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Ausgabe 17; November 2012

Norddeutschland / Deutschland

Länder arbeiten an Wiedererhebung der Vermögensteuer Berlin/Bremen (jsl). Im Verlauf der letzten Jahrzehnte sind hohe Einkommen und Vermögen in den meisten EUund OECD-Ländern steuerlich entlastet worden – so auch in Deutschland. In diesem Zeitraum sind die Unternehmens- und Vermögenseinkommen deutlich gestiegen, während die Lohneinkommen weit weniger starke Zuwächse aufwiesen. Gleichzeitig hat die Konzentration der Vermögensverteilung stark zugenommen. Im internationalen Vergleich werden Vermögen in Deutschland niedrig besteuert. Das Aufkommen sämtlicher vermögensbezogener Steuern beträgt rund 0,9 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Das ist weniger als die Hälfte der Durchschnittsbelastung der OECD- oder der EU-Staaten. Die Finanzministerien der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, MecklenburgVorpommern, NordrheinWestfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein beschäftigen sich derzeit intensiv mit der

Ausgestaltung einer wieder- und Bürokratieaufwand für belebten Vermögensteuer in Bürgerinnen und Bürger, UnDeutschland. Die Zielsetzung ternehmen und Verwaltung in besteht zum einen in der Kor- Grenzen gehalten. rektur der immer ungleiche- Das DIW hat heute, 17. Oktoren Vermögensverteilung in ber 2012, die Ergebnisse seiner Deutschland. Zum anderen Berechnungen vorgelegt. Die geht es um die dringend not- Berechnungen zeigen, dass wendige Verbesserung der eine Vermögensteuer von 1 strukturellen Einnahmebasis Prozent unter den genannten der Länderhaushalte. Bedingungen ein Aufkommen Mit einem Gutachten zu den von rund 11,5 Mrd Euro erzieAufkommens- und Vertei- len würde. Die Berechnunlungswirkungen einer wie- gen des DIW berücksichtigen derbelebten Vermögensteuer Ausweich- und Anpassungswurde das Deutsche Institut reaktionen der Steuerpflichtifür Wirtschaftsforschung Ber- gen bei der Vermögensteuer lin (DIW) beauftragt, das sowie bei den Ertragsteuern auf diesem Gebiet über eine und nehmen erhebliche Ablangjährige Expertise verfügt. schläge für SchätzunsicherheiDie Berechnungen des DIW ten vor. Der Steuer unterlägen beziehen sich auf ein Modell dem DIW zufolge bundeseiner Vermögensteuer, das weit rund 300.000 Personen unter anderem eine verkehrs- (143.000 natürliche Personen, wertnahe – und damit verfas- 164.000 juristische Personen). sungskonforme – Bewertung Die Erhebungskosten – d.h. aller Vermögensarten bei die Befolgungskosten auf einem einheitlichen Steuer- Seiten der Steuerpflichtigen satz von ein Prozent vorsieht. und die Verwaltungskosten Grundlage der Berechnung bei der Steueradministration ist ein persönlicher Freibetrag – belaufen sich auf weniger in Höhe von zwei Millionen als fünf Prozent des erzielten Euro für Ledige bzw. vier Mil- Aufkommens und liegen dalionen Euro für Verheiratete. mit deutlich niedriger, als in Mit diesem Freibetrag wird der öffentlichen Diskussion zugleich der Verwaltungs- bisweilen dargestellt.

Woanders ist´s günstiger! Zu teuer! Ich überleg´s mir nochmal! CFA Consulting entwickelt Trainingsmethode zur Einwandbehandlung im Verkaufsgespräch

Viele Verkäufer kennen das: Nachdem sie ausführlich die Vorzüge ihres Produktes erörtert haben, versucht der Kunde sich mit einem oder gleich mehreren Einwänden aus dem Gespräch zu ziehen. Das Produkt ist zu teuer, woanders bekommt er es billiger, oder er möchte noch einmal darüber nachdenken. Die Einwände, die Kunden vorbringen sind ebenso vielfältig wie die Möglichkeiten, schlagfertig und zielorientiert darauf zu reagieren. „Worauf es in diesem Schlüsselmoment des Verkaufsgespräches ankommt ist, das Gespräch im Fluss zu halten“, erklärt Frank Stefan Alì Geschäftsführer der CFA Consulting. „Der Verkäufer muss an dieser Stelle abschätzen, welches Potenzial in einem Kunden steckt. Die Art und Weise der Einwandbehandlung ist entscheidend für den weiteren Verlauf des Gespräches.“ Aus seiner langjährigen Erfahrung an der Verkaufsfront hat Frank Stefan Alì eine Trainingsmethode für Verkäufer entwickelt, mit der sie ihre Einwandbehandlung optimieren können. Die sogenannte AHA-Methode steht für: 1. den Einwand Annehmen, 2. den Einwand Hinterfragen und 3. Argumentieren. Die Selbstlernmethode ermöglichen es, Spontaneität und richtiges Gesprächsverhalten zu festigen, so dass es in der entsprechenden Situation auch abrufbar ist. „Dazu

fokussieren sich die Verkäufer auf die Annahme sowie das Hinterfragen der Ein- oder Vorwände“, sagt Frank Stefan Alì. „Der Kunde ist erst offen für Sachargumente, wenn er sich mit seinem Einwand ernst genommen fühlt.“ Der Einsatz der einzelnen Tools der AHATrainingsbox im Training oder Selbststudium ist interaktiv und garantiert vor allem durch die AHA-Würfel einen hohen Praxisbezug, so Frank Stefan Alì. Ergänzt werden diese durch vier AHA-Videos, die Schlagfertigkeit via Smartphone trainieren helfen. „Die

ebenfalls in der Trainingsbox enthaltenen AHA-Karten bieten u.a. einen Selbsttest zur Einwandbehandlung und runden die Thematik damit ab. Interessenten können die AHA-Trainingsbox bei der CFA Consultig zum Preis von € 79,90 erwerben und damit selbständig an ihren Fertigkeiten arbeiten. Außerdem kann ein persönliches Coaching bei Frank Stefan Ali gebucht werden. Weitere Informationen zur AHA-Trainingsbox und dem Trainingsangebot erhalten Sie unter: info@cfa-consulting.de

Wer die AHA-Trainingsbox testen möchtet, gelangt über den QRCode zu einer Videosequenz. Foto: pr

Wirtschaftszeitung für Bremen und Umgebung 

Vorstand stellt Weichen für Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit des ttz Bremerhaven Bremerhaven (jsl). Der Vorstand des ttz Bremerhaven (ttzVorstand) hat sich eingehend mit der wirtschaftlichen Situation des ttz Bremerhaven befasst. Durch eine Rückzahlung an die EU war im Haushalt des ttz ein Fehlbetrag von 343.000 Euro entstanden. Der ttz-Vorstand begrüßt in diesem Zusammenhang die von der Geschäftsführung eingeleiteten Maßnahmen, die zu einer Reduktion der von der EU-Kommission gestellten Forderungen geführt haben. Er begrüßt weiterhin die Einschaltung juristischer Beratung, um gegen die für die Zertifizierung der ttz-Stundensätze verantwortlichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gegebenenfalls Ansprüche auf

Schadenersatz durchzusetzen. Ferner begrüßt er die zwischenzeitlich erfolgte Stundensatzzertifizierung durch die EU selbst, so dass künftige Beanstandungen auszuschließen sind. Um das entstandene Defizit auszugleichen, hat der ttzVorstand eine Reihe von Einsparmöglichkeiten im Bereich Personal- und Sachmittel vorgeschlagen. Mit der Realisierung dieser Einsparungen soll die wirtschaftliche Belastung in den Wirtschaftsjahren 2012 und 2013 ausgeglichen werden. Der ttz-Vorstand spricht dem Geschäftsführer Werner Mlodzianowski sein volles Vertrauen aus und erwartet, dass dieser die erfolgreiche Arbeit des ttz Bremerhaven fortsetzen wird.

Die Berechnungen des DIW zeigen, dass die Einführung einer zielgenauen Vermögensteuer möglich ist, die tatsächlich sehr reiche Personen in Deutschland trifft. Das Aufkommen stünde für dringend notwendige Investitionen zugunsten von Bildung und öffentlicher Infrastruktur in Deutschland zur Verfügung. Die Beratungen der Finanzministerien der Länder BadenWürttemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zur Ausgestaltung einer wiederbelebten Vermögensteuer sind noch nicht abgeschlossen. Gegenstand der Überlegungen sind unter anderem noch die Höhe der Freibeträge und die Behandlung des produktiven Betriebsvermögens – unter striktem Ausschluss von missbräuchlichen Gestaltungen. Das Ziel der Beratungen besteht darin, einen Gesetzentwurf zur Wiederbelebung der Vermögensteuer als Initiative der Länder in den Bundesrat Das ttz Bremerhaven betreibt anwendungsbezogenen Forschung und Entwicklung in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Geeinzubringen. sundheit. Foto: ttz/pr

Kaviar made in Bremerhaven Der Genuss gilt als exklusiv, doch der Weg dorthin ist brutal: Um Kaviar zu gewinnen, müssen die Störweibchen bislang getötet werden. Die Bremerhavener Meeresbiologin Professor Dr. Angela Köhler hat eine tier- und umweltschonende Variante entwickelt.

Von Wolfgang Heumer

mehr pro Kilogramm erzielt“, weiß Angela Köhler; für den Der Kaviar, den Professor berühmten goldgelben ZaAngela Köhler ihren Gästen renkaviar erreicht der Kiloanbietet, ist perfekt. Die Haut preis sogar bis zu 30.000 Euro. der grauen Perlen ist hauch- Nur wenige Menschen auf dünn und trotzdem haben der Welt können sich diesen die leicht gesalzenen Fisch- „Genuss“ leisten, für den die Eier genau jenen leichten Biss, Natur einen horrenden Preis den Feinschmecker an dieser bezahlt: „Die Störe im KaspiDelikatesse so zu schätzen schen Meer sind nahezu auswissen. Ohne Zweifel hält er gerottet“, sagt Angela Köhler. jedem Vergleich mit Kaviar Legal dürfen die Fische nicht aus russischer oder iranischer mehr gefangen werden. KaviProduktion stand. Tatsächlich ar aus Wildfängen ist desweist er sogar noch besser. Denn gen längst weltweit geächtet. die Delikatesse, die Angela Der Grund für das Aus der Köhler serviert, garantiert Wildbestände: Für die GewinGenuss ohne Reue. Erstmals nung des Luxus-Genusses müssen Störweibchen nicht müssen die Fischweibchen mehr getötet werden, um ih- getötet werden. Längst wernen den Rogen für die Kaviar- den die Störe in NachzuchtanProduktion zu entnehmen. lagen aufgezogen und dann Das Bremerhavener Alfred- im See ausgesetzt. Dennoch Wegener-Institut für Polar- bleibt das Verfahren ein unund Meeresforschung (AWI), vorstellbarer Raubbau an der an dem die Wissenschaftlerin Natur und ist auch ökonoarbeitet, hat sich das Verfah- misch unsinnig. Denn es dauren international patentieren ert in der Aquakultur je nach lassen. Störart zwischen fünf und 16 In Kontakt mit dem Thema Jahren, bis ein Stör erstmals Kaviar kam sie eigentlich Eier gibt; also werden die ausdurch Zufall. Während ei- gesetzten Störe schon nach ein ner Fachtagung zum Thema paar Jahren wieder eingefanAquakultur besichtigte sie gen und getötet: „Dabei könvor ein paar Jahren eine Stör- nen manche Störarten bis zu Aufzuchtanlage im Iran. Die 120 Jahre alt werden“, sagt die Eier der Störe dienen zur Pro- Meeresbiologin. duktion einer der teuersten Dass die Fischweibchen geDelikatessen der Welt. „Für tötet werden müssen, hängt Kaviar erster Qualität wer- mit der Produktionsweise den durchaus 3.000 Euro und von Kaviar zusammen. Im le-

benden Zustand abgestreifter Laich wird gelig und weich, wenn er mit Wasser in Berührung kommt. Er konnte bislang nicht zu Kaviar verarbeitet werden – bis die Wissenschaftlerin gewissermaßen das Fischei des Columbus entdeckte: Sie fand einen Weg, seine Stabilisierung auszulösen. Als Angela Köhlers Arbeitgeber bekam das AWI für das Verfahren weltweiten Patentschutz. Damit war der Weg frei, aus dem Experiment ein wirtschaftliches Unternehmen zu machen und aus dem AWI heraus mit der Exklusivlizenz die Vivace GmbH zu gründen. In einem ehemaligen Verbrauchermarkt am Stadtrand Bremerhavens entsteht zur Zeit die Aquakulturanlage, in der voraussichtlich Anfang 2013 die ersten Störe eingesetzt werden sollen. Angepeilt wird eine Jahresproduktion von zunächst sechs bis acht Tonnen Kaviar. „Die Etiketten für unsere Dosen haben wir schon mal gestalten lassen, unsere Internetseite vivacecaviar.de ist auch bald fertig“, sagt Köhler. Eines ist sicher: „Es wird zu Weihnachten bereits den ersten Kaviar made in Bremerhaven zu kaufen geben“, verspricht die Wissenschaftlerin und Unternehmerin. Mehr unter: www.vivacecaviar.de

www.wirtschaftszeitung.info

Wirtschaftszeitung für Bremen und Umgebung  

Ausgabe 17; November 2012

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