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WIRTSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG REGIONAL - MITTELSTÄNDISCH - UNABHÄNGIG

MÄRZ 2014 | AUSGABE 29

UNTERNEHMEN IM FOKUS

INTERVIEW

IM GESPRÄCH MIT

Die Bremer Niederlassung des Engineering-Dienstleisters Ferchau feiert ihr 35-jähriges Jubiläum. Der Standort blickt in diesem Jahr auf seine erfolgreiche Entwicklung zurück. SEITE 18»

Die mesonic software gmbh entwickelt ERP-Software KMU. Geschäftsführer Patrick Siegmund erklärt wie eine professionelle Software Unternehmensprozesse optimiert. SEITE 7 »

Jens Lütjen, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Robert C. Spies KG. Im Interview mit der Wirtschaftszeitung für Bremen und Umgebung spricht er über seine Visionen für die Zukunft des Wohnens. SEITE 22 »

BAUBEGINN IN SICHT

Foto: Achim Griese THG

Im Frühjahr 2014 sollen die Bagger anrollen

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jahrelangem Gezerre. Bereits 15 Jahre zuvor war versucht worden das sogenannte „Investorengrundstück“ zu veräußern. Obwohl die Planungen auf dem 5.600 qm großen Grundstück immer wieder beinahe abgeschlossen schienen, scheiterten doch zahlreiche Anläufe. Nachdem viele Bausenatoren an diesem Vorhaben scheiterten, soll nun Joachim Lohse ins Schwarze getroffen haben. Die Achim-Griese-Treuhandgesellschaft kaufte das Grundstück bereits 2012 für etwa sechs Millionen Euro. Dass in der Zwischenzeit fast zwei Jahre bis zum Baubeginn vergangen sind, ist laut dem Projektverantwortlichen Arndt Paetz nicht ungewöhnlich. Die gründliche Untersuchung des Bodens, unter anderem nach Weltkriegsbomben, sowie die erweiterte Baugrunduntersu-

chung nähmen bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung eben einige Zeit in Anspruch. „Aktuell läuft das Ausschreibungsverfahren“, so Paetz. Als Generalbauunternehmen haben sich auch Firmen aus der Region beworben. Sollte sich eines dieser Unternehmen durchsetzen dürften auch Betriebe aus Bremen und der Umgebung von dem Bau der Türme profitieren – in Form von Aufträgen. Neben der Optik ist einer der Hauptstreitpunkte an dem Projekt, die Schaffung neuer Geschäftsflächen. Ex-Baudirektor Klaus Thomas Feldtmann hatte bereits 2013 der Lokalausgabe der Bild-Zeitung gesagt: „In der Innenstadt gibt es schon genug Geschäfte. Anstatt hier neue Flächen zu schaffen, sollte man lieber die vorhandenen ausbauen und die City stärken. Nachher

steht die Hälfte wieder leer.“ Diese Befürchtung soll laut Treuhandgesellsschaft jedoch unbegründet sein. Entstehen werden etwa 45.000 qm für Büros, Geschäfte und Restaurants. Ein Großteil der Flächen soll bereits jetzt vermietet sein. Hauptmieter ist laut Arndt Paetz das Ibis Hotel. Zudem gebe es bereits Zusagen von der Supermarktkette REWE und vom Drogeriemarkt DM. Außerdem kämen Restaurants, Cafés, Bäckereien sowie Schu- und Bekleidungsläden. Darüber hinaus gebe es bereits zahlreiche Interessenten aus dem Gesundheitssektor. „Die zentrale Lage ist für Arztpraxen, Apotheken und verschiedene Rehaangebote von Vorteil.“ In den Untergeschossen der Gebäude hat sich bereits die Brepark die Flächen für Tiefgaragen gesichert. Auch Bausenator Lohse hält an

seinem Projekt weiterhin fest. Die Neubauten werteten die gesamte Bahnhofsvorstadt auf, heißt es aus seinem Haus. Das Bauressort war ürsprünglich übrigens als einer der Hauptmieter gehandelt worden. Diese scheint nun nicht mehr der Fall zu sein. Projektleiter Paetz bestätigte zwar, dass es nach wie vor Verhandlungen mit dem Bauressort gäbe. Wie groß die Flächen, die gemietet werden sollen am Ende jedoch sind, sei noch offen. Fakt ist, dass die Baubehörde im nächsten Jahr die Büros im Lloydhof räumen muss. Denn dann sollen auch dort die Baumaßnahmen beginnen. Bis dahin brauchen der Senator und seine 230 Mitarbeiter neue Büroräume. „Die Vermietung der Flächen in unseren Gebäuden ist natürlich kein Selbstläufer“, sagt Arnd Paetz. „Aber sie ist eben auch keine Sor-

genkind. Wir errichten in Bremen hochmoderne Gebäude, die dem aktuellsten Stand der Technik entsprechen. Für derartige Flächen gibt es einen Markt, das bemerken wir auch bei der Nachfrage.“ Zwei Jahre vor der Fertigstellung der Gebäude scheint sich die Vermietungssituation durchaus positiv zu gestalten. „Dass es jetzt – zwei Jahre vor der Fertigstellung – noch freie Flächen gibt ist ganz normal. Vor allem Büros werden nicht mit so einem großen Vorlauf angemietet.“

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MITARBEITER MACHEN MARKEN! Eine gute Marke verkauft sich beinahe von allein. Doch der Weg dorthin ist weit und vor allem kostspielig, oder? Christoph Burmann, Experte für innovatives Markenmanagement an der Universität Bremen, erklärt wie auch Mittelständler ohne großen Werbeetat eine erfolgreiche Marke aufbauen können. Zwei Bremer Beispiele aus Gegenwart und Vergangenheit. Die Geschichten vom zwar sympathischen, aber erfolglosen Außenseiter, der dann doch noch groß herauskommt, findet man für gewöhnlich nur in Hollywood. Manchmal aber schreibt auch das echte Leben die Story vom erfolgreichen Underdog. Jahrzehntelang stand die regionale Bremer Biermarke

Hemelinger im Schatten der weltweit präsenten Konkurrenz der Marke Beck‘s. Auch bei der Markenkommunikation ist weniger oft mehr, sagen die Unternehmensberater von TAIKN: Ein klares Bild der Marke durch die Beschränkung auf wenige, stimmige Aussagen. Einer, der diese Maxime lange vor den ersten Analysen moderner Werbepsychologie verstanden hatte, war der Bremer Unternehmer Ludwig Roselius. Wie wichtig Markenbildung für mittelständische Unternehmen ist und welche wichtigen Punkte dabei eine Rolle spielen, verrät Christoph Burmann im Interview.

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Viele Bremerinnen und Bremer haben sich wahrscheinlich schon so sehr an den Anblick gewöhnt, dass sie ihn gar nicht mehr wahrnehmen. Auf dem Bahnhofvorplatz stehen seit Monaten Bauzäune, kleine Steinhaufen zeugen von ersten Probearbeiten, hin und wieder steht ein Protestschild auf einem der Schutthaufen. Schon vor dem ersten Spatenstich sorgt das Bauvorhaben des Investors, der Hamburger AchimGriese-Treuhandgesellschaft, für erhitzte Gemüter. Sogar eine Bürgerinitiative hat sich bereits gegründet. Der Plan, zwei siebenstöckige Gebäudetürme vor dem historischen Bahnhof hochzuziehen, soll nun gegen allen Protest dennoch umgesetzt werden. Im Frühjahr dieses Jahres sollen nun endlich die Baumaschinen anrollen. Das wäre ein großer Schritt nach

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2 | Wirtschaftszeitung März 2014

• NEWS & KOMMENTARE

Liebe Leserinnen, liebe Leser, das neue Jahr hat kaum begonnen schon geht es wieder rund in der Bremischen Wirtschaft. So soll in den kommenden Jahren endlich mit den Bauarbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz begonnen werden (siehe Titelseite). Die kommunalen Kliniken stehen vor einer großen Umstrukturierung (auf dieser Seite). Gleichzeitig feiern einige bedeutende Bremer Unternehmen große Jubiläen und ehren damit auch die Hansestadt Bremen als langjährigen Standort. Die Bremer Niederlassung von Ferchau zum Beispiel ist mittlerweile seit 35 Jahren in Bremen ansässig (Seite 18). Spannend bleibt in diesem Jahr weiterhin die Entwicklung der bremischen und niedersächsischen Häfen. Wie der JWP endlich Fahrt aufnehmen? Wir werden es erleben.

Der Neustädter Hafen ist bereits seit fünf Jahrzehnten eine relevante Größe in der Hansestadt (Seite 6). Bereits jetzt werfen auch einige interessante Veranstaltungen ihre Schatten voraus. Das zeigt, dass eines für Sie, die Köpfe der lokalen Wirtschaft, auch in diesem Jahr von Bedeutung bleibt. Das Netzwerken. Denn belastbare Kontakte sind in einer Hansestadt wie Bremen ein Schlüssel zum Erfolg. Das bestätigt auch Jens Lütjen im Interview (Seite 22). Wir, Ihr Team der Wirtschaftszeitung, wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre der aktuelle Ausgabe. Vielleicht finden auch Sie den einen oder anderen Event, der unbedingt in Ihren Kalender gehört.

Kommentar

ERFOLGREICHER MIT DIGITALEM MARKETING 1. Dialogtagung Marketing im Weser-Stadion Bremen

Experten stellen digitale Vermarktungsstrategien für alle Unternehmensgrößen vor / Einblicke auch für branchenfremde Teilnehmer

Wie reduziere ich die Abhängig- und berichten aus ihrem Alltag im der digitalen Wirtschaft an Auskeit von Google? Warum braucht Zeitalter des digitalen Marketing. stellungsständen den Besuchern mein Unternehmen eine Social- Die Experten stellen nicht nur ak- Rede und Antwort. Media-Story und was haben Wun- tuelle Online-Marketing-Trends Eingeladen sind Marketingverderkinder mit alledem zu tun? vor, das Weser-Stadion ist an die- antwortliche und Interessierte, Um diese Fragen zu diskutieren, sem Tag auch ein Ort der Begeg- die netzwerken und ihr Wissen initiiert der Centers of Compe- nung und des Austausches. Die erweitern möchten. Da Onlinetence e.V. am 02. April 2014 die Tagungsteilnehmer haben die Medien im Zuge der Digitalisieerste Dialogtagung Marketing im Möglichkeit, Kontakte zu knüp- rung zunehmend an Bedeutung Bremer Weser-Stadion. Experten fen und ihr Wissen zu erweitern. gewinnen, ist die Veranstaltung wie Oliver Rau (Werder Bremen), Das Programm lässt neben elf auch für branchenfremde TeilJoosten Brüggemann (Bünting Fachvorträgen genügend Zeit und nehmer zu empfehlen. Es werden E-Commerce) und Thorben Fa- Raum für persönliche Gespräche, 150 Tagungsgäste erwartet. Die sching (hmmh) geben einen Ein- damit ein praxisnaher Dialog Veranstaltung schließt mit einer blick in ihr Fachgebiet, vermitteln stattfinden kann. In den Pausen Stadionführung. aktuelle Best Practice Beispiele stehen darüber hinaus Vertreter

FRÜHJAHRSEMPFANG ZUR ZINSWETTE DER BREMER LANDESBANK

„DIE WAHLGESCHENKE DER BUN96.000 Euro für Kinder aus der Region DESREGIERUNG MUSS DER MITTEL- Ein Buch, ein neues Paar Turn- von Euro zu US-Dollar zum letzschuhe für den Sportunterricht, ten Handelstag des Jahres. Doch STAND TEUER BEZAHLEN“ ein offenes Ohr für Sorgen und sammelt die Bank in erster Linie

„Die Folgen der verfehlten so dezentral wie möglich, so Energiepolitik sind in der zentral, wie nötig ist.“ Windenergie-Branche beson- Ebenso schädlich wie die aus ders deutlich zu spüren und der schlecht organisierten Enerziehen zahlreiche Stellenstrei- giewende resultierenden, stechungen nach sich“, erklärt tig steigenden Energiekosten, Blome. Hintergrund: Bisher schätzt der BVMW-Vertreter erhalten Energieunternehmer die neuen Rentenpläne der für Strom aus Offshore-Wind- großen Koalition für die Wettparks eine Vergütung von 19 bewerbsfähigkeit des MittelCent pro Kilowattstunde. Diese stands ein: „Zum einen werden Regelung läuft allerdings nur die Kosten für Wahlgeschenke noch bis 2017. Nach der Bun- wie die Mütterrente oder die destagswahl hatte die große abschlagsfreie Rente mit 63 Koalition eigentlich beschlos- unweigerlich zu höheren Lohnsen dieses Modell bis Ende nebenkosten führen. Doch da2019 zu verlängern. Laut dem mit nicht genug. Die Rente mit neuen Eckpunktepapier zur 63 wird auch den heute schon Energiewende von Bundes- ernsten Fachkräftemangel weiwirtschaftsminister Gabriel soll ter verschärfen. Alle Bemühundie Vergütung für die Erzeu- gen der Unternehmer Arbeitsger nun aber in 2018 und 2019 plätze auf ältere Arbeitnehmer um jeweils einen Cent gesenkt abzustimmen und die in zahlwerden. „Statt den Strompreis reichen Betrieben eingeleiteten endlich zu senken, verschreckt Maßnahmen zur Förderung der werdie Bundesregierung dadurch Mitarbeiter-Gesundheit potentielle Investoren, gefähr- den damit einfach vom Tisch det Arbeitsplätze und bringt gewischt. Mit solchen und die Energiewende ins Stocken“, ähnlichen Maßnahmen stößt meint Detlef Blome. „Als Stim- die neue Bundesregierung den me des Mittelstands erwartet Mittelstand nicht nur vor den der BVMW von der Bundes- Kopf, sondern schwächt damit regierung stattdessen eine auch die Stütze der deutschen echte Senkung der Energieko- Wirtschaft.“ sten durch eine Reduzierung des staatlichen Anteils an den Detlef Blome, Stromkosten und eine sinnvoll Geschäftsführer der Wirtschaftsregikoordinierte Energiewende, die on Bremen/Oldenburg/Nordwesten detlef.blome@bvmw.de

HERAUSGEBER BRASSAT GmbH - Verlag Herdentorsteinweg 38-40, 28195 Bremen Tel. 0421 / 696 484 17 - Fax 0421 / 696 484 19 E-Mail: verlag@wirtschaftszeitung.info Geschäftsführer: Michael Brassat Eingetragen im Handelregister des AG Bremen, HRB26090, Steuernummer FA Bremen: 7155704610 VERLAGSLEITUNG (V.I.S.D.P.): Holger Hinrichs, Tel. 0421 / 146 215-60 E-Mail: brassat@wirtschaftszeitung.info

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Nöte oder einfach nur ein wenig Zeit mit den Eltern - für viele Kinder und Jugendliche sind Selbstverständlichkeiten alles andere als selbstverständlich. Die Zinswette der Bremer Landesbank hilft dort, wo es um das Wohl unseres Nachwuchses geht. Im Rahmen der jüngsten Veranstaltungen in Bremen und Oldenburg kamen insgesamt 96.000 Euro zusammen - für Kinder und Jugendliche aus der Region. Heinrich Engelken, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands: „96.000 Euro - das ist ein tolles Ergebnis und eine gute Investition in die Zukunft. Damit hat die Zinswette wieder einmal gezeigt, dass sie zu den bedeutenden Wohltätigkeitsveranstaltungen in der Region gehört.“ Gewettet wird bei der Zinswette nur am Rande. Zwar tippen die Kunden auf den 3-MonatsEuribor sowie auf den Kassakurs

Spenden für ausgewählte, gemeinnützige Institutionen und Projekte aus der Region. Die Spenden der diesjährigen Veran-

Jugendlichen kümmern. In Bremen profitieren die Nachtwanderer, die Bildungsbrücke und die Lesezeit, in Oldenburg die BildungsPaten, „T.u.Sch“ für Trennungs- und Scheidungskinder sowie „Rose 12“. Sie alle freuen

Heinrich Engelken, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Bremer Landesbank (r.), und Chefanalyst Folker Hellmeyer (l.) freuen sich mit den Spendenempfängern der Zinswette in Oldenburg. Foto: obs/Bremer Landesbank/Verena Hornung

staltungen in Bremen und Oldenburg kommen Projekten zugute, die sich in vielfältiger Weise um das Wohl von Kindern und

sich über die Gesamtsumme von 96.000 Euro, die sich die Bremer Landesbank und ihre Kunden teilen. In Bremen kamen 62.000, in

Oldenburg 34.000 Euro zusammen. Zum festen Punkt auf der Agenda gehört auch der obligatorische Blick auf die Kapitalmärkte von Folker Hellmeyer. Der Chefanalyst der Bremer Landesbank ist bekanntlich ein großer Fürsprecher Europas. Europa, sagt er, sei insgesamt sehr gut aufgestellt. Die wesentlichen Strukturreformen seien geschafft, die NordSüd-Divergenz aufgehoben, da aus Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien positive Signale kämen. Möglich sei ein Wirtschaftswachstum von 1,5 % bis 2 %. Zudem bleibe der europäische Markt das Rückgrat des deutschen Exports. Hinsichtlich des 3-Monats-Euribors sowie des Euro-Kurses zum letzten Handelstag 2014 legt Hellmeyer sich wie folgt fest: Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus sehe er den Euribor am Jahresende bei 0,6 %, den Kurs des Euro bei 1,3850 US-Dollar.

EIN KLINIKUM, VIER STANDORTE – Verschmelzung der kommunalen Kliniken eingeleitet

Senator Dr. Schulte-Sasse: „Steuerungsfähigkeit der Kliniken wird erhöht“/ Arbeitnehmerrechte bleiben unangetastet

dungskompetenzen kommen. Der Bremer Senat hat am 18. Fe- rung zur langfristigen Sicherung Schulte-Sasse. bruar die Verschmelzung der vier der Standorte und kommunalen Die Leitung der Standorte über- Diskussionsschleifen zwischen bislang gesellschaftsrechtlich ei- Trägerschaft der Krankenhäuser nimmt zukünftig ein Direktorium. Geschäftsführungen gehören der Innerhalb des Direktoriums sollen Vergangenheit an.“ genständigen kommunalen Klini- in Bremen beizutragen. ken in eine Gesellschaft beschlos- „Eine politische Entscheidung betriebswirtschaftliche und medi- Zeitgleich mit der Verschmelsen. Zukünftig wird die bisherige der Anfangsjahre der Gesundheit zinische Kenntnisse ebenso wie zung werden standortübergreiGesundheit Nord gGmbH (GeNo) Nord und ihrer Krankenhäuser, Erfahrungen im Patientenmana- fende medizinische Sektionen alleinige Gesellschaft sein und die die sich nicht bewährt hat, wird gement abgebildet werden. Das mit direktem Bezug zur GeNovier Klinikstandorte direkt steu- nun korrigiert. Mit der Struktur ei- Direktorium untersteht direkt der Geschäftsführung aufgebaut. Die ern. Die kommunalen Kliniken in ner einheitlichen Gesellschaft ist Geschäftsführung der Gesundheit Sektionen haben die Aufgabe, Bremen sind derzeit in einer an- die Steuerungsfähigkeit gegeben, Nord. Über die Besetzung wird das medizinische Leistungsangespannten finanziellen Lage und die notwendig ist, um das Über- zeitnah entschieden. Senator Dr. gebot des Verbundes fachabteiarbeiten schon seit dem letztem leben aller vier Standorte dauer- Schulte-Sasse: „Das Direktori- lungs- und standortübergreifend Sommer an der Umsetzung des haft sicherstellen zu können. Dies um wird mit den zur Erfüllung in Qualität und Umfang zu steu„Zukunftsplans 2017“. Um die ist allerdings kein Automatismus, des täglichen Krankenhausbe- ern, strategisch mit Blick auf die damit verbundenen finanziellen sondern setzt innerhalb der nun triebs notwendigen Kompetenzen Krankenhäuser in Bremen und Effekte zu realisieren, braucht es entstehenden Möglichkeiten eine ausgestattet werden. Alltägliche Umgebung weiterzuentwickeln ein standortübergreifendes Vorge- stringente, verlässliche und effizi- Abläufe brauchen schnelle Vor- und der Geschäftsführung der hen ohne zeitliche Verzögerungen. ente Steuerung voraus. Die neue Ort-Entscheidungen. Gegenüber Gesundheit Nord entsprechende Die Einheitsgesellschaft schafft Struktur alleine heilt keine Wun- dem heutigen Status wird es hier Vorschläge und Empfehlungen zu nun bessere Rahmenbedingungen, den und löst keine Probleme“, so zu einer notwendigen Dezentra- unterbreiten. um durch eine effektive Steue- Gesundheitssenator Dr. Hermann lisierung von einzelnen Entschei-

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Mediadaten siehe www.wirtschaftszeitung.info Mindestauflage: 10.000 Stück

Die nächste int am Ausgabe ersche

28.03.2014

WIRTSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG


Wirtschaftszeitung März 2014 | 3

BREMEN •

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Handelskammer und Impulsgeber Zukunft e.V. starten neues Beratungsangebot im Unternehmensservice

Ab sofort startet die Handels- stellung des Beratungsangebotes: fitieren auch wenn Konzepte wie kammer Bremen im Unterneh- „Angesichts einer sich zuspitzen- Elternzeit für die Unternehmen mensservice – der zentralen den Fachkräfteproblematik wird nicht immer einfach zu organisieAnlaufstelle für Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und ren sind und teilweise zu anfängliHinter dem Schütting 8 – einen Familie ein wichtiges Thema für chen Belastungen führen. Wer die betrieblichen Beratungsservice die Bremer Unternehmen.“ So Lebenswünsche von Mitarbeitezur Vereinbarkeit von Beruf und wollten 2007 noch 15 Prozent rinnen und Mitarbeitern berückFamilie. Jeden Freitag von 9.00 der Unternehmen als Reaktion sichtigt, wird aber schließlich als bis 13.00 Uhr und an weiteren auf Fachkräfteengpässe die Ver- Arbeitgeber attraktiver und kann Tagen nach Vereinbarung kön- einbarkeit erleichtern, aktuell sich neue Fachkräftepotentiale nen sich Unternehmerinnen und sind es mit 33 Prozent mehr als erschließen.“ Fachkräfte seien Unternehmer kostenlos von den doppelt so viele. In einer altern- motivierter, Fehlzeiten niedriger Expertinnen des Vereins Impuls- den Gesellschaft werde außer- und die betriebliche Fluktuation geber Zukunft beraten lassen, dem der Aspekt der Pflege von sinke. „Familienfreundliche Perdie diesen Service im Auftrag kranken Angehörigen wichtiger. sonalpolitik ist daher auch ein der Handelskammer anbieten. Präses Weiss sagte: „Unterneh- wichtiger Beitrag für den WirtHandelskammer-Präses Chris- men können von einer familien- schaftsstandort Bremen“, erklärte toph Weiss betonte bei der Vor- freundlichen Personalpolitik pro- der Handelskammer-Präses. „Sie

entwickelt sich zunehmend zu ei- treuung vom ersten Geburtstag nem Instrument der betrieblichen an, und wir lösen das Versprechen Wirtschaftsförderung.“ Parallel ein: Wer einen Ganztagsplatz müssten aber auch die öffentli- braucht, bekommt ihn im Rahmen chen Betreuungsangebote wei- der achtstündigen Öffnungszeiter verbessert werden, um Eltern ten auch.“ Mit der Vereinbarkeit vollzeitnahe Beschäftigung zu von Familie und Beruf sicherten ermöglichen. sich die Unternehmen heute vor „Die Stadtgemeinde Bremen allem die gut qualifizierten weibwendet heute bei den laufenden lichen Arbeitskräfte. Senatorin Ausgaben für die Kindertages- Stahmann wünschte sich darüber betreuung rund 75 Prozent mehr hinaus „moderne Unternehmensauf als noch im Jahr 2007“, führ- kulturen, die verstärkt auch Mänte Anja Stahmann aus, Senatorin ner ermuntern, der Familie Raum für Soziales, Kinder, Jugend und zu geben, ohne dass sie KarrieFrauen. „Mit rund 150 Millionen renachteile befürchten müssen“ Euro jährlich finanzieren wir den Kinder sind nicht nur eine BereiRechtsanspruch auf Kinderbe- cherung für das eigene Leben, sie

Eingliederunsbudget des JobCenters vollständig ausgeschöpft

Matthias Winter neuer Kreishandwerksmeister

Die Eingliederungsbudgets in den Jobcentern Bremen und Bremerhaven sind im vergangenen Jahr fast vollständig eingesetzt worden. Ein entsprechendes Ergebnis wurde heute der Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen vorgestellt.

wurde und damit Mittel des Eingliederungstitels in Bremen und Bremerhaven in einer Größenordnung von circa 10 Mio. Euro, wurde für das Jahr 2013 ein engmaschigeres Controlling der Mittelausschöpfung vorgenommen und die Anstrengungen zur möglichst weitgehenden Ausschöpfung der Eingliederungsmittel in den Jobcentern noch einmal intensiviert.

stärken auf vielfältige Weise auch die sozialen Kompetenzen von Vätern und Müttern. Diese Kompetenzen kommen langfristig auch den Unternehmen zu Gute.“ Weitere Angebote sind familienbewusste Unternehmenskultur und Führung, Wiedereinstiegsmanagement, Beruf und Pflege von Angehörigen sowie die betriebliche Gesundheitsförderung. Servicestelle „Beruf und Familie“ im Unternehmensservice Bremen, Hinter dem Schütting 8, bietet telefonische Beratung unter 0421 3637464.

Auf der Mitgliederversammlung Präses der Handwerkskammer der Kreishandwerkerschaft Bre- Bremen gewählt wurde. Die men am 05.02. wurde Matthias gleichzeitige Wahrnehmung beiWinter zum neuen Kreishand- der Ämter ist nicht möglich, so dass eine Nachwahl notwendig werksmeister gewählt. Winter ist selbständiger Tisch- wurde. lermeister und erfahrener Eh- „Ich freue mich auf die neuen renamtler. Nach seinem Engage- Herausforderungen“, sagte Winment als Vorstandsmitglied der ter in seiner Antrittsrede. „Das Tischler-Innung Bremen wurde Handwerk als Motor des Miter 2008 deren Obermeister. Im telstandes nimmt eine wichtige Verband des Tischlerhandwerks Aufgabe in der Wirtschaft BreNiedersachsen/ Bremen ist Win- mens und Deutschlands wahr. ter stellvertretender Landesin- Ich möchte in enger Abstimnungsmeister. Er hat zudem den mung mit der HandwerkskamVorstandsvorsitz des Arbeitge- mer die Positionen des Handberverbandes Handwerk Bre- werks gegenüber der Politik und der Verwaltung verdeutlichen men e.V. inne. Der neue Kreishandwerksmeis- und die Wahrnehmung der Bürter folgt Jan-Gerd Kröger im ger von Handwerk stärken.“ Amt, der im Dezember zum

Für das Jobcenter Bremen ergibt sich ein Ausschöpfungsgrad (Ausgaben) von 99,2 Prozent, für das Jobcenter Bremerhaven ein Ausschöpfungsgrad (Ausgaben) von 99,5 Prozent. Damit haben die JobCenter in Bremen und Bremerhaven eine bessere Ausgabequote als der Durchschnitt aller Jobcenter in Niedersachsen-Bremen, aber auch im Bund erreichen.

„Die Arbeitslosigkeit im Land Bremen ist nach wie vor zu hoch, deshalb ist es von großer Bedeutung, dass alle zur Verfügung Eingliederungsleistungen stehenden Mittel eingesetzt wer- In der Stadt Bremen sieht sich Für den, um Menschen in Arbeit zu das Ressort als kommunaler Trä- des Bundes stehen den JobCenvermitteln,“ so Senator Martin ger und mit Vorsitz in der Träger- tern im Land Bremen rund 50 Günthner. „Das jetzt erreichte versammlung des Jobcenters in Mio. Euro zur Verfügung. Die Ergebnis konnte erreicht werden, einer besonderen Verantwortung, Gelder werden verwendet, um weil alle Beteiligten sich dieser dass die zur Verfügung stehenden Arbeitslose in den Arbeitsmarkt Aufgabe Arbeitslosigkeit zu be- Mittel durch das Jobcenter mög- zu integrieren. So werden damit kämpfen mit großem Engage- lichst vollständig eingesetzt wer- beruflichen Weiterbildung und ment gestellt haben.“ den. Da es sich um Bundesmittel Maßnahmen zur Aktivierung und handelt, liegt die Umsetzungs- beruflichen Eingliederung geförNachdem für das Jahr 2012 le- verantwortung allerdings beim dert und spezielle Maßnahmen diglich ein Ausschöpfungsgrad Träger „Agentur für Arbeit“ und für jüngere Menschen bezahlt. von ca. 85 Prozent im Jobcenter in der wichtigen operativen UmBremen und ca. 80 Prozent im setzung bei der Geschäftsführung Jobcenter Bremerhaven erreicht des Jobcenters Bremen.

103 Millionen Euro aus Europa Das Land Bremen wird 103 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Dies ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen mit der Europäischen Union, der Bundesregierung und den anderen deutschen Bundesländern. Für das Land Bremen wurden diese Verhandlungen federführend vom Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen geführt. Senator Martin Günthner: „Europa tut Bremen gut. Mit dem EFRE-Programm ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die wirtschaftliche Entwicklung, Technologie und Innovation in Bremen zu fördern und wichtige Stadtentwicklungsprojekte zu initiieren. Mit dem neuen Förderprogramm werden wir auch in Zukunft handlungsfähig bleiben.“ Das für die Förderperiode bis 2020 erzielte Ergebnis bezeichnete Günthner als gutes Ergebnis für das Land Bremen. „Pro Kopf der Bevölkerung erhalten nur Berlin und die Region Sachsen-Leipzig mehr europäische Fördermittel als wir im Land Bremen.“ Kernstück des EFRE-Programms 2014 - 2020 wird mit einem Anteil von 50 Prozent das Thema Innovation sein. Die hier zur Verfügung stehenden Mittel sollen zum Aufbau und zur Entwicklung der anwendungsnahen Forschungsund Innovations-Einrichtungen im Land genutzt werden. Darüber hinaus sollen insbesondere betriebliche Innovationsprojekte gefördert werden. In der sogenannten KMU-Achse für kleinere und mittlere Unternehmen soll die Investitions-

tätigkeit der Unternehmen im kämpfung und des sozialen ZuLand Bremen mit verschiedenen sammenhalts ausgerichtet. Die Instrumenten unterstützt werden. hier vorgesehenen Mittel sollen Hier sind zum Beispiel betriebli- auf der Basis integrierter Stadtche Projekte im Rahmen des Lan- entwicklungskonzepte in den desinvestitionsförderprogramms besonders von Armut und sozia(LIP) oder zur Teilnahme an in- ler Benachteiligung betroffenen ternational ausgerichteten Mes- Stadtgebieten in Bremen und sen vorgesehen. Zudem sollen die Bremerhaven eingesetzt werden. Gründungsaktivitäten im Land Hierfür sind 10 Prozent der Mitgesteigert werden. Insgesamt ste- tel eingeplant. Konkret soll die hen für diese Achse 20 Prozent lokale Ökonomie in den Quartieder Mittel zur Verfügung. ren gestärkt werden, unter andeNahezu komplett neu in der bre- rem indem Bildungschancen und mischen EFRE-Förderung ist die die Beschäftigungsfähigkeit der Ausrichtung des Programms auf Bevölkerung in diesen Gebieten die Förderung CO2-effizienter verbessert werden. Zudem sollen Wirtschafts- und Stadtstruktu- Stadtteilinitiativen unterstützt ren in der Achse 3 (CO2-Achse). und bauliche Maßnahmen zur Für dieses Thema hat die EU- Steigerung der Attraktivität der Kommission den Einsatz von Quartiere umgesetzt werden. mindestens 20 Prozent der Mit- Das Programm wurde in einem tel vorgegeben. Bremen plant aufwändigen ressortübergreifenhier unter anderem finanzielle den Beteiligungs- und Abstimund beratungsorientierte Anrei- mungsprozess entwickelt, bei ze für Betriebe, die in Projekte dem die Wirtschafts-, Umweltzur Energieeffizienz investieren und Sozialpartner und damit wollen. Darüber hinaus sollen in Kammern, Verbände, Gewerkausgewählten Gebieten der Städ- schaften und andere einbezogen te Bremen und Bremerhaven ver- wurden. schiedene Aktivitäten zur CO2- Das EFRE-Programm soll nun Reduktion umgesetzt werden. zunächst in den parlamentariIn den ersten drei Achsen ist als schen Gremien behandelt werAlternative zur Zuschussförde- den. Im Anschluss soll dann die rung der verstärkte Einsatz von formale Einreichung in Brüssel Finanzierungsinstrumenten vor- erfolgen. gesehen. Hierzu gehören Darle- Erste Projekte können begonnen hen für Investitionsförderungen, werden, sobald in den VerhandForschungs- und Entwicklungs- lungen mit Brüssel die Genehmivorhaben, sogenannte Mikrodar- gungsreife des Programms bestälehen oder Darlehen für Ener- tigt wird. gieeffizienzinvestitionen bzw. Wagniskapital für technologieori- Mehr Informationen zum EFREentierte Unternehmen. Programm im Land Bremen: Die vierte Achse ist ganz besonwww.efre-bremen.de ders auf die Ziele der Armutsbe-

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4 | Wirtschaftszeitung März 2014

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• BREMEN

„Wirtschaft trifft Wissenschaft“ im BIAS Rund 20 Unternehmensvertreter „Wir haben uns bewusst für die- Nach einer Unternehmenspräsen- das Laserschweißen neuartiger und Selbstständige fanden sich am se Veranstaltung entschieden, um tation durch den Geschäftsführer Flügelstrukturen für den Flug13. Februar im BIAS – Bremer In- auch Nichtwissenschaftlern un- Professor Frank Vollertsen und zeugbau. Im BIAS arbeiten die stitut für angewandte Strahltech- sere exzellenten Forschungsar- der Vorstellung der „Schweiß- Wissenschaftlerinnen und Wisnik GmbH ein. Im Rahmen der beiten zu präsentieren“, sagte Dr. technische Forschung für Alumi- senschaftler gemeinsam mit ihVeranstaltungsreihe „Wirtschaft Claus Thomy, Manager Business nium-Anwender“ von Dr. Tho- ren Partnern aus der Industrie trifft Wissenschaft“, die seit 1996 Development. Die enge Zusam- mas Seefeld, dem Abteilungsleiter an einer Technologie, die eine von der Handelskammer Bremen menarbeit des BIAS mit Partnern Werkstoff- und Schweißtechnik, Treibstoffersparnis von zehn Proin Kooperation mit der Oldenbur- und Kunden aus der Industrie sahen sich die Gäste die Labore zent als Ziel hat. Damit würde gischen IHK ausgerichtet wird, sei bereits etabliert, jedoch nut- und Forschungsstätten des BIAS die Ökobilanz des Fliegens immens verbessert werden. Dieses trafen sich die Gäste aus Bremen ze man gerne diese Möglichkeit, näher an. und dem Bremer Umland zum Kontakte zur regionalen Wirt- Laser finden vielfältigen Einsatz Projekt wurde den Besuchern Dialog mit Mitarbeitern des For- schaft zum beiderseitigen Vorteil in der Produktion. Ein Beispiel an einer Laser-Schweißanlage weiter zu stärken. für aktuelle Entwicklungen ist demonstriert. Erstaunt zeigten schungsinstituts.

sich die Gäste über die Leistung des Lasers. So hat beispielsweise ein handelsüblicher Laserpointer eine Leistung von 0,003 Watt. Die Laserschweißanlage ist mit 8000 Watt im Vergleich dazu 2,7 Millionen Mal stärker. In einer weiteren Station wurde den Besuchern demonstriert, dass sich Metalle nicht nur durch Schweißen oder Kleben verbinden lassen, sondern auch mittels eines Umformprozesses. In der Laserschock-Umformanlage

wurde eine dünne Stahlfolie mit einer Aluminiumfolie, durch einen neuartigen am BIAS entwickelten Prozess gefügt – also ohne weiteres Hilfsmittel fest miteinander verbunden. Einsatzmöglichkeiten in der Industrie finden sich in verschiedensten mikrotechnischen Anwendungen wie beispielsweise in den Membranen von Kopfhörern, in Mobiltelefonen oder als Medikamentenverpackung (Blister).

TECHNOLOGIE-INVESTITION IN BREMEN BAB Beteiligungs-

und Managementgesellschaft steigt bei Smartphone-Technologieschmiede TobyRich ein

Bundesbankpräsident Jens Weidmann (Mitte) war der Ehrengast der 470. Schaffermahlzeit Foto: Bahlo

470. Schaffermahlzeit im Bremer Rathaus

Ehrengast Dr. Jens Weidmann trägt sich ins Goldene Buch ein

Jeden zweiten Freitag im Februar ist es so weit, dann findet die traditionsreiche Schaffermahlzeit in der Oberen Halle des Bremer Rathauses statt. Und so trafen sich auch am 14. Februar wieder 100 Kapitäne, 100 Schaffer und 100 Gäste zum Brudermahl, um gemeinsam zu speisen und Spenden für die Stiftung Haus Seefahrt zu sammeln. Bürgermeister Jens Böhrnsen begrüßte den diesjährigen Ehrengast der Schaffermahlzeit, den Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Dr. Jens Weidmann, im Rathaus. Vor dem Beginn des Mahls um exakt 14.28 Uhr trug Weidmann sich in das Goldene Buch der Freien Hansestadt Bremen ein. Im Anschluss nahmen die Schaffer, Seeleute und Gäste an der großen Tafel in der Oberen Halle Platz, die in Form eines Drei-

zacks, wie ihn Meeresgott Neptun trägt, aufgebaut ist. Erstmalig waren in diesem Jahr zwei Kapitäninnen bei der Schaffermahlzeit dabei. Es folgen genauestens durchgeplante fünf Stunden, von dem Servieren der Suppe über das Halten der insgesamt zwölf Reden bis zum Sammeln der Spenden hat alles seinen minutengenauen Termin. Das Menü besteht aus einfacher bremischer Seemannskost wie Hühnersuppe, Stockfisch, Braunkohl, Kalbsbraten und Rigaer Butt. Dazu wird Seefahrtsbier aus Silberhumpen getrunken, ein besonderes Braunbier das ausschließlich zur Schaffermahlzeit gebraut wird. Organisiert wurde die traditionelle Schaffermahlzeit in diesem Jahr von den drei gastgebenden Schaffern Peter Hoffmeyer (Nehlsen AG), Nicolas C. S.

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Helms (C. Melchers GmbH & Co. KG) und Frank Jungmann (German Tanker Shipping GmbH & Co. KG). Eine Einladung zur Schaffermahlzeit ist für die 100 Gäste eine besondere Ehre, da sie nur ein Mal im Leben an der Veranstaltung teilnehmen dürfen. Bürgermeister Jens Böhrnsen ist als Hausherr des Rathauses ebenfalls bei der Veranstaltung dabei. Die Schaffermahlzeit ist eines der ältesten Brudermahle der Welt und wird von der Stiftung Haus Seefahrt ausgerichtet. Seit 1545 wird dieses Sozialwerk für Seeleute in ehrenamtlicher Arbeit von Kaufmännern und Kapitänen betrieben und ist damit das älteste seiner Art. Die Stiftung möchte Seeleute, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen sozial absichern sowie den Nachwuchs fördern, weshalb seit einigen

Bremen. Die BAB Beteiligungsund Managementgesellschaft Bremen mbH (BBM) ist neue Gesellschafterin der Smartphone-Technologieschmiede TobyRich, die zuletzt durch das erste Smartphone-gesteuerte Flugzeug der Welt für Aufsehen gesorgt hat. „Wir freuen uns, mit der BBM eiJahren auch bedürftige Nautik- nen lokalen Partner gewonnen zu Studenten von der Stiftung Haus haben, der unser Kurs zu 100% unterstützt und uns weiter vorSeefahrt unterstützt werden. Die drei Schaffer, die mit der Or- anbringt“, sagte CEO Ulrich Ditganisation des Festessens betraut schler. Die Beteiligung der BBM werden, werden von der Stiftung ermöglicht es TobyRich, seinen jährlich auf ihrer Generalver- Wachstumskurs fortzusetzen und sammlung gewählt. Gastgeber in das Produktportfolio weiter aus2015 werden Dr. Tim Nesemann zubauen. Mit dem SmartPlane, (Die Sparkasse Bremen AG), Dr. der bislang bedeutendsten EntKlaus Meier (wpd windmanager wicklung aus dem Hause TobyGmbH & Co. KG) und Joachim Rich, hat das Unternehmen ein Jürgens (OMNILAB – Laborzen- innovatives Produkt am Markt, trum GmbH & Co. KG) sein. Als auf dem es weiter aufbauen kann. neue Schaffer des Jahres 2016 Das SmartPlane ist dank innovawurden gewählt: Frank Dreeke tivem Flight Assist System von (BLG Logistics Group AG & Co. jedermann intuitiv per auf der KG), Joachim Linnemann (Jus- Handfläche liegendem iPhone tus Grosse GmbH) und Christian zu bedienen. Das Fluggerät, das auch für Indoorbereiche geeigFreese (Freese GmbH). net ist, setzt die Handbewegung des Piloten ohne Verzögerung um. Möglich wurde diese Entwicklung durch Expertise im

Bereich BluetoothSmart, womit sich TobyRich auch als Hardware- und Apptechnologie-Unternehmen platziert hat. Mit dem SmartPlane, der bislang bedeutendsten Entwicklung aus dem Hause TobyRich, hat das Unternehmen ein HightechGadget mit hohem Spaßfaktor auf den Markt gebracht, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Dank der innovativen Steuerungstechnik „Flight Assist System“ kann es von jedermann intuitiv per iPhone bedient werden. Das Fluggerät, das aufgrund seiner Flugeigenschaften sowohl für Outdoor als auch für Indoor geeignet ist, setzt die Handbewegungen des Piloten ohne Verzögerung um. Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch das im Unternehmen vorhandene Know-how in der Hardware- und Apptechnologie. TobyRich stellt mit dem SmartPlane einmal mehr seine hohe Kompetenz in der Anwendung des neuen Bluetooth SmartStandards unter Beweis.

Weitere Informationen dazu sind auf www.smartplane.net zu finden.

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 5

BREMEN •

Robuste, zuverlässige und autonome Unterwassersysteme, wie beispielsweise das autonome DFKI-Unterwasserfahrzeug Dagon, sollen die Nachwuchswissenschaftler im Rahmen der Robocademy entwickeln. (Quelle: DFKI GmbH)

ROBOCADEMY – Zahl der Gewerbebetriebe steigt Europäisches Netzwerk bildet Spezialisten für Unterwasserrobotik aus Gemeinsam ausbilden und Ro- Prof. Dr. Frank Kirchner, Leiter botersysteme entwickeln, um die des koordinierenden Robotics Weltmeere zu erforschen. Mit die- Innovation Center in Bremen. sem Ziel ist jetzt das europäische „Sowohl für die Wissenschaft als Ausbildungs- und Forschungsnetz- auch für die Industrie in Europa werk für Unterwasserrobotik Ro- bilden solche Spezialisten die bocademy gestartet. In dem vom entscheidende Grundlage, wenn Forschungsbereich Robotics Inno- es darum geht, international vation Center (RIC) des Deutschen wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) koordinier- Nachwuchswissenschaftler der ten und von der EU mit 3,61 Milli- Informatik, die im Rahmen ihres onen Euro geförderten Projekt geht Masterabschlusses bereits Erfahes darum, Schlüsselqualifikationen rungen auf dem Gebiet der Rofür Nachwuchswissenschaftler und botik gesammelt haben, erhalten die Technologieentwicklung auf im Rahmen des EU-Projekts in dem Gebiet der Unterwasserrobo- ausgesuchten und exzellent betreuten Forschungsprojekten die tik auszubauen. Möglichkeit zur Promotion und „Die Robocademy trägt dazu werden zu Spezialisten auf dem bei, den hohen Bedarf an jungen Gebiet der Unterwasserrobotik Fachkräften zu decken, der so dringend auf dem wachsenden ausgebildet. Der Schwerpunkt Feld der Unterwassersysteme liegt dabei auf der Entwicklung und -robotik benötigt wird“, sagt von robusten, verlässlichen und

autonomen Systemen. Möglich wird das durch die enge Zusammenarbeit von führenden Forschungseinrichtungen, der Industrie sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen aus den Bereichen Robotik, Meerestechnologie, Meereswissenschaft und der Offshore-Industrie. Die Robocademy wird über vier Jahre im 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm vom Marie Curie Initial Training Network (ITN) gefördert.

Im Jahr 2013 wurden im Land Vorgängen nur einen geringen Bremen mehr Gewerbe ange- Anteil aus. Es gab 427 Anmelmeldet und deutlich weniger dungen wegen Übernahme (-5,7 abgemeldet als im Vorjahr. Dies Prozent). zeigen die jetzt vorliegenden aktuellen Zahlen der Gewerbeanzei- Die Zahl der Gewerbeabmeldungenstatistik für das Land Bremen. gen ging deutlich zurück. Mit Danach wurden im Land Bremen 4.768 registrierten Meldungen 6.210 Gewerbe angemeldet. Im lag die Zahl um 12,0 Prozent Vergleich zum Vorjahr bedeu- niedriger als 2012 und war auch tet dies eine Zunahme um 1,8 geringer als das langjährige MitProzent. Diese Zahl übersteigt tel der Jahre 1996 bis 2013 mit den Durchschnittswert der Jahre 4.884 Abmeldungen pro Jahr. Bei 1996 bis 2013 mit 5.916 Gewer- den Abmeldungen dominierte beanmeldungen pro Jahr leicht. die vollständige Abmeldung mit Die Gewerbeanmeldungen wer- einem Anteil von 86,3 Prozent den dominiert durch die Anzeige (2012: 85,0 Prozent). Es wurden von Neugründungen. (2013: 88,6 937 Betriebe, deren Rechtsform Prozent, 2012: 85,1 Prozent). Die und Beschäftigtenzahl auf eine Meldungen für Betriebe, deren größere wirtschaftliche Substanz Rechtsform und Beschäftigten- hinweisen, abgemeldet. Das bezahl auf eine größere wirtschaft- deutet eine Abnahme um 6,8 Proliche Substanz hinweisen, sanken zent im Vergleich zum Vorjahr. gegenüber 2012 um 11,2 Prozent. Die Bedeutung von Fortzügen ist Dazu gehören zum Beispiel mit 263 Abmeldungen vergleichPersonen- oder Kapitalgesell- bar gering, deren Anzahl sank schaften. Gewerbeanmeldungen um 12,9 Prozent. Auch die 355 wegen Zuzugs machen mit 249 Abmeldungen wegen Übergabe

liegen deutlich unter dem Vorjahreswert (-19,1 Prozent).

In Bremerhaven stieg die Zahl der Gewerbeanmeldungen um 9,4 Prozent, in der Stadt Bremen blieb die Zahl der Gewerbeanmeldungen unverändert. Bei den Gewerbeabmeldungen wurde in Bremerhaven ein Rückgang von 12,5 Prozent, in der Stadt Bremen ein Rückgang um 11,9 Prozent festgestellt. Die Zahl der Abmeldungen von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Substanz sank im vergangenen Jahr in Bremerhaven um 2,4 Prozent. In der Stadt Bremen fiel der Rückgang mit 7,9 Prozent deutlich größer aus. Grundsätzlich sind die Daten der Gewerbeanzeigenstatistik wegen ihrer geringen Fallzahl im Land immer großen Schwankungen ausgesetzt.

IC Tourismus heißt jetzt neusta eTourism Seit zwei Jahren erweitert IC Tourismus das Angebot der team neusta Unternehmensgruppe um touristische WebProjekte. Jetzt entschloss sich die Agentur für digitales Tourismusmarketing, seinen Namen der neusta-Gruppe anzupassen und sich neusta eTourism zu nennen. „Dies symbolisiert die Zugehörigkeit zum team neusta-Netzwerk, einem Unternehmensverbund, der sich gegenseitig stärkt und unterstützt“, beschreibt Marco Behrends, Geschäftsführer von neusta eTourism, die Transformation. Zusätzlich findet sich im neuen

Namen der Fokus auf touristi- Dienstleistungsangebot und die Farbe grün bleiben unter neusta sche Online-Projekte wieder. Auf dem Weg von IC Tourismus zu eTourism durchlief das Unternehmen eine Transformation, zu der weit mehr als nur der Namenswechsel gehört. Kontinuierlich erweiterte das Unternehmen seine Kompetenzen: Der Akademie-Bereich wurde vergrößert, Leistungen in Strategie und Konzeption ausgebaut. Und auch auf personeller Seite verstärkte sich das Team Ende vergangenen Jahres mit Jens Oellrich, einem Spezialisten im Bereich eTourismus. „Unserem Konzept bleiben wir unter neuem Namen treu: Mitarbeiter, Geschäftsführung, Gesellschaftsstrukturen,

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eTourism erhalten“, so Behrends. Egal ob Web-Design, Programmierung, Online-Marketing oder Workshops, neusta eTourism bietet ein breites Leistungsspektrum für die Internetauftritte touristischer Anbieter. Mehr als 50 touristische IT-Projekte für Reiseveranstalter, Destinationen und Online-Portale betreut neusta eTourism aktuell.

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6 | Wirtschaftszeitung März 2014

Foto: Senatspressestelle

• BREMEN

VOR 50 JAHREN lief das erste Schiff in den Neustädter Hafen ein Die RIEDERSTEIN des Norddeutschen Lloyd (NDL) war am 5. Februar 1964 das erste Schiff, das in das Becken des Neustädter Hafens auf der linken Weserseite einlief. Mehr als das Becken gab es damals noch nicht. Schuppen und Kräne wurden erst anschließend aufgebaut, zunächst auf der Westseite und später nach und nach auch auf der Ostseite.

Umbau für Container Mitte der 1960er Jahre zeichnete sich ab, dass die amerikanische Reederei Sea-Land einen Con-

den Containerumschlag umgeplant werden. So entstand der Containerterminal Bremen. 1967 wurde dort die erste noch aus Amerika eingeführte Containerbrücke auf-

Für die Neustädter Häfen waren die Entscheidung, eine völlig neue ursprünglich drei Hafenbecken Anlage in Bremerhaven zu bauen, und ein Wendebecken geplant wor- weil dort ausreichend Flächen für den. Realisiert wurde dann aber ein Terminal und für den künftigen nur das Becken II mit dem Lan- Ausbau verfügbar waren. Zudem

Schon während der Bauphase sorgte der Hafen für Furore, als die Bagger 1962 in der Weser auf zahlreiche Überreste einer Hansekogge stießen. Ihr Bau wurde später auf die Zeit um 1380 datiert. Nie zuvor hatte es einen solchen Fund gegeben. Erstmals konnte man Aufschluss über die tatsächliche Bauart der Koggen, über Größe und Tragfähigkeit gewinnen. Die Fundstücke wurden zusammengesetzt, aufwendig konserviert und haben heute ihren festen Platz im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Die RIEDERSTEIN löschte bei ihrem ersten Besuch im Neustädter Hafen einen schweren Katalysator mit bordeigenem Geschirr. Das Schiff war in Hamburg gebaut und im November 1960 an den NDL abgeliefert worden. Der 161 Meter lange und 20 Meter breite konventionelle Stückgutfrachter war mit 10.992 BRT vermessen. 44 Mann Besatzung waren damals für den Betrieb erforderlich. Zusätzlich gab es Platz für neun Passagiere. Im Zuge der Fusion des NDL mit der Hamburger Reederei Hapag im Jahr 1970 wurde die RIEDERSTEIN an einen ausländischen Reeder verkauft.

tainerliniendienst über den Atlantik aufbauen wollte und dafür gebaut. Die weiteren Brücken passende Häfen an der Nordsee- lieferte die Bremer Firma Kocks, küste suchte. Bremen und Rot- die mit ihrer eigenen Konstruktiterdam erhielten schließlich den on auch auf dem Weltmarkt gute Zuschlag. Allerdings musste der Erfolge feiern konnte, bevor asiNeustädter Hafen während der atische Hersteller schließlich den noch laufenden Bauarbeiten für Wettbewerb für sich entschieden.

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kenauer Hafen und das Wendebecken. Auf den 1,1 Quadratkilometer großen Terminalflächen wurden konventionelle Stückgüter und zunehmend Container umgeschlagen. Mit dem rasanten Wachstum der Containerverkehre fiel in Bremen

waren die nautischen Bedingungen für die immer größer werdenden Containerschiffe besser. So wanderten ab Mitte der 1980er Jahre alle Containerverkehre nach Bremerhaven ab.

Universalhafen mit hervorragender Anbindung Heute wird in dem Hafen eine große Bandbreite an konventionellem Stückgut umgeschlagen. Schwerpunkte sind Stahl- und Forstprodukte, Schienenfahrzeuge, Maschinen und Anlagen sowie Projektladung. Dazu gehören auch riesige Bauteile von Gasaufbereitungsanlagen, komplette Produktionslinien oder zerlegte Fabrikanlagen. Zudem wird der Standort vermehrt dazu genutzt, Industrieanlagen direkt am seeschifftiefen Wasser zu montieren. So werden regelmäßig großvolumige Komponenten mit mehreren hundert Tonnen Gewicht verladen. Linienschiffe verbinden den Neustädter Hafen regelmäßig mit Häfen in aller Welt, speziell in den USA, im gesamten Mittelmeerraum und Fernost. Der Neustädter Hafen ist ein Universalhafen mit hervorragenden Verkehrsanbindungen per Straße, Schiene und Wasser. Ein weiterer Vorteil ist die direkte Anbindung an das Güterverkehrszentrum (GVZ), wo zahlreiche Spediteure und Logistikunternehmen angesiedelt sind. Am und im GVZ ist die BLG gleich mit mehreren Logistikzentren vertreten. Von dort aus werden hauptsächlich Fahrzeugteile in Containern nach Übersee verschifft. Aus einem der größten Hochregalläger Europas werden alle Tchibo-Verkaufsstellen mit Gebrauchsartikeln versorgt und die Online-Besteller direkt bedient.

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 7

Foto: JSL

INTERVIEW •

„ZUKUNFTSSICHERE ERP-SOFTWARE IST DAS HERZSTÜCK JEDES UNTERNEHMENS“ Die mesonic software gmbh entwickelt und vertreibt ERPSoftware speziell für kleine und mittelständische Unternehmen. Geschäftsführer Patrick Siegmund erklärt im Interview mit der Wirtschaftszeitung für Bremen und Umgebung, wie eine professionelle Software Unternehmensprozesse optimiert. Wie ist eine professionelle Business-Software strukturiert? Eine Business-Software – auch ERP- bzw. Enterprise Resources Planning Software genannt - dient zur optimalen Nutzung aller unternehmerischen Ressourcen. Kernbereiche sind die Warenwirtschaft, das Rechnungswesen mit Finanzund Anlagenbuchhaltung und bei produzierenden Unternehmen auch Software für die Produktionsplanung und –steuerung. Für Vertrieb und Marketing ist außerdem ein Customer Relationship Management System – Software für die Kundenbindung und Kundengewinnung – unerlässlich. Wichtig ist, dass all diese Systeme integriert sind und Daten miteinander austauschen können.

Es geht letztendlich um ganzheitliche Prozesse und Automatisierung. Eine professionelle Software kann von der ersten Kundenanfrage bis zur Rechnungsstellung alle einzelnen Schritte koordinieren und optimieren. Das ist für jedes Unternehmen wichtig. Denn in der Prozessoptimierung geht es um Zeit und damit auch um Geld. Durch die Optimierung gewonnene Ressourcen können dann wieder anderweitig produktiv eingesetzt werden.

Was sind die speziellen Anfor- Viele Unternehmer, vor allem derungen des Mittelstandes an auch kleinere Betriebe, schreeine Software-Lösung? cken vor professioneller Software zurück, weil sie befürchGanz wichtig ist unserer Erfahrung ten, es könnte zu kompliziert nach, dass die Software modular werden. Wie begegnen Sie strukturiert ist. Nicht alle Kunden benötigen gleich von Beginn diesen Ängsten?

an das ganze Paket. Neukunden steigen häufig erst mit der Finanz- Wie gesagt haben wir die Mögbuchhaltung oder Warenwirtschaft lichkeit, alle Systeme sehr genau ein und erwerben im Laufe der auf die Bedürfnisse des Kunden Immer öfter werden bei uns auch Zeit zusätzliche Module für weite- anzupassen. Das heißt eben auch, mobile Lösungen angefragt. Nare Bereiche hinzu. So wächst mit dass wir die Komplexität so weit türlich sind unsere Programme es geht reduzieren. Alles, was nicht gebraucht wird, kann einfach auch auf Tablets oder Smartphones ausgeblendet werden. Wir haben bedienbar. Das ermöglicht unseein vollintegriertes Produkt. All ren Anwendern zum Beispiel im unsere Programme sind miteinan- Außendienst Aufträge zu erfassen der verwoben. Man muss also nur oder unterwegs detaillierte Auseine Oberfläche kennenlernen und wertungen und Informationen abselbst, wenn ich die Software im zurufen. gesamten Unternehmen umstelle, zieht sich der rote Faden durch das Unterstützen Sie Unternehmen ganze Produkt. auch nach der Einführung der

neuen Systeme?

mesonic-Geschäftsführer Patrick Siegmund und Marketing-Managerin Claudia Harth. Foto: JSL

dem Unternehmen selbst auch die Software. Unsere Kunden schätzen die Sicherheit, dass unsere Angebote mit ihnen wachsen.

Welche Bestandteile einer Busi- Sie richten sich mit Ihren Proness-Software ein Unternehmen dukten gezielt an den Mittelbenötigt, hängt ganz von seinen stand. Welches sind Ihre beLeistungen, Anforderungen und sonderen Stärken im Hinblick Außerdem sind wir in der GestalAufgabenstellungen ab. tung unserer Lösungen sehr flexibel. auf diese Zielgruppe?

Warum sollte jedes Unternehmen mit einer ERP-Software arbeiten? Mit einer professionellen Software haben Unternehmen die Möglichkeit, einzelne Bereiche besser zu strukturieren und aussagekräftige Analysen auszugeben.

Unternehmen, die unsere Produkte mit laden wir Kunden und Interkaufen, haben natürlich erst einmal essenten ein, uns kennenzulernen. eine Anfangsinvestition. Eine an- Wir wollen mit Kunden in Kontakt dere Möglichkeit wäre eine Miet- treten, mit ihnen sprechen und ihlösung. Tatsächlich macht sich nen zuhören, um zu erfahren, was eine ERP-Software sehr schnell sie brauchen. Natürlich stellen wir bezahlt. Denn sie optimiert die auch unsere neuen Produkte vor. einzelnen Prozesse und macht sie Wir zeigen am Produkt, was wir so effizienter. Durch die Verknüp- leisten können. fung einzelner Bereiche steigt die Produktivität.

Wir können sie zum Beispiel auf Zunächst einmal sind wir selbst ein spezielle Branchen zuschneiden. mittelständisches Unternehmen. Wir haben eine Standardsoftware, Unsere Expertise ist über 30 Jah- die je nach Kunde angepasst wird. re mit uns gewachsen. Aus dieser langjährigen Erfahrung im und mit Alles in allem decken wir so alle dem Mittelstand generieren wir bis Prozesse innerhalb eines Unterheute ein sehr genaues Verständnis nehmens ab. Das fängt bei der für die besonderen Herausforde- Lagerhaltung an, geht über die Aufrungen und Bedürfnisse unserer tragsbearbeitung und reicht bis zum Vertrieb oder zur Marketingplanung Kunden. mit unserem CRM-Programm.

Bei der Einführung einer neuen Software ist es besonders wichtig, Zu einem solchen Produkt gealle Mitarbeiter und Mitarbeite- hört immer die Pflege. Unsere rinnen mitzunehmen, die am Ende Programme werden stetig weiterdie Programme nutzen sollen. entwickelt und verbessert, auch Dementsprechend kommen nicht aus dem Feedback unserer Fachnur die Entscheider zu uns. Oft handelspartner und Kunden. Wir bringen Sie Kollegen aus den ein- bieten regelmäßig entsprechende zelnen Abteilungen, zum Beispiel Updates an. Natürlich gibt es über den Buchhalter, mit. Dann schauen unsere Fachhandelspartner imwir uns gemeinsam an, wie unsere mer Hilfe, wenn es irgendwo hakt. Programme die Prozesse in dem Auch in puncto Service kommt uns jeweiligen Unternehmen bzw. Be- zu Gute, dass wir selbst Mittelreich optimal abbilden können. ständler sind. Wir sind schnell und einfach erreichbar, können AnfraDas ERP ist das Herzstück eines gen zügig bearbeiten oder direkte Unternehmens, daher ist das Ver- Hilfestellung leisten. Kundennähe, trauen des Unternehmers in seinen Vertrauen und Sicherheit sind für Softwarelieferanten elementar. Wir uns nicht nur Floskeln. setzen hier absolut auf die Nähe zum Kunden. Nur wenn der erfolg- Auf der CeBIT im März werreich ist, können auch wir es sein.

den Sie als Aussteller präsent Warum glauben Sie, lohnt es sein. Was zeigen Sie an Ihrem sich dennoch für jede Betriebs- Stand? größe in derartige Software zu Auf der CeBIT präsentieren wir investieren? uns auf einer Fläche von 180 qm

mesonic: Aus dem Mittelstand für den Mittelstand mesonic wurde 1978 in Österreich gegründet. Bereits Anfang der 1980er Jahre wurde mit einer deutschen Niederlassung expandiert, später folgten weitere Tochtergesellschaften in den USA und in Italien. An den derzeit vier Standorten betreuen mehr als 100 Mitarbeiter und rund 300 autorisierte und qualifizierte Fachhandelspartner Kunden in aller Welt. Wie viele erfolgreiche Unternehmen startete auch mesonic klein. Der Einstieg in den Markt begann mit einem Programm für die Finanzbuchhaltung. Mit den steigenden Anforderungen der Anwender, der Expansion in weitere Branchen und neue Märkte wuchsen die Softwarelösungen im Laufe der Zeit zu einer Komplettlösung für Unternehmen aller Größen, Branchen und Länder. Kontakt mesonic software gmbh Hirschberger Straße 18 27383 Scheeßel Telefon 04263-93900 www.mesonic.com

mit einem Caféhauskonzept. Da-

MESONIC AUF DER CEBIT 2014 vom 10.-14. März 2014 Halle 5 am Stand C16 WIRTSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG

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8 | Wirtschaftszeitung März 2014

Foto: Green Tec

• UMLAND

„Strohballenhaus“ als „Start up“ bei den GreenTec Awards Holz und Stroh, Kalk und Lehm sind die ältesten Baustoffe der Welt, doch auch die modernsten. Sie erfüllen alle erdenklichen Kriterien der Energieeinsparverordnung, an eine „saubere“ Ökobilanz und an eine regionale Werkstoffgewinnung. Dass man damit auch hoch hinaus bauen kann und diese Gebäude sogar gewerblich nutzen darf, das beweist das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen (NZNB) in Verden – mit Europas größtem mehrstöckigem mit Strohballen gedämmtem und direkt verputztem Holzhaus. Diese hochmoderne Bauweise mit nachwachsenden und lokal verfügbaren Werkstoffen hat das NZNB jetzt ins Rennen um die GreenTec Awards (Sonderpreis „Start up“ – siehe unten) geführt. Damit honoriert die 50-köpfige Jury bereits in der Vorauswahl die innovative Grundidee, dass strohballengedämmte Holzrahmenbauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad möglich ist und auch mehrgeschossige Nichtwohngebäude (Gebäudeklasse 4) so errichtet werden können.

Demonstrationsobjekt dafür ist Start-ups sind im Verständnis der das fünfstöckige Büro- und Aus- GreenTec Awards alle Unternehstellungsgebäude, das in Verden men oder Institutionen, die nicht (Niedersachsen) in der Artillerie- länger als drei Jahre existieren. straße 6 als Kompetenzzentrum für Ziel dieses Sonderpreises ist es, das nachhaltige Bauen im Sommer Unternehmertum zu fördern und 2014 fertiggestellt werden wird. auf vielversprechende GründunEin weiteres Gebäude als Semi- gen mit einem Beitrag zum Umnar- und Tagungszentrum wird welt- und Ressourcenschutz hinzu2014 ebenfalls auf dem Gelände weisen. errichtet. Mit beiden Bauvorhaben leisten die Bauherren einen Die GreenTec Awards … hohen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Als Plusener- … sind Europas größte Umweltgiegebäude produzieren sie mehr und Wirtschaftsauszeichnungen, Energie, als sie für den Betrieb be- die seit 2008 in mehreren Katenötigen. Die Baustoffwahl erfolgt gorien der Bereiche Umweltengaunter strengsten Kriterien an den gement und grüne UmwelttechnoProduktions-, Transport- und Ent- logien verliehen werden. Initiiert sorgungsenergieaufwand. von Vertretern verschiedener Disziplinen wie Ingenieuren, KomAus allen Kategorien (z. B. Auto- munikationswissenschaftlern, Bemobilität, Energie oder Recycling triebswirten und Mediengestaltern & Ressourcen) und Sonderpreisen und präsentiert von Galileo (Pro 7) (WWF, Start up oder Galileo Wis- und der Wirtschaftswoche Green senspreis) werden jeweils drei Be- werden bei der siebten Preisverleiwerber in die Endrunde berufen. hung im Mai 2014 Preise in neun Kategorien und fünf Sonderpreise Sonderpreis Start up: Wer darf vergeben.

„Nachhaltig denken, erfolgreich lenken“ Deloitte zeichnet norddeutsche Unternehmen mit dem „Axia-Award 2013“ aus Deloitte ehrte jüngst vier Mittel- „Die diesjährigen Teilnehmer am ständler aus der Region Nord mit Axia-Award belegen durch ihre dem „Axia-Award 2013“. Es wur- außergewöhnliche Kunden- und den die besten Unternehmen, die Mitarbeiternähe eine erfolgreieine nachhaltige Sicherung von che Nachhaltigkeitsstrategie. Ihre Mitarbeitern und Gesellschafter- starke Innovationsfähigkeit und strukturen, der Finanzierung und Markenpositionierung sind ihre des Markenimages gewährleisten Erfolgsrezepte und überzeugten können, mit dem Axia-Award von die Jury“, erklärte Peter Dietterle, Deloitte ausgezeichnet. Das Gruß- Partner Deloitte. wort sprach Frank Horch, Senator

als integralen Produktbestandteil sehen, ist diese in allen Bereichen, auch in der Gesellschafterstruktur, zukunftsfähig und nachhaltig etabliert. Preisträger: KIND Großburgwedel

Hörgeräte,

Die KIND Hörgeräte GmbH & Co. KG hat mit Hörgeräten und der da-

hier noch mitmischen? Der Sonderpreis wird für junge Unternehmen mit Technikbezug und Initiativen im Bereich Umweltoder Ressourcenschutz ausgelobt.

ANBINDUNG JADE-WESER-PORT:

Oldenburg. Die Deutsche Bahn einen Link von der Internetseite weist darauf hin, dass „die Einbeabsichtigt den Ausbau der Bahn- der Stadt Oldenburg erreichbar. wendung den geltend gemachten Belang und das Maß seiner Bestrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven zur Hinterlandan- Jeder, dessen Belange durch das einträchtigung erkennen lassen bindung des Jades-Weser-Ports. Vorhaben berührt werden, kann ge- muss“. Wichtig: Einwendungen Im Planfeststellungsverfahren mäß Verwaltungsverfahrensgesetz seien nach Ablauf der vorgenannzum Ausbau des Abschnittes 1 bis einschließlich 3. April 2014 bei ten Einwendungsfrist – also nach für Wirtschaft, Verkehr und Inno(Oldenburg-Rastede) wird das Ei- der Niedersächsischen Landesbe- dem 3. April – ausgeschlossen. vation der Freien und Hansestadt Hamburg. Rolf Eckrodt, Chairman senbahnbundesamt die Unterlagen hörde für Straßenbau und Verkehr, in Oldenburg öffentlich auslegen Dezernat 33 (Anhörungsbehörde), Der volle Text der Bekanntma- of the Advisory Board der Huawei lassen. Diese sind in der Zeit vom Göttinger Chaussee 76A, 30453 chung des Eisenbahnbundesamtes Technologies Deutschland GmbH, 21. Februar bis zum 20. März 2014 Hannover oder bei der Stadt Olden- steht ab sofort auf der Internetseite hielt den Gastvortrag. Die Preisim Amt für Verkehr und Straßen- burg, Technisches Rathaus, Amt für der Stadt zum Herunterladen als träger sind die Yacht-, Marine- und bau, Gebäude A, Zimmer 004, in Verkehr und Straßenbau, Industrie- PDF bereit. Unter www.oldenburg. Spezialschiffbauer Abeking & Rasder Industriestraße 1 einzusehen. straße 1, Eingang A Einwendungen de/bahn stehen zudem Informatio- mussen, die Bäckerei Junge, der Die Öffnungszeiten sind Montag gegen den Plan schriftlich oder zur nen über die politische Beschluss- Hörgerätespezialist KIND sowie bis Donnerstag von 8 bis 15.30 Niederschrift erheben. Ein Form- lage im Rat der Stadt Oldenburg der Facility-Management-DienstUhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. blatt für Einwendungen stellt die bereit sowie mehrere Gutachten leister Piepenbrock. Prof. Dr. Frank Zudem stellt das Eisenbahnbun- Stadt Oldenburg ab dem 21. Febru- zur Frage der Vorzugswürdigkeit Albe von der PFH-Private Hochdesamt die Unterlagen ab dem 21. ar auf ihrer Internetseite unter www. einer Umgehungstrasse auf Olden- schule Göttingen stellte die begleiFebruar (bis zum 20. März) auch oldenburg.de/bahn als PDF zum burger Stadtgebiet gegenüber dem tende Studie „Nachhaltig denken, im Internet unter evit-net.de/abs- Ausdrucken bereit. Rechtsberatung von der Bahn hier beabsichtigten erfolgreich lenken“ vor. Die Veranstaltung in Hamburg war die erste oldenburg-wilhelmshaven-pfa1 zur für das Verfassen von Einwendun- Ausbau der Bestandsstrecke. Preisverleihung des in drei RegioVerfügung. Die Internetadresse gen darf die Stadt Oldenburg nicht nen ausgelobten Axia-Awards. mit den Unterlagen ist auch über geben. Das Eisenbahnbundesamt WWW.WIRTSCHAFTSZEITUNG.INFO

Foto: Deloitte

Bund legt Bahnpläne für Oldenburg aus

Preisträger: Abeking & Rasmussen, Lemwerder Die Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft Aktiengesellschaft hat sich als Yacht-, Marine- und Spezialschiffbauer einen Namen gemacht. Die Herangehensweise und Stringenz bei Innovationen und die Einbindung von über 100 Jahren Schiffbautradition dienen bei A&R als Basis für nachhaltiges Wirtschaften. Das in einem weltbekannten Nischenmarkt tätige Familienunternehmen lebt von steter Innovationsbereitschaft und einem effizienten Kundenbeziehungsmanagement. Da die Kunden die Tradition ebenfalls

mit zusammenhängenden Dienstleistung eine Marke geschaffen, die in der Branche der Medizinprodukte eine hohe Reputation genießt. Der Hörgerätespezialist hat somit die Megatrends demografische Entwicklung, Gesundheit und gesellschaftliches Engagement in den Fokus seiner Kundenkommunikation gestellt. Die hohe Ausbildungsquote und eine sehr gute generationenübergreifende Führungsstruktur versprechen dem Unternehmen zusätzlich nachhaltigen Erfolg sowie optimale Wachstumsbedingungen.

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 9

SONDERTHEMA DER WIRTSCHAFTSZEITUNG

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Für Bremen und Umgebung — März 2014

Lebensraum Büro Ausstattung ∙ Organisation ∙ Gesundheit Durch die Verdrängung von Routinetätigkeiten durch „Wissensarbeit“ sind Unternehmen zunehmend auf die Kreativität ihrer Mitarbeiter angewiesen. Gleichzeitig gilt es, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaft zu erhalten. Für Arbeitgeber ergibt sich daraus die Aufgabe, die Kreativität ihrer Angestellten im Sinne des Unternehmens zu wecken. „Heute wissen wir, dass jeder Mitarbeiter kreativ sein kann, wenn das Unternehmen dies zulässt und fördert“, sagt Dr. Britta Herbig, Diplom-Psychologin am Klinikum der Technischen Universität München. Kreativität und Gesundheit miteinander zu verbinden, ist nach Überzeugung von Dr. Glaser, ebenfalls TU München deshalb so wichtig, „weil es ein grober Fehler wäre, die Wirkung zunehmender Kreativitätsanforderungen auf die Mitarbeitergesundheit nicht im Blick zu behalten. Was hilft es den Unternehmen, wenn Mitarbeiter über einen gewissen Zeitraum kreative Höchstleistungen erbringen, hierbei aber ihre Erholungsfähigkeit einbüßen und am langen Ende chronisch erkranken?“

Als besonders kreativitäts- und gleichzeitig gesundheitsförderlich haben sich eine große Anforderungsvielfalt und ein hohes Maß an zeitlicher, räumlicher und inhaltlicher Autonomie zu deren Bewältigung erwiesen. Positive Auswirkungen auf die Kreativität hat zudem das Bewusstsein, dass eigenverantwortlich-kreatives Handeln von Arbeitgeber und Vorgesetzten gewünscht wird. Hintergründe und Hinweise, wie diese Faktoren in die tägliche Arbeit integriert werden können, haben Dr. Glaser und Dr. Herbig in der jüngsten Fachschrift des buero-forum zusammengestellt. Die Empfehlungen erstrecken sich von organisatorischen Maßnahmen über Mittel der Personalförderung bis hin zur Gestaltung der Arbeitsumgebung. Letztere können die inhaltlichen Bemühungen, Arbeit kreativitätsund gesundheitsfördernd anzulegen, nachhaltig unterstützen – oder im Falle fehlender Abstimmung behindern.

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Risikofaktor Schreibtischjob? Es geht auch anders!

Aktion Gesunder Rücken e. V. empfiehlt Steh-Sitzdynamik und „lebendiges“ Sitzen Täglich acht oder mehr Stunden sitzend am Arbeitsplatz zu verbringen, ist für Millionen Arbeitnehmer nichts Ungewöhnliches. Daraus ergeben sich stolze 55.000 Stunden allein während des Berufslebens. Ein besorgniserregender Umstand, denn mögliche Folgen des Sitzmarathons sind Verspannungen im Schulterund Nackenbereich, Probleme mit der Lendenwirbelsäule oder sogar Berufsunfähigkeit. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. empfiehlt deshalb mehr StehSitzdynamik und „lebendiges“ Sitzen.

AGR zeichnet innovatives 3DSitz-Konzept mit Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ aus

digenden Körperhaltungen. Diesem Thema hat sich jetzt der Ergonomiespezialist officeplus aus dem schwäbischen Rottweil angenommen. Herausgekommen ist dabei ein wahres Multitalent in Punkto Ergonomie und Funktionalität: das mobile Stehpult rolls.

Das Sedus Bürostuhl-Modell „swing up“ eröffnet seinen Nutzern völlig neue Bewegungsoptionen, vor allem im Hüftbereich. Durch die kontrollierte seitliche Das neue multifunktionale mobile Flexibilität der Sitzschale besteht Stehpult rolls richtet sich speziell die Möglichkeit, das Becken auch an Nutzer, die gerne mobil arbeizur Seite zu neigen. Der zusätzli- ten, technisch uptodate sind und che Bewegungsfreiraum der Hüfte auf aktuelles modernes Design aktiviert deutlich mehr Muskeln Wert legen. Ein Highlight ist die und Gelenke als das herkömmli- funktionale Ausstattung für Nutzer che Sitzen. Zudem erhöht sich die von Tablet-PC, Smartphone und Frequenz kleiner Haltungswechsel Notebook. So lässt sich beispielswährend der Arbeitszeit, wodurch weise in der stufenlos neigbaren sich gleichzeitig auch die Zirkula- Arbeitsplatte ein iPad (ab Version tion des Blutkreislaufes verbessert. 2) integrieren. Ein im Tischgestell Das wiederum aktiviert die Hirn- verbauter Akku mit entsprechenIm Büroalltag setzt sich - langsam tätigkeit und wirkt sich positiv auf den Geräteanschlüssen und ausaber sicher - ein besseres Bewusst- die Entfaltung der kognitiven Fä- ziehbarem Netzkabel sorgt dabei sein für eine ausgewogene Steh- higkeiten aus. für langanhaltende UnabhängigSitzdynamik durch. Die AGR rät keit von der Steckdose. Vielsitzern, sich möglichst den Schluss mit „Handynacken“ „Idealvorstellungen“ der ArbeitsZusätzlich gibt es eine Haltevormedizin anzunähern. Diese emp- und Rückenschmerzen richtung für Tablet-PCs und Smartfiehlt 50 Prozent Sitzen, 25 Prozent phones. Der Clou dabei: Dank der Die Nutzung der inzwischen weit Stehen und 25 Prozent Gehen - naverbreiteten Technologien von stufenlosen Höheneinstellung des türlich im Wechsel. Smartphone und Tablet-PC geht rolls lassen sich die Geräte in die häufig einher mit gesundheitsschä- passende Position bringen, um

dem berüchtigten „Handynacken“ sche ergonomische Ansätze vielvorzubeugen. Denn beim Lesen fach keine oder nur ungeeignete von Emails auf mobilen Endgerä- Lösungen. Die Zeit war also reif ten kann die lang anhaltende und für die Neuerfindung des Sitzens stark nach unten geneigte Kopfhal- – abseits von Normen und Konventung zu Verspannungen, Fehlhal- tionen und mit einem Ziel: mehr tungen und daraus resultierenden Bewegung in den Büroalltag zu Nackenschmerzen führen. Das bringen. Das revolutionäre Konrolls verhindert das erfolgreich. zept von Josef Glöckl: die 3D-ErDaneben bietet das neue rolls alle gonomie für Sitzmöbel. Nach den bekannten Vorteile der bewährten Aktiv-Sitzen swopper und swoppsmobilen rolls Stehpulte von office- ter und dem Vario-Stehsitz muplus. Es fördert das von der moder- vman setzt nun der neue Activenen Medizin empfohlene Arbeiten Office-Chair 3Dee neue Maßstäbe im Stehen, wodurch die Belastung für Dynamik, Gesundheit und von Bandscheiben und Rücken Lebensqualität im Büro. Er vererheblich gemindert werden. Hin- eint aktiv-dynamisches Sitzen mit zu kommt die hochwertige Verar- ergonomisch optimierter Entspanbeitung mit stufenlos in der Höhe nung. Die patentierte swopper(93 - 139 cm) und Neigung (0 - 70 Technologie® fordert und fördert Grad) verstellbarer Arbeitsplatte, natürliche Bewegungen in drei integrierten Dokumenthalterungen Dimensionen. Sie macht Beweund einer den Rücken entlastenden gungen zur Seite, nach vorne und Fußstütze. Das rolls Stehpult ist im hinten und auch vertikales Schwinwahrsten Sinne des Wortes multi- gen möglich. Die komfortable, erfunktional. gonomisch geformte Lehne gibt Halt, wenn man bewusst entspanAktiv Sitzen ohne Kompromis- nen möchte, schränkt aber die Bewegungsfreiheit nie ein. se – auf dem neuen 3Dee Herkömmliche Möbel bieten, durch oftmals überholte und fal-

Gipfeltreffen Konferenz - spätestens im Meeting bzw. einer Konferenz, auf der Stunde für Stunde Strategien diskutiert werden, gibt es in der Regel gar keinen Bewegungsspielraum mehr. Bereits nach 20 Minuten lässt die Aufnahmefähigkeit der Anwesenden deutlich nach. Doch damit ist jetzt Schluss der mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnete Konferenztisch „attention high conference“ von Sedus ermöglicht es, auf Knopfdruck Besprechungen im Stehen abzuhalten. Das fördert nicht nur die Konzentrationsfähigkeit, sondern auch die Kreativität.

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Big Data als Turbo für Ihr Unternehmen

Die meisten Firmen verfügen über mannigfaltige Informationen, welche zumeist ungenutzt auf den Unternehmensservern schlummern spiel die Kundenbewegungen im Kundentyp an welchen Tagen Shop ausgewertet werden, woraus und zu welcher Uhrzeit bevorzugt sich wiederum Produktplatzierun- die Geschäftsräume aufsucht und gen perfektionieren lassen. The- welche Abschlüsse tätigt. Demoretisch können Kameras auch entsprechend kann das ohnehin in erfassen, ob der Kunde alleine im der Regel in Gleitzeit arbeitende Geschäft ist oder zu welcher Ta- Fachpersonal besser auf die Filigeszeit vielleicht eher die Mutter alen und Arbeitszeiten eingeplant mit Kind einkauft. Zielgruppenge- werden. nau kann nun Werbung über Lautsprecher oder Displays am POS Auch die Auswertung von Socialeingespielt werden. Media Kanälen kann weitaus mehr Relevanz, als reine Marketingas„Big Data ist die Kunst, Informationen miteinander zu ver- Vielfältige Einsatzmöglichkeiten pekte haben. Über die Überwachung von Keywords lässt sich knüpfen und finanziell nutzbar Auch ist über die Auswertung von recht schnell auch ein Fehler in zu machen.“ Kundendaten eine viel gezieltere der Produktion eines Produktes Personalplanung möglich. Banken feststellen, wenn sich Käufer zum Im Einzelhandel können über die können über die CRM Systeme Beispiel via Twitter über mangelnÜberwachungskameras zum Bei- ganz genau feststellen, welcher de Qualität beschweren. Wo der

Hersteller früher von Problemen vielleicht erst Wochen nach dem Start eines Produktes, über Retouren aus der Handelskette erfahren hat, kann nun schneller reagiert und ggf. die Produktion gestoppt und korrigiert werden. Die jüngste Automobilgenerationen werden für den in den USA obligatorischen Notruf mit SimKarten ausgerüstet. Hierüber können die Automobilunternehmen zusätzlich die Telemetriedaten der Fahrzeuge abrufen. Wie im voran genannten Fall, kann der Hersteller nun über die gesammelten Daten aller Fahrzeuge Unregelmäßigkeiten vorab erkennen und Fahrzeuge in die Werkstatt rufen, bevor ein Schaden eintritt und eventuell noch

weitere Bauteile in Mitleidenschaft gezogen werden.

Fazit: Die Möglichkeiten sprengen alle klassischen Datenerhebungen aus Marktanalysen oder „repräsentativen“ Umfragen.

„repräsentativen“ Umfragen, denn oftmals ergeben sich nun die wirklich spannenden Fragen erst bei der Sichtung und Auswertung der bereits vorhandenen aber bislang ungenutzten Daten.

Diese kleinen Beispiele zeigen die vielfältige Einsetzbarkeit von Big Data Analysen. Durch den Einsatz von Technologien wie RFID, GPS, Kameras oder InternetSuchmaschinen, lassen sich beliebig viele Informationen abfragen und verwerten. Die Möglichkeiten sprengen alle klassischen Datenerhebungen aus Marktanalysen oder

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Mit dem Begriff Big Data umschreibt man im Großen und Ganzen die Kunst, die Informationen miteinander zu verknüpfen und finanziell nutzbar zu machen. Die Quellen können hierbei so unterschiedlich sein, wie die Unternehmungen selbst. Theoretisch kann so ziemlich alles ausgewertet werden, was sich elektronisch erfassen lässt.

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Es geht mehr um den Arbeitsplatz, wie ihn die meisten Mitarbeiter jeden Morgen vorfinden – bestehend aus einem Stuhl, einem Tisch, einem Telefon und einem Computer. Dieses „klassische“ Modell wird immer öfter der Vergangenheit angehören – zumindest wenn man eine richtige BYOD-Strategie entwickelt und umsetzt. Und genau das machen immer mehr Unternehmen. Wichtig dabei vor allem: bring Your Own Device – heißt viel mehr, als dem Arbeitnehmer über sein Handy einen Zugang zu E-Mails

und Firmennetzwerk zu garantieren. BYOD, richtig verstanden, geht deutlich weiter. File-Sharing oder Collaboration-Lösungen und auch Optionen wie „Bring Your Own Cloud“ oder „Bring Your Own Software“ zählen zum Beispiel auch dazu. In so einem Spektrum wird sich die Produktivität Ihrer Mitarbeiter dann signifikant steigern. Die größte Hürde, die Sie dabei überwinden müssen? Das Thema Sicherheit. Klare ComplianceRegeln müssen definiert werden, die richtigen Authentisierungs-

Lösungen müssen gefunden werden, die Devices müssen in das IT-Service-Management integriert werden und auch die Entwicklung eigener Apps für die Einbindung firmenrelevanter Inhalte kann ein Thema sein. Viel Aufwand – aber noch viel mehr Nutzen. Angestellte, die BYOD nutzen, arbeiten im Durchschnitt neun Stunden mehr pro Woche. So führen Sie für Ihr Unternehmen fast nebenbei eine hoch profitable 6-Tage-Woche ein, um die Sie die Konkurrenz beneiden wird.

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Wohlbefinden und Gesundheit der Mitarbeiter sind ausschlaggebende Faktoren für ein gutes Büroklima

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist das aktuelle Thema in Unternehmen Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse, um Arbeit, Organisation und Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Sie sollen den Beschäftigten und dem Unternehmen gleichermaßen zugutekommen. Betriebliche Gesundheitsförderung im 21. Jahrhundert setzt auf die Verknüpfung von gesundheitsfördernden Angeboten, Rahmenbedingungen und Prozesse im Betrieb. Es ist im Gegensatz zu Einzelmaßnahmen der Gesundheitsförderung langfristig angelegt, bekommt damit eine strategische Bedeutung und ist fest im Unternehmensmanagement verankert (Prozesshaftigkeit). Maßgeblich wichtig ist jedoch, dass Führungskräfte und Mitarbeiter gemeinsam die Ziele des Gesundheitsmanagements verfolgen.

eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements in mittelständischen Unternehmen sollte deshalb idealerweise unter höchstmöglicher Einbeziehung aller Mitarbeiter/-innen und ihrer Interessenvertreter/-innen geschehen (dazu gehören auch die Führungskräfte). Aber häufig wird gerade den körpereinsatzintensiven Branchen eine kurzfristige Planung und Strategieentwicklung auferlegt. Oft hört man dann Aussagen wie: „BGM ist so ein komplexes Feld, wir wissen nicht, wo wir ansetzen sollen und können die Wirkungen nicht einschätzen!“, „Wie sollen wir denn unsere Mitarbeiter mit einbeziehen?“ Das Fazit: „Diese zeitlichen und personellen Ressourcen können wir gar nicht aufbringen.“

externen „Leidensdruck“ und entsprechend höherem Ressourceneinsatz angegangen – gerade in den Branchen, wo ein erhöhter Bedarf an gesundheitsfördernden Maßnahmen gegeben ist. Detlef Kahrs, Inhaber des Bremer Unternehmens WissensbilanzNord, ist Experte in Sachen BGM. Sein innovatives Verfahren der Wissensbilanz hat er speziell auf das Thema BGM ausgerichtet und erhielt für die BGM-Wissensbilanz im Jahr 2013 den InnovationspreisIT mit dem Zertifikat „Best of Human Resources“.

Kahrs erklärt das Verfahren wie folgt: „Die BGM-Wissensbilanz eignet sich überwiegend für kurzfristig priorisierende Unternehmen ab. Eine leichte, zeit- und ressourJeder weiß, dass Prävention res- censparende Einbeziehung und sourcenschonender und mittelfristig Priorisierung kann innerhalb von insgesamt günstiger ist als „Repara- nur drei bis acht Wochen über die tur“. Trotzdem sinkt für das Thema innovative BGM-WissensbilanzBGM in solchen Fällen deutlich in Methodik erreicht werden, denn einer kurzfristig agierenden inter- sie wirkt methodisch auf mehreren Unternehmens-Ebenen gleichzeitig Nur so kann sich nachhaltig der nen Priorität. und bezieht die Menschen im Ungewünschte Gesundheitserfolg einEs wird deshalb oft gar nicht oder ternehmen mit ein.“ stellen.Interaktiv Eine effiziente ganzheiteinführen und etablieren: BGM-Wissensbilanz liche Einrichtung und Steuerung erst unter höchstem internen oder

Betriebliches Gesundheitsmanagement

1. Status-Quo-Analyse: Über die BGM-Wissensbilanz-App wird interaktiv der Status aller schon gegebenen Aktivitäten in den klassischen BGM-Feldern ermittelt. 2. Mitarbeiterbeteiligung: Über die BGM-Wissensbilanz- App können die dazugehörigen jeweiligen Meinungen, Erfahrungen und Wünsche der Mitarbeiter/-innen des Unternehmens effizient eingeholt werden. 3. BGM-Wissen: Über die BGMWissensbilanz-App können allen Beteiligten die wesentlichen BGM-Inhalte ihres Unternehmens ressourcenschonend vermittelt werden. 4. BGM-Analyse/ BGM-Prioritäten: Die in den drei bis fünf parallel laufenden moderierten BGM-Workshops eingesetzte BGM-Wissensbilanz-Software zeigt durch eine vernetzend-gewichtende Sensitivitäts-Analyse die wesentlichen Priorisierungsfelder des BGMs für das Unternehmen auf, zusätzlich wird ein effektiver Wissenstransfer der Methodik ins Unternehmen vorgenommen („Beraterunabhängigkeit“)

5. Maßnahme-Entwicklung: Eine moderierte Visualisierung über die Wissensbilanz-Software unterstützt in den dei bis fünf parallel laufenden moderierten BGMWissensbilanz-Workshops bei der zielgerichteten Maßnahmefindung und Entwicklung für die priorisierten BGM-Entwicklungs-Felder. 6. BGM-Controlling: Die Wissensbilanz-Software unterstützt ein Controlling und die Dokumentation des gesamten BGM-Prozesses über die Lizenz- und kostenfrei überlassene Wissensbilanz-Software. Ein selbstentwickeltes und damit sehr wirksames, praxisgerechtes und intern/extern akzeptiertes BGM kann mit ihr innerhalb von ca. drei bis acht Wochen zielgerichtet unter höchstem Konsens aller Interessenparteien eingeführt und etabliert werden.

tistisch gesehen rund 1.200 Euro. Die zwar rückläufige Zahl der Krankheitstage in Deutschland verdeckt zusätzlich aber einen unerkannten Trend, der sogenannte „Präsentismus“: Der Mitarbeiter kommt krank zu Arbeit, seine Rehabilitationszeiten im Krankheitsfall werden dadurch immer länger. Durchschnittlich entstehen dem Arbeitgeber so ca. 2.400,00 Euro Extrakosten pro Jahr, so eine Studie der Felix-Burda-Stiftung aus 2012. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement trägt aktiv dazu bei, dass mindestens der „Präsentismus“ unter anderem durch ein besseres Büroklima verringert werden kann.

Wer glaubt, Gesundheitsmanagement verursache mittel- bis langfristig hohe Kosten, sollte folgendes wissen: im Jahr kostet der krankheitsbedingte Ausfall eines Mitarbeiters den Arbeitgeber sta-

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 13

DEUTSCHLAND •

STAR CRUISES ordert weiteres Kreuzfahrtschiff MEYER WERFT liefert Schiff nach Asien im Herbst 2017 Papenburg. Star Cruises, der führende Kreuzfahrtanbieter in Asien, hat die MEYER WERFT in Deutschland mit dem Bau eines weiteren Kreuzfahrtschiffes beauftragt. Damit hat die Reederei nun zwei Schiffe bei der MEYER WERFT in Auftrag und wird ihre Flotte bis Ende 2017 auf acht Schiffe vergrößern. Der Auftrag steht noch unter einem Finanzierungsvorbehalt.

um ein Schwesterschiff des bereits Durch diesen Auftrag wächst das im Oktober bestellten Schiffstyps. Auftragsbuch der Werft auf sieDie großzügige Innenarchitektur ben Kreuzfahrtschiffe, die bis zum der Schiffe, die Vielzahl von Re- Herbst 2017 abgeliefert werden. staurants und Casinos, das beson- Die Geschäftsführung und die Bedere Design der Kabinen sowie legschaft freuen sich sehr darüber, das umfangreiche Unterhaltungs- dieses Schiff für Star Cruises in angebot an Bord sind auf den asi- Papenburg bauen zu können um daatischen Markt ausgerichtet. Mit mit die Beschäftigung auf der Werft einer Höchstgeschwindigkeit von und bei ihren Partnerfirmen lang24 Knoten wird das neue Schiff fristig sichern zu können. viele aufregende Ziele im asiatiDas ca. 150.000-BRZ-große Kreuz- schen Raum anlaufen. Als Trend- Etwa 3.100 Mitarbeiter der MEYfahrtschiff mit der Baunummer S. setter galten seinerzeit bereits die ER WERFT sowie ca. weitere 712 hat eine Länge von 330 Metern ersten Schiffe für Star Cruises, die 20.000 Mitarbeiter von Zulieferern und wird 3.300 Passagieren in 1680 Superstar Leo und Superstar Virgo, und Partnerunternehmen in Europa Kabinen Platz bieten. Die Abliefe- die 1998/1999 von der MEYER werden an diesem spannenden Projekt mitarbeiten. rung ist für den Herbst 2017 geplant. WERFT geliefert wurden. Es handelt sich bei diesem Auftrag Tan Sri Lim (CEO Star Cruises) und Bernard Meyer (Geschäftsführer MEYER WERFT GmbH) Foto: Meyer Werft

IHK Nord fordert Stärkung von innovativen Unternehmen Auftaktveranstaltung der IHK Nord-Tour 2014 in Lüneburg

Auf der Auftaktveranstaltung der IHK Nord-Tour 2014 haben heute in der IHK Lüneburg Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über Innovationen in Norddeutschland diskutiert. Unter dem Titel „Innovationen - Norddeutschlands Weg in die Zukunft“ standen dabei Innovationsfaktoren und Rahmenbedingen für Unternehmen im Fokus der Veranstaltung. „Mit seiner breit aufgestellten wissenschaftlichen Forschung und einer Vielzahl außeruniversitärer Forschungseinrichtungen verfügt der Norden über ein starkes Innovationspotenzial. Auch die Branchennetzwerke mit ihren vielen mittelständischen Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette bündeln die norddeutschen Kompetenzen“, unterstreicht Olaf Kahle, Vorsitzender der IHK Nord und Präsident der IHK LüneburgWolfsburg die starke Stellung Norddeutschlands. In den Unternehmen steigt jedoch der Druck auf die Innovationsfä-

higkeit, denn Produktlebenszyk- Wissens in die Wirtschaft können im Rahmen des Jahresthemas 2014 Wirtschaft vorgestellt. Im Mittellen werden immer kürzer. Damit marktfähige innovative Produkte, der IHK-Organisation „Deutsch- punkt stehen Veranstaltungen zu Unternehmen auch zukünftig die Verfahren und Dienstleistungen ge- land im Wettbewerb. Gutes si- innovativen Energiekonzepten, InHerausforderungen hierzulande schaffen werden. Hier gilt es, den chern - Neues wagen“ eine IHK novationsmanagement und innovameistern können, müssen die Wei- norddeutschen Wissenstransfer Nord-Tour mit verschiedenen tiven Technologien. chen so gestellt werden, dass eine weiter voranzutreiben und bessere Schwerpunktveranstaltungen in Die IHK Nord ist ein Zusammenwettbewerbsfähige Position gehal- Rahmenbedingungen für Koope- allen fünf norddeutschen Bundes- schluss 13 norddeutscher Industen und auch langfristig gesichert rationen zwischen Wirtschaft und ländern durch. Im Rahmen dieser trie- und Handelskammern aus Wissenschaft zu schaffen, um die Veranstaltungsreihe werden zu- Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Innovationslandschaft in Nord- kunftsweisende Unternehmen und Mecklenburg-Vorpommern und deutschland nachhaltig zu stär- Konzepte aus der norddeutschen Schleswig-Holstein. Sie vertreten ken.“ Im Verlauf der Veranstaltung unterstrichen die Referenten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, darunter Daniela Behrens, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Sven Gábor Jánszky, Trendforscher und Direktor des 2b AHEAD ThinkTanks, die Bedeutung von Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit und diskutierten verschiedene Ausgabe 1 Frühjahr 2014 werden kann. „Allein durch gute Strategien in Unternehmen. 8. Jahrgang 3,50 € Forschung entstehen noch kei- Die IHK Nord, ein Zusammenne Innovationen“, so Kahle wei- schluss 13 norddeutscher Industter. „Erst durch den Transfer des rie- und Handelskammern, führt

knapp 700.000 Unternehmen in Norddeutschland und stützen sich auf rund 20.000 ehrenamtlich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer. Arbeitsschwerpunkte sind die Hafenwirtschaft, die maritime Technologie, die Verkehrsinfrastruktur, die Tourismuswirtschaft und die Industrie.

www.ihk-nord.de

TELEKOMMUNIKATION:

Bundesnetzagentur verhängt Bußgelder wegen Verstößen beim Anbieterwechsel Die Bundesnetzagentur hat gegen Insgesamt entfallen auf die vier be- bieterwechsel zu erreichen. Die drei große Telekommunikations- troffenen Anbieter rund 70 Prozent Bundesnetzagentur begleitet und anbieter Bußgelder in Höhe von des Beschwerdeaufkommens zum unterstützt nachdrücklich die von insgesamt 225.000 Euro verhängt. Anbieterwechsel.“ den Anbietern und Fachverbänden Die Unternehmen hatten gegen Die gesetzlich vorgesehene Buß- hierzu angestoßenen Initiativen. ihre Pflichten beim Anbieterwech- geldobergrenze bei Verstößen „Wir setzen uns weiterhin für jesel verstoßen. gegen die Regelungen zum An- den einzelnen Verbraucher ein, bei „Endkunden sollen vor langwieri- bieterwechsel im Telekommu- dem es beim Anbieterwechsel zu gen Ausfällen beim Anbieterwech- nikationsmarkt liegt bei jeweils einer Versorgungsunterbrechung sel geschützt werden. Die Un- 100.000 Euro. Zugunsten der be- gekommen ist. Dies ist allein im terbrechung darf nicht länger als troffenen Anbieter wurde berück- Jahr 2013 in rund 4.500 Fällen einen Kalendertag andauern. Der sichtigt, dass sich diese aktiv an der geschehen. Verbraucher können Gesetzgeber nimmt dabei nicht nur branchenübergreifenden Erarbei- sich hierfür an eine gesondert den neuen, sondern auch den alten tung und Einführung automatisier- zum Anbieterwechsel geschaffene Anbieter in die Pflicht, alle Vorkeh- ter Schnittstellen zur langfristigen Beschwerdestelle bei der Bundesrungen für einen weitestgehend Verbesserung des Wechselprozes- netzagentur wenden. Wir gehen unterbrechungsfreien Wechsel zu ses beteiligen, die allerdings bisher dann gezielt auf die im Einzelfall treffen“, erläuterte Jochen Hom- noch nicht erfolgreich abgeschlos- betroffenen Unternehmen zu, um ann, Präsident der Bundesnetz- sen sind. Daher wurde gegenüber einen zügigen und erfolgreichen agentur. jedem Anbieter nur ein Bußgeld in Abschluss des Anbieterwechsels „Die drei Anbieter haben wieder- Höhe von 75.000 Euro festgesetzt. zu erreichen“, sagte Homann. holt ihre gesetzlichen Pflichten Effiziente Wechselprozesse sind Die Geldbußen sind noch nicht beim Anbieterwechsel verletzt. entscheidend für den Wettbewerb rechtskräftig. Gegen die Bescheide Verbraucher waren so längeren Ver- im Telekommunikationsmarkt. kann Einspruch eingelegt werden, sorgungsunterbrechungen und den Die aktuellen Beschwerdezahlen über den das Amtsgericht Bonn damit verbundenen Belastungen zeigen, dass die gesamte Bran- entscheidet. ausgesetzt. Dies ist ein Zustand, che noch erhöhte Anstrengungen den wir nicht akzeptieren“, be- unternehmen muss, um mit autonte Homann. „Wir haben gegen tomatisierten und standardisiereinen weiteren großen deutschen ten Abstimmungsprozessen eine Anbieter ein Verfahren eingeleitet. geringere Fehlerquote beim An-

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14 | Wirtschaftszeitung März 2014

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• INTERNATIONAL

SCHNELL, VIEL UND PLANVOLL:

CHINA SETZT AUF INFRASTRUKTURAUSBAU ZUR KONJUNKTURBELEBUNG

Gute Voraussetzungen für Logistik geschaffen / Nationalpläne sorgen für koordinierten Infrastrukturausbau / Deutschland kann von China lernen China investiert immense Summen in den Ausbau seiner Infrastruktur. Mit der gezielten Förderung der Transport- und Verkehrswege soll das zuletzt schwächelnde Wirtschaftswachstum des Landes wieder angekurbelt werden. Allein 2013 wurden über 14 Milliarden Euro bereitgestellt, um das Verkehrswegenetz aus Straßen, Schienen, Wasserwegen und Flughäfen auszubauen. Neben dem Investitionsverhalten beeindrucken auch die strategische Planung und das Tempo, mit dem die Vielzahl der Projekte umgesetzt wird.

Projektrealisierung in Rekord- gleiter BWL-Spedition, Transport Regierung 230 Milliarden Euro al- Infrastruktur noch Aufholbedarf: Wunsch nach einer privilegierten und Logistik an der Dualen Hoch- lein in das Straßennetz investieren. „In China mangelt es nicht an In- Partnerschaft in der Logistik, die zeiten Beleg dafür ist beispielsweise der Bau der weltweit längsten Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke. Die 1.318 Kilometer lange Trasse verbindet die beiden Wirtschaftszentren Peking und Shanghai und wurde nach einer Rekordbauzeit von drei Jahren im November 2010 eröffnet. Parallel dazu wurden 24 neue Großbahnhöfe errichtet.

schule Baden-Württemberg in Lör- Auch die Grundlage der Eisen- vestitionen für den Aus- und Neurach. So mussten beispielsweise bahnpolitik und des Ausbaus bau der Infrastruktur“, erläutert bei der Hochgeschwindigkeits- der Wasserstraßen ist ein eige- Mike Hofmann, General Manager strecke Peking-Schanghai tausen- ner Plan. Der seit 2004 gültige der Außenhandelskammer in Pede Menschen zwangsumgesiedelt „Mittel- und langfristige Plan für king und stellvertretender Sprecher werden. die Entwicklung des wichtigsten des BVL-Chapters Peking. „Das Langstreckenverkehrsmittels Chi- Land steckt mehr Geld in seine Klare Linie durch planvolles nas bis 2020“ sieht unter anderem Transport- und Verkehrswege als vor, das Schienennetz des Landes die Staaten Südostasiens, so dass Vorgehen auf 120.000 Kilometer auszubau- die Infrastruktur in China meisIm Gegensatz zu anderen BRIC- en und für die Hauptstrecken das tens besser ausgebaut ist als in Staaten verfolgt China beim Aus- Fracht- und Passagiernetz zu tren- den anderen Staaten dieser Region. bau seiner Infrastruktur eine klare nen. Um die Transportkapazitäten Die Entwicklung der Infrastruktur Strategie. Für die Erweiterung auf dem Wasser zu erhöhen, sind kann aber nicht mit dem hohen des Straßennetzes entwickelte der Bau neuer Häfen und der Aus- Wachstumstempo der Wirtschaft das Transportministerium einen bau von Wasserwegen für Schiffe mithalten. Vor diesem Hintergrund eigenen Nationalplan. Unter der über 1.000 Tonnen auf insgesamt besteht praktisch bei allen Transportwegen Ausbaubedarf.“ Formel 7-9-18 sieht dieser unter 19.000 Kilometer vorgesehen.

Das Tempo der Planung und Planfeststellung sowie die extrem kurzen Bauzeiten bei Infrastrukturprojekten in China sind beeindruckend. „Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass mit den betroffenen Bürgern oft sehr rüde anderem den Bau von sieben von umgegangen wird“, erinnert Pro- Peking ausgehenden Hauptautofessor Armin Schwolgin, stellver- bahnen sowie neun Nord-Süd-Vertretender Sprecher der BVL-Regi- bindungen vor, die von 18 weiteren onalgruppe Südbaden/Oberrhein. Autobahnen mit Ost-West-AusHonorarprofessor an der Beijing richtung durchkreuzt werden. Bis Wuzi University und Studiengan- zum Jahr 2035 will die chinesische

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Infrastrukturausbau hält nicht mit Wirtschaftswachstum schritt Trotz des durchdachten Vorgehens und der großen Erfolge hat Chinas

der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang bei seinem Antrittsbesuch in Deutschland anregte. Sogar von einem deutsch-chinesischem Traumpaar war die Rede. „Deutsches Wissen ist in China extrem gefragt. Man weiß, dass das Land im weltweiten Logistik-Ranking Spitzenpositionen einnimmt. Und in China schaut man gerne, wer der Beste ist und was man von ihm lernen kann“, weiß Professor Michael Schüller von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Hochschule Osnabrück und der Hefei University.

Know-how-Transfer nach beiden Seiten Dabei ist der Bedarf an deutschem Logistik-Know-how in China groß. Deutlich wird dies an dem

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 15

FINANZEN •

ERFOLGREICHES FÖRDERJAHR 2013

Fördervolumen mit 72,5 Mrd. EUR weiter auf hohem Niveau Die KfW Bankengruppe hat im Jahr 2013 wie in den Vorjahren eine hohe Nachfrage nach ihren Finanzierungsprodukten verzeichnet und Förderzusagen in einem Gesamtvolumen von 72,5 Mrd. EUR erteilt (2012: 73,4 Mrd. EUR). Dabei bildeten die Förderung des Mittelstands sowie der Klima- und Umweltschutz, insbesondere die Unterstützung der Bundesregierung bei der Umsetzung der Ziele der Energiewende, weiterhin Schwerpunkte.

Zusagevolumen 27,8 Mrd. EUR (2012: 29,2 Mrd. EUR). Die damit verbundene konzernweite Umweltquote von 38 Prozent (Vorjahr 40 Prozent) liegt im Zielbereich. Besonders erfreulich entwickelte sich ferner die kommunale Infrastrukturfinanzierung mit einem deutlichen Plus von 22 Prozent. Das ausländische Geschäftsvolumen ist mit 20,5 Mrd. EUR um 4 Prozent gestiegen (2012: 19,7 Mrd. EUR). Zu diesem Wachstum haben das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank sowie die Tochtergesellschaft DEG beigetragen.

Foto: KFW

Bei den mittelstandsorientierten Finanzierungsangeboten waren die Programme zur Verbesserung „Das Jahr 2013 war ein erfolgreider betrieblichen Energieeffizienz, ches Förderjahr. Die weiterhin die Gründungs- und Innovations- hohe Nachfrage nach unseren Fiprogramme sowie die allgemeine nanzierungen zeigt, dass unsere langfristige Investitionsfinanzie- Programme in hohem Maße den rung besonders stark nachgefragt. aktuellen Bedürfnissen von UnÜber den Jahresverlauf hinweg ist ternehmen, Kommunen und Pridie Kreditnachfrage von Unterneh- vatkunden entsprechen. Das Jahr men allerdings zurückgegangen, 2013 zeigt aber auch, dass sich was sich auch auf die Nachfrage die Nachfrage an das jeweilige nach gewerblichen Förderkrediten Finanz- und Wirtschaftsumfeld anausgewirkt hat. Insgesamt liegen passt und die KfW ihre subsidiäre die Zusagen an Gründer und mit- Rolle wahrnimmt“, sagt Dr. Ulrich telständische Unternehmen mit Schröder, Vorstandsvorsitzender 22,6 Mrd. EUR daher etwas unter der KfW. dem Vorjahresvolumen von 24,1 Mrd. EUR. Die Mittelstandsquote Um auch künftig der hohen Nachin der inländischen Förderung be- frage nach langfristigen Krediten trägt 47 Prozent. In der konzern- unter veränderten Kundenbedürfweiten Klima- und Umweltschutz- nissen und erhöhten regulatorifinanzierung beträgt das gesamte schen Anforderungen nachkom-

men zu können, hat die KfW im Jahr 2013 ihren Modernisierungskurs konsequent fortgesetzt und dabei wesentliche Meilensteine erreicht. So wurden im Rahmen der Digitalisierung des Fördergeschäfts (Bankdurchleitung Online 2.0) mit zwölf Partnerinstituten Kooperationsverträge geschlossen. Die Möglichkeit für Kunden, direkt von der KfW-Homepage „Online-Beratungsanfragen“ an die Partnerinstitute zu stellen, wurde im September eingeführt. Durch eine reichweitenstarke TV-Kampagne zum Förderangebot für Energieeffizientes Bauen und Sanieren sowie für Gründung hat die KfW den Informationsstand und die Bekanntheit der Produkte bei den Kunden deutlich steigern können. „Mit ihrem Modernisierungskurs sichert die KfW die Zukunftsfähigkeit ihres Förderauftrages bei sich wandelnden Rahmenbedingungen. So können wir auch künftig unsere Rolle als professionelle Förderbank erfolgreich ausfüllen. Dabei bleiben das Durchleitungsprinzip und die Orientierung an den Bedürfnissen unserer Kunden weiterhin die Grundlage unseres Handelns“, sagt Dr. Schröder.

BANKCHEFS DEUTLICH ZUVERSICHTLICHER

Global CEO Survey 2014: Optimismus der Entscheider in den Finanzinstituten erstmals seit drei Jahren spürbar gestiegen

Ausgerechnet die Vorstandschefs von Banken verströmen inzwischen wieder die größte Zuversicht. Wie der Global CEO Survey 2014 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergeben hat, rechnen 56 Prozent der weltweit befragten Bankchefs mit einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft in den nächsten zwölf Monaten. Das sind fast dreimal so viele wie im Vorjahr (19 Prozent). „Der Finanzkrise zum Trotz sind die Bankchefs inzwischen sogar messbar optimistischer als die Entscheider anderer Branchen“, sagt Markus Burghardt, Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Financial Services. Im Bereich Asset Management rechnen etwas mehr als die Hälfte der CEO‘s mit einer Erholung, bei den Versicherungen sind es 45 Prozent.

Stellenaufbau/ Zögerlich bei Investitionen

Gefahr für das Geschäft, mehr als in jeder anderen Branche.

Der messbare Optimismus der Asset Manager sehen großen Bankchefs drückt sich dabei auch Einstellungsbedarf in deren Plänen aus: Tatsächlich wollen mehr als die Hälfte der Be- Im Vergleich zu Versicherern und fragten in den kommenden zwölf Banken in der Anteil der befragMonaten mehr Mitarbeiter ein- ten CEO‘s von Asset Managern, stellen; die meisten wollen ihre die konkrete Investitionen planen, Stellenzahl sogar um mehr als deutlich größer. Nachdem diese fünf Prozent erhöhen. Zugleich im vergangenen Jahr noch eisern sind sie aber zurückhaltend bei gespart hatten, wollen fast 60 Proweiteren Investitionen: Zwar ge- zent der Befragten in den nächsten hen nur fast 40 Prozent davon aus, 12 Monaten weitere Mitarbeiter dass ihr Vertrieb, ihre Personalab- einstellen und in neue Technologie teilung, die Kundenbeziehungen investieren. Die Asset Manager gesowie die Innovationsbereitschaft hören damit zu den drei Branchen der Bank gut vorbereitet sind für mit dem größten Einstellungsdiesen Aufschwung. Aber: Weni- bedarf. Gut 40 Prozent wollen ger als 40 Prozent haben bereits auch durch Übernahmen wachsen Projekte gestartet, wie sie aus den oder Joint Ventures eingehen. Die wichtigsten Trends im Vertrieb, CEO‘s im Asset Management stelder Datenanalyse oder des Inno- len sich ganz offensichtlich auf eivationsmanagements Nutzen zie- nen anhaltenden Aufschwung ihres hen können. Geschäftes ein.

Im Zeitraum von September 2013 bis Dezember 2013 hat PwC 1344 Vorstandschefs in 68 Ländern nach den wichtigsten Trends für ihr Ge- Angst vor IT-Unsicherheit bei schäft befragt, darunter 149 CEO‘s Banken inzwischen am größten. von Banken, 74 von Versicherungen Die wachsende Bedeutung der und 108 von Asset Managern. „Aus Technologie macht den Bankchefs Sicht der Vorstandschefs von Fi- dabei am meisten Sorgen: fast 60 nanzdienstleistern speisen sich die Prozent sehen in der Geschwindigwichtigsten Trends nicht nur aus keit des technologischen Wandels dem technischen Fortschritt, son- weniger eine Chance als vielmehr dern auch aus dem demografischen eine Bedrohung für ihr Wachstum. Wandel sowie den Verschiebungen Zudem halten aktuell sogar mehr im weltweiten Gefüge der Wirt- als 70 Prozent die mögliche Unschaftsmächte“, sagt Burghardt. sicherheit der eigenen IT für eine

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SCHWERPUNKT

„MITARBEITER MACH GRIFFIGE SLOGANS UND EINFACHE SYMBOLE von York Schaefer Auch als regionale Marke kann man Erfolgsgeschichten schreiben Zwei Bremer Beispiele aus Gegenwart und Vergangenheit

Foto: Monde

lez

Die Geschichten vom zwar sympathischen, aber erfolglosen Durchsetzung im Wettbewerb. Sie erobert quasi eine MonoAußenseiter, der dann doch noch groß rauskommt, findet man polstellung in den Köpfen der Verbraucher“, analysieren die für gewöhnlich nur in Hollywood. Manchmal aber schreibt Autoren Achim Burkhardt und Henrike Dores von der straauch das echte Leben die Story vom erfolgreichen Under- tegischen Markenberatung TAIKN im baden-würrtemberdog. Jahrzehntelang stand die regionale Bremer Biermarke gischen Eberbach. Marken seien „positiv verfestigte VorurHemelinger im Schatten der weltweit präsenten Konkurrenz teile“, die dem Verbraucher einen Orientierungspfad in der von Beck‘s. Das Image von der bodenständigen Stadtteilmar- unüberschaubar gewordenen Produktwelt versprechen. Für ke in den knolligen Steini-Flaschen ließ Großkonzern InBev eine starke Marke seien gerade für Mittelständler die klare über die Jahre verkümmern, der lokale Absatz passte nicht zur Definition einer Zielgruppe, eine regionale Fokussierung wie bei Hemelinger, und natürlich die Qualität des Produktes entWeltmarktstrategie. scheidend. Im Jahr 2009 schließlich kaufte Bernhard Henze, Geschäftsführer des Großhändlers Getränke Ahlers in Achim, von InBev „Kaffee HAG: Immer unschädlich, immer bekömmlich“ die Markenrechte und das Braurezept für Hemelinger. „Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus“, wie Henze damals sag- Auch bei der Markenkommunikation ist weniger oft mehr, sate. Aber eine, die sich auszahlen sollte. Mit Unterstützung der gen die Unternehmensberater von TAIKN: Ein klares Bild der Bremer Werbeagentur H&K+S wurde das Image von Heme- Marke durch die Beschränkung auf wenige, stimmige Aussalinger erfolgreich aufpoliert, ohne dabei die Identität, den Mar- gen. Einer, der diese Maxime lange vor den ersten Analysen kenkern als schnörkelloses, einfaches Produkt zu verwässern. moderner Werbepsychologie verstanden hatte, war der BreGriffige Slogans wie „Stoppt Bierversuche“, „Ey Alster“ oder mer Unternehmer Ludwig Roselius. Zur Vermarktung seines „Bremens zweitbestes Bier. Reicht doch“ waren überall in der zwischen den Weltkriegen global erfolgreichen, entkoffeiStadt auf Plakaten, LKWs und in Anzeigen zu sehen. „Streng nierten Produktes Kaffee HAG setzte der Kaufmann als einer genommen war es kein Imagewechsel, sondern die Betonung der ersten auf einen einheitlichen und grafisch anspruchsvoleines Underdogstatus. Hemelinger ist bodenständig, regional len visuellen Auftritt. Roselius galt als Vorreiter des Corporate und das Gegenteil von künstlichen Werbewelten mit schö- Design. Er verwendete einfache grafische Symbole wie den nen Models und teuren Fotos“, erklärt Harald Schweers, Ge- Rettungsring, der für den Schutz vor Krankheit stand, später schäftsführer von H&K+S die erfolgreiche Marketingstrategie das rote Herz, das Gesundheit und die Tasse, die Genuss symmit gesteigertem Absatz. bolisieren sollte. Dazu kamen einfache Slogans wie „Kaffee HAG: immer unschädlich, immer bekömmlich“ mit zentralen Ein geschicktes Wagnis Botschaften, die per Anzeige, Plakat, Rundfunkwerbung und Preisausschreiben kommuniziert wurden. „Sein Erfolg ist ein Dabei gilt besonders ein Claim wie „Bremens zweitbestes Erfolg moderner Marketing-Methoden, die er als Pionier am Bier“, also die freiwillige Einordnung hinter dem unbestrit- Anfang des letzten Jahrhunderts mit entwickelt und geschaftenen Platzhirschen Beck‘s, eigentlich als Marketing-Super- fen hat“, schreibt der Bremer Ökonom Sönke Hundt in seigau. Wer will schon nur zweiter Sieger sein? „Das war sicher nem Beitrag „Kaffee HAG – oder woher das Geld kam“ aus ein Wagnis, aber sehr geschickt“, meint Christoph Burmann, dem Jahr 2002. Der Unternehmer investierte riesige Beträge Markenexperte von der Universität Bremen (siehe Interview). in die Werbung, eine Strategie, die im damals sehr hanseatiGerade Mittelständler sind heute mit einem immer härter schen Bremen als unfein galt, da Produkte mit ihrer Qualität werden Wettbewerb konfrontiert. Zur Kaufzurückhaltung eigentlich für sich selber sprechen müssten. kommen anspruchsvollere, kritischere Kunden, die anhand der Vielfalt der Produkte nicht mehr wie früher immer einer Auch Ludwig Roselius war also eine Art Außenseiter, allerMarke treu bleiben. dings kein erfolgloser. „Eine erfolgreich aufgebaute Marke zwingt zur Fokussierung und hilft so bei der notwendigen Differenzierung und bei der


HEN MARKEN!“ „ENTSCHEIDEND SIND DIE MITARBEITER“ Christoph Burmann, Experte für innovatives Markenmanagement an der Universität Bremen, erklärt wie auch Mittelständler ohne großen Werbeetat eine erfolgreiche Marke aufbauen können. unerfüllten Wünsche des Kunden erkennen, diese aber dann natürlich auch mit den eigenen Leuten umsetzen können.

Und dann kommt die teure Marktforschung ins Spiel?

Im Mittelstand wird „gute Qualität“ meist nur auf die technisch-funktionalen Aspekte eines Produktes Ja, professionelle Markforschung bezogen, die sich jedoch über die über Institute ist ein Weg. Oft Zeit zwischen den Wettbewerbern reicht es bei Mittelständlern aber in einem Markt immer stärker an- auch, den eigenen Vertriebsleuten gleicht. Produkte und Dienstleis- und Außendienstlern zuzuhören. tungen werden austauschbarer und Die wissen oft sehr gut, was im man kann keine Wettbewerbsvor- Markt geschieht. Es gilt, die Mitteile mehr erzielen. Hier setzt mo- arbeiter zu Markenbotschaftern zu derne, identitätsbasierte Marken- machen, sie von Beginn an in den führung an. Sie schafft durch ein Prozess der Profilbildung einer besonderes Verhalten aller Mar- Marke einzubinden. Hier gibt es kenmitarbeiter über gute Qualität noch zu oft eine Kluft. Der Chef hinaus Differenzierung, an allen denkt sich was Tolles aus, aber die Punkten, wo der Kunde mit der Mitarbeiter wissen, dass das so Marke in Berührung kommt. Diese nicht umsetzbar ist oder am Ziel „Brand Touch Points“ finden sich vorbeischießt. heute immer stärker im Umfeld mobiler Internetapplikationen und Was sind generell Kriterien eisozialer Medien. Aber auch hier ner starken Marke? gilt: Eine technische Lösung allein macht auf Dauer nicht den Unter- Eine Marke ist stark, wenn sie das schied. Entscheidend sind die Mit- Kaufverhalten von Nachfragern arbeiter dahinter. und das Verhalten von Mitarbeitern positiv beeinflusst. Je umfassender Wie kann man als Mittelständ- diese Verhaltensbeeinflussung ist, ler mit begrenztem Werbeetat desto stärker die Marke.

eine eigene Marke aufbauen? Ein großer Werbeetat ist dafür nicht nötig. Bei einer identitätsbasierten Markenführung kommt es sehr auf die Mitarbeiter an. Deren Verhalten muss im Umgang mit dem Kunden in sich stimmig sein. Es gilt, ein klares Bild und immer denselben, guten Eindruck zu hinterlassen. Das können Mittelständler, vor allem Familienunternehmen, mitunter besser als Konzerne, wo es den Mitarbeitern oft schwer fällt auszumachen, wofür ihr Unternehmen eigentlich steht und wo durch stetige Führungswechsel oft eine gewisse Orientierungslosigkeit vorherrscht. Das interne und externe Bild einer Marke ist im Mittelstand oft viel klarer als bei Konzernen, wo man manchmal versucht, mangelnde Klarheit durch Kampagnen zu kompensieren.

Wie sehen strategische Maßnahmen für die Markenbildung aus? Als Unternehmen die eigene Zielgruppe sehr gut zu kennen, ist außerordentlich wichtig. Man muss wissen, wofür man steht und was die Kunden wollen. Die Unternehmen müssen sozusagen die

Weshalb konzentrieren sich Unternehmen in der Öffentlichkeitsarbeit und der Marketingstrategie heute stärker auf ihre Marke? Weil Marken für den Aufbau von Wettbewerbsvorteilen heute wichtiger sind als früher. In der Vergangenheit reichte es für den Erfolg oft aus, eine herausragende technische Leistung anzubieten. Heute muss alles stimmen, was ein Unternehmen macht, nicht nur die Technik. Der Kunde beurteilt Marken und Unternehmen heute umfassender, schaut auch mal hinter die Fassade. Er hat oft mehr Informationen als früher, zum Beispiel über das Internet und soziale Medien.

Für welche Branchen ist es besonders wichtig eine Marke zu sein? Generell gilt, dass die Marke für alle Geschäftsmodelle wichtig ist. Speziell natürlich für den Business to Consumer-Bereich, aber auch im Business to Business-Geschäft. Je personalintensiver das Geschäft ist, desto unmittelbarer wirken Marken auf den Unternehmenserfolg. Bei einer Friseurkette ist die Markenführung wichtiger als bei einem Hersteller von Serienmaschinen mit wenig direktem Kontakt zum Endkunden.

Christoph Burmann, Experte für innovatives Markenmanagement an der Universität Bremen

Was können sich Mittelständler bei der Markenbildung von Konzernen abgucken? Den professionellen öffentlichen Markenauftritt, die Arbeit mit Claims, dem Logo und dem formalen Markenauftritt. Da herrscht bei manchen Mittelständlern oft noch etwas Wildwuchs, da fahren schon mal Firmenfahrzeuge noch mit alten Werbeslogans und Designs herum. Aber umgekehrt können kleinere Unternehmen auch Vorbild für Konzerne sein, denn sie sind oft wesentlich authentischer in ihrer Markenführung und genießen deswegen mehr Vertrauen. Hier zählt das Versprechen einer Marke noch was, weil oft ein lebender Mensch dahinter steht, der mit seinem Namen dafür einsteht.

Was raten Sie jungen Firmengründern beim Aufbau einer Marke? Gleich zu Beginn auch an die Markenführung denken. Das beginnt mit der Auswahl des richtigen Namens, der sich vom Wettbewerb abhebt und gut zum wichtigsten Nutzen passen sollte, den die Marke dem Kunden verspricht. Auch sollte man sofort an die Schutzfähigkeit eines Markennamens denken und sich juristischen Rat einholen. Sonst hat man später häufig große und teure Probleme. Und natürlich: die richtige Mannschaft hinter der Marke aufbauen und für guten Teamgeist sorgen. Das klappt gut, wenn die Marke vom ersten Tag an genau weiß, wofür sie steht und wie sie sich von Konkurrenten absetzt. Interview: York Schäfer

Foto: Hemelinger

Wie wichtig ist Markenbildung für mittelständische Unternehmen? Reicht gute Qualität nicht aus für den Unternehmenserfolg?


18 | Wirtschaftszeitung März 2014

Foto: Ferchau

• UNTERNEHMEN IM FOKUS

FERCHAU BREMEN – SEIT 35 JAHREN ERFOLGREICH

Die Niederlassung des Engineering-Dienstleisters feiert ihr 35-jähriges Jubiläum und blickt auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück.

FERCHAU Engineering GmbH auf einen Blick Gründungsjahr: 1966 Sitz der Zentrale: D-51643 Gummersbach, Steinmüllerallee 2 Internet: www.ferchau.de Geschäftsführung: Heinz Ferchau und Frank Ferchau (Geschäftsführende Gesellschafter) Geschäftsfelder: Engineering-Dienstleistungen in den Bereichen Anlagen-/ Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Informationstechnik, Aviation, Marine Mitarbeiter: mehr als 6.000 (im Durchschnitt, Stand: 31. Dezember 2013) Standorte: über 60 Niederlassungen und Standorte in Deutschland und darüber hinaus bundesweit mehr als 60 Technische Büros Marktposition: Marktführer im Bereich Engineering-Dienstleistungen

35 Jahre ist es her, dass die FERCHAU Engineering GmbH am 24. Januar 1979 in Bremen ihre Tore geöffnet hat. Die Niederlassung in der Hansestadt ist nicht nur eine der ältesten, sondern hat sich inzwischen auch zu einem der größten Standorte des deutschen Marktführers im Bereich Engineering-Dienstleistungen entwickelt. Aktuell gehören zwei Technische Büros und eine Belegschaft von 440 Mitarbeitern dazu. Bis zum Ende des Jahres will das Unternehmen 60 weitere Spezialisten einstellen.

Offshore und dem AutomotiveSektor ist die Kompetenz des Gummersbacher Familienunternehmens gefragt. Von der Simulation über die Konstruktion bis hin zur technischen Dokumentation betreut FERCHAU Bremen Kundenprojekte entlang der gesamten Prozesskette. Im vergangenen Jahr waren die Hanseaten besonders erfolgreich: Es gelang ihnen, mit 400 Fachkräften einen neuen Mitarbeiterrekord aufzustellen und neue Kunden dazuzugewinnen. Im Zuge dessen konnten sie ebenfalls ihre Marktposition weiter ausbauen und langfristige, strategische Partnerschaften mit Unternehmen aus

Team der FERCHAU Engineering Poland speziell im Bereich des konstruktiven Schiffbaus tätig. Organisatorisch und disziplinarisch stehen ihnen die Bremer Ingenieure zur Seite.

Niederlassung Bremen: Dipl.-Informatiker (FH) Boris Meyerdierks Niederlassungsleiter Lloydstraße 4-6 28217 Bremen +49 421 56557-0 +49 421 56557-10 bremen@ferchau.de

Engineering-Dienstleisters neben Auftraggeber: „Unsere Partner prointernationalen Standorten des Ge- fitieren auch von unserem Knowschäftsbereichs AVIATION. Als how und können sich zudem bei eigenständige Gesellschaft in Dan- der Prozessgestaltung voll und zig gegründet, ist das 20-köpfige ganz auf uns verlassen. Außerdem

Der Engineering-Dienstleister unterstützt seine Kunden vor allem im Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Schiffbau und der IT. Aber auch im Bereich Windkraft/

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der Region eingehen. Durch die Zusammenarbeit mit einer Werft entstand zum Beispiel die erste europäische Dependance des

Für Niederlassungsleiter Boris Meyerdierks sind die Stärken des Standorts eindeutig: „Wir haben unser Leistungsportfolio konsequent auf die Kunden- und Branchenbedürfnisse ausgerichtet. Es sind nur Branchenspezialisten zuständig, die genau wissen, worauf es dem Unternehmen ankommt, und die in bester hanseatischer Tradition auf Augenhöhe kommunizieren.“ Dabei ist FERCHAU nicht nur in personeller Hinsicht eine große Unterstützung für die

bieten wir in unseren Technischen Büros die ganze Bandbreite an Engineering Competence“, so der Diplom-Informatiker. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Region ist Meyerdierks optimistisch: „Der Trend, dass Unternehmen immer mehr externe Spezialisten und Kompetenzen nutzen, hält weiterhin an. Das führt dazu, dass wir immer mehr Pflichten in der Projektabwicklung übernehmen werden.“ In einigen Branchen bemerkt der Engineering-Dienstleister jetzt schon eine größere Nachfrage. Besonders im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus setzen die Unternehmen verstärkt auf die Unterstützung durch FERCHAU. Die

Spezialisten werden vor allem für Simulationen und Konstruktionen, technische Dokumentation sowie Basic- und Detail Engineering angefragt. Zunehmenden Bedarf gibt es auch im Schiffbau. Hier ist vor allem Know-how in Bezug auf den Ausrüstungs- und Maschinenraum sowie die Deckkoordinierung gefragt. Aber auch im Bereich der Informationstechnologie nimmt die Auftragslage zu. Die Bremer ITSpezialisten übernehmen vermehrt den Aufbau von Software-Architekturen oder die Implementierung von Embedded-Systems. Um dem auch in Zukunft gerecht werden zu können, engagiert sich die Niederlassung an Hochschulen und Universitäten der Region. So hilft das Unternehmen Studenten mit Fachvorträgen, Workshops oder Bewerbertrainings dabei, den Jobeinstieg zu erleichtern. Besonders engagierte Kandidaten der Hochschule und Uni Bremen erhalten mit dem Deutschlandstipendium sowie dem FERCHAUFörderpreis regelmäßig finanzielle Förderung. Zudem ist der Engineering-Dienstleister auf Jobmessen und Fachtagungen präsent, um den Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen. „Wir sind selbst stets auf der Suche nach geeigneten Fachkräften“, so Meyerdierks. Bis zu 80 Stellen könnte das Unternehmen bei geeigneten Bewerbern besetzen. „Vor allem in der IT fehlen erfahrene Software-Entwickler und Software-Architekten. Zudem benötigen wir SPS-Programmierer als Verstärkung im Bereich der Automatisierungstechnik.“

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 19

AUTO & LOGISTIK •

Lebensbegleitendes Lernen in Wirtschaft und Logistik BVL Campus gGmbH | Universitätsallee 18 | 28359 Bremen | Tel.: 0421 / 94 99 10 10 | www.bvl-campus.de

TAG DER LOGISTIK 2014

Bereits über 100 Veranstaltungen im Programm / Angebot wird internationaler

Foto: Messe Hannover

Seit 2008 bewährt sich der Tag der Logistik als deutschlandweiter Aktionstag. Im April 2013 nutzten rund 36.000 Besucher bei knapp 400 Veranstaltungen die Chance, kostenfrei hinter Unternehmenskulissen zu blicken und logistische Lösungen und Leistungen zu erleben. Das ist das Konzept: Unternehmen, Organisationen und Bildungseinrichtungen öffnen ihre Türen für die breite Öffentlichkeit, informieren und geben Einblicke in die logistischen Abläufe und Tätigkeiten. Und dieses Konzept überzeugt mehr und mehr auch international.

Foto: Neukirch

Während Unternehmen aus Österreich, China und Ungarn sich auch schon in den vergangenen Jahren am Aktionstag beteiligt haben, stehen in diesem Jahr noch viele weitere Länder in den Startlöchern. Veranstaltungen in Luxemburg und Tschechien sind bereits verfügbar. Feste Zusagen gibt es zudem aus Dubai und Vietnam. Die European

Komplexität und Zusammenarbeit bewegen die Logistik Steigender Kostendruck und wachsende Kundenanforderungen bewegen 2014 den Wirtschaftsbereich Logistik. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Mitgliederbefragung der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Gleichzeitig suchen die Verantwortlichen nach Lösungen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Mit standardisierten und automatisierten Prozessen sowie einer intensivierten Zusammenarbeit wollen sie 2014 die Komplexität ihres Geschäfts reduzieren und die Kosten senken. Die BVL widmet sich mit ihrem Jahres- und Kongressthema „Komplexität, Kosten, Kooperation“ genau diesen Top-Themen des Wirtschaftsbereichs verstärkt.

Top-Themen 2014: Kostendruck und Anforderungen 59 Prozent der befragten BVL-Mitglieder sehen den wachsenden Kostendruck als wichtiges Thema für dieses Jahr. Für 56 Prozent sind es höhere Kundenanforderungen, auf die sie 2014 eine Antwort finden müssen. Auf Platz drei der LogistikAgenda ist der Fachkräftemangel, den 44 Prozent zu den Top-Themen zählen. Logistik-Dienstleister, Industrie und Handel bewerten die Themen jedoch unterschiedlich. Für die Be-

Logistics Association ruft alle Mit- in der Logistik zu informieren. Zwei gliedsorganisationen auf, zahlreiche Monate vor dem Tag der Logistik Unternehmen zur Teilnahme zu mo- sind mehr als 100 Veranstaltungen tivieren. So wird vom CILTUK in auf der Website www.tag-der-logisGroßbritannien kräftig für ein En- tik.de veröffentlicht. gagement an diesem Tag geworben. GS1 in der Schweiz, welche den Tag Logistikinteressierte können sich der Logistik bislang immer im Sep- hier kostenfrei für das Event ihrer tember initiiert hatte, hat nun eben- Wahl anmelden. Unter den Verfalls auf den 10. April gewechselt. anstaltern sind große und kleine, bekannte und unbekannte UnterDer Tag der Logistik bietet Unter- nehmen, außerdem verschiedene nehmen aus Industrie, Handel und Bildungseinrichtungen, OrganisaDienstleistung, Organisationen und tionen und Institutionen. Bekannte Bildungseinrichtungen die Mög- Marken, die sich bisher engagielichkeit, das Image der Logistik und ren, sind u.a. Audi, Daimler, DHL, damit auch das eigene Image zu ver- E.ON, Fischer, Fressnapf, L’Oréal bessern und die Bekanntheit zu stei- oder MANN+HUMMEL. IKEA gern. Besucher können bei Events bietet im zweiten Jahr Veranstaltunwie Betriebsführungen, Vorträgen, gen an diversen Standorten in ganz Planspielen, Ausstellungen oder Be- Deutschland. Auch DB Schenker rufs- und Karrieremessen Einblicke beteiligt sich erneut am Aktionstag in unterschiedliche logistische Ar- mit zahlreichen Veranstaltungen und beitsbereiche bekommen. Auch für Aktionen, unter anderem in Berlin, junge Menschen, die vor der Berufs- Dortmund, Köln, Kelsterbach, Nürnund Studienwahl stehen, lohnt es berg und Emden. sich, sich über berufliche Chancen

Vom lokalen Hafenbetrieb zur internationalen Logistik

fragten aus der Industrie nehmen sparungen bei den Kosten nicht die Kundenanforderungen 2014 mehr nur im eigenen Verantwor- Die BLG LOGISTICS GROUP hat auf 14,2 Millionen Standardcontai- gistik so nicht möglich gewesen. Im Geschäftsbereich Kontraktlogistik eine wichtigere Position ein als der tungsbereich sondern verstärkt mit sich vom standortorientierten ner (TEU) hat die BLG aufgrund der GlobaliKostendruck. Handel und Industrie Kooperationen zu erreichen sind“, Hafenunternehmen zum interna- Der Geschäftsbereich Automobil- sierung die meisten Joint Ventures sehen den Fachkräftemangel weni- so Prof. Thomas Wimmer, Vorsitger gravierend und setzen die Stan- zender der Geschäftsführung der tional agierenden Logistiker ent- logistik wurde 2002 mit der stufen- und weltweit die meisten Standorte. dardisierung von Prozessen auf den BVL. „Die Querschnittsfunktion wickelt. Basis dieser Entwicklung weisen Übernahme der Automo- Dabei hat die Autoteile- und Werksdritten Platz der für sie wichtigen Logistik dient vielen Akteuren und war eine umfassende Restruktu- bilspedition E.H. Harms zu einem logistik einen besonderen StellenBereichen, die von der zunehmen- rierung im Jahr 1997. Anfang 1998 Terminal- und Transportnetzwerk wert. Hinzu kommen Industrie- und Themen. ausgebaut, zu dem auch die techni- Produktionslogistik, Handels- und Eines wird jedoch bei allen Antwor- den Komplexität und steigenden ging die „neue BLG“ mit damals sche Bearbeitung von Fahrzeugen Distributionslogistik sowie die Seeten deutlich: der Wirtschaftsbereich Kosten betroffen sind. Sie macht sieht sich einer wachsenden Kom- es möglich, gemeinsam nach Lö- 3000 Arbeitsplätzen an den Start. gehört. Auch in diesem Geschäftsbe- hafenlogistik. Mit ihren heterogenen plexität gegenüber. Die steigenden sungen zu suchen. Der interdiszi- Heute sind weltweit an über 100 reich ist die BLG Marktführer in Eu- Märkten und dem Trend zum OutKundenanforderungen, die Globa- plinäre Austausch zum Thema Ko- Standorten rund 16000, mehr als ropa. 2013 Jahr wurden rund sieben sourcing von Logistikleistungen bielisierung der Prozesse sowie länger operation ist daher eine wichtige die Hälfte davon in Bremen und Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, tet der Geschäftsbereich ein hohes transportiert und technisch bearbei- internationales Potenzial. werdende und sich verzweigende Aufgabe der BVL in diesem Jahr“, Bremerhaven. Das Umsatzvolu- tet. Größter Standort ist BremerhaSupply Chains machen die Aufga- fasst Wimmer zusammen. men liegt heute bei 1,2 Milliarden ven mit 1,28 Millionen Fahrzeugen Die BLG LOGISTICS GROUP AG ben in der Logistik komplexer. Euro pro Jahr. im vergangenen Jahr. Die Standbei- & Co. KG konzentrierte sich als Mit ihrem Jahresthema „Komplene sind Autoterminals an Nord- und Holding auf die zentralen Aufgaben Logistik denkt und handelt lö- xität, Kosten, Kooperation“ schafft Die operative Tätigkeit der BLG Ostsee sowie im Mittelmeer, im strategische Entwicklung, Finanzen, die BVL die Verbindung aus den sungsorientiert konzentriert sich auf die GeschäftsBinnenland und an großen Flüssen, Personal, Controlling, Kommunikaaktuellen Problemstellungen und bereiche Automobil-, Kontraktund Technikzentren auf den See- und tion, Einkauf und IT. Das operative Der Wirtschaftsbereich Logis- möglichen Lösungen für den WirtContainerlogistik. Als lokaler, finanBinnenterminals sowie Transport- Geschäft liegt in den Händen von tik beschäftigt sich unter diesen schaftsbereich. Dem Jahresthema ziell begrenzter Hafenbetrieb konnte dienstleistungen auf dem Wasser, auf Einzelgesellschaften, die unternehVorzeichen 2014 daher auch mit widmet sich die BVL zusammen die BLG diesen Weg nicht alleine der Schiene und auf der Straße. Die merisch eigenverantwortlich agiemöglichen Lösungen, um dem zu- mit Experten und Praktikern aus gehen. Deshalb setzte sie auf Joint BLG AutoRail ist eine neue Größe ren. Die Struktur war im Zuge der nehmenden Kostendruck und Kun- den Unternehmen in einer Reihe Ventures, Kooperationen, strategiauf der Schiene. Sie betreibt 1300 Restrukturierung bewusst als dynadenanforderungen Herr zu wer- von Veranstaltungen und in mehresche Allianzen und Partnerschaften. Spezialwaggons. Das entspricht 75 misches System angelegt. Die Einden. Die wichtigste Rolle spielen ren Veröffentlichungen. „Das Ziel Der Schwerpunkt liegt in Europa, Ganzzügen. Die Waggons sind die zelgesellschaften sind eigenständig dabei Prozess-Standardisierungen ist, eine gemeinsame Faktenbasis aber die BLG folgt ihren Kunden modernsten, die es gegenwärtig auf und schlank, um schlagkräftig in ihsowie die Digitalisierung der Ar- zu schaffen. Wir werden die Herund den Marktentwicklungen auch der Welt gibt. Zu den besonderen ren Märkten agieren zu können. Alle beitsabläufe. Bislang zu wenig ausforderungen und Best Practices nach Übersee. So agiert sie heute Qualitäten gehört, dass sie extrem Unternehmen sind aktiv und passiv Berücksichtigung findet das The- identifizieren und damit für die in Nordund Südamerika, in Afrika leise sind. Ein aktueller Entwickbeteiligungsfähig. Zudem können menfeld Kooperation. „Es wird Mitglieder und den Wirtschaftsbeund Asien. lungsschwerpunkt der Automobilsie eigene Töchter gründen oder sich deutlich, dass Verbesserungen im reich praxisnahe Handreichungen logistik liegt in Osteuropa. Dort ist an Neugründungen beteiligen. Mit Angebot an den Kunden und Ein- bieten“, so Wimmer. Der erste große Schachzug war 1999 die BLG heute bereits in Russland, dieser Struktur ist die BLG sehr fledie Fusion der Containergeschäfte Tschechien, in der Slowakei, in Slo- xibel - die Basis für eine erfolgreiche von BLG und Eurokai zum Gemein- wenien, Polen und in der Ukraine Entwicklung. schaftsunternehmen EUROGATE aktiv. Auch dort setzt sie auf Joint mit Sitz in Bremen. EUROGATE Ventures mit renommierten regiona- Die traditionellen Hafenleistungen in entwickelt den Geschäftsbereich len Partnern. Bremen und Bremerhaven boten die Containerlogistik. Das Joint Venture Grundlage. Die vorhandene Komverfügt über Containerterminals in Die Basis für das Know-how in der petenz wurde für den Sprung in die Bremerhaven, Hamburg und Wil- Kontraktlogistik wurde bei der BLG internationale Logistik genutzt. Um helmshaven sowie über Beteiligun- schon 1980 im Rahmen der Distri- den Prozess zu beschleunigen, wurgen auch in Italien, Portugal, Ma- bution der Bürogeräte von Konica den passende Beteiligungen, Joint rokko und Russland. Ebenfalls mit Minolta gelegt. Hinzu kamen die Ventures, strategische Allianzen und Beteiligungen bietet EUROGATE die Bedarfsartikel von Tchibo. 1985 Kooperationen eingegangen. Und Containertransporte auf dem Was- folgte die Autoteilelogistik und da- die Rechnung ging auf. Die Erfolgsser, auf Schiene und Straße. Hinzu mit der Einstieg in die logistische geschichte der BLG hat sich inzwikommen logistische Dienstleistun- IT. Diese frühen Entwicklungen schen weitläufig herumgesprochen. gen für containerisierte Waren. Das boten die Grundlage für die strate- Häfen und Logistikzentren gelten als Gemeinschaftsunternehmen ist füh- gische Neuausrichtung im Rahmen Job-Maschinen und ein Arbeitsplatz render Terminalbetreiber in Europa. der Restrukturierung. Sonst wäre bei der BLG erscheint vielen MenDas Umschlagsvolumen stieg 2013 der Weg in die internationale Lo- schen geradezu beneidenswert.

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20 | Wirtschaftszeitung März 2014

Foto: Meta Archivdepot

• FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Der neuste Massenspektrometer von Thermo Fischer Scientific ist ein hoch spezialisiertes Gerät: Wissenschaftler können damit Temperaturen auf der Erde der letzten zwei Millionen Jahre errechnen – wichtig für die Klimaforschung. Foto: Christian Beneker

VON ISOTOPEN UND ANDEREN KLEINIGKEITEN von Christian Beneker Jeder fängt mal klein an. Manche sehr klein, wenige winzig und nur eine Handvoll betreiben Massenspektrometrie. Das ist kleiner als winzig. Und nur drei Standorte in der Welt sind damit ganz groß rausgekommen: San Jose in Kalifornien, Manchester – und Bremen.

Die Bremer Firma Thermo Fisher Scientific baut komplizierte Geräte: Massenspektrometer. Mit ihrer Hilfe hat man unter anderem die Klimaentwicklung über viele Millionen Jahre zurückverfolgt. „Wir messen alles, was Materie ist“, sagt Ernst Schröder, Vizepräsident und Geschäftsführer von Thermo Fisher Scientific. Seine Geräte wiegen und zählen die Atome von Steinen, Wasser oder Honigtropfen.

die Lorenzkraft. Sie befördert die Bremen und dazu eine ganze Reihe Isotope wieder heraus aus dem von Zulieferer-Firmen. „Bremen Feld. Und je nach dem Gewicht ist weltweit einer der größten und der Isotope springen sie in unter- wichtigsten Standorte für den Bau schiedlichen Winkel vom tellerför- von Massenspektrometern“, sagt migen Magnetfeld weg – etwa so, Schröder. wie schwere, rundliche Steine auf einem See träger hüpfen als leich- Und diese Industrie zieht Ingenite, flache. Ein cleveres Messgerät eure und Facharbeiter aus der ganerledigt schließlich den Rest. Es zen Welt an die Weser. Allein bei fängt die verschieden schweren Thermo Fisher Scientific arbeiten Teilchen getrennt auf und zählt 270 Fachleute. Beim anderen Bresie. So weiß man, welche und wie mer Schwergewicht der Branche, viele Kohlenstoff-Isotope in der Bruker Daltronics, sind ungefähr Rinde waren. Die Ergebnisse der ebenso viele Mitarbeiter beschäfMassenspektrometrie dienen etwa tigt. Seit Jenckels Keller-Experider Ölindustrie, Umwelt- oder Le- menten haben die Hersteller viele Varianten der Massenspektometrie bensmittelanalysen. entwickelt. Die Geräte kosten bis zu 600.000 Euro pro Stück. Geburtsstunde nach dem Krieg

Was unvorstellbar klingt, funktioniert so: Zuerst nehmen die Forscher eine Probe, zum Beispiel ein Stückchen Baumrinde, um die Kohlenstoffatome darin zu untersuchen. Die Probe wird auf 2.000 Grad aufgeheizt und zerlegt sich dadurch in ihre kleinsten Teilchen; „sie atomisiert“, sagen die Wis- Apropos winzig: auch die Bremer senschaftler. In einem Stückchen Massenspektrometrie hat einmal Baumrinde können eine Reihe klein angefangen. 1948 zog sich verschiedener Kohlenstoff-Atome der Bremer Physiker Ludolf Jensein – die Isotope. Ziel von Schrö- ckel in den Keller des heutigen Kliders Prozedur ist, zu erkennen, nikums Bremen Mitte zurück. Dort welche Kohlenstoff-Isotope in der bastelte er das erste Bremer MasBaumrinde vorkommen und wie senspektrometer. Jenckel überviele von ihnen. zeugte die Bremer Atlas-Werke davon, dass sein Gerät gute Chancen Dazu werden die Atome der Probe auf dem Markt haben werde. elektrisch aufgeladen. Das nennen die Fachleute ionisieren. Die ioni- Inzwischen arbeiten zwei Herstelsierten Teilchen werden in ein Ma- ler von Massenspektrometern in gnetfeld geschossen. Dort herrscht WWW.WIRTSCHAFTSZEITUNG.INFO

der Erde um die Sonne haben Klimawissenschaftler eine Kurve errechnet. Sie stellt dar, wann Die hoch spezialisierten Geräte über die Jahrtausende die Erde der sind keineswegs Instrumente für Sonne besonders nah war. Und abseitige Interessen. Mit den Er- siehe da – diese Kurve entspricht gebnissen der Massenspektrome- genau der auf- und absteigenden trie können Wissenschaftler zum Kurve der Ozean-Temperatur, die Beispiel die Temperaturen auf der mithilfe der Massenspektrometrie Erde während der letzten zwei gemessen wurden. Kurz: wenn die Millionen Jahre errechnen und Erde schwitzt, muss es nicht nur so Rückschlüsse auf das heutige an der Industrialisierung auf ihrer Klima ziehen. Und zwar mithilfe Kruste liegen. Es kann auch daran von Plankton. Wenn die winzigen liegen, dass Mutter Erde durchs Tierchen sterben, sinken sie zum Weltall eiert. Meeresboden und lagern sich ab. In ihren Kalkpanzern haben sie Mehr unter die Beschaffenheit des Wassers www.karriere-thermofisher.com zur Zeit ihres Todes chemisch archiviert. Bohrt man tief genug in den Meeresgrund und untersucht Schröder nimmt eine Handvoll die Panzer, so weiß man zum BeiHigh Tech in die Hand. „Das ist spiel, wie das Wasser vor 800.000 unsere neueste Entwicklung“, sagt Jahren im Atlantik beschaffen war. er. Dieses Massenspektrometer Mehr noch: durch die Mischung ist kaum größer als eine Streich- der Wasser-Isotope im Planktonholzschachtel. Sein Name: Orbit- panzer, weiß man sogar, wie warm rap. Um eine Spindel in der Mitte das Wasser – und damit das Klima schwingen die Ionenstrahlen ganz – war. verschieden und können so von einem Lesegerät unterschieden Aber es geht noch weiter: die Erde werden. Der Kniff bei dem Gerät: läuft nicht gleichmäßig wie ein „Orbitrap ist auf einen Tausendstel Uhrwerk durchs All, sondern ihre Millimeter genau gearbeitet“, sagt Achse wankt. Aus diesem WanSchröder. ken und der unrunden Laufbahn

Erdtemperatur der letzten zwei Millionen Jahre

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 21

E-BUSINESS •

Die Zukunft der B2B-Kommunikation

Bremer Agentur entwickelt für GEA Heat Exchangers vertriebsunterstützendes Online-Tool AUS MEHR ALS 2.000 PRODUKTEN INTUITIV DAS RICHTIGE FINDEN Standard ist im Internet die Her- erfährt spielerisch und intuitiv, wel- Wärmetausch-Technologie. Das ist stellerperspektive. Wenn das Sor- che Prozesse in seiner Branche durch maximal zielführend und nutzerotiment des Herstellers ungefiltert Wärmetausch unterstützt werden und rientiert. Die Grafik leitet selbsterWichtigste Zielbranchen sind die Be- in den Vordergrund gestellt wird, welche Produkte dafür in Frage kom- klärend in wenigen Klicks durch die reiche Öl und Gas, Energie, Klima muss der Kunde allerdings oft viel men. Präsentation. Zusätzliche Hilfswerkund Umwelt, Chemie und Petroche- Zeit aufbringen, um den „Produktzeuge ermöglichen dem User, die mie, Lebensmittelproduzenten sowie Dschungel“ zu durchforsten und das Die ganze Welt der Wärmetausch- für ihn wichtigen Inhalte für einen die Wasser- und Abwasserwirtschaft. Gewünschte zu entdecken. Das kann Technologie PDF-Report zu sammeln oder ausDie große Produktvielfalt bedeutet leicht zu Frustrationen und einem zudrucken. eine besondere Herausforderung für Abbruch der Online-Aktivität führen. Große Icons, klare Illustrationen und den Internetauftritt. Wie findet sich kurze Textinfos ziehen zielgerichtet Positive Kundenresonanz der Nutzer in dieser komplexen Welt Konsequent aus Kundensicht: In- in die jeweiligen Anwendungsfelder GEA Heat Exchangers ist das Wär- sofort wieder und wird auf dem kür- verses Produktprogramm Die ersten Reaktionen auf das neue hinein. metauscher-Segment des MDAX zesten Wege zu „seinem“ Produkt Online-Tool zeigen, dass sich die notierten Technologiekonzerns gelenkt? Die neue Präsentation der GEA Heat Dies ist von großem Vorteil für Pro- Kunden mit der modernen und komund Spezialmaschinenbauers GEA anwenderorientierten Exchangers arbeitet deshalb umge- jektplaner und Investoren, aber auch promisslos Group. Mehr als 2.000 Produkte Das neue Online-Tool unter www. kehrt und nimmt eine konsequente für Leser, die sich über moderne Präsentation identifizieren und sie umfasst das Portfolio. Dazu gehö- gea-heatexchangers.com/markets Kundenperspektive ein. Dank dieses Technologien informieren wollen. intensiv nutzen. Mit diesem Instruren unter anderem Kühlsysteme, wie gibt darauf eine kundengerechte inversen Navigationsprinzips kann Ebenso attraktiv ist die Plattform für ment stellt sich das Unternehmen im zum Beispiel Nasskühltürme für Antwort. der Nutzer sofort mit seiner Branche Nachwuchskräfte und Professionals, weltweiten Wettbewerb als kompeKraftwerke und Trockenkühlsysteund seinem Spezialgebiet starten. Er die sich nach beruflichen Perspekti- tenter Anbieter dar. Im Ranking der me, Industrie-Wärmetauscher oder Suchmaschinen wird die Präsentativen umsehen. on ihm eine hohe Relevanz sichern In jedem Anwendungsfeld erfährt – ein klarer Wettbewerbsvorteil. man Wissenswertes über die Technologie des Unternehmens. Licht, Wär- Konzipiert und realisiert wurde die me, Strom beispielsweise – an der digitale Präsentation durch die PAPP Produktion und Bereitstellung dieser Werbeagentur aus Bremen. Die täglichen Güter sind Wärmetauscher Agentur berät den GEA Konzern seit beteiligt. Sie spielen in der gesamten rund zehn Jahren. „In dieses Projekt Prozesskette eine entscheidende Rol- konnten wir unser Know-how aus le: Von der Gewinnung von Öl, Gas unterschiedlichsten Projekten mit oder Kohle über die Stromerzeugung mittelständischen und großen Unterin Kraftwerken jeder Art bis zur nehmen einbringen,“ betont Georg Stromübertragung und -verteilung. Papp, Gründer der Agentur. Detailgenaue Flussdiagramme bilden diese industriellen Prozesse klar B2B-Kommunikation mit visuellem verständlich ab. Charme

Ein neu entwickeltes Online-Tool der GEA Heat Exchangers aus Bochum präsentiert die Welt der Wärmetausch-Technologie nach einem inversen Prinzip. Dank der konsequenten Kundenperspektive werden die Nutzer schnell und zielsicher zu den passenden Produkten geführt.

Systeme zur Klimatisierung, Luftbehandlung und -filterung.

Das Projekt reiht sich nahtlos ein in das Gesamtpaket, das PAPP in den letzten Jahren für die externe und interne Kommunikation der GEA Heat Exchangers geschnürt hat, darunter auch das Corporate Design. „Sämtliche Projekte werden bei uns inhouse realisiert,“ ergänzt Geschäftsführer Horst Otto. „Wir haben das Equipment und vor allem die Spezialisten, die es beherrschen. Das macht uns nicht nur in Bremen zu einem zukunftsfähigen Partner.“

PAPP Werbeagentur GmbH Georg Papp Graf-Moltke-Str. 60 28211 Bremen Mobil 0151 157 739 13 E-Mail papp@papp.cc Web www.papp.cc

Intuitiv ans Ziel

Das Team für GEA Heat Exchangers in der PAPP Werbeagentur hat das neue Produktprogramm innerhalb kürzester Zeit vom Konzept bis zur TYPO3 Programmierung umgesetzt. Die Online-Präsentation folgte einer Unternehmenspositionierung und kompletten Corporate Design Entwicklung durch die Bremer Agentur des international tätigen Technologiekonzerns.

WIRTSCHAFTSZEITUNG FÜR BREMEN UND UMGEBUNG

„Häufig wird im B2B-Bereich die Emotionalität unterschätzt. Das Wer ein Produkt näher kennen ler- Kundenerlebnis ist aber ein zentraler nen möchte, öffnet per Mausklick Faktor für den Unternehmenserfolg. eine neue Seite mit detaillierteren Deshalb haben wir ein Online-Tool Beschreibungen. Wer ein Spezialist entwickelt, das nicht nur hochgradig ist, filtert über den Produktnavigator praktikabel ist, sondern durch seine die für ihn relevante Auswahl an In- attraktive Grafik auch großen visuelformationen über seine bevorzugte len Charme besitzt.“

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22 | Wirtschaftszeitung März 2014

• IM GESPRÄCH MIT

Michael Brassat, Verlger der Wirtschaftszeitung und Jens Lütjen.

Im Gespräch mit... Jens Lütjen, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Robert C. Spies KG

„DIE ZUKUNFT DES WOHNENS IST URBANER UND HÖHER“ Er versteht sich und seine Kollegen nicht als Immobilienmakler, sondern sieht sich selbst als Berater und Vermittler. Jens Lütjen leitet seit 21 Jahren die Robert C. Spies KG, ein Unternehmen mit beinahe 100-jähriger Geschichte. Statt in Erinnerungen zu schwelgen, schaut Lütjen jedoch lieber nach vorn. Im Interview mit der Wirtschaftszeitung spricht er über seine Visionen für die Zukunft des Wohnens. Jens Lütjen (47) lebt mit seiner Frau und vier Kindern in Oberneuland. Alteingesessene Bremer wissen, dass das früher einmal das „feinste Dorf der Stadt“ war. Kein Wunder, findet man hier doch einige der schönsten Villen und weitläufigsten Anwesen der Hansestadt. Als Wohngegend verliert Oberneuland jedoch etwas an Anziehungskraft. Die Menschen zieht es zurück in die Stadt. „Ich bin seit 21 Jahren bei Robert C. Spies. Was sich in der Zeit nicht verändert hat, sind die Werte und das ethische Verständnis mit denen wir unser Geschäft betreiben. Wir waren schon immer sehr nachhaltig ausgerichtet“, erklärt Jens Lütjen. „Was sich aber zusehends verändert, ist die Immobiliennachfrage.“ Einen Megatrend seiner Branche

erkennt der Immobilienexperte in Wohnkonzepte. Und die sind eben modernster Bauweisen und vieler Bremen immer stärker. „Das The- hoch energetisch, hoch flexibel alter Bestandsobjekte macht für ma ‚Wohnen am Marktplatz‘ ist und vermutlich auch einmal „hö- ihn des besonderen Charme des neuen Stadtteils aus. „Damit die nicht nur absolut in Mode, es wird her oben“. Überseestadt ein Erfolg wird, müsauch immer öfter möglich.“ Dass es die Menschen heute verstärkt Ein Beispiel, an dem man die sen wir uns extrem anstrengen in die zentralen Citylagen zieht, Wohnformen von morgen schon und über die nächsten zehn bis 20 schreibt Lütjen unter anderem der erahnen kann, sieht Jens Lütjen Jahre eine neue Emotionalisierung veränderten Rollen der Frau zu. „Die Frau ist berufstätig und wartet heute nicht mehr zwölf Stunden auf den Ehemann“, erklärt er. „Dementsprechend suchen Frauen beim Hauskauf häufiger nach kürzeren Wegen als nach riesigen Grundstücken.“ Ein Trend, der sich besonders in der anhalten hohen Nachfrage nach dem Altbremer Haus zeigt. „Diese Produkte erfreuen sich einer höchsten Beliebtheit und Nachfrage. Sie liegen zentral, haben in der Regel überschaubare 200 qm große Grundstücke und befinden sich mal auf der richtigen und mal auf der falschen Seite wie es so schön heißt. Dem gegenüber müssen wir heute für die Stadtrandlagen mehr in der Überseestadt. „Es war eine schaffen. Das kann durch besondewerben und argumentieren.“ Das mutige Entscheidung ein so gro- re Gewerbeprojekt, FreizeitangeLeben der Zukunft wird allerdings ßes Areal zu erschließen. Auch bote oder Wohnformen gelingen. nicht nur urbaner. Es geht, folgen die Tatsache, dass man sich dazu Die Ansiedlung von Hansewasser wir den Visionen des Experten, entschlossen hat, dort neben Ge- und GOP waren aktuell weitere auch hoch hinauf. „Wir werden in werbe auch Wohnen anzusiedeln, gute Impulse. Doch wir sind noch den kommenden Jahrzehnten mehr halte ich für die richtige Lösung. lange nicht am Ende“ Höhe erleben, das heißt nach oben Denn gerade diese Durchmischung bauen. Sicher wird es hier keine eröffnet der Überseestadt große Seit etwa zehn Jahren vermittelt die Hochhaustürme wie in Hamburg, Chancen.“ Lütjen, der sich nicht Robert C. Spies KG übrigens neben Frankfurt oder New York geben. nur wegen seines Berufes für Bau- Wohn- auch sehr verstärkt GewerDoch wenn wir Platz für mehr kunst begeistert, hebt die besonde- beimmobilien. „Heute wissen wir Menschen in der Innenstadt schaf- re Architektursprache der Übersee- nicht nur, wo Bremens Unternehfen wollen, brauchen wir moderne stadt hervor. Das Zusammenspiel mer wohnen und leben. Wir kennen

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sehr häufig ihr Arbeitsumfeld und die damit verbundenen Ansprüche auch an Industrie- und Logistikimmobilien sehr gut.“ Mit dieser Erweiterung folgte das Unternehmen dem eigenen ganzheitlichen Ansatz. Der nächste Schritt folgte wenige Jahre später mit der Eröffnung der Hamburger Dependance. „Unsere langjährigen Anlagekunden wagen immer öfter den Sprung nach Hamburg um sich so neue Märkte zu erschließen. Natürlich wollen wir unsere Kunden auf diesem Weg begleiten. Allerdings kann das von Bremen aus nicht optimal gelingen. Nur ein Hamburger Team kennt die Gegebenheiten vor Ort so genau, dass es für uns und den Kunden das Beste raus holen kann“, erklärt Lütjen. Seine beiden Teams, Hamburg und Bremen, sind in den vergangenen vier Jahren eng zusammengewachsen. Das zeigt sich unter anderem bei der Bewertung der aktuellen Bundesligasaison. „Die Bremer Kollegen leiden mit den Hamburgern und umgekehrt. Jeder weiß, welche emotionale Bindung zum HSV oder eben zu Werder besteht. Da gibt es keinen Spott oder Häme.“ Einen solchen Zusammenhalt wünscht sich Jens Lütjen auch für die Hansestädte insgesamt. „Für mich wäre es die Traumkonstellation, wenn Hamburg und Bremen in Zukunft noch stärker zusammenhalten würden.“ Die Voraussetzungen dafür sieht er mehr als gegeben. Schließlich haben Bremer

und Hamburger viel gemeinsam. „Da wäre zum Beispiel das viel zitierte hanseatische Denken. Das darf man nicht unterschätzen. In beiden Städten will und muss man sich aufeinander verlassen können. Im privaten wie im geschäftlichen. Noch heute gilt der Handschlag.“ Außerdem, so glaubt Lütjen, ist die emotionale Verbindung zwischen beiden Hansestädten doch größer als so manchem bewusst ist. Neben all der Koketterie, respektiert man sich sehr. Die Häfen, das Denken, der Hanseatische Kaufmann – das verbindet einfach. Daraus könnte in der Zukunft ein großes Potenzial erwachsen.“ Seine eigene Zukunft sieht Jens Lütjen natürlich nicht in Hamburg, sondern in Bremen. Und zwar mitten drin. Ganz dem Megatrend „Urbanisierung“ folgend würde er im Alter vermutlich in die City ziehen. Eine dann bequeme Wohnung – ebenerdig und mit Platz für die Enkelkinder – das ist noch offen. Klar ist aber: „Urbanes Wohnen hält jung. Einkaufen, Kunst, Kultur, Sport – all das habe ich im Rentenalter dann vor der Haustür. Ab und zu schaue ich bestimmt auch noch einmal im Büro vorbei, wo ich dann hoffentlich noch eine Tasse Kaffee bekomme.“ Text und Foto: (JSL)

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Wirtschaftszeitung März 2014 | 23

TOP EVENT •

Folgende Community Days stehen auf dem Programm:

Foto: Cebit

10. März : CXO Community Day Personal 11. März: CXO Community Day Mittelstand 12. März: CXO Community Day Mittelstand 13. März: CXO Community Day Datenschützer/ Sicherheitsbeauftragte 14. März: CXO Community Day Marketing/Vertrieb Weitere Informationen sowie Anmeldemodalitäten stehen im Netz unter www.cebit.de/de/cec.

CEBIT VOM 10. BIS 14. MÄRZ IN HANNOVER

Mehr Geld für IT-Investitionen: Roter Teppich für Unternehmenslenker

CeBIT schafft einzigartiges CIO-Netzwerk/ Exklusiver CeBIT Executive Club in Halle 8 / Community Days für Fachbereichsleiter Um sowohl den CIOs als auch den Chefs der unterschiedlichen Fachbereiche in den Anwenderunternehmen einen Überblick über das weltweite IT-Angebot zu vermitteln, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte aufzubauen, hat die Deutsche Messe ihre Angebote für Entscheider deutlich ausgebaut. Dazu arbeiten die CeBIT-Macher mit mehreren Partnern zusammen und haben ein beispielloses CIONetzwerk geschaffen. Erste Anlaufstelle auf der kom-

Unsere Gewinnergeneration

menden CeBIT ist die Halle 8. Die neue Heimat der Premium-Konferenz CeBIT Global Conferences ist zugleich zentraler Treffpunkt für CXOs aus aller Welt. Im CeBIT Executive Club treffen sich CIOs in exklusivem Rahmen und werden spezielle Community Days für Unternehmenslenker aus den Bereichen Personal, Datenschutz/ Sicherheit und Marketing/Vertrieb sowie für Entscheider mittelständischer Betriebe veranstaltet.

Foto: Messe Bremen

Die CeBIT rollt Führungskräften von IT-Abteilungen und Fachbereichen den roten Teppich aus. Denn: einer aktuellen Studie von Capgemini zufolge rechnen rund 40 Prozent der CIOs im deutschsprachigen Raum im Jahr 2014 mit steigendem IT-Budget. Nicht nur die CIOs, auch immer mehr Fachbereichsentscheider investieren in Informationstechnik und Telekommunikation. Beste Voraussetzungen für die kommende CeBIT vom 10. bis 14. März 2014 in Hannover.

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Wichtigster Branchentreff des Jahres öffnet in Hamburg Es ist wieder soweit: vom 14. bis 19. März 2014 ist INTERNORGAZeit. Die Hamburger Messehallen werden dann wieder zum wichtigsten Branchentreff für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien. Die europäische Leitmesse ist Garant für einen umfassenden Marktüberblick über Produkte, Trends und Innovationen – sowie für jede Menge Ideen und Inspirationen für das eigene Unternehmen. Mit dabei sind alle Marktführer sowie kleine innovative Konzepte – genau diese Mischung macht die Fachmesse so einzigartig. Und das

im Herzen Hamburgs, der Hauptstadt innovativer Gastronomieund Hotellerie-Konzepte. Die diesjährigen Premieren sind besonders erlebnisreich: live auf der Messe wird das Finale der Pizza Europameisterschaft ausgetragen, die Wildbakers zeigen mit ihrer verrückten Backshow, wie kreativ das Bäckerhandwerk sein kann, und in der neuen WEIN Welt können sich Gastronomen praxisnah beraten lassen. Mit dabei sind natürlich auch die im vergangenen Jahr sehr erfolgreich eingeführten Formate wie die LiquID Bar, das Trendforum Pink Cube und die

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SKYWALK Tafel. Damit nicht genug: g espannt sein dürfen die Fachbesucher auch auf die Newcomers‘ Area und das hochkarätige Kongress-Programm sowie auf die exklusiven Events und Partys. Und bereits zum vierten Mal wird im Rahmen der Fachmesse der begehrte INTERNORGA Zukunftspreis verliehen.

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Kraftstoffverbrauch im kombinierten Testzyklus: 6,6 – 3,9 l/100 km. CO2-Emissionen im kombinierten Testzyklus: 155 – 104 g/km. 1) Von Links nach Rechts: Auto Trophy 2013: Der Mazda6 siegt bei der Leserwahl der Auto Trophy in der Kategorie Mittelklasse (Import). www.autozeitung.de AUTO BILD: Der neue Mazda3 ist Testsieger des AUTO BILD Vergleichstest vor Ford Focus und Honda Civic. www.autobild.de. Red Dot Design Award 2013: Auszeichnung für das Produktdesign des Mazda6, www.red-dot.de. AUTO BILD Allrad: Der Mazda CX-5 gewann in der Leserwahl „AUTO BILD Allrad“ Ausgabe 5/2013 für Importfahrzeuge, Kategorie Geländewagen/SUV von 25.000 bis 40.000 Euro. 2) Kaufpreis für einen Mazda3 4-Türer Center-Line SKYACTIV-G 120 Benzin. 3) Mazda VarioOption-Finanzierung, ein Finanzierungsbeispiel der Mazda Finance – einem Service-Center der Santander Consumer Bank AG, Santander-Platz 1, 41061 Mönchengladbach, bei 15.000 km Gesamtlaufleistung. Widerrufsrecht gemäß § 495 BGB. Alle Preise jeweils inkl. Überführungs- und zzgl. Zulassungskosten. Angebot ist gültig für Privatkunden. Abbildung zeigt Fahrzeuge mit höherwertiger Ausstattung.

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