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Weinschätze am Wörthersee Die Sommelière Ines Hofstadler sorgt im Restaurant Bad Saag für beste Stimmung – mit charmantem Service und kompetentem Weinwissen Seite 4

ÖGZ-Weißwein-Cup

Weiß! Kräftig! Wirklich gut! Österreichs kräftige Weißweine zählen zu den besten der Welt. Das hat auch der aktuelle ÖGZ-Weißweincup eindrucksvoll unterstrichen

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Der Kärntner Schnapsbrenner Valentin Latschen und seine Pfau-Brände

Ein Pfau, der fliegen kann

Valentin Latschen hat gemeinsam mit den anderen Brennern der Quinta Essentia die Schnapskultur Österreichs an die Weltspitze geführt

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inhalt 04 Die Sommelière vom Wörthersee Ines Hofstadler in Restaurant Bad Saag

Der Gast, mein Freund In der Gastronomie geht es herzlicher und persönlicher zu als in vielen anderen Branchen. So ist das Verhältnis zwischen Servicemitarbeitern und Stammgästen oft sehr persönlich. Das ist mitunter gut fürs Geschäft, doch Chefs weisen ihre Mitarbeiter wohl zu Recht immer wieder darauf hin, dass es im Restaurant bei aller persönlichen Sympathie schlussendlich um ein Geschäft geht. Gäste bezahlen schließlich nicht fürs Quatschen, sondern für Speis und Trank. Diese zu verkaufen und servieren ist die Kernaufgabe der Servicemitarbeiter. Hinzukommt dann noch die Rolle des Beraters, gerade wenn es um das vielseitige Thema Wein geht. Wir haben in den letzten Wochen viele Gespräche mit Sommeliers geführt, nicht nur bei der Recherche für die aktuelle Titelgeschichte am Wörthersee (ab Seite 4) oder im Rahmen der Verkostung für den aktuellen ÖGZ Weincup mit kräftigen Weißweinen (ab Seite 13), sondern auch bei zahlreichen mehr oder weniger privaten Restaurantbesuchen. Schließlich sind auch wir mit dem einen oder anderen Sommelier gut bekannt, um das Wort Freundschaft nicht weiter zu strapazieren.

05 Botschafter mit Format Gastronomen lieben Weinviertler Weine

06 Mit Herkunftsweinen überzeugen Wein Wolf bat zum großen Terroir Tasting

09 Junges, reifes Champagnerhaus Bruno Paillard neu bei Döllerer

10 In Jahrhunderten denken Zu Besuch bei Antinori

13 ÖGZ Weißweincup Gehaltvolle Schätze in Weiß

Immer wieder kam das Gespräch auf das Verhältnis zu Stammgästen, und da bekamen wir überraschende Geschichten zu hören, die das eingangs angeführte professionelle Verhältnis zwischen Gast und Kellner in ein neues Licht rückt.

32 Die Kraft der Erde

Ein Sommelier antwortete auf die Frage, wie er sich laufend fortbilde, dass er oft mit seinen Gästen reden würde. Er habe viele Gäste, die beim einen oder anderen Weinthema weit mehr wissen würden als er selbst. Er lerne also von seinen Gästen genauso, wie umgekehrt. Sein Selbstbewusstsein als kompetenter Sommelier gerät dadurch nicht ins Wanken: „Ich bemühe mich um ein seriöses Auftreten und versuche nicht vorzuspielen, allwissend zu sein. In Zeiten, in denen fast jeder ein Smartphone mit Internetzugang mitführt, wäre das auch kontraproduktiv.”

34 Fliegender Pfau

Der Wodka-Markt in Österreich

Die Leidenschaft des Valentin Latschen

Ein anderer Sommelier berichtete, dass er sich mit einigen (wohlhabenden) Stammgästen auch privat treffen würde, um teure Raritäten aus deren Kellern zu verkosten, die er sich weder privat noch im Betrieb je leisten könne. Die Gäste wären froh, jemanden dabei zu haben, der sich für solche Weinraritäten aufrichtig begeistert. Wieder ein anderer Sommelier berichtete uns davon, dass er von Gästen Weine fürs eigene Lokal kaufen würde. In den privaten Kellern mancher Stammgäste habe sich über die Jahrzehnte eine Vielzahl an tollen Flaschen angesammelt, die man realistischerweise in der verbleibenden Lebenszeit nicht mehr alle trinken könne. Statt Bargeld gibt es Restaurantgutscheine. Natürlich sind solche Begegnungen die Ausnahme und nicht die Regel. Dennoch scheint in den (gehobenen) Restaurants unseres Landes ein Wertewandel stattzufinden. Gute Gäste sehen im Personal keine servilen Befehlsempfänger, sondern Partner, die dabei behilflich sind, eine genussvolle Zeit zu verbringen. Sie wissen, dass dieses Service als auch der Betrieb eines Restaurants selbst Geld kostet, und bezahlen gerne dafür, sofern die Qualität passt. Genuss verbindet eben.

impressum Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Öster-

Gesamtverkaufsleitung: Franz-Michael Seidl

reichischer Wirtschaftsverlag GmbH, A-1120 Wien,

Druck: Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH,

Grünbergstraße 15/Stiege 1, Tel.: (01) 546 64-0

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Redaktionsleitung: Wolfgang Schedelberger, w.schedelberger@wirtschaftsverlag.at Texte: Alexander Jakabb, wein@wirtschaftsverlag.at Fotos: Larry Williams, Pepo Schuster Titelfoto: Werner Krug/Bad Saag

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünschen Ihnen Wolfgang Schedelberger und Alexander Jakabb

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Grafisches Konzept: Susanne Wolf Gestaltung: Equalmedia, 1180 Wien Verkauf: Kurt Heinz, DW 265

Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH Unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften. Adresse: Grünbergstraße 15, 1120 Wien. Geschäftsführung: Thomas Zembacher. Beteiligung:Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH (der Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH) ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian Hüthig mit 0,28 %.

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aktuelles

Rock the Wines!

Winzergolfturnier im Kamptal

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lteren Semestern ist Günther Schönberger noch als Bandmitglied der EAV bekannt, doch seit mittlerweile 20 Jahren findet der Vollblutmusiker im eigenen Weingarten seine Inspiration. Bereits 1998 erfolgte die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung, seit 2004 ist das Weingut Schönberger in Mörbisch, auf dem heute auf 27 Hektar hervorragende Weiß-, Rot- und Süßweine gekeltert werden, Demeter-zertifiziert. Zum Fest anlässlich des runden Betriebsjubiläums kamen nicht nur zahlreiche Winzerfreunde an den Neusiedler See, sondern auch sein ehemaliger EAV-Kollege Eik Breit, der mit seiner Partnerin Ursula Bruck eine Kabarett-Aufführung der Sonderklasse bot. Am Foto (v. l. n. r.) hinten: Stefan Tement, Michi Gross, Christoph Polz, Hannes Sabathi sowie Johann und Jakob Schönberger. Vorne: Roland Velich, Franz Schindler und Günther Schönberger.

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m Kamptal wurde von Melanie Stöger im September ein Charity-Golfturnier mit prominenter Winzerbeteiligung veranstaltet. Diesmal kamen die Spenden den Herzkindern zugute. Immer wieder bog der eine oder andere freiwillig ins Out ab, um die Beeren und ihren Reifegrad zu verkosten. Der Reinerlös von € 6500 wurde am Abend Michaela Altendorfer von der Organisation Herzkinder Österreich überreicht. Bruttosieger wurde das Team vom Weingut Uwe Schiefer, Nettosieger das Team vom Weingut Bernhard Ott.

Smaragde für Steinfeder

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ür herausragende journalistische Leistungen im Bereich Wein erhielt Jens Priewe (r.) am 13. September von der Vinea Wachau den Steinfederpreis 2012. Im Restaurant Jamek in Joching überreichte Emmerich H. Knoll (l.) für Vinea Wachau den Preis, dotiert mit den besten Smaragdweinen des Jahrgangs 2011, als Anerkennung für seinen differenzierten Zugang zum Weinjournalismus und seinen Einsatz für das Weinbaugebiet Wachau.

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Geburstag in Linz

Das Gut Guado al Tasso befindet sich ca. 80 km südwestlich von Florenz, in der Nähe des mittelalterlichen Örtchens Bolgheri, in den Maremmen. Das 900 ha große Gut erstreckt sich von der tyrrhenischen Küste bis rauf in die Hügel. Außer Wein werden hier auch Getreide, Mais, Sonnenblumen und Oliven angebaut. Die Weinberge befinden sich auf felsigem, leicht kalkhaltigem Boden 45‒60 m über dem Meeresspiegel. Berühmt ist heute das Gebiet vor allem für die großartigen Rotweine, die international als „Super Tuscans“ bezeichnet werden. Sorte Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und andere rote Rebsorten Ausbau 10 Monate im Barrique, anschließend 4‒monatige Verfeinerung in der Flasche Empfehlung passt gut zu mediterran gewürzten Fleischgerichten aus der Pfanne oder vom Grill, zu Spanferkel, Lammkarree und Käse Trinktemperatur 16º‒18º Celsius Alkohol 13,5 % vol.

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in Jahr ist es nun her, dass Clemens Strobl die Türen des ignis geöffnet hat. In dieser kurzen Zeit hat sich die Vinothek beim Linzer Hauptplatz zu einem der Hotspots in der österreichischen Weinszene entwickelt. Ein Highlight ist die Schatzkammer mit gereiften Weinen und echten Raritäten aus aller Welt. Um das abgeschlossene Jahr gebührend zu feiern und den zahlreichen Wegbegleitern sowie Kunden und Gästen zu danken, zelebrierte das ignis Anfang Oktober seinen ersten Geburtstag. Die internationale Winzer-Top-Liga zu Gast im ignis (v. l. n. r.): Clemens Strobl, Hans Schwarz, Dr. Ernie Loosen, Eric Calozolari, Gerhard Kracher, Daniel Gantenbein.

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Charmantes Service am Wörthersee

Text: Wolfgang Schedelberger Fotos: Werner Krug/Bad Saag

Dass sich das Seerestaurant Saag in kurzer Zeit als eines der besten Lokale Kärntens etablieren konnte, liegt zu einem guten Teil am charmanten Wesen der Sommelière und Restaurantleiterin Ines Hofstadler.

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ie Rolle eines guten Sommeliers verlangt sowohl profundes Fachwissen als auch charmantes Auftreten gegenüber dem Gast. Wenn man dann beim Interview einer jungen, gut aussehenden Sommelière gegenüber sitzt, die sich mit Witz und Eloquenz als charmante Gesprächspartnerin entpuppt, ist man versucht, ihren Erfolg vor allem dem gewinnenden Auftreten zuzuschreiben. Doch trotz ihrer Jugend hat Ines Hofstadler auch fachlich einiges drauf. Sie hat in mehreren der besten Häuser Mitteleuropas gearbeitet und vor zwei Jahren den Vineus-Award in der Kategorie Sommelerie gewonnen. Seit der Eröffnung vor drei Jahren arbeitet sie als Restaurantleiterin und Sommelière im 2-Haubenbetrieb See Restaurant Saag in Techelsberg am Wörthersee.

ÖGZ-Wein: Sie haben nach der Schule gleich bei den Brüdern Obauer in Werfen im Service angefangen. Haben Sie sich schon damals für den Wein interessiert oder hat sich diese Leidenschaft erst schrittweise entwickelt? Ines Hofstadler: Meine Eltern haben im Mühlviertel ein gutbürgerliches Gasthaus, wo ich natürlich immer wieder mitgearbeitet habe. Allerdings war das mit der Art von Kulinarik und Weinkultur, wie ich sie dann bei den Obauers kennen gelernt habe, nicht zu verglei-

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chen. Als junges Mädchen hatte ich natürlich noch kein umfassendes Weinwissen, aber die Materie hat mich schon damals interessiert. Bevor ich aber in den Genuss eines edlen Tropfens kam, musste ich mich mit dem Käse beschäftigen und darin auch beweisen. Heute gibt es für mich nichts Wichtigeres als das harmonische Zusammenspiel von Käse und Wein. Die Botschaft war damals, dass ein Sommelier nicht nur mit Wein zu tun hat, sondern sich auch bei alkoholfreien Getränken, Zigarren, Digestifs und natürlich Käse auskennen muss. ÖGZ-Wein: Aber irgendwann durften Sie dann auch zum Wein? Hofstadler: Ja, natürlich. Sowohl Gerald Lindlbauer als auch sein Nachfolger Alexander Koblinger waren großartige Lehrer für mich, die mir viel gezeigt haben und mich auch einiges probieren ließen. Schließlich geht es beim Wein ja nicht nur um theoretisches Wissen, das man sich anlesen kann, man sollte auch eine Ahnung haben, wovon man spricht. Danach bin ich zu Andre Jäger in die Fischerzunft nach Schaffhausen und ein Jahr später zu Juan Amador nach Deutschland. Beides waren fantastische Adressen. Vor allem konnte ich die großen spanischen und deutschen Weine kennenlernen, und auch in der

Schweiz gibt es den einen oder anderen interessanten Tropfen. ÖGZ-Wein: Wenn man international in 2- und 3-Sterne-Restaurants gearbeitet hat, fällt einem der Weg zurück nach Österreich nicht schwer? Hofstadler: Nein, überhaupt nicht, weil ich ehrlich gesagt, meiner Heimat immer treu geblieben bin und immer gerne heimkam. Aber wenn man die Chance hat, in jungen Jahren in solchen Betrieben zu arbeiten, sollte man das unbedingt nutzen. Außerdem bin ich von Juan Amador nach Velden ins Restaurant Schlossstern gegangen, wo Silvio Nickol dann ja auch zwei Michelin-Sterne erkocht hat. Das war auch deshalb eine großartige Erfahrung, weil Silvio Nickol unglaublich eng mit dem Service zusammenarbeitet, wenn es darum geht, passende Food und WinePairings zu finden. In dieser Zeit habe ich auch den Diplomsommelier gemacht. Als dann das Angebot von Hubert Wallner kam, als Restaurantleiterin das Restaurant Saag zu eröffnen, habe ich sofort zugesagt. Zum einen war es eine tolle Herausforderung mit sehr viel Verantwortung, zum anderen habe ich mich hier am Wörthersee sehr gut eingelebt. ÖGZ-Wein: Das Restaurant hat sich

toll etabliert, und zwar als Ganzjahresbetrieb, was in dieser Lage ja nicht ganz einfach ist. Wie stellen sich die unterschiedlichen Saisonen aus Sicht des Services dar? Hofstadler: Das sind zwei verschiedene Welten, wenngleich wir natürlich immer unser Bestes geben. Im Winter muss man sich viel intensiver um den Gast bemühen, Themen-Dinners veranstalten, Gastköche oder Winzer einladen oder das Lokal aktiv für geschlossene Veranstaltungen anbieten. In der intensiven Zeit von Juni bis August haben wir durchgehend Hochbetrieb, da geht das Mittagsservice häufig nahtlos ins Abendservice über. Das ist mitunter ziemlich stressig, aber die tolle Stimmung, die dann bei uns herrscht, entschädigt dafür. Urlaub, Weineinkauf und Weiterbildung machen wir natürlich außerhalb der Saison. ÖGZ-Wein: Apropos Weiterbildung. Wie bildet man sich als Sommelier eigentlich konkret weiter? Machen Sie solche Reisen privat oder organisieren Sie sich da mit anderen Sommeliers? Hofstadler: Wir sind ja nur eine knappe Autostunde vom Friaul entfernt und auch nach Slowenien, Kroatien und in die Südsteiermark ist es nicht weit. Solche Kurzbesuche mache ich meist privat. Auch unsere Lieferanten sind

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diesbezüglich ganz toll. So werde ich im Herbst mit Wein Wagner ins Piemont fahren, letztes Jahr war ich mit den Döllerers in der Toskana. Mir ist es wichtig, mehr über die Weine, die ich verkaufe, zu wissen, und da ist ein persönlicher Kontakt mit dem Winzer unverzichtbar, am besten natürlich am Weingut selbst. Ein jährlicher Pflichtbesuch ist auch die Prowein in Düsseldorf, weil ich da alle heimischen Winzer mit ihren Weinen an einem Ort habe und mir auch internationale Weine, die mich interessieren, anschauen kann. Außerdem lerne ich viel von unseren Gästen.

Manche von ihnen haben ein unglaubliches Weinwissen, kennen viele Winzer persönlich und wissen auch über die Preise ab Hof oder via Internet bestens Bescheid. ÖGZ-Wein: Hat das eine Auswirkung auf Kalkulation der Weine? Hofstadler: In der heutigen Zeit hat der Wein einen anderen Stellenwert, das heißt, viele unserer Gäste haben auch privat wunderschöne und gut gefüllte Weinkeller. Darum kalkulieren wir unsere Preise fair und arbeiten mit unterschiedlichen Fixaufschlägen. Es spornt

auch unsere Mitarbeiter an, hochkarätige Weine zu verkaufen und als Dankeschön einen Probeschluck vom Gast zu bekommen. Wir haben oft sehr spezielle Anfragen bzw. Wein- oder Champagnerwünsche. Unsere Gäste wissen dabei, dass sie auch Raritäten zu fairen Preisen bekommen. ÖGZ-Wein: In einem 2-Haubenrestaurant am Wörthersee brauchen Sie zweifellos heimische Top-Weine, die man kennt. Wie viel Freiheit haben Sie, auch unbekannte Winzer bzw. wenig bekannte Regionen auf die Karte zu nehmen?

Hofstadler: Ich bin für den Weineinkauf verantwortlich, da habe ich freie Hand. Andererseits muss ich die Weine dann auch verkaufen. Ich denke, der richtige Mix ist entscheidend. Wenn Gäste auf der Karte bekannte Weine zu fairen Preisen sehen, entwickeln sie Vertrauen und sind dann auch bereit, Empfehlungen zu folgen und Sachen zu probieren, die sie nicht kennen. Aber wir wollen unsere Gäste niemals belehren, sondern verführen. Man kann eigentlich sehr schnell einschätzen, welche Gäste sich überraschen lassen wollen und wer die bekannte Marke am Tisch haben will.

Weinbotschafter mit Format

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as Regionale Weinkomitee Weinviertel und die ÖGZ zeichnen seit Jahren jeweils drei hervorragende heimische Gastronomen, die sich um eine attraktive Präsentation von Weinviertler Weinen bemühen, mit einem besonderen Award aus. Das Weinviertel war das erste österreichische Weinbaugebiet, das mit der Einführung einer DAC-Regelung (Districtus Austriae Controlatus) herkunftstypische Weine auszeichnete. Seit nunmehr zehn Jahren tragen die besten Grünen Veltliner des Weinviertels stolz die Qualitätsauszeichnung Weinviertel DAC am Etikett. Ziel war es, die Herkunft der Weine in den Vordergrund zu stellen und den Konsumenten eine klare Botschaft zu vermitteln, was sie sich geschmacklich von einem Weinviertel-DAC-Wein erwarten können. In den romanischen Weinbauländern haben solche Herkunftsgarantien eine lange Tradition, bei uns ist dieses Instrument zur Qualitätssicherung jedoch relativ jung. Deshalb kommt der Gastronomie eine besondere Rolle zu, um Konsumenten die Herkunft und Geschmackstypizität der Weinviertler Weine zu vermitteln. Deshalb zeichnet das Weinkomitee Weinviertel jedes Jahr drei österreichi-

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sche Betriebe, die sich besonders um den Weinviertler Wein verdient gemacht haben, mit einem Award aus. Symbolisch wird diese Auszeichnung durch eine überdimensionale Pfeffermühle dargestellt. Schließlich ist das sortentypische „Pfefferl“ des Grünen Veltliners ein besonderes Merkmal dieser Rebsorte, die sie von anderen Rebsorten unterscheidet und unverwechselbar macht. In der Kategorie „typisch österreichische Küche“ ging der heurige Weinviertel Award an den Prechtlhof in Althofen (Kärnten). Die Familie Kraßnitzer bemüht sich dort seit vielen Jahren um eine entsprechende Weinkultur. Birgit Kraßnitzer, ausgebildete Diplomsommelière und Chefin des Hauses, bietet ihren Gästen nicht nur typische Grüne Veltliner aus dem Weinviertel an, sondern auch ausgesuchte Rot- und Süßweine. In der Kategorie Weinbars und Vinotheken ging der Weinviertel Award 2012 nach Vorarlberg. Genauer gesagt nach Lustenau, wo Katja Alfare die Vinothek Wein & Mehr betreibt. Trotz der großen örtlichen Distanz kennt sie das Weinviertel wie ihre Westentasche. Aufgrund zahlreicher Besuche pflegt sie mit vielen Winzern aus dem Weinviertel enge persönliche Kontakte.

Beste Stimmung im Steirereck (v. l. n. r.): Adi Schmid (Steirereck), Ulli Hager (GF Regionales Weinkomitee Weinviertel), Leopold und Birgit Kraßnitzer (Prechtlhof), Wolfgang Schedelberger (ÖGZ), Katja Alfare (Vinothek Wein & Mehr), Stefan Kraßnitzer, Alexander Jakabb (ÖGZ) sowie Roman Pfaffl (Regionales Weinkomitee Weinviertel)

In der Kategorie „Luxusgastronomie“ wurde diesmal das Restaurant Steirereck und dessen langjähriger Sommelier Adi Schmid mit dem Weinviertel Award 2012 ausgezeichnet. Schmid überrascht seine Gäste immer wieder mit weitgehend unbekannten Weinen aus dem Weinviertel, was vor allem bei weit gereisten Gourmets, die alle großen Weine dieser Welt kennen, besonders gut ankommt. Die Ehrung der drei

kulinarischen Botschafter für Weinviertler Weine fand Mitte September im Restaurant Steirereck statt. Eine Vorstellung der einzelnen Betriebe folgt in den ÖGZ-Ausgaben 42, 43 und 45. Sie können diese Porträts jederzeit auch unter www.weinvierteldac.at und www.gast.at/wein nachlesen.

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Stolz die eigene Herkunft zeigen Das Salzburger Weinhandelshaus Wein Wolf lud Anfang September zu einer hochkarätigen Verkostungsserie mit dem Titel „die großen Terroirs Europas“. TopWinzer aus Bordeaux und dem Burgund, dem Piemont und der Toskana sowie aus dem Rioja und der Wachau sprachen über ihre besten Weine und deren Herkunft. TEXT: WOLFGANG SCHEDELBERGER FOTOS: LARRY WILLIAMS

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erroir ist wohl das am meisten strapazierte Wort der Weinwelt überhaupt. Es stammt aus dem Französischen und bedeutet in etwa Gegend. Auf den Weinbau bezogen, umschreibt man damit die naturgegebenen Faktoren eines Stück Landes, also nicht nur die geologische Zusammensetzung des Bodens, sondern auch die Besonderheiten einer Lage und das jeweilige Mikroklima. Heute ist das Angebot an verschiedenen Weinen so groß wie niemals zuvor. Nicht nur aus Übersee kommen gute Weine oft zu erstaunlich günstigen Preisen. Auch in Europa selbst kämpfen neue (oder wieder entdeckte) Regionen, um einen Stück des WeinmarktKuchens. Das gilt nicht nur für große Weinländer wie Frankreich, Italien oder Spanien, sondern auch für Länder wie Kroatien, Ungarn oder Rumänien, die bis vor Kurzem am internationalen Markt praktisch keine Rolle spielten. Nicht nur Konsumenten, auch so mancher Sommelier ist von dieser neuen Weinvielfalt überfordert. Muss man jede Mode mitmachen? Muss man wirklich über die autochthonen Rebsorten Kroatiens oder den aktuellen Jahrgang in Rumänien Bescheid wissen? Welche Weine müssen auf einer guten Weinkarte vertreten sein? „Man kann an vielen Orten in Europa Weinbau betreiben, und wenn die Lage halbwegs passt und man professionell an die Sache herangeht, werden saubere, vielleicht sogar recht gute Weine dabei herauskommen. Doch das Angebot an mittelprächtigen Weinen ohne Identität und Charakter ist jetzt schon viel zu groß. Wir wollen mit unserer Verkostungsserie zeigen, dass Terroirweine aus den tra-

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Eine hochkarätige Runde im Burghotel in Oberlech. Hinten: Heinz Sigl, Marta Bujanda, Jean-Pierre Mourgues; Mitte: Christian Lucian (Burghotel), Alberto Cordero di Montezemolo, Johannes Einzenberger, Francesco Bufalini; vorne rechts: Peter Hellweger (Weinwolf)

ditionellen Weinbauregionen viel mehr zu bieten haben. Natürlich muss man sich dann mit der Herkunft auseinandersetzen, doch der Genuss ist um ein Vielfaches größer“, erklärte Johannes Einzenberger, Verkaufsleiter von Wein Wolf, was ihn bewogen hat, Gastronomen und Hoteliers aus Westösterreich zur Verkostungsserie „Die großen Terroirs Europas“ einzuladen. Gemeinsam mit Top-Winzern aus Spanien, Italien, Frankreich und Österreich machte er Anfang September in Zell am See (Grand Hotel), Kitzbühel (Schwarzer Adler) und Oberlech (Burghotel) Station.

Wachau: Beste Lagen an beiden Ufern der Donau Den Auftakt des Verkostungsreigens machte im Burghotel der Winzerhof Sigl aus Rossatz in der Wachau (bei den beiden vorhergehenden Veranstaltungen war MW Roman Horvath von der Domäne Wachau dabei). „Unsere dreistufige Qualitätspyramide von Steinfeder über Federspiel bis hin zum SmaHeinz Sigl aus der Wachau geht dem Geheimnis großer Rotweine auf die Spur

ragd haben die Konsumenten verstehen gelernt. Dass es in der Wachau jedoch auch unterschiedliche Lagen gibt, und die Weine aus unterschiedlichen Lagen auch unterschiedlich schmecken, ist bei vielen Konsumenten leider noch nicht angekommen“, erklärte Heinz Sigl. Seine Weingärten liegen in und um Rossatz, also südlich der Donau. Er hatte zwei Federspiele (Grüner Veltliner und Riesling) aus der Lage Kirnberg mitgebracht sowie zwei Grüne Veltliner Smaragd aus den Lagen Steiger und Frauenweingarten (alles Jahrgang 2011). Gerade weil der Jahrgang und die Handschrift des Winzers bei allen vier Weinen gleich war, zeigte sich sehr schön der Einfluss der jeweiligen Lage auf den fertigen Wein.

Burgund: Identität und Eleganz in allen Klassen Den zweiten Flight bestritt Gérard Boudot von der Domaine Sauzet aus Puligny-Montrachet. Die Burgund mag, was die Lagenklassifizierung betrifft, für Laien ein Buch mit sieben Siegeln sein.

Andererseits gibt es wohl keine andere Weinbauregion auf der Welt, in der die Bedeutung auch kleinster Einzellagen so betont wird wie hier. Schon der erste Wein, ein „einfacher“ Puligny-Montrachet AC 2010 machte klar, weshalb weiße Burgunder weltweit so begehrt sind. Trotz seiner Jugend zeigte dieser Wein schon unverkennbar seine Herkunft. Noch deutlich mineralischer und eleganter der zweite Wein der Domaine Sauzet, der Premier Cru „Champ Canet“ aus dem Jahr 2009. Es folgten zwei 2008er-Weine, der 1er-Cru La Garenne sowie der Batard-Montrachet Grand Cru, die beide eindrucksvoll die große Klasse dieses Terroirs zeigten. Dabei war der mehr als drei Mal so teure Grand Cru nicht unbedingt ausdruckstärker als der 1er-Cru, aber dafür noch feingliedriger und eleganter. Der BatardMontrachet wird aufgrund seines Preises wohl nur der absoluten Top-GastroBurgund von seiner schönsten Seite: Die Weine von der Domaine Sauzet aus Puligny-Montrachet

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Terroir der Conca d’Oro spiegeln sie jedoch in perfekter Art und Weise wider. Gerade durch die Beschränkung auf lediglich zwei Cuvées zeigt, dass man nicht den Ausdruck einzelner Rebsorten herausarbeiten will, sondern sich um gebietstypische Weine mit eigener Handschrift bemüht.

St. Emilion: Kleinste große Lagen am rechten Ufer Bordeaux ist das berühmteste Weinbaugebiet überhaupt. Die Top-Weine, Oben: Alberto Cordero di Montezemolo vom gleichnamigen Weingut aus La Morra, Piemont Rechts: Francesco Bufalini, Kellermeister auf La Massa

Rioja: Ein Tinto aus einem Garten

nomie Österreichs vorbehalten bleiben, die drei anderen Weine der Domaine Sauzet wären jedoch für die Weinkarte jedes guten Restaurants des Landes eine willkommene Bereicherung.

Barolo und Barbera vom Grafen Alberto di Montezemolo vertrat seine Familie mit ihrem gleichnamigen Weingut in La Morra. Aufgrund der Erbschaftsregelung im Piemont, die vorsah, dass Weingärten zu gleichen Teilen unter den Söhnen aufgeteilt werden mussten, haben die meisten Weingüter der Langhe weit verstreute, kleine Weingärten. Größere zusammenhängende Weingärten gibt es ganz selten. Das Weingut Cordero di Montezemolo ist da eine Ausnahme, was es der adeligen

Familie ermöglicht, auch Crus in vernünftigen Mengen zu erzeugen. Der normale Barbera d’Alba DOC 2011 ist ein Verschnitt verschiedener Lagen aus La Morra. Bei diesem jungen Wein geht es nicht darum, das Terroir einer Kleinlage herauszuarbeiten, sondern einen für die Region typischen, unverkennbaren Wein zu keltern, erklärte Alberto di Montezemolo. Demgegenüber stammt der Barbera d’Alba Superiore Funtani 2009 aus einer Einzellage, die mit über 50 Jahre alten Weinstöcken bestückt ist. Wirklich interessant wurde es dann bei den beiden Barolos DOCG aus dem Jahr 2008. Der Monfalletto stammt aus einer Großlage und ist so etwas wie der Signature-Wein des Weingutes. Die lehmigen, kaum kalkhaltigen Böden verleihen ihm Komplexität und Eleganz. Im Gegensatz zu manch anderen Barolos sind die Tannine trotz der Jugend des Weins schon erstaunlich sanft und geschmeidig. Ein echter Cru ist der Enrico VI, der vom einzigen Weingarten der Montezemolos stammt, der nicht in La Morra liegt. Der Weinberg Villero in Castiglione Falletto ist historisch besonders bedeutsam und gilt als eine der besten Barolo-Lagen überhaupt. „Die sehr alten Rebstöcke transportieren die Besonderheiten dieser Lage sehr ausdrucksvoll und bringen neben der Kraft, die ein großer Barolo einfach haben muss, auch die viel zi-

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Asteries und Le Dome (99 Parker-Punkte!) sind Einzellagen. Die Rebsorten (zwischen 80 und 85 % Merlot, der Rest Cabernet Franc) sind bei allen Weinen gleich, dennoch waren trotz des gleichen Jahrgangs (2009) deutliche Unterschiede zu erkennen. „Von der Größe des Weingartens her, würde es sich nicht auszahlen, Les Asteries separat zu füllen, aber dieser Weingarten bringt Weine mit einer für Bordeaux untypischen Mineralität hervor, den unserer Kunden ganz besonders schätzen“, beschrieb Monsieur Mourgues den interessantesten Wein des Flights.

tierte Komplexität in den Wein“, erklärte Montezemolo.

Chianti Classico mit eleganter Bordeaux-Stilistik Herkunft ja, Tradition nur bedingt! So könnte man das Motto von La Massa umschreiben. Die 25 Hektar Weingär-

ten des Kult-Weinguts La Massa liegen in der zu Panzano gehörenden TopLage Conca d’Oro, also im „goldenen Becken“. Seine große Fangemeinde hat sich La Massa gerade deshalb erworben, weil die Weine La Massa und Giorgio Primo nicht so wie die „normalen“ Chianti Classicos der Nachbarbetriebe schmecken. Neben Sangiovese setzt man hier auch auf die Bordeaux-Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot. „Schlussendlich geht es darum, die richtigen Rebsorten für die richtige Lage zu finden und dann die Weingarten- und Kellerarbeit so zu gestalten, dass ein einzigartiger Wein entsteht. Es geht immer um die Natur und den Menschen, denn das viel zitierte Terroir entsteht ja nicht von alleine“, erklärte Francesco Bufalini, der seit Jahren Kellermeister auf La Massa ist. Er stellte jeweils zwei Jahrgänge (2006 und 2009) vom „einfacheren“ La Massa dem Flaggschiff Giorgio Primo gegenüber. So sind La Massa und Giorgio Primo zwar keine typischen Chianti Classico DOCGs (sie werden auch als IGT gefüllt), das großartige Jean-Pierre Mourgues vom Châteaux Teyssier über das besondere Terroir am rechten Garonne-Ufer

die von hier kommen, sind die teuersten der Welt. Gemeinhin orientiert man sich einerseits nach der offiziellen CruKlassifizierung der Betriebe, zum anderen nach den jeweiligen Orten (Pauillac, St. Estephe, St. Emilion etc.). Doch nicht nur in St. Emilion, wo der GrandCru-Betrieb Château Teyssier liegt,

offenbart ein Blick in die Weingärten, dass die Böden sich auch auf engstem Raum sehr unterschiedlich gestalten. „Wir wollten die Besonderheiten der einzelnen Terroirs in unserem Besitz herausarbeiten, weil wir denken, dass ein interessierter Weinfreund noch mehr Freude am Genuss unserer Weine hat. Würden wir, wie viele andere Betriebe in der Gegend, nur ein oder zwei Weine füllen, wären die wahrscheinlich auch sehr gut, aber etwas von der besonderen Eigenheit jeder unserer Lagen würde verloren gehen, und das wollen wir nicht“, erklärte Jean-Pierre Mourgues vom Weingut Teyssier. Mit 50 Hektar ist Château Teyssier zwar nicht klein, dass insgesamt acht verschiedene Weine angeboten werden, ist dennoch äußerst bemerkenswert. Der günstigste Wein der Probe heißt schlicht Teyssier und stammt aus verschiedenen Lagen, die Trauben für den Château Laforge stammen aus drei unterschiedlichen Weingärten, Château Les

Den Abschluss des Verkostungsreigens bestritt die charmante Marta Martinez Bujanda von der Finca Valpiedra aus der DO Rioja (bei den vorangegangenen Verkostungen in Zell und Kitzbühel war Miguel Torres dabei). Rioja ist ein sehr großes Weinbaugebiet, das sich in Subregionen teilt und recht unterschiedliche Weintypen liefert. Die gemeinsame Klammer ist immer die prominente Rolle des Tempranillo. Das gilt auch auch auf Valpiedra, wobei auch kleine Mengen von Mazuelo, Graciano und Cabernet Sauvignon angebaut werden. „Wir beschränken uns bewusst auf eine jünger zu trinkende Crianza und eine Reserva, weil alle unsere Weine aus einem einzigen Weingarten kommen. Natürlich haben wir eine eigene Handschrift, aber unsere Sprache heißt Rioja. Wenn man wie wir die Möglichkeit hat, Weine mit einer klar erkennbaren Herkunft zu erzeugen, sollte man dies auch tun. Für Experimente eignen sich jüngere Weinbaugebiete besser“, erklärte Marta Bujanda. Sowohl der 2009 Rioja Cantos Crianza als auch der 2006er- Rioja Valpiedra Reserva zeigten sich als überzeugende Vertreter ihrer Herkunft. „Wir wollen unseren Kunden dabei behilflich sein, ihre Gäste mit Weinen zu begeistern, die einerseits individuell und einzigartig sind, gleichzeitig aber eine gebietstypische Stilistik bieten.

Marta Martinez Bujanda von der Finca Valpiedra

Aus diesem Spannungsbogen zwischen Rahmen – also Terroir – und Freiheit – die Handschrift des jeweiligen Betriebs – entstehen mit etwas Glück wirklich große Weine“, erklärte Johannes Einzenberger zum Abschluss der Verkostung. Alle Weine erhältlich bei: Wein Wolf Münchner Bundesstraße 107, 5020 Salzburg Tel.: 0662/42 14 64, Fax: DW 20

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Uhudler ohne Alkohol Sprudelndes aus Spanien

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arpe Diem Kombucha erweitert sein Sortiment Classic, Quitte und Cranberry in limitierter Abfüllung um die besondere Sorte Uhudler: Ein einzigartiger Genuss basierend auf der Kulttraube des Südburgenlands. Die neue Sorte ist ab Anfang Oktober exklusiv und in limitierter Abfüllung bei Wein & Co und in der ausgewählten Gastronomie erhältlich. Der einzigartige Geschmack von Carpe Diem Kombucha Uhudler entsteht durch die mehrfache, schonende Fermentation ausgewählter Kräuter und dem (alkoholfreien) Saft aus der exklusiven Uhudler-Auslese. So reift ein Premiumgetränk in hellroter Kirschfarbe, das wohltuende Bekömmlichkeit mit einer Fülle beeriger Aromen wie Waldbeeren, Himbeeren und Blaubeeren in Verbindung mit Vanille, Nelke und leichten erdigen Tönen aufweist.

Neuer Jahrgang zum runden Geburtstag

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aurent Perrier feierte dieser Tage auch in Wien seinen 200. Geburtstag mit einem rauschenden Fest, zu dem auch Exportdirektor Arnaud Longuent aus der Champagne nach Wien kam. Er nutzte die Gelegenheit, um einen Jahrgangswechsel beim beliebten Millésime bekannt zu geben. Dieser exklusive Jahrgangschampagner wird nur in guten Jahren gefüllt, die Präsentation eines neuen Jahrgangs passiert also nicht jedes Jahr. Auf den Jahrgang 2002 folgt jetzt der Millésime 2004, der den vollen Charakter dieses Weinjahres zum Ausdruck bringt, ohne jedoch den frischen und reinen Stil des Hauses zu vernachlässigen.

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eit kurzem bereichert ein neuer spanischer Cava in drei prickelnden Varianten das Sortiment der Sektkellerei Henkell & Co. Im Angebot stehen der zartduftige, feinperlige Cavas Hill 1887 Brut, der halbtrockene Cavas Hill 1887 Semiseco und Cavas Hill 1887 Rosado, der prickelnden Hochgenuss für alle Rosé-Liebhaber. Die stilvollen, in klarem Design gestalteten Flaschenetiketten sorgen für einen edlen und gleichzeitig modernen Auftritt der Marke. Cava ist eine der bekanntesten Spezialitäten Kataloniens.

Das Wasser zum Wein

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asteiner macht sich nicht nur aufgrund der hochwertigen Ausstattung der exklusiven Gastronomieflasche auf jedem gepflegten Restauranttisch gut. Auch geschmacklich ist es eine optimale Begleitung edler Weine, das meint kein Geringerer als der deutsche Sommelier-Weltmeister Markus del Monego: „Gasteiner natur ist im Geschmack sehr fein, neutral und mit wenig mineralischen Komponenten im Abgang. Gasteiner natur ist für mich die optimale Ergänzung zu Rotwein und trockenem Weißwein.“

Erfolge mit den eigenen Marken Eigenmarken spielen auch in der Welt des Weins eine wichtige Rolle, wenngleich hier andere Gesetze gelten als etwa im Lebensmittelhandel. Viele erfolgreiche Hotels und Restaurants lassen sich von renommierten Winzern Top-Weine mit eigenen Etiketten füllen. Auch die Weinexperten vom C+C-Spezialisten Metro setzen erfolgreich auf diesen Trend.

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m Weingeschäft spielen Marken traditionell eine große Rolle. Deshalb führt Metro in all seinen heimischen C+C-Märkten auch ein breites Sortiment an tollen Weinen von bekannten Winzern aus Österreich, Europa und Übersee. Das heißt aber nicht, dass für Eigenmarken bzw. Metro-Exklusivmarken kein Platz wäre. Ganz im Gegenteil. „Vor allem Gastronomen, denen es um ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis geht, sind mit unseren Eigenmarken bestens bedient. Es handelt sich ja nicht um beliebige „No-Name-Produkte“, sondern um Weine, für die wir mit unserer Weinkompetenz gerade stehen“, erklärt Marcus Wieschhoff, der bei Metro Österreich fürs Weingeschäft verant-

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wortlich ist. Metro verfolgt den Aufbau starker und verlässlicher Eigenmarken auch auf dem internationalen Parkett. Dabei arbeitet man immer mit Winzern zusammen, die über viele Jahre bewiesen haben, dass sie verlässlich höchste Qualitäten liefern können. So wird der Barolo Alte Rocche Bianche vom Weingut Batasiolo vinifiziert, der für seine Barolos mit eigenem Etikett regelmäßig drei Gambero-Rosso-Gläser abräumt. Die Metro-Champagner werden von Lanson und Pommery vinifiziert. Marcus Wieschhoff war für Metro Österreich schon länger auf der Suche

nach einem Zweigelt sowie einem Grünen Veltliner und einer Weißweincuvée, die sich für die Abfüllung einer Metro-Exklusivmarke eignen würden. Beim Weingut Nastl aus Langenlois wurde er schließlich fündig. „Verlässlichkeit sowie ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis waren unverzichtbare Voraussetzungen. Wir wollten auch kein Phantasieprodukt, sondern einen Wein von einem echten Winzer aus einer namhaften Region“, meint Wieschhoff. Die Wertigkeit der neuen Exklusivmarke wird auch durch die edle Aufmachung unterstrichen. So gibt es keine Papieretiketten mehr, das

Strahlende Gesichter bei Metro für vier AWC-Goldmedaillen (v. l. n. r.): Diplomsommelier Klaus Schmid, Abteilungsleiter Metro Simmering, Kellermeister Josef Wolkerstorfer, Abteilungsleiter Metro Vösendorf, und Marcus Wieschhoff, verantwortlich für das Weingeschäft bei Metro-Österreich

ganze Etikett wurde einbrennlackiert. Doch Metro wollte den Claim der Wertigkeit seiner Marken auch von unabhängiger Seite bestätigen lassen, also reichte man mehrere Weine beim internationalen Weinwettbewerb AWC ein, wo sie gleich mehrere Top-Bewertungen (vier Mal Gold, acht Mal Silber) erhielten.

Besonders gefreut hat sich Wieschhoff und sein Team natürlich über die Goldmedaille für den NastlZweigelt. „Schließlich ist es ja entscheidend, dass nicht nur wir unsere Weine mögen, sondern auch, dass sie auch unseren Kunden und deren Gästen schmecken“, so Wieschhoff abschließend.

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Bruno Paillard hat sich 1981 seinen großen Traum verwirklicht und ein eigenes Champagner-Haus gegründet. In den letzten 30 Jahren hat er es kontinuierlich weiter entwickelt. Seit Kurzem werden die begehrten Champagner von Bruno Paillard in Österreich vom Weinhandelshaus Döllerer vertrieben.

Ein schäumender Traum wird wahr D reißig Jahre sind eine lange Zeit, in der man einiges bewegen kann. Es ist aber auch ein kurzer Zeitraum, wenn es darum geht, eine Champagner-Marke mit globaler Strahlkraft zu entwickeln. Andere Champagner-Häuser mit klingenden Namen sind schließlich seit mehreren Hundert Jahren im Geschäft. Es ist daher nicht nur beachtlich, welche durchgehend hohe Qualität die verschiedenen Etiketten von Bruno Paillard Jahr für Jahr auszeichnet, sondern auch, wie sich diese Champagner-Marke am Markt etablieren konnte. Neben der hohen Qualität ist es auch eine bewusste Wahl des Vertriebs, der dazu beigetragen hat, dass man heute in vielen der besten Restaurants der Welt den Première Cuvée Brut von Bruno Paillard als Haus-Champagner ausschenkt. „Mir ist es wichtig, dass jede meiner Flaschen schmeckt. Dafür brauche ich Vertriebspartner, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann und die garantieren, dass meine Weine immer perfekt transportiert und gelagert werden. Auch der beste Champagner büßt an Qualität ein, wenn er monatelang ungekühlt in Supermarktregalen steht. Ich wollte daher lieber mit Gastronomen zusammenarbeiten, die mein Produkt verstehen und entsprechend präsentieren“, erklärt Bruno Paillard.

Lange Reifung, niedrige Dosage Bruno Paillard hat sein Projekt mit ganz konkreten Vorstellungen, wie sein Champagner schmecken soll, gestartet. Auch wenn es am Anfang finanziell nicht einfach war, hat er sich dazu entschieden, auch seinen Basis-Champagner zwischen 36 und 42 Monaten statt der vorgeschriebenen 15 Monate auf der Hefe reifen zu lassen. Das Mousseaux wird dadurch noch zarter, am Gaumen präsentiert sich der Wein finessenreicher und eleganter. Zum zweiten verwendet Paillard bei seinen Champagnern eine deutlich niedrigere Dosage als die meisten anderen Häuser (maximal sechs Gramm). Somit schmecken seine Champagner „weiniBrut Première Cuvée 45 % Pinot Noir, 33 % Chardonnay, 22 % Pinot Meunier, mindestens drei Jahre auf der Hefe, niedrige Dosage (6 g./L), die für einen lebhaften Auftakt sorgt, sehr feine Perlage

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ger“ und subtiler. Weil dadurch die Besonderheiten der Grundweine deutlicher zutage treten, ist es wichtig, nur Trauben aus den besten Lagen zu verwenden, weil man eventuelle Schwächen nicht mit der Dosage kaschieren kann. Von den 28 Hektar, die Bruno Paillard mittlerweile sein Eigen nennen kann, befinden sich 16 Hektar in Grand-Cru-Lagen. Im Gegensatz zu größeren Produzenten hat Paillard von Anfang an auf Transparenz gesetzt. So ist auf dem Rückenetikett jeder Flasche das Degorgier-Datum vermerkt. „Ich lege bei allen meinen Flaschen auf ein hohes Lagerpotenzial großen Wert. Aber jeder Kunde soll wissen, wann die Flasche degorgiert wurde und sie den Keller verlassen hat. Wenn man Vertrauen zu seinen Vertriebspartnern hat, gibt es keinen Grund, das Degorgier-Datum zu verheimlichen“, meint Paillard.

jetzt nach Österreich bringen konnten. In den letzten Jahren hat sich bei uns langsam eine Champagner-Kultur entwickelt, sodass zunehmend der Geschmack und nicht nur die Bekanntheit des Etiketts bei der Wahl der Marke entscheidet. Mit Bruno Paillard bieten wir der Gastronomie einen hochwertigen Champagner, der die Weinkompetenz eines engagierten Betriebes unterstreichen kann“, freut sich Hermann Döllerer über das „jüngste Kind“ in seinem Sortiment. Interessierte Gastronomen können auf der Alles für den Gast in Salzburg (10. bis 14. November 2012) am Döllerer-Stand in Halle 1 die verschiedenen BrunoPaillard-Champagner verkosten.

Qualität auf allen Ebenen Auch wenn die Champagner von Bruno Paillard reifer als die meisten anderen Champagner auf den Markt kommen, überzeugen sie immer mit Frische und Eleganz. Darüber hinaus ist Paillard eine gewisse Komplexität in seinen Weinen wichtig, die sich bei den Millésimes noch deutlich steigert. Auch dabei lässt sich Paillard mehr Zeit als die meisten seiner Kollegen. Die aktuellen Millésimes stammen aus dem Jahre 1999! Die absolute Spitze der Qualitätspyramide stellt der rare Jahrgangschampagner „Nec plus ultra“ N.P.U. dar. Aktuell verfügbar ist das Jahr 1996! Neben den exklusiven Jahrgangschampagnern und der Brut Première Cuvée (45 % Pinot Noir, 33 % Chardonnay, 22 % Pinot Meunier) füllt Bruno Paillard noch einen Blanc de Blanc Réserve, dessen Weine ausschließlich aus Grand-Cru-Lagen stammen, sowie einen filigranen Rosé, der – wie alle Champagner aus dem Hause Bruno Paillard – ein unglaubliches Reifepotenzial besitzt. „Wir sind sehr glücklich, dass wir Bruno Paillard Brut Millésime 1999 Aktuell im Angebot der Jahrgang 1999; 100 % Chardonnay aus Grand-Cru Lagen; komplex, elegant und immer noch unglaublich frisch, großes Lagerpotenzial

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Rosé Première Cuvée Außergewöhnlicher RoséChampagner der neben Pinot Noir auch einen kleinen Anteil Chardonnay enthält, großartiges Reifepotenzial; perfekt zu Geflügel, Kalbfleisch und Käse

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Ein Business-Plan für Jahrhunderte

Der Name Antinori ist in Österreich jedem Weinfreund geläufig. Doch es ist gar nicht so einfach, einen Überblick über das laufend wachsende Weinimperium des Marchese Piero Antinori zu behalten. So machten wir uns auf den Weg in die Toskana, um selbst Nachschau zu halten. Als kundiger Reiseleiter hatten wir Mino Zaccharia, Geschäftsführer der Cantinetta Antinori in Wien, dabei.

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nsere Geschichte beginnt einerseits im Jahr 1385, als Giovanni di Piero Antinori der Gilde der Florentiner Weinmacher beitritt. Welches andere Familienunternehmen kann von sich behaupten, dass es seit über 700 Jahren durchgehend im Weingeschäft tätig ist? Andererseits beginnt unsere Geschichte auch im Jahr 1970 als Piero Antinori mit „Tignanello“ den ersten „Supertuscan“ im Chianti Classico produzierte und damit die moderne Weinbaugeschichte Italiens einläutete.

Tignanello ist der Name des Stammweinguts der Familie Antinori, das sich auf halbem Weg zwischen Siena und Florenz im Chianti Classico befindet. In den späten 1960er-Jahren begann der junge Piero Antinori mit den französischen Rebsorten Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot zu experimentieren. „Wieso schmecken die Weine aus dem Bordeaux so viel besser als unsere Weine? Liegt das vielleicht an den Rebsorten?“, so seine Überlegungen.

Zwei Weine schreiben Geschichte Damals musste jedem Chianti Classico auch weiße Trauben beigemischt werden, eine Beigabe von internationalen Rebsorten war nicht gestattet. Seit 1982 ist die Cuvée des Tignanello unverändert (80 % Sangiovese, 15 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc). Seinem weltweiten Siegeszug hat das bis heute nicht geschadet. Zwar dürfte man den Tignanello heute als Chianti Classico Riserva klassifizieren, weil der geforderte Mindestanteil von 80 % Sangiovese erreicht wird,

Die Antinori-Weingüter in Italien Tignanello: Stammhaus im Chianti Classico, Weine: Tignanello, Solaia und Marchese Antinori Chianti Classico Riserva DOCG Péppoli: Das Weingut liegt in der Nähe von Tignanello, Chianti Classico DOCG Badia á Passignano: Weingut im Chianti Classico, DOCGWeine La Braccesca: DOCG Vino Nobile di Montepulciano und DOC-Cortona Pian delle Vigne: Brunello di Montalcino DOCG, Grappa Guado al Tasso: Bolgheri, Schwerpunkt Bordeaux-Rebsorten Fattoria Aldobradesca: in der südlichen Maremma gelegen, Rebsorten: Aleatico, Malbec Le Mortelle: neues, biologisches Weingut in der südlichen Maremma

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punkt Weißwein (es gibt einen eleganten Pinot Noir): Cervaro della Sala, weitere Umbria-IGTWeine in Weiß, ein Orvieto DOC namens San Giovanni della Sala Weingüter in Italien, die zu Antinori gehören, im Gegensatz zu den Gütern in der Toskana und Umbrien aber nicht das AntinoriLabel tragen:

Santa Cristina: in der Nähe von Cortona gelegene Kellerei, auf der die „einfacheren“ AntinoriWeine meist ohne DOC-Status gekeltert werden

Monteloro: Weingut in der Nähe von Florenz, Schwerpunkt IGT-Weißweine Castello della Sala: In Orivieto gelegenes Gut mit Schwer-

Montenisa: „Kleines“ Weingut in der Franciacorta, auf dem hervorragende Schaumweine gekeltert werden Prunotto: großes Weingut in der Langhe (Piemont); u. a. Barbera d’Alba DOC, Barolo DOCG und Barbaresco DOCG; Tormaresca: Vorzeigeweingut in Apulien mit Fokus auf autochthone Rebsorten wie Aglianico, Negroamaro Primitivo

aber darauf verzichtet man. Schließlich steht dieser Wein mittlerweile für sich selbst. Etwas später entstand der Solaia, der mit Abstand teuerste Wein der Antinoris. Auf dem besten Weingarten des Gutes Tignanello, der Solaia heißt, pflanzte Antinori Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc aus. Während er beim Tignanello den Cabernet Sauvignon nur als Ergänzung zu den besten Sangiovese-Trauben benutzte, spielt er beim Solaia die Hauptrolle. Auch dieser Wein wurde ursprünglich als Vino da Tavola abgefüllt und läuft heute, so wie die meisten Supertuscans als IGTWein. Im Jahr 2000 wurde der Solaia 1997 vom amerikanischen Magazin Winespectator als „Wine of the Year“ ausgezeichnet, womit toskanische Weine auch in den Augen des USKonsumenten im internationalen TopSegment angekommen waren. Weiters wird auf dem 127 Hektar großen Stammweingut der Antinoris natürlich auch ein hervorragender Chianti Classico Riserva mit dem Namen Marchese Antinori gekeltert, der immer erst nach großzügiger Flaschenreifung auf den Markt kommt. Aktuell ist der Jahrgang 2008 erhältlich. Weitere Chianti Classico DOCGs aus dem Hause Antinori kommen von den Weingütern Péppoli und Badia à Passignano. Der Grund, weshalb die Weine dieser Güter (das Gleiche gilt auch für La Braccesca und Guardo al Tasso) sich durchgehend so außergewöhnlich Alle Weine erhältlich bei Morandell Tel.: 05332/7855-0

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Der stolze Papa mit seinen Töchtern im Weingarten: Marchese Piero Antinori mit Albiera, Allegra und Alessia

hochwertig präsentieren, liegt darin, dass man es sich leisten kann, nur das beste Traubenmaterial zu verwenden. Jenes Traubenmaterial, das nicht gut genug für die Top-Weine ist, kommt in die Basismarke „Santa Cristina“, die keine nähere Ortsangabe trägt, oder wird verkauft. Wir besuchten Tignanello einen Tag bevor die Ernte startete, und hatten daher die Möglichkeit, in aller Ruhe die Keller zu besichtigen, denn es herrschte die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Während die Gutsvilla den Charme vergangener Jahrhunderte versprühte, herrscht im Keller Hightech, wobei nach wie vor traditionell gearbeitet wird. „Der neue Keller erleichtert die Arbeit, weil die Wege kürzer sind und wir keine Pumpen mehr brauchen, das erledigt jetzt die Schwerkraft“, erläutert Renzo Cotarella, beim Abendessen, das wir in der Trattoria Badia à Passignano einnahmen. Cotarella ist für das gesamte Weingeschäft verantwortlich und seit 1981 durchgehend bei Antinori beschäftigt. (Siehe Interview). Am nächsten Tag geht es weiter zu La Braccesca, einem der größeren Weingüter der Antinoris, das gleich neben dem Lago di Trasimeno liegt. Das Besondere an La Braccesca ist, dass es Weingärten in gleich zwei DOC-Regionen hat. Zum einen werden hier Vino Nobile di Montepulciano gekeltert, zum anderen Syrah-basierende Weine mit der Herkunftsbezeichnung DOC Cortona. Antinori

hat La Braccesca in den frühen 1990erJahren übernommen, um im Portfolio der großen toskanischen Terroirs auch einen Vino Nobile di Montpulciano dabei zu haben. Die Weine mit dieser Herkunftsbezeichnung gibt es in drei Qualitätsstufen: den Sabazio Vino Rosso di Montepulciano DOC, einen Vino Nobile di Montepulciano DOCG und die Einzellagenabfüllung Vigneto Santa Pia, ein Vino Nobile di Montepulciano DOCG Riserva. Weniger bekannt sind jedoch die Weine aus der noch recht jungen DOC Cortona, die es erst seit 1999 gibt. Hier dürfen auch DOC-Weine mit internationalen Rebsorten produziert werden, wobei sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt hat, dass Boden und Klima dem Syrah sehr entgegenkommen. Schon der einfache Achelo 2010 überzeugte mit würziger Frucht und jeder Menge Trinkspaß. Der im kleinen Holz ausgebaute Bramasole zeigt sich den großen Syrahs aus dem Rhonetal ebenbürtig. Ein mächtiger Wein, der sich dank großzügiger Fass- und Flaschenreifung seidenweich präsentiert. Aktuell im Verkauf sind die Jahrgänge 2006 und 2007.

Die großen Terroirs der Toskana Zeitlich ging sich ein Besuch auf Pian del Vigne, dem Antinori-Weingut in Montalcino, auf dieser Reise leider nicht aus, doch sind die Weine in Österreich ja bestens bekannt. Die Antinoris übernahmen das Weingut 1995 und keltern nur zwei Top-Weine (keinen einfachen Rosso di Montalcino): den Pian delle Vigne Brunello di Montalcino DOCG (aktuell im Verkauf ist der Jahrgang 2006) und in sehr guten Jahren eine Riserva aus der Einzellage Vigna Ferrovia. Des Weiteren wird noch ein Grappa produziert. Unser Weg führte uns an die Küste, in

Besuch aus Österreich auf La Braccesca – Reiseleiter Mino Zaccaria (5. v. r.) war bestens vorbereitet

eine Weinbauregion, die in den letzten Jahren boomt wie kaum eine andere der Toskana. In Bolgheri, im Herzen der sich wie ein Amphitheater ausbreitenden Lagen, liegt das Antinori-Anwesen Guado al Tasso. Auf rund 300 Hektar Rebfläche wird eine Vielzahl an Weinen gekeltert. Für den österreichischen Markt mögen die beiden Weißweine Camillo und Vermentino sowie die beiden Rosés Gherardo und Scalabrone weniger Bedeutung haben, am italienischen Heimmarkt sind sie jedoch heiß begehrt. Wir interessierten uns mehr für die beiden Rotweine Bruciato und die TopCuvée Guado al Tasso. Die beiden Kultweine Ornellaia und Sassicaia haben das Bolgheri weltweit bekannt gemacht und gezeigt, welches Potenzial dieses Terroir mit den Bordeaux-Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc bietet. Neben dem Boden ist es auch das ganz spezielle Mikroklima, das das Bolgheri für den Weinbau so geeignet macht. Während es im Sommer nur ein paar Kilometer weiter brütend heiß wird, werden die Weingärten des Bolgheri ab dem frühen Nachmittag permanent von einer kühlen Brise durchweht. Hier gedeihen ausdrucksstarke Weine mit Tiefgang und Biss. Schon der Bruciato – eine Cuvée aus 50 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot und 20 % Syrah – zeigt das Potenzial, für das das Bolgheri berühmt ist. Sein attraktiver Preis macht ihn gerade für die heimische Gastronomie zu einem extrem beliebten Wein. Etwas tiefer in die Tasche greifen muss man, wenn man sich den Topwein Guado al Tasso (65 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot, 12 % Cabernet Franc, 3 % Petit Verdot) leisten will, verglichen mit Ornellaia oder Sassicaia ist er bei ähnlichem Qualitätsniveau jedoch immer noch ein Schnäppchen.

Antinori international USA: Antica: im östlichen Napa Valley, auf dem nicht nur Cabernet Sauvignon und Chardonnay produziert wird, sondern auch Sangiovese. Stag’s Leap, Napa Valley: 1970 gegründetes Weingut mit legendären Cabernet Sauvignons. Col Solare: Gemeinsam mit dem Weingut San Michelle aus Washington State startete Antinori das Projekt Col Solare in Columbia Valley, Washington. Hier ensteht eine Blend aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Syrah. Chile: Haras de Pirque: Maipo Valley, Schwer-

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punkt auf Cabernet Sauvignon und Camenere, Topwein: Albis. Ungarn: Tuzko Bátaapáti: Unmittelbar nach der Öffnung Ungarns engagierte sich Antinori hier, wichtigste Weißweine sind Chardonnay und Traminer, Blaufränkisch und Merlot bei den Rotweinen. Malta: Meridiana: Auf 19 Hektar Weingärten werden Rot- wie Weißweine gekeltert. Rumänien: Vitis Metamorfosis: Joint Venture in Südostrumänien, Weiß- wie Rotweine, Topwein Cantus Primus aus Cabernet Sauvignon.

Renzo Cotarella arbeitet seit 1981 bei Antinori und ist für sämtliche Weinprojekte der Familie verantwortlich

Renzo Cotarella über:

Antinori und die Toskana: Wir sind ein toskanisches Unternehmen, deshalb tragen alle Weine, die aus unserer Heimat stammen, den Namen Antinori am Etikett. Unser Stammhaus liegt im Chianti Classico, doch wir haben uns auch in Montepulciano mit La Braccesca, in Montalcino mit Pian delle Vigne, im Bolgheri mit Guado al Tasso und in der Maremma mit der Fattoria Aldobradesca und zuletzt mit Le Mortelle engagiert. Castello della Sela: Obwohl Orvieto in der Nachbarprovinz Umbrien liegt, gehört Castello della Sala ganz klar zu den Kernbetrieben Antinoris. Ich durfte zu Anfang meiner Karriere bei Antinori dieses tolle Weingut leiten und lebe immer noch in Orvieto. Man soll Grenzen nicht so eng sehen. Die Expansion in Italien: Wir verfolgen hier keinen Masterplan, sondern ergreifen außergewöhnliche Gelegenheiten, wenn sie sich bieten. Eine Übernahme oder Neugründung eines weiteren Weinguts ist derzeit nicht geplant, aber auch nie ausgeschlossen. Weine dieser Weingüter haben immer eine eigene Identität und tragen den Namen Antinori nicht am Etikett. Das internationale Engagement: Das Weingeschäft ist international geworden, und wenn es eine tolle Gelegenheit für eine Beteiligung gibt und wir ausreichend Kapital zur Verfügung haben, überlegen wir es uns. Solche Engagements müssen Sinn und Spaß machen. Die Finanzierung der Expansion: Antinori ist ein jahrhundertealtes Unternehmen, wir agieren sehr konservativ. Übernahmen oder Neugründungen von Weingütern sind immer mit Eigenmitteln und nicht auf Pump finanziert. Der Marchese ist der Überzeugung, dass verfügbares Kapital besser in Weingärten investiert ist als in Aktien oder anderen Anlageformen. Den Trend zu Bio-Weinen: Sowohl auf Tormaresca als auch auf unserem neuen Weingut Le Mortelle in der Maremma arbeiten wir biologisch, aber wir machen kein Dogma daraus. Wir pflegen unsere Böden und Weinreben seit Jahrhunderten und waren immer bestrebt, nachhaltig zu arbeiten. Manche jüngeren biodynamischen Betriebe gebärden sich wie fundamentalistische Taliban und verdammen den konventionellen Weinbau. Das ist Unsinn.

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Zistersdorf Horn

Mistelbach Hollabrunn

Stockerau Korneuburg

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Im Herbst liegen die gelb-grünen Ölkürbisse reif auf den Äckern unserer Landwirte. Die Zeit ist genau richtig, um sie zu ernten und ihnen einen besonderen Schatz zu entlocken – die tiefgrünen Kürbiskerne, aus denen das herrliche Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. gewonnen wird. Und da das grüne Gold vor Nachahmung und Täuschung geschützt werden muss, wurde bereits 1996 ein Herkunftsschutz von- seiten der EU für diese einmalige Spezialität erlassen. Das bedeutet garantiert heimische Spitzenqualität, sorgsam und schonend behandelt – vom Landwirt über den Ölmüller bis hin zum Verkauf.

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in Zeichen für diese einmalige Qualität ist die Banderole. Über 2400 Mitglieder und 30 Ölmüller haben sich bereits 1998 zum Verein „Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“ zusammengeschlossen und sich einer Leidenschaft verschrieben: dem Steirischen Kürbiskernöl, welches sie durch ein strenges mehrstufiges Kontrollsystem schützen. Durch die gute Lagerfähigkeit der Steirischen Kürbiskerne gibt es das ganze Jahr hindurch 100% frisch gepresste Qualität aus Erstpressung. Aus genau definierten Gebieten in der Steiermark, im südlichen Burgenland und in einigen Bezirken Niederösterreichs dürfen die

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Kürbiskerne dafür stammen. Gepresst wird nur in der Steiermark und im Burgenland. Das ist Qualität, die sich sehen lässt. Darum beim Einkauf auf das Zeichen achten – die Banderole. Einzigartig „Steirisch“ dunkelgrün, nach Nuss duftend und intensiv im Geschmack eroberte das Steirische Kürbiskernöl g.g.A. in den letzten Jahren als kulinarisches Aushängeschild der Steiermark die internationale Spezialitätenküche. Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. schmeckt nicht nur gut, es ist cholesterinfrei, reich an essenziellen Fettsäuren und Vitamin E.

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g.g.A. steht für geschützte geografische Angabe und bedeutet: · 100% reines Kürbiskernöl aus Erstpressung · gesicherte Herkunft der Kürbiskerne aus einem geografisch definierten Gebiet in Österreich · Kürbiskernöl hergestellt in heimischen Ölmühlen

Wein und Kürbiskernöl Zu Gerichten mit Kürbiskernöl bieten sich trocken ausgebaute Weißweine mit Körper und Extrakt sowie Fülle und Dichte, besonders steirische Lagen, Sauvignons und Burgundersorten, aber auch Neuburger, Roter Veltliner oder gehaltvoller Gemischter Satz aus Wien.

Foto: Thomas Apolt

Erntezeit für eine kulinarische Besonderheit – Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.

KÜRBISCREMESUPPE ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN ca. 300 g Muskatkürbis, 2 Schalotten, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Butter, Salz, Prise gemahlener Kümmel, weißer Pfeffer aus der Mühle, 1 l Gemüsesuppe, 250 ml Obers, 2 EL geröstete, gesalzene Kürbiskerne, 2 EL Kernöl, frischer Majoran, gezupft

ZUBEREITUNG Kürbis schälen, entkernen, in kleine Stücke schneiden. Schalotten schälen, in Stücke schneiden. Knoblauch schälen, klein schneiden. In einem großen Topf Kürbis, Schalotten und Knoblauch in Butter anschwitzen. Salz, Kümmel und Pfeffer beifügen. Mit Gemüsesuppe und Obers auffüllen. Ca. 10 Minuten köcheln lassen. Mit dem Mixstab pürieren, abseihen, abschmecken. Nochmals mit dem Mixstab aufschäumen. Anrichten. Kürbiswürfel als Einlage in die Suppe geben, mit Kürbiskernen, Kernöl und Majoran garnieren. Kürbiswürfel: Kürbis in Würfel schneiden, kurz in Pflanzenöl anbraten, salzen, mit einem Spritzer Weißweinessig oder Estragonessig oder weißem Balsamico abschrecken, kurz bissfest dünsten. Rezept aus dem neuen Kochbuch ÖSTERREICH VEGETARISCH von Meinrad Neunkirchner und Katharina Seiser. Ein Kompendium der vegetarischen Küche Österreichs. Meinrad Neunkirchner kocht im 2-HaubenRestaurant Freyenstein in Wien – www.freyenstein.at 272 Seiten, Brandstätter Verlag, Wien, € 34,90, www.cbv.at

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weincup

Gehaltvolle weiße Schätze

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m aktuellen Weißweincup war das Thema gehaltvolle Grüne Veltliner, Rieslinge und Burgundersorten über 12,9% vol. Alkohol sowie gebietstypische Rebsorten wie Roter Veltliner, Rotgipfler, Zierfandler & Co., die für die Gastronomie ab Oktober. Ab Hof oder im Handel verfügbar sind. Nach den Verkostungen waren sich alle Mitverkoster einig: Die Qualitäten der meisten Weine waren nicht nur überzeugend, sondern teilweise grandios. Ein Jahrgang mit elegant ausbalancierten Weinen. Für Premiumweine der Reservekategorie und lagerfähige Lagenweine war der Jahrgang, im Vergleich zu den klassisch ausgebauten Weinen ideal. Trotz der niedrigen Säure (vor allem im Vergleich zum extremen Säurejahr 2010), hatte dies keine negativen sensorischen Auswirkungen auf die Weine. Wir sind prinzipiell recht "streng" mit der Vergabe der Höchstbewertung von 5 Gläsern, weil die Höchstwertung eine Auszeichnung für die besten Weine des Landes darstellen. Bei den leichten, jungen Weißweine, die wir im Frühjahr verkostet hatten, war kein einziger 5 Gläser-Wein dabei. Das Team bestand auch diesmal wieder aus professionellen Verkostern, die entweder in der Top-Gastronomie oder im Fachhandel der die Gastronomie beliefert, arbeiten. Uns freut es besonders, dass beim Grünen Veltliner zehn Mal und bei Riesling fünf Mal 5 Gläser vergeben wurden, weil diese Weine jeden Verkoster begeisterten.

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Aus diesem hohen Niveau stach noch einmal das Wachauer Paradeweingut Hirtzberger aus Spitz an der Donau hervor, das sowohl beim Riesling als auch beim Grünen Veltliner mit der höchsten Punkteanzahl glänzte. Insgesamt stellten sich 60 Winzer mit über 160 Weinen dem Bewerb. Eine starke Phalanx bildeten die Weine aus dem Kamptal, wobei das Weingut Willi Bründlmayer aus Langenlois mit hervorragenden Ergebnissen (3 x 5 und 3 x 4 Gläser) abgeschnitten hat. Die Wachau und das Kremstal zeigten, mit welchen großartigen Weinen die Gastronomie heuer rechnen kann. Erfreulich auch die Teilnahme eines Rieslings aus dem steirischen Sausal, das in der Vergangenheit eine Region war, aus der sehr gute Rieslinge kamen.

Fotos: Beppo Schuster

Heuer nimmt ÖGZ-Wein zum zweiten Mal Österreichs Weißweine unter die Lupe. Im Frühjahr waren die klassisch ausgebauten Kreszenzen bereits dran. Der Jahrgang war für einige Rebsorten, besonders für den Grünen Veltliner schwierig und der Gesamteindruck nicht so überzeugend, wie wir uns es gerne gewünscht hätten.

Rebsorten und Herkunft Was die Rebsorten betrifft, dominierten die Grünen Veltliner (70) und Rieslinge (33). Niederösterreich und seine Weinbaugebiete mit DAC- oder DAC-Reserve-Status (60) deckten herkunftsmäßig etwa 80 Prozent ab. Es waren fast alle Weinbaugebiete Österreichs vertreten.

Statistik Die österreichische Gesamternte 2011 belief sich auf rund 2,8 Millionen Hektoliter, was etwa über dem langjährigen Durchschnitt und weit über den Ergebnissen von 2009 (2,35 Mio. hl) und 2010 (1,74 Mio. hl) liegt.

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DIE BESTEN – RANKING GRÜNER VELTLINER 2011 – 5 GLÄSER 1. Hirtzberger,S pitz Wachau Grüner Veltliner Smaragd Honivogl 2011 2. Proidl, Senftenberg Kremstal DAC Reserve Grüner Veltliner Ehrenfels 1. Lage 2011 3. Winzer Krems, Krems Kremstal DAC Reserve Grüner Veltliner Kremser Wachtberg 2011 4. Zöhrer, Krems Kremstal DAC Reserve Grüner Veltliner Impuls Lössterrassen 2011 5. Stift Göttweig, Göttweig Kremstal DAC Reserve Grüner Veltliner Gottschelle 1. Lage 2011 6. Schloss Gobelsburg, Gobelsburg Kamptal DAC Reserve Grüner Veltliner Grub 1. Lage 2011 Holz 7. Looos | Buchegger & Mayr Kamptal DAC Reserve Grüner Veltliner Lengenfelder Pfeiffenberg 2011 8. Maurer Leo, Röschitz Weinviertel Grüner Veltliner Ried Himmelreich 2011 9. Hess,H ohenruppersdorf Weinviertel DAC Grüner Veltliner Rothenpüllen 2011 10. Hauleitner, Traismauer Traisental Grüner Veltliner Selektion 2011 GRÜNER VELTLINER 2010 UND ÄLTER – 5 GLÄSER 1. Bründlmayer, Langenlois Kamptal DAC Reserve Grüner Veltliner Lamm 2008 2. Schloss Gobelsburg, Gobelsburg Kamptal DAC Reserve Grüner Veltliner Tradition 2010 3. Bründlmayer, Langenlois Kamptal DAC Reserve Grüner Veltliner Loiser Berg 1. Lage 2010 4. Grill, Fels/Wagram Wagram Grüner Veltliner Runa 2010 5. Steininger, Langenlois Kamptal DAC Reserve Grüner Veltliner Kittmannsberg 2010 RIESLING 2011 – 5 GLÄSER 1. Hirtzberger, Spitz Wachau Riesling Smaragd Singerriedel 2011 2. Salomon Undhof, Krems Kremstal DAC Undhof Riesling Kögl 1. Lage 2011 3. Alzinger,U nterloiben Wachau Riesling Smaragd Steinerthal 2011 4. Bründlmayer, Langenlois Kamptal DAC Reserve Riesling Steinmassel 2011 RIESLING 2010 – 5 GLÄSER 1. 1. Wess Rainer, Krems, Wachau Riesling Loibenberg 2010 WEISSBURGUNDER 2011 – 5 GLÄSER 1. Direder, Kirchberg Wagram Weißburgunder Kogl Reserve 2011 halbtrocken 2. Hirtl, Poysdorf, Niederösterreich, Weißburgunder Exklusiv 2011 3. Weinhof Ehn, Engelmannsbrunn, Wagram, Weißburgunder 2011 WEISSBURGUNDER 2010 – 4 GLÄSER 1. Georgiberg, Berghausen Südsteiermark Pinot Blanc Wielitsch 2010 2. Skoff Original, Gamlitz ,Weißburgunder Grassnitzberg 2010 CHARDONNAY 2011 – 4 GLÄSER 1. Wieder Juliana, Neckenmarkt Mittelburgenland Chardonnay 2011 2. Juris, Gols, Neusiedlersee, Chardonnay Reserve 2011 3. Hirtl, Poysdorf, Chardonnay Selection 2011 4. Salzl Seewinkelhof, Illmitz Neusiedlersee Chardonnay Selection 2011 5. Lenz Moser, Rohrendorf, Burgenland, Selection Chardonnay 2011 6. Stift Altenburg, Röschitz Weinviertel Chardonnay Dreissigviertel-Limberg 2011 CHARDONNAY 2010 UND ÄLTER – 5 GLÄSER 1. Maitz, Ratsch Südsteiermark Morillon Schusterberg 2009 CHARDONNAY 2010 UND ÄLTER – 4 GLÄSER 2. Altenburger Markus, Jois NS HL Chardonnay Jungenberg 2010 3. MAD – Haus Marienberg, Oggau NS HL Chardonnay 2010 4. Salzl Seewinkelhof, Illmitz Neusiedlersee Chardonnay New Style 2010 5. Schellmann, Gumpoldskirchen Thermenregion Gumpold Reserve 2009 6. Skoff Original, Gamlitz Morillon Grassnitzberg 2009 SORTENVIELFALT 2011 – 4 GLÄSER 1. Albert | Fam. Cramer, Kitzeck Südsteiermark Grauburgunder Trebien 2011 lieblich 2. Gebeshuber, Gumpoldskirchen Thermenregion Rotgipfler Laim 2011 3. Leth, Fels am Wagram Wagram Roter Veltliner Scheiben 2011 SORTENVIELFALT 2010 UND ÄLTER – 4 GLÄSER 1. Alphart Karl, Traiskirchen Thermenregion Rotgipfler Rodauner Top Selektion 2010

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Master of Riesling & Veltliner Weingut Franz Hirtzberger – zwei Generationen, ein Wein

S

eit Generationen strebt eines der prominentesten Weingüter des Landes, Familie Hirtberger aus Spitz an der Donau, daran, ausgezeichneten Wein in sortentypischer Reinheit zu keltern. Tradition und altbewährte Methoden bilden die Grundlagen dafür. Zielsetzung ist es ,die Terroircharakteristik, Herkunft, Sortentypzität, Lage und den jeweiligen Jahrgang unverwechselbar, unverfälscht und authentisch in der Flasche und im Glas wiederzufinden. Neben Grünem Veltliner und Riesling wird auch Neuburger, Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay abhängig vom Jahrgang als Steinfeder, Federspiel

und/oder Smaragd vinifiziert. Ihre besten und bekanntesten Lagen sind Singerriedel, Honivogl, Hochrain, Rotes Tor, Setzberg und Axpoint. Das ÖGZ-Weinteam gratuliert Familie Hirtzberger zu dem eindrucksvollen Ergebnis.,

Vater und Sohn, Franz und Franz Hirtzberger, erzielten mit dem Grüner Veltliner Smaragd Honivogl 2011 und Riesling Smaragd Singerriedel 2011 jeweils den ersten Platz

Die Verkoster Alexander Jakabb, ÖGZ-Wein Wolfgang Schedelberger, ÖGZ Norbert Eismayr, Morandell Wörgl, Verkaufsleiter Wien/Niederösterreich Ursula Ludwig, Weinakedemikerin/Konsulentin Franz Messeritsch, Diplom-Sommelier, Le Ciel im Grand Hotel, Wien Mario Raaber, Sommelier, Restaurant Vincent, Wien Ein großes Dankeschön für die Unterstützung beim Verkosten.

Reihung Die Reihung der gehaltvollen Weißweine des Jahrgangs 2011 beginnt mit Grüner Veltliner (S. 15), danach folgen Riesling (S. 21), Grüner Veltliner 2010 und älter (S. 26), Weißburgunder (S. 27), Chardonnay (S. 28), Sortenvielfalt und Cuvées (S. 30) Die höchste Bewertung sind 5 von 5 Gläsern, innerhalb einer Kategorie werden die Weine alphabetisch nach den Namen der Winzer gereiht. Die Top-Weine jeder Rebsortenkategorie (5 oder 4 Gläser) werden nach Punkten absteigend gereiht.

Verteilung weißer Rebsorten in Österreich Für die Produktion österreichischer Qualitätsweine sind 22 Rebsorten zugelassen, die zwei Drittel der heimischen Rebfläche abdecken. Die Paraderebsorte Grüner Veltliner hält einen Anteil von etwa der Hälfte der weißen und somit ein Drittel der Gesamtrebfläche. Weißburgunder (4,3%), Riesling (4,1%), Chardonnay (3,1%), Quelle: Statistik Austria Weingartengrunderhebung 2009

Preis Gastronomie netto (exkl. MwSt.)

Beurteilung

unter 5 Euro

einfach und sauber

5 bis 10 Euro gute Qualität, reintönig 10 bis 15 Euro sehr gute Qualität, sortentypisch

15-20 Euro

(bei Rebsortenweinen)

ausgezeichnet, Top-Wein

großer Wein, internationale Klasse

über 20 Euro Flaschengrößen

0,375 l

0,75 l

1,5 l (Magnum)

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Grüner Veltliner 2011

Grüner Veltliner Smaragd Honivogl 2011

Grüner Veltliner Ehrenfels 1. Lage 2011

Grüner Veltliner / Wachau / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 14,5 % / trocken

Hirtzberger, Spitz

Würzig, gelbfruchtig, Akazien in der Nase. Blütenhonig, Met, Pfeffer, intensive Mineralität, Passionsfrucht, voluminöser Wein, toller Trinkluss. www.hirtzberger.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

Proidl, Senftenberg

Opulente Nase, Blutorangen. Haselnuß, Zuckermelone, zugänglich, elegant, Extrakt ohne Ende, mächtig, gute Länge und Spannung, viel Potenzial. www.proidl.com Vertrieb: ab Hof

Grüner Veltliner Kremser Wachtberg 2011

Grüner Veltliner Impuls Lössterrassen 2011

Grüner Veltliner Gottschelle 1. Lage 2011

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Winzer Krems, Krems

GV in Reinkultur, irre Würze, Quitte. Birne, belebend, sehr typisch auch am Gaumen, viel Saft, schöner Fluss, geradlinig, schön, stimmig und groß. www.winzerkrems.at Vertrieb: ab Hof

Zöhrer, Krems

Reife Marille, Pfefferwürze. Honigmelone als Entrée, Minze, Birne, cremig am Gaumen, klassisch, Rharbarber, guter Trinkfluss, mittellanger Abgang. www.zoehrer.at Vertrieb: ab Hof

Stift Göttweig, Furth

Intensiv, aromatische Nase. Mandarinenzeste, saftig, gute Balance, etwas Zitrus, ewig lang, eleganter Wein, man freut sich auf den nächsten Schluck. www.weingutstiftgoettweig.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Grüner Veltliner Grub 1. Lage 2011

Grüner Veltliner Lengenfelder Pfeiffenberg 2011

Grüner Veltliner Ried Himmelreich 2011

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13 % / trocken

Grüner Veltliner / Niederösterreich / 13,5 % / trocken

Schloss Gobelsburg, Gobelsburg

Weißer Pfeffer, Feuerstein. Mineralität pur, Nektarinen, lebendige Säure, süffig, zugänglich, guter Fluss, auch mineralischer Abgang, gut gemacht. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Looos | Buchegger & Mayr, Dross

Quitte, herb-würzig. Druckvoll, stählern, mineralischer Super-GV, harmonisch, anspruchsvoll, guter Zug am Gaumen, mit zarten exotischen Fruchtaromen. office@looos.eu Vertrieb: WeinART, ab Hof

Maurer Leo, Röschitz

Rauchig, Birnen. Vibriert am Gaumen, fruchtsüßlich, ausgewogen, angenehmer Trinkfluss, zu orientalischen Speisen, langer Abgang, hat viel Potenzial. www.maurerwein.at Vertrieb: ab Hof

Grüner Veltliner Rothenpüllen 2011

Grüner Veltliner Selektion 2011

Grüner Veltliner Smaragd Loibenberg 2011

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC / 12,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Niederösterreich / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 14 % / trocken

Hess, Hohenruppersdorf

Fruchtsalat, Eibisch-Zuckernase. Dicht, konzentriert, herausfordernd, Birne, Quitte, hat Zug, sehr frisch, exotisch, straffe Frucht, lang anhaltend. www.weinguthess.at Vertrieb: Del Fabro

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Hauleitner, Wagram ob der Traisen

Blütenhonig, fruchtbetont. Feingliedrige Mineralität, süße Birne, Quitte, Apfel, balanciert, elegant, vollmundig, großer Wein mit viel Potenzial. www.hauleitner.at Vertrieb: ab Hof

Alzinger, Dürnstein

Pfefferwürze, Krachmandeln. Angenehm und bekömmlich, typisch GV, schön balanciert, Pfirsich- und Birnenaromatik, zugänglich, würziger Abgang. www.alzinger.at Vertrieb: ab Hof

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Grüner Veltliner Gebling 2011

Grüner Veltliner Vincents Spiegel 1. Lage 2011

Grüner Veltliner Nussberg 2011

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 14,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC / 13 % / trocken

Bründlmayer Josef, Grunddorf

Steinobstnase, Kräuter, Kamille. Voller Körper, gelber Apfel, vollmundig, Spitzen-Sortenvertreter, animierend, mittlerer Abgang. www.josef-bruendlmayer.at Vertrieb: ab Hof

Bründlmayer Willi, Langenlois

Diem, Obermarkersdorf

Animierende Nase, Quitte. Dezente Mineralik, lebendig, knackige Säure, fordernd, Birne, Apfel, weißer Pfeffer, elegant, großes Potenzial. www.bruendlmayer.at Vertrieb: ab Hof

Stachelbeere, feinwürzig. Weißfruchtig, Birne, druckvoll, kernig, würzig, Pfeffer, Feuerstein, typischer geht es nicht, elegant, guter Trinkfluss. www.diem-weine.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Grüner Veltliner Schlossberg Reserve 2011

Grüner Veltliner Smaragd Axpoint 2011

Grüner Veltliner Smaragd Kellerberg 2011

Grüner Veltliner / Wagram / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 13,5 % / trocken

Direder, Kirchberg am Wagram

Steinobstdüfte, komplexe Akaziennase. Feine Mineralität, balanciert, eigenständig, komplex am Gaumen, grüner Pfirsich, mittlere Säure, macht Spass. www.direder.at Vertrieb: ab Hof

Domäne Wachau, Dürnstein

Domäne Wachau, Dürnstein

Quitte, schwarzer Pfeffer. Fruchtsüßlicher Extrakt, tolle Mineralität, ausgewogen, klar strukturiert Pfirsich, gute Länge, viel Potenzial. www.domaene-wachau.at Vertrieb: WeinWolf, Morandell, ab Hof

Zitrusschale, Thymian, extreme Würze. Breit am Gaumen, sehr komplex, Apfel, fruchtig, grüne Aromen, fordernd, mittlere Länge, ins große Glas. www.domaene-wachau.at Vertrieb: WeinWolf, Morandell, ab Hof

Grüner Veltliner Point Lagen Privat 2011

Grüner Veltliner Sonnleitn 2011

Grüner Veltliner Smaragd Privatabfüllung 2011

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 15 % / trocken

Grüner Veltliner / Wagram / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 14,5 % / trocken

Edlinger Josef, Palt

Reife gelbe Früchte, komplexe Nase. Marillenchutney, opulenter Körper, unterstützende Säure, Akazie, voll Power, eigene Stilistik, muss man mögen. www.edlingerwein.at Vertrieb: ab Hof

Ehn, Engelmannsbrunn

Fischer Josef, Rossatz

Kräuterwürze, Salbei. Zartbitter, knackig, strukturiert, reifes Obst, rauchig, fett, aber trotzdem guter Trinkfluss, hat Biss. www.weinhofehn.at Vertrieb: ab Hof

Sauber, klare Noten, Stachelbeere. Apfel, bekömmlich, sympathisch, blitzsauber auch am Gaumen, Ananas, blättrig, mittlere Dichte, angenehmer Fluss. www.huchenfischer.at Vertrieb: ab Hof

Grüner Veltliner Runa 2011

Grüner Veltliner - In der Schablau 2011

Grüner Veltliner 2011

Grüner Veltliner / Wagram / 14 % / halbtrocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC Reserve / 14,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Leichte Röstaromen, Nase nach Ringlotten. Grapefruit, grüner Pfirsich, schwarzer Pfeffer, mineralisch am Gaumen, animierend, angenehmer, langer Ausklang. www.ingrid-groiss.at Vertrieb: Wagner, ab Hof

Traubig, rauchige Nase, aromatisch. Saftbetont, vegetabile Noten, extrem würzig, Curry, verführerisch, elegant und körperreich, so soll es sein. www.weingut-hirtl.at Vertrieb: ab Hof

Grill, Fels

Blütenhonig, Jasmin, Fruchtpotpourri. Power und Druck, Karamell, Schokolade, vielschichtig, exotisch, zart röstig, Langstreckenläufer. www.weinhofgrill.at Vertrieb: ab Hof

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Groiss Ingrid, Breitenweida

Hirtl, Poysdorf

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Grüner Veltliner Lamm 1. Lage 2011

Grüner Veltliner Alte Reben 2011

Grüner Veltliner Smaragd Ried Loibenberg 2011

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 14 % / trocken

Jurtschitsch, Langenlois

Akazienhonig, Pfefferwürze. Physalis, exotische Noten, schöner Schmelz, pflanzlich, sehr bekömmlich, vollmundig, mineralisch, lang anhaltend. www.jurtschitsch.com Vertrieb: Del Fabro, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

Kirschner, Zöbing

Knoll, Dürnstein

Würzig, leichte Rauchnoten in der Nase. Pfeffriger Beginn, sauber, reifes Obst, exotische Anklänge, mächtiger Körper, viel Druck, lang. www.kirschner.co.at Vertrieb: ab Hof

Selchig, dezente Aromatik. Speckig, konzentriert, reife Banane, Pikanz, Minze, klar, leicht exotisch, gut, herrlicher Speisebegleiter. www.loibnerhof.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Vergeiner, ab Hof

Grüner Veltliner Scheiben 1. Lage 2011

Grüner Veltliner Beste Lage 2011

Grüner Veltliner Der Löss Gebling 1. Lage 2011

Grüner Veltliner / Wagram / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Carnuntum / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Leth, Fels am Wagram

Gelbfruchtig, Ringlotten. Zart mineralisch, vollmundig, schöne Balance, Quitte, cremig, herbe Bitternoten, gute Länge, Veltlinerbombe mit Tiefgang. www.weingut-leth.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Markowitsch Lukas, Göttlesbrunn

Moser Hermann, Rohrendorf

Wiesenblumen und exotische Noten. Ananas, Maracuja, guter Druck, mittlerer Körper, sehr lebendig, charaktervoll, sortentypisch, so schmeckt GV. www.weingut-marko.com Vertrieb: ab Hof

Brioche, Kräuterwürze, traubig. Eukalyptus, pfeffrig, saftig, geschmeidig, eigenwillig und speziell, Pfirsich, große Länge, spannender Wein. www.moser-hermann.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, ab Hof

Grüner Veltliner Bärnreiser 2011

Grüner Veltliner 2011

Grüner Veltliner Richtern 2011

Grüner Veltliner / Carnuntum / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Wagram / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Niederösterreich / 13,5 % / trocken

Netzl, Göttlesbrunn

Honigton in der Nase, Ringelblumen. Extraktbetont, Karamell, Vanille, Holz am Gaumen, cremig, nicht gerade GVtypisch, aber toller Geschmack. www.netzl.com Vertrieb: Del Fabro, Vergeiner, ab Hof

Nimmervoll, Engelmannsbrunn

Herrliche GV-Nase. Saftig, Stachelbeere, Birne, Quitte, feinwürzig, Pfefferl, mächtiger Typus, trotzdem Trinkfluss, so erwartet man sich das. www.nimmervoll.cc Vertrieb: ab Hof

Parzer, Furth

Fruchtgelee, exotische Aromen. Grapefruit, Birne, Honignoten, getrocknete Tomaten, gelbfruchtig, super Struktur, trinkfreudig, lebendig, tolle Länge. www.weinhof-parzer.at Vertrieb: ab Hof

Grüner Veltliner Gaisberg 2011

Grüner Veltliner Smaragd Dürnsteiner Liebenberg 2011

Grüner Veltliner Nussberg Reserve 2011

Grüner Veltliner / Niederösterreich / 13 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Wien / 13,5 % / trocken

Parzer, Furth

Kandierte Frucht, Agavenaromen. Dezente Säure, Karamell, Tabak, vollmundig, trinkfertig, gute Länge und Spannung, super Wein, Potenzial. www.weinhof-parzer.at Vertrieb: ab Hof

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Pichler F. X., Dürnstein

Feingliedrig in der Nase. Saftig, ausgewogen, kräuterwürzig am Gaumen, komplex, mittelgewichtig, super Trinkfluss, leicht süßlicher Ausklang. www.fx-pichler.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Döllerer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

Rotes Haus, Wien

Nase vordergründig, aber animierend, Ribisel. Apfelfrucht mit etwas Bitterorange, Grapefruit, hohe Säure, fordernd, knackig, sortentypisch, sehr gut. www.rotes-haus.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, WeinWolf, ab Hof

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Grüner Veltliner Renner 1. Lage 2011

Grüner Veltliner Smaragd Pichl Point 2011

Grüner Veltliner Sätzen-Fürstenberg 2011

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Niederösterreich / 13,5 % / trocken

Schloss Gobelsburg, Gobelsburg

Schmelz, Joching

Mineralische Würze, Pfeffer, facettenreich. Noch jugendlich, reduktive Stilistik, straff, Stachelbeere, reifes Obst, gute Länge und super Trinkfluss. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Mediterrane Kräuter, duftend. Reife Früchte, blättrig, grüne Noten, dezente Säure, zartbittere Süße, Mineralität, mittellang, würziges Finish. www.schmelzweine.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Schwarzböck, Hagenbrunn

Pfefferwürze, pflanzliche Noten. Weißer Pfeffer, zugänglich, extraktreich, lebendig, Birne, Apfel, klare Stilistik, Spannung, Trinkfluss, gute Länge. www.schwarzboeck.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Morandell, ab Hof

Grüner Veltliner Wachtberg 1. Lage 2011

Grüner Veltliner Kittmannsberg 2011

Grüner Veltliner Grand Crü 2011

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Stadt Krems, Krems

Steininger, Langenlois

Apfelkompott. Druckvoll, lebendige Säure, bekömmlich, sehr zugänglich, frisch, perfekte Balance, unkomplizierter Trinkspaß, das schmeckt jedem. www.weingut-steininger.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, ab Hof

Feiner Steinobstduft, Karamell. Druckvoll, mineralisch, ausdrucksstark, gelbfruchtig, reife Quitte, Apfel, lang anhaltend, ausgewogener Wein. www.weingutstadtkrems.at

Steininger, Langenlois

Reifer Apfel, Birne, Orchideenduft. Extraktreich, schmelzig, ausgewogene Säure, mächtig, cremig am Gaumen, zarte Süße, Karamellton, Potenzial. www.weingut-steininger.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, ab Hof

Grüner Veltliner Aturo 2011

Grüner Veltliner Gigant Urgesteinsterrassen 2011

Grüner Veltliner Kammerner Lamm 1. Lage 2011

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 13 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Waldschütz, Strass

Birne, Grapefruit, Wiesenkräuter. Mineralität pur, super Balance, lebendig, mittelgewichtig, Rharbarber, exotisch, guter Fluss, geradlinig und lang. www.weingut-waldschütz.at Vertrieb: Del Fabro

Zöhrer, Krems

Traubig, leichte Sauvignon Noten. Holunder, zartbitter, Apfelfrucht, am Gaumen unterlegt durch solide Mineralik, exotische Anklänge, klar, gute Länge. www.zoehrer.at Vertrieb: ab Hof

Bründlmayer Willi, Langenlois

Kräuterwürze, Birne in der Nase. Reife gelbe Frucht, druckvoll, pfeffrig, elegant, leichter Holzton, Jasmin, Orangen, schöner ausgewogener Wein. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Kastner, Pfanner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

Grüner Veltliner Alte Rebe Reserve 2011

Grüner Veltliner Ried Leithen „Privatfüllung Gudrun“ 2011

Grüner Veltliner Rabenstein 2011

Grüner Veltliner / Wagram / 14,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Direder, Kirchberg am Wagram

Marillenduft. Mächtig, fruchtbetont, Vielfältiges Geschmacksspektrum, vollmundig, schöne Balance, süffig, geschmeidig am Gaumen, pflanzliches Finish. www.direder.at Vertrieb: ab Hof

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Dockner Josef, Höbenbach

Weißer Holunder, süßer Duft. Vordergründige Restzuckersüße, mittelgewichtig, gelbe Birnenfrucht am Gaumen, schlank, aber sehr lebendig. www.dockner.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Morandell, ab Hof

Dürnberg, Falkenstein

Florale Noten, Lychee, Kiwi, Gewürznelken. Pfefferkuchen, witzig, dezente Restzuckersüße, nussig, stark, mittel- bis vollmundig, interessant. www.duernberg.at Vertrieb: Del Fabro

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Eichberger, Eibesbrunn

Grüner Veltliner Smaragd Kellerweingärten 2011

Gallhofer, Rossatz

Grüner Veltliner Mühlberg Alte Reben 2011

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner 2011

Reife Birnenfrucht in der Nase. Melone, grüner Apfel, druckvoll, prägnante Säure, vibrierend, cremig, Granny Smith beim langen Abgang, braucht Luft. www.weinguteichberger.at Vertrieb: ab Hof

Pfefferwürze, rauchiges Kernobst. Prikkelnde Frucht, zartbitter, pflanzliche Noten, weiße Beeren, mittlere Länge, lieb, nett, ohne Kanten. www.weinbau-gallhofer.at Vertrieb: ab Hof

Gruber Ewald, Röschitz

Quitte und Zitrus, klar, sauber. Mineralisch, sehr lebendig, Birne, kalkig, angenehm, süffig, feingliedrig, Eleganz gepaart mit Power, Trinkfreude. www.gruberwein.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, ab Hof

Grüner Veltliner Franz 2011

Grüner Veltliner Goldjoch 2011

Grüner Veltliner 2011

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC / 12,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC Reserve / 14 % / trocken

Hirtl, Poysdorf

Floraler Duft, Marillenröster. Pflanzlicher Anklang, zugänglich, perfekt trinkreif, weißer Pfeffer, etwas Stachelbeere, rescher Vertreter, mittellang. www.weingut-hirtl.at Vertrieb: ab Hof

Pfaffl R&A, Stetten

Intensiv aromatisch, selchig. Kandierte Frucht, speckig, würzig am Gaumen, sortentypisch, reife Banane, ausgewogen, pfeffrig, schön, kühl, fein. www.pfaffl.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

Pleil, Wolkersdorf

Früchtetee, Birne in der Nase, würzig. Traubenzucker, Walnuss, Zitruszesten, Weingartenpfirsich, wankelmütig, leichtfüßig, ordentlich gemacht. www.pleil.at Vertrieb: ab Hof

Grüner Veltliner 2011

Grüner Veltliner vom Bisamberg 2011

Grüner Veltliner Reserve 2011

Grüner Veltliner / Wien / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Weinviertel DAC / 13 % / trocken

Grüner Veltliner / Wachau / 14 % / trocken

Rotes Haus, Wien

Limettenzesten, Brennessel. Weingartenpfirsich, Haselnuß, guter Druck, charmant, frisch, mittlere Länge, vielversprechend, großes Potenzial. www.rotes-haus.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, WeinWolf, ab Hof

Schwarzböck, Hagenbrunn

Würzige Frucht. Geschmackig, feste Säure, angenehmes Gaumengefühl, knackig, zugänglich, ganz klar GV, Stachelbeere, schöner Tischwein. www.schwarzboeck.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Morandell, ab Hof

Wegenstein, Wr. Neudorf

Steinobst, reifer Pfirsich. Marillen, sehr mineralisch, weißer Pfeffer, ausgewogen, mittlere Länge, Karamelltöne in der Nase und am Gaumen, spannend. www.wegenstein.at

Grüner Veltliner Käferberg 1. Lage 2011

Grüner Veltliner K. N. 2011

Grüner Veltliner Ried Haarlocken 2011

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Niederösterreich / 14,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Wien / 13 % / trocken

Bründlmayer Willi, Langenlois

Zitruszesten, Duft erinnert an Scheurebe. Staubtrocken, balanciert, gerbstoffig, würzig, knackig, geröstete Nüsse, Holznote, interessant, zu Risotto. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Kastner, Pfanner, Döllerer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

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Diem, Obermarkersdorf

Süßliche Birnenfrucht. Fragil und kernig, sauber, zarte Würze, typisch Veltliner am Gaumen, anspruchsvolle Säure, mittelgewichtig, lang anhaltend. www.diem-weine.at Vertrieb: ab Hof

Hajszan Neumann, Wien

Ganz eigener Duft. Saftig, mineralisch, eigenständig, extravagant, rauchige Birne, Quitte, staubtrocken, Nachmittags-Trinkwein, aber kein Kommerz. www.hajszanneumann.com Vertrieb: ab Hof

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w w w.g ast.at

Grüner Veltliner Selection 2011

Grüner Veltliner Spiegel 1. Lage 2011

Grüner Veltliner Gaisberg 1. Lage 2011

Grüner Veltliner / Wachau / 13 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Jäger, Weissenkirchen

Loimer, Langenlois

Grüner Apfel, Schiesspulver. Straff, kernig, grüne Noten, fester Druck, eigenwillig, voll, fein, würzig, lebendig. www.weingut-jaeger.at Vertrieb: Del Fabro

Grüner Veltliner Kirchweg 2011 Figl Leopold, Traismauer

Grüner Veltliner / Traisental DAC Reserve / 13,5 % / trocken Frisch gemahlenes Getreide, Lychee. Minze, Birne, Quitte, sauber, recht fruchtig, erdig, würzig, schräg am Gaumen, individueller Wein. www.weingut-figl.at Vertrieb: ab Hof

Topf, Strass

Ringlotten, exotische Nase. Etwas Apfel, Salbei, pflanzlich, grüner Tee, Birne, nussig, Wiesenkräuter, straff und dicht bis in die letzte Spitze. www.loimer.at Vertrieb: Morandell, Wagner, ab Hof

„Sehr erfreulich wie sich die Grünen Veltliner des Jahrgangs 2010 schon entwickelt haben und wohl noch weiter entwickeln werden.“

Stachelbeere. Grüne Töne, vegetabil, mineralisch, reifes Steinobst, würzig, weich, guter Trinkfluss. www.weingut-topf.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

„Beeindruckend das hohe Niveau des Jahrgangs 2011. Die kräftigen Weißen sind sehr bekömmlich und bieten sich als gute Speisebegleiter an.“

Ursula Ludwig, Weinakademikerin

kommentar

kommentar

ANNEMARIE FOIDL, ÖSOVPRÄSIDENTIN

JOHANNES EINZENBERGER, WEIN WOLF

Vielfalt statt Einfalt

Die Herkunft zählt

Natürlich trinke ich persönlich auch gerne die Paradesorten Österreichs wie Grüner Veltliner und Blaufränkisch. Und natürlich kommt keine Weinkarte ohne diese Klassiker der heimischen Weinkultur aus. Aber allzu oft sehe ich Weinkarten, die sich darin erschöpfen, den Gästen nur bekannte Weine und gängige Rebsorten anzubieten. Wir als Diplomsommeliers wollen nicht „gescheiter“ als die Gäste sein und schon gar nicht wollen wir sie belehren. Aber ein Teil unseres Selbstverständnisses ist, dass wir Gästedazu verführen wollen, neue Weine zu probieren. So ist in den letzten Jahren der Neuburger praktisch von den Weinkarten verschwunden, er ist einfach aus der Mode gekommen. Wir vom ÖSOV haben daher voriges Jahr die Initiative ergriffen, und gemeinsam mit Roman Horvath von der Domäne Wachau den Neuburger „Terrassen Spitz“ zu unserem offiziellen „Sommelier-Wein“ gemacht. Ganz ähnlich

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Mario Raaber, Vincent

stellt sich die Situation beim Rotwein dar. Neben den internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir wird in der Gastronomie vor allem Blaufränkisch und Zweigelt verkauft. Der St. Laurent fristet trotz seiner unbestreitbaren Qualitäten ein Schattendasein. Das ist mehr als Schade, denn richtig ausgebaut ist der St. Laurent ein perfekter Speisebegleiter zu zahlreichen Fleischgerichten. Wir haben uns daher mit dem Weingut Johanneshof Reinisch aus Tattendorf zusammen getan, das sich seit Jahrzehnten um den St. Laurent bemüht, und eine St. Laurent Sommelier-Edition gekürt, die wir auf der Alles für den Gast in Salzburg vorstellen werden. Und weil wir nicht nur „vergessene“ Rebsorten fördern wollen, sondern auch etwas für den Nachwuchs unternehmen wollen, kommt der Erlös des Verkaufs unserer Sommelier-Weine der Nachwuchsförderung zu gute.

Weinreben kann man an vielen Orten dieser Welt anbauen, doch nicht überall entstehen daraus große Weine. Doch im Laufe der Jahrhunderte haben sich einige Gegenden als besonders gut geeignet erwiesen, um große Weine zu schaffen. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von großen Terroirs. Ein Riesling vom Rhein, ein Veltliner aus der Wachau oder ein Chardonnay aus dem Burgund bringen genauso einzigartige Geschmackserlebnisse, wie ein Barolo, ein Bordeaux oder ein Chianti Classico. Man schmeckt die Herkunft der Weine und viele Gäste fragen auch dezidiert danach. Doch auch Gäste, die sich nicht intensiv mit dem Thema Wein beschäftigen, wollen wissen, wo der Wein herkommt, der ihnen empfohlen wird. Mit Weinkarten, die die Herkunft der Weine betonen, kann sich ein Betrieb Profil und Identität schaffen. Dies weckt die Aufmerksamkeit der Gäste und erhöht die

Sensibilität in der Wahrnehmung. Weine werden so einfach spannender und besser empfunden, sie bekommen im besten Fall auch eine emotionale Dimension. Weine aus großen Terroirs haben noch einen weiteren Vorteil für die Gastronomie. In der Regel reifen solche Weine deutlich besser und sind daher wertbeständiger. Sie zeigen die Finessen, die ein großes Terroir ausmacht, über viele Jahre, während gut gemachte „Designer-Weine“ in der Jugend zwar manche Konsumenten überzeugen, aber dann oft rasch verblassen. Das viel zitierte Terroir spielt also auch im modernen Weingeschäft eine große Rolle. Allerdings sollte man sich davor hüten, Gäste mit langen Litaneien über die Besonderheiten der Herkunft zu quälen. Und auch das viel strapazierte Wort Terroir sollte man bei der Präsentation eines Weins am Tisch tunlichst vermeiden, weil es manche Gäste einfach nur verunsichert.

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Riesling Smaragd Singerriedel 2011

Riesling Kögl 1. Lage 2011

Riesling / Wachau / 14 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC / 13 % / trocken

Hirtzberger, Spitz

Riesling 2010 und 2011

Marillennektar, reife Noten. Super balanciert, herrliches Frucht-Säurespiel, spannend, komplex, großer Trinkspaß, mineralischer Abgang, grandios. www.hirtzberger.at Vertrieb: ab Hof

Salomon Undhof, Stein an der Donau

Reife Steinobstnoten, opulente Nase. Saftig, mineralisch, schöne Balance am Gaumen Quitte, Grapefruit, hervorragender Trinkfluss, großer Wein. www.salomonwines.at Vertrieb: Del Fabro

Riesling Loibenberg 2010

Riesling Smaragd Steinertal 2011

Riesling Steinmassel 2011

Riesling / Wachau / 13,5 % / trocken

Riesling / Wachau / 13,5 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Wess Rainer, Krems

Gereifte Nase, zarte kandierte Aromen. Karamell, Toffifee, sehr interessant, Honigmelone, super Struktur, lebendig, etwas Pfirsich, rund, geil! www.weingut-wess.at Vertrieb: Del Fabro

Alzinger, Dürnstein

Weingartenpfirsich. Steinfrucht auch am Gaumen, total mineralisch, Riesling pur, vibrierende Säure, guter Schmelz, riesiges Trinkvergnügen. www.alzinger.at Vertrieb: ab Hof

Bründlmayer Willi, Langenlois

Extrem würzig, weiße Pfirsiche, Curry. Quitte, Birne, grüne Paprika, facettenreich, spannend, knackiger Riesling mit großem Potenzial. www.bruendlmayer.at Vertrieb: ab Hof

Riesling Lyra Zöbinger Heiligenstein 1. Lage 2011

Riesling Steingraben 2011

Riesling Alte Reben Zöbinger Heiligenstein 1. Lage 2011

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 13 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Bründlmayer Willi, Langenlois

Reife Steinobstnoten. Staubtrocken, stählern, Ringlotten, schwarzer Pfeffer, klar am Gaumen, vollmundig, gute Struktur, viel Trinkanimo, gute Länge. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Kastner, Pfanner, Döllerer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

Bründlmayer Josef, Grunddorf

Wiesenkräuter, würzig. Quitte, Melone, Power am Gaumen mit kitzelnder Mineralik, gute Struktur, weiße Früchte, saftig bis zum Schluss. www.josef-bruendlmayer.at Vertrieb: ab Hof

Bründlmayer Willi, Langenlois

Birne, mineralische Nase. Frisch, lebendig, fruchtbetont, sehr ausgewogen, Mineralität auch am Gaumen, mittellanges Finish, ein Schmeichler. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Pfanner, Döllerer, Schenkenfelder, ab Hof

Riesling Smaragd Zanzl 2011

Riesling Alte Reben 2011

Riesling Smaragd Ried Schütt 2011

Riesling / Wachau / 14 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 15 % / trocken

Riesling / Wachau / 14 % / trocken

Gallhofer, Rossatz

Bratäpfel, gelbfruchtige Nase, rauchig. Grapefruit, Feuerstein, schöne Textur, lebendig, perfekte Balance, zarte Exotik, gute Länge, Harmonie pur. www.weinbau-gallhofer.at Vertrieb: ab Hof

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Kirschner, Zöbing

Früchtebukett, reife Noten. Maracuja, weiße Schokolade, vollmundig, komplex, saftige Pfirsichfrucht, vielschichtig, kräftig am Gaumen, geiler Wein. www.kirschner.co.at Vertrieb: ab Hof

Knoll, Dürnstein

Akazienhonig, Kräuterwürze. Opulent, mineralisch, vollmundig, elegant, süße Nektarine, Banane, rauchig, gute Länge, Trinkfreude pur. www.loibnerhof.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Vergeiner, ab Hof

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Riesling Am Berg 2011

Riesling vom Urgestein Senftenberger Ehrenfels 2011

Riesling Gaisberg 1. Lage 2011

Riesling / Niederösterreich / 13 % / lieblich

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 14 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Pfaffl R&A, Stetten

Weißer Holunder, süßlicher Duft. Fruchtbonbons, sauber, gut gelungen, Honigmelone am Gaumen, kräftig, mineralischer Abgang, gut zum Lagern. www.pfaffl.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, Metro, ab Hof

Proidl, Senftenberg

Weißer Flieder, Spätleseanklänge. Fruchtsüßlich mit pflanzlichen Akzenten, zugänglich, würzige Marillennoten, hoch elegant, toller Wein. www.proidl.com Vertrieb: ab Hof

Schloss Gobelsburg, Gobelsburg

Stachelbeere, Orangenzesten, Limette. Lebendige Säure, angenehmes Mundgefühl, pikanter Touch, Pfirsich, saftige Frucht, mineralisch, guter Trinkfluss. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Riesling Reserve 2011

Riesling Kremser Pfaffenberg 2011

Riesling Ried Leithen „Privatfüllung Sepp“ 2011

Riesling / Wachau / 14 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 14 % / trocken

Wegenstein, Wr. Neudorf

Reife Akzente, würzige Stachelbeernase. Zitrusfrucht, fordernd am Gaumen, vibrierende Säure, herb, Limetten, trinkanimierend, guter Speisebegleiter. www.wegenstein.at

Winzer Krems, Krems

Üppig, reife Marillennoten. Honig, Akazien, vollmundig, dominierende Säure, eleganter mittlerer Körper, straffe Mineralität mit feurigem Abgang. www.winzerkrems.at Vertrieb: ab Hof

Dockner Josef, Höbenbach

Reifer Pfirsich, fruchtsüßlich. Würzig am Gaumen, prägnante Säure, Marillenkompott, deutlich Restzucker, schöne Balance, Zuckerwatte im Finish. www.dockner.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Morandell, ab Hof

Riesling Smaragd Achleiten 2011

Riesling Selektion 2011

Riesling Alte Reben Zöbinger Heiligenstein 2011

Riesling / Wachau / 13,5 % / trocken

Riesling / Traisental DAC Reserve / 13 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Domäne Wachau, Dürnstein

Marillenröster. Zitrusfrüchte, Grapefruit. Lebendige Säure, lebendig, klar und knackig, Nektarinen, Apfel, rauchig, weitmaschig, braucht noch Zeit. www.domaene-wachau.at Vertrieb: Del Fabro, Pfeiffer, ab Hof

Hauleitner, Wagram ob der Traisen

Steinobstnote, Marille, zartbittere Aromen. Reifer Pfirsich, Grafit, vollmundig, mineralischer Abgang mit Pfeffer zum Schluss, hat Potenzial. www.hauleitner.at Vertrieb: ab Hof

Jurtschitsch, Langenlois

Rauchig, Zitrusnoten. Saftig, klar, weißer Pfirsich, harmonische Säureeinbindung, mineralisch-würzig am Gaumen, feingliedrig, zarte Bitternote. www.jurtschitsch.com Vertrieb: Del Fabro, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

Riesling Sausaler Urgestein Terrassen / Langriegel 2011

Riesling Wagramterrassen 2011

Riesling Steinmassel 1. Lage 2011

Riesling / Südsteiermark / 13 % / trocken

Riesling / Wagram / 13,5 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Kappel, Kitzeck

Feinwürzige Nase nach Curry. Schöne Steinfrucht, schlank und elegant, perfekte Balance, Apfel, Marille, weiße Früchte, mittellang. www.wein-wellness-hotel.at Vertrieb: ab Hof

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Leth, Fels am Wagram

Weißfruchtig, opulenter Duft. Viel Saft, schmeckt mächtig, Stachelbeere, säurebetont, animierend, belebend, Steinobstsüße, grüner Apfel im Abgang. www.weingut-leth.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Loimer, Langenlois

Gelbfruchtig, Ringlotten. Apfelkompott, gebratene Ananas, viel Power, klar, mittelgewichtig, Sternfrucht, kernige Säure, fruchtsüßlicher Ausklang. www.loimer.at Vertrieb: Del Fabro, Morandell, Wagner, ab Hof

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weincup

Riesling Nussberg Weißer Marmor 2011

Riesling Gebling 2011

Riesling Heiligenstein 1. Lage 2011

Riesling / Wien / 13,5 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC / 13 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Mayer am Pfarrplatz, Wien

Moser Hermann, Rohrendorf

Floraler Duft, Granny Smith, Muskatwürze. Druckvoll, sehr knackig, vollmundig Stachelbeere, mittellang, fruchtsüßlicher Rieslingausklang. www.pfarrplatz.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, WeinWolf, ab Hof

Schloss Gobelsburg, Gobelsburg

Melone, grüner Apfel, Zimtnoten. Zartbitter, knackig, etwas Ribisel, Pfirsich, Nektarine, vibrierende Säure, gute Spannung und Länge. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Marillennektar, saubere Kernobstnase. Quitte, Grapefruit, ausgewogen, zugänglich, diskrete Aromatik, gute Länge, mineralischer Abgang, macht Spass. www.moser-hermann.at Vertrieb: Del Fabro

Riesling Kirchberg 2011

Riesling Kögl 1. Lage 2011

Riesling Grillenparz 1. Lage 2011

Riesling / Niederösterreich / 13 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Stadler, Falkenstein

Stadt Krems, Krems

Würzig, Zitronenschale. Vordergründiges Säurespiel am Gaumen, Zitronenzeste, sehr belebend und zugänglich, easy drinking. www.weingut-stadler.com Vertrieb: ab Hof

Stadt Krems, Krems

Leichte Tabaknoten, limonadig. Pflanzlich, dezente Fruchtsüßeanklänge, lange am Gaumen, brav, glatt, ohne Ecken und Kanten, lange am Gaumen www.weingutstadtkrems.at Vertrieb: Del Fabro, Wagner, ab Hof

Weingartenpfirsich, dezente Hollernase. Lychee, Kiwi, süß am Gaumen, lebendige Säure, mittelgewichtig, hochelegant, grüner Apfel, braucht noch Zeit. www.weingutstadtkrems.at Vertrieb: Del Fabro, Wagner, ab Hof

Riesling Silberbichl 1. Lage 2011

Riesling Heiligenstein 1. Lage 2011

Riesling Urknall Urgestein Löss Schiefer 2011

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Riesling / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Riesling / Kremstal DAC Reserve / 14,5 % / trocken

Stift Göttweig, Furth

Exotisch Aromen, reif, traubig. Zartbittere Noten, leicht zugänglich, schlank aber ordentlich, weißer Pfirsich, Mineralität, guter Trinkfluss. www.weingutstiftgoettweig.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Topf, Strass

Weißes Nougat, Steinobstnase. Mittelgewichtig, drückt am Gaumen, Eleganz & Struktur vorhanden, animierend, fein, zartbitter im Abgang. www.weingut-topf.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, ab Hof

Riesling / Niederösterreich / 13 % / trocken Dezente Nase. Knackige Säure, einfach gestrickt, süßlicher Apfel, würzig, beerig, fruchtig, einfach süffig und leicht. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

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Sternanis, Gewürznelken, würzige Zitrusnoten. Saftig, bekömmlich, opulent, angenehmer Trinkfluss, lebendig, feiner Riesling, schöne Balance. www.zoehrer.at Vertrieb: ab Hof

kommentar

Prestige Riesling 2011 Lenz Moser, Rohrendorf

Zöhrer, Krems

VON JOSEF KARNER, ZALTO GLAS

Kräftige Weißweine ins richtige Glas Es gibt wahrscheinlich keine andere Weinkategorie, bei der sich die Glaswahl derart diffizil gestaltet, wie bei kräftigen Weißweinen. Weißweingläser sind etwas kleiner, als Rotweingläser, da Weißweine in der Regel über ein weniger ausgeprägtes Bouquet und weniger Tannine verfügen. Leichte bis mittelgewichtige Weißweine kommen daher am besten in einem typischen Weißweinglas zur Geltung. Anders schaut die Sache bei sehr kräftigen Weißweinen aus. Hier ist oft das größere Rotweinglas oder gar das voluminöse Burgunderglas die bessere Wahl. Denn schlussend-

lich hat das Glas immer die Funktion, einen Wein möglichst harmonisch zu präsentieren und Frucht, Tannin und Alkohol in eine Balance zu bringen. Ein sehr kräftiger Weißwein wirkt im normalen Weißweinglas oft alkoholisch und eindimensional. Bei großen Menüs werden in der Regel zwischen 2/3 und ¾ der Gänge mit Weißweinen begleitet. Hier nur mit einem Glas zu arbeiten, würde die Sommelier um die Gelegenheit bringen, die sorgfältig zusammen gestellte Weinbegleitung auch entsprechend zu inszenieren.

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Genuss hat bei uns Tradition. Schon seit 1849 keltern unsere Kellermeister aus besten österreichischen Trauben feinste Weine für höchste Trinkfreude. Verwöhnen auch Sie sich mit SALONWeinen aus den Weingütern der Weinkellerei Lenz Moser. Da sind sich Weinkenner einig: Lenz Moser ist Österreichs Wein!

www.lenzmoser.at WJ_0312_001-036.indd 24

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weincup

v.l.n.r.Das LooosQuartett Walter Buchegger, Manfred Klimek, Sabine Decleva, Peter Mosser

In der Reife liegt die Würze Auch die eingereichten Weine aus den Jahrgängen 2010 und älter überzeugten beim aktuellen ÖGZ Weißweincup.

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Looos – ein Grenzgänger Newcomer beim ÖGZ Weißweincup mit 5 Gläsern ausgezeichnet.

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er steht hinter dem Wein? Neben dem Weinmacher Manfred Klimek (Fattoria Kappa Bolgheri), die Investoren Sabine Decleva und Peter Mosser, die - wie Klimek selbst - aus der Medienbranche kommen. Und dann noch der bekannte Winzer aus Dross, Walter Buchegger, mit ihm gemeinsam wurde der erste Loos Wein – ein Grüner Veltliner Kamptal DAC-Reserve „Lengenfelder Pfeifenberg” 2011, spontanvergoren und ungeschönt gekeltert. Die Reben sind mittleren Alters und wurzeln tief in Glimmerschieferböden. Die Weingärten befinden sich über 400 Meter Seehöhe, hinter den Stöcken beginnt bereits der Mischwald der böhmischen Platte und danach die Zone, in der Weinbau zur Zeit (Klimawandel!) nicht möglich erscheint. Vom ersten Jahrgang des LOOOS wurden lediglich 4200 Flaschen gefüllt.

inige Winzer haben uns ihre „reiferen“ Weine eingereicht und das Ergebnis war überzeugend. Noch viel mehr zeigt sich, dass es Wert ist diesen Weine eine weitere Entwicklungsmöglichkeit einzuräumen. Die Gastronomie hat dadurch noch die Möglichkeit solche in den Kellern der Winzer oder Weinhändler optimal gelagert einzukaufen. Die Langenloiser Grünen Veltliner der Weingüter Bründlmayer, Schloss Gobelsburg und Karl Steininger beeindruckten die Verkostjury mit dem Jahrgang 2010 und jeweils 5 Gläser. Überflügelt nur vom 2008er Ried Lamm von Willi Bründlmayer – Weltklasse! Dagegen schaffte nur ein reifer Riesling die begehrten 5 Gläser: Rainer Wess mit seinem Wachauer Loibenberg 2010 – Gratulation.

Die weißen Madonnen Ausgezeichnet geraten sind 2011 viele Weine der Burgunder-Gruppe hervorzuheben die

Weincup-Fortsetzung auf Seite 26

Portrait

Jurtschitsch – The next Generation Lange zog ein Trio die Fäden im Langenloiser Familienweingut. Heute ist es ein Paar, das die guten, besseren und allerbesten Kamptaler Lagen in rund ein Dutzend Weine verwandelt.

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ie drei Brüder – die Kirkund-Spock-Generation – legten das Fundament für stets neue Aufbrüche ins österreichische und internationale Weinuniversum. Mit der behutsamen Übergabe der Brücke an Alwin Jurtschitsch und Stefanie Hasselbach wird die Reise nach Lehr- und Wanderjahren in der Neuen Welt und Europa mit neuen Koordinaten fortgesetzt. Die Ziele liegen dabei nicht unerreichbar in den Sternen, sondern sind ganz konkret. „Schrumpfen um zu wachsen“ genauso wie die sensible Umstellung der Familien-

weingärten auf biologisch – organische Bewirtschaftung. .„Es lebe die Vielfalt im Weingarten!“, ist das Motto. Das erfordert zum einen eine selten gewordene Akzeptanz und ein immenses Vertrauen in die Abläufe der Natur, zum anderen auch Gelassenheit. Die Rebstöcke danken es Alwin, der sich um die Weingärten unter der Prämisse der Minimalintervention kümmert. Stefanie, hauptverantwortlich für das Handwerk im Keller, zaubert aus den Trauben Weine, die das Potenzial der Lagen reflektieren: mit all der Würze, Mineralität und Eleganz, Auf der ultimativen Veltlinerlage des Kamptals, Riede Lamm, stapft man über Habichtskraut, wilde Knackerdbeeren, Osterluzei und Löwenzahn. Im Weingarten der Jurtschitschts wachsen dutzende Pflanzen, die für Diversität sorgen.

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Weißburgunder (Pinot Blanc), die bei hoher Reife sehr elegant ausgefallen sind. Besonders hat uns gefreut, dass der Gewinner des letzten Weißweincups unter anderem mit Weißburgunder, der Wagramer Weinhof Ehn aus Engelmannsbrunn, auch mit der Höchstbewertung belohnt wurde. Bei Chardonnay ging das Weingut Juliana Wieder aus Neckenmarkt eindeutig als Sieger hervor. Und das zu recht. Die „exotischen“ gebietstypischen Sorten waren erwartungsgemäß die Minderheit, da hätten wir uns eine größere Beteiligung erwartet. Obwohl Top Betriebe zumindest mit einzelnen Weinen präsent waren, die auch sehr gut abgeschnitten haben. Insgesamt spannende Verkostungstage, die allen Verkostern große Freude bereitet haben. Wollen wir alle hoffen, dass uns der Jahrgang 2012 auch wieder spannende und delikate Weine beschert.

die das Kamptal ausmachen. Alle ERSTEN LAGEN Weine des Traditionsweinguts vergären zu 100% mit Naturhefen in neutralen großen Holzfässern.. Für die Reife lässt man den Weinen Zeit, so spiegeln sich mehr Substanz, Komplexität und vor allem Authentizität wider. Derzeit befinden sich die next generation mitten in der Weinlese. Die klassischen Kamptal Veltliner sind schon im Keller. „Die Moste schmecken unglaublich fruchtig und komplex. Riesling wird Mitte Oktober drankommen. Bis dahin werden noch viele Blätter gezupft, um die Trauben gesund zu erhalten. Es ist ein gutes Jahr“, konstatiert Alwin Jurtschitsch. Die Weinwelt der Jurtschitschs steht nie still. Das war in der Vergangenheit so und das setzt sich nahtlos in der neuen Generation fort. Ziel ist es die unerschöpflichen Welten, die Wein offeriert, ein Stück näherzukommen.

Jurtschitsch Klassiker Grüner Veltliner Stein Kamptal DAC 2011: Trauben stammen ausschließlich aus hochgelegene, kühlen Bergweingärten mit Urgesteinsböden. Ein puristischer Veltliner mit Mineralität und Kamptaler Würze.

Jurtschitschs Experimente in Miniaturauflagen Grüner Veltliner „Non Vintage“ 2009: händisch gezupfte Trauben der Riede Lamm werden zu zeitloser Wein mit Spannung und Struktur gekeltert, der sich nicht dem jeweiligen Jahr unterwirft.

„Methode Jurtschitsch“ 2007: Grüner Veltliner im großen Holzfass vergoren, verbleibt nach der Flaschengärung der Sekt für viereinhalb Jahre auf der Hefe. Brut nature – ohne Dosage.

kontakt

WEINGUT JURTSCHITSCH Rudolfstraße 39, 3550 Langenlois www.jurtschitsch.com Tel. 02734 2116

weingut@jurtschitsch.com

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Grüner Veltliner 2010, 2009, 2008

Grüner Veltliner Lamm 2008

Grüner Veltliner Tradition 2010

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13 % / trocken

Bründlmayer Willi, Langenlois

Schloss Gobelsburg, Gobelsburg

Fein exotische Noten, pfeffrige Würze. Maracuja-Früchteextrakt, angenehme Reife, elegant mit viel Struktur, gut eingebundenes Holz, sehr schöner Wein. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Kastner, Pfanner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

Reife gelbe Fruchtnoten, Blütenhonig. Üppig, saftig, recht viel Alkohol, aber klare Frucht und viel Würze im Abgang, edler Tropfen, der Spass macht. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Grüner Veltliner Loiser Berg 1. Lage 2010

Grüner Veltliner Runa 2010

Grüner Veltliner Kittmannsberg 2010

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 14 % / trocken

Grüner Veltliner / Wagram / 13,5 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Bründlmayer Willi, Langenlois

Grill, Fels

Pfefferkuchen, reife Früchte. Quitte, Marille, schwarzer Pfeffer, rauchig blumiger Geschmack, sehr cremig, gute Balance, Harmonie pur, super Wein. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Döllerer, ab Hof

Steininger, Langenlois

Würzigkeit, geröstete Banane. Saftig, mächtig, herrliche Fruchtstruktur, gut eingebundene Säure, Mentholanklänge, irrer Trinkfluss, mehr davon. www.weinhofgrill.at Vertrieb: ab Hof

Grüner Veltliner Juliusberg 2008

Grüner Veltliner Grand Crü 2010

Grüner Veltliner / Niederösterreich / 13 % / trocken

Grüner Veltliner / Kamptal DAC Reserve / 13,5 % / trocken

Schloss Maissau, Maissau

Grüner Veltliner Smaragd Ried Frauenweingärten 2010

Steininger, Langenlois

Jasminblüten, schöne Nase. Zugänglich, feine mineralische Note, Limette, Grapefruit, viel Substanz, langer balancierter Abgang, typisch für reifen GV. www.gruberwein.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, ab Hof

Reife gelbe Früchte, üppige Nase. Elegant am Gaumen, Marille, sehr gute Balance, viel Extrakt, wird durch frische Säure gut balanciert. Jetzt trinken! www.weingut-steininger.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, ab Hof

Fischer Josef, Rossatz

Grüner Veltliner / Wachau / 14 % / trocken

Frische Lychee, Kiwi. Kernig, mineralisch, malzig, cremig, elegant, gute Struktur, viel schöne klare Frucht, kühl, schöner Wein, gut im Abgang. www.weingut-steininger.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, ab Hof

Weißer Holunder, Früchtetee. Saftig, protzig, pflanzliche Anklänge, wirkt sehr reif, schöne Frucht, angenehm, langer Abgang, ein Wein für Liebhaber. www.huchenfischer.at Vertrieb: ab Hof

4 | 12 Titelstorys

Sommelier am Arlberg Hermann Lankmaier vom Burghotel im Interview

Wildwuchs in unseren Lagen Erste Lage, große Lage, Super-Lage? Eine Expertenrunde diskutiert WJ_0312_001-036.indd 26

ÖGZ-Wein-Cup

Österreichs beste Rotweine Österreichs beste Süßweine Einsendeschluss für die Teilnahme am ÖGZ Weincup ist Montag, 5. November. Mehr Infos unter: www.gast.at/weincup 03.10.2012 14:59:22


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weincup

Weißburgunder 2011

Weißburgunder Kogl Reserve 2011

Weißburgunder Exklusiv 2011

Weißburgunder / Wagram / 14,5 % / halbtrocken

Weißburgunder / Niederösterreich / 14 % / trocken

Direder, Kirchberg am Wagram

Hirtl, Poysdorf

Steirische Nase, Fruchtextrakt. Schmelz, hervorragende Balance, Brennessel, vollmundig, am Gaumen fein, reifer Apfel, mineralische Würze, sehr lang. www.direder.at Vertrieb: ab Hof

Walnuß, lebendig, reizvoll, eigene Stilistik, Heu, voll Mandel und exotischer Früchte, ewiger Ausklang, toller Stoff, gleich mehr einkühlen. www.weingut-hirtl.at Vertrieb: ab Hof

Weißburgunder 2011

Weissburgunder Reserve Trebien 2011

Weißburgunder Gebling 2011

Weißburgunder / Wagram / 14,5 % / trocken

Weißburgunder / Südsteiermark / 14 % / trocken

Weißburgunder / Kremstal DAC Reserve / 14 % / trocken

Ehn, Engelmannsbrunn

Üppige gelbfruchtige Nase, Akazienhonig. Vanille, hochelegant, perfekt balanciert, animierend, zart buttrige Noten, sehr sortentypisch, langes Finish. www.weinhofehn.at Vertrieb: ab Hof

Albert | Fam. Cramer, Kitzeck

Bründlmayer Josef, Grunddorf

Reife Aromen, exotische Noten, Nüsse. Opulent, ausgewogen, angenehme Säure, würzige Mitte, Apfel, sehr schöne Balance, klare Struktur, gute Länge. www.josef-bruendlmayer.at Vertrieb: ab Hof

Bratäpfel, fruchtsüßlich. Apfel, Birne, kernige Säure, ausgewogen, perfektes Mundgefühl, Substanz am Gaumen, kräftig, klassischer WB, hat Potenzial. www.weingut-albert.at Vertrieb: ab Hof

Pinot Blanc Classic 2011

Weißburgunder Bärnreiser 2011

Weißburgunder aus den Rieden 2011

Weißburgunder / Südsteiermark / 13 % / trocken

Weißburgunder / Carnuntum / 14 % / trocken

Weißburgunder / Steiermark / 13 % / trocken

Georgiberg, Berghausen

Ringlotten, pflanzlich, zartbitter. Mediterrane Kräuter, mittelgewichtig, viel Wein im Mund, zugänglich, Birne, ausgewogen, würziges Finale, stark. www.weingut-georgiberg.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, Schenkenfelder, ab Hof

Netzl, Göttlesbrunn

Potzinger, Gabersdorf

Eibisch, Kriecherl, gelbfruchtig. Klar und straff am Gaumen, dicht, balanciert, geröstete Nüsse, süße Fruchtaromen, Vanille, herrlicher Trinkfluss. www.netzl.com Vertrieb: Del Fabro, Vergeiner, ab Hof

Brioche, Kiwi, Birne. Saftig, Traubenkerne, gelbgrüne Frucht, Mandeln, dicht und exakt, gute Spannung, mineralisch, lang im Ausklang, hat Potenzial. www.potzinger.at Vertrieb: Morandell, Pfeiffer, ab Hof

Weißburgunder Stangl 2011

Weißburgunder Smaragd Frauenweingärten 2011

Pinot Blanc 2011

Weißburgunder / Niederösterreich / 14,5 % / halbtrocken

Weißburgunder / Wachau / 14 % / trocken

Weißburgunder / Leithaberg DAC / 13,5 % / trocken

Topf, Strass

Nelkenduft, Fruchtextrakt. Apfel, Vanille, Honig, schmelzig, mächtig am Gaumen, Orangenzesten, fein, elegant im Abgang, braucht Luft. www.weingut-topf.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

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Gallhofer, Rossatz

Südfruchtaromen. Kompakt, straffe Säure, engmaschig, guter Druck, gelbe Birnen, Quitte, klare Struktur, feiner Trinkfluss, Bilderbuch-WB. www.weinbau-gallhofer.at Vertrieb: ab Hof

Hillinger, Jois

Haselnuß, Erdnußflocken. Akazienhonig, üppig und trotzdem elegant, würzig, dezentes Barrique, nussig, buttrig, zartbitter mit viel Power. www.leo-hillinger.com Vertrieb: Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Wagner, ab Hof

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Weißburgunder 2011

Weißburgunder Alte Reben 2011

Weissburgunder Annberg 2011

Weißburgunder / Niederösterreich / 15 % / trocken

Weißburgunder / Südsteiermark / 14,5 % / trocken

Weißburgunder/ Südsteiermark / 13,5 % / trocken

Kirschner, Zöbing

Potzinger, Gabersdorf

Helle Lakritze, Minze, rauchig. Kraftvoll, energisch, Nougat, Kokos, Holz schön eingebunden, Akazienblüte, zartbitter im Abgang. www.kirschner.co.at Vertrieb: ab Hof

Weissburgunder Ebersleithen 2011 Stadler, Falkenstein

Weißburgunder / Niederösterreich / 14 % / trocken Holunderblüten, würzig. Quitte, saftig, säurebetont, frisch, kühle Stilistik, Apfel, Nuss, wird herb, sehr viel Sortenausdruck, kräftiger Wein. www.weingut-stadler.com Vertrieb: ab Hof

Gelbfruchtig, Karamell. Mächtig, cremig, Honigmelone, vollmundig, harmonisch, süße Pfirsichnase, super Speisebegleiter, Powerwein mit viel Potenzial. www.potzinger.at Vertrieb: Morandell, Pfeiffer, ab Hof

„Die Rieslinge bestechen durch Balance, Klarheit und Mineralität. Einen Newcomer habe ich gleich neu in unser Sortiment aufgenommen.“

Silberberg, Leibnitz

Jasminblüte, floraler Duft. Lychee, selchige Apfel-Mandel-Aromen, Karamell, üppig, trinkfreudig, ewiger Abgang, schmeckt jedem und jeder. www.silberberg.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Pinot Blanc Wielitsch 2010 Georgiberg, Berghausen

Weißburgunder / Südsteiermark / 13 % / trocken Reife Maracujaaromen, Kräuter. Geröstete Nüsse, Holz steht im Vordergrund, burgundische Noten, zarte Exotik, feine Mandelnoten, spannend. www.weingut-georgiberg.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, Schenkenfelder, ab Hof

Franz Messeritsch, Grand Hotel Weissburgunder Grassnitzberg 2010

Chardonnay 2011

Skoff Original, Gamlitz

Weißburgunder / Südsteiermark / 13,5 % / trocken Grapefruit, Zitrus, exotische Frucht. Prägnante Säure, körperbetont, knackig, lebendig, Passionsfrucht, Basilikum, schöne Länge. www.skofforiginal.com Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, WeinWolf, Morandell, ab Hof

Wieder Juliana, Neckenmarkt

Chardonnay 2011

Chardonnay / Burgenland / 13,5 % / trocken Tannennadeln, Würze, Haselnuß in der Nase. Verführerisch am Gaumen, elegant, sehr lebendig, gute Struktur, toll eingesetztes Holz, braucht viel Luft. www.weingut-juliana-wieder.at Vertrieb: Wedl, Pfeiffer, Metro, ab Hof

Chardonnay Reserve 2011

Chardonnay Selection 2011

Chardonnay Selection 2011

Chardonnay / Burgenland / 14 % / trocken

Chardonnay / Niederösterreich / 14,5 % / trocken

Chardonnay / Burgenland / 13,5 % / trocken

Juris, Gols

Weiße Schokolade, Gewürznelken. Leichtes Nougat-Spiel, druckvoll am Gaumen, geröstete Nüsse, Walnuß, Wacholder, balancierter Abgang, hat Zukunft. www.juris.at Vertrieb: Del Fabro, WeinWolf, ab Hof

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Hirtl, Poysdorf

Quitte, extraktvoll. Feine Frucht und harmonische Säure, Karamell, sehr eigenwillige Stilistik, viel Restsüße, mild eingebunden, cremiges Finish. www.weingut-hirtl.at Vertrieb: ab Hof

Salzl Seewinkelhof, Illmitz

Marillen, leichte Exotik, rauchige Nase. Vollreife Birne, klar am Gaumen, hohe Säure, lebendig, angenehmer Trinkfluss, druckvoller Abgang. www.salzl.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

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Selection Chardonnay 2011

Chardonnay Dreissigviertel-Limberg 2011

Chardonnay Langriegel 2011

Chardonnay / Niederösterreich / 13 % / trocken

Chardonnay / Niederösterreich / 14 % / trocken

Chardonnay / Südsteiermark / 13 % / trocken

Lenz Moser, Rohrendorf

Würzig, Grapefruit, Limetten. Frisch fruchtig, energische Säure, mineralisch, mittelgewichtig, knackig, blitzblank, trinkanimierend, Zitrusfinish. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Stift Altenburg, Röschitz

Kappel, Kitzeck

Röstaromen, gebrannte Aschanti. Orangenzesten, angenehmes Mundgefühl, aber doch kräftig am Gaumen, mittlerer mineralischer Abgang. www.gruberwein.at Vertrieb: Del Fabro, Kolarik&Leeb, ab Hof

Karamell, runde Nase. Leicht fruchtsüßlich, rassige Mineralität, sauber, aber kurz, Karamell auch im Mund, edel strukturiert, feinbitteres Finish. www.wein-wellness-hotel.at Vertrieb: ab Hof

Chardonnay 2011

Chardonnay Rosenberg 2011

Morillon aus den Rieden 2011

Chardonnay / Neusiedlersee / 13,5 % / trocken

Chardonnay / Carnuntum / 13,5 % / trocken

Chardonnay / Südsteiermark / 14 % / trocken

Lunzer Heinrich, Gols

Frischer Apfel, Zitrus, pflanzliche Noten. Charmant und zugänglich, Birne, kräftig am Gaumen, ordentlich, zurückhaltende Aromatik, mittlerer Abgang. www.heinrich-lunzer.at Vertrieb: Pfeiffer, ab Hof

Markowitsch Lukas, Göttlesbrunn

Potzinger, Gabersdorf

Erdnußflocken, Ingwer, Kräuteraromen. Birnenkompott, reizvoll am Gaumen, lebendig, stählern, angenehmes FruchtSäurespiel, feiner Ausklang. www.weingut-marko.com Vertrieb: WeinWolf, ab Hof

Weißes Nougat, geröstete Nüsse. Ölig, pikante Säure, druckvoll, aromatisch und würzig bis in den Abgang, ein liebenswerter Chardonnay. www.potzinger.at Vertrieb: Morandell, Pfeiffer, ab Hof

Chardonnay Pössnitzberg 2011

Chardonnay Gamlitz 2011

Chardonnay Johannishöhe 2011

Chardonnay / Südsteiermark / 13,5 % / trocken

Chardonnay / Südsteiermark / 13 % / trocken

Chardonnay / Neusiedlersee / 13 % / trocken

Sabathi Erwin, Leutschach

Röstaromen, viel Holz in der Nase. Zitrus, mineralischer Touch, balanciert, kräftig am Gaumen, schöne Frucht, Säure vordergründig, mittlerer Abgang. www.sabathi.com Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Wagner, Vergeiner, ab Hof

Sabathi Hannes, Gamlitz

Kamille, pflanzliche Würze. Mineralisch, staubtrocken, klebt am Gaumen, sauber und klar, frisch, mittlerer Abgang. www.hannessabathi.at Vertrieb: Döllerer, Morandell, ab Hof

Hirtl, Poysdorf

Sämlington, gelbe Äpfel, Stachelbeere. Mandarinen, Wacholder, leichte Würze, rauchig, später Eiszuckerl und säurebetonter saftiger Ausklang. www.weingut-hirtl.at Vertrieb: ab Hof

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Karamell, Marillenchutney. Haselnuß, Grapefruit, saftig, bekömmlich am Gaumen, leicht burgundisch, Granny Smith, vordergründige Frucht, passt. www.ziniel.at Vertrieb: ab Hof ANDREASZ I N I E L

JOHANNI S HÖHE 2 011

JOHANNISHÖHE2011 Chardonnay

trocken 13%vol E 5290/12 0,75l BURGENLAND/NEUSIEDLERSEE

QUALITÄTSWEIN AUS ÖSTERREICH enthält Sulfite

Erzeuger/Abfüller: Weingut Ziniel

A-7161 St. Andrä / Zicksee, Hauptstr. 47 Tel +43 2176/2116 Fax -4, office@ziniel.at

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10.09.2012 17:13:41

Morillon Schusterberg 2009

Chardonnay Exklusiv 2011 Chardonnay / Niederösterreich / 14,5 % / trocken

Ziniel, St. Andrä am Zicksee

Maitz, Ratsch

Chardonnay 2010

Chardonnay / Südsteiermark / 13,5 % / trocken Gelbfruchtig, exotische Nase. Vanille, perfekter Holzeinsatz, cremig, tragende Säure, druckvoller Anklang, balanciert, voller Zug bis in den Abgang. www.maitz.co.at Vertrieb: Del Fabro, Döllerer, Kolarik&Leeb, eurogast, ab Hof

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w w w.g ast.at

Charonnay Jungenberg 2010

Chardonnay 2010

Chardonnay New Style 2010

Chardonnay / Burgenland / 14,5 % / trocken

Chardonnay / Leithaberg DAC / 13 % / trocken

Chardonnay / Burgenland / 13,5 % / trocken

Altenburger Markus, Jois

Fichtennadeln, Blütenhonig. Herrliche Mineralität und abfedernde Säure, ausdrucksstark, hat Struktur, saftig bis zum Schluss, eleganter Abgang. www.markusaltenburger.com Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

MAD - Haus Marienberg, Oggau

Lavendel, Zitronenzesten. Feurig am Gaumen und im Körper, gelbe Birnenfrucht, mittelgewichtig, guter Zug nach vorn, pflanzlicher Ausklang. www.weingut-mad.at Vertrieb: Del Fabro, Schenkenfelder, ab Hof

Gumpold Reserve 2009

Morillon Grassnitzberg 2009

Chardonnay / Thermenregion / 13,5 % / trocken

Chardonnay / Südsteiermark / 13,5 % / trocken

Schellmann, Gumpoldskirchen

Nektarinen, extraktreich. Druckvoll, harmonische Säure, kräftig am Gaumen mit mineralischer Würze, ausdrucksstarke Frucht, wird mit Zukunft zulegen. www.loimer.at Vertrieb: Del Fabro, Wagner, ab Hof

Skoff Original, Gamlitz

Würzig, nussig, Röstaromen, Föhrennadeln. Straffe Säure, Zitrus, witzig, eigenwillig aber gut, viel Extraktsüße, aber schöner Zug, sehr schöner Wein. www.skofforiginal.com Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, WeinWolf, Morandell, ab Hof

Salzl Seewinkelhof, Illmitz

Walnuß, Lebkuchenwürze, Honignase. Cremig, Akazienblüten, Bisquit, eigenwillig, aber fein, man sollte wissen, was einen erwartet, langer Abgang. www.salzl.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

„Neben den üblichen bekannten Winzern, finden sich auch immer Neuentdeckungen bei den ÖGZ Weincups, auch diesmal wieder.“ Norbert Eismayer, Morandell

Sortenvielfalt 2011 und älter/ Cuvee weiß

Grauburgunder Trebien 2011

Rotgipfler Laim 2011

Grauburgunder / Südsteiermark / 14,5 % / lieblich

Rotgipfler / Thermenregion / 13,5 % / trocken

Albert | Fam. Cramer, Kitzeck

Intensive würzige Nase, süße Blüten. Dunkelgelb, voller Saft, angenehm, sauber, reif, sortentypisch, herrlicher Trinkfluss. www.weingut-albert.at Vertrieb: ab Hof

Gebeshuber, Gumpoldskirchen

Honig, Jasmintee. Fruchtschmelz, sehr lebendig, trotzdem klare Struktur, witzig und eigenwillig, leicht süßlich, buttrig, würzig im Abgang. www.spaetrot.com Vertrieb: ab Hof

Roter Veltliner Scheiben 2011

Rotgipfler Rodauner Top Selektion 2010

Zierfandler 2011

Roter Veltliner / Wagram / 14 % / trocken

Rotgipfler / Thermenregion / 14 % / trocken

Zierfandler / Thermenregion / 13,5 % / trocken

Leth, Fels am Wagram

Rauchig-nussige Nase, feine Holztöne, Krachmandeln. Blitzsauber, zartbittere Frucht, Stachelbeere, aromatisch, pikant, macht Spass. www.weingut-leth.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

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Alphart, Traiskirchen

Brioche, exotische Fruchtnoten. Ölig, kribbelt am Gaumen, frische Frucht, total würzig, schön cremig, eigenständig, gute Länge. www.alphart.com Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Pfeiffer, Morandell, Metro, ab Hof

Biegler, Gumpoldskirchen

Heller Tee, Zitrusfrucht. Dicht, klebt am Gaumen, Karamell, Kräuter, klar, reizvoll, noch etwas unentschlossen, insgesamt ein schöner Wein. www.weingut-biegler.at Vertrieb: Del Fabro

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Frühroter Veltliner 2011

Rotgipfler Selektion 2011

Rotgipfler 2011

Frühroter Veltliner / Niederösterreich / 12 % / trocken

Rotgipfler / Thermenregion / 13,5 % / trocken

Rotgipfler / Thermenregion / 12,5 % / trocken

Direder, Kirchberg am Wagram

Freigut Thallern, Gumpoldskirchen

Honigmelone, würzig. Safran am Gaumen, frische und resche Säure, lebendig, Kräuterzwürze, gute Balance, schöne Frucht, mittelgewichtig. www.direder.at Vertrieb: ab Hof

Nelkenduft. Anfangs saftig, wird mineralischer und öffnet sich, belebend, grüne Kräuter; am Gaumen gut strukturiert, elegant, wird mit Luft besser. www.freigut-thallern.at Vertrieb: Del Fabro

Johanneshof Reinisch, Tattendorf

Gelbfruchtig, Nektarinen. Kernig, Minze, Honigmelone-Ananas, trocken und straff am Gaumen, knackig, mittellanger Abgang, guter Stoff. www.j-r.at Vertrieb: Del Fabro

Grauburgunder Langriegel 2011

Grauburgunder Jägerberg 2011

Zierfandler Igeln 2011

Grauburgunder / Südsteiermark / 13 % / trocken

Grauburgunder / Südsteiermark / 13,5 % / trocken

Zierfandler / Thermenregion / 13,5 % / trocken

Kappel, Kitzeck

Sabathi Erwin, Leutschach

Wiesenkräuter, florale, pudrige Nase. Gleich zugänglich, easy drinking, rauchiger Anklang, gutes Mundgefühl, hat Struktur und Würze, hat was.

Dezente Aromatik, Kräuterwürze. Am Gaumen zartbittere Noten, fruchtsüßlicher Anklang, sortentypisch, rauchig, Marillenröster, lebendiger Abgang. www.sabathi.com Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Wagner, Vergeiner, ab Hof

www.wein-wellness-hotel.at Vertrieb: ab Hof

Stadlmann, Traiskirchen

Frisches Heu, Kräuterzuckerl. Feine Säure, Grafit, vollmundig, gute Balance, viel Frucht, beherzte Säure, mittellang, interessanter Wein. www.stadlmann-wein.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

Neuburger Reserve 2011

Zierfandler Modler 2011

Prestige Pinot Gris 2011

Neuburger / Burgenland / 14 % / trocken

Zierfandler / Thermenregion / 13,5 % / trocken

Grauburgunder / Burgenland / 13 % / trocken

Altenburger Markus, Jois

Gebeshuber, Gumpoldskirchen

Pfefferwürze, Apfelnoten, Gewürznelken. Schlank und mittellanger Körper, würzige Noten ziehen sich durch. www.markusaltenburger.com Vertrieb: ab Hof

Honig, Melisse. Druckvoll, exotisch, zartbitter, schöne Frucht, frisch, elegant, macht Spaß, Holz erst im Abgang merkbar. www.spaetrot.com Vertrieb: ab Hof

Lenz Moser, Rohrendorf

Pflanzliche Würze, Kiwi. Straff am Gaumen, grünfruchtig, guter Druck, Zitrus, säurebetont, unkomplizierter Ausklang. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Divine 2009

Cuvée Emilia 2011

Pinot Blanc / Chardonnay 2010

Cuvée / Weinland / 13,5 % / trocken

Cuvée / Wagram / 14 % / trocken

Cuvée / Leithaberg DAC / 13 % / trocken

Lunzer Heinrich, Gols

Dezente Würze, Kletzenbrot, spannende Nase. Üppig, Schoko, holzbetont, eigenwillig und reizvoll, wird noch zulegen. www.heinrich-lunzer.at Vertrieb: ab Hof

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Grill, Fels

Grasig, Früchtebonbon. Saftig, schlank und verhalten, entwickelt sich mit Luft, Birnenkompott, süßlich, am Gaumen angenehm. www.weinhofgrill.at Vertrieb: ab Hof

Nittnaus Hans & Christine, Gols

Wiesenblumenaromen. Dominierende Säure, Holz in der Nase und am Gaumen, pflanzliche Anmutung. www.nittnaus.net Vertrieb: ab Hof

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w w w.g ast.at

Mit der Kraft der Erde

Elit – Das UltraPremiumProdukt aus dem Hause Stolichnaya für die TopHotellerie und -Gastronomie

Wodka ist eine der meist verkauften Spirituosen überhaupt, doch das war nicht immer so. Doch trotz seiner Popularität ist das Wissen um dieses weitgehend neutral schmeckende Produkt sehr gering. Umso wichtiger ist daher das Image der Marke.

W

odka darf in keiner Bar fehlen, schließlich ist er Bestandteil vieler populärer Cocktails, entweder als Einzeldarsteller (Bloody Mary, Wodka-Tonic, Screwdriver) oder als Teil eines hochprozentigen Ensembles. Nur selten wird Wodka pur genossen. Das war früher anders. Wer jetzt den Wodka erfunden hat, darüber lässt sich trefflich streiten, vor allem wenn man Pole oder Russe ist. Zumindest der slawische Ursprung des Wortes ist gesichert. Voda heißt in den slawischen Sprachen Wasser, die Verkleinerungsform Vodka (oder Wodka, wie er auf Deutsch zumeist bezeichnet wird) bedeutet so viel wie „Wässerchen“. Im Grunde handelt es sich bei Wodka um einen klaren Kornbrand, wobei die Getreidesorte ursprünglich keine große Rolle gespielt hat. Zumeist war es Roggen, aber auch Weizen wurde regelmäßig verwendet. Man hat das genommen, was gerade da war und nicht fürs Brotbacken gebraucht wurde. Der erste Wodka dürfte in Osteuropa im 14. Jahrhundert gebrannt worden sein, im 19. Jahrhundert kam die Kartoffel als Stärkelieferant für die Wodkaproduktion auf. Heute wird Wodka aus unterschiedlichsten Grundprodukten destilliert. Während in den meisten Fällen Getreide als Grund-

produkt verwendet wird, setzen manche Produzenten auf Kartoffel, Melasse oder Weintrauben. Wodkaproduzenten mit einer langen Tradition sind neben Polen und Russland auch die Ukraine, Finnland und Schweden. Mengenmäßig gesehen wird heute allerdings in den USA der meiste Wodka produziert. Der erste Schritt bei der Wodkaherstellung ist dem Bierbrauen recht ähnlich. Das Getreide wird eingemaischt und erhitzt, wodurch sich Stärke in Zucker verwandelt, durch die Beigabe von Hefe wird ein Gärprozess in Gang gesetzt und der Zucker wird in Alkohol umgewandelt. Dieser Alkohol wird dann mehrfach gebrannt, je öfter desto hochwertiger das Endprodukt. Um möglichst geschmacksneutralen Wodka zu erhalten, wird das Destillat anschließend filtriert, wodurch Fuselöle und eventuelle Fehlaromen beseitigt werden. Der Aufwand, der beim Filtrieren betrieben wird, schlägt sich in der Qualität und schlussendlich auch im Preis nieder.

Vom Wärmespender zum Kultgetränk Über Jahrhunderte wurde Wodka in unterschiedlichsten Qualitäten vor allem von Klein- und Kleinstbrennereien destilliert. Erst mit dem Aufkommen der Cocktail-

bars in den USA und Westeuropa entwickelten sich internationale Wodka-Marken, wobei die USA der wichtigste Wodka-Markt war und ist. In schicken Bars geht es neben der Qualität der Spirituosen natürlich auch ums Image. Der weltweite Siegeszug der schwedischen Marke Absolut, der in den frühen 1990erJahren begann, hat zweifellos mit dem einzigartigen Werbeauftritt, der die markante Flasche in unterschiedlichsten Inszenierungen zeigt, zu tun. Andere Marken, wie der zum Diageo-Konzern gehörende Wodka Smirnoff, setzen eher auf globale Präsenz eine Stufe unter dem Premiumbereich. Einer der beliebtesten Premiumwodkas Österreichs ist der russische Stolichnaya, der in Österreich von Topspirit vertrieben wird. Stolichnaya wird zweimal destilliert und viermal durch Birkenholzkohle gefiltert, wodurch ihm Verunreinigungen entzogen werden. So erhält er sein besonders mildes und feines Aroma. Top Spirit bietet den Kunden in der Gastronomie Betreuung, Beratung und Service. Attraktive Werbemittel sorgen für eine entsprechende Nachfrage durch die Gäste.

Qualität und Marke Nachdem die großen WodkaMarken wie Stolichnaya, Absolut,

Xellent Swiss Vodka – Die eidgenössische Antwort auf den Wodka-Boom. Hochwertiges Produkt aus Schweizer Roggen in edler Aufmachung; Österreich-Vertrieb: Kattus

Smirnoff, Finlandia, Wyborowa etc. Position bezogen und die wichtigsten Märkte erschlossen hatten, gingen sie daran, mit sogenannten Ultra-PremiumMarken auch ein imagebewusstes und vor allem zahlungskräftiges Publikum anzusprechen. Sind solche Produkte ihr Geld wert? Die klare Antwort darauf lautet: Das kommt drauf an. Von einem rein sensorischen Standpunkt aus, macht es wenig Sinn, weit mehr als 20 Euro für eine Flasche Wodka zu bezahlen. Wer sich die Mühe einer umfassenden Blindverkostung von Wodkas unterschiedlicher Preiskategorien antut, wird jedenfalls überrascht sein. Andererseits spielt das Image gerade in Bars eben auch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es gibt zahlreiche Menschen, die für eine schöne Flasche mit tollem Image

Edelweiß: Dieser Edelwodka aus Vorarlberg wird aus Roggen und Williamsbirne gebrannt, was weltweit wohl einzigartig ist; Freihof Destillerie, Lustenau

Kunst, Musik, Mode Stoli präsentiert ORGNL.TV ORGNL.TV ist ein Kreativprojekt von Stoli zur Suche nach den originellsten Leuten in den Bereichen Kunst, Musik und Mode. Kreative können bis 29. Oktober ihre Videos auf www.ORGNL.TV einreichen und so ihre künstlerischen Arbeiten einem internationalen Publikum zugänglich machen. Die registrierten Fans auf ORGNL.TV und eine Jury stimmen über die eingereichten Werke ab. Die Gewinner haben die Chance an einer LiveMusik-, Kunst- oder Modenschau in New York teilzunehmen. Es werden drei Hauptpreisgewinner ausgewählt, die dann mit den leitenden

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ORGNL.TV-Künstlern Nary Manivong, Nina Sky und Jeremyville zusammenarbeiten, um ihre Werke bei dem Event vorzustellen. Stoli als Innovationsführer ORGNL.TV ist Teil der aktuellen Stoli-Kampagne „The Most Original People, Deserves The Most Original Vodka“ und unterstreicht die Stellung von Stoli als Innovationsführer. So hat die Marke vor fünfzig Jahren als Erste weltweit Vodka Flavours eingeführt. Daneben steht Stolichnaya® Premiumwodka auch für russische Wodkatradition und höchste Qualität.

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Das

Stoli-Gold die "TopPremium-Edition" von Stolichnaya und wird vor allem in der gehobenen Gastronomie vertrieben.

umt aus ause hnaya e Topllerie

Bekannte Marke zu einem attraktiven Preis. Die Basis-Qualität von Stolichnaya ist der beliebteste Premium-Wodka Österreichs. Vertrieb: Top Spirit

astroomie

durchaus scharf und rau schmecken dürfen, außerhalb Osteuropas aber praktisch nicht gekauft werden“, erklärt Rafael Topf, der beim Getränkehändler Del Fabro für das Spirituosengeschäft verantwortlich ist. Außerdem sind nicht alle Wodkas so rein, wie sie gerne tun. Schließlich sind laut EU-Gesetz ein paar Gramm Zuckerzusatz gestattet, was Wodkas zugänglicher macht.

Bio-Power vom Bio-Bauern Der Geist vom Land In Oberösterreich brennt Philipp Landerl unter der Marke 1310 – The Spirit of the Country hochwertige Wodkas in Bio-Qualität. Er bietet auch Flavoured Wodkas an, diese jedoch in außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen. In vielerlei Hinsicht präsentiert sich der junge oberösterreichische Betrieb, so wie große Wodkaproduzenten. Aufmachung der Flasche und Marke sind stimmig und wohl überlegt, hinter dem Produkt steht eine originelle Geschichte und neben dem puren Wodka werden auch Wodkas mit Geschmacksrichtungen gefüllt. Doch schon bei der Auswahl der Geschmacksrichtungen zeigt sich, dass Philipp Landerl etwas Besonderes will. Quitte, Rose sowie Gurke-Melone zeigen vom Einfallsreichtung Landerls. Dass seine Wodkas unter dem Label 1310 laufen, hat mit der Jahreszahl der ersten urkundlichen Erwähnung des elterlichen Bauernhofs zu tun. Anders betrachtet lässt sich 1310 aber auch als „Bio“ lesen. Infos: www.1310.at

Der Zauber des Geschmacks

viel Geld ausgeben wollen. Es wäre dumm, als Gastronom auf dieses dankbare Klientele zu verzichten und lediglich Basis-Produkte anzubieten. Die sensorischen Unterschiede zwischen verschiedenen WodkaMarken sind zwar deutlich geringer, als bei Whisky, Rum oder Gin, dennoch lassen sich Unterschiede ausmachen. „Es gibt zwei große Stilrichtungen. Westlich gemachte Wodkas, die mild und neutral schmecken, sowie östliche Wodkas, die

Während etwa in Polen das Aromatisieren von Vodkas (etwa mit Büffelgras) eine lange Tradition hat, sind die beliebten Flavoured Wodkas in Westeuropa und den USA ein relativ neues Phänomen. Solche Produkte machen in Cocktailbars durchaus Sinn, vom Ideal eines möglichst reinen, neutralen Geschmacks ist man jedoch meilenwert entfernt. Schlussendlich herrschen am Wodka-Markt ähnliche Gesetze wie bei anderen Spirituosen. Ein Gutteil des Wertes entsteht nicht in der Produktion, sondern bei der Vermarktung. Das muss allerdings nicht negativ sein. Wer fragt beim Kauf einer Gucci-Tasche, wie hoch die tatsächlichen Produktionskosten waren?

Bunte Schweden

Komplexer Geschmack in der Flasche

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tolichnaya steht für russische Wodkatradition und höchste Qualität. Doch Stolichnaya ist nicht nur für seine hohen Qualitätsstandards, sondern seit jeher auch als Innovationsführer bekannt. Die Marke hat vor fünfzig Jahren als Erste weltweit Vodka Flavours eingeführt. Zum Jubiläum gibt es nun mit der Sonderedition Stoli® Choc Razberi™ eine neuartige Geschmacksrichtung. Die Kombination von Schokolade und Himbeere ergibt ein vollkommen neues Geschmackserlebnis im Wodkasegment: cremige Milchschokolade und reife, frisch gepflückte Himbeeren – und natürlich ein Hauch von Stoli Premium Wodka. Stoli Choc Razberi ist perfekt für den puren Genuss auf Eis, aber auch für vollmundige Cocktails. Zuletzt wurde 2010 der Flavour Stoli®Gala Apple™ Premium Wodka international lanciert. Weitere Geschmacksrichtungen sind etwa Ohranj, der perfekt zum Klassiker Wodka-Orange passt. Für den original Caipiroska mit Himbeergeschmack (Razpiroska) benötigt man Stoli Razberi. Auch Vanille gibt es selbstverständlich von Stolichnaya, da diese Geschmacksrichtung seit Jahren der beliebteste Wodka-Flavour in Österreich ist.

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Für viele Konsumenten auf der ganzen Welt ist Absolut der Inbegriff einer modernen Getränkemarke, dabei wurde Absolut bereits im 19. Jahrhundert gegründet und ist daher ein echtes Traditionshaus. In den 1970er-Jahren wurde die damals altbacken wirkende Marke komplett gerelauncht und auf eine internationale Wachstumsstrategie ausgelegt. Mit Erfolg. 2008 erwarb Pernod Ricard den zur Kultmarke gewachsenen Wodkaproduzenten um 5,6 Mrd. Euro. Zahlreiche Sondereditionen mit ausgefallenen Designs sorgen regelmäßig für mediale Aufmerksamkeit.

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Valentin Latschen ist der Mann, der hinter den legendären Pfau-Bränden steht. Sein Weg zum wirtschaftlichen Erfolg war steinig. Trotzdem hat er ihn mit Freude und Begeisterung beschritten, denn er ist seiner Überzeugung immer treu geblieben.

Ein stolzer Pfau, der fliegen kann Z

ur Begrüßung in der modernen Brennerei, die in der Klagenfurter Schleppe-Brauerei untergebracht ist, bekomme ich ein Glas Schlumberger-Sekt in die Hand gedrückt, das Valentin Latschen mit einem „Spritzer“ aus dem Williams-Zerstäuber aromatisiert. Ich bin etwas irritiert – normalerweise wollen mir Brenner ihre Produkte pur und unverfälscht vorstellen. Doch auch bei den Zerstäubern handelt es sich um ein ernsthaftes Produkt, auf das Valentin Latschen zu Recht stolz ist. „Es geht immer um den Geschmack der reinen Frucht, und den kann man in verschiedener Form genießen, nicht nur als Digestif. Den Zerstäuber kann man nicht nur bei Aperitifs und Cocktails einsetzen, auch Desserts lassen sich so mit einem Hauch reiner Frucht verfeinern“, weiß Latschen. Die Übung gelingt. Jede der drei Früchte (Marille, Himbeere, Williams) hat ihren eigenen Reiz. Dass Latschen für diese sensorische Demonstration ein Glas Schlumberger verwendet, ist kein Zufall. Seit einigen Jahren ist Schlumberger (bzw. die Schlumberger-Vertriebstochter Top Spirit) der exklusive Vertriebspartner von Pfau, vor wenigen Wochen hat sich Schlumberger auch finanziell zu einem Drittel an der Brennerei Pfau beteiligt. Angefangen hat Valentin Latschens Geschichte im beschaulichen Jauntal, wo seine Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb samt kleiner Gastwirtschaft führten. Valentin Latschen ging in Villach auf die Hotelfachschule und wollte eigentlich hinaus in die weite Welt. Als ihm seine Eltern eröffneten, dass er lieber früher als

später den Betrieb übernehmen solle, entschied er sich, im steirischen Silberberg die Obst- und Weinbauschule zu besuchen. Schließlich war der große Bestand an alten Obstbäumen der größte Wert des elterlichen Guts namens Pfau. „Dort habe ich den jungen Manfred Tement kennengelernt, der jede freie Minute im Weingarten verbracht hat. Damals wurde mir klar, dass die Qualität im Wein- bzw. Obstgarten entsteht. Als ich mich dann dazu entschloss, hauptberuflich Schnapsbrenner zu werden, wusste ich genau, wie ich arbeiten will. Allerdings gab es damals keinen Markt für derartige Brände“, blickt Latschen auf die Anfangsjahre zurück.

Ein Rufer in der Wüste Österreich war in den frühen 1980er-Jahren in vielerlei Hinsicht eine kulinarische Wüste. „Masse statt Klasse“ lautete das Motto in der Landwirtschaft, „viel und billig“ war die Devise in der Gastronomie. „Als ich damals anfing, Produkte bei den benachbarten Bauern einzukaufen und auf der Speisekarte anzuführen, von wo diese Spezialitäten herkommen, hat man mich für verrückt erklärt“, erinnert sich Latschen. Doch ein kleiner Kreis an Genießern hat schon damals nach Qualität gesucht, und auch der frisch gegründete Gault Millau wurde auf das ambitionierte Gasthaus Pfau aufmerksam und verlieh ihm prompt eine Haube. Doch trotz aller persönlichen Erfolge und der medialen Anerkennung blieb die wirtschaftliche Situation kritisch. Latschen hatte den elterlichen Betrieb mit einem großen Schuldenberg übernommen. Doch Not macht erfinderisch. Eine geniale Marketing-Idee von Valentin Latschen war, Patenschaften für seine alten Obstbäume zu verkaufen. Für ein paar Hundert Schilling erwarb man auf viele Jahre das Recht auf die Früchte des Baums. Latschens Hintergedanken dabei: Die Früchte musste man sich persönlich abholen, und wer schon einmal hier ist, bleibt in der Regel auch zum Essen. „Das Echo auf diese Idee war gewaltig, statt den erwarteten hundert Patenschaften hatte ich in kurzer Zeit über tausend verkauft“, erinnert sich Latschen.

Mit Ecken und Kanten 1987 begann der junge Tausendsassa dann, ernsthaft mit dem Schnapsbrennen zu beginnen, und zwar nach den Grundsätzen, die heute noch das Bekenntnis der Quinta Essentia Bren-

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ner darstellt: höchste Fruchtqualität, 100 % Alkohol aus reinem Fruchtzucker, keine Zusatzstoffe und doppelte Destillation. „Ich habe damals mit einfachsten Mitteln gearbeitet, aber die Prinzipien waren klar. Nur perfektes Obst vergären und absolut sauber doppelt brennen. Wobei es mir von Anfang an wichtig war, dass meine Brände Ecken und Kanten haben. Für mich gehört das knackige Tannin der Schale einer Kärntner Mostbirne einfach dazu. Schmeichelweiche Obstbrände sind nicht mein Fall“, so der engagierte Brenner. Latschen Brenner kalkulierte seine Brände äußerst fair, allerdings musste er die Kosten für die Früchte, die er zuvor an den Großhandel geliefert hatte, im Flaschenpreis unterbringen. Der bekannte Wiener Gastronom Hans Weibel, der damals bei ihm als Gast weilte, war zwar von der Qualität begeistert und kaufte für den privaten Gebrauch ein paar Flaschen, doch für den Einsatz in der Gastronomie schienen sie ihm viel zu teuer. Allerdings zeigte Weibel die Pfau-Brände dem jungen Leo Doppler, damals Sommelier im Korso, der sie zu einer Weinverkostung mitnahm, bei der auch Klaus Wagner vom Landhaus Bacher und Heinz Reitbauer vom Steirereck anwesend waren. Beide waren auf Anhieb begeistert und nahmen die unbekannten Brände aus Kärnten sofort ins Sortiment auf. Im Steirereck lernte ein gewisser Michael Käfer aus München die Pfau-Brände kennen und lieben. Er bestellte bei Valentin Latschen sofort Ware, ohne vorher nach dem Preis zu fragen. „Dass ich auf dem richtigen Weg war, war mir schon vorher bewusst, aber dass es für meine Brände tatsächlich ein Publikum gibt, wurde mir erst in diesem Moment bewusst“, erinnert sich Latschen. Bald darauf war Pfau mit seinen Fruchtbränden auch in den besten Häusern Hamburgs präsent. „Eines Tages bekam ich einen Anruf von meinem ehemaligen Schulkollegen Toni Viehhauser, der in Hamburg als Weinhändler erfolgreich tätig war. Er hatte erfahren, dass es beim Käfer in München einen neuen Kärntner Fruchtbrand gibt und staunte nicht schlecht, dass ich der Produzent war", so Latschen. Es folgten mehrere Präsentations-Touren in Hamburg. „Meine Brände waren teurer als die meisten Spirituosen wie Cognac oder Whisky, also musste ich erklären, wieso sie so viel kosten. Damals gab es keine reinen Fruchtbrände am Markt. Auch die Sommeliers haben nicht gewusst, dass man rund 40 Kilo Himbeeren benötigt, um einen echten Himbeerbrand herzustellen. Ich war also nicht nur in eigener Sache unterwegs, sondern so etwas wie ein Botschafter von Edelbränden", erzählt Latschen.

Übersiedlung nach Klagenfurt Doch trotz der unbändigen Energie des jungen Kärntners musste sich Latschen irgendwann entscheiden, worauf er sich konzentrieren wolle. Er entschied sich, die Gastronomie zu verpachten. Doch der Pächter war kein Idealist sondern wollte vor allem Geld verdienen und keine Liebhaberei betreiben. „Das war eine kritische Zeit, weil die Marke Pfau – die ich mir übrigens gleich bei der Übernahme des elterlichen Betriebs patentrechtlich schützen ließ – darunter gelitten hat. Als vor gut zehn Jahren dann das Angebot kam, mit der Brennerei in die Schleppe-Brauerei zu übersiedeln, habe ich das Anwesen verkauft und bin nach Klagenfurt übersiedelt“, berichtet Latschen. Dort brennt Latschen bis heute. Auch wenn er sich mit Fruchtbränden wie Kärntner Mostbirne, Apfel, Zwetschke oder Himbeere einen Namen gemacht hat, stellt sich Latschen auch gerne neuen Aufgaben. So hat er sich der naheliegenden Herausforderung gestellt, einen exklusiven Bierbrand zu destillieren, und auch ein köstlicher Kartoffelbrand namens „Bramburus“ zählt mittlerweile zum Pfau-Sortiment, wobei er diesen ganz bewusst nicht als Konkurrenzprodukt zu Wodka positioniert. „ Das ist einfach ein anderes Produkt mit einer anderen Stilistik. Während es beim Wodka um ein möglichst neutrales Destillat geht, das in der Regel kalt getrunken wird, will ich den Geschmack der Kartoffel transportieren. Für Cocktails ist dieser Brand ungeeignet, dafür passt das Aroma des Bramburus ganz hervorragend zu geräuchertem Fisch“, meint Latschen

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Foto: Simone Kumhofer

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Hans Schmid und Valentin Latschen am Villacher Kirtag, wo sie gemeinsam die „Quintessenz des Wiener Gemischten Satzes” präsentierten. Es handelt sich um eine Trestermelange aus vier Rebsorten des Weinguts Mayer am Pfarrplatz, das Hans Schmid gehört

Auch wenn sich Latschen beruflich seit über zwanzig ganz aufs Brennen fokussiert hat, war sein persönliches Engagement immer wesentlich weiter gefasst. „In den 80er Jahren ist viel falsch gelaufen. Damals wurden Bauern dafür gefördert, wenn sie ihre alten Obstbäume gefällt haben. Alte Bäume liefern zwar weniger Früchte, aber dafür sind sie um vieles besser. Außerdem sind sie Teil unserer Kulturlandschaft. Der damalige Landwirtschaftsminister Josef Riegler war einer der wenigen, der die Dinge richtig gesehen hat, aber das hat einfach nicht dem Zeitgeist entsprochen“, so Latschen. hm geht es aber nicht nur um besseres Obst oder eine schöne Landschaft, sondern vor allem um die Menschen, die von dem, was sie tun, auch anständig leben können sollten. Wenn die Wertschöpfung im Land bleibt, profitieren schließlich alle davon, die Landwirte, Fleischer, Bäcker und die Gastronomie. Außerdem lebt Österreich – und ganz besonders Kärnten – zu einem guten Teil vom Tourismus. Doch wieso kommen Gäste eigentlich nach Kärnten? „Nicht nur wegen der Berge und Seen, sondern auch wegen der regionalen Gastronomie und der wunderbaren Kulturlandschaft. Heute wird gerne das Wort Nachhaltigkeit verwendet, ohne dass man begreift, was das eigentlich bedeutet. Für mich bedeutet das zum Beispiel, dass ein Bauer einen Baum pflanzt, von dem erst die nächste und übernächste Generation wirklich profitieren wird“, sagt Latschen abschließend. wschen.

Buchtipp Fünf Essentialisten 1992 taten sich die engagiertesten Schnapsbrenner Österreichs zusammen und gründeten die Quinta Essentia, eine Interessengemeinschaft qualitätsorientierter Brenner, die es sich zum Ziel setzte, die Schnapskultur in Österreich zu heben. Damals herrschte bei den Konsumenten kein wirkliches Qualitätsbewusstsein vor, kaum jemand kannte den Unterschied zwischen einem Geist (ein mit Früchten aromatisierter neutraler Alkohol) und einem echten Fruchtbrand. Die fünf Quinta-Essentia-Brenner Alois Gölles, Karl Holzapfel, Valentin Latschen, Hans Reisetbauer und Reinhard Wetter verpflichten sich, 100% reine Destillate aus der Natur im traditionellen Doppelbrennverfahren im Kupferkessel zu produzieren. Brände mit dem Quinta-Essentia-Siegel sollen Quintessenzen entsprechen und das wahre Wesen von Edelbränden transportieren. Die Quinta-Essentia-Brenner haben seinerzeit auch

eine interne Pönale von einer Million Schilling vertraglich vereinbart, sollte einer der Mitglieder gegen die selbst gestellen Auflagen verstoßen. Vor wenigen Jahren haben die fünf Brenner das prächtig ausgestattete „Buch vom Edelbrand“ herausgebracht. Hier werden nicht nur die einzelnen Betriebe ausführlich beschrieben, es wird auch nützliches Wissen rund um die Edelbrandkultur vermittelt, von der optimalen Trinkkultur bis hin zur richtigen Glaswahl oder dem Mythos, dass Brände „ausrauchen“ würden, wenn sie längere Zeit geöffnet wären. Das „Buch vom Edelbrand“ ist um 29,50 € bei allen Mitgliedsbetrieben sowie über den Webshop von Alois Gölles erhältlich. www.quinta-essentia.at

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Gastwirt Thomas Schreiner & Weinexperte Josef M.Schuster

Eigenständig oder hinfällig: Sie polarisieren die Meinungen und scheiden die Geister. Ein guter Grund für das Del Fabro-Weinteam, einmal die ganze Band-breite der „neuen“ Wein-Individualisten unter die Lupe zu nehmen. Die Kunst der Weinbereitung ist der Menschheit seit mindestens 5000 Jahren bekannt. Und bis vor ein paar hundert Jahren hieß das: Vergärung in der Amphore. Was Maischegärung betrifft, ist der klassische Aus- bau in der Amphore die „Hard Core Version“. Sie dauert oft von der Lese bis zum nächsten Sommer. Und natürlich spielt bei der Farbe auch Oxidation eine große Rolle.Denn die Farbe im Wein – manche sprechen von der „vierten Wein- farbe“ - kommt von der Vergärung auf der Maische, sprich aus den Beerenhäuten. Aus sehr hellen Rebsorten wird also auch auf diese Weise kein „Orange wine“. In der Amphore werden die ganzen Trauben, oft nicht entrappt, eingefüllt – und ohne weiteres Zutun ereignet sich das Wunder der alkoholischen Gärung. Das hat unsere Vorfahren schon beeindruckt. Eine bedeutsame Erkenntnis bei der Verkostung dieser eigenständigen und eigenwilligen Weine: Man sollte sich definitiv öfter damit beschäftigen, um sich eine Meinung zu bilden.

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Wein Journal 03/12  
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