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Nr. 3 / WS 09/10 23. November 2009

mitteilungen

Bildungsstreik Dieser Hรถrsaal ist besetzt!

Standpunkt Master - ja oder nein?

Unterwegs in Kรถln Das Agnesviertel Deine Uni. Deine Infos. Dein Sprachrohr.


    

      

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Editorial

Nicht genehmigt Ich verstehe nicht viel von dem Redeschwall, der auf mich hereinbricht. „Der Hausmeister sieht alles!“, empört sich eben dieser. Bei dem Versuch, den Verteilerkasten auf seine alte Stelle zu rücken, hat er mich abgefangen. Nicht genehmigt sind immer wieder seine Worte. Einmal fällt auch das Wort Sondergenehmigung. Doch nicht nur das Umstellen, ja die ganze WM sei nicht genehmigt, die neue Plakataktion schon mal gar nicht. Nun stehe ich im WiSo-Foyer und streite mich vor neugierig blickenden Studis um Zentimeter. Da hilft auch nicht das Argument, dass es die WM an der Uni schon seit über 40 Jahren gibt (20 Jahre länger als ihn), und vielleicht doch, ja wahrscheinlich sogar, eine Genehmigung existiere – irgendwo. Grund der Aufregung sind der Brandschutz, der wenige Platz. Müllentsorgung geht auch vor, der Papierkorb kann nicht weichen, da nicht genehmigt! Um Genehmigungen und Papierkram machen sich Studierende in den besetzten Hörsälen keine Gedanken. Machen ihrer Unmut Luft, zeigen, um wen es im Bildungssystem geht: Wir sind systemrelevant. Doch ferner gibt es auch Studierende, die in den Fachschaften, in den Studierendenparlamenten, im AStA auf einem anderen Weg Probleme lösen wollen. Die immer wieder versuchen, bürokratische Hürden zu meistern, Genehmigungen einzuholen, in den gewählten Gremien der studentischen Selbstvertretung gerecht zuwerden. Deshalb möchte ich euch auffordern, nicht nur auf der Straße, sondern auch bei den kommenden studentischen Wahlen vom 14. - 18. Dezember eure Meinung zu verkünden: genehmigt eure Vertreter.

Impressum WiSo-Mitteilungen der Fachschaft WiSo Universitätsstr. 16b, 50937 Köln

Herausgeberin: Studierendenschaft der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln. Verantwortlich ist der Fakultätsrat: Karina Copil, Ann-Kristin Lautenschlag, Christoph Kaufmann, Michael Müller

Redaktionsleitung: Alexander Fritsch, Andreas Klöcker und Miriam Schleifer

Redaktion: Nina Bauer, Viktoria Cassens, Felix Holtermann, Sonja Müller, Judith Siekiera, Niklas Veltkamp, Alexander de Vivie, Axel Wiegand, Kyra Wilke

Grafik: Layout: Alexander Fritsch, Liu Yang Fotos: Alexander Krabes

Anzeigen: Julia Rösch • Tel.: 0179/000980 werbung@wiso-buero.uni-koeln.de

Druck: Druckhaus Moradi, Mühlenbach 14 - 16, 50676 Köln

WiSo-Fachschaft im Internet: www.wiso-buero.de

Alexander Fritsch

wiso-mitteilungen@uni-koeln.de

Redaktionsleitung

nächste Redaktionssitzung: 09. Dezember, 19:30 Uhr, WiSo-Büro

P.S. Nun scheint alles geklärt und ich hoffe, der Hausmeister greift nicht erneut zu drastischen Methoden. Wie bereits vor

Namentlich gekennzeichnete Artikel

über fünf Jahren. Da musste die gesamte Auflage der WM direkt

geben nicht unbedingt die Meinung der

in den Müll – Verstoß gegen den Brandschutz, hieß es.

gesamten Redaktion wieder




          

             

    


Inhalt

WM Nr. 03 • Wintersemester 2009/10

Inhaltsverzeichnis Fachschaft

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06 Vorwort 07 Sitzung der Fakultätsvertretung

Klausur OuP 08

Aktuell Dieser Hörsaal ist besetzt!

Interview 12 Prof. David Jaeger 16 Prof. Achim Wambach 18 Dr. Heidrun Fußwinkel

Standpunkt

28

Master - ja oder nein? 22

Köln

Entscheidungstheorie 29

Unterwegs im Agnesviertel

Campus 24 Uni-Rankings 26 Von Springsern und

Kolumne Test the best Mongo‘s

30

WieSo-Mensch Et es wie et es, et kütt wie et kütt

Vernuftsmenschen

Fotos: Alex Krabes

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Fachschaft

Vorwort

Dieses Semester wird alles anders...

...man will jede Vorlesung besuchen, Vorlesungen vor- und nachbereiten und viel, viel früher anfangen zu lernen. Aber oft werden diese guten Vorsätze von Klausurergebnissen aus dem letzten Semester getrübt. So ging es vielen von euch, die im letzten Sommersemester Organisation und Personal bei Prof. Ebers geschrieben haben. Über die hohen Durchfallsquoten von über 42 Prozent im ersten Prüfungstermin und knapp 68 Prozent im zweiten Prüfungstermin haben sich viele von euch verständlicherweise sehr geärgert. Wie wir auch schon auf unserer Homepage berichtet haben, stehen wir in engem Kontakt mit Dekanat und Lehrstuhl, um erstens dafür zu sorgen, dass so etwas nicht wieder vorkommt und zweitens für alle jetzt Betroffenen das Bestmögliche zu erreichen. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten! Bevor es aber für die Frischlinge an unserer Fakultät so richtig mit der ersten Lernphase losgeht, sind wir mit einigen auf E-Fahrt in die Eifel ins wunderschöne Kelberg gefahren. Dieses Semester waren wir mit 45 Erstis und 15 Tutoren wieder voll ausgebucht. Nach einigen Willkommens-Kölsch am Freitagnachmittag ging es mit Aufwärmund Kennenlernspielchen in unseren Mottopartyabend über. Auch wenn das Motto „Schlagerparty“ nicht jedermanns Sache war, haben doch alle kreative Verkleidungen gefunden und den Abend zu einer lustigen Party werden lassen. Samstagmorgen ging es dann weiter mit einer Rallye durch die Eifel, und einigen unserer Rallyeteilnehmer waren zu Beginn des Tages noch der letzte Abend und die kurze Nacht ins Gesicht

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geschrieben. Aber nach dem ersten Kölsch oder Glühwein erwachte die Partylaune wieder, und auch an diesem Abend wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. Fit und ausgeruht ging es dann am folgenden Mittwoch auf der E-Fete im AStA-Café weiter, die das Schlusslicht unseres partyreichen Semesterstarts darstellen soll. Diese Chance haben viele Erstsemester, aber auch Studis älterer Semester genutzt, um vor den Midterm-Klausuren noch einmal zusammen zu feiern. Wir hoffen, euch hat auch diese Feier gefallen und ihr habt wegen des Andrangs nicht allzu lange in der Schlange warten müssen. Schneller als gedacht stecken wir schon wieder mitten im Semester und die Klausurenphase rückt in greifbare Nähe. Hoffentlich habt Ihr eure guten Vorsätze noch nicht über Bord geworfen und könnt voller Motivation in die Lernphase starten. Wir wünschen euch viel Erfolg für die anstehenden Prüfungen und schon mal eine schöne Vorweihnachtszeit. Bis zur nächsten Ausgabe.

Euer Fakultätsrat Karina Copil Ann-Kristin Lautenschlag Christoph Kaufmann Michael Müller


Erstes Feedback zu den Peergroups Klips sorgt weiterhin für Probleme

Fachschaft

Sitzung der FV

Organisation und Personal wird nicht hochgesetzt

Am 16. November haben die WiSo-Fakultätsvertreter unter der Leitung von Karina Copil (Unabhängige) positiv auf den Semesterstart mit Orientierungsphase zurückgeblickt. Anschließend gingen sie näher auf das neu eingeführte Konzept der sogenannten Peergroups ein. Dieses sieht vor, Studierende des ersten Semesters (zurzeit nur in BWL) von wissenschaftlichen Mitarbeitern, Professoren und Mentoren über das gesamte Semester begleiten zu lassen. Der Fakultätsrat betonte, dass weiterhin eng mit der Fachschaft zusammengearbeitet werden müsse. Daher sind auch die meisten Mentoren der Peergroups studentische Tutoren aus der Fachschaft. Thomas Heise (campus:grün) kritisierte den Zeitpunkt der Klips-Belegung, der jedes Semester deutlich vor der Orientierungsphase angesiedelt sei und daher gerade Erstsemester überfordere. Besonders in den Sozialwissenschaften, in denen über Klips viele Soziologie-Veranstaltungen belegt werden müssen, stelle dies ein erhebliches Problem dar. Die Verschiebung der O-Phase samt Klips-Info auf einen früheren Zeitpunkt lasse sich aber nicht realisieren, da man die meisten Erstsemester erst eine Woche vor Semesterbeginn erreiche, erklärte Christoph Kaufmann (Die Unabhängigen). Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf das sogenannte MAG-Paper, welches die vertraglichen Bestimmungen zwischen MAG und WiSo-Fachschaft festlegt. Die MAG-Zehnerrunde wird durch die Aufnahme eines Referenten für Computer und Kommunikation zum Elferrat ausgeweitet und darf dafür ihr Budget um 240 Euro erhöhen.

Wie die meisten von euch schon erfahren haben, ist die Klausur „Organisation und Personal“ bei Prof. Ebers im vergangenen Semester sehr schlecht ausgefallen. So lag beispielsweise beim zweiten Prüfungstermin die Durchfallquote beim circa 68 Prozent, bei einem Schnitt von 4,56. Einsen gab es gar keine und es wurden lediglich drei Zweien gewährt. Unter anderem durch zahlreiche E-Mails von euch darauf aufmerksam gemacht, leiteten wir so schnell es ging Gespräche mit unserem Dekan Prof. Schulz-Nieswandt und Prof. Ebers ein. Darauf angesprochen machte Ebers zunächst einmal deutlich, dass dieses Ergebnis so in keinster Weise geplant war und keine böse Absicht dahinterstecke. Die lehrstuhl-interne Ursachenanalyse konnte wohl auch keine plausiblen Gründe zu Tage fördern. Für eine vollständige Annullierung der Klausur fehlt leider eine rechtliche Grundlage, da es in der Prüfungsordnung keinen Passus gibt, der gewisse Notenverteilungen verbietet. Ein nachträgliches Hochsetzen möchte Prof. Ebers nicht, da dieses auch rechtlich fragwürdig sei, und er der Meinung ist, so nicht allen Betroffenen einen Gefallen zu tun. So seien einige vielleicht lieber durchgefallen, als eine 4,0 ins Zeugnis geschrieben zu bekommen. Wir als Fachschaft sind auch enttäuscht, dass wir in dieser Frage nicht mehr erreichen konnten. Das Versprechen, dass so etwas nicht wieder vorkommt, haben wir – bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft alle Lehrstühle etwas mehr Gedanken bei der Bewertung machen

Miriam Schleifer

Christoph Kaufmann

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Aktuell

„Dieser Hörsaal ist besetzt“ Für Studierende, Schüler, Azubis geht der Kampf für bessere Bildung weiter: Auch in Köln wird gestreikt, und wie es scheint mit ersten Erfolgen. Ob sich nun etwas ändert? 17. November, 9.30 Uhr: Der Himmel ist bewölkt, es ist ungemütlich, nasskalt. Auf dem Albertus-Magnus-Platz drängen sich Studierende und Schüler mit Schirmen und Plakaten. Sie tragen gelbe T-Shirts und schwenken Fahnen, der Bildungsstreik 2009 geht in die heiße Phase. Nachdem bei Protesten im Juni dieses Jahres über 200.000 Leute bundesweit auf die Straßen gegangen sind, steht auch der November ganz in seinem Zeichen. Wichtig ist den Streikenden jetzt vor allem, dass die Politik konkrete Zusagen macht und ihre Forderungen umsetzt. Denn trotz der immensen medialen Aufmerksamkeit seien viele Versprechen und Beteuerungen des Sommers ohne Folgen geblieben, die Verantwortlichen spielten sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, so die Kritik. Der Vorwurf, der vom eigens für den Bildungsstreik gemieteten Wagen tönt, spricht etlichen aus der Seele: „Uns wurde viel versprochen, doch geändert hat sich bis jetzt nichts!“. Auch der Arbeitskreis Bildungsstreik Köln betont, dass man erst die Proteste beenden werde, wenn die Forderungen durchgesetzt seien. Die Appelle gleichen denen des Sommers: selbstbestimmtes Lernen, Überarbeitung der Bachelor- und Masterstudiengänge, kleinere Klassen, kostenfreie Bildung für alle, unabhängig von der Herkunft. Auch soll die

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Aktuell

Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen stärker mitbestimmen können. Kurz darauf ziehen die Demonstranten mit Sprüchen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“, durch die verregneten Straßen. Immer wieder stoppt der Zug, um mit Megafon-Durchsagen Schüler und Studierende aus den umliegenden Bildungseinrichtungen zu mobilisieren. Anschließen können sich diese jedoch oftmals nicht, dies verhindern verschlossene Türen. Am Neumarkt kommt es daher vor dem Gebäude der Volkshochschule, welches auch das Schiller-Gymnasium beherbergt, zu Unruhen. Ein Pulk von Demonstranten rüttelt an den Türen, wirft Feuerwerkskörper trotz ausdrücklichen Verbots durch die Organisatoren in die Menge. Solche Aktionen, ist sich Student Thomas sicher, schaden dem grundsätzlich friedlichen Protest nur. Der Pulk löst sich schließlich, ohne Sachschaden angerichtet zu haben, auf, die Demonstrierenden ziehen weiter. Beim Marsch durch das Bankenviertel wird es erneut laut. Mit einem schnell improvisierten Spruch: „Bei den Banken sind sie fix, für die Bildung haben sie nix“ machen die Streikenden ihrem Unmut Luft. Die Banker sehen es gelassen und rauchen eine am offenen Fenster. Angesichts der Masse der Studierenden kritisieren Aktivisten in Köln häufig, dass die Zahl der Teilnehmer gering bleibe, es fehle an Mobilisierung. Dies sieht der Arbeitskreis Bildungsstreik Köln allerdings anders. Die Mobilisierung sei sehr gut verlaufen, man freue sich vor allem darüber, dass nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ sich beteiligten, sondern auch viele neue Gesichter. Es bleibe allerdings festzuhalten, dass Schüler

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Aktuell


Aktuell

häufiger als Studierende an den Protesten teilnähmen – obwohl sie Fehlstunden kassierten. Trotzdem kommt auch der 1. AStAVorsitzende Christian Poell (Unabhängige) zu einem positiven Ergebnis: Es sei beachtlich, dass trotz des schlechten Wetters über 5000 Teilnehmer auf die Straße gegangen seien. Der AStA sei mit diesem Ergebnis äußerst zufrieden. Nach der Demo ist der Protest aber noch nicht beendet. Viele Unis im Land melden Hörsaal-Besetzungen und auch die Streikenden in Köln können stolz verkünden: „Diese Uni ist besetzt.“ Sie haben Aula 1 in Beschlag genommen, dort wird eifrig diskutiert. Die Streikenden richten sich mit Isomatten auf eine längere Aktion ein – und verbuchen einen ersten Erfolg: Die Unileitung bietet ihnen an, auf der Basis eines ausformulierten Forderungskatalogs mit Rektor Axel Freimuth zu diskutieren. Zudem soll ein Onlineforum eingerichtet werden, wo Studierende sich direkt bei den Verantwortlichen beschweren können. Desweiteren bietet das Rektorat Hörsaal 2 zum Tausch gegen Aula 1 an. Ob dieses Angebot allerdings angenommen wird, bleibt heute fraglich. Aus Kreisen der Besetzer verlautet, dass man ungern die prominente Aula aufgeben wolle. Sollten sie diese allerdings nicht verlassen, besteht die Gefahr, dass geräumt wird. Das beunruhigt hier wenige, unter Druck set-

zen lässt sich scheinbar niemand. Manuel, selbst im Bildungsstreik aktiv, freut sich über eine erstaunlich starke Beteiligung. Er betont, dass es sich bei den Besetzern nicht ausschließlich um „Linke“ handeln würde: „Hier diskutiert eine sehr heterogene Gruppe.“ Häufig werde im Rahmen des Bildungsstreiks von einer Unterwanderung durch linke Organisationen geredet; dies sei hier nicht der Fall. Wie es weitergeht mit dem Bildungsstreik, steht zumindest für dieses Jahr schon fest: Am 10. Dezember soll angesichts der Kultusministerkonferenz in Bonn eine Aktionswoche starten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, aber der eigentliche Höhepunkt steht erst nächstes Jahr an: Dann finden in NRW Landtagswahlen statt. Hier wollen die Streikenden erneut richtig Druck machen. Wichtig sei aber auch hier, dass die Proteste friedlich bleiben, betont Christian Poell. Wann die Politik konkrete Maßnahmen beschließt, bleibt ungewiss – erste Bildungspolitiker scheinen allerdings umzudenken. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) etwa denkt über eine Erhöhung der Bafög-Sätze nach, vermeldet die „Berliner Zeitung“ noch am selben Abend. Das reicht den Studierenden und Schülern nicht, sie wollen weitermachen. Die richtige Lautstärke haben sie jedenfalls schon. Miriam Schleifer

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Interview

Neuer Prof. aus Übersee Die VWL vermeldet Zuwachs: Prof. David A. Jaeger, Ph.D unterstützt seit diesem Semester die „Faculty of Management, Economics and Social Sciences“. Grund genug für uns, diesen Mann etwas näher unter die Lupe zu nehmen und euch vorzustellen. In seinem Interview äußert er sich zu den Umstrukturierungen der VWL in Köln, zum derzeitigen Bildungsstreik und seinen Intentionen für die Zukunft an unserer Universität. WM: Prof. Jaeger, how starts teaching in such a big university like the University of Cologne? What are the varieties to your last university? Jaeger: I have taught at a variety of different schools - some big (the University of Michigan), others smaller (the College of William and Mary, Princeton). Teaching large classes is not my preferred way to teach, as I much prefer more intimate classes where I can get to know my students better. But I hope in the future that I will have the opportunity to offer some kind of seminar, with fewer students in the class. WM: What do you think about the new orientation of the economics in Cologne? Jaeger: I commend the economics department for trying to do something different, particularly for a university in Germany. I found the objections of the emeritus professors to be rather silly - the arguments about using math in economics were settled 50 years ago in the U.S. And it is not clear to me how one can make policy recommendations without having a sense of what works and what doesn‘t in terms of people‘s behavior. You can only do that with some kind

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of theoretical framework as well as careful empirical work that takes seriously issues of causality. „Ordnungspolitik“ is something peculiar to Germany. Given that economics is an incredibly international field, and that the faculty wants to be internationally recognized, I don‘t really see that „Ordnungspolitik“ is something we need to continue here. WM: In reference to the „Bildungsstreik“ what do you think about the new Bachelor and Master system in Germany? Jaeger: I have no problems with it, but it is not really like the B.A. and M.A. system in the US, particularly the B.A. During my undergraduate studies I took a large variety of classes (English, computer science, history, math, art history, music, etc. ) in addition to economics. This is clearly not what is happening here. But to change to a true „liberal arts“ B.A. would be huge change for Germany and also for the rest of Europe.That said, I think it is good that people are able to finish their undergraduate education in 3 years. Anyone who has learned about opportunity costs understands this.


Universität zu Köln WM: What are your intentions for the next time in Cologne? What do you want to bring in the teaching or maybe what do you want to change? Jaeger: I would like to move the department in a more empirical direction. Hopefully with some of the new hires in public finance, macro, and labor economics we will be able to hire more empirically-oriented professors. I bring a more empirical orientation to my teaching. The students here seem somewhat focused on learning particularly mathematical techniques. While of course those are important, it‘s also important to understand data and empirical analysis, and the limitations of theory. If we only do theory in a vacuum, without empirics, we might as well call ourselves the department of applied math. Only when theory and empirics come together do we really learn something about the world. WM: Thank you very much for the interview and I hope you will habe a great time in Cologne! Das Interview führte Nina Bauer

Seminar für ABWL und Finanzierungslehre Direktor: Univ.-Prof. Dr. Alexander Kempf Köln, 02.11.2009

Am Seminar für Finanzierungslehre der Universität zu Köln ist ab dem 01.02.2010 eine Stelle als Studentische Hilfskraft zu besetzen. Ihr Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Mitarbeit am Lehrstuhl. Darüber hinaus werden Sie in verschiedene Aufgaben des Centre for Financial Research (CFR) mit einbezogen. In den ersten Wochen Ihrer Tätigkeit werden Sie intensiv eingearbeitet. Sie beherrschen die deutsche Sprache in Wort und Schrift und haben idealerweise eine finanzkaufmännische Lehre abgeschlossen. Zudem besitzen Sie Grundkenntnisse geläufiger Office-Anwendungen, zeigen hohes Engagement und fügen sich gut in ein nettes Team ein. Die Arbeitszeit beträgt 8 Stunden wöchentlich. Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte möglichst bald an Simone Lang Seminar für Finanzierungslehre Universität zu Köln Albertus-Magnus-Platz 50923 Köln Für Ihre Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zu Verfügung. Tel.: (0221) 470-7379 E-Mail: lang@wiso.uni-koeln.de http://www.wiso.uni-koeln.de/ASPsamp/finanzierung/inhalt.asp http://www.cfr-cologne.de/

Universität zu Köln

Stellenausschreibung

Prof. David A. Jaeger ist in den Vereinigten Staaten geboren (East Orange, New Jersey) und aufgewachsen. Er hat an den Universitäten von New York und Michigan (Ann Arbor) VWL und Statistik studiert sowie in VWL promoviert. Vor seiner Berufung an die Universität zu Köln hat es ihn bereits 2003 ins Rheinland, nach Bonn, verschlagen. Nach einjährigem Aufenthalt an der University of New York lehrt er seit diesem Semester in Köln. Zu seinen Forschungsgebieten gehören Ökonometrie und Arbeitsmarktökonomik.

Im Büro der Gleichstellungsbeauftragten der Universität zu Köln ist ab sofort eine Stelle für eine

Studentische Hilfskraft (10 Wochenstunden) zu besetzen. Das Aufgabengebiet umfasst hauptsächlich die Betreuung und Pflege der Computer sowie der Homepage. Neben Kommunikations- und Organisationsgeschick sowie Freude an der Arbeit im Team sind Kenntnisse in der EDV, IT-Technik sowie der Erstellung und Gestaltung von Homepages erforderlich. Die Bewerbung von Frauen ist ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen werden postalisch oder per E-Mail erbeten an: Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln Frau Dr. Heidrun Fußwinkel gleichstellungsbeauftragte@uni-koeln.de Eckertstraße 4 50931 Köln Falls Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, können Sie uns unter gleichstellungsbeauftragte@uni-koeln.de oder unter der Telefonnummer (0221) 470-4830 täglich von 9:00 bis 12:00 Uhr erreichen. Nähere Informationen zur Gleichstellungsarbeit an der Universität zu Köln finden Sie auch auf unserer Homepage www.gb.uni-koeln.de.


Wahlbekanntmachung nach § 8 der Wahlordnung der Studierendenschaft 1. Was wird gewählt?

5. Wo kann man wählen?

Gewählt werden das 55. Studierendenparlament der Universität zu Köln, die Fakultätsvertretungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, der Philosophischen Fakultät und der Humanwissenschaftlichen Fakultät, die Fachschaftsvertretung Humanmedizin sowie die Fachschaftsräte Zahnmedizin, Biologie, Chemie, Geographie, Geowissenschaften (Geologie, Geophysik, Meteorologie, Mineralogie), Mathematik und Physik.

Für die Stimmabgabe an der Urne ist die Vorlage des Studierendenausweises und eines amtlichen Lichtbildausweises erforderlich.

Das Studierendenparlament hat 51 Mitglieder, die Fakultätsvertretungen und die Fachschaftsvertretung haben je 15 Mitglieder, der Fachschaftsrat Zahnmedizin 7 Mitglieder, der Fachschaftsrat Chemie 5 Mitglieder und die Fachschaftsräte Biologie, Geographie, Geowissenschaften, Mathematik und Physik haben je 3 Mitglieder. Ebenfalls gewählt werden die studentischen Mitglieder des Senats der Universität zu Köln, des Beirats für die Gleichstellung von Frauen und der Engeren Fakultäten. Hierzu erfolgt eine eigene Wahlbekanntmachung durch die Universität zu Köln (siehe auch http://verwaltung.unikoeln.de/abteilung11/content/wahlen/). 2. Wann wird gewählt? Gewählt wird von Montag, 14. Dezember bis Freitag, 18. Dezember 2009. 3. Wer darf wählen? Das aktive Wahlrecht haben alle am Stichtag 02.11.2009 an der Universität zu Köln eingeschriebenen ordentlichen Studierenden. Ebenfalls wahlberechtigt sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Deutschkurs der Universität und an den Studienkollegkursen. Nicht wahlberechtigt sind Zweit- und Gasthörerinnen und -hörer. Beurlaubte Studierende sind weiterhin wahlberechtigt. Wählen kann nur, wer in das Verzeichnis der Wahlberechtigten eingetragen ist oder einen Wahlschein besitzt. Das Verzeichnis der Wahlberechtigten liegt in der Woche vom 23. bis 27. November täglich von 10 bis 13 Uhr im Büro des Wahlausschusses aus. In dieser Zeit kann jede/r Wahlberechtigte die Daten zur eigenen Person überprüfen. Die Überprüfung der Daten anderer Personen ist nur zulässig, soweit Tatsachen glaubhaft gemacht werden, aus denen sich die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit des Verzeichnisses der Wahlberechtigten ergeben kann. Einsprüche gegen die Richtigkeit des Verzeichnisses der Wahlberechtigten können dem Wahlleiter innerhalb der Auslegungsfrist schriftlich oder zur Niederschrift erklärt werden. 4. Wie funktioniert die Wahl? Für die Wahl des Studierendenparlaments bildet die Universität einen einheitlichen Wahlkreis. Für die Wahl der Fakultätsvertretungen ist die jeweilige Fakultät der Wahlkreis, für die Fachschaftsvertretung und die Fachschaftsräte sind die jeweiligen Fächer die Wahlkreise. Jede/r Wahlberechtigte hat zwei Stimmen, eine Stimme für das Studierendenparlament und eine weitere Stimme für das Organ des Fakultätsbzw. Fachwahlkreises, dem sie bzw. er selber auch angehört. (Jede wahlberechtigte Studentin hat drei weitere Stimmen, jeder wahlberechtigte Student hat zwei weitere Stimmen bei den Gremienwahlen der Universität.) Alle Wahlen erfolgen grundsätzlich als personalisierte Verhältniswahl. Gewählt wird pro Stimmzettel jeweils eine Kandidatin oder ein Kandidat, die bzw. der für eine Liste antritt; die Stimme wird damit sowohl der Kandidatin bzw. dem Kandidaten wie auch der Liste zugerechnet. Die Gesamtzahl der Stimmen aller Kandidatinnen und Kandidaten einer Liste bestimmt die Anzahl der Sitze, die dieser Liste zugeteilt werden; die Sitzverteilung auf die Listen erfolgt nach dem d’Hondtschen Höchstzahlverfahren. Diese Sitze werden innerhalb der Liste denjenigen Kandidatinnen und Kandidaten zugeteilt, die die meisten Stimmen auf ihre Person vereinen konnten. Eine Wahl erfolgt ausnahmsweise nicht als personalisierte Verhältniswahl, sondern als Mehrheitswahl, wenn für den Wahlkreis kein oder nur ein Listenwahlvorschlag abgegeben wurde oder bei mehreren eingereichten Listenwahlvorschlägen die Summe aller Kandidatinnen und Kandidaten nicht so groß ist wie die Zahl der zu vergebenden Sitze. In diesen Fällen kann ohne Bindung an eingereichte Wahlvorschläge jede/r Wahlberechtigte gewählt werden. Gewählt werden kann an allen Wahlurnen (siehe Ziffer 5) oder per Briefwahl (siehe Ziffer 6).

Gemäß § 12 Absatz 5 der Wahlordnung der Studierendenschaft in Verbindung mit dem Beschluss des Wahlausschusses vom 29.10.2009 ist die Stimmabgabe an folgenden Urnenstandorten (in Klammern die Gebäudenummer) und -öffnungszeiten möglich: (100) Hauptgebäude – Foyer EG (100) Hauptgebäude – Erfrischungsraum (101) WiSo-Gebäude – Foyer (101) WiSo-Gebäude – Schlauch (103) Philosophikum – Cafeteria (103) Philosophikum – Kiosk (105) Hörsaalgebäude (107) Universitätsbibliothek (118) (118) (118) (162) (211)

UniMensa – EG UniMensa – MG Nord UniMensa – MG Süd Mathematik, Weyertal 86-90 IBW-Gebäude, Herbert-Lewin-Str. 2 (213) Humanwiss. Heilpäd. – Foyer EG (216) Humanwiss. Hauptgeb. – Foyer EG (216) Humanwiss. Hauptgeb. – Kreuzung Gänge EG (221) Humanwiss. Klosterstr. 79b (304) Biozentrum, Otto-Fischer-Str. 6 (310) Geowissenschaften, Zülpicher Str. 49 (321) Physik, Zülpicher Str. 77 (322) Chemie, Greinstr. 6 (13) LFI-Gebäude, Kerpener Str. 62 (35) Anatomie, Joseph-Stelzmann-Str. 9 (49) Mensa Robert-Koch-Str. Wanderurne Albertus-Magnus-Platz (14) Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, Gleueler Str. 60 (48) Zahnklinik – Keller, Kerpener Str. 32 (332) AStA-Cafe, Universitätsstr. 16b (119) Sportanlage, Zülpicher Wall 1

täglich 9.00 - 16.30 Uhr täglich 10.30 - 18.00 Uhr täglich 9.00 - 16.30 Uhr täglich 10.30 - 18.00 Uhr täglich 9.00 - 16.30 Uhr täglich 11.00 - 18.30 Uhr täglich 11.00 - 18.00 Uhr Mo.-Do. 10.00 - 19.00, Fr. 10.00 - 15.00 Uhr täglich 11.30 - 21.15 Uhr täglich 11.30 - 14.45 Uhr täglich 11.30 - 14.30 Uhr täglich 11.00 - 16.00 Uhr täglich 11.00 - 16.00 Uhr täglich 10.30 - 16.30 Uhr täglich 9.00 - 16.30 Uhr täglich 10.00 - 17.30 Uhr täglich 9.00 - 16.00 Uhr täglich 8.30 - 13.30 Uhr täglich 8.30 - 13.30 Uhr täglich 9.30 - 14.30 Uhr täglich 9.00 - 14.00 Uhr täglich 8.30 - 15.30 Uhr Mo.-Do. 10.00 - 16.00, Fr. 11.00 - 17.00 Uhr täglich 11.30 - 14.30 Uhr Montag 11.00 - 16.00 Uhr Dienstag 11.00 - 16.00 Uhr Mittwoch 10.00 - 15.00 Uhr Donnerstag 11.00 - 16.00 Uhr Freitag 13.00 - 18.00 Uhr

6. Briefwahl Anträge auf Briefwahl sind formlos bis zum 03.12.2009, 12.00 Uhr an den Wahlleiter zu richten. Briefwahlstimmen müssen bis zum 17.12.2009, 21.15 Uhr (Ausschlussfrist) beim Wahlleiter eingegangen sein. 7. Wie kann man kandidieren? Wahlvorschläge sind bis Montag, 23.11.2009, 12.00 Uhr (Ausschlussfrist) beim Wahlleiter einzureichen. Sie werden unverzüglich, jedoch nicht vor dem 16.11.2009 geprüft. Näheres zur Einreichung von Wahlvorschlägen regelt § 9 der Wahlordnung. 8. Erreichbarkeit des Wahlausschusses Wahlausschuss der Studierendenschaft der Universität zu Köln Anschrift Universitätsstr. 16, 50937 Köln; 1. Etage, Raum 107 Telefon (02 21) 4 70 - 62 12 Fax (02 21) 4 70 - 50 71 Internet www.wahlen.uni-koeln.de (Dort befinden sich auch die Wahlordnung sowie weitere Informationen für Wähler/innen, Kandidat/innen und Listenverantwortliche.) Mail stupa-wahlen@uni-koeln.de Köln, 02.11.2009

Ulrich Müller, Wahlleiter


S TE LL E N AU S S C HR E IB U N G

Z B I

Stellenausschreibung -

Studentische Hilfskraft im ZIB -

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Für die Koordination und Betreuung der Kölner Programmstudierenden brauchen wir Unterstützung

Das Seminar für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Prof. Dr. Toni Pierenkemper) sucht zum 1. Januar 2010 eine

Das Zentrum für Internationale Beziehungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sucht zur Verstärkung seines Teams eine Studentische Hilfskraft ab dem 15. Januar bzw. 1. Februar 2010.

studentische Hilfskraft für IT-Aufgaben (8 Stunden/Woche) Zu den Aufgabengebieten gehören unter anderem:

Die Aufgaben umfassen folgende Tätigkeiten:       

-

Beratung von Kölner Studierenden über Auslandsstudien Unterstützung bei der Durchführung von Informationsveranstaltungen Mitarbeit bei den Bewerbungsabläufen für Auslandsstudien Erstellen von Statistiken Unterstützung bei der Bearbeitung von Stipendienzahlungen Pflege von Datenbanken allgemeine Bürotätigkeiten

Vorausgesetzt werden gute Kenntnisse in den Bereichen -

Die Tätigkeiten werden in Zusammenarbeit mit dem Beratungsteam und den Koordinatoren für Kölner Studierende anfallen. Bewerber sollten Spaß am Umgang mit Zahlen und Organisationsaufgaben haben und gerne im Team arbeiten. Erste Büroerfahrungen, gute Englischkenntnisse, sowie ein längerfristiges Beschäftigungsverhältnis (mind. 1 Jahr) sind erwünscht.

Betriebssystem- und Netzwerkadministration (Microsoft Windows) Soft- und Hardwareinstallationen Standard-Büroanwendungen (v. a. Microsoft Office) Webtechnologien (HTML, TYPO3)

Die Vergütung beträgt 8,80 Euro pro Stunde (brutto). Die Arbeitszeiten sind flexibel. Gerne nehmen wir auch Bewerbungen von Studierenden anderer Fakultäten oder Hochschulen entgegen.

Die Arbeitszeit beträgt 10 Stunden wöchentlich, kann flexibel vereinbart werden und wird mit dem für studentische Hilfskräfte üblichen Gehalt vergütet

Bewerbungen Schwerbehinderter sind erwünscht. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt. Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.

Mehr Informationen zum Aufgabengebiet erhalten Sie im ZIB bei Jutta Reusch jutta.reusch@uni-koeln.de Telefon: 0221 – 470 7067 Bewerbungen (Anschreiben, Lebenslauf mit Lichtbild, Kopie Vordiplom und Studentenausweis) senden Sie bitte bis zum 25. No ve mbe r 2009, 12.00 Uhr per Post oder Email an Jutta Reusch, ZIB WiSo-Fakultät, Albertus Magnus Platz, 50923 Köln

Pflege der Internetseiten des Seminars Betreuung der Hard- und Software des Seminars Netzwerkadministration

Wir freuen uns über aussagekräftige Bewerbungen bis zum 13. November 2009 per E-Mail an Till Kühnhausen (kuehnhausen@wiso.uni-koeln.de). Bei Rückfragen können Sie sich unter der gleichen EMail-Adresse oder telefonisch unter 0221/470-2817 gerne jederzeit bei uns melden. A T T

Das Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Personalwirtschaftslehre (Prof. Dr. Dirk Sliwka)

Eine studentische Hilfskraft gesucht!

sucht ab sofort eine studentische Hilfskraft für die

Experimentelle Wirtschaftsforschung mit der wöchentlichen Arbeitszeit von jeweils 10 bis 15 Stunden Ihre Aufgabe besteht in der Organisation und Programmierung von ökonomischen Laborexperimenten. Sie müssen kein erfahrener Programmierer sein, sollten aber Spaß und Interesse an der Programmierung mitbringen. Wir möchten auch Studierende zur Bewerbung ermutigen, die erst am Anfang Ihres Studiums stehen.

Das können wir Ihnen bieten: x x x x x

Abwechslungsreiche Aufgaben und flexible Arbeitszeiten Möglichkeit auch schon früh in Ihrem Studium forschungsnah zu arbeiten Gelegenheit, Programmierkenntnisse im Team zu sammeln, bzw. zu vertiefen Ein junges Team und eine sympathische Arbeitsatmosphäre Bei Interesse auch Mitwirkung an Lehrveranstaltungen zum Thema

Das Institut für Rundfunkökonomie sucht ab 1. Dezember 2009 eine studentische Hilfskraft. Die Arbeitszeit beträgt 7 Stunden pro Woche. Ihre Aufgaben sind: x

Buchhaltungsarbeiten inkl. Quartalsabschlüsse am Institut,

x

Verwaltung & Versand der Publikation „Arbeitspapiere“,

x

Mitarbeit an Forschungsprojekten,

x

Bibliotheksarbeiten, Betreuung der Studenten unseres Instituts,

x

allgemeine Büroarbeiten, Erledigung von Korrespondenz.

Wenn Sie ... x

erweiterte Kenntnisse im Softwarebereich (insb. Excel, Word) haben,

x

Interesse an Buchhaltung haben,

x

projektorientiert arbeiten können,

x

ihr Wissen aus dem Studium gewinnbringend einsetzen wollen,

x

sich möglichst in den ersten Semestern Ihres Studiums an der WiSo-Fakultät befinden,

x

an der Medienökonomie interessiert sind,

Das sollten Sie mitbringen: x x x x

Innovatives Denken, das Sie gerne in Ihre Arbeit einbringen Interesse an Programmieraufgaben Neugierde und Lernbereitschaft Bereitschaft sich in Programmiersprachen einzuarbeiten

Haben Sie Interesse? Dann richten Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anschreiben, Notenauszug, Abiturzeugnis) bevorzugt per E-Mail an danilov@wiso.uni-koeln.de oder per Post an Seminar für ABWL und Personalwirtschaftslehre, z. H. von Anastasia Danilov, Herbert-Lewin-Str. 2, 50931 Köln.

... dann senden Sie uns doch eine kurze aber aussagekräftige Bewerbung per E-Mail.

Für Rückfragen können Sie uns auch gerne telefonisch unter der angegebenen Rufnummer erreichen. Ansprechpartner: Telefon: E-Mail:

Dr. Olexiy Khabyuk 0221 - 23 35 36 olexiy.khabyuk@uni-koeln.de


Albertus-Magnus-Preis Interview

Interview mit Prof. Wambach, Ph.D.

Prof. Achim Wambach, Ph.D. hat zunächst in KÜln

Seit Oktober 2005 hat

Physik und Mathematik studiert. Im Anschluss promovierte er in Theoretischer Physik an der Oxford

Prof. Wambach die Nachfolge von Prof. Dr.

University, wobei es ihn schlieĂ&#x;lich in eine andere Richtung zog: 1995 beendete er seinen Master in Wirtschaftswissenschaften (MSc) an der London School of Economics.

Axel Weber angetreten und ist Professor am Lehrstuhl fßr wirtschaftliche Staatswissenschaften. Während sei-

Es folgte eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent an der Ludwig-Maximilians-Universität Mßnchen von 1995 bis 2001 sowie die Nachfolge von Prof. Dr. Manfred Neumann an der FriedrichAlexander-Universität Erlangen-Nßrnberg, am Lehrstuhl fßr Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftstheorie.

ner Laufbahn war Prof. Wambach schon zu Forschungsaufenthalten in Frankreich, Israel und den USA (unter anderem an der Yale University, Connecticut) und hat zahlreiche Preise fĂźr seine Forschung und auch Lehre erhalten. In diesem Semester wird es einer mehrâ&#x20AC;Ś

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Interview

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        für den Examenskurier

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Interview

„Die gläserne Decke kommt bestimmt“ Interview mit Dr. Heidrun Fußwinkel, Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln.

WM: Frau Fußwinkel, Sie sind seit viereinhalb Jahren die Gleichstellungsbeauftragte unserer Uni. Wie kamen Sie zu diesem Job? Fußwinkel: Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten ist ein Wahlamt, das jedes Jahr im Rahmen der universitätsweiten Wahlen neu besetzt wird. Vor der Wahl habe ich schon längere Zeit im Beirat mitgearbeitet. WM: Wie würden Sie die Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten beschreiben? Fußwinkel: Meine Aufgabe ist es, die individuelle Situation von Frauen an der Hochschule zu verbessern und der strukturellen Benachteiligung von Frauen entgegenzuwirken. Die Arbeit lässt in zwei Komplexe aufteilen: Auf der einen Seite betreuen und initiieren wir verschiedene Projekte wie Mentorings für Studentinnen und Doktorandinnen, das Female Career Centre und die Förderung von Schülerinnen in den MINT-Fächern (Anm. d. Red.: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Auf der anderen Seite stehen die Aufgaben innerhalb der Universität, wie z.B. das Begleiten von Stellenbesetzungsverfahren. WM: Ist es nicht eigentlich so, dass der Job der Gleichstellungsbeauftragten in Zeiten von Anti-Diskriminierungsgesetzen

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und emanzipierten Frauen gerade an einer Hochschule nicht mehr gebraucht wird? Fußwinkel: Keineswegs. Im Gegenteil, gerade am Beispiel der Stellenbesetzung zeigt sich, dass das alte Rollenbild der Frau auch hier an der Universität in einigen Köpfen noch tief verwurzelt ist. So liegt der Prozentsatz der Professorinnen an der Universität zu Köln bei 18 Prozent – eine klaffende Lücke zum Prozentsatz der Studentinnen, der wesentlich höher ist. Dabei liegt es nicht an der fehlenden Qualifikation der Bewerberinnen, sondern an den vielleicht auch unbewussten Vorurteilen, die den männlichen Bewerbern zum Vorteil geraten. Es ist schließlich auch kein Zufall, dass Frauen wesentlich häufiger mit Halbtagsstellen abgespeist werden, während Männer die vollen Stellen bekommen. Daher ist es wichtig, dass die Gleichstellungsbeauftragte auf diese Missstände aufmerksam macht und versucht, sie zu ändern. WM: Inwiefern sehen Sie die jetzigen Studentinnen von Diskriminierung betroffen? Fußwinkel: Wir sehen einige Fälle, in denen sich Studentinnen in den verschiedensten Situationen Diskriminierung ausgesetzt fühlen. Das beginnt bei der studentischen Hilfskraft, die im Gegensatz zu ihrem männlichen Kollegen zum Kaffee kochen, kopieren oder Babysitten abgestellt wird, während er sich mit Projektplanungen und wissenschaftlichem Arbeiten beschäftigen darf. Das klingt zunächst harmlos, doch genau die hier erworbenen Erfahrungen werden in Einstel-


Interview

lungsverfahren gesucht – und dabei ist die Studentin eindeutig im Nachteil. Wir werden prüfen, ob es sich dabei um Einzelfälle oder eine strukturelle Benachteiligung handelt. Auch Studentinnen mit Kind oder in der Schwangerschaft stoßen an unsere Universität nicht selten auf taube Ohren. So wurden selbst bei Risikoschwangerschaften Abgabefristen vom Prüfungsamt nicht automatisch verschoben, sondern erst nach meiner mehrmaligen Intervention. Doch selbst, wer sich jetzt in keinster Weise diskriminiert fühlt – spätestens bei Bewerbungen werden Sie vor gläsernen Decken stehen, die ihren beruflichen Aufstieg trotz hoher Qualifikation behindern, während männliche Bewerber ungehindert weiterziehen können. WM: Wo sehen Sie Anknüpfungspunkte für Ihre Arbeit, um Frauen aus dieser Benachteiligung zu befreien beziehungsweise ihnen zu helfen? Fußwinkel: In konkreten Fällen können sich Betroffene direkt bei uns melden, und wir versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden. Ansonsten versuchen wir schon im Vorhinein, Angebote zu schaffen, die Studentinnen einen Rahmen zur besonderen Förderung ermöglichen. Dazu gehören unsere Mentorings, das bereits angesprochene Female Career Centre, aber auch direkte Netzwerkarbeit, durch die junge Frauen neue Erfahrungen machen und Chancen ergreifen können, die direkt auf sie zugeschnitten sind. Dazu habe ich nun auch die Stiftung Frauen + Hochschulkarriere gegründet, die gerade willensstarke Frauen bei der Qualifikation zu einem besonders guten Abschluss unterstützen soll. Wir wollen bestehende Benachteiligungen abbauen und auch die Vereinbarkeit von Karriere und Familie für Frauen verbessern. Diese Hilfe wird personen- und besonders auch problembezogen ausfallen

und kann sowohl finanzieller und materieller Natur sein, als auch aus praktischer Unterstützung bestehen. WM: Was möchten Sie in Zukunft hier an der Uni verändern? Fußwinkel: Es gibt noch vieles, was man anstoßen kann. Wir sehen die Doppelbelastung, die gerade Bachelor- Studentinnen mit Kind erfahren, und planen Projekte zur ihrer Entlastung. Desweiteren arbeiten wir zurzeit an Hilfen für Frauen verschiedener Karrierestufen mit Kind. Dazu gehören finanzielle Angelegenheiten, wie Bafög, Kindergeld, etc., und prüfungsrechtliche Fälle. Unsere bestehenden Prüfungsordnungen müssen an geltende Gesetze angepasst werden. Außerdem wollen wir den Bereich der Gender Studies interdisziplinär ausbauen. Dazu wird es eine Ringvorlesung geben, die sich an Studenten aller Fakultäten wendet, denn Gender Studies sind für jeden Fachbereich relevant. Dabei wird unter anderem Alexandra Nießen von der Uni Mannheim einen Vortrag halten. Sie hat 2009 an unserer Universität promoviert und anschließend eine Juniorprofessur für Banken und Finanzierung in Mannheim übernommen. Generell wünsche ich mir, dass der Blick freier wird, Verfahren wissenschaftlich begleitet werden und eine Sensibilisierung für das Thema Diskriminierung in den Köpfen stattfindet. WM: Vielen Dank für das interessante Gespräch! Kontakt: Die Gleichstellungsbeauftragte Eckertstraße 4, Tel.: 470-4830 www.gb.uni-koeln.de Das Interview führte Christina Schreiner

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Standpunkt

Masterstudium nach dem Bachelor

Irgendwie, irgendwo, irgendwann? Durch den Bologna-Prozess und die damit einhergehenden neuen Bachelor-/ Master-Strukturen hat sich das Studium verändert. Unter anderem sollen fächerübergreifende Kombinationen belegbar sein, der mögliche Hochschulwechsel nach dem Bachelor soll die Mobilität erhöhen, und der anschließende Master sich an Kompetenzen statt an Kenntnissen orientieren. Der Wechsel ins europäische Ausland unter dem Aspekt der Internationalität im Studium sowie im späteren Berufsleben werde attraktiver, so die Reformer. („Kompetenzen statt Kenntnisse“? Weiß jemand, was damit gemeint ist – dann umformulieren. Ansonsten besser raus.) Neben Deutschland haben sich 45 europäische Staaten verpflichtet, bis 2010 die Ziele der Bologna-Erklärung umzusetzen und sich an dem Aufbau eines Europäischen Hochschulraums zu beteiligen. Die Angebote zum Masterstudium an der Universität zu Köln befinden sich Aufbau, sie sind in den letzten Jahren über alle Fachgruppen hinweg kontinuierlich angestiegen. Der Anteil der Bachelor- und Masterstudiengänge unterscheidet sich allerdings deutlich. Die meisten Studienangebote finden sich derzeit in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften, der Mathematik und

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den Natur- sowie den Ingenieurwissenschaften. Aber wie stehen überhaupt die derzeitigen Bachelor-Studenten zum Thema „Master“? Wollen Sie den fortbildenden Abschluss überhaupt, oder lieber gleich ins Berufsleben einsteigen? Und falls der Master angestrebt wird – an welcher Uni und in welchem Fach? Wir haben uns umgehört und unterschiedliche Meinungen eingefangen…

Sonja Müller

Raban, 4.Semester BWL: „Ich bin mir noch nicht sicher, wo ich den Master machen möchte. Meine Entscheidung wird auch davon abhängen, worauf ich mich spezialisieren werde – denn je nach Vertiefung eignet sich die eine oder die andere Uni besser! Ich werde aber definitiv versuchen, ein Semester oder ein ganzes Jahr an eine ausländische Universität zu gehen. Am liebsten im skandinavischen Raum!“


Niels, 4.Semester BWL: „Meiner Meinung nach ist entscheidend, wie praxisorientiert man arbeitet. Denn möchte man schnell ins Berufsleben einsteigen, sollte man sich nur auf den Bachelor konzentrieren. Diejenigen, die denken, dass es keine Angebote der Unternehmen nach dem Bachelor gibt, täuschen sich gewiss – die Lufthansa z.B. bietet nicht umsonst ihr S.T.I.P.–Finance-Programm an.

Standpunkt

Nina, 4.Semester BWL: „Da ich den internationalen Aspekt des Bachelors nutzen will, würde ich meinen Master gerne im Ausland machen. Ich habe mich noch nicht entschieden, aber ganz vorne liegen Glasgow oder London. Dort gibt es richtig viel Auswahl an Fächern, tolle Sportangebote und vor allem die Unis sind wunderschön. Natürlich ist so ein Auslandsabschluss auch immer eine finanzielle Frage, die gut durchdacht und geplant werden muss. Aber ein bisschen Zeit habe ich ja noch.“

Maike, 4.Semester VWL: „Ich werde meinen Master nicht direkt machen, denn ich möchte erst noch etwas Berufserfahrung sammeln, bevor ich mich spezialisiere. Wenn ich dann aber einen mache, würde ich den gerne im Ausland machen, da beim Bachelor nicht wirklich die Zeit bleibt, ins Ausland zu gehen. In welchem Gebiet ich mich dann spezialisieren werde, weiß ich allerdings noch nicht.“

Studenten, die eher wissenschaftlich veranlagt sind und darüber hinaus auch gut durchs Bachelor-Studium kommen, würde ich empfehlen, einen Master zu machen. Vorteil hier: bessere Gehaltsaussichten, zumindest beim Einstiegsgehalt. Ich persönlich favorisiere den Master, denn meiner Meinung nach bietet der Bachelor noch nicht die Materientiefe, die beim Masterstudiengang angeboten wird.“

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Köln

Unterwegs in Köln

Agnesviertel Synthese aus Moderne und Vergangenheit

Im Rahmen unserer Reihe über Kölns Viertel wollen wir heute das Agnesviertel vorstellen und Tipps und Anregungen zur Freizeitgestaltung geben. Das Agnesveedel liegt in der Nordstadt zwischen Zoo, Ebertplatz und Mediapark, direkt am Hohenzollernring. Im Zentrum liegt die Kirche St. Agnes. Um sie herum erstreckt sich das nach ihr benannte Viertel. Die Kirche wurde im Jahr 1902 an dem Fest St. Agnes fertiggestellt, allerdings erst im Mai 1913 eingeweiht. Sie ist heute die zweitgrößte Kirche Kölns und eine Gedenkstätte für NS-Opfer. Auch der Künstler Gunter Demning erinnert an die Opfer der NS-Zeit; er lässt vor ihren letzten Wohnorten Gedenktafeln aus Messing in den Gehweg ein und möchte so die Erinnerung an die Menschen lebendig halten, die einst dort wohnten. Historisch wertvoll ist das Gebäude des Oberlandesgerichtes am Reichensperger Platz, errichtet zwischen 1907 und 1911 und damals das größte Gerichtsgebäude Deutschlands. Seine Architektur hebt sich deutlich von den umliegenden Gebäuden ab. Im Agnesviertel gibt es aber nicht nur historische Bauten zu sehen, sondern auch viel zu entdecken und erleben. Zum Beispiel gibt es jeden Donnerstag von acht Uhr bis 14 Uhr einen Wochenmarkt an der Agneskirche, der ein kleines, aber hochwertiges Angebot an Bio-Waren bereithält. Wer sich nicht selbst bekochen möchte, kann eines der vielfältigen Gastronomieangebote im Agnesviertel nutzen. In der „Bagel Station“ (Sudermannstr. 12) gibt es zu fairen Preisen

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sehr leckere Bagelkombinationen, die eine Alternative zu bekannten Fastfood-Lokalitäten wie Subway oder McDonalds bieten. Das seit 1904 geführte Brauhaus „Stüsser“ (Neusser Str. 47), als bekanntestes Brauhaus Kölns propagiert, entzückt mit seiner urigen, echt kölschen Atmosphäre. Außerdem kann man dort die kölsche Küche genießen. Das „Café Elefant“ (Weißenburgerstr. 50) ist ein gemütliches Café mit leckerem Kuchen – wenn auch relativ klein. Im kurdischen Restaurant „Heval“ (Krefelder Str. 37) findet man ein angenehmes Ambiente mit Sitzkissen und vielen vegetarischen Gerichten. Italienische und andere mediterrane Speisen werden in der Gaststätte „Zum Köbes“ (Clever Str. 2) serviert. Hier trifft man ein buntes Publikum, das sich auch gerne bei Schlagermusik amüsiert. Außerdem ist hier die Heimat der „Rosa Funken“. Die „Alte Feuerwache“ ist ein soziokulturelles Zentrum in Selbstverwaltung. Über 100 Gebäude gruppieren sich um einen großen bepflanzten Innenhof. Seitdem sie nicht mehr als Hauptfeuerwache Kölns genutzt wird, ist


Wem das Cinedom zu überlaufen ist, der findet im Agnesviertel eine Alternative. Im kleineren Metropolis-Lichtspieltheater am Ebertplatz laufen viele Filme in ihren Originalfassungen. Für Filmfans also ein echtes Muss und mit sechs Euro Eintritt auch noch erschwinglich. Schließlich haben wir noch einen Tipp für Entspannungssuchende. Das „Yoga Loft“ (Neusser Str. 27) ist ein schickes Loft-Yogastudio mit einer tollen Atmosphäre und vielseitigem Kursplan. Man kann dort auch 5er- und 10er-Karten kaufen und muss kein Mitglied werden. Privatstunden sind ebenfalls möglich. Zudem ist das Preis-LeistungsVerhältnis fair.

Köln

die „Alte Feuerwache“ zu einem Treffpunkt im Agnesviertel geworden. Erklärtes Ziel des Vereins „Bürgerzentrum Alte Feuerwache“ ist, soziale und kulturelle Benachteiligungen auszugleichen. Es werden Räume und Infrastruktur für selbstorganisierte Gruppen, Initiativen und Vereine aus den Bereichen Politik, Kultur, Gesellschaft und Gesundheit zur Verfügung gestellt. Auch Freunde des Sports kommen im Agnesviertel nicht zu kurz. Im Eisstadion in der Lentstraße 30 konnte man bis 2008 im Winter eislaufen und im Sommer schwimmen gehen. Im Juli 2008 wurde das alte Stadion wegen Einsturzgefahr abgerissen. Im Moment wird aber an einem Neubau gearbeitet, der eine kombinierte Eis- und Schwimmhalle sowie ein Freibad beherbergen soll. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2010 geplant. Eisprinzessinnen können also möglicherweise schon nächsten Winter wieder Pirouetten drehen. Ein zentraler Treffpunkt im Agnesviertel ist der Mediapark. Neben zahlreichen Bürokomplexen findet man hier das Cinedom. An den Kinotagen Montag, Dienstag und Mittwoch bezahlt man lediglich fünf Euro für den Besuch. Außerdem gibt es im Mediapark einige nette Cafés und eine Eisdiele. Im Sommer kann man auf einem kleinen See Tretboot fahren. Generell steht der Mediapark für eine junge, sich rasch wandelnde Gesellschaft.

Judith Siekiera und Kyra Wilke

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Campus

Bei der Bewertung von Universitäten kommt es ganz auf die Perspektive an

„If I can make it there, I’ll make it anywhere“

Irgendwie sind wir ja alle gewaltige Vorplaner. Noch eine halbe Generation vor uns studierte man so vor sich hin, was und wo man wollte – von der Länge der Studienzeit mal ganz zu schweigen. Auf uns hingegen ergießt sich alljährlich ein Hagel von Uni-Rankings, die uns die angeblich „perfekte Uni“ für unser gewünschtes Studienfach (natürlich nicht nach Interesse, sondern nach Karrieresicherheit ausgewählt) vorschreiben wollen. Willst du Medizin, gehst du nach Heidelberg. Maschinenbau? Aachen! Und jeder hat mittlerweile davon gehört, dass die Bucerius Law School in Hamburg perfekt für die Paragraphenwälzer sein soll. Denn nur dort hast du die optimale Betreuung, die am weitesten gefächerte Bib, die besten Karrierechancen. Und wenn du es nur wagen solltest, dich als Orthopädie-Aspirant für Rang zwei (Tübingen) oder gar vier (Freiburg i.Br.) zu entscheiden, nur weil du auch noch dein sonstiges Leben genießen willst, dann hast du dir im Prinzip gerade deine Karriere-Wirbelsäule gebrochen. Und so sind die „Studienführer“ – allen voran der der „Zeit“, mit dem schon zum zwölften Mal durchgeführten CHE-Ranking – jedes Jahr kurz vor Beginn der Wintersemester-Immatrikulationszeit der Verkaufschlager unter den Studenten in spe. Und, was sagen sie uns, die weisen Befrager und Analysten? Spätestens jetzt habt ihr es schwarz auf weiß: Wir stecken mächtig in der Tinte. Die Uni Köln ist nach der Meinung des „Zeit“-CHE-Rankings von 2009 in

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allen WiSo-Bereichen (nur Gesundheitsökonomik wurde nicht getestet) ganz weit hinten. Überall rote Punkte, vor allem, wenn es um Studierendenbetreuung, Bibliotheksausstattung oder Studiumsorganisation geht. Wiso-Career-Service schön und gut, Musterstundenpläne: okay. Aber das ist noch lange nicht genug! Ab auf die stille Treppe der Unis, gelobt seien Düsseldorf, Greifswald, Ulm (BWL), Erfurt, Jena, Tübingen (VWL), Chemnitz, Freiburg, Siegen (Soziologie) – ganz zu schweigen von den Privaten! Dort wird man wenigstens noch als Individuum angesehen. Nun muss man das ganze aber nochmal genauer betrachten. Worauf stützen die denn eigentlich ihre Fakten, um unsere heißgeliebte Hochschule zum Nachsitzen zu zwingen? Richtig, die haben uns befragt! Studenten sagen, wie es ihnen an der eigenen Uni gefällt. Haben wir Beinfreiheit in den Hörsälen? Sind die Dozenten bei Fragen entgegenkommend? Funktionieren die PCs? Logisch, dass das an einer Massen-Uni wie der unseren nicht immer die besten Ergebnisse einbringt. Ein Beispiel aus unserer WiSo-Fakultät: 56 Professoren auf rund 10.000 Studenten ergibt nach Adam Riese knapp 200 von uns, die einen Professor nach der Vorlesung mit Fragen überschütten können. Realistisch, dass das nicht mit links zu bewältigen ist. Und das (ungeachtet so einiger anderer Service-Mäkel) frustriert uns und lässt uns dann lieber mal eine „fünf“ statt einer „drei plus“ für die „Betreuung durch Lehrende“ im CHE-Fragebogen ankreuzen. Nur


Campus

mal zum Vergleich: an der WHU Vallendar

befragt: der Selbstständigkeit der Studen-

kommt ein Professor auf zwanzig Studenten.

ten. Dort befand jeder Dritte, dass die Ab-

Ihr könnt euch die Note denken.

solventen privater Unis weniger eigenes

Die „Zeit“ gibt den Studienanfängern also ei-

Engagement und Kompetenz zu zeigen ver-

nen Wink mit dem Betonpfeiler: Hier werden

mögen als staatlich Abgesegnete. Sie hät-

Sie geholfen, und dort eben nicht. Was aber

ten es während ihrer Studienzeit nicht nötig

vollends unbeachtet bleibt, ist die Tatsache,

gehabt, sich selbst über ihre Pflichten zu in-

dass Not erfinderisch macht. Denn wer eben

formieren und würden dies jetzt erst lernen

nicht alles zwanzigmal erklärt bekommt, der

müssen.

versucht halt selbst zu lernen. Und wer statt

Hier zeigt sich nun die Konsequenz dessen,

14 (wenn überhaupt!) nur einen Musterstun-

was die „Zeit“ bewertete: Natürlich ist es ge-

denplan ausgehändigt bekommt, der stellt

rade für Erstis enorm wichtig, dass sie bei

sich eben selbst einen zusammen. Habt

Unklarheiten von kompetenten Fachkräften

ihr’s bemerkt? Wichtiges Wort? Selbst. Wir

rund um die Uhr beraten werden können.

motzen zwar rum, was das Zeug hält, aber

Aber wenn man einmal entdeckt hat, dass

wir haben es ja doch irgendwie dorthin ge-

auch die erfahrenen Kommilitonen (Wiso-

schafft, wo wir jetzt sind – und zwar in so ei-

Büro!) oder eigene Recherche ein Weg sind,

nigen Situationen ohne die Hilfen der über-

um Lösungen von Problemen, seien sie jetzt

lasteten Uni-Einrichtungen.

verstehenstechnischer oder bürokratischer

Und das wissen andere zu schätzen. Die

Natur, zu finden, dann ist man auf dem rich-

„Wirtschaftswoche“ befragte diesen Som-

tigen Weg.

mer 5.000 deutsche Personalchefs, von

So kann man nur sagen: Wer sich hier ein-

welchen Universitäten diejenigen kommen

mal durchgebissen hat und sich dann um

sollten, die sie am liebsten einstellen wür-

einen Job bewirbt, der kann nicht nur mit

den. Und siehe da: auf einmal liegen die

dem Pfund des guten Rufs der Professoren

großen staatlichen Unis ganz weit vorne.

der Kölner WiSo-Fakultät wuchern, sondern

In BWL siegt Mannheim (okay, die waren

trägt auch immer ein unsichtbares großes

auch von der „Zeit“ erstklassig bewertet)

Schild mit der Aufschrift „I survived Uni Köln

vor Münster, München und Köln (!); in VWL

– successfully!“ vor sich her. Und das macht

ebenfalls Mannheim vor München vor Köln

Eindruck. Denn wer es hier schafft, der kann

(vor Bonn, für alle Lokalpatrioten und Derby-

es überall schaffen. Und das wissen diejeni-

Ekstatiker). Die EBS und WHU liegen zwar

gen, die uns dann einstellen.

auf den nächsten drei Rängen, aber mit nur zwei Dritteln (21,2%) des prozentualen Zu-

Alexander de Vivie

spruchs, den die Kölner (29,7%) ergattern konnten. Gegenüber den Mannheimern (47,1%) sind die Privaten sogar weitaus stärker abgeschlagen. Denn unsere zukünftigen Arbeitgeber wurden auch noch nach einem weiteren Aspekt

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Campus

Von Spingsern und Vernunftsmenschen

Wer kennt sie nicht, diese unmenschlich langen Minuten, gefühlten Stunden, die man verbringt, wenn man auf etwas wartet. Auf den Zug, auf die Pizza, auf die Happyhour. Und selbst an der Uni, einem Ort, an dem uns der Vorlesungsplan immer wieder zur Hetze zwingt, gibt es Orte, an denen man sich für solch simple Dinge die Beine in den Bauch steht. Sicherlich: im E-Raum gilt stets der darwinistische Grundsatz des „survival of the fattest“ und auch vor dem Wiso-Experimentierraum weiß man nicht, was man tun soll, bevor man auf die verschiedenen Plätze zugeordnet wird, an denen man seine abstrakte ökonomische Kompetenz beweisen muss. Doch ein Ort, an dem das Warten von ganz besonderer Natur ist, ist der PC-Bereich im Hauptgebäude, direkt neben der Aula, vor den Fenstern zur Uniwiese. Ganze vier Rechner hat die Uni dort all denen zur Verfügung gestellt, die kurz etwas überprüfen wollen und zu faul sind, dafür in die Bib oder zum PC-Pool in das Wiso-Gebäude zu pilgern. Wenn man dort nicht gerade schon um halb acht sitzt und sich seinen Platz sichert, kann man sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darauf gefasst machen, dass man nicht der Einzige sein wird, der die Essentialia seines Lebens (E-Mails, Studi, KLIPS-Ausfalltafel, Bundesligatabelle) auffrischen will. Hingehalten von vier Glückspilzen, die dieses Ziel gerade erreicht haben, sie verfluchend, warum sie nicht schneller machen können, wo wir doch so wenig Zeit haben, fühlen wir uns alle irgendwie gleich. Doch genau während dieser Wartezeit sind wir eben gerade umso verschiedener als in

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manch anderer Situation. Es war einmal zu Beginn dieses Wintersemesters, da setzte ich mich in einer Freistunde einfach auf eine der vielen Bänke und begann zu lesen – der E-Raum zu voll, draußen zu kalt, alle Kommilitonen auf die Hörsäle verteilt, man wusste nicht, was man tun sollte. Doch irgendwie konnte ich mich nicht an Stieg Larssons „Verblendung“ binden: das Verhalten der ungeduldigen PC-Warter lenkte mich immer wieder ab. Zu Beginn schienen sie alle von der Gattung „der Coole“ zu sein. Noch recht wenige an der Zahl, sahen sie sich in den Schaukästen die Angebote der anderen Fakultäten oder Seminare an und spekulierten auf einen Wartebereich vom Radius größer/gleich zehn Meter, aus dem sie dann bei einem von vier potentiellen Logouts zum freien PC hechten konnten. Doch anscheinend hatten die PC-Sitzer so einiges zu tun, und so wurden die Wartenden mehr und mehr. Einige der Neuen waren ohne Zweifel von der Sorte „der Aufdringliche“, die den Kosten-Nutzen-Effekt eindeutig durchschaut hatten und sich dadurch zum Todfeind der Coolen machten. Sie setzten sich nämlich sofort auf das Ende der Bank, die direkt an den Tischen steht. So hatten sie zwar nicht mehr die Möglichkeit, sich an den Kästen, dem Wiesenblick oder den gelegentlich ausgestellten mobilen Galerien zu erfreuen, setzten sich aber meist aufgrund der kürzeren Entfernung als nächster PC-Kandidat durch – der Coole hinten am Infokasten des Seminars für Raumfahrtsrecht musste schon beide Fäuste in den Hosentaschen ballen, um seine Aggressionen


Campus

zu kaschieren und seinen lässigen Auftritt zu bewahren. Ein weiteres effektives Mittel des Aufdringlichen ist sein stetes Näherrücken. Gelegentlich lässt ihn seine Ungeduld sogar zum „Fixierer“ werden, der seine Augen scheinbar nicht von den Bildschirmen lassen kann, an denen die PC-Sitzer gerade höchst Privates schreiben. Wenn diese sich dann entsetzt umdrehen, kommen die zwei Unterarten des Fixierers zum Vorschein. Der kuschende Fixierer sieht hastig aus dem Fenster auf die Uniwiesen und tut ganz unschuldig, wohingegen der störrische Fixierer mit einem gar vorwurfsvollen Blick die aktiven Schreiber zur Beeilung drängt. So ging die Zeit zwischen zwei Vorlesungen zu Ende und diejenigen, die jetzt vor den Monitoren saßen, hatten aufgrund der Ströme in die Hörsäle nicht mehr so sehr mit ihrem Gewissen zu kämpfen. Ich war begeistert von diesen Beobachtungen und begab mich auf einen Kaffee in den E-Raum. Die nächsten Tage musste ich immer häufiger einen Blick auf diese faszinierende Ansammlung drängelnder Menschen werfen – und siehe da, ich hatte noch nicht alle Warter klassifiziert. So kamen mir noch einige von der Sorte „Vernunftsmensch“ unter die Augen: eine Gruppe, die jede Minute ihres Tages durchzuplanen scheint und Wert darauf legt, auch diese Wartezeit mit etwas Sinnvollem zu füllen. So wird zum Beispiel Mankiws „Makroökonomik“ oder das StGB herausgepackt und eifrig durchblättert. Dennoch schien es mir, dass auch sie nicht ohne den halbminütigen Blick auf die vier begehrten Plätze auskommen – teils entpuppten sie sich nur als getarnte „Fixierer“. Immer häufiger sah ich im Vorbeilaufen den sehr mobilen „Spingser“, meistens in weiblicher Form. Vornehmlich aus dem WisoSchlauch kommend, gehen sie nur bis zur Ecke am S-Mail-Kiosk und werfen einen verstohlenen Blick auf die vier begehrten Ap-

parate und wenden ihn mürrisch wieder ab, wenn ihre Hoffnungen sich nicht erfüllen. Der Spingser verflucht dann innerlich Gott und die Welt, während er vom Aufdringlichen, dem Fixierer und dem Vernunftsmenschen mit Röntgenblicken in die Ferne geschickt wird (der Coole bekommt davon nichts mit; er tut gerade so, als interessiere er sich mächtig für ein schon längst abgelaufenes Seminar an der Mat-Nat-Fakultät). Ganz besonders beliebt bei denjenigen, die einen Platz an den PCs haben, ist last but not least der „Trickser“. Seine Masche ist es, die Aufmerksamkeit der vier Recherchierenden mit einem „Entschuldigung“ auf sich zu lenken, das er dann entweder mit einem „Wie lange brauchst du noch?“, der Alltagsausrede „Ich muss nur gaanz kurz was nachschauen“, oder ebenso gern der seriös erscheinenden Frage „bist du grade bei KLIPS?“ fortsetzt. Die Popularität des Tricksers bei allen Wartenden wie Schreibenden kommt der einer Statistik-Klausur nahe, in der die Herleitung von Pearsons Kontingenzkoeffizient 50 Prozent der Punkte einbringt. Obwohl mir meine ersten Beobachtungen in dieser Ecke vermutlich für immer einen völlig anderen Blickwinkel auf die Wartenden der Welt verschafft haben, bin ich doch sicher, dass ich viele andere Typen in der großen weiten Welt der Ungeduldsmenschen übersehen habe. Vielleicht fällt euch ja auch mal einer auf. Aber bitte steckt sie nicht zu schnell in eine Schublade – ich bin überzeugt, dass sie im restlichen Leben alle ganz okay sind. Alexander de Vivie

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Campus

Kolumne

Entscheidungstheorie Wir alle leben nach gewissen Regeln und Maßstäben, die wir uns selbst setzen und denen wir von außen ausgesetzt sind. Doch hin und wieder setzen wir uns darüber hinweg und tun Dinge, von denen wir genau wissen, dass wir sie nicht tun sollten. Eine Reihe dieser Entscheidungen fällt dann zu unseren Gunsten aus – und damit ist schon die Frage nach dem Warum-wir-es-tun beantwortet. Allerdings gibt es einen Haufen Entscheidungen, von denen wir schon beim Treffen derselben wissen, dass uns die Konsequenzen aus diesem Handeln schaden werden. Doch warum treffen wir solche Entscheidungen? Warum schieben wir Aufgaben lange auf, die sowieso erledigt werden müssen; warum rauchen und trinken wir zu viel, obwohl wir genau wissen, dass wir es wohl irgendwann bereuen werden; warum wachen wir immer mal wieder an dem Ort auf, wo wir eigentlich nie mehr aufwachen wollten? Natürlich versprechen wir uns daraus kurzfristig Freude und Befriedigung, aber man muss ja kein Genie sein, um zu erkennen, dass solche Entscheidungen im Ergebnis schlecht für uns sind. Und doch finden wir immer wieder Argumente, die wir aufbringen, um genau solche Entscheidungen zu rechtfertigen. Da sind wir schon bei meiner Lieblingstheorie aus der Sozialpsychologie: der Kognitiven Dissonanz. Die meisten Menschen streben nach einem guten Selbstbild: Man will moralisch und vernünftig sein. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass die meisten Menschen aber nicht moralisch und vernünftig sind. Wenn man nun Entscheidungen trifft, die das positive Selbstbild nicht erfüllen, entstehen

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kognitive Dissonanzen. Grundsätzlich entstehen Dissonanzen durch widersprüchliche Gedanken oder Wahrnehmungen. Diese Widersprüchlichkeit führt zu einem unguten Gefühl und veranlasst uns dazu, dieses Gefühl zu beseitigen. Dies kann auf verschiedene Weise passieren: 1. Wir verändern unser Verhalten. 2. Wir rechtfertigen unser Verhalten (was wohl die einfachste und beliebteste Form ist. 3. Wir fügen neue Kognitionen hinzu, um wieder in Einklang zu kommen. Ein Beispiel wäre das Nichtlernen oder Aufschieben des Lernens vor Prüfungen: Die erste Kognition wäre dann „Ich muss lernen, um die Prüfung zu bestehen und eine gute Note zu schreiben“. Wenn man nun nicht danach handelt und nicht lernt, entsteht die zweite Kognition „Ich habe nicht gelernt“, die im Widerspruch zur ersten steht. Um diese Dissonanz aufzulösen, können wir (wenn es noch nicht zu spät ist) anfangen zu lernen und unser Verhalten ändern, oder uns einreden, dass die Prüfung ja gar nicht so wichtig sei. Oft wird dann nach einer solchen Tat eine Kompensierungsstrategie gewählt, bei der wir uns vornehmen, bei der nächsten ähnlichen Situation viel besser zu handeln. Und ich glaube, das kennen wir alle. Allerdings ist der Erfolg dabei eher mäßig und die Wahrscheinlichkeit, dass wir das nächste Mal genauso handeln, recht groß. Die Kraft, die uns dazu zwingt Dissonanzen aufzulösen, ist so groß, dass sie im Marketing und bei Verkaufsstrategien sehr erfolgreich ausgenutzt wird. So setzen viele Verkäufer auf die „Low-Ball-Taktik“ (Zuerst ein günstiges Angebot machen, und dann Zusatzkosten berechnen. Der Käufer willigt im


Also denkt bei der nächsten Shopping-Tour und vor der nächsten Prüfungsphase an meinen Artikel – eventuell könnt ihr dann auf Selbstbetrug verzichten.

Test the best

Als es ums Essen geht, fällt die Entscheidung direkt auf das „Total Mongo’s Menü“ für 21,90 Euro inklusive Tagessuppe – dafür ist das Mongo’s schließlich bekannt. Nach dem Erhalt einer kleinen Schüssel und Auswahl der Soße – ChiliKnoblauch, Curry-Mango und noch mehr – geht es ans Buffet. Viele leckere und nicht immer bekannte Gemüseund Fleischsorten stehen zur Auswahl, zu 100 Prozent frisch. Auch die Meeresfrüchte und -tiere sind eins a. Gehen sie zuende, wird im Nu nachgefüllt. Also keine Angst, für jeden ist genug vorhanden. Die Zutaten sind roh und werden nach Auswahl an die Küche abgegeben. Maximal zehn Minuten später ist das Mahl auf dem Tisch – trotz erheblicher Anstehzeit am Buffet, welche sich oftmals über 20 Minuten zieht. Als Entschuldigung werden von den Kellnern hin und wieder eine kleine Teigtasche oder ein Drink im Schnapsglas serviert. Nach drei Gängen ist jedoch Schluss. Vielleicht hätten wir vorher nicht auf Brot und Dipp reinfallen sollen, aber Baguette mit Curry und Paprika schmeckt eben lecker. Das Mongo’s ist essenstechnisch definitiv zu empfehlen, jedoch sollten Zeit und Geduld – primär am Wochenende – mitgebracht werden.

Mongo’s Geburtstag. Es wird hin und her überlegt, wo an einem solchen Tag essen gegangen werden kann. Zum Italiener nebenan? Nicht schon wieder. Sushi? Lecker, aber macht irgendwie doch nicht satt. Nach langem hin und her wird es das Mongo’s (Ottoplatz 1) im Trial Tower in Deutz . Was wird geboten: Känguru? Kamel? Papageienfisch? Richtig. Doch das scheint nur eine kleine Auswahl dessen zu sein, was an kulinarischen Leckerbissen vorrätig ist. Die Online-Reservierung verläuft problemlos, ist jedoch nicht immer zur gewünschten Zeit verfügbar, vor allem am Wochenende und zu Messen. Nachdem Freitags noch Tische um 16 und 21 Uhr frei waren, nahmen wir den späteren. Am Tisch begrüßt uns freundlich Julia, jederzeit rufbar, falls Probleme oder Wünsche aufkommen. Nett. Die anderen vier (!) Kellner, die um einen herum schwirren und uns bedienen, wenn Julia nicht in der Nähe ist, sind im Vergleich zu ihr hektisch und überfordert – was sich auf die Gäste, in dem Fall uns, niederschlägt. Zu viele Gäste, zu viel Durcheinanderreden, einfach zu viel Lärm, um romantisch und entspannt Essen zu gehen.

Test the best

Normalfall ein, um nicht gegen seine Kaufentscheidung zu handeln) oder die „Foot-inthe-door-Taktik“ (Nach dem Kauf passende Zusatzartikel anbieten, die die meisten Kunden kaufen, um konsistentes Verhalten zu zeigen).

Andreas Klöcker

Axel Wiegand

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WIESO-Mensch

Et es wie et es, et kütt wie et kütt An einem doch etwas kalten Mittwochmorgen, dem elften Tag des elften Monats, geschahen wunderliche Dinge auf Kölns Straßen: Am frühen Morgen begegnet man Clowns, mannsgroßen Katzen, sehr klischeehaften Mexikanern (die natürlich kein Spanisch sprechen) und allerlei sonstigen bunten Gestalten. Die meisten streben in Richtung Altstadt, Kwartier Lateng oder zu den Ringen und widmen sich bereits nach dem Frühstück dem allseits beliebten Kölsch. Diese für Außenstehende befremdlich wirkende, unter Einheimischen und Zugezogenen jedoch sehr beliebte Sitte nennt der Rheinländer an sich „Karneval“. Auch ich bin ein großer Freund des Karnevals und so fand auch ich mich in der Gestalt eines etwas zu klein geratenenen Mönchs auf der Zülpicher Straße ein, um mit ein paar Freunden dem Treiben beizuwohnen. Gegen Mittag traf ich eben jenen klischeehaften Mexikaner. Sein Poncho war quietschtbunt, der Hut riesig groß und der Schnurrbart natürlich falsch. In bester kölscher Mundart philosophierte er darüber, dass die Leute das Leben doch viel entspannter sehen müssten. Er zitierte dabei das sogenannte „Kölsche Grundgesetz“, Artikel eins und zwei: „Et es wie et es, et kütt wie et kütt“. Der Rest seines Vortrages ist mir nicht so präsent, nur an diese beiden kleinen Weisheiten erinnere ich mich noch genau. Was wäre, wenn sich mehr Menschen daran halten würden? Die Hausarbeit im letzten Semester ist doch nicht so super ausgefallen wie erwartet, und natürlich war der Mensch, der sie korrigiert hat, daran schuld. Lücke im Literaturverzeichnis, an zwei Stellen falsch zitiert, undsoweiter. Man könnte sich aufregen und sein ganzes restliches Studium darüber ärgern.

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Vielleicht akzeptiert man es stattdessen einfach doch? Die Note steht schließlich. Et es wie et es. Beim nächsten Mal werden das Literaturverzeichnis dann eben etwas ausführlicher und die Zitate besser gekennzeichnet. Vielleicht gibt es ja dann eine gute Note? Et kütt wie et kütt. Die hübsche Brünette von der Party letzten Samstag antwortet immer noch nicht auf meine Nachricht. Und als man sie anrufen will, meldet sich eine sehr männliche klingende Stimme mit „Firma Ehlscheid, wat jit et?“. Vielleicht hat sie mir versehentlich die falsche Nummer gegeben? Vielleicht dachte ich nach den fünf Kölsch aber auch lediglich, dass ich so unwiderstehlich wie George Clooney bin, und sie dachte das nicht? Nunja, ihre Nummer habe ich nicht. Et es wie et es. Aber am Samstag ist ja Einweihungsparty bei Till, da treffe ich sie vielleicht wieder, die hübsche Brünette. Vielleicht kriege ich ja ne zweite Chance? Et kütt wie et kütt. GM hat kürzlich bekannt gegeben, dass Opel nun doch nicht verkauft wird. Monatelange Verhandlungen sind somit obsolet, viel Zeit und Geld wurde umsonst ausgegeben. Die Gewerkschaften zürnen, die Politik ebenfalls. Sollte man nicht lieber froh sein, dass Opel doch nicht die Hälfte der Werke schließen will? Man kann GM schließlich nicht dazu zwingen, ihre Tochterfirma an den Zulieferer Magna zu verkaufen. Et es wie et es. Und immerhin verlegt GM nun seinen Hauptsitz nach Rüsselsheim, glänzende Aussichten also für die Beschäftigten. Trotzdem wird wohl weiter gespart werden, schließlich sind GM und Opel noch längst nicht über den Berg. Aber vielleicht wird doch alles ein gutes Ende nehmen? Et kütt wie et kütt. Euer WieSo-Mensch


Förderprogramm für Studierende (Marketing & PR) Du willst praktische Erfahrung in den Bereichen Marketing und PR gewinnen? Du bist offen für neue Technologien und verfügst über grundlegende Kenntnisse in Marketing oder Pressearbeit? Du bist kommunikationsfreudig und in der Lage dich eigenverantwortlich in Projekt- und Redaktionsarbeiten zu unterschiedlichen Themen einzubringen?Werde Teil eines überregionalen Netzwerkes und erlebe in echter Projektarbeit beim Marktführer für Informationstechnologie, wie man den Mehrwert der neuesten Technologien Studierenden und Lehrenden vermittelt. x x x x

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Du profitierst durch die Teilnahme an regionalen und nationalen Veranstaltungen, die Verantwortung und Erfahrung in herausfordernden Projekten, Schulungsmaßnahmen im ITund Softskill-Umfeld sowie den Aufbau von Kontakten zu anderen Studierenden, Microsoft, unseren Partnern und Agenturen. Das Förderprogramm richtet sich an alle Studierende die ein Faible für Kommunikation und Leidenschaft für Technologie mitbringen.



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