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BRASSAT.COM MEDIENGRUPPE

WIRTSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG SPEZIAL: puu SEITE 9 -12 »

REGIONAL - MITTELSTÄNDISCH - UNABHÄNGIG

FEBRUAR 2014 | AUSGABE 01

UNTERNEHMEN IM FOKUS

INTERVIEW

IM GESPRÄCH MIT

Das Bremer Unternehmen Hella Fahrzeugkomponenten entwickelt die Technik hinter Komfort und Sicherheit im Auto. Damit avancierte das Unternehmen zu einem Branchenriesen. SEITE 18»

DB Services ist Dienstleister rund um Immobilien und Verkehr. Karsten Mindermann, Standortmanager in Bremen, erklärt, warum sich das Auslagern von Sekundärprozessen für Unternehmen lohnt. SEITE 7 »

Die Vitakraft-Werke Wührmann & Sohn GmbH & Co ist einer der führenden Konzerne der Heimtierbranche in Deutschland. Die Geschichte des Familienunternehmens erzählt JuniorChef Christoph Wührmann. SEITE 22 »

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überrollt wird, unbegründet ist“, erklärt Annabelle Girond, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereiches „International“ bei der Handelskammer Bremen. Eine Delegationsreise der HK nach Rumänien habe erst in jüngerer Vergangenheit gezeigt, dass vor allem in den Großstädten sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten für junge Leute gegeben seien, so die Expertin. Damit böten sowohl Bulgarien als auch Rumänien ein interessantes Fachkräftepotenzial für die bremische Wirtschaft. Das betreffe vor allem die IT-Branche, das Bau-, Hotelund Gastgewerbe und die Gesundheitsbranche. Günther Engelke, Vorstand der Handwerkskammer Bremen, geht noch einen Schritt weiter und sagt: „Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland brauchen wir Zuwanderung um unsere Sozialsysteme am Laufen zu halten.“ Diese Aussage stützt auch der

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Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit, Klaus F. Zimmermann. Gegenüber dem Handelsblatt bezeichnete er die jüngsten Forderungen der CSU nach einem generell härteren Kurs gegenüber Migranten vor allem aus Osteuropa als „soziale Brandstiftung“. „Von einem massenhaften Missbrauch kann anhand der objektiven Fakten nicht gesprochen werden“, sagte Zimmermann zum Thema „Sozialtourismus“. Zimmermann rechnet damit, dass ab 2014 als Folge der neuen Freizügigkeit in den nächsten Jahren maximal bis zu 200.000 Bürger aus Rumänien und Bulgarien zusätzlich nach Deutschland kommen dürften. Insgesamt sind derzeit knapp 170.000 Menschen aus diesen beiden östlichen EU-Mitgliedsstaaten in Deutschland beschäftigt; über 70 Prozent von ihnen zahlen regelmäßig in die Sozialversicherungen ein. Der Wirtschaft liege nun besonders die erfolgreiche Integration von Mi-

SCHWERPUNKTTHEMA

Gutes tun und unbedingt darüber reden Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein Konzept gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen, das sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert. Die gesellschaftliche Verantwortung, der ein Unternehmen unterliegt und die Bereiche, in denen es sich engagiert, sind dabei abhängig von den Unternehmensspezifika, der Branche und den Märkten, in denen es operiert. Verschiedene geographische Handlungsebenen (lokal, national, europäisch, global), Unterschiede zwischen Entwicklungsund Industrieländern, zwischen Großunternehmen,

granten am Herzen, sagt Günther Engelke. „Unsere Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen deutlich, dass Integration am besten dort gelingt, wo Migranten im Erwerbsleben stehen und Bildungschancen haben und wahrnehmen.“ Der CSUgeführten Debatte schreibt Engelke bestenfalls „Stammtischniveau“ zu. „Handwerker sind schon immer gewandert, haben in anderen Regionen und Ländern gelernt und gearbeitet. Daher fragen wir bis heute nicht ‚Woher kommst Du?‘, sondern ‚Was kannst Du?‘.“ Neben den zahlreichen gut ausgebildeten Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien gebe es natürlich auch viele Arbeitswillige, die keine Ausbildung haben oder nur über eine geringe berufliche Qualifikation verfügen. Das duale Bildungssystem in Deutschland befähige Arbeitskräfte auf einem sehr hohen Level. Da könnten viele Zuwanderer nicht mithalten, nicht nur Rumänen und Bulgaren. „Wenn

wir als Unternehmer aber sagen, wir brauchen Fachkräfte, auch aus dem Ausland, dann sind wir auch gefordert, diesen Menschen hier eine Chance zu geben und sie auszubilden“, so Engelke. Das Thema „Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien“ kann natürlich nicht vollkommen unkritisch betrachtet werden. „Vor allem in Sachen Scheinselbständigkeit und Schwarzarbeit müssen wir wachsam sein. Wenn es hier zu Wettberwerbsverzerrungen kommt, gibt es böses Blut. Deshalb sind an dieser Stelle die Aufsichtsbehörden wie der Zoll besonders gefragt, geltendes Recht durchzusetzen“, fordert Engelke. Der Handwerksvertreter richtet seinen Blick aber auch in die Länder, aus denen die Fachkräfte einwandern. „Fachleute, die zu uns nach Deutschland kommen um hier zu arbeiten, fehlen in Rumänien und Bulgarien natürlich.“ Tatsächlich helfen vor allem die hochqualifizier-

ten Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien den Fachkräftemangel in Deutschland einzudämmen. Gleichzeitig verstärkt sich der Mangel dadurch aber in deren Heimatländern. Denn in Rumänien und Bulgarien herrscht in beinahe den gleichen Branchen Fachkräftemangel wie in Deutschland, also in der IT-Branche, dem Bau-, Hotel- und Gastgewerbe und der Gesundheitsbranche. Aus Sicht der Rumänen und Bulgaren ist dabei besonders dramatisch, dass nicht nur die jungen Menschen ihr Glück im Ausland suchen, sondern zunehmend auch erfahrenen Spezialisten abwandern. „Daher werden wir uns in Zukunft auf europäischer Ebene die Frage stellen müssen, inwieweit wir der Verschiebung des Fachkräftemangels innerhalb der EU entgegenwirken können. Das hilft nicht nur den Heimatländern der Zuwanderer sondern letztlich der ganzen Gemeinschaft“, so Günther Engelke.

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Pünktlich zum Jahresbeginn 2014 schürte die CSU eine Debatte über die Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien. Damit befeuerte die Partei vor allem die Angst vor der sogenannten Armutszuwanderung. Die SPD-Führung aber auch die Spitzen deutscher Wirtschaftsverbände disqualifizierten die Diskussion als unsachlich und polemisch. So betonte unter anderem Michael Knipper, der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) in der „Welt am Sonntag“: „Wir sind stark interessiert an Fachkräften aus Rumänien und Bulgarien und werden uns diesem Thema öffnen. Die Leute sind gut ausgebildet, motiviert und haben eine faire Chance verdient.“ Diese Einschätzung teilen auch Vertreter der bremischen Wirtschaft. „Die Öffnung Richtung Polen hat bereits vor einigen Jahren gezeigt, dass die Angst, dass Deutschland von einer Welle von Zuwanderern

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BREMISCHE WIRTSCHAFT BRAUCHT ZUWANDERER

KMU’s und Mikrounternehmen sowie zwischen verschiedenen Branchen führen dazu, dass Unternehmen unterschiedliche Schwerpunkte in ihrem gesellschaftlichen Engagement setzen. CSR passt in die Zeit – und sowohl der Politik als auch den Wirtschaftsverbänden ins Konzept. Mit CSR können Unternehmen ihr Image dauerhaft positiv aufladen. Wie Unternehmen CSR etablieren und für sich nutzen können, welche Förderungsmöglichkeiten Bund und Land bieten und einige Umsetzungsbeispiele aus der Praxis finden Sie auf unseren Schwerpunktseiten 16 und 17.

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2 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Kommentar

NICHTS GELERNT?

wir heißen Sie herzlich willkommen im neuen Wirtschaftsjahr. Wir, das sind in dieser Ausgabe nicht mehr nur, die Ihnen bereits bekannten Köpfe der Wirtschaftszeitung. Wir freuen uns, mit der Februarausgabe einige neue Mitarbeiter im Team der Wirtschaftszeitung begrüßen zu können. Wir verstärken damit unsere Textund Bildredaktionen genauso wie die Grafik. Wofür der ganze Aufwand? Für Sie. Genau wie Sie haben auch wir uns für dieses Jahr ein dickes Plus auf die Fahnen geschrieben. Ein Plus an fundierter Berichterstattung aus der bremischen Wirtschaft. Ein Plus an Stimme für die bremische Wirtschaft. Und ein Plus an leserfreundlicher Aufbereitung unserer Inhalte.

Das Bundesamt für Sicherheit und IT hat einen Millionenfund gemacht. 16 Millionen E-MailAdressen samt Passwörter liegen dem BSI Berichten zufolge vor. Aus welcher Quelle konnte man aber nicht sagen. Die Daten können von überall herkommen; E-Mail Anbieter, Shoppingseiten, Soziale Netzwerke, Newsletter etc. Weltweit gibt es alleine bei den vier größten globalen Anbietern (Google, GMX, Hotmail, Yahoo) mehr als eine Milliarde E-Mail Accounts. Nationale Anbieter wie z.B. T-Online oder Web.de sind hier noch nicht mal berücksichtigt. Also ein verhältnismäßig geringer Teil, bei dem Herkunft, Alter und Aktualität völlig fraglich sind.

Zahl der Erwerbstätigen im Land Bremen erreicht historischen Höchstwert

Wir freuen uns, wenn Sie an der Wirtschaftszeitung 2014 Gefallen finden und sich vielleicht sogar an deren stetiger Weiterentwicklung beteiligen wollen. Sie schreiben mit Ihrem Unternehmen besondere Geschichten, die exemplarisch für Ihre Branche oder hilfreich für Kollegen sein könnten? Sie kennen Unternehmerpersönlichkeiten, die im Hintergrund agieren aber dringend mal in den Fokus gerückt gehören? Dann geben Sie uns einen Tipp. Auf gute Zusammenarbeit!

Hafenlogistiker aus Bremen und Bremerhaven präsentieren sich in aller Welt

Gemeinschaftsstände auf Fachmessen in Europa, Asien, größte Bereich. Hier arbeiten insgesamt rund 337.000 Personen in Nord- und Südamerika – Enge Bremen. Im Jahresschnitt stieg Zusammenarbeit mit den norddie Erwerbstätigenzahl hier um deutschen Nachbarländern wird 0,6 Prozent. Das Produzieren- 2014 fortgesetzt

Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes und vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) kam es im Jahr 2013 zu ei- de Gewerbe (ohne Baugewerbe) nem robusten Plus bei der Zahl konnte im Jahresdurchschnitt Die Hafengruppe Bremen/Breder Erwerbstätigen im Land 2013 den Beschäftigtenstand um merhaven wird sich ihren alten Bremen. Für das gesamte Jahr 0,1 Prozent auf rund 65 000 Per- und neuen Kunden 2014 bei zahl2013 stieg die Zahl der Erwerbs- sonen ausdehnen. Im Baugewer- reichen Fachmessen und Informatätigen mit Arbeitsort in Bremen be waren im vergangenen Jahr in tionsveranstaltungen präsentieren. im Jahresdurchschnitt um 0,5 Bremen 0,2 Prozent mehr Perso- „Unser Messekalender ist prall Prozent, insgesamt waren rund nen erwerbstätig als ein Jahr zu- gefüllt“, berichtet bremenports417.500 Personen erwerbstätig. vor. Marketingleiter Michael Skiba. Im Jahr 2012 waren es noch rund Bundesweit stiegen die Zahlen Die Veranstaltungsreihe mit Ge415.600 Personen. Damit wurde zur Erwerbstätigkeit insgesamt meinschaftsständen auf Messen im Jahresschnitt 2013 ein histo- um 0,6 Prozent. in Europa, Asien, Nord- und rischer Höchstwert erreicht. Das Bei den hier vorgelegten Län- Südamerika wurde eng mit der Jahr 1998 war das Jahr mit der derergebnissen, die auf dem Hafenwirtschaft des Zwei-Städtegeringsten Erwerbstätigenzahl Rechenstand des Statistischen Staates abgestimmt. für Bremen in Höhe von rund Bundesamtes von Januar 2014 „Die Zusammenarbeit der ausbasieren, handelt es sich um Be- stellenden Wirtschaft mit bre379.600 Personen. Ausschlaggebend für die positive rechnungen des AK ETR, dem menports hat sich bewährt“, sagt Entwicklung insgesamt war der alle Statistischen Landesämter, Uwe Will, der als Geschäftsführer Aufbau von Beschäftigung im das Statistische Bundesamt so- der Bremischen Hafenvertretung Dienstleistungsbereich, der mit wie der Deutsche Städtetag e.V. und von Via Bremen e.V. seit einem Anteil von rund 81 Prozent Anfang Januar die Interessen der

Kurzum, das BSI ruft nun noch dazu auf, auf Ihrer extra dafür eingerichteten Webseite die aktuelle, aktiv benutzte persönliche E-Mail-Adresse einzugeben und abzufragen, ob diese sich in dem illegal erworbenen Bestand befindet. Die Webseite wurde bereits im Vorlauf der Pressemitteilung aufwendig erstellt.

Logistikwirtschaft und -wissenschaft im Land Bremen wahrnimmt. Will: „Die Firmen wissen aus täglicher Praxis, in welchen Ländern und bei welchen Messen eine Beteiligung für sie sinnvoll ist. Bei der Organisation verlassen sich dann gerade die kleinen und mittleren Unternehmen auf die Erfahrung von bremenports.“ „Wir bieten unseren Ausstellern ein Rundum-Sorglos-Paket“, ergänzt Skiba. „Es reicht vom professionell gestalteten Gemeinschaftstand über Unterstützung beim Catering bis zur durchgehenden Betreuung vor Ort. Im Prinzip müssen sich die Firmen nur um Flug und Hotel kümmern – alles andere übernehmen wir.“ Den Anfang im Messekalender 2014 macht vom 5. bis 7. Februar die „fruit logistica“ in Berlin. „Hier trifft sich alles, was in der Fruchtlogistik Rang und Namen hat“, sagt Skiba. Unter der Standortmarke „Via Bremen“ finden sich am Bremer Gemeinschaftsstand diesmal vier Mitaussteller

zusammen: CSAV, DAL, Heuer Logistics und Carl Schröter Assekuranz. Wenig später stehen China und Brasilien auf dem Messeprogramm der bremischen Häfen. Bei der „BreakBulk China“ (massenhaftes Stückgut) vom 11. bis 13. März in Schanghai und bei der „Intermodal South America“ vom 1. bis 3. April in Sao Paulo suchen Bremen, Niedersachsen und Hamburg den norddeutschen Schulterschluss: Man präsentiert sich ohne Rücksicht auf Ländergrenzen unter dem Label „German Ports“ auf Gemeinschaftständen. Bei der „BreakBulk“-Messe im Reich der Mitte sind die bremischen Häfen zum ersten Mal vertreten. Einige Wochen später muss bremenports den Gemeinschaftsstand von „German Ports“ auf der Fachmesse „transrussia“ vorbereiten und betreuen (Moskau, 22. bis 25. April).

„FORUM FÜHRUNG“

Aber was soll‘s, wir haben ja schon die Schlagzeilen um die NSA-Ausspähaffäre vergessen und in Deutschland gibt es so etwas ja nicht. Die Aktion hätte man Seitens des BSI doch ein wenig umsichtiger planen können. Oder: Der Bürger hat mal wieder nichts gelernt!

Michael Brassat

Strategische Unternehmensführung mit Prof. Dr. Arnold Weissman

Der Anspruch an die Führungs- Prof. Dr. Arnold Weissman vor „get together“ war wie immer fähigkeiten ist gestiegen. Insbe- über 200 Teilnehmern zu dem reichhaltig, abwechslungsreich sondere mittelständische Unter- Thema „Strategische Unterneh- und äußerst attraktiv. Auch das nehmen sind dabei in den letzten mensführung“. Alle Teilnehmer Catering-Team leistete hervorraJahren in ein wesentlich komple- waren von dem Vortrag restlos gende, freundliche Arbeit. Dafür xeres Spannungsfeld geraten als begeistert. Einhellige Meinung: Dank von allen an die Jacobs in der Vergangenheit. Ein immer „Kurzweilig, verbindlich und University und an das Cateringschnellerer Wandel, die Globali- sehr authentisch vorgetragen. Team C.U.P. Sponsoren (Deutsche sierung der Märkte und die sich Der Inhalt war deutlich und klar Die ständig verschlechternden po- vermittelt worden. Es hätte noch Lichtmiete, Oldenburg, HANlitischen Rahmenbedingungen einige Stunden länger gehen SA, Bremen, Pensum Bremen, sind nur einige Bereiche, die können.“ VRG-Gruppe, Oldenburg, SEGdie strategische Ausrichtung der Die Location hatte alles zu bie- RA Messebau, BARMER GEK, Unternehmen beeinflussen. ten, was eine gute Veranstaltung Deutsche Telekom, Dell) hatAngesichts dieses andauerenden ausmacht. Sehr viel Platz, feins- ten sich zum Teil mit Informadynamischen Prozesse lud die te Ausstattung und ein hervor- tionsständen den Teilnehmern BVMW zum Jahresausklang ragendes Team von der Univer- zusätzlich präsentieren können, 2013 Bremer Unternehmer sität, das für den reibungslosen Tausend Dank auch an die Sponzum „Die BVMW-Reihe „Fo- Ablauf, auch im technischen Be- soren. rum Führung“ ein. In der Jacobs reich, sorgte. Das Catering beim Die beiden Unternehmer Holger University Bremen referierte Empfang, in der Pause und beim Theilig von der DFT (Deutsche

HERAUSGEBER BRASSAT GmbH - Verlag Herdentorsteinweg 38-40, 28195 Bremen Tel. 0421 / 696 484 17 - Fax 0421 / 696 484 19 E-Mail: verlag@wirtschaftszeitung.info Geschäftsführer: Michael Brassat Eingetragen im Handelregister des AG Bremen, HRB26090, Steuernummer FA Bremen: 7155704610 VERLAGSLEITUNG (V.I.S.D.P.): Holger Hinrichs, Tel. 0421 / 146 215-60 E-Mail: brassat@wirtschaftszeitung.info

WWW.WIR TSCHAFTSZEITUNG.INFO

Flächen-Technik Industrieboden GmbH, Bremen und Sebastian Grawunder von der Firma SEGRA Messebau, Twistringen) wurden im Rahmen der Veranstaltung mit der HANSE-Urkunde und dem dazugehörigen HANSE-Siegel geehrt.

Foto: BVMW

Und was macht der Bürger mit der vom Staat geschürten Angst? Er gibt brav seine persönliche EMail-Adresse beim BSI ein und denkt nicht eine Minute darüber nach, was mit dieser Eingabe geschehen könnte. Im besten Falle kann somit der illegale Datensatz weiter qualifiziert werden und die Spreu vom Weizen getrennt werden.

• NEWS & KOMMENTARE

REDAKTIONSLEITUNG: Jeanette Simon-Lahrichi, Tel. 0421 / 146 215-61 E-Mail j.simon-lahrichi@wirtschaftszeitung.info

VERTEILUNG UND ABOVERSAND: Direktversand an adressierte Entscheider, Abokunden, Auslagestellen, Promotion, Aktionen.

VERTRIEBSLEITER: Holger Hinrichs, Tel. 0421 / 146 215-60 E-Mail brassat@wirtschaftszeitung.info SATZ UND LAYOUT: Janine Iburg, Tel. 0421 / 146 215-57 E-Mail iburg@brassat.com BRASSAT GmbH - Medienagentur - www.brassat.info

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Mediadaten siehe www.wirtschaftszeitung.info Mindestauflage: 10.000 Stück

Die nächste int am Ausgabe ersche

28.02.2014

WIR TSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG


Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 3

ENERGIEEFFIZIENZ LOHNT SICH!

Die erecon AG bietet Beratung im Bereich der Green IT und unterstützt unter anderem den Bau energieeffizienter Rechenzentren. Die IT-Spezialisten haben Dogmen hinterfragt, etwa die weit verbreitete Ansicht, dass ein Serßerst effektive Umsetzung von verraum kühl sein muss. Muss er 2. Preis des internatioEnergieeffizienzmaßnahmen für nämlich nicht: „Ich brauche die nalen Wettbewerbs für den Betrieb von Rechenzentren Hitze dort, wo ich koche – aber ist die Bremer erecon AG mit dazu heize ich nicht die ganze Umsetzung innovativer dem 2. Preis des Energy Effici- Küche“, erklärt Hansjürgen WilMaßnahmen beim enerency Awards 2013 ausgezeichnet de, Finanzvorstand der erecon AG, gieeffizienten Betrieb von worden. das Prinzip. „In einem RechenDie Deutsche Energie-Agentur zentrum  müssen bestimmte KomRechenzentren (dena) hat das Beratungsunter- ponenten der Rechner gekühlt nehmen für Green IT auf dem werden – aber nicht der ganze Deutliche Senkung des StromEnergieeffizienzkongress diese Serverraum.“ Darauf aufbauend verbrauchs bei gleichzeitiger Woche in Berlin als eines von hat erecon neue Maßstäbe für den Verdopplung der Rechenleistung: insgesamt vier Unternehmen mit energieeffizienten Betrieb von ReFür ihre systematische und äudem Award geehrt. chenzentren gesetzt und wurde im

Bremer erecon AG gewinnt Energy Efficiency Award 2013

September 2012 als erstes Unternehmen in Deutschland mit dem „Blauen Engel für energieeffiziente Rechenzentren“ ausgezeichnet. Seit Januar 2011 ist die erecon AG zudem Mitglied der Bremer „partnerschaft umwelt unternehmen“. Das Unternehmen mit etwa zehn festen Mitarbeitern und einem Pool von rund 20 freien Informatikern und Ingenieuren hat seinen Sitz in der Überseestadt und ist ein Spin-Off der b.r.m. Technologie- und Managementberatung, die Rossol im Oktober 1991 gegründet hatte. b.r.m. ist als IT-Dienstleister für Rechtanwaltskanzleien und etliche mittelständische Unternehmen tätig. Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen hatte b.r.m. beim „Aufbau eines Demonstrators für ökologische HighEnd-Rechenzentren“ im Rahmen des „Programms zur Förderung Anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU)“ mit Mitteln des Senators für Umwelt gefördert. „Die Auszeichnung für die erecon AG unterstreicht einmal mehr die Bedeutung des Programms und der sich daraus ergebenden Chancen, Initialzündungen zu geben“, freut sich Dr. Detlef Pukrop, bei der WFB Wirtschaftsförderung Bremen für die Umweltwirtschaft zuständiger Innovationsmanager. Der Energy Efficiency Award 2013 ist für die erecon AG ein Ansporn, den Gedanken der Green IT weiter zu verfolgen: „Wir werden diese Anerkennung der dena nutzen, um durch Beratung und Unterstützung weitere Serverraum-Betreiber von einer ebenso einfachen wie ökonomischen und nachhaltigen Lösung zu überzeugen“, sagt erecon-Vorstand Harald Rossol.

Bremer IT-Dienstleister Hollmann IT erhält Systemhauspreis 2013 Dem Bremer IT-Dienstleister Hollmann IT wurde der iTeam-Systemhauspreis 2013 in der Kategorie Newcomer verliehen. iTeam ist der größte Verbund unabhängiger, mittelständischer Systemhäuser in Deutschland.

ten iTeam-Partnerunternehmen sehen ihre mittelständische Unternehmensgröße als Vorteil, da sie durch kurze Entscheidungswege schneller Lösungen für Ihre Kunden umsetzen können. Die Hollmann IT GmbH hat diesen Preis für erfolgreiches Arbeiten innerhalb von iTeam erhalten. „Das Netzwerk hilft uns dabei, für jedes Problem unserer Kunden eine schnelle und effiziente Lö-

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BREMEN •

Die Partner von iTeam, einem Netzwerk von über 350 mittelständischen Systemhäusern mit insgesamt 7000 Mitarbeitern, erreichen einen Jahresumsatz von 700 Mio. EUR und sind damit zusammengenommen rechnerisch Deutschlands drittgrößtes Systemhaus. Die mehrheitlich eigentümergeführ-

sung zu finden. Auch als regional tätiges Unternehmen können wir so bundesweite Dienstleistungen erbringen und für unsere Kunden auf ein riesiges Expertennetzwerk zurückgreifen“ erklärt Michael Hollmann, Geschäftsführer der Hollmann IT GmbH.

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4 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

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FWN verkauft Teilbereich Schwerlastmontagen an Montagetechnik GmbH engineerING card sorgt für mehr Transparenz SCHOLPP Die internationale Spedition Büro- und Werkstattflächen. weiten Standort-Netzwerk es. F.W. Neukirch fährt ab sofort Für die FWN bedeutet die Tren- SCHOLPP ist mit über 1.200 Brunel GmbH und VDI stellen Berufsausweis vor unter neuer Flagge. Zum 01. nung von diesem Geschäft einen Mitarbeitern und 25 Standorten

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BRUNEL UNTERSTÜTZT UNABHÄNGIGE REGISTERKOMMISSION

Als erster europäischer In- eurdienstleister sehen wir die genieurdienstleister unter- Vorteile der engineerING card stützt  die  Brunel GmbH die insbesondere  in der VergleichengineerING card. Dieser in- barkeit aller europäischen HochDies ist ternationale Berufsausweis für schulabschlüsse. Ingenieure  wurde vom Verein gerade  im Bereich des PersoDeutscher Ingenieure (VDI) und nal-Recruitings ein enormer der  European Federation  of Na- Fortschritt“, so Markus Eckardt, bei tional Engineering Associations Geschäftsbereichsleiter (FEANI) ins Leben gerufen. Auf Brunel. Die engineerING card dem Absolventenkongress am wurde bereits  in zehn  Län27. und 28. November 2013 in dern eingeführt, weitere EUder  Messe Köln präsentiert der Mitgliedsstaaten arbeiten mit VDI die engineerING  card am Hochdruck  an der Einführung.  Brunel Messestand, um  jungen Die engineerING card besteht Ingenieuren die Vorteile der aus einer  Karte sowie einem Karte nahezubringen. Sie  soll Online-Zugang zu einer passsowohl für  Arbeitgeber als wortgeschützten Datenbank. auch für Arbeitnehmer eine hö- Dort  sind die beruflichen Quahere Transparenz schaffen und lifikationen und Erfahrungen die  Mobilität von  Ingenieuren sowie Hochschulabschlüsse  geinnerhalb Europas stärken. „Als speichert,  die vom Inhaber in international tätiger  Ingeni- Form eines persönlichen Regis-

Bei Beantragung des Berufsausweises prüft  eine Registerkommission mit Experten aus den Bereichen Hochschule, Wirtschaft  und Ingenieurverbände die Abschlusszeugnisse und  Weiterbildungsnachweise auf  Grundlage internationaler Vorgaben der FEANI und entscheidet, ob einem Bewerber  die Karte ausgestellt wird. Markus Eckardt, der durch seine Arbeit bei Brunel mit  dem  Recruiting von Fachkräften vertraut ist, wird ab 2014 in dieser Kommission  tätig sein. „Aufgrund der langjährigen guten Zusammenarbeit ist es für uns  selbstverständlich, den VDI bei der Verbreitung und  Etablierung der engineerING  card zu unterstützen. Zudem freue ich mich natürlich sehr über das Vertrauen,  das in meine Einschätzungen innerhalb der Kommission gelegt wird“, so Eckhardt.  Auch Eva  Köppen lobt die Kooperation von Brunel und dem VDI: „Durch sein  internationales Unternehmensnetzwerk ist Brunel in der Lage, die engineerING card  als ein adäquates Bewerbungsmittel zu nutzen und  den Bekanntheitsgrad somit auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zu erhöhen.“

BUNDESWEITE AUSZEICHNUNGEN für Bremer Standortgemeinschaften Große Auszeichnung für die gentümer und rund 70 Gewer- gesamt 13 Fassaden bislang Bremer Standortgemeinschaf- betreibende aus Einzelhandel mit großflächigen Wandbildern ten: Der BID-Award, mit dem und Gastronomie aktiv. Das zum Schutz vor Kritzeleien der Deutsche Industrie- und BID startete im Dezember 2012 versehen. Kunstvoll gestaltete Handelskammertag (DIHK) ge- mit einer fünfjährigen Laufzeit. Stromkästen werten den Standmeinsam mit den Industrie- und Eine neue Weihnachtsbeleuch- ort zusätzlich auf. Die seit BeHandelskammern (IHKs) all- tung machte im vergangenen ginn erfolgreichen Projekte jährlich einen herausragenden Jahr den Auftakt. Seit April 2013 Frühlingsbegrünung und WeihBusiness Improvement District sorgen ein Reinigungsdienst für nachtsbeleuchtung werden mit (BID) auszeichnet, geht in die- bessere Sauberkeit und ein Si- großem Zuspruch weitergeführt. sem Jahr an die Bremer Söge- cherheitsdienst für ein gutes In Vorbereitung sind zudem die straße. Einen zweiten Platz be- Sicherheitsgefühl der Passanten Gestaltung der Eingangsbereilegte die BID-Initiative aus dem sowie der Gewerbetreibenden. che und das Aufstellen von BänViertel. Seit Mai 2013 schmücken 36 ken. Der Senator für Wirtschaft, Ar- Lorbeerbäume die Straße, um 2013 waren bundesweit 29 akbeit und Häfen, Martin Günthner, auch visuell ein einheitliches tuelle BID-Projekte aufgerugratulierte den beiden Standort- Bild zu präsentieren. Mit dem fen, sich am Wettbewerb um gemeinschaften und bedankte Maßnahmenpaket trägt das BID den BID-Award zu beteiligen. sich für Engagement und Krea- Sögestraße dazu bei, dass die „Das BID Sögestraße hat sich tivität. „Kaufleute und Anrainer Straße Bremens Top Adresse in mit einem Reigen unterschiedhaben die Entwicklung ihres 1A-Lage bleibt und sowohl für lichster Maßnahmen besonders Quartiers als Gemeinschaftsak- Einwohner als auch Touristen hervorgetan“, erläuterte DIHK tion organisiert und mit ihren attraktiv ist. Stadtentwicklungsexpertin Tine Ideen einen Entwicklungsschub Das BID Viertel ist seit Okto- Fuchs die Entscheidung. BIDs ausgelöst. Mit dem BID-Award ber 2009 in Kraft und mit 260 sind eine spezielle Form von wird dies gewürdigt. Ich verste- Eigentümern und 388 Grund- Public-Private-Partnership: Eihe diese Preise auch als Ermuti- stücken das zahlenmäßig größte gentümer und Händler, Gastrogung, die Standortgemeinschaf- BID in Deutschland. Es umfasst nomen und Dienstleister ergreiten in Bremen systematisch alle Häuser entlang der Straßen fen die Initiative und gestalten weiter zu entwickeln. Der Staat Ostertorsteinweg und Vor dem gemeinsam mit der Kommune schafft einen Rahmen, innerhalb Steintor. Im vierten BID-Jahr ihr Umfeld neu. In Deutschland dessen die Anrainer gemeinsam spielen die Themen Sauberkeit gibt es mittlerweile 30 solcher gestalten. Dies Modell ist zu- und Service eine große Rolle: BIDs, Tendenz weiter steigend. kunftsfähig.“ knapp 30 Häuser wurden seit Im BID Sögestraße sind 40 Ei- 2012 von Graffiti befreit, ins-

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Januar 2014 verkaufte die F.W: Neukirch (GmbH & Co.) KG den Teilbereich Schwerlastmontagen an SCHOLPP Montagetechnik GmbH. SCHOLPP übernimmt das Personal, das technische Equipment und die

weiteren konsequenten Schritt in die Lager- und Kontraktlogistik mit den dazugehörigen Verbunddienstleistungen. Die SCHOLPP-Gruppe verspricht sich von diesem Schritt eine strategische Ergänzung ihres deutschland-

führender Systemdienstleister für die Verlagerung und Montage von Industrieanlagen sowie den weltweiten Transport schwerer und sensibler Güter.

BSH IT Solutions eröffnet neuen Standort in Berlin Die BSH IT Solutions GmbH fort. folgenden Jahre hat sich das eröffnet neben den bestehen- Mit der Eröffnung des derweil IT-Unternehmen, als Teil der inden Standorten in Bremen, vierten Standortes zum Jahres- ternational agierenden Allgeier Münster und Westerstede zum beginn 2014, setzt das Tochter- Gruppe, einiges vorgenommen. 01. Januar 2014 eine neue unternehmen der Bremer All- „Aktuell sind wir mit unserem Zweigniederlassung in der Bun- geier IT Solutions GmbH den Portfolio sehr gut aufgestellt. deshauptstadt Berlin. Der IT- dynamischen Wachstumskurs Aber wir wollen weiter wachDienstleister knüpft hiermit an auch im neuen Geschäftsjahr sen“, beschreibt es Sascha Samdie annäherde Umsatzverdopp- fort. BSH-Geschäftsführer Sa- bach. lung im Geschäftsjahr 2012, scha Sambach sagte angesichts sowie der Eröffnung des Stand- der Eröffnung: „Die BSH IT Weitere Informationen finden Sie ortes am Flughafen Münster- Solutions hat sich in den letzten unter www.bsh-it.de Osnabrück (Greven) in 2013 an Jahren konstant positiv entwiund setzt sein stetiges Wachstum ckelt.“ Auch für 2014 und die

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

terauszugs jederzeit online  abgerufen und ausgedruckt werden können. „Die engineerING card wird im  Heimatland ausgestellt und sieht  europaweit identisch aus. Sie bescheinigt dem Inhaber seine fachlichen Qualifikationen und macht diese für Unternehmen international vergleichbar“, erläutert Eva Köppen, Projektleiterin der  engineerING  card vom VDI.

EWE-/SWB-KOOPERATION:

70 Millionen Euro jährlich für die Energiewende

Die Energiewende in Deutsch- ten“, erklärt der Geschäftsführer land erfordert hohe Investitionen von EWE NETZ, Heiko Fastin die Stromnetze. Um die er- je. „Durch die vereinheitlichten forderlichen finanziellen Mittel und verschlankten gemeinsamen möglichst effizient einzusetzen, Leistungsverzeichnisse erwarten haben die EWE NETZ GmbH wir eine positive Reaktion unseund die swb Netze GmbH & Co. rer Tiefbaupartner bei zukünftiKG ein gemeinsames Leistungs- gen Ausschreibungen“, unterstrich verzeichnis für Vertragsfirmen Rainer Albert, technischer Leiter erarbeitet. Auf dieser Basis wer- bei swb Netze, dieses Vorgehen. den die Firmen abgerechnet, die Experten beider Netzbetreiber mit der Ausführung von Tiefbau- arbeiten derzeit gemeinsam an arbeiten beauftragt werden. Das der technischen Umsetzung in jährliche Auftragsvolumen be- den jeweiligen Häusern. trägt rund 70 Millionen Euro. Das Timo Poppe, Generalbevollmächneue Verzeichnis gilt ab dem 1. tigter für Infrastruktur bei der April 2014. Die beiden Netzbe- EWE AG und Vorstand der swb treiber beauftragen traditionell in AG, freut sich über die Kooperader Regel Firmen aus der hiesigen tion: „Von der Zusammenführung Region. der Leistungsverzeichnisse pro„Wir hatten bisher in beiden Häu- fitiert der gesamte Konzern. Die sern unterschiedliche Lösungs- Kernkompetenzen und damit die ansätze in den Positionen der Eigenständigkeit beider Partner Leistungsverzeichnisse für die bleiben erhalten. Zugleich verbesAbrechnung von Bautätigkeiten. sern wir die Zusammenarbeit und Jetzt haben wir eine gemeinsame Effizienz im Netzbetrieb.“ Für Lösung gefunden und ein System EWE sei der Bau und Betrieb von entwickelt, das schnell an neue Netzen ein wichtiges und erfolgMarktbedingungen angepasst wer- reiches Geschäftsfeld, das durch den kann und eine bessere Kost- die Energiewende vor großen Herentransparenz ermöglicht. Zudem ausforderungen stehe. Dabei spiele können wir effizienter und mit die Zusammenarbeit mit den regidenselben Kriterien bei der Zu- onalen Vertragspartnern eine zentlassung der Vertragsfirmen arbei- rale Rolle.

Stellvertretend für die etwa sechzig Tiefbaufirmen, die zukünftig auf Basis der neuen Vereinbarung mit EWE und swb arbeiten werden, kommentieren zwei Vertreter der im Nordwesten ansässigen Firmen die neue Geschäftsbasis. Christian Hotze, Geschäftsführer der August Hotze GmbH & Co., Oldenburg, begrüßt es sehr, „dass EWE NETZ auf die veränderte Struktur der Baumaßnahmen in den letzten Jahre reagiert und das Leistungsverzeichnis neu strukturiert“, und blickt erwartungsvoll auf die Einführung im nächsten Jahr. Auch Dipl.-Ing. Hüseyin Özkan, Geschäftsführer von Ludwig Freytag in Bremen, sieht diese Entwicklung positiv: „Die gemeinsamen Leistungsverzeichnisse erhöhen für uns die Transparenz und erleichtern uns die Abrechnung wesentlich. Verschlankte Abläufe bedeuten für uns vereinfachte Abwicklung, das begrüßen wir außerordentlich.“

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 5

BREMEN •

Hansalinie, Science-Park, Überseestadt

Die Deputation für Wirtschaft, Ar- Nachdem der erste Bauabschnitt die öffentliche Infrastruktur herbeit und Häfen hat eine Reihe von inzwischen fast komplett ver- zustellen, damit die BaumaßBeschlüssen zu zentralen Themen marktet ist, sollen in diesem nahmen nahtlos angeschlossen bremischer Wirtschaftspolitik ge- weiteren Abschnitt 54 Hektar werden können. So werden der fasst. Senator Martin Günthner: neue Gewerbefläche entstehen. Kommodore-Johnson-Boule„Die Wirtschaftspolitik in Bremen Günthner: „Die direkte Anbin- vard und die Überseepromesetzt ihren konsequenten Weg fort. dung an die A 1 in der Nähe des nade verlängert. In dem neuen Mit der Entwicklung des Gewer- Bremer Kreuzes ist ein heraus- Quartier werden mehrere 100 beparks Hansalinie schaffen wir ragender Standortfaktor. Die neue Wohnungen entstehen. Inswichtige Voraussetzungen für wei- schnelle Verfügbarkeit von Ge- gesamt kostet die Erschließung tere Arbeitsplätze im Bremer Os- werbeflächen an der Hansalinie knapp 10 Million Euro. 4,7 Mio. ten. Für Bremen-Nord haben wir ist zudem für das bremische Euro werden aus dem EFREeinen Neustart des Science Parks Mercedes Werk von herausra- Programm der EU finanziert. in die Wege geleitet und die wei- gender Bedeutung.“ Die bewiltere Erschließung des Lesum Parks ligten Mittel werden benötigt, BREMERHAVEN: INTEGRATIgesichert. Mit der Erschließung um eine neue Eisenbahnunterdes 2. Bauabschnitts im Übersee- führung zu bauen, das Gelände ON DER F&E MEILE AN DEN park werden die Voraussetzungen mit Sand aufzuhöhen, Straßen, STADTTEIL GEESTEMÜNDE für eine vielfältige Entwicklung Wege und Kanäle zu bauen sodes Wohnungsbaus in der Übersee- wie für Kompensationsmaßnah- Um die Kajen und Teilbereiche stadt geschaffen. Und in Bremer- men für Natur, Freizeit und Er- der Uferpromenade am Handelshafen zu sanieren und eine Verhaven bringen wir die Forschungs- holung. bindung zum Stadtteil Geesteund Entwicklungsmeile zum münde herzustellen, entwickelt Abschluss und sanieren die Kaje ZWEITER BAUABSCHNITT der Senator für Wirtschaft seit Im Handelshafen. Damit hat die 2006 schrittweise die F&E MeiKoalition einvernehmlich wichtige ÜBERSEEPARK le als ein Schwerpunktprojekt. Weichenstellungen für die nächsFür die Entwicklung einer etwa Finanziert wird diese Maßnahten Jahre vorgenommen.“ zwölf Hektar großen weser- me im Rahmen des EFRE-Proseitig gelegenen Fläche des gramms der europäischen UniERWEITERUNG GEWERBEÜberseeparks hat sich die In- on. In diesem Rahmen wird das PARK HANSALINIE vestorengruppe „Hafenkante“ Maritime Gründerzentrum in der zusammengefunden. Im ersten Bussestraße energetisch optiDie Deputation hat für die Er- Bauabschnitt sind derzeit eine miert und räumlich erweitert. Es schließung des 2. Bauabschnitts Reihe von Wohnhäusern im Bau. wird eine Kaje saniert und eine des Gewerbeparks Hansalinie Für den sich anschließenden Uferpromenade hergerichtet. 51 Millionen Euro freigegeben. weiteren Abschnitt ist deshalb Weitere kleinere Maßnahmen er-

Foto: WFB

Deputation fasst richtungsweisende Beschlüsse

gänzen die dann abgeschlossene Sanierung dieses Bereichs.

Realisierung eines Wissenschaft- Ein privater Investor entwickelt scenters soll ein wichtiger erster dort auf dem Gelände ehemaligen Baustein des Science Parks wer- Wilhelm-Kaisen-Kaserne einen den. In enger inhaltlicher AbstimGewerbepark mit einer gesundBREMEN-NORD - SCIENCEPARK WIRD NEU ENTWICKELT mung mit der JUB soll sich das heitswirtschaftlichen Ausrichtung. Wissenschaftszentrum an den For- Um die verkehrliche Anbindung schungsschwerpunkten der JUB des Gebietes zu verbessern, ist In unmittelbarer Nachbarschaft der orientieren. Ausgerichtet werden geplant den Kreuzungsbereich der Jacobs University Bremen (JUB) soll das Zentrum an den Themen Rotdornallee und die Peenemünsoll im dort erschlossenen Gewer- Nahrung, Umwelt und Gesundheit. der Straße für die Erfordernisse begebiet ein Science Center ent- Die Residenz-Gruppe will 2014 des ÖPNV auszubauen. Die Kosstehen. Entwickelt werden soll das mit dem Bau beginnen, sofern ein ten von 773.000 € trägt zu zwei Projekt von der privaten Residenz angemessener Vorvermietungs- Dritteln das Wirtschaftsressort, der Gruppe, die über eine Fülle von stand erreicht ist. Rest wird vom Bauressort überErfahrungen in der Realisierung Ebenfalls in Bremen-Nord wird nommen. komplexer Projekte verfügt. Die das Projekt Lesum Park realisiert.

Internationale Abschlusskonferenz von ‚nordwest2050‘ am 24./25. Februar 2014 in Bremen

Foto: BLB

„Auf dem Weg zu einer klimaangepassten und resilienten Metropolregion Bremen-Oldenburg”

Grundstein für Neubau der Bremer Landesbank am Domshof gelegt Bremen (ots) - Über die Feiertage und den Jahreswechsel ruhte die Baustelle, nun sind die Rohbauarbeiten für das neue Gebäude der Bremer Landesbank wieder im vollen Gange. Am 9. Januar fand im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung die traditionelle Grundsteinlegung statt. Dabei waren unter anderem die Senatorin für Finanzen, Bürgermeisterin Karoline Linnert, und der Architekt Peter St. John von Caruso St. John Architects, London. Gemeinsam mit dem Vorstand der Bremer Landesbank befüllten sie eine Metallhülse mit Geldmünzen, Tageszeitungen sowie Kopien der Baupläne. Günter Schattmaier, erster Polier des mit dem Rohbau beauftragten Bauunternehmens Leonhard Weiss, fungierte als Zeremonienmeister und verlas mit

Nach fünf Jahren Verbund-ProjektArbeit im Klimaanpassungsnetzwerk ‚nordwest2050‘ (KLIMZUG) werden im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 24. und 25. Februar 2014 die entwickelten Anpassungsmöglichkeiten vorgestellt. Gemeinsam mit vielen Unternehmenspartnern und Institutionen wurden vor allem in den drei Clustern Energiewirtschaft, Ernährungs- und Landwirtschaft und Hafenwirtschaft/Logistik sowie dem Bereich Governance in der Region Projekte zum Umgang mit dem Klimawandel durchgeführt. Entsprechend sind sowohl Praxisakteure aus der Region als auch nationale sowie internationale Wissenschaftlerinnen und Wis-

senschaftler in das Rathaus Bre- schen Transformation sprechen. men, in das Haus der Wissenschaft Der zweite Tag wird abgerundet und in den Industrieclub Bremen durch eine Podiumsdiskussion mit geladen, um facettenreich über Vertreterinnen und Vertretern aus Erfahrungen und Lösungsmöglich- verschiedenen Regionen Deutschkeiten zur Bewältigung der Folgen lands, die sich über die unterdes Klimawandels zu diskutieren. schiedlichen regionalen Strategien Neben den Diskussionsrunden, austauschen und zu der Frage Antwird es am Abend des ersten Ta- worten geben, wie man klimafitte ges einen Empfang im Rathaus und resiliente Regionen schaffen geben, auf dem die Preise für die kann. Ein abwechslungsreiches Gewinner des zweiten Unterneh- und interessantes Programm für mens-Wettbewerbes „Fit für den alle, denen die Gestaltungs- und Klimawandel“ von Umweltsentor Entwicklungsmöglichkeiten von Dr. Lohse vergeben werden. Der Unternehmen, Verbänden, RegioPräsident des Wuppertal Instituts nen Ländern auch unter den Bedinfür Klima, Umwelt und Energie gungen des Klimawandels wichtig Prof. Dr. Uwe Schneidewind wird sind. zu Beginn über den Klimawandel als einen Treiber der ökonomi-

launigen Worten den Grundstein- werden 12.000 Kubikmeter Beton spruch. Unter seiner Anleitung und 2.000 Tonnen Stahl verbaut wurde die Hülse an der Innenseite sowie 450 Kilometer Kabel verder historischen Fassade einge- legt. Auf drei Untergeschossen, in denen es zwei Parkdecks geben setzt. Gebaut wird am Domshof sowie wird, sowie sechs Obergeschossen hinter der historischen Fassade des entstehen 24.000 Quadratmeter Stammhauses am Unser Lieben Nutzfläche. Neben dem KundenbeFrauen Kirchhof; dieser Gebäu- reich werden Büroflächen für 400 deteil wurde vollständig entkernt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die neuen Kunden- und Büroräu- geschaffen; auch Einzelhandelsfläme der Bank entstehen um einen chen wird es wieder in bisherigem ovalen Innenhof, der dem Gebäude Umfang geben. Die Kosten für den Licht gibt. Die Fassade des histo- Neubau belaufen sich auf rund 50 rischen Bankgebäudes am Unser Mio. Euro. Lieben Frauen Kirchhof bleibt Weitere Informationen sowie Bilderhalten und wird in den Neubau und Filmmaterial zum Neubau der integriert. Daran schließt sich am Bremer Landesbank finden Sie unDomshof ein Baukörper mit Zie- ter: www.bremerlandesbank.de gelfassade an, der eigenständig und modern wirkt, sich gegenüber den dominanten Denkmälern Rathaus und Dom jedoch zurückhält. Für die neue Bremer Landesbank

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6 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

• BREMEN

BREMER PERSONALKARUSSEL Stabwechsel:

Alfred Wolfram folgt Erwin Mittermaier als Repräsentant der bremischen Häfen in Österreich

Anika Hirsch erweitert die Geschäftsführung bei artundweise Anika Hirsch erweitert ab sofort tion. Wir sind perfekt aufgestellt, die Geschäftsführung von artund- um in der Agenturlandschaft für weise. Sie übernimmt das operative allerhand Aufsehen zu sorgen,“ erGeschäft und verantwortet die stra- klärt Anika Hirsch, die ursprüngtegische Beratung und Betreuung lich aus Bremen kommt und nun von Bestandskunden sowie den „wieder nach Hause gekommen ist.“ strukturellen Ausbau der Agentur. „Mit der Erfahrung und Kompetenz von Anika Hirsch haben wir Anika Hirsch hat langjährige Er- ganz neue Möglichkeiten,“ freut fahrung in Geschäftsführungs- sich Dirk Beckmann, Gründer positionen bei SelectNY, Y&R und Geschäftsführer der Agentur. und der Wirz Gruppe (Zürich). artundweise ist Kreativagentur „artundweise hat ein tolles Team, für die digitale Zeit und betreut tolle Kunden und eine tolle Krea- Kunden wie Mondelez („Mil-

ka“), DIE ZEIT, Piper, die Bremer Landesbank und zahlreiche mittelständische Unternehmen. 1991 gegründet und inhabergeführt konzentriert sich die Agentur auf kreative Projekte für Marken, Medien und Mittelstand und realisiert in langfristig angelegten Kundenbeziehungen digitale  Kommunikationskonzepte.

Häfen. In Bremerhaven, dem viertgrößten Containerhafen des Kontinents, wurden 2012 etwa 128.000 Österreich-Container (TEU) umgeschlagen. Wichtigster Verkehrsträger ist die Schiene. Ganzzüge verbinden den Hafenstandort an der Weser mit den Terminals Wien, Linz, Enns, Salzburg und Wolfurt. Der Gesamtumschlag von für Österreich bestimmten oder aus Österreich stammenden Seegütern in Bremen und Bremerhaven lag 2012 bei rund 1,3 Millionen Tonnen.

Foto: abat

Foto: artundweise

Erwin Mittermaier, der langjährige jährigen Bremen-Repräsentanten Leiter des Büros der bremischen in Wien verabschiedete. „Seine Häfen in Wien, ist Mitte 2013 in weitreichenden Kontakte zur verRuhestand gegangen. Übergangs- ladenden Wirtschaft waren ein weise wirkt Mittermaier noch bis Pfund, mit dem unsere Zwillingszum Jahresende als Repräsentant häfen wuchern konnten.“ Skiba der norddeutschen Hafengruppe freute sich gleichzeitig, mit dem in Österreich. Sein Nachfolger ab Logistik-Praktiker Wolfram einen Januar 2014: Alfred Wolfram, im Branchenkenner für die bremiHauptberuf Geschäftsführer der schen Häfen gewonnen zu haben. Alfred Wolfram Logistik GmbH in „Herr Wolfram wird bei allen FraTheresienfeld. gen rund um unsere Häfen als erste „Herr Mittermaier hat viel für die Anlaufstelle der österreichischen Reputation der Nordseehäfen Wirtschaft fungieren.“ Bremen und Bremerhaven getan“, Die Republik Österreich gehört sagte bremenports-Marketingleiter traditionell zu den wichtigsten Michael Skiba, als er den lang- Transitpartnern der bremischen

Bremer IT-Spezialist abat erweitert Vorstand Andreas Arp und Björn Lampe verstärken Geschäftsleitung zum 1. Januar den Volkswagen-Konzern, Marken in den Mercedes Benz MontageVW und Audi. Beide verantworten werken auf SAP umgestellt wird. jährlich zweistellige Millionen- Bevor er 2001 zu abat wechselte, Umsätze. arbeitete er als Software-Entwick„Mit Andreas Arp und Björn Lam- ler bei der SAP AG. Zahlreichen pe rücken zwei hervorragende Projekten bei Volkwagen und Führungskräfte an die Spitze des Audi stand Björn Lampe vor. Der Unternehmens“, erklärt abat-Mit- 38-Jährige ist Spezialist für agile gründer und Vorstandsmitglied Projektmanagementmethoden, wie Ronald Wermann. „Ihre langjähri- etwa Scrum. Damit kann Software ge Erfahrung im Bereich SAP Au- möglichst effizient entwickelt tomotive sichert unser Branchen- werden. Aktuell leitet Lampe bei Seit über zwölf Jahren arbeiten Knowhow im Vorstand.“ Audi das Projekt „SAPStrategie die beiden SAP-Entwickler und Der Diplom-Physiker Arp leitete im Kundenauftragsprozess“. Der -Berater für den IT-Experten und weltweit mehrere SAP-Projekte Betriebswirt startete 2001 seinen betreuen die größten Automotive- bei der Daimler AG. Aktuell ist Berufsweg mit einer Diplomarbeit Kunden des Lösungsanbieters: der 42-Jährige verantwortlich für bei abat und ist seitdem im UnterAndreas Arp ist Key Account Ma- das Projekt AmSupply, in dem die nehmen. nager für die Daimler AG, Björn Material- und Produktionslogistik Lampe erster Ansprechpartner für

Foto: Willbrock

Die fünf Mitgründer und Vorstände der Bremer SAP-Beratung abat haben zwei neue Kollegen: Andreas Arp und Björn Lampe, beide bereits seit 2008 Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung von abat, sind zum 1. Januar 2014 in den Vorstand aufgerückt.

Verkehrsverein Bremen wählt neuen Vorstand

Neuer Geschäftsführer bei Willenbrock Fördertechnik

Ursula Carl, Geschäftsführende Direktorin des Atlantic Grand Hotels, wird neue Vorsitzende

Ralf Dingeldein ist seit 1. Januar 2014 neuer Geschäftsführer der Willenbrock Fördertechnik Holding GmbH mit Sitz in Bremen. Der 40-jährige promovierte Wirtschaftsingenieur folgt auf Lutz H. Peper, der sich als geschäftsführender Gesellschafter aus dem Unternehmen zurück gezogen hat. Ralf Dingeldein kommt von der Linde Material Handling GmbH, bei der er seit September 2008 den Geschäftsbereich Neufahrzeuge verantwortet. Zuvor zeichnete er

seit Anfang 2007 in der Unternehmenszentrale der KION Group in Wiesbaden für Service Strategies und Competitor Intelligence verantwortlich. Vor seinem Wechsel zu Linde Material Handling leitete er für das Frankfurter Büro der Unternehmensberatung McKinsey über 8 Jahre verschiedene Marketing- und Sales Projekte bei großen internationalen Klienten in den USA, China und Südafrika. Dingeldein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Willenbrock-Gruppe,

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die individuelle Komplettlösungen für den innerbetrieblichen Transport anbietet, weiter konsequent an den Anforderungen ihrer Kunden auszurichten. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung“, so Dingeldein. „Wir werden unsere Kunden weiterhin mit hoher Kompetenz betreuen und den gleichen innovativen und verlässlichen Geschäftskurs verfolgen, für den wir seit über 50 Jahren bekannt sind.“

Foto: Atlantic Grand Hotel

Ralf Dingeldein ist Nachfolger von Lutz H. Peper

Fast einhundert Vertreter des Bre- Hansestadt Bremen e. V.“ hatte men Tourismus, Museumsan- sich der bisherige Vorstand in Gegestellte, Marketingleiterinnen, samtheit zur Wiederwahl gestellt Eventmanager, Hoteldirektoren und wurde bestätigt. Der bisheund viele weitere kamen am 6.12. rige Vorsitzende und ehemalige zum alljährlichen Branchentreff DeHoGa-Präsident, Fritz Rößler, zusammen. Neben einem intensi- kandidierte zwar noch eine weitere ven Austausch über das vergange- Amtszeit für den Vorstand gab aber ne Tourismusjahr, neue Wege im den Posten des Vorsitzenden ab. In Marketing und einem Ausblick auf der anschließenden konstituierenein vielversprechendes 2014 stand den Sitzung wählten die Vorstandsauch die turnusgemäße Neuwahl mitglieder die Geschäftsführende des Vorstandes auf dem Programm. Direktorin des Atlantic Grand HoAuf der Jahreshauptversammlung tels, Ursula Carl, einstimmig zur des „Verkehrsvereins der Freien neuen Vorsitzenden.

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 7

INTERVIEW •

DER EFFIZIENZMACHER:

Karsten Mindermann - Standortmanager DB Services Bremen von Jonas Ginter DB Services ist Dienstleister rund um Immobilien und Verkehr. Die Leistungspalette reicht vom professionellen Facility Management und Industriedienstleistungen bis zur Bereitstellung von Verkehrsmitteln. Das Unternehmen ist mit rund 10.300 Mitarbeitern deutschlandweit aufgestellt. Karsten Mindermann ist Standortmanager in Bremen. Im Interview mit der Wirtschaftszeitung verrät er, warum sich das Auslagern von Sekundärprozessen für Unternehmen lohnt und warum er oftmals zwischen Stühlen sitzt.

Welche Dienstleistungen bie- Erfahrung verfügen. Dieses Kom- gen aussprechen ohne unterneh- gische Ziele gesteckt, denen auch tet DB Services in Bremen an? petenznetzwerk ermöglicht uns, mensinterne Befindlichkeiten zu wir verpflichtet sind. Besonders im auf nahezu jede Situation flexibel zu reagieren und ich sehe darin unsere große Stärke.

Grundsätzlich bietet DB Services bundesweit das komplette Leistungsportfolio an. Unser Spektrum reicht von Reinigungsdienstleis- Welche Vorteile ergeben sich tungen über Serviceleistungen für Unternehmen durch die rund um Maschinen bis hin zur Auslagerung ihrer Sekundär- Worin besteht für Sie persönMaterialbeförderung. In Bremen prozesse? lich die größte Herausfordeliegt unser Schwerpunkt im Berung in Ihrem Job? reich Instandhaltung von Maschi- Wer Sekundärprozesse auslagert, nen sowie Kran- und Toranlagen. kann sich besser auf sein Kernge- Vertrauen ist der Schlüssel für unUnser wichtigster Kunde ist das schäft konzentrieren. Wir bieten sere Arbeit. Und Vertrauen aufzuWerk Bremen der DB Fahrzeugin- unsere Dienstleistungen als Bau- bauen dauert viele Jahre. Mit eistandhaltung. Es ist das Kompe- kastensystem zu Festpreisen an. nem Fingerschnipp kann man das tenzzentrum für Dieselmotoren. Das ermöglicht unseren Kunden zerstören. Die größte HerausforRund 800 Motoren werden dort eine klare Kostenkontrolle. Wir derung liegt für mich darin, dieses jährlich instandgesetzt und es gibt verantworten ein festgesetztes Vertrauen auszubauen und neue zahlreiche Maschinen die nicht re- Budget und erstellen monatliche Kunden davon zu überzeugen, dass dundant sind. Wenn beispielswei- Reports. Wir überwachen Prüflis- wir mit unserer Verantwortung se ein Motorenprüfstand ausfällt, ten, halten Prüfintervalle ein und zum Unternehmenserfolg beitrakostet jede Minute richtig Geld. sorgen für Rechtssicherheit. Wir gen wollen. Ich sehe uns nicht nur Wir halten die Ausfallzeiten so ge- sind zertifiziert nach ISO 9001, als Dienstleister sondern als Partring wie möglich, sorgen für den 2000 sowie 14001 und sind ein ner auf Augenhöhe, der mit Kopf reibungslosen Ablauf und optimie- zertifizierter Entsorgungsfachbe- und Herz für den Kunden arbeitet. ren die Prozesse. trieb. Als Standortmanager bin ich Ansprechpartner für alle Belange Wagen Sie einen Blick in die Dafür ist sicher viel Fachwis- und Bindeglied zwischen Kunde Zukunft. Wo sehen sie DB Sersen und ausreichend Manpow- und dem Team der Ausführenden. vices in den nächsten Jahren?

er nötig. Wie stellt sich DB Services dieser Herausforderung? Das ist mit Sicherheit keine einfache Position, oder?

Pro Standort gibt es Basic-Engineering. Erfahrene Ingenieure stehen den Fachkräften bei allen technischen Fragen zu Seite. Über Rufbereitschaft bieten wir einen 24-Stunden-Service. Das Rückgrat unserer Arbeit sind hoch qualifizierte Fachteams. Bundesweit gibt es Technikcenter Industrie mit Spezialisten, die auf Herstellerniveau arbeiten und über jahrelange WIR TSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG

stören. Wir können den Finger in die Wunde legen und die Abläufe ganzheitlich und nüchtern optimieren. Es sind die kleinen Details, die große Prozesse am Laufen halten.

Das stimmt. Als Standortmanager sitze ich oft zwischen den Stühlen, überbringe auch mal unangenehme Nachrichten und stehe dafür gerade, wenn etwas nicht optimal gelaufen ist. Andererseits ermöglicht die Position als externer Dienstleister eine zielgerichtete Kommunikation. Wir können scharf analysieren und klare Empfehlun-

Gebäudemanagement sehe ich uns in der Verantwortung.

Foto: Jonas Ginter

Ich wünsche mir, unser Geschäft auszubauen und neue Kunden auf dem externen Markt zu akquirieren. Ich sehe viel Potential im Bereich Logistik. Immer mehr Unternehmen werden den Mut haben, Prozesse aus der Hand zu geben. Wir sind gut aufgestellt, um darauf zu reagieren. Ein weiterer wichtiger Punkt scheint mir das Thema Umweltschutz zu sein. Die Deutsche Bahn hat sich bis 2020 ehrgeizige ökonomische und ökoloWWW.WIR TSCHAFTSZEITUNG.INFO


8 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

• UMLAND

Wirtschaftsmotor Energie wird durch neue Kooperation gestärkt

Foto: OLEC

OLEC und Ems-Achse vereinbaren engere Zusammenarbeit

Oldenburg. Der Oldenburger Ener- ke die führende Rolle der Re-gion giecluster OLEC e.V. und die beim Umbau der EnergieversorWachstumsregion Ems-Achse e.V. gung weiter stärken. Dafür bündeln vertreten durch den Arbeitskreis die Partner das Know-how ihrer Energie des Landkreises Aurich Mitglieder und treten beim Thema haben heute eine wegweisende Ko- Energiewende geschlossen gegenoperation unterzeichnet. Das Ziel über der Politik auf. Der OLEC der Vereinbarung ist es, die Ener- hat zurzeit über 55 Mitglieder aus giekompetenzen in Niedersachsen Wissenschaft, Wirtschaft, Bil-dung stärker zu bündeln und gemeinsam und Verwaltung. Die WachstumsStrategien für den Nordwesten zu region Ems-Achse ist eine regionaentwickeln. le Kooperation, an der sich UnterMit der künftig engeren Zusam- nehmen, sechs Landkreise sowie menarbeit wollen beide Netzwer- die kreisfreie Stadt Emden, Kam-

Teil einer neuen Initiative von 17 Städten und Landkreisen in WeserEms, um die regionale Wissensvernetzung im Bereich Energie zu forcieren. Dieser ist neben den Schwerpunkten Agrar und Maritim als regionaler Wirtschaftsmotor von besonderer Bedeutung. „Als Vorsitzender des Strategierats Energie Weser-Ems begrüße ich die stärkeren Vernet-zungsaktivitäten ausdrücklich, da die fachliche Kompetenz der bestehenden Netzwerke op-timal mit der Arbeit des Strategierates verknüpft und zugleich neue Kooperationen im Nord-westen aufgebaut werden können“, betont Oberbürgermeister Schwandner. Um diese Potenziale und die Chancen beim Umbau der Energieversorgung zu nutzen, ko-operieren die Netzwerke zukünftig eng mitmern und Verbände beteiligen. Der einander. Das betrifft nicht nur Landkreis Aurich ist innerhalb der die Organisation und Umsetzung Ems-Achse federführend für das von gemeinsamen Projekten im Handlungsfeld Energie.“ Unterzeichnet wurde die Kooperation während einer heutigen Sitzung des Strategierates Energie in Emden, in dem Vertreter aus beiden Netzwerken und weitere hochrangige Vertre-ter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zählen. Der Strategierat unter dem Vorsitz von Oldenburgs Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerd Schwandner ist

Energiesektor. „Wir wollen damit die Kooperation für Harm-Uwe auch die Kooperation zwischen Weber, Landrat des Landkreises den Mitgliedern der Netzwerke Aurich, nur folge-richtig, denn stärken und die unterschiedlichen das Thema Energie ist auch für Schwerpunkte enger verzahnen. die Ems-Achse ein zentrales AnSowohl im OLEC als auch in der liegen: „Der Nordwesten ist die Ems-Achse gibt es sehr innovati- Energiedrehscheibe Deutschlands. ve Unternehmen, die vom Umbau Das hat die vom Landkreis Aurich unseres Energiesystems profitieren und OLEC gemeinsam in Auftrag können. Daher ist die Vereinba- gegebene Potenzialstudie Energierung ein richtiger und wichtiger region Nordwest eindrucks-voll Schritt für den Nordwesten“, er- bewiesen.“ läutert Thors-ten Janßen, Direktor des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik und stellvertretender Vorsitzender des OLEC. Den Grundstein dafür hatten die beiden Netzwerke mit einem gemeinsamen Projekt bereits in den vergangenen beiden Jahren gelegt und in dem Projekt Hansa Energy Corridor ge-meinsam mit weiteren Partnern aus den Niederlanden eine grenzüberschreitende Energie-plattform aufgebaut. Daher ist

Diepholz. Nach dem aktuellen Marktspiegel Logistik 2012/2013 des Logistikportals Niedersachsen zählt bei logistischen Investitionen in Niedersachsen insbesondere die „Hansalinie“ zu den Gewinnern. Knapp die Hälfte (rund 48 Prozent) der im Jahr 2012 identifizierten logistikaffinen Investitionen von über 700 Mio.€ wurden in der „Hansalinie“ getätigt. Die höchste Anzahl an Investitionen auf Landkreisebene konnte im Landkreis Diepholz registriert werden. Mit rund 23 Prozent der gesamten Investitionen vereinigt der Landkreis wie im vergangenen Jahr den Lö-

wenanteil der landesweit identifi- sich als aussagekräftiges Marktbezierten Investitionen, wobei hier obachtungsinstrument etabliert. der weitaus größte Teil auf den „Die Zahlen zeigen deutlich, dass nördlichen Landkreis entlang der die Logistikbranche im Landkreis Diepholz ein wichtiger WirtschaftsBAB 1 entfällt. Die Struktur der Investitionen und Beschäftigungsmotor ist. Als im Landkreis Diepholz ist durch bedeutender und zukunftsfähiger viele kleine Investitionsvolumen Investitionsstandort für die Logekennzeichnet, die in erster Li- gistik bietet er insbesondere dem nie für den Ausbau vorhandener Mittelstand sehr gute Voraussetzungen“, resümiert Landrat Cord Standorte genutzt werden. Der Marktspiegel Logistik wird Bockhop. jährlich im Auftrag des Landes auf Basis einer umfassenden Erhebung bei Wirtschaftsförderern, Landkreisen und Projektentwicklern in Niedersachsen erarbeitet und hat

Landkreis Osterholz fördert die Identität mit der Region

Baukastensystem zum Regionalmarketing steht online zur Verfügung Landkreis Osterholz. Seit gut acht heriger Absprache mit der Kreis- Landkreis können beispielsweise Jahren betreibt der Landkreis Os- verwaltung zu nutzen. Der bereits dieses Angebot nutzen, um ihren terholz ein Regionalmarketing, recht prominente Torfkahn ist seit Kunden und Geschäftspartnern das die Lebensqualität und Wirt- Beginn seiner Einführung beim den Landkreis Osterholz samt den schaftskraft stärken und die Iden- Marken- und Patentamt geschützt. Standortvorteilen vorzustellen. tität der Bürger mit dem Landkreis Eine so genannte Kollektivmar- Zu finden ist das Baukastensysfördern soll. Unter www.landkreis- kensatzung regelt die Nutzung des tem auf der Homepage des Landosterholz.de bietet ein Baukas- Logos durch Dritte, die ausdrück- kreises www.landkreis-osterholz. tensystem interessierten Bürgern, lich gewünscht ist. Bereits ca. 100 de unter dem Menüpunkt „Unser Vereinen und Unternehmen ver- Vereine, Firmen und weitere Ins- Landkreis“. Wählt man die Rubrik ständlich Informationen zu Maß- titutionen nutzen die Möglichkeit „Kreis im Überblick“ und danach nahmen des Regionalmarketing des so genannten Cobrandings und „Identität mit dem Landkreis“ lanund stellt Angebote zur Nutzung bekennen sich zum Landkreises det man beim Baukastensystem. des Logos, Fotos aus unserer Regi- Osterholz. Informationen zur rich- Derzeit ist eine direkte Verlinkung on sowie eine Standortpräsentation tigen Darstellung sowie Fotos von auf der Startseite zu finden. Bei dar. Das Baukastensystem, das be- anderen Cobrandingnutzern sind Fragen und Anregungen steht in reits seit einigen Jahren online zu ebenfalls im Baukastensystem zu der Kreisverwaltung, Frau Wofinden ist, wurde kürzlich aktuali- finden. lynski, unter isabella.wolynski@ siert. Auch können regionaltypische Fo- landkreis-osterholz.de und telefoWenn Unternehmen sich zum tos und eine Standort-Präsentation nisch unter 04791-930 512 gern Landkreis Osterholz bekennen in Form einer Power-Point-Prä- zur Verfügung. möchten, so besteht die Möglich- sentation kostenlos zur Verfügung keit, das Torfkahn-Logo nach vor- gestellt werden. Firmen aus dem WWW.WIR TSCHAFTSZEITUNG.INFO

Foto: Stadt Oldenburg

Logistikbranche ist Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor

Stadt kauft Restfläche des ehemaligen Fliegerhorstes

Einmalige Chance für die strategische Stadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte Oldenburg. Die Stadt Oldenburg wird für ihre strategische Stadtentwicklung die mittelbar noch im Besitz des Bundes befindliche Restfläche des ehemaligen Fliegerhorstes kaufen. Der Beschluss zum Abschluss des Kaufvertrages fiel am Montagabend, 28. Oktober, in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses. Möglich wurde der Kauf erst dadurch, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages im März 2012 das Verfahren zur Verwertung von Konversionsflächen geöffnet und den Kommunen ein faktisches Vorkaufsrecht eingeräumt hat. Erste Stadträtin Silke Meyn zum bedeutenden Schritt: „Wir werden uns damit die letzte große verfügbare Fläche im Stadtgebiet für die zukünftige Entwicklung sichern. Das ist deshalb von so außerordentlicher Bedeutung, weil wir den Bedarf an Bau- und Gewerbeflächen, aber auch an neu zu schaffenden Grünflächen kaum noch decken können.“ Die Stadt und die vom Bund beauftragte Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) planen den Besitzwechsel zugunsten der Stadt für den 1. Januar 2014. Stadtbaurätin Gabriele Nießen ergänzt: „Wir werden eine

Gesamtstrategie für die Fläche mit Der ehemalige Fliegerhorst OlPolitik und Fachleuten in einer Ar- denburg mit einer ursprünglichen beitsgruppe entwickeln, sobald der Gesamtgröße von etwa 300 Hektar Kaufvertrag notariell beurkundet liegt zu rund 110 Hektar auf Fläist. chen angrenzender Gemeinden; Ziel ist ein Projektplan mit einer 190 Hektar befinden sich OldenZeitschiene über wahrscheinlich burger Stadtgebiet. Die Nutzung zwanzig Jahre. Wir müssen dabei als Standort des Jagdbombergekurz-, mittel- und langfristige schwaders 43 endete im Handlungsziele definieren und ge- September 1993, anschließend meinsam kluge Wege gehen. Denn wurde das Gelände weiter bis in eine solche städtebauliche Chan- das Jahr 2007 für andere Zwecke ce wird die Übermorgenstadt auf militärisch genutzt. 2011 hatte die Jahrzehnte nicht mehr bekom- Stadt bereits eine größere Teilflämen.“ Jürgen Hohmann, Leiter che mit rund 80 Hektar des der Oldenburger Nebenstelle der Fliegerhorstes erworben, auf der Bundesanstalt für Immobilien- sich heute der größte Solarpark aufgaben, zeigte sich erfreut über Niedersachsens befindet. Der Kauf die erfolgreichen Kaufverhand- der verbliebenen knapp 110 Heklungen. Nach der Veräußerung der tar auf städtischem Gebiet kostet Donnerschwee-Kaserne sei es der die Stadt Oldenburg rund eine BImA gelungen, ein weiteres und Million Euro, und zwar ‚wie die besonders Flächen liegen und stehen‘. Die in großes Konversionsprojekt zu be- den nächsten Jahren auf die Stadt enden. Klaus Wegling, Leiter der zukommenden Konversionskosstädtischen Wirtschaftsförderung, ten der Militärbrache werden von fügt hinzu: „Wir bedanken uns BImA und Stadt auf rund 9 Millifür die fairen und vertrauensvol- onen Euro geschätzt. Diese Kosten len Verhandlungen. Unsere Über- entstehen der Stadt nach dem Anlegungen sehen auch gewerbliche kauf für den notwendigen Abriss Entwicklungsmöglichkeiten für von Gebäuden, die Entsiegelung das Areal vor. Das ist für die Ol- von Flächen und die Beseitigung denburger Wirtschaft eine gute von Kampfmitteln. Perspektive.“

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 9

SONDERTHEMA DER WIRTSCHAFTSZEITUNG Für Bremen und Umgebung — Februar 2014

Gemeinsam stark für Bremen und Bremerhaven

Das Unternehmensnetzwerk ‘partnerschaft umwelt unternehmen‘ Was mit 20 umweltaktiven Unternehmen im Jahr 2003 begann, ist zu einem bedeutsamen Netzwerk mit derzeit 147 Mitgliedern gewachsen. Ob Großkonzerne, Handwerksbetriebe oder kleinere Dienstleister: Gemeinsam füllen nachhaltig aktive Unternehmen die ‚partnerschaft umwelt unternehmen‘ (puu) mit Leben. Hinter ihnen stehen rund 65.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Arbeitgeber alle eines gemeinsam haben: Sie setzen sich vorbildlich für den betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz ein und machen sich damit für den Wirtschaftsstandort Bremen/Bremerhaven stark. Die ‚partnerschaft umwelt unternehmen‘ ist eine Initiative des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr, organisiert von der RKW Bremen GmbH und der Agentur ecolo. Das Netzwerk besonders umweltengagierter Unternehmen leistet einen entscheidenden Beitrag zu betrieblichen Umweltlösungen im Land Bremen. Umweltpartnerschaften und Nachhaltigkeitsnetzwerke gibt es bundesweit viele. Das Einmalige an der Bremer ‚partnerschaft umwelt unternehmen‘ ist, dass hier die Mitgliedsunternehmen eine Rahmenvereinbarung direkt mit dem Land abschließen. Darin sind die konkreten Umweltleistungen des Unternehmens zum Zeitpunkt des Beitritts dokumentiert, denn Absichtserklärungen alleine reichen für eine Mitgliedschaft nicht aus. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens sagte Birgit Becker, Geschäftsführerin der R. Becker Rohstoffe Recycling GmbH und ‚puu‘-Mitglied der ersten Stunde: „Die Netzwerkaktivitäten der ‚partnerschaft

WIR TSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG

umwelt unternehmen‘ passen gut zu unserer Firmenphilosophie. Denn Umweltschutz ist nicht nur unser Tagesgeschäft, sondern wir versuchen seit jeher, technischen Fortschritt und umweltbewusstes Handeln in Einklang zu bringen. Neue Ideen und Anregungen, die wir aus den vielfältigen Angeboten der ‚puu‘ mitnehmen, geben uns wertvolle Impulse.“ Kooperation statt Konkurrenz wird in der Umweltpartnerschaft groß geschrieben. Insbesondere der Austausch über betriebliche Umweltlösungen und die gute Zusammenarbeit von Unternehmens- und Umweltverbänden, Wirtschaftsförderern und Kammern machen die Attraktivität des Netzwerks aus. Das bestätigte auch Hanna Blanchet, Leiterin der Stabsstelle Umweltmanagement/Umwelttechnik beim ‚puu‘-Mitglied EUROGATE bei der Jubiläumsveranstaltung: „Uns alle eint ein gemeinsames Ziel: Mit maximaler Effizienz und minimalen Emissionen möchten wir den Umwelt- und Klimaschutz vorantreiben. Wenn dabei alle Partner Verantwortung übernehmen, kommt das der Umwelt und dem Wirtschaftsstandort zugute.“ Diese Erfolgsfaktoren zeigen, welche Richtung die Mitglieder der ‚partnerschaft umwelt unternehmen‘ auch künftig einschlagen werden: mit weiteren Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, mit ihren vielfältigen Auszeichnungen und Zertifizierungen.

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„Orte der biologischen Vielfalt“: Raum für Pflanzen und Tiere auf dem Firmengelände Die gemeinsame Kampagne „Orte der biologischen Vielfalt“ verfolgt ein ganz besonderes Ziel: Mehr Artenvielfalt in der Stadt. „Orte der biologischen Vielfalt“ richtet sich an Firmen, um diese über das Thema biologische Vielfalt zu informieren und sie hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten für naturnahe Betriebsgelände konkret zu beraten. Denn ob Dachbegrünung, Rasengittersteine, ein Obstbaum oder eine Nistgelegenheit: Diese einfachen Maßnahmen wirken der zunehmenden Versiegelung von Flächen für Verkehr, Wohnen, Arbeiten und Freizeit entgegen und unterstützen damit das Fortbestehen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt auch im städtischen Raum. Das bundesweit einzigartige Angebot stößt auf reges Interesse. „Damit schauen wir über die umweltfreundlichen Produktionsabläufe hinaus auch auf das Betriebsgelände“, sagt Martin

Schulze von der ‘puu‘-Koordinierungsstelle, „denn diese bergen oftmals viel Potenzial für mehr Biodiversität, was wir mit unserem Angebot gezielt unterstützen wollen.“ Die Kosten für Beratung, Maßnahmenbeschreibung und Begutachtung belaufen sich auf max. 500 Euro, je nach Umfang der Beratung. Der BUND Bremen führt die Beratungen bei interessierten Betrieben vor Ort durch und gibt dann individuelle Tipps, welche Maßnahmen für das Gebäude und Grundstück passend sind. „Ein Obstbaum beispielsweise bietet nicht nur das ganze Jahr über einen schönen Anblick, sondern ist von der Wurzel bis zur Krone auch ein strukturreicher Lebensraum für viele verschiedene Tiere“, erklärt BUND-Landesverbandsgeschäftsführer Martin Rode, „und ganz nebenbei sorgt er im Herbst auch noch für frisches Obst.“ Die Pflanzung eines jungen Baums kostet um die 50 Euro. Der jährliche Pflegeschnitt beläuft sich etwa auf weitere 40

Euro. Nach Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen können die Firmen mit dem Signet „Orte der biologischen Vielfalt“ auf ihr Engagement hinweisen und es zur Kommunikation mit Beschäftigten und Kunden verwenden. Einen „Ort der biologischen Vielfalt“ hat im Zuge der Kampagne zum Beispiel die Werkstatt Bremen geschaffen. Das Firmengelände bietet mittlerweile auf einer neu angelegten Naturwiese samt Stauden und Sträuchern mehr Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Lebewesen. Dr. Diana Wehlau vom Umweltressort freut sich über die Entwicklung: „Unsere Kampagne richtet den Blick gezielt auf das Firmengelände und bereichert damit unsere Aktivitäten zur Förderung einer umweltverträglichen Wirtschaftsweise. Werkstatt Bremen zeigt, wie mit kleinen Schritten ein wichtiger Beitrag zum Erhalt von Flora und Fauna geleistet werden kann.“ Die in der Neustadt um-

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gesetzten Maßnahmen sollen nun auch auf andere Betriebsstandorte übertragen werden. Wie am Buntentorsteinweg kümmern sich dort ebenfalls Gartengruppen unter Anleitung eines Gärtnermeisters um die Pflege der Außenanlagen. Für Holger Clausen, stellv. Geschäftsführer der Werkstatt Bremen, leistet die Beteiligung an der Kampagne mehr als den reinen Beitrag zur Arterhaltung. „Wir haben bei dieser Gelegenheit mit unseren Beschäftigten über das Thema biologische Vielfalt gesprochen. So haben sie erfahren, warum ihre Arbeit enorm wichtig für Mensch und Natur ist.“ Auch für Bernd Schmidt, Geschäftsführer der Kronwald Drucklufttechnik GmbH & Co. KG, haben sich die Investitionen in sein biodivers gestaltetes Firmengeländes aus mehreren Gründen gelohnt. „Ich bin überzeugt, dass unsere Bäume, Pflanzen und unser Gartenteich sowie die drei

Schafe einfach zu einem angenehmeren Arbeitsumfeld beitragen. Unsere Belegschaft weiß zu schätzen, dass sie nicht auf zubetonierte Flächen schauen muss“, sagt er. Hinzu kommt, dass sich sein naturnahes Regenwassermanagement durch die gesplittete Abwassergebühr im Land Bremen auch auf der Kostenseite rechnet. Für Maßnahmen zur Entsiegelung und Dachbegrünung gibt es noch dazu ein Förderprogramm des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr, das von der Bremer Umwelt Beratung umgesetzt wird. Weitere Informationen unter: www.umwelt-unternehmen.bremen.de

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Das Unternehmensnetzwerk ‘partnerschaft umwelt unternehmen‘ startete bereits 2012 eine Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) Landesverband Bremen.


Aktiv zur Arbeit

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Aktion Firmenfahrrad Unternehmen in Bremen und Bremerhaven fahren Fahrrad für eine saubere Umwelt, mehr Fitness und um schneller ans Ziel zu kommen Die Koordinierungsstelle der ‘partnerschaft umwelt unternehmen‘ (RKW Bremen GmbH und Agentur ecolo) motiviert ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, kürzere Strecken zu Außenterminen mit dem Firmenfahrrad zurückzulegen. „So schützen die „Aufsteiger“ nicht nur aktiv das Klima, sondern absolvieren auch

ganz nebenbei ein persönliches Fitnessprogramm in der Arbeitszeit“, erklärt Harm Wurthmann, Leiter der Koordinierungsstelle. Gründe für das Aufsatteln gibt es genug: Im Umkreis von fünf Kilometern ist man mit dem Fahrrad schneller am Ziel als mit dem Auto. Nicht zuletzt, weil man nicht ewig nach einem Parkplatz suchen muss. Außerdem spart man bei den Kosten für Fahrkarten oder für den Fahrzeugunterhalt, Treibstoff und die Parkgebühren. Radfahren regt den Kreislauf an und stärkt die Gesundheit. Mit jedem vermiedenen Autokilometer trägt man aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Die teilnehmenden Unternehmen prä-

sentieren sich als modernes und sportliches Unternehmen, das Verantwortung für Umwelt und Gesundheit übernimmt. Die Koordinierungsstelle ‚partnerschaft umwelt unternehmen‘ ist zum einen selbst Teilnehmer der ‘aktion firmenfahrrad‘, zum anderen koordiniert sie diesen Service für die anderen beteiligten Unternehmen. Diese profitieren von einem vergleichbaren Service zum Firmenwagen: Wartung, Pflege und Mobilitätsgarantie werden gegen eine monatliche Pauschale von zehn Euro übernommen. Zweimal jährlich holt ein Radtechniker das Rad zur Kontrolle ab, außerdem gibt es Kooperationen mit zwei

Händlern vor Ort, über die die Räder günstig bezogen werden können. Die Firmenfahrräder verfügen über Schnellspanner am Sitz. Damit sind die Räder schnell auf die Körpergröße jedes Nutzenden einzustellen. Ein fest montierter Korb ermöglicht den Transport von Materialien. Es besteht auch die Möglichkeit, sich das Rad individuell und je nach Bedarf mit Extras zusammenzustellen, möglich sind zum Beispiel Lastenaufsatz, LED Standlicht, Rahmenschloss, Zweibeinständer und pannensichere Bereifung. Sollte auf dem Weg zum Termin doch mal etwas schief gehen, steht kostenlos ein Taxi zur Verfügung.

Gutes Klima in Bremen und Bremerhaven Auszeichnung ‚Klimaschutzbetrieb CO2-20‘ Um aktives Klimaschutzengagement vor Ort weiter anzuspornen, zeichnet der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr konkrete Klimaschutzaktivitäten von Unternehmen mit dem Signet ‚Klimaschutzbetrieb CO220‘ aus. Unternehmen, die ihre CO2-Emissionen am Standort im Land Bremen innerhalb von fünf Jahren um mehr als 20 Prozent reduziert haben, können die Auszeichnung erwerben. Das Engagement der Unternehmen zeigt: Eine Einsparung im Energieverbrauch und bei den eingesetzten Materialien kommt der Umwelt zugute und reduziert die Betriebs- und Produktionskosten. Beides zusammen sichert einen weiteren Vorteil, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. »Klimaschutzbetriebe CO2-20« belegen gegenüber Kunden und Geschäftspartnern ihre Zukunftsorientierung, indem sie ihre Verantwortung für die Umwelt und für ein nachhaltiges Wirtschaften als Motiv und Antrieb für ihre Unternehmensentscheidungen deutlich machen. Den Titel »Klimaschutzbetrieb CO2-20« können Unternehmen unabhängig von Größe und Branchenzugehörigkeit erwerben. Der Titel ist gekoppelt an das Jahr, in dem die Auszeichnung beantragt wurde. Um die Auszeichnung zum »Klimaschutzbetrieb« zu erhalten, müssen Unternehmen ihre CO2Emissionen am Firmenstandort im Land Bremen in den letzten fünf Jahren nachweislich um mindestens 20 Prozent gesenkt haben. Hier wird neben Energiesparmaßnahmen auch die Nutzung selbst erzeugter regenerativer Energie anerkannt.

Zur Ermittlung der Energieeinsparung müssen im ersten Schritt die jährlichen Energieverbräuche der letzten sechs Jahre erfasst werden, getrennt nach den Energieträgern Strom, Gas, Öl und Fernwärme. Denn: Der Energieverbrauch von vor sechs Jahren – dem sogenannten Basisjahr – bildet die Grundlage der Betrachtung. Er wird in CO2-Äquivalente umgerechnet und als 100 Prozent gesetzt. In einem zweiten Schritt werden die Energiesparmaßnahmen und die Nutzung der selbst erzeugten regenerativen Energien am Standort über die vergangenen fünf Jahre erfasst und aufaddiert. Ergibt die Summe der so vermiedenen CO2-Emissionen mindestens 20 Prozent des Basisjahres, sind die Voraussetzungen für die Auszeichnung erfüllt. Anlaufstelle für Informationen und Begleitung zum »Klimaschutzbetrieb CO2-20« ist die Koordinierungsstelle der ’initiative umwelt unternehmen‘. Bei Fragen zur rationellen Energieverwertung und Nutzung regenerativer Energien arbeitet sie eng mit einer Vielzahl von Experten und Netzwerkpartnern zusammen, die mit unterschiedlichen Instrumenten von der Fachberatung bis zur technischen Umsetzung diejenigen unterstützen, die die Energie- und Materialeffizienz in ihrem Betrieb verbessern wollen. Die Mitarbeiter der Koordinierungsstelle bringen Interessierte schnell und unbürokratisch mit den »passenden« Ansprechpartnern an den richtigen Tisch. Im vergangenen Jahr wurde unter anderem die Botanika als „Klimaschutzbetrieb CO2-20“ ausgezeichnet. Deutschlands erstes Grünes Science Center hat in den letzten fünf Jahren seinen Kohlendioxidausstoß um über 20 Prozent gesenkt. Die größte Energie- und CO2-Reduktion

brachte der botanika dabei die Inbetriebnahme eines Blockheizkraftwerkes. Seit dem Frühjahr 2012 wird damit die Energieeffizienz erheblich gesteigert. Zusätzlich tragen vergleichsweise kleine Maßnahmen zum Gesamtbild bei: Vom Kugelschreiber bis zum Papier – bei der Büroarbeit achtet das Team auf umweltfreundliche Materialien und der Shop achtet auf einen nachhaltigen Einkauf. Wie sich Goldschmiedehandwerk und Klimaschutz miteinander vereinbaren lassen, stellt Juwelier ehlers aus Bremen-Walle täglich unter Beweis: Innerhalb von fünf Jahren senkten Geschäftsführer Axel Thierfelder und sein Team den CO2-Ausstoß des Juweliergeschäfts sowie der beiden zugehörigen Werkstätten um mehr als 20 Prozent. Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr zeichnete das Unternehmen dafür zum „Klimaschutzbetrieb CO2-20“ 2013 aus und nahm es als Mitglied in die Bremer Umweltpartnerschaft auf. Wo üblicherweise die Kreation von Schmuckstücken aus Gold, Silber und Platin sowie die Uhrmacherei und Kundenzufriedenheit oberste Priorität haben, verfolgt Axel Thierfelder die Senkung des Kohlendioxidausstoßes als ein weiteres wichtiges Firmenziel. Einfache aber effiziente Maßnahmen, wie beispielsweise die Schulung des Teams zur energiesparenden Nutzung der Klimaanlage, der Austausch der alten Halogenbeleuchtung gegen moderne LED-Lampen oder die Außendämmung einer Giebelwand, führten bei Juwelier ehlers zu einer konsequenten Energiekosten- und CO2-Reduzierung.

„Green Logistics“ Die BLG verlagert zahlreiche LKW-Ladungen auf Schiene oder Wasser und erzielt damit einen positiven Klimaeffekt.

Die BLG AUTOMOBILE LOGISTICS mit Sitz in Bremen und Bremerhaven und 25 weiteren Standorten in Europa ist mit dem Handling von 6,75 Millionen Fahrzeugen im letzten Jahr führender Automobillogistiker Europas. Das Leistungsangebot umfasst die weltweite Logistik für Fertigfahrzeuge von der Herstellung bis zu den Händlern in den Bestimmungsländern. In allen Geschäftsfeldern gilt das Prinzip der „Green Logistics“ mit dem Ziel, Ressourcen zu schonen, den Ausstoß an Emissionen zu minimieren sowie den Lärm zu verringern. Einen großen Klimaeffekt erzielt die BLG, indem mehr und mehr Lkw-Ladungen auf Schiene oder Wasser verlagert werden.

Von der Straße auf die Schiene Seit 2008 setzt BLG eigene Züge für den Fahrzeugtransport ein. Ein Zug befördert bis zu 228 Pkw – dafür wären sonst 29 Lkw erforderlich. Über Schiffe wird der Einsatz von rund 70 weiteren

Die BLG ist Mitglied der ‚partnerschaft umwelt unternehmen‘ seit 2011.

Frank Müller, Leiter Qualitäts- und Umweltmanagement der BLG AUTOMOBILE LOGISTICS

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BREMEN • BREMERHAVEN • HAMBURG • HANNOVER • OLDENBURG • OSNABRÜCK

• Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001:2004 • Verbesserung der Energiebilanz von Transporten um 50 Prozent durch die Umstellung von Transporten von der Straße auf Schiene und Wasser • Senkung des Kraftstoffverbrauches auf bis zu 15 Prozent durch Eco-Trainings und die Vermeidung von Leerfahrten • Einsatz von schadstoffarmen Fahrzeugen mit grüner Euro 5 Plakette

»„Green Logistics ist kein Modethema; die Vorgaben der Politik sind unmissverständlich. Außerdem wird ökologische Verantwortung mehr und mehr ein unerlässliches Kriterium bei der Auftragsvergabe.“«

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Umweltleistungen kurz gefasst

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Sauber unterwegs

Zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001

Lastfahrzeugen eingespart. Fahrer der Autotransporter nehmen an ECO-Trainings teil; Leerfahrten werden vermieden. So konnte der Kraftstoffverbrauch um 15 Prozent gesenkt werden. Die LkwFlotte besteht aus schadstoffarmen Fahrzeugen. Auf dem Terminal Bremerhaven werden beschädigte Reifen repariert, wodurch 25 Prozent weniger Neureifen beschafft werden müssen. Die Reduzierung des Energieverbrauches und der CO2-Emissionen ist in dem nach ISO 14001 zertifizierten Unternehmen ein permanenter Prozess.

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Die ‚partnerschaft umwelt unternehmen‘ in Zahlen Derzeit stehen 147 Partnerunternehmen mit ihren 65.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für mehr Umweltund Klimaschutz sowie nachhaltiges Wirtschaften im Land Bremen. Vertreter der ‚puu‘-Koordinierungsstelle waren in den vergangenen zehn Jahren viel unterwegs und verzeichnen rund 1.600 Unternehmensbesuche. Zudem veranstaltete die Umweltpartnerschaft über 40 Treffen, davon 19 Arbeitskreise Umweltmanagement und PR sowie 26 exklusive Partnertreffen. Sie rief 5 Kampagnen ins Leben, die enorme CO2-Einsparungen erzielten: So sparen die aus dem Klimafonds geförderten kulturellen und sozialen Einrichtungen jährlich 7.200 Euro Energiekosten ein. Die bisher ausgezeichneten Klimaschutzbetriebe haben ihren CO2-Ausstoß in der Summe pro Jahr um 15.400 Tonnen reduziert, das entspricht den Kohlenstoffdioxid-Emissionen von jährlich 8.500 Pkw. Insgesamt initiierte die Koordinierungsstelle 155 Beratungsprojekte zur Ökologisierung von Unternehmen. Auf 46 Veranstaltungen, die gemeinsam mit den Kooperationspartnern der ‚initiative umwelt unternehmen‘ durchgeführt wurden, informierten sich 2.270 Teilnehmende über aktuelle Themen wie Energie- und Materialeffizienz, CSR, Umwelt- und Klimaschutz. Die ‚iuu‘-Gemeinschaftsausstellung „Gesichter der Nachhaltigkeit“ besuchten im Frühjahr 2013 mehr als 2.300 Gäste. 125 Firmenportraits stellen die Umweltleistungen der Mitglieder dar und in 34 Newslettern berichtete das Netzwerk über aktuelle Geschehnisse, außergewöhnliche Projekte, Auszeichnungen und Neuaufnahmen in den letzten zehn Jahren.

Kontakt und Beratung Koordinierungsstelle

‘partnerschaft umwelt unternehmen‘ c/o RKW Bremen GmbH Langenstraße 30 28195 Bremen Tel.: 0421/32 34 64-0

info@uu-bremen.de

www.umwelt-unternehmen.bremen.de

„Umweltschutz ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Unser Anspruch ist es, besser zu sein, als es der Gesetzgeber verlangt.“ Thomas Winnemöller, Geschäftsführer saturn petcare

Geprüfte Qualität im Napf Wussten Sie, dass einer der erfolgreichsten Tiernahrungshersteller Europas in Bremen ansässig ist? saturn petcare – ein Tochterunternehmen der heristo aktiengesellschaft produziert hier mit rund 470 Mitarbeitern hochwertige Tiernahrung für Hunde und Katzen. Als Spezialist für Handelsmarken beliefert das Unternehmen den internationalen Lebensmitteleinzelhandel sowie Discounter und Drogeriemärkte. Der Leitsatz „Sorgfalt wie für Babynahrung“ steht für das Selbstverständnis von saturn petcare. Permanente Innovationen, die Anwendung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und ein kompromissloses Qualitätsdenken zählen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Regelmäßige Zertifizierungen nach internationalen Standards (IFS, BRC und MSC) belegen, dass das Unternehmen nach wie vor eine Vorreiterrolle im Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement einnimmt. Dies bestätigen auch wiederholte Bewertungen mit „sehr gut“ oder „gut“ von Öko-Test sowie Stiftung Warentest.

Nachhaltiges Denken – auch in der Produktion In der Forschungsarbeit werden nicht nur Rezepturen verbessert, sondern auch Produktionsprozesse – insbesondere mit Blick auf den Umweltschutz. Die bewusste Auswahl der Rohstoffe, ein optimaler Packmitteleinsatz, Maßnahmen zur Energierückgewinnung und grüne Logistikkonzepte tragen bei saturn petcare dazu bei, die Energiebilanz kontinuierlich zu verbessern und Emissionen zu reduzieren. Und heute? 2014 wird saturn petcare die Beleuchtung in weiteren Unternehmensbereichen auf LED-Licht umstellen. Durch ein Pilotprojekt

in Zusammenarbeit mit der Jacobs University wurden die Vorteile – sowohl für die Umwelt als auch für die Mitarbeiter – eindeutig bestätigt. Außerdem wurde das Unternehmen im November 2013 erfolgreich im Energiemanagementsystem nach der DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Seit der Gründung vor 10 Jahren sind wir Mitglied in der p.u.u.. Der regelmäßige Wissensaustausch über Fachthemen sowie die Fachvorträge sind ein wichtiger Bestandteil des Netzwerkes von dem wir als Unternehmen sehr profitieren.

Umweltleistungen kurz gefasst • Klimaschutzbetrieb 2008 • Reduzierung des CO2-Ausstoßes um über 900 Tonnen jährlich (re sultierend aus über 20 Einzelprojekten) • Konsequente Nutzung von Abwärme für die Zubereitung von tempe riertem Prozesswasser und zur Beheizung von Neubauten • Durchführung umfassender Umweltprojekte in Netzwerken sowie nach der Six Sigma Methode • Einbeziehung aller Mitarbeiter in die Umweltarbeit durch das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) und gezielte Schulungen

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 13

Foto: Siegfried Baier / pixelio.de

DEUTSCHLAND •

SCHWARZ-ROT: Mutlos, regulierungswütig, unentschlossen

Wie der neue Koalitionsvertrag Unternehmen den Wind aus den Segeln nimmt Die hohe Wettbewerbsfähigkeit, nach neun Monaten genauso viel Beitrags- und Steuerzahler werden steigende Auftragszahlen und die verdienen wie Stammarbeitnehmer. mit jährlichen zusätzlichen MilliRekordbeschäftigung sind eine Diese Regelung ist insofern prob- ardenausgaben belastet. Das geht gute Basis für einen weiteren Auf- lematisch, als sie bestehende Tarif- zulasten der nachfolgende Geneschwung im Mittelstand. Viele verträge torpediert. rationen“, bedauert er. „Zentrale Branchen starten optimistisch ins Fragen der Rentenversicherung neue Jahr. So sorgen die anziehen- Der gesetzliche Mindestlohn von wie die Kombirente oder eine Vorde Investitionsnachfrage im Aus- 8,50 Euro soll Anfang 2015 flä- sorgepflicht für Selbständige solland für Zuversicht, insbesondere chendeckend eingeführt werden. bei Maschinenbau, Elektrotech- Bis dahin laufen auch die Tarifvernik und Kraftfahrzeugbau – den träge mit geringeren Löhnen aus. Branchen vieler „Hidden Champi- Anfang 2017 gilt der Mindestlohn ons“. Das ergab jüngst eine DIHK- dann ohne Wenn und Aber. „Die Konjunkturumfrage unter 28.000 Koalitionsvereinbarung von UniUnternehmen. Noch stützen der on und SPD enthält zwar glückliandauernde Beschäftigungsauf- cherweise keine Steuererhöhungen bau und Arbeitsplatzsicherheit die mehr, dennoch wird der ArbeitsKaufkraft hierzulande und damit markt erheblich unter Druck gedie Erwartungen der Einzelhändler, raten: Der geplante Mindestlohn Konsumgüterhersteller und Gast- von 8,50 Euro gefährdet gerade in ronomen. Doch viele Maßnahmen Ostdeutschland viele Arbeitsplätze im Koalitionsvertrag könnten vor und verschlechtert die Beschäftiallem Unternehmern den Wind aus gungschancen von Geringqualifiden Segeln nehmen. Insbesondere zierten“, glaubt DIHK-Präsident die geplanten Regulierungen am Eric Schweitzer. „Zudem bietet Arbeitsmarkt sehen viele Unter- ein solcher Mindestlohn Anreize nehmer kritisch. für Schulabgänger, einen Job anzunehmen, statt eine duale Ausbil- len stattdessen gar nicht angepackt Arbeitsmarkt: Neue Hypothe- dung zu machen. Letztlich drohen und der flächendeckende gesetzliweniger Fachkräfte und höhere che Mindestlohn gegen das Votum ken statt Vorfahrt für Arbeit Jugendarbeitslosigkeit. Mit Regu- der Wirtschaft eingeführt werden.“ „Wir wollen Arbeit für alle, sicher lierungen und Bürokratie am Arund gut bezahlt“ (S. 65). „Wir beitsmarkt nimmt die Politik den Forschung & Entwicklung: Verwollen die Tarifautonomie stär- Unternehmen Flexibilität, die ken“ (S.67). „Zum 1. Januar 2015 zu unserem aktuellen Beschäfti- tane Chancen in der Innovatiwird ein flächendeckender gesetz- gungsrekord entscheidend beige- onspolitik licher Mindestlohn von 8,50 Euro tragen hat.“ Viele weitere neue Re… für das gesamte Bundesgebiet gulierungen lähmen nach Ansicht „Wir streben an, die Forschungsdes Wirtschaftsexperten zudem eingeführt“(S.68). den Beschäftigungsaufbau. Dazu investitionen bei drei Prozent des BIP konstant zu halten“ (S.33). Künftig dürfen Arbeitnehmer nur zählt Schweitzer etwa die Frauennoch 18 Monate lang an ein und quote, Entgeltgleichheit und Mel- „Das Ziel, drei Prozent des BIP für denselben Betrieb überlassen wer- depflichten. Forschung und Entwicklung aufden. Die neue Regelung ist grundzuwenden, ist wenig ambitioniert“, sätzlich vertretbar, meinen die Ex- Auch der Handwerkskammer- urteilt Dr. Hüther vom IW Köln. perten des IW Köln. Zumal sie nur Vizepräses Hans-Joachim Stehr „Der letzte Wert für Deutschland wenige Zeitarbeitnehmer betrifft. kritisiert die Arbeitsmarktpolitik liegt schon bei über 2,9 Prozent. Außerdem sollen Zeitarbeitnehmer im Koalitionsvertrag: „Die Sozial- Die internationalen Spitzenwerversicherungen und die aktuellen WIR TSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG

te von inzwischen schon rund 3,5 Prozent werden in Finnland und Schweden erreicht. In der Forschungsförderung bietet eine steuerliche FuE-Förderung eine gute Möglichkeit, Anreize für private Investitionen in FuE zu stimulieren.“

Energiepolitik: Unsicherheit statt Kostenbegrenzung „Die Energiewende wird nur dann bei Bürgern und Wirtschaft Akzeptanz finden, wenn Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gewährleistet sowie industrielle Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze erhalten bleiben“ (S. 50). Beim wichtigen Thema Energiewende zeige der Koalitionsvertrag insgesamt keinen überzeugenden Weg aus der Kostenfalle auf, auch wenn hier und da richtige Ansätze aufscheinen, so Schweitzer. Klare Vorstellungen für eine marktwirtschaftliche Perspektive der Erneuerbaren Energien bleibt der Koalitionsvertrag schuldig. Der Anstieg

der EEG-Umlage wird nicht ge- nötig wäre, um das Erwerbspersostoppt, es ist vielmehr zu befürch- nenpotenzial bis zum Jahr 2050 zu ten, dass sie in den kommenden stabilisieren. Jahren auf über 30 Mrd. Euro klettert. Damit werden die hohen Ener- „Zuwanderung und Demografie hagiepreise hierzulande das größte ben deshalb Auswirkungen auf den Konjunktur- und Wachstumsrisiko Wachstumspfad Deutschlands“, bleiben. erklärt Hüther. Nach Berechnungen des Sachverständigenrates „Die Effekte einer solchen Poli- wird der demografische Wandel in tik wären für die Unternehmen den kommenden Jahrzehnten zu deutlich: Eine Zusatzbelastung einem Rückgang der Wachstumsder Unternehmen um 1 Milliar- dynamik in Deutschland führen. de Euro könnte erhebliche wirt- Am Arbeitsmarkt zeigt sich der schaftliche Probleme mit sich brin- demografische Wandel in Form gen“, ergänzt IW-Direktor Hüther. zunehmender Fachkräfteengpässe. „Gleichzeitig würde die EEG- „Jede fehlende Fachkraft bedeutet Umlage damit gerade einmal um einen Wertschöpfungsverlust von 0,3 Prozent gesenkt werden. Eine mindestens 64.000 Euro.“ Eine wirkliche Entlastung kann nur über steigende Zuwanderung hat daher eine Senkung der Kosten, also mit starke Effekte auf die Wachstumsmehr Effizienz und Wettbewerb dynamik: Langfristig führt eine bei der Energiewende, gelingen.“ Erhöhung der jährlichen Nettozuwanderung um 100.000 zu einer Erhöhung der Wachstumsrate des Mehr Zuwanderung Potenzials um 0,2 bis 0,4 Prozentschafft Wachstum punkte. Zuwanderungsförderung „Wir wollen, dass unser Land Vor- ist deshalb auch Wachstumspolitik. reiter bei der Bewältigung des demografischen Wandels wird….“ (S.97). „Wir werden die Willkommens- und Anerkennungskultur in unserem Land stärken“ (S.106).

(JSL)

Die Fachkräfteoffensive und damit das Werben auch in Drittstaaten für mehr Zuwanderung werden fortgesetzt, verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der Willkommenskultur werden entwickelt – dazu zählen auch Fortschritte durch den Entfall des Optionszwangs und die Akzeptanz der Mehrstaatlichkeit. Allerdings bleibt die Schaffung eines Punktesystems auf der To-doListe. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass eine Nettozuwanderung von 400.000 Personen jährlich

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14 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

• INTERNATIONAL

INFRASTRUKTUR IN DER TÜRKEI: GROSSES LAND – GROSSE PROJEKTE

Der Staat investiert 30,5 Milliarden in den Ausbau der Transport- und Verkehrswege / Private Investoren mit über 200 Milliarden Euro beteiligt/ Großprojekte beim Ausbau des Schienen- und Straßennetzes, der Wasserwege und der Flughäfen

Zahlreiche Großprojekte dokumentieren den massiven Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Türkei. Das Land an der verkehrsstrategisch wichtigen Schnittstelle zwischen Europa und Asien will bis 2023 rund 30,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Häfen, Wasserwege, Straßen, Schienen und Flughäfen investieren. Bei der notwendigen Aufholjagd kommen oft private Investoren zum Zug. Deutsche Logistik-Expertise ist besonders gefragt.

Drehscheibe der Warenströme zwischen Europa und Asien „Wir streben an, die Forschungsinvestitionen bei drei Prozent des BIP konstant zu halten“ (S.33). „Istanbul ist der Motor, der diese Logistikdrehscheibe in Gang hält“, sagt Klaus von der Bey, stellvertretender Sprecher der BVL-Regionalgruppe Istanbul. Rund die Hälfte des türkischen Handelsvolumens entfällt auf die Metropole mit ihren 15 Millionen Einwohnern. Zwischen 60 und 70 Prozent der gesamten Logistikaktivitäten und drei Viertel der Lagerflächen – rund 2,5 Millionen Quadratkilometer – konzentrieren sich auf die Stadt am Bosporus. Dementsprechend ist Istanbul auch einer der Schwerpunkte der ambitionierten Ausbaupläne der Türkei. Viel Aufmerksamkeit erhält die geplante dritte Brücke über den Bosporus: 1,2 Kilometer lang, 59 Meter breit, getragen von 322 Meter hohen Pfeilern – das ist Weltrekord. Vier Fahrspuren in jede Richtung und zwei Eisenbahngleise sollen Istanbul vom Schwerverkehr entlasten und stellen gleichzeitig eine wichtige neue Verkehrsader für den internationalen Warenverkehr dar. Ein türkisch-italienisches Konsor-

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tium wird geschätzt 3,5 Milliarden von Ingenieuren aus Korea. Bei Flughafen im Norden von Istan- 12.880. Mit der Strecke zwischen Euro verbauen, unterstützt von In- der ersten Bosporus-Brücke waren bul fertig gestellt sein – in nur vier Istanbul und Izmir sollen bis 2020 genieuren aus Korea. Bei der ersten Experten aus Deutschland beteiligt Jahren Bauzeit. Ein Konsortium 472 Kilometer für den türkischen Bosporus-Brücke waren Experten – und auch heute noch sieht der türkischer Unternehmen hat 22 Frachtverkehr dazukommen. aus Deutschland beteiligt – und Büroleiter der Deutsch-Türkischen Milliarden Euro geboten, um den auch heute noch sieht der Büro- Industrie- und Handelskammer, Flughafen zu bauen und ihn 25 Gefragt: Deutsches Logistikleiter der Deutsch-Türkischen In- Ünal Eren, Chancen für deutsche Jahre zu betreiben. Mit sechs Start- Know-how dustrie- und Handelskammer, Ünal Unternehmen: Technologiepro- und Landebahnen und 150 MillioEren, Chancen für deutsche Un- dukte, Beratungs- und Ingenieurs- nen Passagieren im Jahr wäre das ternehmen: Technologieprodukte, dienstleistungen aus Deutschland Drehkreuz dreimal so groß wie der Auch deutsche Logistiker werden von dem Ausbau profitieren, progBeratungs- und Ingenieursdienst- seien gefragt. „Deutsche Unter- Airport Frankfurt am Main. leistungen aus Deutschland seien nehmen sollten aber unbedingt ei- Die Geschwindigkeit, mit der Pro- nostiziert von der Bey. Alle großen gefragt. „Deutsche Unternehmen nen verlässlichen und kompetenten jekte geplant und umgesetzt wer- Logistikunternehmen sind in der sollten aber unbedingt einen ver- lokalen Partner finden“, rät Eren. den, ist erstaunlich. „Was dort ge- Türkei vertreten, die Qualität der lässlichen und kompetenten lokaschieht, geschieht schnell und unter angebotenen Logistikleistungen len Partner finden“, rät Eren. Beachtung hoher Qualitätsanforde- steige kontinuierlich. „Das Wissen Die eiserne Seidenstraße rungen“, fasst Klaus von der Bey über Logistik und die logistischen Systementwicklungen in DeutschMehr Zuwanderung Auch unterirdisch soll es bald flüs- zusammen. Der Inhaber der Bey land ist in der Türkei sehr gefragt“, schafft Wachstum siger laufen in Istanbul. Ende Ok- Management Consult bescheinigt weiß der Experte. tober 2013 eröffnete der türkische den türkischen Projektmanagern „Istanbul ist der Motor, der diese Ministerpräsident Recep Tayyip ununterbrochene Arbeitsprozesse Fotos: Rosel Eckstein, bredehorn.j, Logistikdrehscheibe in Gang hält“, Erdoğan den 3,6 Kilometer langen und stetigen Baufortschritt. Ein Rainer Sturm/pixelio.de sagt Klaus von der Bey, stellver- Eisenbahntunnel, der Europa und Grund für die Geschwindigkeit des tretender Sprecher der BVL-Re- Asien miteinander verbindet. 1,4 Ausbaus ist auch der Rückgriff auf gionalgruppe Istanbul. Rund die Kilometer davon verlaufen unter privates Kapital: Rund 200 MilliHälfte des türkischen Handelsvo- dem Bosporus. Bis zu 75.000 Fahr- arden Euro von privaten Investolumens entfällt auf die Metropole gäste in der Stunde soll die S-Bahn ren sind derzeit in Großprojekten mit ihren 15 Millionen Einwoh- transportieren. Die Bedeutung des verplant. Ein bedeutender Anteil nern. Zwischen 60 und 70 Prozent Tunnels für die internationalen Wa- der Summe kommt aus China, das der gesamten Logistikaktivitäten renströme ist aber noch größer: Ab zum Beispiel beim Bau der geund drei Viertel der Lagerflächen 2015 besteht mit dem Tunnel und planten 7.000 Kilometer Hochge– rund 2,5 Millionen Quadratkilo- der ausgebauten Strecke entlang schwindigkeitsstrecke engagiert. meter – konzentrieren sich auf die Stadt am Bosporus. Dementsprechend ist Istanbul auch einer der Schwerpunkte der ambitionierten Ausbaupläne der Türkei. Viel Aufmerksamkeit erhält die geplante dritte Brücke über den Bosporus: 1,2 Kilometer lang, 59 Meter breit, getragen von 322 Meter hohen Pfeilern – das ist Weltrekord. Vier Fahrspuren in jede Richtung und zwei Eisenbahngleise sollen Istanbul vom Schwerverkehr entlasten und stellen gleichzeitig eine wichtige neue Verkehrsader für den internationalen Warenverkehr dar. Ein türkisch-italienisches Konsortium wird geschätzt 3,5 Milliarden Euro verbauen, unterstützt

des Marmara-Meeres eine durchgängige normalspurige Zugverbindung zwischen den Kontinenten. Man spricht von der eisernen Seidenstraße. Drei Milliarden Euro kostete das Projekt, größtenteils finanziert durch die Japan Bank for International Cooperation und die Europäische Investitionsbank.

Privates Kapital treibt Projekte voran In der Türkei sind es oft auch private Investoren, die Bauprojekte finanzieren und dabei mit der Regierung BOT-Vereinbarungen (Build, Operate, Transfer) treffen. 2017 soll zum Beispiel der neue

Aufholbedarf bei Straße und Schiene 2023 feiert die türkische Republik ihr 100. Jubiläum. Bis dahin will der türkische Staat 30,5 Milliarden Euro in die Infrastruktur des Landes, in Straße, Schiene, Flughäfen und Wasserwege investieren. Über die Hälfte des Geldes fließt in die Schiene, deren Streckennetz von derzeit rund 11.000 Kilometer um etwa 15.000 Kilometer Länge ausgebaut und somit mehr als verdoppelt werden soll. Aber auch bei der Straße hat die Türkei großen Nachholbedarf. Gerade 2.127 Kilometer Autobahnen gibt es bisher in der Türkei, in Deutschland sind es

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 15

FINANZEN •

„DEUTSCHLAND BLEIBT DER KLASSENPRIMUS“

Die Staatsschuldenkrise im Euroraum ist aus den Schlagzeilen beinahe verschwunden. Das heißt jedoch nicht, dass sie damit auch ausgestanden wäre. Ganz im Gegenteil. Im Interview mit der Wirtschaftszeitung erklärt Alexander Krüger, Chefvolkswirt des Bankhaus Lampe, warum sich die Krise tendenziell sogar verschärft hat.

Bei den Koalitionsverhandlungen sind zwei extreme Positionen aufeinander getroffen. Worauf sich Parteien in einer solchen Situation immer schnell einigen können ist, mehr Geld auszugeben. Für Visionen ist in einem solchen Umfeld wenig Platz. Die Energiewende belastet zwar diejenigen Unternehmen, bei denen die Vergünstigungen wegfallen. Der Abbau dieser indirekten Subventionierung ist aus volkswirtschaftlicher Sicht aber sinnvoll.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist momentan eher positiv. Wie wird sich das über die ersten zwei Quartale 2014 weiterentwickeln?

Gemessen am ifo-Geschäftsklima und den Einkaufsmanagerindizes ist die Stimmung tatsächlich gut. Wie stark werden sich die Plä- Deutschland hebt sich deutlich vom Rest des Euroraums ab. Die ne der Großen Koalition auf die Stimmung hat sich allerdings auch deutsche Wirtschaft auswir- in den Mitgliedstaaten verbessert. ken? Allerdings glaube ich, dass dies zu einem Großteil auch der KriDer Einfluss wird nicht so stark sengewöhnung geschuldet ist. Das sein, dass wir unsere Wachstum- heißt, dass Dinge, die vor ein bis sprognosen ändern müssten. Die zwei Jahren noch kritisch gesehen Wirtschaft befindet sich schließ- worden sind und die sich seither lich nicht von heute auf morgen kaum verändert haben, heute wein einer anderen Welt. Da sich die niger dramatisch erscheinen. Hält flächendeckende Einführung des die EZB ihr Versprechen aufrecht, Mindestlohns fließend über die woran keine Zweifel bestehen, nächsten Jahre zieht, bleiben des- bleiben die Konjunkturaussichten sen Auswirkungen für 2014 gering. günstig. Ein echter KonjunkturWir rechnen daher unverändert mit boom wird 2014 aber ausbleiben. einem robust bleibenden Konsum. Im Vergleich zu den beiden Vorjah- Die Exportraten für Deutschren dürften sich mit Blick auf den Investitionsstau vor allem die Aus- land werden den Prognosen rüstungsinvestitionen beleben. Un- zufolge weiter steigen. Zuletzt sere Wachstumsprognose für 2014 stand Deutschland wegen des beträgt 1,6 Prozent. hohen Exportüberschusses in

der Kritik. Können Sie diese Kritik nachvollziehen?

Liquiditätsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank würde die zurzeit bestehende schöne Scheinwelt schlagartig zusammenbrechen.

Ja, verstehen kann ich das schon: Die anderen sind neidisch. (lacht) Im Ernst. Die Diskussion ist aus volkswirtschaftlicher Sicht eher be- Was muss getan werden, um denklich. Der deutsche Exportüber- eine erneute Eskalation zu verschuss fällt ja nicht vom Himmel. meiden? Wollen wir Länder dafür bestrafen, dass sie wettbewerbsfähig sind? Es sind die alten Rezepte: Auf naHierfür haben sich Arbeitnehmer in tionaler Ebene sind StrukturreforDeutschland jahrelang in Lohnzu- men notwendig, um das Wachsrückhaltung geübt. Und überhaupt: tumspotenzial zu stärken. Hier gibt Es wird ja niemand gezwungen, es noch eine Menge zu tun. Zudem deutsche Produkte zu kaufen. Zu- müssen die Staaten die für einen dem geht von den Exportüberschüs- optimalen Währungsraum notwensen nicht nur Sonnenschein aus: digen wirtschafts- und fiskalpoliDie deutsche Wirtschaft produziert tischen Hausaufgaben erledigen. mehr, als im Inland verbraucht wird. Dabei darf nicht der einzelne Staat, Dieser Überschuss wird dem Rest sondern es muss die Europäische der Welt zur Verfügung gestellt, mit Währungsunion als Ganzes im dem Risiko, dass nicht immer alle Vordergrund stehen. Es ist aber zu Forderungen beglichen werden. bezweifeln, dass die Staaten dies Deutschland lebt dabei unter sei- in naher Zukunft beherzigen wernen Verhältnissen – im Gegensatz den. Zudem ist die Haushaltskonzu Ländern, die über ihren Verhält- solidierung weiterzuführen. Ihre nissen leben, halte ich dies nicht für wachstumsneutrale Ausgestaltung beklagenswert. Die hinsichtlich der ist immerhin akzeptiert, was gut ist. deutschen Exportüberschüsse vor allem aus den USA und Frankreich vorgetragene Kritik soll daher wohl Wird Deutschland auch weitereher von eigenen Versäumnissen hin die Rolle des Primus inneund Unzulänglichkeiten ablenken. haben?

Damit sind wir im Euroraum angekommen. Die Eurokrise hat in den vergangenen Monaten relativ wenig Schlagzeilen gemacht. Ist sie ausgestanden? Ganz klar nein. Die Krise ist weder ausgestanden, noch steht eine Lösung bevor. 2013 war in diesem Punkt ein sehr enttäuschendes Jahr. Die Politik war überwiegend auf Tauchstation, das Krisenmanagement hat sich auf die Europäische Zentralbank verlassen. Die Schuldenberge sind weiter gewachsen, gemessen daran hat die Intensität der Krise sogar zugenommen. Ohne die Nullzinspolitik und die

Gemessen an der Wachstumsrate wird Deutschland in diesem und im nächsten Jahr weiter Klassenbester sein. Allerdings fehlt es inzwischen auch hierzulande an einer Agenda 2020. Auf Lohnstückkosten-Basis verliert Deutschland bereits seit einiger Zeit an Wettbewerbsfähigkeit. Dies ist aber ein Problem, das 2014 konjunkturell nicht schlagend werden wird. Insgesamt wird Deutschland in diesem Jahr mehr als die Hälfte zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum beisteuern.

Foto: Bankhaus Lampe

Insgesamt scheinen die Vereinbarungen zwischen CDU und SPD für die Wirtschaft keine großen Überraschungen oder Risiken zu, oder?

26.733 Unternehmen meldeten 2013 Insolvenz an Hamburg (ots) - Im Gesamtjahr lungssystem Sepa. Vielen Firmen wie China belasteten das Geschäft 2013 wurden 26.733 Unterneh- ist nicht bewusst, dass sie kein der Exporteure. Aber auch die gute men in Deutschland zahlungsun- Geld mehr per Lastschrift mit dem Zahlungsmoral der Unternehmen fähig - 9,7 Prozent weniger als im alten, bisher genutzten Verfahren verhinderte weitere Insolvenzen. Vorjahr. „Wir beobachten bei den einziehen können, wenn sie nicht Weniger Zahlungsausfälle schoFirmeninsolvenzen den vierten die Umstellung vorbereiten. „Es nen die Liquidität von Lieferanten Rückgang in Folge“, kommen- kann zu Beeinträchtigungen inner- und Kreditgebern, so dass 2013 tiert Bürgel Geschäftsführer Dr. halb der Liquiditätsversorgung bei weniger Dominoeffekte gemessen Norbert Sellin die aktuellen Zah- den Unternehmen kommen, wo- wurden, bei denen zahlungsunfähilen. Da das Wirtschaftswachstum durch im schlimmsten Fall sogar ge Unternehmen auch bei anderen in Deutschland 2013 0,4 Prozent eine Insolvenz droht“, so der Bür- Firmen für Liquiditätsengpässe betrug und im laufenden Jahr laut gel Geschäftsführer. Auch durch sorgen und im Extremfall diese mit Experten auf rund 1,5 bis 1,7 Pro- diesen Aspekt kann die Zahl der in die Insolvenz treiben. Zum Jahzent steigen soll, rechnet Bürgel Firmeninsolvenzen 2014 erhöht resende 2013 kamen 16,1 Prozent auch im aktuellen Berichtsjahr mit werden. der Unternehmen in Deutschland weniger Unternehmensinsolven- Die Ursachen für die aktuelle Ent- ihren Zahlungsverpflichtungen zen: „Insolvenzstatistiken bilden wicklung bei den Fallzahlen sieht verspätet oder gar nicht nach. die Vergangenheit ab - daher wer- Dr. Sellin im stabilen und positi- „Allerdings trüben mehrere negatiden aufgrund der wirtschaftlichen ven konjunkturellen Umfeld mit ve Aspekte diese Euphorie“, anaLage auch 2014 weniger Firmen einem Wirtschaftswachstum von lysiert Dr. Sellin. Insolvenzen sind Insolvenz anmelden müssen“, so 0,4 Prozent, das vor allem aus der nach wie vor ein Problem mit hoDr. Sellin. Bürgel rechnet für das starken und robusten Binnennach- her volkswirtschaftlicher Relevanz. Jahr 2014 mit einem Rückgang auf frage resultiert. Diese wirkt sich Durch Firmeninsolvenzen entste26.200 Insolvenzen. positiv auf die Beschäftigungsquo- hen für Unternehmen und GläubiBei der Jahresprognose ergeben te und die Lohnzuwächse aus. Der ger jedes Jahr Schäden in Milliarsich jedoch Risiken: So ist die Arbeitsmarkt zeigte sich das ganze denhöhe. In Deutschland beliefen Konjunktur in einigen Mitglieds- Jahr über in guter Verfassung. sich diese im Jahr 2013 auf rund ländern des Euroraumes weiterhin „Die Unternehmen profitieren von 26,5 Milliarden Euro. mit Unsicherheiten behaftet. So- der höheren Binnennachfrage seifern sich hier andere Entwicklun- tens der privaten Konsumenten“, gen ergeben, müsste entsprechend so Dr. Sellin. Denn die Exporte auch die Insolvenzprognose für stiegen 2013 nur um 0,6 Prozent, 2014 angepasst werden. nach einem Plus von 3,2 Prozent Im Jahr 2014 drohen in Deutsch- in 2012. Die schlechte Konjunktur land zudem Firmeninsolvenzen in der Euro-Zone und die Abkühdurch die Umstellung auf das Zah- lung auf wichtigen Absatzmärkten

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SCHWERPUNKT

2.v.l. Egbert

Miebach, Vo

rstand, und

3.v.l. Dr. Pete

r Dill, Vorsta

nd

GUTES TUN UND UNBEDINGT DARÜBER REDEN von Thomas Klaus Corporate Social Responsibilty passt in die Zeit – und sowohl der Politik als auch den Wirtschaftsverbänden ins Konzept. Mit CSR können Unternehmen ihr Image dauerhaft positiv aufladen. „Gutes tun und drüber reden“ - von diesem Sprichwort lassen sich die Unternehmer leiten, die sich der Corporate Social Responsibilty (CSR) verschrieben haben. Und das werden immer mehr. Corporate Social Responsibilty ist gemeint, wenn Unternehmer gesellschaftliche Verantwortung nachhaltig, ökologisch, sozial und ökonomisch wahrnehmen - und das über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Eine richtige Durchschlagskraft mit „Nährwert“ für die Unternehmer hat das erst bei offensiver Vermarktung. Zu den Handlungsfeldern von CSR zählen zum Beispiel die faire Behandlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein schonender und effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen, das Wahren der Menschenrechte und das Achten der Verbraucherinteressen sowie positive Beiträge für das Gemeinwesen vor Ort. Wie genau diese und ähnliche Handlungsfelder mit Leben erfüllt werden, bleibt den Unternehmen überlassen; das richtet sich nach ihren Besonderheiten, der jeweiligen Branche und den Erfordernissen des Marktes. Vorstellbar ist vieles. Denn CSR ist bewusst offen und weit ausgelegt.

CSR-Aktionsplan

für Deutschland ist beschlossen Unternehmer, die CSR-Maßnahmen entwickeln und umsetzen wollen, können sich intensiver Unterstützung sicher sein. Die kommt unter anderem von der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), dem Deutschen Industrieund Handelskammertag (DIHK) und dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZdH). Bei BDA, BDI, DIHK und ZdH läuft die Rückendeckung für CSR-freundliche Unternehmen auf der gemeinsamen Homepage www.csrgermany. de zusammen, die voller Informationen und Praxis-Tipps steckt. CSR

ist außerdem längst in der Politik tionalen Strategie zur gesellangekommen. Der Bund nimmt schaftlichen Verantwortung von sich des Themas zum Beispiel über Unternehmen“. Dieser CSR-Akdas Internet-Portal www.csr-in- tionsplan für Deutschland wurde deutschland.de an. Betreut wird es im Oktober 2010 vom Bundeskavom Bundesministerium für Arbeit binett beschlossen. Neben manund Soziales. Zurzeit trommelt der chen anderen Punkten legt er sich Bund in Sachen „Corporate Social auf ein Beratungs- und CoachingResponsibilty“ vor allem für den programm für kleine und mittlere CSR-Preis der Bundesregierung. Unternehmen, Forschungs-AnreiNoch bis zum 22. Februar können ze für die Hochschulen und eine sich Unternehmen in vier Größen- stärkere Ausrichtung öffentlicher kategorien für diese Auszeichnung Ausschreibungen und Beschaffunbewerben, die 2013 zum ersten gen an ökologischen und sozialen Kriterien fest. Mal verliehen wurde. Das Internet-Portal und der CSRPreis der Bundesregierung sind zwei der Mosaiksteine der „Na-

Ein verpflichtendes CSR-Siegel ist nicht ausgeschlossen Zwar sieht die Bundesregierung viduelle Bewertung ermöglichen.“ soll. Fazit: Wenn sich Unternehin ihrem CSR-Aktionsplan eine Eine klare Absage an ein gesetz- men für das Gemeinwohl einsetzen, gesetzlich geregelte Zertifizierung lich geregeltes CSR-Siegel hört dann fördert das die Akzeptanz kritisch und strebt sie nach eige- sich wohl anders an – noch dazu, von Wirtschaft in der Gesellschaft nen Worten auch nicht an. Aber zu- weil auch die Europäische Union und hat einen großen Einfluss auf gleich wird festgestellt: „Bewusste CSR in der Wirtschaft voran trei- ein positives Unternehmerbild in Verbraucherinnen und Verbraucher ben will. Im Oktober 2011 legte der Öffentlichkeit. „Nebenbei“ tut äußern zunehmend den Wunsch die EU-Kommission einen eige- das dem Image des einzelnen Unnach einem zweiten Preisschild nen Aktionsplan vor. Die Frage ternehmens gut, was übrigens auch im Sinne der Nachhaltigkeit und drängt sich also auf, ob CSR wirk- die Suche nach qualifizierten Fachgesellschaftlichen Verantwortung lich – auf längere Sicht – freiwillig und Führungskräften erleichtert. von Unternehmenshandeln. Dafür bleiben wird. Auch unter diesem sind verlässliche, transparente und Aspekt sind die Unternehmer gut vergleichbare Informationen über beraten, wenn sie sich mit CSR das gesellschaftlich verantwort- ernsthaft befassen. liche Handeln von Unternehmen Als herausragendes Ziel des „Akti– bis in die Zulieferkette hinein onsplans CSR“ wird ein Bewusst– erforderlich, die für Verbrauche- seinswandel propagiert, der letztrinnen und Verbraucher eine indi- lich die Marktwirtschaft stärken

Igel Technology GmbH in neuem Netzwerk aktiv

Einer der „glorreichen Sieben“ ist die weltweit aktive Igel Technology GmbH mit Sitz in Bremen, in Deutschland der Marktführer für die Herstellung von Thin Clients. Das Geschäftsfeld: Beim Client Computing versorgt ein zentraler Server minimalistisch eingerichtete Arbeitsplatzrechner, also Thin Clients, mit allen notwendigen Daten. Schon das Geschäftsfeld ist energieeffizient und ökologisch: Deshalb wurde Igel in die Initiative „Energieeffizienz – Made in Germany“ des Bundeswirtschaftsministeriums aufgenommen. Über die Produktion der Thin Clients hinaus hat das Unternehmen

nachhaltiges, ökologisches und soziales Handeln auf seine Fahnen geschrieben. Dr.-Ing. Martin Schnatmeyer, Leiter des Bereiches Quality, Environmental & Safety Management, versichert: „In der gesamten Wertschöpfungskette unserer Produkte müssen die Sicherheit der Menschen und der Schutz der Umwelt beachtet werden. Dafür muss das Management die Voraussetzungen schaffen.“ Eine hohe Priorität habe zum Beispiel das Beachten menschenwürdiger Arbeitsbedingungen in der internationalen Lieferkette bis hin zur Rohstoffgewinnung. Mittlerweile wurde die Igel Tech-

nology GmbH auch in das neue Netzwerk „green transformation“ der bremischen Klimaschutzagentur energiekonsens aufgenommen. Dieses bundesweit einzigartige Pilotprojekt will Klimaschutz strategisch in Unternehmen verankern und greift dabei sogar auf eine eigene Akademie zurück: An der können nach dem Motto „Vom persönlichen Wissen zum unternehmerischen Handeln“ Seminare belegt werden, die aus neun einbis zweitägigen Modulen bestehen.


Klabenanschnitt 2013 der Bäcker-Innung Bremen: Die Klabenstücke wurden für einen sozialen Zweck verkauft. Die Mitgliedsbetriebe der Bäcker-Innung sind nicht nur bei der Klaben-Aktion sozial aktiv. Außerdem achten sie stark auf eine ökologische, ressourcenschonende und energieeffziente Betriebspolitik

LANDESWEITES PROJEKT

„unternehmen CSR“: Leistungspaket für KMU mit viel Inhalt Das Bundesland Bremen gilt in Deutschland als CSR-Vorreiter, und das nicht zuletzt wegen des Projektes „unternehmen CSR“. Das richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Getragen wird das Projekt von der „initiative umwelt unternehmen“, dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, dem

Fachgebiet Nachhaltiges Management der Universität Bremen und dem Zentrum für Multimedia in der Lehre. Gemeinsam haben sie ein Paket geschnürt. Sein Inhalt sind vor allem der Arbeitskreis CSR-Hanse, ein differenziertes Beratungs- und

Förderprogramm sowie eine virtuelle Akademie. Der Arbeitskreis CSR-Hanse soll den Erfahrungsaustausch der beteiligten Unternehmen ermöglichen: Mitarbeiten dürfen nur Unternehmen, die bereits CSR-Aktivitäten nachweisen können. In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Nachhaltiges Ma-

nagement der Universität Bremen steuert die virtuelle Akademie Lernvideos bei, die die einzelnen Handlungsfelder aufzeigen. Weitere Elemente des Projektes „unternehmen CSR“ sind Betriebsbesuche durch Beraterinnen und Berater sowie Informations- und Diskussionsveranstaltungen.

In puncto Fördermittel verweist das Umweltressort auf ein eigens aufgelegtes Programm. Bis zu 60 Prozent der Kosten für das Erarbeiten einer CSR-Strategie können übernommen werden. Zu der Startergruppe des Projektes gehörten: roha Arzneimittel GmbH, Backstube – Backen

CSR-Worksh

ops des SV

mit Leidenschaft GmbH, Bremer Straßenbahn AG, erecon AG, Igel Technology GmbH, Käfer Isoliertechnik GmbH & Co. KG, Klimahaus Bremerhaven 8° Ost, Ringhotel Munte am Stadtwald.

Werder Brem en

SV WERDER BREMEN:

Erster Bundesligist mit eigener CSR-Marke

Pionier in Sachen „CSR“ ist nicht nur das Anne-Kathrin Laufmann. Die 35-Jährige Land Bremen, sondern ebenso sein sportli- Abteilungsleiterin für CSR-Management ches Aushängeschild - der SV Werder Bre- ist seit Herbst des vergangenen Jahres die men. Er führte im März 2012 als erster Bun- erste zertifizierte CSR-Managerin der Fußdesligist eine eigene CSR-Marke ein. Unter ball-Bundesliga. In Nürnberg hatte sie den dem Motto „Werder bewegt – lebenslang“ neuen Zertifikatslehrgang „CSR-Manager werden die bestehenden Initiativen, Projek- (IHK)“ absolviert, der auch in anderen IHKte und Aktionen aus den Bereichen soziales, Bezirken angeboten wird. In fünf Modulen ökologisches und ökonomisches Engage- mit insgesamt 75 Lehrgangsstunden wollen ment gebündelt. Die Dachmarke integriert die beteiligten Industrie- und Handelskamdie sechs Themenfelder Gesundheit, Tole- mern die Kompetenzen vermitteln, die für ranz, Hilfsbereitschaft, Umweltbewusstsein eine wirkungsvolle Umsetzung von CSR in und Mitglieder. Für diese Themenfelder Unternehmen erforderlich sind. wurden jeweils prominente Botschafter geNatürlich soll das CSR-Engagement des funden. SV Werder Bremen 2014 fortgeschrieben „Mit unserer Marke bieten wir auch eine at- werden. In diesem Jahr ist unter anderem traktive Schnittstelle für Unternehmen, die zum ersten Mal ein Nachhaltigkeitsbericht ihre eigenen CSR-Maßnahmen vorstellen geplant. oder erweitern wollen. Mit Werder Bremen arbeiten bereits mehr als 350 Institutionen aus den Bereichen Bildung, Betreuung und Wirtschaft zusammen.“ Das berichtet

Präsident Klaus-Dieter Fischer vom SV Werder


18 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

• UNTERNEHMEN IM FOKUS

HELLA FAHRZEUGKOMPONENTEN EIN SCHWERGEWICHT DER AUTOMOBILBRANCHE von Lars Kattner 10.000 Einzelteile werden benötigt, um heutzutage ein durchschnittliches Auto zu bauen. Je nach Ausstattung mal mehr, mal weniger. Die Chance, dass eine der Komponenten in Bremen entwickelt und/oder produziert wurde, ist dabei groß.

Die HELLA Fahrzeugkomponenten GmbH (HFK) entwickelt und fertigt elektromechanische und elektronische Komponenten für Kraftfahrzeuge. Die HFK ist seit 1961 in der Hansestadt tätig. Heute sind die 620 Beschäftigten des Unternehmens spezialisiert auf Sensoren, Aktoren, Waschsysteme, Motorpumpen und Schalter. Den internationalen Automobilherstellern sollen erstklassige Produkte und Serviceleistungen geboten werden. Die qualifizierten Mitarbeiter kommen zum größten Teil aus den Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Physik, Technomathematik, Bionik und anderen. HELLA Fahrzeugkomponenten GmbH Dortmunder Straße 5 28199 Bremen Tel.: +49 421 5951-0 Fax: +49 421 5951-4508 E-mail: www.hella.com

Ölwechsel? Alle 10.000 Kilome- Millionen Euro, Tendenz steigend. ter vielleicht, über den Daumen „Bis vor einigen Jahren waren wir gepeilt. Licht anschalten? Wenn ein fast reiner Produktionsbetrieb“, es dunkel wird, bei Regen oder sagt Meise, „aber heute haben wir Nebel, je nach Gefühl. Schlechte eine eigene Entwicklungsabteilung Luft im Innenraum? Fenster auf, mit rund 90 Mitarbeitern, plus 20 lüften, fertig. Was für Autofahrer Ingenieure in der Prozessentwicküber Jahrzehnte eher störende Nor- lung.“ 605 Mitarbeiter zählt der malität war, ändert sich seit einigen Standort insgesamt. „Außerdem Jahren rasant. Immer mehr Aufga- nutzen wir die Kompetenz der ben werden von modernster Tech- Kollegen in China oder Indien, sie nik übernommen, Komfort und werden in die Entwicklung einSicherheit im Auto steigen glei- gebunden. Das ist unser großer chermaßen. Mitverantwortlich für Vorteil. Seit etwa acht Jahren sind diese Entwicklung ist nicht zuletzt wir weltweit unterwegs. Das heißt, ein Unternehmen mit Sitz in Bre- wir bauen unsere Prozesse in Indimen: die HELLA Fahrzeugkompo- en, China oder den USA auf und nenten GmbH (HFK). produzieren dort unsere Produkte für den lokalen Markt. Das ist das, Sicher, es ist ein Zufall, doch das was die Kunden wollen und somit Bild hat Symbolcharakter. Wäh- ein echter Wettbewerbsvorteil.“ rend HFK-Geschäftsführer Man-

fred Meise in seinem Büro gerade den Wachstumskurs des Unternehmens beschreibt, startet auf dem nahegelegenen Flughafen eine große Maschine. Keine Frage, es geht aufwärts. Im Geschäftsjahr 2012/13 lag der Umsatz bei 175

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Die HELLA Fahrzeugkomponenten GmbH, hervorgegangen aus der Bremer Werkzeug- und Maschinenbau GmbH (BWM), ist eine eigenständige Tochtergesellschaft des Automobilzulieferers HELLA mit Hauptsitz in Lippstadt.

Der Umsatz des Gesamtkonzerns lag im vergangenen Geschäftsjahr bei etwa fünf Milliarden Euro. Schwerpunkte der Produktion und Entwicklung in Bremen

Und es gibt nahezu keinen Auto- Meise die Hochschullandschaft. mobilhersteller auf der Welt, der „Es gibt Kooperationen mit der auf die Technik „made in Bremen“ Universität, der Hochschule und verzichten will. „Wir haben mehr der Jakobs University in Bremen. als 600 Kunden in unserem Port- Und auch in Emden, Oldenburg, Wilhelmshaven oder Osnabrück können wir auf ganz viele Ingenieure zurückgreifen. Gerade in den Anfängen unserer Mikrosystemtechnik haben wir stark davon profitiert.“

sind Sensoren für Füllstände, wie folio, darunter fast alle Automobiletwa Druck, Temperatur, Qualität hersteller. Mit den Produkten, die oder Niveau des Öls. Zudem wer- wir selbst entwickelt haben, maden Sensoren hergestellt, die das chen wir mittlerweile fast 60 ProUmfeld des Autos untersuchen. zent unseres Umsatzes.“ „Aber auch der Innenbereich wird überprüft. Aus welcher Richtung Dass die HFK zu den Schwergekommt die Sonne, wo muss ge- wichten der Branche zählt, hat laut kühlt werden, wie stark muss das Meise unterschiedliche Gründe. Head-Up-Display an die Helligkeit Da wären die hochautomatisierangepasst werden“, zählt Meise ten Prozesse, dank derer auch den weitere Einsatzgebiete auf. „Dar- Mitbewerbern in Südostasien Paüber hinaus beschäftigen wir uns roli geboten werden könne. „Wir mit Einparkassistenten auf Basis sind qualitativ hochwertiger und von Ultraschallsensorik. Die ent- preiswerter. Nur so können wir im wickeln wir und dafür sind wir Wettbewerb bestehen.“ Ein weiweltweit zuständig. Und als Leit- terer Vorteil sei, dass Produktentwerk obliegt uns die Verantwor- wicklung, Prozessentwicklung und tung in den Bereichen Scheinwer- die Produktion an einem Ort stattferwischanlagen und Steller zum finden. Die kurzen Wege garanBeispiel für Kofferraumklappen tieren eine optimale Abstimmung. oder Tankdeckel.“ Als „Riesenvorteil“ gar bezeichnet

Um auch in Zukunft in der Weltspitze mitzumischen, gelte es, die Herausforderungen der Globalisierung anzunehmen und die Nase in puncto Wettbewerbsfähigkeit und Innovation vorne zu haben. 30 erteilte Patente sowie weit mehr als 100 weitere Anmeldungen zeigen, das die HFK in diesem Bereich gut aufgestellt ist. Damit das so bleibt, ist qualifiziertes Personal gefragt. „Neben den von uns angebotenen Ausbildungsangeboten versuchen wir, besonders Frauen für technische Berufe zu begeistern. Durch spezielle Programme fördern wir die MINT-Berufe, um das Potenzial der Frauen zu aktivieren. Letztlich aber zählt die Kompetenz.“ Denn was die Zukunft auch bringen mag – Meise rechnet mit völlig neuen Mobilitätssystemen, Elektromobilität und immer ausgeprägterer Car-To-Car-Kommunikation – den Platz in der Spitzengruppe der Automobilzulieferer möchte er nicht wieder hergeben. Fotos: HELLA Fahrzeugkomponenten GmbH (HFK).

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 19

AUTO & LOGISTIK •

Lebensbegleitendes Lernen in Wirtschaft und Logistik

Foto: Messe Hannover

BVL Campus gGmbH | Universitätsallee 18 | 28359 Bremen | Tel.: 0421 / 94 99 10 10 | www.bvl-campus.de

MOBILITÄT: Warum wir den Stadtverkehr neu denken müssen Rohstoffverbrauch, Luftver- tischen Problem werden. Laut den schmutzung, Lärmbelastung: Die Vereinten Nationen werden bis 2050 Verstädterung der Welt führt zu mehr als 70 Prozent der Menschen enormen Herausforderungen. Die weltweit in Städten und BallungsZukunft der Mobilität wird zur zentren wohnen. 1950 waren es weKönigsdisziplin moderner Stadt- niger als die Hälfte. Aktuell ziehen planung. Wer eine der größten He- täglich rund 180 000 Menschen in rausforderungen der kommenden Großstädte. Die Herausforderungen Jahrzehnte schon heute beobachten rund um den Megatrend Urbanisiemöchte, muss nicht lange suchen. rung sind daher vielfältig: Wie wird Es genügt ein Blick aus dem Fens- die Energieversorgung in Megaciter in einer deutschen Großstadt: ties gesichert? Wie gestaltet sich die morgens, wenn LKW und Liefer- Mobilität der Zukunft? Diesen und wagen Lebensmittel in Geschäfte weiteren Fragen stellen sich Ausstelund Restaurants bringen und das ler der Messe „Metropolitan SoluHupkonzert des Berufsverkehrs tions“ im April 2014 und zeigen in im Schritttempo vorbeizieht. Oder Konferenzen, Foren und Symposien nach Feierabend, wenn Büro- Lösungen rund um die drängenden Heimkehrer keinen Parkplatz fin- urbanen Themen auf. den und deshalb zehnmal um den Block fahren. Neue Infrastruktur als KönigsDiese Szenen sind seit langem Realität - und könnten zu einem gigan-

disziplin moderner Stadtplanung

Die städtischen Verkehrsnetze Plattformunabhängig soll sie dem von heute werden dem Urbani- Nutzer den schnellsten Weg aufzeisierungstrend auf Dauer nicht ge- gen - indem sie alle Angebote von wachsen sein. Die Bereitstellung U-Bahn bis Car-Sharing vergleicht neuer Infrastruktur wird deshalb . zur Königsdisziplin moderner Staus kosten Milliarden Stadtplanung. Eine Lösung für dieses Problem sehen Experten Im besten Fall reduzieren die unter anderem in der intelligenten neuen Technologien auch eiVernetzung verschiedener Trans- nen gigantischen Schaden für die portmittel: Autos, die immer öfter Volkswirtschaft: Einer Studie der auch mit dem Internet verbunden Unternehmensberatung Roland Bersind, öffentliche Nah- und Fern- ger zufolge gehen allein in den 30 verkehrsmittel, deren Fortkommen größten Ballungszentren der Welt Fahrgäste mit dem Handy verfol- jedes Jahr 266 Milliarden US-Dollar gen können, Car-Sharing-Ange- in Form von fehlender Arbeitszeit bote und Elektrofahrzeuge. Diese durch Staus verloren. Hinzu komverkehren aber noch als geschlos- men die Schäden durch die gesundsene Systeme nebeneinander - ihre heits- und klimaschädlichen Abgaflächendeckende Verbindung über se. Intelligent vernetzte LKW und Smartphone-Plattformen steht erst Autos könnten unter Einsatz neuer bevor. Daran arbeitet etwa der Technologien künftig so geleitet Automobilhersteller Daimler mit werden, dass die meisten Staus gar seiner Smartphone-App Moovel. nicht erst entstehen.

Einen entscheidenden Anteil an der Zukunft des Stadtverkehrs dürften junge Unternehmen haben. Solche wie das Start-up tiramizoo aus München: Es setzt Kuriere ein, um den Menschen die tägliche Fahrt ins Kaufhaus, den Supermarkt oder ins Blumengeschäft abzunehmen. Die Koordination, um die Fahrten möglichst kurz und umweltfreundlich zu halten, übernimmt eine intelligente Software.

liarden auf intelligente Netze und smarte Autos. Zusätzlich gewinnt die wachsende Stadtbevölkerung dabei etwas, das schwieriger in Geld auszudrücken ist: saubere Luft, weniger Lärm und geringere Unfallgefahren.

Die Stadt der Zukunft ist allerdings nicht nur eine Herausforderung für clevere Ingenieure - sondern auch ein neuer Milliardenmarkt. Ein Papier der Bundesregierung beziffert das Umsatzpotenzial in Deutschland im Bereich Smart Cities für das Jahr 2020 auf zwischen 55 und 74 Milliarden Euro. Allein 24 Milliarden Euro davon könnten auf die Logistikbranche entfallen und je fünf Mil-

SOLIDE WERTENTWICKLUNG Im Jahr 2013 hat der Flughafen ren mit weniger Starts und LanBremen eine Passagierentwick- dungen verbunden ist, da größere lung um plus 6,8 Prozent verzeich- Flugzeuge zum Einsatz kommen. net. 2.613.000 Fluggäste haben im Das abgewickelte Luftfrachtaufvergangenen Jahr den Airport Bre- kommen verlief branchenbedingt men als Abflug- oder Ankunftsort rückläufig mit 10.020 Tonnen genutzt. 2012 waren es 2.447.000 (2012: 10.578). und entspricht so einer Steigerung von 6,8 Prozent. Das ist nicht nur Ergebnisrechnung 2013 im Bundesvergleich das zweitbeste Ergebnis hinter dem Flughafen Die Flughafen Bremen GmbH erWeeze, sondern auch das zweit- zielte 2013 einen Umsatz von 40,5 beste Fluggastergebnis in der Ge- Millionen Euro (2012: 39,1 Millischichte des Flughafen Bremen onen). Konsequent wurde erneut nach 2010. Im Durschnitt erreich- der finanzielle Konsolidierungsten die deutschen Verkehrsflughä- kurs fortgesetzt und das Eigenkafen in 2013 ein durchschnittliches pital gestärkt. Aus eigener Kraft Wachstum von 0,6 Prozent. „Mit baute die Flughafengesellschaft unserer Entwicklung im wichtigen Altschulden um 4,3 Millionen ab Kernbereich Fluggast sind wir sehr und erreichte erstmals seit 20 Jahzufrieden“, sagt Jürgen Bula, Ge- ren einen Fremdkapitalbestand schäftsführer der Flughafen Bre- unter 20 Millionen Euro. Das Ermen GmbH, „und mit dieser Stei- gebnis in 2013 weist für den Fluggerung hat sich der Airport Bremen hafen Bremen einen Verlust von von Platz zwölf auf Platz elf der 22 1,5 Millionen Euro aus und liegt internationalen Verkehrsflughäfen damit unter dem Planverlust für in Deutschland verbessert.“ das Geschäftsjahr von 1,7 Millionen Euro. In Relation zum Jahr Insgesamt gab es 2013 44.264 2012 mit einem Verlust von 2,9 Flugbewegungen am Airport Bre- Millionen Euro fiel das Ergebnis men. 2012 waren es 44.737. Hier 2013 somit deutlich besser aus.* zeigt sich weiterhin der eindeutige „Insgesamt sind wir mit dem Jahr Trend, dass ein Mehr an Passagie- 2013 zufrieden. Der Flughafen ist

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abermals subventionsfrei geblie- Auch Martin Günthner, Senator ben, wir haben alle Arbeitsplätze für Wirtschaft, Arbeit und Häfen erhalten und unsere Altlasten mit und Aufsichtsratsvorsitzender der mehreren Millionen erneut verrin- Flughafen Bremen GmbH sieht gert; dazu haben wir neue Strecken den Airport Bremen als wichtiges für unsere Passagiere geschaffen Standbein der bremischen Wirtund das Schallschutzprogramm schaft: „Operative Stabilität und ‚Calmar‘ ins Leben gerufen“, sagt wirtschaftliche Solidität waren und Jürgen Bula. bleiben die Erfolgsfaktoren des Flughafens. Das Passagierplus von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vor7,5 Millionen Euro jahr auf 2,6 Millionen Fluggäste Investment in 2013 zeigt, dass der Flughafen Bremen „Wir haben 2013 ein Investitions- in Bremen, der Region und dem volumen von 7,5 Millionen aus Nordwesten beliebt ist. Besondere eigener Kraft gestemmt. Investiert erfreulich ist, dass der Airport mit haben wir beispielsweise in die Er- dem neuen Schallschutzprogramm neuerung des Vorfeldes. Die Flug- „Calmar“ in direkten nachbarhafen Feuerwehr wurde mit zwei schaftlichen Dialog mit den Anneuen ‚Panther‘-Löschfahrzeugen wohnern tritt, um gemeinsam mit ausgestattet und die Runway Gu- ihnen individuelle Lösungen zu ard Lights erneuert“, so Bula. Hin- finden. Auch die Streckenentwickzu kamen am Airport Bremen drei lung im vergangenen Jahr ist poPower Stows, eine digitale Fracht- sitiv: mit den Germania-Strecken Röntgen-Anlage und eine Erwei- Wien, Salzburg, Agadir und Nizza terung der innovativen Gebäude- und den Ryanair-Strecken Rom, leittechnik, die eine Auszeichnung Reus, Dublin und Korfu sind weidurch das Bundesumweltminis- tere reizvolle Destinationen und terium in Berlin erhielt. Parallel Businessverbindungen dazu gedazu konnten die Altschulden si- kommen. Wenn wir über den City gnifikant verringert werden und Airport Bremer reden, reden wir der Flughafen Bremen war auch über eine positive Entwicklung in in 2013 erneut subventionsfrei.“ schwierigem Marktumfeld.“

Foto: Flughafen Bremen

am Flughafen Bremen

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20 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

Foto: Meta Archivdepot

• FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

META Archivdepot und ITO beschließen Partnerschaft für die Datenarchivierung META Archivdepot, Oberhausen, Raums für die sichere Lagerung feld nachhaltig zu agieren. Bereits des ‚papierlosen Büros‘ zum Trotz die Entscheidung für eine Partnerhat sein Netzwerk für die physika- und Verwaltung ihrer Dokumente nach den ersten Gesprächen waren wird es auch weiterhin in jeder schaft von META Archivdepot und lische Aktenarchivierung um den künftig mit ITO einen kompeten- die Zielsetzungen klar, wie beide Arztpraxis beispielsweise oder in ITO; offizieller Startschuss der Zu20. Partner erweitert. Mit der ITO ten Dienstleister zur Verfügung zu Seiten von der Kooperation künf- Anwaltskanzleien zahllose Doku- sammenarbeit war am 1. SeptemMöbeltransport GmbH aus Bre- stellen. Durch die örtliche Nähe ist tig profitieren können, von daher mente geben, die aufbewahrt wer- ber 2013. In intensiven Schulungen men hat sich ein traditionsreiches gleichzeitig gewährleistet, dass an- freuen wir uns auf eine gute und den müssen. Hier stößt so manches von META Archivdepot erhalten Unternehmen mit bundesweiten geforderte Akten aus dem Archiv vertrauensvolle Zusammenarbeit Unternehmen sehr schnell an seine die ITO-Mitarbeiter aktuell alle Niederlassungen sowie Standorten jederzeit kurzfristig im Original mit ITO, von der die Kunden im Kapazitätsgrenzen und genau dann Informationen rund um das TätigWeser-Ems-Raum nachhaltig pro- können wir mit optimal ausge- keitsfeld Datenarchivierung auf in den USA und Kanada für die geliefert werden können. Zusammenarbeit mit dem Spezia- „ITO bringt als langjährig erfah- fitieren werden“, kommentiert Nils rüsteten Lagern eine langfristige der Grundlage einer einheitlichen listen für Datenarchivierung, -lo- renes und erfolgreiches Unter- Gehring, geschäftsführender Ge- Unterstützung bieten“, blickt Ge- Software und eines einheitlichen gistik und -pflege entschlossen; nehmen in der Speditionsbranche sellschafter META Archivdepot. org Königsmann jr., Assistent der Qualitätsmanagement-Systems. wie bei allen META-Partnern ideale Voraussetzungen für die „Über die Partnerschaft mit META Geschäftsleitung von ITO, in die Dies beinhaltet zum einen die handelt es sich auch bei ITO um Langzeit-Datenarchivierung mit: Archivdepot haben wir mit der Er- Zukunft. praktische Abwicklung, die vom ein inhabergeführtes mittelständi- ausreichend große Lager- und weiterung unserer Aktivitäten um Verpacken und Abholen der Dosches Unternehmen. Über die Eta- Transportkapazitäten, eine funk- das Geschäftsfeld Aktenarchivie- Umfassende Vorbereitungen kumente über Erfassung, Endkonblierung des neuen Geschäftsfelds tionierende IT-Landschaft, das rung die Möglichkeit, gerade klei- ermöglichen höchste Qualität trolle und Einlagerung bis hin zur Datenarchivierung ist das Ziel der Verständnis für eine Null-Fehler- nen und mittelständischen BetrieAbfrage und Rücksortierung sowie  Vereinbarung, Unternehmen insbe- Toleranz und auch den Willen, in ben zu mehr Effizienzsteigerung Innerhalb von drei Monaten nach Aktenvernichtung reicht. Zum ansondere im Markt des Weser-Ems- diesem anspruchsvollen Geschäfts- zu verhelfen. Allen Prognosen der ersten Kontaktaufnahme fiel deren wird den Vertriebsmitarbei-

Messinstrumente für Umweltleistungen sichern Zukunftsfähigkeit Drittes Modul der energiekonsens klima:akademie fokussiert Controlling-Optionen

tern konkret aufgezeigt, wie sie die neuen Dienstleistungen mit ihren umfassenden Vorteilen den Kunden optimal vermitteln und diese zu den einzelnen Services beraten können. Für die spätere Lagerung der Daten verfügt ITO über drei Lagerhäuser mit einer Gesamtkapazität von 17.000 qm, die in Bezug auf Sicherheit, Beheizbarkeit und Brandschutz auf dem neuesten Stand sind. Hinzu kommt noch ein Containerlager mit 10.080 qm Lagerfläche, das entsprechend flexibel genutzt werden kann.

Bremen beteiligt sich an Norddeutschlands größtem Supercomputer Sieben Länder stärken ihre Kräfte für die Spitzenforschung

Foto: energiekonsens

Miss es oder vergiss es. Unter Kosten für CO2-Zertifikate leicht kann zur Stärkung des Unterneh- zweiten Teil des Seminars vor. Um dieser Überschrift stand das drit- in Zahlen ausdrücken ließen, sei- menserfolgs beitragen“, erläuterte Energieverbrauch sowie Treibte Modul der energiekonsens en sogenannte außermarktliche der Leiter des Lüneburger Centre hausgasemissionen effektiv zu klima:akademie. 16 Führungskräf- Anforde-rungen wenig greifbar. for Sustainability Management. senken, komme eine mehrstufi- Grünes Licht für Norddeutsch- senschaftler die Rechenleistungen te aus großen und mittelständige Strategie zum Einsatz. „Jedes lands größten Supercomputer. In von „Gottfried“ und „Konrad“. schen Unternehmen beschäftigten Geschäftsfeld setzt sich zunächst der Leibniz-Universität Hannover Wichtige Anwendungsgebiete sind sich mit Möglichkeiten und Vorgeeigene Zielzahlen für die Redu- haben am 16. Januar die beiden unter anderem die Optimierung von hensweisen für Klimaschutz-Conzierung der spezifischen CO2- Teilsysteme der dritten Generation Windenergieanlagen, die Klimatrolling. Als Dozenten waren Prof. Emissionen. Das Umweltzentrum des Norddeutschen Hochleistungs- und Meeresforschung einschließDr. Stefan Schaltegger von der sammelt und bewertet diese Ziele, rechners den Betrieb aufgenommen. lich der Untersuchung und VorherLeuphana-Universität Lüneburg bevor sie in die Planung einfließen. „Gottfried“ und „Konrad“ heißen sage von Wirbelstürmen oder die und Experten der Deutschen Bahn Die operative Umsetzung liegt bei die beiden Teilrechner zu Ehren Entwicklung von Triebwerken, die und des Energieversorgers EWE den Geschäftsfeldern und wird des Universalgelehrten Gottfried weniger Lärm und Abgase erzeugen. AG vor Ort. Sie erläuterten Ansätregelmäßig erfasst. Vom Grad der Wilhelm Leibniz und des Compu- Die beiden Rechner in Hannover ze für Carbon Accounting sowie Zielerreichung hängt unter ande- terpioniers Konrad Zuse. Die zwei und Berlin sind mit einer 10-GigaGrundlagen für das Erstellen eines rem die Jahresabschlussvergütung Systeme sind zwischen der Leib- bit-Datenleitung verbunden. Die CO2-Fußabdrucks. Die energieder Führungskräfte ab“, erklärte niz Universität Hannover und dem mögliche Datenmenge, die in eikonsens klima:akademie ist eine Rordorf. Zum Abschluss beleuch- Konrad-Zuse-Zentrum für Infor- ner Sekunde über diese DatenleiFortbildungsmöglichkeit der unabtete Nele Glienke, Mitarbeiterin mationstechnik in Berlin miteinan- tung transportiert werden kann, hängigen und gemeinnützigen Klides Energie- und CO2-Manage- der verbunden. Die Länder Berlin, entspricht dabei fast einer Million maschutzagentur energiekonsens. ment der EWE AG, die Vorausset- Brandenburg, Bremen, Hamburg, Buchseiten. In einer zweiten AusNie- bauphase wird der Supercomputer Das Weiterbildungsangebot ist Teil zungen zur Erstellung eines CO2- Mecklenburg-Vorpommern, des vom Bundesumweltministe- Diese zu identifizieren und ihre Als Instrument, mit dem sich au- Fußabdrucks für Unter-nehmen. dersachsen und Schleswig-Holstein bis zum Ende das Jahres 2014 die rium im Rahmen der Nationalen Wirkungen auf das Unternehmen ßermarktliche Klimaschutzas- „Ein wichtiger Ausgangspunkt ist, und der Bund tragen die Investiti- Leistung des alten Systems um das Klimaschutzinitiative geförderten abzubilden, zu bewerten und gege- pekte verfolgen lassen, stellte er die Zielgruppe für die CO2-Bilanz onskosten in Höhe von 30 Millio- Zehnfache übersteigen. Die SpitPilotprojekts green transformati- benenfalls mit Maßnahmen zu be- den Teilnehmern das Prinzip der im Blick zu behalten. Steigen vor nen Euro je zur Hälfte. Das Land zenleistung wird dann 2,6 PetaFlops, on. Insgesamt gibt es neun Module legen, sei eine der Aufgaben eines Sustainability Balanced Scorecard allem die Klimaschutzanforderun- Bremen übernimmt 1 Million Euro. das sind 2,6 Billiarden Rechenopezum Thema Klimaschutz. Klimaschutz-Controllings. „Geset- vor. Sie setzt die Aspekte Finanzen, gen des Endkunden an die Produk- Bremens Senatorin für Bildung und rationen pro Sekunde, ermöglichen. zesänderungen, gesellschaftliche Kunden, interne Geschäftsprozes- te eines Unternehmens, ist ein Pro- Wissenschaft, Prof. Dr. Eva Quante- Der Festplattenspeicher wird mit eiWelche ökologischen, sozialen, Trends und politische Prozesse se, Lernen und Entwicklung sowie duct Carbon Footprint zielführend, Brandt (SPD): „Ich freue mich, dass ner Kapazität von 8,2 Petabyte auspolitischen oder kulturellen Kli- wandeln sich manchmal rasch und außermarktliche Klimaschutzas- die Bilanz des Betriebs dagegen sich die sieben Bundesländer ver- gestattet – das entspricht etwa einer maschutzthemen beeinflussen Un- manchmal erst über Jahre. Doch pekte in Beziehung zueinander und weniger“, erläuterte die Beraterin netzen, um in der Spitzenforschung Speicherkapazität von acht Billioternehmen neben rein wirtschaft- jede dieser Entwicklungen kann bietet somit ein nachvollziehbares für Energie- und CO2-Manage- ihre Stärken gemeinsam zu nutzen.“ nen Büchern mit jeweils 500 Seiten. Supercomputer sind mittlerweile Zum Vergleich: die als größte Biblichen Aspekten? Mit dieser Frage zu negativen Klimawirkungen füh- Management- und Messinstrument. ment. unabdingbare Voraussetzung für liothek der Welt geltende Library of eröffnete klima:akademie-Dozent ren und dem Unternehmenserfolg Ein konkretes Beispiel für Climate exzellente Forschungsleistungen Congress in Washington beherbergt Prof. Dr. Stefan Schaltegger das schaden. Umgekehrt ermöglicht Controlling erläuterte Jan Rordorf geworden. In 125 Großprojekten lediglich 31 Millionen Bücher. Seminar. Während sich effizien- ein intelligenter Umgang mit Kli- vom Umweltzentrum des Vorbildnutzen derzeit insgesamt 565 Wistere Produktionsverfahren oder mathemen Geschäftschancen und unternehmens Deutsche Bahn im WWW.WIR TSCHAFTSZEITUNG.INFO

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 21

E-BUSINESS •

DIE PR-TRENDS DES JAHRES setzen auf werthaltige Interaktion

NICOLAS SCHEIDTWEILER Inhaber der Scheidweiler PR Agentur.

Webinfo www.scheidtweiler-pr.de

Wie in jeder guten ExpertenKolumne komme ich nicht umhin, einen Ausblick auf das Jahr 2014 aus Sicht meiner Branche zu geben. Neben dem Leitthema dieser Ausgabe – der Corporate Social Responsibility – sehe ich drei Felder der Unternehmenskommunikation, in die in diesem Jahr Bewegung kommt: Blogger Relations, Content Marketing und Slideshare als Teil der Social Media. Blogger Relations Blogger Relations ist die exklusive Ansprache von Blogbetreibern. Dadurch erreichen Unternehmen eine Multiplikation von Themen und Botschaften bei klar umrissenen Zielgruppen. Denn diese sind treue Leser eines Blogs und beteiligen sich dort rege an Diskussionen.

Blogger Relations ähneln zwar der dort sage ich im Allgemeinen inklassischen Pressearbeit, bedürfen zwischen „ja“. Denn die Vielfalt aber eines sensibleren Vorgehens der sozialen Medien bietet für jede in der Ansprache. Blogger lehnen Branche ideale Möglichkeiten ihre – auch eine nur gefühlte – Ein- Ziele zu erreichen. Social Media flussnahme durch Unternehmen ist nicht nur Facebook. ab. Aus meiner Sicht sind Blogger Relations im Allgemeinen nicht Ein neuer Stern am Horizont der für die Massenkommunikation Social Media ist Slideshare (unser geeignet. Aber sie helfen Unter- Profil unter: www.slideshare.net/ nehmen definierte Zielgruppen mit scheidtweilerpr). Die Plattform Spezialthemen zu erreichen. Daher bietet die Möglichkeit, Präsentasind Blogger Relations ein relevan- tionen und andere Dokumente zur ter werdender Kommunikationsbe- Ansicht bereitzustellen und interreich, der die klassische Pressear- essanten Profilen zu folgen. Nutzer können die Inhalte wie bei Facebeit ergänzt, aber nicht ersetzt. book teilen und auf „Gefällt mir“ klicken. Ein wichtiger Aspekt ist Content Marketing die einfache Einbindung der unterIn diesem Jahr habe ich das Con- schiedlichen Dokumente in den eitent Marketing in dieser Kolumne genen Blog oder in die Homepage. als Buzzword der PR schon ein- Slideshare stellt für mich die ideageführt. Hinter dem Begriff steckt, le Verknüpfung zwischen Content dass Unternehmen und Organisati- Marketing und den Social Media onen den Nutzern und Lesern von dar. Unternehmen, die Produkte Blogs, Social Media und anderen oder Dienstleistungen tiefergehend online Kommunikationskanälen erklären wollen, sind gut beraten, informative Inhalte mit Mehrwert sich ein Profil zuzulegen. Auch im zur Verfügung stellen. Content Bereich Ausbildung und Lehre bieMarketing grenzt sich damit von tet das Netzwerk Potentiale. werblichen Inhalten und technischen Online Marketing-Maßnah- Fazit men wie der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ab. Allen von mir genannten Trends ist gemeinsam, dass die Wünsche Dieser Trend wird sich in diesem und Einstellungen von ZielgrupJahr fortsetzen. Denn die Informa- pen von Seiten der Unternehmen tionsflut nimmt zu und die Nutzer noch stärker berücksichtigt werwerden stärker Inhalte nach Mehr- den. Durch die Entwicklung vom werten aussortieren. Das einfache Konsumenten zum Prosumenten Erregen von Aufmerksamkeit wird und die damit einhergehende Difweiterhin seine Berechtigung ha- ferenzierung müssen diese genauer ben, jedoch muss die dahinterste- und auf Augenhöhe angesprochen hende Information ein gutes Fun- werden. Dazu ist eine konzeptiodament haben. Die junge Online nell-strategische Planung und Mut Marketing-Branche wird sich in seitens der Unternehmen notwendiesem Jahr noch stärker von den dig. Methoden der klassischen PR inspirieren lassen und davon profitieren.

Blogger selektieren für ihre Leser im Vorfeld das aus, was keinen wirklichen Mehrwert bietet. Basis Slideshare als neuer Stern dafür ist der Vertrauensvorschuss, den sie genießen. Denn der Blog- Auch bei den Social Media kommt ger steht wie kein anderer für Au- Bewegung rein. Kunden, die sich thentizität und Unabhängigkeit. ursprünglich nicht für diesen Dafür bringt er seine Persönlich- Kommunikationskanal interessiert keit in die unterschiedlichen The- haben, fragen mich verstärkt, ob sich ein Engagement lohnt. Und men ein.

Im Web ist es wie in der Mode:

Neue Trends und Techniken beeinflussen die Kaufentscheidung von Kunden Viele Unternehmen investieren heute doch sollte man den Aufwand und ckend entwickelt. Nutzen 1997 leeinen Großteil Ihrer Werbeausgaben die Wirkung nicht unterschätzen. diglich 0,5 Prozent der Rentner das in digitale Medien. Webseite, On- Sofern man sich eine Anzeige oder Internet zur Informationsgewinnung, lineshop und Suchmaschinenopti- eine Imagebroschüre von einer waren es gerade in dieser Zielgrupmierung, Google-Anzeigenkampa- Agentur erstellen lässt, sollte man pe im letzten Jahr bereits über 50 gnen und begleitende Printwerbung auch den Webauftritt in deren Hände Prozent. In allen Altersklassen bis sorgen für Neukunden. Das ist gut legen. Denn die Erstellung und Um- 60 Jahre bewegt sich der Anteil bei so, jedoch ist auch die Halbwerts- setzung einer Firmenwebseite gehört über 80 Prozent, angeführt von 14zeit von digitalen Medien begrenzt. nicht – wie viele Unternehmen das 19 jährigen mit glatten 100 Prozent. Je nach Zielgruppe gelten hier die praktizieren – in die IT-Abteilung, Für diese junge Zielgruppe ist die gleichen Werbegrundlagen wie in sondern vorrangig in die Marketin- Internetnutzung tägliche Pflicht (6,6 anderen Bereichen: Trends, Style gabteilung. Die konsequente Weiter- Tage pro Woche). und neue Techniken beeinflussen die führung des Corporate-Designs, die Viel interessanter für Unternehmen Kaufentscheidung beim Kunden. strategische Zusammenstellung von ist jedoch die eigentliche Nutzung Webseiten kommen schnell aus der Informationen und Werbeaussagen, des Internets. Als Einstiegsseite Mode. So kann eine Webseite, die die Entwicklung von digitalen Ser- gilt nach wie vor für 82 Prozent der vor fünf Jahren noch als ansprechend viceangeboten sind strategische Ent- Nutzer die Suchmaschine. Diese und informativ positiv zur Kaufent- scheidungen des Marketings und der rechtfertigt daher ein entsprechenscheidung beigetragen hat, heute Geschäftsleitung. Denn es geht eben des Engagement und Know-How für genau das Gegenteil bewirken. Be- weniger um Technik als um Werbung. die Optimierung von Webseiten für wertet der Kunde die Unternehmens- Bereits zu Anfang sollte eine steti- Google & Co. Abgesehen von der webseite als „nicht mehr modern“, ge Weiterentwicklung sowie eine Nutzung der E-Mail-Dienste steht an so geht er oft von einem weniger langfristige Strategie der Webseite, Platz 3 der Nutzung mit 72 Prozent professionellen Unternehmen oder begleitender Werbung und Such- die zielgerichtete Informations- und nicht mehr aktuellen Angebot aus. maschinenansprache berücksichtigt Angebotssuche. Hiermit sind neben Die Kaufentscheidung fällt dann werden. Werbe- oder Medienagentu- Nachrichten und Hintergrundinformeist zu Gunsten des Unternehmens ren mit digitalem Know-How sollten mationen auch Informationen zu Unaus, welches sich moderner und pro- daher auch das klassische Geschäft ternehmen und Produkten gemeint. fessioneller aufstellt. Denn nach wie (CI, Grafik, Printmedien) verstehen Im Alterschnitt abgeschlagen ist die vor gilt im Web: Der erste Eindruck und anwenden können. Denn Wir- Nutzung von Online-Communities zählt. Kunden haben in diesem Me- kung erzielt heute nur das Unter- mit 39 Prozent, wobei auch hier wiedium keinen persönlichen Kontakt nehmen, welches sich Crossmedial der die Altersgruppe 14-29 Jahre mit zum Unternehmen und bewerten rein aufstellt. 76 Prozent eine Sonderstellung einauf Basis des optischen Eindrucks Aus alt mach neu. Eine sinnvoll ge- nimmt. die Qualität und die Angebote. plante Neugestaltung der Webseite Ein relativ neues Thema ist die moSogenannte Content-Management- kann also eine Wiederbelebung des bile Internetnutzung, also der Zugriff Systeme (CMS) ermöglichen heute Online-Geschäftes bewirken. Auf auf das Web mit dem Smartphojedem, der mit Word umgehen kann, jeden Fall aber signalisieren Unter- ne oder Tablet. 2009 lag der Anteil auch das Aktualisieren der Webseite nehmen mit Veränderungen auf Ihrer noch bei 11 Prozent, durch die masoder des Onlineshops. Das sollten Webseite, das Ihr Unternehmen lebt sive Vermarktung der Geräte liegt Unternehmen auch nutzen. Aktuel- und sich weiter entwickelt. Das wird der Anteil in 2013 aber bereits bei le Informationen im notwendigen von Kunden positiv wahrgenommen über 40 Prozent. Tendenz steigend. Maße signalisieren dem Kunden, und trägt, bei entsprechenden Ange- Der Wechsel der Onlinenutzung dass die Webseite als aktives Kom- boten zum Neukundengeschäft oder vom stationären PC zum mobilen munikationsmittel genutzt wird. Je zur Reaktivierung von Stammkun- Gerät bringt für Unternehmen, die nach Schwerpunkt und Zielgruppe den bei. Bei einer technisch und stra- sich im Web präsentieren wiederum sind gerade in der digitalen Kom- tegisch gut geplanten Webseite ist neuen Handlungsbedarf. Klassische munikation immense Möglichkeiten der stetige Pflegeaufwand geringer Webseiten sind auf Smartphone oft vorhanden, die dem Kunden einen als gedacht. nicht oder nur mühsam bedienbar. Mehrwert auf der Webseite bieten Dass der Markt „Internet“ nicht mehr Eine parallele Anpassung und Opkönnen. wegzudenken ist, hat mittlerweile je- timierung der „normalen“ Webseite Das Thema Webseite ist jedoch kein der verstanden. Laut ARD-ZDF On- für diese Geräte ist daher zwingend „Selbstbauthema“. Große Hosting- linestudie nutzten 1996 6,5 Prozent zu empfehlen. Denn auch hier gilt: Dienstleister wie 1und1 oder Strato der deutschen gelegentlich das Web, Kann der Nutzer die Webseite nicht bieten kostengünstige Baukästen, 2013 aber mehr als 75 Prozent regel- bedienen, fällt er ggf. eine negative mit denen Unternehmer Ihren Web- mäßig. Auch Alter und Geschlecht Kaufentscheidung. (MB) auftritt selber gestalten können. Je- der Nutzer haben sich beeindru-

Mittelstand

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22 | Wirtschaftszeitung Februar 2014

• IM GESPRÄCH MIT

Im Gespräch mit... Vitakraft-Gesellschafter Christoph Wührmann, Familienunternehmer in der sechsten Generation

„ICH KONNTE SCHON ALS JUGENDLICHER BILANZEN LESEN“ Die Vitakraft-Werke Wührmann & Sohn GmbH & Co ist einer der führenden Konzerne der Heimtierbranche in Deutschland. Wie das Unternehmen den Aufstieg vom Ein-Mann-Kolonialwarenladen zum international agierenden Vollsortimenter geschafft hat, erzählt der geschäftsführende Gesellschafter von Vitakraft, Christoph Wührmann, im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung für Bremen und Umgebung. Die Bremer Vitakraft Werke steuern auf ihr 180-jähriges Bestehen zu. Ob Heinrich Wührmann 1837 eine Vision von einem internationalen Großkonzern hatte, als er zum ersten Mal die Türen seines Kolonialwarenladens „Firma Wührmann“ öffnete? Sicher hatte er den Traum eine Lebensgrundlage für seine Familie zu schaffen, die Generationen von Wührmanns ernähren kann. In den Dimensionen, die das Unternehmen heute angenommen hat, dürfte er wohl nicht gedacht haben. Heute steht mit Christoph Wührmann bereits die sechste Generation in den Startlöchern. Christoph Wührmann ist mit dem Unternehmen genauso

stark verbunden wie seine Vorgänger. Leidenschaftlich gern scheint er die Geschichte des Familienbetriebes zu erzählen. Sein Großvater Heino Wührmann gilt als Begründer der Heimtierbranche in Deutschland, wenn nicht sogar in ganz Europa. Als der um 1920, im Alter von 16-Jahren, das Geschäft von seinem Vater übernahm, hielten sich schon viele Menschen Ziervögel, die Händler aus den Kolonien nach Deutschland mitbrachten. „Mein Großvater hatte ein Leidenschaft für Ziervögel. Er fing an an sie zu züchten“, erzählt Christoph Wührmann. „Vogelfutter oder Saatmischungen wie wir sie heute kennen gab es damals noch nicht. Also fing er kurzerhand an, eigene Mischungen zusammen zustellen. Er testete, was den Vögeln gut tat und was ihnen schmeckte. Schließlich kam er auf die Idee seine Mischungen zu verkaufen.“ In 1 kg-Säckchen verpackt bot er die Futtermischungen zunächst in seinem Laden, später auch in den SB-Warenhäusern unter dem Namen „Klosterkraft“ an. Der Name allerdings gab besonders in ländlichen Gegenden oft Gelegenheit zum Spot. Denn „Kloster“ bedeutet auf plattdeutsch „Toilette. Daher benannte Heino Wührmann sein Futter schließlich um in „Vitakraft“ und entwickelte den Slogan

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„Vitakraft gibt Lebenskraft“ - die Geburtsstunde einer mittlerweile 177-jährigen Marke. Heute produziert und vertreibt Vitakraft weltweit circa 8.000 verschiedene Produkte für sieben Tierkategorien. Die Marke ist somit auf der ganzen Welt präsent, hat zuletzt 2012 eine Vertriebsgesellschaft in China gegründet. In Deutschland ist Vitakraft in allen zielgruppenrelvanten Geschäften zu finden, im Discounter genauso wie im Lebensmitteleinzelhandel oder im Zoofachhandel. In deutschen Haushalten leben aktuell über 30 Millionen Heimtiere. Dementsprechend hart umkämpft ist der Markt. „Wir profitieren bis heute nicht nur von unserem guten Namen, sondern auch von unserer Tradition“, erklärt Christoph Wührmann. „Die Menschen vertrauen auf unsere langjährige Erfahrung. Unsere mittlerweile generationsübergreifenden Kundenkontakte verschaffen uns einen zusätzlichen Bonus.“ Angesichts der tiefen Verbundenheit zum Familienbetrieb stellte sich für Wührmann Junior nie die Frage, ob er in den Konzern einsteigen würde oder nicht. „Ehrlich gesagt kann ich heute nicht einmal

sagen, ob ich überhaupt gefragt in der Unternehmensführung für wurde“, lacht der Unternehmer. die Gründerfamilie. Sein Vater hat „Ich selbst habe das auch nie in Fra- sich mittlerweile ganz aus dem Tage gestellt. Schon als Kind habe ich gesgeschäft zurückgezogen und mit meinem Großvater Saatenmi- sich einem alten Hobby zugewandt. schungen getestet. Zuhause drehte Während der Sohn heute die Famisich jedes Tischgespräch um die liengeschäfte weiterführt, entwiFirma. Ich fand das alles spannend ckelt und baut der Senior in einer und so habe ich mich auch schon eigenen kleinen Firma Kutschen. sehr früh mit unternehmerischen „Mein Vater hatte diese LeidenAspekten befasst. Rückblickend schaft damals zugunsten der Firkönnte man fast sagen, eines der ma aufgegeben. Heute lodert das Hobbys in meiner Jugend war Bi- Feuer wieder und tatsächlich kann lanzen lesen“ Dementsprechend er jetzt zahlreiche sehr innovative hat er seine Ausbildung zum Indus- Ideen wie eine faltbare Kutsche triekaufmann auch im elterlichen umsetzen.“ Betrieb gemacht. „Hier habe ich das Unternehmerische ganz klar In Sachen Hobby sind sich Vater von meinem Vater gelernt. Das war und Sohn übrigens beinahe genaueine sehr spannende Erfahrung. so einig wie in Sachen FamilienDenn eine Vater-Sohn-Beziehung unternehmen. Sie teilen nämlich gab es in der Firma nicht. Hier die Leidenschaft für Oldtimer. Seit haben wir zusammen gearbeitet.“ Jahren sammeln die Wührmanns Den Einblick in andere Branchen die automobilen Schmuckstücke. oder Unternehmen, abseits des Fa- Die Schnellen unter ihnen haben es milienunternehmens hat Christoph Christoph Wührmann dabei besonWührmann nie vermisst. „Das hat ders angetan. „Mein Lieblingswafür mich auch keinen Sinn ergeben. gen ist ein Porsche 356. Mit dem Warum hätte ich mich in andere aber auch mit anderen Fahrzeugen Branchen einarbeiten sollen? Die nehme ich hin und wieder an OldHeimtierbranche ist sehr speziell, timer-Rallys teil. Das ist ein toller schwierig und innovationsgetrie- Ausgleich zum Job. ben. Da gab es angefangen bei der Buchhaltung bis hin zu bestimmten Im vergangenen Jahr hat WührProduktzyklen genug zu lernen.“ mann außerdem den Vorsitz bei Nach acht Jahren im Unternehmen den Jungen Unternehmern von steht Christoph Wührmann heute Lencke Wischhusen übernommen.

Die Jungen Unternehmer gehören zum Verband der Familienunternehmer ASU. In dieser ehrenamtlichen Tätigkeit verfolgt der Vitakraft-Chef vor allem ein Ziel: Jungen Unternehmern will er eine Stimme verleihen. In seiner Vorstandsarbeit befasst er sich daher viel mit Netzwerkbildung und dem Austausch mit Kollegen, verfolgt aber auch ganz klar politische Ziele. Allzu viel Zeit außerhalb der Heimtierbranche bleibt Wührmann allerdings nicht. „Etwas, dass ich schon sehr früh von meinem Vater gelernt habe ist, dass man als engagierter Unternehmer eigentlich nie Feierabend hat. Das Unternehmen steht jeden Tag im Mittelpunkt. Es ist eine Lebensaufgabe.“ Wie jede Generation sieht auch Christoph Wührmann nun eine besondere Aufgabe vor sich. Der Großvater etablierte die Marke Vitakraft im deutschen Markt. Sein Vater expandierte in die ganz Welt. Christoph Wührmann bricht ebenfalls in eine neue Welt auf. Denn er wird die Traditionsmarke in eine zunehmend von den Neuen Medien geprägte Welt integrieren. Wir wünschen Ihm viel Erfolg. Text und Foto: (JSL)

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Wirtschaftszeitung Februar 2014 | 23

TOP EVENT •

BERUF & BILDUNG – Hannovers Erfolgskonzept für berufliche Bildung bietet eine attraktive Plattform für ein gegenseitiges Kennenlernen Die erfolgreichste Informationsmesse für berufliche Bildung in Niedersachsen öffnet am 28. Februar und 1.  März  2014 zur 23. Auflage seit 1991 im Hannover Congress Centrum ihre Türen. Eröffnet wird diese am Freitag um 10 Uhr von Schirmherrn Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Dienste Hannover und zahlreiche Innungen. Ein Beweis, wie hoch die BERUF & BILDUNG quer durch alle Berufssparten und Schulen geschätzt wird. Die Messe richtet sich vorrangig an künftige Auszubildende, künftig Studierende und Schülerinnen und Schüler der Vor- und Abgangsklassen aller Schulformen. Selbstverständlich aber auch an Eltern und Lehrer

Lernen – Weiterbildung – Personalmanagement, präsentiert in einem separaten Bereich der Aktionshalle in der Eilenriedehalle. Die ARBEITSWELT 21 bietet eine Kommunikations- und Informationsplattform für Unternehmer, Personalverantwortliche, Entscheider und Arbeitnehmer. An Ausstellerständen und im Fachforum präsentiert die ARBEITSWELT

Alle Themen der beruflichen Bildung von Berufsorientierung über Ausbildung und Studium bis Karriereplanung, Fort- und Weiterbildung sowie Personalmanagement werden präsentiert, diskutiert und ausprobiert. Etwa 14.000 Besucher werden erwartet.

Bühnenprogramm mit attraktiven Aktionen – Forum mit interessanten Vorträgen Begleitet wird die BERUF & BILDUNG von einem attraktiven Büh-

Viel Service: Kostenlose Bewerbungsfotos, Check der Bewerbungsmappe und „MesseKindergarten“ Der Service der Aussteller und des Veranstalters rund um die BERUF & BILDUNG wird groß geschrieben. Dabei wird das breite Angebot durch kostenlose Bewerbungsfotos, einen Bewerbungsmappen-Check und das Vorstellungsgespräch vor dem Vorstellungsgespräch ergänzt. nenprogramm sowie einem Forum Unternehmen und Schüler haben mit interessanten Vorträgen und dort die Möglichkeit sich in EinPodiumsdiskussionen. Darunter zelgesprächen auf der Messe kensind so spannende Themen, wie nen zu lernen. Außerdem auf der Messe: Führungen von Scouts und zum Beispiel: „Wer bin ich?“, „Was ist der Sinn eine Kinderbetreuung. Letztere im Abenteuer des Lebens?“ – die sorgt dafür, dass sich die jungen Theaterstücke auf Englisch und Mütter und Väter unbeschwert inDeutsch werden präsentiert vom formieren können, während sich Covenant Players e. V. An ande- ihre Kleinen in guter Obhut befinrer Stelle heißt es: „Willkommen den. Foto: Messe Hannover

Gemeinsam Zukunftspläne schmieden Die Themen Ausbildung, Studium, Berufsorientierung, Karriere und Weiterbildung werden durch rund 160 Aussteller repräsentiert. Darunter sind alle niedersächsischen Hochschulen, aber auch so renommierte Unternehmen wie Audi, Deutsche Bahn, Deutsche Post, Fielmann, E.on, Aldi, Lidl, Polizei, RegioBus Hannover, die Verlagsgesellschaft Madsack, die Krankenhäuser der Diakonischen

bei den Profis“ - Berufsausbildung Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten und Karriere im Handwerk. Wel- sind am Freitag, den 28. Februar cher Schüler fragt sich das nicht von 8:30 bis 16 Uhr und am Samseinmal: „School`s Out! What`s tag, den 1. März von 10 bis 16 Uhr. Next?” – Antworten gibt es bei der BERUF & BILDUNG. Dort Weitere Informationen, das aktuelwerden auch „Wege ins Ausland“, le Ausstellerverzeichnis sowie das präsentiert, vom Unternehmen detaillierte Programm erhalten Sie TravelWorks, aufgezeichnet. Mit beim Messeveranstalter BMS undabei ist unter anderem auch die ter Tel.: 0511 / 84 48 89 0 oder unBäckerinnung, die flapsig, aber ter: www.aus-und-weiterbildungsüberaus ernst gemeint, sagt: „Back markt.de. dir deine Zukunft.“

zum Austausch und Netzwerken von Klein- und mittelständischen Unternehmen und Entscheidern.

sowie allgemein interessierte Besucher. Sie alle wollen gemeinsam Zukunftspläne schmieden.

Sonderschau ARBEITSWELT 21 mit vielen Highlights Integriert in die BERUF & BILDUNG ist die Sonderschau ARBEITSWELT 21 – Lebenslanges

21 Informationen und Dienstleistungen zu den Themen Weiterbildung und Qualifizierung, Personalentwicklung, Nachwuchs- und Fachkräftesicherung, Wege zur Mitarbeiterbindung, Karriereberatung und offene Stellenangebote. Besondere Highlights sind das Forum Mittelstand am Freitagnachmittag und am Samstagmittag trifft sich die Wirtschaft in einer Lounge

Foto: Messe Bremen

Ausgabe 1 Frühjahr 2014 8. Jahrgang 3,50 €

DIE FISCHMESSE TISCHT AUF

Messe Bremen bittet zur 14. fish international und 1. Gastro Ivent Alle zwei Jahre schauen die seit fast 30 Jahren viel Publikum oder Beschallungskonzepte kenFischwirtschaft, der Lebens- auch in der Gastro-Szene findet“, nen. „Nach den Genüssen aus der mittelhandel, die Gastronomie sagt der Geschäftsführer der Mes- Fischtheke entdecken sie hier ein auf die Messe Bremen: genauer, se Bremen, Hans Peter Schneider. großes Spektrum anderer ausgeauf Deutschlands einzige Fisch- „Die neue, in Nordwestdeutschland suchter Lebensmittel“, so SchneiFachmesse und die Gelegenheit einzigartige Veranstaltung schafft der. schlechthin, sich hierzulande über nun noch einen sehr guten Grund Die Messen sind für Fachbesucher das verfügbare Sortiment zu in- für einen Besuch bei uns.“ am Sonntag und Montag von 10 formieren. In diesem Jahr findet Auf der Gasto Ivent finden Gastro- bis 18 Uhr, Dienstag von 10 bis die Messe von Sonntag bis Diens- nomen, Betreiber von Mensen und 17 Uhr geöffnet. Das gemeinsame tag, 9. bis 11. Februar, statt. Wie Altenheimküchen, Hoteliers oder Tagesticket kostet im Online-Vorstets prägt sie die Mischung aus Einzelhändler mit eigener Gastro- verkauf 24 Euro, vor Ort 38 Euro. Bewährtem und Neuem und dazu nomie extrem scharfe japanische Mehr unter www.fishinternational. zählt diesmal auch eine brandneue Messer aus bis zu 67 Mal gefal- de und www.gastro-ivent.de. Fachveranstaltung: die Gastro tetem Stahl bis hin zu kompletten Ivent. Kücheneinrichtungen. Sie lernen „Mit der fish international bieten moderne Kassensysteme, clevere wir eine Produktmesse, die schon Lösungen für das Selbstmarketing

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