Issuu on Google+

WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:17 Uhr

Seite 9

Wohnen im Spreewald

4-02

Informationsblatt der WIS – Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH

Mehr als 500 kamen und staunten Einen wahren Ansturm erlebte die WIS beim »Tag der Offenen Tür« in der Robert-Koch-Straße 37 – 41. Mehr als 500 Lübbenauer waren am ersten Adventssonntag gekommen, um sich die beiden Musterwohnungen für altersgerechtes Wohnen einmal genauer anzusehen. Die WIS hatte das Wohnhaus in den vergangenen acht Monaten komplett umgebaut – Grundrisse verändert, Aufzüge und Balkone an-

gebaut, Laubengänge geschaffen. Bürgermeister Helmut Wenzel fand lobende Worte für die Idee der WIS, ein ganzes Haus altersfreundlich umzugestalten. In Lübbenau bestehe ein großer Bedarf an solchen Wohnungen, die älteren Menschen den Alltag bequemer und leichter machen. Viele Besucher ließen es sich nicht nehmen und machten eine Probefahrt mit einem der Lifte und

kamen mit den neuen Mietern ins Gespräch. Die 40 Wohnungen sind bereits alle bezogen. Besonders bewundert wurden die geräumigen Bäder. Im kommenden Jahr will die WIS mit dem altersgerechten Umbau des nächstes Wohnhauses beginnen, und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft in der Robert-KochStraße 33 – 36. Viele Interessenten haben sich bereits angemeldet.

www.wis-spreewald.de


WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:17 Uhr

Seite 2

Liebe Mieterinnen und Mieter, das Jahresende ist immer ein guter Zeitpunkt um Bilanz zu ziehen – auch bei der WIS. Was hat sich im Jahr 2002 bei uns – in Lübbenau und Altdöbern getan? Alles in allem können wir auf eine positive Bilanz zurückschauen. Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 9 Millionen Euro haben unsere Quartiere heller und freundlicher werden lassen. Viele Schritte sind wir in diesem Jahr zum ersten Mal gegangen. Sei es der Abriss des ersten Plattenbaus in der Straße der Einheit oder der Neubau des wis-a-vis am Roten Platz oder der Umbau altersgerechter Wohnungen, die an zwei Standorten der Neustadt entstanden sind. Mit unseren verschiedenen Projekten ob für altersgerechtes Wohnen, wie in der RobertKoch-Straße oder der Umgestaltung eines gesamten Quartiers, dafür ist die Straße der Einheit ein gutes Beispiel, ist die WIS zu einem Motor des Stadtumbaus geworden. Ganz gleich ob wir sanieren, abreißen oder neu bauen, die WIS übernimmt damit immer auch Verantwortung für die Entwicklung Lübbenaus. Auch das ist für uns eine Dienstleistung für den Mieter – sich zuständig fühlen für die ganze Stadt. Das begreifen wir als Chance, den Standort Lübbenau zu entwickeln, attraktiver, wohnlicher zu gestalten. Dabei spielt die Aufwertung der einzelnen Wohngebiete eine große

Empfang mit neuem Gesicht

Rolle. Überall dort wo wir abreißen – im kommenden Jahr werden weitere vier Häuser fallen – wird es schöner. Es bleibt keine Brache, sondern das Wohnumfeld wird verbessert, Grünflächen entstehen, Parkplätze werden geschaffen, mehr Luft zwischen den Häusern. Nicht nur ihre Wohnungen, sondern auch das, was vor der Tür passiert, macht eine Stadt lebenswert. Viele Mieter verstehen den Abriss ebenfalls als Chance, um ein Quartier weiterzuentwickeln. Auch wenn Sie selbst davon betroffen sind und beispielsweise dafür umziehen müssen, stoßen wir auf große Akzeptanz und Verständnis von Ihrer Seite. Natürlich liegt der WIS nach wie vor daran, ihren Service zu verbessern. Unser Empfangsbereich hat ein neues Gesicht. Ganz gleich mit welchem Anliegen Sie zur WIS kommen, dort finden Sie einen kompetenten Ansprechpartner. Auch übers Telefon wird die WIS künftig besser zu erreichen sein. An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, Ihnen eine angenehme und vor allem erholsame Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr zu wünschen. Ihr Michael Jakobs

Die Jungs von der »Westcoast« holten Pokal

Die Mannschaft der »Westcoast« holte sich beim Generation-Cup Mitte Dezember den Siegerpokal und gewann einen Fußball. Sechs Schülermannschaften gingen bei

2

I

WIS 4/02

Der Empfangsbereich der WIS in der Alexander-von-HumboldtStraße hat ein neues Gesicht. Erste Ansprechpartnerin für die Mieter sind künftig Jana Israel sowie Heidemarie Kostrzewa. »Ganz gleich mit welchem Anliegen die Mieter zur WIS kommen, der erste Weg führt zu uns«, sagt Jana Israel, die sich im Unternehmen gut auskennt. Bereits drei Jahre arbeitet sie hier. »Wir beantworten erste Fragen, versuchen Probleme zu lösen, nehmen Hinweise entgegen und vermitteln den richtigen Ansprechpartner. Nicht immer ist der zuständige Mieterbetreuer im Haus und dann können wir weiterhelfen.« Wer eine Wohnung sucht, findet hier verschiedene Angebote.

dem Fußballturnier, zu dem die WIS bereits das dritte Mal in die WernerSeelenbinder-Halle eingeladen hatte, an den Start. Für alle Freizeitkicker und Schiedsrichter gab es nach dem Turnier Karten fürs Kristallbad. Außer Konkurrenz trat die Mannschaft der WIS gegen die Fußballer der AWO an. Ein weiteres Fußballturnier für die Senioren wird es im Januar geben.

Auch der erste telefonische Kontakt mit der WIS läuft über die beiden Frauen. Manche Fragen lassen sich oft schnell und unkompliziert klären. »Wir vermitteln die Gästewohnungen, oft kommen die Anfragen recht kurzfristig. Auch die Karten fürs Kristallbad – immerhin können WIS-Mieter pro Karte ein Fünftel des Eintrittspreises sparen – bekommt man hier beim Empfang.« Der Empfangsbereich ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr besetzt. Am Freitag finden die Besucher von 9-12 Uhr einen kompetenten Ansprechpartner.


WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:17 Uhr

Seite 3

Bauprogramm 2003: Gestaltung ganzer Quartiere Das Bauprogramm der WIS für 2003 ist beschlossen. Wir sprachen mit Ramona Fritsch, der Leiterin der Investitionsabteilung, über die Bauvorhaben im kommenden Jahr. Wie umfangreich fällt 2003 das Bauprogramm aus? Mehr als 5,6 Millionen Euro gibt die WIS im kommenden Jahr für die Modernisierung und Instandsetzung ihrer Häuser und damit auch für die Entwicklung der Stadt aus. Wo werden die Schwerpunkte liegen? Wie auch in den vergangenen Jahren macht die komplexe Sanierung den Löwenanteil aus. Dabei geht es vor allem um die Gestaltung ganzer Quartiere. Um das gesamte Wohnumfeld zu verbessern werden auch vier weitere Häuser in der Neustadt abgerissen. In der Straße der Einheit wird die Sanierung fortgeführt, im Quartier am Lindenweg beginnen 2003 die ersten Baumaßnahmen. Hier wollen wir außerdem die Grundrisse verändern – vier 4-Raum-Wohnungen mit ca. 95 m2 und 16 2-Raum-Wohnungen sind an dieser Adresse geplant. In der Robert-Koch-Str.werden weitere altersfreundliche Wohnungen entstehen. Die Wohnungen werden barrierefrei umgebaut, Grundrisse verändert.Wie im benachbarten Haus sollen zwei Aufzüge errichtet sowie Laubengänge vor der Fassade angebracht werden.

An wie viel Standorten wird gebaut? An zwölf verschiedenen Standorten in Lübbenau, Altdöbern und Boblitz haben die Bauleute zu tun. In sechs Häusern ist die komplexe Sanierung geplant – die Bäder werden modernisiert, neue Heizungen eingebaut, Elektroanlagen erneuert. Das Dach wird neu gedeckt, Balkone werden angebaut, Fassaden »warm verpackt«. An sechs weiteren Standorten, die bereits zum Teil saniert wurden, werden die Arbeiten abgeschlossen – Fassaden gestrichen, Böden und Kellerdecken gedämmt, Außenanlagen gestaltet, Parkflächen geschaffen. Wann sollen die Bauarbeiten beginnen? Die Baumaßnahmen beginnen im April und werden bis zum späten Herbst dauern. Mit dem Rückbau der Häuser fangen wir bereits im Januar an, vor der Sanierung der benachbarten Häuser. Wird im kommenden Jahr die Gestaltung eines gesamten Quartiers vollständig abgeschlossen? Das Quartier am Roten Platz – mit dem neugebauten wis-a-vis und den angrenzenden sanierten Wohnhäu-

In der Robert-Koch-Straße werden Wohnungen saniert und ein Wohnhaus abgerissen, um das Wohnumfeld zu gestalten

sern – wurde schon in diesem Jahr fertig gestellt. Als nächstes soll die Gestaltung der Straße der Einheit abgeschlossen werden, spätestens im Jahr 2004. Auch Abriss ist vorgesehen. Kann die WIS dafür Fördermittel nutzen? An vier Standorten werden 2003 Häuser fallen, dafür können Zuwendungen genutzt werden. Rückbau oder Abriss ist auch immer eine Form des Stadtumbaus und schafft für die Mieter der angrenzenden Häuser ein angenehmes Wohnumfeld, Raum für Grünanlagen oder Stellplätze. Wie viele ihrer Wohnungen hat die WIS bereits saniert? Von den mehr als 5.400 Wohnungen wurden in den vergangenen Jahren nahezu 3.000 saniert. Und im nächsten Jahr kommen weitere 155 Wohnungen. Ende 2003 sind dann über 62 % des Bestandes vollständig modernisiert.

Das Bauprogramm 2003 im Überblick Lübbenau

Elektrik

Heizung Sanitär

Fliesen

Tischler

Maler

Fußboden

Dach/ Boden ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖

Fassade

Robert-Koch-Straße 33-36 ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ Bertolt-Brecht-Straße 13-16 ✖ ✖ ✖ ✖ Lindenweg 5-6 ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ Lindenweg 7-8 ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ Straße der Einheit 24-26 ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ Straße der Einheit 27-29 ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ Thomas-Müntzer-Straße 1-4 Aufwertung nach Rückbau Altdöbern Markt 8 ✖ Bahnhofstraße 104 ✖ Bahnhofstraße 106 ✖ Bahnhofstraße 108 ✖ Boblitz Lindenstraße Rückbau Straße des Friedens 22 HH I | Straße des Frieden 23-24 | Thomas-Müntzer-Straße 1-4 | Robert-Koch-Straße 29-32

WIS 4/02

Balkon Aufzüge ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖

Aussenanlagen ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖ ✖

✖ ✖ ✖

I

3


WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:18 Uhr

Seite 4

meisten von ihnen gerade erst eingezogen.

Drei Zimmer sollten es sein

Etwas Gutes für’s Alter

In der Robert-Koch-Straße 37–41 entstanden 40 altersfreundliche Wohnungen Brigitte Kramer ist begeistert, begeistert von ihrer neuen Wohnung. »Ich bin zwar erst vor wenigen Tagen hier eingezogen, doch ich fühle mich von Anfang an wohl hier«, erzählt die 58-jährige. Zwei Zimmer, eine große Küche und ein geräumiger Balkon – 61 m2 für 426 b Miete. »Und das Schönste ist mein Bad – ein großer Raum mit Dusche und Badewanne und viel Platz. Hier ziehe ich bestimmt nicht mehr aus.« 33 Jahre lang war sie in der Richard-Wagner-Straße zu Hause. »Ich musste einfach raus dort. Ich wollte eine Veränderung, nicht nur aus gesundheitlichen, auch aus privaten Gründen«, meint Brigitte Kramer. Auf dem Weg zu ihrem Garten ist sie im Sommer fast täglich an der Robert-Koch-Straße vorbeigekommen. Sie hatte davon gehört, dass hier altersfreundliche Wohnungen entstehen sollen. Die Bauarbeiten waren bereits in vollem Gange. »Im August habe ich mich um eine Wohnung beworben und wohl eine der letzten, die noch frei waren, bekommen.« Wer hier einziehen wollte, musste sich schon rechtzeitig darum kümmern. Die Wohnungen in der Robert-Koch-Straße 37–41 sind gefragt. Vor allen Dingen bei älteren Leuten. In den vergangenen Monaten wurden die Wohnungen von der WIS altersfreundlich umgebaut – ohne Schwellen, mit breiten Türen, einem geräumigen Balkon, mit allem Komfort, den man sich

4

I

WIS 4/02

wünscht. Über einen Fahrstuhl lassen sich 36 der insgesamt 40 Wohnungen bequem erreichen.

Den Aufzug nimmt Brigitte Kramer nur selten. Die agile Frau wohnt im zweiten Stock und hält sich nicht nur durch Treppensteigen fit. »Ich treibe viel Sport. Dadurch gelingt es mir, meine Osteoporose einzudämmen«, sagt sie. Im Keller will sie künftig ihr Fitnessgerät aufstellen. Die ersten Nachbarn hat sie bereits kennengelernt. Wie sie, sind die

Für Herbert und Marlen Pautz war es der letzte Umzug. »Wir hatten uns schon eine zeitlang nach einer passenden Wohnung umgeschaut. Drei Zimmer sollten es sein, in der ersten Etage sollte sie liegen und ein Balkon war Bedingung«, erzählt der 65jährige »Noch fühlen wir uns in der Lage, umzuziehen und uns noch einmal neu einzurichten. Und fürs Alter wollten wir uns etwas Gutes leisten«, meint Marlen Pautz. Die 59jährige genießt vor allem den großen Balkon und die schöne Aussicht. An den Außenanlagen laufen gegenwärtig noch die abschließenden Arbeiten. Die Wege werden gepflastert, hinterm Haus sollen Pergolen aufgestellt werden und im Frühjahr kommen dann die Pflanzen in die Erde. Insgesamt 1,8 Millionen Euro hat die WIS in den Umbau investiert. Dass es sich gelohnt hat, zeigt die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen. Aus diesem Grund will die WIS in den kommenden Jahren in weiteren Häusern altersfreundliche Wohnungen schaffen und das Quartier in dieser Richtung ausbauen. Als nächstes Objekt ist die Robert-Koch-Straße 33–36 vorgesehen. Wie im Nachbarhaus werden Grundrisse verändert, verschwinden die Barrieren in den Wohnungen, werden Balkone angebaut. Ebenso wird das Haus mit zwei Aufzügen ausgestattet. Und mit dem Abriss der Thomas-Müntzer-Straße 1–4 sowie der Robert-Koch-Straße 29–32 wird mehr Luft und Grün zwischen den Häusern geschaffen.


WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:18 Uhr

Seite 5

Skateboards und Vinyl Das wis-a-vis ist komplett. Die Bauarbeiter sind Ende November abgezogen und die letzten beiden Mieter im Dezember eingezogen. Acht der insgesamt zehn Läden hatten schon im Oktober ihre Geschäfte an der Einkaufsstraße am Roten Platz eröffnet. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft hat sich »Code 17« in der neuen Ladenzeile eingerichtet. Der geräumige Laden, in dem Skateboards, Streetwear und Platten zu haben sind, hat schon seine Stammkunden. »Die sind sozusagen mit mir umgezogen«, sagt Inhaber Henri Stoye, »von der Straße des Friedens 35 hierher.« Vor allem junge Leute, viele Schüler, schauen bei »Code 17« vorbei. Die einen kommen wegen

der Klamotten und der schnellen Bretter, die anderen wohl mehr wegen der Schallplatten. »Das ist der einzige Plattenladen in der Region«, sagt Henri Stoye, nicht ganz ohne Stolz. Hip Hop, Techno, House und Trends – das sind vorrangig die Musikrichtungen, die man hier auf Vinyl findet. Auch Second-HandScheiben sind darunter. »Sonderwünsche erfülle ich auch und bestelle etwa Raritäten. Zu meinen Stammkunden gehören viele DJs, die selber in Clubs auflegen.« Wer kommt, nimmt sich Zeit, hört in Ruhe in die Platten rein. Auf einer Couch kann man sich es dazu gemütlich machen und dabei seinen Kaffee trinken. Henri Stoye ist froh über die neue

Phonoton – DJs zum Kaffee Für mehr Leben am Roten Platz, auch in den Abendstunden, könnte bald »Phonoton« sorgen. In der Clublounge in der Straße des Friedens 14 sollen vor allem die 20- bis 35-jährigen einen Treff finden. Musik und Café – mit diesen beiden Worten lässt sich das Konzept von Andreas Nagel am einfachsten zusammenfassen. »Phonoton – soll ein Ort sein, wo man sich trifft, um in gemütlicher Atmosphäre einen Kaffee oder Cocktail zu trinken, sich zu unterhalten und Musik zu hören«, erklärt der 27jährige. Allerdings nicht irgendwelche Musik.

DJs aus der Region legen ihre Platten auf, jeden Tag ein anderer. Hier sitzt man nicht auf harten Stühlen. In bequemen Sesseln kann man sich zurücklehnen, die Getränke stehen auf niedrigen Tischen. Ausgeleuchtet wird der grau gestrichene Raum mit roten, gelben und grünen Scheinwerfern. »Seit einem Jahr trage ich mich mit dem Gedanken, solch einen Laden in Lübbenau aufzumachen«, erzählt Andreas Neumann. »So eine Clublounge oder solch ein Musikcafé fehlt in dieser Stadt.Viele Leute zwischen 20 und 30 Jahren wollen

Adresse von seinem Laden. »Ich bin zwar nur einige hundert Meter weiter gezogen, aber dieser Standort liegt weitaus zentraler. Hier kommen einfach mehr Leute vorbei und schauen rein. Mir war es wichtig noch in diesem Jahr im wis-a-vis zu eröffnen. Vielleicht sucht ja der eine oder andere noch ein passendes Weihnachtsgeschenk für seinen Sohn oder Enkel – so ein Skateboard kommt gut an.«

abends weggehen, sich treffen und Musik hören.« Etliche Räume hatte er sich angeschaut. Erst der Eckladen im wis-a- vis – mit den zwei Ebenen – war der richtige für sein Konzept. 50 Leute finden im »Phonoton« Platz. Unten gibt es eine Bar für die Getränke und eine Treppe höher legen die DJs auf. Das erste Mal am 18. Dezember – und zur Eröffnung wird Sekt gereicht. Gemixt – Musik und Getränke – wird im Phonoton dienstags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags ab 15 Uhr und donnerstags ab 18 Uhr.

Gottesdienst in der Kaufhalle Immer mittwochs und donnerstags sind in der ehemaligen Kaufhalle in der Karl-Liebknecht-Straße Kirchengesänge zu hören. An diesen beiden Tagen trifft sich hier der Lübbenauer Hauskreis der Christusgemeinde von Königs Wusterhausen zum Gottesdienst. Mehr als 20 Frauen und Männer aus der Spreewaldstadt gehören zu dieser evangelischen Glaubensgemeinde. Viele Russlanddeutsche haben hier ein Stück Heimat, ein neues zu Hause gefunden. Martin Majer, der vor mehr als acht Jahren mit seiner

Familie aus Nordkasachstan nach Lübbenau kam, gehört seit 1998 zum Hauskreis. »In den ersten Jahren haben wir uns zur Gebetsstunde in unserer Wohnung getroffen«, erzählt der 47-jährige, der inzwischen den Hauskreis leitet. Mittlerweile ist das Wohnzimmer der Majers für alle Gemeindemitglieder zu eng geworden. Bei der Suche nach passenden Räumlichkeiten konnte die WIS unkompliziert weiterhelfen. In der Ladengruppe Ost können sich die Gemeindemitglieder zweimal in der Woche zur Ge-

betsstunde treffen. »Wir sind der WIS sehr dankbar dafür«, sagt Martin Majer. »Wir fühlen uns in Lübbenau wohl«, sagt seine Frau Erna Majer. Anfangs, als wir hier her kamen, war es schwierig. Inzwischen kennen wir viele Leute und auch die Stadt verändert sich, sie wird heller und freundlicher.«

WIS 4/02

I

5


WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:18 Uhr

Neue Adresse Das Projektbüro LÜBBENAUBRÜCKE ist umgezogen. Seit Mitte Dezember sind die drei Mitarbeiter des Büros in der Straße der Jugend 33 zu erreichen. Das Projekt LÜBBENAUBRÜCKE befasst sich mit Maßnahmen zur Verbesserung der Stadtgestaltung, des Wohnungsbestandes und der Infrastruktur und bringt die verschiedenen Akteure an einen Tisch. Dabei werden die verschiedenen Vorhaben zwischen der WIS, der Wohnungsgenossenschaft und der Stadt abgestimmt. Fotowettbewerb Eine kleine Fotoausstellung ist noch bis zum Jahresende im Rathaus zu sehen. Gezeigt werden die schönsten Bilder, die zum Fotowettbewerb der LÜBBENAUBRÜCKE eingesandt wurden. Insgesamt 17 Hobbyfotografen waren zum Thema »Brücke« in ihrer Heimatstadt auf Motivsuche gegangen. Aus mehr als 80 Fotos hatte die Jury Ende November die besten ausgewählt. Der 1. Preis in Höhe von 135 b ging an Ingeborg Bülow aus Lehde. Ihr Bild zeigt drei Generationen beim Dorffest in Lehde. Jüngster Preisträger war Sven Broeske aus Kittlitz. Der 14-jährige erhielt den Sonderpreis der WIS. Sponsoring Die Veranstalter des Lindenfestes LÜBBENAUBRÜCKE, die Stadt, die GWG und die WIS, haben gut gewirtschaftet. Von dem eingesparten Geld spendieren sie für zwei Mannschaften der TSG sowie für fünf Schulmannschaften je einen Satz Sporthemden. Künftig können dann die Fußballer beim Training schon für das nächste Lindenfest Werbung laufen.

Seite 6

Betriebskosten-Lexikon Heizkosten Einmal im Jahr bekommen die Mieter ihre Betriebskostenabrechnungen. Hin und wieder tauchen Fragen zu schwer verständlichen Begriffen auf. So wollte eine Mieterin wissen, was sich unter dem Begriff »Einheit Heizkosten« verbirgt. Die Heizkosten setzen sich aus den Grundkosten, die für die Heizungsanlage des gesamten Hauses oder Blockes anfallen und den individuellen Verbrauchskosten des einzelnen Mieters ein. Dabei machen die Grundkosten mindestens 30%, höchstens 50% der Heizkosten aus. Sie setzen sich zusammen aus den Kosten für Fernwärme bzw. Öl, für den Betriebsstrom der Heizungsanlagen, für die jährliche Wartung der Anlage, für die Verbrauchsmessung durch Techem sowie für die Leasinggebühren für die Zähler. Die Grundkosten werden je nach Größe der Wohnung berechnet. Die individuellen Verbrauchskosten, die einmal jährlich am Heizkostenverteiler in den Wohnungen abgelesen werden, machen zwischen 50% und 70% der Heizkosten aus, abhängig vom Sanierungsgrad des Wohnhauses.

Reserve-Tonne Seit einigen Wochen steht auf einigen Müllplätzen eine Reservetonne. In diese Tonne, die extra mit einem Schild gekennzeichnet ist, sollen die Müllbeutel nur dann geworfen werden, wenn alle ande-

ren Tonnen bereits voll sind. Bleibt die Reservetonne bis zur nächsten Leerung durch die Costar leer, so wird sie auch nicht abgerechnet. Dadurch lassen sich Betriebskosten einsparen. Wird der Müll allerdings auf mehrere Tonnen verteilt, die alle nur zur Hälfte gefüllt sind, erhöhen sich die Kosten. Jede halbvolle Tonne wird geleert und kostet genauso viel wie eine volle Mülltonne.

Rasenmähen Alle Grundstücke der WIS werden von einer Fachfirma gepflegt. Diese hat dafür zu sorgen, dass die Außenanlagen ordentlich, sauber und gepflegt sind. Zu den Aufgaben der Firma gehören der Heckenschnitt, das Rasenmähen, die Pflege der Spielplätze, die Reinigung der Wege, das Laubharken sowie kleinste Reparaturen. Für diese Leistungen zahlt die WIS einen pauschalen Grundpreis pro Quadratmeter., der wiederum auf die Betriebskosten umgelegt wird. Ganz gleich, wie oft beispielsweise der Rasen im Jahr gemäht wird, der Preis für die Pflege der Außenanlagen verändert sich nicht.

Mitarbeit gefragt! Im Frühjahr 2003 wird der Mieterbeirat neu gewählt. Zwölf Mietervertreter, je zwei pro Wohngebiet, arbeiten seit 1999 in dem ehrenamtlichen Gremium. Für die kommenden vier Jahre ist Ihre Mitar-

Impressum Herausgeber: WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH Redaktion: Steffi Alburg (verantwortlich), PROJEKTKOMMUNIKATION: Anke Ziebell, Carsten Hagenau Fotos: Tina Merkau, Serguei Simanovski Gestaltung: Norbert Haftka

6

I

WIS 4/02

beit gefragt. Wollen Sie mitmachen? Wollen Sie Mitglied im Mieterbeirat der WIS werden. Wollen Sie dabei sein, wenn Entscheidungen vorbereitet werden? Dann schreiben Sie an die WIS und erklären kurz ihre Bereitschaft. Name, Adresse und Telefonnummer nicht vergessen.


WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:18 Uhr

Seite 7

Eigentlich ist der Name nicht ganz treffend. Suppe gibt es hier höchstens einmal die Woche. Warmes Essen allerdings kommt in der Albert-Schweitzer-Straße jeden Tag auf den Tisch, von Montag bis Sonntag. Ganz gleich, was die Küchenfrauen auftun – ob Schweinebraten, Suppe oder Frikassé – für’s Mittag zahlt jeder nur einen Euro. »Etwa 40 Leute versorgen wir hier täglich«, erzählt Christa Schiller. »Die meisten kommen regelmäßig und viele kenne ich mittlerweile schon seit Jahren. Vor allem Lübbenauer, die allein sind und von Sozialhilfe leben, sind auf uns

Mehr als nur ein warmes Essen Weihnachtsgeschenk für Suppenküche des DRK

kommt, muss sich dafür schämen«, meint die 38-jährige. »Die Atmosphäre ist angenehm. Das Essen ist gut und preiswert. Und hier gibt es immer etwas zu lachen.« Ronald Marx hat zum ersten Mal vor drei Monaten von der Suppenküche gehört. Seitdem kommt der Sozialhilfeempfänger, der lange im Ausland gelebt hatte, jeden Tag hierher. Der 42jährige sucht vor allem die Gespräche mit den anderen. angewiesen. Und viele Kinder essen bei uns.« Für nicht wenige Besucher ist die Suppenküche Alltag, Familienersatz und fast so etwas wie ein zweites Zuhause. »Wir sind nicht nur eine Suppenküche, wir sind alle auch Seelsorger«, meint Christa Schiller. Das Zuhören, Empfehlen oder Abraten ist manches Mal fast noch wichtiger als das Essen. Eine ältere Dame, die ihren Namen lieber nicht nennen möchte, kommt jeden Tag hierher. »Ich bin Stammgast, seit fünf Jahren, auch am Wochenende«, erzählt die Rentnerin. »Ich habe nur eine kleine Rente und bin froh, dass es die Suppenküche gibt. Für einen Euro kann ich nicht kochen. Außerdem bin ich hier immer unter Leuten und treffe viele Bekannte. Man fühlt sich wie zu Hause«, sagt die 67-jährige. Ähnlich geht es Petra Nadolski. Die InvaIidenrentnerin fehlt fast keinen Tag. »Keiner, der hierher

Die Suppenküche wird von einigen Seiten unterstützt. Verschiedene Supermärkte aus Lübbenau helfen mit Waren aus dem Sortiment, ein Bäcker spendiert Brötchen und Kuchen vom Vortag und das Mittag steuern mehrere Großküchen bei. Von der WIS kommt in diesem Jahr ein kleines Weihnachtsgeschenk – 150 b spendet das Wohnungsunternehmen der Suppenküche. In der Außenstelle des DRK gibt es nicht nur warmes Essen, sondern

auch Kleidung und Möbel für wenig Geld. In der Kleiderkammer kann jeder gut erhaltene Sachen abgeben und auch kaufen – eine Jeans kostet 2 b, eine Jacke 6 b. Ähnlich funktioniert die Möbelkammer des DRK. »Wer sich neu einrichtet oder umzieht, weiß oft nicht wohin mit seinen noch recht guten alten Möbeln«, weiß die 47-jährige. »Solch gut erhaltene Möbel werden von uns zum vorher vereinbarten Termin abgeholt und an Bedürftige weitergegeben, für wenig Geld.« Wer Möbel abzugeben hat, kann sich in der DRK Suppenküche bei Frau Schiller und unter (0 35 42) 40 36 63 melden. Fünf Mitarbeiter halten die Suppenküche, die Möbel- und Kleiderkammer am Laufen. »Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen und der 1-Euro-Kräfte könnten wir nicht jeden Tag zum Essen einladen«, weiß Christa Schiller genau. Ab März sollen es noch weniger Mitarbeiter werden. »Es wird schwer unser Angebot dann noch zu halten.« Die Frauen machen vieles möglich. Die Weihnachtsfeier ist schon Tradition. Für jedes Kind gibt es sogar ein Geschenk. »In diesem Jahr wollen wir uns auch bedanken«, erzählt Stammgast Petra Nadolski. »Wir haben gesammelt und wollen den ehrenamtlichen Helfern ein kleines Weihnachtsgeschenk machen.«

WIS 4/02

I

7


WIS Zeitung 4-02

13.12.2002

11:18 Uhr

Seite 8

Weihnachtsrituale – Ganz in Familie Die Tage bis zum 24. Dezember sind gezählt. Was ist eigentlich das Schönste am Weihnachtsfest und worauf freut man sich am meisten, wollten wir von Mietern und Mitarbeitern der WIS wissen. Wunderkerzen am Baum Für Herrn Jakobs, Geschäftsführer der WIS, ist es ein besonderes Gut, Weihnachten mit der gesamten Familie zu verbringen. »Vier Generationen sitzen bei uns zusammen. Wenn wir gemeinsam Weihnachtslieder singen, kommt schon eine feierliche, besinnliche Stimmung auf. »Und ein Ritual, das für Herrn Jakobs zu Weihnachten genauso wie die Bescherung gehört, sind die Wunderkerzen, die der Großvater anzündet und die den Weihnachtsbaum zum Leuchten bringen.

Zusammen sitzen Christa Schiller, Leiterin der Suppenküche, freut sich am meisten auf den Abend, wenn die Bescherung und das obligate Weihnachtsessen schon längst vorbei sind. »Das Schönste ist, dass wir an diesem Abend alle zusammen sitzen können und Zeit füreinander haben. Wenn meine beiden Kinder mit ihren Partnern kommen, gibt es immer viel zu erzählen«, weiß sie schon jetzt.

Gemeinsame Vorbereitungen Die große Kaffeetafel mit selbstgebackenem Stollen und Weihnachtstorte ist bei Frau Alburg, Prokuristin bei der WIS, schon zur festen Tradition am 24. Dezember geworden. Die ganze Familie, die beiden erwachsenen Kinder, Mutter, Schwiegereltern und Großmutter, kommen schon am Nachmittag, vor der Bescherung, zusammen. »Das ist für mich das Wichtigste und nicht die Geschenke. Aber auf die gemeinsamen Vorbereitungen, am Abend vorher, freut sie sich auch schon. »Mein Sohn und ich sitzen dann in der Küche, bereiten die Salate vor und schneiden die Zutaten. Dabei wird immer ausgiebig geschwatzt.«

Mit Weihnachtsmann Jens Dutschke von der WIS genießt vor allem das weihnachtliche Flair, das gerade Heilig Abend herrscht. In diesem Jahr freut er sich auf die Bescherung. Auf das Gesicht seiner 5-jährigen Tochter ist er besonders gespannt, denn dieses Mal kommt sogar der Weihnachtsmann vorbei. Wenn alle Geschenke ausgepackt sind, wird gemeinsam gespielt – mit der ganzen Familie.

Besuch beim Opa »Weihnachten trifft sich unsere Familie bei meiner Mutter in Cottbus«, erzählt WIS-Mitarbeiterin Jana Israel. »Meine beiden Brüder kommen mit ihren Freundinnen, meine Schwester ist da und mein Mann und meine kleine Tochter komplettieren die Runde. Erst wird gegessen und dann ist Bescherung. Und am Abend statten wir alle meinem Opa, der gleich in der Nachbarschaft wohnt, einen Besuch ab.«

Gemeinsame Gebete Erna und Martin Majer, von der Christusgemeinde, haben zu Weihnachten ein volles Haus. »An diesem Tag laden wir die anderen Gemeindemitglieder aus Lübbenau in unsere Wohnung in die Straße der Einheit ein. In großer Runde sitzen wir bei Kaffee und Kuchen zusammen und beten oder singen gemeinsam«, erzählt Erna Majer.


2002-4