speziell für interessierte Jugendliche Schnupperkurse zur Hundeverhaltensschulung an. !

www.cacib-erfurt.de

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Tag der Berufe Hereinspaziert und mitgemacht Im März 2009 veranstaltete die Agentur für Arbeit zum zweiten Mal den „Tag der Berufe“. 290 Betriebe öffneten ihre Türen, um dir die Arbeitswelt hautnah zu zeigen. Mitmachen konnten Schüler ab der Klassenstufe sieben. Fast 2.800 Interessierte nutzten die Chance, um einmal in ihren Traumberuf zu schnuppern. Die Reporter von WiYou waren für dich unterwegs, um zu schauen, welche Berufe bei Arnstadt Kristall, Sunways Production GmbH und im Radisson SAS ausgebildet werden.

Arnstadt Kristall

Radisson SAS

Der Kristallglashersteller produziert bereits seit mehr als 50 Jahren Kristallglas und Bleiglas. Die Gläser werden in Handarbeit kunstvoll graviert und geschliffen. Arnstadt Kristall liefert seine Produkte in die ganze Welt, unter anderem nach China, Japan, Dubai, Spanien.

Im Radisson SAS in Erfurt werden fast alle Berufe im gastronomischen Bereich und in der Hotellerie ausgebildet. Die Erwartungen des Unternehmens an einen Azubi sind: Schulabschluss, eine positive Einstellung zur Dienstleistung, Praktika in der Gastronomie, gute Umgangsformen, Kontaktfreudigkeit, Flexibilität und Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit.

Voraussetzungen, um eine Lehrstelle zu bekommen, sind der Realschulabschluss und gute naturwissenschaftliche Kenntnisse. Aber was viel wichtiger ist: der zukünftige Lehrling muss seinen Beruf als Glasschleifer lieben und sich darüber im Klaren sein, diesen auch viele Jahre auszuüben.

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Sunways Production Sunways Production stellt Solarzellen her und bildet Mikrotechnologen aus. Fingerspitzengefühl ist hier wichtig. Der Lehrling solle sich bewusst sein, im Schichtsystem zu arbeiten, so Frau Löser, die durch das Werk führte. Sunways nimmt Diplomanden und Praktikanten und bietet die Möglichkeit, sich zu vergewissern, dass Sunways das richtige Unternehmen ist.

Ausgebildet werden: Restaurantfachmann-/ frau, Koch / Köchin und Hotelfachmann-/ frau, Fachkraft der Gastronomie. Es gibt die Möglichkeit an einer Berufsakademie im Bereich Tourismus, Marketing oder Management zu studieren.

Fotos: Elisabeth Kirchner


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Anja Kühhirt (18) und Tom Bocklisch (18) aus Jena überzeugten mit ihrer Arbeit zu einer speziellen Art von Vielecken, den sogenannten Malkevitch Polygonen.

Geforscht und experimentiert wurde Anfang April in der Forschungs- und Universitätsstadt Jena, die bereits zum 19. Mal Gastgeber des Wettbewerbs war. Viele interessante Projekte mit Pfiff und Nachhaltigkeit wurden vorgestellt. Mikroskop, Bunsenbrenner, Reagenzgläser, Dopaminmodelle, Petrischale, Chemikalien und sogar ein Teleskop konnten kleine und große Entdecker zum „Jugend forscht“ Landeswettbewerb begutachten und anfassen.

Früh übt sich… was ein Forscher werden will nter dem Motto „Du willst es wissen“ haben sich im Vorfeld 73 Jugendliche mit 31 Projektarbeiten für das Landesfinale qualifiziert. Zu den Fachgebieten Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik, Technik und Arbeitswelt wurden Projekte eingereicht. Zugelassen waren sowohl Einzel- als auch Teamarbeiten mit maximal drei Teilnehmern. „Es ist interessant richtige Forschung zu betreiben. Ich hatte die Möglichkeit zwei Wochen in der Pharmazie zu forschen. Es ist anstrengend, aber interessant“, sagte Christin-Charlotte Schoele, (18) Siegerin in der Kategorie Biologie.

U.

In der Kategorie Arbeitswelt gewann „Wilde Weide“- ein Brettspiel als Beispiel für die Bedeutung des kindlichen Spielens. Isabel Bauer (17), Maxi Ziegler (18) und Sarah Götz (18) führten im Vorfeld Studien im Kindergarten durch und entwickelten darauf hin ein Brettspiel für Kinder, womit auch sie siegten.

Jugend forscht Schon in den 60er Jahren des vergangen Jahrhunderts stand das deutsche Bildungssystem in der Kritik. Schlagworte wie „Sputnik-Schock“ und „Bildungsnotstand“ fand der damalige sternChefredakteur Henri Nannen für die Situation. Doch er meckerte nicht nur, sondern tat auch etwas: er startete eine bundesweit breit angelegte Initiative zur Förderung des qualifizierten Nachwuchses. Unter dem Motto „Wir suchen die Forscher von morgen!“ rief Nannen 1965 zum ersten Mal zur Teilnahme an „Jugend forscht“ auf. Seit damals ist der Wettbewerb dreistufig organisiert: Regionalebene. Die dortigen Arbeiten qualifizieren sich für den Landeswettbewerb, der in jedem Bundesland durchgeführt wird. Den Anschluss bildet das Bundesfinale.

Foto: Elisabeth Kirchner

In ihrem siegreichen Chemie-Projekt gingen Christin-Charlott Schoele (18) und Juliane Totzke (17) vom Carl-Zeiss-Gymnasium Jena der Frage nach, wie künstlich erzeugtes Dopamin beschaffen sein muss, damit es die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann, um im Körper des Erkrankten wirksam zu werden. „Wir haben einen Beitrag zur Grundlagenforschung geleistet und darauf sind wir stolz“, sagte Juliane Totzke den Reportern von WiYou. Besonders interessant war das Projekt von Hannah Schuran und Constanze Gorf. Sie beschäftigten sich mit alternativen Kläranlagen. Sie fanden heraus, dass es sieben verschiedene Arten von Kläranlagen gibt und versuchten, die optimale Variante für den Thüringer Raum zu finden. Auf Grund der Novellierung des Wassergesetzes entfällt der Anschluss, besonders in ländlichen Regionen, an die Kommunen. Das heißt jeder benötigt eine eigene Kläranlage. „Umweltfreundliche und nachhaltige Alternativen müssen geschaffen werden���, so Constanze. Sie wollen auch nach dem Wettbewerb ihre Arbeit fortsetzen und vielleicht eine Initiative gründen. Ein absoluter Crack in Sachen Chemie ist Stefan Schramm (17). Für ihn ist Forschung eine Berufung. Er hat sein eigenes kleines Chemielabor zu Hause im Keller und experimentiert dort regelmäßig. Mit Stolz präsentierte er seinen Versuch Benzol aus Bittermandelöl zu gewinnen. Er möchte damit ein regeneratives Verfahren zur Benzolherstellung entwickeln. Nachhaltige und durchaus für die Wirtschaft relevante Themen und Ideen zeigten die Teilnehmer bei „Jugend forscht“. Für den Thüringer Raum interessant war das Projekt der alternativen Kläranlagen. WiYou wird Constanze und Hannah ein Stück begleiten und über die Ereignisse berichten. Das große „Jugend forscht“ Finale findet vom 21. bis 24. Mai 2009 in Osnabrück statt – gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt als Bundespate.

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Direktwahl des Schülersprechers

Maximilian

Vanessa

m ersten Treffen nahmen drei Landesschülersprecher der Landesschülervertretung LSV teil. Das Projekt wurde sehr ausführlich vorgestellt. Als nun auch die Landesschülervertretung ihre Meinung zum Projekt loswerden sollte, gingen die Meinungen weit auseinander. Die Aufgabe der Schülervertretung war es, gemeinsam einen Kompromiss zu entwickeln, hinter dem alle zehn Landeschülersprecher stehen. Also machte man sich an die Arbeit, um einen Vorschlag zu kreieren.

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Heraus gekommen ist eine Mischung aus altem und neuem System, wie dieser Vorschlag im Genauen aussieht, möchte die LSV euch nun gerne vorstellen: ie schon immer, wählt jede Klasse ihren Klassensprecher und dessen Stellvertreter. Diese bilden zusammen die Klassensprecherversammlung der jeweiligen Schule. Ihre Aufgabe bei der ersten Konferenz ist es, einen Vertrauenslehrer zu wählen. Der Vertrauenslehrer soll nun nicht mehr nur die Verbindung zwischen Schülern und Schulleitung bei Problemen sein, sondern auch dem Wahlvorstand vorsitzen.

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er Wahlvorstand wird gebildet aus einem Schüler, einem Lehrer und einem Elternteil der Schulkonferenz. Die Aufgabe des Wahlvorstandes ist es, die Wahlen zu begleiten, sie zu leiten und sie zu

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Die Direktwahl des Schülersprechers wurde in den letzten Monaten oft und sehr ausgiebig diskutiert. Christoph Zimmermann erklärt hier noch einmal das neue Wahlsystem der Landesschülervertretung und erzählt, wie es dazu kam:

überwachen. Nachdem nun die Wahlen der Schulkonferenz und die des Vertrauenslehrers abgeschlossen sind, müssen natürlich auch noch die Kandidaten, die sich zur Wahl des Schülersprechers stellen wollen, bestimmt werden. Insgesamt können sich maximal fünf Schüler zur Wahl stellen. ind nun alle Vorbereitungen abgeschlossen, dann beginnt die Direktwahl an einem durch das Kultusministerium festgeschriebenen Termin (an allen Schulen verbindlich). Zuerst stellt sich der neue Vertrauenslehrer der Schülerschaft vor und klärt sie über rechtliche Dinge, die zur Wahl zu beachten sind, auf. Nun stellen sich die einzelnen Kandidaten vor, sie sagen kurz etwas zu ihrer Person und dann über mögliche Ziele, die sie als Schülersprecher verfolgen würden.

S. Direktwahl

Die Bezeichnung für eine Wahl in ein (politisches) Amt in unmittelbarer Wahl, also direkt durch die Wahlberechtigten und nicht über ein Parlament oder ein Wahlmännergremium.

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eder Schüler konnte sich ein Bild machen und wählt nun den Schülersprecher in geheimer Wahl. Die Landesschülervertretung erhofft sich von diesem System eine einheitliche Wahl an allen Schulen ohne Formfehler und Betrug.

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Birgit Schnieber-Jastram und Silvana Koch-Mehrin? Sicher, diese Namen sagen dir nichts. Aber du glaubst mit diesen Menschen nichts zu tun zu haben? Sie beeinflussen dein Leben mehr als es dein Sportlehrer, dein Kieferorthopäde und der Türsteher vom Centrum zusammen je hätten tun können! Aus ihrer belgischen Schaltzentrale in Brüssel regeln sie mehr Dinge des täglichen Lebens als uns oft bewusst ist. Die beiden Damen sind Spitzenkandidaten der CDU und FDP für die Europawahl am 7. Juni. Aber niemand kennt sie …

EUre Debatte

abei repräsentiert das alle fünf Jahre gewählte Europäische Parlament die zweitgrößte Demokratie der Welt! Nur in Indien sind bei den Wahlen mehr Wahlberechtigte aufgerufen, in einer allgemeinen, freien, direkten und geheimen Wahl eine parlamentarische Vertretung zu wählen. Wer sind die anderen Kandidaten? Für was stehen sie und was hat das mit Thüringen zu tun? Und welche Entscheidungen betreffen besonders Jugendliche, zum Beispiel in den Bereichen Lehre und Ausbildung? Diese und weitere Fragen versuchte die JEF während eines Tagesseminars im Rahmen von „Europa? Wahl. Lokal!“ zu beantworten. Dabei gab es die Gelegenheit, ganz ungezwungen mit den Politiker/innen der Parteien ins Gewww.jef.de ! spräch zu kommen, die an den Wahlen

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Foto: pixelio.de

zum Europäischen Parlament teilnehmen und mit interessanten jungen Menschen zu diskutieren. Organisiert wurde das Erstwähler(innen)seminar gemeinsam von JEF Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Jugendpresse e.V. mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Kommission, Vertretung in Deutschland, sowie der Kreuzberger Kinderstiftung und war kostenfrei. Die JEF - Junge Europäische Föderalisten - ist ein Jugendverband, der sich der politischen Bildungsarbeit widmet. Dass heißt Seminare, Straßenaktionen und Podiumsdiskussionen werden organisiert, um die Bedürfnisse und Rechte von Jugendlichen in einem zusammenwachsenden Europa zu definieren, zu vertreten und bekannt zu machen. In über 30 Ländern Europas haben sich dafür etwa 25.000 junge Menschen zusammengefunden, die ihre Erfahrungen mit Politik austauschen und sich gegenseitig besuchen, natürlich auch zum Feiern und um herauszufinden: was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Letten und Türken, Franzosen und Ungarn, Deutschen und Italienern, Slowaken und Portugiesen etc etc!

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Mai Zur Auftaktveranstaltung der Woche der Sonne können am 9. Mai Fertigungsanlagen für Kollektoren und Elektrofahr zeuge sowie die Kollektoranlage der Firma Thürsolar in Rudolstadt besichtigt werden. Während der Woche der Sonne finden in ganz Deutschland Veranstaltungen rund um die Solarenergie statt. www.woche-der-sonne.de

TERMINE Wie weiter nach der Schule? Oder was will ich mal werden? WiYou.de empfiehlt dir auf dieser Seite die Termine der nächsten Wochen. Wenn du Lust hast, über eine Veranstaltung zu berichten, oder noch einen Tipp hast, der in unsere Terminliste muss: info@wiyou.de

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13 Mai Von der Geschäftsidee bis zur Gründung eines virtuellen Unternehmens sind Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren zu einem bundesweiten Wettbewerb aufgerufen, eine Gründung mitzuerleben. Die erste Phase des Wettbewerbs ist zu Ende. Doch wer Interesse hat, kann bis 13. Mai in den Wettbewerb einsteigen. www.jugend-gruendet.de

14 18 Mai Zum 7. Mal sucht die Landeschülervertretung den tollsten Lehrer Thüringens. Die Lehrer und Lehrerinnen machen interessanten Unterricht und unternehmen auch außerhalb des Unterrichts viele schöne Sachen. Gibt es so einen Lehrer, eine Lehrerin an Eurer Schule? Dann schlagt sie / ihn vor! Einsendeschluss 18. Mai 2009. www.mdr.de/thueringen

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Mai Am 27. Mai beschäftigt sich die Kinderuniversität Weimar mit dem Thema: Wie kann mein Auge sehen? Ab 16 Uhr werden Fragen wie: Was ist der blinde Fleck, wie entstehen optische Täuschungen, beantwortet. Es wird angesehen, wie das Auge funktioniert und wie das Sehen überlistet werden kann. www.kinderuni-weimar.de

17 Juni Am 17. Juni findet ab 16 Uhr das traditionelle Campusfest der Fachhochschule Nordhausen statt. Auf der Freilichtbühne treten bekannte Thüringer Bands wie Flying Balconys oder The Rabbits auf. In den Discozelten sorgen die DJs Headflash und RYO für Stimmung. Der Eintritt ist frei. www.fh-nordhausen.de

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16 Mai Am Vormittag des 16. Mai besteht von 9.30 bis 14 Uhr die Möglichkeit, sich im Rahmen des Hochschulinformationstages zu Studienmöglichkeiten und -bedingungen an der Uni Erfurt zu informieren und den grünen Campus und die moderne Universitätsbibliothek bei Führungen kennenzulernen. www.uni-erfurt.de

18 Mai Informationstage rund um die Ausbildung zum Bankkaufmann bieten die Sparkassen in Thüringen. Mitarbeiter und Auszubildende geben Auskunft zur Ausbildung, checken die Bewerbungsunterlagen und führen Eignungstests durch. 14. Mai Sparkasse in Erfurt, 18. Mai Sparkasse in Sömmerda www.sparkasse-mittelthueringen.de

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Juni Schülerinnen, Schüler und andere Studieninteressierte haben am 6. Juni die Möglichkeit, zum Hochschulinformationstag der Universität Jena, kompetenten Ansprechpartnern Fragen zu stellen, Vorträge zu hören und sich an Informationsständen der Einrichtungen der Uni und des Studentenwerks zu informieren. www.uni-jena.de

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Juni Zur 12. Thüringer Ausbildungsbörse auf der Erfurter Messe stellen am 20. Juni Unternehmen und Institutionen bekannte und neue Berufe vor und bringen dich mit echten Machern der verschiedenen Branchen zusammen. Hier kannst du dich über Ausbildungsmöglichkeiten informieren oder dich um dein Praktikum kümmern. www.th-ausbildungsboerse.de


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Entschieden gut. Gut entschieden: Ihre Karriere in der Bundeswehr

V.i.S.d.P. Personalamt der Bundeswehr, Kölner Str. 262, 51149 Köln

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Eines vorweg: Unsere Auswahlkriterien sind genauso anspruchsvoll wie die späteren Einsätze. Wir suchen junge Frauen und Männer, die absolute Leistung bringen und Verantwortung übernehmen.

Sie gehören dazu? Dann bewerben Sie sich jetzt. Weitere Informationen unter:

Bewerbungen von Frauen sind erwünscht. Sie werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.

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