Issuu on Google+

DER

SPREEWÄLDER

Informationsblatt der WIS

N r. 3 2

Juli 2006

Wohnungsbau gesellschaft im Spreewald mbH

w w w. w i s - s p r e e w a l d . d e

Auf

Entdeckungstour Da dürfte wohl jedes Forscherherz höher schlagen. Denn ab sofort kann man im Spreewald auf wissenschaft-liche Entdeckungstour gehen. Und zwar mit der »Nautilust«. Anders als sein Namensvetter taucht der Erlebnis- und Forscherkahn nicht etwa in der Spree ab, sondern er bleibt immer an der Wasseroberfläche. Hier entgeht den aufmerksamen Forschern so gut wie nichts, was kreucht und fleucht im Spreewald . Gleich an Bord des schwimmenden Labors kann experimentiert und der »Fang« mit dem Mikroskop oder der Becherlupe genau untersucht werden. Käpt’n Gisela Hove-

mit

»Nautilust«

stadt, Biologin und Naturpädagogin, gibt wertvolle Tipps. Acht »Forscher« haben auf dem Kahn Platz. Der Forscherkahn, ein gemeinsames Projekt der Freunde der Lübbenaubrücke, ist nicht nur für Kindergärten, Schulen sondern auch für Familien und Naturfreunde jeden Alters interessant. »Die Kräuterküchenfahrt etwa – hier sammeln wir Kräuter, die entlang der Fließe stehen und verarbeiten diese gleich unterwegs«, erläutert Gisela Hovestadt. Während der Tagestour, die um die fünf Stunden dauert, wird Halt gemacht und

die Kräuter auf dem Grill gleich ausprobiert. Mehr die Ohren aufhalten wiederum muss man bei der Vogelstimmenfahrt. War das nun ein Zilpzalp oder doch eine Meise? Nach drei Stunden sind die Besatzungsmitglieder auf jeden Fall schlauer. »Wir lauschen den Vogelstimmen, wollen aber auch anhalten und die Vögel mit Ferngläsern beobachten.« Wer an Bord gehen will, der sollte sich an Gisela Hovestadt, Natur-schule und Freilandlabor, Tel.: 035603 60606 wenden.


Liesel oder lieber

Wiselotte? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Erst musste die ausgewachsene WIS-Ente über ein Jahr ohne einen eigenen Namen auskommen und jetzt stehen gleich an die 20 zur Auswahl. Die Lübbenauer haben sich wirklich Gedanken gemacht, um der Sonderbeauftragten der WIS einen passenden Namen zu geben. Die unterschiedlichsten Vor-

Startschuss für Entenrennsaison Manch einem wird es vielleicht entgangen sein: Die Entenrennsaison hat bereits begonnen. Die Saison wurde offiziell beim Spreewaldfest eingeläutet. Also bleibt allen »Züchtern« noch genügend Zeit, um ihre Enten zu präparieren, ehe dann am 7. Oktober um 10 Uhr im großen Spreewaldhafen der Startschuss für das zweite verrückte Entenrennen der WIS fällt. Die Bedingungen dürften bekannt sein: Startberechtigt sind ausschließlich die grünen WIS-Enten. Die ersten lizenzierten Rennenten mit gültigem Pass und aktueller Rennerlaubnis sind bereits zugelassen. Für ganze 2 Euro sind Ente inklusive Startnummer und damit

Starterlaubnis im Spreewiesel-Center zu haben. Doch dann beginnt erst die eigentliche Vorbereitung. Die könnte durchaus aufwändig und zeitraubend werden. Wie bei jeder Sportart kommt es gerade bei dieser Disziplin auf das Geschick des Trainers an. Weniger regelmäßiges Training führt hier zum Erfolg. Eher sind ungewöhnliche Ideen und Fingerfertigkeiten gefragt. Denn jede Ente darf, besser muss auf Schnelligkeit getrimmt werden. So gut wie alles ist erlaubt: Bemalen, Bekleben, tiefer legen, mit Flügeln ausstatten.Was zählt ist Muskelkraft. Motoren, mögen sie auch noch so klein sein, dürfen

nicht eingebaut werden. Und die Außenmaße von maximal 20 x 20 x 20 Zentimetern gilt es einzuhalten. Um jede Form von Doping zu vermeiden, werden die Rennenten vor dem Start einer technischen Kontrolle unterzogen. Geschwommen werden wieder zwei Rennen – Mannschaft und Einzel. Zwischen 150 und 200 Meter sind zurückzulegen – die genaue Streckenführung wird von den Verantwortlichen erst unmittelbar vor dem Start festgelegt. Die Rekordzeit vom vergangenen Jahr liegt bei 20 Minuten, die gilt es zu unterbieten. Aber nicht nur die schnellste, auch die verrückteste Ente, kann auf Lorbeeren hoffen.

D r e i Fr agen – Drei Antworten an Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS schläge erreichten die WIS. Allerdings sind sich die Namenspaten nicht ganz einig, ob das flauschige Maskottchen eher eine Entendame oder doch eigentlich ein Enterich ist. Soll die nette Grüne, mit dem beachtlichen Bauchumfang und den riesigen gelben Füßen nun lieber Wisold heißen oder besser Entine. Was halten Sie von WISchönchen? Mit Auguste wiederum setzt man auf einen großen Bekanntheitsgrad. Eher sportlich hört sich dagegen Twister an. Vielleicht wird auch Liesel der große Favorit? Mit einem Namen dürfte die Ente sicherlich nicht einverstanden sein. Wer möchte schon Kacka gerufen werden, auch wenn das die niedersorbische Bezeichnung für Ente ist. Lassen wir uns überraschen. Spätestens beim Lindenfest steht es fest. Dort findet am WIS-Stand die feierliche Namenstaufe statt.

2

D er Spreewälder Nr. 32

Sie sind als ausgemachter Fußballfan bekannt. Was hat Sie an der WM am meisten beeindruckt? Natürlich schaue ich mir immer gern ein gutes Fußballspiel an. Doch wenn ich ehrlich bin, hat mir die Stimmung die allen Ortens herrschte, die gemeinsame Freude, die Solidarität untereinander am besten gefallen. Das Spiel der deutschen Mannschaft hat ein Stück Zuversicht ausgelöst, auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat. Doch die WM-Wochen faszinierten vor allem durch die Kraft und den Spaß einer gemeinsamen Aufgabe, an die man gegen alle Widerstände und Zweifler geglaubt hat. An uns liegt es jetzt, dieses Gefühl rüberzuretten. Sehen Sie da vielleicht Parallelen bei der WIS? Irgendwo schon. Das Spreewaldhaus ist ein Paradebeispiel dafür.Wir mussten lange trainieren, ehe wir hier ein Tor landen konnten. Aber

dass mittlerweile drei Viertel der Wohnungen bezogen sind, die ersten Pflanzen an der Fassade zu ranken beginnen und der Concierge bei allen Mietern gut ankommt, ist nur möglich, weil wir als Mannschaft angetreten sind. Einer allein kann solche Ideen nicht verwirklichen. Mitte August soll das einmalige Projekt offiziell eingeweiht werden. Nachdem im März die Lübbenauer Gelegenheit hatten, das Haus von innen kennen zu lernen, können sich an diesem Tag einmal Geschäftspartner und Fachleute in dem 13-Geschosser genauer umsehen. Das Spreewaldhaus ist übergeben und bezogen. Was wird das nächste Vorzeigeprojekt? Wenn man so will, sind alle unserer Projekte durchaus vorzeigbar. Das beweist allein die Tatsache, dass sich die Fachleute regelmäßig vor Ort darüber informieren und an unseren Erfahrungen interessiert sind. Unser

jüngstes Kind aktuell ist sicherlich der Bahnhof. Auch hier befinden wir uns bereits auf der Zielgeraden. Keller und Erdgeschoss sind ausgebaut. Die Cocktailbar soll im August eröffnen. Im September ziehen die Spreewiesel mit einer Zweigstelle ein. Und wenn alles glatt läuft, können die ersten Gäste schon im Oktober in den »Spreewelten« übernachten.


Zeichenkünstler und Clowngehilfen

Neues vom Bau

Spiel, Spaß und Stimmung beim Parkfest Altdöbern

Generalüberholt

Es ist fast fast ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn die WIS einmal im Jahr in den Schlosspark Altdöbern einlädt, dann lohnt sich das Kommen. Trotz harter Konkurrenz durch die Fußball-WM hatten sich auch dieses Mal zahlreiche Gäste in den idyllischen Schlosspark aufgemacht, um die inzwischen siebte Auflage des Parkfestes nicht zu verpassen. Mit den traditionellen Serenadenkonzerten, die ganz im Zeichen von Mozart standen, startete das

Parkfest am Sonnabend. Um einiges rockiger ging es dann beim Sommernachtsfest zu. Jede Menge Spaß hatten die Besucher dann am Sonntag. Ein wahrer Zuschauermagnet war »der Clown, der seinen Zirkus verlor« mit seinem witzigen Kinderprogramm. Dem sympathischen Mann mit der Knollnase gelang es immer wieder, Mädchen und Jungen als Mitstreiter für seine Show zu gewinnen. Mal bliesen die Nachwuchstalente mit voller Puste ins

Horn, mal zeigten sie ihre Balancekünste auf einem imaginären Seil. Bewunderung dürften die Rollescos ausgelöst haben, die in atemberaubendem Tempo auf ihren Rollschuhen durch die Gegend wirbelten. Und was fürs Auge war die temperamentvolle Flamencotänzerin. Mit ganz anderen Tanzeinlagen machte die Kindergarde des Karnevalsclubs auf sich aufmerksam. Die Zeichenkünstler hatten beim Malwettbewerb, zu dem der Heimatverein Altdöbern zum ersten Mal eingeladen hatte, ihre große Stunde. Mit Buntstift oder Filzer brachten 60 Mädchen und Jungen Schloss und Park aufs Papier. Der beste Zeichner konnte ein Fahrrad mit nach Hause nehmen. Wer genug vom Stillsitzen hatte, der konnte sich auf der Hüpfburg austoben, beim Fußballkicken beweisen oder beim Trockenangeln die Rute auswerfen. Und am WIS-Stand konnte gebastelt werden. Hier waren Sonnenschutz – kein Wunder bei dem herrlichen Wetter – und Fähnchen mit der WIS-Ente der Renner.

DIE KRONE VON ALTDÖBERN Zu einem Schloss passt eine Krone. Das hat sich wohl Petra Maier gedacht, als sie ihrem neu eröffneten Gasthaus und Hotel den Namen »Zur Krone« gab. Seit Ende Juni kann in der Bahnhofstraße in Altdöbern wieder gespeist werden. Zwei Jahre lang waren im ehemaligen »Fuchsbau« die Jalousien geschlossen, bis die Duisburgerin in diesem Sommer das Gasthaus kaufte und übernahm. »Die Idee von einem eigenen Restaurant geistert schon lange in meinem Kopf herum«, sagt die 46-Jährige, die schon seit Jahren in der Gastronomie zu Hause ist. »Und als wir hier in der Gegend auf der Suche nach einem Haus waren, wurden wir auf diese Gaststätte, die zwangsversteigert werden sollte, aufmerksam. Nebenbei sozusagen.« Danach

ging alles sehr schnell. Petra Maier und ihr Mann bekamen den Zuschlag.In den darauffolgenden Wochen wurde das Haus renoviert. Und noch im Sommer sollen die sieben Zimmer des Hotels wieder bezugsfertig sein. Mit einer zünftigen Einweihungsfeier haben sich die Zugereisten bei den Altdöberanern bekannt gemacht. »Wir wurden hier herzlich aufgenommen«, sagt die sympathische Chefin des Hauses. »Viele Geschäftsleute sind froh, dass ihre Geschäftspartner künftig in Altdöbern wiedder übernachten können.« Immerhin gibt es in der Gemeinde 91 Unternehmen. »Zur Krone« gehört neben dem gemütlichen Gastraum, ein freundlicher Biergarten sowie ein Nebenzimmer mit 50 Plätzen, das für

Die beiden Häuser in der Weststraße 12/14 und 16/18 werden gegenwärtig von der WIS generalüberholt. Vom Keller bis zum Dach laufen die Arbeiten. Die insgesamt 18 Wohnungen erhalten einen modernen Standard – mit Gasheizung, großer Wohnküche und gefliestem Bad. An jede Wohnung wird ein Balkon angebaut. Außerdem wird im Keller der Weststraße 14 eine Waschküche geschaffen, zu der auch ein Trockenraum gehört. In der Weststraße 16/18 nimmt die WIS zudem Grundrissänderungen in Angriff – aus drei Zimmer werden zwei und ein großes Bad. Im Zuge der Bauarbeiten, die im Herbst abgeschlossen sind, werden auch die Außenanlagen gestaltet. So werden auf dem Hof eine großzügige Sitzecke mit Pergola sowie Gehwege und je ein Wäscheplatz geschaffen. Und jede Wohnung bekommt einen Parkplatz. Aufs Dach gestiegen Gerade abgeschlossen sind die Dacharbeiten am Markt 8.So wurde in den vergangenen Wochen unter anderem neben dem defekten Dach auch die Dachrinne erneuert.

Feiern oder Tagungen genutzt werden kann. Was das Essen angeht, hat Petra Maier noch so einige Pläne. »Ich möchte neben klassischen Gerichten eine wechselnde Küche anbieten. So könnte ich mir etwa eine belgische oder bayerische Woche vorstellen.« Das Gaststätte hat dienstags bis sonntags von 11 bis 14 Uhr sowie von 17 bis 24 Uhr geöffnet.

Trockenlegung im Keller In mehreren Häusern der Turnsowie der Weststraße laufen derzeit umfangreiche Trockenlegungsarbeiten. Fast alle Keller der zehn Aufgänge hatten Feuchtigkeitsschäden. Vor den Kellern wurden schmale Gräben ausgehoben, ein spezieller Schutzanstrich angebracht und innen der feuchte Putz abgeschlagen. Im Herbst erhalten die Vorgärten dann wieder ihr altes Gesicht.

D er Spreewälder Nr. 32

3


Ein Internat für Lübbenau? Dass die WIS gern über den eigenen Tellerrand hinausschaut, ist bekannt. Und mit ihrem jüngsten Projekt – der Arbeitsgruppe Internat – betritt das Wohnungsunternehmen einmal mehr Neuland. Geplant wird ein Internat für Lübbenau. »Noch ist das Ganze eine Idee«, erläutert Annett Merting von der WIS, die die Arbeitsgruppe leitet. »Momentan denken wir lediglich laut darüber nach, in Lübbenau ein Internat für die Fahrschüler zu schaffen.« Erst einmal muss der Bedarf geprüft werden. »Dazu sind wir als Arbeitsgruppe, in der neben der WIS auch Vertreter der AWOFachschule und des Gymnasiums mitwirken, mit Eltern und Schülern im Gespräch.« Schaut man auf die Anfahrtswege, die viele Schüler und Auszubildende täglich auf sich nehmen müssen, dann macht ein Internat in Lübbenau durchaus Sinn. Das Einzugsgebiet ist größer geworden, da die Gymnasien in Calau und Vetschau geschlossen wurden bzw. werden. Allerdings ist das nur die eine Seite: Wollen die Schüler im Internat wohnen? Wie stehen die Eltern dazu? Wie teuer darf solch ein Internatsplatz sein? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, kann ein konkretes Konzept erarbeitet werden. »Als nächster Schritt muss ein Betreiber für das Internat gesucht werden«, sagt Annett Merting. »Die Inhalte müssen stimmen, passende Gebäude gibt es in Lübbenau mehrere.« Und noch eine Tatsache darf man nicht vergessen, ein Internat für Schüler aus der näheren und weiteren Umgebung macht Lübbenau interessanter und wertet die Stadt auf. »Unsere Arbeitsgruppe ist offen für weiterführende Ideen und Vorschläge.« Wer mitarbeiten möchte, kann sich an die WIS, Frau Merting, 03542 898154 wenden.

4

D er Spreewälder Nr. 32

Ein Spaziergang im Stadtpark Der Name ist vielleicht etwas hoch gegriffen. In einem Park vermutet man lauschige Plätzchen, verborgene Ecken. Die hat der Stadtpark, der sich hinter der Straße der Einheit 21–31 erstreckt, nicht zu bieten, besser gesagt: noch nicht. Doch etliche Pflanzen, Bäume

die Schatten spenden und sogar ein kleiner Wasserspeier gehören zu der weiträumig angelegten Grünanlage, die in den vergangenen zehn Monaten in der Neustadt entstanden ist. Regine Wilczek (Foto links) genießt schon lange den Blick auf den Stadtpark. »Von meiner Wohnung aus konnte ich genau verfolgen, wie die Anlage gewachsen ist und sich je nach Jahreszeit verändert hat« , sagt die 68-Jährige. »Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass neben den Laubbäumen auch Kiefern gepflanzt wurden. Und wenn mich Freunde oder Verwandte besuchen, löst das viele Grün vor der Tür immer wieder Bewunderung aus.« Seit Dezember ist Regine Wilczek am Park, in der Straße der Jugend, zu Hause. Ab und zu sitzt sie mit ihrer Nachbarin auf der Bank unter der Birke. »Die Bänke sitzen sich wirklich gut und außer-

dem ist das hier ein schattiges Plätzchen.« Wer gern einmal durch den Stadtpark spazieren möchte, der sollte das »Eingangstor« neben dem Spreewiesel-Center nutzen.

Stadtvillen in der Rosensiedlung Vier Stadtvillen entstehen gegenwärtig in der Rosensiedlung. Noch sehen die beiden Häuser an der August-Bebel 28–30 und Friedrich-Engels-Straße 1–3 etwas »kopflos« aus. Schließlich wurden von den ehemaligen Viergeschossern in den vergangenen Wochen erst einmal die oberen beiden Etagen abgetragen sowie der mittlere Aufgang entfernt. So entstehen aus einem Haus mit ehemals 48 Wohnungen zwei kleine Stadtvillen mit je sechs Wohnungen. »Die werden allerdings komplett umgebaut«, erläutert Annett Merting, die in der WIS das Bauprojekt betreut. Jede Wohnung wird einen neuen Schnitt bekommen.Verschiedene Grundrisse sind geplant. Pro Etage wird es drei Wohnungen geben – eine größere mit etwa 100 m2 Fläche und zwei kleinere mit gut 50 m2. Jede Wohnung wird mit einem großzügigen Balkon ausgestattet. Ein wenig anders sollen die Wohnungen in der Friedrich-Engels-Straße aussehen. Die Zwei-

Zimmer-Wohnungen sind mit 67 m2 ein wenig größer als in der Nachbarvilla, während die DreiZimmer-Wohnungen »nur« 87 m2 groß sind. Derzeit sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Die Dachdeckerarbeiten haben begonnen. Anders als die Reihenhäuser bekommen die Stadtvillen ein Ziegeldach. Ab August beginnen die anderen Gewerke mit ihren Arbeiten.

»Die Außengestaltung, die Farbe der Fassaden werden gegenwärtig abgestimmt«, sagt Annett Merting. »Mit diesem Vorhaben werden wir die Rosensiedlung erweitern«. Zu jeder Wohnung gehört ein Stellplatz vor der Tür, pro Haus wird es zwei Gärten geben.« Bis dahin vergeht noch einige Zeit, da auch sämtliche Leitungen, die in der Erde liegen, erneuert werden müssen.


Leitungssache Wenn die Stadtwerke Straßen und Wege aufreißen In der Schiller- und Goethestraße wird derzeit gebuddelt. Gräben ziehen sich durch die Grünanlage. Ärgerlich, aber notwendig. Die Stadt und Überlandwerke LuckauLübbenau GmbH (SÜLL) rekonstruiert ihre Fernwärmeleitungen. »Das sind planmäßige Arbeiten. Bereits 2005 haben wir die Wohnungsbauunternehmen, die Eigentümer der Grundstücke, darüber informiert«, erläutert Uwe Klimmt, Leiter Fernwärme bei der SÜLL. An der Schiller- und Goethestraße kommen neue, kleiner dimensionierte und gut isolierte Kunststoffmantelrohre in die Erde. Das ist notwendig, da

die alten Leitungen aus den 60er Jahren für heutige Verhältnisse zu groß dimensioniert sind. Dadurch fließt das Heißwasser langsamer und kühlt so schneller ab. Die alten Leitungen werden stillgelegt und die neuen an die Hausstationen angeschlossen. »Natürlich versuchen wir unsere Arbeiten mit den Bauvorhaben der Wohnungsunternehmen abzustimmen. Allerdings ist das nicht bei jedem Objekt möglich«, so Uwe Klimmt. Immerhin hat das Fernwärmenetz in Lübbenau eine Länge von 27 Kilometern. Idealerweise sollten die neuen Leitungen schon dann in die Erde kommen, bevor die Grünanlagen gestaltet sind. »Wir orientieren uns an den Umbauplänen der Wohnungsbauunternehmen und unseren finanziellen Mitteln. Dort wo die WIS Häuser abgerissen hat, ging die Abstimmung auf, wie in der Straße der Jugend.« Muss doch in einer Grünanlage gegraben werden, dann werden die größeren Pflanzen und Sträucher für die Bauzeit ausgegraben, bei der SÜLL zwischengelagert und gegossen und wieder an der gleichen Stelle eingesetzt. Doch vor dem ersten Spatenstich wird alles

genau dokumentiert, Standort und Zustand der Pflanzen. »Wir sind dabei die Zusammenarbeit mit der WIS zu intensivieren.« Die SÜLL stellt dem Wohnungsunternehmen Kartenmaterial in digitalisierter Form zur Verfügung. So lassen sich Planungen im Vorfeld besser abstimmen. Zum Beispiel wenn die WIS plant, Bäume zu pflanzen. Diese dürfen nicht über den Versorgungsleitungen stehen. Als nächstes Projekt der SÜLL werden im Herbst die Zuleitungen der neuen Stadtvillen in der Friedrich-Engels-Straße erneuert.

WIRKLICH GUT UMSORGT Renate Klietz kann mit Fug und Recht von sich behaupten, die älteste Mieterin im Spreewaldhaus zu sein, zumindest was die Dauer angeht. Die 77-Jährige, war die erste, die ins Hochhaus gezogen ist, schon im April. »Und ich war auch die erste, die hier übernachtet hat«, sagt sie. »Angst hatte ich überhaupt keine. Warum auch. Auf den Concierge und den Hausmeister kann ich mich verlassen, zu jeder Zeit. Und wenn man eine Bitte hat, versuchen sie, diese zu erfüllen.«

Das gilt sowohl für die beiden Damen am Concierge als auch für Herrn Langer. »Dafür möchte ich ein herzliches Dankeschön loswerden«, sagt die Rentnerin. Natürlich

freue sie sich über die Aufmerksamkeit, die im Spreewaldhaus jedem Bewohner entgegengebracht werde. »Ich fühle mich wirklich gut umsorgt«.

Eine Bootspartie ist lustig… …eine Bootspartie ist schön – die Bewohner des Spreewaldhauses würden wohl ohne weiteres in das Lied einstimmen. Schließlich sind die Erinnerungen an die letzte Bootspartie noch recht frisch. Am längsten Tag des Jahres waren sie auf Lampionfahrt durch den Spreewald. Beim ersten gemeinsamen Ausflug, der von den Spreewieseln für die Mieter des Spreewaldhauses auf die Beine gestellt wurde, saßen Nachbarn, Freunde und Verwandte in einem Boot, um genauer zu sein in einem Kahn. Start war nach dem Abendbrot. Geschmückt mit Lampions bewegte sich der Kahn gemächlich in Richtung Lehde. Sogar Musik war mit an Bord. Mit ihrem Akkordeon sorgte Juliane Jentsch für passende Unterhaltung. Und bei mancher Melodie stimmte die gesamte Besatzung mit ein und geschunkelt wurde sowieso.

Für Johanna Exner war der Ausflug ein voller Erfolg. »Ein Ausflug in den Spreewald ist einfach immer schön und gleichzeitig eine gute Gelegenheit, mit den neuen Nachbarn ein paar Worte zu wechseln. Doch besonders habe ich mich darüber gefreut, dass auch mein Mann, der im Rollstuhl sitzt, mitfahren konnte«, sagt die Rentnerin, die seit zwei Monaten im Spreewaldhaus zu Hause ist. Auch ein paar Gewitterwolken konnten die Stimmung auf dem Kahn nicht trüben. Im Gegenteil, Kurt Lehnert war begeistert von dem Naturschauspiel. Er wohnt seit Mai in dem 13-Geschosser und kennt den einen oder anderen Nachbarn schon vom gemeinsamen Kartenspielen beim Concierge. »Beim nächsten Ausflug bin ich auf jeden Fall wieder dabei.«

D er Spreewälder Nr. 32

5


Mit den Füßen im Bach stehen Ein Spaziergang über die SPREEWIESEN Was haben Wiesen mit Architektur zu tun? Gewöhnliche Wiesen sicherlich nichts, doch die SPREE-WIESEN in der Robert-Koch-Straße machen da eine Ausnahme. Die Grünanlage gehört zu den 41 »Vorzeigeobjekten« im Land Brandenburg, die für den Tag der Architektur Ende Juni ausgewählt und vorgestellt wurden. Über den Reiz der SPREEWIESEN sprachen wir mit Ramona Fritsch, Leiterin der Abteilung Investitionen der WIS.

Mein

schönster

Platz

Lübbenau hat viele schöne Straßen und Plätze – meint Karin Lieska. Als Denkmalschutzbeauftragte für den Landkreis Oberspreewald-Lausitz weiß sie, wovon sie redet. Schließlich betrachtet sie die Straßen und Gebäude oft unter einem ganz anderen Blickwinkel – eben als Fachfrau. Darum schwärmt sie besonders für die Orangerie. »Ich empfinde das gesamte Ensemble aus Schloss, Park und Orangerie als besonders gelungen. Und ich habe Hochachtung davor, mit welchem Fingerspitzengefühl die Lynars an die Sanierung herangehen.« »Auch als Lübbenauerin, immerhin lebe ich schon seit 27 Jahren in der Spreewaldstadt, ist die Orangerie für mich ein schöner Ort«, meint Karin Lieska. Ein Besuch lohne sich immer für sie. Auf keinen Fall sollte man vergessen, einen Blick auf die Kuppel zu werfen. Durch die Öffnung kann man hier den Himmel sehen.

6

D er Spreewälder Nr. 32

Was ist das Besondere an dieser Grünanlage? Wo sich heute die SPREEWIESEN ausbreiten, standen vor drei Jahren noch Wohnhäuser. Nach dem Abriss wurde das Quartier nach einem bestimmten Konzept entwickelt. Die neu enstandenen Räume sollten so gestaltet werden, dass Raum zum Leben geschaffen wird, Raum der auch von den Bewohnern angenommen und genutzt wird. Dafür haben wir uns mit dem Landschaftsbüro Subatzus & Bringmann die richtigen Partner gesucht.

ren auf eine salbeiumstandene Ruheinsel. Ein Wasserlauf schlängelt sich an Duftbeeten vorbei. Und in jedem Hof haben Schüler Skulpturen zum Thema Wasser gestaltet. Ist das Ganze nur etwas für’s Auge oder darf auf den Wiesen auch gespielt werden? Unbedingt.Was nützt die schönste Grünanlage, wenn sie nicht mit Leben erfüllt wird. Uns liegt daran, dass die Bewohner der angrenzen-

den Häuser den Platz vor ihrer Tür wie ihren Hausgarten nutzen. Was heißt das konkret? Alles das, was man auch in seinem eigenen Garten tun und lassen würde, ist erlaubt und gewünscht. Man kann sich mit einer Decke auf die Wiese legen und in Ruhe Zeitung lesen. Genauso gut kann man hier Federball spielen. Und auf den zwei Schafen sollen die Kinder klettern und schaukeln. Sogar der Wasserlauf darf ausprobiert werden – ein erfrischendes Fußbad macht bestimmt Spaß. Oder einfach mal mit den Händen über die Kräuter streichen und den Duft genießen.

Und warum gerade »SPREEWIESEN«? Wir wollten den Spreewald in die Neustadt holen – mit seinen Farben und Pflanzen. Zentrales Motiv ist das Wasser: In den neu entstandenen Höfen begleitet ein Gräsermeer den blauregenbehangenen Sitzplatz. Kleine Stege füh-

Nachwuchs auf dem Ententeich Seit einigen Wochen ist der Ententeich wieder dicht »bevölkert«. Nachwuchs hat sich eingestellt. Mitte Juni sind acht Mandarinenten geschlüpft. Das letzte Küken musste sogar mit Hilfe von Hausmeister Krause aus dem Ei gepellt werden. Und die Kleinen, anfangs nicht größer als ein Tennisball, sind mittlerweile von ihren Eltern kaum noch zu unterscheiden. Die Entchen sind nicht nur schnell gewachsen, sondern sie haben sich auch bestens eingelebt. In den ersten Tagen wurde ihnen ihr Revier hin und wieder zu eng und die Küken machten sich auf Erkundungstour durch die

Grünanlage in der Straße der Einheit. Doch die Mieter des Hauses haben ein wachsames Auge auf ihre Enten und fingen die kleinen

Ausreißer wieder ein. Auch einen Lieblingsplatz hat die Entenfamilie bereits – auf den Steinen am Rande des Teichs wird gesonnt. Allerdings in der Mittagshitze werden Schattenplätze im Schilf bevorzugt. Nicht nur den Enten gefällt der Teich. Fritz Kosslik, der von seinem Balkon aus die Goldfische im Teich zählen kann, hat in den frühen Morgenstunden sogar schon einen Graureiher beoabachtet. Auch Wildenten gehören zu regelmäßigen Gästen. Und nicht zu vergessen die ständigen Bewohner – Karpfen, Frösche und Goldfische.


Mit der Bahn auf dem Kahn

Die Lindenallee – früher und heute Auf gut zwei Kilometern zieht sie sich durch Lübbenau – die Lindenallee. Prachtvolle Bäume, die gerade an heißen Tagen wohltuenden Schatten spenden, säumen rechts und links die Straße. Die Lindenallee ist nicht nur reizvoll, mit ihr verbindet sich auch ein Stück Lübbenauer Geschichte. Irgendwann nach 1750 tauchte im Stadtbild die wie mit einem Lineal gezogene Straße zwischen Klein Beuchow und dem Süden der Dammstraße auf. Damals schien sie eher ein unbedeutender Verkehrsweg gewesen zu sein, auf dem weniger Kutschen, sondern vor allem Pferde unterwegs waren. Vermutlich als Privatweg angelegt, wurde die Lindenallee von der Lübbenauer Herrschaft als Reitweg

genutzt. So ließ sich der Weg zum Jagdschloss in Groß Beuchow erheblich abkürzen. Nach dem Bau der Bahntrasse 1866 waren die Dammstraße und die Lindenallee bis 1934 durch einen Bahnübergang verbunden. Bis zur Entstehung der Neustadt in den 60er Jahren wurde die Lindenallee als Reitweg, zur landwirtschaftlichen Nutzung der angrenzender Äcker und für Spaziergänge genutzt. Mit dem Bau der Neustadt verschwand ein Teil der imposanten Allee. Nach und nach – immer zum Lindenfest – wird sie wieder Baum für Baum ergänzt. Heute führt sie durch zwei Wohngebiete. Derzeit wird die Lindenallee genau erfasst, der Bestand exakt re-

gistriert. Jeder Baum, der bis zu 30 Meter hoch werden kann, hat eine Nummer bekommen, wurde fotografiert und der Stammumfang vermessen. Die Daten, die maßstabsgerecht in eine Karte übertragen werden, sind die Grundlage für ein Kataster der Lindenallee. Linden können bis zu 1000 Jahre alt werden. Einige Ideen für die Lindenallee existieren bereits. So könnte durch eine farbliche Gestaltung des Belages die Allee auch optisch hervorgehoben werden. Außerdem wird darüber nachgedacht, Baumpatenschaften anzubieten oder von Frischvermählten am Tag ihrer Hochzeit eine Linde pflanzen zu lassen.

Wie’s wirklich war Irgendwann ging meine Waschmaschine kaputt. Das kam einer mittleren Katastrophe gleich. Meine Kinder waren noch klein und ohne Waschmaschine war ich vollkommen aufgeschmissen. Aber die gab es doch so schwer zu kaufen – entweder nur auf Vorbestellung oder mit viel Glück. Also bin ich früh um vier zu dem Laden in der Karl-MarxStraße gefahren und habe mich dort hingesetzt und gewartet. Einen Stuhl hatte ich mir mitge-

Um vier mit dem Stuhl vorm Geschäft bracht. Aber ich saß nicht alleine und war auch nicht die erste. Denn an diesem Tag sollte eine Lieferung Waschmaschinen kommen. Um sechs Uhr kam mein Mann und hat mich abgelöst. Er hat ausgeharrt, bis der Laden aufgemacht hat. Zwischendurch bin ich nach Hause gegangen, um meinen Kindern Frühstück zu ma-

chen und sie zum Kindergarten zu bringen. Dann natürlich wieder zurück zu dem Geschäft. Ob man eine Waschmaschine abbekommt oder nicht, war nicht sicher. Aber wir bekamen sogar Nummern. So dass sich niemand vordrängeln konnte. Ich hatte die 53, das weiß ich noch. Doch nur drei Waschmaschinen waren gekommen.

Lebt denn der alte Spreebahnhof noch? Diese Strophe, des Ohrwurms war in regelmäßigen Abständen vom Kahn der Spreewiesel zu hören. Und natürlich stimmten die Zuschauer mit einem kräftigen »Ja er lebt noch« ein.Thema ihres Kahns – auf dem unermüdlich Modelleisenbahnen von der Regionalbahn bis zum ICE ihre Runden drehten – war der Bahnhof. Um genau zu sein lautete das Motto des aufwändig gestalteten Kahns »140 Jahre Bahnhof Lübbenau – So jung wie nie – Dank der WIS«.

Unmittelbar vor den Spreewieseln zog der Kahn der WIS an den Zuschauern vorbei. Allerdings nicht allzu lange Zeit. Für die erste Brücke, noch im Hafenbecken, hatte der Doppelkahn wieder einmal Überbreite. Kurz entschlossen rollten die Wohnungswirtschafter das Feld von hinten auf und stakten dieses Mal gegen den Strom.Trotzdem hatte die Besatzung genauso wie die Zuschauer ihren Spaß. In diesem Jahr wurde der Ente gehuldigt. Das 2,50 Meter große Maskottchen war natürlich mit an Bord und die kleinen grünen Enten flogen wieder durch die Luft. Auch am Stand der WIS auf dem Karibikmarkt in der Altstadt war die Ente der Renner. Während des Festes konnte man etliche Kinder treffen, die die nette Grüne oder aber den flinken Wiesel auf ihrem T-Shirt trugen.Selbstgemalt, versteht sich. Und die ersten Rennenten wechselten ihren Besitzer. Denn beim Spreewaldfest wurde offiziell die Vorbereitungssaison fürs Entenrennen eröffnet.

D er Spreewälder Nr. 32

7


Kleines Kräuter-ABC der Volksmedizin

Kein Kräutlein umsonst Ein kleiner Einblick in die Spreewälder Volksmedizin

Beifuß hilft gegen müde Füße. Wie der Name schon sagt, soll das Kraut bei langen Wanderungen bei (am) Fuß getragen werden. Johanniskraut galt als ein wichtiges Mittel in der Lausitz,um sich gegen böse Geister und Dämonen zu schützen. Um seine Wirkung voll entfalten zu können, muss es in der Mittagsstunde still gepflückt werden. Das Kraut darf nicht durch die offene Tür getragen werden, sondern wird durchs Fenster geworfen und dann im Zimmer aufgehängt. Kanadisches Berufskraut schützt vor dem Berufen. Das heißt, wer dieses Kraut in seinem Garten hat, kann nicht verhext werden. Petersilie eher bekannt zur Garnierung und Verfeinerung von Speisen wird eine heilende Wirkung bei Gicht und Rheuma zugeschrieben und ist harntreibend. Als Saft soll das Küchenkraut wirksam gegen Sommersprossen sein. Spitzwegereich gemischt in einer Tinktur mit Rosmarin und Lavendel soll ein wirksames Mittel gegen Mückenstiche sein. Weinraute wuchs früher in jedem Garten. Es gilt als Symbol der Jungfräulichkeit und Keuschheit. Untreuen Gatten wurde es gern in die Suppe gemischt, so dass ihnen die Lust an der schönen Nachbarin verging.

Impressum Herausgeber WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH Redaktion Steffi Alburg (verantwortlich), Projektkommunikation: Anke Ziebell, Carsten Hagenau Fotos Tina Merkau,WIS-Archiv, Archiv LÜBBENAUBRÜCKE Gestaltung und Repro Norbert Haftka Druck DMP Digital- u.Offsetdruck GmbH

8

D er Spreewälder Nr. 32

Teufelsdreck steht im Regal gleich neben Drachenblut. Die Flasche Regenwurmöl hat ihren Platz neben der Dose Taubenkot mit Honig gefunden. Wer glaubt in einer Hexenküche gelandet zu sein, der irrt. Die Wundermittel, Zaubertränke und Elixiere hat Christel Lehmann-Enders in ihrer Kräuterscheune zusammengetragen. Doch das ist längst nicht alles, was es in dem ehemaligen Stall zu entdecken gibt. Duftende Kräuter hängen von der Decke. Schwarz-weiße Kuhschwänze baumeln an der Wand. Zu jedem Ding, zu jedem Kraut weiß die Ethnologin mehr zu erzählen. Mit den Kuhschwänzen in der Tasche hofften die Bauern auf

gute Geschäfte, wenn sie zum Handeln auf den Markt nach Cottbus gingen. Und Taubenkot mit Honig rieben sich früher die jungen Männer gegen Bartwuchs ins Gesicht. Seit mehr als 30 Jahren befasst sich die 63-Jährige, die lange Jahre das Lübbenauer Museum leitete, mit den Sitten und Bräuchen der Spreewälder. »Doch die Spreewälder Volksmedizin hat es mir besonders angetan«, gibt Christel Lehmann-Enders gern zu. Sie selbst komme aus einer Familie, in der Volksmedizin, aber auch der Aberglaube schon immer gepflegt wurde. In den vergangenen Jahren hat sie dieses Projekt intensiver verfolgt, auf ihrem Grundstück an der Stottoff 15 einen Kräutergarten angelegt, verschiedene Bücher zu diesem Thema veröffentlicht und vor knapp einem Jahr die Kräuterscheune eröffnet. Hierher lädt sie

Interessierte zu Vorträgen ein – etwa über heilende Kräuter aus dem Küchenschrank, über Mysterienpflanzen oder über die Spreewälder Gurken in der Heilkunde. »Mein Anliegen ist, den umfangreichen Erfahrungsschatz der Volksmedizin weiterzugeben. Und das was ich erzähle, basiert sowohl auf historischem Quellenmaterial als auch auf eigenen Erfahrungen«, betont die vielseitige Frau, die auch einen Abschluss als Heilpraktikerin vorweisen kann. Sie selbst schwört auf die Kraft der Kräuter. »Wenn ich verspannt bin im Nacken schlage ich mir mit frischen Brennnesseln auf die betroffene Stelle. Dadurch wird der Nacken besser durchblutet und der Schmerz lässt nach.« Viele solcher Rezepte hat Christel Enders-Lehmann parat. Doch die wendet sie nur innerhalb ihrer Familie an. Wer der Kräuterscheune einen Besuch abstatten möchte, der sollte sich an Christel Lehmann-Enders, Stotthoff 15 in Lübbenau, Tel: 03542/4 66 82 wenden.

A U S D E R S A G E N W E LT

Die Lutken am Schlossberge Der Spreewald kennt verschiedene Sagengestalten. Die Lutken waren freundliche dem Menschen wohlgesinnte Erdgeister, zwergenhafte kleine Gestalten, die in Erdhöhlen, unter großen Baumwurzeln wohnten.Mit den Menschen hielten sie gute Freundschaft. Die Lutken lebten recht friedlich bei Musik, Tanz und frohen Festen. Vor langer Zeit sollen sie wie die Menschen auf der Erde gewohnt haben. Als aber mit dem Christentum die Kirchenglocken über dem Land ertönten, konnten sie deren harten Klang

nicht ertragen und flüchteten ins Erdinnere. Dort hüten sie an manchen Orten heute noch Schätze. Und zwar überall dort, wo blaue Flämmchen aus der Erde züngeln. Laschki am Schlossberg in Burg hatte ein neues Tor aus Zaunlatten mit spitzen Enden gebaut. Einmal wollten sich die Lutken, wie schon oft, einen Backtrog borgen. Doch dieses Mal wagten sie sich nicht heran und blieben ein Stückchen entfernt stehen. Da fragten die Leute, warum sie nicht näher kämen. Die Lutken antworteten:

»Wir dürfen nicht, diese da weisen so mit den Zähnen auf uns, die werden uns beißen.« Dabei zeigten sie auf die Zaunspitzen. Die Leute aber beruhigten sie und sagten, sie sollen nur kommen. Da kamen die Erdgeister und baten um einen Backtrog. Dann setzten sich alle hinein und der Trog rollte wie ein Wagen mit ihnen fort. Am anderen Tag kamen sie wieder und brachten ihn zurück. Als Dank hatten sie eine Anzahl kleiner Brote mit, die sahen aus, wie von Erde gebacken.


Das Beste, was dem Bahnhof passieren kann

wie die Lüftung für die Gaststätte, dem Charakter des Gebäudes angepasst werden. Konkret heißt das, die Leitungen werden im vorhandenen Schornstein verschwinden.

Etwa 50 Gebäude stehen in Lübbenau unter Denkmalschutz. Eins davon ist der Bahnhof Lübbenau, der gegenwärtig von der WIS umgebaut wird. Was dabei alles zu beachten ist, darüber sprachen wir mit Karin Lieska, die im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit für den Denkmalschutz zuständig ist und den Umbau des 140 Jahre alten Backsteingebäudes begleitet. Was ist das Besondere an der Sanierung des Bahnhofs? Es ist das Beste, was dem Bahnhof passieren kann. Nur durch die Nutzung bleibt ein Gebäude erhal-

ten, ganz gleich wie alt es ist. Und als Denkmalschützerin bin ich begeistert, dass die WIS den Umbau des Bahnhofs, der das Ortsbild von Lübbenau prägt, in die Hand

nimmt. Vor allem das Nutzungskonzept – mit Pension, Gaststätte und Servicezentrum – ist überzeugend. Worauf kommt es zuallererst an? Im Vordergrund steht, soviel Bausubstanz wie möglich im Original zu erhalten. Natürlich kommt es beim Umbau im Wesentlichen auf die künftige Nutzung an. Im Inneren des Gebäudes sind moderne Materialien wie verglaste Türen vollkommen legitim. Allerdings müssen erforderliche Einbauten,

Welche Auflagen hat die WIS nun zu erfüllen? Die Fassade, das Dach, die Türen und die Außenfenster sollen nach historischem Vorbild instand gesetzt werden. Die Fenster etwa wurden nach alten Vorlagen vom Tischler neu gebaut und bekamen wieder den original grünen Anstrich. Die Säulen in der Gaststätte müssen erhalten bleiben. Und wenn an der Fassade Ziegelsteine erneuert werden müssen, dann kommt es vor allem auf das richtige Material an. Natürlich müssen beide Seiten immer wieder Kompromisse eingehen. Was macht ein denkmalgeschütztes Gebäude aus? Einem Denkmal soll und muss man die Spuren der Zeit ansehen. Das macht seinen eigentlichen Charme aus, dass man das Alter des Gebäudes nicht leugnet. Das gelingt jedoch nur durch eine behutsame Sanierung.

Eine Aufgabe, wie auf den Leib geschneidert Merecedes Engelhardt inszeniert Räume Sie strahlt eine gewisse Ruhelosigkeit aus. Kein Wunder. Mercedes Engelhardt ist gleich an zwei Orten zu Hause, pendelt seit Jahren zwischen Berlin und Kiel. Und für ihre Projekte geht die Künstlerin oft auf Reisen. Schon darum hat sie viel übrig für Hotelzimmer. »Die Inszenierung der Spreewelten ist eine Aufgabe, wie für mich auf den Leib geschneidert. Ich bin viel unterwegs. Darum ist es besonders reizvoll, ein Zimmer in einer Pension zu gestalten. Außerdem arbeite ich gern vor Ort«, benennt die 57-Jährige ihre Beweggründe am Projekt Spreewelten mitzuwirken. Wenn es nach ihr geht, werden im Lübbenauer Bahnhof bald Feen einziehen. Das passende Zimmer, das sie entworfen hat, kam bei der Jury gut an.

»Wer im Feenzimmer übernachtet, schläft mitten im Spreewald. Der Gast soll von den Phänomenen des Lichts, Wassers, dem Säuseln Windes, Wispern des Laubes und Ächzen der Bäume bezaubert werden«, umreißt Mercedes Engelhardt ihre Idee. Die Installationskünstlerin geht mit ihren Arbeiten zumeist auf die Gegebenheiten des Ortes und seine Geschichte ein. Ihre Arbeitsplätze sind durchaus ungewöhnlich. Im Wald kleidete sie schon Bäume mit roten Tüll ein. Über Bächen ließ sie Spiegel tanzen. In einer Klosterruine säte sie Hafer. »Ich lasse gern die Umgebung auf mich wirken, ehe ich mich an den Entwurf setze«, erklärt sie in ihrer unkomplizierten Art. »In zwei schlaflosen Nächten nach dem Besuch des Bahnhofs und der Besich-

tigung des mir zugedachten Zimmers ist der Gedanke gereift. Geschichten und Märchen, wie die von Eichendorff und der Gebrüder Grimm kamen mir in den Sinn.« Der Wald mit seinen Bewohnern und Geräuschen wird auf wenigen Quadratmetern eingefangen. Mitten im Zimmer steht eine Buche. Der Baum trägt das scheinbar transparente Bad, das von innen grünlich schimmert. Alle ande-

ren Oberflächen sind weiß, ihre Struktur mal glänzend, mal stumpf, mal hart, mal weich, mal rauh. Der fellartige Teppich, die an Astverzweigungen erinnernde Tapete, das Glitzern von Glas, das Flirren kleiner Spiegel auf raschelnder Seide sollen das Gefühl erzeugen, eine Elfe, eine gute Fee schwebe durch den Raum. Ein eigener Sound, komponiert von Manuel Göttsching, nährt diese Vision.

D er Spreewälder Nr. 32

9


Furore beim Lindenfest Auch wenn noch ein bißchen Zeit vergeht, bis das Lindenfest der Lübbenaubrücke am 2. September steigt, so kann man sich schon jetzt auf das Spektakel rund um den Oer-Erkenschwick-Platz am Kolosseum freuen. Wie in den Jahren zuvor, ziehen wieder mit WIS, GWG und der Stadt drei Veranstalter an einem Strang. Die Organisatoren stecken derzeit mitten in den Vorbereitungen, damit auch bei der 8.Auflage des Lindenfestes alles glatt läuft.Die Verträge sind unterschrieben, in den Schulen und Kitas wird fleißig geprobt und mit den Sponsoren laufen die letzten Absprachen. Jede Menge Attraktionen – auf, vor und neben der Bühne – sind für den 2. September geplant. Kämpferisch wird es auf der Bühne zugehen, wenn das Artistenduo »Opus Furore« auftritt. Nicht ganz ungefährlich könnten die Fechtkämpfe werden, bei denen auch die Zuschauer herausgefordert werden sollen. Für Temperament auf der Bühne sorgen die Cheerleadertänze von den »Dancing Angels«. Noch heißer könnte es werden, wenn die Feuerkünstlerin »The Champ« ihre Show präsentiert. Und zwischendurch gibt es immer wieder Musik. Eher leisere Töne kommen von den Luckau Harmonists, die ganz im Stil der legendären Comedian Harmonists Acapella-Gesang in allen Tonlagen beherrschen. Satten Gitarrensound darf man erwarten, wenn »Ageless« die Bühne betritt. Mit ihrer alterslosen Musik hatten sie in diesem Jahr schon auf der Berliner Fanmeile Tausende begeistert. Wie immer wird nicht nur auf der Bühne Unterhaltung geboten, sondern auch davor. Wer fernöstliche Kampfsportarten mag,kann sich beim Lindenfest im Sumo-Ringen versuchen.Die dafür nötigen Pfunde müssen nicht vorher mühsam angefuttert werden, sondern eigens dafür wird ein Anzug übergestreift, der jeden innerhalb von Minuten in einen Sumo-Ringer verwandelt. Spaß verspricht auch »King Kong«, an dem man sich mit Bungee Running vergnügen kann. Und auf dem Riesenpinguin können sich die Kleinen beim Rutschen und Klettern austoben.

10

D er Spreewälder Nr. 32

Wenn Schlümpfe auf Tournee gehen In der Kita »Lea Grundig« laufen die Proben fürs Lindenfest Jasmin hat schon Bühnenerfahrung. Das kann man deutlich sehen. Gekonnt lässt sie den HulaHoop-Reifen in gleichmäßigen Schwüngen um ihre Hüften kreisen. Die blaue Schlumpfmütze auf ihrem Kopf scheint ganz leicht zu tanzen. Die 6-Jährige steckt mitten in den Proben für den nächsten großen Auftritt. Denn beim Lindenfest am 2. September stehen wieder die Kinder der Kita »Lea Grundig« auf der Bühne. Mittlerweile schon zum 7. Mal. Jedes Mal mit einem neuen Programm – versteht sich. »In diesem Jahr gehen wir mit den Schlümpfen auf Tournee«, verrät Heidrun Jahn, musikalische Leiterin der Kita. »Wir studieren das Programm mit allen Kindern gemeinsam ein.« An die 40 Mädchen und Jungen – die kleinsten sind gerade mal 2 Jahre alt, die größten kommen noch in diesem Sommer

zur Schule – sitzen im Kreis, singen, klatschen zwischendurch. Ein Paar Freiwillige stehen in der Mitte und zeigen was sie können. Die Schlumpfmütze darf jeder mal aufsetzen. Allerdings wer die trägt, hat so etwas wie eine Hauptrolle. Gut sechs Wochen vorher beginnen die Kinder mit den Proben, die nicht wirklich wie harte Arbeit

aussehen, sondern eher an einen Kindergeburtstag in großer Runde erinnern. »Genauso soll es sein«, sagt Heidrun Jahn, die schon in den vergangenen Jahren mit für die Programmgestaltung verantwortlich war. »Es soll den Kindern vor allem Spaß machen. Und wer partout nicht mitspielen will, wird von uns auch nicht dazu überredet.« Trotzdem, geprobt wird mit allen Kindern. Die, die am Ende nicht auf der Bühne stehen, beherrschen genauso jede Textzeile und kennen die verschiedenen Schrittkombinationen auswendig. Das Programm wächst von Woche zu Woche. Jedes Kind kann sich aussuchen, welche Rolle es spielen möchte. »Auch wenn sich das zwischendurch immer wieder mal ändert, sind so die Kinder mit großer Begeisterung bei der Sache.« Geprobt wird jeden Tag, etwa eine halbe Stunde. Natürlich gehören zu solch einem Auftritt auch passende Kostüme. Die werden von den Eltern und Omas genäht. Beim Lindenfest ist die Kita Lea Grundig schon von Anfang an dabei, im ersten Jahr mit einem Bastelstand und seitdem mit ihren witzigen Programmen. »Leider wird das in diesem Jahr unser letztes Lindenfest sein, dass wir als Kita feiern«, bedauert die Leiterin MarieLuise Blume. »Die Kita schließt im September.«

AUF ZUM LINDENFEST-CUP! Anmeldung zum Straßenfußball-Turnier bis 25. August Die Fußball-Weltmeisterschaft ist zwar schon wieder Geschichte, trotzdem wird die wichtigste Nebensache auch beim diesjährigen Lindenfest eine Hauptrolle spielen. Bei einem Straßenfußball-Turnier können an diesem Tag vor allem junge Leute ihre Dribbelkünste und Torjägerqualitäten beweisen. Gespielt wird um den Lindenfest-Cup 2006. Anstoß für das erste Spiel ist um 13 Uhr. Gegen 19 Uhr soll das Turnier,

das gemeinsam von der AOK, der TSG Lübbenau und den Spreewieseln organisiert wird, zu Ende sein. Insgesamt 18 Mannschaften können an den Start gehen. Zu jeder Mannschaft gehören vier Spieler sowie ein Auswechselspieler im Alter von 15 bis 25 Jahren. Sowohl Mädchen- als auch Jungsteams oder aber gemischte Mannschaften sind zugelassen. Die Spielregeln, die um einiges anders als beim klassischen

Fußball sind, werden vor Ort genau erläutert, genauso wie die einzelnen Wertungen und die Punktevergabe. Also wer beim 1. Lindenfest-Cup dabei sein will, der sollte sich bis zum 25. August im Spreewiesel-Center in der Straße des Aufbaus anmelden.Wichtig: Den Teamnamen nicht vergessen. Für die besten Straßenfußballer gibt es attraktive Preise.


spree

Seit fast zwei Jahren gehört Christian Kneissl zum Team der Spreewiesel. Der 21-Jährige steckt noch mitten in der Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Wer es nicht weiß, würde das nicht unbedingt merken. »Wie die anderen Azubis auch, werde ich mit allen Aufgaben betraut, die im Spreewiesel-Center anfallen«, sagt er. »Und gerade das macht mir Spaß. Ich bekomme die Chance meine Ideen einzubringen.« Alles Mögliche hat man als Spreewiesel so zu tun – telefonieren, Kartenverkauf, die Beratung

Der Computerfreak unter den Wieseln

der Kunden, aber auch Gardinen hat der junge Mann schon hin und wieder für Spreewiesel-Kunden abgenommen oder Geräte transportiert. Beim Lindenfest hat jeder Azubi ein eigenes Projekt zu betreuen. »Ich habe mich um die Auswahl und die Ausstattung des neuen Veranstaltungsortes kümmern.« So nach und nach hat sich der Azubi ein Spezialgebiet erarbeitet. »Wenn irgendwelche Arbeiten am Computer anfallen, bekomme ich sie auf den Tisch. Gutscheine habe ich schon entworfen, bei der Gestaltung der Spreewieselpost wirke

ich mit.« Auch bei kleineren Reparaturen wird er als erster gefragt. Christian Kneissl ist so etwas wie der Computerfachmann unter den Spreewieseln. Das ist allerdings nur eine Seite von ihm. »Natürlich sitze ich nicht ununterbrochen am Rechner. Ich habe vor allem gern mit Leuten zu tun,« sagt er. Als Alleinunterhalter hat er sich schon bewährt und zwar als Kahnfährmann. In seiner Freizeit ist er ab und zu auf den Fließen unterwegs.

Einfach Glück oder kühler Verstand? Einen Monat drehte sich im Spreewieselcenter – wie andern Ortens natürlich auch – so gut wie alles um das Thema Fußball. Beim WM-Quiz wurde den Teilnehmern einiges Fachwissen abgefordert. Nicht immer lag der richtig, der seinen kühlen Sachverstand hatten walten lassen. Der Weltmeistertipp war wohl eher Glückssache. Hier hatten nur zwei auf die Italiener gesetzt und lagen am Ende mit ihrem Tipp ganz vorn. Belohnt wurden sowohl Familie Gresch aus Lübbenau als auch Andreas Grosch aus Duben mit einem Fußball sowie jeweils zwei Energie-Tickets für die kommende Saison. Doch dass die Lübbenauer durchaus einen guten Fußballsachverstand haben, beweisen die Er-

gebnisse der kleinen Umfrage. Etliche Fußballfans lagen mit ihren Antworten richtig, so dass letzten Endes das Los über die Gewinner entscheiden musste. Kein anderer als Frank Zelder, der Vorsitzende der Abteilung Fußball der TSG, durfte die drei Gewinner ziehen. Ob nun Zufall oder nicht, mehr Frauen strichen die Lorbeeren ein. Der erste Preis ging an Stefanie Brehmer aus Lübbenau, die den WM-Fußball von Adidas sowie zwei Karten für Energie Cottbus mit nach Hause nehmen konnte. Für Rita Drescher aus Lübbenau und Martin Okoniewski gab es je ein rundes Leder von Energie Cottbus mit den Unterschriften von zwei Spielern sowie ebenfalls zwei Tickets für die kommenden Saison.

Kurz und knapp Erlebnisradtour Wer gern mit dem Fahrrad unterwegs ist und die Gegend nicht im Alleingang erkunden will, der sollte sich den 28. Juli freihalten. Am Freitag laden die Spreewiesel zu einer Erlebnisradtour nach Burg ein. Viele kleine Anekdoten, Sagen und heimatliche Neuigkeiten gibt es zu erfahren. Start ist 9 Uhr am Spreewiesel-Center. Die geführte Radtour kostet 5 Euro. Elbwiesen und Frauenkirche Zu einem Tagesausflug nach Dresden laden die Spreewiesel am 18. August ein. Mit dem Bus geht es erst einmal in die reizvolle Elbmetropole. In Dresden steht dann eine Dampferfahrt auf dem Programm. Gemächlich werden die Weinbergterrassen, der Sandsteinfelsen, die Elbwiesen. Auch der wiedererbauten Frauenkirche wird an diesem Tag ein Besuch abgestattet. Der Tagesausflug kostet 47 Euro. Interessenten melden sich bitte im Spreewiesel-Center an. Infotage Zum Thema Testament,Vorsorgevollmacht und Patientennverfügung können sich Altdöberner am Mittwoch, 23. August näher informieren.Von 10 bis 12 Uhr steht dazu eine Rechtsanwältin in der WISGeschäftsstelle Rede und Antwort. Mit dem Schutz für Privatanleger befasst sich die Informationsveranstaltung,zu der am 30.August ins Spreewiesel-Center eingeladen wird. Jeweils von 10 bis 12 sowie von 16 bis 18 Uhr kann man dazu von Fachleuten näheres erfahren. Zubringer für Altdöbern Ab sofort können auch die Altdöberaner ohne großen Aufwand an den Spreewiesel-Fahrten teilnehmen. Für die verschiedenen Ausflüge, die im Juli, August und September auf dem Programm stehen, wird bei Bedarf ein Zubringer von und nach Altdöbern organisiert. Außerdem stehen für Teilnehmer an der Erlebnisradtour Mietfahrräder zur Verfügung. Info: 03542 -2000

D er Spreewälder Nr. 32

11


Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Kein Wunder dass Heinz Fritsch, sobald er erst einmal ausholt zu einer seiner Geschichten, nicht so schnell zu bremsen ist. Schließlich ist der 74-Jährige, dem man sein Alter nicht so recht abnehmen will, ständig unterwegs – als Reiseleiter und dazu noch als der dienstälteste in der Region.

Weltkultur und Anekdoten

Seit 15 Jahren hat sich Heinz Fritsch dem Tourismus verschrieben. Einen Faible für alte Gebäude, geschichtliche Hintergründe hat er schon lange. »Bereits während meiner Zeit in Potsdam, das ist mittlerweile 50 Jahre her, bin ich regelmäßig durch Sanssouci gewandert, erzählt er in seiner ruhigen, besonnenen Art. »Und später als Ingenieur im Kraftwerk war ich dienstlich viel unterwegs. Ganz gleich wo ich war, Land und Leute haben mich immer interessiert. Und im Tourismus ist es wie mit der Liebe, wenn man nicht mit dem Herzen dabei ist, dann wird das Ganze nichts«. Halbe Sachen sind für den Lübbenauer, der in der Schillerstraße zu Hause ist, gar nichts. Wenn er sich für eine Sache begeistert, dann voll und ganz. Kein Wunder, dass sein Terminkalender kaum eine Lücke aufweist. Mal steht eine Stadtführung durch Lübbenau auf dem

Plan. Nur eine Woche später müssen Schweizer Geschäftsleute nach Potsdam begleitet werden oder eine Gruppe aus Thüringen hat eine individuelle Führung nach Berlin gebucht.Tunesier, Engländer hat er schon durchs Lübbenauer Schloss geführt und ihnen alles über den berühmten Vorfahren der Lynars, den großen Festungsbaumeister Graf Rochus von Lynar erzählt. Und dann sind da noch die kurzfristigen Anfragen. »Mitunter kann es schon passieren, dass ich abends um neun Uhr angerufen

werde, weil Schlossgäste am nächsten Tag einen Ausflug in die nähere Umgebung planen«, erzählt er. Für Heinz Fritsch kein Problem.Verschiedene Routen hat er zur Auswahl, alle hat Heinz Fritsch selbst konzipiert und im Laufe der Jahre erprobt. Besonders reizvoll sei die Tour zu den Weltkulturerbestätten der Unesco, meint der Kenner. In seinem Arbeitszimmer hängt eine Landkarte, auf der alle Standorte

mit kleinen roten und grünen Nadeln markiert sind. »In Deutschland gibt es 31 Weltkulturerbestätten und fast die Hälfte davon liegt in der näheren Umgebung des Spreewaldes. Manche gerade mal eine Stunde entfernt«, erläutert er mit Blick auf die Landkarte. Bei diesen Touren kommt Erich Fritsch sein fundiertes Geschichtswissen zugute. Denn zu jeder Reiseroute, die er begleitet, sammelt er Material, liest dazu Bücher, die den historischen Hintergrund näher beleuchten. Gut

500 Dias umfasst sein Archiv. Aber allein Fakten und Zahlen, die sich jeder Zeit abrufen lassen, machen noch keinen guten Reiseführer aus. »Was die Leute oftmals interessiert, sind die Geschichten, die Anekdoten, die sich um ein Gebäude, um einen bedeutenden Menschen ranken«, weiß Heinz Fritsch aus Erfahrung. Natürlich hat auch er so seine »Tricks« – wenn man sie überhaupt so nennen möchte – um die Leute zu fesseln. »Bei Männern muss ich mehr den Verstand ansprechen. Und Frauen sind immer begeistert von den Themen, bei denen auch Gefühl eine Rolle spielt.« »Ich bin zwar viel unterwegs, aber oftmals fehlt mir die Zeit zu reisen, Zeit um neue Städte kennen zu lernen. Vor allem thüringische Städte haben es ihm angetan. »Und wenn ich dort bin, nehme ich natürlich an einer Stadtführung teil.«


2006-3