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10. Oktober 2011

WiSo-Fakultät

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WiSo-Mitteilungen

Hast du alles? Tipps zum Semesterstart im herausnehmbaren Extrateil

Protestieren Deutschland gibt zu wenig Geld für unsere Bildung aus – Seite 18

Containerwohnen Das Studentenwerk rüstet sich für die Doppeljahrgänge – Seite 26

Geldverdienen Welche Jobs es an der Uni gibt und wie man an sie ran kommt – Seite 14


2www.cbs-edu.de

WiSo-Mitteilungen

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WiSo-Mitteilungen WiSo-Mitteilungen

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Editorial

Impressum

Immer mehr

WiSo-Mitteilungen der Fachschaft WiSo

I

Universitätsstr. 16b, 50937 Köln

mmer mehr Menschen gehen in Nordafrika demonstrieren, um ihre Despoten zu stürzen. Immer mehr Milliarden fließen in die Euro-Rettung. Und immer mehr Leute fragen sich, in was für einem Land sie eigentlich leben. Immer mehr – das Credo der Semesterferien schwappt bis in die Kölner Uni. Immer mehr junge Menschen fangen hier an zu studieren, denn Wehrpflicht und vielerorts ein Schuljahr wurde ihnen genommen. Und wie kommt unsere Uni damit klar? Wir wissen es nicht, denn die Verwaltung machte bei unseren Recherchen den Eindruck, sie wisse es selbst auch nicht. Denn am anderen Ende der Altersskala ein paar Studis rauszuwerfen (Seite 16) bringt nicht viel Platz. Immerhin: Das Studentenwerk stellt wegen Wohnungsknappheit bald Container auf (S. 26). Doch eigentlich sind wir der Meinung, dass es ein viel grundsätzlicheres Problem in der deutschen Bildung gibt (Seite 18). Um das Chaos zu klären, rufen wir alle Erstis auf, uns ihre „Überfüllungs-Erfahrungen“ der ersten Uni-Wochen an die E-Mail-Adresse rechts unten zu melden. Damit wir in unserer nächsten Ausgabe wissen, ob unsere Uni vorbereitet war – und es für die doppelten Abiturjahrgänge sein wird, die uns in NRW ja erst noch bevorstehen. Auf alles andere können wir unseren neuen Kommilitonen aber schon jetzt Antworten geben: Was brauche ich zum Überleben? Was heißt eigentlich KLIPS? Steht alles im herausnehmbaren Extra-Teil in signalgelber Farbe. Aber auch Fragen, die alle hier betreffen, haben wir über die Ferien fleißig beantwortet. Wo kann ich an der Uni Geld verdienen? Sind BWLer wirklich böse? Und vor allem: Welcher Kiosk an der Zülpicher ist der beste? Allen Neuankömmlingen wünschen wir eine super Zeit, dem Rest eine weitere Runde munteres Durchhalten – und freuen uns auf das kommende Semester mit Uni-Wahl, Schlittenfahren und Glühwein. Und immer mehr Gewissensbissen, denn wir wollten ja eigentlich immer mehr lernen. Simon Wörpel

Herausgeberin

Studierendenschaft der WiSoFakultät der Universität zu Köln. Verantwortlich ist der Fakultätsrat: Cynthia Pawelski (1. Vorsitzende), Maik Setzekorn (2. Vorsitzender), Nico Schweigert (Finanzer), Mussa Keaei (Bürokoordinator)

Redaktion

Leitung: Simon Wörpel (V.i.S.d.P.) Anne-Marie Schappler, Alexander de Vivie Autoren: Lutz Bergmann, Ivona Coric, Jana Gebhard, Melanie Ihlenfeldt, Marc Lehmann, Caroline Martens, Maximilian Misch, Malte Noll, Alexander de Vivie Schlussredaktion: Anne-Sophie Lang, Simon Wörpel Fotos: Matthias Gass, Alexander Krabes, Alexander de Vivie, Wikimedia Commons Layout: Alexander de Vivie, Simon Wörpel

Anzeigen Julia Schaaf

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Häuser KG, Köln Auflage: 2500

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WiSo-Mitteilungen WiSo-Fakultät Seite Artikel 10 Termine,Termine Die Very Important Dates für dein Fachschafts und Campusleben 12

Ab zur EZB

Fachschaft

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Neues aus der Engeren Fakultät

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Eure Rechte bei Einsichtnahmen

Willkommen!

Sp ec

6 Vorwort Fakultätsrat

ial

Seite Artikel

Seite Artikel I

Glossar zum Rausreißen

IV

Die Essentialia Acht Dinge zum Überleben


WiSo-Mitteilungen

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Universität Seite Artikel 14 Uni, gib mir Geld Geld verdienen für Anfänger 16 Per Verordnung geflogen Diplomer dürfen nicht mehr studieren 17 Von Alten, Punkten und Kaffee Campus-News 18 Wir müssen protestieren ...denn wir sind die Zukunft. Warum wir zum Bildungs streik gehen müssen 22 Standpunkt Der typische Student 24 Schnelles Netzwerk Studenten, hört die Signale Internet am Campus 25 VPN, was? My Bib is my castle

Mittendrin Seite Artikel 30 99 Bottles of beer Die besten Kiosks im Kwartier Latäng 33 Anne will... andere Unis erleben 35 Profit? Geil! Die Zeit vor Google Maps

26 Mein Heim, der Klotz Stadt Köln prüft Bau von Wohncontainern

36 Hin und her News aus Köln

28 Alles hat ein Ende Ein Nachruf

38 WieSo-Mensch Stolz und Vorurteil


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Fachschaft

Hallo liebe Studis, pünktlich zum neuen Semester begrüßen wir euch herzlich mit der neuen Ausgabe der WM. Für den einen beginnt nach dem Mathevorkurs das erste Semester an der Uni, für den anderen nur ein weiteres Semester nach einer viel zu langen Klausurphase. Unabhängig davon geht am 10. Oktober für alle das Wintersemester los. Zeitgleich mit der Vorlesungszeit startet auch die Restplatzvergabe bei Klips, so dass sich bei einigen die Semesterplanung noch ändern könnte, falls man den Seminarplatz nun doch noch erhält. Seminar? Das interessiert dich als BWLer wenig? Dann besuch unsere Homepage (www.wiso-buero.de) und du wirst sehen, dass es so etwas nun auch für euch gibt. Für unsere Kommilitonen aus dem Ausland wird es zeitnah zum Semesterbeginn ein „Welcome BBQ“ geben, ein interessantes Event auch für heimische Studenten, die mit einem Auslandssemester liebäugeln. Ungeachtet dessen solltet ihr den Fachschaftskennenlernabend am 12. Oktober nicht verpassen. Ob nun im ersten Semester oder schon als Alteingesessener: Es ist nie zu spät, die Fachschaft kennenzulernen. Bei kühlem Bier und etwas Gegrilltem kann man sich am besten über Dinge in und außerhalb der Uni unterhalten und sich vielleicht überlegen, selbst aktiv zu werden. Einfach um 19.30 Uhr beim Asta-Café eintreffen, jeder ist willkommen. Mit

diesem Semester erwartet uns zwar wieder etwas Bekanntes, aber auch neues kommt auf uns zu: Die altbekannte Examensfeier wird im neuen Gewand auch in diesem Semester nicht fehlen. Am 5. November feiern wieder eine ganze Reihe von jungen Leuten ihren Abschluss an der Uni Köln, egal ob Bachelor, Master oder Diplom. Vom WiSo-Foyer wird es uns wie gewohnt zur Aula ziehen. Näheres dazu veröffentlichen wir zu gegebener Zeit auf unserer Homepage. Der Grund: der Umbau des Foyers. Eine Kaffeebar wird seine Mitte schmücken. Wir dürfen alle gespannt sein. In diesem Sinne freuen wir uns auf das kommende Semester, welches für uns als Fakultätsrat unsere zweite Amtsperiode einläutet. Wir möchten der ganzen Fachschaft für die Unterstützung danken und wünschen uns, dass es auch weiterhin so erfolgreich läuft. Wir sind wie immer für euch da und helfen bei allen Problemen, die auftauchen. Kommt einfach im WiSo-Büro vorbei! Euer Fakultätsrat Cynthia Pawelski Maik Setzekorn Nicolas Schweigert Mussa Keaei

Die WM braucht DICH! Du willst schreiben, fotografieren, layouten? Melde dich bei uns: wiso-mitteilungen@uni-koeln.de


Fachschaft

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Neues aus der Engeren Fakultät Die Engere Fakultät ist das höchste beschlussfassende Gremium an der WiSo-Fakultät. Drei der 14 Stimmen stellen Studenten, ein weiterer berät. Uns vier – Anna, Katrin, Cynthia und Nancy – habt ihr gewählt. Wir vertreten eure Interessen in der Engeren Fakultät. Zu Beginn wollen wir alle Erstsemester unter Euch an der WiSo-Fakultät begrüßen und wünschen Euch einen guten Studienstart. Dieses Wintersemester wird auch erstmalig das Lehramtsstudium auf Bachelor umgestellt. Vielleicht habt ihr schon gemerkt, dass seit Juli aus Gründen des Datenschutzes einige Klausuren anonymisiert wurde, sodass euer Sitznachbar nicht auf die Idee kommen kann, eure Note ausfindig zu machen. Allerdings sollte die Anonymisierung vor allem dazu dienen, euch als Studenten vor einer möglichen Diskriminierung aufgrund des Namens, Herkunft, Studiengang, Geschlecht usw. zu schützen. Schon an vielen deutschen Universitäten stehen keine Namen auf den Klausuren. Manche wundern sich, warum sie in ihren letzten Klausuren trotzdem auf den Blättern im Inneren des Klausurenbogens ihren Namen angeben mussten. Wir kümmern uns um dieses Problem und hoffen, dass sich das bis zum nächsten Prüfungsphase ändert. Leider wird Professor Jäger Fakultät verlassen. Jedoch hat er betont, dass er gerne weiterhin mit der Fakultät im engen Kontakt stehen möchte. Es gibt natürlich auch Positives zu berichten. Unsere Fakultät hat sich zum Ziel gesetzt, ein „interaktives Lernen“ für ihre Studenten zu ermöglichen. Ein Schritt dahin soll das Tutorien-Modell darstellen. Die Tutorien sollen vermehrt interaktiv gestaltet werden und eine gemeinsames Erarbeiten der Aufgaben in Kleingruppen möglich machen. Dazu werden mehr Tutoren eingestellt und stärker ausgebildet.

Des Weiteren freuen wir uns darüber, dass die Prüfungstermine seit neuestem vor Ende der KLIPS-Belegungsphase bekannt gegeben werden. Eine frühzeitige Planung des Semesters ist für euch nun möglich. Wir wollen nochmal darauf hinweisen, dass sich manche Module bezüglich ihres Namens oder sogar der Anzahl der Leistungspunkte verändert haben. Bitte beachtet dies in eurer Planung. Im Bereich Politikwissenschaft ändert sich ab dem Wintersemester 2011/12 die Bepunktung der Fächer. Für alle Klausuren in dieser Gruppe soll es künftig nur noch sechs Leistungspunkte geben – vorher waren dafür acht vorgesehen. Für diejenigen unter euch, denen in diesem Semester noch acht Leistungspunkte im Bereich Politikwissenschaften fehlen, gibt es eine Übergangslösung: Für eine solche noch fehlende Klausur bekommt ihr ausnahmsweise acht statt sechs Punkte. Für nähere Informationen wendet euch bitte an das WiSo-Studienberatungszentrum. Dieses Wintersemester findet an der Wiso-Fakultät die EQUIS-Akkreditierung statt. EQUIS steht für „European Quality Improvement System“, einem Hochschul-Akkreditierungssystem. Die Akkreditierung soll der Kölner WiSo-Fakultät künftig noch mehr internationale Anerkennung bringen – denn sie wird als hochwertiges Qualitätssiegel angesehen. Wir werden uns in der Engeren Fakultät und den entsprechenden Gremien dafür einsetzen, dass Eure Interessen beim Akrreditierungsprozess gewahrt werden und Ihr künftig von der verstärkten internationalen Ausrichtung der Fakultät profitiert. Wir hoffen, dass wir den Kriterien dieser Akkreditierung genügen und uns weiterhin als eine international anerkannte Universität sehen können, und wünschen hiermit allen einen gelungenen Semesterstart!


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Fachschaft

Das sind eure Rechte bei Klausur-Einsichtnahmen Die Engere Fakultät hat schon im vergangenen Jahr Grundsätze zur Einsichtnahme bei Klausuren beschlossen. Das betrifft vor allem eure Rechte als Studenten bei der Einsichtnahme sowie Datenschutzbestimmungen. Wir, die studentischen Vertreter der Engeren Fakultät, ermutigen euch zusammen mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes NRW, von euren Rechten als Studenten Gebrauch zu machen. Die wichtigsten Punkte sind hier aufgelistet. Solltet ihr das Gefühl haben, dass ein Lehrstuhl oder das Prüfungsamt eure Rechte nicht wirklich ernst nimmt, meldet euch mit schriftlichen Beschwerden bei uns (Kontakt über das WiSo-Büro) und bei den betroffenen Lehrstühlen. Die „Handreichung zur Durchführung von Einsichtnahmen“ kann in voller Länge und Wortlaut auch auf der Homepage des Prüfungsamtes und des WiSo-Büros eingesehen werden. Das sind laut Beschluss vom 7. Juli 2010 eure Rechte: • Die Klausuren werden möglichst früh bewertet. • Die Anmeldungsphase zur Einsichtsnahme beträgt eine Woche. • Ihr erhaltet die Details zur Einsichtnahme über den entsprechenden ILIAS-Kurs, auch das Prüfungsamt verschickt Mails und weist auf die Lehrstühle hin. • Die Klausurbögen verbleiben bis zur Einsichtnahme beim Lehrstuhl. • Die Anmeldung erfolgt per E-Mail, ILIAS oder durch direkte Vorsprache beim Lehrstuhl. Der Lehrstuhl muss dabei auf den Datenschutz achten. • Ihr erfahrt mindestens eine Woche vorher Termine zur Einsichtnahme. • Nur ihr selbst oder eine bevollmächtigte Person dürft eure Klausur anschauen. • Ihr habt 20 Minuten Zeit für eure Einsichtnahme. • Ein wissenschaftlicher Assistent oder gar der Professor selbst erläutern euch die Musterlösungen und das Bewertungsschema. • Möglichst sind die Vorkorrektoren anwesend. • Wenn kein qualifizierter Ansprechpartner (siehe oben) bei der Einsichtnahme dabei ist, dürft ihr eure Klausur abfotografieren. • Eure Anfragen werden möglichst direkt beantwortet. Bei komplizierteren Fällen ist auch eine Sprechstunde möglich. • Die Klausuren werden fünf Jahre aufbewahrt. • Wenn Bewertungen verändert wurden, wird das auf dem Klausurbogen vermerkt, zusätzlich muss der Lehrstuhl für das Prüfungsamt eine schriftliche Bescheinigung über die Änderungen ausstellen.

Aufbereitung: swö


WiSo-Fakultät

WiSo-Fakultät Diese Rubrik fällt dieses Mal knapp aus – zugunsten des herausnehmbaren Extrateils in der Heftmitte. Die wichtigsten Termine zum Semesterbeginn (umblättern), SHK-Angebote und ein Ausflug zur EZB (Seite 12) machen die nächsten Seiten trotzdem unabdingbar

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WiSo-Fakultät Büchermarkt der Fachschaft WiSo Platzen deine Regale vor lauter alten Bücher, die du nicht mehr brauchst, aus allen Nähten??? Suchst du günstige, gebrauchte Bücher, weil dir die Kohle fehlt und du das Geld lieber auf der Zülpicher Straße ausgeben willst??? Dann bist du bei uns im WiSo-Büro genau richtig!!!!  Wir kaufen und verkaufen Fachliteratur bevorzugt aus den Anfangssemestern aus den Studiengängen der WiSo-Fakultät Ankaufszeiten:

Dienstag 11.45 – 13.30 Mittwoch 13.45 – 15.45 Donnerstag 9.45 – 11.45 und 15.45 – 17.45 Eventuelle weitere Ankaufszeiten werden über die Homepage veröffentlicht

Verkaufszeiten:

während der Öffnungszeiten des WiSo-Büros

Dein Semester 01.10.2011. – 31.03.2012 Jeden Donnerstag       Fachscha0streffen  „Jour  Fixe“      ab  19:00  Uhr                                                                                                                                  Die  Fachscha0  spricht  über  alle  Neuigkeiten  an  der  WiSo  -­‐  Fakultät   10.  Oktober  2011       10.  Oktober  2011       11.  Oktober  2011     12.  Oktober  2011     12.  Oktober  2011     15.  Oktober  2011     17.  -­‐  28.  Oktober  2011     28.  –  30.Oktober  2011     01.  November  2011     02.  November  2011     05.  November  2011     08.  November  2011     11.  November  2011     25.  November  2011       01.  Dezember  2011     03./10.  Dezember  2011   MiYe  Dezember     23.12.2011  -­‐  06.01.2012   15.  Januar  2012     20.  Januar  2012     03.  Februar  2012     15.  Februar  2012     31.  März  2012       02.04.  -­‐  13.07.2012    

Vorlesungsbeginn,  Beginn  der  Restplatzvergabe   9:00  Uhr,  Erstsemesterbegrüßung  in  der  Aula  durch  den  Rektor Welcome  Barbecue  für  InternaEonale  Studenten  (Asta  Cafe) Fachscha0skennenlernabend Lernen  Lernen  SoWi  (BWL,  VWL  am  17.10.2011)     Die  legendäre  Stadtrallye   laufender  Verkauf  von  MitschriPen  vor  der  MAG Erstsemester-­‐Fahrt  WS  2011/2012 Vorlesungsfrei Go  Global:  InformaEonsveranstaltung  zum  Thema  Auslandssemester Examensfeier Ab  22:00  Uhr  die    WiSo-­‐Erstsemester-­‐Fete  im  AStA-­‐Café 11:11  Uhr  Karnevalsanfang Ende  laufender  Verkauf  für    Fächer  mit    Prüfung    1.  Midterm Anmeldeschluss  für  das  STAP  Programm  WS  12/13 Klausuren  1.  Midterm Wahlen  der  Universitäts-­‐  und  Fakultätsgremien Weihnachtsferien Anmeldeschluss  WirtschaPsenglischkurs  ZIB  SS  12 Ende  laufender  Verkauf  für    Fächer    aller  anderen  Prüfungstermine Ende  der  Vorlesungen Rückmeldung  durch  Zahlung  des  Semesterbeitrags  SS  2012 Semesterende Vorlesungen  Sommersemester    2012


WiSo-Fakultät

V.I.D.

WS 11/12

Die “Very-­‐Important-­‐Dates“  des    Wintersemesters  2011  /  2012    in  einer  verbrauchergerechten   Kurzübersicht  für  Studierende  an  der  WiSo-­‐Fakultät  Köln.

Erstes Kennenlernen - jeweils um 20:00 Uhr Dienstag, 11.  Oktober  2011  

4. Kennenlern-­‐Kneipenbummel,  Treffpunkt  WiSo-­‐Büro

Dienstag, 18.  Oktober  2011  

5. Kennenlern-­‐Kneipenbummel,  Treffpunkt  WiSo-­‐Büro

Dienstag, 25.  Oktober  2011  

6. Kennenlern-­‐Kneipenbummel,  Treffpunkt  WiSo-­‐Büro

Deine Highlights Mi7woch, 12.  Oktober  2011  

Fachscha<skennenlernabend Was macht  die  FachschaP?  Wir  stellen  uns  vor! Alle  Interessierten  und  diejenigen  die  akUv  mithelfen  wollen   begrüßen  wir  gerne  um  19:30  Uhr  im  AStA-­‐Café.

Samstag, 15.  Oktober  2011  

Die legendäre  Stadtrallye Treffpunkt  11:00  Uhr  auf  dem  Albertus-­‐Magnus-­‐Platz.   Anmeldung  in  der  O-­‐Phase  möglich.

28. –  30.Oktober  2011  

Erstsemester-­‐Fahrt WS  2011/2012   Anmeldung  auf  unserer  Homepage  ab  dem  17.10.2011   14:00  Uhr

Dienstag, 08.  November  2011  

Ab 22:00  Uhr  die    WiSo-­‐Erstsemester-­‐Fete  im  AStA-­‐Café

Deine WiSo-Fachschaft im Internet Aktuelle InformaUonen  findest  du  unter:    

www.wiso-­‐buero.uni-­‐koeln.de/ www.facebook.com/FachschaPWiSo

Fragen kannst  du  jeder  Zeit  im  Forum  stellen     hep://www.wiso-­‐buero.uni-­‐koeln.de/wp/forum/   Oder  direkt  an  uns  mailen    

wiso-­‐buero@uni-­‐koeln.de

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WiSo-Fakultät

Fahrt mit der Fachschaft zur EZB! am 14.11.2011

Was passiert eigentlich an einer Börse? Wie sind Börsen überhaupt entstanden? Ist die Theorie, die wir in der VWL lernen, wirklich für die Praxis relevant? Am 14. November habt ihr die Möglichkeit, über den Tellerrand der puren UniTheorie zu blicken. Oft ist in den Medien zu lesen gewesen, dass unsere VWLAusbildung noch theoretischer geworden ist. Aber werden diese Modelle auch in der Praxis benutzt? Wie verhält sich eine Zentralbank wirklich? Um diese und weitere Fragen zu beantworten und einen Tag lang spannende Einblicke in das Börsengeschen und die EZB zu erhalten, geht es nach Frankfurt. Zunächst steht eine „VIP-Führung“ durch die Börse in Frankfurt an, danach dürfen wir die EZB besuchen und ein speziell auf uns abgestimmtes Programm genießen. Um Mitzufahren, müsst ihr euch am 26. Oktober um 10 Uhr im WiSo-Büro anmelden. Leider ist die Gruppengröße auf etwa 40 Personen begrenzt. Deswegen bitten wir euch 20 Euro Pfand zu hinterlegen, die es im Bus Richtung Frankfurt in voller Höhe zurück gibt. Weitere Informationen findest du auf unserer Homepage. www.wiso-buero.de

SHK-Jobs können sich positiv auf Ihr Budget und Ihren Lebenslauf auswirken , eine BWL für Allgem orschung r a in m e S rktf g und Ma Marketin her c is F rc a rojekProf. Dr. M rschungs- und Lehrp Fo ) Mitarbeit in -Kenntnisse TML, Apple ten (EDV, H e 8h / Woch i-koeln.de g@wiso.un n ti ke ar m Kontakt: hst bald

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Uni

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Universität Die nächsten Semester strömen viel mehr Erstis an die Universitäten. Sind die Unis darauf vorbereitet? Wollen sie überhaupt vorbereitet sein? Antworten auf Seite 18 und 26. Und: Wo es das beste W-Lan gibt (Seite 24) und warum Studenten von der Uni fliegen (Seite 16)


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Uni

Liebe Uni, bitte gib mir Geld Nach der Tiefenentspannung in den Ferien sind viele Studenten erst einmal klamm. Zum Glück bietet die Uni zahlreiche Auswege. Maximilian Misch weiß, welche

D

ie Semesterferien sind vorbei. Viele haben die Zeit sicherlich genutzt, um sich etwas hinzuzuverdienen, denn das Studium allein bringt bekanntlich kein Geld ein. Dennoch wird der ein oder andere das alle paar Monate auftretende Überangebot an Freizeit vollends ausgenutzt haben. Dann dürfte nun neben totaler Tiefenentspanntheit leider auch ein leeres Portmonee den Alltag bestimmen. Aber gerade in einer Stadt wie Köln gibt es vielfältige Möglichkeiten, dieser Misere Herr zu werden und die finanzielle Situation zu verbessern. Und warum lange suchen, wenn sich auch an der Universität selbst zahlreiche Angebote finden? Ein paar Beispiele und Anregungen: Von der Studentischen Hilfskraft, gerne auch mit SHK abgekürzt, dürfte jeder schon einmal gehört haben. So nichtssagend die Bezeichnung klingt, so breit gefächert sind die Einsatzgebiete der SHK. An der Universität gibt es bedauerlicherweise kein Verzeichnis, in dem alle Professoren, Ämter und andere Einrichtungen ihren Bedarf an Hilfskräften eintragen. Um dennoch herauszufinden, an welcher Stelle jemand gebraucht wird, lohnt sich ein findiger Blick auf

die meist ziemlich gründlich tapezierten Aushängetafeln. Zu finden sind diese zum Beispiel rund ums E-Café oder auch im WiSo-Schlauch, dem Übergang vom Hauptgebäude zum WiSoHochhaus. Ein potenzieller Arbeitgeber ist auch die Mitschriften AG, kurz mag, ansässig in der Universitätsstraße 16. Dort kann man sich mit den Mitschriften zahlreicher Vorlesungen und Übungen eindecken. Natürlich muss auch irgendjemand diese erfreulichen Hilfestellungen für Studenten erstellen. Wer ohnehin gut darin ist, während seinen Veranstaltungen mitzuschreiben, der hat in der mag die Chance auf einen Nebenverdienst. Die Vergütung deckte laut mag-Homepage in der Regel die Studiengebühren ab, beläuft sich also auf etwa 500 Euro. Zudem werden je nach Evaluation der Mitschrift Prämien ausgezahlt. Zum Beginn des Semesters gibt es immer Bedarf an neuen Mitschreibern. Genauere Informationen holen Interessierte am besten direkt bei der mag ein. Auch beim AStA gibt es grundsätzlich Stellen, die Studenten, die sich etwas dazuverdienen wollen, besetzen können. Beschäftigungen sind etwa im AStA-Laden, im AStA-Café oder in der Studenten-Beratung möglich. Allerdings ist hier


Uni meist alles gut besetzt und auf drei verfügbare Stellen kommen schon mal 80 Bewerber. Wer Interesse hat, beim AStA auf SHK-Basis zu arbeiten, der sollte auf Ausschreibungen auf der Homepage achten. Zu erwähnen wäre noch, dass sich der AStA bei der Landesregierung für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der SHK einsetzt. Er strebt unter anderem eine Erhöhung des Stundenlohns von derzeit 8,80 Euro an. In der Bundeshauptstadt werden nach dem „Berliner Tarif“ 11,37 Euro gezahlt; eine Angleichung soll langfristig das Ziel sein. Auch die Arbeitsbereiche sollen sich in Zukunft ändern: weg von bloßen Verwaltungsaufgaben, hin zu wissenschaftlichem Arbeiten. Wer sich für dieses Thema interessiert, kann sich an den AStA wenden. Hier erteilen Studenten freundlich und kompetent Auskunft. Noch ein Tipp: Wer sich im Labyrinth der Universität besonders gut auskennt (oder zu so jemandem werden möchte und auch sonst gerne helfend und wegweisend aktiv ist), der kann sich auf die Stelle der Studentischen Aushilfe am Infostand im Hauptgebäude bewerben. Zu ihren Aufgaben gehört es, allgemeine Auskünfte zu erteilen, Hinweise auf Ansprechpartner zu geben und die Lage von Räumen und Hörsälen zu erklären. Ein Computer hilft, falls das eigene Wissen mal nicht ausreicht. Die Bezahlung beträgt dort 8 Euro pro Stunde. Zur Zeit sind leider alle Plätze belegt; wird etwas frei, hängt ein Gesuch am Infostand. Die Möglichkeiten an der Universität zu arbeiten sind vielfältig. Wer sucht, findet am schnellsten eine passende Stelle, indem er oder sie mit offenen Augen durch Gänge und Gebäude schreitet. Fast jeder, der eine Stelle zu vergeben hat, schreibt sie öffentlich aus. Also: Viel Erfolg bei der Jobsuche !

Der AStA setzt sich für höhere SHK-Löhne ein und bietet zudem Jobs an. Foto: de Vivie

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Uni

Per Verordnung rausgeschmissen 32 Diplom- und Magisterstudenten dürfen nicht mehr studieren: Die Uni exmatrikuliert sie. Studentenvertreter sind empört. Jana Gebhard erklärt, warum das auch nicht hilft Die Uni hat ernst gemacht: Sie hat 32 Studenten aus den auslaufenden Diplom-und Magisterstudiengängen zum 1. April zwangsexmatrikuliert. Um diese Geschichte zu verstehen, muss man sich die betroffenen Studenten genauer anschauen. Es sind 1600 Studenten, die noch im Wintersemester 2010/11 in den auslaufenden Studiengängen eingeschrieben waren; die meisten von ihnen in geisteswissenschaftlichen Studiengängen, viele aber an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Nach Aussortierung einiger Karteileichen und vielen freiwilligen Wechseln in Bachelorstudiengänge blieben 32 Studenten übrig. „Wir haben allen Studenten Beratungsgespräche angeboten“, sagt Uni-Sprecherin Merle Hettesheimer. Jan Weber, Physikstudent, ehemaliger AStAStudentenvertreter, ist einer von ihnen. Er wollte vor einigen Wochen den letzten noch ausstehenden Schein für sein Vordiplom machen, doch das Prüfungsamt teilte ihm nur mit, dass seine Frist abgelaufen sei. Jan erzählte Spiegel Online von seiner Zeit als bildungspolitischer Referent und der bei Physikern üblichen Routine, Scheine anzusammeln und dann einzureichen. Er will nun klagen, wie viele seiner Mitbetroffenen auch. AStA-Vorsitzender Jonas Thiele steht hinter den aufgebrachten Studenten: „Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass die

Zwangsexmatrikulation offenbar auch politisch als akzeptables Mittel gilt, um die Umstellung auf Bachelor und Master abzuschließen“, sagt er Spiegel Online. Die FU Berlin setzt laut der Nachrichtenseite auf Beratungsgespräche mit den Studenten, in den Niederlanden versucht man sich an Geldstrafen. In Köln wird zwangsexmatrikuliert. Um diese Geschichte zu verstehen, muss man sich die Hochschulpolitik genauer anschauen. Das Grundproblem ist der Übergang der alten Studiengänge in das Bachelor-Master-System. Jede Universität hat eigene, in Paragrafen festgehaltene Fristen und Termine für die auslaufenden Studiengänge. Seitenlang sind diese Auslaufordnungen, kaum jemand liest sie sich durch. Den betroffenen Studenten hilft das wenig: Laut Wissenschaftsministerium ist der Vorgang der Zwangsexmatrikulation rechtlich geprüft und nicht anfechtbar. An der Goethe-Uni in Frankfurt am Main sind es 3000 Studenten, die zu diesem Wintersemester von der Exmatrikulation bedroht sind. Auch ihnen bietet die Uni jetzt erst mal Gespäche an, das weitere Vorgehen ist noch unklar. Der Fall der Kölner Uni wird derzeit heiß im Internet diskutiert, Studentenvertretungen über Kölns Stadtgrenzen hinaus sind empört. Der nächste Ärger ist nicht fern: 2015 endet die Frist für die Diplomprüfungen.


Campus-News Ranking. Den Volkswirten der Uni sei es gestattet, sich selbst einmal kräftig auf die Schulter zu klopfen. Gemessen an ihrer Forschungsleistung arbeiten die Volkswirte der Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät an einer der besten zehn Fakultäten Deutschlands. Das Handelsblatt erstellt jedes Jahr ein Ranking der Volkswirte im deutschsprachigen Raum. Es wertete dazu Veröffentlichungen aus 1250 Fachzeitschriften aus. Patrick W. Schmitz und Marcus Hagedorn von der WiSo-Fakultät befinden sich unter den 100 forschungsstärksten Volkswirten auf den oberen Plätzen. (jg) Alumni. Wie hält man Wissenschaftler in Köln? Die Humboldt-Stiftung hatte einen Preis ausgeschrieben für ein gelungenes Konzept der Zusammenarbeit ehemaliger Gast-Forscher mit ihrer Gast-Universität. Die Uni Köln gewann eine Auszeichnung ohne finanzielle Förderung für die Idee, Forscher-Alumni finanzielle Unterstützung für erneute Forschungsaufenthalte und Konferenzteilnahmen zu sichern, wenn die Bewerbung dafür im Verbund mit einem Kölner Wissenschaftler erfolgt. (jg) Seminargebäude. Jeder Student stand wahrscheinlich schon einmal ehrfürchtig bis erschrocken davor, fasziniert von der fast abstrakten Architektur und der Kombination aus Metall, Stein und Holz: das neue Seminargebäude. Ehre, wem Ehre gebührt – die Bundesarchitektenkammer hat den Neubau jetzt als einen von 20 deutschen Beiträgen zur Architekturbiennale in São Paulo ausgewählt, die vom 1. November 2011 bis 4. Dezember stattfindet. Der deutsche Beitrag hat das Motto „Baukultur made in Germany“. Die Uni Köln ist eine der wenigen Hochschulen in NRW, die ihre Gebäude selbst plant, baut und finanziert. Kanzler Johannes Neyes ist begeistert und sieht die Nominierung als Bestätigung für die Uni und den Architekten. (jg) Das Seminargebäude in ganzer Pracht Foto: Krabes

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Service Center. Et hät noch immer jot jejange: nach 12-monatiger Rohbauzeit feierte die Uni das Richtfest des neuen Studierenden-ServiceCenters. Statt sich die Hacken über den ganzen Campus wund laufen zu müssen finden Studenten voraussichtlich ab Juni 2013 alle Verwaltungsdienstleistungen in dem Neubau, von der Zentralen Studienberatung über das Studierendensekretariat bis hin zum Akademischen Auslandsamt. Zudem sollen der im Akademischen Auslandsamt angesiedelte Lehrbereich Deutsch als Fremdsprache, das Professional Center und Einrichtungen der WiSo- sowie der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in das Gebäude einziehen. (jg) Campua. Viele von euch kennen die Kaffee­bar Campua, die der Kölner Studenten Mohammad Reza Shams 2010 gründete. Was als kurzzeitiger Ersatz für das mangelnde Kaf­fee-Angebot an der Uni-Bib während der Bauarbeiten anfing, entwickelte sich zu einem erfolgreichen kleinen Unternehmen. Obwohl die Bar bei den Studenten beliebt ist, wird Campua nach aktuellem Stand der Dinge in Zukunft nicht mehr im WiSo-Foyer zu finden sein. Grün­de sind der Umbau des Foyers und die Entscheidung, dass das Studentenwerk fortan eine WiSo- Kaffeebar betreiben soll – ebenfalls zu studentenfreundlichen Preisen. (cm/ic)


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KO Mmüssen M Ewir Nprotestieren TA R Deshalb Die Behörden hoffen, es wird schon alles gut gehen. Doch steigende Studierendenzahlen offenbaren ein grundsätzliches Problem: Deutschland gibt zu wenig Geld für Bildung aus. Deshalb müssen wir am 17. November 2011 zum Bildungsstreik gehen.

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von Ivona Coric

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einahe erstarrt vor Angst blicken alle auf das kommende Wintersemester 2011/12. Doppelte Abiturjahrgänge und der Wegfall der Wehrpflicht spülen mehr Studenten an die Unis als je zuvor. Doch niemand wagt auch nur mit der Wimper zu zucken. Platzen die Unis aus allen Nähten? Wird es noch chaotischer? Überleben wir diesen Ansturm? Wie viele Studenten werden sich überhaupt zukünftig auf den Fluren unserer Unis tummeln? Sind wir bereit für das kommende Unheil? Als Student kann man zweierlei Haltung gegenüber diesem Thema einnehmen. Erstens: Wir könnten gemeinsam mit den Professoren, Politikern und dem Personal der Uni beten, dass alles gut läuft. Gleichzeitig aber immer noch das Gefühl haben, dass wir aus diesem Teufelskreis nicht mehr herauskommen, der uns immer wieder vor Augen führt, dass wir eben doch zu wenig Geld in Bildung investiert haben. Laut der aktuellen OECD-Studie nämlich nicht einmal fünf Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts – deutlich unter dem Schnitt von sechs Prozent aller OECD-Länder – und Deutschland ist nicht gerade arm dran. Zweitens könnten wir aber auch eine

Haltung einnehmen, die uns unweigerlich zu folgendem Gedanken führt: Wir haben es euch doch gesagt. Wir wussten, dass die Unis in Schwierigkeiten geraten werden. Wir haben es im Bildungsstreik-Herbst vergangenes Jahr mehrfach zum Ausdruck gebracht, aber ihr wolltet uns ja nicht hören. Und jetzt sitzen wir in einem Boot, welches sich rasend schnell mit Wasser füllt. Ob ihr es wollt oder nicht – es wird sinken. So düster beschreiben es zumindest die meisten, wenn ihnen zu Ohren kommt, dass wir eine halbe Million Erstsemester erwarten können. Was sagt die Universität zu Köln dazu? „Wir haben einen Masterplan“, sagte Merle Hettesheimer, Sprecherin der Uni Köln, gegenüber ZEIT ONLINE. Aha, einen Masterplan also. In Köln sind wir ja schon einiges gewohnt, aber so viel Optimismus? Wo bleibt denn die Panik? Wo das schiere Entsetzen? Vielleicht lässt sich unsere Uni mit ohnehin schon 40.000 Studenten von großen Zahlen nicht mehr irritieren. Vielleicht, und das ist schon wahrscheinlicher, verbirgt sich hier eine gewisse Nervösität: Allein schon bei Nachfragen zu den aktuellen Bewerberzahlen gerät die Verwaltung in Panik. Um Himmels Willen,


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Klares Statement, frei nach Martin Luther: Göttinger Studenten beim Bildungsstreik 2009 Foto: wikimedia

nicht die Bewerberzahlen herausgeben! Zumindest oberflächlich scheint die Uni mit ihrem Masterplan aber einen größeren Ansturm – 1300 mehr als im vergangenen Jahr sind es übrigens – unter Kontrolle zu haben: Neues Seminargebäude, der Beck‘sBau, neuer Anbau am Hauptgebäude – klappt doch. Die Hoffnung auf Sitzplätze in Hörsälen war an unserer Uni zum Greifen nahe – bevor der Wehrdienst abgeschafft wurde und doppelte Abiturjahrgänge herüberschwappen. Und anscheinend bleibt die Verwaltung doch nicht cool, sondern versinkt ob des großen Ansturms im Chaos: Köln verschickte die Zulassungsbescheide später als geplant und musste die Einschreibefrist verlängern. Aber genug zu unserer Uni. Es werden allein wegen der Wehrpflichtaussetzung bis zu 60 000 mehr Erstsemester an die Unis strömen als im vergangenen Jahr. Doch die Universitäten geben sich lieber ahnungslos. Schließlich wisse man nicht, wie viele Studenten es tatsächlich sein werden – das böse Erwachen soll doch bitte ein bisschen hinausgezögert werden. Dank OECD-Studie dürfen sich Studenten nun frustriert fragen, warum Deutschland

in Bildungssachen so geizig ist. Die sogenannten Rekordzahlen in der scherzhaft genannten „Bildungsrepublik“ sind nichts im Vergleich zu anderen Ländern, in denen sich die Studierendenzahlen gar verdoppelt haben. Und siehe da – die Bildungssysteme sind nicht zusammengebrochen. Wo soll das nur enden, wenn sich alle bilden wollen? Das kann nicht gut gehen. Die gesellschaftlichen Implikationen sind unvorstellbar. Da hilft es dann auch nicht, zu wissen, dass vom Hochschulpakt II 1,8 Milliarden Euro den Unis in NRW zustehen. Zusätzlich sind noch 249 Millionen Euro aus landeseigenen Programmen und Geldern vorhanden, die die Lehre verbessern sollen. Zahlen, die uns eigentlich beruhigen sollten. Aber es reicht einfach nicht! Im Land der Akademiker und Philosophen wird dieser simple Aufruf nicht verstanden. Ist das Boot etwa schon gesunken? Aber jetzt stelle sich doch einer mal vor, man würde das Geld tatsächlich sinnvoll einsetzen. Dann müssten wir nicht hinterher klagen: Wir haben es euch doch gesagt. Sondern können anerkennend mit dem Kopf nicken und sagen: Das habt ihr gut gemacht.


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zu WM m Ra Spe us ci re al iß en !

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Willkommen! Für viele von euch beginnt mit dem Studium ein neuer Lebensabschnitt. Damit der Semesterstart ganz nach Maß verläuft, erklären wir euch auf den kommenden Seiten alle Abkürzungen, zeigen euch den Weg zu den wichtigsten Einrichtungen und beseitigen alle Unklarheiten


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A Uni bis Z

Das Auslandssemester lockt. Bevor ihr abfliegt, sorgt für eine Abschlussfete, die in die Geschichte eingehen wird - und dafür, dass ihr gut beraten werdet. Das ZIB weiß Bescheid. Foto: de Vivie

AStA: Siehe Vertretung. Ausland: Könnt ihr hin. Müsst ihr aber nicht, denn Köln rockt. Spaaß. Natürlich ist ein Auslandssemester die Erfahrung immer wert. Bei dessen Planung und Organisation unterstützen euch zum Beispiel der DAAD, Erasmus, PIM&CEMS und das ZIB (Zentrum für internationale Beziehungen). Bachelor: Wohl eins der unter Studenten unpopulärsten Wörter. Seit der Bologna-Reform gebongte Sache für deutsche Hochschulen. Die Abschlüsse in allen Studienfächern sollen international vergleichbar sein. Die Regelstudienzeit von sechs Semestern stand darauf heftig in der Kritik; nach dem Bildungsstreik 2010 lenkten die Bildungsminister ein und sprachen von einer Erweiterung auf acht Semester. Wesentliche Verbesserungen diesbezüglich und klare Maßnahmen gegen eine Verschulung des Studiums sind jedoch nicht in Sicht. Bafög: Berufsausbildungsförderungsgeld. Fast so ein schönes Wort wie Dampfschifffahrtskapitän, aber in seinem Effekt viel nachhaltiger als ein Ausflug auf dem Rhein. Das Bafög hat schon Generationen von Studenten überhaupt die Möglichkeit des Studiums gegeben, oder zumindest etwas mehr finanziellen Freiraum

geschaffen. Offizielle Informationen gibt’s beim Bundesministerium für Bildung und Forschung unter http://www.bafoeg.bmbf.de/ oder beim Kölner Studentenwerk http://www.kstw.de/ unter dem Punkt „Finanzen“. Persönliche Beratung bekommt Ihr bei den KStW-Infopoints im AStA, sowie im MG der  Mensa. Eine andere Möglichkeit der Finanzierung des Studiums kann ein Stipendium sein. Internetadresse? http://bit.ly/qUBsCM - oder für Leute mit ein wenig mehr Zeit: http://www.google.de – unendliche Weiten… Baustellen: Umgeben die Uni Köln in an Mystik erinnernde Regelmäßigkeit. Der grüne „WiSo-Würfel“ und das Seminargebäude sind fertig, die Universitätsstraße ist neu asphaltiert, doch sofort versinkt das Hauptgebäude in einem Schleier von Planen und O2-Plakaten. Das Philosophikum wird saniert, die Bibliothek ist zwar wieder von der Zülpicher, nicht jedoch vom Nebeneingang zugänglich und das Studierenden Service Center (SSC) nimmt langsam Form an. Bibliothek: Reich mit Printmedien ausgestattete Institution an unserer Uni, zwischen Hörsaalgebäude und Kerpener Straße gelegen. Eignet sich hervorragend zur Recherche und wegen der meist stillen Atmosphäre hervorragend zum Einzel-Lernen; für Gruppenarbeiten


A Uni bis Z eher ungeeignet. Lange Öffnungszeiten; meist aber strenge Regeln, was das Mitbringen persönlicher Gegenstände betrifft. Lieber an der gebäudeeigenen Garderobe abgeben. Dekan: Der Dekan vertritt die Fakultät nach außen. Zu seinen Aufgaben gehört die Leitung der Fakultätsverwaltung, außerdem ist er gewählter Vorsitzender der Engeren Fakultät. Derzeitiger Dekan ist Professor Werner Mellis. Die Geschäftsräume des Dekans und seiner Mitarbeiter sind das Dekanat. Ihr findet es im Verbindungstrakt zwischen Hauptgebäude und WiSoHochhaus (links und rechts von Hörsaal XXV). Diplom: Gibt’s an unserer Fakultät durch den Bologna-Prozess nur noch als Auslaufmodell – „a classic“ sozusagen. Aktuell sind die Abschlüsse Bachelor und Master.

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Aber auch die Organisationen AIESEC, OfW, Career Week, MTP und wiesealleheißen sind nicht zu vergessen. Examensfeier: Die „Ex-Feier“, ebenfalls organisiert und veranstaltet von eurer Fachschaft, findet einmal im Semester statt. Hier wird den Absolventen der WiSo-Fakultät im feierlichen Rahmen ihr Abschlusszeugnis überreicht. Die anschließende Party vor Hörsaal 1 liefert dann jedes Jahr wieder viele schöne Anekdoten für den nächsten Kaffee-Klatsch. Je nach Perspektive Lustiges oder Peinliches. Jeder, der möchte, kann bei der Aftershow Party dabei sein und mit seinen Freunden den Abschluss gebührend zelebrieren.

E-Fete: „Fette, fette Party!“. Diesmal am 8. November ab 22 Uhr im AStA-Café (Universitätsstr. 16b). Organisiert von eurer Fachschaft feiern hier alle eure Kommilitonen und viele, viele andere Studierende der WiSo-Fakultät bei sehr günstigem Bier und gehaltvollen Cocktails. Manche glauben es erst, nachdem sie dabei waren. Du hast, Gott sei Dank rechtzeitig, unserer Uni-ABC gelesen und weißt jetzt schon: E-Fete = Pflichttermin. E-Raum: „E“ für Erfrischung zwischen den Veranstaltungen: neben Kaffee, Kaltgetränken und Brötchen gibt es auch eine kleine Auswahl an Salaten und warmen Speisen; Rush-Hour ist natürlich zum Ende der Vorlesungen um 9.30h und 11.30h, also besser ein paar Minuten vorher gehen, um lange Wartezeiten zu vermeiden

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Die Baustelle am Hauptgebäude erinnert an ein Kunstwerk von Christo. Foto: de Vivie

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Engagement: Die WiSo-Fakultät bietet ein breites Spektrum an Gruppen und Organisationen an, in denen ihr euch für Andere einsetzen oder euer Gelerntes in die Praxis umsetzen könnt. Zuerst zu nennen ist hier natürlich die  Fachschaft mit ihren unzähligen Instanzen.


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Uni bis Z die glorreichen 8 Dinge, Das Asind Zusammengesucht von Jana Gebhard und Melanie Ihlenfeldt

Sportschuhe Da kann jeder SpoHo-Student einpacken, denn der WiSo-Mensch kombiniert Köpfchen mit Muckies und sportelt im unieigenen Fitnessstudio hinter der Mensa oder besucht eines der zahlreichen Angebote des Unisportprogramms. Von Segeln über Klettern bis Kampfsport ist für jeden was dabei!

Mitschrift Mittwoch im Triple A, Donnerstag im Subway gewesen und leider wieder zwei Vorlesungen verpasst? Profitiere vom Fleiß der emsigen Mitschriften AG, die für eine enorme Auswahl Vorlesungen der WiSoFakultät für dich die Weisheiten des Profs festhält. Gibt’s dann für 4,50 Euro (laufende Mitschrift) beziehungsweise 7 Euro (alte Mitschrift) im mag-Büro in der Universitätsstraße.

Lageplan der Uni Völlig orientierungslos und keine Ahnung, wo die nächste Vorlesung stattfindet? Dann schnell auf den Lageplan schauen, Gebäudenummer suchen, und los geht’s.

Shakespeare-Buch um zlatkosche Fehltritte jeglicher Art zu vermeiden, nutzt der angehende Ökonom das Angebot der Studiobühne und schaut sich in seinem ersten Semester alle Stücke umsonst an. Selbiges gilt für die Unifilme, dienstags im Hörsaalgebäude.

Klausuren-DVD Damit ihr wisst, was in den Klausuren auf euch zukommt, stellt die Fachschaft euch jedes Semester eine DVD mit allen Klausuren der vergangenen Semester zusammen. Die bekommt ihr für schlappe 1,50 Euro im WiSo-Büro, Universitätsstraße 16b, direkt am Asta-Café. Na, wenn das mal kein Angebot ist.


A Uni bis Z die ihr zum Überleben braucht

Studentenausweis Mit dem Studiausweis seid ihr offiziell Studenten. Außerdem ist er eure Fahrkarte durch ganz NRW. Also am besten immer dabei haben, wenn ihr unterwegs seid.

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Prüfungsausweis Die Bürokratie macht auch vor der Uni nicht halt. Deshalb unbedingt rechtzeitig beim Prüfungsamt eure Prüfungsnummer beantragen. Hierzu braucht ihr nur ein Passfoto und eine aktuelle Studienbescheinigung. Den Ausweis müsst ihr dann zu jeder Klausur mitbringen. Wer den Ausweis vergisst, wird natürlich sofort exmatrikuliert. ;-)

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Bib-Karte und gaaaanz viele Bücher Ohne zu lesen kommt ihr leider nicht durchs Studium. Ihr müsst euch aber nicht gleich alle Bücher kaufen. In der Bibliothek findet ihr die meisten Ausgaben, die ihr zum Lernen benötigt. Die könnt ihr dann kostenlos mit eurem Bibliotheksausweis ausleihen, den ihr in der Bib beantragen könnt. Die ist in der Universitätsstraße 33.


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A Uni bis Z gequatscht, sich ausgetauscht und meist im Anschluss noch gefeiert. HiWi: Kurz für Studentische Hilfskraft. Braucht jeder Lehrstuhl – das ist deine Chance. Von Sekretariatsvertretung und Klausurenstempelei über Datenrecherche und Fachpublikationslektorat bis zum Tutor: Nahezu alles lassen sie dich machen. Mit angemessenen Lohn besoldet euch das zuständige versorgende Landesamt; und nebenbei macht sich’s gut im Lebenslauf! Hochschulsport: Die verschiedenen Kölner ASten (u.a. Uni Köln, FH Köln) bieten ein gemeinsames Sportprogramm an. Es werden für jeden, ob Anfänger oder „Profi“, eine Reihe von Veranstaltungen in fast jeder Sportart angeboten. Da gibt es Badminton, Boxen, Ballett, Fechten, Gewichtheben, Rollstuhlsport, Judo, Leichtathletik, Tischtennis und vieles mehr. Die Beteiligung ist bis auf wenige Ausnahmen kostenfrei. Wer Lust hat, schaut es sich am besten selbst einmal an. Nähere Informationen findet ihr im Internet unter http://www.hochschulsport-koeln.de und im Hochschulsportbüro in der Mensa.

Sich mal selbst feiern: Auf der Examensfeier dürfen alle ihren Abschluss begießen. Foto: Krabes

Fachschaft: Für alle Studenten Sprachrohr, Kummerkasten und Kumpel in einem. Siehe Vertretung. Näheres unter http://www.wiso-buero.de. Fachschaftskennenlernabend: Erklärt sich beinahe von selbst: Die perfekte Möglichkeit, die Fachschaft, sowie alle dazugehörigen Teams kennen zu lernen und direkt mit einzusteigen. Artikel für die WiSo-Mitteilungen schreiben? Bürodienst machen? Neue Freunde finden? Fette, fette Partys organisieren? Ja? Dann los, Mittwoch, den 12. Oktober dick im Kalender anstreichen und um 19.30 Uhr im WiSo-Büro zum kühlen Blonden einfinden. Es wird gegrillt,

ILIAS: E-Learning-Plattform der Uni Köln. Hier könnt ihr euch alle Lernmaterialien der Module herunterladen, für die ihr euch dieses Semester angemeldet habt, und euch zudem mit Anderen bei Verständnisproblemen in Foren austauschen. Jour fixe: DAS Fachschaftstreffen, welches IMMER donnerstags um 19 Uhr im WiSo-Büro stattfindet. Jeder Studierende der WiSo-Fakultät ist herzlich eingeladen vorbeizukommen, zuzuhören, mitzudiskutieren und sich vielleicht später auch in dem einen oder anderen Team oder Gremium zu engagieren. Es wird über alles gesprochen, das aktuell oder in Zukunft für die Studierenden der WiSo wichtig sein könnte. Probleme werden erörtert und Lösungsvorschläge diskutiert. Hinterher sitzt man dann noch beim kühlen Kölsch beisammen und braucht weitere Kommunikationseinheiten auf.


A Uni bis Z KLIPS: Kölner Lehr-, Informations- und Prüfungsservice. Mittlerweile ist es bei fast allen Veranstaltungen Pflicht, sie auf diesem Onlineportal zu belegen. Kurse des Studium Integrale sollten meist zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit belegt werden, da sie nur geringe Teilnehmerzahlen umfassen. Hier besteht für euch auch die Möglichkeit, euren Stundenplan zu organisieren und in pdf-Form abzuspeichern. Klausuren: Nicht unwichtiger Teil des Studiums. Halten sich gerne in Herden auf, die sich besonders zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit zeigen. Einzelne Geschöpfe dieser Art, meist betriebswirtschaftlicher Natur, halten sich in der Mitte des Semesters auf. Erweisen sich gelegentlich als harmloser als gedacht, was etliche Studenten trotzdem nicht daran hindert, vor ihrem Erscheinen reihenweise in Panik zu verfallen. Maluspunkte: Bekommt ihr, wenn ihr in einer Klausur durchfallt, in Höhe der Creditpoints, die ihr fürs Bestehen bekommen hättet. Maximal 59 im gesamten Bachelorstudium sind erlaubt. Master: Nach dem erfolgreich bestandenen Bachelor der weiterführende Abschluss für den ambitionierten Akademiker. Erkundige Dich rechtzeitig, was Du brauchst und tun musst, um Dich erfolgreich für die begehrten Masterstudiengänge zu bewerben. Mensa: Unsere Riesenkantine ist als architektonisches Meisterwerk der Studentenzeit der Generation unserer Eltern ein absoluter Hingucker. Auf drei Etagen bekommt ihr hier von Fastfood (EG Nord) über Vegetarisches (OG) bis zur Edelküche (MG Süd) alles serviert, was das Herz begehrt. Mit Geldautomat, Waffelstand und Kickertisch ist sie für den Campus, was der Douglas für den Hauptbahnhof: Treffpunkt. Auch zu empfehlen ist die Mensa der Medizinischen Fakultät. In der Robert-Koch-Straße ist sie der nicht mehr ganz so geheime Tipp der WiSoStudenten, die hier ebenso wie die Mediziner Feinschmeckermahlzeiten wie Hirschgulasch zu

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moderaten Preisen serviert bekommen. Musterstundenpläne: Fertigt das WiSo-Studienberatungszentrum seit einigen Semestern für die Erst- und Zweitsemester an. Sind für den Beginn enorm hilfreich; aber wer sich ein bisschen dahinter klemmt, findet mit Sicherheit auf KLIPS noch eine besser auf den persönlichen Wochenverlauf und Schlafbedarf abgestimmte Fächerkombination! Philosophikum: Das denkmalgeschützte (!) Bauwerk gegenüber des Hauptgebäudes; hier findet man außer ein paar herumstreunenden Geisteswissenschaftlern das Philcafé, Geldautomaten, einen PC-Pool und Gruppensitzplätze zum Lernen. Prüfungsamt: Zentrale Stelle der An- und Abmeldung, wenn es um Klausuren, Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten geht. Der Ausblick auf das Kölner Umland, den man von dem im achten Stock des WiSo-Gebäude gelegenen Büro genießen kann, vertröstet so manchen Studenten über die sich nahezu sicher wochentags ab halb zwölf aufbauende Schlange, die sich meist bis ins Treppenhaus zieht. Empfehlung: Der frühe Vogel fängt den Wurm! Schlauch: Verbindungsflur zwischen Hauptgebäude und WiSo-Fakultät. Zieht sich enorm. SSC: 1. Fußballverein in Müllmetropole Süditaliens. 2. „Studierenden Service Center“, im Moment auf der Ecke Meister-Ekkehard-Straße / Universitätsstraße im Bau. Soll ab Anfang 2013 dem zentralen Studienberatungszentrum, dem Studierendensekretariat, dem Akademischen Auslandsamt, aber auch Einrichtungen der WiSo-Fakultät Quartier bieten. Studentenwerk: Das Kölner Studentenwerk (KStW) kümmert sich um fast alles, was das Studentenherz begehrt. Wohnheime, Mensen, Studienfinanzierung, BAföG, diverse Kurse und Workshops. Für alle diese Dinge sind hier eure Ansprechpartner. Infopoints findet ihr im AStA


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Urlaubssemester: Kann beantragt werden, um sich ein Semester lang aus dem Uni-Betrieb zurückzuziehen und sich auf andere Dinge zu fokussieren. Besonders interessant für längere Praktika, oder sonst wie geartete Fälle in denen Du einige Monate nicht dazu kommst, Deine Lernunterlagen aufzuschlagen. EurovisionSong Contest-Teilnahmen zum Beispiel. Vertretung: Wenn’s euch mal wegen der schlechten Qualität der Sitze im Hörsaal B in der Hüfte zwickt, oder ihr mit den Studiengebühren unzufrieden seid, könnt ihr ja nicht immer wieder allein zum Dekan latschen und euch eine persönliche Sprechstunde geben lassen. Dafür werdet ihr von Leuten aus dem eigenen Lager vertreten. Als Instanzen sind hier der AStA, das Stupa, der Fakrat und die EngFak zu nennen. Wenn ihr sie näher kennen lernen wollt, schaut

Ziehung der Lottozahlen: Sechs Richtige und die Superzahl? Großartig! Aber es geht auch ohne Lotto. Immer schön fleißig sein, die Freunde da­bei nicht vernachlässigen, und schon wird’s was mit dem Traumjob. Wir hoffen, euch mit diesem umfangreichen, aber natürlich immer noch un­vollständigen Uni-ABC einige offene Fragen zum Studienstart beantwortet zu haben. Sollte gleichwohl noch Klärungsbedarf bestehen, zögert nicht, im WiSo-Büro vorbeizuschau­ en oder auf andere Studenten zuzuge­ hen. Zusammen mit Kommilitonen auf der Campuswiese sitzend zeigt sich die oft undurchsich­tige Uni-Welt von einer ih­rer schöneren Seiten.

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Tutorien: Freiwillige Lehrveranstaltung, in denen euch der Vorlesungsstoff noch einmal verständlich von Studenten erklärt wird. In Gruppen von ca. 30 Personen werden Übungsaufgaben gelöst und besprochen. Eignet sich für die Klausurvorbereitung und lässt in Erinnerungen an das alte Klassenzimmer schwelgen…

ZIB: Das Zentrum für Internationale Beziehungen koordiniert die internationalen Aktivitäten unserer Fakultät. Wie unter Ausland beschrieben, hilft es Euch bei Planung und Organisation eines Auslandssemesters. Was nett klingt, kann aber auch echt kompliziert werden. Wenn Ihr ins Ausland wollt, fragt frühzeitig, am besten schon drei Semestern im Voraus beim ZIB nach, was es dabei alles zu beachten gibt.

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Studium Integrale: 12 Leistungspunkte, die man nach Vorstellung der Uni Köln dadurch erwerben soll, dass man sich mit dem Stoff anderer Fachgebiete beschäftigt, dass man „mal über den Tellerrand schaut“. Kann man sich aber auch aus der Belegung der Kurse „Lernstress bewältigen“, „Berufszielfindung“ und „Bachelorarbeit schreiben“ zusammen stellen.

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Studierendenparlament (Stupa): Siehe Vertretung.

WiSo-Büro: Von der Fachschaft betriebenes Zimmerchen im AStA-Café jenseits der Zülpicher Straße, in dem von morgens bis abends hilfsbereite Kommilitonen mit Speis und Trank auf euch warten und euch warmherzig bei allen Problemen unter die Arme greifen. Unbedingt zu besuchen – auch, wenn ihr Begriffe hört, die euch selbst in diesem ABC nicht erklärt werden. Was wir natürlich nicht hoffen.

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Studiengebühren: Aus dem Kölschen Grundgesetz, §6: „Wat fott es, es fott.“

doch einfach mal im WiSo-Büro vorbei; dort werdet ihr geholfen. Im November stehen zudem die Uni-Wahlen an. Dann werdet ich auch noch einmal in diesem Printmedium mehr über die Vertretungsinstanzen erfahren.

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(Universitätsstraße 16) oder im MG der HauptMensa. Für allgemeine Informationen und die aktuellen Speisepläne schaust Du am besten auf www.kstw.de vorbei.

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A Uni bis Z Nur studieren  ist  Dir  zu  langweilig?                  Du  kennst  zu  wenig  ne3e  Leute?            Du  willst  Dich  engagieren?    

E-Fete

Mitschriften AG

IX E-Team

Wir haben  die  Lösung! Komm  einfach  zum Bürodienst

FACHSCHAFTSKENNENLERNABEND

Büchermarkt

WiSoMitteilungen

Gremienarbeit

Alle Fragen  und  Antworten  zum   Thema  FachschaBsarbeit Examensfeier

Die FachschaB  stellt  sich  vor Am  Mi3woch,  den  12.10.2011 19:30  Uhr  im  AStA-­‐Café   [Universitätsstr.  16b]

Masterophase

Internationales


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Uni

Standpunkt:

Leben am Rande des Dispos, den Prof nur vom Buchrücken des Begleitbuchs kennen, den Hausputz nur vor dem Oma-Besuch machen oder ein abgewracktes, selbst angepinseltes Fahrrad fahren: Wir haben euch gefragt – welches Studi-Klischee erfüllt ihr am meisten?

„Gelassenheit ist etwas, das mich ausmacht. Und auf jeden Fall ein bisschen rumdrucksen und Zeit lassen mit Nebenjobs. Nebenbei noch ein bisschen studieren, aber nicht Vollzeit.“ Julia, SoWi, 5. Semester

„Ich brauche viel Druck zum Lernen. Ich schiebe den Anfang so weit wie möglich heraus. Dann aber lebe ich quasi im Seminar und in der Bib. Ansonsten bin ich feierwütig und nur zu den absoluten Stoßzeiten in der Uni.“ Tobias, BWL, 4. Semester


Typisch

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„Ich komme die studentische Viertelstunde zu spät.“ Maria, Kunstgeschichte, 6. Semester

„Ehrgeiz.“ Marcel, BWL, 4. Semester

„Faulheit.“ Simon, BWL, 2. Semester

„Alle Lateinamerika- Regionalwissenschaftler sind Weltverbesserer - ich also auch.“ Marleen, Reg.Wiss. Lateinamerika/SoWi, 1. Semester

„Ich bin zu wenig in der Uni.“ Ines, BWL, 2. Semester


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Uni Wie weit reicht eigentlich das W-Lan an der Uni? Wo ist der Empfang am besten? Welches Netz ist sicher? Malte Noll hat Antworten

Schnelles Netz mit Lücken

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o gibt‘s an der Uni drahtloses Internet und wo nicht? Ein Blick auf die Karte verschafft eine Übersicht. Generell gilt: Je näher ihr einem Zugangspunkt seid, desto besser ist der Empfang. Dabei wurden WM-Redaktions-Spitzenwerte von bis zu 12 Megabyte in der Sekunde erreicht. Mehr sollte

eigentlich auch niemand benötigen, das ist ein hervorragender Wert. Allerdings gibt es auch einige Haken. So herrscht zum Beispiel in der Mensa, wo eigentlich laut WLan-Karte guter Empfang herrschen sollte, weitgehend im wahrsten Sinne des Wortes Funkstille. Sogar vor dem Haupteingang


Uni ist nicht viel zu holen; dafür müsst ihr erst ein paar Schritte gen Wiese machen – während in anderer Richtung manche Studenten am Zülpicher Wall auf eine Internetleitung verzichten können, da das W-Lan-Netz bis zu ihnen reicht. Es kommt aber nicht nur auf die Position an, sondern selbstverständlich auch auf das Gerät, das ihr benutzt. Denn die Qualität des Empfangs geht immer Hand in Hand mit der Qualität des Empfängers. Außerdem solltet ihr beachten, dass das Netz „UniKoeln-802.1X“ dem „UniKoeln-WEB“ vorzuziehen ist, da es verschlüsselt ist. Ihr müsst euch zwar mit euren S-Mail-Accountdaten einloggen, geht aber nicht die Gefahr ein, dass eure Daten über das unverschlüsselte „UniKoeln-WEB“ angezapft werden. Weiterhin bietet die Uni Köln „eduroam“ an, das es Studenten fremder Universitäten ermöglicht, mit ihren Zugangsdaten das Kölner WLAN-Netz zu benutzen und umgekehrt. Dies ist angesichts der aktuell 270 „eduroam“-Standorte in Deutschland ein durchaus praktisches Angebot. Die Standorte könnt ihr im Internet unter airoserv4.dfn.de nachsehen. Um diesen Service zu nutzen benötigt ihr lediglich einen neuen Client auf eurem (Windows-)Computer, der weitgehend selbsterklärend ist. Die Anleitung zur Installation für Linux, Mac und andere Betriebssysteme findet ihr auf den Seiten des Regionalen Rechenzentrums (RRZK): rrzk.uni-koeln.de/eduroam.html. Nicht zu vergessen: Falls ihr kein Möglichkeit habt, W-Lan zu nutzen, könnt ihr immer noch das gute alte Kabel an die Buchsen anschließen, die an der ganzen Uni zu finden sind. Auch darüber informiert das RRZK auf seiner Seite.

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VPN, was? Wer eine Haus- oder Bachelorarbeit schreibt, braucht Literatur. Nur Recherche ist nervig. Wie‘s geht, schreibt Caroline Martens

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iteraturrecherche ist eine Herausforderung, der jeder Student spätestens bei seiner Bachelorarbeit das erste Mal gegenüber steht. Keine Panik: Es ist gar nicht so kompliziert, schnell und kostenfrei an die gesuchten Quellen zu kommen, wenn man weiß, wo man suchen muss. Musstet ihr früher noch für jeden Artikel und jedes Buch in die Bib fahren, findet ihr heute fast alles im Internet. Alles, was ihr dafür braucht, ist der sogenannte VPNClient, der einen Zugang zum UKLAN und somit zu den Datenbanken verschafft. An den PCs in der Uni ist der VPN-Client schon eingerichtet; wer von zu Hause aus recherchieren will, muss den VPN-Client selbst einrichten. Voraussetzung sind lediglich eine Internetverbindung und ein S-Mail-Account. Unter http://rrzk. uni-koeln.de/vpn.html ist Schritt für Schritt beschrieben, wie ihr den Zugang installieren müsst. Nach der einmaligen Installation habt ihr über die Internetseite der Bib (http://ub.unikoeln.de) immer Zugriff auf die Datenbanken. Die Uni hat fleißig Verträge mit Verlagen abgeschlossen und so habt ihr Zugriff auf 17.771 E-Zeitschriften im Bereich der Wirtschaftswissenschaften und diverse E-Zeitungen. Ihr könnt beispielsweise die Süddeutsche Zeitung, die FAZ oder das Wall Street Journal täglich online einsehen und als PDF runterladen. Außerdem sind viele Bücher komplett eingescannt und ebenfalls als PDF verfügbar. Das Installieren des VPNClients lohnt sich also: Es erspart viel Zeit, Weg und Papier.


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Ab nach Hause in den Blechcontainer

Die Stadt prüft, ob sie im Wintersemester 2012/13 Container aufstellen kann, um alle neuen Studenten unterzubringen. Warum baut das Studentenwerk nicht neue Wohnheime? Lutz Bergmann erklärt‘s

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is zu einer halben Million junge Menschen strömen in diesem Studienjahr an die Hochschulen, etwa 60.000 mehr als im vergangenen Jahr. Und die allermeisten von ihnen suchen Zimmer oder Wohnungen – zu erschwinglichen Preisen. Dieses Semester sind es besonders viele Studienanfänger, weil in Bayern und Niedersachsen doppelte Jahrgänge Abitur gemacht haben und die Bundesregierung die Wehrpflicht abgeschafft hat. Das Studentenwerk Köln bemüht sich darum, bezahlbare Zimmer in Wohnheimen anzubieten, doch es mangelt an Grundstücken in Uninähe. Dieses Semester beginnen an der Uni Köln 6500 Studenten ein Studium – 1300 mehr als im

vorigen Wintersemester. Wo sie unterkommen, steht in den Sternen. Die meisten müssen sich wohl auf dem privaten Markt umsehen, denn das Studentenwerk hat es nicht geschafft, neue Wohnheime zu bauen. Geschäftsführer Peter Schink bedauert die Situation: „Wir hätten uns gerne besser vorbereitet.“ Das Problem: Es fehlen freie Grundstücke in Campusnähe. Frühestens im nächsten Jahr, in dem dann in Nordrhein-Westfalen doppelte Abiturjahrgänge die Schulen verlassen, gibt es Hoffnung auf neue Wohnheime. Eins davon soll in der Nähe des Eifelwalls errichtet werden. Sicher ist das jedoch nicht. Denn das Studentenwerk verhandelt noch mit der Stadt. Peter


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Uni überarbeitet Parkplatzkonzept Nicht nur der Wohnraum in Köln ist knapp, sondern auch die Parkplätze – jeder, der ausversehen in Köln mit seinem Auto unterwegs ist, kennt das. Das Rektorat der Uni Köln hat mit der Stadt beschlossen, den Betrieb der Plätze neu zu ordnen: Alle Plätze mit Schranke bekommt die Universität, alle Parkplätze direkt an der Straße die Stadt. Das heißt auch, das für die Straßenparkplätze demnächst neue Tarife gelten – die der Stadt nämlich. Die Uni lädt zu einem Informationsabend ein, bei dem die neuen Regelungen diskutiert werden können: Am 17.10.2011 ab 16.00 Uhr in der Aula 1 im Hauptgebäude Kinshasa-Atmosphäre wie hier in Mutterstadt in einem Jahr vielleicht auch in Köln Foto: wikimedia

Schink zeigt sich allerdings zuversichtlich. Er bezeichnet das Angebot der Stadt als „vielversprechend“. Der Bau neuer Wohnheime brirgt indes auch Risiken. Ein Blick auf den demografischen Wandel zeigt: In naher Zukunft wird die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife sinken. Dann besteht die Gefahr, dass neue Wohnheime leer stehen. Peter Schink warnt deshalb davor, auf den jetzigen Ansturm nur mit Neubauten zu reagieren: „Es ist sinnlos, Wohnheime zu bauen, die danach stillgelegt werden müssen.“ Tatenlos zusehen, wie die Studenten bei der Wohnungssuche verzweifeln, will das Studentenwerk jedoch nicht. Daher prüft es mit der Stadt, ob und wo im Wintersemester 2012/13 Wohncontainer aufgestellt werden können.

Vorteil dieser Notbehausungen ist, dass sie sich schnell auf- und abbauen lassen. So ist die Gefahr des Leerstands gebannt. Allerdings leidet der Wohlfühlfaktor in den Blechbehausungen doch arg. Auch in anderen Städten greifen die Studentenwerke zu ungewöhnlichen Mitteln, um Studenten unterzubringen. In München werden am Anfang des Semesters Matratzenlager eingerichtet und in Hamburg Zimmer doppelt belegt – obwohl die Studentenwerke in beiden Städten viel mehr Wohnungen anbieten als das Kölner Werk. In München wohnen 13 Prozent der Studenten in Wohnheimen, in Hamburg elf und in Köln sieben. Im Preisvergleich steht Köln auf Platz zwei. 240 Euro kostet die durchschnittliche Monatsmiete hier. In Hamburg sind es 222 und in München 268.


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Statt Karten

Alles hat ein Ende Der Würstchenautomat ist nicht mehr spendabel. Profitmaximierer machten ihm den Garaus. Ein Nachruf von Alexander de Vivie Der Lauf der Zeit ist unerbittlich. Schon wieder strömt ein gigantischer Schwall von Erstis in die Uni. Sie sammeln neue Eindrücke, die sie in ein, zwei Jahren – mit Recht! – als die besten Wochen ihres Lebens bezeichnen werden. Aber eins werden sie nicht mehr erleben: den sagenhaften Automaten unter dem WiSo-Foyer. Ein bisschen unscheinbar versteckt er sich zwischen zwei Cola- und Snackautomaten. Keiner fühlt sich von ihm so richtig

angezogen. Dabei hat er doch so viel zu bieten: Wiener, mit und ohne Paprika, Käse oder sonstige Mixturen, kalt, warm, mit und ohne Senf. Im Sommersemester 2009 zeichnete er sich durch wundersame Großzügigkeit aus. Immer, wenn verzweifelte VWL-Erstis sich fragten, warum sie dazu verpflichtet sind, sich der Technik des betrieblichen Rechnungswesens zu unterwerfen und in der Pause der Vorlesung nach materieller Unterstützung suchten, zeigte er sich hilfsbereit und gab kostenlos Würstchen für Würstchen von sich. Und das munterte wieder auf. Sie aßen einfach so lange amerikanische Würstchen, bis Soll und Haben keine Hürde mehr darstellten. Und wenn es keine mehr gab, half ihnen der bittere, leicht analoge Geschmack der Käsewiener über Durststrecken von Eigen- und Fremdkapital. Mittlerweile ist er wieder einer von vielen; materielle Profitmaximierer haben die sinkenden Umsatzzahlen bemerkt und ihn wieder in seinen Ausgangszustand versetzt. Aber wir werden es nicht vergessen: Er will allen Erstsemestern helfen, die von den Schöpfern der Musterstundenpläne und Prüfungsordnungen in Module geschickt werden, die ihnen die lebensbejahende Stimmung der ersten Semester versauern wollen. Und diesen guten Geist werden wir nie vergessen. Also, liebe Erstis: Zeigt euch gnädig, esst eine Wurst – er braucht die Stütze. Und eins ist sicher: irgendwie wird er es euch zurückzahlen.


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Mittendrin Anne wollte mal wieder alles: Eine Hausarbeit schreiben – an drei Unis (Seite 32). Die Redaktion hat Kölns Kioske in Uninähe getestet (umblättern). Wie immer Rätsel mit Gewinnspiel (Seite 35) und der WieSoMensch (Seite 38), der erklärt, warum VWLer gut und BWLer böse sind


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Mittendrin Uni

99 Bottles of Beer

Experimentierfreudige WM-Redakteure zogen los, um die Kioske in Uni-Nähe zu testen: Wo ist das Bier am billigsten? Wo guckt der Verkäufer komisch? Und das wievielte Kölsch war das gerade?

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uf 99 Flaschen Bier wie in dem beliebten amerikanischen Trinklied kamen wir am Ende unserer Kiosk-Tour zwar nicht ganz. Aber immerhin haben wir uns große Mühe gegeben. Die Sonne schien, ja genau: Dieses gelbe Ding am Himmel zeigte sich tatsächlich und verlieh unserer Recherche eine passende sommerliche Note. 99 Bottles of Beer on the Wall... Unsere wohlüberlegte und keineswefs spontan entschiedene Route beginnt am Zülpicher Platz gegenüber von der Kirche, wo die Auswahl relativ gut und die Temperatur unserer Getränke schön kühl ist. Mit dem Preis lässt es sich leben: Beck‘s (in einigen Varianten) 1,40 Euro, Heineken 1,70, Kölsch 1,30, Eistee 1,20. Etwa hundert Meter weiter befindet sich „Campus Kiosk“, der nächste Halt. 98 Bottles of Beer on the Wall...

Auswahl schon deutlich besser. Mehr Beck‘sVarianten, viel Kölsch, sogar Corona und vor allem billiger. Das Heineken hier nur 1,50 Euro. Wenn man das vorher gewusst hätte, wären wir schon längst ein paar Flaschen weiter mit unserem Lied. Auch Beck‘s und Kölsch sind beide jeweils 20 Cent billiger. Eine Sitzecke verbessert die Bewertung dieses Kiosks, bis uns gesagt wird, dass man da keinen Für die Eliminierung der ersten Bottles wird an der Kyffhäuserstraße Halt gemacht. Foto: Gass


Mittendrin Uni Alkohol trinken dürfe. Na gut, draußen ist es eh schöner. 97 Bottles of Beer on the Wall... Unsere Route führt uns einmal von der Zülpicher Straße weg in etwas abgelegenere Teile und zu einem Kiosk, der so abgedunkelt ist, dass selbst Freddie Krüger es sich zweimal überlegen würde, hineinzugehen. Mutig wie wir jedoch sind, wagen wir es, einzutreten und untersuchen in wahrer Journalisten-Manier, womit wir es zu tun haben. Wenig bis kaum Auswahl, preislich in Ordnung, doch selbst das freundliche Personal kann das Bier nicht kühler machen. Schade. Weiter geht’s. 94 Bottles of Beer on the Wall... Zurück auf der Zülpicher Straße mit all ihren Kneipen, Bars und Restaurants können einige von uns dem Falafel-Laden nicht widerstehen und holen sich erstmal was zu essen. Gestärkt für den nächsten Halt und mit hohen Hoffnungen nach dem letzten dunklen Kiosk, betreten wir kollektiv ein Geschäft zwischen dem Falafel-

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Die Freundlichkeit der Verkäufer, ein sehr wichtiger Faktor in unserer Recherche, lässt sich mit folgender These darstellen: Je mehr wir uns der Uni nähern, desto freundlicher und unberechenbarer wird das Personal. Während einigen von uns ein nettes Lächeln begegnet, wandelt es sich bei anderen in misstrauische und skeptische Blicke. 68 Bottles of Beer on the Wall... Da wir uns langsam der Uni nähern, gibt es nun endlich auch Sitzmöglichkeiten, um das Bier und das Wetter in vollen Zügen genießen zu können. Wie viele Flaschen nochmal? Ach ja, 53 Bottles of Beer on the Wall... Geldbeutel-Check – ein Kiosk ist noch drin. Aber plötzlich sind wir ein Mann weniger. Nicht den Mut verlieren, auch mit dezimierten Zahlen kriegen wir das hin. Weiter geht es zum Partykiosk an der Universitätsstraße, der sich in vorteilhafter Lage zwischen Bib und WiSoBüro befindet. Der größte Kiosk bisher, nicht unbedingt mehr Getränke-Auswahl – wir lassen uns von der Größe schließlich nicht blenden – aber ein wenig mehr Variation beim Essen. Die Preise? Hm, Desperados kostet 10 Cent weniger als zuvor, sonst keine Unterschiede. But who‘s keeping track? Wir kommen am WiSo-Büro an, fröhlich und siegessicher, obwohl uns unterwegs jemand verloren ging – wie viele Flaschen? Ivona Coric bewahrte den Überblick Beck‘s verkauft sich immer gut. Und erst recht in Uni-Nähe. Foto: Gass

Sekt oder Selters? Peters oder Quelle Acht? Hauptsache, Durst ist gelöscht. Foto: Gass

Laden und der Cocktailbar „Paprica“. Gute Auswahl, hier holt sich jemand auch einen Astra, Preise haben sich mittlerweile im gleichen Bereich eingependelt – das Heineken kostet immer noch 1,50, was hat der erste Kioskhändler in seinem Leben bloß falsch gemacht? 80 Bottles of Beer on the Wall...


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. . . l l i w e n n A

...andere Unis erleben Es geht noch schlimmer: Das ist nicht Köln, sondern ein Flur der Frankfurter Uni Foto: Lang

Vor dem Praktikum musste Anne noch schnell die in Deutschland verstreute Familie besuchen und dabei eine Hausarbeit schreiben. Dazu trieb sie sich in drei Unis herum – ein Balanceakt mit Tücken

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icher, ich hatte von Anfang an meine Zweifel, ob der Plan gut war. Aber warum sollte er schiefgehen? Drei deutsche Großstädte – Köln, Frankfurt, Berlin –, drei UniBibliotheken, eine Hausarbeit. Machbar. Nur leider (Überraschung!) ziemlich stressig und zeitaufwändig. Köln war kein Problem: Die Uni kenne ich, die Uni kennt mich, und seit ich weiß, wo die relevanten Bibliotheken liegen, meistere ich die Sache mit dem Bücherausleihen relativ problemlos. Bei der Uni in Frankfurt am Main sah die Sache anders aus. Für sie war ich eine Fremde, und ich war mir keineswegs sicher, ob sie sich mir gegenüber ebenso großzügig zeigen würde, was Literatur und Arbeitsplätze angeht. Schließlich

bekommt sie im Gegensatz zur Uni Köln kein Geld von mir. Also bereite ich mich gut vor: Noch aus Köln rufe ich in der Bibliothek der Goethe-Uni an und fragte, ob es mir denn eventuell gestattet wäre, dort Bücher auszuleihen, vielleicht und unter Umständen. Das sei es, bestätigt mir eine freundliche Dame: Ich könne sie als Gast vorbestellen, dann in Frankfurt einen Ausweis beantragen und die Bücher mit nach Hause nehmen. Ich bin begeistert. Jedenfalls bis ich feststelle, dass zwei Bücher nicht in der Hauptbibliothek, sondern in der Bibliothek der Gesellschaftswissenschaften liegen. Die freundliche Dame bedauert: Die dürfe ich leider nicht ausleihen. Ich würde wohl dort arbeiten müssen. Na gut. Ich bestelle also fleißig Bücher vor. Ein Buch


Mittendrin Uni gibt es in Frankfurt, das Köln nicht hat, ein anderes dafür nur in einer älteren Auflage; ich kopiere mir einige Seiten aus dem neueren in Köln. Der erste Eindruck in Frankfurt: ein schönes neues Bib-Foyer mit Cafeteria. Für den Ausweis muss ich zwar erst noch online an einem der Rechner einen Antrag ausfüllen, bekomme ihn dann aber schnell. Und meine vorbestellten Bücher sind auch da. Klappt doch. (Vorbestellen ist allerdings auch nötig. Die Dinger liegen im Magazin, ich hätte sie sonst spontan nicht bekommen.) Also ab in die Bibliothek der Gesellschaftswissenschaften. Sie liegt im AfE-Turm, dem wohl hässlichsten Hochhaus Frankfurts, Baustil Brutalismus (sic!) – dagegen ist unser altes Kölner Seminargebäude ein Augenschmaus. Der Turm soll mal geschlossen werden, hält sich bisher aber beharrlich. Die Wände zieren studentische Parolen, die Fahrstühle sind mit DrehscheibenTelefonen ausgerüstet; aber immerhin, einer bringt mich zuverlässig in den 17. Stock. Die dortige Bibliothek katalogisiert in meinen Augen eher gewagt, dank der diensthabenden Mitarbeiterin finde ich meine Bücher aber. Leider macht die Bib in einer halben Stunde zu und noch mal will ich eigentlich nicht hin. Ob es einen Kopierer gibt? Die Mitarbeiterin schickt mich zurück ins Hauptgebäude. Ich laufe zurück und ziehe mir eine Kopierkarte. Fange an zu kopieren, werde vom Kopierer im Foyer vertrieben

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(er ist angeblich nur für ganz schnelle Kopien), kopiere weiter oben im Gebäude zu Ende und renne zurück. Um zwei vor vier gebe ich völlig außer Atem das kopierte Buch zurück. Die anderen nehme ich mit. Danke, liebe Goethe-Uni. Hallo, FU Berlin. Die FU ist misstrauisch. Ich bekomme lediglich einen Gastausweis – weil ich nicht in Berlin gemeldet bin. Ich darf Bücher nur in den Lesesaal ausleihen, was die Möglichkeiten doch ir-

Die Uni Frankfurt bekommt im Gegensatz zu Köln kein Geld von mir, und bei solchen Dingen sind Unis schnell beleidigt gendwie limitiert. Weil ich den ersten Ausweis in der politikwissenschaftlichen Bibliothek bekomme, ist er auch noch auf sie beschränkt; ein Mitarbeiter in der Hauptbib muss ihn erst für den dortigen Lesesaal freischalten. Dort darf ich dann immerhin sitzen und arbeiten, muss die Bücher aber danach am Tresen abgeben. Im vorigen Jahr habe ich schon mal in der FU gelernt. Damals erklärte mir eine Mitarbeiterin, Internetzugang sei nicht drin. Nur für Berliner. Jetzt stelle ich fest: Geht wohl. Mit „eduroam“ kann ich das drahtlose FU-Netzwerk benutzen (siehe Seite 24). Schön, wenn etwas anderswo so problemlos klappt.

Die Fahrstühle sind zur Sicherheit mit Drehscheiben-Telefonen ausgestattet Foto: Lang


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Anne will..


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Profit? Geil!

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önnt ihr euch ein Bild von Köln machen? Ja? Dann guckt mal hier: das haben nämlich auch schon Andere versucht. Die Frage ist diesmal aber: Wann war denn das Ganze? Wer alle vier Karten den Epochen zuordnen kann, in denen sie erstellt worden sind, kommt in den Pott für den Gewinn von drei Gutscheinen im Wert von je 20 Euro für T-Shirts, Pullis oder Accessoires von Duck & Cover aus Ehrenfeld. Schreibt uns die Zuordnungen der Nummern zu den Zeiten bis zum 01.11.2011 an: profitgeil-wm@wiso-buero.uni-koeln.de.

Römerzeit Nr: _ 1572 Nr: _ Mitte 17. Jh. Nr: _ 1807 Nr: _

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„Duck & Cover“ in Ehrenfeld verkauft T-Shirts, Pullis, Accessoires & mehr. Körnerstraße 73, Köln-Ehrenfeld. Fr 13-19 h, Sa 11-16 h

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Fahr doch, wo du willst

Die Stadt will Radlern die Wahl geben, ob sie auf dem Radweg oder der Straße fahren. Keine Wahl haben Chiller am Brüsseler Platz: Der wird um Mitternach geräumt. Köln-News, präsentiert von elfnachelf.de Eine entsprechende Regelung soll zunächst an über 100 Streckenabschnitten gelten. Die Änderung folgt der Einsicht, dass Radfahrer auf der Straße teilweise sicherer unterwegs sind – weil sie besser gesehen werden. Die Wahlfreiheit gilt überall dort, wo kein blaues Schild mit weißem Fahrrad auf den Radweg hinweist. Autofahrer sollen auf die Regelung in den ersten Monaten durch ein neues Schild aufmerksam gemacht werden. Klingt sinnvoll, denn: Die Kölner fahren immer mehr Fahrrad. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben die vier Messanlagen an der Hohenzollernbrücke, der Deutzer Brücke, am Neumarkt und an der Zülpicher Straße 2,4 Millionen Radfahrer gezählt Im Vorjahreszeitraum waren es knapp 2 Millionen, 2009 1,9 Millionen. Die Stadt hat daraus errechnet, dass

zwölf Prozent aller in Köln zurückgelegter Strecken mit dem Fahrrad absolviert werden. Wie auch immer man das berechnet. Jedenfalls besteht bei den Radwegen einiger Sanierungsbedarf. Auch ein Grund für die neue StraßenfahrRegelung. KVB is (nur vereinzelt) watching you Mit Video überwachte Haltestellen findet man bisland nur in der Innenstadt – bis in anderen U-Bahn-Stationen die digitalen Überwachungskameras installiert werden, dauert es nun länger als geplant. Als Grund für die Verzögerung nennt die KVB, dass alle alten analogen Geräte abgebaut werden müssten. Eine flächendeckende Videoüberwachung aller Haltestellen forderte die CDU-Fraktion, nachdem ein Obdachloser


News aus Köln in der U-Bahn überfallen, und später tot vor der Oper aufgefunden worden war. Der mutmaßliche Täter konnte mit einem Überwachungsvideo identifiziert werden – das aber eigentlich nur als Test aufgezeichnet worden war. Die rot-grüne Mehrheit lehnte die Gesamtüberwachung ab. Datenschutzrechtlich ist diese auch fragwürdig, überwacht werden dürfen nämlich nur Bahnsteige. Die KVB hat angekündigt, alle Videoanlagen von Datenschützern prüfen zu lassen. Rauchverbot, jetzt wirklich Rauchverbot hin oder her – in Kölner Kneipen und Clubs wird immer noch kräftig gequalmt. Die Stadt wollte im Mai mit Selbstverpflichtungserklärungen der Wirte für gute Luft sorgen und ging im April vor Gericht gegen einen “Raucherclub” vor. Seitdem ist wenig passiert. Bewegung in die Sache bringt nun NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Sie kündigte ein Gesetz für einen lückenlosen Nichtraucherschutz an.

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Platz um Mitternacht geräumt werden, um den Anwohnern eine ruhige Nacht zu garantieren. Weil sämtliche Maßnahmen, von starker Beleuchtung bis zum Ausbau des Biergartens am Aachener Weiher, der Beliebtheit des Platzes als abendlichem Treffpunkt nicht geschadet haben, forderten die Anwohner drastischere Methoden. Auf einer Beiratssitzung beschlossen die Fraktionen des Stadtrats und Vertreter des Stadtdirektors die Räumung des Platzes. Dabei soll die Polizei die Platz-Besucher aber lediglich freundlich ansprechen und zum Gehen auffordern. „Das Ganze darf auf keinen Fall martialisch wirken“, heißt es im Rathaus.

Köln-Hamburg-Berlin Die Deutsche Bahn bekommt auf der Strecke zwischen Köln, Berlin und Hamburg Konkurrenz. Das berichtete die Wirtschaftswoche unlängst. Demnach plane das Kölner Unternehmen MSM, das bisher Bahnreisen organisiert, ab Ende 2012 dreimal täglich einen Zug von Köln nach Berlin und Hamburg und zurück. Die Nutzung der Schienentrassen sei bereits bei der Bahn-Tochter DB Netz beantragt. Auf der Strecke Köln-Hamburg hatte sich zuvor schon der Betreiber HKX als Konkurrent gemeldet. Ab Ende dieses Jahres will HKX drei tägliche Verbindungen zwischen Köln und Hamburg einrichten.

Autonomes Zentrum bleibt Einen unbefristeten Mietvertrag konnten die Vertreter des Autonomen Zentrums gestern unterzeichnen. Das Gebäude der ehemaligen KHDKantine in Kalk können die Nun-nicht-mehrBesetzer kostenfrei nutzen, wie sie auf ihrer Homepage mitteilten. Dafür zahlen sie teilweise Nebenkosten - wie jeder normale Mieter auch. Im März hatte die Sparkasse Köln Bonn, der das Haus gehört, versprochen, dass sie mit den Autonomen über einen Vertrag verhandeln werde und das Gebäude nicht von der Polizei räumen lassen werde. Jetzt gehen die Vertreter des AZ davon aus, dass die Stadt das Haus noch im Laufe des Jahres kaufen wird. Oberbürgermeister Roters hatte schließlich im Wahlkampf angekündigt, dass ein AZ für ihn eine “Herzensangelegenheit” sei. Im AZ sieht man Roters nun als den Hauptansprechpartner für eine langfristige Lösung für das Gebäude. Im April vergangenen Jahres besetzten Mitglieder der Kampagne “Pyranha -- Für ein Autonomes Zentrum” das Haus in der Wiersbergstraße -- und ließen sich seither dort nicht vertreiben.

Räumung am Brüsseler Platz Am Brüsseler Platz greifen Ordnungsamt und Polizei zum letzten Mittel. Demnächst soll der

elfnachelf.de - der Kölner Nachrichtenblog. Jeden Morgen eine Presseschau bis 11.11 Uhr. Das Wichtigste auf einen Blick.


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Mittendrin Uni Der WieSo-Mensch machte eine Weltreise, um seine Ressentiments abzubauen – nur um festzustellen, dass das ab jetzt in Köln am besten geht

Stolz und Vorurteil

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as „G” ist derzeit der brisanteste Buchstabe im Alphabet. Wieso? Etwa wegen G-Unit, Mercedes G-Klasse, G-Star, G-Shock oder G-in-Tonic? Nein, „G8” lautet das Motto für dieses Wintersemester – Abitur schon nach Klasse zwölf. Doppelte Abiturjahrgänge, der Wegfall des Wehr- und Zivildienstes und daraus allein an der WiSo 1600, in Worten ABERTAUSENDE Erstsemester. Diese werden die bereits jetzt bestehenden Nadelöhre weiter verstopfen: Den Weg zur Uni, Hörsaalsitzplatz, Mensabesuch zur Mittagszeit, Nachmittagskaffeekonsum und selbstverständlich… der BibLesesaal. Das wird kein Zuckerschlecken! Auch wenn das Turboabitur die Wurzel allen Übels ist, dürfen wir uns nichts vormachen: Die Elfte war zu wenig Nütze. Schlüsselerlebnis in meinem Fall: „Was!? Ich darf meine Entschuldigungszettel selber unterschreiben?“ Wir halten also fest, die elfte Klasse sicherte Lohn und Brot für die umliegende Gastronomie. Das ist jetzt futsch. Gut gemacht, Herr und Frau Politik. Und damit sind wir beim eigentlichen Thema. Ausland, Politik und Klischees (Ausland immer = „USA“). Der exakte Auftrag des Chefredakteurs an mich für diesen Text lautete nämlich: „Fakten, Fakten, Fakten! Schreib‘ was über Klischees an der WiSo. Du weißt schon. Nach dem Motto: BWL-Blondchen mit Perlenohrstecker und so. Klar?“ Klar Chef! Also, ja, nein, ich mein… Jein. Fangen wir also an. Sind Sommersemesterferien die schönste Zeit im Leben? „Im Prinzip ja“, lautet die einfache Antwort. Es sind die Sommerferien. Ob in der Schule oder im Studium. Diese sind die beste Möglichkeit die eige-


WieSo-Mensch nen Vorstellungen über andere Kulturen und Menschen zu validieren, sprich Vorurteile zu pflegen. Der heterogene WiSo-Student im Allgemeinen verbringt die Zeit bis zum zweiten Klausurtermin Ende September im besten Fall nämlich mit reisen. Wobei hier wieder Herr und Frau Politik zum Tragen kommen. Frei nach Helmut Schmidt: „Reisen Sie gefälligst in der Welt herum!“ Herr Altkanzler, recht so! DIE moralische Instanz unserer Zeit bringt es auf den Punkt. Die Welt auch nur annähernd verstehen kann nur, wer sie gesehen und erlebt hat. Der WieSo-Mensch war also auch eben noch im Ausland (USA). Diese Irene von einem Wirbelwind wühlte die Gegend und die Menschen gleichermaßen auf. Auf der Suche nach den Klischees ist der WieSo-Mensch selber vor allem beeindruckt angesichts der schier unendlichen Weisen, hier das Leben zu leben. Hier sei

Eintausend neue Kommilitonen sind eintausend neue Möglichkeiten,Vorurteile zu bestätigen – oder zu widerlegen. nur exemplarisch der Mittfünfziger auf dem Weg zur Arbeit erwähnt: Der trägt den schrillen Jogginganzug und die farblich nur mit viel Wohlwollen dazu passende Base-Cap mit einer bestechenden Seriosität. Nicht mal Muamar AlGadaffi kann da mithalten und wirkt in seinen Hip-Hop-Mützen im direkten Vergleich wie Karl Lagerfeld ohne Sonnenbrille. Gleichwohl, zurück in Deutschland und damit unweigerlich wieder beim Thema Klischees, Lebensstil und damit einhergehenden Stereotypen. Ich erfuhr durch einen Freund vom Tod einer großen deutschen Persönlichkeit. Victor von Bülow, bekannt geworden als „Loriot“, und nicht nur berühmt für die Darstellung gestörter Kommunikation. Besonders die bestechenden

Mittendrin Uni Studien der bürgerlichen „Spießigkeit“ und ihrer gediegenen Vorurteilspflege trafen subtil ins Lachzentrum der aufs Korn genommenen Gesellschaft. Auch der Großmeister des Humors wusste also um die Kraft der Klischees. Aber wieso klammern wir uns heute immer noch an vorgefertigte Meinungen über Menschen – nur anhand des ersten visuellen Eindrucks? Dass man die einzelnen Studiengänge schon am Aussehen sofort erkennen kann, kann hier natürlich widerspruchslos zugrunde gelegt werden. „Böse“ sind BWLer (einleuchtend) und Wirtschaftsinformatiker (Cyberwarrior). „Gut“, da oft um das Wohl der Menschen besorgt, die Sowis („Taxi!“) und die Wirtschaftspädagogen (Problemkerze). Von beidem etwas haben sowohl die VWLer (Chefökonom einer bösen Bank vs. gütiger Stiftungsvorstand) als auch die Gesundheitsökonomen (philantropisch veranlagt und doch verkappter BWLer). Gleichwohl, wieso scheinen sich Einige ganz bewusst in diese Schemata zu fügen und sie so durch und durch zu leben? Die BWL-erin zum Beispiel, auf Schritt und Tritt verfolgt von ihrem „perfect match“, dem BWLer-„Beau“ mitsamt seiner zwei Polohemden inklusive Trend-Elch. Beide Kragen hoch gestellt. Und so weiter, und so fort. (Bitte hier weitere persönliche Ressentiments einfügen.) AUF-HÖ-REN! 1000 neue Kommilitonen sind 1000 neue Möglichkeiten, interessante Geschichten zu hören und neue Interpretationen von Weltanschauung und „Mode“ kennenzulernen. Erich Kästner sagte wohl einmal verkürzt: „Wer Anderen zuhört, hat am Ende sogar etwas gelernt“, und Kommunikation ist schließlich der Schlüssel in jeder Beziehung. Mein Aufruf für das kommende Semester: Mehr Vielfalt und Persönlichkeit wagen – und lass‘ Dich verdammt noch mal auf jemanden ein. Der gemeine Ausländer (US-Amerikaner) würde sagen „Define and commit yourself. - Do it.“

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Willkommen und Willkommen zurück! Pünktlich zum Start des Wintersemesters nennen wir euch acht Dinge, die jeder Student an der Uni Köln brau...

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